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Dachreiter

DACHREITER 1/2012

1/2012 · märz

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Königsfeld www.dachreiter.org

Informationen der Evangelischen Brüdergemeine und Evangelischen Kirchengemeinde

toleranz

willkommen Willkommen in der Passions- und Oster-Ausgabe des Dachreiters. Wie immer denken wir anhand des Kirchenjahres nicht nur an wichtige heilsgeschichtliche Ereignisse, sondern wollen unser Leben durch sie prägen lassen. Zwar war es der 300. Geburtstag Friedrichs des Großen, der uns konkret anregte, uns mit dem Thema „Toleranz“ zu beschäftigen, doch prinzipiell ist es uns von Jesus selbst aufgegeben. Übungsfelder für Toleranz haben wir genug: Dazu zählen nicht nur Begegnungen mit Muslimen, von deren Glauben wir mehr wissen könnten. Vom Kindergarten bis ins Altenheim und selbst im ländlichen, schon lange nicht mehr abgeschlossenen Raum haben wir die Chance, den respektvollen Umgang mit Menschen, die anders sind als wir, zu trainieren. Nehmen Sie darüber hinaus Einladungen zu Freizeiten und anderem mehr in unserem Leben als Doppelgemeinde wahr.

Eine gesegnete Passions- und Osterzeit! Ihre / Eure Benigna Carstens

Foto: Helmut J. Salzer / Pixelio, zvg

inhalt TOLERANZ Tolerant aus Passion 1 Jeder nach seiner Façon 2 Entschuldigt und frei 3 Respekt als Grundstimmung 4 unverkrampft und weitherzig 4 Erntedank verbindet 5 Neuhauser Spalte: Ohne alten Dünkel 5 Singen, tanzen, lernen 5 Abgebildet 6 Junger Dachreiter 7/8 Nachrichten & Termine 10/11 Kontakt & Impressum 11 Portrait: Der Kirchenchor 12

Bronzefiguren von Karl Ulrich Nuss auf dem Skulpturenpfad in den Strümfelbacher Weinbergen (Weinstadt)

Tolerant aus Passion

| Für manche ist Toleranz oberste Christenpflicht. Andere werten diese Tugend als Verflachung des biblisch Gebotenen ab. So oder so: Toleranz spielt in der Kirchen geschichte eine wichtige Rolle.

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er Begriff leitet sich von dem lateinischen Wort „tolerare“ ab und wird übersetzt mit „dulden“, „ertragen“. Ursprünglich ist damit das Unangetastetlassen einer fremden Religion und deren Ausübung gemeint. Selbst wenn das so im Neuen Testament nicht vorkommt, geht uns dieser Sachverhalt etwas an. Viele predigen Toleranz – und fordern damit nur die Anerkennung der eigenen Überzeugung. Sie vergessen gleichzeitig, Andersdenkenden einen Platz einzuräumen! In den ersten Jahrhunderten hatten

die christlichen Gemeinden darum zu kämpfen, im Römischen Reich als Glaubensgruppe geduldet zu werden. Getaufte wurden oft bis aufs Messer bekämpft; die Kirche hatte einen schweren Stand. Toleranz haben die Christen solange gefordert, bis die Errichtung der Staatskirche den Spieß einfach umgedreht hat. Die dann folgende Intoleranz gegenüber Nichtchristen steht auf einem ganz anderen Blatt. Viele predigen Toleranz – und haben damit nur einen für alle gültigen politischen Rahmen im Blick. Sie pachten aber in Glaubensfragen die Wahrheit weiterhin für sich selber! Am Ende des Mittelalters ist unter

Christen die Einsicht gewachsen, auch

Angehörige anderer Religionen zu achten. Doch Querdenker aus den eigenen Reihen sollten ausgerottet werden, wenn’s sein musste, sogar auf dem Scheiterhaufen. Da ist die Überzeugung von Martin Luther schon fast human, „man sollte Ketzer mit Schriften, nicht mit Feuer überwinden!“ Nach den katholisch-protestantischen Glaubenskriegen wurde von den zerstrittenen Parteien mit dem Westfälischen Frieden die staatliche Toleranz für die je eigene Lehre festgeschrieben. Die weiterhin bestehende Intoleranz gegenüber innerchristlichen Kontrahenten hat sich dennoch tief eingegraben. Fortsetzung auf Seite 2 – - Dietmar Bader


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Tolerant aus Passion – Fortsetzung von Seite 1 Viele predigen Toleranz – und halten sich damit vornehm von notwendigen Auseinandersetzungen fern. Sie wollen eigentlich nur in Ruhe gelassen werden! Einige Kirchenverantwortliche haben

nach dem Ersten Weltkrieg klar erkannt, dass nur die gegenseitige Achtung verschiedener Lehrmeinungen und Traditionen der einen, weltweiten Kirche ein Gesicht geben kann. Doch vielen ist inzwischen das ökumenische Gespräch zu mühsam. Stattdessen fordern angeblich weltoffene Abendländer Toleranz nicht nur zwischen den Kirchen, sondern auch zwischen den Religionen. Doch ohne tatkräftigen Einsatz verpuffen solche Forderungen. Intoleranz versteckt sich auf weiten Strecken hinter einer religiösen Liberalität, die jeden nach seiner Façon selig werden lassen will, dabei aber nichts tut.

DACHREITER 1/2012

Vielleicht sollten wir in der Tat nicht „Toleranz“ predigen, sondern etwas, das im Deutschen ebenfalls „ertragen“, „erdulden“ oder „erleiden“ heißt, aber mit der Guten Botschaft gefüllt ist. Ich denke, wir haben die „Passion“ zu predigen, mit der Jesus sich für alle Menschen eingesetzt hat. Und diese Leidenschaft für andere geht viel weiter als alles, was wir so leicht hin in das Wort „Toleranz“ hineinlegen. Jesus ist bereit, für andere alles zu erdulden! Und er macht Mut, in seiner Nachfolge das Selbe zu tun, um das wahre Leben zu gewinnen. Er sagt: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.“(Matth. 16,14). Wir sollen mit Jesus manches ertragen und vieles mittragen. Und manchmal hilft dabei auch die Idee der Toleranz! Eine Geduld schaffende Passionszeit wünscht Ihnen Dietmar Bader, Pfarrer der Johannesgemeinde, St. Georgen |

Jeder nach seiner Façon | „Wenn Türken kämen und wollten das Land peuplieren (bevölkern), so wollen wir für sie Moscheen bauen.“ (Friedrich der Große)

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ls der Preußenkönig Friedrich II., an dessen 300. Geburtstag gerade erinnert wird, zu Beginn seiner 46-jährigen Regierungszeit diesen Ausspruch tat, brauchte er nicht damit zu rechnen, dass er seinen Worten auch Taten folgen lassen müsste. Türken ließen sich zu jener Zeit nicht in Preußen oder sonstwo in der Christenheit nieder. Mit vereinten Kräften waren sie zuletzt 1683 vor Wien geschlagen und dann, vor allem von den Habsburgern, weit zurückgedrängt worden. Eine Vermischung der Kulturen und Religionen wie heute im Zeitalter der Globalisierung fand noch nicht statt. Und so weisen die Worte Friedrichs des Großen weit über seine Epoche hinaus und sind erst heute wirklich aktuell. Denn wenn in unseren Städten Moscheen gebaut werden, wenn in den Schulen muslimischer Religionsunterricht angeboten werden soll und in den Kindergärten auch muslimische Feste neben den christlichen stattfinden, dann ist das immer noch für viele von uns ein Problem. Dabei leben inzwischen über vier Millionen Muslime unter uns – in der Regel bereits in der zweiten oder dritten Generation. Ob wir es wollen oder nicht: „Der Islam gehört zu Deutschland“ (Bundespräsident Wulff am 3. Oktober 2010). Und damit ist Toleranz, nicht allein gegenüber dem Islam, sondern gegenüber allen Religionen, zu einer Überlebensfrage geworden. Dies gilt nicht nur für unser Land, sondern weltweit. Dem zitierten Ausspruch Friedrichs II. geht folgender Satz voraus: „Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, so sie professieren (bekennen), ehrliche (ehrenhafte) Leute sind.“ Und am bekanntesten ist die Äußerung: „Die Religionen müssen alle tolerieret werden und

muss der Fiskal (der Staat) ein Auge darauf haben, dass keine der andern Abbruch tue, denn hier muss ein jeder nach seiner Façon (Art) selig werden.“ Dogmatische Streitereien waren bereits Friedrichs Vater, dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., zuwider gewesen. Er hatte ja auch böhmische Brüder aufgenommen, in Rixdorf bei Berlin angesiedelt und einen ausführlichen Briefwechsel mit dem Grafen Zinzendorf geführt. Während Intoleranz im Frankreich Ludwigs XIV., des sogenannten Sonnenkönigs, zum Auszug Tausender von Hugenotten führte und der Erzbischof von Salzburg die Protestanten vertrieb, blühten Brandenburg und Preußen durch deren Ansiedlung auf. „Mir neue Söhne – euch ein mildes Vaterland“ verkündete der König, und so lebten im preußischen Staat ebenso Migranten neben Einheimischen wie heute bei uns und sorgten durch ihren Fleiß

und ihre Kenntnisse für wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg. Zwar waren die Einwanderer Christen und keine Muslime, aber der Kontrast dürfte mindestens so stark gewesen sein wie heute. Denn zu den Lutheranern kamen Calvinisten (Reformierte), die oftmals noch mehr verpönt waren als Katholiken; die Hugenotten sprachen französisch und hielten eng zusammen, und wie sollte ein Ostpreuße problemlos einen Salzburger und ein Berliner gar einen Tschechen verstehen? „Wenn die Leute nur ehrliche Leute sind“, sagte Friedrich der Große. Er meinte damit ordentliche, tüchtige, also brauchbare Bürger. Ohne es zu wissen, vertrat er damit denselben Standpunkt wie Lessing in seinem Lehrstück „Nathan der Weise“. Da nämlich jeder seinen Glauben von seinen Vorfahren übermittelt bekommen hat und am ehesten den Seinen vertraut, sollte man darum nicht streiten. Der rechte Glaube wird, so Lessing, auch das rechte Verhalten bewirken. Genau darauf kommt es heute an. Schon hat das Bemühen begonnen, die gemeinsamen ethischen Werte der verschiedenen Religionen herauszuarbeiten und zu Richtlinien der globalisierten Menschheit zu erheben. Mit seiner Stiftung „Weltethos“ und der Medienserie „Spurensuche, Religionen auf dem Weg“ hat der Tübinger Theologe Hans Küng dafür bereits Großes geleistet. Suchen wir das Gemeinsame und sehen wir das Trennende als Herausforderung an, uns um mehr Verständnis für den Andersgläubigen zu bemühen, denn Glaube ist nicht konkretes Wissen, sondern nur „eine gewisse Zuversicht des, das man hofft.“ (Hebräer 11,1) Albrecht Moritz |


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Entschuldigt und frei | Mehr als „nur Toleranz“: Weil Gottes Barmherzigkeit triumphiert, ist Ostern ein „Fest der Amnestie“.

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ielleicht ein etwas ungewöhnlicher Gedanke, da doch in unseren Breiten Ostern eher als Frühlingsfest gilt. Es ist die Jahreszeit des ersten Grüns, bei uns manchmal doch noch verschneit, der ersten Knospen und Blüten, der über den Vorgärten flatternden Schmetterlinge, des Gezwitschers der aus dem Süden heimgekehrten Vögeln, des wieder erwachten Lebens. Auch wir Menschen reihen uns ein, schälen uns aus Mantel, Schal und Mütze und vertauschen die wollige Wintergarnitur mit heller, bunter Kleidung, die gefütterten Stiefel mit der flotten Sandalette oder leichten Halbschuhen. Unsere Beschwingtheit und das neue Leben in der Natur nach winterlicher Froststarre, die längeren, milderen Tage, die das Dunkel der Nächte abkürzen, diese unübersehbaren Merkmale legen nahe, Ostern als Fest des Lebens zu feiern, und das trifft die Ursache für das älteste christliche Hochfest genau. Wir feiern die Auferstehung Jesu Christi, das neue unvergängliche Leben. Trotz Tod und Grab hat das Leben gewonnen, weil Gott unbedingt das Leben will. Eigentlich sollte das Auswirkungen haben. Wer dem Gott des Lebens traut, bleibt nicht hinter verschlossenen Türen, wie die Jünger, als sie nach Karfreitag zwei Tage an den Sieg des Todes und die Vergeblichkeit aller Träume glaubten. Wer sich auf den lebendigen Jesus verlässt, den könnten Furcht und Schrecken nicht lähmen, aus dem Konzept bringen oder aufhalten, der müsste nicht kleinmütig bleiben, sondern einen neuen Aufbruch wagen, weil Jesus zwar nicht alle Träume erfüllt, aber sein Versprechen hält. Mit der Feier des Lebens ist auch das verbunden, das ich – etwas unüblich – „Fest der Amnestie“ nenne. Ob in der Antike oder in der Gegenwart: Wenn Tyrannen und Diktatoren eine Amnestie erlassen, dann geht es ihnen um ihre Popularität. Gottes Amnestie dagegen ist begründet in seiner Liebe zu uns Menschen. Jesus stand dafür ein, dass Gott deshalb Schuld vergibt, und auch deshalb sicherte er noch am Kreuz dem Verbrecher neben ihm das Paradies zu. Die Bibel kennt nicht den Begriff „Toleranz“, aber einen anderen, der darüber hinausgeht: „Barmherzigkeit“. Ostern hat die Barmherzigkeit triumphiert. Wir sind entschuldigt und frei. Unversehens wird Ostern damit auch ein Fest der Freiheit. Wenn ich wirklich frei bin, lasse ich mich nicht einschüchtern oder festlegen, dann kann ich mich aus eingefahrenen Spuren lö-

Man möge bedenken, dass man andere ertragen soll, wie man selbst ertragen zu werden wünscht. Aber das ist eben der Teufel des Menschen, dass selten jemand glaubt, dass die anderen auch etwas an ihm zu ertragen hätten. J. Gotthelf (1797- 1854), Schriftsteller

sen, bin ich nicht von Beifall abhängig und nehme mir meineFreiheit nicht auf Kosten anderer. Wer frei ist, kann aufstehen für die Freiheit und für menschenwürdiges Leben für alle Menschen. Schließlich ist Ostern auch das Fest des Friedens – den Jesus für uns gemacht hat, den wir leben und weitergeben können, und den wir für die ganze Welt erbitten. Schon im Alten Testament am Ende der Sintflutgeschichte setzt Gott ein Zeichen des Gedenkens daran, dass er das Leben will – den Regenbogen. Dieses Zeichen hat Matthias Grünewald in seinem Osterbild des Isenheimer Altars verwendet, um deutlich zu machen, das Leben und die Barmherzigkeit haben gesiegt. Umgeben von Farben des Regenbogens erhebt sich Christus mit segnenden Händen über das Grab. Er lebt, und wir sollen auch leben. Ist das nicht Anlass genug zu feiern in dieser Zeit und an den Festtagen? Frohe Ostern!

Wer selbst erfahren hat, wie schwer es ist, die Wahrheit zu finden und sich davon zu überzeugen, dass man sie gefunden habe, der ist allezeit geneigter, gegen diejenigen tolerant zu sein, die anders denken. M. Mendelsohn (1729- 1786), Philosoph

Ursula Böcker | Toleranz als Wahrheitsneutralität ist selbstzerstörerisch. Aber da Wahrheit nicht unter Zwang, sondern nur in Freiheit anerkannt werden kann, ist Toleranz als Schaffung des Raums, in dem Wahrheit gefunden und anerkannt werden kann, unerlässlich. C.F. v. Weizsäcker (1912- 2007), Physiker & Philosoph Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein; sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen. J.W. v. Goethe (1749- 1832), Dichter

Das Lamm mitten unter den Symbolen anderer Religionen: Im Haus der Religionen, das nach den nötigen Zusagen von Zuschüssen ab Juni 2012 am Europaplatz in Bern gebaut werden kann, wird der Versuch eines mehr als nur friedlich-schiedlichen Zusammenlebens unternommen. Der Königsfelder Hartmut Haas sieht sich mit dieser Arbeit durchaus in der Nachfolge des „Lammes“.

Toleranz, die von der Freiheit stammt, ist ein Himmelskind und der schönsten eines, aber die Toleranz, die nichts weiter ist als Umschreibung des Satzes „Alles ist schließlich ganz egal“, die mag der Teufel holen. Th. Fontane (1819- 1898), Schriftsteller


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Respekt als Grundstimmung | Warum ein Seminar „Christen und Muslime“ in der Evangelischen Erwachsenenbildung? Wollen wir nur mal sehen, was für Religionen es sonst noch gibt, oder geht uns das Thema Islam als Christen so an, dass wir ihm heute ehrlich gar nicht ausweichen können?

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tellt der Islam den Glauben an die eigene Religion in Frage? Diese letzte Verunsicherung ist bei dem Seminar Anfang 2011 in Donaueschingen, verantwortet von der Leiterin der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk, Karin Nagel, nicht eingetreten. Wir Teilnehmer waren froh, dem Christentum anzugehören, das wurde bei den Diskussionen deutlich. Eigentlich immer mehr, je mehr wir über den Islam erfuhren. Bei allen bestand aber Übereinstimmung, dass es in unserer Zeit ein Muss für uns Christen ist, mehr über den Islam zu wissen und auch ein Gespräch mit Muslimen führen zu können – getragen von einer Offenheit gegenüber anderen religiösen Einstellungen. Viele der Teilnehmer haben direkt mit Muslimen zu tun, etwa als Lehrer mit muslimischen Kindern oder bei alltäglichen Begegnungen in Geschäften oder auf der Straße. Eine direkte Grundfrage ist die Frage nach der Toleranz. Was heißt es eigentlich, dass wir mit Menschen anderen Glaubens zusammenleben? Inwieweit erkennen wir

sie als gleichwertig an oder stören sie uns eher, weil diese fremde Religion in vielem so offensichtlich nicht zu unserer Kultur gehört? Das wäre eine Toleranz, die die Muslime in unserer Gesellschaft beleidigt, weil sie nicht als vollwertige Glieder angenommen werden. Was sie erwarten, lässt sich eher als Respekt bezeichnen. Er bedeutet Anerkennung auf gleicher Augenhöhe, dass wir auch etwas von ihnen für unser gemeinsames Zusammenleben erwarten. Es war schön, dass dies die Grundstimmung auf dem Seminar war. Leider hatten wir bis auf einen Abend keine muslimischen Teilnehmer, sonst hätten wir sie an Ort und Stelle trainieren können. Die Teilnehmer sind mit der Haltung an das Thema gegangen, dass wir zwar etwas über den Islam lernen, dass wir aber zugleich mit der fremden Religion auch unsere eigene besser verstehen und neue Einsichten über die Bibel und unsere eigene Einstellung gewinnen. Was sagt etwa der Koran über die Schöpfung des Menschen? Im Vergleich zu der Bibel fehlt der Satz „zum Bilde Gottes schuf er ihn“.

Das heißt, die Gottesebenbildlichkeit des Menschen würde der Islam ablehnen, weil sie die einmalige Stellung Gottes antastet. Aber sehr schön ist, dass Gott Adam einsetzt als „Statthalter“. Dadurch hat der Mensch auch im Islam eine besondere Verantwortung der Welt gegenüber. Interessant auch, dass die Frau nicht erst nachträglich dem Mann als Gesellschafterin geschaffen wird, sondern beide Mann und Frau eine gemeinsame Schöpfung sind. Sehr fremd ist mir persönlich geblieben, dass Muslime die Vorstellung ablehnen, Gott als „unseren Vater“ zu denken. Sie gehen so stark von dem Gott über allem aus, dass dieser Gott eigentlich keinen direkten Anteil am menschlichen Geschick nimmt. Auf der anderen Seite fasziniert die Unbedingtheit, die bei den Muslimen mit dem Glauben an Gott verbunden ist, er ist eben die Macht über allem. Er wird nicht vermenschlicht, wie wir Christen das oft tun, wir ziehen dann Gott herunter zu uns. Geht das denn überhaupt? Bleibt er nicht in allem der Erhabene? Dietrich Siebörger |

Unverkrampft und weitherzig

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laubenskriege prägten lange die Kirchengeschichte, vor allem auch das 17. Jahrhundert mit dem Dreißigjährigen Krieg. Jan Amos Comenius (1592-1670) war mit seinen Ideen für Frieden und Gewaltfreiheit ein einsamer Rufer in einer Wüste, in der sich die christlichen Konfessionen weithin ablehnend und feindselig gegenüber standen. Vor diesem Hintergrund ist die tolerante Haltung in Glaubensfragen von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf (1700-1760) besonders zu würdigen. Er begründete sie theologisch an dem Ort, an dem Jesus Christus die Intoleranz seiner Glaubensgenossen und der römischen Staatsmacht am schmerzlichsten erfahren musste: am Kreuz auf Golgotha. Toleranz beginnt für Zinzendorf da, wo Gott sich erniedrigt hat, um sich mit uns Menschen zu versöhnen. Jesus Christus als Heiland und Retter der Welt – das ist für alle Kirchen die Mitte ihrer Verkündigung. Wenn sie sich danach ausrichten, verlieren die konfessionellen Unterschiede an Gewicht. Die einzelnen Konfessionen sollen nicht verschwinden, denn ihnen kommt die Aufgabe zu, mit ihren besonderen theologischen Erkennt-

nissen und Traditionen die Menschen zur Mitte des Glaubens zu führen. Zinzendorf war ein unverkrampfter Ökumeniker, der keine Berührungsängste mit anderen Kirchen zeigte. Er wusste, dass sie einander brauchen und keine die christliche Wahrheit ganz besitzt. Schon als Student hatte sich Zinzendorf bemüht, Reformierte und Lutheraner einander näherzubringen. Später setzte er seine ökumenischen Bemühungen fort, auch in Nordamerika, wo sich wegen der dortigen Religionsfreiheit eine Fülle von protestantischen Kirchen und Gruppierungen tummelten. Selbst in der katholischen Kirche, der Zinzendorf trotz mancher persönlicher Beziehungen kritisch gegenüber stand, werden seiner Überzeugung nach „die Wunden (Jesu) verkündigt“. Überaus tolerant und weitsichtig zeigte sich Zinzendorf auch in Sachen Weltmission. Er schärfte den Herrnhuter Missionaren ein, die Kultur der Völker, denen Jesus Christus nahegebracht werden sollte, zu achten, bei der Verkündigung keinen Druck auszuüben und nicht die „Herrnhuter Elle“ anzulegen, also nicht die eigene Tradition des Glaubens als Kopie weiterzugeben.

Unermüdlich setzte sich der Graf auch dafür ein, christliche und kirchliche Vorurteile gegenüber dem Volk des Ersten Bundes, den Juden, abzubauen – ja, für ihn galt es, den Angehörigen jüdischen Glaubens „mit Hochachtung“ zu begegnen und den Dialog mit ihnen aufzunehmen – auch dies ein klares Zeichen gelebter Toleranz. Zinzendorfs Weitherzigkeit hat bis heute Spuren in der Brüdergemeine hinterlassen, zum Beispiel in ihrem Umgang mit anderen Kirchen und Kulturen. Heute müssten wir von der Mitte des Glaubens her neu ausloten, wo Toleranz eingeübt werden muss. Hans-Beat Motel |

foto: archiv der brüder-unität

| Beispiel Zinzendorf: Toleranz von der Mitte des Glaubens her


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neuhauser spalte

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Ohne alten Dünkel

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m ländlichen Raum tut man sich schwer mit allem, was fremd ist. Wahrscheinlich hat das die Menschen der Ortsgemeinschaft früher geschützt, hat Beständigkeit und Sicherheit gewährleistet. Eingeheiratete Evangelische, Flüchtlinge nach dem Krieg, junge Familien in den Neubaugebieten, später Asylanten, Deutschstämmige aus Russland, alle haben traditionelle Sichtweisen herausgefordert und die alten Denkstrukturen zum Aufbrechen gebracht.

Singen, tanzen, lernen

| Unter sieben, über siebzig: Ein Musikprojekt für Kinder und Senioren

Foto: zvg.; Grafik: M. lessing

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reitag morgen im Gymnastikraum des Christoph-Blumhardt-Hauses: Eine Gruppe Senioren sitzt, teilweise in Rollstühlen, im Kreis. Frau K. singt leise vor sich hin, Frau S. döst noch ein wenig, Frau D. genießt die Sonne, die ihr durch die Fensterscheiben auf den Rücken fällt, und die beiden Damen aus Mönchweiler, ehemalige Schulkameradinnen, unterhalten sich. Dann sind draußen Fußgetrappel und helle Stimmen zu hören. In freudiger Erwartung richten sich alle Augen auf die Tür. Die Kinder aus dem Kindergarten Arche kommen! Acht Mädchen und Jungen zwischen vier und fünf Jahren alt setzen sich, noch ein wenig schüchtern, auf ihre Plätze auf den Boden in der Mitte des Stuhlkreises. In einem Begrüßungslied singen und klatschen die Teilnehmenden ihre Namen. Das Thema der heutigen Stunde ist ein Stück Alltag: Aufstehen und Wäsche waschen. „Wie bist du heute aufgewacht?“ frage ich und die Kinder erzählen gerne: „Mich hat mein Papa geweckt!“ – „Mich meine Mama“, ruft gleich ein anderes Kind hinterher. „Mich hat der Wecker geweckt, und zwar so ...“ Wir imitieren einen modernen Wecker und singen den Kanon von Bruder Jakob, der sich gar nicht we-

cken lassen wollte. Beim anschließenden Hörbeispiel lauschen Jung und Alt aufmerksam dem Ticken eines alten Weckers. Erinnerungen werden wach: der alte Wecker mit zwei Schellen – Mensch, war der laut! Beim Hörbeispiel Glockengeläut werden alle still und andächtig. Ein wenig später erzählt Frau H., wie sie früher gewaschen hat: mit Waschkübel, Waschbrett und Kernseife. Sie macht es den Kindern trotz eingeschränkter Bewegungsfähigkeit sogar vor. Mühsam war das, das spüren die Kinder. Aber da gibt es doch auch ein lustiges Lied – natürlich, das Lied von den Waschfrauen: „Zeigt her eure Füße“, die Senioren singen und „tanzen“ am Platz, die Kinder wandern von Senior zu Senior und tun es ihnen nach. Ein Sitztanz „Waschtag“ bringt alle noch einmal in Bewegung und verstärkt die Erinnerung bzw. das neu Gelernte. Singen, Musizieren, Bewegen, Sprechen – durch das gemeinsame Tun lernen sich die Generationen im Laufe der Stunden kennen und verstehen. Dann heißt es im Abschlusslied: „In zwei Wochen tra ra ra“, und der Chor der Generationen fällt ein: „sind wir alle wieder da!“ Barbara Stöckermann |

Aber die örtliche Tradition verblasst immer mehr. Landwirtschaft, Geschäfte und Handwerk haben sich aus dem Dorfbild zurückgezogen. Auch viele Vereine und Institutionen haben Nachwuchssorgen. Selbst die Kirche, früher Lebensmittelpunkt im Ort, scheint auszusterben. Vereinzelung macht sich schleichend breit. Wollen wir weiterhin ein lebendiges Vereins-, Orts- und Glaubensleben haben, müssen wir uns zwangsläufig zusammentun, egal welcher Herkunft oder welchen Glaubens. Fortbestand wird es nur ohne Ressentiments und alten Dünkel geben. Gerade wenn in der Osternacht das Osterfeuer die Nacht erhellt und Christi Licht uns in dieser Nacht neu erreicht, wird doch in Demut spürbar, wie wir eins sind mit allen Menschen dieser Erde. Unterschiede verblassen im Leuchten, das die Dunkelheit vertreibt, und die Botschaft der Auferstehung nimmt uns heraus aus menschlicher Enge, hin zum geistigen Licht der Ewigkeit. Malte Müller |

| Einladung zum Gemeintag des Süd-West-Teams der Brüdergemeine auf dem Herrnhaag vom 21. bis 23. September Was sind „Schätze im Himmel“? Wovon lebt der Mensch? Was macht mein Leben reich, wo empfinde ich mich als arm? Wie nehmen unsere Gemeinden Armut in ihrem Umfeld wahr? Diesen Fragen wollen wir nachgehen. Die Gleichnisse Jesu laden uns ein, nicht vom Mangel auszugehen, sondern von der Fülle, die uns anvertraut ist. Sie erzählen von der Freude beim Finden und ermutigen zum Teilen. Ort des Gemeintages sind die alten Gebäude auf dem Herrnhaag bei Büdingen. Leitung: Erdmann Becker, Katharina Goodwin, Christoph Huss, Albrecht Stammler, Christoph Waas. Teilnehmerbeiträge 60 Euro für Erwachsene, 30 Euro für Jugendliche; Familien zahlen 130 Euro Ab April liegen in den Pfarrämtern ausführliche Einladungen mit Anmeldeformularen, auch auf unserer Website www.evik.de


6 abgebildet

Adventliches Basteln für Jung und Alt unter Anleitung von Renate Brach gehörte bei der Adventsfeier in Neuhausen dazu.

