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Feb | März | zwei

Das digitale Szenenmagazin rund um Wasser- und LuftkĂźhlung sowie Casemodding


Editorial

Ausgabe 02

Pure Zerstörung

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iebe Leser, diese Ausgabe ist geprägt von Zerstörung. Angefangen bei der mutwilligen Zerstörung mehrerer AiOKompaktwasserkühler wie dem Thermaltake Water 3 sowie einer be quiet! Silent Loop. Über den Komplettausfall eines Durchflusssensors und eines Aquaero Controllers. Bis hin zu einem plötzlichen und bisher ungeklärten Tod unseres Testsystem-Mainboards (MSI Z170I GAMING PRO AC). Doch aus einem jeden Verlust lernen wir dazu, erfahren mehr über die Technik und haben eigentlich gar keine Zeit uns über solche Kleinigkeiten zu ärgern. Denn kaum hat das Jahr angefangen, wurden auf der CES unzählige neue Produkte vorgestellt. Gehäuse, Lüfter, Kühler und vieles mehr war dabei. 2017 wird super! Und hoffentlich mit etwas weniger toter Hardware. An dieser Stelle auch einen großen und herzlichen Dank an das reichhaltige Feedback zu der ersten Ausgabe von Thermaldrop. Themenvorschläge, Anregungen, Wünsche und Kritik waren dabei. Vieles davon werden wir in den kommenden Ausgaben umsetzen. Erste Designänderungen und Layout-Optimierungen sind bereits in diese Ausgabe eingeflossen. Natürlich haben wir auch weiterhin ein offenes Ohr für Feedback. Entweder per E-Mail an feedback@thermaldrop.de oder seit kurzem ganz neu auf Facebook und Twitter – bald auch auf G+

Und nun wüsnche ich Spaß beim Lesen, Jakob Ginzburg

Editorial


Themen

Ausgabe 02

Themen und Inhalte Event

■ CES 2017

Casemodding ■ DR Zaber Sentry ■ Dalek von Stefan Ulrich

Wasserkühlung ■ ■ ■ ■

Review: LED Fittinge EKWB MLC Review: Alphacool Eisrohr Satin Review: AiO-Kompaktwasserkühler

Luftkühlung ■ Bionische Lüfter ■ Nanoxia Special N.N.V

Gear ■ Aquasuite Lizenzsystem ■ Kurts erklärt: PWM


Event

CES 2017

Neuigkeiten von der Vegas, Baby!

CES 2017

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eben noch schnelleren Smartphones, autonomen Haushalsrobotern und gängiger Mainstream-Unterhaltungselektronik bot die diesjährige Consumer Electronics Show (CES) eine Bühne für eine Vielzahl zukunftsweisender Neuankündigungen aus der Themenwelt Casemodding, Luft- sowie Wasserkühlung. Eine Entwicklung, die schon bei den vergangenen Shows zu beobachten war, ist die (RGB)-LED Beleuchtung, die sich quer durch alle Produkte der Hersteller zieht. Aber auch echte Innovationen gab es dieses Jahr zu sehen. Deepcool: Bunt, rahmenlos, schlicht und minimalistisch Auffällig anders präsentiert sich das neue ATX-Gehäuse Quadstellar von Deepcool. In vier separaten Kammern finden jeweils eine Grafikkarte, das Motherboard, das Netzteil und Festplatten Platz. Durch eine Isolation der Komponenten soll eine deutlich geringere Wärmeentwicklung entstehen. Hierzu trägt auch eine automatische Lüftersteuerung bei, die anhand von außenliegenden Temperatursensoren für ausreichend Kühlung sorgt. Deepcool verspricht trotz der außergewöhnlichen Form des Gehäuses eine hohe Kom-


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CES 2017

patibilität zu gängiger Hardware und PCI-E Erweiterungskarten.

Wesentlich klassischer ist das Design des ARK 90. Sowohl die Front- als auch die Gehäuseseiten sind aus Sicherheitsglas gefertigt und gewähren einen klaren Blick auf die verbaute Hardware. Neben dem minimalistischen Design fällt die vormontierte Captain 280EX AiO-Wasserkühlung ins Auge. Diese ist mit einem Durchflussanzeiger verbunden, der die komfortable Prüfung der Kühlflüssigkeit ermöglicht. Für eine optimale Wärmeabfuhr sind drei 140mm-Lüfter verantwortlich. Im Design geringfügig moderner ist das Earlkase Liquid Gehäuse für ATX Mainboards. Ähnlich wie bei dem ARK 90 installiert Deepcool auch hier eine Captain AiO-Wasserkühlung vor, jedoch in der kleineren Ausführung von 140mm. Mit dem integrierten RGB-Lichtsystem kann die Beleuchtung des Durchflussanzeigers, Kühlblocks oder LED-Streifen den eigenen Wünschen nach angepasst werden. Dank des durchsichtigen, gehärteten Glases kann die Lichtshow dann bequem von außen betrachtet werden. Das Micro-ATX-Gehäuse Bronkase Liquid hat Deepcool vollständig aus Metall gefertigt. Es bietet trotz kompakter Größe auch Platz für gängige ATX-Boards und richtet sich an Besitzer von VR-Headsets, die ihre Maschine gegebenenfalls bei Bedarf transportieren wollen. Das Bronkase Liquid vereint


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die Funktionen seiner beiden großen Brüder. Hierzu gehört eine vorverbaute Captain EX AiO-Wasserkühlung in der Größe von 120mm, eine Steuerung der RGB-Beleuchtung sowie der durchsichtige Durchflussanzeiger. Zusätzlich hat Deepcool eine beleuchtete Halterung für 2,5-Zoll-Laufwerke verbaut, die durch das Seitenfenster aus gehärtetem Glas gut sichtbar ist. Mit der Captain EX RGB bringt Deepcool ab März 2017 ein Facelift der Captain EX Serie auf den Markt. Die eingebaute und namensgebende RGB-LED Beleuchtung verfügt über einen herkömmlichen RGB-Header und kann somit mit nahezu jedem Controller oder entsprechenden Mainboards reguliert werden. Besonders interessant, wenn auch ähnlich bunt, sind die beiden neuen Lüfter MF120 und MF120GT. Ihre RGB-Beleuchtung und Drehgeschwindigkeit kann über eine kostenlose Smartphone-App den eigenen Wünschen angepasst werden. Doch auch grundlegendes Design abseits der RGB-LEDs sowie die Materialwahl wissen zu gefallen. Bei dem MF120GT-Lüfter setzt Deepcool auf einen Rahmen aus Aluminium und integriert eine grundlegende Entkopplung an die Schraubenöffnungen. Die Drehgeschwin-


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digkeit kann per PWM in einem Bereich von 500-2200 U/m geregelt werden, wobei ein Hydrodynamisches Gleitlager (FDB - Fluid Dynamic Bearing) zum Einsatz kommt.

Der MF120 ist ein Rahmenloser 120mm-Lüfter, dessen beide Haltestränge ähnlich wie bei dem MF120GT aus Aluminium gefertigt sind. Durch Verzicht auf den umgebenden Rahmen sind die auf hohen Luftdruck ausgelegten Double-layer-Rotorblätter besser zu sehen und tragen stark zu dem futuristischen Design bei. Deepcool setzt bei dem MF120 auf ein Hydrodynamisches Gleitlager und erlaubt die Anpassung der Drehgeschwindigkeit in einem Bereich von 500 – 2200 U/m per PWM. Weitere Infos unter: www.deepcool.com ASUS: Wasserkühlung ab Werk Beim Anblick des ASUS ROG Maximus IX Extreme läuft einem, als Wasserkühlungs-Enthusiasten, schier das Wasser im Mund zusammen. Nicht nur die dezente Farbgebung in Schwarz-Anthrazit schmeichelt dem Auge. Das Highlight ist der halbdurchsichtige Full-Cover-Wasserblock mit durchdachten Funktionen.


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Der CPU-Kühler wurde in Zusammenarbeit mit BitsPower entwickelt. In die beiden Ein- und Auslassports, die über ein standardisiertes G1/4 Gewinde verfügen, wurden Sensoren integriert, die mögliche Leaks feststellen können. Über ein Alarmsignal bzw. eine konfigurierbare Routine kann beispielsweise eine Notabschaltung durchgeführt werden, falls Kühlflüssigkeit austritt. Zusätzlich wurde ein Durchfluss und ein Temperatursensor verbaut, die Werte über Flussgeschwindigkeit und Betriebstemperatur der Kühlflüssigkeit liefern. Neben der CPU und den Spannungswandlern wird auch die SSD im M.2-Format aktiv gekühlt, wenn eine solche verbaut wurde. Die Platine bietet zusätzlich eine Vielzahl an Anschlüssen für Lüfter, Temperatur- und Durchfluss-Sensoren, falls ein zweiter, separater Kreislauf beispielsweise für die GPU implementiert wird.

der8auer auf der CES

Roman „der8auer“ Hartung schaut sich das neue ASUS ROG Maximus IX Extreme an: www.youtube.com


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Was kostet die Welt: MasterWatt Maker 1200 MIJ Es ist das Maximum an Ingenieurskunst, die bis dato erreicht werden konnte. Zumindest wenn es nach Cooler Master geht. Hochwertiges Aluminium, minimalistisches Design und eine 80-Plus-Titanium-zertifizierte Effizienz von 94% zeichnen dieses 1000 USD teure Netzteil aus. Per mobiler Software (Android und iOS) kann zwischen 12V-Single- und Multi-Rail umgeschaltet, der Betrieb überwacht und eigene Profile abhängig geförderter Leistung konfiguriert werden. Die Qualität ist auch unter der Haube zu finden: 60% kleinere Transformatoren im Vergleich zu den hauseigenen High-End-Produkten, japanische Kondensatoren höchster Güte und ein optimierter Schaltkreis sind gute Argumente, wenn man den Preis von – und wir wiederholen uns hier bewusst – 1000 USD relativieren will. Wer bereit ist, diesen


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stolzen Preis für ein Netzteil auszugeben, bekommt von Cooler Master auf das gute Stück eine Garantie von sieben Jahren. Drei Jahre lang haben Cooler Master Ingenieure gemeinsam mit Murata Seisakusho an dem Netzteil gearbeitet. So erreicht beispielsweise die optimierte Elektronik des Lüfter-Motors eine Lebensdauer von mindestens 160.000 Stunden und ist nach IPX6-Standard gegen Staub und sonstige negative Umwelteinflüsse geschützt. Die Innenseite des Lieferkartons ist übrigens in weichem, hochwertigen Schaumstoff gekleidet, die Kabel sind in zwei separaten Taschen untergebracht. Mehr Infos unter: www.coolermaster.com Alpacool: Eis, Eis, Baby Die Premium-Produktlinie „Eis“ bekommt auch dieses Jahr weiteren Zuwachs. Mit der Eiswand erscheint voraussichtlich im März ein externer Radiator, der sechs 120mm-Lüfter fasst, über zwei Eis-Pumpen sowie einen integrierten Ausgleichsbehälter verfügt. Alphacool legt dem Lieferumfang auch einen Satz Schläuche sowie Schnellverschlüsse bei, um die


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Eiswand in einen bereits bestehenden Kreislauf einzubinden. Bei dem Eislicht setzt das Unternehmen auf die von LCD-Panälen bekannte Technologie zur Hintergrundbeleuchtung und integriert diese in handliche, flache Leuchtelemente. Sie sollen, anders als LED-Streifen, eine gleichmäßige Ausleuchtung bieten. Das Gehäuse des Eislichts besteht aus Aluminium und verfügt über vier Schraubgewinde, womit eine sichere Befestigung im Gehäuse möglich ist. Alternativ können die Leuchtelemente über doppelseitiges Klebeband und eine dünne Magnetplatte befestigt werden. Alphacool <3 Maker! Seit Anfang dieses Jahres geht Alphacool verstärkt auf die Maker-Community zu und bietet kostenfrei eine Vielzahl an 3D-Modellen der eigenen Produkte an. Das soll die Planung von Casemods vereinfachen und den Arbeitsaufwand reduzieren. Zum Start des Downloadcenters listet das Unternehmen Radiatoren und Ausgleichsbehälter auf. Weitere Produkte sollen stetig nachreicht werden. Eine Anmeldung für den Download ist übrigens nicht nötig, die Modelle stehen als .STP-Datei zur Verfügung. Neben Produkten für Heimanwender hat Alphacool auch einen Wärmetauscher für den Industriebereich präsentiert. Komplett aus Kupfer gefertigt – das betrifft sowohl die Finnen als auch die Durchflusskanäle - soll eine besonders hohe Wärmeabfuhr möglich sein. Weitere Infos unter: www.alphacool.com Phanteks: Bloß nicht gewöhnlich Speziell für den Einsatz im Wohnzimmer entwickelt, hat Phanteks das Project 217 vorgestellt. Das Gehäuse erinnert an eine Vitrine mit gleich zwei Sichtfenstern. Auf der einen Seite ist das Mini-ITX-Mainboard untergebracht sowie Platz für eine Wasserkühlung reserviert. Auf der „Rückseite“ befindet sich die Grafik-


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karte, die per Riserkabel an das Mainboard angeschlossen wird. Unter einer silberfarbigen Aluminiumabdeckung – optional auch in schwarzer Farbe erhältlich – sind die I/OSlots des Mainboards und der Grafikkarte zu finden. Das symmetrische Design ermöglicht das Gehäuse auf allen Seiten auszurichten. Trotz kompakter Breite fasst das Project 217 Wärmetauscher mit einer Größe von 240mm und 280mm. Ein Zwischenraum verbirgt, um das aufgeräumte Gesamtbild zu wahren, die Netzteil-Kabel, die zum Mainboard und der Grafikkarte führen. Phanteks hat eine Verfügbarkeit zur kommenden Computex und einen Preis von 149 USD ins Auge gefasst.

EVGA: Nur ein Facelift Schon auf der letztjährigen CES hat EVGA einen eigene AiO-Wasserkühlung für die CPU vorgestellt. Dank integrierter Schnellverschlüsse ließ sich der Kreislauf, beispielsweise um mehrere Grafikkarten erweitern. Die Kompaktwasserkühlung wird weiterhin angeboten, das Portfolio wird aber durch vorgefüllte Wärmetauscher erweitert. Diese haben unterschiedliche Größen von 120mm bis hin zu 360mm und 140mm sowie 280mm. Ähnlich wie die Wärmetauscher verfügt die neue Generation der Grafikkarten ebenfalls über Schnellverschlüsse und wird vorge-


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füllt ausgeliefert. Ein Tausch der Grafikeinheit soll damit auch mit den kommenden Generationen ohne Komplikationen ablaufen, da weder Radiator noch Lüfter abmontiert werden müssen. Mehr Infos unter: www.de.evga.com iBuypower: LCD-Bildschirm als Gehäuse-Seitenteil Einen echten Eyecatcher hat iBuypower auf der diesjährigen CES präsentiert. Das Project Snowblind, das das Unternehmen bereits auf der vergangenen Computex vorstellte, wurde weiterentwickelt und bekennt nun Farbe. Bei Project Snowblind handelt es sich um eine Machbarkeitsstudie, die später auch in Serienproduktion gehen soll. Das schneeweiße Gehäuse verfügt über ein durchsichtiges Seitenteil, auf dem allerlei Informationen dargestellt werden können. CPU-Auslastung, Takt und Stromverbrauch sind dabei die einfachsten Elemente. iBuypower kombiniert dazu halbtransparentes Glas mit einem LCD-Panel. Der „Bildschirm“ verfügt dabei nur über eine geringe Auflösung und ein Seitenverhältnis abseits des Standards, um passgenau in das Seitenpanel integriert werden zu können.


