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Raymond

Chandler »Raymond Chandler ist der Beste.« Haruki Murakami

Diogenes

www.diogenes.ch


Selbstporträt Ja, ich bin genau so wie die Gestalten in meinen Büchern. Ich bin ein ruppiger Bursche und bekannt dafür, dass ich ein Croissant mit bloßen Händen zerbreche. Ich sehe blendend aus, bin stark wie ein Riese und wechsle regelmäßig jeden Montagmorgen mein Hemd. Wenn ich zwischen meinen Aufträgen ausruhe, wohne ich in einem provenzalischen Château am Mulholland Drive. Es ist ein nettes kleines Häuschen mit achtundvierzig Zimmern und neunundfünfzig Badezimmern. Ich speise von goldenen Tellern und lasse mich vornehmlich von nackten Tanzmädchen bedienen… Meine Hauptbeschäftigung besteht in Ermittlungen, besonders in den Apartments schlanker Blondinen. Mein Material bekomme ich auf verschiedene Weise, aber mein Lieblingsverfahren besteht darin, zur Nachtzeit die Schreibtische anderer Schriftsteller zu durchstöbern. Ich bin achtunddreißig Jahre alt, und zwar schon seit zwei Jahrzehnten. Ich halte mich selber nicht unbedingt für einen Meisterschützen, aber mit einem nassen Handtuch bin ich ein ziemlich gefährlicher Mann. Alles in allem ist meine Lieblingswaffe, glaube ich, ein Zwanzig-Dollar-Schein. Aus einem Brief an Edgar Carter von 1951. In: Raymond Chandler, Die simple Kunst des Mordes


Raymond Chandler Er habe die Sorte Verstand mitbekommen, so Raymond Chandlers Selbsteinschätzung, mit der man schlechthin alles werden kann – wenn auch alles nur mittelmäßig. Zumindest was das Schreiben angeht, irrte er sich. Doch bevor er der große Kriminalschriftsteller wurde, als der er heute bewundert wird, war Chandler Beamter im britischen Marineministerium, Journalist, Buchhalter, Soldat der kanadischen Airforce und Vize-Direktor einer Ölfirma. Geboren wurde Raymond Chandler 1888 in Chicago. Sein Vater, der als Ingenieur für eine Eisenbahngesellschaft arbeitete, verließ die Familie, als Raymond sieben Jahre alt war. Die Mutter, eine gebürtige Irin, zog mit dem Sohn daraufhin nach London. Raymond verlebte dort seine Schulzeit und nahm später die britische Staatsbürgerschaft an – doch an der britischen Spielart des Kriminalromans konnte er nie Gefallen finden. Zu blutleer kam sie ihm vor, zu wirklichkeitsfremd. Nach dem Schulabschluss hielt sich Chandler zu Sprachaufenthalten ein Jahr in Frankreich und Deutschland auf und bereitete sich auf die Prüfung für den britischen Staatsdienst vor. Er bestand sie als Drittbester seines Jahrgangs. Den Dienst im Marineministerium fand er dennoch »zum Davonlaufen« und kündigte bereits nach einem halben Jahr. Daraufhin begann er als freier Journalist für verschiedene Zeitungen zu schreiben und veröffentlichte erste Gedichte. Raymond als Achtjähriger in den Sommerferien in Irland, 1896.

Inmitten seiner Mitschüler am Dulwich College in London, 1902.

Chandler 1907 während seines Sprachaufenthalts in Deutschland.

1888 Raymond Thornton Chandler wird am 23. Juli in Chicago als Sohn des Ingenieurs Maurice Benjamin Chandler und seiner Frau Florence Dart Chandler geboren.

1895 Chandlers Vater verlässt die Familie wegen einer anderen Frau, die Eltern lassen sich scheiden.

1896 Die Mutter zieht mit dem Sohn nach London, wo sie bei der Großmutter und einer Tante wohnen.

1900 Mutter und Sohn ziehen nach Dulwich (Stadtteil von London). Raymond besucht ab Herbst das Dulwich College.

1905 Chandler schließt die Schule ab und fährt nach Paris, wo er eine Handelsschule besucht. Später folgt ein Sprachkurs in Deutschland.


1907 Rückkehr nach England. Chandler nimmt die britische Staatsbürgerschaft an. Er besteht die Aufnahmeprüfung für den Staatsdienst und arbeitet danach ein halbes Jahr beim britischen Marineministerium.

1908 Chandler schreibt für verschiedene englische Zeitungen und Zeitschriften. Im Chamber’s Journal veröffentlicht er ein erstes Gedicht, The Unknown Love.

1912 Rückkehr nach Amerika. Chandler lebt kurz in St. Louis (Missouri) und Omaha (Nebraska), bevor er nach Kalifornien zieht, wo er unter anderem auf einer Aprikosenplantage und in einem Sportgeschäft arbeitet.

1913 Chandler absolviert in Los Angeles einen Kurs für Buchhaltung und Rechnungswesen, danach arbeitet er als Buchhalter für die Molkerei Los Angeles Creamery.

1912, als Vierundzwanzigjähriger, kehrte er in die usa zurück. Nach Stationen in St. Louis und Omaha ließ er sich in Kalifornien nieder, dem künftigen Schauplatz seiner Erzählungen und Romane. Zunächst aber musste er Geld verdienen. Im Schnelldurchlauf absolvierte er einen Buchhaltungskurs und trat eine Stelle als Buchhalter bei einer Molkerei an, der Los Angeles Creamery. Mittlerweile hatte der Erste Weltkrieg schon begonnen. 1917 meldete sich Chandler freiwillig zur kanadischen Armee und kämpfte in den französischen Schützengräben. Nach einem Angriff, bei dem beinahe seine gesamte Einheit ums Leben kam, wurde er nach England versetzt und begann eine Fliegerausbildung bei der Royal Air Force. Der Krieg endete allerdings, bevor er als Pilot zum Einsatz kam. Chandler zog zurück nach Los Angeles. 1919 ließ er sich auf eine Affäre mit der deutlich älteren Cissy Pascal ein, die zur Frau seines Lebens werden sollte. 1924 (Cissy musste sich erst noch scheiden lassen) heiratete das Paar. In Kalifornien boomte das Ölgeschäft. Chandler heuerte als Buchhalter beim Dabney Oil Syndicate an und stieg mit den Jahren zur rechten Hand von Öltycoon Joseph Dabney und zum Vizedirektor auf – eine angesehene und gutbezahlte Stellung. Doch Anfang der 30er-Jahre schien es Chandler darauf anzulegen, all diese Sicherheiten zu erschüttern. Er trank immer mehr, was im Amerika der Prohibition nicht nur ein privates Laster war, sondern auch illegal. Zwischen Sauftouren und Frauengeschichten vernachlässigte er die Arbeit und wurde 1932 schließlich entlassen. Chandler zog mit Cissy in eine billige Wohnung nach Santa Monica und begann zu schreiben. Stories zunächst, die er bei Krimi-Magazinen unterzubringen versuchte.

