Issuu on Google+

Alfred Andersch

Gesammelte Werke »Sein Stil verbindet Ironie und Poesie in einer Weise, wie ich es seit Thomas Mann bei keinem deutschen Erzähler mehr gefunden hatte.« Anatole Broyard / The New York Times

Diogenes


1914 Alfred Andersch wird am 4. Februar in München geboren. Der Vater entstammt einer nach Ostpreußen ausgewanderten Hugenotten-Familie, die Mutter ist österreichischtschechischer Abstammung 1920 – 1928 Schulen in München 1928 – 1930 Buchhandelslehre in München 1931 – 1933 Arbeitslosigkeit. Politische Aktivität im Kommunistischen Jugendverband Bayerns. Nach dem Reichstagsbrand Häftling im KZ Dachau, im Mai entlassen, im Herbst noch einmal verhaftet, danach unter Gestapo-Aufsicht

2/3

Alfred Andersch Ein Leben in Bildern »Niemals kann Freiheit in unserem Leben länger dauern als ein paar Atemzüge lang, aber für sie leben wir«, heißt es in Die Kirschen der Freiheit. Am 6. Juni 1944 setzte sich der junge Frontsoldat Alfred Andersch von seiner Truppe ab, 60 Kilometer nördlich von Rom. »Am Spätnachmittag wurde das Wetter ganz rein und sonnig. Ich geriet auf einen guten Feldweg und sah von dort aus die Häuser von San Virginio, einige Mauern und Dächer im Grünen versteckt, hinter denen sich der Monte Elmo erhob.«

Links: Anderschs Großeltern väterlicherseits (Mitte), rechts der junge Alfred mit seiner Mutter und dem Bruder Rudolf Mitte: Hedwig Andersch mit den Söhnen, 1916

Rechts: Das Wittelsbacher Gymnasium in München, dem als Direktor Heinrich Himmlers Vater vorstand

»Eine Desertion ist keine beliebige Handlung. Man kann danach nicht zur Tagesordnung übergehen. Diese Handlung, dieser Augenblick der Freiheit bestimmte fortan Anderschs Existenz – und sein Werk«, so Hanjo Kesting. »Alle seine Helden desertieren, fliehen, verschwinden, steigen aus, sagen sich los, leisten Widerstand. Sansibar ist die Geschichte einer Flucht und einer Widerstandshandlung, Die Rote erzählt vom Selbstbefreiungsversuch einer jungen Frau, Efraim ist die Ich-Erzählung eines jüdischen Reporters auf der Flucht vor der faschistischen Vergangenheit und der bundesdeutschen Restauration. Und noch in dem großen Altersroman Winterspelt erwägt der Major Dincklage, das von ihm kommandierte Bataillon, vor der als militärisch sinnlos erkannten Ardennen-Offensive, dem Gegner kampflos zu übergeben. Das Thema hat Andersch nicht losgelassen. Über dem Weltkriegs-Roman steht das Motto von William Faulkner: ›Das Vergangene ist nie tot; es ist nicht einmal vergangen‹.«


»Niemals kann Freiheit in unserem Leben länger dauern als ein paarAtemzüge lang, aber für sie leben wir.« »Andersch, mir nah, ein Liebhaber des Halbschattens, ein Reisender ohne Uniform, einer, der in Providence verschwindet, ein Kundschafter, manchmal verkleidet, auf der lebenslangen Flucht nach den Kirschen der Freiheit, er wird nie Sansibar erreichen, und selbst wenn er nach Sansibar kommen sollte, wird Sansibar nicht mehr Sansibar sein, und nie wird Andersch aufhören, nach dem letzten Grund zu forschen, der das Geheimnis ist und bleibt.« Wolfgang Koeppen

Alfred Andersch, 1972


1933 – 1940 Büroangestellter in München und Hamburg 1940 Als Bausoldat in die Armee eingezogen, Dienst als Besatzungssoldat in Frankreich 1941 Vorübergehend aus der Armee entlassen 1943 Nach Tätigkeit als Büroangestellter in Frankfurt am Main wird Andersch erneut in die Wehrmacht eingezogen 1944 Am 6. Juni Desertion an der italienischen Front 1944 – 1945 Kriegsgefangener in den USA 1945 – 1946 Redaktionsassistent Erich Kästners bei der Neuen Zeitung, München

