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divingEurope 4|2015

Tauchreviere in Europa

LA PALMA | SARDINIEN | CÔTE D‘AZUR | GOLDENER OKTOBER

Nr. 4

www.divingeurope.de


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Inhaltsverzeichnis Inhalt/Impressum ................. 2 Editorial ............................... 3 Italien: Baia Sardinia ......................... 4 Süßwasser: Goldener Oktober .............. 26 Spanien: La Palma ........................... 44

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echte haben den Spitznamen „Barrakuda des Süßwassers“. Sie kommen in Zentraleuropa in fast jedem Binnengewässer vor. Das Titelfoto hat Paul Munzinger in einem kleinen Weiher fotografiert.

Frankreich: Côte d‘Azur ...................... 64 Tierportrait: Hecht ................................ 110 Kleinanzeigen ................... 120

Impressum divingEurope ist kostenlos und

erscheint vier Mal im Jahr online. Redaktion IDP (International Dive Press) / Paul-W. Munzinger, Frank Schneider www.divingeurope.de redaktion@divingeurope.de Konzept, Gestaltung und Layout P.-W. Munzinger und F. Schneider Anschriften Redaktionsbüro Munzinger Im Rebstall 6, 79112 Freiburg Tel. 07665/972741 Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27 a Umsatzsteuergesetz: DE173626442

Redaktionsbüro Schneider

Töpferstr. 26, 46244 Bottrop Tel. 02045/408917 Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27 a Umsatzsteuergesetz: DE157286414 Copyright Fotos, Texte und Grafiken soweit nicht anders gekennzeichnet unterliegen dem Copyright von P.-W. Munzinger und F. Schneider. Die Nutzung von Fotos und Texten, auch auszugsweise, ist nur mit schriftlicher Ge­nehmigung gestattet. Verletzungen des Urheberrechts werden juristisch verfolgt. Haftungshinweis Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für Inhalte externer Links. Für den Inhalt verlinkter Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

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Liebe Leser, „Es gibt kein schlechtes Wetter - nur die falsche Kleidung!“ – kennen wir alle, diesen schlauen Spruch, oder? Aber: da ist was dran. Auch was uns Taucher betrifft. Zugegeben, Wassertemperaturen um die 28 Grad haben schon was. Aber wer allein darauf setzt verpasst mehr als die halbe Unterwasserwelt. Dabei ist jetzt mal nicht nur von den sogenannten Gewässern mit gemäßigten Temperaturen – also dem Mittelmeer und Atlantik – die Rede. Selbst der profane Baggersee oder der kleine Weiher in der Nähe

kann in diesen Wochen ein faszinierendes Szenario entwickeln. Bitte nicht falsch verstehen: Das ist kein Aufruf in Gewässer mit Tauchverbot zu hüpfen! Im Gegenteil. Sogar der altbekannte Tauchsee wartet im Herbst mit überraschenden Eindrücken auf. Sei es nun der Trokkentauchanzug oder ein halbtrockener mit wasserdichtem Rückenverschluss: Richtig gewappnet wird der Goldene Oktober und die Wochen danach zum Taucherfest, wie Sie ab Seite 26 auf wunderbaren Bildern sehen werden.

Davor stellen wir Ihnen mit dem Nordosten Sardiniens eines der schönsten Tauchgebiete des Mittelmeers vor, und den Mitbewerber, die Côte d‘Azur finden Sie ab Seite 44. Unser Atlantikziel ist diese Mal die Kanareninsel La Palma. Passend zur Jahreszeit dreht sich das Tierporträt dieser Ausgabe um den Hecht. Noch ein Grund mehr, mal wieder in den heimischen Gewässern abzutauchen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Spaß mit dem neuen divingEurope!

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Italien Sardinien, Mittelmeer

(K)ein Traum! Exklusivziel für Reiche? Keine Spur, vor allem dank günstiger Flüge zum Beispiel in den Norden Sardiniens, wo es fantastische Tauchgebiete und wunderschöne Strände gibt.

Alle Fotos: Frank Schneider

Von Frank Schneider

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Klingt italienisch, wird von Sardinien aus in rund 50 Minuten angefahren – gehÜrt aber zum franzÜsischen Korsika: Lavezzi mit seinen zutraulichen Zackenbarschen

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Die Rote Gorgonie ist der heimliche Star unter den Attraktionen der Riffe von Sardinien. Die Fächerkorallen wachsen ab circa 25 Meter Tiefe 8


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orurteile halten sich meist hartnäckig, basieren oft auf Hörensagen und sind in vielen Fällen leicht zu entkräften. So ähnlich gilt das wohl auch für Sardinien, die zweitgrößte Insel des Mittelmeeres. Das Schicki-Micki-Hafenörtchen Porto Cervo mit seinen zu vielen Luxusyachten, zu teuren Restaurants und zu vollen Bars mit einem ebenso internationalen wie teils unangenehm protzigen Publikum steht eben nicht für die ganze Insel. Nein, es steht nicht einmal für den ganzen Küstenabschnitt mit dem schönen Namen Costa Smeralda. Und doch: Genau diesem Landstrich verdankt die Insel ihren guten Ruf als Urlaubsziel. Erst nachdem ab 1948 mit teils kruden Methoden und tonnenweise DDT die vermutlich um 500 n.Chr. eingeschleppte Malaria von Sardinien (damals so gut wie) wieder verbannt werden konnte, begann die touristische Entwicklung. An den Tauchsport, der zu der Zeit in den Kinderschuhen steckte, dachte der damalige Ismaeliten-Prinz Aga Khan si-

Lebendiges Sardinien: Meer– aale können bis zu zwei Meter groß werden. Am Capo d‘Orso tummeln sich Fadenschnecken und es gibt Röhrenschwämme

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Auch wenn es rund um die Bucht Baia Sardinia (ob.) schicke Appartements und kleine Hotels gibt, unterscheiden sich sowohl Preise als auch Feriengäste deutlich vom Luxushafen Porto Cervo

cher nicht, als er im Nordosten Sardiniens einen großen Streifen Land und Strand kaufte, einen Ferienort samt Hafen aus dem Boden stampfte – und so die Costa Smeralda erfand. Während Porto Cervo seitdem von seinem Trubel (und den vermeintlich Schönen und/ oder Reichen) lebt, zeigt sich die Region an vielen Stellen ihrer Uferzonen bis heute nach wie vor ursprünglich. Neben den feinsandigen Stränden und dem türkisblauen Wasser davor gibt es zahlreiche, fast unzugängliche felsige Abschnitte. Taucher wissen was das im Mittelmeer bedeutet: Hier riecht es förmlich nach 12

guten Tauchgebieten. Wenn dann noch Inseln vor der Küste liegen kann man mehr als einen schlappen Schnorchel darauf verwetten, dass es sich lohnt hier mal die Nase unter Wasser zu stecken. Ein Präzedenzfall dafür ist die Gegend nördlich der erwähnten Costa Smeralda. Dort befindet sich Maddalena-Archipel mit seinen sieben großen und vielen kleinen bewohnten und unbewohnten Inseln: ein Mittelmeer-Tauchrevier vom Allerfeinsten! Mit genug Abstand zum fast unbezahlbaren Porto Cervo ist Baia Sardinia zudem die richtige Adresse für Taucher. Vor allem: dort gibt es mit dem


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Proteus Diving Center eine Tauchbasis, die alle Topspots der Gegend bis kurz vor die Ufer des französischen Korsika anfährt. Sardinien ist im deutschsprachigen Raum schon lange als eines der europäischen Top-Tauchgebiete bekannt, und so wundert es nicht, dass Basis-Chefin Marzia Perilli viele deutsche Stammgäste hat. Die gebürtige Römerin führt die Tauchschule mit ihrem Mann Fabrizio, einem echten Son-

nyboy, dem man seine Leidenschaft für das Meer und die Welt unter Wasser jederzeit anmerkt. Obwohl – ist ja auch keine große Kunst bei den ungefähr 30 Tauchplätzen der Basis. Die erstrecken sich rund um die Baia Sardinia und die Inseln des Archipels bis zu den korsischen Lavezzi-Felseninseln. Die Tauchgänge finden alle vom schnellen Feststoffrumpfboot statt. Die gelbe Rakete macht richtig Tempo und profitiert dabei von der Tatsache, dass nur

Mit dem Speed-Boot fährt das Proteus Diving Center in ca. 50 Minuten sogar bis nach Korsika

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Guckt den Nacktschnecken gern beim Algengrasen zu: Gehörnter Schleimfisch

selten richtig Seegang zwischen den nördlich gelegenen Inseln des Maddalena-Archipels auftritt. Auf dem Weg dahin liegt allerdings schon ein weiterer, ganz besonderer Tauchplatz. Das Meer rund um das Capo d‘Orso birgt ein kleines Geheimnis, dass sich tatsächlich nur Tauchern erschließt. Damit sind nicht nur die diversen Fadenschnecken gemeint, die hier zuhauf zu finden sind. Der Knaller – sozusagen „live und in Farbe“ – sind bunte Röhrenschwämme, die hier wachsen. Nacktschnekken kann man mit guter Kondition auch mit dem Schnorchel entdecken, bei den Röhren16

schwämmen geht‘s aber nur mit ‘ner Flasche auf dem Rücken. Zumal es diese Art hier wohl eher zumindest halbschattig liebt. Eine der schönsten Gebilde in leuchtendem Gelb und Magenta wächst am Eingang eines Durchbruchs durch den Felsen. Abwechslung der anderen Art garantieren die Abgründe zu Füßen der zwei kleinen Felsen namens Scoglio di Mortoriotto 850 Meter nordöstlich der Leuchtturminsel Mortorio. Wie bei jeder Ausfahrt stehen auch bei dieser Tour zum Ziel rund zweieinhalb Kilometer westlich der Insel Caprera zwei Tauchgänge auf dem


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Beste Tauchplätze vor Baia Sardinia Capo d‘Orso Mehrere Plätze keine 6 km vom Bootssteg entfernt. Vielfältige Felslandschaft. Nacktschnecken, Doraden, Goldstriemen, Schleimfische, Drachenköpfe, Muränen. Besonderheit: farbige Röhrenschwämme. Tiefe der Plätze: 12 bis 40+ m, Sichtweite: bis 35 m, Strömung: keine bis mäßig, Schwierigkeit: einfach bis mittel Secca Washington (Secca Spargi) Legendäres Riff im Kanal zwischen Budelli und Spargi. Hauptriff mit etlichen Felsen herum. Rote Gorgonien, Schwärme (Sardellen, Mönchsfische), Zackenbarsche, Barrakudas, Zahnbrassen, gelegentlich Rochen. Tiefe: 7 bis 30 m, Sicht: bis 35 m, Strömung: keine bis stark, Schwierigkeit: einfach bis mittel; bei starker Strömung Abstieg am Seil zum Riffkopf auf 7 m 18