Für den offenen Schwesternnachmittag hatte Schwester Christoph fair gehandelte und echt bischöfliche Nikolause besorgt.

Essen mit biblischem Hintergrund bis hin zum Abendmahl war Thema der Konfirmandenfreizeit 2011 auf dem Hirzwald. Jungen und Mädchen waren nicht immer so getrennt wie auf diesen beiden Bildern.

Das 4. Adventswochende brachte die idealen Bedingungen für eine Jugendfreizeit in Altglashütten mit Besinnung auf Wünschenswertes im Leben – und Spaß, im Schnee und am Kachelofen.

Die jährliche generationsübergreifende Gottesackeraktion im Herbst macht Freude, wie auf den Bildern von Christina Nack zu sehen.

Das Krippenspiel in der Kleinen Christnacht fesselte nicht nur die Kinder mit witzigen und tiefgründigen Texten.

Bei ihrer Klausurtagung im Kloster Kirchberg setzten sich die Räte der evangelischen Gesamtgemeinde mit aktuellen Herausforderungen der Kirche auseinander. In der Klosterkapelle zelebrierten die Königsfelder Räte mit der Klostergemeinschaft die traditionellen vier Stundengebete, die den Tag strukturieren und in ihrer zeitlichen Genauigkeit unverrückbare Pausen vom Alltag erlauben.

foto: b. carstens + c. nack

Noch waren sie nicht da, aber der Tisch war schon liebevoll gestaltet, die Kuchen geschnitten und der Kaffee gekocht für die über hundert Gäste am Seniorenadventsnachmittag 2011. Ein Dank an alle, die hier mitgemacht haben!

DACHREITER 1/2012


DACHREITER 1/2012 für Kinder, jugend und Eltern

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Junger Dachreiter „Jetzt geht die Welt verkehrt herum!“ | Es gibt Menschen, Dinge oder auch Gewohnheiten, die uns lieb und wert sind, die uns ans Herz gewachsen sind. Gute alte Traditionen, die wir um keinen Preis ändern möchten.

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ns plagen sogar Ängste, dass Veränderungen Schäden zur Folge haben könnten. Dabei ist Neues unerlässlich, damit Leben im Fluss bleibt. Jesus brach alte Strukturen auf, liebevoll, nicht mit Gewalt, aber bestimmt und stieß vielmals auf Unverständnis, Misstrauen und Feindseligkeit. Eine Tatsache, die ihn schließlich ans Kreuz brachte. Und noch heute sind Menschen dabei, andere für ihre Andersartigkeit zu verurteilen. Könnten wir in jedem Menschen nur einen Funken der Liebe Gottes entdecken und akzeptieren, dass jedes Dasein seine Berechtigung hat, gäbe es praktisch keine Feindseligkeit mehr. Zumindest aber sollten wir anderen Menschen gegenüber so viel Toleranz zeigen, dass ein gutes Miteinander möglich ist.

Als er an einem Grüppchen Kröten vorüberkam, erregte er großes Aufsehen. Sie hockten unter den Blättern einer Wasserlilie, um als gute Gevatterinnen ihren Schwatz zu halten. „Jetzt geht die Welt verkehrt herum“, sagte eine dicke Kröte, „schaut euch nur diesen jungen Krebs an! Da müsst ihr mir Recht geben!“ „Ja, Respekt gibt es überhaupt nicht mehr“, sagte eine andere. „Pfui, pfui“, sagte eine dritte. Doch der junge Krebs ließ sich nicht anfechten und ging aufrecht seine Straße weiter, man muss es wirklich sagen.

Liebe Kinder, liebe Jugendliche, liebe Eltern: Lest dazu die Geschichte vom jungen Krebs!

Foto: Marion Heidemann-Grimm / Pixelio

Ein junger Krebs dachte bei sich: „Warum gehen alle Krebse in meiner Familie immer rückwärts? Ich will vorwärts gehen lernen, so wie die Frösche, und mein Krebsschwanz soll mir abfallen, wenn ich es nicht fertig bringe.“ Und heimlich begann er zwischen den großen Steinen seines heimatlichen Bächleins zu üben. In den ersten Tagen kostete ihn dieses Unternehmen ungeheure Kräfte. Überall stieß er sich und quetschte sich seinen Krebspanzer, unaufhörlich verfing sich ein Bein im anderen. Aber von Mal zu Mal ging es ein bisschen besser, denn: Alles kann man lernen, wenn man will. Als er seiner Sache sicher war, stellte er sich vor seine Familie und sagte: „Jetzt schaut mir einmal zu!“ Und machte einen ganz prächtigen Lauf vorwärts. „Sohn“, brach da seine Mutter in Tränen aus, „bist du denn ganz verdreht? Komm doch zu dir – geh so wie es dir dein Vater und deine Mutter gelehrt haben. Lauf wie deine Brüder, die dich alle lieben.“ Seine Brüder jedoch lachten ihn nur aus. Der Vater schaute ihn eine gute Weile streng an und sagte dann: „Schluss damit. Wenn du bei uns bleiben willst, gehe wie alle Krebse. Rückwärts! Wenn du aber nach deinem eigenen Kopf leben willst – der Bach ist groß –, geh fort und komm nie mehr zu uns zurück!“ Der brave junge Krebs hatte die Seinen zwar zärtlich lieb, aber war so sicher, er handle richtig, dass ihm nicht die mindesten Zweifel kamen. Er umarmte seine Mutter, sagte Lebewohl zu seinem Vater und zu seinen Brüdern und machte sich auf in die Welt.

Plötzlich hörte er, wie ihn ein alter Krebs, an dem er vorüber ging, rief. Der sah ganz melancholisch aus und hockte allein auf einem Stein. „Guten Tag“, sagte der junge Krebs. Der Alte betrachtete ihn lange, schließlich sagte er: „Was glaubst du, was du da Großartiges anstellst?! Als ich noch jung war, wollte ich auch den Krebsen das Vorwärtsgehen beibringen. Sieh mal, was mir das eingebracht hat: Ich muss ganz allein leben, und die Leute würden sich lieber die Zunge abbeißen, als ein Wort an mich zu richten! Hör auf mich, solange es noch Zeit ist! Bescheide dich, lebe wie die anderen! Eines Tages wirst du mir für meinen Rat dankbar sein!“ Der junge Krebs wusste nicht, was er antworten sollte, und blieb stumm. Aber im Innern dachte er: „Ich habe doch Recht! Ich habe Recht!“ Und nachdem er den Alten höflich gegrüßt hatte, setzte er stolz seinen Weg fort. Ob er weit kommt? Ob er sein Glück macht? Ob er alle schiefen Dinge dieser Welt gerade richtet? Wir wissen es nicht, weil er noch mit dem gleichen Mut und der gleichen Entschiedenheit dahinmarschiert wie am ersten Tag. Wir können ihm nur von ganzem Herzen „Gute Reise“ wünschen. Manchmal ist er sehr wichtig, der Mut zum Alleingang, wenn man weiß, dass man auf dem richtigen Weg ist. Viel Mut auf dem Lebensweg und tolerante Weggefährten, das wünscht Euch

Eure Renate Brach |


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DACHREITER 1/2012


DACHREITER 1/2012 FOTO: RAINER STURM / PIXELIO

In Gemeinschaft älter werden ...

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hulz Holzky- Sc Straße 13 Mönchweiler

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10 ter mine im bereich nachrichten & ter mine Speyer, 25. März 15.00 Uhr, Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine mit Diakon Rainer Fischer, Landau Heidelberg-Rohrbach, 22. April 15.00 Uhr, „Schweizer Hof“, Heinrich-Fuchs-Straße 85

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine mit Bruder Christoph Huss. Zum zweiten Mal treffen wir uns im Haus des Vereins „Diakonische Hausgemeinschaften e.V.“, einer Initiative, an der Br. Ingo Franz beteiligt ist. Der „Schweizer Hof“ ist Lebensraum für jung und alt, Menschen in glücklichen und in schwierigen Lebensphasen. Zum Gelingen des gemeinschaftlichen Lebens tragen Menschen mit Behinderungen wesentlich bei. Nach dem Gottesdienst in diesem offenen Rahmen wollen wir gemütlich mit unseren Gastgebern bei Kaffee, Tee, Saft und Keksen zum Austausch und Gesprächen zusammen sein. Hassloch, 6. Mai 8.30 Uhr, Lutherkirche 10.00 Uhr, Pauluskirche

Gottesdienste der Herrnhuter Missionshilfe mit Br. Manfred Kruppa Speyer, 13. Mai 15.00 Uhr, Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine mit Br. Manfred Kruppa. Emmental/Schweiz, 17. Mai Reformiertes Gemeindehaus in Sumiswald

Himmelfahrtstag mit Schweizer Geschwistern – Es besteht die Möglichkeit, nach der Veranstaltung vor Ort zu übernachten (Anmeldung erforderlich) Weitere Informationen ab Anfang April 2012 über das Gemeindebüro oder Br. Manfred Kruppa. Königsfeld, 19. und 20. Mai

Bereichswochenende – Am Samstag treffen sich Ältestenrat und Bereichbeirat zur jährlichen gemeinsamen Sitzung. Am Sonntag hält Br. Gerold Peper, Kandern, den Gottesdienst in Königsfeld. Lachen-Speyerdorf, 17. Juni 9.00 Uhr, Speyerdorf | 10.10 Uhr, Lachen

Gottesdienste der Herrnhuter Missionshilfe mit Br. Manfred Kruppa Heidelberg-Rohrbach, 24. Juni 15.00 Uhr, „Schweizer Hof“, Heinrich-Fuchs-Straße 85

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine mit Bruder Manfred Kruppa Freiburger Kreis freitags, 19.00 Uhr, Lorettostraße 59

23. März, 20. April, 18. Mai, 15. Juni, 13. Juli, 28. Sept., 26. Okt., 16. Nov., 4. Dez.

| Quartiere gesucht

2012 ist für Königsfeld ein Festjahr. Zum Jubiläumswochenende am 6. bis 8. Juli haben wir Gäste aus den Nachbar- und Partnergemeinden sowie ehemalige Pfarrer/innen eingeladen. Auch einen Monat zuvor, vom 2. bis 9. Juni, erwarten wir zahlreiche Gäste zur Synode der BrüderUnität. Für beide Gelegenheiten sind wir auf Privatquartiere angewiesen. Wenn Sie uns helfen können, geben Sie bitte im Gemeindebüro Bescheid, Tel.: (077 25) 93 82 11. Formulare mit Einzelheiten finden sich in den Schriftenständern. | Schauspieler/innen gesucht

Vor 200 Jahren wurde der Kirchensaal der Herrnhuter Brüdergemeine gebaut – das soll gebührend gefeiert werden. Die Geschichte des Saals soll unter anderem in szenischen Sequenzen erzählt werden, die am Festwochenende (6. bis 8. Juli) aufgeführt werden sollen. Dafür sucht die Jubiläums-Arbeitsgruppe Schauspielerinnen und Schauspieler jedes Alters. Wer Lust hat, beim Theaterstück zum Saal-Jubiläum mitzuwirken, möge sich bitte unter der Telefonnummer (077 25) 25 65 mit Christina Nack in Verbindung setzen.

regelmässige versammlungen So 10.00 Uhr Predigtgottesdienst Mo 18.15 Uhr Friedensgebet Do 19.30 Uhr Bibelgespräch Sa 19.00 Uhr Singstunde (Liedgottesdienst)

PERSÖNLICHE MITTEILUNGEN - - AUFNAHMEN (EV. BRÜDERGEMEINE) - 17. 12. 2011 Hans Wilhelm Junger 17. 12. 2011 Traude Anna Junger, geb. Frohnmayer 17. 12. 2011 Hanspeter Sapel

DACHREITER 1/2012

Festk alender Samstag 5. Mai | Der Kirchenchor feiert mit den Nachbarchören, 19.00 Uhr Konzert der Regio-Chöre

Wochenende 6. bis 8. Juli Freitagabend: Dias und Filme Samstag: Bibelteilen, Orgelmatinee, Führung, 16.30 Vortrag von Dr. Ulrike Carstensen, Abend mit Beiträgen und Musik Sonntag: Festgottesdienst mit J. Welschen, Grußworte von OKR Dr. C. Schneider-Harpprecht u. a. 15. bis 20. Oktober | Bläserwoche in Königsfeld, Samstag Abschlusskonzert Jubiläumsaktion „Ein offenes Haus“ Das Jubiläumsjahr wollen wir zum Anlass nehmen, einige Renovierungen an dem Kirchensaalgebäude vorzunehmen. Dazu gehören - Dachreiter - Gauben Schwesternseite Süd - Sandsteinelemente Fassade - Außentreppe Schwesternseite - Austausch von Fenstern im EG und 1. OG. - Foyers - Kronleuchter Für diese Maßnahmen werden Zuschüsse der Landeskirche beantragt, die Kommune übernimmt die Überarbeitung der Ziffernblätter und Zeiger. Dennoch kommt hier auch auf die beiden Gemeinden einiges zu. Auch für das Fest selbst, die Bewirtung der Gäste, die Ausstellung u. ä. ist Geld nötig. Bitte helfen Sie uns, unser offenes Haus instand zu halten mit einer Jubiläumsspende. Stichwort „Jubiläumsaktion“ auf das Konto Nr. 507504 (Brüdergemeine Königsfeld) bei der Evang. Kreditgenossenschaft Karlsruhe, BLZ 660 608 00. Ein Flyer liegt an den Ausgängen, ein Kirchensaalmodell als Sammelbüchse und ein Sammel-Puzzle sollen entstehen.

- - - - - - - - - - - - TAUFEN - - - - - - - - - - - 4. 2. 2012 Talitha Mercedes Lamothe - - - - - - - - - - HEIMGÄNGE - - - - - - - - - 1. 11. 2011 Helmut Hoffmann (93 Jahre) 16. 11. 2011 Annerose Günther, geb. Roller (69 Jahre) 21. 12. 2011 Monika Margarete Colditz (75 Jahre) 21. 12. 2011 Hanne Schwarzwälder, geb. Rapp (71 Jahre) 3. 1. 2012 Christina Schick, geb. Ruoff (83 Jahre) 10. 1. 2012 Gertrud Elisabeth Maier (90 Jahre) 10. 1. 2012 Karl Adolf Schäfer (78 Jahre) 26. 1. 2012 Siegfried Benedikt Vollprecht (86 Jahre)

gottesdienste in neuhausen 11. März, 9.00 Uhr 6. April, 10.15 Uhr 9. April, 9.30 Uhr 17. Mai, 10.00 Uhr 20. Mai, 9.00 Uhr 28. Mai, 9.00 Uhr

mit Abendmahl Regio-Gottesdienst in Weiler Regio-Gottesdienst in Mönchweiler Ökumenischer Gottesdienst


DACHREITER 1/2012 nachrichten & ter mine

passion & ostern – VERSAMMLUNGEN IN KÖNIGSFELD Donnerstag, 15.3. 19.30 Uhr Passionsbetrachtung „Mitten unter uns“, mit Bildern aus dem Naumburger Dom (Kl. Saal) Sonntag, 18.3. 17.00 Uhr

Theater-Aufführung im Kirchensaal „Helene Bresslau und Albert Schweitzer – Die Geschichte einer Freundschaft“ (Veranstalter: Historischer Verein Königsfeld)

Donnerstag, 22.3. 19.30 Uhr Passionsbetrachtung „Mitten unter uns“, mit Bildern aus dem Naumburger Dom (Kl. Saal) Sonntag, 25.3. 10.00 Uhr Familien-Gottesdienst mit Kindergarten „Arche“ 12.00 Uhr Gemeindeessen Donnerstag, 29.3. 19.30 Uhr Passionsbetrachtung „Mitten unter uns“, mit dem Bläserchor im Kirchensaal

30. März bis 3. April Kinderfreizeit in Trossingen

Samstag, 31. März 19.00 Uhr Bethaniastunde 20.00 Uhr Passionsmusik mit dem Motetten-Chor Villingen Palmsonntag, 1. April 10.00 Uhr Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine 17.00 Uhr Hosiannastunde

Montag, 2. April 19.30 Uhr Leseversammlung

Dienstag, 3. April 19.30 Uhr Leseversammlung

Mittwoch, 4. April 19.30 Uhr Leseversammlung mit Abendmahlsvorbereitung

ründonnerstag, 5. April 15.00 Uhr G 16.00 Uhr 19.30 Uhr

Leseversammlung: Gethsemanestunde Abendmahl nach Ordnung der Brüdergemeine (Christoph-Blumhardt-Haus) Abendmahl nach Ordnung der Brüdergemeine (mit Wein)

Karfreitag, 6. April 9.00 Uhr 10.00 Uhr 10.15 Uhr 14.30 Uhr

Leseversammlung Gottesdienst mit Abendmahl nach Ordnung der Badischen Landeskirche Gottesdienst mit Abendmahl nach Ordnung der Badischen Landeskirche (Neuhausen) Leseversammlung: Todesstunde

Samstag, 7. April 19.00 Uhr Grabesliturgie 20.00 Uhr Feier der Osternacht (Kleiner Saal) Ostersonntag, 8. April 6.30 Uhr 7.45 Uhr 10.00 Uhr Ostermontag, 9. April

Feier des Ostermorgens (Kirchensaal) mit Gang zum Gottesacker Osterfrühstück (im Haus Christian Renatus) Gottesdienst nach Ordnung der Bad. Landeskirche

9.30 Uhr Regio-Gottesdienst in Weiler

Die Versammlungen finden im Kirchensaal statt, wenn nicht anders angegeben. | Neue Band für Gottesdienste

| Wanderfreizeit 2012

Nachdem die meisten Mitglieder der Jugendband wegen verschiedener Ausbildungen nicht mehr in Königsfeld wohnen, fehlt uns zur Gestaltung unserer Gottesdienste eine Band, die die klassische Begleitung ergänzt. Nun gibt sich hier eine Möglichkeit: Unser neues Gemeindeglied Bernd Teichert hat auf dem Gebiet viele Erfahrungen und angeboten, eine Band aufzubauen. Mitmachen können Jugendliche und Erwachsene. Benötigt werden Klavier, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang. Interessenten setzen sich bitte direkt mit Bernd Teichert in Verbindung, Tel.: (077 25) 404 01 07.

In diesem Sommer gibt es erstmals eine Wanderfreizeit in Adelboden. Die Idee wurde geboren, als wir bei der Skifreizeit 2011 wegen Schneemangels aufs Wandern ausgewichen sind und es genossen haben. Nun ist das bewährte Haus Cantate in Adelboden (überwiegend 2er-Zimmer) vom 27. August bis zum 1. September gebucht. Tagsüber können sich Gruppen zum Wandern bilden, abends gibt es ein Freizeitprogramm mit Gesprächen, Singen und Spielen. Hätten Sie Lust auf solch eine Wanderfreizeit, die alle Generationen anspricht? Ab März gibt es im Gemeindebüro und im Internet eine ausführliche Einladung mit Anmeldebogen.

kontakt

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EVANGELISCHE BRÜDERGEMEINE EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE Zinzendorfplatz 3, 78126 Königsfeld Tel.: (077 25) 93 82 0, Fax: (077 25) 93 82 22 E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org Mo - Fr: 9.00 - 12.00 Uhr; Do: 14.30 - 16.30 Uhr • Pfarrerin Annerose Klingner-Huss Pfarrer Christoph Huss; Tel.: (077 25) 93 82 20 E-Mail: huss@koenigsfeld.org • Pfarrerin Benigna Carstens ; Tel.: (077 25) 93 82 18 E-Mail: carstens@koenigsfeld.org • Vikarin Anita Zimmerling Enkelmann, Tel.: (077 25) 91 47 19 E-Mail: zimmerling.enkelmann@koenigsfeld.org • Verwaltungsleiter Peter Korkowski Tel.: (077 25) 93 82 12 E-Mail: korkowski@koenigsfeld.org • Kantorin Ulrike Brusch, Tel.: (077 25) 10 70 E-Mail: brusch@koenigsfeld.org • Jugenddiakonin Renate Brach, Tel.: (077 25) 71 42 E-Mail: r.brach@koenigsfeld.org Jugendräume Tel.: (077 25) 93 82 15 Kindergarten „Arche“ Tel.: (077 25) 28 32 E-Mail: kindergarten@koenigsfeld.org Ehe-, Familien- und Lebensberatung Diakonisches Werk; Tel.: (077 21) 84 51 50 E-Mail: beratungsstelle@diakonie-villingen.de Sozialstation Judith Wolf-Baum Tel.: (077 25) 91 57 14, 0152 217 317 55 Kontaktadressen Region Nord • Katharina Kronbach, Fliederstraße 28, 76307 Karlsbad, Tel.: (072 02) 40 53 21, E-Mail: k.kronbach@koenigsfeld.org • Manfred Kruppa, Brückstraße 7, 76703 Kraichtal 2, Tel.: (072 51) 96 14 51 E-Mail: m.kruppa@koenigsfeld.org • Andreas Schlimm, In den Klostergärten 31, 67227 Frankenthal, Tel. + Fax: (062 33) 288 47, E-Mail: ab.schlimm@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Süd • Barbara Hofmann, Emmendinger Straße 14 79211 Denzlingen, Tel.: (076 66) 990 87 • Pfr. i. R. Gerold Peper, Hammersteiner Straße 15 79400 Kandern, Tel.: (076 26) 97 27 11, 597 22 49 Bankverbindung Konto-Nr. 507 504 Ev. Kreditgenossenschaft (BLZ 520 604 10) Für Kirchengemeinde bitte Verwendungs zweck „Landeskirche“ angeben SeniorenAppartements im Herrnhuter Haus Zinzendorfplatz 7; Leitung: Peter Korkowski (s. o.) Alten- & Pflegeheim Christoph-Blumhardt-Haus Stellwaldstraße 1, 78126 Königsfeld Leitung: Jürgen Lieberum, Tel.: (077 25) 93 85 0 E-Mail: info@christoph-blumhardt-haus.de Spendenkonto Kreissparkasse Schwarzwald Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 150 933 359

impressum Dachreiter, der Gemeindebrief der Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld, erscheint vierteljährlich für Mitglieder, Einwohner, Gäste und Freunde. Herausgeber: Evangelische Brüdergemeine und Evangelische Kirchengemeinde Königsfeld Verantwortlich für diese Ausgabe: Benigna Carstens Realisation: DIGNUS.DE Medien GmbH Auflage: 1.700 Stück 1,30 Euro; Preis im Gemeinbeitrag enthalten.


