Dachreiter 2020-4

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Dachreiter

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e vangelisch in Königsfeld · w w w.e vik.de

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KINDER

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Barmherzigkeit als Motor ... 04

Warten und geduldig sein 10

Carl Orff 16

Foto: zvg.; Jens Rusch / CC BY-SA 3.0 Bild: Stefanie Bahlinger, Mössingen,

https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de www.verlagambirnbach.de; Jens Rusch / CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! Lukas 6, 36

Barmherzig wie der Vater Willkommen .................................................................. 2 Thema: Barmherzig wie der Vater Barmherzigkeit – was drin steckt ................................. 2 Weihnachten – Barmherzigkeit für die Welt ..................... 3 Barmherzigkeit als Motor einer menschenfreundlichen Leistungsgesellschaft ................. 4 Zinzendorfschulen · Kita Arche .......................................... 6 Abgebildet .................................................................... 6

Ortsplan & Partner ...................................................... 8-9 Junger Dachreiter: Warten und geduldig sein ................. 10 Jugend: Neue Konfis ..................................................... 11 Aus den Räten · Bereich ................................................ 12 Veranstaltungen · Adventstimmung · Neuhauser Spalte ..... 13 Mitteilungen & Termine ................................................ 14 Versammlungen · Kontakt ............................................. 15 Carl Orff: Das musikalisch-rhythmische Gefühl ... .............. 16


2 willkommen Barmherzig wie der Vater • Angedacht

Barmherzigkeit – was drinsteckt!

Unbarmherzig schränkt die weltweite Pandemie das Leben ein, Menschen spüren die Bedrohung durch die Krankheit. Die Jahreslosung für das Jahr 2021 könnte Anlass für ein Gegengewicht sein: Barmherzigkeit erfahren, Barmherzigkeit üben. Die ersten Seiten des Dachreiter gehen diesem Motto nach. Als Gemeinde liegt uns daran, unsere Angebote in Gottesdienst und Seelsorge aufrechtzuerhalten, ohne dadurch die Gesundheit der Menschen in Gefahr zu bringen. Wir sind dankbar für alle, die uns darin unterstützen. Vieles kann nur kurzfristig entschieden werden, weil niemand weiß, wo die Entwicklung hingeht. Das zeigt sich auch in diesem Dachreiter, bei den Veranstaltungen, zu denen wir einladen können, die entfallen müssen oder hinter denen ein Fragezeichen steht. Der Dachreiter verbindet Sie und uns in einer Zeit, in der direkte Treffen erschwert sind. Ich grüße Sie im Namen aller Mitarbeitenden auf diesem Wege herzlich und wünsche Ihnen: Behalten Sie die Zuversicht. Christoph Huss |

auf unserer Website

Auf der Website wird die Information für anstehende Versammlungen wöchentlich aktualisiert. Singstunde und Predigtgottesdienst können Sie live mitfeiern oder auch anschließend innerhalb von rund drei Tagen als Aufzeichnung anschauen. www.evik.de Die Website lässt sich auch gut mit mobilen Geräten betrachten; einfach den QR-Code mit dem Smartphone scannen.

> Es ist erstaunlich, wie tot geglaubte Worte aus der biblischen Tradition plötzlich zum Leben erwachen. Seit einiger Zeit wird in der Unternehmenskultur der Wert der „Demut“ wiederentdeckt. Oder die „Zuversicht“: In den letzten Monaten der Pandemie hörte man immer wieder am Ende der Nachrichten: „Bleiben sie zuversichtlich.“ Das ist mehr als „Bleiben sie gesund“. Nun bringt uns die Jahreslosung für das neue Jahr das alte Wort „Barmherzigkeit“, das man eigentlich nur noch im religiösen Zusammenhang gebraucht. Dieser Beitrag fragt: Steckt da was drin, was wir heute brauchen können?

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ie erfahren wir das Leben, unsere Welt? Barmherzig? Oder hart? Unsere Erfahrungen sind sicher unterschiedlich. Viele erfahren in ihrer Arbeit eine harte Unternehmensführung und leiden darunter. Manche werden krank im gnadenlosen Kampf. Da muss man suchen, wo man das andere erfährt: Wohlwollen, Anerkennung und Respekt. Für viele ist dieser Ort die Familie und der Freundeskreis. Umso schwerer ist es für Menschen, die nicht das Glück hatten, einen vertrauen Kreis um sich zu scharen, in dem man Barmherzigkeit erfährt. Steckt noch was drin in dem alten Wort „Barmherzigkeit“? Für mich bekam es zum ersten Mal einen frischen Klang, als Eleonore von Rotenhan es beim Abschlussgottesdienst des Kirchentages 1987 in Frankfurt in den Mittelpunkt ihre Rede stellte; ich habe den Text aufgehoben: „Wir brauchen eine Zivilisation der Barmherzigkeit.“ Ein Gesicht bekam das Wort auch durch Papst Franziskus, der die Barmherzigkeit zu seinem Programm machte und im Dezember 2015 ein „Heiliges Jahr der Barmherzigkeit“ ausrief.

So hat Gott sich gezeigt. Der Hinweis auf seine Barmherzigkeit und die Aufforderung, einander Barmherzigkeit zu erweisen, stehen zentral in Judentum und Christentum, auch in den frühen Phasen des Islam, ebenso in östlichen Religionen. Kerntexte der Bibel wie der Psalm 23 und das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10, 25-37) markieren die Barmherzigkeit als einen wesentlichen Begriff des christlichen Glaubens. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15, 11-32) stellt Jesus den himmlischen Vater als gütig Wartenden und Vergebenden. Er lädt ein zur Umkehr und zur Versöhnung. Die Barmherzigkeit ist etwas, das von Gott ausgeht. Der Mensch hat sie nicht unbedingt von sich aus. Die Jahreslosung macht es deutlich: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Lukas 6, 36) Wörtlich steht dort: „Werdet barmherzig.“ Es ist also etwas, das man üben und lernen kann. Man lernt es bei Gott.

Was steckt eigentlich drin in dem alten Wort? Man weiß nicht genau, wo es herkommt. Entweder vom althochdeutschen armherzi. Das entspräche dem lateinischen misericordias: ein Herz für den, der arm dran ist, der Grund hat, sich mies zu fühlen. Oder von barm und herzi. Barm ist althochdeutsch und in vielen anderen Sprachen der Mutterschoß, mit dem sich Empfindungen wie Geborgenheit und Wohlergehen verbinden. Das entspräche dem griechischen splanchnon (das Innerste) und den Hebräischen racham (Erbarmen). Rächäm, die Mehrzahl, ist das Wort für den Viele Bereiche unserer Welt können mit dem Mutterschoß. Wort und dem Wert der Barmherzigkeit nichts anfangen. In Unternehmen und auch Wenn Gott sich also dem Volk Israel in der sonst oft im Leben geht es nicht um GnaWüste am Sinai offenbart mit den Worten de, sondern um Ansprüche, Erwartungen, „Herr, Herr, Gott, barmherzig und gnädig Rechte und Pflichten. Vielleicht aber steckt und geduldig und von großer Gnade und noch etwas drin in dem alten Wort. Noch Treue“ (2. Mose 34, 6), dann öffnet sich eine einmal E. von Rothenhan: „Wir brauchen mütterliche Bildwelt. Gott gibt in dieser Si- eine Zivilisation der Barmherzigkeit. Sie ist tuation am heiligen Berg seinem Volk eine eine Haltung und ein Tun. Barmherzigkeit zweite Chance. Später in der Katastrophe ist zärtlich zu dem nächsten Menschen und des Exils in Babylon lässt er den Verzagten vernünftig zu dem fernen Nächsten. Sie ist ausrichten: „Kann auch eine Frau ihr Kind- mehr sanft als gewalttätig, mehr fröhlich lein vergessen, dass sie sich nicht erbarme als missgelaunt, mehr spontan als geplant. über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie sei- Sie will nicht haben, sondern helfen.“ ner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen.“ (Jesaja 49, 15) Christoph Huss |

Dachreiter 2020-4 • Foto: Sailko / CC BY-SA 4.0 / https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Liebe Mitglieder und Freunde der Kirchengemeinde, der Herrnhuter Brüdergemeine am Ort und außerhalb, liebe Gäste in Königsfeld!