Isolotta di Barrettinelli di fuori Kleine Felseninsel mit fantastischem Gorgonienwuchs. Großfisch möglich: Thunas, Zahnbrassen, Conger, Zackenbarsche. Tiefe bis 30 m, Sicht bis 30 m, Strömung: kann extrem sein, Schwierigkeit: einfach bis schwer Scoglio di Mortoriotto Zwei Felseninseln. Gelbe und Rote Gorgonien, Falsche Schwarze Koralle, zwei zerstörte Autowracks. Tiefe: bis 38 m, Sicht: bis 30 m, Strömung: schwach bis mittel, Schwierigkeit: mittel Lavezzi Inseln Handzahme Zackenbarsche in nur 10-20 m Tiefe! Sicht: bis 30 m, Strömung: selten, wenn dann schwach; Schwierigkeit: einfach Mehr Tauchplätze: http://www.proteusdiving.it/en/dives.asp


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Am Capo d‘Orso liegen mehrere Tauchplätze: Felswände mit Gelben Krustenanemonen gibt‘s da (li.), und eine Besonderheit sind die zahlreichen farbigen Röhrenschwämme (o. re.). Unt. re.: Leopardennacktschnecke

Programm. Entsprechend ausgebildete Taucher können sich beim Abstieg mehr oder weniger im freien Fall zu den Autowracks am Fuße einer Steilwand auf den Weg machen. Dabei aber nur nicht an den Gelben und Roten Gorgonien verzetteln! Besonders wenn eine Kamera mit im Spiel ist – das Ziel liegt schließlich in 38 Meter Tiefe auf dem Grund. Die Formulierung „am Boden“ würde es auch treffen, denn das sind die Autowracks in jeder Beziehung. Glück hatte zwar der Kahn, von dessen Besatzung die bis heute mit einem Kabel verbundenen Wagen bei rauer See ins Meer gekippt wurden, um Schlimmeres zu

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Das Maddalena-Archipel bildet einen der großen Marine- und Natuschutz– parks Italiens. Hier gibt es vom Einsiedlerkrebs über durchziehende Thunfische (fast) alles zu sehen (ob.)

Goldene Regel: Lampe mitnehmen. Sonst bleiben die Farben nicht nur am Capo d‘Orso unsichtbar (re. ob.)

Ab dafür: Die beiden alten Autowracks vor Mortoriotto liegen auf 38 Meter (re.)

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Die Tour zur Isola di Budelli (Foto Seite 4) führt durch eine Postkartenlandschaft; bei der Tauchkreuzfahrt mit dem Katamaran, die über die Basis gebucht werden kann, gehört der Inselbesuch dazu (ob. u. mitte re.). Alte Verteidigungsstellungen oberhalb der Baia Sardinia (mi. li.). Nuraghe La Prisgiona und Tomba dei Giganti bei Arzachena (unten)

verhindern. Die Vehikel hat‘s dagegen arg mitgenommen. Wie tote Käfer liegen sie auf dem Rücken, aber um sie herum (und innen drin auch) hat sich Leben angesiedelt. Krustenschwämme und kleine Fischschwärme haben sie zum künstlichen Riff gemacht. Gleich nebenan wächst eine seltene Falsche Schwarze Koralle. Übersehen kann man die nicht. Jedenfalls wenn man weiß, dass sie in lebendem Zustand gelb ist – weswegen sie sich auf den ersten Blick neben den Roten gerne mit einer Gelben Gorgonie verwechseln lässt. Weil die Felsen der Steilwand oben aus dem Meer ragen ist das Austauchen kein Problem. Allerdings sollte der längere Besuch der Roten Gorgonien unter Umständen für den zweiten Tauchgang reserviert bleiben, denn die stehen ja schließlich auch nicht gerade auf zehn Meter Tiefe an der Wand rum. Zwar hat Fabrizio

Tipps für die Zeit an Land Mietwagen Wer etwas von Sardinien sehen will kommt um einen Mietwagen nicht herum. Beispiele: www.autonoleggiosardinya.com/, www.sunnycars.de Baia Sardinia Ein Spaziergang führt auf den grünen Hügel rechts über der Bucht. Auf der Höhe Reste von Stellungen aus dem 2. Weltkrieg; wunderbarer Blick aufs Meer. Nuraghe La Prisgiona Typisch für Sardinien sind die Nuraghen, uralte steinerne Tempel- und Wohnanlagen. La Prisgiona, rund 20 Kilometer von Baia Sardinia entfernt, zählt zu den schönsten dieser Bauten. Unweit davon liegt ein noch

älteres Ziel. Das Tomba dei Giganti („Grab der Riesen“) ist ca. 3800 Jahre alt. Capo Testa Die kleine Halbinsel beim Ort Santa Teresa di Gallura hat wunderschöne, teils einsame Strände; bis dahin sind es rund 60 Kilometer. Isola di Budelli Die unbewohnte Insel bietet ein einzigartiges Schauspiel. Türkisblaue Lagunen, rötliche Granitfelsen und einen rosa Strand – auf dem es keine Fußspuren gibt: man darf die Insel besuchen, aber der Strand ist absolut tabu, damit die Idylle für jeden erhalten bleibt. Die Tauchbasis macht Abstecher dorthin, bei der Tauchsafari mit dem Katamaran steht der Besuch auch auf dem Programm. 23


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Die Basis Proteus Diving liegt in Baia Sardinia an der Straße zur Bucht neben dem Café gegenüber der Kirche

bei diesen Tauchgängen eine zusätzliche Flasche unter dem Boot hängen, aber man soll es ja nicht beschwören oder gar erzwingen... So wie die Rote Gorgonie, die Edelkoralle und der Oktopus gilt auch der Braune Zackenbarsch als Wahrzeichen des Mittelmeers. Kleinere Exemplare sieht man in vielen Tauchrevieren im „Mediterraneo“, aber die dicksten Brocken hausen in den Marineschutzparks. Eines der ältesten dieser Gebiete sind die Lavezzi-Inseln vor Korsika. Und da leben ganz sicher die neugierigsten Mittelmeer-Zackenbarsche, die man sich als Taucher vorstellen kann. Reinspringen, fotografieren wollen – und feststellen müssen „das Viech vor mir ist zu nah!“? So isses halt in der „Città delle Cernie“, der Stadt der Zackenbarsche. Macht aber nix. Wer sich einfach umdreht wird vermutlich ne24

ben seinem Tauchpartner gleich noch so ein Kulleraugenmonster sehen. Oder zwei. Oder noch mehr. Die kleinen messen 30, 40 Zentimeter, die großen deutlich über einen Meter. Traumhaft, ob man nun mit oder ohne Kameras taucht. Das rundet die Riege der Top-Tauchplätze im Nordosten Sardiniens perfekt ab. Röhrenschwämme, Fächerkorallen, Großfisch - klingt schon fast nach Karibik. Dazu passt dann auch die unbewohnte Insel Budelli mit ihrem geschützten rosafarbenen Strand. Abends in Baia Sardinia, beim Essen mit anschließendem hausgemachten Mirto – dem typischen Kräuterlikör Sardiniens – samt Blick aufs Meer in einem der preiswerten Restaurants oder dem etwas edleren Skipper, weiß aber jeder: Wir sind in Italien. Mitten in einem der schönsten Tauchgebiete Europas.


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INFO Beste Reisezeit von April bis Oktober. Anreise per Flieger nach Olbia, Transfer vom Flughafen durch Tauchbasis oder mit Mietwagen zur rund 30 km entfernten Baia Sardinia. Autofähren nach Olbia ab Genua oder Livorno. Unterkünfte in Appartements „Residence Cala Bitta“ 1 km von Baia Sardinia; 4-BettApp. ab 236 € plus Reinigung (40 €/Wo.) u. Nebenkosten (27 € p.Pers./Wo.). Appartement in Basisnähe ab 350 Euro. Bettwäsche/Handtücher mitbringen. Buchungen über die Basis. Hotel Baia Sardinia (100 Zimmer) direkt am Meer, 5 Min. von der Basis. Preise ab ca. 120 €. www.clubhotelbajasardinia.it/de Tauchkreuzfahrt mit Katamaran für bis zu 8 Pers. in 4 Doppelkabinen (Vollverpflegung); Preise und Buchungen über die Tauchbasis.

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Tauchen Das Proteus Diving Center am Ortseingang von Baia Sardinia wird von Marzia Perillli und Fabrizio Baldi geleitet. Circa 30 Tauchplätze im Nationalpark des Maddalena-Archipels. Alle Tauchgänge vom Boot (10 Taucher). Leihausrüstung begrenzt vorhanden. Ausbildung nach PADI (OWD 420 €) bis Divemaster. 10 Tauchgänge bei kurzer Fahrstrecke 325 €, bei längeren Fahrten Aufpreis von 15 € (Budelli, Barrettinelli, Washington) bzw. 20 € (Mortorio) u. 30 € (Lavezzi). Nachttauchgang 55 €. Kontakt www.proteusdiving.it, info@proteusdiving.it Tel. +356/21/558507

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Goldener Oktober Im Osten Europas nennt man diese farbenfrohe Zeit Weibersommer, im Norden Birgitta-Sommer, in den Mittelmeerländern St.-Martins-Sommer und in Nordamerika Indian Summer. Allen ist eines gleich: Tauchgänge im Herbst sind besonders attraktiv. Von Paul Munzinger

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Alle Fotos: Paul Munzinger

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Hier hilft nur eines, um das schöne Blätterdach nicht gleich zerfallen zu lassen: die Luft möglichst lange anhalten und genießen!

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Vorhergehende Doppelseite: Kann der Herbst Unterwasser noch schöner sein als mit einem „Blattsalat“ samt Totalspiegelung?

Hübsch, aber gefährlicher Laichräuber: der eingewanderte Sonnenbarsch (li.)