Chandler im Jahr 1922, mit Kollegen der kalifornischen Ölfirma Dabney Oil Syndicate, in der er bis zum Vizedirektor aufstieg.

Cissy Pascal, um 1919, kurz bevor sie Chandler traf. Das Paar heiratete 1924.

Im legendären Black Mask Magazine, in dem Dashiell Hammett debütiert hatte und der amerikanische hard-boiledKrimi überhaupt erst hartgekocht wurde, erschienen bald regelmäßig Texte von ihm. 1939 veröffentlichte der Verlag Alfred A. Knopf Chandlers ersten Roman Der große Schlaf – auf Anhieb ein Meisterwerk, das von der Kritik jedoch komplett ignoriert wurde. Ebenso wie die nächsten Romane um Privatdetektiv Philip Marlowe, die in rascher Folge erschienen. Auch die finanzielle Situation der Chandlers war alles andere als rosig. Das änderte sich erst, als Hollywood auf Chandler aufmerksam wurde. Man engagierte ihn als Drehbuchautor (u.a. schrieb er für Billy Wilder das Drehbuch zu Double Indemnity) und verfilmte seine Romane und Stories. Binnen weniger Jahre wurde Chandler zu einem berühmten und reichen Mann. Chandler, 1918, in der Uniform des British Columbia Regiment.

Cover des Magazins Black Mask mit der Chandler-Story Spanisches Blut, 1935.


1916 Chandlers Mutter zieht zu ihrem Sohn nach Amerika.

1917

Raymond Chandler in den 1920ern an einem kalifornischen Strand.

Raymond Chandler über Inspiration

Chandler (Mitte) mit dem Verleger Anthony Blond und dessen Frau am 24. Juni 1958 auf einer Party am Portman Square in London.

1953 erschien Der lange Abschied, Chandlers sechster Roman. Ein Jahr später, im Dezember 1954, starb seine Frau Cissy nach langer, schwerer Krankheit. Raymond Chandler war so verzweifelt, dass er versuchte, sich in der Dusche zu erschießen. Der gescheiterte Selbstmordversuch wurde publik. Chandler versank im Alkohol und verbrachte einige Zeit in einer psychiatrischen Klinik. Auch in den folgenden Jahren, in denen Chandler ein unstetes Leben zwischen Amerika und Europa führte, brachten ihn Erschöpfung und Trinkexzesse immer wieder ins Krankenhaus. 1958 erschien der Roman Playback. Es war sein letzter. Im Februar 1959 machte er seiner Agentin Helga Greene einen Heiratsantrag, den sie annahm. Zur Hochzeit kam es jedoch nicht mehr. Am 26. März starb Chandler in La Jolla, Kalifornien.

Ich bekomme dauernd Aufsätze zu Gesicht, in denen Schriftsteller sich darüber auslassen, dass sie grundsätzlich nie auf Inspiration warten; sie setzen sich einfach jeden Morgen um acht an ihren kleinen Schreibtisch, ob’s regnet oder ob die Sonne scheint, ob sie einen Kater haben oder einen gebrochenen Arm oder was weiß ich sonst, und knallen ihr bisschen Pensum hin. Ich hingegen, ich warte auf Inspiration, obwohl ich sie nicht unbedingt bei diesem Namen nenne. Ich glaube, dass alles Schreiben, das auch nur etwas Leben in sich hat, aus dem Solarplexus kommt. Es ist harte Arbeit insofern, als man hinterher todmüde sein kann, sogar total erschöpft. Im Sinne bewusster Bemühung freilich ist es überhaupt keine Arbeit. Wichtig ist dabei vor allem eins: Der Berufsschriftsteller sollte einen bestimmten Zeitraum haben, sagen wir mindestens vier Stunden am Tag, wo er nichts anderes tut als schreiben. Er muss nicht unbedingt schreiben, und wenn ihm nicht danach ist, dann sollte er’s auch nicht versuchen. Er kann aus dem Fenster schauen oder einen Kopfstand machen oder sich auf dem Fußboden schlängeln, aber er soll nicht lesen, Briefe schreiben, in Zeitschriften blättern oder Schecks ausfüllen. Entweder schreiben oder gar nichts. Aus einem Brief an Alex Barris, 1949. In: Raymond Chandler, ›Die simple Kunst des Mordes‹

Im August meldet sich Chandler als Freiwilliger bei der kanadischen Armee und kämpft in Frankreich. Später wird er zu einer Pilotenausbildung bei der Royal Air Force nach England versetzt.

1919 Nach seiner Entlassung aus der Armee kehrt Chandler nach Amerika zurück. In Los Angeles lernt er Pearl Eugenie Hurlburt Pascal, genannt Cissy, kennen. Cissy ist in zweiter Ehe verheiratet, als sie mit dem 18 Jahre jüngeren Chandler eine Beziehung eingeht.

1920 Cissy wird von ihrem zweiten Ehemann geschieden. Sie lebt mit Chandler in wilder Ehe.

1922/23 Chandler tritt als Buchhalter in die Firma Dabney Oil Syndicate ein, wo er schon bald in die Position eines Vizedirektors aufsteigt.