3 Barmherzig wie der Vater

Weihnachten - Barmherzigkeit für die Welt > Jahreslosung 2021 – Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! (Lukas 6,36)

Dachreiter 2020-4 • Bild: Stefanie Bahlinger, Mössingen, www.verlagambirnbach.de

Seid barmherzig wie der Vater – mit den Vätern ist das so eine Sache, überhaupt mit den Eltern, Vater und Mutter. Wer einsinkt in die alten Erinnerungen – fallen uns da die Geschichten ein? Die erlebter Barmherzigkeit oder erfahrener Strenge oder erlittener Einsamkeit oder gefühlter Ungerechtigkeit? Oft sind es lebensprägende Erlebnisse der Kindheit, manchmal auch begleitende Lebensproblematik durch die ganze Jugendzeit hindurch, oft sogar Lebensstränge, die uns nie losgelassen haben. Nicht immer haben wir erfahrene Barmherzigkeit sofort als solche erkannt. Und auch unser Barmherzig–Sein ist Missverständnissen ausgesetzt. Das Bild der Mössinger Künstlerin Stefanie Bahlinger setzt einen klaren Fokus: Weihnachten, die Christgeburt, ist so etwas wie das Urgeschehen der Barmherzigkeit. Aus diesem Geschehen entsteht auch unser Leben, - speist sich unser Sehnen und unser Träumen. Alles entsteht dadurch, dass Gott zu uns Menschen kommt. Und wie er kommt: eben nicht großmächtig und in Glanz und Gloria, sondern klein und unscheinbar, in Armut und Ungewißheit hinein. Es ist zum Erbarmen! Wir lassen uns gerne mit hineinnehmen und anrühren von diesem Geschehen. Gott kommt zu uns Menschen, das ist einerseits so unbegreiflich – weil es keine offensichtlichen, rationalen Gründe dafür gibt. Gott kommt zu uns in einer Weise, die zum Greifen nah ist, die unser Eingreifen und unser Helfen geradezu erfordert und zum Mitmachen einlädt. Gott kommt zu uns, dass es zum Spüren nah ist, herzbewegend eben. Im Zentrum des Bildes liegt das Jesuskind. Wie in vielen alten Darstellungen ist in diesem zeitgenössischen Bild das Kind fest in Windeln eingepackt, die Arme mit eingeschlossen. Es ist ein Bild der Wehrlosigkeit, der totalen Abhängigkeit, nicht einmal strampeln ist möglich. Dazuhin ist sichtbar auf diesem Bündel das Kreuz-Zei-

nimmt? Eine zusätzliche Komponente kommt noch hinzu: Das Farbenspiel rotgelb nimmt die Form einer Flamme an. Es brennt, jedoch wird deutlich, es verbrennt nichts, das Jesuskind ist und bleibt darin geborgen. Die Flamme als Zeichen des Heiligen Geistes hat teil an diesem Geschehen, das uns in Bewegung setzen will – es ist der Part des Bildes, der eine Dynamik ausstrahlt. Leben, Zuwendung, Schutz geben, sie sind immer der Veränderung unterworfen, Antworten sind immer neu zu geben. Und dann sind da noch die Linien im Bild, die dem Ganzen eine Struktur geben. Die filigranen Umrandungslinien der Komposition bilden die Umrisse einer Hütte, eines nicht sehr stabilen Stalles. Von neuem werden wir erinnert an die Weihnachtsgeschichte. Oder sind diese Linien gar das Haus unseres Lebens? – mit dem Herzstück innen drin?

chen der Bestimmung dieses hilflosen Wesens. In der Betrachtung dieser Atmosphäre der Einsamkeit werden wir aufgestört durch die warmen Farbtöne, die das Kind umfangen, gelb und rot in all ihren Schattierungen. Diese Lichtspiele kennen wir aus den klassischen Krippendarstellungen, das was uns sonst anheimelt und berührt. Und: Ist der Bogen der sich rund um den gesichtslosen Kopf des Kindes wölbt, nicht die schützende und hegende Maria? Die Stilisierung ihrer Gestalt lässt auch hier eine freie Fläche für das Gesicht. Es ist, als ob wir das Bild weitermalen müssten. Welches Gesicht würden wir hineinmalen? Wenn wir das Bild noch einmal im Ganzen betrachten, so erkennen wir die Grundform einer Nuss, eines Samenkerns und das Kind liegt darin als ob es die Keimzelle wäre, aus der der neue Trieb entspringt. Hören wir es schon, unser Adventslied „Es ist ein Ros entsprungen…“, das ja ein Bild aus Jesaia auf-

Die weiteren Linien beginnen am unteren Bildrand, wie Haarwurzeln sich verdichtend zu festen Strängen streben sie nach oben und bilden immer stärker werdend die Umrisse eines gotischen Fensters, das sich schützend über dem vom Feuer getragenen Jesuskind erhebt. Der Blick durch das Fenster hindurch führt in die Weite. Das heißt doch: Wir, die Gemeinde des sicherbarmenden Gottes, sind Teil des Geschehens durch die Zeiten. Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist. Die Eckpunkte sind benannt, vielleicht auch die Fragen und Zweifel, die sich durch unser Leben ziehen. Gott hält das aus. Wir dürfen uns geborgen wissen. Die Barmherzigkeit, die wir erfahren, die können wir auch weitergeben. Nicht in barer Münze, nicht im Aufrechnen. Nur das, was „von Herzen“ kommt – und nichts darüber hinaus. Seid barmherzig, auch gegenüber euch selbst. Thomas Elser |


4 Barmherzig wie der Vater

Barmherzigkeit als Motor einer menschenfreundlichen Leistungsgesellschaft > Barmherzigkeit in einer Leistungsgesellschaft – ist das nicht ein Widerspruch? Ist nicht der Barmherzige immer der Dumme? Und wer will das schon sein!