Spektakuläre Farbgestaltung von Mutter Natur: Abgetauchtes Ahornblatt (re.)

s ist Mitte Oktober, die Zeit einer meist stabilen Wetterlage, bedingt durch ein Hochdruckgebiet und trockenes Wetter. Nachts wird es schon erheblich kühler, in der Frühe bedecken zähe Nebelfelder Wälder, Wiesen und Seen. Am Vormittag

sertemperatur ist mit unserer Gummihaut noch recht angenehm, für Badegäste ohne zusätzliches dickes Fell allerdings schon zu kalt. Ganz guter Nebeneffekt: Schwimmer wirbeln nicht mehr das Ufer auf, Ruhe kehrt wieder

beißt sich dann die Sonne irgendwann durch und lässt die Temperatur ab und zu auf angenehme 20 Grad steigen. Eine traumhafte Periode, die Natur zu beobachten und zu genießen. Über, aber gerade auch unter den Wellen. Dann sind in unserem Element die Sichtweiten wieder besser, die Was-

ein. Jetzt ist eine klasse Zeit zum heimischen Süßwassertauchen, der ganz bunte Ausklang des Sommers, eigentlich das Highlight: ein Spektakel und Inferno der Farben. Es ist die Phase, in der sich die Blätter der Laubbäume verfärben. Nach den ersten kal33


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So sieht der Goldene Oktober aus der Fischperspektive aus

ten und teils schon frostigen Nächten fallen sie irgendwann ab und verschönern den Boden mit allen Farbnuancen. Für manches Blattwerk der Bäume, die im Uferbereich rund um die heimischen Tümpel, Weiher und Seen stehen, wird es nun nass - sie fallen ins Wasser. Eine Zeitlang dekorieren sie noch die Oberfläche, kleben regelrecht an ihr fest, aber irgendwann tauchen sie zwangsweise unter und ihre goldenen Farben gehen bald verloren. Das end34

gültige Aus endet farblich ganz trist: sie werden braun, dann grau und zerfallen, werden eins mit dem Seeboden, nur noch ihre Konturen sind sichtbar. Der Blattstängel braucht dazu etwas länger im Zersetzungsprozess, aber auch er wird am Schluss Substrat und gute Grundlage zum Gedeihen der Unterwasserflora für das nächste Jahr. Wir tauchen ab und müssen zum Farbspektakel überhaupt nicht tief runter: Was für ein


Die Inselgruppe Malta, Gozo und Comino bildet ein ganz besonderes Tauchrevier im Herzen des Mittelmeers – nur 3 Flugstunden von Deutschland entfernt. Hier finden sowohl Anfänger als auch erfahrene Taucher optimale Bedingungen vor.

Malta & Gozo

Tauch paradies

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it ihren natürlichen Häfen, offenen, aber auch geschützten Buchten, Klippen, Felsenriffs und zahlreiche Schiffswracks laden die Inseln zu einer spannenden Entdeckungsreise unter Wasser ein. Die Wassertemperatur im Sommer beträgt im Durchschnitt 23ºC; zwischen Dezember und März fällt sie lediglich auf 13ºC bis 15ºC.Bis zu 30 Metern Tiefe sind die Sichtverhältnisse ausgezeichnet, was Malta zu einem Traumziel für Unterwasserfotografen und Fans von Nachttauchgängen macht. Auch über Wasser haben die Inseln viel zu bieten. Tauchurlauber können nicht nur eine spannende Zeitreise durch 7000 Jahre Ge-

schichte unternehmen und die köstliche, mediterran-orientalische Inselküche genießen. Maltas und Gozos Eventkalender ist das ganze Jahr über prall gefüllt – von religiösen Festen bis hin zu Pop, Klassik oder Jazz. Das Sportangebot zu Lande kann sich ebenfalls sehen lassen – wie wäre es mit einer abwechslungsreichen Mountainbike-, Wander- oder spannenden Klettertour? Weitere Informationen und kostenfreie Broschüren unter info@urlaubmalta.com www.mein-malta-urlaub.de www.visitmalta.com www.pdsa.org.mt


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Nur noch eine Frage der Zeit und Temperatur, bis auch die geschützten Tannenwedel nach dem Herbst absterben (ob.). Die versunkenen Äste sind von Schleimalgen überzogen (u.)

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Märchenwald im Altweibersommer, wie der Goldene Oktober bei uns in Südwestdeutschland genannt wird. Wobei sofort klargestellt werden muss, dass der Name keinen Eingriff auf die Persönlichkeit älterer Damen ist – das wurde sogar schon gerichtlich geklärt. In Deutschland, nicht im Amerika. Aber Indian Summer – wie die überm großen Teich diese Zeit

nennen – sagt in der Toskana Deutschlands wahrlich keiner. Und Goldener Oktober gehört eher zum Jargon der Winzer, wenn sie so richtig gute Ernte einfahren können zwischen Sommer und Winter: beim Herbsten und Messen ihrer „Öchsle“, der Maßeinheit des Traubenmostes, die in Grad angegeben wird und weder etwas mit der Temperatur noch mit

jungen und kastrierten Rindern zu tun hat. Der Altweibersommer ist auch die Zeit der vielen Feste: Erntedank- und Oktoberfest, Halloween, Allerheiligen oder St. Martin und auch der vielen Weinfeste in den Straßenwirtschaften. Einfach eine klasse Zeit! Schon eine Tauchermaske und Schnorchel genügen und wir entdecken die schönsten

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Der Teich wird durch die zarten Schleimalgen zum Märchenwald 39


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Stationen eines Blattes – vom Anfang bis zum Ende

Aquarelle, die jetzt im goldenen Naturschauspiel überall gezaubert werden, schon auf den ersten paar Metern unter der Wasseroberfläche. Die Impressionen im Süßwasser lassen sich mit anderen Gewässern nicht vergleichen. Gerade im Herbst werden viele Seen und Weiher zu paradiesischen Biotopen vor unserer Haustüre – und das in ganz Europa. Deshalb gilt die Devise: wer sucht, der findet. Fast sicher auch irgendwo in Ihrem näheren Umkreis. Durchaus könnte ein Tümpel, Weiher oder See im Frühjahr oder Sommer nicht mit Sichtweiten gepunktet haben, was aber nicht heißen soll, dass er im Herbst auch trüb sein muss. Dann kann sich dies schon für kurze Zeit zum Positiven geändert haben, bevor der Winter anmarschiert. Große Tiefe braucht es zum Beobachten oder Fotografieren nicht, im Gegenteil. Drei Meter unter der Wasseroberfläche präsentieren sich die Blätter des Ahornbaumes immer noch in kräftigen Rotnuancen. Welch ein Augenschmaus, wenn sie auf dem zartgrünen Algenteppichen liegen, die Sonnenstrahlen über die Mittagszeit darauf tanzen und dies vor einem blauem Vorhang. Von Minute zu Minute wechselt das Licht – vor uns läuft ein visuelles Spektakel ab, für Unterwasserfotografen echte Glücksmomente. Ein Süßwassertraum durch Wasserfarben gezaubert, durch gedämpftes, natürliches

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Die ganze herrliche Pracht des Goldenen Oktobers: Wilder Wein und ein Sonnenuntergang am See

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Licht geschaffen. Nun werden ins Wasser gestürzte Bäume mit ihrer Algen-Dekoration zu Water-Art, Kunstwerken der Natur und zu Märchenwäldern unter den Wellen. Noch eindrucksvoller wird es, wenn man als Taucher die Luft eine Zeitlang anhält, so dass keine Ausatemluft aus dem Lungenautomaten austritt: knapp unter der Oberfläche entsteht jetzt das Spiegelbild der Unterwasserwelt. Was ist nun oben, was ist unten, fragt sich mancher spä-

ter beim Betrachten der Bilder. Oder man schaut von unten quasi durchs Wasser hindurch, sieht die noch farbigen Bäume am Ufer oder den Himmel. Göttliche Momente! Unser Tipp für den Goldenen Oktober: Haben Sie ihren Traumweiher gefunden, tauchen Sie mehrmals ab im Zeitraum von etwa vier Wochen, je nach Wetterlage. Denn keine Situation und kein Bild gleicht später dem anderen, nichts

lässt sich genau so wiederholen. Selbst nicht im selben Gewässer, um die gleiche Uhrzeit und aus dem gleichen Blickwinkel. Einmal fotografiert, bleibt Ihr Bild für ewige Zeit ein Unikat, genau wie ein Gemälde. Das Studio Natur ändert sich von Tag zu Tag, von Minute zu Minute. Und dies macht die Sache auch so spannend. Es sind wahre Aquarelle der Natur, echte Wasserbilder und in ihrer Ästhetik ganz schwer zu toppen.

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Foto: Fernando Robledano

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Spanien La Palma, Atlantik

Isla Bonita La Palma ist eine der kleineren Kanarischen Inseln. Obwohl sie einen Flughafen hat, der auch von Deutschland direkt angeflogen werden kann, gibt es hier nichts von dem, was auf der ein oder anderen Nachbarinsel als weitaus lebhafter bezeichnet werden kann. La Palma ist schlicht zu klein dafĂźr. Die Taucher freut‘s umso mehr. Von Frank Schneider

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Rochen sind typisch für die Kanarischen Inseln. Vor La Palma müssen sie sich für ihre Tarnung aber mit schwarzem Sand bewerfen. Funktioniert. Meistens jedenfalls

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Foto: Fernando Robledano

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Foto: Juan Martinez

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Auf Taucher warten fantastische Unterwasserlandschaften

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iach dem Tauchen ist vor dem Tauchen - soviel steht fest! Aber dazwischen ist ja doch auch noch was! Suchen Sie für diese Zeit eine Kombination aus Tauch- und Partyinsel? Bars soweit das Auge reicht, mexikanisches Bier hier, bayrisches da und das aus dem Sauerland dort? Nun, genaugenommen können wir Ihnen bei dieser Suche im Moment nicht gerade sehr behilflich sein. Aber wir wissen, dass La Palma nicht in dieses Raster fällt. Genaugenommen ist die kleine, grüne kanarische Insel ziemlich unbekannt. Und eins steht fest: sie ist die exakte Antithese

zum Partytourismus à la Ballermann. Es wird natürlich Taucher geben, die auch diese Art der Abwechslung zumindest gelegentlich mögen. Allein: La Isla de San Miguel de La Palma, wie die nordwestlichste der Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean heißt, ist dafür das falsche Ziel. Naturliebhaber, Wanderfreunde, Ruhesuchende und Taucher sind hier dagegen am richtigen Flecken Erde. Zugegeben, „die allerschönste Insel von allen“ gibt es in jedem Ozean, und wahrscheinlich gleich ein paar Mal. In der Beziehung hat wohl jeder Insulaner und Besucher seine eigene Mess-