1924 Florence Thornton, Chandlers Mutter, stirbt im Januar. Im Februar heiraten Raymond und Cissy. Chandler erhält dadurch die amerikanische Staatsbürgerschaft.

1932 Weil er trinkt und häufig der Arbeit fernbleibt, verliert Chandler seine Stelle. Er beschließt, Schriftsteller zu werden.

1933 Im Dezember erscheint Chandlers erste Kurzgeschichte Erpresser schießen nicht im Magazin Black Mask. In den folgenden Jahren erscheinen weitere Stories in verschiedenen Zeitschriften.

1935 In der Kurzgeschichte Mord im Regen tritt zum ersten Mal Philip Marlowe in Erscheinung.

Raymond Chandler

Mord im Regen Diogenes

Humphrey Bogart und Lauren Bacall in der Verfilmung von Der große Schlaf aus dem Jahr 1946 (Regie führte Howard Hawks, William Faulkner schrieb am Drehbuch mit).

Philip Marlowe »Ich sehe ihn eigentlich immer auf einer einsamen Straße, in einsamen Räumen, ratlos, doch nie ganz geschlagen.« Raymond Chandler

Er ist einer der berühmtesten Privatdetektive der Kriminalliteratur – Philip Marlowe. Sein Büro liegt im 6. Stock des Cahuenga Building am Hollywood Boulevard. »Auf der Riffelglasscheibe der Tür steht mit abblätternder schwarzer Farbe: ›Philip Marlowe… Ermittlungen.‹ Es ist eine recht schäbige Tür am Ende eines recht schäbigen Korridors, in einem Gebäude von der Sorte, wie sie ungefähr in dem Jahr entstanden, als das Kachelbad das Fundament der Kultur wurde. Die Tür ist zugeschlossen, aber nebenan ist noch eine Tür mit der gleichen Aufschrift, die nicht zugeschlossen ist. Kommen Sie rein – es ist niemand da, nur ich und eine große Schmeißfliege.« Wenn Sie Informationen brauchen, wenn Sie etwas oder jemanden wiederfinden wollen, oder wenn Sie einfach Ärger haben, dann sind Sie bei ihm an der richtigen Adresse. »Ich habe eine Lizenz für private Ermittlungen und betreibe das Geschäft schon ziemlich lange. Ich bin ein Einzelgänger, mittleren Alters und nicht reich. Ich habe schon mehr als einmal gesessen, und ich übernehme keine Scheidungsfälle.« Marlowe lebt in Los Angeles, aber nicht auf der Sonnenseite – sein Revier sind die Schattenseiten des kalifornischen Traums. Er gehört zu den wenigen Vertretern seines Berufszweiges, die sich auf keinerlei krumme Sachen einlassen und sich durch nichts von der Suche nach der Wahrheit abbringen lassen. Kein Wunder, dass Marlowe öfter pleite ist als nicht. Die Welt ist ein Labyrinth aus Lügen und Täuschungen, »aber durch diese anrüchigen Straßen muss ein Mann gehen, der weder befleckt noch furchtsam ist«, so Chandler. »Der Detektiv muss ein solcher Mann sein. Er ist der Held, er ist alles… Er muss, um eine recht abgegriffene Phrase zu gebrauchen, ein Ehrenmann sein, instinktiv, unwiderruflich, ohne sich dessen bewusst zu sein und ganz sicherlich ohne es auszusprechen.«


Äußere Kennzeichen? »Keine sichtbaren Narben. Haare dunkelbraun, etwas grau. Augen braun. Größe einsvierundachtzig. Gewicht circa einsneunzig Pfund.« Immer trägt er Hut, oft einen Trenchcoat. Im Kino wurde er unter anderem verkörpert von Robert Mitchum, James Caan, Elliott Gould und, unvergesslich, von Humphrey Bogart. Doch Marlowes Aussehen allein kann nicht der Grund sein, weshalb ihm die Frauen zu Füßen liegen. Schlagfertig ist er, cool, und vor allem: hard-boiled, abgebrüht. Er selbst hat eine Schwäche für den Typ femme fatale. Sein Auftreten ist nicht sehr feinfühlig, seine Konversation von beißender Ironie und sein Respekt vor hochgestellten Persönlichkeiten gleich null. Marlowe hat studiert und als Ermittler für die Staatsanwaltschaft gearbeitet, wurde jedoch wegen Befehlsverweigerung entlassen. Seither arbeitet er auf eigene Rechnung. Und nimmt seine Fälle manchmal persönlicher, als seiner Gesundheit zuträglich ist. Seine Hobbies: Das Lösen von Schachproblemen, das Leeren von Whiskyflaschen sowie das klaglose Einstecken von Prügeln, die ihm Gangster und Vertreter der kalifornischen Polizei verpassen. Gefährten: keine! Marlowe ist der einsame Wolf und gerade deshalb so etwas wie ein echter Held unserer Zeit. »Eine Hauptfigur, die ein alltäglicher kleiner Versager ist, aber doch geprägt von Humor, von Menschlichkeit, und am Ende eigentlich doch immer der Sieger, wenn auch fürchterlich verprügelt.« Ulrich Wickert

»Ich brauchte einen Drink, ich brauchte eine hohe Lebensversicherung, ich brauchte Urlaub, ich brauchte ein Häuschen auf dem Land. Was ich hatte, war eine Jacke, ein Hut und eine Pistole.« »Das Gesetz ist nicht die Gerechtigkeit. Es ist ein sehr unvollkommener Mechanismus. Wenn Sie genau die richtigen Knöpfe drücken und außerdem noch ein bisschen Glück haben, dann kommt vielleicht Gerechtigkeit dabei heraus.« »Keine Falle ist so tödlich wie die, die man sich selber stellt.« »Mit dem Alkohol ist es wie mit der Liebe. Der erste Kuss ist magisch, der zweite vertraut, der dritte schon Routine. Danach dann zieht man das Mädchen aus.« »Es war eine Blondine. Eine Blondine, wegen der ein Bischof ein Loch ins Kirchenfenster getreten hätte.«

Die Figur wird zum Prototypen des amerikanischen Detektivs.