4/5

Alfred Andersch war ein Kind seiner Epoche, im Leben wie im Werk. Geboren wurde er in München als zweiter von drei Söhnen, am 4. Februar 1914, im Jahr des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs. Das Elternhaus war kleinbürgerlich, der Vater ein Antiquariatsbuchhändler, der hochdekoriert aus dem Krieg heimgekehrt war, gezeichnet von Verletzungen, an deren Spätfolgen er sterben sollte. Die Niederlage des Vaterlands erlitt er als seine Niederlage, dazu kamen der wirtschaftliche Ruin und gesellschaftliche Abstieg. Wie viele ließ Anderschs Vater sich von nationalem Denken verführen, er war einer der ersten Mitglieder der NSDAP und 1923 am Rande an Hitlers Putschversuch in München beteiligt. Eine Ausbruchsmöglichkeit aus der geistigen und wirtschaftlichen Misere des Elternhauses in München-Neuhausen wurde für den jungen Andersch die Kunst. Indem er »durch die Gitterpforte der Pubertät (...) in den Park der Literatur und Ästhetik eintrat«, vergaß er »die Toten der Revolution, die Langeweile von Neuhausen, die Schulmisere, die Deklassierheit meiner kleinbürgerlichen Familie, ja selbst das Stöhnen meines Vaters«. Andersch begann zu lesen, er wußte schon früh: Er wollte Schriftsteller werden. Doch nach dem Ausschluß aus dem Gymnasium und einer Buchhandelslehre war Andersch erst einmal arbeitslos. Je älter er wurde, um so mehr entfremdete er sich seinem Vater und dessen nationaler Gesinnung. Als Kontrast faszinierten den Sohn kommunistische Ideen und Theorien. Er begann sozialkritische Literatur zu lesen und schloß sich mit 16, kurz nach dem Tod seines Vaters, dem Kommunistischen Jugendverband an. Er betrat »den Boden des Kommunismus mit dem gespannten Entzücken dessen, der zum erstenmal seinen Fuß auf einen jungfräulichen Kontinent setzt«. Das Entzücken endete in Enttäuschung. Andersch erlebte nur das Ende der Partei.

»Damit ich mein Metier ausüben kann, schreibe ich Texte, von denen ich mir einbilde, sie verhinderten, daß ich eines Tages wieder eine Straßenwalze in einem KZ ziehen muß.«

Andersch als Wehrmachtssoldat, ca. 1940 Unten: US-Kriegsgefangenenakte Alfred Anderschs


Ein Jahr nachdem er, 18jährig, Organisationsleiter und Bildungsbeauftragter des Kommunistischen Jugendverbands Südbayerns wurde, kamen die Nazis an die Macht und er in das KZ Dachau. Er wurde nach drei Monaten entlassen, doch ein halbes Jahr später wieder verhaftet. Anderschs Mutter schaffte es, ihren Sohn freizubekommen, ironischerweise wegen der Verdienste, die sich der Vater um die nationalsozialistische Sache erworben hatte. »Als ich in den Stunden, die meiner zweiten Verhaftung folgten, auf der Holzpritsche in einer großen, überfüllten und stinkenden Zelle der Münchner Polizeidirektion lag, packte mich die Angst (...). An diesem Abend hörten wir zum erstenmal den Laut von Schüssen, die uns galten (...). Als ich das Gebäude der Polizeidirektion verließ und unter die späte Sonne eines Münchener Septembertages trat, (...) wußte ich, daß ich meine Tätigkeit für die Kommunistische Partei beendet hatte.«

Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau an der großen Straßenwalze, an der auch Andersch eingesetzt wurde

Porträt Anderschs von Gisela Groneuer, seiner späteren zweiten Ehefrau, 1942

1946 – 1947 Zusammen mit Hans Werner Richter Herausgeber der Zeitschrift Der Ruf, die nach 16 Nummern von der amerikanischen Militärregierung in Bayern verboten wird 1947 Teilnahme an den ersten Tagungen der Gruppe 47

Das Redaktionsteam des Ruf. Zeitschrift deutscher Kriegsgefangener in den USA. Andersch (zweiter von links) betreute den literarischen Teil der Zeitschrift


Nachdruck der ersten Nummer von Texte und Zeichen, 1955, herausgegeben von Andersch

1948 Deutsche Literatur in der Entscheidung. Ein Beitrag zur Analyse der literarischen Situation, erste Buchpublikation 1948 – 1950 Gründer und Leiter des Abendstudios im Sender Frankfurt 1951 Beginn der Niederschrift des autobiographischen Berichts Die Kirschen der Freiheit 1952 Die Kirschen der Freiheit erscheint in der Frankfurter Verlagsanstalt