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Der Kirchenchor – ein lebenslanger Begleiter

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it 15 Jahren traf ich eine Entscheidung, die mein gesamtes Leben beeinflussen sollte: Ich trat im Jahr 1976 in den Kirchenchor ein. Der Grund: Ich wollte meinem damaligen Freund am Freitagabend möglichst nahe sein. Zu dieser Zeit war dies eine der wenigen Möglichkeiten, abends länger weg bleiben zu dürfen. Kam man später nach Hause, so war halt der Chor später zu Ende gewesen. Wir waren damals wohl an die 20 Jugendliche, die im Chor mitsangen, keine leichte Aufgabe für Br. Peter Glitsch als Chorleiter. Es wurde sehr viel geschwätzt und sogar gestrickt, aber die Gemeinschaft untereinander hält teilweise bis heute an. Bis auf wenige Jahre, in denen ich in Kanada zum Studium war, singe ich seither ununterbrochen im Kirchenchor. So muss wohl am Singen doch etwas mehr dran sein als nur schöne Töne von sich zu geben und einem Trend zu folgen! Ich denke, dass das Singen zu Gottes Lob mich wohl im tiefsten Inneren berührt. Vielleicht treffen ja die Töne zusammen mit den Worten auf meine Seele und entfalten dort gleichzeitig eine befreiende und Mut machende Wirkung. Dies erfuhr ich zum ersten Mal während der Zeit, als ich Weihnachten allein an der Uni in der Nähe der Niagara Fälle verbrachte. Es fehlten das jährliche Hosianna, der Quempas-Gesang, und so war das Heimweh recht groß. Aber ich sang dann einfach laut beim Radfahren für mich alleine – auch im größten Blizzardsturm. Danach ging es mir besser. Und dieses Prinzip funktioniert auch heute noch und – wie mir andere Chormitglieder bestätigen – bei ihnen ebenso. Wir Sänger können außerdem auf ein über Jahre erlerntes Repertoire an Liedern und Texten zurückgreifen. Wenn wir dann in Nöten sind, können wir dieses Repertoire „abrufen“, auch quasi als eine Art Therapie einsetzen. Gottes Wort wirkt wohl durch die Musik bei uns Sängern auf eine sehr intensive Art. Natürlich funktioniert das kontinuierliche Mitwirken im Chor nur, wenn wir bereit sind, Zeit zu investieren. Seit 1998, nach einer verlorenen Wette, bin ich außerdem auch Mitglied im Bläserchor. So scheinen die Termine manchmal überhand zu nehmen, wenn vor den anstehenden Feiertagen, die für Chor und Bläser sowieso zeitaufwendig sind, zusätzlich auch noch Beerdigungen und Geburtstags-Ständchen hinzukommen. Jedoch höre ich gerade dann von Menschen, dass sie als „Auswärtige“ an diesen Traditionen der Brüdergemeine spüren können, dass hier echte Gemeinschaft herrscht und ihnen die Musik wichtig ist. Dies zu hören, entschädigt mich für den Extra-Aufwand. Wenn ich einen Wunsch hätte, dann diesen, dass ich noch viele Jahre im Chor singen kann, um andere zu erfreuen, aber auch zum Lobe Gottes und ganz im Sinne von: „Du meine Seele, singe ...“

as 200-jährige Jubiläum des Königsfelder Kirchenchores ist für mich als ehemaliger Kantor ein guter Anlass, mich an fast 40 Jahre der Arbeit mit diesem Chor zu erinnern. Viel gemeinsam Erlebtes und Erreichtes kommt mir dabei in den Sinn. Darüber im Einzelnen zu berichten, würde hier den Rahmen sprengen. Eines aber kann und will ich tun, nämlich denen danken, die mir dabei geholfen haben. Ich danke den vielen Sängerinnen und Sängern, die in dieser Zeit „vom Chor“ gesungen haben und in vielen Gottesdiensten, manchmal mehrmals wöchentlich oder gar täglich, geholfen haben, das Evangelium zu verkünden und Gott zu loben. Bei Beerdigungen haben sie Trauernde getröstet – ein wichtiger Dienst. Sie opferten nicht nur ihre Zeit, sondern hatten auch Geduld mit ihrem oft ungeduldigen Chorleiter. Andererseits haben zahlreiche Bach-Kantaten, Passionsmusiken von Schütz, Keiser und Bach, vier Aufführungen des Bach’schen Weihnachtsoratoriums uns allen schöne, ja unvergessliche musikalische Erlebnisse gebracht. Die Erarbeitung dieser Werke hat die Chorgemeinschaft ebenso gestärkt wie die gemeinsamen Chorfahrten und Ausflüge, die Chortreffen und das Feiern von Festen. Dankbar bin ich auch für die Unterstützung der Arbeit mit dem Chor durch die Pfarrerinnen und Pfarrer der Gemeinde sowie die jeweiligen Vorsteher. Dies geschah nicht nur mit wohlwollenden Worten, sondern teilweise auch durch ihr Mitsingen im Chor. An die Vorbereitung der vom Chor mitgestalteten Gottesdienste denke ich ebenso dankbar zurück. Die gemeinsamen Gespräche haben uns bereichert und dazu beigetragen, dass der Chor sein Singen nicht als schmückendes Beiwerk, sondern als liturgischen Dienst erfuhr. Schließlich danke ich der Königsfelder Gesamtgemeinde dafür, dass sie diese Arbeit mitgetragen hat: Aus ihren Reihen kamen die vielen Mitglieder des Chores, und der gute Besuch unserer Aufführungen war nicht nur eine wichtige finanzielle Unterstützung unserer Arbeit, sondern eine hilfreiche Ermutigung. So konnten wir – mit Unterstützung auswärtiger Sängerinnen und Sänger – uns an große Werke der Kirchenmusik wagen. Besonders dankbar war ich in den letzten Jahren des Kantorats, dass wir dank großzügiger Kollekten Bach’sche Kantaten im Gottesdienst aufführen konnten und ihnen dadurch den Ort gaben, für den sie der Komponist bestimmt hatte. Gott hat diesen Dienst in Königsfeld reich gesegnet, oft auch gerade dann, wenn wir müde geworden waren oder das Gefühl hatten, an die Grenzen unseres Leistungsvermögens zu kommen. Dafür bin ich Gott von Herzen dankbar.

Christiane Potschaske |

Peter Glitsch |


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Königsfeld www.dachreiter.org

Informationen der Evangelischen Brüdergemeine und Evangelischen Kirchengemeinde

willkommen Vor zwei Jahren hat sich unsere Gesamtgemeinde der Initiative „Geöffnete Kirchen“ angeschlossen. Ein entsprechendes Signet weist auf die Öffnungszeiten hin, in Internet findet man eine kurze Information einschließlich der geometrischen Daten. Was es aber heißt, wirklich eine „offene Kirche“ zu sein, ohne damit alle Verbindlichkeit preiszugeben, das buchstabieren wir als Gemeinde immer wieder neu durch. Fühlen sich Menschen, die mit unseren Formen nicht vertraut sind, wirklich willkommen? Treffen sie auf einladende Menschen? Anfang Juni trifft sich in Königsfeld die Synode der Europäisch-Festländischen Brüder-Unität, einen Monat später feiern wir das 200-jährige Bestehen unseres Kirchensaals, sowie des Kirchen- und des Bläserchores. So bedenkt diese Ausgabe das Thema „Offene Kirche“ auch in den größeren geographischen Kreisen. Wir wünschen den Lesern, auch den Gästen in Königsfeld, spannende Entdeckungen beim Lesen. Ihr Christoph Huss inhalt EINE OFFENE KIRCHE

Foto: fleig; j. potschaske; zvg.

Ein Saal, der Gemeinschaft stiftet

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Offen und verbindend

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Ein Haus – eine Familie

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Offenheit heißt Aufbruch

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Neuhauser Spalte: Sich öffnen

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CBH: Von Anfang an der gute Geist

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Abgebildet

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Junger Dachreiter

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Nachrichten und Termine

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Gesichtszüge des Kirchensaals

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Ein Saal, der Gemeinschaft stiftet | Sowohl die 200-Jahr-Feier des Königsfelder Kirchensaales als auch die 200-jährigen Jubiläen des Kirchenchores und des Bläserchores rufen uns im Festjahr 2012 die Wurzeln unseres Gemeinwesens in Erinnerung.

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it der 1806 begonnenen Gründung Königsfelds als Kolonie der Herrnhuter Brüdergemeine sollte auf halbem Wege zwischen Basel und Stuttgart ein Sammelpunkt für Menschen dieser Glaubensgemeinschaft entstehen, die es mit dem Christsein ernst meinten und deren Sinn auf Gemeinschaft stand. Als Symbol für die duale Nutzung des Kirchengebäudes für kirchliche und weltliche Zwecke wurde im März 1810 ein doppelstämmiger Baum für den Bau des 700 Personen fassenden Kirchensaales mit Nebengebäuden gefällt, der mit der Einweihung am 19. Oktober 1812 abgeschlossen wurde. Obwohl für die damals gerade 85 Einwohner viel zu groß und nur durch großzügige Spenden und Verzicht realisierbar, erfüllte sich die Hoffnung unserer Vorfahren auf eine wachsende Bürgerschaft und Gäste, die wiederum den Saal über zwei Jahrhunderte hinweg bis zum heutigen Tag mit Leben erfüllen. Im Kirchensaal haben unzählige Paare geheiratet und später ihre Kinder taufen lassen, hier haben Hinterbliebene ihre Angehörigen betrauert und Trost gefunden. Hier begegnen sich von Anfang an Menschen aller Altersstufen und Herkunft aus unterschiedlichsten Anlässen. Hier spürt man die Tiefe der Zeit. Das 200-jährige Bestehen des Saales zeigt: Gott-

vertrauen und Gemeinschaftsgeist zahlen sich aus! Bis heute ist der Kirchensaal ein Ort, der Gemeinschaft stiftet. Dies belegen insbesondere der Kirchen- und der Bläserchor, die ebenfalls seit 200 Jahren bestehen und deren Dienst an der Gemeinschaft als Träger der „musica sacra“ untrennbar zur Tradition der Brüdergemeine gehört, die als ausgesprochen sanges- und musizier-freudig gilt und deren Bläsermusik von Herrnhut aus stilprägend alle evangelischen Landeskirchen nachhaltig beeinflusst hat. Als heutige Versammlungsstätte von Gemeinden sowohl der Herrnhuter Brüdergemeine als auch der Badischen Landeskirche, die beide hier Gottesdienste feiern, jede in der ihr eigenen Form, stiftet der Kirchensaal Gemeinschaft in einer Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld und in der Region. Dieser offene Geist der Ökumene, der auch zur örtlichen Katholischen Pfarrgemeinde gepflegt wird, zählt ebenso wie die spirituelle Atmosphäre zu den Charakteristika unseres Ortes, die bis heute viele Menschen und Gäste anziehen. Möge dieser Geist auch die Synodalen der Europäisch-Festländischen Brüder-Unität erfüllen, die wir vom 2. bis 9. Juni dieses Festjahres im 200-jährigen Königsfelder Kirchensaal herzlich begrüßen dürfen, ebenso wie die Gäste zum Jubiläumswochenende Anfang Juli! Fritz Link, Bürgermeister |


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Offen und verbindend

| Wenn die Synodalen der Evangelischen Brüder-Unität im Juni in Königsfeld zusammenkommen, wollen sie unter anderem ein Leitbild für unsere Kirche verabschieden. Es soll Mitgliedern helfen, sich besser mit ihrer Kirche zu identifizieren, und Außenstehenden einen leichteren Zugang vermitteln. Eine anspruchsvolle Aufgabe!

eisenotizen auf dem Weg zu einem Leitbild für die Brüdergemeine: Meinen Laptop auf dem Schoß schreibe ich diese Zeilen Zug für Zug zwischen Rottweil und Herrnhut. Gleich zu Beginn erinnert der Blick zurück auf die Gesamtgemeinde Königsfeld daran, dass das Leitbild attraktiv geraten und gleichzeitig nicht den Eindruck erwecken sollte, als wären Brüdergemeinler bessere Christen. Auf dem Hauptbahnhof Stuttgart denke ich an die Direktion in Bad Boll und überlege, wie sich die Gleichheit aller, die unser Kirchenname proklamiert, im Leitbild und in der Wirklichkeit von Leitung darstellen kann. Auch hallen hier irgendwie noch die Pfiffe der Demonstranten gegen Stuttgart 21 nach und bringen die Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz von Kirche auf – ob es da Programmatisches zu sagen gibt. Doch der Anschlusszug wartet. Schön ist Deutschland, wenn die Rapsfelder und die Apfelbäume blühen. Katholische und evangelische Kirchtürme unterwegs, ein adventistisches Gemeindehaus und ein Reichgottessaal der Zeugen Jehovas erinnern an Comenius’ Rede vom Schatz in jeder kirchlichen „Unität“ (Einheit); Ökumene darf im Leitbild nicht fehlen. Später wird die wie eine prächtige Moschee anmutende Tabakfabrik in Dresden als Ausrufezeichen dienen, nicht nur Christen im Blick zu haben. Obwohl ich keine Landkarte mit Fähnchen für die Wohnorte von Mitgliedern der Brüdergemeine im Gepäck habe, drängt sich angesichts dünn besiedelter Landschaften unterwegs die Frage auf: Wie gestalten wir Gemeinschaft außerhalb von Ortschaften wie Königsfeld, da, wo wir im Alltag wenig Berührung miteinander haben? Die Frage verschärft sich auf der Höhe von Hof, hinter dem im Thüringer Wald mit Ebersdorf eine der Gemeinden liegt, deren Mitglieder in der Regel nach der Schule ihren Heimatort verlassen und in der Folge oft den Kontakt zu ihrer Kirche verlieren. Sind neue Kommunikationsmittel geeignet, tragfähig Gemeinschaft zu vermitteln? Welche Rolle spielt die Losung als verbindendes Element heute noch? Haben städtische Gemeinden wie Zwickau und Dresden ohne Gottesacker, Kirchensaal, Singstunde und andere Traditionen eine Zukunft? Der Bedarf an Kommunikation liegt jedenfalls in urbanen Zentren auf der Hand,

für verlässliche Gemeinschaft braucht es dabei mehr als ein gut geschriebenes Leitbild. Inzwischen nähere ich mich der Oberlausitz. In den Zug ist eine tschechischsprachige Roma mit ihren Kindern eingestiegen. Bisher hatte ich noch nicht daran gedacht, dass die Brüdergemeine in Europa Migrantenkirche ist: Geschichtlich durch die Flüchlinge aus Mähren und aktuell durch die Gemeinden surinamischer Herkunft in den Niederlanden. Sensibilität für Menschen wie die junge Roma und ihre Situation sollten wir uns auf die Fahne schreiben. Als Europäisch-Festländische Brüder-Unität sind wir vielsprachig und bunt, erst recht als Teil der Gesamtunität. Weltweit und nicht kleinkariert denken, gehört auf jeden Fall ins Bild. In Bautzen-Kleinwelka schließlich, die Sonne ist untergegangen, kommt mit dem Dora-Schmidt-Haus die Diakonie in den Blick, die zur Brüdergemeine seit jeher gehört, die eine Öffnung für Menschen in Notlagen voraussetzt – und auch eine Wahrnehmung für soziale Schieflagen, die es auch bei uns gibt. In Herrnhut angekommen, führt mich ein Klassentreffen zunächst ins Zinzendorf-Gymnasium. Mir fällt ein, dass ich mit den meisten von meinen Klassenkameraden heute keine Erinnerungen austauschen könnte, wenn es damals ein

Herrnhuter Gymnasium gegeben hätte. Als Schulträger sollte es uns ein Anliegen sein, dass wir trotz wirtschaftlicher Zwänge darauf achten, nicht an einer Gesellschaft mitzuwirken, wo Menschen früh in verschiedene Schichten auseinanderdividiert werden. Als wir hier vor knapp 40 Jahren zur Schule gingen, war natürlich vieles anders, hatte es vor allem das Kreuz aus zwei großen zusammengebundenen Ästen im Flur sicher nicht geben können. „Christus im Zentrum“, das war vielen im Vorfeld der Synode wichtig, das gilt es für uns und andere immer neu zu buchstabieren. Während wir danach in angeregtem Gespräch den Skulpturenpfad mit seinen Stationen zum Thema Gemeinschaft entlangwandern, eine Gruppe sehr unterschiedlicher Menschen mit unterschiedlichen Lebensläufen, wünsche ich mir meine Kirche unter anderem ungefähr so: Dass die Unterschiede von Herkunft, Ansicht, Frömmigkeit, Bildung, Besitz nicht als trennend empfunden werden. Dass wir miteinander lachen, dass wir uns gegenseitig nicht nur die Erfolge erzählen, dass uns auch ein starkes Gewitter nur kurzzeitig beeindruckt. Ich bin gespannt, wieviel sich von meinen Reisegedanken im neuen Leitbild wiederfindet. Benigna Carstens |

brüder-unität in europa

Britische Provinz

Europäisch-Festländische Provinz: Schweden, Estland, Dänemark, Niederlande, Deutschland, Schweiz

Tschechische Provinz

Arbeit der Brüdergemeine in Albanien

karte: m.schukze

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Ein Haus – eine Familie

| Die Brüdergemeine auf dem europäischen Kontinent ist eine von insgesamt 25 Unitäts- und Missionsprovinzen der weltweiten Brüder-Unität. Das Selbstverständnis unserer weltweiten Kirche ist es, eine einzige Kirche zu sein und nicht etwa ein Bund von untereinander unabhängigen Kirchen wie ihn etwa der lutherische Weltbund oder die EKD darstellen.

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Foto: f. vollprecht

rotz dieses Grundverständnisses gibt es zwischen den einzelnen Provinzen und Regionen unserer Kirche erhebliche Unterschiede bei der Gestaltung ihres kirchlichen Lebens. Vergleicht man die weltweite Unität mit einem Haus, so gibt es in diesem Haus verschiedene Wohnungen. Was jeder in seiner Wohnung macht, wie er sie sich einrichtet und wie er darin sein Leben gestaltet, darauf haben die Bewohner der anderen Wohnungen relativ wenig Einfluss, solang sich alle Bewohner des Hauses an die Hausordnung, die allgemeine Church Order, halten. Ab und zu gibt es in dem Haus so etwas wie Mieterversammlungen. Das sind die alle sieben Jahre tagenden Unitätssynoden und die dazwischen im Zwei-Jahres-Turnus stattfindenden Sitzungen des Unitätsvorstandes. Dabei werden Fragen besprochen, die das allgemeine Zusammenleben im Haus betreffen. Anschließend ziehen sich alle Bewohner wieder relativ schnell in ihre eigene Wohnung zurück und machen die Tür hinter sich zu. Denn in das, was jeder in seiner Wohnung tun darf oder nicht, braucht er sich von den anderen Mietern nicht viel hineinreden zu lassen, solange sich niemand dadurch belästigt fühlt.

Durch das enorme Kirchenwachstum während der letzten Jahre vor allem in Ostafrika beheimatet unsere EuropäischFestländische Provinz heute nur noch einen verschwindend kleinen Anteil von weniger als zwei Prozent der Gesamtmitglieder. Sie stellt demnach eine der kleinsten Wohnungen mit zwei Prozent der Gesamtwohnfläche dar. Und es gibt sehr viel größere Wohnungen. Jedes Bild hat seine Grenzen, so auch dieses Bild von einem Haus. Ein anderes Bild, mit dem man die weltweite Unität auch vergleichen könnte, ist das einer Familie. In einer Familie geht es bei weitem nicht immer nur harmonisch zu. Es gibt auch Auseinandersetzungen und Streit.

Mitunter gibt es Zeiten, in denen man zu anderen Familienmitgliedern einen gewissen Abstand braucht, um sich nicht aneinander aufzureiben. Es gibt Situationen, in denen man auch klar sagen muss, was am anderen Familienmitglied stört. Und doch kann sich niemand einfach aus der Familie verabschieden, als würde er oder sie nicht mehr dazu gehören. So bleibt es die Aufgabe, innerhalb der weltweiten Brüder-Unität nicht nur irgendwie miteinander auszukommen, wie in einer Zweckgemeinschaft, sondern immer wieder das zu suchen, was uns trotz all unserer Unterschiedlichkeit miteinander und untereinander verbindet. Frieder Vollprecht, Bad Boll |

mitglieder der brüder-unität Weltweit zählt die Brüder-Unität 874.000 Mitglieder. Ihre Verteilung nach Kontinenten: Europa | 20.000 | 2 %

Karibik | 195.000 | 22 %

Die Unitätssynode im Jahr 2009 in Hertfordshire, Großbritannien

Nord-Amerika | 40.000 | 5 %

Afrika | 618.000 | 71 %


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Offenheit heißt Aufbruch

oder

wie ein Vogel, der fliegt, weil er fliegen will, der den Raum mit seiner Zeit teilt, die ihm zum Fliegen bleibt, weil er ein Vogel ist und fliegen kann und gewinnen und entdecken, weil er ein Vogel ist, der fliegen kann, wenn er fliegen will.

Verfasser unbekannt

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ielleicht waren die Jünger Jesu mit dem Pfingstgeschehen selbst am meisten überrascht: Da fangen sie an zu predigen und von den großen Taten ihres Herrn zu erzählen. Menschen hören ihnen zu, deren Sprachen sie nie gelernt hatten. Verlacht werden sie, weil ihnen Trunkenheit unterstellt wird. Und doch öffnet sich mit dem wunderlichen Pfingstgeschehen die anfängliche Jesusbewegung aus der Enge in die Weite,

aus Jüngern werden Apostel, die Kirche hat ihren eigenen Herzschlag bekommen. Was sich seither im Lauf der Jahrhunderte vollzog, wie sich das Evangelium in seiner je konkreten Gestalt als Kirche formierte, lässt zugleich positive und negative Gefühle aufkommen. Kirchengeschichte ist wahrlich keine pure Ruhmesgeschichte, und manchmal wundert es den Betrachter, dass sich der Kern der Sache, die Konzentration auf den in Christus offenbar gewordenen Gott, nicht gänzlich aus dem Staube gemacht hat. Aber vielleicht gerade angesichts der vielen Ecken und Runzeln, die sich in der Kirchengeschichte, in den Kirchen und in ihren Gemeinden ausgeprägt und gekennzeichnet haben, darf von der überraschenden Komponente des Glaubens ausgegangen werden. Nicht die Traditionen, sondern die in den Formen tradierten Inhalte machen das aus, was von jeher zur Weitergabe, zur Offenheit, zur Einladung geeignet war. Wenn Menschen diesen Kern kirchlichen Lebens kennen, wollen und können sie diesen Inhalt mit anderen teilen und suchen folgerichtig nach hierfür geeigneten Formen. Einladende Gemeinde ist immer eine nach Formen suchende und insofern experimentierfreudige Gemeinde. Formverkrustungen wirken ausladend. Erstaunlicherweise hat sich das Evangelium, als sei es in einer Eigendynamik unterwegs, immer wieder in neuer Gestalt präsentiert, denken wir nur an die verschiedenen reformatorischen Bewegungen oder, weil es uns Königsfeldern so nahe liegt, die Entwick-

lung der erneuerten Brüder-Unität in Zinzendorfs Zeiten. Wo ein Festhalten an den entdeckten und beliebten Gewohnheiten, Riten und sozialen Gruppierungen dominiert, stagniert jede Bewegung und hat, ohne es recht zu bemerken, heimlich ihre Anziehungskraft, ihre Faszination eingebüßt. Offen sein heißt immer auch neugierig sein, und neugierig sein bewirkt Veränderung der Kirche, der Gemeinde oder der Person. Und diese Fähigkeit zur Veränderung in der Begegnung mit anderen, möglicherweise für mich neuen Menschen, macht anziehend, einladend und interessant. So werden Räume gefüllt, Lebensräume und wirkliche Räume oder Säle. Für Offenheit ist es nie zu spät, aber für Offenheit ist es manchmal zu eng. Kirche und Gemeinde entwickelt Offenheit nicht dadurch, dass sie sich in gefälliger Weise pflegt und hütet. Dazu war auch in den Anfangsjahren der erneuerten Brüdergemeine in Herrnhut und den entstandenen Gemeinden wenig Gelegenheit. Kirche und Gemeinde entwickelt Offenheit, indem sie im sicheren Bewusstsein ihres Glaubens auf Fremdes neugierig und offen zugeht, ohne sich noch zu wundern oder gar zu erschrecken, dass dies eigene Veränderungen erfordert und möglich macht. So kann sich sogar Lust am neuen, auch am für mich persönlich neuen noch unbekannten mit mir lebenden Menschen entwickeln. Und vielleicht werden mich die Überraschungen, die mir dabei begegnen, an die Überraschung der Pfingsterzählungen im Neuen Testament erinnern? Christoph Fischer, Schulpfarrer |

foto: c. fischer

| Wie ein Vogel, der fliegen kann, aber verharrt in seinem Nest, weil er nichts verlieren will von dem, was er hat, was er besitzt, was er kennt, der die Weiten nicht erobert, die unter seinen Schwingen sich ausbreiten könnten, der bitter wird, weil er alt wird, weil er nicht fliegt, obwohl er fliegen könnte,


DACHREITER 1/2012 55 Jahre Christoph-Blumhardt-Haus

neuhauser spalte

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Sich öffnen ...

O

ffen sein, auf jemanden zugehen, das ist nicht gerade die Stärke der süddeutschen Mentalität: Der Fremde soll sich öffnen und Bemühen zeigen, wir können auch ganz gut ohne ihn. Ist das bei uns Kirchen genauso? Ich denke vielfach schon. Doch jetzt, wo man merkt, dass der Nachwuchs fehlt, wird auf allen Ebenen überlegt, was zu tun sei. Kirche muss sich öffnen, wenn bisher nicht, dann jetzt. Doch wer öffnet sich da für wen? Die, die dazu gehören, werben in ihrer Art um die, die eigentlich dazu passen, kurz: „Club wirbt um Clubmitglieder“.

Von Anfang an der gute Geist | Es ist neun Uhr morgens. Ich rufe Ursula Röntsch an, um mit ihr einen Termin auszumachen. Sie geht nicht ans Telefon, und so weiß ich, dass sie schon im CBH unterwegs ist.