1939 Chandlers erster Roman Der große Schlaf wird bei Alfred A. Knopf veröffentlicht. Chandler hat das Buch in weniger als drei Monaten geschrieben.

1940 Der Roman Lebwohl, mein Liebling erscheint. Die Filmrechte werden 1941 an RKO verkauft.

1942 Das hohe Fenster, der dritte Roman um Philip Marlowe, erscheint bei Knopf.

1943 Chandler geht als Drehbuchschreiber nach Hollywood, wo er unter anderem mit Billy Wilder arbeitet. Im November erscheint der Roman Die Tote im See.

1944 Warner Brothers kaufen die Filmrechte an Der große Schlaf.

1945 Chandler schreibt für Paramount das Drehbuch zu The Blue Dahlia, das 1947 für einen Oscar nominiert wird.


Raymond Chandler

Philip Marlowes Leben

Oben: Lebwohl, mein Liebling in der Erstausgabe von 1940 bei Knopf. Darunter die Cover von Das hohe Fenster und Playback bei Pocket Books (1960 bzw. 1965).

Sein Geburtsdatum ist ungewiss. Ich glaube, er hat irgendwo mal gesagt, dass er achtunddreißig Jahre alt sei, aber das war schon vor einer ganzen Weile, und er ist bis heute nicht älter geworden. Geboren ist er nicht in einer Stadt im Mittleren Westen, sondern in einer Kleinstadt in Kalifornien, die Santa Rosa heißt und, wie Ihnen die Landkarte zeigen wird, etwa fünfzig Meilen nördlich von San Francisco liegt. Von seinen Eltern hat Marlowe nie gesprochen, und offenbar hat er keine lebenden Verwandten mehr. Das ließe sich aber, falls notwendig, richtigstellen. Er war ein paar Jahre auf dem College, entweder auf der University of Oregon in Eugene oder auf der State University in Corvallis, Oregon. Warum er dann nach Südkalifornien gegangen ist, weiß ich nicht, falls der Grund nicht war, dass schließlich die meisten Leute das tun, auch wenn nicht alle dann bleiben. Er scheint ein paar Erfahrungen als Ermittler für eine Versicherungsgesellschaft und später als Ermittler für den Staatsanwalt von Los Angeles gesammelt zu haben. Dadurch ist er aber nicht unbedingt Polizeibeamter geworden, und er hatte auch nicht das Recht, Verhaftungen vorzunehmen. Die Umstände, unter denen er diese Stellung verlor, sind mir wohlbekannt, doch kann ich mich darüber nicht des Näheren auslassen. Sie werden sich mit dem Hinweis zufriedengeben müssen, dass er einmal ein bisschen zu tüchtig war – zu einer Zeit und an einem Ort, wo der maßgebliche Vorgesetzte just seine Gründe hatte, keine besondere Tüchtigkeit zu wünschen. Er ist knapp über einsachtzig groß und wiegt etwa achtundachtzig Kilo. Er hat dunkelbraunes Haar, braune Augen, und mit der Beschreibung »ganz passables Aus-

sehen« wäre er nicht im Mindesten zufrieden. Ich glaube nicht, dass er hart aussieht. Er kann’s nur sein. Hinsichtlich seiner Rauchgewohnheiten haben Sie ganz recht, obwohl ich nicht glaube, dass er unbedingt auf Camel besteht. Fast jede Zigarettensorte dürfte ihn zufriedenstellen. Marlowes Trinkgewohnheiten sind weitgehend so, wie Sie feststellen. Allerdings glaube ich nicht, dass er Roggenwhisky gegenüber Bourbon den Vorzug gibt. Praktisch trinkt er alles, was nicht süß ist. Gewisse Drinks wie etwa Pink Ladies, Honolulu-Cocktails und Highballs mit Crème-de-mente würde er als schwere Kränkung ansehen. Ja, er macht guten Kaffee. Hierzulande macht jeder guten Kaffee, obwohl man sich das in England nicht vorstellen kann. Er nimmt Sahne und Zucker in seinen Kaffee, keine Milch. Er trinkt ihn aber auch schwarz, ohne Zucker. Sein Frühstück macht er sich selber, was eine einfache Sache ist, andere Mahlzeiten aber nicht. Er ist ein Spätaufsteher aus Neigung, aber gelegentlich ein Frühaufsteher aus Notwendigkeit. Sind wir das nicht alle? Was nun die »offene Fleischlichkeit« seines Interesses für Frauen betrifft, so sind


das Ihre Worte, nicht die meinen. Ich würde sagen, seine Einstellung gegenüber Frauen ist die jedes einigermaßen kraftvollen und gesunden Mannes, der nur zufällig nicht verheiratet ist und es vermutlich schon lange sein sollte… Ziemlich regelmäßiger Kinogänger, sagen Sie, Abneigung gegen Musicals. Stimmt. Könnte ein Bewunderer von Orson Welles sein. Durchaus möglich, besonders wenn Orson einen anderen Regisseur hat als sich selbst. Wenn Sie mich fragen, warum er Privatdetektiv ist, so kann ich Ihnen da keine Antwort geben. Offenbar gibt es Zeiten, wo er’s lieber nicht wäre, ganz wie es auch Zeiten gibt, wo ich fast alles andere lieber wäre als Schriftsteller. Der Privatdetektiv im Roman ist eine Phantasieschöpfung, die nur handelt und spricht wie ein wirklicher Mensch. Er kann in jeder Hinsicht vollkommen realistisch sein – bis auf die eine, dass ein solcher Mann im Leben, wie wir es kennen, kein Privatdetektiv wäre. Was ihm widerfährt, könnte ihm durchaus auch sonst widerfahren, aber dann nur als Ergebnis einer besonderen Reihe von Zufällen. Indem man ihn zum Privatdetektiv macht, umgeht man die Notwendigkeit, seine Abenteuer zu rechtfertigen. Wo er wohnt: Im Großen Schlaf und einigen früheren Geschichten hat er offenbar in einem Einzel-Apartment mit Klappbett gelebt, einem Bett, das man zur Wand hochklappen kann und das dann an der Unterseite einen Spiegel zeigt. Dann ist er in ein anderes Apartment umgezogen, ähnlich dem, das im Großen Schlaf eine Figur namens Joe Brody bewohnt. Es kann unter Umständen dasselbe Apartment gewesen sein, vielleicht hat er es billig bekommen, weil ein Mord darin stattgefunden hatte. Ich glaube, bin aber nicht sicher, dass dieses Apartment im dritten Stock liegt.

