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Manfred

Wolfhard

Wolfhard Die Geschichte einer bĂźrgerlichen Familie in sechs Jahrhunderten


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Prolog Vorwort ......................................................................................... 7 Einleitung ....................................................................................... 8

Karten Karte 1 ........................................................................................ 171 Karte 2 ........................................................................................ 172

Stammbäume Impressum Manfred Wolfhard: Wolfhard – Die Geschichte einer bürgerlichen Familie in sechs Jahrhunderten Lektorat und Gestaltung: DIGNUS.DE Medien GmbH Klimaneutral gedruckt auf Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft (FSC Mix Credit)

© 2018 Manfred Wolfhard

Fotos (wenn nicht anders angegeben): Manfred Wolfhard, zvg., public domain

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Stammbaum 01 Haintz (Heinrich) ....................................... 176 Stammbaum 02 Michael ........................................................ 177 Stammbaum 03 Georg Johann ............................................. 178 Stammbaum 04 Alexander II. ............................................... 179 Stammbaum 05 Alexander III. ............................................. 180 Die Abstammung der Eleonore Wolfhard, geb. Renz ..... 181 Stammbaum 06;1 Johann Michael ...................................... 182 Stammbaum 06;2 Johann Michael ..................................... 183 Stammbaum 07;1 Johann Georg .......................................... 185 Stammbaum 07;2 Christian .................................................. 186 Stammbaum 07;3 Johann Georg ......................................... 187 Stammbaum 08;1 Johannes .................................................. 188 Stammbaum 08;2 Johann Georg ......................................... 189

Ergänzungen Raum für Notizen und Fortschreibung der Familiengeschichte ........................................................... 192


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Die Waiblinger Jahre – 1448 bis 1636 Die Anfänge der Familie Wolfhard in Waiblingen ........................................................................................................................................... 13 Gaudeamus igitur juvenes dum sumus ... Das Studium der Söhne des Ludwig Wolfhard ................................................................... 19 Ex-Nonne in Geldnot: Anna Kühorn .................................................................................................................................................................... 26 Nobelhochzeit im Amtsstädtchen Waiblingen: Hans Wolffhart heiratet Barbara Kühorn ................................................................. 33 Mühlenhandel 1549: Hans und Michael Wolfart verkaufen ihre Anteile an der Harteneckmühle .................................................... 38 Bürger in unruhiger Zeit: Michael Wolffhart (1515-1591) ............................................................................................................................. 41 Eine Kirchenkarriere: Alexander Wolffhardt (1553-1624) ............................................................................................................................. 49

Im Kraichgau – 1625 bis 1800 „Magister Viator“ – Wanderpfarrer im Dreißigjährigen Krieg: Georg Johann Wolffhart .................................................................... 65 Pfarrerskinder 1: Hans Georg, der Bürgermeister ............................................................................................................................................ 77 Pfarrerskinder 2: Alexander Rudolph, der Pfarrer ........................................................................................................................................... 85 Pfarrerskinder 3: Anna Dorothea, Stammmutter eines amerikanischen Clans ....................................................................................... 93 Dorfidylle? – Harte Zeiten nach dem großen Krieg! ...................................................................................................................................... 99 Verfolgung – Vertreibung – Integration: Täufer aus Zürich und die Wolfhards .................................................................................. 107 Bürger und Küfer: Johannes Wolfhard (1744-1791) ....................................................................................................................................... 111

Dühren & Michelfeld – 19. & 20. Jahrhundert Johann Michael Wolfhard und seine Nachkommen Ältere Dührener Linie ............................................................................................ 119 Richter und Familienforscher: Friedrich Wolfhard, (1908-1994) ............................................................................................................... 125 Ein Schicksal in der NS-Zeit: Pauline Wolfhard .............................................................................................................................................. 129 Der erste Wolfhard in Michelfeld: Johann Georg ........................................................................................................................................... 131 Bauern – Bürger – Hochverräter: Christian und Michael Wolfhard ........................................................................................................ 137 Zigarrenmacher: Johann Michael Wolfhard (1879-1928) ............................................................................................................................ 143 Ingenieur und Familienforscher: Otto Wolfhard ........................................................................................................................................... 149 Schmied und Bürgermeister: Johannes Wolfhard (jüngere Dührener Linie) .......................................................................................... 155 Pfarrer in Ihringen, Dekan in Freiburg: Johann Georg .................................................................................................................................. 159 Pfarrer in Durlach und Kirchenrat: Karl Adolf Wolfhard ............................................................................................................................. 163 3


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Die Waiblinger Jahre 1448 bis 1636 11


Humpis-Quartier in Ravensburg (1435), ein Beispiel großbürgerlicher Wohnkultur im späten Mittelalter.

12 Foto: © Museum Humpis-Quartier; Aufnahme: Jehle/Will https://www.museum-humpis-quartier.de/mhq/kontakt/presse/MHQ.php

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Familiennamen im heutigen Sinn gibt es erst seit dem Mittelalter. Sie haben sich aus Beinamen entwickelt, die zunächst nur an eine Einzelperson gebunden waren und nicht vererbt wurden. Die Vererbung der Beinamen begann in Norditalien im 11. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert war der Gebrauch eines festen, vererblichen Bei- oder Familiennamens auch in Deutschland üblich, zuerst in den Städten, im 15. Jahrhundert überall im deutschen Sprachraum.3 Die Familiennamen entstanden aus Berufen (Bauer, Böttcher, Fischer, Meier), aus den Eigenschaften einer Person (fröhlich, groß, redlich, kühn, stark), aus Vermögensverhältnissen (reich) oder einfach aus den Vornamen (Friedrich, Michel, Peters). So ist auch aus dem Vornamen Wolfhard der Familienname Wolfhard entstanden, und man kann davon ausgehen, dass in verschiedenen Gegenden ganz unterschiedliche Familien Wolfhard entstanden sind, die nicht das geringste miteinander zu tun haben. Andererseits ist die Mobilität der spätmittelalterlichen bzw. frühneuzeitlichen Menschen nicht zu unterschätzen.

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Der Name Wolfhard hat als Vorname eine lange Tradition. Auf der Reichenau wird ein Wolfhart 805 als Zeuge erwähnt, ein Bischof Wolfhard von Minden ist urkundlich bezeugt, der Recke Wolfhart im Nibelungenlied des 12. Jahrhunderts ist ein Neffe des Hildebrand und wird insgesamt 29 mal erwähnt.4 Er kämpfte gegen den Riesen Püsold und besiegte ihn schließlich, nachdem er zuvor heftig einstecken musste.5

Der Recke Wolfhart im Kampf mit dem Riesen Püsold. Trotz der ersten Schläge besiegt Wolfhart schließlich den Riesen in Vers 203.

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Die Anfänge der Familie Wolfhard in Waiblingen

Der Aktionsradius der Söhne von Michael Wolfhard im 16. Jahrhundert mag dafür ein Beispiel sein. So ist ein verwandtschaftlicher Zusammenhang über weite Entfernungen durchaus möglich, im Einzelfall allerdings heute kaum mehr zwingend nachzuweisen.

Der erste Teil des Namens ist die Bezeichnung eines starken Tieres. Wolf, Bär, Eber und Löwe wurden gern zur Benennung verwendet. Die Namensträger identifizierten sich mit der Stärke dieser Tiere. Der zweite Namensteil ist das althochdeutsche „hart“ in seiner Bedeutung von stark, kühn.

In den germanischen Heldenepen kommt es häufig zu Kämpfen der Helden mit Riesen, Drachen oder Zwergen, die über Zauberkräfte verfügen.

Seibicke, Wilfried: Die Personennamen im Deutschen, Berlin 2008

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Rusam, Adolf: Ahnenbuch Wolffhardt, Mühltal – Traisa 1978, S. 215ff Holz, Georg (Hg.), Die Gedichte vom Rosengarten zu Worms, Halle 1893 veröffentlicht in: Heidelberger historische Bestände digital http://digu.ub.uniheidelberg.de

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Vorbesitzer des „Gräfin-Anna-Hauses“ in Waiblingen war Haintz Wolffhart.

Im oberen Text wird Haintz Wolffhart erwähnt als Vorbesitzer des Hauses der Frau von Katzenelnbogen, im unteren Text als Vorbesitzer eines Viehhauses, das nun ebenfalls im Besitz der Schwester des Herzogs ist. Stadtarchiv Esslingen, LB 63 b (1461) Bl. 10

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Wohnzimmer im Humpis-Quartier, Ravensburg (1435), ein Beispiel großbürgerlicher Wohnkultur im späten Mittelalter. Ludwig Wolffharts Häuser am Waiblinger Markt waren wohl vergleichbar ausgestattet.