Foto: j. Lieberum

Ü

ber 40 ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich im Christoph-Blumhardt-Haus (CBH). Wir sind stolz auf jeden einzelnen dieser Mitarbeiter. Aber es gibt einen Grund, warum ich ausgerechnet über Ursula Röntsch berichten möchte. Sie gehört zu den ersten Mitarbeiterinnen des CBH. Das alte Haus in der Stellwaldstraße hat eine lange und interessante Vorgeschichte. Am Anfang ab dem Jahr 1868 war es eine Brauerei, dann ab 1915 wurde daraus das Erholungsheim „Pilgerruh“, ab 1928 schließlich Schulheim namens „Tannenhaus“. Aus dem Schulsanatorium ist 1941 ein Lazarett geworden, das bis 1946 existierte. Dann wurden dort für ein halbes Jahr marokkanische Besatzungstruppen untergebracht. Als diese abgezogen waren, tauchte der Gedanke nach Gründung eines Altenheimes auf, aber die Unitätsdirektion musste dringend eine Wäschefabrik aus Schlesien unterbringen. Erst im Jahre 1956 ging die Wäschefabrik in einem Versandunternehmen auf. Jetzt kam wieder die Idee, ein Altenheim in Königsfeld zu gründen, weil der Bedarf zu dieser Zeit bereits groß war. Die Eröffnung des Christoph-BlumhardtHauses fand am 10. Juli 1957 statt. Die erste Heimleiterin, Ruth Kaul, kannte Frau Röntsch gut aus der Zusammenarbeit in Neuwied und bat sie, beim Einrichten des Altenheimes mitzuhelfen. So siedelte Frau Röntsch am 3. Mai 1956 mit 28 Jahren nach Königsfeld um, ohne den Ort vorher gesehen zu haben. Ihr ganzes Hab und Gut brachte sie in vier Koffern mit. Auf meine Frage, wo sie anfänglich gewohnt

habe, antwortet Frau Röntsch: „Überall und nirgends!“ Solange die Zimmer umgebaut wurden und das Haus noch nicht in Betrieb genommen war, durfte sie aus einem Zimmer ins andere wandern, dann bekam sie für kurze Zeit ein Zimmer im Herrnhuter Haus, und erst später konnte sie in die Baracke einziehen, die für Mitarbeiter vorgesehen wurde. Man musste das ganze Haus umstrukturieren, teilweise umbauen, seniorengerecht einrichten. Es mussten Teeküchen eingebaut werden, Badezimmer und Toiletten in den Fluren, Waschbecken mit kaltem und heißem Wasser in jedem Zimmer. Nasszellen in jedem Zimmer waren damals noch nicht vorgesehen. Mit viel Energie und sehr engagiert setzte sich Frau Röntsch ein und übernahm die Hauswirtschaft. Sie erinnert sich an die Zeiten, wo noch der einzige Kohlenherd in der Küche jeden Tag angemacht werden musste. Gegessen wurde im Tagesraum, weil es noch keinen Speisesaal gab. Damals waren die meisten Bewohner selbständig und mussten nicht gepflegt werden. Es gab auch keine ausgebildeten Pflegekräfte. In jedem Stockwerk arbeiteten Putzhilfen, es gab einen Hausmeister und drei Küchenmitarbeiterinnen. Die Arzneimittel verteilte eine Diakonissin. Für 50 Bewohner waren etwa zehn Mitarbeiter eingesetzt. In all diesen Jahren wurde das Haus mehrmals umgebaut. Es kam eine kleine Pflegestation für fünf Bewohner dazu, dann das Nagelhaus, der ehemalige Neubau, der 1967 eingeweiht wurde. Im Jahre 1984 wurde Frau Röntsch für ihre aufop-

Tatsache ist, dass mittlerweile große Bevölkerungskreise, vornehmlich die jüngere und mittlere Generation, anders „ticken“ als wir denken. Studien zeigen, dass diese überwiegend fern der Kirche stehen. Umfeld, Denken, Sprache und vieles mehr passen nicht zu dem, wie Kirche sich zeigt und gibt. Sich diesen Kreisen zu öffnen, bedarf mehr als nur „Wir laden ein ...“. Hineindenken in deren Andersartigkeit bedarf Mut, Selbstkritik und Toleranz und zum Schluss viel Kreativität. Und nicht zu vergessen auch Gottes guten Geist in uns. Malte Müller |

ferungsvolle Arbeit mit dem Goldenen Kronenkreuz des Diakonischen Werks ausgezeichnet. 1988 ging sie in Ruhestand. Aber es ist noch kein Tag vergangen, wo Frau Röntsch nicht im CBH war. Sie hat ein offenes Ohr für Wünsche und Bedürfnisse unserer Bewohner, findet immer ein gutes Wort für jeden, der ihre Hilfe dankbar entgegen nimmt. Am meisten freut sie sich, wenn sie die Augen der Bewohner sieht, die vor Freude strahlen, wenn sie kommt. Nicht umsonst wird sie als guter Geist des Hauses bezeichnet. Sie selbst hält der Einsatz im Christoph-BlumhardtHaus fit und macht ihr großen Spaß. Alle Mitarbeiter und Bewohner des CBH wünschen Frau Röntsch auch weiterhin viel Kraft und Freude im Leben. Jürgen Lieberum |

Mehr über die Entwicklung des Altenheims erfahren Sie bei einem Besuch auf www.Christoph-Blumhardt-Haus.de


18 abgebildet

Mit zwölf Leuten war Diakonin R. Brach in der Woche nach Ostern unterwegs in Taizé. Die Gruppe nutzte den Aufenthalt auch für einen Besuch der alten Klosteranlage in Cluny.

Bei so viel Schnee fiel man sanft. Die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der im Alter von zehn bis 73 Jahren in der Woche nach Ostern erlebten Adelboden mal grün und mal im Schnee. Der gute Zusammenhalt war wieder eine gute Erfahrung. Mehr Bilder auf der Website .

„Verzeihen Sie, das ist eigentlich mein Platz.“ Anschaulich wurde in einem Anspiel gezeigt, wie geschlossen eine Gemeinde erlebt werden kann. Am 10. Mai hatte ein Arbeitsgruppe der Räte engagierte Gemeindeglieder zu einem Gemeindeseminar „Offene Gemeinde“ eingeladen. In Impulsreferaten und Gesprächen gingen die gut 30 Teilnehmenden der Frage nach, wo die Probleme im Zugehen auf Fernstehende liegen und wie wir die Schwellen überwinden. Am Ende nahm jeder einen gelben Zettel mit nach Haus mit der eigenen Zielsetzung für die nächste Zeit.

Siebzehn Jugendliche der Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld feierten am 29. April ihre Konfirmation bzw. Taufe mit Pfarrerin Benigna Carstens (hinten, von links nach rechts): Jannis Vollprecht, Lennard Fiehn, Finn-Louis Hagen, Anna Riegraf, Shaleen Gässler, Leon Dannert, Felix Heinzel, Laura Mojsisch, Sebastian Mojsisch, Maximilian Schaible, Kevin Huentz, Benjamin Mojsisch; (vorne von links nach rechts): Elisa Dogor, Annika Witt, Ann-Sophie Kienzler, Martina Huss, Luise Stöckermann.

Die Kinderfreizeit fand in diesem Jahr bereits am Beginn der Osterferien statt, da Pfingsten durch die Synode belegt ist. „Der Herr ist mein Hirte“ war das Thema, im Bild die „Schafherde“.

foto: C. Nack, C. Huss, R. Brach

Zum letzten Februar-Wochenende hatten sich in Königsfeld Vertreter der beiden Kirchenleitungen zu einem gemeinsamen Besuch angemeldet. Dieser ersetzt in unserer Doppelgemeinde die sonst übliche Visitation. In verschiedenen Runden gab es am Samstag Gespräche mit den Hauptamtlichen und mit den beiden leitenden Gremien. Am Sonntag traten die Besucher im Gottesdienst und der anschließenden Gemeindeversammlung vor die Gemeinde. Auf dem Bild die Mitwirkenden am Gottesdienst Oberkirchenrat Prof. Dr. C. Schneider-Harpprecht (Karlsruhe), Kirchengemeinderatsvorsitzende U. Böcker, Br. J. Welschen (Kirchenleitung Herrnhut), Br. C. Huss und Dekan W. Rüter-Ebel (Villingen).

DACHREITER 1/2012


DACHREITER 1/2012 für Kinder, jugend und Eltern

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Junger Dachreiter „Jetzt geht die Welt verkehrt herum!“ | Wir alle leben auf dieser einen Erde. Wir alle schlafen unter dem gleichen Sternenzelt. Wir alle sind Geschöpfe Gottes und doch sind wir alle so verschieden, so einmalig, so individuell in unseren Ansichten und Meinungen, Gefühlen und Vorstellungen vom Leben.

W

ie kann das gehen? Wie funktioniert das Zusammenleben in der Familie, in der Klasse, im Kollegenkreis, in der Gemeinde oder wo auch immer? Ich habe eine Geschichte gefunden, die etwas davon ahnen lässt, worin das Geheimnis liegt.

Foto: johnnyb / pixelio

„Da stehst du nun“, sagte der Landstreicher zum Baum. „Bist zwar groß und stark, aber was hast du schon vom Leben? Kommst nirgendwo hin. Du kennst den Fluss nicht und nicht die Dörfer hinter dem Berg. Immer an derselben Stelle! Du kannst einem leid tun!“ Er packt sein Bündel fester und geht los. „Da gehst du nun“, sagt der Baum. „Immer bist du unterwegs. Hast keinen Platz, an den du gehörst. Du kannst einem leid tun!“ Der Landstreicher bleibt stehen. „Hast du das wirklich gesagt?“ fragt er und schaut zum Baum empor. „Wer sonst?“ sagt der Baum. „Siehst du hier jemanden außer mir?“ „Ne“, sagt der Landstreicher. „Meinst du wirklich, was du sagst? Ich gehe in die Welt, Tag für Tag, ich kenne die Menschen und die Häuser mit den rotgedeckten Dächern ...“ „Zu mir kommt die Welt“, sagt der Baum. „Der Wind und der Regen, die Eichhörnchen

und die Vögel. Und in der Nacht setzt sich der Mond auf meine Zweige.“ „Ja ja“, sagt der Landstreicher, „aber das Gefühl zu gehen – Schritt für Schritt.“ „Mag schon sein“, sagt der Baum, aber das Gefühl zu bleiben – Tag und Nacht.“ „Bleiben“, sagt der Landstreicher nachdenklich, „zu Hause sein. Ach ja“, sagt er. Und der Baum seufzt: „Gehen, unterwegs sein können – ach ja.“ „Wurzeln zu haben“, sagt der Landstreicher, „ das muss ein tolles Gefühl sein!“ „Ja“, sagt der Baum, „ganz ruhig und fest ist es. Und wie lebt man mit den Füßen?“ „Leicht“, sagt der Landstreicher, „flüchtig und schnell!“ „Wenn wir tauschen könnten“, sagte der Baum. „Für eine Weile.“ „Ja“, sagte der Landstreicher, „das wäre schön.“ „Lass uns Freunde sein“, sagte der Baum. Der Landstreicher nickt und sieht ihn an. „Ich werde wiederkommen“, verspricht er, „und ich werde dir vom Gehen erzählen.“ „Und ich“, sagt der Baum, „erzähle dir dann vom Bleiben. Möchtest du das?“

„Ja“, möchte ich anstelle des Landstreichers sagen. Gerne höre ich von anderen Menschen und ihren Erfahrungen. Das ist mir so wertvoll und erweitert meinen Horizont. Was wäre ich allein ohne die vielen Menschen um mich herum. Für mich ist die Kirche, die Gemeinde neben der Familie der Ort, wo ich auf offene Ohren und Herzen treffe, wo ich trotz aller Verschiedenartigkeit der Menschen mich mit ihnen verbunden fühle, wo ich Freundschaften knüpfe. Der Geist Gottes, der uns alle verbindet, das ist etwas, was man nicht beschreiben kann, das kann man nur fühlen, wie in Taizé zum Beispiel kürzlich mit 4.000 Menschen unter einem Dach. Ich wünsche Euch allen ähnlich gute Erfahrungen mit einer offenen Kirche, die einladend wirkt und in die Ihr Euch einbringen könnt. Viele liebe Grüße und eine schöne Sommerzeit, Eure Renate Brach |


20 f端r Kinder, jugend und Eltern

Aufeinander zugehen

DACHREITER 1/2012


DACHREITER 1/2012 FOTO: RAINER STURM / PIXELIO

In Gemeinschaft älter werden ...

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22 ter mine im bereich nachrichten & ter mine

Gottesdienste der Herrnhuter Missionshilfe mit Br. Manfred Kruppa

| Einladung zum Gemeintag des Süd-West-Teams der Brüdergemeine auf dem Herrnhaag vom 21. bis 23. September Was sind „Schätze im Himmel“? Wovon lebt der Mensch? Was macht mein Leben reich, wo empfinde ich mich als arm? Wie nehmen unsere Gemeinden Armut in ihrem Umfeld wahr? Diesen Fragen wollen wir nachgehen. Die Gleichnisse Jesu laden uns ein, nicht vom Mangel auszugehen, sondern von der Fülle, die uns anvertraut ist. Sie erzählen von der Freude beim Finden und ermutigen zum Teilen.

Heidelberg-Rohrbach, 24. Juni 2012, 15.00 Uhr, „Schweizer Hof“, HeinrichFuchs-Straße 85

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine mit Br. Manfred Kruppa. Zum dritten Mal treffen wir ins im Haus des Vereins „Diakonische Hausgemeinschaften“, einer Initiative, an der Br. Ingo Franz wesentlich beteiligt ist. Der „Schweizer Hof“ ist Lebensraum für Jung und Alt, Menschen in glücklichen und in schwierigen Lebensphasen. Nach dem Gottesdienst gemütliches Kaffeetrinken mit unseren Gastgebern. Speyer, 22. Juli 2012, 15.00 Uhr Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine, Br. M. Kruppa Ludwigshafen-Ruchheim, 2. September 2012, 10.00 Uhr

Ort des Gemeintages sind die alten Gebäude auf dem Herrnhaag bei Büdingen. Leitung: Erdmann Becker, Katharina Goodwin, Christoph Huss, Albrecht Stammler, Christoph Waas. Teilnehmerbeiträge 60 Euro für Erwachsene, 30 Euro für Jugendliche; Familien zahlen 130 Euro Eine ausführliche Einladung mit Anmeldeformular ist im Gemeindebüro erhältlich, Informationen auch auf www.evik.de regelmässige versammlungen So 10.00 Uhr Predigtgottesdienst Mo 18.15 Uhr Friedensgebet Do 19.30 Uhr Bibelgespräch

Gottesdienst (Herrnhuter Missionshilfe)

Sa 19.00 Uhr Singstunde

Langensteinbach, 16. September 20121, 15.00 Uhr, Evangelisches Gemeindehaus Weinbrennerstraße, 76307 Karlsbad

(Liedgottesdienst)

Nachdem Schw. Katharina Kronbach von ihrem Einsatz in Elim, Südafrika zurück ist, wird sie uns an ihren vielfältigen Eindrücken teilnehmen lassen. Zum Abschluss feiern wir Abendmahl. Weitere Informationen auf www.evik.de

gottesdienste in neuhausen Gottesdienste i. d. Pfarrkirche St. Martin 10. 6. 9.00 Uhr 15. 7. 9.00 Uhr mit Abendmahl Termine ab August noch unsicher, bitte auf Plakate und ins Gemeindeblatt schauen! 5. 8. 9.00 Uhr 26. 9. 9.00 Uhr mit Abendmahl 14. 10. 9.00 Uhr „Gespräche in der Alten Post“ 5. 7. 20.00 Uhr Rathaus: „Inklusion – eine Chance zum Miteinander“, Referent Wolfram Wschetezka 8. 11. 20.00 Uhr Rathaus: Zum Jahr der Kirchenmusik, Referent angefragt Außerdem ... 13. 7. 18.00 Uhr Grillabend im Kinder garten 1. 12. 15.00 Uhr Vor-Advents-Nach mittag

SCHWESTERNSEMINAR der Herrnhuter Brüdergemeine LABYRINTH DES LEBENS 5. bis 7. Oktober 2012 · Herrnhaag

Labyrinthe haben schon immer eine Faszination auf Menschen ausgeübt. Wir wollen es als Hilfsmittel nutzen, den eigenen Lebensweg anzuschauen. Dabei werden wir mittels der Methode der „Landart“ auf dem Herrnhaag ein begehbares Labyrinth gestalten. Singend und schweigend begehen wir wieder und wieder das Labyrinth. Hierbei können wir uns nicht verlaufen. Jesus ist bei uns auf dem Weg in die Mitte, wo wir Gott erwarten können. Bereichert werden wir aus dem Labyrinth und dem Wochenende in unseren Alltag zurückkehren. Kosten: 70 Euro zzgl. Fahrtkostenumlage Anmeldung bis zum 6. 8. 2012 an: Katharina Rühe, Witzfeldstraße 62, 40667 Meerbusch, Tel.: (021 32) 75 76 61 E-Mail: herrnhuter.bruedergemeine. nrw@t-online.de Es freuen sich auf Euch: Katharina Rühe, Annelie Schmitt und Renate Wörmann

PERSÖNLICHE MITTEILUNGEN - - - - - - - - - - - - TAUFEN - - - - - - - - - - - 24. 3. 2012 Samuel Ben Knöbel 8. 4. 2012 Marian Johannes Kleissendorf (in Buchenberg) 29. 4. 2012 Benjamin Jonas Mojsisch 29. 4. 2012 Laura Maria Mojsisch 29. 4. 2012 Sebastian Samuel Mojsisch 29. 4. 2012 Maximilian Justus Benjamin Schaible 29. 4. 2012 Jannis Vollprecht 6. 5. 2012 Mathea Noemi Feuerer - - - - - - - - - - KONFIRMATION - - - - - - - - 29. 4. 2012 in Königsfeld: Leon Bastian Dannert, Elisa Sofie Dogor, Lennard Fiehn, Shaleen Angelina Gässler, Finn-Louis Hagen, Felix Heinzel, Kevin Mike Huentz, Martina Friederike Huss, Ann-Sophie Luisa Kienzler, Anna Leoni Riegraf, Luise Stöckermann, Annika Viola Witt 22. 4. 2012 in Weiler: Marco Emanuel Schmid 29. 4. 2012 in Plankstadt: Léon Nathanael Zippel - - - - - - - - - - HEIMGÄNGE - - - - - - - - - 1. 2. 2012 Dora Roswitha Schweizer, geb. Häfele (73 Jahre) 16. 2. 2012 Ingeborg Hornscheidt, geb. Beinlich (82 Jahre) 17. 2. 2012 Hans-Reimar Ohlms (68 Jahre) 20. 2. 2012 Marie Strutz, geb. Pietsch (88 J.) 27. 2. 2012 Liselotte Maria Mathilde Klara Pavlista, geb. Griesel (95 J.) 7. 3. 2012 Renate Luise Marx (77 Jahre) 12. 3. 2012 Charlotte Pauline Marie Kaboth, geb. Müller (104 Jahre) 13. 3. 2012 Bruno Paul Pacholleck (86 J.) 31. 3. 2012 Inge Hedwig Feldmann, geb. Waßmuth (88 Jahre) 16. 4. 2012 Luise Helene Defren, geb. Schmitt (92 Jahre) 16. 4.2012 Erika Claus, geb. Weiler (95 J.) 18. 4. 2012 Maria Luise Schwarzwälder (82 J.) 24. 4. 2012 Hannelore Obergfell, geb. Brandt (78 Jahre) 26. 4. 2012 Gerda Lieselotte Ebert, geb. Kabierske (93 Jahre) 3. 5. 2012 Lene Eugenie Großhans, geb. Wahl (92 Jahre) 8. 5. 2012 Heinrich Theodor Dober (86 J.)

grafik: m. lessing

17. Juni 2012, 9.00 Uhr, Speyerdorf, 10.10 Uhr, Lachen

DACHREITER 1/2012


DACHREITER 1/2012 nachrichten & ter mine

Festk alender

Freitag 6. Juli: 20.00 Samstag 7. Juli: 9.00 11.00 12.30 14.00 16.30 19.30 Sonntag 8. Juli: 10.00 12.30

WOCHENENDE 6. – 8. JULI „Was ist im Saal geschehen?“, Dias und Filme aus alten Zeiten Bibelgespräch mit Gästen und Gemeinde Orgelmatinee Mittagessen Ortsführung „Die Baukunst der Herrnhuter Brüdergemeine und der Saal in Königsfeld“, Vortrag der Kunsthistorikerin Dr. Ulrike Carstensen „Ein Raum erzählt Geschichten“, Theater, Musik, Grüße und Beiträge von Gästen Festgottesdienst mit Pfr. J. Welschen, Unitäts-Direktion, anschließend Grußworte von OKR Prof. Dr. C. SchneiderHarpprecht und Bürgermeister F. Link. Mittagessen für die ganze Gemeinde

JUBILÄUMSAKTION „EIN OFFENES HAUS“ Das Jubiläumsjahr wollen wir zum Anlass nehmen, einige Renovierungen an dem Kirchensaalgebäude vorzunehmen. Dazu gehören der Dachreiter, die Gauben auf der Schwesternseite Süd, Sandsteinelemente an der Fassade, die Außentreppe auf der Schwesternseite, der Austausch von Fenstern im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss, die Foyers und Kronleuchter. Für diese Maßnahmen werden Zuschüsse beantragt. Dennoch kommt hier auch auf die beiden Gemeinden einiges zu. Auch für das Fest selbst, die Bewirtung der Gäste, die Ausstellung u. Ä. ist Geld nötig. Bitte helfen Sie uns, unser offenes Haus instand zu halten mit einer Jubiläumsspende, Stichwort „Ein offenes Haus“ auf das Konto Nr. 507504 (Brüdergemeine Königsfeld) bei der Evang. Kreditgenossenschaft Karlsruhe, BLZ 660 608 00. Ein Flyer liegt an den Ausgängen, eine Spendensäule mit wechselnder Miniaturausstellung macht auf das Projekt aufmerksam.

So klingt Gemeinde Unter diesem Titel haben Kirchenchor und Bläserchor zu ihrer 200-jährigen Geschichte eine kleine Festbroschüre herausgebracht. Sie ist für 2 Euro im Gemeindebüro erhältlich.

| Wanderfreizeit in Adelboden Schweiz · 27. 8. bis 1. 9. 2012

Seit vielen Jahren gibt es die Skifreizeit in Adelboden. Nachdem wir im Frühjahr 2011 wetterbedingt die Skier mit Wanderstiefeln tauschen mussten und begeistert waren, wollen wir nun erstmals eine Wanderfreizeit im Sommer anbieten – für Menschen aller Altersgruppen, Familien und Alleinstehende. Tagsüber finden sich Gruppen zum Wandern, oder man entspannt sich mal in der Sonne vor der Hütte – abends gibt es ein gemeinsames Programm. Wir wohnen in dem gut ausgestatteten Selbstversorgerhaus „Cantate“ in Adelboden (Schweiz), Übernachtung in Mehrbettzimmern. Wanderungen sind direkt vom Haus aus möglich. Die höher gelegenen Gebiete wie die Engstligen-Alp erreicht man leicht mit öffentlichen Bussen und Bergbahnen.

Foto: zvg.; c. huss

Kosten für Busfahrt ab Königsfeld, Unterbringung und Verpflegung

Erwachsene ab 20 J.: 170 Euro, 16 bis 19 J.: 145 Euro, 6 bis 15 J.: 120 Euro, 3 bis 5 J.: 95 Euro, 1 bis 2 J.: frei, zusätzlich ggf. Kosten für Bus in Adelboden und Bergbahn (Tageskarte ca. 32 Euro; 6 bis 15 Jahre 18 Euro). Anmeldeformular auf www.evik.de. Anmeldung bis 30. Juni 2012. Danach wird ein Bestätigungsschreiben versandt mit eine Zahlungsaufforderung. Leitung: Pfarrer Christoph Huss

kontakt

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EVANGELISCHE BRÜDERGEMEINE EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE Zinzendorfplatz 3, 78126 Königsfeld Tel.: (077 25) 93 82 0, Fax: (077 25) 93 82 22 E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org Mo - Fr: 9.00 - 12.00 Uhr; Do: 14.30 - 16.30 Uhr • Pfarrerin Annerose Klingner-Huss Pfarrer Christoph Huss; Tel.: (077 25) 93 82 20 E-Mail: huss@koenigsfeld.org • Pfarrerin Benigna Carstens ; Tel.: (077 25) 93 82 18 E-Mail: carstens@koenigsfeld.org • Vikarin Anita Zimmerling Enkelmann, Tel.: (077 25) 91 47 19 E-Mail: zimmerling.enkelmann@koenigsfeld.org • Verwaltungsleiter Peter Korkowski Tel.: (077 25) 93 82 12 E-Mail: korkowski@koenigsfeld.org • Kantorin Ulrike Brusch, Tel.: (077 25) 10 70 E-Mail: brusch@koenigsfeld.org • Jugenddiakonin Renate Brach, Tel.: (077 25) 71 42 E-Mail: r.brach@koenigsfeld.org Jugendräume Tel.: (077 25) 93 82 15 Kindergarten „Arche“ Tel.: (077 25) 28 32 E-Mail: kindergarten@koenigsfeld.org Ehe-, Familien- und Lebensberatung Diakonisches Werk; Tel.: (077 21) 84 51 50 E-Mail: beratungsstelle@diakonie-villingen.de Sozialstation Judith Wolf-Baum Tel.: (077 25) 91 57 14, 0152 217 317 55 Kontaktadressen Region Nord • Katharina Kronbach, Fliederstraße 28, 76307 Karlsbad, Tel.: (072 02) 40 53 21, E-Mail: k.kronbach@koenigsfeld.org • Manfred Kruppa, Brückstraße 7, 76703 Kraichtal 2, Tel.: (072 51) 96 14 51 E-Mail: m.kruppa@koenigsfeld.org • Andreas Schlimm, In den Klostergärten 31, 67227 Frankenthal, Tel. + Fax: (062 33) 288 47, E-Mail: ab.schlimm@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Süd • Barbara Hofmann, Emmendinger Straße 14 79211 Denzlingen, Tel.: (076 66) 990 87 • Pfr. i. R. Gerold Peper, Hammersteiner Straße 15 79400 Kandern, Tel.: (076 26) 97 27 11, 597 22 49 Bankverbindung Konto-Nr. 507 504 Ev. Kreditgenossenschaft (BLZ 520 604 10) Für Kirchengemeinde bitte Verwendungs zweck „Landeskirche“ angeben SeniorenAppartements im Herrnhuter Haus Zinzendorfplatz 7; Leitung: Peter Korkowski (s. o.) Alten- & Pflegeheim Christoph-Blumhardt-Haus Stellwaldstraße 1, 78126 Königsfeld Leitung: Jürgen Lieberum, Tel.: (077 25) 93 85 0 E-Mail: info@christoph-blumhardt-haus.de Spendenkonto Kreissparkasse Schwarzwald Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 150 933 359

impressum Dachreiter, der Gemeindebrief der Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld, erscheint vierteljährlich für Mitglieder, Einwohner, Gäste und Freunde. Herausgeber: Evangelische Brüdergemeine und Evangelische Kirchengemeinde Königsfeld Verantwortlich für diese Ausgabe: Christoph Huss Realisation: DIGNUS.DE Medien GmbH Auflage: 2.200 Stück 1,30 Euro; Preis im Gemeinbeitrag enthalten.


Dachreiter

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DACHREITER 1/2012

DACHREITER 2/2012

Gesichtszüge des Kirchensaales | Im Gesicht eines Menschen kann man lesen. Manches sieht man, manches ahnt man, manches muss man sich erzählen lassen. Das ist nicht anders bei einem Portrait des Kirchensaales.

kleines Bild Fußboden (Ausschnitt von oben)

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ie Fußbodendielen sind noch die alten von vor 200 Jahren. Wie viele Menschen sind darüber gelaufen, leichtfüßig oder schweren Herzens, achtlos trampelnd oder ergriffen verharrend! Am Unterbau des Saalbodens musste immer wieder gearbeitet werden. Schon vier Jahre nach der Einweihung musste ein halbhoher Kniekeller gegraben werden, da der Hausschwamm in die ebenerdig verlegten Hölzer eingedrungen war. Zuletzt wurden im Frühjahr 2012 Teile des Unterbaus erneuert. Aber obendrauf sind es die alten Bretter seit 200 Jahren.

kamen weitgehend aus den Nachbarorten. Steine zum Bau des Kirchengebäudes gewann man in Königsfeld selbst. Der Steinbruch für die Bruchsteine in den Außenmauern lag dort, wo heute der naturwissenschaftliche Trakt der Zinzendorfschulen steht. Auch eine Ziegelei war in Königsfeld eingerichtet worden, ebenso wie eine Schlosserei und Schmiede. Den Sandstein für die Gewände von Fenstern und Türen kaufte man in Fischbach. Die Herkunftsorte der am Bau Beteiligten spiegeln die Beziehungen wieder, die Königsfeld schon damals unterhielt: zu den umliegenden Orten, zu den christlichen Kreisen Württembergs und Badens und den anderen Brüdergemeinorten. kleines Bild Bank (Ausschnitt von oben)

kleines Bild Baumaterial

Kleines Bild Orgel (Ausschnitt von oben)

Die eigentliche Zierde das Saales, sagt Zinzendorf, ist die versammelte Gemeinde. Aber auch der leere Saal weist neben dem rustikalen Holzboden und dem beherrschenden Weiß Schmuck auf. Dazu gehören die Messingleuchter an der Decke und den Wänden, die 2012 wieder in altem Glanz erstrahlen sollen. Sie stammen aus dem Jahr 1902, als die Azetylenbeleuchtung die Kerzen ablöste. Als 1913 die Elektrifizierung begann, wurden die S-förmigen Zuleitungen nach unten gedreht und mit Stromleitungen versehen. Ein Schmuckstück ist auch die Orgel mit dem Prospekt aus der Nachfolge von Silbermann, ein Geschenk aus Barby; und seit 2012 der Osterkerzenständer, wie das Lesepult und der Besinnungstisch entstanden aus den liturgischen Bedürfnissen von Brüdergemeine und Landeskirche unter dem einen Dach des Kirchensaales.