Chandler und Billy Wilder 1943 in den Paramount-Studios, wo sie zusammen an dem Drehbuch zu Double Indemnity arbeiteten. Wilder führte die Regie bei dieser Verfilmung des Romans von James M. Cain.

1949 Der Roman Die kleine Schwester erscheint bei Hamish Hamilton in England und bei Houghton Mifflin, Chandlers neuem amerikanischen Verlag.

1950

Chandler in London, 1952.

Rechts: Umschlag des Vorabexemplars zu Der große Schlaf von 1939. Die Werbestrategie des New Yorker Verlags Alfred A. Knopf bestand darin, Chandler in eine Reihe mit den damals viel bekannteren Autoren Dashiell Hammett und James M. Cain zu stellen.

Chandler arbeitet am Drehbuch für den Film Der Fremde im Zug (nach einem Roman von Patricia Highsmith), der unter der Regie von Alfred Hitchcock verfilmt werden soll. Hitchcock ist jedoch mit Chandler unzufrieden, so dass schlussendlich Czenzi Ormonde ein neues Drehbuch schreibt.

Auszüge aus einem Brief Chandlers an D. J. Ibberson Raymond Chandler

Ausschnitt aus Erpresser schießen nicht, der ersten Geschichte von Raymond Chandler, die im Magazin Black Mask veröffentlicht wurde (im Dezember 1933).

Der große Schlaf Roman · Diogenes


1953 Chandler beendet den Roman Der lange Abschied, der im November in England erscheint.

1954 Im März wird Der lange Abschied in Amerika bei Houghton Mifflin veröffentlicht. Chandlers Frau Cissy stirbt im Dezember nach langer, schwerer Krankheit.

1955 Chandler erhält für Der lange Abschied den Edgar Allan Poe Award. Der Tod seiner Frau wirft Chandler aus der Bahn, er verfällt dem Alkohol und unternimmt am 12. Februar einen Selbstmordversuch. Aufenthalt in einem Sanatorium. Er verkauft sein Haus in La Jolla, Kalifornien, und besucht Freunde in Chicago und New York. Danach reist er durch Europa und wohnt teilweise in London, wo er unter anderem Helga Greene kennenlernt, die seine Agentin wird.

Das Diogenes Cover in den neunziger Jahren und heute.

Raymond Chandler

Der lange Abschied Roman · Diogenes

Chandler in den späten 1950ern beim Dinner mit seiner Agentin Helga Greene, mit der er sich kurz vor seinem Tod verlobte. Rechts: Chandler nach seiner Kur, 1956.

Der lange Abschied – das Buch meines Lebens von Clemens Meyer Mit dem Buch meines Lebens ist das gar nicht so einfach, da gibt’s ein paar Kandidaten, also organisiere ich ein kleines Boxturnier, und damit’s richtig dreckige Kämpfe werden, ist Charles Bukowski mein Ringrichter. Der große Gatsby geht früh auf die Bretter, eigentlich schade, aber Bukowski freut sich. Noch mehr freut er sich, als Papa Hemingway ausgezählt wird. Thomas Mann, Hesse und die üblichen Verdächtigen dürfen nur zuschauen, die kriegen die billigsten Plätze in den hinteren Reihen, aber nur, damit sie keine Blutspritzer abbekommen. Ladies and Gentlemen, the winner is … Der lange Abschied von Raymond Chandler. »Das Mädchen warf ihm einen Blick zu, der ihm eigentlich mindestens vier Zoll wieder aus dem Rücken hätte dringen müssen.« Das sind Siegersätze, meine Damen und Herren! Zugegeben, die Rote Ernte von Dashiell Hammett hat einen verdammt engen Kampf geliefert, und ich war kurz davor, Hammett den Siegerkranz zu überreichen. Aber der gute Philip Marlowe wäre dann noch einsamer und unglücklicher, als er ohnehin schon ist. Er bewegt sich in einem Sumpf aus Korruption, Verbrechen und Lügen, ein melancholischer und zynischer Einzelkämpfer, der mir in vielen Jahren ein Vorbild war, Whiskey trinkend, Schach spielend, der letzte Romantiker, der in der Liebe enttäuscht wird, aber nie aufgibt. Der lange Abschied ist ein Desillusionierungsroman, ein Roman über den Verlust einer Freundschaft, über das Vereinsamen in einer Gesellschaft, die nur aus Fassaden besteht und in der das Gute und die Menschlichkeit nur noch winzig kleine Lichtpunkte sind. Der lange Abschied ist Postmoderne, bevor es den Begriff gab. Stilistisch ist dieses Buch von einer absoluten Kühle und Klarheit, die für mich in der modernen Literatur unerreicht bleibt. Die Schlusssätze zitiere ich immer wieder wie ein Mantra: »Ich habe keinen von ihnen allen wiedergesehen – außer den Bullen. Von denen Abschied zu nehmen, ist noch kein Mittel erfunden worden.« Was für ein Kampf! Erstmals erschienen in ›Der Spiegel‹, Hamburg