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CES 2017

Die geringe Auflösung hat aber anders als man anfangs vielleicht zu denken vermag einige Vorteile: Die einzelnen Pixel sind größer und stellen Farben trotz Transparenz sehr detailliert dar. iBuypower zeigte auf dem Panel Animationen und Videos, die flüssig und ohne Ghosting-Effekte abgespielt wurden. Dafür ist neben einem hochwertigen Panel auch ausreichend Beleuchtung nötig. Mehrere weiße LED-Streifen lassen nicht nur die verbaute Hardware, sondern auch die Inhalte auf dem Seitenteil in dem richtigen Licht erstrahlen. iBuypower gibt an, dass Komponenten in weißer Farbe einen positiven Effekt auf die allgemeine Darstellung haben. Neben klassischem Schwarz und Antrazith bieten die meisten Hersteller eine weiße Ausführung ihrer Mainboards, Grafikkarten, RAM und Wasserkühler an. Wer die Anschaffung des 250 USD teuern Project Snowblind ab dem kommenden Februar plant, sollte das berücksichtigen und eventuell in neue Hardware investieren. Mehr Informationen unter: www.ibuypower.com


CASEMODDING

Crowdfunding

DR Zaber Sentry

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as festgelegte Ziel von 19,500 USD hat die Indiegogo-Kampagne erfolgreich erreicht und so dürfen die ersten Unterstützter schon im April 2017 das kompakte Mini-ITX-Gehäuse „Sentry“ mit einem Volumen von nur 7 Litern ihr Eigen nennen. Der polnische Entwickler Zaber hat sich zum Ziel gesetzt, ein PC-Gehäuse im Konsolen-Format zu entwickeln, das Design und Funktionalität, insbesondere im Hinblick auf eine hohe Grafikkartenkompatibilität, vereinen soll. Das Sentry misst 340 x 310 x 66 mm und kommt auf ein Gesamtvolumen von nur 7 Litern. Dennoch können Grafikkarten mit einer Gesamtlänge von 30 cm verbaut werden, wodurch das System eine deutlich größere Grafikleistung erreicht als ähnlich kompakte Konsolen. Es ist nur geringfügig größer als beispielsweise die erste Version der Playstation 4. Dafür wird die ZABER SENTRY aus 1mm dickem Stahl gefertigt, wiegt 3,5 Kilo und ist dementsprechend hochwertiger. Das Gehäuse ist mit Mini-ITX-Mainboards kompatibel, für die


CASEMODDING

Crowdfunding

Stromversorgung kann wahlweise ein SFX- oder SFX-L-Netzteil eingesetzt werden. Die Größe des CPU-Kühlers hängt von der Anzahl der verwendeten 2,5-Zoll Speicherplatten ab, darf aber maximal 47 in der Höhe betragen. Alternativ hat auch eine Kompaktwasserkühlung Platz, wenn es sich bei der verbauten Grafikkarte um eine Short-Circuit-Ausführung handelt. Auf Indiegogo kostet das Sentry derzeit 195 USD, im freien Handel ist ein Preis von 235 USD geplant. Interessenten können zweischen der Farbe schwarz oder weiß wählen. Dem Lieferumfang liegt ein Ständer in passender Farbe bei, mit dem das Gehäuse vertikal aufgestellt werden kann. Mehr Infos zu dem DR Zaber Sentry-Gehäuse: www.indiegogo.com und auf der offiziellen Webseite: www.zaber.com.pl


CASEMODDING

Thermaltake CaseMOD Invitational S2

Dalek

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von Stefan Ulrich

ie Thermaltake CaseMOD Invitational S2 ist zu Ende. Ende Febraur werden die Gewinner bekannt gegeben. Modder aus zwölf Ländern traten gegeneinander an, um ihre Kreativität und ihr handwerkliches Können unter Beweis zu stellen. Der 30-jährige Stefan Ulrich stieg für Deutschland in den Ring und erschuf in nur drei Monaten eine originalgetreue Nachbildung eines Daleks, bekannt aus der Kultserie „Doctor Who“. Wir haben mit Stefan über seinen Mod, die Motivation und Inspiration dahinter sowie über seine beeindruckende Modding-Historie gesprochen. Stefans erster großer Modding-Auftritt fand bei Hardwareluxx statt. 2014 initiierte das Onlinemagazin Hardwareluxx einen Casemodding-Wettbewerb, für den sich Stefan Ulrich bewarb. Zu seiner Überraschung wurde er nicht nur als Teilenehmer ausgewählt, er belegte auch den ersten Platz. „Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet, dass meine Steam Machine – ein Mod, angelehnt an das Warham-


CASEMODDING

Thermaltake CaseMOD Invitational S2

mer 40k-Universum – den Wettbewerb gewinnt“, sagt Stefan. „Dass es anschließend auf der Gamescom ausgestellt wurde, war für mich natürlich eine große Ehre. Es gab auch viel Lob von den Besuchern und den Unternehmen vor Ort.“ Eines dieser Unternehmen war MSI. Für hochwertige Produkte bekannt, unterstütz MSI außerdem aktiv die Modding-Szene. Das Unternehmen war von der Steam Machine so fasziniert, dass sie Stefan anboten, enger mit ihm zusammenzuarbeiten. Ende 2014 wurde das Vorhaben umgesetzt. Zu den ersten Projekten gehört der Nocturnal Hunter, ein Schlangenkopf mit einem MSI X99S SLI KRAIT EDITION als Kern. MSI war von der detailverliebten Ausführung begeistert. In den kommenden Monaten entstanden weitere Casemods.


CASEMODDING

Thermaltake CaseMOD Invitational S2

„MSI war auf der Suche nach einer kreativen Möglichkeit, das neue Mainboard H97M ECO möglichst spektakulär zu präsentieren. Ein Casemod erschien mehr als geeignet und so entwickelte ich „The Ecosphere“. Ein Globus mit durchsichtiger, beleuchteter Oberseite und einer Grünfläche im Miniaturformat“, erzählt uns Stefan. Mit seinem Battlecruiser „Behemoth“ (bekannt aus Starcraft) sowie dem Batman-Helm „Hellbat“ erregte Stefan in der Community einiges Aufsehen und bekam von dieser viel Lob für seine detailreiche Handwerkskunst. Bei seinem Besuch auf der Computex in Taipei lernte Stefan den ehemaligen Marketing-Verantwortlichen von Thermaltake, Martin Pajenkamp, kennen. Dieser schlug Stefan vor, am Thermaltake CaseMOD Invitaional teilzunehmen. Im Oktober 2016 war es dann soweit.

Doktor Wer? Stefan ist schon

seit

Kindesalter

leidenschaftlicher

Zo-


CASEMODDING

Thermaltake CaseMOD Invitational S2

cker und ein großer Serienfan. Der Bezug zu den fantasievollen Welten, durch visionäre Autoren geschaffen, ist für den inneren Ansporn sehr wichtig. Man kennt und achtet auf Details, die Feinheiten machen das Gesamtbild perfekt. „Meine Cases orientieren sich meistens an Computerspielen oder an Filmen und Serien, die ich selbst sehr mag. Mich inspirieren die Designs und es reizt mich, selbst etwas mit meinen eigenen Händen zu erschaffen, das sich an das jeweilige Universum anlehnt. Ist es nicht spannend, wenn Fantasy oder Science-Fiction plötzlich Realität wird? Ich finde schon!“ so Stefan.

Zu den Serien, die Stefan gerne schaut, gehört auch Doctor Who. Es ist eine britische Science-Fiction-Fernsehserie, die von der BBC produziert und seit 2005 nach einer Pause von 26 Jahren wieder ausgestrahlt wird. Bereits 2016 baute Stefan Ulrich gemeinsam mit seiner Frau einen Casemod aus dem Doctor Who-Universum: Die berühmte blaue Polizeizelle „TARDIS“ entstand im


CASEMODDING

Thermaltake CaseMOD Invitational S2

Rahmen des „Casemodding for Charity“-Events auf der DCMM. Für das Thermaltake CaseMOD Invitaional S2 sollte es etwas Größeres werden. Ein Dalek. Der größte und langlebigste Feind des Doctors. „Die Idee, einen Dalek zu bauen, hatte ich schon seit längerer Zeit in meinem Kopf. Da ein solches Projekt jedoch eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, fehlte mir bisher die passende Gelegenheit für eine Umsetzung. Oft sind die Deadlines bei solchen Wettbewerben recht knapp bemessen. Bei der Thermaltake CaseMOD Invitaional hingegen gab es optimale Rahmenbedingungen“, so Stefan. Bevor es mit der handwerklichen Arbeit losging, wurde ein 3D-Modell des finalen Casemods erstellt. So konnten die Proportionen und Platzierung der Hardware im Detail geplant sowie


CASEMODDING

Thermaltake CaseMOD Invitational S2

benötigtes Material errechnet werden. Mit dem Modell erstellte Stefan eine Blaupause auf dem Papier, um ein Gefühl für die Abmessungen bestimmter Teile und Elemente zu bekommen. „Nachdem ich ungefähr wusste wie der Dalek auszusehen hat, machte ich mich auf die Suche nach dem passenden Material. Es ist immer ein zweischneidiges Schwert, was man für einen Casemod verwenden möchte. Zum einen muss das Rohmaterial einfach zu verarbeiten sein, zugleich ist eine hohe Festigkeit und Belastbarkeit notwendig. Am Ende bin ich zweigleisig gefahren.“, schildert Stefan Ulrich. Die Hauptkonstruktion besteht aus Holz, einzelne Elemente wie der Kopf sind aus Glasfasern gebaut. Insbesondere das geringe Gewicht des Materials macht es zu einer guten Wahl. Neben der gängigen Computer-Hardware verbaute Stefan auch einige selbst entwickelte Elektronik. Diese nahm einen großen Teil der Gesamtzeit ein, der in den Casemod investiert wurde. Über drei Monate, also fast 5,5 Stunden am Tag, hat Stefan Ulrich an dem Dalek gearbeitet. Die meiste Zeit ist in das Gehäuse


CASEMODDING

Thermaltake CaseMOD Invitational S2

geflossen. Nur 20 Prozent der Gesamtzeit nahm der innere Aufbau, bestehend aus zwei Wasserkreisläufen in Anspruch. Aufwendig ist auch die Türen-Konstruktion, da mehrere unterschiedliche Winkel aufeinander aufbauen. Fast drei Tage arbeitete Stefan an dem Mechanismus, bis alles perfekt zusammenpasste und nahtlos schloss. Der obere Teil, wie bereits erwähnt aus Glasfaser gefertigt, musste in feiner Handarbeit gespachtelt und geschliffen werden. Bei der abschließenden Grundierung, aber auch bei der aufgetragenen Farbe mussten Trocknungszeiten beachtet werden. Zeitaufwändig war ebenso der Bau der Elektronik. „Ich habe bereits mehrere Lichtsteuerungen gebaut. Die Lichteffekte waren für mich daher kein Problem. Die Ansteuerung der Servos hingegen stellte mich vor eine Herausforderung. Das Auge im Kopf ist beweglich, ebenso der Kopf selbst“, erläutert Ulrich. Seine erste Wahl fiel auf digitale Servos, die in ihrer Funktion jedoch nicht die Voraussetzungen von Stefan erfüllten und mit dem eingesetzten Arduino Bord inkompatibel waren. „Natürlich testet man sowas vorher nicht, sondern baut sofort alles ein. Anschließend baut man alles wieder aus und ärgert sich. Aber das gehört einfach dazu.“ erklärt Stefan lachend. Auch für die selbstständige Fortbewegung der ganzen Konstruktion waren entsprechend starke Motoren nötig. Der Mod bringt ein beeindruckendes Gesamtgewicht von über 35 Kilo auf die Waage. Neben der Bewegung sind auch Licht und Sound-Effekte von außen über eine Fernbedingung steuerbar. Noch ist die Steuereinheit kabelgebunden. Wenn der Mod auf der kommenden DCMM ausgestellt wird, möchte Stefan eine Funk- oder Bluetooth-Funktion einbauen und das Kabel trennen. Neben den Servos machte auch das verbaute Netzteil Probleme. Ein Tag vor der finalen Abgabe stelle es den Betrieb


CASEMODDING

Thermaltake CaseMOD Invitational S2

ein, verabschiedete sich mit einem lauten „Pflop“ und nahm auch noch die Sicherung im elektrischen Verteiler mit. Stefan wechselte es gegen ein Netzteil aus seinem eigenen Hardware-Bestand, um die Deadline einhalten zu können. Die dritte Baustelle stellt die Farbe dar. Die synthetische Sprühfarbe haftete nur bedingt auf dem Untergrund. Mit Acrylfarbe aufgetragene Details vertrugen sich nicht dem Lack. Stefan musste die die gesamte Farbe wieder abschleifen. Tupfend oder wahlweise mit einer weichen Rolle trug er die neue Farbe auf, um Pinselstriche zu vermeiden. Fast fünf Stunden benötigte er für eine Tür.

Auf engstem Raum Der Dalek entstand teilweise im Wohnzimmer der gemeinsamen Wohnung. Die meisten Arbeiten wurden aber im Keller durchgeführt. Unter erschwerten Bedingungen: „Das Kellerabteil misst knapp 2,5 mal 2,5 Meter. Damit kann man durchaus arbeiten. Leider beträgt die Deckenhöhe nur 1,7 Meter und ist für mich, mit einer Körpergröße von 1,81 Meter eindeutig zu wenig“, erinnert sich Stefan. „Wenn man aber schrittweise vorgeht und ein Element nach


CASEMODDING

Thermaltake CaseMOD Invitational S2

dem anderen fertigt, geht das schon. Man gewöhnt sich daran.“ Der Dremel gehört zu Stefan Ulrichs Hauptwerkzeug, weil die vielen unterschiedlichen Aufsätze kleine und besonders feine Arbeiten ermöglichen. Akkuschrauber, Stichsäge und ein Bandschleifer kamen bei dem Casemod ebenso zum Einsatz.

Random Design: Mehr als nur ein Hobby Der studierte Japanologe hat eindeutig Spaß am Basteln. Unter dem Brand „Random Design“ führt Stefan Ulrich alle seine Casemods und noch einiges mehr. Cosplay, 3D-Druck und 3D-Moddeling gehören ebenso zu seinen Interessen. Es gibt auch Pläne, die Arbeiten professioneller zu gestalten. Random Design soll irgendwann mal mehr sein als „nur ein Hobby“. Als Auftragsfertiger will Stefan eines Tages die Themenbereiche kombinieren und individuelle Produkte anbieten. Weitere Projekte von Stefan sind auf seiner Weibseite zu finden: www.random2k4design.com Zur Thermaltake CaseMOD Invitational: www.thermaltake.com


WASSERKÜHLUNG Review: Alphacool Eisrohr Satin

LED Fittinge im Test

A

Nanoxia vs Thermaltake

uf den ersten Blick betrachtet, gleichen sich die beiden LED-Fittinge von Nanoxia und Thermaltake wie ein Ei dem anderen. Im Detail gibt es aber deutliche Unterschiede bei Verarbeitung, Handhabung und Kompatibilität. Auch die potentielle Zielgruppe ist bei beiden Produkten ein wenig anders. Über die Vorteile von LED-Fittingen haben wir bereits in der vergangenen Ausgabe berichtet: Anders als LED-Streifen erlauben sie die punktuelle Ausleuchtung der verbauten Hardware direkt an den Kühlblocks der Wasserkühlung. Insbesondere die Kühlflüssigkeit, ganz gleich ob farbig oder farblos, kommt so deutlich zur Geltung.