6/7

Auf den totalitären Staat antwortete Andersch mit »Introversion«: »Ich ignorierte die Gesellschaft, die rings um mich als Organisationsform den totalen Staat errichtete. Der Ausweg, den ich wählte, hieß Kunst.« Andersch wollte vom Schreiben leben, was im nationalsozialistischen Deutschland illusorisch war. Nur ein einziger kurzer Text erschien 1944 in der Kölnischen Zeitung. Er arbeitete zuerst als Angestellter in einem Münchner Fachverlag, dann in der Werbung in Frankfurt und Hamburg. 1935 heiratete er Angelika Albert, die einer gutsituierten Familie entstammte und durch die er Anschluß an das literarische München fand. Die Ehe wurde 1943 geschieden, 1940 hatte er die Malerin Gisela Groneuer kennengelernt, die er 1950 heiratete. 1940 wurde Andersch für kurze Zeit als Soldat eingezogen, bis Hitler anordnete, alle ehemaligen KZ-Häftlinge seien aus der Wehrmacht zu entlassen. Als der totale Krieg ausgerufen wurde, mußten jedoch auch ehemalige Regimegegner wieder an die Front. Andersch kam erst nach Dänemark, dann nach Italien. Am 4. Juni 1944 desertierte er in der Nähe des Klosters Eremo di Montevirginio, ohne zu wissen, daß am selben Tag die Amerikaner in der Normandie gelandet waren. Die 16 Monate amerikanischer Kriegsgefangenschaft bedeuteten für Andersch Freiheit – und wurden ihm zu einer Schule des Lesens und des Schreibens. Er entdeckte Autoren wie Hemingway, Faulkner, Steinbeck, Camus und Sartre. Zusammen mit Hans Werner Richter gab er die Lagerzeitschrift heraus. Nach ihrer Entlassung führten sie die Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Der Ruf weiter. »Wir waren von einem gewissen demokratischen Optimismus ausgefüllt, wir fühlten uns zum ersten Mal in unserem Leben dem faschistischen System entronnen und frei oder befreit und haben von dieser Position aus Publizistik und später Literatur betrieben.«

Andersch wurde zu einem der aktivsten und engagiertesten Publizisten der Nachkriegszeit, Der Ruf zum wichtigsten politischen Forum der jüngeren Generation. Nach 16 Heften wurde es von den Amerikanern verboten, weil es ihnen ›zu links‹ war. Andersch arbeitete im Rundfunk, baute die Kulturprogramme in Frankfurt und Hamburg auf, redigierte den Radio-Essay in Stuttgart, gab die Literaturzeitschrift Texte und Zeichen heraus, schrieb Hörspiele, Features, Essays und Kritiken. Die erste Buchpublikation erschien 1948: Deutsche Literatur in der Entscheidung. Ein Beitrag zur Analyse der literarischen Situation. Doch Andersch analysierte nicht nur die deutsche Nachkriegsliteratur, er war auch einer ihrer größten Förderer, zum Beispiel von Hans Magnus Enzensberger, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll oder Arno Schmidt. Auch war Andersch ein Vermittler ausländischer Autoren wie Beckett, Borges, Neruda oder Dylan Thomas. »Die letzte und uneinnehmbare Rückzugsbasis im Kampf gegen den anti-menschlichen Zustand unserer Welt besteht im scheinbar Privaten, im rücksichtslos Subjektiven, im eigensinnig Sensiblen. Die Ästhetik des Widerstandes ist nichts anderes als der Widerstand der Ästhetik«, hatte Andersch seine Reaktion auf die nationalsozialistische Diktatur umschrieben. Ästhetik und Widerstand – sie wurden zu den Polen, zwischen denen sich Andersch auch als Publizist und dann als Schriftsteller bewegte. Denn der überschäumende Freiheitsglaube war nur von kurzer Dauer, es folgten die bürgerliche Restauration der jungen BRD, Wirtschaftswunder statt Vergangenheitsbewältigung und der Kalte Krieg, mit einer neuen Polarisierung zwischen links und rechts. Alfred Andersch bezog Stellung. Thomas Mann: »Welche Wohltat ist die Stimme des Wissens und der loyalen Intelligenz inmitten des quälenden Geschreis der Dummheit.«


»Die Ästhetik des Widerstandes ist nichts anderes als der Widerstand der Ästhetik.« 1968 (EA 1952)

Alfred Andersch Die Kirschen derFreiheit Ein Bericht Diogenes

Das junge Europa formt sein Gesicht – Anderschs Leitartikel in der ersten Ausgabe des Münchner Ruf, der von ihm und Hans Werner Richter herausgegeben wurde

Andersch als Redakteur des Abendstudios im Hessischen Rundfunk, April 1950

Anderschs Arbeitszimmer auf Burg Kerpen, etwa 1950, wo er Die Kirschen der Freiheit schrieb

1951 – 1953 Leiter der gemeinsamen Feature-Redaktion der Sender Hamburg und Frankfurt. Herausgeber der Buchreihe studio frankfurt, in der u.a. Werke von Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll, Werner Helwig, Wolfgang Hildesheimer, Arno Schmidt erscheinen


»Erzählen heißt ja nicht, das Lasso einer Absicht über ein Objekt werfen.« Andersch beim Umbruch der siebten Nummer des Ruf, München 1946

1970 (EA 1957)

1972 (EA1960)