Der Kirchensaal mit seinen Anbauten war das vierte große Gebäude, das in Königsfeld entstand. Man vertraute dabei auf die bereits bewährten Bauleute. Die württembergische Herzoginnenwitwe Franziska von Hohenheim stellte wieder ihren Baumeister Andreas Hartmann zur Verfügung. Der Zimmermeister Johann Jacob Rauschenberger aus Öschelbronn bei Herrenberg hatte sich mit seiner Familie bereits in Königsfeld angesiedelt. Michael Nagel leitete die Maurer- und Steinmetzarbeiten. Die ausführenden Arbeiter

Bei den Bauplänen orientierten sich der Mathematiker Renatus Früauf aus Großhennersdorf bei Herrnhut und der Basler Architekt Stähelin an den bereits vorhandenen Saalbauten im Herrnhuter Stil in Neuwied und Gnadenberg. Der Bau, so ist zu lesen, „vereinfacht die Formen des bürgerlichen Barocks im Stile eines schlichten Empire“. Das Weiß in seiner Schlichtheit hatte man erst schön und dann auch sprechend empfunden: der Saal als das weiße Gewand der Gemeinde, wie das weiße Kleid der Erlösten, das Johannes in seinem Buch der Offenbarung beschreibt.

foto: j. Potschaske, c. Huss, d. Fleig

Christoph Huss |


Dachreiter

3/2012 · september Königsfeld www.dachreiter.org

Informationen der Evangelischen Brüdergemeine und Evangelischen Kirchengemeinde

willkommen Willkommen, liebe Leser und Leserinnen, zurück aus einem Sommer, der vielleicht nicht nur wegen des Wetters bei manchem von uns anders als geplant verlief. Dass wir uns unseren Lebensweg erdenken und dann doch, wie bei Petrus, manches anders kommt, ist der sozusagen lebenspraktische Pol dieses Dachreiters. Der andere Pol ist die alte theologische Streitfrage, die dieses Problem auf die Spitze treibt, nach der Prädestination, der Vorherbestimmung durch Gott zu ewigem Heil oder Unheil. Interessant ist, dass solch reichlich theoretisch anmutende Denkgebäude weltbewegende ökonomische Folgen haben. Die eingestreuten Bilder von Treppen aus Königsfeld stehen symbolisch für die Stufenfolge unserer Lebenswege. Die Bearbeitung der Fotos mag als Anregung dienen, den eigenen Lebensweg einmal im Bild einer Treppe zu gestalten. Euch und Ihnen eine gute Lektüre

Benigna Carstens inhalt WENN GOTT WILL UND WIR ... Dies oder das tun, wenn der Herr will 25 Alles vorherbestimmt?

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Sparsam, fleißig ... selig

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Neuhauser Spalte: Lotse im Boot

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‚Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt‘. Neues Leitbild der Brüder-Unität

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Gut zu wissen, was eine Maus ist

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Abgebildet

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Junger Dachreiter

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Nachrichten und Termine

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Lobt ihn mit Posaunen

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Dies oder das tun, wenn der Herr will Z

wei Treppen, ob wir in unserem Leben eher die eine oder die andere hinaufsteigen, ist vorbestimmt. Die untere führt zu Kleinem Saal und Pfarrbüro im Kirchensaalgebäude Königsfeld, die oben auf die Orgelempore der Neuhauser St. Martins-Kirche. Konfesssion, Musikgeschmack, Berufswunsch, vieles an unseren höchst persönlichen Lebenswegen ist nicht nur eigene Wahl, sondern angelegt, vielleicht festgelegt, längst bevor es uns gab. Ist es auch das Ziel des Lebens? Wieviel Gestaltungsmöglichkeit habe ich? Fragen, die wir nicht täglich bedenken, die aber die Menschheit seit jeher beschäftigen. Als kleines Mädchen hat es mich einmal ziemlich aufgebracht, als ich zu begreifen glaubte, dass ich Gott mit nichts überraschen könne. Egal, wofür ich mich entschied, meinte ich, ob ich das von mir Verlangte oder „das Böse“ täte, Gott wür-

de ja alles sowiewo schon genauso von jeher geplant haben. Möglicherweise scheinen diese Überlegungen etwas weit weg von Ihrem Alltagssorgen im Spätsommer 2012? Dabei erklimmen viele von uns jetzt im September nach den Ferien wieder eine kleine oder größere Stufe unseres Lebens. Und manche sind schon beim Planen von weiteren Treppenstufen – am liebsten hätten wir es ja immer bergauf. Ohne dass unsere christlichen Vorfahren das Verhältnis von unserem Wollen und Planen und Gottes Plan wirlich einsichtig erklärt hätten und ohne dass wir damit viel weiter wären, scheint mir der Vorschlag von Jakobus 4, 15 einleuchtend, nämlich zu sagen: „Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.“ Benigna Carstens |


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Alles vorherbestimmt?

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| Was kann der Einzelne zur Vergebung seiner Sünden tun, und was, dass Gott ihm Gnade und Heil gewährt? Oder kann ein Christ letztlich nur der souveränen Entscheidung Gottes vertrauen, der über das Heil des Gläubigen vor aller Zeit bestimmt?

eit es Christen gibt, wird über diese wichtige Glaubensfrage der “Vorherbestimmung“ (lateinisch: praedestinatio) kontrovers diskutiert. Dabei können sich Befürworter und Gegner einer Prädestination auf Bibelworte als Grundlage ihrer theologischen Konzepte berufen. Augustinus (354-430) betonte in Diskussionen mit Vertretern anderer Auffassungen, dass es allein Gottes Entscheidung sei, wen er „erwählt“, unabhängig vom Handeln oder Glauben des Erwählten. Die katholische Kirche folgte dieser Lehre der „einfachen Prädestination“ nicht, sondern billigte dem Einzelnen Entscheidungsfreiheit gegenüber den Gnadengaben der Kirche zu. Durch Bußauflagen und „gute Werke“, bis hin zum Kauf eines Ablasses, konnte der Gläubige, der seine Verfehlungen bereute, die Vergebung der Sünden fördern. Demgegenüber hob Martin Luther (14831546) die alles umfassende Gnade Gottes hervor: Durch den Tod Christi am Kreuz ist jeder Gläubige gerettet, unabhängig von seinen „guten Werken“ und bereuten Verfehlungen. Eine freie Willensentscheidung des Einzelnen für den Glauben an den christlichen Gott gab es für Luther nicht: „Das ist die Vernunft selbst gezwungen zuzugeben, die zugleich selbst bezeugt, dass es einen freien Willen weder im Menschen noch im Engel noch sonst in einer Kreatur geben kann“ (Vom unfreien Willen, 1525). Wenn es die Prädestination zum Heil in Gott gibt, so ist auch eine Vorherbestimmung von Menschen zu ewiger Verdammnis durch Gott anzunehmen. Diese „doppelte Prädestination“ vertraten in der Reformationszeit die Schweizer J. Calvin (1509-1564) und U. Zwingli (1484-1531). Sie gelten als Begründer der Reformierten Kirche(n). Calvin sah in der Vorherbestimmung jedes Einzelnen entweder zum Heil (ohne eigene Verdienste) oder zur Verdammnis (ohne schwere eigene Verfehlungen) einen „furchtbaren Ratschluss

Gottes“. Er musste ihn aber, wie er glaubte, auf der Grundlage biblischer Texte annehmen. Für uns ist heute schwer verständlich, dass Calvin mit der „doppelten Prädestination“ vor allem seelsorgerliche Ermutigung verband und weniger auf das Schicksal des Einzelnen abhob. Er wollte mit seiner Auffassung der Prädestination besonders den verfolgten, exkommunizierten Hugenotten in Frankreich Trost zusprechen: Durch Gottes souveräne Entscheidung werden sie, auch unter übelsten Lebensumständen, immer „erwählt“ bleiben. Die „doppelte Prädestination“ war seit der Synode von Dortrecht (1618/19) offizielle Lehre der Reformierten Kirche. Erst in der „Leuenberger Konkordie“ (1973) der lutherischen, unierten und reformierten Kirchen distanzierten sich letztere von der „doppelten Prädestination“. Überhaupt wurde in der Konkordie an einer strikten Prädestination nicht festgehalten und die freie Willensentscheidung des Menschen nicht kategorisch abgelehnt. Der bedeutende reformierte Theologe Karl Barth (1886-1968) betonte dagegen nach calvinistischer Lehre erneut die Souveränität Gottes, die die Aktivität des Menschen vergleichsweise unerheblich erscheinen lässt. Barth hebt hervor, dass sich der Wille Gottes dem Menschen in Jesus Christus offenbart. Interessanterweise sind nach seinem Verständnis „verworfen“ oder „erwählt“ in erster Linie Attribute Gottes und nicht des Menschen. In Jesus Christus ist Gott sowohl der erwählende Gott als auch der verworfene und erwählte Mensch. Wie Christus ist die gesamte Menschheit zu Kreuz und Auferstehung vorherbestimmt. Es gibt keine Gruppen von Verworfenen und Erwählten, die sich gegenseitig ausschließen. Wir stehen alle gemeinsam vor Jesus Christus, durch ihn sind wir erwählt. Diese universelle Prädestination sollte in der Gemeinde zweierlei bewirken: die Erlösung von Angst und Zweifel hinsichtlich des persönlichen Er-

wähltseins und ein Verbot jeder „Exklusivität“, da es niemanden gibt, auf den man herabblicken kann. Als erwähltes Mitglied der Gemeinde soll der Christ in Demut vor Gott leben. Die unterschiedlichen Konzepte der Prädestination sind weit über den eigentlich theologischen Bereich hinaus von Bedeutung. Einige Beispiele seien wenigstens erwähnt. In der Philosophie wird die Willensfreiheit des Menschen seit vielen Jahrhunderten bis heute strittig diskutiert. Sie ist auch Forschungsgegenstand der Biowissenschaften geworden, die die Willensfreiheit tendenziell eher verneint, und, zumindest durch einige Vertreter, das Gefühl des Wollens als Epiphänomen neuronaler Prozesse deutet. Wenn aber die Freiheit der Entscheidung möglicherweise gar nicht gegeben ist, wie sind dann „Verantwortliches Handeln“ und „Schuldfähigkeit“ gesunder Personen bei ungesetzlichen Taten zu denken? Mitglieder reformierter Kirchen, die ja die „doppelte Prädestination“ lehrten, glaubten im Gelingen ihrer Vorhaben einen Hinweis auf ihr „Erwähltsein“ sehen zu können. Mit ungeheurem Fleiß entwickelten sie neue Produktionsformen, die die gesamte europäische Gesellschaft grundlegend veränderten (siehe dazu den Beitrag von Dr. Albrecht Moritz auf der nächsten Seite). Alles vorherbestimmt? Die Prädestinationslehren sind theologische Konzepte, keine letzten Wahrheiten. Christen vertrauen darauf, dass sie „nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand“ (A. Pötzsch). Helfried Glitsch | Quellen: Gesangbuch der Evangelischen Brüdergemeine. Friedrich Reinhardt Verlag, Basel, 2007, S. 989. InternetSuchmaschine Google mit den Suchbegriffen „Leuenberger Konkordie“, „Martin Luther“, „Prädestination“, „Willensfreiheit“, „Vom unfreien Willen“

fotos: zvg.

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DACHREITER 1/2012 wenn gott will und wir ...

neuhauser spalte

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Lotse im Boot

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Sparsam, fleißig ... selig

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| Heil oder Verdammnis? Die Prädestinationslehre ist nicht nur eine persönliche Glaubensweise – sie hatte weltgeschichtliche Folgen.

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ie Bruder Helfried Glitsch dargestellt hat, lebt der Mensch laut Calvin im Ungewissen, ob er nach dem „furchtbaren Ratschluss Gottes“ zum ewigen Heil oder zur Verdammnis vorherbestimmt ist. Weil es keine sicheren Zeichen der Erwähltheit gibt, bleibt dem Gläubigen nur, sich mit Furcht und Zittern seines ewigen Heils zu versichern, indem er versucht, sein Leben durch gesteigerte Pflichterfüllung zu heiligen und die Welt zum Ruhme Gottes umzugestalten. Was ihm an Fähigkeiten und an Gütern gegeben ist, das soll er unermüdlich zur Ehre Gottes und zum Wohle des Nächsten und der Gesamtheit nutzen. 1541 erhält Calvin von der Stadt Genf den Auftrag, das kirchliche Leben neu zu ordnen. Er errichtet ein Sittengericht, das den regelmäßigen Besuch des Gottesdienstes und des Abendmahls kontrolliert, jeden Luxus untersagt, Tanz, Gelage und Würfelspiel verbietet und alle Bürger zu emsiger Arbeit ermahnt. Von der Schweiz (in Zürich wirkt Huldreich Zwingli in ähnlichem Sinne) breitet sich die „reformierte Kirche“ nach Deutschland aus, ebenso nach Polen, Ungarn, dann vor allem nach Frankreich, in die Niederlande, nach England und schließlich nach Nordamerika und Südafrika.

Königsfelder Treppen:

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Am Haus Katharina von Gersdorf

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Im Herrnuter Haus

Feuerleiter am AmosComenius-Schulhaus

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Zur Glocke im Dachreiter

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Im Christoph-BlumhardtHaus

Fotos: zvg.

In Frankreich nennt man die Reformierten „les iguenots“ (die Eidgenossen). Nach schrecklichen Auseinandersetzungen werden sie ein knappes Jahrhundert geduldet und schließlich doch vertrieben (1685). Als „Hugenotten“ nehmen die protestantischen Staaten in Deutschland sie mit offenen Armen auf. Das gilt vor allem für Brandenburg-Preußen unter dem Großen Kurfürsten. Kenntnisse und Fleiß der „Refugés“ sowie ihr ordentliches sittenstrenges Leben sind ein unschätzbarer Gewinn. Ihr Ethos prägt auch das preußische Herrscherhaus, denn französische Hugenotten sind als Prinzen-Erzieher hoch geschätzt. So schreibt zum Beispiel der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. ins Testament für seinen Sohn (Friedrich den Großen): „Arbeiten müsst Ihr, so wie ich es immer getan habe. ... Die Regenten sind zur Arbeit erkoren und nicht zum faulen leeren Weiberleben.“ Auch der Aufstieg der Niederlande im 17. Jahrhundert geschieht auf der ethischen Basis des Calvinismus. In England erringen die Puritaner, ebenfalls gesprägt von den Lehren Calvins, den Sieg über das absolutistische System der katholischen Stuarts. Mit der Berufung Wilhelms von Oranien zum englischen König (1689) unter Mitwirkung des Parlaments erfolgt bereits der Durchbruch zum Parlamentarismus. Künftig kontrolliert die Volksvertretung den König und wacht über die Staatsfinanzen. Das Beispiel wird Schule machen – vor allem durch die Französische Revolution hundert Jahre später. Größten Einfluss gewinnen die calvinistisch geprägten Puritaner schließlich in den britischen Kolonien in Amerika. Die Unabhängigkeitserklärung von 1776, sozusagen die Geburtsurkunde der USA, ist geprägt von ihren Vorstellungen. Interessant ist, dass zu den „unveräußerlichen Rechten“ jedes Bürgers auch das „Streben nach Glückseligkeit“ gehört. Damit ist nichts anderes gemeint als das Prinzip:

imm Dein Leben in die Hand“ sagt man. Zupacken, Engagement, Aktivität sind Schlagworte des modernen Lebens. Wirtschaft und Werbung zeigen dynamische Menschen, die das Leben im Griff haben. Wir sind nicht nur „Denker“, wir sind auch unsere täglichen „Lenker“ geworden. In Wirklichkeit erlebe ich in der Lebensrealität immer öfter Menschen, die die Richtung verlieren, ins Taumeln geraten, aus der Bahn geworfen werden. Schicksal, Krankheit, Überforderung in Familie und Beruf können uns Menschen manövrierunfähig machen. Der Maschinentelegraf meldet: „Alle Maschinen auf „Stopp!“ Eben doch keine Allmacht über das Leben und seine Abläufe? In Ruhe muss dann die Balance zwischen Handeln und Zulassen neu gefunden werden. Auch das mühevolle Wiederentdecken unseres geistigen Kerns wird helfen. Wenn wir den Schöpfer als Lotse mit ins Boot lassen, kann Fahrt aufgenommen werden: Selber steuern unter kompetenter Führung, das entlastet, befreit und macht Mut zum Handeln. Malte Müller |

„Freie Bahn dem Tüchtigen“. Freie Bahn wiederum bedeutet eine Wirtschaftsordnung ohne Eingriffe des Staates, wie sie gegen Ende des 18. Jahrhunderts von Adam Smith, dem Vater des modernen Kapitalismus, theoretisch begründet wird. Der Kapitalismus aber wird mit seiner Konkurrenz- und Wachstumsideologie zum Motor der industriellen Revolution, die heute fast die gesamte Welt erfasst hat und sie, bedingt durch die natürlichen Grenzen des Wachstums, früher oder später in die Krise treiben wird. Was hat das nun noch mit der Prädestinationslehre Calvins zu tun? Laut Calvin kann der Gläubige die Seligkeit nicht kaufen, aber er kann die Angst, sie zu verfehlen, mindern, wenn er ein Leben ohne Luxus führt – sparsam und fleißig. Er kann darauf vertrauen, dass Gott dem hilft, der sich selbst hilft. Und der wirtschaftliche Erfolg ist gewiss schon ein Zeichen für Gottes Segen und lässt hoffen, dereinst zu den Erwählten und nicht zu den Verdammten zu gehören. So hat das calvinistische Lebensethos ganz entscheidend zur Bildung der modernen Wirtschaftswelt beigetragen und, man kann es ohne Übertreibung sagen, eine weltgeschichtliche Wirkung hervorgebracht. Albrecht Moritz |


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DACHREITER 1/2012

Leitbild Eineinhalb Jahre arbeiteten die Gemeinden am „Leitbildprozess“. Eine von der Direktion eingesetzte Leitbildgruppe hatte daraus einen Entwurf für die Synode geformt, der zunächst durch alle synodalen Ausschüsse lief, und schließlich von einem extra Ausschuss überarbeitet wurde, in dem aus Königsfeld die Synodale Christiane Paul-Klingner und Benigna Carstens mitwirkten.

| In der Geschichte von „Plisch und Plum“ nimmt eine ursprünglich schlimme Absicht doch noch eine günstige Wende. Sie wird von Wilhelm Busch mit obigem Satz eingeleitet.

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in Bauer will zwei Welpen in einem Tümpel ertränken, doch die flinken Knaben Paul und Peter springen hinterher, retten und behalten sie. Soweit die positive Variante eines durchkreuzten Plans, denn oft erleben wir es eher anders. Unser wohl durchdachter Plan geht nicht auf, und wenn uns in einem wichtigen Vorhaben ein Strich durch die Rechnung gemacht wird, fällt es schwer, sich damit abzufinden Vielleicht relativiert sich im Nachhinein einiges. Wenn ich an meine inzwischen fünfzig Jahre zurück liegende Abiturfeier denke, mit wieviel Hoffnung, Spannung, Zuversicht und Begeisterung ich auf das vor mir liegende Leben blickte: ein guter Start, die besten Voraussetzungen, alle Möglichkeiten – ähnlich wie in dem damaligen englischen Hit „Those were the days“, nämlich: singen und tanzen, das Leben leben, das wir wählen, kämpfen und niemals verlieren, usw. Ganz so war es dann nicht. Manches hätte ich mir anders gewünscht, einiges ist echt gelungen – überhaupt, wusste ich denn immer, was ich wollte, oder kam es, wie es sollte? Lag es an mir, oder wer nahm Einfluss? Waltet der liebe Gott über allem, und was bedeutet das für meine Vorstellungen und Vorsätze? Nützen Zielstrebigkeit und starker Wille, oder sind wir festgelegt und unser Leben programmiert? Ich glaube, viele Menschen, auch die meisten „Frommen“, stellen sich irgendwann diese Fragen. Und auch die letzteren meinen nicht selten, wenn ihre Hoffnungen enttäuscht wurden, es hätte doch keinem geschadet, wenn es diesmal nach ihrem Willen gegangen wäre. Sind es vielleicht dieselben, die sich oft dabei ertappen, dass sie ihre guten Absichten doch nicht ausfüh-

ren, sondern zurückweichen? Wer hat nicht schon einmal mit sich und mit Gott gehadert? Es gibt eine neutestamentliche Gestalt, an der ein begeisterter Anfang, die gute Absicht, sich einem Auftrag zu stellen und das völlige Versagen abzulesen sind, die Festigkeit der Überzeugung neben dem Wankelmut, die Sicherheit neben der Angst vor dem Versinken, die unbedingte Nachfolge neben dem eigenen starken Willen. Ob das alles so sein musste? Ich meine Petrus, den Berufenen und Erwählten, der blieb und sich damit schwer tat, den Fels mit der Himmelsschlüsselgewalt und im nächsten Moment der Satansbraten, den Kämpfer und den feigen Verleugner. Petrus, der nach Ostern neu beauftragt wurde mit dem Ausblick auf „geführt werden, wohin du nicht willst“ (Joh. 21,18). Es gibt Hinweise in den Petrusbriefen, in Briefen der Kirchenväter und in den Petrusakten, die von seinem Aufenthalt und Tod (64) in Rom während einer Christenverfolgung unter Kaiser Nero berichten. In dem Roman „Quo vadis“ beschreibt der polnische Schriftsteller Henryk Sienkiewicz diese Zeit und setzt Petrus ein Denkmal. Noch einmal befällt Petrus sein Wankelmut. Freunde verhelfen ihm zur Flucht vor der Gefangennahme. Auf der Via Appia begegnet ihm Christus, der ihm auf die Frage „Herr, wohin gehst du?“ (Quo vadis, Domine?) antwortet: „Weil du fliehst, gehe ich nach Rom, um mich noch einmal kreuzigen zu lassen.“ Hat Jesus Petrus genötigt oder an seine damalige Verleugnung erinnert? Hat Petrus „seinen“ Weg erkannt? Er kehrt nach Rom zurück und wird dort – wie auch Paulus – gekreuzigt. Niemals

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Jesus Christus steht für uns im Zentrum. it seinem Leben hat er uns gezeigt, wie Gott ist. Er hat uns Liebe, Vergebung und Gemeinschaft gelehrt und ging damit bis zum Äußersten, zum Tod am Kreuz. Christus ist auferstanden. Wir vertrauen auf ihn, auch da, wo wir scheitern und schuldig werden. Er begegnet uns als Bruder, der uns befreit, befähigt und beauftragt, seine Liebe weiterzugeben.

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vorher, so heißt es, habe Petrus mehr Würde, mehr Entschiedenheit und Ruhe ausgestrahlt als auf dem Weg zur Hinrichtung – geführt, wohin er eigentlich nicht wollte. Es gibt mehr Beispiele von solchem Einwilligen in etwas Unausweichliches mit Gelassenheit und Hingabe, die mir unbegreiflich erscheinen, auch wenn es nicht immer so endgültig sein muss. Trotzdem möchte ich mich darauf verlassen können, dass auf einem Weg, der mir nicht gefällt, den ich nicht gehen will, mein Vertrauen wächst, dass es Gottes Weg für mich ist, dass er ihn mit mir geht, dass ich ihn deshalb mutig, vielleicht sogar fröhlich gehen kann. Martin Luther hat gesagt: „Wenn nicht geschieht, was ich will, nun so geschieht, was besser für mich ist.“ Immerhin, es könnte stimmen. Ursula Böcker |

BILD: zvg.

‚Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt‘.

Die Evangelische Brüder-Unität Herrnhuter Brüdergemeine ist eine protestantische Kirche. ie ist ein europäischer Zweig der internationalen Brüder-Unität. Ihre Wurzeln liegen in der tschechischen Reformation und in der Herrnhuter Bewegung um Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. Sie glaubt mit der ganzen Christenheit an den dreieinigen Gott, wie er sich in der Bibel offenbart.


DACHREITER 1/2012 Christoph-Blumhardt-Haus & zinzendorfschulen

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Vielfalt leben. Grenzen überwinden n unserer Kirche sind Menschen verschiedener Kulturen, Sprachen und Traditionen zu Hause. Diese Vielfalt prägt unser kirchliches Leben, bereichert uns und fordert uns heraus. Wir öffnen uns für die Begegnung mit Menschen, die anders leben und glauben als wir. Weil Migration einen großen Einfluss auf unsere Kirche hat, können wir Grenzen überwinden. Wir gestalten Einheit in Verschiedenheit.

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Glauben leben. Hoffnung weitergeben nser Glaube gewinnt Gestalt in unserem Alltag, in unserem Singen, Beten und Arbeiten. Die Losungen helfen uns, Gottes Wort konkret werden zu lassen. Sie verbinden uns untereinander und mit Christen aus anderen Kirchen. Mit diakonischen Einrichtungen, Schulen und Missionsorganisationen engagieren wir uns für Andere. Wir setzen uns für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung ein. Mit Wort und Tat wollen wir unsere Hoffnung bezeugen und zum Glauben einladen.

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Aus dem Erbe schöpfen. Zukunft gestalten ielfältige Glaubenserfahrungen, Gottesdienstformen und Aufgaben sind uns als Erbe anvertraut. Immer neu prüfen wir, was für Menschen heute segensreich sein kann. Im Vertrauen auf Gottes lebendigen Geist gestalten wir Neues. Wir verlassen uns nicht auf uns selbst, sondern auf Gottes Verheißungen.

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In Gemeinschaft leben. Einzelne wertschätzen urch Jesus werden wir zu Schwestern und Brüdern. Wie er wollen wir aufmerksam sein für Benachteiligte, einander wertschätzen - auch in Konflikten. Wir nehmen einander an als Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen, Begabungen und Biographien und bringen diese in unsere Gemeinschaft ein. Wir haben unter uns keine Rangordnungen.