WASSERKÜHLUNG Review: Alphacool Eisrohr Satin

Thermaltake Pacific RGB Jeweils sechs RGB-LED-Fittinge befinden sich in einem Set. Derzeit bietet Thermaltake keinen Einzelverkauf der Fittinge an. Neben einer kurzen Gebrauchsanleitung und Sicherheitshinweisen liegt dem Lieferumfang ein RGB-Controller bei. Dieser erlaubt die Umschaltung der vordefinierten Modi, eine stufenweise Anpassung der Helligkeit sowie eine manuelle Auswahl der Farbe. Der Controller wird über einen 4-Pin-Molex-Anschluss mit 5 Volt betrieben und hat drei Steckplätze für die RGB-LED-Fittinge. Nur drei Anschlüsse aber sechs Fittinge pro Set? Ja, denn die Fittinge sind mit einem Y-Kabel ausgestattet und können so untereinander gestackt werden. Bei den RGB-Grundfarben wissen die Thermaltake Pacific RGB Fittinge zu überzeugen. Sie sind kräftig und rein, die Leuchtkraft ist bei 5 Volt - die LEDs werden mit jeweils 3x Ground geregelt – angenehm hell. Bei der Farbe Weiß zeigte sich bei unseren Testmustern eine leichte Rot-Dominanz, die aber nicht negativ in das Gesamtbild fällt.


WASSERKÜHLUNG Review: Alphacool Eisrohr Satin

Wir haben testweise zwei RGB-LED-Fittinge ein wenig modifiziert und geschaut, ob diese sich auch problemlos ohne den Controller von Thermaltake ansprechen lassen. Mit Fingerspitzengefühl und passender Isolierung der feinen Drähte klappte das auch weitestgehend problemlos. Über Umwege lassen sich die Thermaltake Pacific RGB Fittinge also auch an vollwertige Controller anschließen, die sich über den PC mit entsprechender Software steuern lassen. Eine Inbetriebnahme über das Farbwerk von Aquacomputer scheiterte jedoch aufgrund fehlender Kompatibilität. Nanoxia CoolForce LED Fittings Nanoxia war der erste Anbieter, der LED-Fittinge auf den deutschen Markt brachte. Diese werden unter der hauseigenen Marke CoolForce geführt und stellen die zweite Ausführung der Fittinge dar: Das Unternehmen hat nach entsprechendem Feedback die Isolation des inneren LED-Rings sowie die Verkabelung überarbeitet. Anders als bei den Fittingen von Thermaltake gibt es ausschließlich fest vorgegebene Farben, ein RGB-Modell ist derzeit nicht geplant. Die Fittinge gibt es zu einem Stückpreis von knapp 12 Euro bei Anbietern wie


WASSERKÜHLUNG Review: Alphacool Eisrohr Satin

PC-Cooling, Mindfactory oder Alternate einzeln zu kaufen. Die Nanoxia CoolForce LED-Fittinge werden mit 12v betrieben und über einen 3-Pin Molex Stecker angeschlossen. Der große Vorteil dieses standardisierten Anschlusses: Sobald mit einem Lüfter-Eingang des Mainboards oder passendem Controller verbunden, lassen sich die LED-Fittinge in ihrer Helligkeit anpassen. Die verbauten LEDs sind außerordentlich leuchtstark und haben ein klares Farbbild. Direkter Vergleich Wenn wir schon die LED-Fittinge beider Hersteller im Hause haben, wäre es unverantwortlich, diese nicht miteinander zu vergleichen. Denn wie bereits eingangs erwähnt, sind die äußerlichen Unterschiede nahezu nicht vorhanden. Der grundlegende Aufbau ist gleich: Auf ein inneres Röhrchen, an dem zwei 0-Ringe befestigt sind, wird das PETG oder PMMA geführt und mit einer Überwurfmutter fixiert. Der LED-Ring sitzt dabei direkt unter der Schnittkante und nutzt diese zur Lichtbrechung, was zu einem sehr ansehnlichen Effekt führt.


WASSERKÜHLUNG Review: Alphacool Eisrohr Satin

Thermaltake setzt auf eine Größe von 16/12mm, während sich Nanoxia bei den hauseigenen LED-Fittingen für 16/13 entschieden hat. Auch bei der Verarbeitung der LED-Ringe sind Unterschiede zu erkennen: Nanoxia schützt die feine Elektronik durch eine dünne Schicht durchsichtigen Kleber. So soll Feuchtigkeit in geringen Mengen abgehalten und ein Kurzschluss vermieden werden. Thermaltake verzichtet auf einen solchen Schutz komplett. Bei der Überwurfmutter setzt Nanoxia auf das typische CoolForce-Design, bei dem die Kanten an der Oberseite leicht abgeschrägt sind. Das Gesamtbild wirkt dadurch modern und hat einen deutlichen Wiedererkennungswert gegenüber anderen Fittingen. Bei der Montage nehmen sich beide Fittinge nicht viel. Zwar muss bei den Thermaltake Pacific RGB mehr Kraft für das Aufstecken der Hardtubes angewendet werden - das ist durch dickere O-Ringe bedingt - die Rohre sitzen dann aber auch sehr fest in den Fittingen. Die Nanoxia CoolForce LED Fittinge haben hingegen einen geringen Spielraum und erlauben eine leichte Rotation der Anschlüsse. Wenn es um die Leuchtkraft und Brillanz der Farben geht, hat


WASSERKÜHLUNG Review: Alphacool Eisrohr Satin

Nanoxia die Nase vorn. Werden die LED-Fittinge – abhängig von ihrer Farbe - um 18% bis zu 22% gedimmt, haben sie eine ähnliche Leuchtkraft wie die Thermaltake Pacific RGB. Die Farbe selbst unterscheidet sich bei Nanoxia und Thermaltake ebenfalls geringfügig. Das fällt jedoch nur im direkten Vergleich auf. LED-Fittinge von Nanoxia tendieren zu einem leichten Blauton, während es bei Thermaltake leichte Ansätze von Rot gibt.

Farbenspiele und Kombinationen Für unseren Test haben wir die Kühlflüssigkeiten unterschiedlicher Hersteller herangezogen und neben klassischen, durchsichtigen PETG-Röhrchen auch das Eisrohr Satin (PMMA) von Alphacool getestet. Letzteres passt mit einem Maßstab von 16/13mm perfekt auf die LED-Fittinge von Nanoxia und bietet in Kombination mit der LED-Beleuchtung sehr ansprechende, visuelle Effekte. XSPC hat uns zwei Kühlflüssigkeiten aus der ECX Ultra Concentrate-Produktreihe zur Verfügung gestellt. Das UV-aktive Purple sowie das kräftige Blood Red. Beide Konzentrate haben wir im vorgeschriebenen Verhältnis von 1:10 mit destil-


WASSERKÜHLUNG Review: Alphacool Eisrohr Satin

liertem Wasser vermischt. Die Besonderheit des ECX Ultra Concentrate ist die ungiftige Zusammensetzung sowie eine biologische Abbaurate von 85% nach nur 30 Tagen. Auch Nanoxia hat uns zwei Coolants zugeschickt. Das grelle CF No.1 UV Acid Green sowie das CF No.1 UV Blue. Beide Farben sind, wie ihr Name schon verrät, UV-aktiv. Die Liquids und alle Bestandteile werden in Deutschland hergestellt und überwacht. Fazit LED-Fittinge sind eine echte, wenn auch recht teure Alternative zu herkömmlichen LED-Streifen. Ein echter Sieger lässt sich bei dem Vergleich Thermaltake gegen Nanoxia schwer bestimmen, da beide Produkte unterschiedliche Käuferschichten ansprechen. Für die Thermaltake Pacific RGB spricht insbesondere der RGB-LED-Controller, der im Lieferumfang enthalten ist und eine nachträgliche Anpassung der Farben erlaubt sowie Farbeffekte bietet. Der proprietäre Anschluss hingegen erinnert an Apple, die ihre Kunden durch den Verzicht auf Standards an das eigene Ökosystem binden wollen. Nanoxia setzt bei den CoolForce LED Fittingen auf einen standardisierten Anschluss, was uns sehr gefällt. Jedoch gibt es im Portfolio keine RGB-fähigen LED-Fittinge und so will die Wahl der Farbe gut überlegt sein. Wir empfehlen den Griff zu den weißen LEDs, da diese in Kombination mit farbiger Kühlflüssigkeit die meiste Flexibilität bei der Gestaltung bieten. www.nanoxia-world.com www.thermaltake.de

Weitere Fotos der LED-Fittinge finden Sie in unserem Artikel zu dem Alphacool Eisrohr Satin ab Seite XX.


WASSERKÜHLUNG EKWB MLC

EKWB

MLC

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s ist der Tod des Predators und zugleich die Geburt einer neuen modularen All-In-One-Wasserkühlung aus dem Hause EK Water Blocks: Die EK MLC soll im zweiten Quartal 2017 erscheinen und mehr Flexibilität bei der Komponentenwahl bieten, da auf einen vormontierten CPU-Kühler verzichtet wird. Das Modular Liquid Cooling-System erbt aber auch einige Funktionen des EK Predators. EK Water Blocks hat nach der Markteinführung der AiO-Kompaktwasserkühlung „Predator“ vor gut einem Jahr viel Feedback erhalten - positives, wie auch negatives. Ein vielgeäußerter Wunsch war u.a. der Verzicht auf einen vormontierten CPU-Kühlblock. Mit dem Modular Liquid Cooling wird genau das jetzt Realität. Die Radiator-Pumpen-Kombination bleibt Basis des neuen Systems, an deren Enden nun aber zwei Schnellverschlüsse (beim Predator war es nur ein Schnellverschluss) zu finden sind. Seit einiger Zeit hat EKWB auch passende Grafikkartenkühler im Sortiment, die ebenfalls über Schnellverschlüsse verfügen und an das MLC angeschossen werden kön-


WASSERKÜHLUNG EKWB MLC

nen. Mehr Produkte sollen folgen – über konkrete Pläne wollte sich EKWB auf unsere Anfrage hin jedoch nicht äußern.

Neben Grafikkartenkühlern sollen auch passende CPU-Blocks ihren Weg ins neue Portfolio finden. Mit Kühlflüssigkeit vorbefüllt und ebenso mit Schnellverschlüssen ausgerüstet, erweitern sie im Handumdrehen den Kreislauf. Interessenten können zum Marktstart aus drei Ausführungen wählen: Einer reinen Radiator-Pumpen-Kombination, MLC inklusive GPU-Kühler nach Wahl sowie MLC inklusive Prozessor-Kühler nach Wahl. Auch wenn alle EK-XLC Predator-Modelle von der Unternehmenswebseite und aus dem Shop verschwunden sind, gilt die Garantie auf erworbene Produkte weiterhin. Bei Problemen oder Komplikationen hilft der EK-Support gerne weiter. www.ekwb.com


WASSERKÜHLUNG Review: Alphacool Eisrohr Satin

Alphacool Eisrohr S

Satin

chon seit längerer Zeit hat Alphacool PETG Hardtubes im Sortiment, die neben PMMA – dem Glasimitat aus Acryl – als besonders beliebte Wahl bei hochwertiger Wasserkühlung eingesetzt wird. Beide Kunststoffe geben die Pracht farbiger Kühlflüssigkeit nahezu unverfälscht wieder und lassen sich einfacher verarbeiten, als Rohre aus Messing oder gar Borosilikatglas. Mit dem Eisrohr Satin bietet Alphacool eine neue Möglichkeit an, alle Blicke auf die Farbpracht der eigenen Wasserkühlung zu lenken. Und eines möchten wir an dieser Stelle vorweggreifen: Das Eisrohr Satin fühlt sich verdammt gut an! Wann immer Nathanael Draht, Geschäftsführer von Alphacool, neue Produkte präsentiert, strahlt er eine Euphorie aus, die man so nur noch selten sieht. Nach dem Erhalt eines Testmuster des Alphacool Eisrohr Satin können wir die Begeisterung – zumindest in diesem Fall – durchaus nachvollziehen. Bereits die erste Berührung offenbart, wie passend der Name gewählt ist: Samtweich fühlen sich die Hardtubes aus


WASSERKÜHLUNG Review: Alphacool Eisrohr Satin

Acryl an. Die Oberfläche mit den milchigen Jägermeister-Gläsern vergleichbar. Tatsächlich haben die Alphacool Eisrohr Satin ein ähnliches Verhalten, wenn ihre Oberfläche mit Flüssigkeit in Berührung kommt – sie brechen das Licht nicht mehr so stark und sind dadurch deutlich weniger durchsichtig. Verarbeitung und Biegeverhalten Für unseren Test greifen wir zu Fittingen aus der Alphacool Eiszapfen-Familie. Diese hochwertigen Anschraubtüllen werden aus Messing gefertigt und können über die innenliegende Sechskant-Aussparung bequem und sicher in dem G1/4 Gewinde verschraubt werden. Dank der abgeschrägten Kanten der Überwurfmutter wird der O-Ring fester als bei herkömmlichen Fittingen an das das PMMA-Rohr gedrückt. Das erlaubt uns beim Testen einen rabiateren Umgang mit den Hardtubes. Das Eisrohr Satin weist bei der Verarbeitung die gleichen Eigenschaften auf, wie sie von PETG und PMMA Hardtubes bekannt sind. Trotz der matten Oberfläche können sie problemlos gebogen


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werden. Bei 90° und 180° Winkeln ist kein visueller Verlust der matten Beschaffenheit zu erkennen. Jedoch dauert es geringfügig länger, bis das Eisrohr Satin weich wird. Auch der zu erhitzende Bereich sollte größer gewählt sein, als bei klaren PMMA-Tubes. Bei einer Bestrahlung mit zu starker Hitze aus einer Heat Gun bilden sich aber auch hier kleine Luftbläschen, die das Risiko eines Risses oder Bruches unter Belastung und Druck deutlich erhöhen. Wir haben bei unserem Test mehrere Biegungen durchgeführt. Sowohl freihändig als auch mit Zuhilfenahme entsprechender Biegeeinrichtungen. Das Alphacool Eisrohr Satin lässt sich leicht verarbeiten und erlaubt auch geringfügige Fehler.

Unter starkem Zug oder bei zu schnellen Bewegungen verliert die Oberfläche aber ihre matte Eigenschaft, es bilden sich Falten. Farbige Kühlflüssigkeit erscheint insbesondere hier deutlich heller. Durch die raue Beschaffenheit lassen sich die Rohre besonders leicht sägen oder mit dem Dremel schneiden. Wir konnten auch eine geringeres Bruchverhalten feststellen, wenn das Sägeblatt unsauber geführt wird und verkantet. Das Eisrohr Satin ist damit auch für Einsteiger gut geeignet.


