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2 2020

Dachreiter

EVA N G EL IS C H E E B R Ü D ER G EM EI N ALD

KÖNIGSFELD IM

SCHWARZW

Fre e vangelisch in Königsfeld · w w w.e vik.de eine evangelische g Br üdergemeine ist

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LEITUNG VERWALTit:UNGS

ANGEDACHT

JUNGER DACHREITER

Rühr mich nicht an! 05

Das ist Virus Corona 10

r Arbe mein Schwerpunkte de Vermögen der Ge für Finanzen und ng rtu wo - und Pflege ten Al as • Verant r d fü ng Verant wortu er Leitung • wirtschaftliche rdt-Haus mit eigen Christoph-Blumha Kindertagesstätte Arche r ng de r Senio • Träger vertretu Verant wortung fü management und • Immobilien STELLENANGEBOT fs appartements eneigenen Fr iedho rwaltung des kirch • Ve Verwaltungsleitung gesucht 15 g chbare Ausbildun Wir er warten: liche oder verglei aft sch irt sw eb tri t en • be im Sozialmanagem ACK angehört Verwaltung oder rche, die der Ki er ein in aft • Mitgliedsch hr ungserfahrung • kooperative Fü

Wir bieten: Mitarbeiterteam • ein qualifizier tes telle t-S en oz Pr 010 • eine onischen Werk s Ba den AV R des Diak • Vergütung nach ungsfindung hn • Hilfe bei der Wo 30. Juni 2020. Ihre Bewerbung bis f au Wir freuen uns sfeld ergemeine König Evangelische Brüd akonin Gabriele von Dressler Di . Hd Ältestenrat z. ld im Schwarzwald 3 78126 Königsfe Zinzendor fplatz r@koenigsfeld.org sle es dr : ail · E-M Tel.: 07725 938233

Foto: zvg.; M. Lessing; Hagen Foto Design

Lernen aus der Krise Willkommen .................................................................. 2 Thema: Lernen aus der Krise Lernen aus der Krise des Krieges .................................. 2 Lernen in der Corona-Krise .......................................... 3 Entdeckungen in der Krise ........................................... 4 Angedacht: Abstand halten – Rühr mich nicht an! ........... 5 Zinzendorfschulen · Christoph-Blumhardt-Haus ................. 6 Kita Arche ..................................................................... 7

Ortsplan & Partner ...................................................... 8-9 Junger Dachreiter ........................................................ 10 Jugend: Wenn wir zusammenhalten ... ........................... 11 Aus den Räten · Diakonie ............................................... 12 Abgebildet · Neuhauser Spalte ..................................... 13 Gemeinbereich ............................................................ 14 Mitteilungen ............................................................ 14-15 Portrait: Beethoven gibt es nur einen .............................. 16


2 willkommen Lernen aus der Krise

Liebe Mitglieder und Freunde der Kirchengemeinde, der Herrnhuter Brüdergemeine am Ort und außerhalb, liebe Gäste in Königsfeld!

Das eigentlich geplante Thema „75 Jahre Kriegsende und UNO“ fällt trotzdem nicht unter den Tisch. Wenn beides unter dem Motto „Lernen aus der Krise“ nebeneinander gestellt wird, ist uns klar, dass der Zweite Weltkrieg und die Corona-Pandemie in keiner Weise vergleichbar sind. Als neue Mitglieder in der Redaktion des Dachreiter begrüßen wir Judith Baudis und Johannes Treude. Auf Seite 4 lernen Sie sie kennen. Der „Dachreiter“ verbindet Sie und uns in einer Zeit, in der direkte Treffen erheblich erschwert sind. Ich grüße Sie im Namen aller Mitarbeitenden auf diesem Wege herzlich und wünsche Ihnen: Bleiben Sie behütet. Ihr Christoph Huss |

auf unserer Website

Auf der Website wird die Information für anstehende Versammlungen wöchentlich aktualisiert. Singstunde und Predigtgottesdienst können Sie live mitfeiern oder auch anschließend innerhalb von rund drei Tagen als Aufzeichnung anschauen. www.evik.de Die Website lässt sich auch gut mit mobilen Geräten betrachten; einfach den QR-Code mit dem Smartphone scannen.

Friedrich Waas (Herrnhut), Sarah Groves (Gracehill), Humbert Hessen (Maarssen), Theodor Clemens (Berlin), Volker Schulz (Basel), John McOwat (Fulneck), Joachim Kreusel (Ockbrook) im Mai 2019

Lernen aus der Krise des Krieges > Im Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg zu Ende. In Europa und Asien kostete er 55 Millionen Menschen das Leben. Städte lagen in Trümmern. Die Welt versuchte, nach der Krise zu einem neuen Miteinander zu kommen. 75 Jahre später haben Bischöfe der Brüder-Unität aus Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz einen Brief an die Gemeinden verfasst, den wir in Ausschnitten wiedergeben.

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iebe Schwestern und Brüder in verschie- fang, auch wenn wir noch so tief gefallen denen Ländern Europas! sind, denn wer in Christus ist, ist eine neue Kreatur. … So danken wir für die geschenkVor 75 Jahren hat der Zweite Weltkrieg, die ten Zeichen deiner Versöhnung in unseren schlimmste menschliche Katastrophe des Brüdergemeinen.“ … 20. Jahrhunderts, in Europa sein Ende gefunden. Ausgelöst durch die verbreche- 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltrische nationalsozialistische Bewegung in krieges zeigt es sich deutlich, dass wir als Deutschland, hat dieser Krieg Millionen Christen in den verschiedenen Ländern EuMenschen das Leben gekostet, unendliche ropas gemeinsame Aufgaben haben. Bruder Zerstörungen und Flüchtlingselend gebracht Shawe schrieb schon 1945: „Wir müssen auf und das Miteinander-Leben der Völker er- Luxus verzichten, damit nicht andere Natiheblich zerrüttet; dazu der Völkermord an onen verhungern.“ Diese Worte gelten auch Millionen Juden und anderen Minderheiten jetzt nach 75 Jahren ... Gott hat uns seine in Europa in den Konzentrationslagern. Wir Erde anvertraut, damit wir zusammen dafür wissen auch, dass die Brüdergemeine in tätig werden, dass sie bewohnbar bleibt. Deutschland, bis auf wenige Mitglieder, diesem Geschehen nicht deutlich genug wider- In diesem Jahr zeigt uns die bedrohliche standen hat. Dies alles gibt uns Anlass zum Pandemie, wie verletzlich unser aller Leben Gedenken, zur Trauer, zum Wahrnehmen trotz allem Wohlstand ist. Die notwendigen und Eingestehen von Schuld und zum Aufar- Einschränkungen unserer gewohnten Freibeiten immer noch lebendiger Erinnerungen heiten sind schmerzlich und stören empfindlich unser Gemeinschaftsleben. Viele und Traumata. Menschen werden einsam und krank, ÄngWir als Bischöfe der Britischen und der Euro- ste werden wach, und wir wissen es manchpäisch-Festländischen Provinz der Brüder- mal gar nicht, weil wir uns nicht treffen. Wir Unität, schreiben Euch, um an Geschehenes haben aber auch an die zu denken, die diezu erinnern, für die Befreiung zu danken, se Zeit viel härter als uns trifft, weil das Geund im Vertrauen auf die Vergebung, die uns sundheitssystem in ihren Ländern nicht Gott schenkt, nach vorn zu schauen. Erin- so gut ausgebaut ist. Die Menschen in den nern bedeutet: nicht vergessen und lernen Flüchtlingslagern überall auf der Erde für heute und für die Zukunft, damit sich sol- könnten am schwersten betroffen werden. ... che Katastrophen nicht wiederholen. … Wir danken allen sehr herzlich, die sich Bis wir über die sehr unterschiedlich erlebte in dieser schwierigen Zeit auf verschieVergangenheit alle miteinander reden konn- dene Weisen für den Zusammenhalt in der ten, brauchte es Zeit. Deshalb bleibt in be- Nachbarschaft einsetzen und den weltweisonders guter Erinnerung das Treffen von ten Kontakt in der Unität lebendig halten. Geschwistern aus vielen europäischen Län- Gottes Segen sei mit Euch allen. Wir grüßen dern und den USA im Jahr 1995 in Neuwied, Euch mit einem Vers aus dem ältesten noch 50 Jahre nach Ende des Krieges. Dort wur- bekannten Lied der Brüder-Unität: de gebetet: „Herr, deine Gnade ist unermess- Lass treu uns zueinander stehn, lich und deine Liebe größer als menschliche in Liebe auch die Nächsten sehn, Schuld. Darum bist du der Grund unserer dass Gottes Frieden auf uns ruh Hoffnung. Du schenkst uns einen Neuan- und wir an Gnade nehmen zu. (BG 559, 9) |

Dachreiter 2020-2 • Foto: zvg.; Evang. Brüder-Unität

Manche Leser wollen vielleicht von der Corona-Krise nichts mehr hören. Aber eine Nummer des „Dachreiter“, die das momentan alles beherrschende Thema umgeht, wäre auch komisch. Schließlich ist auch das kirchliche Leben völlig verändert.