Die Sichtweiten rund um La Palma können bis zu 50 Meter betragen

Fotos (2): Juan Martinez

„Wer Augen hat zum Sehen ...“ entdeckt bestimmt eines der zahlreichen Seepferdchen

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Foto: Fernando Robledano

Schwarzer Sand, buntes Leben: Auf diesem Felsen wuchern gelbe Schwämme

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Foto: Fernando Robledano

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Seit 1999 erinnern am Tauchplatz Malpique 40 Betonkreuze an die Jesuitenpater, die 1570 hier mit ihrem Schiff von Piraten auf den Meeresgrund geschickt wurden

latte. La Palma bekam indes von seinen Bewohnern und den vielen Menschen, die sich in die drittkleinste der sieben Kanarischen Hauptinseln verliebt haben, den Beinamen Isla Bonita. Und nicht nur das: die Unesco zählt La Palma zu den drei schönsten Inseln der Welt. Weil La Bonita ist in erster Linie als Wander- und Trekkinginsel bekannt wurde ist sie bei Tauchern als Reiseziel noch weitgehend unbekannt – und vor allem: dadurch Unterwasser nicht überlaufen. „Wer aber einmal dieses ganz besondere, klare Blau entdeckt hat, der weiß, dass die Insel unter Wasser mindestens ge-

nauso schön ist wie oben“, sagt Veronika “Vero“ Sievers. Die 40jährige gebürtige Wiesbadenerin hat ihre Tauchbasis, das La Palma Diving Center, 2012 auf der Insel übernommen. und kennt sich an Land und im Wasser gleichermaßen aus. Sie erzählt: „Fast überall fällt der Grund kurz vor der Küste steil ab, so dass in kürzester Zeit spektakuläre Tiefen erreicht werden. Im Flachbereich laden Lava-Irrgärten zum Vertauchen ein, Höhlen und zerklüftete Felslandschaften bieten faszinierende Spiele des Sonnenlichts, und dazu werden die Taucher von vielen bunten Fische umschwärmt.“ La Palma ist relativ klein, aber

Die besten Tauchplätze vor La Palma Malpique Landtauchgang. Felsformationen, Canyons. Bei 16 m „Kreuze von Malpique“; Innenriff, Außenriff, Torbogen (35 m). Rochen, Igelfische, Muränen, Nacktschnecken, kleinere Schwärme, Drückerfische, Seepferdchen. Tiefe: 6-50 m Strömung: kaum (um Voll- und Neumond wird nicht getaucht) Sichtweiten: bis 30 m Schwierigkeit: einfach bis schwer Las Cabras Landtauchgang. Lavaplattform vom Vulkanausbruch 1971 auf 10 m, abfallend bis ca. 50 m. Im Flachen Torbögen. Viele Schwärme, Makrelen, Zackenbarsche,

Trompetenfische, ab und zu Schildkröten, Schwarze Korallen. Tiefe: 5-50 m Sichtweiten: bis 30 m Strömung: selten bis moderat Schwierigkeit: einfach Los Cancajos Hausriff des La Palma Diving Center; Landtauchgang. Lavaformationen, Canyons, Höhlen. 8 versch. Tauchgänge möglich. Bunte Mönchs- u. Papageienfische, Brassen, Trompetenfische, Zackenbarsche, Barrakudas, Muränen, Rochen, Schnecken, Garnelen, Sandaale, kleine Gorgonien, Schwarze Korallen. Tiefen: 2-50 m Sichtweiten: bis 25 m

Strömung: keine bis ganz leicht Schwierigkeit: einfach bis mittel Charco Verde Bootstauchgang am Rand des Meeresschutzgebiets an der Westküste. Drei imposante Torbögen, Lavazungen Richtung Tiefe, heller Sand. Drückerfische, Trompetenfische, Garnelen, Riff– hummer, Muränen, Anemonen. Tiefe 5-40 m Sichtweiten: bis 35 m Strömung: leicht bis mittel Schwierigkeit: einfach bis anspruchsvoll Mehr Tauchplätze: www.la-palma-diving.com/ tauchspots.html 53


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die Auswahl an Tauchplätzen ist groß. Grundsätzlich wird bis auf die oft windige Nordseite überall getaucht, und üblicherweise geschieht das von Land aus.

Foto: Fernando Robledano (ob.), Paul Munzinger

Vor Los Cancajos im Osten liegt eines der vielfältigsten Tauchgebiete der Insel, praktisch das Hausriff des La Palma Diving Centers. Alleine hier sind bis zu acht unterschiedliche Tauchgänge möglich. Bei allen gilt: der Einstieg erfolgt bequem am bewachten Badestrand. Dann wird‘s unterschiedlich. „Die Plätze haben bei uns ‚interne‘ Namen“, berichtet die Basisleiterin. Den Namen Märchenwald hat ein Riff bekommen, dass fast aussieht wie ein Bonsaigarten. „Hier gibt‘s alles Mögliche“, so Vero, „aber alles in Kleinformat, wie etwa handtellergroße Fächerkorallen und jeden Menge Kleingetier.“ Nicht weit davon liegt El Ala, übersetzt „der Flügel“. Hier findet sich auf 30 Meter der abgebrochene Flügel einer Cessna. „Der Rest könnte gleich 1000 und ein paar Meter tiefer liegen,“ meint Vero Sievers, „das geht hier an einigen Stellen ratzfatz nach unten – deshalb haben wir auch keine Wracks, zumindest keine betauchbaren.“ Ein erreichbarer Tauchplatz ist dagegen Escala de Colores, wenngleich der Besuch der Gorgonien und Goldschwäm54

Es gibt Taucher, die nehmen eine Lupe mit ins Wasser. Für die anderen zeigt divingEurope die Details der schwangeren Garnele

Bärenkrebse sieht man auch bei Los Cancajos


Santa Margherita Ligure Tauchen im Marineschutzpark Portofino in Ligurien / Norditalien

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Fotos: TURESPAÑA

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Santa Cruz de la Palma an der Ostküste ist die Inselhauptstadt

me bei Tiefen ab 40 Meter nix für blutige Anfänger ist, auch wenn hier so gut wie nie Strömung auftritt. Kleiner Tipp nicht nur für Makrofotografen: in den meisten Höhlen kann man Garnelen entdecken. Wer es auch mal ganz flach mag findet seine Unterwasser-Erlebnisse zum Teil sogar in Schnorcheltiefen ab zwei Meter - auch wenn die Aussicht auf fette Zackenbarsche oder große Rochen da natürlich unwahrscheinlich ist. Eine besondere Stellung unter den Cancajos-Plätzen an der 56

Ostseite der Insel nimmt die Kapellenhöhle ein. Sie befindet sich rechts vom Strand in der Nachbarbucht. Angepeilt wird sie sehr flach auf sechs bis acht Meter über Geröll und an der Lavawand entlang, bis die hinterste Ecke der Bucht erreicht ist. Und bevor jetzt jemand sagt „Was? Höhle? Nix für meine schwachen Nerven!“ – sagen wir: gemach, gemach. Der 70 Meter lange Lavatunnel in den Fels hinein ist breit genug, dass man problemlos neben dem Guide oder Tauchpartner her tauchen kann. Auf dem Weg nach innen sind eini-


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ge Anemonen zu bewundern, und ständig leuchten kleine Augen zurück, die zu den hunderten verschiedener Garnelen gehören. Mit etwas Glück – oder Pech, wegen dem Schreck? – liegt ein Rochen im Sand. Am Ende der Höhle kann sogar aufgetaucht werden: da ist nämlich eine enorm große Kuppel. Hier spürt man einen Luftzug, ohne zu wissen woher, und hört das Wasser durch ein Loch pfeifen. Auf dem Rückweg kann man dann die restliche Luft noch rund um die verworrenen Lavafelsen verbrauchen, die den

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Fotos: TURESPAÑA

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Auf La Palma gibt es viel Abwechslung: der Naturpark Cumbre Vieja mit seiner Lavalandschaft (ob.), der originale Nachbau von Kolumbus‘ Schiff „Santa Maria“ im Hafen von Santa Cruz de La Palma (mitte li.), das Inselheiligtum, die Wallfahrtskirche Real Santuario de Nuestra Señora de las Nieves (re.), Naturschwimmbecken Punta Gorda (u. li.), der Hafenort Tazacorte (u. re.)

Eingang zu Mordor (der „Herr der Ringe“ lässt grüßen ...) bilden, wie dieses Areal auch oft genannt wird. Einer der wenigen Tauchplätze, die besser vom Boot aus zu erreichen sind als vom Strand, ist Charco Verde an der Westseite der Insel, direkt neben dem Meeresschutzgebiet. Hier geht es von einer Plattform in etwa zehn Meter einigen bunt bewachsenen Lavazungen folgend runter auf bis 20 bis 30 Meter. Kleinere Fischschwärme, Muränen, ab und zu ein Rochen, manchmal gar einer dieser riesigen Chu-Chus wie die überdimensionalen Stechrochen auch heißen, un-

terhalten uns auf dem Weg dahin, bis wir mit noch genug Luft in der Flasche zurück zum ersten Torbogen kommen. In etwa 16 Meter Tiefe stehen hier ausgewachsene Trompetenfische im Schutz des Durchgangs. An beiden Seiten verstecken sich jede Menge Garnelen in den Löchern – also unbedingt mal hineinleuchten! –, und mit etwas Glück kann man sogar einen Riffhummer entdecken. Direkt links öffnet sich der größte Bogen wie eine gegossene Lavabrücke. Diese Stelle im Riff ist oft Tummelplatz für ein paar neugierige Drückerfische. Noch ein paar Meter weiter liegt ein dritter, kleiner

Tipps für die Zeit an Land So schön die Insel auch unter Wasser ist, wäre es doch schade, die ebenso spektakuläre Oberfläche nicht auch zu genießen. Roque de Los Muchachos Die Tour zum mit rund 2500 Meter höchsten Gipfel der Insel ist ein Muss. Oben, meist über den Wolken, stehen mehrere Observatorien mit den größten Teleskopen der nördlichen Hemisphäre. Der Gipfel ist problemlos mit dem Auto zu erreichen. Wer die dünne Luft erträgt, kann zu einem Spaziergang aufbrechen.