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Fazit Mit dem Eisrohr Satin bietet Alphacool besonders hochwertige PMMA Hardtubes an, die durch ihre weiche Oberfläche nicht nur ein Augenschmaus in einem Kühlkreislauf sind, sondern sich auch besonders angenehm anfühlen. Zusätzlich konnten sie uns im Test durch eine gute Verarbeitbarkeit überzeugen. Auch der Aufpreis von drei bis sechs Euro ist in unseren Augen durchaus gerechtfertigt. Wer sich mit seiner Wasserkühlung von der Masse absetzen möchte sollte hier zugreifen! Die Eisrohr Satin gibt es bei Aquatuning zu kaufen: www.aquatuning.de


WASSERKÜHLUNG Review: AiO-Kompaktwasserkühler

AiO-Kompaktwasserkühlungen im Test

Teil 2

N

ach dem theoretischen Teil zum Thema AiO-Wasserkühlung, den wir in der vergangenen Ausgabe in einer Marktübersicht abgehandelt haben, wollen wir uns nun der Praxis widmen. Neben einem Vergleich unterschiedlicher AiO-Modelle testen wir insbesondere die Pumpen der Kompaktkühler, darunter mit altbewährte Klassiker wie Laing D5 und Eheim 1046. Mit der ION von XSPC, einer Kombination aus Pumpe und Ausgleichbehälter, findet ein bisher wenig beachtetes Produkt den Weg in unseren Vergleichstest. Um einen Teil des Fazits vorzugreifen, können wir sagen, dass alle von uns getesteten Kompaktwasserkühler ihren Zweck mehr als gut erfüllt hatten. Auch wenn wir bemüht waren, einen möglichst realistischen Testrahmen aufzubauen, so müssen wir insbesondere von der mutwilligen Zerstörung geschlossener, nicht erweiterbarer AiO-Wasserkühler abraten. Diese haben wir ausschließlich zu Testzwecken durchgeführt – lieber nicht nachmachen.


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Um eine besonders gute Wärmeabfuhr zu erreichen und den Prozessor als Sorgenkind auszuschließen, köpften wir den Intel 6700K unseres Testsystems und wechselten die Wärmeleitpaste gegen die Thermal Grizzly Kryonaut aus. Sie wurde auch als Bindeglied zwischen Heatspreader und der jeweiligen Bodenplatte der AiO- und des CPU-Kühlers verwendet. In Zusammenarbeit mit dem Extreme-Overclocker Roman „der8auer“ Hartung entwickelt, zählt die Thermal Grizzly Grizzly Kryonaut Kryonaut zum aktuellen Zeitpunkt zu den günstig kaufen: leistungsfähigsten, elektrisch nichtleitenden Wärmeleitpasten auf dem Markt. www.geizhals.de Silent Loop 280: Leise Pumpe, laute Lüfter Schon auf den ersten Blick präsentiert sich die Silent Loop Kompaktwasserkühlung als ein besonders hochwertiges Produkt. Das schwarze, raue Kunststoffgehäuse der Pumpeinheit ist minimalistisch gestaltet, eine Möglichkeit zur Beleuchtung gibt es nicht. Die Oberseite ist mit einer dünnen Platte aus gebürstetem Aluminium verziert, auf der das be quiet! Logo zu sehen ist.


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Die verbaute Pumpeinheit wurde in Zusammenarbeit mit Alphacool entwickelt und saugt die Kühlflüssigkeit an, anstatt diese durch den Wärmetauscher zu drücken. Bisher ein Novum, das nur in dem Grafikkartenkühler Alphacool Eiswolf zu finden ist.

be quiet! Silent Loop: Durchfluss 50

42,06 L/h

40 30 17,96 L/h

20 10

n.a

0 100%

75%

50%

Be quiet! verspricht durch die neue Technologie eine deutliche Reduzierung der Arbeitsgeräusche der Pumpe – und tatsächlich arbeitet die Silent Loop sehr leise. Leise heißt aber nicht geräuscharm! Doch herunterregeln ist nicht: Be quiet!


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rät auch ausdrücklich davon ab, die Silent Loop bei reduzierter Geschwindigkeit zu betreiben, da es zu Ausfällen kommen kann. Wir haben es dennoch gewagt – ohne jegliche Probleme. Deutlich lauter als die Pumpe arbeiten die beiden Pure Wings 2 Lüfter. Bei einer Drehzahl von 1.600 U/m sind diese leider unüberhörbar. Herunterregeln über das Mainboard oder einen separaten Controller ist hier also Pflicht. Der 30mm tiefe Wärmetauscher (NexXxos-ST30) aus dem Hause Alphacool weist eine gute Verarbeitung auf, die dünne schwarze Lackschicht gewährt – insbesondere von der Seite betrachtet – die Sicht auf die kupfernen Kühlfinnen. Die zurückhaltende Lackierung trägt auch zur besseren Wärmeabfuhr bei. Anders als Thermaltake wird bei dem Silent Loop nicht Kupfer mit Aluminium vermischt – was wir durchaus positiv anmerken möchten. Ebenfalls positiv ist die Lamellendichte von 16 FPI, die einen Betrieb mit langsam drehenden Lüftern ermöglicht. Schneller Support Während einer Testsession fiel unser Durchflussmesser Flow 200 von Aquacomputer aus. Scheinbar hat ein Dichtungsring versagt. Als Ersatz bestellten wir bei Caseking einen Koolance INS-FM19. Vielen Dank an Jacob Zinnecker für die kompetente und schnelle Bearbeitung unserer Bestellung. Der Kreislauf der Silent Loop lässt sich mit etwas Kraftaufwand erweitert. Be quite setzt auf gängige G1/4-Gewinde. An den Fillport – ebenfalls G1/4 – kann beispielsweise ein kurzer Wärmesensor angeschlossen werden. Da die Öffnung seitlich angebracht ist, fehlt jedoch der nötige Abstand zu den Spannungswandlern auf dem Mainboard. Er eignet sich also nicht als Zulauf.


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Das Zubehör ist von dem Alphacool Eisbaer sowie dem Alphacool XPX bekannt. Es umfasst eine Backplate für Intel-Systeme inklusive Schrauben. Für Besitzer eines Mainboards mit AMDCPU liegt ebenfalls ein passendes Montageset bei. Neben einer Tube Wärmeleitpaste ist im Karton auch ein Y-Kabel enthalten. Alphacool Eisbaer: Gute Leistung, kurze Schläuche Der CPU-Kühler des Eisbaer ist die größte und massivste Einheit in unserem Testfeld. Alphacool verbaut eine Vielzahl praktischer Funktionen und geht – über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten – bei dem Design einige Kompromisse ein. Gleich zwei Beleuchtungen sind in dem Eisbaer integriert, die als Indikator für den Betrieb der Pumpeinheit dienen: Das blau leuchtende Firmenlogo sowie eine LED im Ausgleichbehälter der Pumpe. Über ein äußerst praktisches Sichtfenster im besagten Ausgleichsbehälter lässt sich der Füllstand der Kühlflüssigkeit ablesen und bei Bedarf nachfüllen. Der Fillport liegt, anders als beispielsweise bei der be quiet! Silent Loop auf der Oberseite


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des Deckels. Mit mehreren Papiertüchern ausgestattet und das Gehäuse – ein Thermaltake Core P3 - auf die Rückseite gelegt, konnten wir den Refill ohne Probleme durchführen. Dabei war der Alphacool Eisbaer stets fest auf der CPU montiert. Durch die Größe der Pumpeinheit war der Schlauch mit der Schnellkupplung für die Montage an unserem Testsystem allerdings knapp zu kurz, sodass wir den Kühler um 90° drehen mussten.

Alphacool Eisbaer: Furchfluss 50,00 45,00

44,95 L/h 39,05 L/h

40,00 35,00 30,00 25,00 20,00 15,00 10,00 5,00

n.a.

0,00 100%

75%

50%

Parallelen zur be quiet! Silent Loop lassen sich bei den im Lieferumfang enthaltenen Lüftern ziehen. Sie sind bei der höchsten Drehzahl von 1700 U/m deutlich hörbar, führen die Wärme vom Radiator aber mehr als gut ab. Alphacool setzt beim Radiator ebenfalls auf ein Modell aus der NexXxos-ST30Reihe mit einer Tiefe von 30mm und Vollkupfer-Ausführung. Der Alphacool Eisbaer ist die einzige AiO-Kühlung in unserem Test und eine der wenigen auf dem Markt, dessen Kreislauf sich offiziell ohne Wenn und Aber erweitern lässt. Die praktischen Schnellver-


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schlüsse sind zwar aus Kunststoff gefertigt, halten aber wie ihre Messing-Kollegen, die Alphacool HF, absolut dicht. Alphacool hat bereits mehrere Radiatoren und Grafikkartenkühler mit entsprechenden Anschlüssen im Sortiment. Das erleichtert die Integration neuer Komponenten in einen bestehenden Kühlkreislauf ungemein. Thermaltake Water 3 RGB Die Bezeichnung “All in One” verdient Thermaltake für die Water 3 RGB allemal. Neben dem Kühler und drei Lüftern mit namensgebender RGB-Beleuchtung legt das Unternehmen dem Lieferumfang auch einen kleinen Controller bei. Mit diesem lassen sich vordefinierte Farben und die Drehgeschwindigkeit der Lüfter anpassen. Das kommt Käufern zugute, die keine Lüftersteuerung per Mainboard oder separatem Controller in ihrem System implementiert haben. Während die Augen sich an dem hübschen Anblick pulsierenden Farbwechselns erfreuen können, werden die Oh-


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ren jedoch durch deutliche Betriebsgeräusche der Pumpeinheit penetriert. Die verbaute Mechanik aus dem Hause Asetek ist der lauteste Kandidat in unserem Testfeld. Die Pumpe verfügt über eine automatische Geschwindigkeits-

steuerung, womit eine feine Justierung der Förderleistung nur bedingt möglich ist. Wir haben dennoch unseren Durchflusssensor angeschlossen. Bei dem ersten Durchlauf bekamen wir keine Werte, obwohl der Hersteller eine Leistung von 80L/h angibt und der Sensor eine Erfassung ab 31 bzw. 35L/h erlaubt. Die durchströmende Menge an Kühlflüssigkeit war offensichtlich zu gering. Erst als wir einen 140mm-Radiator dem Kreislauf hinzufügten stieg der Durchfluss auf knapp 37 Liter. Tatsächlich regelt die verbaute Elektronik abhängig von dem vorhandenen Wasserwiederstand die Fördermenge nach oben oder eben unten. So kann die Asetek-Pumpe ohne Anpassung mit Radiatoren unterschiedlicher Größe gekoppelt werden. Thermaltake setzt auf einen Aluminium-Radiator in einer 30mm tiefen Slim-Ausführung. Die Verarbeitung weiß zu gefal-


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len, insbesondere die festen Finnen machen einen guten Eindruck. Auch das Mounting-System kann uns überzeugen. An mehreren Kunststoff-Ösen wird die Pumpe ausgerichtet, vier Schrauben pressen die Bodenplatte an die CPU. Ähnlich wie bei dem Eisbaer und der Silent Loop besteht die Backplate aus Kunststoff. Jedoch ist der Schraubmechanismus angenehm stabil und hält auch übermäßiger Krafteinwirkung stand. AiO Kompacktwasserkühler: Durchfluss in L/h 50,00 45,00 40,00 35,00 30,00 25,00 20,00 15,00 10,00 5,00 0,00

47,27

42,06

44,95 39,05

17,96

n.a.

n.a.

Die im Lieferumfang enthaltenen Lüfter können per PWM, vorausgesetzt sie sind an dem beiliegenden RGB-Controller angeschlossen, in einem Bereich von 800-1.500 U/min bzw. 400-1.000 U/ min im Low Noise-Modus geregelt werden. Wird ein zu geringer Vorgabewert angegeben, setzt der Controller diesen wieder zurück und behält konstante 760 RPM bei. Grundsätzlich machen die Riing-RGB-Lüfter eine gute Figur und können zumindest bei einer hohen Drehgeschwindigkeit mit den anderen Testlüftern mithalten.


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AiO-Pumpe vs. Pumpen In den letzten Jahren wurde der Markt von Kompaktwasserkühlungen regelrecht überschwemmt. Es gibt eine Vielzahl an Modellen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse. Meistens soll vorrangig die CPU gekühlt werden. AMD, EVGA, MSI und einige andere Hersteller haben in der Vergangenheit aber immer öfter auch wassergekühlte Grafikkarten ins Portfolio aufgenommen. Wir wollten wissen, wie leistungsfähig AiO-Pumpen sind und ob sie es mit etablierten und bewährten Pumpen wie der D5 aufnehmen können. Der Kreislauf besteht aus einem Aquacomputer Airplex 420 mit Alu-Lamellen, einem Kryographics Kühlblock für eine 980 – jedoch ohne montierter Grafikkarte – sowie einem Ausgleichsbehälter mit einer Höhe von 100mm. Den Durchfluss erfassen wir mit dem Koolance INS-FM19. Die Testmethodik bleibt wie bei dem Einzeltest der Kompaktwasserkühler gleich.

Da sich nicht alle Testkandidaten einfach erweitern lassen, greifen wir zur Küchenschere, Schlauchtüllen und Schnellkupp-


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lungen. Unser Eisbaer-Testmuster verfügt bereits über eine Schnellkupplung – wir erweitern den zweiten Schlauch um einen weiteren Alphacool Eiszapfen. Ähnlich verfahren wir auch bei der be quite! Silent Loop. Hier werden beide Schläuche durchtrennt, der Knickschutz abgenommen und zwei Schnellverschlüsse angebracht. Bei der Thermaltake Water 3.0 Riing RGB gestaltet sich die „Operation“ jedoch etwas komplizierter. Mutwillig zerstört Komplett unabhängig von dem Ergebnis möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass das Öffnen des geschlossenen Kreislaufes einer AiO-Kompaktwasserkühlung sowohl

mit dem Garantieverlust als auch mit einer möglichen Fehlfunktion der Pumpeinheit einhergeht. Also lieber nicht nachmachen – und wenn doch, dann nur auf eigene Gefahr. Thermaltake setzt bei der Water 3.0 Riing RGB als Knickschutz auf eine Ummantelung der Schläuche mit Stoff. Das wirkt edel


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und sieht in der Detailbetrachtung sehr hochwertig aus. Der Sleeve sitzt stramm auf den Schläuchen, sodass wir zu einer Geflügelschere greifen, um beides sauber zu durchtrennen. Der Innendurchmesser des Schlauchs beträgt 6,98mm. Wir greifen zu Schlauchtüllen mit 7mm Durchmesser und fixieren alles mit jeweils einer Schlauchklemme. Auch die Water 3.0 statten wir mit Schnellkupplungen aus, um die Pumpeinheit mit nur wenigen Handgriffen in unser Testsystem integrieren zu können. Das Duell Wir fingen unsere Testreihe mit der Thermaltake Water 3.0 an. Durch den verbauten Controller beschränkten wir uns bei dieser Pumpeinheit auf den Test unter Volllast (12 Volt). Wir drosselten die Pumpe für mehrere Tests zwar herunter, mussten aber feststellen, dass die Drehzahl automatisch immer wieder angehoben und dann auf den von uns vorgegebenen Wert wieder gesenkt wurde. Diese eigenständige Überwachung des Controllers ist ohne Frage positiv für einen geschlossenen Betrieb. In unserem Fall wurden die Messergebnisse aber zu sehr verfälscht, als das wir sie hätten verwenden oder gegenüberstellen können. Die Asetek-Pumpeinheit leistet einen guten Job und hat keine Probleme mit dem erhöhten Wiederstand unseres Testkreislaufes. Bereits in der letzten Ausgabe hat sich be quite! uns gegenüber zur Erweiterbarkeit der Silent Loop geäußert. Zwar ist eine Erweiterung des Kreislaufs dank standardisiertem G1/4-Gewinde durchaus möglich, das Unternehmen übernimmt jedoch keine Haftung für mögliche Schäden oder Komplikationen. Werden dem Kreislauf also zusätzliche Komponenten beigefügt, erlischt die Garantie. Auch die sehr fest zugedrehten Fittings waren ein Indiz dafür. Wir mussten eine Rohrzange bemühen, um diese herauszuschrauben. Nach der Modifikation mit Schnellverschlüssen


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konnten wir die Pumpeinheit in den Kreislauf einbinden. Die saugende Pumpe zeigte sich anfangs von ihrer mürrischen Seite. Sie benötigte über eine halbe Stunde, bis die Luft aus dem Gehäuse gesaugt wurde und sich eine angenehm leise Laufruhe einstellte. Wer vorhat, die Pumpe in einem erweiterten Kreislauf zu betreiben, dem empfehlen wir den Einsatz einer zweiten Pumpe. Mit dieser kann die eingeschlossene Luft herausbefördert werden, bevor die Silent Loop in Betrieb genommen wird.