3 Lernen aus der Krise

Lernen in der Corona-Krise > Die Erschütterungen der Corona-Pandemie haben viele Menschen an sich und anderen Dinge neu entdecken lassen. Christoph Huss hat in den vergangenen Wochen Beiträge aus Tageszeitungen aufgehoben. Doch am Anfang soll die Feststellung stehen, wie unmöglich das Thema dieses Artikels ist.

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ir sollten vorsichtig sein mit den Aussagen, was Corona uns angeblich alles sagen und lehren will. Corona ist einfach eine fürchterliche Seuche, die täglich viele, viele Menschen tötet.“ So der Einwand von Bernhard Junginger in einem Artikel vom 18. Mai. Schon am 4. Mai rief er in Erinnerung: „... die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Lockdowns sind immens. Berufliche Existenzen wurden verstört, Wohlstand vernichtet, Perspektiven, ja Lebensträume, haben sich in Luft aufgelöst.“ Die wirtschaftliche Krise ist noch lange nicht zu Ende. Man liest im Moment wenig davon, wie Menschen auf der südlichen Halbkugel unter der Krankheit und den Einschränkungen leiden.

Dachreiter 2020-2 • Foto: Hagen Foto Design

Die vernichtende Seite der Krise darf nicht vergessen werden, wenn man auf die Suche nach etwaigen Lern-Erfahrungen geht. Danach wurde allerdings schon bald gefragt. Beate Schierle am 28. März: „Kann es sein, dass dieses Virus trotz seiner schrecklichen Folgen auch ein paar wenige gute Dinge für uns bereithält? Dass wir wieder lernen, unsere Familien zu schätzen und zu schützen, dass es auch einmal ohne Shopping und Unterhaltung geht? ... Das Hamsterrad steht still. Nicht für alle, aber für viele.“ So war es für manche ein heilsames Erwachen aus einer künstlichen Welt. Arndt Brunner: „Das Coronavirus hat unser über Jahrzehnte aufgebautes Selbstbewusstsein erschüttert, gelebte Modernität könnte innerhalb kürzester Zeit jedes Problem lösen. ... Nein, wir haben es nicht im Griff! Zumindest noch nicht. Diese Einsicht in die Begrenztheit menschlichen Handelns auch in Zeiten der ständigen Updates unserer Technologien erfüllt mich mit Trost.“ Warum Trost? Auch ich empfand wohltuend, dass viele Verantwortliche eingestehen mussten, dass sie vieles nicht wissen, dass sie tasten müssen nach dem richtigen Weg. „Es menschelt gerade wieder ganz gewaltig – wenn man so will im Guten wie im Schlechten“, so Christian Imminger am 1. April. Das Umgehen mit der eigenen Begrenztheit hat Menschen in der Krise verbunden. Weil viele Termine abgesagt wurden, war mehr Zeit für Gespräche auf der Straße – stehenbleiben, fragen, wie es geht. Das alle verbindende Thema ließ einen auch mit Unbekannten in Kontakt kommen. Nachbarn schauten nacheinander, immer neue Formen der Solidarität entstanden. Es ist zu wünschen, dass diese Menschlichkeit noch eine Weile erhalten bleibt. Peter Schott dichtet: „Halten wir zusammen, ohne uns an der Hand zu halten. Gehen wir aufeinander zu, ohne uns zu nahe zu kommen. Verhindern wir eine Angst in der Angst, eine Krise in der Krise. Pochen wir darauf, dass unsere Herzen pochen – für das Leben.“

Als schließlich die Maskenpflicht fürs Einkaufen und Busfahren aufkam, brauchte es eine Weile, bis die meisten verstanden, dass die Maske etwas bringt, auch wenn sie einen selbst kaum schützt. Angelika Wohlfrom schrieb am 28. Mai den einfachen Satz: „Schütz ich dich, schützt du mich – sind wir alle geschützt.“ Dass man etwas Lästiges auf sich nimmt für andere, ist eine wichtige Lernerfahrung in unserer Gesellschaft, wo zuerst gefragt wird: Was habe ich davon. Der Kabarettist Christoph Sieber schreibt zornig am 30. März: „Wir brauchen Menschen, die dann zur Stelle sind, wenn sie gebraucht werden und nicht, wenn sie den größten Nutzen daraus ziehen können. Wir brauchen die Gutmenschen. Der Rest soll am Klopapier ersticken.“ Am 9. April schrieb Uli Fricker einen Kommentar unter dem Titel. „Die Alten sind kein Risiko“. Ich muss sagen: ich bin dankbar, in einem Land zu leben, das bereit war, Menschen im Alter oder mit Vorerkrankungen zu schützen. Aber die Solidarität unter den Generationen wurde mitunter auf den Prüfstand gestellt, im täglichen Umgang und öffentlichen Äußerungen. Das gab es viel zu lernen. Fricker: „Die Redewendung von der Risikogruppe ... mag aus medizinischer Sicht korrekt sein, weil bejahrte Menschen anfälliger sind als junge. Doch als gängige Kathegorie ist das Etikett ein Zumutung.“ Als Kirche haben wir schnell gelernt, neue Wege zu den Menschen zu finden, nachdem Zusammenkünfte in den Räumen verboten waren. Anders, als mancher vermutete, war die Kirche nicht auf Tauchstation gegangen. In einem Kommentar erinnerte Bernhard Jäckel vor Ostern daran, was trotz Versammlungsverbot möglich war: „Nicht abgesagt: Trost, Kerzen, Glaube, Hoffnung, Osterglocken, Vogelgezwitscher, lachen, reden, Musik, träumen, Schmetterling, Duft, Bäume, Telefon, Spiel, PC, Menschlichkeit, beten, Gott.“ Als manche Kirchenvertreter allzu wehleidig die Einschränkungen beklagten, mussten sie sich am 5. Mai von Nicole Quint anhören. „Geschäfte wurden geschlossen, Konzert- und Theateraufführungen entfallen, und Millionen Menschen bangen um ihre Existenz. Dagegen scheint der Leidensdruck vorübergehender Gottesdienstausfälle nicht schön, aber erträglich.“ Ich fand den Einwand zurecht. Und auch nun, wo öffentliche Gottesdienste nur mit aufwendigen Schutzkonzepten stattfinden können, sollte man die Spielräume kreativ nutzen anstatt über Einschränkungen zu klagen. Ich denke, man wird manche Form beibehalten, wenn die Krise vorbei ist. Auch ich selbst möchte nicht, dass hinterher alles wieder so wird wie vorher. Christoph Huss |


4 Lernen aus der Krise

Plötzlich ... Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell eine Gesellschaft sich verändern kann. Plötzlich ist Abstand etwas Positives und gepaart mit Rücksicht. Plötzlich erinnern wir uns, wie wichtig ein Besuch bei unseren Senioren ist. Plötzlich sind Lehrer und Erzieher systemrelevant, weil „home-schooling“ den Schulunterricht vor Ort oder das Angebotsspektrum der Kita doch nicht adäquat ersetzen kann. Plötzlich applaudieren wir dem Pflege- und Reinigungspersonal und fordern angemessene Bezahlung. Plötzlich ist Kirche ein Ort der Sehnsucht und Gottesdienste in Gemeinschaft werden schmerzlich vermisst. Plötzlich stellt sich die Frage nach Gott.

Zusammengewachsen Wir sind in der Zeit als Familie noch mehr zusammengewachsen. Wir haben viele Onlineangebote (Gottesdienst, Kinderstunde und Jungschar) genutzt und erfahren, dass der christliche Glaube auch in unsicheren Zeiten Halt gibt. Evelina und Stefan Richter |

Es wäre wunderbar, wenn dieser Respekt, die Verantwortung füreinander und die Frage nach den echten Werten im Leben auch nach dieser Krise erhalten bliebe. Judith Baudis |

„Ich bin dankbar, dass die Zinzendorfschulen einen guten Unterricht über die Online-Plattform anbieten. „Jesus ist unser Helfer.“ Benjamin (11) |

Entdeckungen in der Krise Anfang einer neuen Etappe

Silas (9) |

„Ich freue mich, meine Freundinnen auf dem Spielplatz wieder zu treffen.“ Emma (5) |

Leben nicht auf Körperliches reduzieren Der erlebte Zwang zur Isolation hat uns fühlen lassen, dass wir soziale Wesen sind, die in und durch Beziehungen leben. Trotz des berechtigten Rufs nach dem stärkeren Ausbau der Digitalisierung kann diese niemals die körperliche Gegenwart der Mitmenschen ersetzen. Die Wahrnehmung der Menschen, die uns wichtig sind, mit all unseren Sinnen, kann nicht digitalisiert werden. Die Enkel, die Großeltern, den Partner, den Freund oder die Freundin zu spüren, zu riechen ... kann nicht durch ein Video gleichwertig ersetzt werden. Das haben gerade auch Schüler und Lehrer erlebt. Schule lässt sich eben nicht auf den Austausch von Informationen reduzieren, sondern sie ist ein Beziehungsgeschehen, das von der leiblichen Anwesenheit und Interaktion der Beteiligten lebt. Gleiches gilt für Kindergärten, Altersheime, Kirchen usw. Eine Form des Todes ist die völlige Beziehungslosigkeit, der Abbruch aller Beziehungen. Wir müssen aufpassen, dass wir in dieser Corona-Zeit den Kampf um das Leben nicht auf das Körperliche reduzieren und dabei nicht mehr merken, dass Menschen langsam an den Folgen der Isolation, der fehlenden Beziehungen sterben. Die wenigsten Menschen möchten wirklich durch Isolationsmaßnahmen geschützt einsam und allein das Ende ihres Lebens erleben, sondern auch in dieser Situation selbst über ihr Leben entscheiden können. Johannes Treude |