Fotos: Zinzendorfschulen

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Im Internet-Café des Christoph-Blumhardt-Hauses waren die jungen Menschen die Lehrer und die Senioren die Schüler. Für das Sozialpraktikum gab es eine Urkunde.

Gut zu wissen, was eine Maus ist | Internatsschüler beenden neues Sozialpraktikum im Christoph-Blumhardt-Haus. Schule und Altenheim ziehen positive Bilanz.

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s war eine schöne Erfahrung, jemandem helfen zu können“, meinte einer der Zinzendorfschüler, die im ChristophBlumhardt-Haus (CBH) ein mehrwöchiges Sozialpraktikum leisteten. Es ist seit Beginn des Schuljahres für alle Tagesund Vollzeitinternatsschüler der Klassen 7 bis 9 verpflichtend. Sie können wählen, ob sie den Bewohnern des CBH etwas vorlesen und mit ihnen spielen oder im neu errichteten Internet-Café Hilfestellung im Umgang mit Computern geben wollten. In beiden Gruppen machten sich die Schülerinnen und Schüler schnell unentbehrlich: „Die Bewohnerinnen und Bewohner erwarteten die Nachmittage, an denen die Schüler kamen, mit Spannung“, sagte Heimleiter Jürgen Lieberum bei einer Feierstunde zum Abschluss des Sozialpraktikums. „Schon kurz nach dem Start erzählte mir eine Seniorin ganz stolz: ‚Herr Lieberum, ich weiß jetzt, was eine Maus ist.’“ Mit diesem neuen Projekt steige die Lebensqualität für die Bewohner messbar, meinte der Heimleiter, bevor er seine kurze Ansprache mit den an Rainer Wittmann gerichteten Worten schloss: „Sie haben tolle Schüler!“ Der geschäftsführende Schul-

leiter wiederum freute sich zu beobachten, wie sich Senioren und Schüler strahlend anlächeln, und stellte heraus, dass diese Erfahrung nicht nur für die Senioren, sondern auch für die Jugendlichen sehr positiv war. „Damit wurde den jungen Menschen gezeigt, dass ihre Hilfe wertvoll ist.“ Ein fast 90-jähriger Heimbewohner sagte, dass er sich, als er noch zu Hause wohnte, zu alt fühlte, um den Umgang mit dem Computer auszuprobieren. „Dank der jungen Leute habe ich doch noch etwas gelernt.“ Bevor die 35 Schülerinnen und Schüler Urkunden für ihr Sozialpraktikum bekamen und bei Kaffee und Kuchen die gemeinsame Zeit mit den Senioren beendeten, meinte eine Bewohnerin des Altenheims: „Es war sehr schön, dass die Jugendlichen uns geholfen haben, aber meine Ausbildung im Internet ist noch nicht beendet. Bitte schicken Sie wieder Schüler.“ Das versprach der Schulpfarrer der Zinzendorfschulen, Christoph Fischer, der gemeinsam mit dem Leiter des Jungeninternats Haus Früauf, Andreas Sendlbeck, und Jürgen Lieberum das Projekt zur Begegnung zwischen den Generationen entwickelt hatte. |


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Das Thema „Segen erfahren – Segen sein“ zog sich durch das ganze Wochenende. Die Losung des Einweihungstages im Jahre 1812 aus Genesis 12 „Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein“ war Gegenstand des Bibelgespräches am Samstagmorgen. Sie kehrte im vorgeschlagenen Predigttext am Sonntag wieder. „Es lohnt sich aufzubrechen in ein Land, das Gott uns zeigen will. Dann kann unser Kirchensaal eine Wohnung des Friedens werden, eine Hütte voll Segen“, so J. Welschen in der Festpredigt. Konkret wurde der Segen solch eines Festes erfahrbar durch das Geschenk der Delegation aus Ebersdorf: Die Gummibärchentüten, die Kinder austeilten, trugen die Aufschrift: „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.“

Zu einem Fest gehören Gäste. Viele waren gekommen aus den Kirchenleitungen, dem Kirchenbezirk, aus der Politischen Gemeinde, Vereinen, Nachbargemeinden, Partnergemeinden (im Bild die Rotterdammer Delegation), und aus der Schule. Bauleute und ihre Nachfahren, ehemalige Gemeinhelfer und Verwaltungsleiter gehörten dazu. Andere sandten herzliche Grüße.

Nachdem bereits vor den Jubiläumsfeierlichkeiten die Wandleuchter im Kirchensaal einer gründlichen Reinigung und Aufpolierung unterzogen worden sind, nutzen wir die hellen Sommermonate, um den mit einer satten Patina überzogenen Kronleuchtern eine Generalüberholung zukommen zu lassen. Der zwischenzeitlich abends indirekt beleuchtete Kirchenssal ist auch ein interessantes Erlebnis.

Vom 1. bis 9. Juni 2012 tagte im Kirchensaal Königsfeld die Synode der Brüder-Unität. Die traditionell aus der örtlichen Gemeinde stammenden Synodaldiener werden im als Plenarraum eingerichteten Kirchensaal in ihr Amt eingewiesen – von links die Brüder Renkewitz, Bettermann, Köhler, Kurt und Fleig. Rechts: Synodale aus den Niederlanden und Estland beim immer reichlichen und hochgelobten Essen im Speisesaal des Hauses Christian Renatus der Zinzendorfschulen.

Zum wiederholten Male fuhr die neue Konfirmandengruppe ins Hus-Museum Konstanz, um mehr von diesem geistigen Vorfahren der Brüder-Unität zu erfahren, dessen Verbrennung auf dem Konzil in Konstanz vor 600 Jahren im Rahmen der Konzilsfeierlichkeiten 1415 gedacht werden wird.

Das nunmehr 5. Postgespräch im Neuhauser Rathaus fand am 5. Juli 2012 statt. Der Pädagoge Wolfram Wschetetzka sprach zum Thema „Inklusion“. Es ging um das Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten in unserer Gesellschaft. Mehr als das Wort „Integration“, das suggerieren könnte, dass behinderte Menschen durch gewissen Anstregungen in die Welt der „Normalen“ integriert werden sollen, geht es in „Inklusion“ um die natürliche Teilhabe aller in den verschiedenen Bereichen gesellschaftlichen Lebens: Bildung, Arbeit, Kultur. Eine große Aufgabe, die von allen vor allem einen Sinneswandel verlangt: Alle gehören ohne Abstriche dazu. Das nächste Postgespräch zum Jahr der Kirchenmusik unter dem Motto „Musik für’s Lebens“ ist für den 8. November geplant. Nach einem Impuls eines Kirchenmusikers haben alle die Möglichkeit, eigene Musik und Wünsche an Musik in der Kirche mit einzubringen.

fotos: zvg.

Beim Jubiläumswochenende vom 6. bis 8. Juli schilderten eine Ausstellung und Bilder die geschichtlichen Entwicklungen, ebenso der Festvortrag von U. Carstensen. Lebendige Episoden zu 200 Jahre Kirchensaal, Bläserchor und Kirchenchor ließ das Theaterstück von C. Nack aufleben, zum Beispiel den Disput zwischen dem ersten Pfarrehepaar Tschirpe, dem Pächterehepaar Gramann und dem schwäbischen Kaufmann Veil angesichts der Pläne für das Kirchengebäude: „S’ Schweschternhaus ischt noch net emol fertig, da solle mir än Saal mit 650 Sitzplätze baue! Wo unser Koloniele grad emol 41 Menschle zählt!“

DACHREITER 1/2012


DACHREITER 1/2012 für Kinder, jugend und Eltern

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Junger Dachreiter „Erstens kommt es anders ...“

| ... und zweitens als man denkt.“ Sicher kennt ihr dieses Sprichwort oder auch dieses: „Der Mensch denkt und Gott lenkt.“ Wie viele unserer Pläne und Träume, aber auch Sorgen und Probleme haben sich ganz anders als vermutet entwickelt.

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Foto: maba / pixelio

esser ist es, Gott in unserem Leben wirken zu lassen und sich vertrauensvoll und gelassen seinen Plänen mit uns zu überlassen. Ich gestehe, dass mir das immer wieder schwer fällt und vielleicht geht das auch anderen so. Lieber nehmen wir das Heft selber in die Hand und geraten so schnell mal auf den Holzweg. Wie aber bringe ich meine mit Gottes Plänen überein? Ich kann darum beten, dass Gott mir hilft, Tag für Tag nach seinem Willen zu leben, dass ganz unbemerkt oder auch sehr bewusst seine Wünsche auch zu meinen werden. So ganz selbstverständlich, ohne dass ich darin einen Widerspruch sehe. An jedem Sonntag, wenn ich im Gottesdienst auf sein Wort höre, bringt mich Gott wieder auf den rechten Kurs. Und dieser Ruhetag gibt mir die Gelegenheit, mein Tun und Denken zu überschauen, um dann wieder neu in die Woche zu starten. Gott sei Dank gibt es den Sonntag! Die nachdenkenswerte Geschichte vom unscheinbaren Bruder bringt das auf den Punkt.

Der unscheinbare Bruder

Sechs von sieben Brüdern gingen auf die Arbeit. Der siebte besorgte den Haushalt. Wenn die sechs Brüder müde von der Arbeit nach Hause kamen, fanden sie das Haus geordnet, das Essen bereit und alles in bester Ordnung. Darüber freuten sie sich und lobten den siebten Bruder. Aber einer der Brüder wollte klüger sein als die anderen. Er nannte den siebten Bruder einen Faulenzer und Tagedieb, der auch mit zur Arbeit gehen und sein Brot verdienen sollte. Dieses böse Wort fand leider bei den anderen Gehör. Sie beschlossen einmütig, dass ihr siebter Bruder nicht länger seines bisherigen Amtes walten sollte. Sie nötigten ihn, auch am frühen Morgen mit auf die Arbeit zu gehen. Und dann machten die sieben Brüder eine überraschende Erfahrung. Als sie müde und abgespannt am Abend von der Arbeit nach Hause kamen: Kein heller freundlicher Lichtschein winkte ihnen entgegen. Keine fürsorgende Hand hatte das Hauswesen geordnet. Kein

Tisch war gedeckt. Kein Bruder stand an der Tür und empfing sie mit einem herzlichen Wort. Und jetzt erst merkten sie, wie dumm sie gehandelt hatten, als sie ihren siebten Bruder seines stillen Dienstes enthoben hatten. Sie fühlten sich, weil es ihre eigene Schuld war, doppelt elend und verlassen. Dann beschlossen sie, den siebten Bruder wieder in sein Amt einzusetzen. Das verlorene Glück der sieben Brüder kehrte mit seinem heimlichen Segen zu ihnen zurück. Sie lebten miteinander einträchtig und in Frieden. Der Sonntag ist also unter seinen Werktagsbrüdern der Tag, der – richtig gelebt – den anderen sechs Tagen Licht und Segen bringt. Viele schöne Sonntage mit guten Gedanken und Plänen wünscht Euch

Renate Brach |


32 für Kinder, jugend und Eltern

Wie können Deine Träume in Erfüllung gehen?

Wie ist diese Aussage gemeint?

DACHREITER 1/2012


DACHREITER 1/2012 FOTO: RAINER STURM / PIXELIO

In Gemeinschaft älter werden ...

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34 ter mine im bereich nachrichten & ter mine

DACHREITER 1/2012

Langensteinbach, 16. September 2012, 15.00 Uhr, Evangelisches Gemeindehaus Weinbrennerstraße, 76307 Karlsbad

Nachdem Schw. Katharina Kronbach von ihrem Einsatz in Elim, Südafrika zurück ist, wird sie uns an ihren vielfältigen Eindrücken teilnehmen lassen. Zum Abschluss feiern wir Abendmahl. Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine, Pfr. M. Reusch, Ev. Kirche der Pfalz und Br. Manfred Kruppa Speyer, 18. November 2012, 15.00 Uhr Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine, Br. Manfred Kruppa Heidelberg-Rohrbach, 21. Oktober 2012, 15.00 Uhr, „Schweizer Hof“, HeinrichFuchs-Straße 85

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine mit Br. Volker Schulz, Basel. Zum vierten Mal treffen wir uns im Haus des Vereins „Diakonische Hausgemeinschaften e. V.“, einer Initiative, an der Br. Ingo Franz wesentlich beteiligt ist. Der „Schweizer Hof“ ist Lebensraum für jung und alt, Menschen in glücklichen und in schwierigen Lebensphasen. Nach dem Gottesdienst in diesem offenen Rahmen wollen wir auch hier noch gemütlich mit unseren Gastgebern zum Kaffeetrinken zusammen sein. Adventsfeier in Mannheim 9. Dezember 2012, 15.00 Uhr, Epiphanias-Gemeindehaus, Andreas-Hofer-Str. 39-41

Gottesdienste (Pfarrkirche St. Martin) 16. September 9.00 Uhr 14. Oktober 9.00 Uhr 4. November 9.00 Uhr „Postimpuls“ im Rathaus 8. November 20.00 Uhr Thema: „Jahr der Kirchenmusik“ Adventsnachmittag im Kindergarten 1. Dezember 15.00 Uhr regelmässige versammlungen So 10.00 Uhr Predigtgottesdienst Mo 18.15 Uhr Friedensgebet Do 19.30 Uhr Bibelgespräch Sa 19.00 Uhr Singstunde (Liedgottesdienst) vesper & gespr äche

Freiburger Kreis, jeweils 19.30 Uhr Gemeindehaus der Petrusgemeinde, Lorettostraße 59, Freiburg

28. September, 26. Oktober, 16. November, 14. Dezember Zum Gemeintag auf dem Herrnhaag vom 21. bis 23. September 2012 (Einladung Dachreiter 2/2012, S. 10) sind noch Plätze für Kurzentschlossene frei. Weitere Informationen auf www.evik.de

dachreiter im online-archiv Frühere Dachreiter-Ausgaben sind jetzt online zugänglich. Sie lassen sich am PC blättern und auch auf Smartphones und Tablets lesen. Bisher verfügbar sind die Jahrgänge 2008 bis 2011. www.dachreiter.org PERSÖNLICHE MITTEILUNGEN - - - - - - - - - - - - TAUFEN - - - - - - - - - - - 26. 5. 2012 Stella Stefánia Ďurecová 28. 5. 2012 Isabelle Kriwan (in Suhl) 24. 6. 2012 Marleen Ender 24. 6. 2012 Johanna Lina Hummel 28. 7. 2012 Nick Elias Konietzko (in Neuhausen)

Achtung: Neuer Or t! Mit Linie 2 nach MannheimFeudenheim, Haltestelle Liebfrauenstr., 300 m Fußweg, in Scheffelstr.

Die Adventsfeier bildet den jährlichen Höhepunkt der Treffen im Bereich Nordbaden-Pfalz: Hosianna-Singen und Christnachtsliturgie mit dem Austeilen der Kerzen werden dabei in eins gefasst. Zwischendrin besteht die Gelegenheit, miteinander zu sprechen, Freuden und Sorgen zu teilen. Die Adventsfeier wird vom Bereichsbeirat und Br. Huss geleitet und von den Königsfelder Bläsern musikalisch unterstützt. Die Versammlung ist auch für Kinder geeignet.

Unter dem Titel „So klingt Gemeinde“ haben Kirchenchor und Bläserchor zu ihrer 200-jährigen Geschichte eine kleine Festbroschüre herausgebracht. Sie ist für 2 Euro im Gemeindebüro erhältlich.

Der Männerkreis Königsfeld lädt ein zur Männervesper mit dem Thema:

„Gut drauf, gut dran, gut da stehen“ In der Begegnung mit Männern, die als Vorbilder gelten, stellen wir uns die Frage, was als „gut“ gelten kann. Als Gast ist Alt-Dekan Christian Keller eingeladen.

Freitag 12. Oktober 2012 19 bis ca. 21 Uhr Gemeindezentrum am Zinzendorfplatz in Königsfeld

- - - - - - - - - - - TRAUUNGEN - - - - - - - - - 28. 7. 2012 Yvonne Konietzko und Marc Otto Konietzko (in Neuhausen) 28. 7. 2012 Vitali Semennikow und Viktoria, geb. Gorbulja - - - - - - - - - - HEIMGÄNGE - - - - - - - - - 9. 5. 2012 Arno Hans Heinen (91 Jahre) 10. 5. 2012 Martha Maria Zahn, geb. Kienzler (90 Jahre) 12. 5. 2012 Franz Nikolaus Hauer (64 Jahre) 14. 5. 2012 Günter Max Fritz Klau (85 Jahre) 26. 5. 2012 Ingeborg Ansgard Hede Rieker (86 Jahre) 27. 5. 2012 Christa Maria Elisabeth Hitzke, geb. Greunke (71 Jahre) 4. 6. 2012 Gertrud Maria Braun, geb. Gehrhardt (88 Jahre) 23. 6. 2012 Hilde Maria Venter, geb. Gibler (83 Jahre) 25. 6. 2012 Susanne Gießer, geb. Kappel (85 Jahre) 8. 7. 2012 Heinz Friedrich Wilhelm Nack (87 Jahre)

fotos: zvg.

Speyer, 28. Oktober 2012, 10.00 Uhr Dreifaltigkeitskirche, Gr. Himmelsgasse 3

Jubiläum lesen gottesdienste in neuhausen


DACHREITER 1/2012 nachrichten & ter mine 9. 9. 2012, 20.00 Uhr

Taizé-Gottesdienst im Kleinen Saal

29. 9. 2012, 19.00 Uhr

Engelfestliturgie

7. 10. 2012, 10.00 Uhr Gottesdienst zum Erntedankfest

nach Ordnung der Badischen Landeskirche mit Abend mahl (Mitwirkung des Kirchenchores) 10. 10. 2012, 9.00 Uhr Frauenfrühstück Referentin: Pfarrerin Christine Holtzhausen

im Gemeindezentrum 12. 10. 2012, 19.00 Uhr Männervesper: „Gut drauf – gut dran – gut da stehen“

Referent: Dekan i.R. Christian Keller im Gemeindezentrum 20. 10. 2012, 19.30 Uhr

200 Jahre Bläserchor Königsfeld –

Jubiläumskonzert zum Abschluss der Bläserwoche 11. 11. 2012, 10.00 Uhr Gottesdienst zum „Ältestenfest“

„Jesus als Haupt und Ältester seiner Gemeinden“ 12. 11. 2012, 17.00 Uhr St. Martins Umzug

Start im Kirchensaal, Zinzendorfplatz 16. 11. 2012, 16.00 Uhr

„Sterben und Tod – Orientierung aus dem Glauben“

Gemeinsame Vortragsveranstaltung des Katholischen Altenwerks und des Seniorenkreises der Ev. Gesamtgemeinde Königsfeld, Referent: Pfarrer Jürgen Fobel im Helene-Schweitzer-Saal

18. 11. 2012, 10.00 Uhr Kindermusical zur Schöpfungsgeschichte

Aufführung im Gottesdienst nach Ordnung der Badischen Landeskirche

11. bis 21. 11. 2012 Ökumenischen FriedensDekade

Abendveranstaltungen, jeweils 19.30 Uhr 21. 11. 2012, 19.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst

zum Buß- und Bettag in Neuhausen 27. 11. bis 1. 12. 2012 Missionsbasar im Helene-Schweitzer-Saal

Dienstag - Freitag, 10.00 - 12.00 und 14.00 - 18.00 Uhr Samstag durchgehend 10.00 - 17.00 Uhr 2. 12. 2012, 17.00 Uhr

Hosiannastunde im Kirchensaal

4. 12. 2012, 15.00 Uhr Senioren-Adventsfeier im Helene-Schweitzer-Saal

für alle über 70-jährigen Gemeindeglieder (inkl. Geburts tagsrunde für alle, die im November Geburtstag hatten) 6. 12. 2012, 19.30 Uhr

1. Advents-Singstunde

Fotos: chr. huss

SPIRITUELLE WANDERUNGEN 5. 9. 2012 7.45 - 9.00 Uhr

„Atem des Lebens“ Treffpunkt: Katholische Kirche Leitung: Pfarrer Christoph Huss Anschließend Gelegenheit zum gemeinsamen Frühstück im Café Sapel

15. 9. 2012 15.30 - 17.00 Uhr

„Wie ein Baum“ leicht gehbarer Weg Treffpunkt: Kiosk Natursportpark Leitung: Pfarrer Christoph Huss

26. 9. 2012 7.45 - 9.00 Uhr

„Steine auf dem Weg“ Treffpunkt: Katholische Kirche Leitung: Pfarrer Christoph Huss Anschließend Gelegenheit zum gemeinsamen Frühstück im Café Sapel

kontakt

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EVANGELISCHE BRÜDERGEMEINE EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE Zinzendorfplatz 3, 78126 Königsfeld Tel.: (077 25) 93 82 0, Fax: (077 25) 93 82 22 E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org Mo - Fr: 9.00 - 12.00 Uhr; Do: 14.30 - 16.30 Uhr • Pfarrerin Annerose Klingner-Huss Pfarrer Christoph Huss; Tel.: (077 25) 93 82 20 E-Mail: huss@koenigsfeld.org • Pfarrerin Benigna Carstens ; Tel.: (077 25) 93 82 18 E-Mail: carstens@koenigsfeld.org • Vikarin Anita Zimmerling Enkelmann, Tel.: (077 25) 91 47 19 E-Mail: zimmerling.enkelmann@koenigsfeld.org • Verwaltungsleiter Peter Korkowski Tel.: (077 25) 93 82 12 E-Mail: korkowski@koenigsfeld.org • Kantorin Ulrike Brusch, Tel.: (077 25) 10 70 E-Mail: brusch@koenigsfeld.org • Jugenddiakonin Renate Brach, Tel.: (077 25) 71 42 E-Mail: r.brach@koenigsfeld.org Jugendräume Tel.: (077 25) 93 82 15 Kindergarten „Arche“ Tel.: (077 25) 28 32 E-Mail: kindergarten@koenigsfeld.org Ehe-, Familien- und Lebensberatung Diakonisches Werk; Tel.: (077 21) 84 51 50 E-Mail: beratungsstelle@diakonie-villingen.de Sozialstation Judith Wolf-Baum Tel.: (077 25) 91 57 14, 0152 217 317 55 Kontaktadressen Region Nord • Katharina Kronbach, Leopoldstraße 61, 76337 Waldbronn, Tel.: (072 43) 358 77 85, E-Mail: k.kronbach@koenigsfeld.org • Manfred Kruppa, Brückstraße 7, 76703 Kraichtal 2, Tel.: (072 51) 96 14 51 E-Mail: m.kruppa@koenigsfeld.org • Andreas Schlimm, In den Klostergärten 31, 67227 Frankenthal, Tel. + Fax: (062 33) 288 47, E-Mail: ab.schlimm@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Süd • Barbara Hofmann, Emmendinger Straße 14 79211 Denzlingen, Tel.: (076 66) 990 87 • Pfr. i. R. Gerold Peper, Hammersteiner Straße 15 79400 Kandern, Tel.: (076 26) 97 27 11, 597 22 49 Bankverbindung Konto-Nr. 507 504 Ev. Kreditgenossenschaft (BLZ 520 604 10) Für Kirchengemeinde bitte Verwendungs zweck „Landeskirche“ angeben SeniorenAppartements im Herrnhuter Haus Zinzendorfplatz 7; Leitung: Peter Korkowski (s. o.) Alten- & Pflegeheim Christoph-Blumhardt-Haus Stellwaldstraße 1, 78126 Königsfeld Leitung: Jürgen Lieberum, Tel.: (077 25) 93 85 0 E-Mail: info@christoph-blumhardt-haus.de Spendenkonto Kreissparkasse Schwarzwald Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 150 933 359

impressum Dachreiter, der Gemeindebrief der Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld, erscheint vierteljährlich für Mitglieder, Einwohner, Gäste und Freunde. Herausgeber: Evangelische Brüdergemeine und Evangelische Kirchengemeinde Königsfeld Verantwortlich für diese Ausgabe: Benigna Carstens Realisation: DIGNUS.DE Medien GmbH Auflage: 2.200 Stück 1,30 Euro; Preis im Gemeinbeitrag enthalten.


Dachreiter

Lobt ihn mit Posaunen

DACHREITER 3/2012

Erstes weibliches Mitglied Ursel Kreiselmeier am Klavier begleitet von Susi Will, später auch im Bläserchor

| Seit 200 Jahren folgen die Königsfelder diesem Auftrag aus Psalm 150. Die ersten Instrumente – wahrscheinlich wirklich ein Satz Posaunen in Sopran-, Alt,- Tenor- und Basslage - kamen aus Neudietendorf.

versucht, bei den Beerdigungen immer mitzublasen – bis heute.

S

Was war der Höhepunkt Deiner Bläserkarriere? Die USA-Reise im Jahr 1982.

eit 1812 hat sich viel geändert, manches ist geblieben. Unterbrechungen gab es in den 200 Jahren nur während der beiden Weltkriege. Es ist dem Chorleiter von St. Georgen zu verdanken, dass in Königsfeld 1945 wieder ein Bläserchor zustande kam. Christoph Jäckle kam damals wöchentlich zu Fuß nach Königsfeld, um Jungbläser auszubilden. So konnten die Bläser erstmals am 1. Advent 1945 wieder öffentlich blasen. Heute blasen die Bläser an den großen Feiertagen, bei Jubelgeburtstagen von Gemeindegliedern, Serenade, Bläsergottesdienst, bei Beerdigungen ... Inzwischen ist es aber manchmal auch wieder so wie im Februar 1812. Da wurde bei der Beerdigung des ersten Ortsverwalters „aus Ermangelung der Posaunen die Glocke langsam gezogen“. Aber anders als damals können wir heute mindestens mit einem Bläserquartett am Grab die Choräle begleiten. Das erste weibliche Mitglied war Ursel Kreiselmeier (verheiratete Kaboth), die 1957 nach der Konfirmation blasen lernte und heute noch gern gesehener Gast im Bläserchor ist. Bruder Siegfried Kachler ist mit 76 Jahren das älteste Mitglied. Er hat von den 200 Jahren 60 Jahre aktiv mitgeblasen, das sind immerhin 30 Prozent! Und da dies auch ein kleines Jubiläum ist, habe ich ihn interviewt.