Die Leistung der saugenden Pumpeinheit belegt mit knapp über 40 Litern eine Position im unteren Mittelfeld. Die Fördermenge ist aber ausreichend, um den großen Kreislauf zu kühlen. Der angenehm leise Betrieb rundet das überzeugende Gesamtpaket ab. Einzig das Fehlen einer LED, die über den reibungslosen Betrieb informiert, fällt uns als Verbesserungsvorschlag für die kommende Generation ein.


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Die Eisbaer-Pumpe ist – vergleichen mit den beiden Kontrahenten sowie unserem Referenz-CPU-Kühler, groß und schwer. Ist das ein Problem? Keineswegs! Denn Alphacool hat eine Vielzahl an nützlichen Funktionen eingebaut, für die wir auf ein modisches Design verzichten. Bereits in unserem Einzeltest am Anfang des Beitrages, sind wir auf den Fillport und das Sichtfenster im Ausgleichsbehälter eingegangen. Und auch an dieser Stelle möchten wir ihre Vorzüge lobend erwähnen. Dank der integrierten Beleuchtung konnten wir stets problemlos den Füllstand der Kühlflüssigkeit und den Betrieb der Pumpe überwachen. Einzig die gummierte Oberfläche des Gehäuses – Alphacool spricht hier von „Softtouch“ – erwies sich bei uns als ein kleiner Staubmagnet. Eine Premium-Ausführung aus Aluminium oder hochwertigem Kunststoff würde uns sehr gefallen. Auch der Alphacool Eisbaer ist angenehm leise, insbesondere, wenn er auf 7 bis 9 Volt gedrosselt wird. Die Förderleistung liegt unter 12 Volt bei 45L/h, für die Kühlung des großen Systems also absolut ausreichend. Als Basis kommt eine Alphacool DC-LT Ceramic Ultra Low Noise mit maximal 2.600U/h zum Einsatz. Diese ist auch als separate Ausführung erhältlich und kann mit einem passenden Deckel kombiniert werden, wie man es von einer Laing D5 gewohnt ist. Den Exoten in unserem Testfeld stellt die Ion von XSPC dar. Diese Kombination aus Pumpe und Ausgleichsbehälter wird per Sata-Anschluss mit 12 Volt betrieben und lässt sich leider nicht herunterregeln. Was der Ion an Steuermöglichkeiten fehlt, macht sie ihrer guten Verarbeitung wett. Besonders das hochwertige Aluminium-Gehäuse gefällt uns. Mit 568 Gramm ist die Ion aber auch ein echtes Schwergewicht. Wir wollen das jedoch keineswegs auf die Goldwaage le-


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gen, denn der Ausgleichsbehälter mit integrierter Pumpeinheit kann uns im Test mit durchdachten Funktionen überzeugen.

Zum einen wäre da das Montage-System zu nennen, mit dem der Ausgleichsbehälter an 120mm sowie 140mm großen Wärmetauschen oder am Gehäuse befestigt werden kann. Ein ähnliches System nutzt auch die HEATKILLER Tube von Watercool, um deren Testmuster wir uns derzeit noch bemühen. Die XSPC Ion kann somit auch außerhalb des PC-Gehäuses angebracht werden, womit eine Wasserkühlung auch in besonders kompakten HTPCs möglich wird. Der große M20-Fillport auf der Oberseite des Ausgleichsbehälters macht das Befüllen des Systems ohne Trichter zum Kinderspiel. Die beiden großzügig bemessenen Sichtfenster an den Seiten der Ion ermöglichen die Kontrolle des Betriebs der verbauten Pumpe. Optional lässt sich der Ausgleichsbehälter auch beleuchten. Eine entsprechende Aussparung ist vorhan-


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den, im Lieferumfang ist eine passende weiße LED enthalten. 120L/h förderte die Pumpe in unserem Testsystem. Eine ordentliche Wassermenge, die mit der Eheim 1046 vergleichbar ist. Das Betriebsgeräusch ist durchaus hörbar, wird aber von dem Plätschern im Ausgleichsbehälter übertönt. Hier fällt eine fehlende PWM-Anbindung besonders negativ auf, denn die ION hätte durchaus das Potential, eine leiste Pumpe zu sein – insbesondere, wenn eine solch hohe Förderleistung nicht benötigt wird. Mit ein wenig handwerklichem Geschick können aber bewährte Volt-Mods angewendet werden. Grundsätzlich müssen wir gestehen, dass wir von der XSPC Ion durchaus angetan sind. Ihre kompakte Form, die hochwertige Verarbeitung sowie die gute Leistung sprechen für sich.


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Wir haben die Eheim 1046 gerade schon angesprochen. In unserem Testfeld wird diese Produktfamilie durch eine Aquastream XT von Aquacomputer vertreten. Die Eheim-Pumpen gehören zu den ältesten Produkten auf dem Wasserkühlungsmarkt und haben diesen geprägt und stark beeinflusst. Lange bevor es angepasste Ausführungen gab, haben Modder und Enthusiasten, die Pioniere der Wasserkühlung-Historie, diese eigentlich für Aquarien vorgesehene Pumpen modifiziert und für die Kühlung von Computerkomponenten „zweckentfremdet“. Insbesondere im Anbetracht der kompakten Pumpen wirkt die Eheim 1046 echt groß und klobig. Mit ca. 120L/h liegt sie auf Augenhöhe mit der XSPC Ion und deutlich über den Pumpen der AiO-Kompaktkühler. Sie gibt ein leises, aber dennoch deutlich hörbares Betriebsgeräusch von sich. Dabei verursachte Vibrationen können mit passenden Entkopplungsmitteln wie Schrauben oder Dämmplatten deutlich reduziert werden. Zu den bekanntesten Verfechtern der Eheim 1046 gehört das deutschstämmige Unternehmen Aquacomputer, die erst vor einigen


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Monaten eine neue Ausführung mit angepasster Elektronik vorgestellt haben. Die Aquastream Ultimate bietet als High-End-Lösung eine Vielzahl an Konfigurations- und Erweiterungsmöglichkeiten. Die leistungsfähigste Pumpe in unserem Test ist die Laing D5. Sie hat aber nicht nur eine hohe Förderleistung, sondern auch ein deutlich hörbares, um nicht zu sagen lautes, Betriebsgeräusch. Hier ist das Herunterregeln Pflicht. Um dem Problem zumindest ein wenig entgegenzuwirken haben viele Hersteller passende Geräuschdämmung auf den Markt gebracht. Ein solches beispielhaftes Silent-Kit haben wir von Thermaltake zur Verfügung gestellt bekommen. Ein Aluminium-Gehäuse schirmt die Pumpeinheit ab und sorgt so für eine höhere Laufruhe. Zusätzlich fungiert die Abschirmung als passiver Kühler und führt die Wärme an die Umgebungsluft ab. Thermaltake legt dem Lieferumfang zusätzlich passende Schaumstoff-Matten bei, die eine vertikale sowie horizontale Montage der Pumpe ermöglichen und Schwingungen bzw. Vibrationen der Pumpe stark reduzieren. Einzig den Verzicht auf eine Steuerung der Pumpe über das PWM-Signal finden wir schade – hier wäre eine passende Ausführung von Thermaltake wünschenswert. Grundsätzlich lassen sich in das Thermaltake-Pumpen-Gehäuse nahezu alle D5-Pumpen einbauen. Das ist auch der große Vorteil der Pumpeinheit von Laing. Es gibt unzählige Tops, kombinierte Ausgleichsbehälter und sonstiges Zubehör. Auch die Elektronik kann angepasst werden. Aquacomputer bietet beispielsweise eine Ausführung mit integriertem USB- sowie Temperatur-Anschluss an. Das ist auch die Pumpe, die wir als Referenz für diesen Test verwenden. Mit über 170L/h fördert die D5 das meiste Wasser in unserem Testsystem. Die Ausführung von Thermaltake erreicht sogar


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176L/h. Wird die Leistung nicht gebändigt (ein Betrieb bis minimal 8 Volt ist möglich), ist der Wasserfluss deutlich sicht- und hörbar. Ist die D5 an einen Ausgleichsbehälter montiert, empfiehlt es sich, zu einer Ausführung mit mindestens 100mm Höhe zu greifen, um Verwirbelungen und Luftbläschen im Kreislauf zu vermeiden. Mit nur 50% der Leistung erreichten wir eine Fördermenge von ca. 70 Litern, das Betriebsgeräusch reduzierte sich auf ein angenehm leises Surren. Zwischen 25% und 35% ist die Pumpe so leise wie ihre Kontrahenten aus dem AiO-Segment. Fazit Vergleichen wir die Temperaturwerte, die der Prozessor unter Auslastung erreicht, stellen wir fest, dass alle Kandidaten sehr nah beieinanderliegen. Selbst bei gedrosselten Pumpen beträgt der Unterschied nur wenige Grad Celsius, wenn man sie ihrer maximalen und ungebändigten Leistung gegenüberstellt. Das Betriebsgeräusch wiederum ist ein wichtiger Faktor, der für eine Drosselung spricht. Wichtiger als die Fördermenge ist jedoch der integrierte Radiator und, mit großem Abstand, die Lüfter. Hier schwächeln Alphacool und be quite!, denn die im Lieferumfang erhaltenen Lüfter weisen ein hörbares Betriebsgeräusch des Lagers auf oder lassen sich nicht ohne zusätzlicher Hardware steuern. Klar, nahezu alle gängigen Mainboards bieten die Möglichkeit einer Lüftersteuerung mit vielen Einstellmöglichkeiten. Die komfortable Lösung, wie es Thermaltake mit dem kleinen Controller bietet, gefällt uns aber deutlich besser. Wer das Maximum aus seiner AiO-Wasserkühlung herausholen möchte, oder mit dem Gedanken spielt, diese um weitere Kühlkomponenten zu erweitern, sollte ernsthaft über einen Kauf von alternativen Lüftern nachdenken. Bei den getesteten Pumpen ergibt sich ein grundsätzlich sehr positives Gesamtbild. Die Technik hat sich seit den Anfangs-


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jahren der Wasserkühlung stetig weiterentwickelt. Pumpmodule werden kleiner und effizienter. Hersteller wie Alphacool und be quite! gehen Partnerschaften ein, um neue Technologien auf den Markt zu bringen – beispielsweise die saugende Pumpeinheit der Silent Loop. Exoten wie die XSPC Ion bedienen Nischen und ermöglichen den Bau einzigartiger Kühlkreisläufe, bei denen die Pumpe in der Luft oder außerhalb des Gehäuses hängt. Ja, Pumpen aus Kompaktwasserkühlern können es tatsächlich mit etablierten Pumpen wie der D5 oder der Eheim 1046 aufnehmen. Dass der Markt für erweiterbare Modelle noch so klein ist, finden wir hingegen sehr schade. Zu gering ist der Temperaturunterschied zwischen einem hohen und niedrigen Durchfluss. Angenehm leise ist hingegen der Betrieb der AiO-Pumpen. Ganz ohne Garantieverlust und mit einer wachsenden Palette kompatibler Erweiterungen aus GPU-Kühler und Wärmetauscher überzeugte uns besonders der Alphacool Eisbaer. Diese Pumpeinheit ist in unseren Augen aktuell die beste Alternative zu den Wakü-Platzhirschen von Eheim und Laing.

Alle getesteten Pumpmodule im Vergleich: Durchfluss in L/h 200,00 180,00 160,00 140,00 120,00 100,00 80,00 60,00 40,00 20,00 0,00

171,70

176,50 152,75

129,18 95,08

84,14 47,27

42,06 17,96

n.a.

44,95

53,84

39,05 n.a.