Foto Unten: © Museum Humpis-Quartier; Aufnahme: Jehle/Will https://www.museum-humpis-quartier.de/mhq/kontakt/presse/MHQ.php

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Es wird erwähnt, dass für das Haus, das er besessen hat, nun die Gräfin Anna von Katzenelnbogen7 Abgaben in Höhe von sechs Schilling Heller an das Esslinger Predigerkloster zu geben hat. Anna von Katzenelnbogen war die Schwester des regierenden Landesfürsten Ulrich von Württemberg, und das Haus des Haintz Wolffhard war als Wohnstätte für die Gräfin geeignet, also gediegen und gehobenen Ansprüchen genügend.8 Auf den Wohlstand der Familie weisen auch die Vermögensverhältnisse der Söhne des Haintz hin. Erhard (2;1) und Ludwig (2;2) Wolffhardt hatten beachtlichen Grund- und Hausbesitz. Ludwigs Häuser standen in bevorzugter Lage am Marktplatz. Beide Brüder trugen außerdem durch Spenden zum Bau der Michaelskirche bei.9 Diese Spenden waren wohl beachtlich, denn für eine Kleinspende wäre das Wappen der WolffhardtFamilie nicht in einen Gewölbeschlussstein des Innenraums eingemeißelt worden.

6 Ludwig, Walther, Dr. Prof.: Die älteren Wolffhart in: Waiblingen, KühornNachkommen V, S. 231 7 Anna von Württemberg wurde 1408 in Waiblingen geboren. Ihr Vater war Graf Eberhard IV., ihre Mutter Henriette de Montfaucon, Comtesse de Montbelliard. Als Vierzehnjährige wurde sie 1422 mit dem Grafen Philipp von Katzenelnbogen verheiratet. Dieser unternahm 1433 eine Pilgerfahrt ins Heilige Land; dies leitete eine Entfremdung des Ehepaares ein. Anna versuchte angeblich mit Liebeszauber und Beschwörungen ihre zerrüttete Ehe zu retten und erreichte das Gegenteil. 1457 kehrte Anna nach endgültiger Trennung nach Württemberg zurück und nahm ihren Wohnsitz in Waiblingen, im Haus des Haintz Wolffhart. Dort starb sie am 14. April 1471. 8 Als Vergleich für die möglichen Waiblinger Verhältnisse mag die Wohnstube der Familie Humpis in Ravensburg dienen, einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Ihre erhaltene und restaurierte Wohnung gibt einen Eindruck von den Wohnverhältnissen des gehobenen Stadtbürgertums. 9 Ludwig, Walther Prof. Dr. a. a. O.

Außer Haintz wird im Spitallagerbuch von 1446 die „Wolffhartin“ erwähnt, die für einen Garten „uff der alten Staig“ jährlich fünf Schilling Heller zinst. Walter Ludwig vermutet in ihr die Mutter des Haintz. Sie wäre dann die Witwe eines älteren Wolffhard „vielleicht des ersten in Waiblingen“, der möglicherweise aus der näheren Umgebung zugezogen ist. 1410 ist „der Wolffhart“ mit einem Weinberg in Strümpfelbach erwähnt, also ganz in der Nähe, und 1350 hatte ein Wolffhart in Rielingshausen einige württembergische Lehen.10 Von Haintz Wolffhart sind bis heute keine weiteren Informationen bekannt. Man kennt weder die Familie seiner Frau noch weiß man etwas über mögliche weitere Kinder. Nachrichten gibt es aber über die beiden Söhne des Haintz, Erhard (2;1) und Ludwig (2;2). Sie werden im Waiblinger Kellereilagerbuch von 1494 genannt. Erhard besaß ein Haus, Garten und Weingärten. Für sein Haus zahlte er Zinsen an das Stift und die geistliche Verwaltung in Stuttgart.11 Ludwig besaß zwei nebeneinander liegende Häuser am Markt, also in bester Lage, und ein weiteres „an der Straß“.12 Er wird als „erbar und wohlbeschaiden“ bezeichnet.13 Einen Teil seines Reichtums hat er wohl aus der elterlichen Hinterlassenschaft geerbt, möglicherweise aber verdankt er einen beachtlichen Teil seines Vermögens der Heirat mit einer Tochter des Matthäus Egen und er selbst scheint ein tüchtiger Mann gewesen zu sein. Nach den erwähnten Zinsverpflichtungen war er erheblich wohlhabender als sein Bruder 10 Ludwig, Walther Prof. Dr. a. a. O. Ludwig betont allerdings auch, dass aus dem Vornamen Wolfhard an mehreren Orten der Familienname Wolfhard entstanden sein kann und dass es verfehlt sei, die Waiblinger Wolffhart ohne weitere Anhaltspunkte mit weiter entfernten Wolfhart-Familien in Beziehung zu setzen (a. a. O. Anmerkung 56) 11 Adolf Rusam, Ahnenbuch Wolffhardt, Mühltal-Traisa 1978, S. 137 12 Rusam, a. a. O., S. 137 13 Ludwig a. a. O., S. 231 Die Bezeichnung „ehrbar“ und die „Ehrbarkeit bezeichnen eine Besonderheit in der württembergischen Landesverfassung. Ihre Mitglieder rekrutierten aus dem städtischen Bürgertum und waren vermögend. Neben dem Adel konnten nur Mitglieder der Ehrbarkeit dem Landtag angehören. Hier erreichten die bürgerlichen Ehrbaren ein bestimmendes Gewicht. (Haug-Moritz, Gabriele: Die württembergische Ehrbarkeit: Annäherung an eine bürgerliche Machtelite der frühen Neuzeit, Ostfildern 2009)

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Die Familie Wolfhard taucht in Waiblingen zu Beginn des 15. Jahrhunderts auf. Der erste schriftliche Beleg nennt 1448 Haintz Wolffhart. Er zinste für einen Acker am Remser Weg.6 Ein weiteres direktes Zeugnis über ihn ist die Erwähnung seines Namens 1461.

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Erhard. Und berücksichtigt man, wo seine Söhne Simon und Matthäus studiert haben, so lässt dies auf ein wohlbetuchtes Elternhaus schließen. Rückschlüsse auf die Vermögenslage der beiden Wolffhart-Brüder lässt auch ihr Beitrag für den Bau der Michaelskirche zu. Mit dem Bau dieser Kirche wurde bereits 1440 begonnen, also lange bevor die Brüder das Licht der Welt erblickten. Der Städtekrieg, Hungerzeiten und der Pfälzer Krieg verzögerten den Bau immer wieder. Schließlich konnte er 1490 fertiggestellt werden.

Für den Erhalt des Vermögens und des Einflusses der ehrbaren Familien war die Heiratspolitik äußerst bedeutsam. Eine Ehe war nicht in erster Linie eine Liebesangelegenheit zwischen zwei Menschen –sie war ein vermögenspolitischer und familienpolitischer Akt. Liebe oder Zuneigung spielten – wenn überhaupt – eine untergeordnete Rolle. Im Laufe eines längeren Ehelebens entstanden allerdings häufig Wertschätzung und Liebe.

Eine Tochter des Ludwig Wolffhart, deren Namen nicht genannt ist (3;5), war mit dem BürgermeiDie lange Bauzeit dokumentiert auch eine wichtige soziale ster Hans Kühorn verheiratet. Entwicklung: Während anfangs Eine andere Tochter (3;6) hatte in hauptsächlich Adelsgeschlechter die Aichmann-Familie eingeheiratet, eine einflussreiche ehrbare den Bau förderten, engagierten Familie aus Schorndorf, die hohe sich im letzten Bauabschnitt die Ämter an der Universität TüBürgerfamilien: die Sattlers, die bingen und in der herzoglichen Wolffhardts, die Kühorns und 14 Das Wappen der Wolfhard-Brüder in der Michaelskirche Regierung innehatte. Hans die Liedhorns. Das WolffhardtWappen in einem Schlussstein Wolfhard (3.1) heiratete Barbara des Langhausgewölbes bezeugt die Spendenfreudigkeit Kühorn, die Tochter des Waiblinger Vogts. Man heiratete der Brüder Erhard und Ludwig, und es waren – wie er- untereinander und achtete darauf, dass man sich gegenwähnt – sicher keine kleinen Spenden. Man ließ sich das seitig Ämter, Vermögen und Einfluss sicherte.15 Seelenheil und das öffentliche Ansehen etwas kosten – damals, am Ende des 15. Jahrhunderts.

> Die Michaelskirche hat ihren gotischen Charakter bis heute behalten. In einem Schlussstein des Langhausgewölbes ist das Wappen der Wolfhard-Brüder eingemeißelt.