Barranco de las Angustias La Palma verfügt über ein exzellent ausgebautes und beschildertes Netz an Wanderwegen. Sehr empfehlenswert ist eine Tour durch die Schlucht de las Angustias und den bunten Wasserfällen der „Cascada de Colores“. Der Ausgangspunkt kann im Mietwagen erreicht werden und der Ausflug ist gut auch ohne Führer zu bewältigen. Quellentour Unbedingt machen: eine geführte Wanderung durch die 13 Tunnel zu den Quellen von

Marcos y Cordero. Per Jeep zum Ausgangspunkt gefahren lässt‘s sich von dort locker bergab nach Los Tiles laufen. Whalewatching Meeressäuger mal anders: Mit dem kleinen Speedboot „Inia“ ist eine Sichtungsquote von 95 Prozent (fast) garantiert. Häufig sieht man bei einer einzigen Tour Wale und Delfine, oder mit etwas Glück eine Schildkröte und sogar Hammerhaie. Mehr La-Palma-Infos: www.hallokanarischeinseln. com/la-palma 59


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Alle Fotos: Paul Munzinger

Von oben: GroĂ&#x;augensoldatenfisch, Sägebarsch, Eidechsenfisch

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Gesteinsbogen, der als unterhaltsame Wegeschleife zurück zum Plateau dient. Den Sicherheitsstopp kann man hier gemütlich zwischen Tausenden von kleinen, wuselnden Meerpfauen verbringen und dabei die Sonne genießen. Die ein oder andere Sternschnecke kommt als Zugabe noch mit auf die Liste der Meeressehenswürdigkeiten. Besonders spektakulär, aber auch teils anspruchsvoll, sind

die Spots im Süden La Palmas. Hier wird es besonders schnell sehr tief, und es kann je nach Mondphase mehr oder weniger starke Strömung herrschen. Soll heißen: perfekt für erfahrene Taucher, die Ansprüche an das Tauchgebiet stellen. Zwar kein Naturschauspiel, aber ein Pflichttauchgang ist Malpique mit seinen 40 Kreuzen. Es ist der meist fotografierte und am häufigsten besprochene Tauch-

platz der Insel. Schließlich haben diese Kreuze – auch wenn sie aus Beton sind – eine Geschichte: 1570, in Zeiten wilder Piraterie und großer Reisen, landeten 40 Jesuitenmönche unter der Führung von Ignacio Azavedo in Tazacorte. Sie waren auf dem Weg von Funchal nach Santa Cruz, mussten sich aber vor der Flotte des Piraten Jacques Sourie nach Tazacorte retten. Am 14.7.1570 machten sie sich wieder auf,

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Foto: TURESPAÑA

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Die Wassertemperaturen vor La Palma liegen zwischen 19 Grad im Februar und 25 Grad im August – bei Sichtweiten von 15 bis 50 Meter

um die Insel im Süden zu umrunden. Die Piraten erwischten sie jedoch im Morgengrauen des 15. Juli 1570 am Punta de Fuencaliente, raubten die Schätze und versenkten das Boot mitsamt der Besatzung. Einziger Überlebender, heißt es, war der Koch, den haben die Piraten mitgenommen. Die Mönche gelten als Märtyrer. Zur Heiligsprechung hat es nicht gereicht, aber ihnen zu Ehren wurden 2003 die 40 Kreuze in Malpique in anfängertauglicher Tiefe auf 16 Meter versenkt. La Palma wäre aber nicht La Palma, wenn das dort alles wäre. Erfahrene Taucher mit gutem 62

Luftverbrauch können hier einen spektakulären Tieftauchgang unternehmen. Der Weg führt über Sand, in dem Marmor-Zitterrochen vergraben sind und jede Menge Spuren auf Schmetterlingsrochen hindeuten, vorbei an Basaltfelsen zu einer Wand, die von 20 bis rund 30 Meter abfällt. Nach einem kurzen Flug durchs Blauwasser erscheint ein Basaltturm, der aus einer Tiefe von etwa 50 bis auf 30 Meter hochkommt. Dieser Torre de Malpique ist überall von Schwarzen Korallen bewachsen und die hier unten fast im-

mer exzellente Sicht von bis zu 50 Metern erlaubt den Ausblick auf eine weitere Lavaformation, die sich weiter in die Tiefe zieht. Nicht selten kommen hier Großfische wie Rochen, Makrelen oder Thunfische vorbei. Rund um den Flughafen liegen weitere Tauchplätze, aber wie so oft sprengt auch der längste Reiseartikel einen noch so großzügigen Rahmen. Deshalb hier unser Tipp: Planen Sie doch mal einen Tauchurlaub auf La Palma und lassen Sie sich von der Isla Bonita vor Ort verzaubern!


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Tauchen Das La Palma Diving Center von Vero Sievers (Foto re.) in Los Cancajos ist nur wenige Meter vom Strand entfernt. Davor liegt ein vielfältiges Hausriff. Mit entsprechender Qualifikation ist dort selbständiges Tauchen möglich. Fahrten zu den Spots in der Nähe und Tagesausflüge in den Süden und den Westen finden mehrmals die Woche statt. Die Basis hat zwei Jeeps, Bootsausflüge mit zwei Tauchgängen u. Mittagessen werden von

Unterkünfte Hotel Hacienda San Jorge, schöne Anlage direkt am Meer; DZ m. Kochnische ab ca. 80 €. www.hsanjorge.com/de. Appartements über die Basis buchbar (ab ca. 35 €). www.apcancajos.es/apc/ TIPP: oft ist ein Pauschalangebot mit Flug und Unterkunft

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Frankreich Côte d‘Azur, Mittelmeer

Vive la France! In Südfrankreich lag die Wiege des Tauchsports. Kein Wunder, denn vor der Küste bei Marseille und an den vorgelagerten Inseln gibt es fantastische Tauchplätze. Steilwände mit wucherndem Korallenwuchs und Wracks aus mehr als 2000 Jahren machen die Gegend zu einem der besten Tauchreviere des Mittelmeers. Von Kurt Amsler

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An den SĂźdfrankreich vorgelagerten Inseln scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Davor gibt es Tauchreviere satt

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M

assalia war der ursprüngliche Name des heutigen Marseille und einst die größte und wichtigste griechische Kolonie. Schon im 7. Jahrhundert v. Chr. war sie so einer der bedeutendsten Häfen für die Handelsschifffahrt griechischer Kaufleute, die mit ligurischen Stämmen Geschäfte machten. Später verleibte sich das Römische Reich die Stadt ein, bis

Nicht alle Quallen haben gefährliche Nesseln (li.)

sie schlussendlich, nach einem zweijährigen Intermezzo als selbstständige Republik, im Jahre 1481 Frankreich zugeschlagen wurde. Kennt man all die Riffe und Inselchen vor der französischen Küste mit den hier schnell wechselnden Wetterbedingungen, wundert man sich nicht, dass damals viele der Galee-

ren aufliefen und gesunken sind. Eines der größten Wracks wurde bereits im Jahre 1952 von den französischen Tauchpionieren Cousteau, Tailliez und Dumas vor der Insel Grand Congloué gefunden: ein echt antiker „Supertanker“ mit mehr als 4000 Amphoren an Bord. In der Zeit der Anfänge der europäischen Taucherei war Marseille ihre Hochburg. Noch

Katzenhaie legen ihre Eier gerne in Korallenbüschen ab

heute haben etliche namhafte Ausrüstungshersteller ihren Sitz in der Hafenstadt. Hier hat übrigens auch COMEX, die weltbekannte Tieftauchfirma, ihr Ausbildungszentrum. Tauchen in der Nähe eines kommerziellen Hafens wie Marseille tönt zwar nicht gerade sofort gut, aber für viele Experten zählen 69


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Wurden früher in Gold aufgewogen: Edelkorallen

die Tauchgebiete rundherum zu den besten im gesamten Mittelmeer. Besonders östlich von Marseille bis zur Ortschaft Bandol mit all den kleinen Inseln vor der Küste liegen Spitzentauchreviere. Wir finden dort tief abfallende Steilwände, über und über mit herrlichen Gorgonien bewachsen und Höhlen voller roter Edelkorallen. Die Küsten rund um Marseille stehen der restlichen Côte d`Azur an Sauberkeit nicht nach, das maritime Leben hat aber klare Vorteile. Die hiesigen Korallen zählen zu den größten und farbenfrohesten des gesamten 70

Mittelmeerraums. Die besten Spots sind unzweifelhaft Grand Congloué, Le Petit Congloué, Tiboulien im Frioul-Archipel, L‘Imperial du Large, La Grotte de Corail, Casidenge und die l‘île Verte. In der Tat kann man eigentlich an jeder Ecke ins Wasser springen und findet fantastische Landschaften. Marseille und seine Umgebung sind aber auch ein Wrack-Eldorado par excellence. Aus allen Epochen ruhen hier Schiffe, angefangen von römischen Galeeren, über Segelschiffe bis zu Frachtern aus den letzten drei Jahrhunderten. Dazu gibt es Flugzeuge sowie


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Schiffe aus den beiden Weltkriegen – von denen bis zum heutige Tag längst nicht alle entdeckt worden sind. Massentauchen gibt es an diesem Kü– stenstrich trotzdem nicht, denn das Revier ist wahrlich kein Tummelplatz für unerfahrene oder gar neue Taucher. Das Meer hier ist nicht mit tropischen Lagunen zu vergleichen, ebenso nicht die hiesigen Wetterbedingungen. Gute Taucher aber werden sich hier sofort zuhause fühlen und werden auch keine Probleme damit haben. Die Inseln vor der Küste sind schnell erreicht

... und auf geht‘s!