Alfred Andersch Sansibar oder der letzte Grund Roman · Diogenes

8/9

Alfred Andersch Die Rote Roman · Diogenes


1952 erscheint sein autobiographischer Bericht Die Kirschen der Freiheit, eine erste Fassung war 1950 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter dem Titel Flucht in Etrurien erschienen. Dem Buch ist ein Motto von André Gide voran-gestellt: »Ich baue nur noch auf Deserteure«. Andersch trat mit einem Eklat in die deutsche Literatur: »Für jeden, der das Denken nach 1933 nicht vergaß, eine Wohltat – es ist der Trompeten-stoß, der in die schwüle Stille fährt und die Ge-witter zur Entladung zwingt«, so Heinrich Böll. »Seine Meistererzählung. Dieses Buch rüttelte an Tabus der Adenauer-Ära, die sich selbstvergessen dem Wohlstandsrausch hingab, statt Vergangenes zu reflektieren. Die Kirschen der Freiheit hielt all jenen, die ihre eigene Verantwortung für die NaziVerbrechen hinter der Standardformel vom Befehlsnotstand verstecken wollten, unbarm-herzig den Spiegel vor« (Michael Au). 1957 erscheint Anderschs erster Roman Sansibar oder der letzte Grund, ein Kritiker- und Verkaufserfolg, der auch im Ausland Aufsehen erregt. Maurice Nadeau nennt Andersch einen der wenigen deutschen Schriftsteller, »die der Welt etwas zu sagen haben«. Das Buch – inzwischen Schullektüre – ist »als erzählte Episode aus der Ge-

Links: Andersch mit Arno Schmidt anläßlich der Verleihung des Fontanepreises 1964 und Tanz mit Ingeborg Bachmann

1955 Beginn der Niederschrift des Romans Sansibar oder der letzte Grund

Rechts: Zeichnung von Tullio Pericoli

1955 – 1957 Herausgeber der literarischen Zeitschrift Texte und Zeichen, von der 16 Hefte erscheinen

schichte Nazideutschlands gelesen worden, mehr aber noch als Parabel, die sich der Zeitumstände von 1937 als Kulisse bedient, sie aber überschreitet, um das Modellhafte menschlichen Verhaltens unter den Bedingungen eines Ausnahmezustandes zu zeigen« (Lothar Baier). Andersch hatte spät mit dem literarischen Schreiben begonnen, es war für ihn »die traurige Geschichte vom langsam fallenden Groschen«. Ein Jahr nach Erscheinen von Sansibar, im Alter von 44 Jahren, zieht er sich von allen öffentlichen Ämtern zurück und wird freier Schriftsteller in Berzona, einem abgelegenen Dorf im OnsernoneTal im Tessin, knapp 80 Einwohner, kein Restaurant, nur wenige Kilometer bis zur italienischen Grenze. Er wohnt dort in einem »Haus aus schweren Steinen gefügt, wie es hier Brauch ist«. Er nannte den Umzug auch eine verspätete Emigration. In Berzona entstehen die Romane Efraim und Winterspelt sowie viele Erzählungen. Doch Alfred Anderschs Werk ist vielfältiger und umfaßt auch Gedichte, Essays, Hörspiele und Reiseberichte. Andersch hielt sich längere Zeit in Rom und London auf, 1962 erscheint Wanderungen im Norden, ein Reisebericht über Schweden. 1965 übernimmt Andersch die Leitung einer Film-

1957 Sansibar oder der letzte Grund erscheint. Beginn der Niederschrift des Romans Die Rote 1958 Niederlegung aller öffentlicher Ämter. Übersiedlung als freier Schriftsteller nach Berzona im Tessin; Nachbarn werden Max Frisch und Golo Mann. Deutscher Kritikerpreis für Sansibar oder der letzte Grund. Die Geschichtensammlung Geister und Leute erscheint 1962 Die Rote wird von Helmut Käutner verfilmt. Der Reisebericht Wanderungen im Norden erscheint


1962 – 1963 Aufenthalt in Rom 1963 Die Geschichtensammlung Ein Liebhaber des Halbschattens erscheint. Beginn der Niederschrift des Romans Efraim 1964 Drei Monate Aufenthalt in Berlin 1965 Leitung einer Film-Expedition des Deutschen Fernsehens nach Spitzbergen und in die Arktis. Die erste Hörspielsammlung erscheint unter dem Titel Die Blindheit des Kunstwerks 1966 Die Reiseessays Aus einem römischen Winter erscheinen 1967 Efraim erscheint 1968 Nelly-Sachs-Preis der Stadt Darmstadt für das Gesamtwerk. Prix Charles Veillon für Efraim