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14 Evangelische Gesamtkirchengemeinde Waiblingen (Hrsg.): Ein halbes Jahrtausend Michaelskirche in Waiblingen 1490-1990, Waiblingen 1989, S. 13ff

15 Walter Ludwig: Die älteren Wolfhart in Waiblingen (Kühorn-Nachkommen V, a. a. O., S. 233, Anmerkungen 62 und 63)


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Foto: Franzfoto / CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

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48 Foto: Dietrich Krieger / CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

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Kloster Alpirsbach


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Im Oktober 1579 trat Alexander – inzwischen 26-jährig – als Diakon den Kirchendienst in Cannstatt an. Und kaum hatte er eine feste Stelle, wurde auch geheiratet. Die Auserwählte war die 22-jährige Eleonore Renz. Alexander Wolfhard (5;2) wurde 1553 in Waiblin- Brauteltern waren Heinrich Renz, seit 1567 Abt des Klogen geboren und verbrachte dort seine Jugend. Als sters St. Georgen und Maria, geb. Gräter. Wie die BrautSohn des angesehenen Michael Wolffhardt (4;4) war leute zusammenfanden, wird wohl nicht mehr zu klären es selbstverständlich, dass er eine sorgfältige Ausbil- sein, doch man darf annehmen, dass die Ehe wie damals dung genoss – wie alle Söhne des Michael, die Töchter üblich von den Eltern oder dem Umfeld eingefädelt wurde. Die Hochzeit fand am 7. Dehat er gut verheiratet. Da kam zember 1579 im Kloster St. Geornur die Lateinschule in Frage. gen statt. Mit dieser Verbindung In vier Klassenstufen mussten setzte Alexander die Tradition die Knaben die nötigen Kenntder württembergischen Ehrbarnisse erwerben, um das „examen keit fort, dass man darauf achpublicum“, das Landexamen zur tete, durch Heirat den Besitz zu Aufnahme an der Universität erhalten und den Zugang zu einTübingen zu bestehen. Der Colflussreichen Ämtern zu sichern. laborator brachte den Anfängern Die Familie Renz hatte ein be(den „alphabetarii“) das Lesen und achtliches Ansehen in WürttemSchreiben bei und den Fortgeberg und ist bereits im 13. Jahrschrittenen (den „Legisten“) die Die Lateinschule von Waiblingen steht mit dem Giebel hundert in Ulm nachgewiesen.66 ersten Lateinkenntnisse. Die „hö- auf der Stadtmauer oberhalb der Rems. Mit Alexander here“ Bildung vermittelte dann und seinem älterer Bruder Erhard besuchten etwa 50 Knaben diese Schule in der Kollaboraturklasse und etwa In Cannstatt wurden dem junder Präzeptor. genauso viele in der Präzeptoratsklasse. Das Foto zeigt gen Ehepaar die beiden ersten Kinder geboren: Am 26. Juli 1681 Alexander wechselte von der das Gebäude, das nach der Zerstörung Waiblingens im Dreißigjährigen Krieg an der Stelle des Vorgängerbaus Anna Maria (6;1) und am 23. SepLateinschule auf die Klosterschutember 1582 Johann Ulrich (6;2). le Hirsau und 1572 mit nunmehr errichtet wurde. 19 Jahren an die Universität, ins Wilhelm Glässner; Das Schulgebäude, in: Waiblingen in Vergangen- 1583 wechselte die Familie auf Tübinger Stift.65 1775 wurde er heit und Gegenwart. Beiträge zur Geschichte der Stadt, 2. Band die Pfarrei Strümpfelbach, blieb hier allerdings nur zwei Jahre. Magister und Repetent für He- 1967, S. 209ff Die große Stadtpfarrei Nürtingen bräisch. Aus dieser Zeit stammt auch seine Dissertation „Disputatio de Melchisedech ...“, die war 1585 nächste Station. Hier wurden dem Ehepaar sie1577 in Tübingen gedruckt wurde. Die Schrift ist in La- ben weitere Kinder geboren. teinisch abgefasst. Sie setzt sich mit dem Bericht über die Segnung Abrahams durch den Priesterkönig Melchise65 Martin Zeller; Von der Lateinschule zum Gymnasium Waiblingen 1267-1967

66 Hanns Wolfgang Rath und Hanns Wolfgang Kress: Ahnengeschichte Hölderlins, Limburg a. d. Lahn 1990, S. 61

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Eine Kirchenkarriere: Alexander Wolffhardt (1553-1624)

dech auseinander (1. Mose 14) und der Wiederaufnahme dieser Tradition im Neuen Testament (Hebr. 7).

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1599 setzte sich Alexanders Schwiegervater, der Abt Heinrich Renz, mit 70 Jahren zur Ruhe und zog mit seiner Frau Maria zu Eleonore und Alexander nach Nürtingen. Dort hatte die „junge“ Familie inzwischen sieben Kinder. Das jüngste, das wie die Mutter Eleonore (6;6) hieß, war gerade geboren, die älteste Tochter Anna Maria war schon 19 Jahre alt und musste der Mutter trotz des wohl vorhandenen Hauspersonals spürbar zur Hand gehen. Es ist gut vorstellbar, dass der elfköpfige Haushalt mit zwei Männern, die gewohnt waren Autorität auszuüben, seine eigenen Probleme hatte, über die die Chroniken natürlich schweigen. Auch starb Heinrich Renz schon 1601.

übernahm 1601 die Patenschaft des kleinen Georg Johann Wolffhart und starb erst 1635 nach der Verwüstung von Stadt und Schloss durch kaiserliche Truppen. Die Familie Alexander und Eleonore Wolffhardt lebte bis 1610 in Nürtingen. 1603 gebar Eleonore mit 46 Jahren ihr letztes Kind, ein Junge, der nach dem Vater Alexander (6;8) getauft wurde. Die beiden ältesten Kinder hatten noch in den Nürtinger Jahren der Familie geheiratet: Anna Maria (6;1) 1607 den Tuchmacher Johann Hölderlin und Johann Ulrich (6;2) 1610 kurz vor dem Umzug der Eltern die Anna Renz aus Oberndorf.

1610 wurde Alexander zum Bei der Übertragung der Faherzoglichen Rat und Abt des milienseite (vgl. S. 52) blieben die Klosters Alpirsbach befördert. Randbemerkungen unberückDamit war er kraft Amtes Mitsichtigt. Auch die Namen der Paglied des altwürttembergischen ten wurden nicht übertragen. Ein Landtags. Diese Ständeversammlung wurde von der evanweiterer Sohn Eleonores und Alexanders ist der am 5. August 1593 gelischen Geistlichkeit und dem geborene Michael Heinrich. Er Bürgertum gebildet und hatte ist wohl schon vor der Erstellung ziemlichen Einfluss auf die Politik des Landes. Der Titel „Abt“ des Bürgerbuchs verstorben und wurde auch nach der Reformawurde deshalb nicht erwähnt. Eine Totgeburt im Jahr 1600 blieb Titelseite der Dissertation Alexanders. Die Schreibweise tion für die Leiter der Klöster des W bei Vvolffhardt und Vvaiblingensisis findet sich beibehalten, die auf Druck Würtnamenlos. auch im Geburtseintrag seines Sohnes Georg Johann. tembergs evangelisch geworden waren. Die herzogliche VerwalDas Bürgerbuch der Stadt Nürtingen ist eine wichtige Arbeit des Alexander Wolfhard, tung hatte in diesen Klöstern Schulen und Klosterämter für Familienforscher eine unschätzbare Fundgrube. eingerichtet, und die Vorsteher dieser protestantischen Klöster trugen den alten Titel. Das Kloster St. Georgen, Nürtingen hatte 1600 etwa 1.700 Einwohner.67 Das wo Alexanders Schwiegervater Abt war, wurde 1633 zerSchloss war Sitz für die Herzoginnenwitwen. Zur Zeit stört. Die Klosterschule Alpirsbach bestand nur von 1556 Alexanders bewohnte es die junge Herzogin Ursula, die bis 1595, war also zu Abt Alexanders Zeit schon aufgehobeim Tod ihres Mannes 1593 erst 21 Jahre alt war. Sie ben. Die Klosterschulen an den Klöstern Blaubeuren und Maulbronn bestehen bis in die Gegenwart und haben mit ihren Internaten einen guten Ruf. 67 www.wikipedia, Stichwort „Nürtingen“


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Foto: Harald Helmlechner / CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en

Die Waiblinger Jahre – 1448 bis 1636

Blick auf die Stadtkirche St. Lauretius in Nürtingen. Hier wirkte Alexander 15 Jahre.

Titelseite aus Alexander Wolffhards Bürgerbuch. Die Archivalie befindet sich im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart. Die Jahrhunderte und die häufige Benutzung haben ihre Spuren hinterlassen, das Werk ist schadhaft und brüchig und wird heute kaum mehr ausgegeben. Die Abbildung hier ist in den Proportionen seitlich verschmälert.

„Der Statt Nürttingen Commun unnd Bürgerbuech neven ordenlicher Verzaichnus wann unnd zu welcherZeit die Bürger (so im Ehebuech welches Anno 1567. angefangen, gefunden worden) sich in den H Ehstandt begeben: auch waß sie in weerender Ehe für Kinder (so noch dieser Zeitt leben) durch Gottes Seegen erzeugett alle auß dem Dauffbuech (welches Anno 1558 angefangen) in dises Buech zusammen begriffenn. Durch M. Alexandrum Wolffhardum Jeziger Zeitt Pfarrhern zue Nürttinngen angefangen Anno Domini 1594 Und durch ihne kontinuiret“

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Im Kraichgau 1625 bis 1800 61


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Im Kraichgau – 1625 bis 1800

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Die Schlacht von Nördlingen, 6. September 1634 Darstellung von Matthäus Merian in Theatrum Europaeum, 1670 62


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Im Kraichgau – 1625 bis 1800

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Auch wenn sich in der zweiten Hälfte der 1620er-Jahre der Krieg nach Norden verlagert hatte, kam es in den Dörfern des Kraichgaus immer wieder zu Übergriffen durchmarschierender Soldaten.