Inzwischen sind einige Wochen vergangen, in denen das Lernen und Arbeiten an den Zinzendorfschulen für mich komplett in anderer Form abgelaufen sind als bis zum März dieses Jahres. Alle Unterrichtsstunden, Konferenzen, Andachten und Veranstaltungen besonderer Art haben nicht mehr stattfinden können. Unterrichten ist zur PC-Arbeit geworden. Ich halte mich meistens im Homeoffice in meinem kleinen Arbeitszimmer in der Wohnung auf. Bevor am 4. Mai die ersten wenigen Klassen wieder in die Schule kamen, war jeder Besuch eines Schulgebäudes ein beinahe begegnungsloser Besuch. Einarbeitung in das Programm zum Unterrichten, Formulieren und Ausgeben von Aufgaben, Registrieren und Kommentieren der Rückläufe und gelegentliche individuelle Kommunikation per Chat im Office-Programm oder per Telefon füllen die Unterrichtszeit. Planungen, wie demnächst Schulgottesdienste gefeiert werden können, fallen mit den sich kontinuierlich ändernden Gegebenheiten zusammen und bleiben vorläufig auf halber Strecke liegen. Gespräch, Austausch, Inspiration durch gemeinsames Tun gehören jetzt zu den Raritäten des Schullebens. Individuelle Kommunikation, Konzentration auf die jeweils einzelne oder den jeweils einzelnen Jugendlichen gewinnen an Relevanz. Morgensegen sind zu Mittwochsgedanken transformiert und können auf der Homepage der Schule jeden Mittwoch Mittag als kurzer Filmbeitrag neu angeklickt werden. Meiner Meinung nach stehe ich am Anfang einer neuen Etappe des beruflichen Lebens und bin gespannt, was ich an neuen Möglichkeiten der Gestaltung meiner Arbeit entdecken, erlernen und realisieren werde. Christoph Fischer |

Dachreiter 2020-2 • Foto: zvg.; Zinzendorfschulen

„Man hat mal Zeit zum Nachdenken.“


5 Angedacht

„Abstand halten“ – „Rühr mich nicht an“ ... > Fast alle Zeichen von Nähe und Vertrautheit zu Menschen, denen wir uns verbunden fühlen, sollen in Zeiten von Corona unterbleiben. Viele Veränderungen, Regeln und Herausforderungen bestimmen uns, und bei allen langsamen Lockerungen bleiben genügend empfohlene Vorsichtsmaßnahmen zum eigenen und zum Schutz anderer.

Giotto di Bondone (um 1325): Szenen aus dem Leben von Maria Magdalena – Noli me tangere (Ausschnitt)

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ir sehen es ein, manche auch nicht, und richten uns danach. Gute, erfreuliche Erfahrungen sind häufigere Anrufe, Briefe oder E-Mails, sogar Lieder am Telefon, Zeichen, dass wir aneinander denken. Aber kommt mir jemand auf schmalem Weg entgegen, trete ich zur Seite, kaufe ich ein, trage ich eine Maske, sehe ich Bekannte auf der anderen Straßenseite, winke ich von fern Ich halte Abstand (!), und meistens bleibe ich daheim.

Dachreiter 2020-2 • Foto: zvg.

Sonntage und Feiertage wie Ostern verlaufen nicht wie sonst. Bei all dem begleiten uns Unsicherheit, auch Furcht und die Sorge um die Zukunft. Wie wird unser Leben danach aussehen und wann ist danach? Solche Fragen und das ‚Abstand halten‘ und ‚Sich-Zurückziehen‘ erinnern mich irgendwie an Erlebnisse und Verhaltensweisen des Freundeskreises von Jesus an den Ostertagen und in der nachösterlichen Zeit, obwohl die Ursachen dafür völlig verschieden sind, aber einige Vergleichspunkte zulassen.

Vom Springkraut zum Ostermorgen: Es ist der Augenblick der Begegnung von Maria Magdalena mit Jesus im Garten neben dem leeren Grab. Sie weint, weil sie das Grab leer fand; er fragt, warum sie weint, sie beklagt den Verlust des toten Jesus, und weil sie ihn nicht erkennt, spricht er sie mit ihrem Namen an – „Maria“. Sie will ihn begrüßen, vielleicht umarmen, weil er lebendig vor ihr steht, aber er wehrt ab und sagt „Noli me tangere“ – „Rühr mich nicht an“. Für Maria zunächst unverständlich, doch was mag sie noch herausgehört haben, als er ihren Namen nennt – vielleicht: „Ich bin es doch, hab keine Angst, ich lebe, ich bin bei dir“. Das ist es, was sie braucht, was ihr hilft. Wenn Jesus auch andeutet, dass das Leben nicht genauso weitergehen wird wie bis dahin. Erst nach und nach wird sie begreifen, was damit gemeint ist. Eine andere Nähe, eine andere Vertrautheit. Jesus wird fort sein und trotzdem bei ihr. Sie kann ihn nicht anfassen, aber erreichen. Etwa so, wie es in einem Filmtitel von Wim Wenders heißt: ‚In weiter Ferne so nah‘. Ähnlich unserer Erfahrung, weil wir alle schon immer in der nachösterlichen Zeit leben und uns manchmal Jesus nah fühlen und dann wieder weit weg.

Die Jünger trauen sich nicht nach draußen, sie schließen sich ein, haben Angst, klagen, ihr Leben ist total aus dem Tritt. Welche Zukunft erwartet sie? Durchaus ähnlich unseren derzeitigen Gedanken samt Lebensstil. Besonders eindrücklich finde ich die Übereinstimmung eines Beispiels aus der Botanik und einer Szene Aber Jesus überbrückt den Abstand, seine Zusage bleibt – daam Ostermorgen mit unseren Abstandsregeln, obwohl aus ganz an- mals wie heute: Egal was geschieht, was vor dir liegt, ich bin bei derem Grund. dir, fürchte dich nicht. Noch wissen wir nicht, wie lange die Corona-Krise anhält, wie lange wir uns einschränken müssen, aber in Zuerst das botanische Beispiel, fast heiter, eingerichtet als natürli- aller Unsicherheit und in manchem Groll oder dem Gefühl von Verche Art der Vermehrung. Die Pflanze, die an Waldrändern, in Grä- lassenheit, dem Mangel an Mut und Hoffnung, wir werden daraus ben und Hecken verbreitet wächst, gibt es als kleines und echtes gelernt haben und vertrauen darauf, Jesus lebt, er bleibt und entSpringkraut. Die gelben Blüten bilden Früchte als Schoten oder zündet in uns ein Licht der Freude, des Trostes und der zaghaften Kapseln, die sobald man sie berührt, plötzlich aufspringen und Hoffnung – es wird gut. den Samen verstreuen. Der Volksmund nennt das Kraut deshalb Ursula Böcker | „Kräutchen-rühr-mich-nicht-an“; lateinisch: „Noli me tangere“.


6 Zinzendorfschulen · Christoph-Blumhardt-Haus

Wiedereinstieg in den Schulbetrieb

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eit dem 4. Mai werden die ersten Schülerinnen und Schüler wieder im Schulgebäude unterrichtet. Trotz vieler Umstellungen und Regeln funktioniert das gut. Die Schülerinnen und Schüler verhalten sich sehr diszipliniert, auch die jüngeren aus der Realschule und der Berufsfachschule. Die Lehrerinnen und Lehrer haben sich ebenfalls auf die neue Art des Unterrichts eingestellt. Sie wechseln jeweils zwischen zwei Räumen, auf die ihre Klassen aufgeteilt sind. „Es ist seltsam, weil hier so wenig Schülerinnen und Schüler sind“, meint Schwester Wallner. „Aber es ist bei uns sehr gut organisiert. Durch die vielen verschiedenen Schularten stehen uns genügend Räume zur Verfügung, um die Abstandsregeln einzuhalten. Die Schüler halten sich an die Regeln. Natürlich ist es kein Lehreralltag, wie man ihn kennt, aber ich bin sehr zufrieden.“

Das sind die Schülerinnen und Schüler auch: „Wir lernen auch in dieser ungewohnten Situation noch viel. Das Hauptproblem ist, dass wir viel Gruppenarbeit machen, aber trotzdem auf Abstand achten müssen“, sagt Patrick Haas, Abiturient am Wirtschaftsgymnasium, und seine Mitschülerin Maren Wursthorn bedauert, dass sie so kurz vor dem Abitur Kontakte meiden müssen – „dadurch geht viel verloren. So finden zum Beispiel weder Abi-Ball noch Abistreich statt.“ Da das Hygienekonzept derzeit auch den Morgensegen nicht zulässt, wird jetzt stattdessen wöchentlich unter dem Titel „Mittwochsgedanken“ ein Impuls auf dem YouTube-Kanal der Zinzendorfschulen veröffentlicht. Der Link dorthin ist über die Website www.zinzendorfschulen.de oder über www.facebook. com/Zinzendorfschulen zu finden. |