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Oft wird Barmherzigkeit mit einer von einer falschen Demut geprägten Haltung verwechselt, die alles hinnimmt. Man leidet dann vor sich hin und fühlt sich oft auch noch moralisch überlegen, verhindert aber im Grunde damit, dass ein Mensch sein Verhalten ändert, weil er keinen positiven Widerstand erfährt. Richtig verstandene Barmherzigkeit unterscheidet die Person von seiner Tat; sie nimmt den Mitmenschen als Person an, konfrontiert ihn mit seiner problematischen Handlung, erarbeitet mit ihm Möglichkeiten der positiven Handlungsänderungen und begleitet ihn bei der Verwirklichung. So wie Gottes Ziel mit Christus nicht das Kreuz, sondern die Auferweckung war, ist das Ziel des barmherzigen Handelns nicht das Leiden / Mitleiden, sondern der neue Lebensentwurf / die positive Lebens„Barmherzig sein“ – dazu fordert uns die Jahreslosung für das Jahr änderung. Im Lobgesang der Maria (Lk. 1, 46ff) wird deutlich, dass 2021 auf: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ die Barmherzigkeit Gottes Menschen aus einer schwierigen Situati„Barmherzigkeit“ charakterisiert das Wesen Gottes, sie ist der inne- on heraushelfen möchte. re Antrieb seines Handelns. Das menschliche Leben verdankt sich seiner Barmherzigkeit und als Ebenbild Gottes sollen wir barmher- Zinzendorf sagte einmal rückblickend über sich: „Ich bin vom 12. bis zig sein, „wie auch der Vater barmherzig ist“. (Lk. 6,36) „Barmher- ins 19. Jahr ein solcher Bengel mitunter gewesen, dergleichen unter zigkeit“ soll der Motor christlicher Lebensführung sein, der unser euch keiner ist, was den Verstand und die Conduite betrifft, ... Wenn Verhalten gegenüber uns selbst und anderen, unser Denken, Fühlen ihr einen ungezogenen und albernen Jüngling und Knaben seht, der und Handeln antreibt. Was aber meint „barmherzig sein“? nicht weiß, was er will, so dürft ihr nur denken, der ist so, wie ich einmal war... Hernach ist‘s mit einer Rapidität und Postschnelle wieder ins Gleis gekommen, sodass ich vom 19. Jahr an nichts anderes gedacht und gehandelt habe als jetzt.“

Dachreiter 2020-4 • Foto: zvg.

edeutet „barmherzig sein“ nicht, dass wir uns dauernd mit den schwachen, kranken oder destruktiven Menschen beschäftigen, die nichts zum gesellschaftlichen Erfolg beitragen wollen oder können, anstatt uns auf die Unterstützung der Starken und Leistungsfähigen zu konzentrieren, die den gesellschaftlichen Wohlstand voranbringen können? Vergeuden wir damit nicht wertvolle Ressourcen? Hat Nietzsche nicht Recht, wenn er die christliche Ethik der Nächstenliebe als Rache der Schwachen an den Starken bezeichnet? „Das Christentum ist ein Aufstand alles Am-Boden-Kriechenden gegen das, was Höhe hat: das Evangelium der ‚Niedrigen‘ macht niedrig.“ (Der Antichrist)


5 Barmherzig wie der Vater Handeln im christlichen Geist ist ein Handeln der Güte, der Geduld, der Vergebung und des Neuanfangs: Der Christ nimmt den realen „Bengel“ wahr, betrachtet ihn mit den Augen der Möglichkeiten Gottes und richtet sein notwendiges Handeln danach aus. Er macht sich nicht abhängig von kurzfristigen Erfolgen und lässt sich nicht durch Erfahrungen des Scheiterns entmutigen. Nur Aus- und Durchhalten in Verbindung mit positivem Widerstand ermöglicht positive Änderung.

sein Verhalten und seinen Lebensentwurf nachzudenken. Entscheidend dabei sei gewesen, dass er immer gespürt habe, dass ich es gut mit ihm meine. An den Rückmeldungen meiner Schülerinnen und Schüler ist mir wieder klar geworden, wie wichtig es bei der Beurteilung von Schülerinnen und Schülern (überhaupt von Menschen) ist, seine Möglichkeiten zu sehen und sich nicht von seiner augenblicklichen, oft – für alle Beteiligten – nur schwer erträglichen Wirklichkeit unterkriegen zu lassen und der Versuchung zu widerstehen, „Trauben“ einfach auszusortieren. Reifung braucht Zeit und Geduld. Ein solches Handeln kann nur der ausüben, der den „Bengel“ in sich Ein edler Tropfen wird mit der Zeit immer besser! selbst wahrnehmen und aushalten kann, weil er erfahren hat und immer wieder erfährt, dass Gott zu ihm steht und dass es Menschen Um zur Auslese werden zu können, müssen Trauben von Hand gelegibt, die ihn in seinen „Bengel-Phasen“ aushalten. Ein solches Han- sen werden. Wir sollten nie vergessen, wie viel Ideen, Mühe, Zeit, Endeln wird durch die Grundhaltung ermöglicht, sich selbst und sei- ergie und Nerven viele Menschen im Laufe unseres Lebens (Lehrer, ne Mitmenschen im Licht der Möglichkeiten einer verändernden Eltern, Freunde, Kollegen, Mitmenschen usw.) in unsere individuVergebung wahrzunehmen. Das tiefste Geheimnis des christlichen elle Pflege gesteckt haben. Wenn ich in meinem Leben zurückschaue, Glaubens ist das Wirken des Geistes, der Menschen bereit und fä- bin ich den Menschen am meisten dankbar, die mir positiven Widerhig macht, die Wirklichkeit auszuhalten und das Notwendige zu tun, stand geboten und hierbei Wahrheit und Liebe zusammengebracht um sich aus der Sicht ihrer Möglichkeiten zu verändern bzw. ande- haben. Und Dankbarkeit führt zu wirklicher Barmherzigkeit. Wer mit ren die Veränderung zu ermöglichen. Menschen mit problematischem Verhalten wirklich barmherzig sein möchte, muss sich mit ihnen auseinandersetzen und klare Kante zeiIn meiner Tätigkeit als Lehrer und Schulleiter hat mir dabei fol- gen. Das Nein zu einem negativen Verhalten muss dabei aber immer gendes Bild geholfen: Ein Jahrgang der Prädikatsstufe „Auslese“ in ein Ja zu einer positiven Lebensperspektive münden. Barmherzig kann laut Weinlexikon nur aus oftmals „edelfaulen“ Trauben ge- sein bedeutet, anderen Menschen immer wieder die Chance zu geben, wonnen werden. Außerdem müssen die Trauben von Hand gelesen ihr Möglichkeiten zu entdecken und zu verwirklichen. werden. „Edelfaul“ müssen die Trauben sein – also faule Trauben, aus denen etwas Edles entstehen kann. Ich habe immer versucht, Der Barmherzige ist also nicht der Dumme, sondern der Kluge, weil das Leben meiner Schülerinnen und Schüler als notwendigen Gä- er seinen Mitmenschen die Möglichkeit gibt, ihr Potential zu entfalrungsprozess zu verstehen, der zu einem Prädikatswein führt. Die ten und damit Leistung zu erbringen. Verstehen wir Leistung in dieBegleitung dieses Gärungsprozesses braucht die Bejahung der Sinn- sem Sinn, so ist Barmherzigkeit geradezu der Motor einer echten, haftigkeit der Gärung, Ausdauer bei der Begleitung und die Orien- menschenfreundlichen Leistungsgesellschaft: Sie ermöglicht uns zu tierung am Ziel dieses Prozesses. Ohne die sorgsame, ausdauernde zeigen, was wir können – und wer möchte das nicht! und wissende Arbeit des Weinbauern wird aus dem Saft kein Qualitätswein. Ohne Liebe zum Wein entsteht kein Qualitätswein. Johannes Treude |

Dachreiter 2020-4 • Foto: Zinzendorfschulen

Ein ehemaliger Schüler, den ich nach einigen Jahren wiedertraf, erzählte mir in einem Gespräch, wie wichtig für ihn im Rückblick die Auseinandersetzung mit mir gewesen sei (auch wenn er damals nicht immer begeistert war!), weil ich ihn dadurch gezwungen habe, über

Die Zinzendorfschulen haben versucht, diese Grundhaltung der Barmherzigkeit im schulischen Handeln in ihrem Leitbild zu konkretisieren. Sie finden es auf www.zinzendorfschulen.de unter „Über uns/ Was uns leitet“.