Siegfried Kachler (rechts) Siegfried, Du bist seit 60 Jahren im Bläserchor – herzlichen Glückwunsch! Was gab 1952 den Anstoß für Dich? Siegfried Kachler: Die Bläser bliesen mit dem Chorleiter Bruder Clemens zum 75. Geburtstag meines Großvaters Paul Kachler. Mein Großvater gab damals dem Bläserchor ein Es-Horn, auf dem ich dann gelernt und im Alt gespielt habe. Später gab es einen EsBass. Weil ich die Es-Griffe kannte, wechselte ich. Als der Es-Bass nach Villingen verkauft wurde und ich nicht mit den B-Griffen der nun vorhandenen Instrumente durcheinanderkommen sollte, lernte ich schließlich Zugposaune und spiele heute noch im Bass. Du bist heute Rentner, aber immer noch einer derjenigen, die bei jeder Beerdigung mitblasen. Das wird in der heutigen Zeit immer schwieriger – auch für Schüler, weshalb wir ja manchmal nur im Quartett am Grab blasen. Hast Du das auch früher geschafft? Nun, als ich den Betrieb übernahm, hatte ich zunächst ausgesetzt. Aber später habe ich

Und gab es auch so etwas wie einen Tiefpunkt? Ende der 1950er-Jahre wollten wir in Bad Boll mit den Bläsern dort ein Wochenende verbringen und am Sonntag im Gottesdienst blasen. Unterwegs hatte eines unserer Autos einen Unfall und die Bläser, die in dem Auto saßen, waren zum Teil schwer verletzt und mussten ins Krankenhaus. Was war die größte Veränderung? Früher waren die Chorleiter Laien. Bruder Glitsch war der erste Kantor, der die Chorleitung übernahm, und Du bist die Zweite. Hast Du einen Wunsch für den Bläserchor? Dass die Jungbläser dabeibleiben, damit unsere Nachfahren in 50 Jahren wieder ein Fest feiern können. Danke für das Gespräch.

Weitere Informationen zum Bläserchor und Kirchenchor in der Broschüre „So klingt Gemeinde“ für zwei Euro im Gemeindebüro erhältlich. Vom 15. bis 20. Oktober 2012 findet anlässlich 200 Jahre Bläserchor eine Bläserwoche mit Heiko Petersen statt. Ulrike Brusch |

fotos: zvg.

portrait 36


Dachreiter

Renovierung ohne Überraschungen Seite 41

Informationen der Evangelischen Brüdergemeine und Evangelischen Kirchengemeinde

Gottesdienst

willkommen Das Jubiläumsjahr mit der 200-Jahr-Feier von Kirchensaal, Kirchenchor und Bläserchor geht zu Ende. In dieser Nummer ist noch von den baulichen Veränderungen im Laufe des Jahres und vom Bläserkonzert zu lesen. Das Portrait auf Seite 48 rundet das Jahr ab. Im Mittelpunkt dieser Ausgabe aber steht das Thema „Gottesdienst“. Es liegt unserer Gemeinde viel daran, dass er für möglichst viele Menschen unserer Gemeinde und für Gäste ein Ort zum Auftanken ist oder wird. Darum geht es auf den ersten Seiten. Im „Jahr der Kirchenmusik“, zu dem die EKD das Jahr 2012 ausgerufen hatte, soll dieser Bereich der Gemeinde dabei besonders gesehen werden. Dies alles dann noch mit Weihnachten zu verknüpfen ... schauen Sie selbst, ob es uns gelungen ist. Ich wünsche Ihnen, auch im Namen der anderen Mitarbeitenden, eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gutes Jahr 2013. Ihr Chr. Huss

inhalt Gottesdienst Gottesdienst im Stall

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Was wünsche ich mir im Gottesdienst? 38 Vielfältige Formen der Verkündigung 39 Meine Seele erhebt den Herrn

40

Neuhauser Spalte: Offen für Musik?

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Dachreiter gab keine Geheimnisse preis 41 Foto: zvg.

Abgebildet

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Junger Dachreiter

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Nachrichten und Termine

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Segen erfahren, Segen sein

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Gottesdienst im Stall | Der erste christliche Gottesdienst wird im Stall von Bethlehem gefeiert. Hirten knien dort und beten den Gottessohn an. Himmelsboten hatten ihnen Bescheid gesagt, darum haben sie sich auf den Weg gemacht. Nun sind sie da. Sie sehen das Kind in der Krippe und spüren: Gott ist hier, in dem Gottessohn und Menschenkind Jesus.

D

ie Nähe Gottes kann man nicht sehen. Oder doch? Etwa in den vielen Zeichen, die die Anwesenheit von etwas nicht Alltäglichem deutlich machen wollen: im Schein von Kerzen, in glänzendem Gold, im Klang von Musikinstrumenten, in Farben und Duft. Die klassischen Krippendarstellungen sind voll davon. Gott ist Mensch geworden. Gott ist sich nicht zu fein, sich selbst in Menschenwelten zu begeben. Er wird verletzlich als Mensch unter Menschen. Sein Wort wird in Menschenwort ausgesprochen. Seine Gaben werden von Menschenhänden weitergegeben. Die Menschwerdung Gottes macht Gottesdienst erst möglich. Die Wege von Gott zu den Menschen sind oft weit. Ohren sind verschlossen, Herzen mit anderem beschäftigt, Worte werden

nicht verstanden und Lieder sind fremd. Aber Gott will zu den Menschen gelangen, zu allen Menschen. Er braucht dazu auch uns. Auch unsere Versuche, Gottesdienste so gestalten, dass sie möglichst viele Menschen erreichen. Letztlich geht es im Gottesdienst um Begegnung und Anbetung, wie beim allerersten Mal im Stall. Dass Menschen spüren: Ich bin da, Gott ist da. Dazu gehört, dass jemand Bescheid sagt. Auch Musik, weil sie dem Herzen näher ist als Worte. Auch die vielen Symbole des Heiligen, die den Unterschied zum Alltag markieren. Und dann gehört noch die Bewegung dazu. Das Kommen und Gehen. Als der erste Gottesdienst vorbei war, kehrten die Hirten um und erzählten allen, was sie erlebt Christoph Huss | hatten.


gottesdienst 38

DACHREITER 1/2012

„Was wünsche ich mir im Gottesdienst?“

| Diese Frage habe ich verschiedenen Gemeindegliedern gestellt: Jüngere und Ältere, welche, die häufig da sind, und solche, die selten kommen. Das einzige, was die Befragten verbindet, ist, dass ich mit ihnen irgendwann über das Thema „Gottesdienst“ gesprochen hatte. Nun habe ich sie einfach noch einmal gefragt. Denn wir wollen unsere Gottesdienste so gestalten, dass sich möglichst viele davon angesprochen fühlen. Aber geht das? So verschieden, wie wir Menschen und unsere Bedürfnisse sind. Christoph Huss |

ottesdienst feiern wir am Anfang der Woche. Was ich plane, denke, rede und tue, das möchte ich gut machen. Darum bin ich darauf angewiesen, immer wieder neu die Gute Nachricht von Jesus Christus zu hören, dass Gott an meiner Seite sein will. Wenn diese Botschaft im Gottesdienst mich erreicht, dann habe ich allen Grund, dankbar zu sein und mich zu freuen. Manfred Schleeh |

D

as Liedgut der Brüdergemeine ist mir noch nicht so vertraut. Deshalb finde ich es sehr hilfreich, wenn Schwester Brusch vor dem Gottesdienst mit der Gemeinde Lieder einübt. Manchmal wünsche ich mir im Gottesdienst mehr moderne Lieder. Ich mag auch die lebhafteren Gottesdienste, wenn sich verschiedene Gruppen – wie zum Beispiel die Konfirmanden – aktiv am Gottesdienst beteiligen. Das ist, was ich mir wünsche. Aber: Gottesdienst soll und darf sich nicht nur nach Vorlieben richten. Vielmehr wünsche ich mir den Gottesdienst mal „modern“ und mal „altmodisch“. Immer mit Blick auf die Frage: Macht diese Form, dieses Lied, eine verständliche Aussage über Gott und seine Beziehung zu uns? Ich wünsche mir also zwar keine „Predigt am Bistrotisch“, aber neben dem Klavier darf ruhig auch mal ein Schlagzeug stehen. Birgit Dogor |

Z

unächst möchten wir sagen, nachdem wir jetzt gute sechs Jahre zur Gemeinde hier in Königsfeld gehören, dass wir uns immer wieder an und in den Gottesdiensten freuen. Dankbar sind wir für die klare Wortverkündigung! Erfreulich ist auch die oft einfallsreiche Gestaltung im Blick auf die Kinder und auch mutige Gestaltung innerhalb des Gottesdienstes an Hand des Wortes Gottes für das praktische Leben. Schön wäre es, wenn der Pfarrer den bereits anwesenden Gemeindegliedern freundlich zunicken würde, wenn er vor dem Gottesdienst schon durch den Kirchensaal geht. Nach dem Gottesdienst, dem Orgelnachspiel würde die Gemeinde sich doch sicher über den Wunsch zum gesegneten Sonntag freuen. Margarete Bär und Christel Schmidtseifer |

I

ch wünsche mir im Gottesdienst, dass weiterhin so viel gesungen wird, da mir das Singen als beten leichter fällt, als ein Gebet zu sprechen. Zudem sind mir die bunte Gemeinschaft und viele der Traditionen wichtig. Ein schon längerer Wunsch von mir ist es, wieder häufiger Liebesmahl zu feiern und die Trachten mehr zum Einsatz zu bringen. Friederike Klingner |

S

eitdem wir vor einem Jahr nach Königsfeld gekommen sind, besuche ich mit meiner Frau und unseren drei Kindern regelmäßig den Gottesdienst. Mir tut es gut, am Sonntag bewusst innezuhalten und zur Ruhe zu kommen, um meine Familie und Freunde, meine Bekannten und die Welt mit ins Gebet zu nehmen. Nach dem Gottesdienst fühle ich mich gestärkt, ohne dass ich genau wüsste warum. Für die Zukunft wünsche ich mir mehr Ruhe-Elemente im Gottesdienst. Auch würde ich mich freuen, wenn wir zusammen mehr Gottesdienste mit modernerer Musik feiern könnten. Darum liegt mir die Band-Arbeit sehr am Herzen. Berndt Teichert |

I

ch gehe gerne in den Gottesdienst in Königsfeld. Es ist angenehm, die gewohnte Liturgie zu erleben – ohne Band, Rollenspiele oder ähnlichem. Gerade dies macht es aus, sowohl in der Brüdergemeine als auch in der Landeskirche. In dieser schnellen Zeit, in der wir leben, ist dies ein sicherer Ruhepol. „Kirche pur“ – für mich kann es so bleiben. Jens Hagen |

fotos: zvg.

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DACHREITER 1/2012 gottesdienst

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Vielfältige Formen der Verkündigung | „Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern und singet dem Herrn in eurem Herzen.“ (Kolosser 3,16) Diese Aufforderung des Apostels Paulus gilt seit alters als die biblische Begründung der Kirchenmusik.

Foto: Christoph Brach

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ie schließt aber auch die jüdische Tradition der „Psalmen und Lobgesänge“ mit ein. Zugleich nennt Paulus auch die Aufgabe der Kirchenmusik: die Verkündigung der frohen Botschaft von Gottes „Heils-Handeln“ in Jesus Christus. Dies war auch das Anliegen der Liederdichter seit Michael Weisse und Martin Luther. Die „gute Mär“, von der Luther „singen und sagen“ will, ist das Evangelium vom Kind in der Krippe, das durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung uns erlöst hat. Paul Gerhard, Zinzendorf oder Jochen Klepper – sie seien stellvertretend für viele andere genannt – haben dies in ihren Liedern bekannt und so die singende Gemeinde zur Mitträgerin der Verkündigung gemacht: seit den Reformatoren stehen Predigt und Gemeindegesang gleichberechtigt nebeneinander. Und mit der Singstunde als „Liederpredigt“ hat diese Art der Verkündigung in der Brüdergemeine eine liturgische Form gefunden, die das eingangs zitierte Pauluswort realisiert. Als Teil der Gemeinde hat der Kirchenchor hier eine besondere Aufgabe, die über die Unterstützung des Gemeindege-

sangs und die Hilfe bei der Einführung neuer Lieder hinausgeht. In kunstvollen Motetten, Kantaten, Passionen oder Oratorien können in besonders eindringlicher Weise die Sängerinnen und Sänger die im Text enthaltenen „Gotteswahrheiten ins Herz ... bringen und darinnen ... konservieren“ (Zinzendorf). So greifen manche Kantoren die alte Praxis auf, in die sonntägliche Evangeliumslesung eine Motette „hineinsingen“ zu lassen, in der ein Teil der Lesung vertont ist. Ein weiteres Beispiel: Die Kantaten Johann Sebastian Bachs, für die einzelnen Sonntage des Kirchenjahres bestimmt, stehen in einem engen Bezug zu den Lesungen des Tages, sie vertiefen durch die eindrückliche Vertonung die Verkündigung. Viele Bach-Kantaten lassen sich in die Liturgie eines Gottesdienstes integrieren, eine zwar zeitaufwändige, aber Kantor und Pfarrer gleichermaßen bereichernde Arbeit. Und die Erfahrung zeigt, dass sowohl die Mitwirkenden als auch die Zuhörer dies dankbar als eindringliche Art der Verkündigung erleben. Zur Kirchenmusik gehört auch der Bläserchor, dem eine besondere Aufgabe der

Verkündigung zufällt, wenn er bei Beerdigungen den Gang der Gemeinde zum Gottesacker und den Gesang am Grab begleitet. Er macht im Angesicht des Todes die Osterbotschaft hörbar. Es würde zu weit führen, die Möglichkeit aufzuzählen, die Organistinnen und Organisten haben, wenn sie ihr Spiel zur Verkündigung werden lassen wollen. Die Orgelliteratur bietet eine Vielzahl von Kompositionen, die dafür geeignet sind, ganz zu schweigen von dem Mittel der Improvisation als spontane und ganz persönliche Form der Verkündigung. In vielfältiger Weise kann Kirchenmusik zur Verkündigung werden und so den Auftrag erfüllen, der in den Eingangsstrophen des ältesten Liedes der Brüder-Unität anklingt: „Kommt, lasst uns alle fröhlich sein, kommt, stimmt ins Loblied mit uns ein, lobt Gott, der Vater für uns heißt, den Sohn und auch den Heilgen Geist. Gott schaute mit Barmherzigkeit auf uns in dieser wirren Zeit, hat freundlich sich uns zugewandt, drum singt ihm Psalmen, sagt ihm Dank.“ (Gesangbuch der evangelischen Brüdergemeine Nr. 559). Peter Glitsch |


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goTTEsDIEnsT

DACHREITER 1/2012

„Meine Seele erhebt den Herrn“

N

atürlich haben wir dazu den Sonntag, aber er ist nicht die einzige zeit dafür, sondern auch unser Alltag, einfach unser Leben. Meine tägliche Arbeit – je nachdem wie ich sie tue – drückt das aus, wenn sie mir ähnlich gelingt, wie von einem Mönch in einer Klosterfabel erzählt wird, der den Küchendienst versah. Für ihn war es ein Gottesdienst, wenn er für die Brüder eine leckere Speise bereitete, etwa den Pfannkuchen zum Wenden hoch in die Luft warf und mit der Pfanne auf der ungebackenen Seite auffing, denn „dabei lobe ich Gott für meine Kochkunst und preise ihn für meine Geschicklichkeit und freue mich über mein Talent“. Wahrscheinlich gibt es andere Beispiele einer Art Gottesdienst am Arbeitsplatz, und manchmal geschieht dies ebenso unbemerkt in gegenseitiger Anteilnahme und passt gerade zum Advent, wo unsere Aufgeschlossenheit für die verschiedenen feierlichen Anlässe, aber auch füreinander zunimmt. Es gibt zwei adventliche Gestalten, Frauen, die eigentlich wegen ihrer Kinder berühmt wurden, die aber vorbildlich darin sind, wie sie miteinander umgingen, was sie füreinander waren, wie ihre Begegnung zu einem Gottesdienst wurde. Ich erinnere an den Besuch von Maria bei ihrer verwandten Elisabeth. Maria ging übers Gebirge zu Elisabeth, die, wie der Engel ihr gesagt hatte, sogar in hohem Alter ebenfalls schwanger war. Maria, sehr verunsichert und besorgt, wenn sie an ihre zukunft, an das Kind, vor allem an ihren verlobten Josef, an ihre Eltern, an die Nachbarschaft dachte, wagte einen Aufschub, eine kleine Flucht vor den unweigerlichen Auseinandersetzungen. Elisabeth verlebte ihre späte Schwangerschaft zurückgezogen, auch sie ging dem Gerede aus dem Weg. Die Gefühle der beiden waren wohl ziemlich gemischt. Und nun trifft Maria ein, sie weiß nicht, wie Elisabeth sie empfangen wird, aber sie weiß, ihnen beiden ist etwas fast Unglaubliches geschehen, an das keine von beiden gedacht hatte, sie beide werden ein Kind ha-

ben, in ihrer beider Leben hat Gott spürbar eingegriffen, sie beide sind gleichermaßen betroffen. Die beiden Frauen eilen aufeinander zu, begrüßen sich herzlich – und weil sie die berühmten Söhne Johannes und Jesus bekamen, wurden auch die Worte der Mütter berühmt und zu Gebeten der Kirche gefasst. Aber daneben passiert noch etwas anderes, ganz wesentliches, das im Evangelium eher zwischen den zeilen steht, aber auf Abbildungen dieser Begenheit gut zu erkennen ist. Die beiden Frauen halten sich liebevoll bei den Händen oder sie umarmen einander. Sie verstehen sich, weil sie voneinander wissen, sie bestärken sich gegenseitig. Sie geben einander das, was jede braucht. Elisabeth, die mit dem für sie Unbegreiflichen allein ist mit ihrem verstummten Mann, erhält Besuch. Maria leistet ihr Gesellschaft und bleibt drei Monate. Elisabeth richtet Maria auf, die Ältere ermutigt und beruhigt die Jüngere und bestätigt die Ankündigung des Engels. Beide miteinander erfahren sich als von Gott geliebte und gesegnete Menschen, beide werden einander zur Seelsorgerin. In jedem Gottesdienst hat Seelsorge ihren Platz – in jeder seelsorgerlichen zuwendung verbirgt sich ein Stück Gottesdienst. Elisabeth und Maria haben eine seelsorgerliche Kompetenz entdeckt - die der gemeinsamen Betroffenheit, mit der man heute viel arbeitet im Besuchsdienst, in Selbsthilfegruppen. vergleichbare Erfahrungen können einfühlsam und verständnisvoll machen. vielleicht gibt es eine Adventskompetenz, die uns bewegt, besonders aufmerksam füreinander zu werden, auf die zu achten, die traurig und nicht fröhlich sind, die Freude, die uns erfüllt, nicht für uns zu behalten und so hier und da einen Mini-Gottesdienst ohne Form zu feiern, damit unsere Seele den Herrn erheben kann - mit Jubel die einen, mit einem Aufatmen oder dem Seufzer der Erleichterung die anderen – in einer frohen, erwartungsvollen und segensreichen Adventszeit. Ursula Böcker |

BILD: zvG.

| wie mache ich das und wann? mit worten, mit einem lied, mit einem Instrument, durch mitgefühl für andere menschen, mit einem luftsprung, mit einer guten Tat, mit dem Versunkensein in ein gebet - auf vielerlei weise können wir gott loben, auf vielerlei weise erleben und halten wir gottesdienst.


DACHREITER 1/2012 kirchensaal-renovierung

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Der Dachreiter gab keine Geheimnisse preis! | Anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Kirchensaals beschloss der Ältestenrat, eine Reihe von Maßnahmen in Angriff zu nehmen, die sowohl der Verschönerung als auch dem Erhalt des Gebäudes Rechnung tragen.

Fotos: korkowski

D

ie Arbeiten begannen im Frühjahr dieses Jahres und wurden nur für die Dauer der Synodaltagung der EuropäischFestländischen Provinz im Juni und den Festakt zum 200-jährigen Jubiläum des Kirchensaals im Juli unterbrochen. Begonnen wurde mit der Grunderneuerung der Außentreppe auf der Schwesternseite, nachdem die Außentreppe auf der Brüderseite bereits im vergangenen Jahr saniert wurde. Anschließend wurden die Sandsteinfassaden im Bereich der Außentreppen auf der Schwestern- und Brüderseite in Angriff genommen. In mühsamer Kleinarbeit wurde die schadhafte Farbschicht abgestrahlt. Weiter wurden an allen vier großen Fenstern der Fassade zum Zinzendorfplatz hin die durch Witterungseinflüsse stark beschädigten Sandsteinfriese im unteren Bereich ersetzt. Zuletzt nahm sich unser Maler Helmut Rapp der Rahmen dieser Fenster an und versetzte sie in neuen Glanz. Im Innenraum des Kirchensaals wiesen die Wandleuchter und die beiden Kronleuchter bereits seit vielen Jahren deutliche Alterungsspuren auf. Manche sprachen von einer angesetzten „Patina“. Wir besorgten uns Arbeitsproben für die Wandleuchten und ließen diese von der breiteren Gemeindeöffentlichkeit beurteilen. Daraufhin beauftragten wir eine Gürtlerei aus dem Raum Dresden zunächst mit der Aufarbeitung der Wandleuchten. Diese hatte bereits im Schloss Berthelsdorf gute Arbeit abgeliefert. Die elektrische Verkabelung wurde nach innen verlegt, die Metalloberflächen in neuen Glanz versetzt. Da an verschiedenen Stellen des Kirchensaals neue, nicht zum Stil des Raumes passende „modernistische“ Leuchten installiert waren, wurden einige Exemplare so gut nachgebaut, dass wir diese vom Original nicht unterscheiden können. Zu unserer Freude strahlten alle Wandleuchter in ihrer neuen Schönheit bereits zur Synodalversammlung unserer Kirchenprovinz.

Nach den Jubiläumsveranstaltungen wurden die beiden Kronleuchter des Kirchensaals vorsichtig herabgelassen und in zerlegtem Zustand nach Dresden transportiert. Nach wenigen Wochen konnten Mitarbeiter der beauftragten Gürtlerei die Kronleuchter wieder montieren. Neben den sichtbaren Arbeiten – Verlegen der elektrischen Verkabelung in die Gestänge, Aufarbeitung der Metalloberflächen –wurden auch Maßnahmen zur statischen Sicherheit getroffen, die den heutigen strengen Vorschriften entsprechen. Ein interessanter Aspekt: Für die Versiegelung der Metalloberflächen der Wand- und Kronleuchter kam ein Schutzlack aus der brüderischen Lackfabrik Höpner in Niesky zum Einsatz. Die größte Herausforderung der Arbeiten am Kirchensaal bestand in der Sanierung des Dachreiters. Mit einer 45 Meter hohen

Arbeitsbühne konnten von einem Standort auf dem Zinzendorfplatz alle Seiten des Dachreiters angefahren werden. Die Bedienung dieses großen Gerätes vollzog unser Hausmeister Dieter Wust mit großer Souveränität. Er unterstützte Helmut Rapp bei den Schleifarbeiten am metallumhüllten Dachreiter und dem Aufbringen eines neuen dauerhaften Farbanstrichs. Die Aufarbeitung der Ziffernblätter und der Uhrzeiger übernahm eine Fachfirma aus Schonach. Bei der Gelegenheit inspizierten wir auch die Turmzier – bestehend aus einer großen vergoldeten Kugel, einem fest installierten Richtungskreuz, einer Windfahne mit der Jahreszahl 1812 und dem Stern als oberste Spitze – und entschieden spontan, dass auch diese einer Sanierung unterzogen wird. Bei ihrer Demontage wurde in der großen Kugel eine Zeitkapsel gefunden, die wir in großer Erwartung öffneten. Wir waren gespannt, was unsere Vorgänger in diese Kapsel gegeben hatten und hofften beispielsweise auf Unterlagen aus der Bauzeit des Kirchengebäudes. Unsere Erwartungen wurden leider nicht ganz erfüllt, denn zu Tage kamen „nur“ Inhalte aus dem Jahr 1957, dem Jahr der letzten umfänglichen Sanierung des Dachreiters. Um unseren Nachfolgern einen kleinen Gruß aus unserer Zeit zu senden, füllten wir die Zeitkapsel wieder mit Inhalten – teilweise aus dem Jahr 1957, teilweise aus dem Jahr 2012. Anfang Oktober konnten die Ziffernblätter, die Zeiger und die gesamte Turmzier wieder installiert werden und schmücken seither das Kirchengebäude als „krönender“ Abschluss. Nach all diesen Arbeiten strahlt der Kirchensaal für eine möglichst lange Zeit in neuem Licht und ist für all die kommenden Veranstaltungen bestens gerüstet: Gottesdienste, Konzerte, Schulveranstaltungen und vieles mehr. Peter Korkowski |


42 neuhauser spalte

abgebildet

DACHREITER 1/2012

Offen für Musik?

W

Auch hier kündigt sich Wandel an. Gospelchöre scheinen im Trend zu liegen; junge Leute finden sich eher in einer Band. Warum nicht mal Gitarrenbegleitung statt Orgel? Sind wir offen dafür? Klar ist: Kirchenmusik wird mehr denn je unsere Unterstützung und Motivation benötigen. Sollten Sie mich an Heiligabend nicht in Königsfeld sehen, werde ich mit Sicherheit in Villingen sein. Erwartungsgemäß wird es bei der Christnacht im Münster wieder knapp mit den Männerstimmen! Frohe Weihnachten und viel Freude bei aller Musik, die Ihnen über diese Tage begegnet. Malte Müller |

Das war schon erstaunlich. Obwohl das Wetter in den letzten beiden Tagen ziemlich regnerisch war, lautete das Gesamturteil: Spitze, gute Gemeinschaft, schöne Touren, leckeres Essen, anregende Gespräche. Es war ja eine Premiere, die Wanderfreizeit in Adelboden. 21 Gemeindeglieder aus Königsfeld und aus dem Bereich hatten sich Ende August mit Pkws auf Weg gemacht und die Woche gemeinsam im Berner Oberland verbracht.

Das neu errichtete Brunnenhaus bietet eine wunderbare Kulisse für ein Erinnerungsfoto vom Gemeintag auf dem Herrnhaag am vierten Septemberwochenende. Das Thema „Schätze im Himmel“ konnte in vielfältiger Weise erlebt werden: Bibelarbeiten, einen World-Cafe zum Thema „Armut“, Singen, Bernsteinschleifen und vieles mehr. Beim Abschlussgottesdienst stand eine Schatzkiste im Mittelpunkt. Bedauerlich ist, dass immer weniger Teilnehmende zum Gemeintag kommen, sodass das Süd-West-Team sich fragt, wo die Ursachen liegen und wie es mit dem Gemeintag weitergehen soll.