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Nach zwei Jahren wechselte Georg Johann 1614 nach Cannstatt und 1616 an die Universität Tübingen. Da er als Als kurz vor Weihnachten 1601 das siebte Kind in der dritter Student der Familie keinen Anspruch mehr auf Nürtinger Dekansfamilie geboren wurde, war seine äl- einen Freiplatz hatte, wurde sein Studium von der Fickteste Schwester bereits 20 Jahre alt. Es war ein bewegtes lerschen Stiftung75 unterstützt, die seit 1585 bedürftigen Jahr für die Familie. Heinrich Renz, der Vater von Ele- Studenten ein sorgenfreies Studium ermöglichte. 1619 onore, war gestorben, der mit wurde er Baccalaureus und 1621 seiner Frau den Lebensabend in Magister. Wie lange er danach Nürtingen verbracht hatte, und Theologie studierte, gibt er nicht am 7. Dezember war das Rean.76 Da in Württemberg nur gensburger Religionsgespräch Geburtseintrag von Georg Johann Wolfhard mit den Pa- zwei Söhne einer Familie eine gescheitert, in welchem sich die ten Herzogswitwe Ursula und Vogt Balthas Müttschelin. Pfarrstelle erhielten und seine Vertreter der Konfessionen ausBrüder bereits württembergische giebig beschimpft hatten. Auf Pfarrer waren, musste Georg Joevangelischer Seite war Profeshann sich nach einer Anstellung sor Ägidius Hunn beteiligt, ein außerhalb des Herzogtums umGroßonkel des Neugeborenen. sehen und begann 1625 seinen Die Entwicklung ging nun langDienst als Hauslehrer bei Georg sam und stetig in Richtung KonPhilipp von Venningen in Eichfrontation, die sich dann ab 1618 tersheim. Nach einjähriger Tätigin dem großen Krieg entladen keit erhielt er die dortige Pfarrei. sollte. Bevor Georg Johann nach EichAber zunächst stand dem Neutersheim kam, hatten der Kraichgeborenen eine Jugend bevor, die In der Burse in Tübingen begannen alle Studenten ihr gau und die Kurpfalz die ersten frei von äußeren Bedrohungen Grundstudium. Danach ist Georg Johann wohl in das Schrecken des langen Krieges war. Wie alle Kinder des Dekane- Haus der Ficklerschen Stiftung umgezogen. erduldet. Als der „Winterkönig“ hepaars hatte auch Georg Johann aus Prag geflohen war, waren (6;7) einen privaten Praezeptor, einen Hauslehrer, bei 75 Die Ficklersche Stiftung bestand seit 1585 an der Universität Tübingen und dem er Lesen, Schreiben und die Anfänge des Rechnens sollte bedürftigen Studenten das Studium erleichtern. Dass der Abtssohn nun besonders bedürftig war, ist nicht wahrscheinlich. Aber schon damals lernte. Beim Umzug der Familie nach Alpirsbach war der verstanden es die gut Informierten, sich an den öffentlichen Mitteln zu beJunge neun Jahre alt, und nach zwei Jahren im Schwarzdienen. Man kann das auch als Beispiel schwäbischer Sparsamkeit sehen! wald ging es für ihn wieder zurück nach Nürtingen an 76 Quelle aller biographischen Angaben über Georg Johann ist das „Liber Anidie Lateinschule, die seit 1481 bestand und eine der remarum“ (Seelenbuch), seine eigenhändige Lebensbeschreibung im Kirchennommiertesten des Herzogtums war. Die Familie hatte buch Dühren.

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Im Kraichgau – 1625 bis 1800

Foto: Aspiriniks / CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

„Magister Viator“ – Wanderpfarrer im Dreißigjährigen Krieg: Georg Johann Wolffhart

sicher Kontakte genug, um den Lateinschüler unterzubringen. Am wahrscheinlichsten ist, dass er in dieser Zeit im Haus seiner Schwester Anna Maria (6;1) logierte, die seit 1607 mit dem Tuchmacher Johannes Hölderlin verheiratet war und in Nürtingen wohnte.

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Im Kraichgau – 1625 bis 1800

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das protestantische Heer unter Ernst von Mansfeld und auch das kaiserlich-bayerische Heer Johann Tillys in die Rheinpfalz gezogen. Die Kriegsereignisse hatten sich aber nicht nur auf die kurpfälzischen Orte beschränkt. Alle Dörfer wurden in Mitleidenschaft gezogen, und das nicht wenig. Die kaiserlichen Truppen unter Tilly hatten die festen Plätze im Kraichgau und Odenwald besetzt. Neckargemünd war Schauplatz eines üblen Massakers. In Hilsbach wurde die Bevölkerung gemordet und der Stadtkommandant über die Mauer gehängt, die Festungen Steinsberg und Waldangelloch hatten kampflos kapituliert, Neidenstein hatte sich nach kurzer Beschießung ergeben. Die riesigen Heere hatten keine Rücksicht darauf genommen, ob ein Ort pfälzisch oder ritterschaftlich war. Geplündert und gebrandschatzt wurden evangelische wie katholische Herrschaften. Während Mansfeld bei Mingolsheim Tilly eine Niederlage bereitete (27. April 1622) und das Dorf in Schutt und Asche legte, konnte Tilly in der Schlacht von Wimpfen die Truppen von Markgraf Georg Friedrich am 6. Mai 1622 vernichtend schlagen. Heidelberg und Dilsberg hielten sich noch bis zum Herbst. Beim Dienstantritt Georg Johanns in Eichtersheim 1625 hatten sich die Kämpfe nach Norden verlagert. Aber die Plünderungen und Brandschatzungen, das Rauben und Morden war bei der Bevölkerung noch in frischer Erinnerung. Es war auch keineswegs Friede eingekehrt. Truppendurchmärsche schikanierten die Bevölkerung nach wie vor.

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Die Soldaten trieben das Vieh weg, sie raubten den Bauern die letzten Nahrungsreserven, erpressten hohe Geldbeträge, und wo es nichts zu holen gab, wurde Feuer gelegt. Zu Elend und Hunger kam die Pest, die in jenen Jahren immer wieder aufflackerte. 1626, als Georg Johann seine Pfarrstelle in Eichtersheim erhielt, schrieb Reinhard von Gemmingen aus dem benachbarten Michelfeld: Ich „würde gern hinüberreiten, bin aber so von Pest

umringt, kann ohne Lebensgefahr meiner Weib und Kinder nitt aus dem Haus, dan ich allen Augenblick zur Flucht gefasst sein muss ...“ 77 In jenen 1620er-Jahren kam zu der materiellen Not und andauernden Gefahr die Unterdrückung der Gewissen. In den kurpfälzischen Ortschaften wurden die reformierten Pfarrer vertrieben und die Schulhalter des „verführerischen Calvinismus“ abgesetzt. Auch auf der unteren Ebene wurden die Schlüsselstellungen in Behörden und Kirchen konsequent mit Katholiken besetzt. Eine rigorose Rekatholisierung begann in den kurpfälzischen Orten, gestützt auf Ordensgeistliche. Mit der Dauer der Besetzung intensivierte sich die Bekehrungspolitik. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts wurde die kurpfälzische Bevölkerung zwangsweise in katholische Gottesdienste geschickt, und die Theologenausbildung in Heidelberg war fest in Händen der Jesuiten. Noch waren in den ritterschaftlichen Orten die Pfarrer sicher – nicht vor Hunger, Raub und Pest, aber vor Verfolgung aus Glaubensgründen. Gegen die Willkür der Soldateska allerdings war man dort genauso schutzlos wie in den kurpfälzischen Orten. Die feste Stelle in Eichtersheim ermöglichte dem jungen Pfarrer die Heirat. Am 11. Februar 1627 ehelichte er „die Ehrn Und Tugentsame Jungfrawe Anna Allgaierinn“ 78 aus Enzweihingen. Das erste Kind des Ehepaares, Maria Johanna, wurde am 28. September 1628 geboren. Der Sitte in den Pfarrfamilien folgend, hochgestellte Paten anzufragen, bat man die Freifrau Marie Cleophe von Venningen und Maria Heerbränndin, Ehefrau des Amtmanns in Michelfeld, als Patinnen für das Mädchen. Maria Johanna wurde sechs Jahre alt. Sie starb in dem extremen Notjahr 1635. Das zweite Kind von Anna und Georg Johann wurde am 25. September 1630 ebenfalls in Eichtersheim geboren 77 Jenne, Johann: Michelfeld, das Dorf und seine Geschichte, Gemeinde Angelbachtal (Hg.) 1990, S. 42f 78 Liber Animarum


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Im Kraichgau – 1625 bis 1800

Foto: Roman Eisele / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

Wasserschloss Eichtersheim

und auf den Namen Eva Barbara getauft. Paten des Mädchens waren Eva von Venningen und Anna Maria von Venningen. Das Mädchen wurde nicht ganz ein Jahr alt und starb schon am 2. Juni 1631.

rersfrau, hoben Anna Margaretha aus der Taufe. Anna Margaretha starb schon am 2. Juli 1633, fünf Wochen alt. Eleonore Barbara folgte ihr eineinhalb Wochen später am 11. Juli.