Expedition des Deutschen Fernsehens nach Spitzbergen. Daraus entsteht das Buch Hohe Breitengrade. »Es war an der Zeit, daß ein großer deutscher Schriftsteller sich der zwar nicht vernachlässigten, aber verluderten Gattung Reise-beschreibung annahm und hier ein Exempel statuierte« (Manuel Gasser). Im Frühsommer 1974 schließt Alfred Andersch die Arbeit an seinem Mammutroman Winterspelt ab. »Zweifellos Anderschs summum opus, sein literaturästhetisch radikalstes und intellektuell am klarsten durchkonstruiertes Werk. Es kehrt in die Epoche und zum Sujet von Die Kirschen der Freiheit zurück, zieht dem existentialistischen Moment der Entscheidung zur Desertion aber einen materialistischen Unterbau ein, damit die Frage formulierbar war: Was wäre gewesen, wenn die Desertion in einer bestimmten Phase des Zweiten Weltkrieges zu einem mehr als individuellen Akt, wenn sie zu einer organisierten Operation geworden wäre?« (Lothar Baier). Wie die vori-gen Romane von Andersch wird auch Winterspelt von der Kritik kontrovers aufgenommen. Für eine noch größere Kontroverse sorgt 1976 das Gedicht artikel 3 (3), in dem Andersch das geistige Klima in der Bundesrepublik mit dem der Nazizeit vergleicht: »ein geruch breitet sich aus / der geruch einer maschine / die gas erzeugt.« Die Polemik um das Gedicht wird noch vestärkt, als der damalige Intendant des SWF versucht, das Vorlesen des Gedichts im Fernsehen zu verbieten. Er macht damit artikel 3 (3) – unfreiwillig – zum bekanntesten Gedicht der Bundesrepublik, das größeres Aufsehen erregt als alle Bücher Alfred Anderschs zuvor.

Oben: Andersch mit Max Frisch, seinem Nachbarn in Berzona Mitte: Außenansicht des Tessiner RusticoHauses in Berzona, darunter Anderschs Arbeitszimmer

1977

10/11


»Ich würde hoffentlich stets ablehnen, Menschen überzeugen zu wollen… Ich bemühe mich, so zu schreiben, daß dem Leser die kritische Entscheidung nicht genommen wird.«

An Bord der ›Havella‹; Andersch drehte vor der Küste Spitzbergens 1965 im Auftrag des Hessischen Rundfunks den Dokumentarfilm Haakons Hosentasche

1967

Alfred Andersch Efraim

Alfred Andersch Hohe Breitengrade

Roman · Diogenes

Diogenes

1969


1969 Der Reisebericht Hohe Breitengrade oder Nachrichten von der Grenze erscheint mit Fotos von Gisela Andersch

1974

1971 Die Geschichtensammlung Mein Verschwinden in Providence erscheint. Beginn der Arbeit am Roman Winterspelt Alfred Andersch Winterspelt Roman · Diogenes

1971

Alfred Andersch Mein Verschwinden in Providence Neun Erzählungen Diogenes

12/13

»Geschichte berichtet, wie es gewesen. Erzählung spielt eine Möglichkeit durch.«


Das letzte Lebensjahrzehnt Anderschs ist von Krankheit gezeichnet. 1977 versagen Anderschs Nieren nach einer anstrengenden Lesereise, er hat zunehmend Mühe, die eigenen Schreibmaschinentexte zu lesen, denn seit einigen Jahren werden seine Augen schwächer. Zum 64. Geburtstag 1978 schenken ihm deshalb seine Verleger Daniel Keel und Rudolf C. Bettschart eine Schreibmaschine mit überdimensionierter Schriftgröße. In seinem Dankesbrief heißt es: »Mit Hilfe dieses Apparats kann ich jetzt wieder arbeiten, und so hoffe ich, Ihnen irgendwann einmal das Skript eines neuen Buches übergeben zu können, so daß Sie vielleicht Freude daran haben werden, wenn es mehr als nur gut getippt sein sollte…« Dem 65jährigen geht es schlecht, nach einer Nierentransplantation und wegen seiner Zuckerkrankheit sind ständige Dialysen und Infusionen notwendig. Sehr langsam, manchmal nur fünf Sätze täglich, schreibt er 1979 den Spätsommer und Herbst hindurch in Berzona an einem neuen Buch; unterbrochen nur von Arzt- und Laborterminen. Im November ist es soweit. Andersch übergibt dem Verlag eine rote DIN-A4-Kladde: das Manuskript von Der Vater eines Mörders. Im Januar beendet Andersch das Nachwort für Leser, kurz vor seinem Tod am 21. Februar 1980.