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m Christoph-Blumhardt-Haus (CBH) bestand während der Zeit umfangreicher Einschränkungen zur Vermeidung von Coronavirus-Infektionen wie in anderen Senioreneinrichtungen ein vollkommenes Besuchsverbot. Um so viel wie möglich Kontakt zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern und ihren Angehörigen zu ermöglichen, war das CBH-Team sehr einfallsreich. So kommt eine Mitarbeiterin aufs Zimmer, wenn eine Bewohnerin oder ein Bewohner eine E-Mail erhält, aber kein eigenes Gerät besitzt. Schnell wurde dieser Service um Online-Treffen via Skype erweitert. Angehörige können über die CBH-Website Termine für die Gespräche am Bildschirm buchen. Als dritter Schritt wurde der Be-

such am Fenster eingeführt. Angehörige können, geschützt durch einen Pavilllon, mit ihren Lieben sprechen, die auf der anderen Seite des Fensters in einem dafür hergerichteten Raum sitzen. Diese Möglichkeiten der Kontaktaufnahme bleiben auch erhalten, selbst wenn in eingeschränktem Maß nun auch wieder direkte Besuche in speziellen Räumen der Tagespflege erlaubt sind. Dafür gelten umfangreiche Schutzmaßnahmen, denn die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner steht weiterhin im Vordergrund. Details und Terminvereinbarungen sind auch für diese Kontakte über die Website christoph-blumhardt-haus.de oder telefonisch möglich. |

Dachreiter 2020-2 • Foto: Zinzendorfschulen; Christoph-Blumhardt-Haus

Einfallsreich beim Ermöglichen von Kontakten


7 Kita Arche

Ich will wieder kuscheln, Corona soll endlich weg gehen!

Ich kann endlich wieder mit meinen Freunden spielen!

Cool, dass ich wieder in den Kindi darf und weben kann ...

Corona ist blöd, weil alle zu Hause bleiben müssen.

Hurra, es ist wieder Kindergarten!

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ie Corona-Zeit trifft uns alle auf eine andere Art und Weise. Sowohl die Kontaktverbote im privaten Leben, Maskenpflicht an öffentlichen Orten, als auch schwere Zeiten im Berufsalltag mit Kurzarbeit und Geldsorgen. Die Kindergärten dürfen nun zumindest Notgruppen anbieten und wir aus der Kindertagesstätte Arche wollen berichten, was unser Team, die Kinder und die Eltern dazu sagen und wie sie sich fühlen.

Dachreiter 2020-2

Für die Eltern ist die Notgruppe ganz klar und ohne Zweifel eine Riesenunterstützung. Es gibt den Eltern und Kindern eine gewisse Normalität und Sicherheit in dieser unsicheren Zeit. Eltern können wieder arbeiten gehen, vor allem aber auch sorglos und somit auch konzentrierter und produktiver. Sie wissen, ihre Kinder sind gut versorgt und aufgehoben in der Kita. Ohne die Betreuung war es für viele sehr schwer, denn man trägt für die Kinder und Familie, aber auch im Job eine hohe Verantwortung, der man gerecht werden will. Großeltern, die eine Risikogruppe darstellen, oft sogar eine Hoch-Risikogruppe, will man schließlich auch nicht gefährden. So ist es eine Entspannung für beide Seiten, Eltern und Kinder, dass sie wieder in den Kindergarten kommen dürfen. Es gibt den Kindern wieder Strukturen im Alltag, geregelte Tagesabläufe und ein Stück weit Förderung, die sie brauchen, durch den Kontakt mit anderen Kindern. Die Kinder sind wieder glücklicher, blühen wieder auf und sind ausgeglichener am Ende vom Tag. Auch wenn es schön war, die Zeit mit den Kindern zu Hause zu verbringen, war es oft auch schwer, diese zu genießen mit den vielen Sorgen im Hinterkopf um die Arbeit, die Zukunft und die psychische Gesundheit der Kinder. Kinder brauchen Kinder. Den Kindern fällt es schwer den Abstand zu halten, das ist auch beim Spielen gar nicht möglich. Das Auseinandersitzen im Morgenkreis oder beim Essen ist „doof“. Genauso wie das Kuscheln nicht erlaubt ist. Einige Freunde fehlen, und zum Beispiel landet ständig der ein oder andere Finger im Mund, was man auf Grund der Hygienevorschriften auf keinen Fall darf und immer wieder dran erinnert werden muss. Jedoch hat das Ganze natürlich auch positive Aspekte, denn die Kinder haben trotz allem endlich wieder sozialen Kontakt zu anderen Kindern, und das freut sie einfach am meisten. Da macht auch auf einmal das Alter keinen Unterschied mehr. Sie können stundenlang spielen, drinnen und draußen, mit und ohne Spielsachen – Malen, basteln, weben, singen und vieles mehr. Man ist nicht mehr gezwungen, allein zu Hause zu bleiben, und der Fernseher ist schlussendlich doch nicht so toll, wie das Spielen mit anderen Kindern.

Auch die Erzieherinnen haben sich zur aktuellen Lage geäußert. Einige Erzieherinnen und Reinigungskräfte dürfen momentan noch nicht in der Kita arbeiten, da sie zur Risikogruppe zählen. Diese erledigen Aufgaben, soweit wie möglich von zu Hause im Homeoffice und arbeiten da fleißig weiter, was aber nicht einfach ist, wenn man nicht in die Einrichtung kommen darf. Das gilt übrigens für alle Personen. Es sollen so wenig wie möglich fremde Personen die Einrichtung betreten. Ebenfalls die Hausmeister, die aber doch hin und wieder vorbeikommen müssen, um beispielsweise den Rasen zu mähen. Alle Erzieherinnen von der Kita sind dankbar dafür, wieder arbeiten zu können und sind froh über den Austausch mit den Kolleginnen vor Ort. Es gibt wieder Strukturen und ein Stück weit Normalität, was den Kolleginnen im Homeoffice leider weitgehend fehlt. Ähnlich wie die Kinder und Eltern ist man abends nach der Arbeit wieder ausgeglichener und entspannter. Allerdings stehen auch viele Fragen im Raum. Da spielen Verwirrung durch öffentliche Medien eine maßgebende Rolle. Es ist eine große Herausforderung, die Maßnahmen und Auflagen für die Notbetreuung umzusetzen. Der Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern ist schlichtweg nicht machbar. Einige Kinder vermissen ab und zu ihre Eltern und Familien. Nicht verwunderlich, nachdem sie wochenlang mit ihnen zu Hause waren. Da braucht es etwas Trost und Umarmungen, ebenfalls bei Verletzungen oder auf der Toilette. Auch beim Windelnwechseln ist ein Mindestabstand nicht möglich. Große Unsicherheiten in Bezug auf Fragen wie „Was darf/kann man?“, „Was darf man auf keinen Fall?“ und „Wie soll es weiter gehen und umgesetzt werden, wenn mehr Kinder kommen dürfen?“ sind tägliche Herausforderungen, da genauere Informationen der Politik fehlen. Dazu kommen Gedanken um die Kinder, die noch nicht in die Kita kommen dürfen, da sind Grüße, Nachrichten und hin und wieder Post von den fehlenden Kindern eine schöne Aufmunterung und wirklich rührende Überraschungen. Wir freuen uns alle wieder auf einen normalen Alltag, mit allen Kindern und ohne Auflagen. Hoffentlich überstehen wir und alle anderen die schwere Zeit so schnell und unbeschadet wie möglich, damit wir uns wieder auf schöne Dinge wie Feste und Feiern mit den Kindern und deren Familien konzentrieren können. Bleibt alle gesund und munter wünscht das Arche-Team aus der Notbetreuung! Michelle Wagner Mitarbeiterin im Freiwilligen Sozialen Jahr |


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10 Junger Dachreiter

Hallo liebe Kinder, ich schreibe Euch heute einen Text, den ihr anhand der Anfangs- Lösungswort eintragen: buchstaben jedes Wortes erraten könnt. Bei dem Wort Charlotte sind es die ersten beiden und beim Wort Schule die ersten drei _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _, Buchstaben. Ich wünsche Euch viel Spaß dabei! Dora Emil Richard – Heinrich Emil Richard Richard – Ida Samuel _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _. Theodor – Martha Emil Ida Nordpol – Heinrich Ida Richard Theodor Emil. Martha Ida Richard – Wilhelm Ida Richard Dora – Nordpol Ida Charlotte Theodor Samuel – Martha Anton Nordpol Gustav _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Emil Ludwig Nordpol.

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Emil Richard – Wilhelm Emil Ida Dora Emil Theodor – Martha Ida Charlotte – Anton Ulrich Friedrich – Emil Ida Nordpol Emil Richard – Gustav Richard Übermut Nordpol Emil Nordpol – Anton _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ . _ _ _ _ _ _ _ _ Ulrich Emil, Ulrich Nordpol Dora – Friedrich Übermut Heinrich Richard Emil Theodor – Martha Ida Charlotte – Zacharias Ulrich ____ ___ _______ _______ __ Martha – Friedrich Richard Ida Schule Emil Nordpol – Wilhelm Anton Samuel Samuel Emil Richard.