1956 Im Mai wird Raymond Chandler in New York wegen

»Ich habe Der lange Abschied mindestens zwölf Mal gelesen.« Haruki Murakami


Über

Raymond Chandler

»Raymond Chandler hat eine neue Art erfunden, über Amerika zu sprechen, und seither sehen wir es mit anderen Augen.« Paul Auster »Chandler konnte in sechs Wörter stets eine Menge hineinpacken.« Patricia Highsmith »Chandler schrieb wie ein Engel der Gosse und verlieh den gleißenden Straßen von Los Angeles einen romantischen Nimbus.« Ross Macdonald »Er ist nicht irgendein Kriminalschriftsteller, sondern ein so brillanter Könner von so origineller Erfindungskraft, dass keine Geschichte der amerikanischen Literatur ihn vergessen kann.« Elizabeth Bowen »Seine faszinierenden, außerordentlichen Bücher sind nicht nur als Unterhaltungsliteratur, sondern als Kunstwerk zu lesen und zu beurteilen.« W.H. Auden »Ich halte es für möglich, dass der Ruhm des Autors Raymond Chandler den des Autors Ernest Hemingway überdauert.« Helmut Heißenbüttel »Sein Name gehört zum runden Dutzend jener Kriminalschriftssteller, die auch Neuerer und Stilisten waren; die nach dem gewöhnlichen Erz des Kriminalromans gruben und das Gold der Literatur zutage förderten.« The Times, London »Chandler ist der Größte.« W. Somerset Maugham »Das von Chandler gesetzte Prinzip des Verzichts auf ›literarische Pose‹ wird niemals aufgegeben – vielleicht handelt es sich dabei, zum Entsetzen sogenannter Avantgarde, um das eigentlich avancierte Prinzip heutiger Literatur.« Alfred Andersch »Wer erfahren will, wie der Kriminalroman als Kunstform aussieht, als ein Text, in dem Sprache selbst zum Ereignis wird, der kann bis heute kaum bessere Beispiele als die Romane Raymond Chandlers finden. Chandler war der erste Krimischriftsteller, der seine Arbeit als Entwurf einer komplexen ästhetischen Struktur betrieb – und nur ganz wenige haben ihm hierin folgen können.« Neue Zürcher Zeitung

Alkoholismus und Erschöpfung hospitalisiert. Im Juli muss er sich erneut im Krankenhaus behandeln lassen.

1957 Im Dezember beendet Chandler die Arbeit am Roman Playback.

1958 Im Februar kehrt Chandler nach London zurück und reist von dort aus nach Capri und Neapel, wo er den Mafioso Lucky Luciano interviewt. Der Artikel erscheint jedoch nie. Chandler wird krank und muss in London in ein Pflegeheim eingewiesen werden. Im Juli erscheint Playback, und im August kehrt Chandler nach La Jolla zurück. Er trinkt viel und ist immer wieder im Krankenhaus.

1959 Im März reist Chandler nach New York, wo er Präsident der Mystery Writers of America wird. Er erkrankt an einer Lungenentzündung. Am 26. März stirbt Raymond Chandler in der Scripps Clinic in La Jolla.


»Raymond Chandler ist ein Meister.« The New York Times

Raymond Chandler

Der große Schlaf Roman · Diogenes

detebe 20132, ca. 208 Seiten ca. € (D) 8.90 / sFr 15.90* € (A) 9.20

General Sternwood ist steinalt, steinreich und hat zwei schöne, wilde Töchter. Die aufreizende Carmen wird erpresst, und Privatdetektiv Philip Marlowe soll die Sache aus der Welt schaffen. Auch ihre Schwester, die kühle Vivian, hat etwas zu verbergen. Auf Marlowes Weg häufen sich auf einmal Leichen und spärlich bekleidete Frauen.

Diogenes Hörbuch Gelesen von Christian Brückner »Der Klassiker der Hard-boiled-Schule. Man wird darin auf höchst intelligente Art und Weise in die Irre geführt.« Die Welt, Berlin »Raymond Chandler ist der Größte.« W. Somerset Maugham

Romane in 7 Bänden detebe 23900 ca. 1920 Seiten ca. € (D) 55.– / sFr 100.–* € (A) 56.60

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Raymond Chandler Der große Schlaf Roman

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Die Philip-Marlowe-Romane

Raymond Chandler

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Lebwohl, mein Liebling

Das hohe Fenster

Roman · Diogenes

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Raymond Chandler

Raymond Chandler

Raymond Chandler

Raymond Chandler

Die Tote im See

Die kleine Schwester

Der lange Abschied

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detebe 20313, ca. 192 Seiten ca. € (D) 8.90 / sFr 15.90* € (A) 9.20

Moose Malloy, ein Hüne von einem Mann, hat acht Jahre im Knast verbracht. Nun ist er wieder auf freiem Fuß und will seine Liebste wiederfinden, die VariétéTänzerin Velma. Privatdetektiv Philip Marlowe ist zur falschen Zeit am richtigen Ort und gerät in eine üble Geschichte um Juwelendiebe, einen Wahrsager, korrupte Polizisten und einen Haufen Gangster, die erst schießen und dann reden.

Mrs. Murdock, eine reiche Witwe aus Pasadena, hat einen doppelten Auftrag für Philip Marlowe: Ihre Schwiegertochter, eine ehemalige Nachtklub-Sängerin, ist verschwunden, und mit ihr eine alte, wertvolle Münze – die sogenannte ›Brasher-Dublone‹. Beides soll der Privatdetektiv wiederfinden. Wie sich herausstellt, kommen Erpressung, Lügen und Mord in den besten Familien vor.

Wo steckt Crystal Kingsley? Laut einem Telegramm, das ihr Mann Derace Kingsley erhalten hat, ist sie mit ihrem Liebhaber Chris Lavery nach Mexiko durchgebrannt. Doch Lavery weiß von alledem nichts. Privatdetektiv Philip Marlowe soll Klarheit in eine Sache bringen, die so undurchsichtig ist wie das Wasser eines kleinen Bergsees namens Little Fawn Lake.

Sie heißt Orfamay Quest, kommt aus Manhattan, Kansas, und sucht in Los Angeles nach ihrem großen Bruder Orrin. Zumindest ist das die Story, die sie Privatdetektiv Philip Marlowe auftischt. Auf der Suche nach Orrin begegnet Marlowe verführerischen Hollywood-Sternchen, dreisten Gangstern, misstrauischen Polizisten und einer Leiche, der ein Eispickel im Hals steckt.

Terry Lennox ist ein Säufer, und das ist nicht sein einziges Problem: Seine millionenschwere Frau wurde ermordet. Die Polizei hat ihn im Verdacht. Da wendet er sich an seinen einzigen Freund: Privatdetektiv Philip Marlowe. Der Freundschaftsdienst führt Marlowe nach Idle Valley, wo die Reichen von Los Angeles sich mit Affären und Alkohol die Zeit vertreiben. Bald steckt er tief in der Tinte.