Alfred Anderschs literarisches Vermächtnis hat bei Kritikern und Lesern ein großes Echo: Der Vater eines Mörders steht auf Platz eins der SWFBestenliste und kommt auf die SPIEGEL-Bestsellerliste. »Die ungewöhnlich starke Resonanz, die diese Erzählung gleich nach ihrer Veröffentlichung ausgelöst hat, ist keineswegs ein Produkt der Pietät, keineswegs eine Art Danksagung kurz nach dem Tod eines bedeutenden Schriftstellers, der die Geschichte der Literatur in der Bundesrepublik vielseitig beeinflußt hat. Eine heraus-fordernd authentische Erzählung. Eine Schulgeschichte, die den Lesern noch immer etwas über sich selbst sagt. Weil sie etwas darüber sagt, wie es zu Hitler und Himmler kommen konnte« (Heinrich Vormweg, Hessischer Rundfunk). Heute ist Der Vater eines Mörders in zehn Sprachen übersetzt, verfilmt – und längst Schullektüre.

»Die Erzählung ist ebenso wahr wie die Analyse, doch reicher an Bedeutung; die Erzählung legt nicht fest, sondern plaziert die Fest-Stellung in einem Spiel-Raum; die Erzählung gibt keine Antworten, sondern stellt Fragen.«

Links: Während der Dreharbeiten zu Eberhard Fechners Winterspelt – Verfilmung in Rommersheim, 1977 Rechts: Andersch auf dem Soldatenfriedhof in der Eifel

1972 Reise nach Mexiko. Die Rote erscheint in neuer Fassung. Schweizer Staatsbürgerschaft 1974 Winterspelt erscheint 1975 Reise nach Spanien und Portugal, wo ein Jahr zuvor die Nelkenrevolution die Militärdiktatur gestürzt hatte 1976 Das Gedicht artikel 3 (3) über die Berufsverbote löst eine bundesweite Diskussion aus 1977 Öffentlicher Brief an einen sowjetischen Schriftsteller, das Überholte betreffend und andere Aufsätze und Reportagen. Einige Zeichnungen, Graphische Thesen am Beispiel der Malerin Gisela Andersch. – empört euch der himmel ist blau: Gesammelte Gedichte und Nachdichtungen 1978 Winterspelt wird von Eberhard Fechner verfilmt


1979 Zum 65. Geburtstag von Alfred Andersch erscheint eine TaschenbuchStudienausgabe seiner Werke in 15 Bänden, darunter erstmals ein Band mit neuen Hörspielen 1980 Alfred Andersch stirbt in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar. Im Herbst erscheint die Arno Schmidt gewidmete, kurz vorher vollendete Erzählung Der Vater eines Mörders

Anderschs Thema war, wie bei den meisten Schriftstellern seiner Generation, die Erfahrung des Nationalsozialismus. »Schützt Humanismus denn vor gar nichts? Die Frage ist geeignet, einen in Verzweiflung zu stürzen« – heißt es im Nachwort zu seiner letzten Veröffentlichung. »Mein Buch hat nur eine Aufgabe: einen einzigen Augenblick der Freiheit zu beschreiben«, steht in Alfred Anderschs Erstling Die Kirschen der Freiheit. Ein Satz, der für das ganze Werk von Andersch stehen könnte. Freiheit, die radikale Suche nach Individualität: Dieses Thema macht Anderschs Werk – auch fast fünfundzwanzig Jahre nach seinem Tod – noch heute aktuell.

»Was keine Erzählung in mir hervorruft, langweilt mich. Was ich nicht erzählen kann, scheint mir nicht wert, aufgeschrieben zu werden. Jedenfalls nicht von mir.«

Alfred und Gisela Andersch im Büro von Daniel Keel (rechts), 1972

Alfred Andersch (rechts) erhält die Ehrengabe des Zürcher Literaturpreises, im Dezember 1979

Brief von Alfred Andersch an Daniel Keel, 1979


Das Grab Alfred Anderschs auf dem Friedhof von Berzona, Winter 1980/81 Rechts: Alfred Andersch, 1979

zwar schreibe ich jetzt nicht mehr nur noch für mich andererseits schreibe ich nur was mir spaß macht ausgeschlossen sagen viele moral und vergnügen schließen sich aus ich aber schreib’s in eine zeile empört euch der himmel ist blau

Alfred Andersch Der Vater eines Mörders Erzählung · Diogenes


Eine Studienausgabe, die es ermĂśglicht, einen der groĂ&#x;en deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts wiederzuentdecken

Alfred Andersch Essayistische Schriften 3

Gesammelte Werke 10 Diogenes


Alfred Andersch

Gesammelte Werke Erstmals in einer textkritisch durchgesehenen und kommentierten Ausgabe in zehn Bänden

»Alfred Andersch ist aus der Literatur und dem geistigen Leben Deutschlands nach 1945 nicht wegzudenken.« Karl Otto Conrady / Frankfurter Rundschau