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„Das ist Virus Corona“ ist ein Informationsbüchlein von Margit Lessing. Es erklärt Euch Kindern das Virus und was Ihr machen könnt, um Euch davor zu schützen. Die Seiten könnt Ihr auf unserer Homepage herunterladen, ausdrucken und zu einem Büchlein zusammenheften oder nähen. www.evik.de

Dachreiter 2020-2 • Zeichnung: Margit Lessing

Emil Richard – Emil Richard Quelle Ulrich Ida Cäsar Kaufmann Emil Theodor – Martha Emil Ida Nordpol Emil – Samuel Emil Emil Ludwig Emil. Emil Richard – Friedrich Übermut Heinrich Richard Wenn Du die Wörter alle geraten hast, dann schick mir das LöEmil Theodor – Martha Ida Charlotte – Anton Ulrich Friedrich- sungswort per E-Mail zu an dressler@koenigsfeld.org. Bitte verRichard Emil Charlotte Theodor Emil Richard – Samuel Theodor giss Deinen Namen und Deine Adresse nicht. Richard Anton Samuel Samuel Emil – Ulrich Martha – Samuel Emil Ida Nordpol Emil Samuel – Nordpol Anton Martha Emil Es wartet ein kleiner Preis auf Dich! Nordpol Samuel – Wilhelm Ida Ludwig Ludwig Emil Nordpol. Deine Gabriele |


11 Jugend

Mir geht es gut, und ich bin froh, dass meine Familie gesund ist. Laura Glaser |

Ich finde es schade, dass die Konfirmation verschoben ist, aber das ändert ja nichts! Also freue ich mich auf den Herbst. Lukas Grathwol |

Wenn wir zusammenhalten, können wir es schaffen! Ich persönlich habe mit der Covid-19-Pandemie eher wenig bis keine Probleme da ich wenige Termine vermisse. Das einzig Negative für mich sind die Gedanken daran, dass so viele Menschen unter der Pandemie leiden müssen und noch sehr viele Menschen leiden werden. Bruno Dold | Die meiste Zeit verbringe ich während Corona zuhause. Ich gehe aber auch oft mit meinen Eltern wandern oder fahre mit Freunden Fahrrad, natürlich mit Sicherheitsabstand. Ich empfinde diese Zeit als sehr langweilig, weil ich Dinge, die ich sonst gerne mache, zum Beispiel Fußball spielen, während Corona nicht machen kann. Lasse Ehrenfeuchter |

Trotz Corona geht es mir ganz gut. Allerdings vermisse ich meine Feunde und manchmal auch die Schule. Es ist schade, dass die Konfirmation verschoben wurde, da ich mich auf meine Familie und den Gottesdienst gefreut habe. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. Nils Lusebrink |

Dachreiter 2020-2 • Foto: zvg.

Mir geht es gut. Aber mir fehlen meine Freunde aus der Schule. Natürlich ist es eine Umstellung, alles online machen zu müssen, aber ich habe mich schon ein bisschen daran gewöhnt. Ich finde zwar schade, dass die Konfirmation verschoben wurde, aber ich verstehe auch, dass es nicht anders ging. Sebastian Jack | Ich war ziemlich enttäuscht, dass die Konfirmation nicht stattfinden konnte, weil ich mich auf den Tag gefreut hatte. Das Kleid mussten wir zurückschicken und die Verwandten sind auch nicht gekommen! Ich finde es schade, dass die Konfirmation im Herbst sein wird, weil dann auf den Bildern, die man später seinen Kindern zeigen wird, keine blühenden Bäume sondern verwelkte braune Pflanzen zu sehen sind! Nele Eiser |

Eigentlich geht es mir ganz gut. Es macht mich aber ziemlich traurig, dass ich aufgrund der aktuellen Lage gerade nicht meine beste Freundin treffen darf. Schön finde ich, dass die Konfirmation dieses Jahr noch stattfinden wird. Chiara Wilde | Das Leben während der Pandemie-Ausgangsbeschränkungen ist zwar anstrengend, aber es gibt auch viel Zeit für die Familie oder zum Telefonieren mit den besten Freunden. Aber trotzdem vermisse ich meine Freunde sehr, weil ich sie leider nicht treffen kann. Sobald ich meine Aufgaben für die Schule erledigt habe, gehe ich manchmal auch raus, um einen Spaziergang zu machen – es tut gut, an der frischen Luft zu sein. Lily Schott |

Mir geht es gut, aber ich langweile mich ein wenig. Chiara Hüntz | Natürlich ist das eine besondere Situation für uns alle, die auch Probleme mit sich bringt. Doch wenn wir zusammenhalten, können wir es schaffen! Nina Weber | In dieser besonderen Zeit von Corona fällt es mir schwer, soziale Kontakte zu meiden. Zu Hause mache ich meine Aufgaben für die Schule, und abends gehe ich manchmal alleine raus, um Fussball zu spielen. Mittlerweile habe ich auch kein Zeitgefühl mehr, da ich jeden Tag das Gleiche mache. Hoffentlich sinken bald die Infektionszahlen oder ein Impfstoff wird entwickelt, dann kann vielleicht in absehbarer Zeit der normale Alltag wieder starten und ich kann meine Freunde wiedertreffen. Traurig finde ich auch, dass unsere Konfirmation im April nicht stattfinden konnte. Ich hatte mich schon sehr auf ein schönes Fest in der Gemeinde und mit meiner Familie gefreut, aber vielleicht klappt es ja im Oktober. Paul Schott |


12 Aus den R äten Diakonie Sammlung Diakonie Baden

Gemeinde leiten in Krisenzeiten Mitte März 2020 überstürzten sich die Ereignisse – die Corona-Pandemie erreichte den süddeutschen Raum. Am 15. März fand der letzte Gottesdienst mit Gemeinde statt, schon mit Abstand zwischen den Teilnehmenden. Der Gottesdienst zum Tag der Kirchengemeinde am 22. März und der Gemeindenachmittag mit Gemeindeversammlung fielen aus wie alle weiteren Gottesdienste. Gruppen und Kreise wurden abgesagt. Ebenso die Sitzung der Räte, zu der auf den 30. März eingeladen worden war.

re Website betreut, über die der Livestream aufgerufen werden kann. Er hat den neuen Anbieter aufgetan und ist seitdem beständig dabei, Inhalte zu aktualisieren und Aufnahmen bereitzustellen. Der zweite Dank gilt Werner Schwarzwälder, der unsere Computer betreut und auch die Übertragungstechnik im Kirchensaal aufgebaut hatte. Mit großem Engagement packte er jedes neu auftauchende Problem an. Man kann sich nicht vorstellen, was alles schiefgehen kann! Es war manchmal frustrierend, auch für uns Hauptamtliche, wenn der Stream im überlasteten Netz strandete oder das Abrufen im CBH nicht funktionierte. Zumal man dort wegen des Besuchsverbots nicht einfach hineingehen konnte. Während vieler Versammlungen war Herr Schwarzwälder im Hintergrund tätig. Ein dritter Dank gilt Jens Hagen, der beim ersten Probelauf mit seiner Technik aushalf und auch beim Himmelfahrtsgottesdienst technisch und fotografisch aktiv war.

Die Leitung der Gemeinde wurde nun von den Hauptamtlichen wahrgenommen, die sich per Telefon und Mail mit den Räten abstimmten. Die wöchentliche Dienstbesprechung mit den erlaubten fünf Personen im Gemeindezentrum bildete sozusagen den Krisenstab. Da sich die staatlichen Verordnungen je nach Bundesland unterschieden, bat die Kirchenleitung der Brüder-Unität, sich an den Konzepten der umgebenden Landeskirchen zu orientieren. Vom Oberkirchenrat in Karlsruhe und vom Dekanat wurden wir gut versorgt. De- Nun sind wir dabei, die Übertragungstechkan Rüter-Ebel lud regelmäßig zu Videokonfe- nik wieder so in den Kirchensaal zu integrieren, dass sie auch laufen kann, wenn renzen ein. die Gemeinde wieder anwesend ist. Den Die Karwoche und Ostern standen vor der Livestream wird es weiter geben, und viele Tür. Wie sollte diese Zeit gestaltet werden, Verbesserungen sind bleibender Natur. wenn es keine Zusammenkünfte in den Kirchen geben konnte? Ein großer Vorteil Für die Räte musste auch die Maisitzung war es, dass wir bereits vor neun Jahren die ausfallen. Stattdessen verfassten PfarrÜbertragung unserer Gottesdienste per amt und Verwaltung ausführliche BeLivestream eingerichtet hatten. Auf diese richte. Die Rückmeldungen flossen etwa in Weise konnten wenigstens diejenigen wei- die Entscheidung ein, wie es mit den Gotter erreicht werden, die per Computer oder tesdiensten weitergehen sollte. Ende Mai Smartphone online unterwegs sind. Und wurde von der Badischen Landeskirche ein das Christoph-Blumhardt-Haus (CBH) – Konzept erarbeitet, nachdem auch wieder Präsenz-Sitzungen der örtlichen Kirchenwenn der Livestream funktioniert. gremien möglich werden. So besteht die Und da fing das Problem an. Die bisherige Hoffnung, dass die Räte im Juni wieder zu Technik war der verstärkten Nutzung nicht einer Sitzung zusammenkommen können, gewachsen. Der Stream-Anbieter musste dann im Helene-Schweitzer-Saal. Es ist gewechselt werden. Was dann wieder einen gut, wenn man wieder miteinander reden anderen Rattenschwanz von Anpassungen kann. Denn es gibt ja noch andere Themen nötig machte. Hier gilt es, einen großen Dank als Corona – und auch die Pandemie bleibt zu sagen an drei Leute. Das ist erstens Mar- eine Herausforderung. Christoph Huss | tin Brückner von DIGNUS.DE, der unse-