6 Zinzendorfschulen · Kita Arche

Wir stärken unser evangelisches Profil In Zeiten von Corona müssen wir kreative Lösungen finden, wie wir die Qualität unserer pädagogischen Arbeit trotz Einschränkungen aufrechterhalten können. Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit in der Kita ist die Kooperation mit unserer Kirchengemeinde. Bereits jahrelangen Bestand hat bei uns in der Kita, dass uns Pfarrer Huss in regelmäßigem Abstand im Morgenkreis besucht und den Kindern eine religiöse Geschichte aus seiner großen Holzbibel erzählt. Außerdem feierten wir gemeinsam Wochenendandachten mit Kindern, Eltern und Gästen in der Kita, einmal jährlich gestalteten wir zusammen einen Familiengottesdienst und verschiedene Feste im Jahreskreis haben wir gemeinsam geplant und durchgeführt. Die Kinder haben dadurch eine enge Beziehung zu unserem Pfarrer Huss und unserer Diakonin Frau von Dressler aufbauen können.

Das neue Internatsteam bietet den Schülerinnen und Schülern ein zweites Zuhause mit Wohlfühlcharakter.

Internat mit Wohlfühlcharakter Seit rund eineinhalb Jahren ist das Internat der Zinzendorfschulen unter neuer Leitung. Seitdem hat sich einiges getan: Internatsleiter Joachim Jünemann hat mit Marion Dick (EDH) und Melanie Oesch (kommissarisch im Haus Früauf) zwei Hausleiterinnen gewonnen, die alles dafür tun, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner zu Hause fühlen. „Wir haben dem Internat einen Wohlfühlcharakter gegeben, der einerseits Behaglichkeit vermittelt, andererseits natürlich auch strukturierten Raum fürs Lernen bietet.“ Die Internatshunde Puppe und Gauner leisten dabei ihren ganz eigenen Beitrag.

In diesem Jahr standen wir vor der Herausforderung, gemeinsam Begegnungsmöglichkeiten zu finden, wie wir als evangelische Kita diese engen Beziehungen zur Kirchengemeinde aufrechterhalten können. Feste im Jahreskreis werden wir in diesem Jahr in der Kita nur mit den Kindern begehen. Aber einmal im Monat, immer freitags, treffen wir nun Pfarrer Huss und gestalten mit ihm einen religiösen Morgenkreis im Kirchensaal. Unter Einhaltung aller Corona-Regeln haben wir einen Ort der Begegnung gefunden. Singen, Beten und das Erzählen einer Bibelgeschichte durch Pfarrer Huss sowie am Freitag, 9. Oktober, zum ersten Mal, als wir von ihm die Geschichte vom Paulus hörten. Den Kirchensaal als Begegnungsstätte zwischen unserem Pfarrer und den Kindern erlebten wir alle sehr andächtig mit einer ganz besonderen Ausstrahlung.

An den Wochenenden werden Unternehmungen wie beispielsweise BubbleSoccer angeboten.

In der Woche gibt es jetzt speziell für die Internatsschüler AGs wie Kochen, LineDance, Outdoor-Aktivitäten, eine Film-AG und einen Literatur-Treff oder die neue Internats-Band. „Da die Internatsschüler in einer Gemeinschaft leben, dürfen wir – im Gegensatz zur Schule, wo die AGs klassenübergreifend sind – Arbeitsgemeinschaften anbieten“, erklärt Joachim Jünemann. Allen Jungen und Mädchen wurden eigene Bezugspersonen zugeordnet, sodass Vertrauen wachsen kann. Auch wurde ein Beschwerde- und Vorschlagssystem etabliert, mit dem die Internatler über einen QR-Code anonym Rückmeldung geben können. „Es kamen schon einige Vorschläge, wie zum Beispiel eine Änderung der Essenszeiten, aber auch der Wunsch nach einem geringeren Freizeitangebot“, sagt der Internatsleiter. „An den Internats-Wochenenden müssen nämlich alle an den Freizeitangeboten teilnehmen. Manche – vor allem Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe – würden die Zeit lieber nutzen, um zu lernen.“ Kathrin Knorn das Arche-Team | Stephanie Wetzig |

Dachreiter 2020-4 • Foto: Kita Arche; Zinzendorfschulen

Wichtig ist Br. Jünemann, dass die Kommunikation mit der Schule sehr gut funktioniert und – analog zu den Zinzendorfschulen – auch im Internat ein Qualitätsmanagement aufgebaut wird. Die deutlich angewachsene Personaldecke erlaubt es dem Internat, an den Wochenenden und auch nachmittags abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten anzubieten. Unternehmungen wie Kajakfahren und StandUp-Paddeln auf dem Schluchsee, Wandern mit Lagerfeuer im Stockwald, Bubble-Soccer in Königsfeld oder eine Fahrt in den Europapark Rust stehen an den Wochenenden auf dem Plan.


Dachreiter 2020-4 • Foto: Hoffmann; Grundschule Königsfeld; zvg.

7 Abgebildet

Hofgottesdienst in Weiler

Gottesdienst zum Schulanfang

Bei bestem Wetter hatte die Gemeinde Weiler am 20. September zu einem Regio-Gottesdienst auf dem Hof von Familie Götz am Heiligenwald eingeladen. Heuballen dienten als Sitze und als Baumaterial für den Altar. Den Auftrag zur Bewahrung der anvertrauten Schöpfung konnte Pfarrer E. Förschler an der unmittelbaren Umgebung deutlich machen.

Weil der Einschulungsgottesdienst für die Erstklässler mit ihren Familien nur auf dem Schulhof stattfand, kamen Kinder und Mitarbeiterinnen der Grundschule Königsfeld am 1. Oktober zu einem Gottesdienst in den Kirchensaal. Aus seinem Zelt erzählte Abraham von seinem Aufbruch und wie er den Streit mit Lot löste. Anschließend versammelten sich alle im Freien vor dem Saal zu einem Segenslied.

Konfirmation Die im Sommer abgesagte Konfirmation wurde am Wochenende 10.-11. Oktober nachgeholt in vier Gottesdiensten mit je drei oder vier Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie ihren Familien. Wer nicht anreisen wollte, konnte den Gottesdienst im Internet live mitverfolgen. Trotz der kleinen Gottesdienste entstand eine feierliche Atmosphäre, zumal man noch Singen durfte, bevor dies durch die steigenden Infektionszahlen nicht mehr möglich war. Namen der Konfirmierten siehe Seite 14.


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10 Junger Dachreiter

Wir müssen warten und geduldig sein Liebe Kinder,

Auch Maria und Josef mussten sehr viel Geduld beweisen, weil sie am Anfang ihrer Suche nach einer Unterkunft keinen Platz bekomwir alle sind jetzt in den nächsten vier Wochen in Wartestellung. men haben. Und dann passierte es, dass sie in einem Stall untergeWir warten auf das Christkind Jesus. Mit dem Warten steigt na- kommen sind. türlich auch die Spannung, was wir an Weihnachten für Geschenke bekommen. Warten hat aber auch etwas mit Geduld zu tun. Und Das Warten und ihre Geduld haben sich gelohnt. Maria bekam ihGeduld zu haben, ist oftmals sehr schwierig. Ihr kennt das sicher- ren Sohn Jesus, unseren Herrn. Die Freude darüber war sehr groß. lich auch, wenn die Eltern zu Euch sagen: „Warte mal, ich komme Und so wünsche ich Euch, dass ihr gespannt in dieser Adventszeit gleich!“ seid und euch darüber freut, was an Weihnachten dann Gutes und Schönes passieren mag. Herzlichst, Euer Wolfram Wschetezka |

Dachreiter 2020-4 • Grafik: zvg.