WASSERKÜHLUNG Review: AiO-Kompaktwasserkühler

Diagramme: Alphacool Eisbaer

Auf den folgenden Seiten sind mehrere Diagrame unterschiedlicher Lüfter, die wir auf den Radiator des Alphacool Eisbaer montiert haben. Es wird die Kühlleistung in Grad Celsius aufgeführt. Die Raumtemperatur wurde kontinuierlich gemessen und bereits von der durchscnittlichen Temperatur der einzelnen Prozessorkerne (C1-C4) sowie dem CPU Packet (CPU Pack bzw. Pack) siubrahiert. Delta T wurde bei der Rechnung nach Möglichkeit berücksichtigt. Alphacool Eisbaer: Alphacool Eiswind Lüfter 800 29,00

28,08

27,72

1000 28,06

27,24 27,17 27,13

27,00

26,32

25,88

1200 27,71

1400

1600

27,24 27,16 27,11

25,45 25,38 25,53 24,63 24,48

25,00

23,78 23,61 23,68 23,00 21,67 21,57 21,00

21,14 21,24 20,96

19,00

17,00

15,00 CPU Pack

C1

C2

C3

C4

Alphacool Eisbaer: Silent Wings 3 Lüfter CPU Pack 44,00

42,95

C1

C2

C3

C4

42,66 42,49

42,00 40,78 40,00

39,29

39,16 39,13 38,95

39,05 38,90

38,00

38,50

37,24 35,54

36,00

36,97

35,20

34,00

32,00

30,00

600 RPM

800 RPM

1000 RPM


WASSERKÜHLUNG Review: AiO-Kompaktwasserkühler Pure Wing 2 auf be quite! Silent Loop 23,82 24,02 24,50

C4

24,68 25,26 26,01

21,80 22,10 22,18

C3

22,42 22,96 24,10

27,94 28,09 28,09

C2

28,55 29,06 30,05

25,92 26,06 26,44

C1

26,95 27,14 28,13

27,97 28,09 28,09

CPU Pack

28,56 29,05 30,08

0,00

5,00

10,00 1600

15,00 1400

1200

20,00 1000

800

25,00 600

30,00

35,00


WASSERKÜHLUNG Review: AiO-Kompaktwasserkühler

Alphacool Eisbaer: Silent Wings 3 Lüfter CPU Pack 39,00

38,39

C1

C2

C3

C4

38,10 38,23

38,00

37,56 36,99

37,00

37,29 36,80

36,57 36,22

36,03

36,00 35,00

34,83

34,50

34,40

34,00

33,69

33,53

33,00 32,00 31,00

1200 RPM

1400 RPM

1600 RPM

Alphacool Eisbaer: Noctua NF-F12 1400 RPM

1200 RPM

1000 RPM

800 RPM

600 RPM

36,60 36,92

C4

38,03 39,09 40,37 33,95 34,91

C3

35,67 36,74 38,11 38,61 39,07

C2

40,01 41,25 42,79 37,87 38,37

C1

39,32 40,61 41,98 38,69 39,14

Pack

40,06 41,34 42,84

30,00

32,00

34,00

36,00

38,00

40,00

42,00

44,00


WASSERKÜHLUNG Review: AiO-Kompaktwasserkühler

Alphacool Eisbaer: Noctua NF-P12 600 RPM

800 RPM

1000 RPM

1200 RPM

44,00 42,27 42,00

42,17

41,79 40,88

40,81 40,18

40,00

39,1539,02

39,58

39,0538,89

38,6638,53

38,26

37,84

38,00

37,2036,97

36,40 36,00

34,9534,88

34,00

32,00

30,00 Pack

C1

C2

C3

C4

Alphacool Eisbaer: Noctua NF-S12A 600 RPM

800 RPM

1000 RPM

1200 RPM

44,00 42,47

42,37 41,59

42,00 40,96

40,94 40,35

40,00

39,98 39,25

40,28

40,27 39,55

39,16 38,40

38,39

37,95

38,00

37,81 37,14 36,29

36,00

35,81 34,55

34,00

32,00

30,00 Pack

C1

C2

C3

C4


WASSERKÜHLUNG Review: AiO-Kompaktwasserkühler

Diagramme: be quite! Silent Loop Auf den folgenden Seiten sind mehrere Diagrame unterschiedlicher Lüfter, die wir auf den Radiator des be quiet! Silent Loop montiert haben. Es wird die Kühlleistung in Grad Celsius aufgeführt. Die Raumtemperatur wurde kontinuierlich gemessen und bereits von der durchscnittlichen Temperatur der einzelnen Prozessorkerne (c1-C4) sowie dem CPU Packet (CPU Pack bzw. Pack) siubrahiert. Delta T wurde bei der Rechnung nach Möglichkeit berücksichtigt. be quiet! Silent Loop: Pure Wings 2 bei 1600 RPM 37,00 36,30

36,50

36,25

36,00 35,50 35,00

34,56

34,50

34,02

34,00

33,33

33,50 33,00 32,50 32,00 31,50

CPU Pack

C1

C2

C3

C4

be quiet! Silent Loop: Silent Wings 3 Pack

C1

C2

C3

C4

50,00 46,23 45,00

44,91

46,19 44,57 40,95

43,04

41,75

43,01 40,81

40,00

42,33

40,90

42,29 40,23

37,90

37,23

35,00

30,00

25,00

20,00 1

600 RPM

2

800 RPM

3

1000 RPM


WASSERKÜHLUNG Review: AiO-Kompaktwasserkühler

be quiet! Silent Loop: Silent Wings 3 Pack

C1

C2

C3

C4

44,00 42,21

42,19

41,68

42,00

41,65 40,86

40,70 39,98

39,95

40,00

39,57

40,85 39,19

38,92

37,55

38,00

36,85 35,68

36,00

34,00

32,00 1

2

600 RPM

3

800 RPM

1000 RPM

be quiet! Silent Loop: Noctua NF-A14 600

800

1000

1200

1400

46,00 44,46 44,00

44,39 43,64

43,32 42,31

42,00

43,26

42,30

42,39

42,26

41,30 40,67 40,32

41,15

40,66 40,28

40,00

39,79

39,36

39,13 38,86

38,53

38,00

38,27 37,96

37,42

35,6335,48

36,00

34,00

32,00

30,00 CPU Pack

C1

C2

C3

C4


WASSERKÜHLUNG Review: AiO-Kompaktwasserkühler

be quiet! Silent Loop: Noctua NF-P14S 1500 PWM 1400

1200

1000

800

600

38,33 39,22 C4

40,11 40,32 42,19 35,79 35,91

C3

37,00 38,11 40,16 40,73 41,00

C2

41,70 42,93 44,72 39,62 40,06

C1

41,09 42,27 44,02 40,79 41,10

Pack

41,82 42,99 44,83

30,00

32,00

34,00

36,00

38,00

40,00

42,00

44,00

46,00

be quiet! Silent Loop: Noctua NF-P14S 1200 PWM 600 46,00 44,00 42,00

44,86 42,89

41,45

1000

1200

44,82

43,97 41,91

800

42,01

42,83 41,08

40,39

42,55

41,80 41,43

40,66

40,05

40,00

38,03

38,00

37,21

39,89

36,70

36,00 34,00 32,00 30,00 Pack

C1

C2

C3

C4

39,07


WASSERKÜHLUNG Review: AiO-Kompaktwasserkühler

Diagramme: Thermaltake Water 3.0 RGB Auf den folgenden Seiten sind mehrere Diagrame unterschiedlicher Lüfter, die wir auf den Radiator des be Thermaltake Water 3.0 RGB montiert haben. Es wird die Kühlleistung in Grad Celsius aufgeführt. Die Raumtemperatur wurde kontinuierlich gemessen und bereits von der durchscnittlichen Temperatur der einzelnen Prozessorkerne (C1-C4) sowie dem CPU Packet (CPU Pack bzw. Pack) siubrahiert. Delta T wurde bei der Rechnung nach Möglichkeit berücksichtigt. Thermaltake Water 3.0 RGB: Thermaltake Riing 12 RGB 800 37,00 36,00

36,49 36,19 35,84

35,00

36,26 35,93 35,62

34,55

1000

1200

1400

36,18 35,95 35,42

34,36

34,59

34,19

34,00

33,62 33,32

32,94 32,55

33,00 32,00

31,76

31,63 30,70

31,00 30,00 29,00 28,00 27,00 Pack

C1

C2

C3

C4

Thermaltake Water 3.0 RGB: be quiet! Silent Wings 3 Pack 43,00 41,00 39,00

41,38

40,37

C1

C2

C3

C4

41,34 38,75 37,51

37,00

37,95

36,80

37,93 35,90

36,75

36,22 36,66 34,77

34,27

35,00

32,81

33,00 31,00 29,00 27,00 25,00

600 RPM

800 RPM

1000 RPM


WASSERKÜHLUNG Review: AiO-Kompaktwasserkühler

Thermaltake Water 3.0 RGB: be quiet! Silent Wings 3 Pack 37,00

36,26

36,00

35,79

C1

C2

C3

C4

36,12

35,00

34,86

34,22

34,79

34,20

34,20

34,00 33,00

32,32

33,60

34,06

32,08

32,00 31,00

31,56

30,41

30,26

30,00 29,00 28,00 27,00

1200 RPM

1400 RPM

1600 RPM

Thermaltake Water 3.0 RGB: Noctua NF-F12

41 39,26

39,22

39 37,72 37

36,98

36,96

35,77 34,99 34,51

35

36,56

35,78 35,72 34,97 34,48

35,76 34,97 34,29 33,50

34,62

33,60

33

31,96 30,84 30,57

31

32,92 32,10 31,52

29 27 CPU Pack

C1

C2 600

800

1000

C3 1200

C4

1400

Thermaltake Water 3.0 RGB: Noctua NF-P12 600 41,00 39,00 37,00 35,00

38,98 35,63 35,40 34,97

800

1000

12000

38,93 37,31 34,21 34,00 33,70

35,61 35,41 34,96

36,28

35,06 31,29 31,13 30,59

33,00 31,00

32,31 31,84 31,56

29,00 27,00 25,00

CPU Pack

C1

C2

C3

C4


WASSERKÜHLUNG Review: AiO-Kompaktwasserkühler

Thermaltake Water 3.0 RGB: Noctua NF-S12A 600

39,00

38,55

800

1000

12000

38,49 37,73

37,00

36,21

36,15 35,60

35,19

35,15 34,68

35,00

35,85

35,46 34,63

34,61 33,86

33,37 33,00 32,00

31,94 30,83

31,00

31,75

30,58

29,00

27,00

25,00

CPU Pack

C1

C2

C3

C4

Thermaltake Water 3.0 RGB: Noctua NF-S12B 600

800

1000

1200

43,00 41,00 39,00 37,00

40,42

40,42 38,52 37,39 35,88 35,68

35,00

37,36

36,48 35,00

35,87 35,67 34,08

37,55

36,56

34,69 33,55

33,00

33,02 31,26 31,20

31,00 29,00 27,00 25,00 CPU Pack

C1

C2

C3

C4

32,47


WASSERKÜHLUNG Review: AiO-Kompaktwasserkühler

Diagramme: Alle Pumpmodule im Textsystem Auf den folgenden Seiten sind mehrere Diagrame der unterschiedlichen Pumpen aufgelistet. Es wird die Kühlleistung in Grad Celsius aufgeführt. Die Raumtemperatur wurde kontinuierlich gemessen und anschließend von der durchscnittlichen Temperatur der einzelnen Prozessorkerne (C1-C4) sowie dem CPU Packet (CPU Pack bzw. Pack) siubrahiert. Delta T wurde bei der Rechnung (soweit es möglich war) berücksichtigt. Ebenso ist der Durchfluss der Pumpen in L/h abgebildet. Unser Testsystem bestand aus einem Alphacool XPX als CPU-Kühler, Aquacomputer Airplex 420 als Radiator und drei Noctua NF-P14s Referenzlüftern. Die Hardware setzt sich aus einem Intel i7-6700K, Asus Z170M Plus und zwei G.Skill F4-3000C15Q-16GRR 4GB Arbeitsspeicher-Riegeln zusammen. AiO Kompacktwasserkühler: Temperatur in Grad Celsius C4

C3

C2

C1

CPU Pack 25,45 23,52

Alphacool Eisbaer 50%

27,89 27,53 28,74 24,80 22,23

Alphacool Eisbaer 75%

27,87 26,29 27,87 23,83 22,22

Alphacool Eisbaer 100%

27,29 25,93 27,30 30,67 30,21

Thermaltake Water 3.0 RGB 100%

33,92 32,13 33,96 26,62 24,84

be quiet! Silent Loop 50%

30,11 28,53 30,13 24,75 23,24

be quiet! Silent Loop 75%

28,67 27,35 28,68 24,55 22,63

be quiet! Silent Loop 100%

28,39 26,92 28,40

15,00

17,00

19,00

21,00

23,00

25,00

27,00

29,00

31,00

33,00

35,00


WASSERKÜHLUNG Review: AiO-Kompaktwasserkühler „Große“ Pumpen sowie kombinierte Pumpmodule: Temperatur in Grad Celsius C4

C3

C1

CPU Pack

23,19

21,48

Thermaltake D5 100%

C2

27,36

25,73 24,55

21,79

Aquastream XT 100%

27,36

28,05

26,52 24,14

22,19

Aquacomputer D5 25%

28,07

27,87

26,40 26,40 23,69

21,69

Aquacomputer D5 50%

27,63

25,80 23,56

21,28 21,63

Aquacomputer D5 75%

25,63

27,51

23,46

21,70

Aquacomputer D5 100%

27,62

27,37

25,72

XSPC Ion 100%

27,38

22,52

21,03

27,20

25,30 20,00

21,00

22,00

23,00

24,00

25,00

26,00

27,20 27,00

28,00

29,00


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NB eLoop

NB eLoop

M

it der Lüfterserie NB-eLoop führte Noiseblocker vor einigen Jahren eine neue Technologie auf dem Markt der IT-Lüfter ein, die noch heute unerreichte Werte bei der Lautstärke und Kühlung aufweist. Auffälligstes Merkmal ist die völlig neue Flügelform, der sogenannte Schalufenrotor, mit dem sich die Lautstärke des Lufstrom selbst hörbar reduzieren lässt. Die Entwicklung baut auf den Forschungsergebnissen des Bionik-Forschers Dr. Rudolf Bannasch auf, der zugleich auch der Erfinder des Rotors ist. In grundlegenden Tests konnte er die Wirkungsweise dieser Flügelform nachweisen. Die Weiterentwicklung zur Anwendung für IT- und Industrielüfter sowie die Miniaturisierung und Optimierung für die Serienfertigung erfolgt im Entwicklungslabor von Noiseblocker. Gefördert wurde die Entwicklung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Das besondere Kennzeichen der neuen Lüftertechnik von Noiseblocker ist die bionische Flügelform. Die ermöglicht es, die Lautstärke, die im Luftstrom des Lüfters entsteht, zu reduzieren.

*

*beinhaltet Produktplatzierungen

Lüfterentwicklung auf der Grundlage bionischer Forschung


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NB eLoop

Gleichzeitig wird durch die neue Flügelform die für den Antrieb des Rotors benötigte Energie reduziert und der Luftstrom gebündelt. Je nachdem worauf die bionische Form der Flügel optimiert werden, können die Geräuschemission der Luft verringert, die Luftfördermenge bei gleicher Drehzahl auf einer definierten Fläche erhöht oder Energieeinsparungen beim Betrieb realisiert werden.

Das technische Anwendungsprinzip geht darauf zurück, dass beim Bewegen bzw. beim Durchschneiden von Luft Wirbel entstehen. Diese Wirbel erzeugen Schall und verbrauchen gleichzeitig Energie. Die spezielle Flügelform der Bionic-Loop-Fan-Technologie von Noiseblocker löst diese großen Wirbel auf, zerteilt sie in mehrere kleine Wirbel und leitet die Luft in einem (im Vergleich zu klassischen Rotoren) ruhigeren Luftstrom weiter. Wirbel und Geräusche an den Flügelspitzen Bei klassischen Rotoren entstehen Luftwirbel an den Flü-


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NB eLoop

gelspitzen. Diese Wirbel bzw. die damit verbundene Geräuschentwicklung kann mit einer Akustikkamera visualisiert werden (hier am Beispiel großer Windräder).

Bionische Form löst große Wirbel auf Große Wirbel, die beim Durchschneiden von Luft entstehen, werden durch bionisch optimierte „unregelmäßige“ Formen aufgelöst. Dieses Prinzip kann in der Natur bei Pinguinen und an aufgefächerten Schwingen von Vögeln beobachtet werden. Diese allgemeinen Prinzipien der Bionik wird heute in der Formgebung z.B. im Automobil-, Schiffs- und U-Bootbau eingesetzt. Die Anwendung für Lüfter erfolgte über bionische Entwicklungsreihen und ist dort nur noch in abgeleiteter Form zu erkennen.