Im Oktober trafen sich rund 60 Bläserinnen und Bläser sowie 17 Jungbläser aus Königsfeld und der Region, um unter der Leitung von Landesposaunenwart Heiko Petersen eine Woche jeden Abend zu proben und am Samstag, dem 20. Oktober ein Festkonzert anlässlich des 200. Geburtstages des Königsfelder Bläserchores aufzuführen. Außerdem wurden langjährige Bläser mit der Bläsernadel in Silber (10 Jahre) bzw. Gold (25 Jahre) oder der Kuhlo-Medaille für 40, 50 bzw. 60 Jahre Bläserdienst geehrt.

fotos: Matthias Fleig, Christoph Huss, Margit Lessing

enn ich diese Zeilen schreibe, ist noch Oktober und draußen grauer Herbst. Hinter mir liegt ein ganzes Wochenende mit Chorproben: BrahmsRequiem steht an, Aufführung Mitte November, Franziskaner Konzerthaus Villingen. Ergreifend, die Texte über Sterben, Trauer, Hoffnung: „Denn alles Fleisch, es ist wie Gras, und das Gras ist verdorret ...“ Wenn dann Weihnachten kommt, erstrahlt die Musik: das Weihnachtsoratorium beschreibt die Frohe Botschaft von Christi Geburt: „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage ...“. Später, an Ostern dann, die Zeit der großen Bach´schen Passionen. Das ganze Jahr hindurch bereichert Musik das gottesdienstliche Leben. Es ist für uns alltäglich geworden, dass ein Organist den Gottesdienst begleitet, Chor oder Bläser zu besonderen Anlässen dabei sind. Wird das auch weiterhin so sein? Fast alle traditionellen Chöre leiden unter Überalterung, es fehlt an Nachwuchs, die Gelder werden knapp. Teilweise müssen neben den Orchestern schon die Chorsänger „eingekauft“ werden.


DACHREITER 1/2012 für Kinder, jugend und Eltern

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Junger Dachreiter Das Licht in der Höhle

| Es naht die schöne Weihnachtszeit mit Kerzen und Tannengrün, Plätzchen und Tee, geheimnisvollen Tätigkeiten, gemütlichen Abenden mit Musik und schönen Geschichten. Aber die allerschönste von allen Geschichten ist die Weihnachtsgeschichte, wie wir sie in der Bibel im Lukasevangelium finden. Und weil sie so schön und wichtig ist und uns so gut tut, ist sie der Mittelpunkt unserer Gottesdienste zu Weihnachten. Viele von Euch haben schon mitgewirkt, wenn wir sie am Heiligen Abend als Krippenspiel aufgeführt haben. Jesus, Gottes Sohn kommt zu uns Menschen auf die Erde, wird Mensch wie wir und Gott kommt uns so ganz nahe, zum Anfassen nahe. 1223 feierte der bekannte Mönch Franziskus von Assisi, den seine Freunde damals alle Francesco nannten, im Bergwald von Greccio in Italien zum ersten Mal die Christgeburt mit Krippe, lebenden Tieren und einem richtigen Baby. Davon erzählt uns die folgende Geschichte.

Foto: zvg. maba / pixelio

S

teh auf, Tino!“ Salvatore schüttelt seinen Bruder heftig an den Schultern. „Nun werd doch endlich wach, du Langschläfer!“ Verschlafen reibt sich Robertino die Augen: „Was? Was ist?“, stammelt er noch halb im Schlaf. „Da schau doch nur!“ Salvatore zieht seinen kleinen Bruder zum Fenster der Schlafkammer. „Schau – da am Berg! Da zur Kapelle hin.“ Tino muss zweimal hinsehen. Er traut seinen Augen nicht. Hunderte von Lichtern sind am Berg zu erkennen. „Was ist da los?“, fragt er ungläubig. „Was sind das alles für Lichter?“ Bevor Salvatore antworten kann, hören die beiden Jungen den schweren Schritt des Vaters die Treppe hinaufkommen. Dann öffnet sich die Tür. „ Ihr seid schon wach? Ganz von selbst?“, staunt der Vater. „Dann zieht euch schnell an!“ „Ja, aber warum denn? Wo geht es denn hin?“, fragt Tino, der immer noch nicht richtig wach ist. „Nun frag nicht so dumm!“ mischt sich Salvatore ein. „Hast du die Lichter am Berg schon vergessen?“ – „Ach ja, die Lichter! Was ist mit den Lichtern, Vater?“ – „Genau, deshalb sollt ihr euch ja anziehen“, erklärt der Vater den beiden. „Onkel Luigi war eben da. Er hat uns erzählt, dass Francesco, der fromme Mann aus Assisi, heute nach Greccio gekommen ist.“ - „Francesco von Assisi?“, staunt diesmal Tino. „Das ist doch der Bettler, von dem die Leute solch wunderbare Dinge erzählen. Und der soll hier sein? In unserer Stadt Greccio?“ – „Nein, das ist es ja gerade“, unterbricht ihn sein Vater. „Dort oben auf dem Berg ist er mit seinen Brüdern. Dort oben bei unserer Kapelle! Und fast die ganze Stadt ist schon dorthin unterwegs. – Ihr seht ja die Lichter – Los, beeilt euch, sonst bekommen wir gar nichts mehr mit von dem, was sich da oben tut!“ Eilig schlüpfen Salvatore und Robertino in ihre Kleider. Das Schaffell, das sie sonst nur beim Hüten ihrer Herde tragen, binden sie sich fest um ihre Schultern. Am Haustor erwartet sie schon die ganze Familie. Der Vater drückt jedem von ihnen eine Fackel

in die Hand. Und schon geht es los – den Berg hinauf. Hier kennen die beiden Brüder jeden Stein und jeden Baum. Wie oft schon sind sie mit ihrer Herde den Berg hinaufgezogen, wenn unten im Tal das Gras abgeweidet war. Heute Nacht sind sie allerdings nicht allein. Sie sehen unterwegs viele Bekannte und Freunde. Deshalb merken sie auch gar nicht, wie rasch sie den steilen Weg zurücklegen. Oben an der Kapelle ist es hell – fast wie am Tag. Alle Leute halten Fackeln und Laternen in den Händen. Sie drängen sich vor die Höhle neben der Kapelle. „Unsere Höhle!“ Tino stößt seinen Bruder in die Rippen. Da, in der Höhle, in der Tino und Salvatore bei schlechtem Wetter so oft Schutz gesucht haben – da muss etwas Besonderes vorgehen. Die Höhle ist von unzähligen Lichtern hell und feierlich erleuchtet. In der Mitte steht auf dem Felsboden eine kleine, zierliche Krippe aus Holz. Sie wird sonst nur von den Schafen als Futtertrog benutzt. Heute Nacht scheint sie eine andere Aufgabe zu haben. Auf der einen Seite der Krippe entdeckt Tino einen lebendigen Ochsen mit einem rosigen Maul und weißen Hörnern. Auf der anderen Seite liegt ein kleiner grauer Esel auf seinen Knien. Hinter der Krippe und den Tieren sehen sie Francesco aus Assisi mit seinen Brüdern. Sie sind mit graubraunen Kitteln bekleidet – so wie sie die Landarbeiter oder Bettler tragen. Francesco hält ganz

vorsichtig ein kleines Kind in seinen Armen. Es ist ein Säugling, und seine Mutter steht in der Nähe der Krippe. Dann legt Francesco das Kind behutsam in die Krippe. Jetzt ist es für einen Augenblick so still in der Höhle, dass man einen Strohhalm fallen hören könnte. Dann aber rufen die Kinder voller Freude laut los“ „Der Stall von Bethlehem!“ Sie reißen sich von ihren Eltern und drängen um die Krippe. Francesco beginnt zu singen mit einer Stimme, die hell klingt wie eine Glocke: „Gloria – Gloria in excelsis Deo! – Ehre sei Gott in der Höhe!“ Seine Brüder stimmen mit ein in den alten Ruf. Und bald singen alle mit: die Kinder in der Höhle und die unzähligen Erwachsenen, die in der Heiligen Nacht des Jahres 1223 aus Greccio den Berg hinaufgezogen sind. Tino und seine Familie ahnen in dieser Nacht natürlich nicht, dass sie Augenzeugen der allerersten lebensgetreuen Darstellung der Krippe von Bethlehem geworden sind. Da wäre ich gerne dabei gewesen! Aber ich freue mich auch auf unser Krippenspiel in diesem Jahr am 24. Dezember und ich hoffe, Ihr seid alle wieder mit dabei. Eine frohe, gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Eure Renate Brach |


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Eine Weihnachtskrippe kannst Du Dir selber bauen. Male die Papiervorlage an, schneide sie aus und falte das Papier an den Linien nach hinten. Wenn Du lieber mit Naturmaterialien bastelst, findest Du im unteren Bild eine Möglichkeit, den Weg nach Bethlehem zu gestalten. Viel Spaß!


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TER mInE Im BEREICH

Mannheim, 9. Dezember 2012, 15.00 Uhr, Adventsfeier im Epiphanias-Gemeindehaus, Andreas-Hofer-Straße 39-41 Achtung:

Die Adventsfeier in Mann- neuer ort! mit linie 2 nach heim bildet den jährlichen ma nnheimfeudenheim, Höhepunkt der Treffen Haltestelle im Bereich Nordbadenliebfrauenstr., Pfalz. Die charakteristi300 m fußweg, in scheffelstr. schen Feiern der Brüdergemeine im Dezember, das Hosiannasingen und die Christnachtsliturgie mit dem Austeilen der Kerzen, werden dabei in eins gefasst. zwischendrin besteht die Gelegenheit, miteinander zu sprechen, Freuden und Sorgen zu teilen. Die Adventsfeier wird vom Bereichsbeirat und Br. Huss geleitet sowie von den Königsfelder Bläsern musikalisch unterstützt – auch für Kinder geeignet. Heidelberg-Rohrbach, 13. Januar 2013, 15.00 Uhr, „Schweizer Hof“, Heinrich-Fuchs-Straße 85

Gottesdienst nach ordnung der Brüdergemeine Speyer, 10. Februar 2013, 15.00 Uhr, Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine Langensteinbach, 10. März 2013, 15.00 Uhr, Evangelisches Gemeindehaus, Weinbrennerstraße, 76307 Karlsbad

Gemeindenachmittag mit Feier des Abendmahls zum Abschluss Heidelberg-Rohrbach, 21. April 2013, 15.00 Uhr, „Schweizer Hof“, Heinrich-Fuchs-Straße 85

nACHRICHTEn & TER mInE

fREIzEITEn 2013

goTTEsDIEnsTE In nEuHAusEn 1. Dezember 2012, 15.00 Uhr Adventsnachmittag im Kindergarten 26. Dezember 2012, 10.15 Uhr mit Feier des Heiligen Abendmahls 13. Januar 2013, 9.00 Uhr familienskifreizeit in Adelboden

Im Jahr 2013 hoffen wir wieder auf guten Schnee für die Familienskifreizeit in Adelboden – Termin: Woche nach ostern 1. bis 6. April. Einladungen und Anmeldebogen ab 1. Dezember im Gemeindebüro oder auf www.evik.de. kinderfreizeit in Trossingen

Mädchen und Jungen zwischen sechs und 14 Jahren sind herzlich eingeladen! Diesmal in der Woche nach Pfingsten, mit genauso viel Spaß wie in den letzten Jahren! Wir wollen miteinander fr��hlich sein und viel zusammen erleben: spielen, nachdenken, singen, gestalten, kochen und die Freizeit genießen. 22. bis 26. Mai im Naturfreundehaus „Steppachhalde“ in Trossingen; detaillierte Einladung im Frühjahr 2013 Weitere Informationen bei Renate Brach

Gottesdienst nach ordnung der Brüdergemeine nach weihnachten wird das detaillierte Programm für das neue Jahr mit allen Einzelheiten versandt. weitere Informationen auf www.evik.de

onlInE-ARCHIV Immer mehr frühere Ausgaben des Dachreiters sind online zugänglich. Sie lassen sich am PC blättern und auch auf Smartphones und Tablets lesen. Neu verfügbar sind die Jahrgänge 2006 und 2007 – somit lassen sich zur Zeit alle Hefte der letzten sieben Jahre nachlesen. Noch ältere Jahrgänge werden folgen. Ausgabe 1/2006 www.dachreiter.org

DACHREITER 1/2012

familienfreizeit im monbachtal

Spannende und entspannende Tage erwarten Euch vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 unter dem Motto „Grenzen überwinden macht Freu(n)de“

Die vollverpflegungspreise bewegen sich für die gesamte zeit zwischen 123 (Mehrbett-) und 186 Euro (Einzelzimmer), Kinder bis 15 Jahre ermäßigt, Familienpauschalpreis angedacht. Auch Kinder ohne elterliche Begleitung sind herzlich willkommen! Anmeldung möglichst bald (begrenzte Teilnehmerzahl) im Gemeindebüro Das Team: Christiane Paul-Klingner, Katharina Kronbach, Christiane Vollprecht und Benigna Carstens (Info: 077 25 - 91 82 18)

17. februar 2013, 9.00 Uhr 29. märz 2013, 9.00 Uhr mit Feier des Heiligen Abendmahls REgElmässIgE VERsAmmlungEn So 10.00 Uhr Predigtgottesdienst Mo 18.15 Uhr Friedensgebet Do 19.30 Uhr Bibelgespräch Sa 19.00 Uhr Singstunde (Liedgottesdienst) PERsönlICHE mITTEIlungEn - - - - - - - - - - - - TAufEn - - - - - - - - - - - 15. 7. 2012 Finja Valentina Kriehn (in Erdmannsweiler) 8. 9. 2012 Kian Luis Brandenburg 15. 9. 2012 Ylva Elisabeth Hak (in Buchenberg) 6. 10. 2012 Lara Marie Rau 21. 10. 2012 Maximilian Noah Hauff - - - - - - - - - - - TRAuungEn - - - - - - - - - 4. 8. 2012 Pascal Knappitsch und Janine, geb. Steinke 1. 9. 2012 Christoph Gass und Uda, geb. Weisenberger 8. 9. 2012 Holger Brandenburg und Eva Marie, geb. Rahm 15. 9. 2012 Ulrich Bantle und Elsbeth, geb. Krause 22. 9. 2012 Daniel Haas und Angela, geb. Verrino 22. 9. 2012 Björn Till Spies und Dorothea Rebecca, geb. Sapel - - - - - - - - - - HEImgängE - - - - - - - - - 24. 8. 2012 Hanna Pacholleck, geb. Stellmacher (79 Jahre) 31. 8. 2012 Elisabeth Weisser, geb. Rapp (85 Jahre) 2. 9. 2012 Karl Friedrich Staiger (89 J.) 7. 9. 2012 Karl Gottfried Maier (68 Jahre) 15. 10. 2012 Martha Deusch (87 Jahre) 27. 10. 2012 Dorothea Erna Neumann, geb. Friebe (64 Jahre) 28. 10. 2012 Else Kühn, geb. Gehweiler (94 J.) 31. 10. 2012 Herta Marie Elisabeth Storz geb. Waegner (92 Jahre) 1. 11. 2012 Barbara Frieda Doxie, geb. Raithel (72 Jahre) 5. 11. 2012 Hellmut Reichel (96 Jahre)

FoToS: CHRISTIANE SCHAIBLE

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DACHREITER 1/2012

nACHRICHTEn & TER mInE

ADVEnT unD wEIHnACHTEn | VERsAmmlungEn In könIgsfElD Di, 27. 11. bis Sa, 1. 12 2012

Missionsbasar im Helene-Schweitzer-Saal Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag, 10.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 18.00 Uhr, Samstag durchgehend 10.00 – 17.00 Uhr

So, 2. 12.

10.00 Uhr Gottesdienst zum 1. Advent nach Ordnung der Brüdergemeine, Mitwirkung des Kirchenchores 17.00 Uhr Hosiannastunde

Di, 4. 12.

15.00 Uhr Senioren-Adventsfeier im Helene-Schweitzer-Saal

Do, 6. 12.

19.30 Uhr 1. Adventssingstunde mit den Zinzendorfschulen

So, 9. 12.

10.00 Uhr Familiengottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine 12.00 Uhr Gemeindeessen 20.00 Uhr Taizé-Gottesdienst im Kleinen Saal

Mo, 10. 12.

19.30 Uhr Die Glocken läuten zum ökumenischen Hausgebet im Advent

Do, 13. 12.

17.30 Uhr 2. Adventssingstunde mit dem Kindergarten und Musikgruppen

So, 16. 12.

10.00 Uhr Gottesdienst nach Ordnung der Badischen Landeskirche mit Feier des Heiligen Abendmahls

Do, 20. 12.

19.30 Uhr 3. Adventssingstunde mit dem Bläser- und Kirchenchor

So, 23. 12.

10.00 Uhr Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine

Mo, 24. 12.

7.30 Uhr Christmette 15.30 Uhr Kleine Christnacht 19.30 Uhr Große Christnacht

Di, 25. 12.

10.00 Uhr Gottesdienst nach Ordnung der Badischen Landeskirche

Mi, 26. 12.

10.00 Uhr Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine 19.30 Uhr Feier des Heiligen Abendmahls nach Ordn. der Brüdergemeine

Sa, 29. 12.

19.00 Uhr Wunsch-Singstunde

So, 30. 12.

10.00 Uhr Gottesdienst nach Ordnung der Badischen Landeskirche

Mo, 31. 12.

17.00 Uhr Jahresschluss mit Feier des Heiligen Abendmahls nach Ordnung der Badischen Landeskirche (mit Wein) 23.30 Uhr Jahresschlussversammlung nach Ordnung der Brüdergemeine

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 2013 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Di, 1. 1.

10.00 Uhr Gottesdienst zum Jahresanfang nach Ordnung der Badischen Landeskirche

So, 6.1.

10.00 Uhr Regio-Gottesdienst in Königsfeld 20.00 Uhr Taizé-Gottesdienst zum Jahresanfang

Die Versammlungen finden im Kirchensaal statt, wenn nicht anders angegeben. 13. schwesternwerkstatt

glaubenskurs „Emmaus“

25. bis 27. Januar 2013 im Haus „Sonnenschein“, 07929 Saalburg-Ebersdorf für Übernachtungsgäste mit Unterkunft und verpflegung (60 Euro) oder Tagesgäste (28 Euro); bitte anmelden bis 22. 12. 2012 bzw. 10. 1. 2012

Im Jahr 2013 soll zum zweiten Mal der Glaubenskurs „Emmaus“ durchgeführt werden. Er ist ein Angebot für Menschen, die den Glauben nicht mit der Muttermilch eingesogen haben oder denen die Sprache und die Formen der Kirche fremd geworden sind. Herzliche Einladung zum Schnupperabend am Freitag, 11. Januar, 20 Uhr. Danach soll es losgehen mit Abenden im zweiwöchigen Rhythmus. Ein Flyer in den Schriftenständern enthält genauere Informationen. Nähere Auskünfte geben gerne die Teammitglieder Judith Baudis, Christoph Huss, Engela Korkowski und Kurt Rittinghaus.

Thema: Was können wir von Schwestern in anderen Provinzen lernen?

Wir wollen herausfinden, wie Schwestern in anderen Provinzen ihr Leben gestalten. Außerdem steht diesmal wieder die Wahl von Schwesternvertreterinnen auf dem Programm. Für jeden Bereich – ost, Nord und Südwest – wird eine Kandidatin gesucht und gewählt. Flyer mit weiteren Informationen im Gemeindebüro

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EVAngElIsCHE BRÜDERgEmEInE EVAngElIsCHE kIRCHEngEmEInDE zinzendorfplatz 3, 78126 königsfeld Tel.: (077 25) 93 82 0, Fax: (077 25) 93 82 22 E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org Mo - Fr: 9.00 - 12.00 Uhr; Do: 14.30 - 16.30 Uhr • Pfarrerin Annerose Klingner-Huss Pfarrer Christoph Huss; Tel.: (077 25) 93 82 20 E-Mail: huss@koenigsfeld.org • Pfarrerin Benigna Carstens; Tel.: (077 25) 93 82 18 E-Mail: carstens@koenigsfeld.org • Verwaltungsleiter Peter Korkowski Tel.: (077 25) 93 82 12 E-Mail: korkowski@koenigsfeld.org • Kantorin Ulrike Brusch, Tel.: (077 25) 10 70 E-Mail: brusch@koenigsfeld.org • Jugenddiakonin Renate Brach, Tel.: (077 25) 71 42 E-Mail: r.brach@koenigsfeld.org Jugendräume Tel.: (077 25) 93 82 15 kindergarten „Arche“ Tel.: (077 25) 28 32 E-Mail: kindergarten@koenigsfeld.org Ehe-, familien- und lebensberatung Diakonisches Werk; Tel.: (077 21) 84 51 50 E-Mail: beratungsstelle@diakonie-villingen.de sozialstation Judith Wolf-Baum Tel.: (077 25) 91 57 14, 0152 217 317 55 kontaktadressen Region nord • Katharina Kronbach, Leopoldstraße 61, 76337 Waldbronn, Tel.: (072 43) 358 77 85, E-Mail: k.kronbach@koenigsfeld.org • Manfred Kruppa, Brückstraße 7, 76703 Kraichtal 2, Tel.: (072 51) 96 14 51 E-Mail: m.kruppa@koenigsfeld.org • Andreas Schlimm, In den Klostergärten 31, 67227 Frankenthal, Tel. + Fax: (062 33) 288 47, E-Mail: ab.schlimm@koenigsfeld.org kontaktadressen Region süd • Barbara Hofmann, Emmendinger Straße 14 79211 Denzlingen, Tel.: (076 66) 990 87 • Pfr. i. R. Gerold Peper, Hammersteiner Straße 15 79400 Kandern, Tel.: (076 26) 97 27 11, 597 22 49 seniorenAppartements im Herrnhuter Haus Zinzendorfplatz 7; Leitung: Peter Korkowski (s. o.) Alten- & Pflegeheim Christoph-Blumhardt-Haus Stellwaldstraße 1, 78126 Königsfeld Leitung: Jürgen Lieberum, Tel.: (077 25) 93 85 0 E-Mail: info@christoph-blumhardt-haus.de

Bankverbindung / spendenkonto Konto-Inhaber: Ev. Brüdergemeine Königsfeld Bank: Ev. Kreditgenossenschaft (BLZ 520 604 10) Konto-Nr. 507 504 IBAN: DE38 5206 0410 0000 5075 04 SWIFT-BIC: GENO DEF1 EK1 Für Überweisungen an die Ev. Kirchengemeinde bitte Verwendungszweck „Landeskirche“ angeben.

ImPREssum Dachreiter, der Gemeindebrief der Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld, erscheint vierteljährlich für Mitglieder, Einwohner, Gäste und Freunde. Herausgeber: Evangelische Brüdergemeine und Evangelische Kirchengemeinde Königsfeld Verantwortlich für diese Ausgabe: Christoph Huss Realisation: DIGNUS.DE Medien GmbH Auflage: 2.200 Stück 1,30 Euro; Preis im Gemeinbeitrag enthalten.


Dachreiter portrait eines jubiläums 48

DACHREITER 3/2012

Segen erfahren, Segen sein

D

a gäbe es sicher noch viele mögliche Bilder. Eins möchte ich nicht vergessen. Es ist das Bibelwort aus 1. Mose 12: „Ich will dich segnen; und du sollst ein Segen seyn.“ Es war die Losung des Einweihungstages am 19. Oktober 1812. Und der vorgeschlagene Predigttext für den 8. Juli 2012. Es fiel so. Ich wünsche mir, dass es uns als Gesicht des Jubiläums in Erinnerung bleibt. 1812 hatte die Gemeinde erst 85 Mitglieder; mit Internatsschülerinnen, Handwerkern und Gästen wohnten 150 „fromme und fleißige Menschen“ am Ort. Aber zur Einweihung war der Saal mit ca. 650 Plätzen voll. Das waren die, die eine Herrnhuter Gemeinde im Südwesten Deutschlands gewünscht hatten, und all die anderen Nachbarn, die mit Wohlwollen oder Skepsis auf die neue Siedlung schauten. 100 Jahre später schreibt Gerhard Heyde dazu: „In der Tat, von viel Segen wusste schon damals das Gemeinlein zu rühmen, dem nun ein so schönes Gotteshaus geschenkt war. Wieviel Liebe hatte es von Menschen erfahren! Im ganzen waren bis jetzt 18000 Gulden von Freunden zum

Saalbau geschenkt worden. Und wie hat Gott weiter geholfen und gesegnet! – Unsere Gemeinde aber wird sich immer fragen müssen, ob sie diesen göttlichen Segen treu verwaltet hat und anderen ein Segen ist.“ Nun konnten wir das 200 jährige Bestehen feiern. In der Predigt von Br. Johannes Welschen am Sonntag wurde klar, dass die Verheißung aus 1. Mose 12 nur mit Behutsamkeit auf uns übertragen werden kann. Das Wort gilt in erster Linie Abraham als Vater des Glaubens. Aber durch die Vermittlung von Christus sind auch wir Kinder Abrahams, neben seinen anderen Kindern. Br. Welschen stellte in der Predigt die Frage, wie die Aufforderung an Abraham zum Auszug überhaupt zu einem Jubiläum eines Kirchengebäudes passt. Hier ein wunderschön gestaltetes Gebäude aus Stein, behaftet mit vielen Traditionen und Erinnerungen, dort ein Abschied von Gewohntem und das Leben in Zelten. Die Antwort: Gottes Leute leben auch heute im Wechselspiel zwischen Bleiben und Aufbrechen. Br. Welschen: „Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, ... er ist der Gott des Aufbruchs, der Verän-

derung, des Neubeginns: Immer wieder und immer neu ruft er Menschen. Er ruft sie aus der Sicherheit des Vertrauten und Verwandten hinaus in das Ungewisse, ins Neue, in das Land, das er uns zeigen will.“ So machte Br. Welschen der Festgemeinde Mut, mit Vertrauen in eine Zukunft zu gehen, die man sich von Gott zeigen lässt. Königsfeld ist eine große und vielfältige Gemeinde. Aber auch hier gibt es Stellen, wo statt Aufbruch Stillstand oder Schwund zu spüren ist. Die Fragen, wie wir auch morgen noch Gemeinde in dieser Welt sein können, verbindet uns mit den anderen Brüdergemeinen und den landeskirchlichen Gemeinden der Umgebung. Königsfeld war nie als eine Gemeinde für sich gedacht, sondern als eine dienende Gemeinde mit Aufgaben in ihrer Region. Die Visitation der Regio-Gemeinden Burgberg, Mönchweiler und Weiler in Verbindung mit Königsfeld im Ende Oktober hat dies in Erinnerung gerufen. Ich wünsche mir, dass die Zusage „Ich will dich segnen; und du sollst ein Segen sein“ das Gesicht des Jubiläums prägt und Mut macht, dieser Zusage zu trauen. Christoph Huss |

foto: christoph huss

| Welches Bild haben wir vor Augen, wenn wir an die 200-Jahr-Feier von Kirchensaal, Kirchenchor und Bläser zurückdenken? Die ausgereckten Blasinstrumente vom Konzert im Oktober, das Theaterstück vom Festwochenende oder das fröhliche Abendessen im Freien?


Dachreiter 2012