Das Bild könnt Ihr noch weiter ausmalen ...


11 Jugend

Neue Konfis Ein neuer Konfirmandenkurs hat am 23. September 2020 begonnen. Mit sieben Konfirmandinnen und Konfirmanden startete Mitte September der neue Konfirmandenkurs. Nach einem ersten Kennenlernen fuhren wir am 30. September nach Konstanz und wanderten auf den Spuren des Reformators Jan Hus. Gabriele von Dressler |

th; elix Bor F ; r e u h; Svea Ba erzkirc M e y a F aas, Linus Fr eyer; Jonas M Müller, Maurice renkle Lenny T ional: Überreg burg) ne (Frei h A a x he) Ale (Karlsru t r a g m au Taavi B

Vor dem Jan-HusMuseum

Dachreiter 2020-4 • Foto: Christiane Vollprecht

Denkstein an der Stelle, an der Jan Hus verbrannt wurde.

Gemeinsames Eisessen darf nicht fehlen.


12 Aus den R äten Bereich

Umdenken

Viel zu erzählen

Die Räte befassten sich in den letzten Sitzungen ausführlich mit dem kirchlichen Leben in unserer Gesamtgemeinde, mit der Situation im Christoph-Blumhardt-Haus und der Umrüstung der Heizung des Kirchengebäudes.

Im Oktober hat sich der Freiburger Kreis termingerecht in der evangelischen Petrus-Paulus Gemeinde getroffen. Da der für uns vorgesehene Raum jetzt Stuhllager ist, saßen wir mit viel Abstand und frischer Luft, d. h. halb geöffneten Fenstern, zu viert im großen Kirchensaal. Nach so langer Zeit gab es viel zu erzählen. So ging die erste Stunde wie immer schnell vorbei.

Im Christoph-Blumhardt-Haus ist der Heimleiter seit längerer Zeit krank und die Pflegedienstleitung hat gekündigt. Die Mitarbeitenden sind sehr engagiert und unsere Verwaltungsleiterin Schwester Karen Warnecke-Gehrhardt kümmerte sich die letzen Wochen intensiv um die Belange des Hauses. Nachdem der erste Bauabschnitt im Frühjahr erfolgreich abgeschlossen werden konnte und nach zehn Monaten die Baugenehmigung nun endlich vom Landratsamt erteilt wurde, geht das große Bauprojekt weiter voran. Da teilweise die Fristen schon abgelaufen sind, müssen die Planung aktualisiert und die Fristen verlängert werden. Die Kosten werden sich nicht erhöhen, eventuell kann sogar gespart werden, da die Brandschutzmaßnahmen nun zusammen mit dem zweiten Bauabschnitt abgearbeitet werden können. Der Betrieb soll nur geringfügig gestört werden. Arbeiten können eventuell auch abends oder nachts ausgeführt werden. Die Mindestbelegung wird garantiert. Voraussichtlich werden die Bauarbeiten nicht vor April beziehungsweise Mai 2021 beginnen.

Die Heizung unseres Kirchengebäudes muss erneuert werden. Hierzu laufen Gespräche und erste Gutachten sind dazu eingegangen. Nun wird überlegt, für welchen Energieträger wir uns entscheiden und wie teuer es am Ende wird. Für alle anstehenden Aufgaben bitten wir um Gottes Hilfe und weise Entscheidungen. Gabriele von Dressler |

Für die Zukunft haben wir folgende Themen im Auge: „Das Buch David“, „Das Vater unser“ oder „Die Offenbarung des Johannes“. Ein Vorschlag von Bruder Sapel: „Das Gustaf Adolf Werk und seine Entstehung vor 200 Jahren“. Diesen Vorschlag haben wir gerne angenommen. Bruder Sapel hat lange dort im Bruder Pepper hatte sich für den Werde- Vorstand gearbeitet und will das nächgang des Petrus Waldes, der im 12. Jahr- ste Mal darüber erzählen. hundert in Lion gelebt hat, entschieden. Durch Petrus Waldes entstand die Ge- Als nächsten Termin haben wir den 20. meinschaft der Waldenser, die heute November, 18.30 Uhr wieder in der Pehauptsächlich in Oberitalien, in Ame- trus-Paulus Gemeinde, Lorettostraße, rika und der Schweiz eine kleine evan- vorgesehen. Wir hoffen, dass Corona gelische Gemeinschaft bilden. Sie gelten uns keinen Strich durch die Rechnung als sehr hilfsbereite Christen, vor allem macht. auf dem Gebiet der Sozialarbeit, in ItaBarbara Hofmann |

Petrus Waldes, Lutherdenkmal Worms

Freiburg, 11. Dezember 2020, 18.30 Uhr Gemeindezentrum Petrus-Paulus Lorettostraße 59, 79100 Freiburg „Die sieben Bitten des Vaterunser“ mit Br. Gerold Peper

Freiburg, 15. Januar 2021, 18.30 Uhr Gemeindezentrum Petrus-Paulus Lorettostraße 59, 79100 Freiburg „Die sieben Bitten des Vaterunser“ Br. Gerold Peper

Freiburg, 12. Dezember 2020 Karlsruhe, 13. Dezember 2020 Die Adventstreffen in Karlsruhe und Freiburg müssen in diesen Jahr leider entfallen. Die gesellige Miteinander und das gemeinsame Singen, das diese Treffen ausmacht, ist in diesem Jahr nicht möglich. Stattdessen bietet die Gemeinde allen Interessierten ein „Adventspaket“ an, mit dem man eine Feier im eigenen Kreis gestalten kann – siehe Seite 13.

Freiburg, 19. Februar 2021, 18.30 Uhr Gemeindezentrum Petrus-Paulus Lorettostraße 59, 79100 Freiburg „Die sieben Bitten des Vaterunser“ Br. Gerold Peper Wir bedauern sehr, unsere Mitglieder im Bereich in den Monaten der Pandemie nicht besser betreuen zu können. Es sind keine Besuchsreisen möglich, Versammlungen nur unter erschwerten Bedingungen. Nutzen Sie unsere Online-Angebote und bleiben Sie miteinander verbunden.

Dachreiter 2020-4 • Foto: Alexander Hoernigk / CC BY 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.de; zvg.

Die Situation durch die Pandemie hat sich verschärft und erfordert viel Umdenken. In den wöchentlichen Dienstbesprechungen der Hauptamtlichen werden die neuesten Vorschriften diskutiert und umgesetzt. Aktuell ist das Gemeindeleben erschwert, da nicht gesungen und laut gebetet werden darf und die Maskenpflicht besteht. Wir haben geplant, dass wir im Advent und Weihnachten die Versammlungen halten werden, Heilig Abend dann auch draußen auf dem Zinzendorfplatz.

lien vor allem mit Migranten, die sie in ihre Gemeinschaft mit aufnehmen.