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NB eLoop

Bionische Grundlagen-Entwicklung: Form-Evolution der Flügelspitzen Zur Auflösung der Wirbel bei Flügelspitzen wurden nach dem bionischen Prinzip zunächst in einer evolutionären Versuchsreihe eine einzelne Flügelspitze (Flugzeug) aufgefächert und optimiert. Später wurde dieses Prinzip auf Rotoren übertragen, was zu einer spezifischen Verbindung der Flügelspitzen benachbarter Rotorblätter in einem bionischen Schlaufenpropeller führt. Diese Forschungsarbeiten wurden durch den Bioniker Dr. Rudolf Bannasch umgesetzt. Weiterentwicklung zur Produktionsreife: Prototypentest Bionic Loop Fan In der Anwendungsentwicklung wurde die Flügelform miniaturisiert und für eine produktive Nutzung weiterentwickelt. Akustische Messungen von Prototypen demonstrieren die Wirkungsweise der neuen bionischen Lüftertechnik in der Praxis. Das Prinzip der bionischen Lüfterform geht wie bereits erwähnt auf die Forschungsarbeiten des Bionikers Dr. Rudolf Bannasch zurück. Er hat das Prinzip der aufgelösten Luftwirbel und eingesparten Energiemenge zum ersten Mal bei Pinguinen und Seevögeln beobachtet. Die auf den ersten Blick sehr abstrakte Übertragung dieser Beobachtungen auf die Form von Lüftern folgte anhand von Verständnisstudien in Form von Nachbauten, Anwendungsversuchen in bionisch revolutionierten Formreihen bis hin zur Erstellung von Modellen mit praktischem Wirkungsnachweis. Die Prinzipien seiner Forschungsergebnisse sowie anderer Forscher, die in dem Bereich der Bionik tätig sind, wurden inzwischen in verschiedenen Anwendungsbereichen nachgewiesen und finden dort teilweise technische Anwendung. Darunter befinden sich Rumpfformen bei Schwimmkörpern, aerodynamische Formgebung im Automobilbereich, Tragflächenformen für Flugzeuge, Schraubenantriebe im Wasser.


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NB eLoop

Hoher Wirkungsgrad, hohe Kühlleistung Die Kühlleistung wird bei Lüftern alleine durch den tatsächlich nutzbaren effektiven Volumenstrom bestimmt. Der „maximale Druck“ ist nur ein Anhaltspunkt, die Druckstabilität in diesem Zusammenhang der entscheidende Punkt. Ein herkömmlicher Axiallüfter verliert bereits bei geringem Gegendruck einen großen Teil seiner Leistung. Schlaufen- oder Diagonallüfter sind im tatsächlich angewandten Einsatzbereich hingegen druckstabiler und verlieren somit weniger Leistung. Der effektiv nutzbare Volumenstrom fällt also höher aus. Wird die so erhöhte Leistung nicht benötigt, kann die Drehzahl abgesenkt werden, was weiteres Potential für die Reduzierung der Betriebslautstärke ermöglicht. Die Abbildungen zeigen die akustische Messung eines Prototypens (Bild oben) im Vergleich mit einem hochwertigen marktüblichen klassischen Lüfter (Bild nächste Seite) bei gleicher Luftfördermenge. Je nach Vergleichsmodell ergeben sich dabei gemessen in Sone Lautstärkevorteile zwischen ca. 25 bis 35 Prozent. Diese gemessenen Lautstärkevorteile beziehen sich aber nur auf Prototypen und demonstrieren die Möglichkeiten der Wirkungsweise in der konkreten Anwendung. Ein Vergleich zu den Ergebnissen bei den endgültigen Produkten ist jedoch nur bedingt möglich.


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NB eLoop

Der optimale Betriebsbereich bei Schlaufen- und Diagonallüftern verläuft dabei im Vergleich zu klassischen Lüftern gerader, was die Regelung flexibel macht. Der aerodynamisch optimierte Schlaufenrotor ist dabei leiser als ein Diagonallüfter. Schlaufenlüfter weisen damit unabhängig vom Gegendruck das niedrigste Betriebsgeräusch im Verhältnis zur effektiven Kühlleistung auf und sind gleichzeitig universell einsetzbar.


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NB eLoop

Warum es sich lohnt genauer hinzuschauen Radiatoren, CPU Kühler und PC Gehäuse bauen einen unterschiedlichen Gegendruck auf, der effektiv nutzbare Volumen-

strom reduziert sich entsprechend. Der nutzbare Volumenstrom und das Betriebsgeräusch im Verhältnis zur Leistung sind ent-


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NB eLoop

scheidend. Vergleicht man einen herkömmlichen Axiallüfter mit einem bionischen Schlaufenrotor bei einer identischen Ausgangslage ergibt sich ein deutlicher Unterschied bei der Leistung. Besteht beispielsweise in einem fiktiven Szenario ein „Gegendruck“ von 1.000 mmH²O verbleibt bei einem Axiallüfter noch ein theoretischer Volumenstrom von knapp 55m³/h. Bei einem bionischen

Schlaufenrotor oder einem Diagonallüfter sind es hingegen noch ca. 80 m³/h effektiv nutzbarerer Volumenstrom. Je höher der Volumenstrom, desto größer die Kühlleistung. Die Angabe des maximalen statischen Drucks sagt also wenig über die Kühlleistung aus. Eine Nummer größer Bei der Entwicklung der 140mm großen eLoop -Lüfter ließ sich Noiseblocker Zeit. Zum einen um das Feedback und die Wünsche der Community zu sammeln und auszuwerten. Zum an-


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NB eLoop

deren um die bionische Technik effizient umzusetzen. Bei einer schlichten Vergrößerung der Rotorblätter würde ein gewichtiger Teil der möglichen Luftfördermenge verloren gehen und sich die Kühlleistung reduzieren. Um dem entgegenzuwirken entwickelte Noiseblocker die Rotorblätter von Grund auf neu. Das Flügeldesign wurde auf die Anforderungen der speziellen Aerodynamik des größeren Durchmessers und der bei den größeren Modellen langsameren Drehgeschwindigkeit hin angepasst. Verfügen die bisherigen Lüfter der Größe 120mm über sechs Flügel, kommen bei den neuen 140-Millimeter-Modellen neun Blätter zum Einsatz. Der Motor und die Motorelektronik wurden an eine langsameren Drehgeschwindigkeit und ein größere Gewicht des Rotors optimiert. Im Sommer 2015 wurden die neuen Vertreter der NB-eLoop-Serie der Öffentlichkeit vorgestellt. Mehr Infos unter: www.blacknoise.com

*Für den Inhalt dieses Beitrages zeigt sich ausschließlich die Blacknoise Deutschland GmbH verantwortlich


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Nanoxia Special N.N.V

Nanoxia Special N.N.V E

ntwicklungen, Impulse und Ideen aus der Automobilindustrie finden immer wieder ihren Weg in den Markt der Computer-Kühlung. So auch im Fall der neuen Lüfter von Nanoxia, die das Unternehmen ab Februar unter dem Namen SPECIAL N.N.V. anbieten wird. Bei diesen kommt eine patentierte Technologie zum Einsatz, die deutsche Automobilkonzerne für die Luftzirkulation der Sitzheizungen in ihren Fahrzeugen nutzen. Die SPECIAL N.N.V. Lüfter sind aus zwei voneinander entkoppelten Rahmen gefertigt: Der äußere Lüfterrahmen bietet Montagepunkte zur Befestigung des Lüfters im Gehäuse oder auf einem CPU-Kühler bzw. Wärmetauscher. Auf dem inneren Ventilator-Rahmen, der über vier Kunststoff-Dämpfer vom Lüfterrahmen entkoppelt ist, sind Lüftermotor und Rotor montiert. Nanoxia verspricht dadurch ein nahezu lautloses Betriebsgeräusch. Der Rahmen ist aus besonders robustem Kunststoff gefertigt, ein hochwertiges Fluid Dynamic Bearing-Lager und ein sehr laufruhiger Motor tragen zu einer hohen Lebenserwartung der neuen


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Nanoxia Special N.N.V

Lüfter bei. Anstelle herkömmlicher Lüfterschrauben setzt Nanoxia auf eine neuartige Montagelösung: Dem Lieferumfang liegen vier Push-Pin Halterungen bei, mit deren Hilfe die Lüfter schnell und sicher montiert werden können. Sie hinterlassen keine Spuren und können mit einem Handgriff jederzeit wieder entfernt werden. Damit gestaltet sich der Ein- und Ausbau der Lüfter besonders einfach.

Die SPECIAL N.N.V. Lüfter-Serie umfasst vorerst vier Modelle, die ab Mitte Februar im Handel verfügbar sein werden. Neben dem SPECIAL N.N.V. Fan 120 mit PWM Anschluss (400 – 1650 U/Min) werden kurze Zeit später Ausführungen mit 800, 1.200 und 2.000 U/Min folgen. Mehr unter: nanoxia-world.com


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LEPA NeoIlusion

LEPA Neollusion

M

it dem neuen Neollusion von LEPA soll CPU-kühlung nicht nur effizient, sondern auch farbenfroh realisiert werden können. Die seitlichen Kühlrippen bieten eine RGB-Beleuchtung, die über eine dem Lieferumfang beiliegende Infrarot-Fernbedingung umgeschaltet werden kann. Es kann aus 16 unterschiedliche Farben und vier Beleuchtungsmodi gewählt werden. Voreingestellte Farbspiele bleiben dank Memory-Funktion auch nach einem Neustart bestehen. Der Kühlkörper hat die Maße von 126mm x 40mm x 161,7mm, für die Wärmeabfuhr ist ein 120mm Lüfter zuständig. Bei der Materialwahl setzt Lepatek auf Aluminium für die Lamellen und Kupfer für die Heatpipes. An diesen Heatpipes sind Flügel angebracht, um den kühlenden Luftstrom zu toten Winkeln der Heatpipes zu lenken und eine Kühlleistung von über 200 Watt TDP zu ermöglichen. Um die Lebensdauer des Kühlers zu erhöhen und mögliche Oxidationen zu verhindern, wurde die Oberfläche mit einem Super-Nano-Thermal-Conductive-Material beschichtet.


LUFTKÜHLUNG

LEPA NeoIlusion

LEPA legt dem Lieferumfang einen 120mm Lüfter bei, dessen Rotorblätter eine spezielle Convex-Form aufweisen und bei Drehzahlen von 600 bis 1.800 Umdrehungen pro Minute einen Luftdurchsatz von 49,80 bis 128,12m³ pro Stunde erreichen. Die Drehgeschwindigkeit lässt sich über einen beiliegenden Adapter anpassen, wodurch der Geräuschpegel auf bis zu 14 dBA reduzieren lässt. Alternativ kann der Lüfter über einen 4-Pin-PWM-Anschluss mit dem Mainboard verbunden werden. Der LEPA Neollusion ist mit allen aktuellen AMD- und Intel-Sockeln kompatibel Kostenloses AM4-Montage-Kit nicht nur für NeoIllusion Als Reaktion auf die vorgestellte AM4-Plattform von AMD, bietet LEPA allen Besitzern eines LEPA Luft- oder Wasser CPU-Kühlers ein kostenloses AM4 Umrüst-Kit an. Die Umrüstungs-Kits werden für LEPA CPU-Kühler - ausgenommen hiervon ist der EXllsuion240 - erhältlich sein, um eine vollständige Kompatibilität mit den neuesten Sockelgenerationen von AMD sicherzustellen. Besitzer eines LEPA CPU-Kühlers können ein kostenloses AM4-Umrüst-Kit bestellen. Gegen Vorlage des Kaufbeleges erhalten sie das jeweilige Kit vom LEPA Support zugeschickt. Alle Umrüst-Kits sind passend zum geplanten Produktlaunch der AM4-Mainboards ab 01. März 2017 verfügbar. Verfügbar unter: www.lepatek.de


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Aquasuite Lizenzsystem

Aquasuite mit neuem Lizenzsystem M

it der neuen Aquasuite-Version 2017 kommen nicht nur neue Funktionen hinzu, Aquacomputer führt auch ein Lizenzmodell ein. Mit dieser Maßnahme will das Unternehmen die zukünftige Software-Entwicklung sichern und weiterhin Support für Altgeräte ermöglichen. Da die Kompatibilität und einzelne Funktionen der Aquasuite bei betagten Modellen über Jahre abnimmt, entstehen durch Kundenanfragen hohe Kosten. In Relation zum Verkaufspreis kann das ein Verlustgeschäft bedeuten. Dem möchte Aquacomputer mit dem neuen Lizenzmodell entgegenwirken. Jedes neu erworbene Aquacomputer-Produkt, das über eine USB-Schnittstelle verfügt, beinhaltet bereits eine zweijährige Linzens für die Aquasuite-Software. Wer zu einem Aquaero XT oder Aquaduct XT greift, erhält sogar zusätzlich eine Lizenz für die Aquasuite 2019. Besitzer eines Aquaero 5 XT, 6 XT, eines Produktes der Aquaduct XT-Serie oder einer Aquastream Ultimate ist, kann ohne jegliche Mehrkosten die Aquasuite in der Version 2017 nutzen. Wer eine


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Aquasuite Lizenzsystem

Aquaero 5 Pro/LT oder 6 Pro/LT sein Eigenen nennen kann, die eine Laufzeit von 90 Tagen (2160 Stunden) und weniger haben, erhalten ebenfalls automatisch eine Lizenz für die Aquasuite 2017. Doch was ist mit allen anderen Aquacomputer-Kunden? Grundsätzlich kann eine gültige Lizenz aus der Aquasuite heraus erworben werden. Der Preis beträgt 9,90€ für ein Jahr (neueste Aquasuite-Version 2017) oder 14,90€ für zwei Jahre (neueste 2017- und zukünftige Aquasuite-Version 2018). Aquacomputer akzeptiert PayPal und Vorkasse für die Kaufabwicklung. Wer auf der neuen Funktion der Aquasuite 2017 verzichten kann, bleibt bei der „alten“ Version 2016. Diese funktioniert zeitlich unbegrenzt und wird zukünftig auch mit Patches versorgt, die besonders kritische Fehler und Probleme beheben sollen. Auf einen Support bei Fragen und Problemen muss man jedoch verzichten.

Für die Aktivierung der Lizenz ist einmalig eine Internetverbindung nötig. Aquacomputer betont ausdrücklich, dass hierbei kein Austausch von personenbezogenen Daten stattfindet. Lediglich die Seriennummern der vorhandenen Aquacomputer-Geräte, eine errechnete Nummer zur Identifizierung des


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Aquasuite Lizenzsystem

Rechners und der Lizenzschlüssel werden übermittelt. Bei neu erworbenen Geräten aus dem Lagerbestand befindet sich ein Lizenzschlüssel auf der Außenseite der Verpackung. Dieser Schlüssel wird nach Installation der Aquasuite in dieser eingegeben und einem angeschlossenem USB-Gerät zugewiesen. Anschließend aktiviert der Lizenz-Server die Installation auf dem Rechner und sendet dem Kunden eine Lizenz-Datei zu.

In den kommenden Monaten will Aquacomputer die eigenen Produkte mit einem integrierten elektronischen Lizenzschlüssel erweitern. Bei diesen Geräten wird kein Schlüssel mehr eingegeben werden müssen, da sie dieser bereits bei der Auslieferung im Gerätespeicher enthalten. Diese Modelle erkennt man an einem entsprechenden Aufkleber. Hier zählt dann das Datum der erstmaligen Aktivierung für den beinhalteten Support-Zeitraum.