Die Gesammelten Werke enthalten alle Bücher, die Andersch publizierte, ergänzt um weitere ausgewählte Texte, zum Teil aus dem Nachlaß, viele davon erstmals veröffentlicht. Alle Texte wurden einer gründlichen Revision unterzogen, Eingriffe des Herausgebers jedoch auf ein Minimum beschränkt. Bände 1 – 3

Romane: Sansibar oder der letzte Grund / Die Rote / Efraim / Winterspelt Bände 4 – 5 Sämtliche Erzählungen und die Autobiographischen Berichte Band 6 Gedichte und Nachdichtungen Band 7 Hörspiele Bände 8 – 10 Essayistische Schriften – Reiseberichte, Schriften zu Literatur, Kunst und Politik, Buchrezensionen Die Kommentarteile (Bände 1–7 von Dieter Lamping, 8 – 10 von Axel Dunker) enthalten u. a. Hinweise zur Textüberlieferung, Angaben zur Entstehung der Texte, Selbstzeugnisse des Autors, Informationen zur Rezeption und Interpretation, Bibliographie der wichtigsten Rezensionen und

ausgewählter Forschungsliteratur, Stellenkommentare. Im Anhang finden sich Materialien: etwa Faksimiles von Manu- und Typoskripten oder ausgewählte Interviews des Autors. Die Bände mit den essayistischen Schriften sind durch ein Personenregister erschlossen, und der letzte Band der Ausgabe enthält eine ausführliche Bibliographie der Veröffentlichungen Anderschs. Die Kommentare der ersten Bände der Werkgruppen werden mit Essays zu den jeweiligen Gattungen eingeleitet; ein Essay zur ganzen Ausgabe stellt nicht nur Leben und Werk von Alfred Andersch im Kontext seiner Zeit vor, sondern nimmt auch dezidiert zu Forschungskontroversen Stellung. Eine Bibliographie der Forschungsliteratur wird unter www.diogenes.ch/andersch/bibliographie (ab November 2004) laufend aktualisiert. Der Herausgeber Prof. Dr. Dieter Lamping, 1954 in Lohne/Oldenburg geboren, war Professor an den Universitäten Wuppertal und München und ist seit 1993 Lehrstuhlinhaber an der Universität Mainz. Seit 1994 leitet er das Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Er ist u. a. seit 1995 Vorsitzender des interdisziplinären Arbeitskreises Jüdische Studien. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Literaturtheorie und der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts.

»Es ist geradezu eine Ehrenpflicht, diesen Mann –seine Courage, seine Emphase, seine Tristesse – nicht zu vergessen.« Fritz J. Raddatz / Die Zeit, Hamburg


Alfred und Gisela Andersch, Ende der 60er Jahre

Alfred Andersch in Diogenes Taschenbüchern

»Alfred Andersch verbindet die Disziplin klassischer Novellistik mit modernen Gehalten und Stilmitteln. Ich wüßte mir keinen konsequenteren Schüler Flauberts und Thomas Manns.« Karl Korn / Frankfurter Allgemeine Zeitung Baier

Materialien zu

»Was politisches Bewußtsein ist, was es hervorbringt (neben den biographischen Unkosten) bei einem Schriftsteller, zeigt uns das literarische Werk von Alfred Andersch: exemplarisch in seiner Spannweite bewußter und verbindlich-gelebter Widersprüche.« Max Frisch 18/19

Alfred Andersch Die Kirschen derFreiheit

Die Kirschen derFreiheit von Alfred Andersch

Ein Bericht Diogenes

Diogenes

Alfred Andersch Sansibar oder der letzte Grund Roman · Diogenes

detebe 20001, 144 Seiten € (D)7.90 / sFr 12.90* / € (A)8.20

detebe 23345, 272 Seiten € (D)16.90/sFr 29.90*/€ (A)17.40

detebe 20055, 160 Seiten € (D)6.90/sFr 11.90*/€ (A)7.10

Die Geschichte einer Desertion. »Ein bedeutendes, ein aktuelles Buch auch heute noch.« Siegfried Lenz »Eines der wichtigsten und ehrlichsten Bücher der deutschen Nachkriegsliteratur.« Neue Zürcher Zeitung

Die Materialien zu ›Die Kirschen der Freiheit‹ bieten eine Rezeptionsgeschichte von Anderschs Buch seit der Erstausgabe 1952 – von der Debatte um die Wiederbewaffnung in den 50ern bis zur Diskussion über die Deserteure in den 90ern.