Nah bei den Menschen zu sein, die Hilfe und Unterstützung benötigen, ist für die Diakonie Baden ein zentrales Anliegen. Gerade jetzt setzt sich die Diakonie für die Menschen ein, die besonders belastet sind. Familien mit behinderten Kindern, alleinerziehende Mütter oder Väter, Migranten, Wohnungslose oder auch Suchtkranke. Durch die Sammlung der „Woche der Diakonie“ unterstützen Sie ganz konkrete Projekte in Baden, die von Menschenkindern für Menschenkinder gemacht sind. Sie schützen vor Einsamkeit, helfen aus Notlagen und bieten neue Perspektiven. 20 Prozent der Spende bleibt in den Gemeinden für ihre eigenen diakonischen Aufgaben. Und weitere 30 Prozent erhält das Diakonische Werk des Kirchenbezirks.

Kleinere Spenden können in der Woche ab dem 28. Juni in die Wandkassen an den Eingängen des Kirchensaales geworfen, größere Beträge können gerne überwiesen werden. Spendenquittungen werden am Jahresende ausgestellt. Kontoinhaber: Ev. Brüdergemeine Königsfeld Evangelische Bank; BIC: GENO DEF1 EK1 IBAN: DE38 5206 0410 0000 5075 04 Verwendungszweck: „Woche der Diakonie“

Dachreiter 2020-2 • Foto: Hagen Foto Design; Diakonisches Werk Baden

Ratsmitglieder H. Römmling und K.-H. Bergen als Gottesdiensthelfer

Anlässlich der Woche der Diakonie vom 27. 6. bis zum 5. 7. 2020 bittet die Badische Kirche um Unterstützung für die diakonische Arbeit in Gemeinden, Kirchenbezirken und in der Landeskirche. Das Motto lautet „Menschen(s)kind“. All diejenigen, die schon zu „normalen“ Zeiten Unterstützung benötigen, haben es nun in der Krise besonders schwer. Gerade jetzt ist es entscheidend, aufmerksam durch den Alltag zu gehen, sich einzumischen, Missstände und Fehlentwicklungen aufzuzeigen und Anwalt der Schwachen zu sein. Eben Menschenkind sein, das konkret anpackt, wo Hilfe gebraucht wird. Das um die Liebe Gottes weiß – und in seinem Namen handelt im Beruf oder im Ehrenamt oder wichtige Projekte mit einer Spende finanziell unterstützt.


13 abgebildet Neuhauser Spalte

A b s t a n d Gibt es etwas Positives in der Krise? Mir fällt spontan das Wort „Abstand“ ein. Um uns nicht anzustecken, wurde die Regelung verfügt, 1,5 bis zwei Meter Abstand zu halten. Hier sehe ich was Positives, was ich gerne mitnehme. Ich finde, dass das Abstandhalten im Grunde eine Form der Wertschätzung, des Respekts und der Achtung meines Mitmenschen ist. Es sollte somit Normalität sein.

Bläser Die Posaunenarbeit in Deutschland hatte die Mitglieder der Bläserchöre dazu aufgerufen, ihre Instrumente zu bestimmten Zeiten aus den Fenstern ihrer Häuser erklingen zu lassen. Die Anregung wurde in Königsfeld gerne aufgegriffen. An manchem Ort entwickelte sich das Blasen zwischen 18 und 20 Uhr zur festen Tradition.

Treffpunkt Zinzendorfplatz

Dachreiter 2020-2 • Foto: Veronica von Hochberg; Chr. Huss; Hagen Foto Design

Der neu gestaltete Zinzendorfplatz entwickelte sich in den letzten Wochen zu einem beliebten Treffpunkt, an dem man sich mit dem gebotenen Abstand unterhalten konnte. Das abendliche Bläsen von Schwester von Dressler aus ihrer Wohnung im Kirchengebäude bot die Gelegenheit für viele ältere Gemeindeglieder, sich zu sehen und nacheinander zu erkundigen.

Wir mussten als Christen auch einige Wochen lang äußerlichen Abstand zum Haus Gottes halten, weil es geschlossen war. Es gab keine Gottesdienste, anschließend konnte man sich nicht mehr unterhalten, oder wie bei uns in den Familiengottesdiensten noch Kaffee trinken, mit den Kindern etwas basteln, und vieles mehr. Auch die Begrüßungsrituale haben sich verändert. Hier stelle ich eine provokative Frage: Muss man sich beim Begrüßen von Freunden in den Arm nehmen oder Küßchen rechts und links? Ich sage: „Ja!“ Denn die Herzlichkeit ist ein Ausdruck unseres inneren Gefühls. Was wir momentan durchleben, sind Äußerlichkeiten. Den inneren Abstand können wir jedoch selber variieren. Wir sind da nicht auf die zwei Meter angewiesen. Zu Gott brauchen wir diese Regelung nicht einzuhalten. Er ist uns immer ganz nah. Vor allem im Gebet. Und diese Nähe brauchen wir mehr denn je. Deshalb hat Jesus uns auch das Vater unser als Gebet mitgegeben. Und das ist unsere Zuversicht. Wir vertrauen auf unseren Vater im Himmel, denn er weiß, was wir auch in dieser Krise benötigen. Die Kirchen haben wieder geöffnet – unter bestimmten hygienischen Bedingungen. Somit können wir auch wieder zeigen, dass wir eine Gemeinschaft sind, die zusammengehört, im Namen des Herrn. Ich bin der Meinung, dass jeder von uns auch etwas Positives aus dieser Krise zieht oder gezogen hat. Ich ermutige Sie, dieses auch nach der Pandemie fortzuführen, denn es ist auch ein Zeichen, dass wir etwas daraus gelernt haben. Wer eine Maske weiter tragen will oder Abstand einhalten, darf das tun, ohne schief angeschaut zu werden.

Online-Gottesdienst Von der zweiten Märzhälfte an bildeten die Hauptamtlichen im Verkündigungsdienst und ihre Familien die Hausgemeinde, die die Online-Gottesdienste veranstaltete. Sie verteilten unter sich Lesungen, musikalische Einlagen, Kameraführung und was sonst noch zu tun war. Seit Öffnung der Gottesdienste Ende Mai kann auch der Stab der Mitwirkenden wieder behutsam erweitert werden.

Ich wünsche Ihnen auch weiterhin das Vertrauen in Gottes Wege, die Standhaftigkeit durch unseren Herrn Jesus Christus und die Kraft des Heiligen Geistes, diese Pandemie gut und gesund zu überstehen. Seien Sie behütet

Wolfram Wschetezka |


14 Gemeinbereich Mitteilungen Aus dem Norden

alle Veranstaltungen im Bereich werden in den nächsten Monaten noch ausfallen müssen. Zu halbstündigen Gottesdiensten auf Abstand, ohne Singen und ohne Bewirtung (das ist es, was momentan erlaubt wäre) zueinander zu fahren, macht keinen Sinn, auch mit Rücksicht auf die Mitarbeitenden. Wir richten uns darauf aus, vielleicht im Advent wieder zu Zusammenkünften einladen zu können, wenn wir in Zusammenarbeit mit den gastgebenden Kirchen entsprechende Schutzkonzepte vorlegen können.