An Himmelfahrt 1633 – inzwischen war ganz Südwestdeutschland von den Schweden erobert – kam die Pfarrersfrau erneut nieder und gebar Zwillinge, Eleonore Barbara und Anna Margaretha. Die Pfarrersfrau von Michelfeld und die Frau des Dührener Bürgermeisters übernahmen die Patenschaft von Eleonore Barbara. Zwei Eschelbacher Frauen, Margaretha Schreyer und die Pfar-

Siebeneinhalb Jahre versah Georg Johann in Eichtersheim den Pfarrdienst. Dann wurde er 1633 nach Neidenstein versetzt, einem Dorf, das ebenfalls im Besitz der Familie von Venningen war. Der Schwedenkönig Gustav Adolf war schon am 16. November 1632 gefallen, aber noch war das schwedische Heer unbesiegt. Das Eingreifen der Schweden in die Kriegsgeschehnisse hatte eine

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Spanische und niederländische Gesandte beschwören am 15. Mai 1648 im Rathaussaal den Frieden von Münster. Gemälde von Gerard ter Borch (1617-1681) Die zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück geschlossenen Friedensverträge gingen als „Westfälischer Friede“ in die Geschichte ein. Sie beendeten den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland und den Achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande. 74


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Foto: Het Geheugen van Nederland/Koninklijke Bibliotheek - Nationale bibliotheek van Nederland www.geheugenvannederland.nl

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Kloster Kappel nach einem Stich des 18. Jahrhunderts

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Das Haus des Hans Cunrad Hägi in Ürzlingen (www.search ancestry.co.uk/cgi)

Foto unten: Badener / CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

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Pfarrerskinder 1: Hans Georg, der Bürgermeister

In den letzten acht Kriegsjahren erlebte der kleine Hans Georg die Schrecken des Krieges im Schutz seiner Eltern. Sicher konnte in jenen Jahren niemand sein. Doch war die Pfarrfamilie in den Mauern der Burg Steinsberg besser aufgehoben als im ungeschützten Dühren, wo das „Pestilenzgässchen“ und „Lärmlö-

Bei seiner Eheschließung am 1. Juni 1657 war Hans Georg gerade mal 17 ½ Jahre alt, für damalige 1. Hans Georg war geborn mitten in der nacht im Verhältnisse sicher sehr jung für ausgang des 39. Und eintritt des 40. jahrs uff Steinsberg, eine Heirat. Anna Hägi war am ward getaufft von dem Ehrw. Herrn Johan Wolffgang 9. Oktober 1636 in Kappel als Rabo pfarrers uff Raven spurg am fest Trium Regum, u. fünftes von 14 Kindern geboren. aus der H. Tauff gehoben von dem wohledelgebornen Eltern waren Hans Cunrad Hägi u. gestr Junckgern Hans Bernhart Gölers auff Ravenund Vronegg (Veronica) geb. spurg u. Johan Georg Erckenbrecht Elsäßischer Linien Strebel. Bei der Hochzeit war Ammptmann uff Steinsberg und Herrn Georg Fincken Anna Hägi 20 Jahre alt. dem älteren, Bürger unnd Inwohner zu Weiler unnd Steinsberg. Liber Animarum Der Weiler Uerzlikon, Heimat der Hägi-Familie83, gehört zur Gemeinde Kappel im Kanton Zürich. In Kappel selbst befindet sich das einst mächtige Zisterzienserkloster, gegründet 1185, reformiert 1527. Unweit des Klosters fand 1529 der berühmte Hat sich in den H. Ehestandt begeben Anno 1657 und unblutige „Suppenkrieg“ statt, sich verlobt mit Anna Haginn, weilandt des Ersamen u. achtbarn Conradt Hagi Bürger und Innwohnern zu Ertzlingen im Schweitzer Land , Zürcher Herrschaft, Ehelich Tochter und Veronica, ihre Mutter, hat mit Selbiger zeügt nach folgend Kinder. Liber Animarum Die Eheschließung fand nach den Unterlagen der Familie Hägi am 01.06.1657 statt.

82 Schumacher, Karl: Dühren bei Sinsheim a. d. Elsenz, Bilder aus dem mehr als 5.000-jährigen Werdegang einer Siedlungsstätte im Neckarhügelland, Sinsheim o. J., S. 48 83 www.haegi.ca/the-haegi-family-europe.html

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Die Jahre nach der Nördlinger Schlacht (1634) waren für die Bevölkerung Süddeutschlands die schrecklichste Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Frankreich hatte sich in das Kriegsgeschehen eingemischt. Truppen unterschiedlichster Armeen verwüsteten abwechselnd, was es noch zu verwüsten gab. Die Familie des Dührener Pfarrers Georg Johann Wolffhart hielt sich meist auf der Burg Steinsberg oder in Sinsheim auf. Von diesen leidlich sicheren Plätzen aus unternahm er seine seelsorgerlichen Gänge in die Dörfer des Kraichgaus, immer auf der Hut vor umherstreifenden Landsknechten oder vor entwurzelten Banden. Auf dem Steinsberg gebar seine Frau Anna am Jahreswechsel 1639/40 den ersten Sohn des Ehepaars: Hans Georg.

cher“ (= Verstecke und Zufluchtsstätten) noch lange an die Schreckenszeit erinnerten.82 Die Bausubstanz des Dorfes scheint bei Kriegsende noch recht gut gewesen zu sein, wenn auch in einem Haus nach Rückkehr der Flüchtlinge ein mächtiger Holderbusch gewachsen war. Trotz Dezimierung der Bevölkerung, anhaltendem Mangel sowie Verwahrlosung der Feldflur machten sich die Einwohner an den Wiederaufbau. Wann die Pfarrfamilie wieder ins Dorf zurückkehrte, ist nicht überliefert.

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und 1531 kam in einer blutigen Neuauflage des Krieges Ulrich Zwingli ums Leben.84

Wann die Familie Hägi nach Dühren kam, lässt sich nach den bisher bekannten Quellen nicht feststellen. Einige Hägis und sicher auch Anna sind zum lutherischen Protestantismus übergetreten, denn anders hätte Georg Johann der EheDie Geburtseinträge der beiden ersten Enkel des Wanschließung seines Sohnes nicht derpfarrers. zugestimmt.86

Schon 1529 waren die Täufer als eine streng bibelgläubige Gruppe den Züricher Reformierten zu einem Problem geworden. Sie lehnten die Kindertaufe ab, befolgten eine strikte neutestamentliche Moral bis hin zur Gütergemeinschaft und mieden Alkohol und Kriegsdienst. So zogen sie die Verfolgung durch die herrschende Religion auf sich. In hundert Jahren Druck und Verfolgung versuchte Zürich, die Täufer zur reformierten Kirche zu zwingen. Die rigorose Verfolgung85, die erzwungene Kindertaufe sowie der Zwang Vermerk über den Tod Annas zum Besuch des reformierten Gottesdienstes verbunden mit einer Volkszählung 1626 führten zu einer Auswanderungswelle. Viele Täuferfamilien kamen über das Elsass in die süddeutschen Gebiete, die durch 30 Jahre Krieg stark entvölkert waren. In den kurpfälzischen Orten des Kraichgaus fanden sie Aufnahme. Durch Fleiß und Verlässlichkeit brachten sie es zu Wohlstand und Ansehen, führten auch neue Agrartechniken ein. Langsam konnten sie auch in ritterschaftlichen Orten Fuß fassen. 84 Die Glaubensspaltung im Anschluss an die Reformation führte auf Betreiben Zwinglis zu einem bewaffneten Konflikt. Bei Kappeln standen sich 1529 ein reformiertes und ein altgläubig-katholisches Heer gegenüber. Durch geschicktes Verhandeln konnte Blutvergießen vermieden werden, und die Kontrahenten trafen sich zu einem Versöhnungsessen bei einer Milchsuppe und zogen ab. Bei dem Zweiten Kappeler Treffen 1531 ging es nicht mehr unblutig zu, und Zwingli fand den Tod. Das gleiche Schicksal erlitt Heini Hägi, wahrscheinlich ein Vorfahr der Anna. 85 Nahezu 1.000 Täufer, die als Märtyrer ihr Leben ließen, sind namentlich erfasst. Ungleich größer ist die Zahl der Gefolterten, der Gejagten oder zum Galeerendienst gezwungenen. Der letzte hingerichtete Täufer war Hans Landis, der am 30.09.1614 in Zürich enthauptet wurde. Von seinen Nachkommen heiratete Anna Maria Landes in die Dührener Wolfhard-Familie ein.

Sophia Margaretha (8;1) ist das erste Kind des jungen Ehepaars. Der Geburtstag ist im Liber Animarum mit dem 10. Dezember 1659 angegeben. Damit liegt er jedoch später als das Geburtsdatum des zweiten Kindes, der Anna Margaretha (8;2), die am 18. April 1659 das Licht der Welt erblickte. Vergleicht man die Schreibweise der beiden Jahreszahlen und den Abstand der beiden Geburten, dann lässt sich eine Manipulation bei der Neun nicht ausschließen. Beiden Mädchen war nur ein kurzes Leben beschieden. Kaum hatten sie das Jugendalter überschritten sind sie gestorben: Sophia Margaretha mit 17 Jahren am 6. März 1675. Ob ihr Tod im Zusammenhang mit den Kriegsereignissen 167487 steht, ist nicht überliefert. Anna Margaretha starb zwei Jahre nach ihrer Hochzeit mit Hans Georg Bender am 3. April 1679, gerade mal 20 Jahre alt. Auch Philipp (8;6) (* 03.05.1665) starb schon mit 86 Beim Hochzeitseintrag des Felix Benni mit Maria Hägi, einer Cousine der Anna, hat Pfarrer Wolffhart 1667 auf dem Übertritt der beiden Täufer zum Luthertum heftig bestanden. 87 In der Schlacht von Sinsheim am 16.06.1674 standen sich französische Truppen unter Marschall Turenne und kaiserliche Heeresverbände gegenüber. Abwechselnd wurde Sinsheim von Franzosen und Kaiserlichen in heftigen Häuserkämpfen erobert, wobei die Franzosen über Artillerie verfügten, die den Kaiserlichen vollständig fehlte. Schließlich behielten die Franzosen die Oberhand, und die Kaiserlichen zogen sich Richtung Heilbronn zurück. Die französischen Truppen blieben in der Pfalz und begannen sie zu verheeren.