13 Ver anstaltungen & Adventstimmung Neuhauser Spalte Evangelische Erwachsenenbildung Wohin geht die Fahrt?

Mittwoch, 27. Januar 2021, 20 Uhr Gemeindehaus, Max-Egon-Straße 21a, Donaueschingen Impulse: Thomas Bleile, IG Metall; Markus Fink, Südwestmetall; Matthias Lübke. Über Jahrzehnte war die Automobilindustrie Säule des Wohlstands, auch im Schwarzwald. Wo liegt die Zukunft? Anmeldung, Tel.: 07721 845171

Vortrag: Weisheit

Donnerstag, 28. Januar, 19.30 Uhr Ökumenisches Zentrum, St. Georgen Vortrag: Pfarrer Peter Krech Was ist Weisheit? Warum lieben wir Weisheitsgeschichten? Anmeldung, Telefon: 07724 942115

Abrahams Töchter

Interreligiöse Begegnung Sonntag, 28. Februar 2021, ab 15 Uhr Martin-Luther-Haus, Wehrstr. 2, Vill. Frauen aller Religionen sind herzlich willkommen zum Gespräch über Lebens- und Glaubensfragen. Anmeldung, Telefon: 07721 845171 Das gesamte Programm erhalten Sie im Gemeindebüro oder auf Anfrage zugesandt. Bitte fragen Sie nach, ob die Veranstaltungen wie angekündigt stattfinden können. Telefon: 07721 845171 E-Mail: eeb.villingen@kbz.ekiba.de

Dachreiter 2020-4 • Foto: Huss

Adventspaket mit CD und Kerze für zu Hause Liebe Mitglieder und Freunde im Bereich, die Adventstreffen in Freiburg und Karlsruhe sind in diesem Jahr nicht möglich. Darum macht die Brüdergemeine Königsfeld ein Angebot für zu Hause, das alle nutzen können – auch Leute, die keinen Computer haben: Das Adventspaket. Es soll eine CD enthalten mit Liedern zum Mitsingen, Livemusik von Chor und Bläsern, mit dem Hosianna und einer Besinnung. Dazu soll es ein Blatt mit den Liedtexten und einem Backrezept geben. Auch die Christnachtkerze darf in dem Paket nicht fehlen. Das Paket kann, möglichst bis 6. Dezember bestellt werden und soll dann zum dritten Advent bei Ihnen zu Hause sein. Bitte melden Sie sich mit der Anzahl der benötigten Kerzen beim: Gemeindebüro, Zinzendorfplatz 3 78126 Königsfeld, Telefon: 07725/938211 E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org

21. Schwesternwerkstatt

Stille Boten

Die für den 8. bis 10. Januar 2021 im Zinzendorfhaus in Neudietendorf vorgesehene Schwesternwerkstatt musste leider abgesagt werden. Als neuer Termin ist der 28. bis 30. Januar 2022 geplant. Kontakt – E-Mail: Schwesternwerkstatt2021@gmx.de Telefon: 07243 3587785 (Katharina Kronbach) Team: Dorothea Burckhardt, Katharina Kronbach, Andrea Schmidt, Jill Vogt, Erdmuth Waas

Wenn ich in der Advents- und Weihnachtszeit vom geschmückten Kernort Königsfeld mit seinen vielen Herrnhuter Sternen in den Ortsteil Neuhausen fahre, denke ich manchmal, schade dass es in Neuhausen so wenig Weihnachtsbeleuchtung gibt. Und dann komme ich in den Ort und gleich am ersten Haus gegenüber dem Sportplatz leuchtet mir ein hell strahlender Herrnhuter Stern entgegen. Und es bleibt nicht bei diesem einen, der in dem „katholischen Ort“ leuchtet.

Mund-NasenMaske mit Stern Die Brüdergemeine bietet zum Advent eine Mund-Nasen-Maske zum Verkauf an. Sie wird bei Dürninger in Herrnhut mit dem Stern-Symbol gelb bedruckt. Die Maske selbst ist dunkelblau und besteht aus 65 Prozent Polyester, 35 Prozent Baumwolle, Ökotex, waschbar bei 60 Grad. Wir wollen die Maske auch bei uns anbieten. Es ist geplant, dass Sie ab dem 1. Dezember im Gemeindebüro zum Preis von ca. 7,50 erworben werden kann.

Ich denke, es gibt keine Straße in Neuhausen, wo nicht mindestens ein Stern außen leuchtet und ganz bestimmt noch viele andere in den Häusern. Denn für alle Besitzer der Sterne gilt, egal ob katholisch oder evangelisch, was Friederike Kronbach-Haas aus Bern so beschreibt: „Sterne sind stille Boten im dunklen Nachthimmel. Sie leuchten für Jede und Jeden. Sie verströmen ein Gefühl der Ehrfurcht und Weite, des Aufgehobenseins in einer größeren Ordnung. Sie wirken still ohne sich aufzudrängen.“ Und so stellen diese Sterne in diesem Jahr, wo wir auf so viele geliebte Formen des Feierns in der Advents- und Weihnachtsfest verzichten müssen, einen besonderen Wert dar. Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen Hans Rohrbach |


14 Mitteilungen & Termine Hausgebet im Advent

Baden feiert 2021 Im kommenden Jahr feiert die Badische Landeskirche das 200-jährige Bestehen der Badischen Union. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war unter dem Einfluss Napoleons das Großherzogtum Baden entstanden. In der Folge gab es immer mehr Bestrebungen, auch unter den Evangelischen, den Reformierten und Lutheranern die Kleinstaaterei aufzugeben. Vom 2. bis 26. Juli 1821 tagte in Karlsruhe eine Generalsynode, um über die Verfassung einer gemeinsamen Kirche, über Gottesdienst, Abendmahl und vieles andere zu beraten. Die Union kam zustande und wurde am Reformationstag, dem 28. Oktober 1821, in allen Gemeinden gefeiert. 2021 sollen unter dem Motto „unisono – vielstimmig eins“ zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, vor allem Anfang Juli und Ende Oktober.

Die Glocken der christlichen Kirchen in Baden-Württemberg laden am Abend des 7. Dezember 2020 um 19.30 Uhr wieder zum Ökumenischen Hausgebet im Advent ein. Mit seiner vorbereiteten Liturgie ist es für viele Menschen inzwischen zu einer wertvollen Tradition in der Adventszeit geworden. In diesem Jahr bietet sich besonders die Gelegenheit, es gemeinsam als Familie zu beten. Die Hefte liegen in Königsfeld an den Eingängen des Kirchensaals aus. In Neuhausen sind alle Interessierten eingeladen, sie im Eingangsbereich der Katholischen Kirche mitzunehmen.

Skifreizeit 2021

Gottesdienste in Neuhausen 25. Dezember, 10.15 Uhr Gottesdienst zum 1. Weihnachtsfeiertag für die Gesamtgemeinde mit Abendmahl

RegioGottesdienste 6. Januar, 10.00 Uhr Regio-Gottesdienst in Königsfeld

Öffnungszeiten Gemeindebüro · Zinzendorfplatz 3 Mo, Di, Do, Fr: 10 – 12 Uhr Mi: 14 – 16 Uhr