Privatdetektiv Philip Marlowe wird von Rechtsanwalt Clyde Unmey beauftragt, eine junge Dame zu beschatten. Die rothaarige Eleanor King ist eine Augenweide und der Auftrag ganz nach Marlowes Geschmack. Bis die erste Leiche auftaucht. Denn Miss Kings größtes Talent besteht darin, in Schwierigkeiten zu geraten. Und Marlowe ist nicht der Einzige, der ihr folgt.

»Stimmungen und Anspielungen sind es, die Chandlers Romane so lebensnah machen.«

»Das hohe Fenster gehört zu den Romanen Chandlers mit der besten Struktur.«

»Brillant. Eine Geschichte mit atemberaubendem Tempo.«

»Raymond Chandler ist ein Meister des Kriminalromans.«

Angela Allemann / Die Weltwoche, Zürich

Almut Oetjen / Lexikon der Kriminalliteratur, Meitingen

The Times, London

Genoveva Dietrich / Neue Zürcher Zeitung

Diogenes Hörbuch Gelesen von Gert Heidenreich »Ein großer Klassiker des Genres. Aus keinem anderen Kriminalroman von Chandler erfährt man so viel über den hartgesottenen Detektiv Philip Marlowe.« Facts

12 CD

»Philip Marlowe ist nach wie vor der Inbegriff des großstädtischen Privatdetektivs.« Los Angeles Times

Raymond Chandler Der lange Abschied Roman

Gelesen von Gert Heidenreich 12 CD, Spieldauer ca. 925 Min. ca. € (D) 39.90 / sFr 71.90* ISBN 978-3-257-80247-4

»Einer der größten Krimiautoren aller Zeiten. Chandler hat Standards gesetzt, die andere Schriftsteller immer noch zu erreichen versuchen.« Sunday Times


Die Stories

Die Biographie »Keiner liest Chandler so cool wie Günter Lamprecht.« Radio Gong, München

Raymond Chandler

Raymond Chandler

Der König in Gelb

Gefahr ist mein Geschäft

Meistererzählungen

Diogenes

Diogenes

Diogenes

detebe 20752, ca. 352 Seiten ca. € (D) 9.90 / sFr 17.90* € (A) 10.20

detebe 20753, ca. 272 Seiten ca. € (D) 8.90 / sFr 15.90* € (A) 9.20

detebe 21619, ca. 352 Seiten ca. € (D) 9.90 / sFr 17.90* € (A) 10.20

Die besten Stories von Raymond Chandler in der Übersetzung von Hans Wollschläger.

Raymond Chandler

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Erpresser schießen nicht

Mord im Regen

Diogenes

Diogenes

detebe 20751, ca. 304 Seiten ca. € (D) 9.90 / sFr 17.90* € (A) 10.20

detebe 20314, ca. 496 Seiten ca. € (D) 10.90 / sFr 19.90* € (A) 11.30

Von den frühesten Stories, die im legendären Magazin Black Mask erschienen, bis zu den reifen Meisterwerken: Raymonds Chandlers Erzählungen in vier Taschenbuchbänden. Drei seiner besten Stories als Diogenes Hörbücher, gelesen von Günter Lamprecht.

Raymond Chandler Notizbücher

Raymond Chandler

»Kriminalgeschichten, in denen uns Chandler als Meister der dichten, schnellen Erzählung, der knallharten Story gegenübertritt: Da wird mit Pulverrauch nicht gegeizt, Blei schraubt sich schwirrend aus Colts, Revolvern und Maschinenpistolen. Roulettetische drehen sich in Nepplokalen, schlaffe Figuren klammern sich an Whiskygläser, schwere Amerikanerwagen summen über nasse Asphaltboulevards – die Halbwelt arbeitet… « Reinhardt Stumm / Nürnberger Nachrichten

* unverbindliche Preisempfehlung

Diogenes Hörbuch Gelesen von Günter Lamprecht »Seine faszinierenden, außerordentlichen Bücher sind nicht nur als Unterhaltungsliteratur, sondern als Kunstwerk zu lesen und zu beurteilen.« W. H. Auden

2 CD

Roman · Diogenes

Raymond Chandler Nevada-Gas Eine Kriminalstory

Gelesen von Günter Lamprecht 2 CD, Spieldauer ca. 148 Min. ca. € (D) 14.90 / sFr 26.90* ISBN 978-3-257-80250-4 Diogenes Hörbuch Gelesen von Günter Lamprecht »Wenn Chandler schreibt, dann schreibt er auch immer Zeitgeschichte, vermittelt er präzise Beobachtung, dann schreibt er eine Sprache, die ein hohes Maß von Vergnügen bereitet.« Reinhardt Stumm

2 CD

Raymond Chandler Spanisches Blut Eine Kriminalstory

Gelesen von Günter Lamprecht 2 CD, Spieldauer ca. 146 Min. ca. € (D) 14.90 / sFr 26.90* ISBN 978-3-257-80249-8 Diogenes Hörbuch Gelesen von Günter Lamprecht »Chandlers verführerische Erzählkunst schlägt den Leser in den Bann.« Joyce Carol Oates / The New York Review of Books

2 CD

Raymond Chandler Zierfische Eine Detektivstory

Gelesen von Günter Lamprecht 2 CD, Spieldauer ca. 144 Min. ca. € (D) 14.90 / sFr 26.90* ISBN 978-3-257-80251-1

Raymond Chandler Die simple Kunst des Mordes Diogenes

detebe 23957, ca. 256 Seiten ca. € (D) 8.90 / sFr 15.90* € (A) 9.20

detebe 20209, ca. 368 Seiten ca. € (D) 9.90 / sFr 17.90* € (A) 10.20

In seinen Notizbüchern tritt uns ein anderer Chandler entgegen: Ein verspielter Humorist und gewitzter Parodist, ein Sammler von möglichen Buchtiteln, ein Essayist und Autor von phantastischen Erzählungen. Chandlers Vermächtnis und eine Fundgrube für Fans. Mit einer Erinnerung an den Drehbuchautor Chandler von John Houseman und einem Vorwort von Patricia Highsmith.