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Im Kraichgau – 1625 bis 1800 In den Dörfern bestimmte der Besitz den Rang in der Bauernschaft. Die reichen Pferdebauern stellten Gemeinderäte und Bürgermeister. Sie arbeiteten mit Knechten und Mägden. Die Kuhbauern bewirtschafteten mit ihren Familienangehörigen kleine Betriebe. Die Geißenbauern mit ihren paar Äckern waren auf ein Zuverdienst als Knechte oder Handwerksgehilfen angewiesen. Wolfgang Vögele: Dühren; Aus der Geschichte eines Kraichgaudorfes, Sinsheim 1988, S. 204

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Erfahrungsgemäß war die Kindersterblichkeit in der Zeit kurz nach der Geburt am häufigsten. Ein Tod ohne Taufe führte nach damaligem Glauben zum Verlust des ewigen Lebens. Alexander Rudolph wurde am 10. Januar 1642 geboren und zwei Tage später getauft. Bei seinem Bruder hatte man vom 1. bis 6. Januar 1640 gewartet.

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Pfarrerskinder 2: Alexander Rudolph, der Pfarrer

Randbemerkung neben dem Geburtseintrag des Alexander Rudolph: „Anno 1654, d.21 Augusti war dieser mein Sohn nach Tübingen in die trivial Schul geschickt. 1658 als ein Würtemberger Alumnus in das Closter Blaubeiren recepirt. 1659 nach Bebenhausen promovirt. Anno 60 mit anderen Alumnis zu Tübingen deponirt. Eodem anno d. 22. Augusti Baccalaurirt. Anno 63 d. 26. Martij zu Tübingen magistrirt, hatt unter 26 candidatis quartum locum ...“

Seine Kindheit verbrachte Alexander Rudolph zusammen mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Hans Georg dann auch auf der relativ sicheren Burg Steinsberg. Es darf angenommen werden, dass Vater Johann Georg den beiden Buben einen ersten Unterricht in Lesen, Schreiben, elementarem Latein und Rechnen gab. Die Randbemerkung neben dem Geburtseintrag lässt deutlich spüren, dass dieser Sohn der Stolz seines Va92 Das Geschlecht der Grafen von Katzenelnbogen ist allerdings schon 1479 ausgestorben.

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Als Alexander Rudolph (7;8) am 10. Januar 1642 als zweites Kind des Pfarrerehepaars Johann Georg Wolffhart und Anna Burckhart geboren wurde, war die Zeit im Kraichgau wohl etwas weniger kriegerisch, denn immerhin konnte Pfarrer Rabus es wagen, von der Ravensburg auf den Steinsberg zu kommen, um den Knirps seines Amtsbruders zu taufen. Aber der Dreißigjährige Krieg war noch keinesDie Kernburg der Burg Steinsberg ist von einer dopwegs zu Ende. pelten Ringmauer umgeben. Alle Wohn- und WirtAuf der Burg hielt sich in die- schaftsgebäude befinden sich in der Kernburg. sem Winter eine illustre Gesellschaft auf: Taufpaten waren lauter hochwohledel Geborene: Ein Junker von „Catzen-Erlenbogen“ (wohl Katzenelnbogen)92 und eine Margaretha Knöblerin, die eine geboren Landschadin war, beides bekannte Adelsdynastien.

ters war. Ausdrücklich hebt er hervor, dass Alexander Rudolph im Magisterexamen Viertbester von 26 Kandidaten war. „Nachdem er zwey jahr zu Neuenbürg vicarirt, ist Er Anno 1667 nach Klever Sultzbach bey Neüenstatt an der großen Linde zur Pfarr daselbst promovirt worden.“ 93 So setzt Vater Georg Johann seine Randbemerkung fort. Während seiner Vikarszeit übernahm Alexander Rudolph die Patenschaft seines Neffen Philipp in Dühren, und in Cleversulzbach fand er seine Liebste, Agnes Margreth Heermännin aus Öhringen, Tochter des verstorbenen 93 Liber Animarum: Geburtseintrag des Alexander Rudolph, Randbemerkung

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Stadtpfarrers Georg Heermann. Noch 1667 verlobte sich das Paar und heiratete am 2. Juli des gleichen Jahres in Dühren. Georg Johann ließ es sich nicht nehmen, seinen Sohn zu trauen. Es erfreute ihn wohl sehr, dass sein zweiter Sohn der Familientradition gefolgt war und eine Pfarrerstochter geehelicht hatte, wo doch der Bruder ganz unstandesgemäß ein Mädchen aus einer Täufersippe geheiratet hatte, und er dabei ziemlich jugendlich und sie ziemlich schwanger war. 1674 übernahm Alexander Rudoph die Gemeinde Ottmarsheim. Er war nun 32 Jahre alt, konnte also als junger Pfarrer gelten. Der Beginn seiner Dienstzeit fiel in jene Jahre, in denen die Freiherren von Liebenstein ihre Besitzungen im Bottwartal an Württemberg verkauft hatten (1673). Die Untertanen von Ottmarsheim waren also plötzlich Württemberger geworden, allerdings war ihnen die Erhaltung der von den Liebensteinern eingeführten Augsburgischen Konfession zugesagt worden. Aber eine neue Herrschaft – ein etwas anderes Luthertum – da heißt es aufpassen! Über die ersten Jahre ist von Alexander Rudolphs Tätigkeit in der kleinen Gemeinde nichts überliefert. Aber 1681 kam es zu einem Eklat. In einem Brief an den Herzog beschwert sich die Gemeinde, dass „der Jetzmalige Pfarrer Alhier M: Alexander Rudolf Wolfarth, Verwichenen Freitag auf der Cantzel bey Versambleter Christlich Gemeind aus allzuhützigem und Übereultem Zornigem Effect ... höchst anzügige und zu Hertzen tringende Verbal Injurias In gehaltener Predig auszustoßen sich nicht entblödet“.94 Dem Anschreiben an den Herzog war eine Anlage beigefügt, die die Injurien und Beleidigungen des Pfarrers enthielt. Leider ist diese Anlage nicht mehr vorhanden. So ist nicht zu erfahren, was die Ottmarsheimer so sehr aufgeregt hat und ob das geforderte Disziplinarverfahren gegen ihn stattfand. Aber anscheinend haben sich die Gemüter bald wieder beruhigt.

94 Hauptstaatsarchiv Stuttgart (HStA): A 437 L Bü 2: Bittschrift des Gerichts zu Ottmarsheim an den Herzog zu Württemberg wegen Beleidigungen in einer Predigt des Pfarrers Alexander Rudolf Wolfhard daselbst, 1681 Januar 23.

Von 1686 liegen Notizen vor, die auf eine Krise in seiner Tätigkeit hindeuten. Möglicherweise hatten er und seine Frau gesundheitliche Probleme, denn er weist wiederholt darauf hin, dass im Winter beide die langen Gottesdienste in der kalten Kirche nicht durchstehen könnten. Vielleicht war es aber auch die Belastung, die als zu stark empfunden wurde. Er wehrt sich dagegen, dass er an Freitagen, Feiertagen und Bußtagen in Liebenstein95 Gottesdienste halten soll, wo doch sein „... Anteceßor (= Vorgänger) außer den Sontägen nur aus Heflichkeit geprediget ...“ 96 und bittet dringend um Entlastung durch einen Vikar, den er aus eigener Tasche bezahlen würde. Vielleicht kamen auch Probleme mit seinen Kindern hinzu, denn er erwähnt einige Zeilen weiter, dass sie „... schlechte Information in Ihren Christenthum genießen ...“. Da könne der Vikar doch dazu beitragen, dass „... Ich sambt den meinigen in geistlicher Übung unß täglich zu unserer Seelen Heil und Wohlfahrt erbawen und meine Kinder auch die nöthige Information in Ihrem Christenthum faßten und darin recht fundirt werden möchten“.97 Denkbar ist auch, dass er in dem Briefentwurf alles Negative aufgezählt hat, um die Notwendigkeit eines Vikars zu begründen. Trotz der in diesem Dokument anklingenden Frustration betätigte Alexander Rudolph sich in Ottmarsheim auch noch in Handelsgeschäften.98 Er übernahm 1686 in Dühren eine Patenschaft bei dem Sohn seiner Schwester Anna Dorothea, verheiratete Brenz. Der Täufling erhielt den Namen seines Paten, wurde allerdings nur zwei Jahre alt. Kontakt zum Kraichgau hatte Alexander Rudolph jedoch auch schon vorher gepflegt: Während seines Vikariats in Neuenbürg hatte er die Patenschaft bei Philipp, einem Sohn seines Bruders übernommen. 1669, ein Jahr vor dem Tod seines Vaters hatte er seine Schwester 95 Stammschloss der Freiherren von Liebenstein, etwas über zwei Kilometer von Ottmarsheim entfernt. 96 HStA Stuttgart: A 437 Bü 3 Erfüllung der kirchlichen Obliegenheiten durch Pfarrer Alexander Rudolf Wolfhard zu Ottmarsheim, 1686 Oktober 15. 97 Ebd. 98 Ebd. Auf der Rückseite des Dokuments beschwert er sich über die Versandkosten einer Warensendung aus Nürnberg über Ulm. Um welche Waren es sich handelte, geht aus dem Schreiben nicht hervor.