Nachdem schon die Skifreizeit im April 2020 abgesagt werden musste, ist auch Historische Sammlung · Zinzendorfplatz 3 die Veranstaltung in der Woche nach Os- Sonntag und Feiertag: 11 – 12 Uhr tern 2021 in Adelboden sehr fraglich. Eine Der Laden Mittendrin · Friedrichstraße 7 Durchführung unter Pandemiebedin- Mo – Fr: 09.30 – 12.30, 14.30 - 18.00 Uhr, gungen mit Abständen und Masken ist in Sa: 09.30 – 13.00 Uhr dem Selbstversorgerhaus nicht denkbar. Sollte sich die Lage Anfang 2021 entscheipersönliche mitteilungen dend ändern: Das Haus ist unverbindlich Die Vollversammlung des Ökumenischen reserviert. TAUFEN Rates der Kirchen, die für den September 17.10.2020 Hannah Schubert 2021 in Karlsruhe geplant war, wurde we 24.10.2020 Luc-Clément Emil Oldermann gen der globalen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Anfang September 2022 KONFIRMATION verschoben. 10. + 11.10.2020 in Königsfeld: Bruno Dold, Tom Dunkenberger Lasse Ehrenfeuchter, Nele Eiser Spenden Brot für die Welt Laura Glaser, Lukas Grathwol Wie schon in den letzten Jahren werden in der Adventszeit keine Sammeltüten und In- Chiara Huentz, Jannik Hummel formationen für „Brot für die Welt“ in die Häuser gebracht. Wir bitten Sie, Spenden in die Sebastian Jack, Nils Lusebrink Wandkassen in den Eingängen zum Kirchensaal zu werfen, die den ganzen Dezember hier- Leonie Schneider, Elisabeth-Marlene Schott für bestimmt sind oder, falls Sie eine Spendenquittung wünschen, den Betrag direkt an die Paul Schott, Nina Weber, Chiara Wilde Benedikt Wschetezka Gemeinde zu überweisen: Kontoinhaber: Ev. Brüdergemeine Königsfeld,, Evangelische Bank, BLZ 520 604 10, 18.10.2020 in Buchenberg: Konto-Nr. 507 504, IBAB: DE38 5206 0410 0000 5075 04, BIC: GENO DEF1 EK1 Hannah Schubert Verwendungszweck: Brot für die Welt 24.10.2020 in Schwenningen: Informationsbroschüren und Spendentüten liegen im Gemeindebüro aus. Spendenquit- Phillip Neumann tungen werden in der Regel am Ende des Jahres ausgestellt. Wir danken für Ihr Verständnis. AUFNAHME IN DIE LANDESKIRCHE 30.09.2020 Nicole Schwenk

Mit Ihrem Erbe helfen Sie Menschen in Not Evangelische Brüder-Unität Achim Bazlen Badwasen 6 · 73087 Bad Boll t Jetz n Telefon: 07164 9421-74 e s lo kosten ber E-Mail: achim.bazlen@ebu.de Ratge n www.herrnhuter-spenden.de /vererben/ e bestell

AUFNAHME IN DIE BRÜDERGEMEINE 07.11.2020 Beate Dethloff 07.11.2020 Hansjörg Dethloff HEIMGÄNGE 18.07.2020 Roderich Gräff (92 Jahre) 26.07.2020 Rainer Frick 82 Jahre) 15.08.2020 Ursula Buck-Stähelin, geb. Stähelin (85 Jahre) 09.09.2020 Helmut Biedermann (90 Jahre) 14.09.2020 Hans-Jürgen Toth (79 Jahre) 17.09.2020 Luise Lemcke, geb. Bleicher (88 Jahre)

Dachreiter 2020-4

Weitergeben & Gutes tun


15 Versammlungen zu Advent & Weihnachten Kontakt Sonntag, 29. November 10.00 Uhr Gottesdienst nach Ordnung der Badischen 1. Advent Landeskirche 17.00 Uhr Hosiannastunde Donnerstag, 3. Dezember 19.30 Uhr

1. Adventssingstunde

Sonntag, 6. Dezember 10.00 Uhr 2. Advent

Familiengottesdienst nach Ordnung der Badischen Landeskirche

Montag, 7. Dezember 19.30 Uhr Ökumenisches Hausgebet im Advent (in den Häusern) Donnerstag, 10. Dezember 19.30 Uhr

2. Adventssingstunde

Samstag, 12. Dezember 15.00 Uhr

Adventstreffen für die ganze Familie in Freiburg (das Treffen findet nur statt, wenn die Infektionszahlen unter die Grenzwerte gesunken sind; vgl. Seite 12)

Sonntag, 13. Dezember 10.00 Uhr Gottesdienst nach Ordnung der Badischen 3. Advent Landeskirche Donnerstag, 17. Dezember 19.30 Uhr

3. Adventssingstunde

Sonntag, 20. Dezember 10.00 Uhr Gottesdienst nach Ordnung der 4. Advent Brüdergemeine Donnerstag, 24. Dezember 7.00 Uhr Christmette Heilig Abend 14.30 Uhr Erste Christnacht auf dem Zinzendorfplatz 16.00 Uhr Zweite Christnacht auf dem Zinzendorfplatz Freitag, 25. Dezember 10.15 Uhr Gottesdienst in Neuhausen für die Gesamt1. Weihnachtsfeiertag gemeinde mit Abendmahl Samstag, 26. Dezember 10.00 Uhr Gottesdienst nach Ordnung der Badischen 2. Weihnachtsfeiertag Landeskirche Sonntag, 27. Dezember 10.00 Uhr Abendmahl nach Ordnung der Brüder gemeine mit kurzer Ansprache Donnerstag, 31. Dezember 23.30 Uhr

Jahresschlussversammlung nach Ordnung der Brüdergemeine

Dachreiter 2020-4

2021 Freitag, 1. Januar 10.00 Uhr Gottesdienst nach Ordnung der Badischen Neujahr Landeskirche zum Jahresanfang Sonntag, 3. Januar

10.00 Uhr Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine

Mittwoch, 6. Januar

10.00 Uhr

Regio-Gottesdienst in Königsfeld

Alle Gottesdienste finden mit den entsprechenden Schutzkonzepten statt. Im Kirchensaal ist die Platzzahl begrenzt; es wird empfohlen, sich vorher Teilnahmekarten auf dem Tisch vor dem Gemeindebüro abzuholen. Nehmen Sie andere Angebote wahr, wenn bei dem einen kein Platz mehr ist. Vieles hängt von der Entwicklung der Infektionszahlen ab: ob gesungen werden darf; ob die ganze Zeit Maske getragen RegelmäSSige werden muss; wie viele Menschen am 24. 12. Versammlungen auf den Zinzendorfplatz teilnehmen können. Oder ob es noch stärkere Einschränkungen gibt. Sonntag, 10.00 Uhr: Bitte beachten sie die aktuellen Mitteilungen in Predigtgottesdienst den Aushängen, im Mitteilungsblatt und auf der Samstag, 19.00 Uhr: Website. Und nehmen Sie, wenn Sie die MögSingstunde (Liedgottesdienst) lichkeit haben, die Online-Angebote wahr.