Chandler über Chandler, den Kriminalroman, das Handwerk des Schreibens, Filmwelt und Fernsehen, das Verlagswesen, Katzen, berühmte Verbrechen, seine Romane und Kurzgeschichten – und über Philip Marlowe. Hier kommt Chandler selbst zu Wort. In Briefen an seine Verleger, Agenten, Freunde und Schriftstellerkollegen, in Essays, Notizen und Fragmenten entsteht das intime und überraschende Poträt eines außergewöhnlichen Schriftstellers. »Eines der besten Bücher über das Schreiben.« Alfred Andersch


Raymond Chandler Eine Biographie von

Raymond Chandler Briefe

Frank MacShane

Diogenes

Leinen, ca. 480 Seiten ca. € (D) 22.90 / sFr 40.90* € (A) 23.60 ISBN 978-3-257-06708-8

Der unglaubliche Lebenslauf des brillantesten aller amerikanischen Kriminalautoren, in einer fesselnden Biographie.

Diogenes

Leinen, ca. 800 Seiten ca. € (D) 26.90 / sFr 47.90* € (A) 27.70 ISBN 978-3-257-06709-5

»Ich weiß nicht, wieso zum Teufel ich so viele Briefe schreibe. Wahrscheinlich verlangt mein Geist einfach nach mehr Tätigkeit, als mir guttut.« »Dieses Buch sagt Ihnen In einer Zeit, in der das alles, was Sie über Telefon die schriftliche Raymond Chandler Korrespondenz verwissen wollen, und drängte, war Raymond vielleicht noch einiges, Chandler ein besessener was Sie lieber nicht Briefeschreiber. Von seiwissen möchten.« nem einsamen SchreibPatricia Highsmith tisch in La Jolla aus korrespondierte er mit »Frank MacShane ist Freunden, Filmleuten, ein exzellenter Biograph. Verlegern und so beIch empfehle das Buch rühmten Kollegen wie uneingeschränkt.« W. Somerset Maugham, Anthony Burgess Ian Fleming oder J. B. Priestley. »Es ist wahr«, schrieb Chandler an seinen Verleger, »ich scheine in Briefen gelegentlich eindringlicher gewesen zu sein als in jeder anderen Textform.«

Textnachweis: Alle Texte von Raymond Chandler: © Diogenes Verlag, Zürich. Das Buch meines Lebens von Clemens Meyer: Erstmals erschienen in Der Spiegel, Hamburg, am 5.5.2008. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors. Bildnachweise: Seite 1 (Fotografie): © Keystone/AP Photo/STR. Seite 2 (Fotografie): © Ralph Crane/Time & Life Pictures/Getty Images. Seite 5 (Partyfoto): © Hulton Archive/Getty Images. Seite 3 (Fotografien), Seite 4 (Fotografie Cissy Pascal), Seite 5 (Fotografien), Seite 6 (Filmfoto), Seite 10 (mit Helga Greene): Tom Hiney ›Raymond Chandler – A Biography‹ © 1970 by Atlantic Monthly Press. Seite 4 (Fotografie), Seite 11 (Fotografie): Miriam Gross ›The World of Raymond Chandler‹ © 1977 by Weidenfeld and Nicholson. Seite 4 (in Uniform), Seite 9 (Chandler und Wilder): © University of California LA., Department of Special Collections. Seite 6 / Seite 7 (Hintergrundfoto ›Untitled‹, Weegee): © 1978 by Aperture, Inc. Seite 8 / Seite 9 (Hintergrundfoto ›La Jolla/San Diego‹), Seite 16 (›Pacific Avenue/Venice‹): © Jonas Maron, ›Chandlers Welt‹ / © Nicolaische Verlagsbuchhandlung GmbH, Berlin. Seite 9 (Porträtfoto): © Topix. Seite 12 (Chandler mit Katze): © LA CityBeat. Seite 15 (Fotografie): © Keystone/Camera Press/Bassano Alle Angaben ohne Gewähr © Diogenes Verlag AG Zürich Die angegebenen sFr-Preise und alle Hörbuchpreise sind empfohlene Verkaufspreise.

»Wohl niemand hat Los Angeles so anschaulich beschrieben wie Raymond Chandler. Voller Hass-Liebe, realistisch, zynisch und romantisch.« Angela Allemann / Die Weltwoche Zürich


Raymond Chandler

Gruß an die Nachwelt

Diogenes

www.diogenes.ch

Bestellnummer 978-3-3-257-95138-7 (20 Ex.) / 1. Auflage 08

In jeder Generation gibt es unvollkommene Schriftsteller, Leute, die nie viel von sich zu Papier zu bringen scheinen, Männer, deren Leistungen stets etwas Zufälliges anzuhaften scheint. Oft, aber nicht immer, haben sie zu spät angefangen, und ihr Sinn für Qualität ist zu stark ausgeprägt. Manchmal sind sie einfach nicht rücksichtslos genug und halten das Leben anderer Menschen für ebenso wichtig wie ihr eigenes, das Glück anderer Menschen für wesentlicher als den Ausdruck ihrer Persönlichkeit, sofern sie eine haben. Ich nehme an, dass ich da vielleicht hineingehöre. Ich habe genügend materiellen Erfolg, um da durchzublicken, und nicht genügend Sinn für Bestimmung, um das Gefühl zu haben, dass das, was ich tue, besonders bedeutsam ist. Denken Sie nicht, ich machte mir Sorgen wegen Geld, denn das tue ich nicht. Es gibt immer Wege, Geld zu machen, wenn man wirklich welches braucht. Eigentlich beneide ich die Leute, die meinen, Kunst und Literatur seien jedes Opfer wert, aber anscheinend empfinde ich das nicht so. Mein Gruß an die Nachwelt ist mein Daumen auf der Nasenspitze und die anderen Finger gespreizt.


Diogenes Booklet Raymond Chandler