1937: Ein Junge, ein KPD-Funktionär, eine Jüdin, ein Pfarrer, ein Fischer und eine Statue. Mit einem Ziel: Deutschland zu verlassen. »Einer der bedeutendsten Romane der deutschen literarischen Nachkriegsproduktion.« Beda Allemann


Alfred Andersch Ein Liebhaber des Halbschattens

Alfred Andersch Die Rote

Alfred Andersch Winterspelt

Roman · Diogenes

Roman · Diogenes

Drei Erzählungen Diogenes

Alfred Andersch Der Vater eines Mörders Erzählung · Diogenes

Alfred Andersch Mein Verschwinden in Providence Neun Erzählungen Diogenes

detebe 20159, 112 Seiten € (D)6.90/sFr 11.90*/€ (A)7.10

detebe 20160, 240 Seiten € (D)8.90/sFr 14.90*/€ (A)9.20

detebe 20397, 600 Seiten € (D)11.90/sFr 20.90*/€ (A)12.30

detebe 20498, 144 Seiten € (D)6.90/sFr 11.90*/€ (A)7.10

detebe 20591, 288 Seiten € (D)8.90/sFr 14.90*/€ (A)9.20

»Die Erzählungen zeigen Menschen an einem Wendepunkt. Heimgesucht von einer fast brutalen Erinnerung an die Vergangenheit und einem reformatorischen Willen für die Zukunft, versuchen sie ihr Leben neu zu ordnen.« Manfred Delling

Die Flucht einer Frau, vor der Ehe, vor einer Affäre, vor sich selbst, führt ins winterlich ungastliche Venedig.

Major Joseph Dincklage hegt insgeheim den Plan, sein Bataillon kurz vor der Ardennenoffensive 1944 kampflos den Amerikanern zu übergeben. »Sein bestes Buch. Zart und von durchsichtigkristalliner Struktur.« Wolfram Schütte

Schuldirektor Himmler kommt unangekündigt, um bestimmte Schüler zu examinieren. Andersch rekonstruiert eine Schulstunde des Jahres 1928 in einer Art, die das Atmen vergessen läßt. »Ein fesselndes ProsaMeisterstück.« Joachim Kaiser

»Geschichten aus unserer Zeit. Eine sehr fesselnde, immer erregende, oft amüsantsatirische Lektüre.« Wolfgang Koeppen

Alfred Andersch Hohe Breitengrade Diogenes

»Einer der lesenswertesten Romane des 20. Jahrhunderts… Spannend wie ein Detektivroman.« Wolfgang Koeppen

Alfred Andersch Fahrerflucht und andere Hörspiele

Stephan Reinhardt

Alfred Andersch Eine Biographie

Diogenes

Diogenes

detebe 21165, 160 Seiten € (D)12.90/sFr 21.90*/€ (A)13.30

detebe 23168, 160 Seiten € (D)8.90/sFr 14.90*/€ (A)9.20

detebe 22874, 832 S. € (D)17.90/sFr 30.90*/€ (A)18.40

Anderschs Berichte aus dem nördlichsten Teil Skandinaviens sind Expeditionen der Ästhetik und der Kulturgeschichte.

Die vier wichtigsten Funkarbeiten Alfred Anderschs. »Andersch war ein begabter Funkautor; seine Hörspiele waren kritisch und kreativ zugleich und schöpften die Möglichkeit des Mediums voll aus.« Rhys Williams

Das Standardwerk zu Leben und Werk von Alfred Andersch.

»Gehört zu den schönsten, gehaltreichsten Reisebeschreibungen deutscher Sprache.« Manuel Gasser

»Ein Stück deutscher Kulturgeschichte. Die minutiös belegte Biographie spiegelt zugleich auch die jüngere (west-)deutsche Geschichte wider.« Der Spiegel, Hamburg

Fotonachweis: U4: Sophie Bassouts /Rush/Archiv Diogenes Verlag. S. 13: Klaus Hennch; Andreas Zurbuch S. 14: Isolde Ohlbaum S. 1, 7, 8, 18: Rechteinhaber sind gebeten, sich beim Verlag zu melden. Alle anderen: Archiv Diogenes Verlag, Zürich Alle Angaben ohne Gewähr © 2004 Diogenes Verlag AG Zürich

»Wer die Erzählungen liest, wird entdecken, was heute auch Literatur noch vermag.« Kölner Stadt-Anzeiger

»Zwischen Engagement und Distanzierung bewegt sich Alfred Anderschs literarisches Werk – eine gegen den Strom geschriebene Chronik deutscher und europäischer Geschichte in der Mitte des 20. Jahrhunderts.« Lothar Baier


»Realistische Literatur ist Literatur aus Wahrheitsliebe; die Wahrheit aber spricht immer für sich selbst, sie hat keine Tendenz und keine Predigt nötig.« Alfred Andersch

Diogenes Verlag Sprecherstraße 8 CH-8032 Zürich www.diogenes.ch

Bestell-Nr.: 3 257 92678 2 (20 Ex.)

Alfred Andersch in Paris vor dem Denkmal Denis Diderots, 1978. Auf dem Cover: Andersch in den Sommerferien in Norwegen, 1961


Diogenes Booklet Alfred Andersch