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Ottmarsheim, bis 1673 im Besitz der Freiherren von Liebenstein, dann württembergisch.

Von 1658 bis 1659 besuchte Alexander Rudolph die Klosterschule Blaubeuren als Alumnus (= auf Kosten des Herzogtums).

Im Kraichgau – 1625 bis 1800

Foto links oben: HAH / CC BY 2.5 https://creativecommons.org/licenses/by/2.5/deed.en; 2 x unten: peter schmelzle / CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

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St. Jost in Cleversulzbach, Alexander Rudolphs erste Pfarrstelle. St. Hippolyt in Ottmarsheim. Alexander Rudolph regte hier durch eine wahrscheinlich sehr deutliche Predigt seine Zuhörer ungemein auf.

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DĂźhren & Michelfeld 19. & 20. Jahrhundert 117


124 Foto: Geographicus Rare Antique Maps https://www.geographicus.com/P/AntiqueMap/NorthwestPassage-schraembl-1788

Dühren & Michelfeld – 19. & 20. Jahrhundert

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Richter und Familienforscher: Friedrich Wolfhard, (1908-1994)

1949 heiratete Friedrich Wolfhard Irmgard Mönch, und 1951 wurde seine Tochter Gunhild geboren. 1954 wechselte er als Landgerichtsrat an das Landgericht Tübingen. Nach Beendigung seiner beruflichen Tätigkeit zog er im Ruhestand in die Nähe seiner Heimat nach Neckargemünd und starb am 19. Dezember 1994 in Neckargemünd.

Dühren & Michelfeld – 19. & 20. Jahrhundert

Friedrich Wolfhard (16;6) hat wohl die Hauptarbeit zur Erforschung der Familiengeschichte geleistet. Er wurde Wann das Interesse Friedrich Wolfhards an der Famiam 6. April 1908 geboren und war der jüngste Sohn von liengeschichte begann, muss offenbleiben. Eine tradierte Friedrich Hermann Wolfhard (D15;21) Erinnerung an Georg Johann, (6;7) den und seiner Frau Karoline geb. Sambel. Wanderpfarrer im Dreißigjährigen Krieg, Sein ältester Bruder Wilhelm Karl (D16;2) war bei den meisten seiner Nachkommen studierte Tiermedizin und praktizierte vorhanden. Sicher hat auch der Ahnenspäter als Tierarzt in Mosbach. Sein zweikult der 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts tältester Bruder August (D16;3) überdie Arbeit Friedrichs begünstigt. Die Tatnahm die elterliche Landwirtschaft. Eine sache aber, dass er auf den 23. Mai 1937 ältere Schwester war schon in ihrem erzu einem Familientag nach Dühren einsten Lebensjahr gestorben, Bruder Adolf laden konnte, dass er die Verzweigungen fiel mit 20 Jahren in der Endphase des Er- Friedrich Wolfhard als Student der einzelnen Linien kannte und an dem sten Weltkriegs. Friedrich wuchs mit seiTreffen bereits wesentliche Arbeitsernen vier Geschwistern – drei Buben und gebnisse aufzeigen konnte, weist darauf Schwester Mathilde – im landwirtschafthin, dass er schon lange vor Anbruch der lichen Betrieb seiner Eltern auf. Abitur staatlich verordneten Ahneneuphorie gemachte er am Helmholtz-Gymnasium nealogisch erfolgreich tätig gewesen sein in Heidelberg und studierte dort im Anmuss. schluss Jura. Friedrich Wolfhard hat seine Forschung Nach dem Zweiten Staatsexamen arbeisehr breit angelegt. Er fragte nicht nur tete er als Gerichtsassessor in Karlsruhe, nach den direkten Vorfahren des Dühspäter als Richter in Rastatt. Der Zweite ren-Michelfelder Familienteils, sondern Weltkrieg unterbrach seine berufliche Täging auch Nebenlinien mit akribischer tigkeit. Von 1949 bis 1954 war er Richter Sorgfalt nach. So konnte er Details des am Amtsgericht Mosbach. Leimener Ablegers der Familie ermitteln, der auf Georg Heinrich Wolfhard (8;8, < Stammbaum 3) zurückgeht. NachkomFriedrich mit Tochter Gunhild Karte Alaskas von 1788 auf der Grundlage der men dieses Familienzweigs lebten in BaiErkundungsfahrten durch James Cook zehn Jahre zuvor. Der nördliche ertal und schrieben sich „Wohlfarth“, andere leben heute Küstenverlauf ist zu dieser Zeit noch unbekannt, weil die Seefahrer in Alaska; sie sind Nachkommen des Johannes Wolfhard, bislang nicht bis in das „Eismeer“ vorgedrungen waren. der 1737 nach Amerika kam und ebenfalls ein Nachkom-

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Bauernkinder wurden früh zur Arbeit herangezogen – wie hier bei der Heuernte. Gemälde von James Baker Pyne (1800-1870)

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Knapp 40 Jahre war Christian Georg Gottlob Wolfhard alt, als 1848 in Baden die Revolution gegen die Herrschaft des Großherzogs offen ausbrach. Sein jüngerer Bruder Johann Michael zählte 34 Jahre. Diese Revolution kam weder aus heiterem Himmel noch hatte sie eine einzige Ursache: Nach den napoleonischen Jahren strebten die alten Grundherrschaften – in Michelfeld die Gemminger – danach, die Zustände des 18. Jahrhunderts wiederherzustellen. Die Aufhebung der Leibeigenschaft und die Ablösung der feudalen Vorrechte verursachten Kosten, die von der steuerpflichtigen Bevölkerung zu stemmen waren. Gesteigerte Belastungen einerseits, Not, Missernten und Hungerkrisen andererseits führten zur Verschuldung der Bauern und zu offener Not der ärmeren Bevölkerungsteile. Einen Höhepunkt europaweit erreichte die Die einen wanderten aus, Krise 1846. In Michelfeld musste die anderen versuchten eine Suppenküche eingerichtet sich zu wehren. 1848 und eine vielköpfige hungrige kapitulierten die aufstänKinderschar der Armen in die dischen Bürger in Rastatt. volle Pflege der Gemeinde übernommen werden. Wegen Futtermangels mussten Bauern ihr Vieh verkaufen. In dem Notjahr 1846 suchte auch die 24-jährige Friederike Katharina Wolfhard (M13;8), die

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Öffentliche Maßnahmen zur Linderung der Not kamen zu spät. Die Revolution war nicht mehr aufzuhalten. Nicht durch landesweite Bemühungen und nicht durch lokale Anstrengungen. In Michelfeld zeigten sich schon im März 1848 Bauern, die mit Sensen und Dreschflegeln bewaffnet waren.160 Ebenfalls im März erfolgte der Aufruf Heckers, im ganzen Land Volksvereine zu bilden, um den Gedanken der Demokratie, der sozialen Bildung, der Freiheit und Gleichberechtigung Geltung zu verschaffen.161 Die Aufzählung der Mitglieder für Michelfeld im Generallandesarchiv Karlsruhe – erstellt nach Niederschlagung des Aufstands – nennt 63 Mitglieder.162 In ihrer Gegnerschaft zum Regime des Großherzogs wollten sie zusammen mit anderen Freiheitskämpfern unter General Sigel den Heckerzug in Südbaden in seiner Forderung nach einer Republik unterstützen, doch badische und hessische Truppen vereitelten dies. Erst als im Mai 1849 in Rastatt und Freiburg ba159 www.leo-bw.de/web/guest/detail: Auswanderer aus Michelfeld: Die Zusammenstellung des Generallandesarchivs nennt für 1846 – Michelfeld die folgenden Auswanderer: Christine Mahl, Babetta Marx, David Marx, Konrad Weyrich Rüsterholz, Christoph Stadelbauer, Jakob Welz, Friderika Katharina Wolfart 160 Johann Jenne: Michelfeld, Das Dorf und seine Geschichte, Gemeinde Angelbachtal (Hg.), S. 67 161 Wolfgang Haas: Friedrich Hecker, Leben und Wirken in Dokumenten der Mitund Nachwelt, Gemeinde Angelbachtal (Hg.), S. 107 162 GLA Karlsruhe, Bestand 236, Bestellnummer 8208

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Foto unten: FloKrass / CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Bauern – Bürger – Hochverräter: Christian und Michael Wolfhard

jüngere Schwester von Christian und Michael, ein besseres Leben in den USA – gemeinsam mit anderen Auswanderern aus Michelfeld.159

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dische Truppen meuterten und sich mit den revolutionären Bürgerwehren verbündeten, floh der Großherzog Leopold ins Exil nach Koblenz. In den Folgemonaten griffen hessische und preußische Truppen in Baden ein und besiegten die demokratischen Aufständischen. Mit dem Fall von Rastatt war der Aufstand für eine badische Republik beendet.