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Aquasuite Lizenzsystem

So viel Zeit investiert Aquacomputer in die Entwicklung Wir haben Stefan May, Geschäftsführer von Aquacomputer gefragt, wie viel Zeit in die Entwicklung und den Support investiert wird. Auch wenn keine genauen Angaben möglich waren, konnten wir in Erfahrung bringen, dass für den Support zwei Personen beschäftigt werden. Eine von ihnen steht als Vollzeitkraft für Kundenfragen zur Verfügung. Zwischen 160 und 180 Stunden werden monatlich in die Entwicklung, Fehlerbehebung und Optimierung der Aquasuite investiert. Über 2.000 Mannstunden sind es im Jahr. Steht die Veröffentlichung einer neuen Aquasuite-Version bevor, sind neben dem zuständigen Entwickler auch noch zusätzliche Personen involviert, die Grafiken, Texte und Übersetzungen beisteuern. Wird das mit der Lizenz verknüpfte Gerät vom PC abgezogen, funktioniert die Aquasuite zunächst weiter – inklusive aller bei der Installation vorhandener Geräte. Wird jedoch ein neues Gerät hinzugefügt oder soll die Aquasuite neu installiert werden – hierzu gehören auch Updates – muss entweder das mit der Lizenz verknüpfte Gerät oder ein anderes Gerät mit einer gültigen Lizenz angesteckt werden. In diesem Fall wird erneut eine Internetverbindung benötigt, da die Lizenz vom Lizenzserver erneut beantragt und ausgestellt wird. Solange das System ohne Änderungen der Konfiguration läuft, benötigt es jedoch keinen Kontakt zum Lizenzserver. Die neueste Aquacomputer Aquasuite herunterladen: www.aquacomputer.de


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Kurts erklärt: PWM

Kurts erklärt: PWM

E

von Noah A. Kurts

s sind schon einige Jahre ins Land gezogen, seit Halbleiterhersteller wie Intel und AMD mit leistungsfähigen und zugleich erschwinglichen Prozessoren Pionierarbeit leisteten, um den Wunsch eines persönlichen Computers Realität werden zu lassen. Benötigten CPUs wie der erste Pentium P5 (1993) noch genügsame 15 TDP, sind es bei modernen Prozessoren nicht selten 100 TPD und mehr. Natürlich lassen sich solche Vergleiche nur schwer ziehen, sie zeigen jedoch, dass nicht nur die Leistung, sondern auch die Wärmeentwicklung über die Jahre angestiegen ist. Insbesondere beim Übertakten ist eine gute Kühlung wichtig, um die Wärme effektiv abführen zu können. Doch da erzähle ich Ihnen ja nichts Neues. In den Anfangsjahren der CPU-Kühlung, waren die Möglichkeiten der Wärmeabfuhr noch recht beschränkt. Sowohl bei der Modellauswahl – meistens begnügte man sich mit dem im Lieferumfang enthaltenen Kühler – als auch bei der Kontrolle und damit verbundenen feinen Justierung der Drehgeschwindigkeit des je-


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Kurts erklärt: PWM

Ground +12V RPM/Tacho PWM

weiligen Lüfters. Insbesondere die Geräuschentwicklung, störend und symbolisch für den Betrieb eines PCs, war vielen Anwendern ein Dorn im Auge. Mit „Volt Mods“ versuchte man sich zu helfen und reduzierte die Versorgungsspannung von 12 auf 7 oder sogar 5 Volt, indem spezielle Molex-Kabel zum Einsatz kamen. Wenige Spannung hatte eine geringere Rotationsgeschwindigkeit zur Folge und somit auch eine geringe Geräuschentwicklung. Heutzutage wird das PWM Signal genutzt, um Lüfter und Pumpen den eigenen Wünschen nach zu drosseln. Die meisten gängigen Mainboards haben mindestens einen 4-Pin-Lüfter Anschluss, teure Modelle sogar deutlich mehr. Doch was ist PWM überhaupt und wieso ist es besser, als eine Steuerung die auf der Reduktion der Versorgungsspannung beruht? Der 4-Pin-Stecker ist heutzutage Quasi-Standard und basiert auf der Spezifikationsvorgabe, die Intel 2004 mit dem LGA775CPU-Socket eingeführt hat und der AMD kurze Zeit später gefolgt ist. Vier Pins muss ein solcher Anschluss haben, wenn er


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Kurts erklärt: PWM

beispielsweise auf einem Mainboard durch den jeweiligen Hersteller verbaut wird. Die Pins sind belegt mit Gnd, Vcc, Tacho und PWM. Meistens, aber nicht immer, weisen die entsprechenden 4-Pin-PWM-Anschlusskabel die Farben Schwarz, Rot, Gelb und Blau auf. Zusätzlich sind auch die alten 3-Pin-Lüfter-Anschlusskabel, die mit dem 4-Pin-PWM-Anschluss kompatibel sind, weiterhin auf dem Markt vertreten. Hier erfolgt das Feedback zur Drehgeschwindigkeit über das Tacho-Signal. Bei diesen Kabeln entfällt die Ader für das PWM-Signal, verfügbar sind somit nur GND, Vcc und eben Tacho. Bei Pumpen, beispielsweise bei einige Ausführungen der Laing D5, findet man auch 4-Pin-Anschlüsse, an denen nur zwei Kabel angeschlossen sind. Diese Leitung ist für die Steuerung der Pumpe über das PWM-Signal vorhanden, während die Stromversorgung über einen Molex- oder SATA-Stecker erfolgt. PWM funktioniert wie ein Schalter, der in einem konstanten Rhythmus immer an- und ausgeschaltet wird, und dadurch die Menge an Strom begrenzt, der einem Motor (ganz gleich, ob Pumpe oder Lüfter) für den Betrieb zur Verfügung steht. Ist eine auf 30% reduzierte Geschwindigkeit eingestellt, fließen in regelmäßigen kurzen Abständen volle 12 Volt, auf die lange Abstände ohne Spannung (0 Volt) folgen. Bei einer auf 50% reduzierten Geschwindigkeit sind diese Abstände – 12 Volt oder 0 Volt – gleichmäßig lang. Bei 80% dominieren entsprechend die Phasen, in denen der Motor mit 12 Volt betrieben wird. Der Fakt, dass der Motor stets mit 12 Volt versorgt wird, ist wichtig. An den 4-Pin-Anschluss sollten nur passende Komponenten wie eben Lüfter angeschlossen werden, um Schäden durch Überspannung zu vermeiden. Da Pumpen einen deutlich höheren Stromverbrauch als Lüfter haben, werden sie meistens über den Molex-Anschluss direkt mit dem Netzteil verbunden.


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Kurts erklärt: PWM

Ist kein PWM-Signal vorhanden, arbeiten die meisten Lüfter mit 100% ihrer möglichen Leistung. Bei Pumpen sieht das wiederum anders aus, sie laufen in einem geringeTastgrad von 10%

Tastgrad von 30%

Tastgrad von 50%

Tastgrad von 80%

Tastgrad von 100% Kein Impuls

12V Impuls

ren Drehzahlbereich. Das bedeutet aber auch, dass der Nutzer die Leistung händisch auf 100% setzten muss, wenn er die Pumpe mit voller Geschwindigkeit betreiben möchte. Was in der Theorie und auf dem (digitalen) Papier so einfach aussieht, erweist sich in der Realität und insbesondere bei der Umsetzung jedoch ein wenig komplizierter. Nimmt der Lüfter- oder Pumpenmotor den Betrieb mit 12 Volt auf, weil der entsprechende Impuls eingeht, entsteht ein leises Klick-Geräusch. Dieses Säuseln des Lagers kann im Betrieb, besonders bei niedrigen Umdrehungsgeschwindigkeiten, hörbar und nervig sein. Die Lösung ist ein abgeschrägtes PWM-Signal, das durch die Ansteuerungs-Elektronik erzeugt wird und sowohl den Anfang als auch das Ende der 12-Volt-Betriebsphase für den Motor sanfter gestaltet.


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Kurts erklärt: PWM

PWM wirkt sich auch auf die Lebensdauer des Motors gut aus. Nicht alle Pumpen und nicht alle Lüfter können mit 7 oder gar 5 Volt ordnungsgemäß arbeiten. Ist die Spannung zu gering, hört der Motor auf zu drehen oder startet erst gar nicht, auch wenn der Computer schon hochgefahren ist. Mit PWM können Motoren bei 12 Volt und zugleich sehr geringen Drehzahlen ohne Komplikationen betrieben werden – wenn der Lüfter oder die Pumpe denn PWM-fähig ist. Deswegen empfiehlt es sich beim Kauf auf die PWM-Kompatibilität und den 4-Pin-Anschluss zu achten. weiligen Lüfters. Insbesondere die Geräuschentwicklung, störend und symbolisch für den Betrieb eines PCs, war vielen Anwendern ein Dorn im Auge. Mit „Volt Mods“ versuchte man sich zu helfen und reduzierte die Versorgungsspannung von 12 auf 7 oder sogar 5 Volt, indem spezielle Molex-Kabel zum Einsatz kamen. Wenige Spannung hatte eine geringere Rotationsgeschwindigkeit zur Folge und somit auch eine geringe Geräuschentwicklung. Heutzutage wird das PWM Signal genutzt, um Lüfter und Pumpen den eigenen Wünschen nach zu drosseln. Die meisten gängigen Mainboards haben mindestens einen 4-Pin-Lüfter Anschluss, teure Modelle sogar deutlich mehr. Doch was ist PWM überhaupt und wieso ist es besser, als eine Steuerung die auf der Reduktion der Versorgungsspannung beruht? Der 4-Pin-Stecker ist heutzutage Quasi-Standard und basiert auf der Spezifikationsvorgabe, die Intel 2004 mit dem LGA775CPU-Socket eingeführt hat und der AMD kurze Zeit später gefolgt ist. Vier Pins muss ein solcher Anschluss haben, wenn er beispielsweise auf einem Mainboard durch den jeweiligen Hersteller verbaut wird. Die Pins sind belegt mit Gnd, Vcc, Tacho und PWM. Meistens, aber nicht immer, weisen die entsprechenden 4-Pin-PWM-Anschlusskabel die Farben Schwarz, Rot,


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Kurts erklärt: PWM

Gelb und Blau auf. Zusätzlich sind auch die alten 3-Pin-Lüfter-Anschlusskabel, die mit dem 4-Pin-PWM-Anschluss kompatibel sind, weiterhin auf dem Markt vertreten. Hier erfolgt das Feedback zur Drehgeschwindigkeit über das Tacho-Signal. Bei diesen Kabeln entfällt die Ader für das PWM-Signal, verfügbar sind somit nur GND, Vcc und eben Tacho. Bei Pumpen, beispielsweise bei einige Ausführungen der Laing D5, findet man auch 4-Pin-Anschlüsse, an denen nur zwei Kabel angeschlossen sind. Diese Leitung ist für die Steuerung der Pumpe über das PWM-Signal vorhanden, während die Stromversorgung über einen Molex- oder SATA-Stecker erfolgt. PWM funktioniert wie ein Schalter, der in einem konstanten Rhythmus immer an- und ausgeschaltet wird, und dadurch die Menge an Strom begrenzt, der einem Motor (ganz gleich, ob Pumpe oder Lüfter) für den Betrieb zur Verfügung steht. Ist eine auf 30% reduzierte Geschwindigkeit eingestellt, fließen in regelmäßigen kurzen Abständen volle 12 Volt, auf die lange Abstände ohne Spannung (0 Volt) folgen. Bei einer auf 50% reduzierten Geschwindigkeit sind diese Abstände – 12 Volt oder 0 Volt – gleichmäßig lang. Bei 80% dominieren entsprechend die Phasen, in denen der Motor mit 12 Volt betrieben wird. Der Fakt, dass der Motor stets mit 12 Volt versorgt wird, ist wichtig. An den 4-Pin-Anschluss sollten nur passende Komponenten wie eben Lüfter angeschlossen werden, um Schäden durch Überspannung zu vermeiden. Da Pumpen einen deutlich höheren Stromverbrauch als Lüfter haben, werden sie meistens über den Molex-Anschluss direkt mit dem Netzteil verbunden. Ist kein PWM-Signal vorhanden, arbeiten die meisten Lüfter mit 100% ihrer möglichen Leistung. Bei Pumpen sieht das wiederum anders aus, sie laufen in einem geringe-


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Kurts erklärt: PWM

ren Drehzahlbereich. Das bedeutet aber auch, dass der Nutzer die Leistung händisch auf 100% setzten muss, wenn er die Pumpe mit voller Geschwindigkeit betreiben möchte. Was in der Theorie und auf dem (digitalen) Papier so einfach aussieht, erweist sich in der Realität und insbesondere bei der Umsetzung jedoch ein wenig komplizierter. Nimmt der Lüfter- oder Pumpenmotor den Betrieb mit 12 Volt auf, weil der entsprechende Impuls eingeht, entsteht ein leises Klick-Geräusch. Dieses Säuseln des Lagers kann im Betrieb, besonders bei niedrigen Umdrehungsgeschwindigkeiten, hörbar und nervig sein. Die Lösung ist ein abgeschrägtes PWM-Signal, das durch die Ansteuerungs-Elektronik erzeugt wird und sowohl den Anfang als auch das Ende der 12-Volt-Betriebsphase für den Motor sanfter gestaltet. PWM wirkt sich auch auf die Lebensdauer des Motors gut aus.

Nicht alle Pumpen und nicht alle Lüfter können mit 7 oder gar 5 Volt ordnungsgemäß arbeiten. Ist die Spannung zu gering, hört der Motor auf zu drehen oder startet erst gar nicht, auch wenn der Computer schon hochgefahren ist. Mit PWM können Motoren bei 12 Volt und zugleich sehr geringen Drehzahlen ohne Komplikationen betrieben werden – wenn der Lüfter oder die Pumpe denn PWM-fähig ist. Deswegen empfiehlt es sich beim Kauf auf die PWM-Kompatibilität und den 4-Pin-Anschluss zu achten.


EPILOG

Ausgabe 02

VORSCHAU Ich hoffe, es hat Ihnen genau so viel Spaß gemacht, diese Ausgabe zu lesen, wie es uns Freude bereitet hat, daran zu arbeiten. Vielen Dank für das Interesse! Es gibt Wünsche, Kritik oder Vorschläge? Wir freuen uns, diese zu hören: feedback@thermaldrop.de In der kommenden Ausgabe wollen wir den Fokus verstärkt auf das Thema Luftkühlung legen. Und da wir jetzt auch eine „Gears“-Kategorie haben, werden wir zukünftig auch mehr Tools beleuchten. Natürlich ist es auch wieder geplant, die Geschichte hinter einem wunderschönen CommunityProjekt zu erzählen und den Modder vorzustellen. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang April.

Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt sowie Gestaltung: Jakob Ginzburg Lektorat: Simone Dowé Christian Hass Sibastian Paulus

Epilog

Unterstützt mit Produkten durch: Alphacool, Thermaltake, Nanoxia, Noctua, be quite, Noiseblocker und XSPC Mit Grafiken von: Dave Gandy Freepik Flaticon Tookapic

Technische Fachberatung: Christian Hass Externe Redakteure: Noah Aaron Kurts Ein Angebot von

Digital Publishing Momentum Zornedinger Str. 4b D-81671 München Geschäftsführer: Jakob GInzburg


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Thermaldrop 02 - Mobile Layout