Der große Vorteil dieses Toptauchrevieres: in nur wenigen Stunden ist die Gegend mit dem Auto von Deutschland, der Schweiz oder Österreich zu erreichen und das Mitbringen der eigenen, umfangreichen Ausrüstung bringt somit keine Probleme mit sich. Von Bandol bis Marseille finden wir nicht zuletzt deswegen eine hervorragende Infrastruktur für Taucher. Praktisch alle Tauchbasen sind dem französischen Landesverband und der CMAS angeschlossen, sind aber mittlerweile auch PADI und SSI Facilities. Seit einigen Jahren gibt es klare Äquivalenzen zu anderen Ausbildungsorganisationen, allerdings mit einigen Abstufungen, die aber auch wirklich sinnvoll sind. In der Regel handhaben die Basen diese Standards recht professionell. Ein Gesundheitsattest, das zwölf Monate gültig sein muss, wird zwingend vorgeschrie-

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Seeigel können unangenehm piksen – also wie immer: Hände weg!

ben. Sind diese Bedingungen erfüllt, ist das Tauchen unkompliziert. Weil Dekompressionstauchgänge hier Usus und irgendwie fast selbstverständlich noch erlaubt sind, haben sich die Tauchanbieter auch darauf eingestellt und sind dafür bestens ausgerüstet. Bei anspruchsvollen Tauchgängen werden daher immer Deko-Riggs mit Notfallflaschen unter das Boot gehängt. Das Wasser im Mittelmeer kann bis lange in den Spätsommer mit Oberflächentemperaturen über 25 Grad aufwarten. Unter der Sprungschicht, die je nach Jahreszeit zwi74

schen 20 und 40 Meter anzutreffen ist, kann es aber bis auf 16 Grad abkühlen. Voraussetzung für komfortable Tauchgänge ist deshalb ein gut sitzender, zweiteiliger 6- bis 7-mm dicker Nass- oder ein Halbtrockentauchanzug. Da in der Regel immer etwas tiefer getaucht wird, empfiehlt es sich außerdem für die mei– sten Taucher, die ihre eigenen Geräte nutzen wollen, eine 15-Literflasche oder ein Doppelgerät mitzubringen. Auf den Basen werden primär nur Flaschen dieses Volumens zur Verfügung gestellt und die meisten haben sogenannte Kombiventile mit DIN und Interna-


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tionalem Anschluss. Um aber ganz sicher zu gehen, sollten Besitzer von DIN – Tauchgeräten doch besser einen Internationalen Adapter mitnehmen. Da das Mittelmeer in Südfrankreich durch eine phantastische Farbenpracht brilliert, ist eine gute Unterwasserlampe ein absolutes Muss. Dieser Grundsatz gilt auch in einem Tauchrevier,wo die Riffe ausnahmsweise mal nicht die erste Geige spielen. Die Leuchtturminsel Die nur knapp Tausend Quadratmeter große Insel Le Planier liegt sechs Seemeilen östlich

von Marseille im offenen Meer. Ihr Wahrzeichen ist ein Leuchtturm, der ohne jegliche sonst übliche Leuchtturmromantik wie ein riesiger Kaminschlot in die Höhe ragt. Die ganze Anlage gleicht eher einer Festung und war die Idee eines Regionalpolitikers, der sich ein Denkmal in Form eines epochalen Bauwerks ins Meer setzen wollte. Le Planier wird von den Tauchbasen rund um Marseilles angefahren und kann aber auch mit dem eigenen Boot besucht werden. Die Insel ist zwar bei gutem Wetter vom Festland aus

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Von wegen keine Fische im Hausmeer Europas: Besonders in den Unterwasser-Naturschtzgebieten tobt das Leben

Man könnte sagen, der Oktopus ist so etwas wie das Maskottchen des Mittelmeers – er kommt dort überall vor

Besonders Südfrankreich gilt als eines der Wrackparadiese unseres Binnenmeeres

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zu sehen – sollte aber nur bei besten Bedingungen auf eigene Faust angesteuert werden.

„Middlebury Victory”, von der nur noch Reste herumliegen, ist keinen Besuch wert.

Die tückischen Untiefen und die durch den Mistral oft sturmgepeitschte See haben die Region seit der Antike zu einem Schiffsfriedhof gemacht. Bei Le Planier liegen gleich mehrere Wracks. Die schönsten sind die „Chauen“, die „Messerschmitt“ und die „Dalton“. Auf dem römischen Wrack an der Südseite, von dem noch Amphoren zeugen, werden Taucher aufgrund der Plünderungen in vergangenen Jahrzehnten nicht gerade gerne gesehen und die

Die „ME-109“ Wracktauchgänge sind immer interessant, denn damit sind Geschichten verbunden, die den Tauchgang besonders spannend machen. Eine ganz besondere hat die ”Messerschmitt” zu erzählen: Am 7. März 1944 näherten sich mehrere B-17 Bomber der Stadt Marseille. Um die feindlichen Maschinen der US-Air-Force abzufangen, stiegen zwei Messerschmitt „ME 109“ auf. Einer der Piloten war Hauptmann

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Vor der Insel Le Planier liegt das Wrack einer Messerschmitt „ME109“ in 45 Meter Tiefe

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Hans Fahrenberger. Die feindlichen Bomber waren von den deutschen Piloten schnell gesichtet und wurden sofort angegriffen. Fahrenberger setzte dabei zu zum Sturzflug an und schoss aus dem im Propellerzentrum eingebauten 30-mm-Bordgeschütz Salve um Salve auf die feindlichen Flugzeuge, verfehlte aber das anvisierte Ziel.

flugzeug liegt mit ausgefahrenem Fahrwerk auf dem Rücken und ist in den über 60 Jahren zu einer Oase für Lebewesen geworden. Ein weiteres Wrack, die „Dalton“, liegt nur

Als er seine Schussposition neu ausrichten musste und für einen weiteren Angriff die Maschine wieder senkrecht nach oben in den Himmel zog, setzte plötzlich sein Motor aus. Dank großer Höhe und starkem Gegenwind gelang es ihm aber noch, viele Kilometer im Gleitflug bis Le Planier zu steuern. Dort konnte er ungefähr 100 Meter vor der Insel notwassern. Obwohl die Maschine innerhalb weniger Sekunden sank, konnte sich der Hauptmann glücklicherweise auf das kleine Eiland retten. Das Wrack liegt seitdem an der Nordseite der Insel auf ziemlich genau 45 Meter Tiefe. Nach Überschwimmen eines Plateaus und freiem Fall entlang einer senkrechten Felswand weisen den Tauchern etliche Wegmarken, etwa ein Flügelfragment und verschiedenartige Maschinenteile, die exakte Richtung zur „Messerschmitt ME-109“. Das Jagd-

Ein weiteres Vorurteil: keine Farben im Mittelmeer. Bunte Hornkorallen und Schwämme können das leicht entkräften

Wracks gefällig? Dann nix wie hin zur Leuchtturminsel Le Planier

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Größenwahnsinnige Idee eines Regionalpolitikers: Die Anlage mit dem Leuchtturm auf Le Planier gleicht einer Festung

etwa 100 Meter davon entfernt. Für sehr erfahrene Taucher ist mit genügendem Luftvorrat und guter Planung möglich, beide Wracks in einem Tauchgang zu besuchen. Seit dem 19. Februar 1928 schlummert die einstmals 70 Meter lange „Dalton“ an der nordwestlichen Seite der Insel. Gesunken ist sie, weil die Besatzung noch vor der Ankunft in Marseille mit Feiern begonnen hatte und die Insel, trotz Leuchtfeuer, ganz einfach übersehen hatte. Fatal! Der Bug liegt auf zehn und das Heck auf 30 Meter Tiefe. In der langen Zeit haben sich die tiefer liegenden Teile, hier vor allem das Heck, in einen tollen Gorgonienwald verwandelt. Über dem Deck und den zerfallenen Aufbauten stehen 82

Schwärme von Schwalbenschwanzfischen und Fahnenbarschen. In Spalten und Nischen entdeckt man Muränen und typische Wrackbewohner wie Gabeldorsche und Meeraale Der Bug und die Teile des Vorderschiffes sind aber ebenfalls von Interesse, da es viele Möglichkeiten zum Durchtauchen enger und auch weniger enger Stellen gibt. Das jüngste Wrack vor Le Planier ist die „Chauen“. Am 21. Februar 1970 näherte sich der marokkanische Frachter, der bis zum Rand mit Zitrusfrüchten beladen war, Marseille. Da das Wetter an diesem Winterabend sehr gut war, ist es unverständlich, warum die „Chauen“ noch bei Tageslicht mit voller Fahrt in die Nordwestseite der Insel hinein donnerte.


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Durch die Wucht des Aufpralls wurde der 1550 Tonnen Frachter bis weit über die Felsen gehoben. In dieser Lage hielt sich das Schiff aber nicht lange und langsam rutschte das Heck immer tiefer. Heute liegt der Bug gerade einmal fünf Meter unter der Oberfläche. So stellt sich dieser Kahn allgemein als Tauchplatz auch für weniger geübte Taucher dar. Das relativ neue Wrack ist noch nicht stark bewachsen, trotzdem ist das Betauchen der „Chauen“ ein Abenteuer. Die Ausmaße sind enorm und mit guten Lampen kann problemlos ins Innere des Schiffes vor-

gestoßen werden. Je nach Sonnenstand dringen gleißende Lichtstrahlen durch Luken und Fenster in den Schiffsrumpf. Dann herrscht plötzlich in den kahlen, leeren Laderäumen eine Stimmung wie in einer Kathedrale. Der Besuch der riesigen Schiffsschraube auf der moderaten Tiefe von nur knapp 30 Meter ist ein Muss für alle Wrackfans! Von hier aus hat man dann auch einen grandiosen Überblick über das Wrack, das in einer etwa 40-Grad-Schräglage auf der Steuerbordseite am Hang der kleinen Insel liegt. Genaugenommen sind die fantastische

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Info Anreise Über die Autobahn Richtung Marseille; dann nach Les Lecques/St Cyr sur Mer zur grossen Bucht Rade de Les Lecques. Die Basis Lecques Aquanaut von Patrick Belantonio und Monika liegt mit ihrem Tauchshop direkt im Hafen von Les Lecques (foto ob.). Rund um die Basis gibt es immer genügend Parkplätze.

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Tauchen Auf der Basis – sie ist ganzjährig geöffnet – wird außer Französisch auch Englisch und Deutsch gesprochen. Die Tauchschule hat zwei große Schiffe, die komfortable „Aquanaut“ (für bis zu 30 Personen, Foto u.) und die „H2O“ (für bis zu 20 Personen). Spezielle Tagesvermietungen mit Kapitän sind ebenfalls möglich.