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Christian Georg Gottlob Wolfhard Christian Georg Gottlob Wolfhard (M13;26) wurde am 12. Januar 1807 als zweites Kind der Familie Johann Georg (D12;14) und Elisabeth geb. Lutz geboren. Ein erstes Kind war im Dezember 1805 wenige Tage nach der Geburt gestorben.

Seine ersten Lebensjahre verDie Mitglieder der Volksverlebte er, als Napoleon sich Koneine wurden zum Teil äußerst tinentaleuropas bemächtigte. hart bestraft. Christian und MiNach dem Abgang des Despoten chael Wolfhard kamen mit Arund dem Hungerjahr 1816 konrest davon. Was ihnen genau vorsolidierten sich die Verhältnisse geworfen wurde, konnte nicht leidlich. 1818 erhielt Baden eine ermittelt werden. Die höchste neue Verfassung, damals die liStrafe in Michelfeld erhielt der beralste in Deutschland. Bauer Jakob Freiß mit 10.485 Gulden. Er „hat sich als eifriger Wühler Über Schulzeit und Jugend des gezeigt und in einer Rede, welche Christian Wolfhard ist nichts der Lehrer Stey in Michelfeld gehalüberliefert Mit 31 Jahren heiratete ten hat, öffentlich Beifall gegeben In den Kasematten der Festung Rastatt endeten die er am 12. Juli 1838 die 28-jährige und sich unehrerbietige Äußerungen Freiheitsträume vieler Revolutionäre. Katharina Linse. Am 24. Septemüber das Staatsoberhaupt erlaubt“ 163 Der Bauer Friedrich Schwenn „war Mitglied des Volks- ber 1838 wurde dem Ehepaar das erste Kind, Katharina vereins und hat die Michelfelder zur Volksversammlung nach Magdalena (14;27), geboren und noch am gleichen Tag Mühlhausen geführt und bei diesem Zug eine blutrote Fahne getauft. Die Geburt des zweiten Kindes im Juli 1843, eines Söhnleins, das Johann Javorausgetragen“.164 Das brachte kob (14;28) getauft wurde, geriet ihm eine Strafe von 100 Gulden in der Familie zur Katastrophe: ein. Es waren Kleinigkeiten, die Die Geburt war am 10. Juli, Mutmit hohen Strafen belegt waren: ter Katharina starb am 29. Juli „Hat Sympathie für die Revolutiund wurde am 30. Juli schnell beon geäußert,“ – „hat revolutionäre erdigt, „nach ärztl. Gutachten weil Blätter vorgelesen,“ – „hat sich Aufdie Gestorbene schon sehr in Fäulreizende Reden erlaubt“. niß übergegangen war“, wie Pfarrer Geburtseintrag des Christian Wolfhard Bilhuber in ihrem Sterbeeintrag festgehalten hat. 163 Wolfgang Haas, a. a. O., S. 116 164 Ebd.


Blick ins Buch | Wahrscheinlich ist die Nachgeburt nicht ausgeschieden worden. Das Neugeborene starb dann ebenfalls am 30. Juli. Es wurde nach damaliger Sitte am Abend begraben.165 Der Witwer Christian blieb mit seiner fünfjährigen Tochter nicht lange allein. Am 18. Januar 1844 heiratete er die 24-jährige Katharina Welz, mit der er bis 1853 noch vier Kinder hatte: (14;29) Katharina Christine, * 30.10.1845 , (14;30) Johann Michael, * 17.10.1849, (14;31) Georg Michael, * 17.05.1852, (14;32) Georg Christian, * 14.09.1853.

Johann Michael Wolfhard

Beisetzung“ in der Abenddämmerung nach dem Abendläuten beigesetzt.

Dühren & Michelfeld – 19. & 20. Jahrhundert

Johann Michael Wolfhard (13;29), Christians jüngerer Bruder, wurde am 24. August 1814 als fünftes Kind der Familie geboren. In diesem Jahr dankte Napoleon zum ersten Mal ab und musste die Insel Elba als Exil akzeptieren. Der Onkel des Neugeborenen, Michael Wolfhard aus Dühren, wurde Pate, sodass auf einen guten Kontakt der Dührener und der Michelfelder Wolfhard-Familie geschlossen werden kann. Auch bei Michael sind keine Unterlagen über seine Jugend und Ausbildung vorhanden. Wie üblich wurde er als Bauernjunge wohl schon früh in den elterlichen BeNach 1853 erscheinen von trieb eingespannt und lernte das Christian Wolfhard in MichelWirtschaften von seinen Eltern. feld keine Einträge mehr. Er ist Sterbeeintrag der Katharina Wolfhard, geb Linse mit seiner Frau und den vier KinAls am 29. Dezember 1839 die ledige Katharina Brust dern ins Land der Freiheit ausgewandert, in die USA. Möglich wäre, dass er wegen seiner Aktivitäten in den ein Knäblein gebar, das am 5. Januar 1840 auf den Namen Revolutionsjahren Repressionen ausgesetzt war, denn Jakob Heinrich getauft wurde, war die Vaterschaft nicht die badische Regierung war bestrebt, möglichst viele strittig. Eigenhändig bekannte sich der 25-jährige Johann Aufsässige zur Auswanderung zu bewegen und auf die- Michael Wolfhard zu dem Kind. Allerdings heirateten se Weise los zu werden. Aber dafür wurden noch keine Johann Michael und Katharina erst am 22. Oktober 1840. Ihre neun Kinder waren das FunBelege gefunden. Seine Tochter dament für den Wolfhard-Clan aus erster Ehe, Katharina Magdain Michelfeld. lena (M14;1), blieb in Michelfeld und heiratete am 5. Februar 1863 Kinder des Ehepaars Johann den Bauern Gottlob Seeburger. Michael Wolfhard und KathariVermerk beim Geburtseintrag des Jakob Heinrich Brust, na geborene Brust: später Jakob Heinrich Wolfhard: „Ich erkenne dises Kind (14;33) * 29.12.1839 Jakob Heinrich, als das meinige an. Johann Michael Wolfhard.“ ∞ 07.04.1864 Regina Elisabeth Müller, † 25.06.1889, (14;34) * 25.10.1841 Christian, 1. ∞ 22.09.1866 Katharina 165 Paul Graff: Geschichte der Auflösung der alten gottesdienstlichen Formen Carola Dreher, 2. ∞ 28.02.1889 Regina Ziegler (Menzinder evangelischen Kirche Deutschlands, 2. Band, Göttingen 1939, S. 279: Notgetaufte, tot geborene oder jung verstorbene Kinder wurden in einer „stillen gen), † 27.05.1915

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St. Laurentius in Bischoffingen. In der spätgotischen Kirche befinden sich bedeutende Wandmalereien, die zur Zeit Adolfs noch übertüncht waren, aber schon 1909 freigelegt wurden.

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Dühren & Michelfeld – 19. & 20. Jahrhundert

Foto: Jörgens.mi / CC BY-SA 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

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Karten 169


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Wassila (Alaska) Anchorage

Vancouver Karte: Map created from DEMIS Mapserver (public domain) by Koba-chan / CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Lakewood (Ohio)

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Port Angeles (Washington)

Toledo (Ohio) Chicago Denver

Indianapolis

San Francisco Los Angeles

Tiffin (Ohio)

Menifee (California)

La Fayette (Alabama)

New Orleans

Hawaii


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Friederike Wolfhard (1846) Christian Wolfhard (1848)

Johannes Wolfhard (1739) Montreal

New York City Washington DC

Georg Brentz (nach 1725) Nachkommen der Anna Dorothea Wolfhard Anna Katharina Schwab (1720) geb. Wolfhard

Ă&#x153;ber die Website von Manfred Wolfhard haben sich acht Wolfhard-Nachkommen aus den USA und Kanada gemeldet. Sie entstammen den Familien Schwab (Swope) und Brentz (Printz / Prince) sowie Johannes, dem Enkel Georg Heinrich Wolfhards (Wolford).

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Foto: zvg.; Roman Eisele / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/; Zenodot Verlagsgesellschaft mbH/ GNU Free Documentation License https://www.gnu.org/licenses/fdl.html; zvg.

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Das vorliegende Buch beschreibt die Geschichte einer bürgerlichen Familie. Ihre Mitglieder haben im Laufe von 600 Jahren das Auf und Ab der Geschichte erlitten – mitunter auch ein wenig mitgestaltet. Einigen gelang es, einflussreichere Positionen zu erlangen. 196

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Das Werk fußt auf den Arbeiten von Friedrich Wolfhard sowie Otto Wolfhard und gibt über Stammbäume und Lebensdaten der Familienmitglieder hinaus einen Einblick in das Zeitkolorit und die Lebensumstände der Vorfahren – unterstützt durch zeitgenössische Bilder.

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Wolfhard – Die Geschichte einer bürgerlichen Familie in sechs Jahrhunderten  

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