Auch die Arbeit der Brüdergemeine in der Region Nord, die das Saarland, die Pfalz und Nordbaden umfasst, wurde und wird durch die gegenwärtige Virus-Pandemie und ihre Folgen für jeden Einzelnen hart getroffen. Das letzte gemeinsame Treffen fand am 16. Februar in Heidelberg statt. Seitdem wird versucht, hauptsächlich durch Telefonate und E-Mail die Kontakte aufrechtzuerhalten. Alle geplanten öffentlichen Veranstaltungen bis zu den Sommerferien mussten abgesagt werden. Wie es danach weitergehen wird, kann heute Im Moment müssen wir unsere Aktivitäten noch keiner sagen. auf das Schriftliche und die Online-Angebote beschränken. Aber es gibt auch immer wieder klei• Sie erreicht der neueste Dachreiter ne Lichtblicke, für die wir dankbar sind. • Sie erhalten Post zum Geburtstag So gelang es zum Beispiel für den Sonn• wir laden Sie ein, regelmäßig auf unsere tag nach Ostern, dem traditionellen Website www.evik.de zu schauen. Ge- gemeinsamen Missionssonntag der Evanrade jetzt wird sie in kurzen Abständen gelischen Kirche in Haßloch und der aktualisiert. Über weitere Angebote aus Herrnhuter Missionshilfe, Pfarrer Chrider Brüdergemeine informiert die Web- stoph Stetzer und Manfred Kruppa mit site der Brüder-Unität www.ebu.de. den vorhandenen bescheidenen tech• Wir werden weiter die Singstunde am nischen Möglichkeiten den Gottesdienst Samstag um 19 Uhr und den Predigtgot- in das Internet zu stellen, wo er gehört tesdienst am Sonntag live aus dem Kir- oder gelesen werden konnte. Es erstaunte chensaal in Königsfeld übertragen. In den die Beteiligten, wie viele Menschen davon nächsten Wochen wird die Übertragung Gebrauch machten und sich in den darschon um 9.30 Uhr beginnen, damit da- auffolgenden Tagen meldeten. nach noch ein kurzer Gottesdienst mit Gemeinde stattfinden kann. Manfred Kruppa | Bleiben Sie uns verbunden. Ihr Christoph Huss |

Auch in der Unitätsprovinz Surinam wird vieles getan, damit die Gemeindeglieder während des Versammlungsverbots möglichst eng miteinander in Verbindung bleiben. Am 3. Mai 2020 wurde ein 45minütiger Gottesdienst mit Michael Persaud aus der „Elisabeth-Gemeinde“ in Paramaribo-Boxel übertragen. Dann wurde an den „Geburtstag“ der Losungen erinnert. Die erste Losung gab Nikolaus Ludwig von Zinzendorf am 3. Mai 1728 in einem Abendgottesdienst im nicht mehr vorhandenen Gemeinhaus in Herrnhut aus. In einem Facebook-Post wurde vor einigen Tagen gefragt: „Welches Buch liest du jetzt zur Corona-Zeit, wo du vielleicht etwas mehr Zeit hast? Wie lange steht das Buch schon in deinem Regal?“ In einem weiteren Post werden die Gemeindeglieder darum gebeten zu erzählen, welches alte oder neue Hobby sie pflegen bzw. welche Handarbeitstechnik sie lieben.

Es gibt Lieder, die über Jahrhunderte aktuell bleiben, weil sie eine tiefe Lebenserfahrung in sich bergen. Sie treffen uns immer wieder mitten ins Herz. Singen wir sie, sind sie Ausdruck dessen, was an Fragen und Glück, Bitte und Dank, Trauer und Freude in uns ist. Sie vertonen unsere Seele. Dabei entfalten sie einen unsichtbaren Faden zwischen uns und Gott. Mal sehen, was die Lieder mit uns machen! In jedem Fall wollen wir einen Wandelgang durch die Liedergeschichte von der Spätantike bis zum 19. Jahrhundert unternehmen, viel Singen, auch mehrstimmig mit einer Chorleiterin, und uns drei Liedern besonders widmen. Bitte meldet Euch an mit Name, Adresse und Mailadresse und der Angabe, ob wir diese an die Teilnehmerinnen weitergeben dürfen, bis zum 29. Juni 2020 bei: Katharina Rühe, Büdesheimer Straße 6, 61118 Bad Vilbel, 06101 98 44 577 katharina.ruehe@herrnhuter-in-hessen.de Kosten: 70 € plus Fahrtkosten Für Zuschüsse meldet Euch bitte.

Informationen auf www.evik.de

Weltweit verbunden Geschwisterliche Verbundenheit zu Corona-Zeiten

Ins Herz getrofffen – Die Lieder der Alten Schwesternseminar 28. – 30. August 2020 Herrnhaag bei Büdingen

Sternberg-Kinder und -Jugendliche erhalten Video-Förderung

Auch das Förderzentrum der weltweiten Brüder-Unität auf dem Sternberg bei Ramallah (Palästina) musste seinen Betrieb bei Ausbruch der Corona-Krise einstellen, eine Aktion, die sich auf die geförderten Kinder und Jugendlichen sehr nachteilig auswirkt. Die Mitarbeiterinnen im integrativen Kindergarten, in der Förderschule und der Berufsausbildung, die ihrer Tätigkeit derzeit nicht unmittelbar nachgehen dürfen, baten ihre Schützlinge und deren Eltern daher kürzlich, das Gelernte unbedingt zu Hause zu praktizieren. Per Internet gaben sie Kindern und Erwachsenen entsprechende Hinweise bzw. visuelle Anleitung.

Gebet des Präsidenten der Brüdergemeine in Südafrika

Godfrey R. Cunningham, Kapstadt, der Präsident der Brüdergemeine in Südafrika, hat angesichts der weltweiten Corona-Krise das folgende Gebet übermittelt: „Barmherziger dreieiniger Gott! Wir wenden uns in unserer Schwäche an Dich, unseren Halt. Wir kommen mit all unserer Angst zu Dir. Wir vertrauen Dir. Denn nur Du allein bist unsere Hoffnung. Wir legen die Krankheit und Not dieser Welt in Deine Hände. Schenke den Ärzten Weisheit, den Wissenschaftlern Verstand und den Helfenden Mitgefühl. Bringe denen, die krank sind, Heilung. Bewahre diejenigen, die Deinen Schutz am meisten benötigen. Gib denen Trost, die einen geliebten Menschen verloren haben. Nimm die Verstorbenen in Deine ewige Heimat auf. Lass uns als Gemeinschaft fest zusammenstehen. Vereinige uns in Deiner Liebe und nimm alle Angst aus unseren Herzen. Herr Jesus, wir vertrauen auf Dich! Amen.“

Dachreiter 2020-2 • Foto: zvg.

Lieber Mitglieder im Bereich,


15 Mitteilungen Kontakt

EVANGELISCHE BRÜDERGEMEINE

KÖNIGSFELD IM SCHWARZWALD

Die Herrnhuter Brüdergemeine ist eine evangelische Freikirche mit weltweiter Verbreitung. In Königsfeld arbeitet sie eng mit der Evangelischen Landeskirche in Baden zusammen. Wir suchen zum 1. Januar 2021 eine

VERWALTUNGSLEITUNG m/w/d Schwerpunkte der Arbeit: • Verantwortung für Finanzen und Vermögen der Gemeinde • wirtschaftliche Verantwortung für das Alten- und Pflegeheim Christoph-Blumhardt-Haus mit eigener Leitung • Trägervertretung der Kindertagesstätte Arche • Immobilienmanagement und Verantwortung für Seniorenappartements • Verwaltung des kircheneigenen Friedhofs Wir erwarten: • betriebswirtschaftliche oder vergleichbare Ausbildung in der Verwaltung oder im Sozialmanagement • Mitgliedschaft in einer Kirche, die der ACK angehört • kooperative Führungserfahrung Wir bieten: • ein qualifiziertes Mitarbeiterteam • eine 100-Prozent-Stelle • Vergütung nach den AVR des Diakonischen Werks Baden • Hilfe bei der Wohnungsfindung Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung bis 30. Juni 2020. Evangelische Brüdergemeine Königsfeld Ältestenrat z. Hd. Diakonin Gabriele von Dressler Zinzendorfplatz 3 78126 Königsfeld im Schwarzwald Tel.: 07725 938233 · E-Mail: dressler@koenigsfeld.org · www.evik.de persönliche mitteilungen AUFNAHME IN DIE LANDESKIRCHE 02.02.2020 Helga Dienstberger

Dachreiter 2020-2 • Foto: Chr. Huss

BESTÄTIGUNG DER MITGLIEDSCHAFT IN DER BRÜDERGEMEINE 13.01.2020 Thilo Hammermeister HEIMGÄNGE 23.02.2020 Charlotte Schucker, geb. Gogol, 87 Jahre 24.02.2020 Irmgard von Hippel, geb. Seiler, 96 Jahre 06.03.2020 Jutta Baudert, geb. Schordan, 91 Jahre 25.03.2020 Klara Henig, 92 Jahre 31.03.2020 Friedhilde Kammerer, geb. Weißer, 83 Jahre 31.03.2020 Gerhard Bausch, 92 Jahre 02.04.2020 Ruthild Knauß, geb. Klätte, 85 Jahre 17.04.2020 Annemarie Keller, 100 Jahre 23.04.2020 Elisabeth Wiechert, 97 Jahre 27.04.2020 Hedwig Staeck, geb. Klotz, 84 J.

Gemeintag des Süd-West-Deutschen-Teams

Der Gemeintag des Süd-West-DeutschenTeams, der für den 18. bis 20. September 2020 geplant war, ist auf 2021 verschoben.