Ausbildung nach PADI, CMAS, SSI. Kindertauchen wird ab 8 Jahren angeboten. Nitrox im Angebot. Weitere Infos zur Basis, Unterkünften (Hotels, Camping), Restaurants: www.lecques-aquanaut.fr lac@lecques-aquanaut.fr (gerne in Deutsch schreiben) Tel. +33494263535 oder +33609552426


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Tauchreviere Südfrankreichs – gleich ob Riffe oder Wracks – ein Ganzjahresziel. Im Prinzip kann hier jederzeit getaucht werden, immer vorausgesetzt man ist entsprechend ausgerüstet. Natürlich sinkt die Wassertemperatur im Winter auf zwölf Grad ab und bis Mai klettert das Thermometer nicht über die 16-Grad-Marke. In diesem Zeitraum macht die Temperatur einen Halbtrocken- oder Trockenanzug zur unabdingbaren Voraussetzung, um Tauchgänge nicht nur ohne Gänsehaut sondern auch entsprechend sicher genießen zu können. Den fast ganzjährigen Tauchbetrieb können viele Basen heute eben genau dank dieser modernen Kälteschutzanzüge anbieten. Und tatsächlich ist das Tauchen an milden Wintertagen im Mittelmeer ein echter Hochgenuss: das Wasser ist nach windfreien Tagen glasklar und man scheint auch, dass mehr Fische als im Sommer zu sehen sind. Die beste Zeit für den Südfrankreich-Tauchurlaub ist allerdings eindeutig von Juni bis Oktober, wobei genau diese beiden Monate sehr zu empfehlen sind. Nicht nur weil zu dieser Zeit die Touristen abgereist sind, die Preise in Hotels und Restaurants sinken, sondern weil dann das Wetter sehr stabil und das Wasser sehr klar und angenehm warm ist. Tauchferien an der Côte d`Azur genießt man natürlich nicht nur unter der Wasseroberfläche! Die Landschaft des Südens, der Duft der Pinien und die malerischen Dörfchen der Provence begeistern alle Besucher und dementsprechend sind deren die Stimmungen angenehm und gelöst. Wer den kulinarischen Genüssen nicht abgeneigt ist, kommt hier voll auf seine Kosten. Es sind aber nicht die vielen Pizzerien an der Promenade, sondern all die kleineren und zum Teil in unscheinbaren Seitenstraßen versteckten Restaurants und Brasseries, die eine richtig gute „Cuisine Francaise“ auf den Tisch bringen.Und mit einem „Côte de Provence“ oder „Bandol“- egal ob rose oder rouge, mundet alles noch viel besser: Profitez de la vie!

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Superweitwinkel- oder Makrofofotos: In Kurts Fotoschule wird kein Thema ausgelassen

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Porträt Kurt Amsler

Ein Meister seines Fachs Den weltbekannten Schweizer Unterwasser-Fotografen vorzustellen ist eigentlich wie Eulen nach Athen tragen. Wir tun`s aber trotzdem – es gibt ja auch Tauchneulinge unter uns. Ein bisschen stolz sind wir schon und freuen uns, dass er in divingEurope über sein Lieblingsrevier Südfrankreich berichtet. Kurt Amsler wurde 1946 in Wädenswil geboren und war von den Büchern des Tauchpioniers Hans Hass schon im zarten Alter von neun Jahren hellauf begeistert. Mit abenteuerlichen, selbst gebauten Geräten ging er damals auf Tauchstation und eigentlich ist es ein Wunder, dass er damit überlebte. Er erlernte den Beruf des Fotografen, führt seit über 45 Jahren ein Leben im Wasser und engagiert sich bis heute mit seinem guten Namen sehr stark im Umweltschutz. Der von jeher sportlich aktive Schweizer veröffentlichte seine UnterwasserFotoreportagen weltweit in allen bekannten Magazinen und heimste weit über 100 Auszeichnungen bei Wettbewerben ein, inklusive eines Weltmeistertitels in der UW-Fotografie. Er produzierte über ein Dutzend Bücher, die exzellenten Bildbände “Malediven” und “Karibik” wurden dabei ausgezeichnet. Auch wirkte er in diversen Filmen als Kameramann mit. Wie er selbst sagt war sein Highlight die Zusammenarbeit mit seinem Idol Hans Hass 1984 beim Dreh des Filmes “Malediven- das verwandelte Paradies”. Seine neueste und spektakuläre Dokumentation zeigt die Geburt eines Pottwales auf den Azoren.

“Das Eindrücklichste, was ich in 45 Jahren unter Wasser erlebt habe”, sagt er. Heute lebt der Fotomeister im französischen Bandol und lehrt in UW-Workshops Tauchern aus aller Welt vom Anfänger bis zum Profi die UnterwasserFotografie. Seine Freizeit verbringt er außer mit Musik, Biken und Tauchen auch mit Segeln, Südfrankreich ist dafür ja ebenfalls ein ideales Revier. Immer mehr setzt er sich nicht nur für bedrohte Arten wie Meeresschildkröten (www.sos-seaturtles.ch), Haie und Wale ein, sondern auch gegen viele weltweite, grausame Tierquälereien an Land. Der sympathische Exil-Schweizer feiert nächstes Jahr einen runden Geburtstag, aber „man ist so alt, wie man sich fühlt“ sagt der Wahlfranzose und ist im Gegensatz zu vielen seiner Altersgenossen nach wie vor top-fit. Wer mit dem Vollprofi plaudern will, geht am besten zur nächsten „Boot“ an den Stand des Edel-UW-Gehäusebauers Seacam. Außerdem sieht man Kurt auf der Messe während der Extratour-Standparty beim heftigen Beakkern seines Schlagzeugs mit der JazzBlues-Boogie-Woogie-Band “Kill a bitch” oder am Seacam “Jazzband Ball”. 87


Alle Fotos: Paul Munzinger

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TIERPORTRÄT

Barrakuda des

Süsswassers Der Hecht ist unbestritten der Chef im See und kennt, von Menschen abgesehen, keine anderen Feinde. Sein wissenschaftlicher Name ist „Esox lucius“ – auf Deutsch und völlig zu recht bedeutet das „der schillernde Wolf“. Von Paul Munzinger

Hechte kann man, abgesehen vom Winter,

„Hugo“ auf der Lauer – was für ein Prachtexemplar

das ganze Jahr über gut beobachten. Im Frühjahr aber, je nach Laune der Natur zwischen Februar und April, ist dies am spannendsten, für uns die beste Hechtzeit – für sie die Hochzeit: Das Eis ist weg, die Sonne scheint, das Wasser wird nun langsam wärmer. Nun werden die Jäger liebestoll und die meisten scheren sich um uns einen Dreck, aber sicher nicht im aufgewirbelten Wasser. Das mögen sie nämlich gar nicht. Wer Hechte sehen will, muss wissen wie er an sie ran kommt. Es ähnelt schon fast einer heiligen Handlung: nachdem wir in den Tauchklamotten stecken, 89


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bewegen wir uns rückwärts ganz vorsichtig ins Wasser. Nun langsam umdrehen, in die Knie, Luft ins Jacket und erst mal weg vom Ufer, um so wenig wie möglich aufzuwirbeln und die Schuppenträger nicht zu verscheuchen. Als es etwa drei Meter tief unter uns ist, lassen wir uns behutsam absinken. Natürlich nicht bis auf den Seeboden, sondern gut austariert mit gewissem Abstand. Weiter geht’s im „Frog-Stil“, um hinter uns ja nichts aufzuwirbeln. Wer im süßen Wasser tauchen gehen möchte, muss das Tarieren wirklich aus dem Effeff beherrschen. Nur eine einzige unvorsichtige Bewegung lässt bereits eine Menge Schlammteilchen aufsteigen und vermiest uns nicht nur die Sicht, sondern der Dreck setzt sich auch auf Pflanzen ab, was auch Flora und Fauna schadet. Vor allem aber nervt‘s auch die Hechte: ihre Augen sind während der Hochtzeitstage auf ihren Partner fixiert. Dem Hecht entgeht nichts: Die Beute hat er im Visier oder nimmt sie durch andere Sinneszellen wahr, auch mit denen im Unterkiefer

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Die größeren Mädels sind mit etwa vier Jahren geschlechtsreif, bei den Kerlen klappt`s schon zwei Jahre vorher. Die sind während der Laichzeit untereinander oft aggressiv und kämpferisch, absolute Machos. Oft „hechten“ mehrere mannstol-


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le Männchen einer Dame hinterher. Läuft ja bei unserer Spezies ab und zu ähnlich ab. Kommt vielleicht daher die Redewendung „hinterher hechten“? Die Hechtmänner drängen sich ganz eng an sie, reiben sich an ihr und stoßen ihren markanten Kopf in ihren Bauch. Höchst erregt beginnt ihr langer Körper dadurch zu vibrieren und bald stößt sie hundert tausende Eier aus. Um die 40 000 sollen es pro Kilo Körpergewicht sein. Sie kleben an den Pflanzen, Biologen sprechen von Haftlaicher. Wer von den Jungs – den Milchnern - am besten ist, gibt genau dann seinen Samen hinzu. Während der Hochzeit hat die Auserwählte eine Art Fresshemmung gegenüber ihren kleineren Bewerbern, die danach aber wieder gleich verschwindet. Die Männchen sollten sich also nach der Liebe besser wieder aus dem Staub machen, ansonsten wird’s lebensgefährlich für sie! Nach etwa vier Wochen beginnen die Minis zu schlüpfen und im zartesten Kindesalter werden

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Erwischt – und schnell ab mit dem Rotauge

Reparaturen/ Wartung

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Lovestory im Weiher: Er hechtet ihr hinterher