EVANGELISCHE BRÜDERGEMEINE EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE Zinzendorfplatz 3, 78126 Königsfeld im Schwarzwald Telefon: 07725 93 82-0, Fax: 07725 93 82-22 E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org • Pfarrer Christoph Huss; Telefon: 07725 93 82-20 E-Mail: huss@koenigsfeld.org • Diakonin Gabriele von Dressler Telefon: 07725 93 82-33 E-Mail: dressler@koenigsfeld.org • Jugendmitarbeiter Wolfram Wschetezka E-Mail: wschetezka@koenigsfeld.org • Verwaltungsleiterin Karen Warnecke-Gehrhardt Telefon: 07725 93 82-12 E-Mail: warnecke-gehrhardt@koenigsfeld.org • Kantorin Ulrike Brusch, Telefon: 07725 10 70 E-Mail: brusch@koenigsfeld.org • Manfred Kruppa, Pastoraler Mitarbeiter Region Nord, Brückstraße 7, 76703 Kraichtal 2, Telefon: 07251 9614 51 E-Mail: m.kruppa@koenigsfeld.org Jugendräume Tel.: 07725 93 8215 Evangelischer Kindergarten Arche Tel.: 07725 28 32 E-Mail: kindergarten@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Nord • Manfred Kruppa (siehe oben) • Katharina Kronbach, Leopoldstraße 61, 76337 Waldbronn, Telefon: 07243 358 77 85, E-Mail: k.kronbach@koenigsfeld.org • Andreas Schlimm, In den Klostergärten 31, 67227 Frankenthal, Telefon + Fax: 06233 288 47, E-Mail: ab.schlimm@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Süd • Christoph Huss (siehe oben) • Barbara Hofmann, Emmendinger Straße 14, 79211 Denzlingen, Telefon: 07666 990 87, E-Mail: b.hofmann@koenigsfeld.org • Pfr. i. R. Gerold Peper, Hauptstraße 148, 79576 Weil am Rhein, Telefon: 01515 393 85 82 SeniorenAppartements im Herrnhuter Haus Zinzendorfpl. 7; Ltg: K. Warnecke-Gehrhardt (s. o.) Christoph-Blumhardt-Haus Alten- & Pflegeheim Ambulanter Pflegedienst, Tages- und Kurzzeitpflege, spez. Pflege bei Demenz, Servicewohnen, offener Mittagstisch, Stellwaldstr. 1, 78126 Königsfeld i. Schw. Leitung: Jürgen Lieberum, Telefon: 07725 93 85-0 E-Mail: info@christoph-blumhardt-haus.de Internet: www.christoph-blumhardt-haus.de Bankverbindung / Spendenkonto Evangelische Bank · SWIFT-BIC: GENO DEF1 EK1 IBAN: DE38 5206 0410 0000 5075 04 Konto-Inhaber: Ev. Brüdergemeine Königsfeld Für Überweisungen an die Ev. Kirchengemeinde bitte Verwendungszweck „Landeskirche“ angeben. Diakonisches Werk im Schwarzwald-Baar-Kreis Beratungsstelle für Schwangere und junge Familien, allgemeine Sozialberatung, Kurvermittlung, Schuldenberatung, Telefon: 07721 84 5150, E-Mail: villingen@diakonie.ekiba.de, www.diakonie-sbk.de

impressum Dachreiter – der vierteljährlich erscheinende Gemeindebrief der Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld Herausgeber: Evangelische Brüdergemeine und Evangelische Kirchengemeinde Königsfeld (Anschrift s. o.) Redaktion: Judith Baudis, Ursula Böcker, Gabriele von Dressler, Christoph Huss (verantw.), Angelika Munk-Rombach, Johannes Treude Realisation & Verlag: DIGNUS.DE Medien GmbH Klimaneutral, Recyclingpapier: www.umwelt.dignus.de 2,50 Euro je Ausgabe, 9 Euro im Jahr für vier Ausgaben


16 Portr ait 16

Das musikalisch-rhythmische Gefühl aus der Bewegung

M

anch einem ist vielleicht auch die Carmina Burana bekannt, die bereits 1935/36 nach einer mittelalterlichen Handschrift aus Benediktbeuren geschrieben wurde. Durch Michael Jackson oder den Boxer Henry Maske, der ein Stück daraus als seine Auftrittsmelodie bei Wettkämpfen spielen ließ, wurde sie sehr populär. Wer war dieser Carl Orff, der einerseits so monumentale Werke wie die Carmina Burana erschuf, aber auch so was volkstümlich und melodisch eingängiges wie die Weihnachtsgeschichte gemeinsam mit Gunild Keetman (1904 - 1990), die zu seinen Texten die Musik schrieb. Carl Orff, eigentlich Karl Heinrich Maria Orff, wurde am 10. Juli 1895 in München geboren und starb dort am 29. März 1982. Seine Eltern spielten mehrere Instrumente, sodass regelmäßig im Kreis der Familie musiziert wurde. Seine Mutter Paula – eine ausgebildete Pianistin – erkannte und förderte die musikalische Begabung ihres Sohnes. Er verließ vorzeitig die Schule, um an der Akademie der Tonkunst in München Musik zu studieren. Ab 1919 wirkte Orff als freischaffender Komponist in München. 1924 gründete er zusammen mit Dorothee Günther (1896 - 1975) eine Ausbildungsstätte für Gymnastik und Tanz, die Günther-Schule in München. Da entwickelte er sein Musik-Konzept der Synthese aus Musik, Sprache und Bewegung und gemeinsam mit Gunild Keetman auch das „Orff-Schulwerk“ als neues Modell für Musik- und Bewegungserziehung. Die Idee war, bei Kindern das musikalisch-rhythmische Gefühl aus der Bewegung heraus zu entwickeln. Erste Veröffentlichungen hierzu erfolgten zwischen 1930 und 1934. Mit Hilfe eines Cembalobauers stellte er das später sogenannte Orff-Instrumentarium zusammen, das sowohl für das Schulwerk als auch für sein Bühnenwerk von grundlegender Bedeutung war. Der Durchbruch als Komponist gelang Orff erst 1937 mit der Uraufführung der Carmina Burana in Frankfurt am Main. Allerdings stießen sich die damaligen Machthaber an der „Unverständlichkeit“

der lateinischen Sprache und witterten „Jazzstimmung“ (Herbert Gerigk im Völkischen Beobachter vom 16. Juni 1937). Orffs Musik war in der Zeit umstritten und wurde kritisch beobachtet. Über seine Haltung während der Nazi-Zeit bleibt nach dem neuesten Stand der Forschung (2019) festzuhalten, dass er niemals Mitglied der NSDAP war und auch keine Sympathien für deren Ideologie hegte. Die Aufführung „Einzug und Reigen der Kinder“ zur Eröffnung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin nutzte er dazu, das Schulwerk „einem internationalen Forum vorstellen zu können“ (Carl Orff). 1948 begannen die ersten Schulwerk-Sendungen im Bayerischen Rundfunk, die Orff gemeinsam mit Gunild Keetman gestaltete. Sie waren überaus erfolgreich, sodass im September 1948 an Orff der Wunsch herangetragen wurde, für den Dezember ein Weihnachtsspiel zu entwerfen. Innerhalb weniger Tage entwarf Orff den Text und Gunhild Keetman komponierte die Musik. Bei der Stückgestaltung half Orff die Tatsache, dass ihm urwüchsige alpenländische Krippen und Krippenspiele seit frühester Jugend vertraut waren. In Königsfeld musizierten wir in den vergangenen Jahren am 24. Dezember oft am Ende der Christmette ein Stück daraus mit Flöten, Zimbeln, Triangel, Xylophon, Rasseln, Becken, Glockenspiel, Schellentrommel, Pauken ... also den Orffschen Instrumenten. Dies wird in diesem Jahr nicht der Fall sein. Das ist vielleicht ein Grund mehr, mal wieder die CD einzulegen und die Aufnahme anzuhören. Ulrike Brusch |

Die Musik spielt in der Kirche eine große Rolle. Im Jahr 2020 feiern mehrere Komponisten oder Musiker einen runden Geburtstag. In unserer Reihe stellen wir sie vor: John Rutter, Ludwig van Beethoven, Wilhelm Kempff, Carl Orff.

Dachreiter 2020-4 • Foto: Jens Rusch / CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

> Woran denken Sie, wenn sie den Namen Carl Orff hören? An die Weihnachtsgeschichte mit Orffschen Instrumenten? Dabei hat er dafür gar nicht die Musik geschrieben, sondern „nur“ den Text – aber fast jede und jeder kennt sie.