EVANGELISCHE BRÜDERGEMEINE EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE Zinzendorfplatz 3, 78126 Königsfeld im Schwarzwald Telefon: 07725 93 82-0, Fax: 07725 93 82-22 E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org • Pfarrer Christoph Huss; Telefon: 07725 93 82-20 E-Mail: huss@koenigsfeld.org • Pfarrerin Annerose Klingner-Huss; Telefon: 07725 93 82-20 E-Mail: klingner-huss@koenigsfeld.org • Diakonin Gabriele von Dressler Telefon: 07725 93 82-33 E-Mail: dressler@koenigsfeld.org • Verwaltungsleiterin Karen Warnecke-Gehrhardt Telefon: 07725 93 82-12 E-Mail: warnecke-gehrhardt@koenigsfeld.org • Kantorin Ulrike Brusch, Telefon: 07725 10 70 E-Mail: brusch@koenigsfeld.org • Manfred Kruppa, Pastoraler Mitarbeiter Region Nord, Brückstraße 7, 76703 Kraichtal 2, Telefon: 07251 9614 51 E-Mail: m.kruppa@koenigsfeld.org Jugendräume Tel.: 07725 93 8215 Evangelischer Kindergarten Arche Tel.: 07725 28 32 E-Mail: kindergarten@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Nord • Manfred Kruppa (siehe oben) • Katharina Kronbach, Leopoldstraße 61, 76337 Waldbronn, Telefon: 07243 358 77 85, E-Mail: k.kronbach@koenigsfeld.org • Andreas Schlimm, In den Klostergärten 31, 67227 Frankenthal, Telefon + Fax: 06233 288 47, E-Mail: ab.schlimm@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Süd • Christoph Huss (siehe oben) • Barbara Hofmann, Emmendinger Straße 14, 79211 Denzlingen, Telefon: 07666 990 87, E-Mail: b.hofmann@koenigsfeld.org • Pfr. i. R. Gerold Peper, Hauptstraße 148, 79576 Weil am Rhein, Telefon: 01515 393 85 82 SeniorenAppartements im Herrnhuter Haus Zinzendorfpl. 7; Ltg: K. Warnecke-Gehrhardt (s. o.) Christoph-Blumhardt-Haus Alten- & Pflegeheim Ambulanter Pflegedienst, Tages- und Kurzzeitpflege, spez. Pflege bei Demenz, Servicewohnen, offener Mittagstisch, Stellwaldstr. 1, 78126 Königsfeld i. Schw. Leitung: Jürgen Lieberum, Telefon: 07725 93 85-0 E-Mail: info@christoph-blumhardt-haus.de Internet: www.christoph-blumhardt-haus.de Bankverbindung / Spendenkonto Evangelische Bank · SWIFT-BIC: GENO DEF1 EK1 IBAN: DE38 5206 0410 0000 5075 04 Konto-Inhaber: Ev. Brüdergemeine Königsfeld Für Überweisungen an die Ev. Kirchengemeinde bitte Verwendungszweck „Landeskirche“ angeben. Diakonisches Werk im Schwarzwald-Baar-Kreis Beratungsstelle für Schwangere und junge Familien, allgemeine Sozialberatung, Kurvermittlung, Schuldenberatung, Telefon: 07721 84 5150, E-Mail: villingen@diakonie.ekiba.de, www.diakonie-sbk.de

impressum Dachreiter – der vierteljährlich erscheinende Gemeindebrief der Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld Herausgeber: Evangelische Brüdergemeine und Evangelische Kirchengemeinde Königsfeld (Anschrift s. o.) Redaktion: Judith Baudis, Ursula Böcker, Gabriele von Dressler, Christoph Huss, Angelika Munk-Rombach, Johannes Treude Realisation & Verlag: DIGNUS.DE Medien GmbH Klimaneutral, Recyclingpapier: www.umwelt.dignus.de 2,50 Euro je Ausgabe, 9 Euro im Jahr für vier Ausgaben


16 Portr ait 16

„Beethoven gibt es nur einen“ > Er zählt zu den bedeutendsten Komponisten der klassischen Musik. Dieses Jahr wäre Ludwig van Beethoven 250 Jahre alt. a-ta-ta-taaa! Es ist schon erstaunlich, dass diese vier an sich nichtssagenden Silben genügen, um bei vielen Menschen die Assoziation an Beethoven, in diesem Fall an den Beginn seiner 5. Sinfonie zu wecken. Auch die 9. Sinfonie („Freude, schöner Götterfunken“) gehört sicherlich zu den bekanntesten und symbolträchtigsten Werken der Klassik. Anfang des 20. Jahrhunderts war sie Symbol der Arbeiterbewegung, bei den Nazis spielte man sie am Vorabend von Hitlers Geburtstag als Inbegriff „deutscher Kultur“. Wenige Wochen nach dem Mauerfall erklang 1989 die „Neunte“ mit geändertem Text („Freiheit, schöner Götterfunken“) in Ost- und West-Berlin. Schon einige Jahre zuvor war eine instrumentale Version der Melodie zur offizielle Europa-Hymne erklärt worden. Viele Musiker nachfolgender Generationen taten sich schwer damit, aus Beethovens Schatten zu treten. Auf dem Gebiet der Klaviersonate, des Streichquartetts oder der Sinfonie schien alles gesagt zu sein. So war Brahms schon 43 Jahre alt, als er sich mit seiner 1. Sinfonie, mit der er sich 14 Jahre beschäftigt hatte, an die Öffentlichkeit wagte. An einen Freund schrieb er: „Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinem zu Mute ist, wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört.“ Die Familie stammte väterlicherseits aus dem flämischen Mechelen. Sein Großvater wirkte als Sänger und Chorleiter, bevor er zum Hofkapellmeister in Bonn aufstieg. Vater Johann war als Tenor in der Bonner Hofkapelle tätig und unterrichtete Klavier und Gesang. Er erkannte das Talent seines Sohnes Ludwig und wollte ihn zu einem zweiten Mozart machen. Daher ließ er ihn von verschiedenen Lehrern im Spiel mehrerer Instrumente unterrichten (u. a. Klavier, Orgel, Geige, Bratsche und Horn). 1781 wurde Christian Gottlob Neefe sein alleiniger Klavier- und Kompositionslehrer. Schon bald konnte Ludwig seinen Lehrer als Cembalist vertreten und wurde mit 13 Jahren zum zweiten Organisten ernannt. Der Kurfürst war von Beethovens Können so angetan, dass er ihm 1787 eine Reise nach Wien ermöglichte, wo er Unterricht bei Mozart nehmen sollte. Dessen Urteil nach Beethovens Vorspiel ist überliefert: „Auf den gebt Acht, der wird einmal in der Welt noch von sich reden machen.“ Aus dem Unterricht wurde dann aber nichts, da Beethoven zurück zu seiner sterbenskranken Mutter nach Bonn musste. 1792 reiste er erneut nach Wien – es wurde seine neue Heimat. Hier nahm er bis 1795 Unterricht u. a. bei Haydn, Salieri und Albrechtsberger. Auf Empfehlung seines Förderers Graf Waldstein öffneten sich Beethoven die Salons des Wiener Adels, in denen er Konzerte

gab und besonders durch seine Improvisationen beeindruckte. Adlige Gönner zahlten ihm ein festes Jahresgehalt. Diese finanzielle Absicherung wurde immer wichtiger, da ihn erste Anzeichen einer Schwerhörigkeit beeinträchtigten. So fielen allmählich Klavierstunden und Konzerte als Einnahmequellen weg. 1802 setzt er sich im Heiligenstädter Testament damit auseinander: „... welche Demütigung, wenn jemand neben mir stund und von weitem eine Flöte hörte und ich nichts hörte, oder jemand einen Hirten singen hörte und ich auch nichts hörte. Solche Ereignisse brachten mich nahe an Verzweiflung: es fehlte wenig und ich endigte selbst mein Leben. Nur sie, die Kunst, sie hielt mich zurück.“ Musikalisch wollte Beethoven in dieser Zeit „einen neuen Weg“ einschlagen, was sich deutlich in seiner 3. Sinfonie zeigt, der „Eroica“. Diese hatte er Napoleon widmen wollen, den er verehrte. Als dieser sich aber zum Kaiser krönen ließ, nahm der Komponist die Widmung wütend zurück. Obwohl Beethoven sich für die Ideale der Französischen Revolution begeisterte, stand er in engem, teils freundschaftlichem Kontakt mit einigen Adligen. Er wusste, dass er auf deren Unterstützung angewiesen war, trat ihnen gegenüber aber durchaus selbstbewusst auf. So soll er zu Fürst Lichnowsky gesagt haben: „Fürst! Was Sie sind, sind Sie durch Zufall und Geburt, was ich bin, bin ich durch mich. Fürsten hat es und wird es noch Tausende geben, Beethoven gibt es nur einen.“ Weil sich bei anderer Gelegenheit ein junger Adliger während Beethovens Klavierspiel ungeniert mit einer Dame unterhielt, brach der seinen Vortrag ab mit den Worten: „Für solche Schweine spiele ich nicht.“ Beethoven starb am 26. März 1827. An seinem Leichenzug nahmen etwa 20.000 Menschen teil, darunter viele Kinder. Seine Popularität ist ungebrochen. Das zeigt sich auch abseits des Klassik-Betriebs an der Tatsache, dass seine Musik immer wieder in Pop, Rock, Jazz und Filmmusik verarbeitet wird. Johannes Michel, Musiklehrer an den Zinzendorfschulen |

Die Musik spielt in der Kirche eine große Rolle. Im Jahr 2020 feiern mehrere Komponisten oder Musiker einen runden Geburtstag. In unserer Reihe stellen wir sie vor: John Rutter, Ludwig van Beethoven, Wilhelm Kempff, Carl Orff.

Dachreiter 2020-2 • Foto: zvg.

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