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aus ihnen bereits kleine Räuber mit nur eines in ihrem Schädel, nämlich nur Fressen. Das machen allerdings ihre hungrigen Eltern auch permanent, deshalb immer Achtung. Wir haben es also mit echten Kannibalen zu tun, in jeder Größe und in jedem Alter. Etwa neunzig Prozent dieser Minis werden durch eigene Verwandte verschlungen. Deshalb gibt es trotz der hohen Eierzahl keine Überpopulation im See oder Fluss, soviel zum Thema Fressen und gefressen werden, der Lauf der Natur. Seit vielen Jahren tauchen wir immer wieder im gleichen Weiher ab, die maximale Tiefe ist acht Meter. Aber so tief müssen wir gar nicht, denn Hechte lieben niedrige Uferzonen. Oft kommt der standorttreue „Hugo“- so heißt er mittlerweile bei Tauchern - gleich auf uns zu, er ist neugierig ohne Ende und schaut gerne in Kameras. Sich an ihn ran zu pirschen ist kein großes Ding, ab und zu könnte man ihn sogar berühren. Doch heute ist no show, Fehlanzeige! Fast eine halbe Stunde dümpeln wir herum, die ganze Fischwelt ist noch etwas dösig. Ein schlimmer Gedanken geht mir durchs Hirn: wurden aus „Hugo“ im Spätherbst etwa Hechtklößchen? Denn der Tümpel ist fest in Anglerhand und sie kennen den nicht scheuen Kerl auch. Er hing schon mal am Haken, gewann aber den Kampf gegen den Kochtopf. Alleine bei dem Gedanken friert`s mich jetzt, nicht wegen der schlappen sieben Grad Celsius. Wir flösseln wieder Richtung Einstiegsstelle. Doch – wie aus dem Nichts steht er plötzlich vor mir und nicht alleine: mit einer Hechtdame. Die beiden müssen vorher irgendwo zwischen den fast dichten Armleuchteralgenwiesen geturtelt haben. Hugos`s Liebe ist ein ganz edles und großes Prachtstück. Sie kam aus dem nahen Fluss zu ihm, in den der Weiher abfließt. Ihrer beider Fluchtreflex ist gleich Null und ein paar Minuten spielen wir die Voyeure, dann verschwinden sie zusammen ganz unaufge93


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Unbeeindruckt vom Kreiseltaucher hat der Hecht seine Beute im Visier

regt wieder. Nach ihren Liebeswochen werden sie natürlich wieder zu Einzelgängern und verteidigen alleine ihr Territorium. Doch noch ein Super-Tauchgang, die paar Minuten Lovestory. Monsieur Hugo ist kein Riese, aber um die 70 Zentimeter hat er sicherlich. Immer wieder liest man Schlagzeilen von Monsterhechten, die Badegäste „angreifen“ oder beißen, kleine badende Hunde verschlingen oder zu– 94

packen unter dem Boulevard-Motto „Fisch beißt Hund“. Alles Anglerlatein? Fürwahr nicht! Selbst Frösche, Wasserratten, Wasservögel, auch größere Enten, schrecken richtig große Exemplare wirklich nicht ab. Schon selbst miterlebt, das ging ruckzuck. Deshalb kann es auch schon mal sein, dass Leute, die ihre Füße vom Badesteg aus im Wasser baumeln lassen, gebissen werden.


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Denn dies sind auch beliebte Anglerstege, unter denen die Hechte aufg kleinere Fische lauern, die von den Petrijüngern angefüttert wurden. Die Angriffslustigen können richtig groß werden. Nicht nur verzerrt durch den Vergrößerungsindex des Wassers, womit das Taucherlatein zu verzeihen ist, sondern wirklich gemessen. An Land – von Anglern. Die sie meist nicht wieder reinsetzen, sondern verspeisen, denn der Hecht ist ein geschätzter Speisefisch. Die Durchschnittslänge unserer europäischen Hechte ist um die 70 Zentimeter, das Gewicht etwa fünf bis sechs Kilogramm. Exemplare von 15-22 Kilogramm und einer Länge von etwa 1,40 Meter wurden allerdings auch schon gefangen. Ihr Alter muss dann um die zwölf bis 15 Jahre sein. Legendäre Einzelgänger mit 1,80 Meter Länge und mit 35 Kilogramm Gewicht wurden in Flüssen im Osten Europas gefangen, ihr geschätztes Alter beträgt dann etwa 30 Jahre, wirkliche Methusalems. Unseren Star kann man in der Fischwelt nicht verwechseln. In erster Linie ist es sein riesiges, mit vielen spitzen Zähnen bewaffnetes Maul in Form eines Entenschnabels, das ihn kennzeichnet. Sein Unterkiefer steht vor, der Körper ist lang gestreckt. Sein Querschnitt fast rund, an den Seiten ein wenig abgeflacht, der Rücken breit, seine große Rückenflosse weit nach hinten verschoben, einem Torpedo ähnlich. Oder besser umgekehrt, denn vieles in der Technik wird von der Natur abgekupfert. Bessere Formen gibt’s nirgends in der Aquaoder auch Aerodynamik. Durch seine Rückenund Schwanzflosse hat er einen gewaltigen Antrieb und wird zum pfeilschnellen Jäger, zum regelrechten Geschoss. 60 Prozent seiner Körpermasse besteht aus Muskeln, sein Beschleunigungsvermögen ist enorm: bis zu vier Meter pro Sekunde, die Formel 1 unter Wasser. Stundenlang kann er fast

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Hecht-Antrieb: sein gewaltiger Schwanz macht ihn zur Formel 1 Unter wasser

bewegungslos auf der Stelle lauern, nur seine Brustflossen bewegen sich etwas, um Fische zu locken. Wenn die da sind, hat er die Beute zielstrebig im Visier. Scheinbar teilnahmslos behält er sie zunächst im Blick. Dann reicht ein gewaltiger Schlag mit der Schwanzflosse und sein ahnungsloses Opfer steckt sofort im Maul. Mit dem zieht er von dannen, um es an einem Stück runter zu würgen, mit Kopf voraus. Der schillernde Wolf ist ein Einzelgänger und ein echter Tarnkünstler. Einjährige Fische stehen meist am pflanzenreichen Ufer und sind dann hellgrün. Man nennt sie Grashechte, die bei gutem Nahrungsangebot bereits etwa 20 Zentimeter groß werden können. Sind sie älter, ist ihre Grundfärbung weiterhin grünlich oder braun, je nach Gewässer 96

kann die Färbung auch variieren. Richtig gut getarnt stehen sie in Seerosenfeldern und im Schilfgürtel. Ihr Körper ist gefleckt, manchmal haben sie auch helle, gelbliche Querstreifen, sogenannte Querbinden. Der massive Kopf zeigt Längsbinden, der Rücken ist dunkler, der etwas abgeplattete Bauch und die Maulunterseite sind fast weiß. Hechte besitzen kleine Schuppen (105-130 Stück) entlang der mehrfach unterbrochenen Seitenlinie. Fast unglaublich, aber wahr: Mit dem hochsensiblen Seitenlinienorgan können sogar blinde Hechte ihre Beute sicher fangen. Das Domizil des Süßwasser-Barrakudas sind die Seen, Weiher und Flüsse des europäischen Kontinents. Für uns Taucher bleibt der Fisch, egal wie oft wir ihn sehen, immer ein Erlebnis – eben ein toller Hecht.


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divingEurope

Nr. 1 – 1|2015

Nr. 2 – 2|2015

Nr. 3 – 3|2015

Europas Vielfalt

Kanarische Inseln: El Hierro

Dänemark: Grönland

Tauchkreuzfahrt: Mittelmeer

Portugal: Madeira

Portugal: Azoren

Flusstauchen: Tessin

Deutschland: Sea Life NRW

Italien: Giglio

Costa Brava: Cap de Creus

Italien: Ägadische Inseln

Malta: Gozo

Tierportrait: Zackenbarsch

Tierportrait: Mönchsrobbe

Tierportrait: Mobula

Dänemark Grönland ................. 3|2015

Malta Gozo ....................... 3|2015

Spanien La Palma/Kanaren ...... 4|2015

Deutschland Sea Life NRW ............ 2|2015

Portugal Madeira ................... 2|2015

Tierportrait Zackenbarsch ........... 1|2015

Gewässer im Herbst .. 4|2015

Azoren .................... 3|2015

Mönchsrobbe ........... 2|2015

Frankreich Côte d‘Azur ............ 4|2015

Schweiz Flusstauchen/Tessin .. 1|2015

Mobula ................... 3|2015

Italien Ägadische Inseln ...... 2|2015

Spanien Cap de Creus ............ 1|2015

Giglio ...................... 3|2015

Tauchkreuzfahrt ....... 1|2015

Baia Sardinia ............. 4|2015

El Hierro/Kanaren ..... 2|2015

Themen

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Hecht ..................... 4|2015


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divingEurope und www.kosmos.de verlosen Bücher! Nr. 4 – 4|2015 Italien: Baia Sardinia Süßwasser: Goldener Oktober Spanien: La Palma Frankreich: Côte d‘Azur Tierportrait: Hecht

Liebe Leser, Unsere Übersicht auf diesen Seiten zeigt Ihnen alle bislang erschienenen Ausgaben und Themen. Sie finden jeden Artikel, den Sie gerne noch ein Mal lesen wollen, über die Titelbilder der Magazine am Fensterrand rechts neben dieser Seite. Ein Klick darauf führt Sie direkt dorthin. Probieren Sie es einfach mal! Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim surfen durch die bisherigen divingEurope-Ausgaben!

Mit dieser Ausgabe liegt nun der erste komplette Jahrgang von divingEurope vor. Vier elektronische Zeitschriften - auf Neudeutsch e-Mag genannt -, die Ihnen mit stark fotografierten, informativen Reportagen und Berichten zahlreiche Tauchreiseziele in Europa nahegebracht haben. Dass wir mit dieser Thematik Ihr Interesse geweckt haben, beweisen uns der Zuspruch in Form einer zahlreichen Leserschaft und – ohne das wir damit Eigenlob verstreuen müssen – Ihre anspornende Kritik und die Komplimente zu divingEurope. Anlass genug Ihnen Allen Danke zu sagen! Aus diesem Grund wollen wir zusammen mit dem Kosmos Verlag zwei Bücher verlosen: Den „Tauchreiseführer Italienische Inseln“ und das Fotopraxisbuch „Näher ran!“ kann jeder gewinnen, der uns sagt, welches Titelfoto der bisherigen vier Ausgaben (siehe links oben) sein persönlicher Favorit ist. Schreiben Sie uns einfach die Nummer mit Ihrem Lieblingsfoto an redaktion@divingeurope.de oder posten Sie sie in unserer facebook-Gruppe http://www.facebook.com/groups/348362665357712/?fref=ts

Viel Glück wünschen divingEurope und der Kosmos Verlag! 99


divingEurope 4|2015  

La Palma – Sardinien – Cotes d'Azur – Süßwasser – Hecht

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La Palma – Sardinien – Cotes d'Azur – Süßwasser – Hecht

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