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Dachreiter

1/2 0 0 8 · m ä r z Kö n i gs fe l d w w w. dac h r e i t e r .o rg

Infor m ationen der Evangelischen Brüdergemeine und Evangelischen Kirchengemeinde lebensqualität

willkommen

Österlich klingt die Jahreslosung 2008. Vom Leben spricht sie, vom Leben, das seit Jesu Auferstehung auch durch den Tod nicht für immer vorbei ist. Von der Jahreslosung angeregt, denken wir in diesem Dachreiter aber auch über das Leben vor dem Tode nach – und über das, was es lebenswert macht, was Lebensqualität für uns ausmacht. Dabei sind die Kurzbeiträge aus dem Herrnhuter Haus natürlich auch als Einladung zu verstehen, für sich selbst zu überlegen, ob diese Lebensform und -umgebung auch für Sie in Frage käme. In erster Linie aber wollen sie Sie, unsere LeserInnen, ob jünger oder älter, zum eigenen Weiterdenken anregen darüber, was Sie sich für Ihr Leben wünschen, und wie wir einander helfen können zum l(i)ebenswerten Leben. Auf eine Neuigkeit sei noch hingewiesen: mit der Neuhauser Spalte werden wir ab dieser Nummer unserem Neuhauser Gemeindeteil im Dachreiter Gewicht verleihen und Aufmerksamkeit schaffen.

Mit guten Wünschen, Ihre Benigna Carstens

inhalt

fotos: d. fleig; zvg.

Lebensqualität Lebensqualität im Alter

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Lebensqualität im Quadrat

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Freunde, das Leben ist lebenswert

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Abgebildet

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Nachrichten / Neuhauser Spalte

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Junger Dachreiter

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Termine

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Impressum

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Zurück nach Tansania

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Ihr sollt leben!

| Das Leben ist schön. Ob nun beim Musizieren, beim Bootfahren auf einem Schwarzwaldsee, beim Feiern eines hohen Geburtstages oder im Schlaf des Gerechten nach einem fröhlichen Tag; Bilder aus dem letzten Jahresbericht unserer Gemeinde zeigen es: Man kann das Leben generationsübergreifend genießen. Und doch: Es gibt auch das andere ...

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ch weiß nicht, wie ich weiterleben soll.“ „Ich fühle mich so tot.“ „Ich kann nicht mehr.“ So kann es uns gehen, wenn uns ein schwerer Verlust aus unserer Bahn wirft. So ging es den Jüngern. Jesus würde sterben – und mit ihm verlören sie den Sinn ihres Lebens. Aber nach Ostern kam es anders. Jesus war lebendig, wenn auch unsichtbar, bei ihnen, sie konnten neu leben.

Nicht nur Verluste, auch andere Dinge können unser Leben beschädigen. Eine beengende Familiensituation, Streitigkeiten, berufliches Scheitern, Zukunftsängste, wirtschaftlicher Niedergang. Und schließlich das Alter, das von vielen als das Abstellgleis des Lebens gefürchtet wird. „Was soll’s noch?“ „Allen eine Last!“ „Und dann diese Vergesslichkeit!“ Fortsetzung auf Seite 2 –


2 DACHREITER lebensqualität 1/2008

Ihr sollt leben! Lebensqualität im Alter ...

– Fortsetzung von Seite 1

| ... und was das gemeinsame Leben damit zu tun hat. Stimmen aus dem Herrnhuter Haus. Es ist sicher unterschiedlich ...

Mit den Worten Augustins ...

... welche Lebensqualitäten einzelne Menschen brauchen, um sich im Alter wohlzufühlen. Ich brauche z. B. eine gemütliche, nicht zu kleine Wohnung, die pflegeleicht ist, nicht zu vollgestopft, gute Musik und ein paar Blumen, nette Leute als Hausgenossen, mit denen man sich gut unterhalten und gemeinsam spazieren gehen kann. Gute Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe. Wenn dann noch viele der Bewohner eine christliche Grundeinstellung haben, wo einer sich um den anderen kümmert, wo man sich auch etwas betätigen kann, so wie es im Herrnhuter Haus üblich ist, ist es eigentlich ideal. Ich kann mir kein besseres Wohnen im Alter vorstellen. Rose Maria van der Songh |

Miteinander plaudern und lachen, sich gegenseitig Gefälligkeiten erweisen; gemeinsam schöne Bücher lesen, sich necken, aber sich auch gegenseitig Achtung erweisen; bisweilen Meinungsverschiedenheiten austragen, aber ohne Hass, wie man auch einmal mit sich selber uneins ist; durch den nur selten vorkommenden Streit die sonst meist bestehende Übereinstimmung würzen; einander belehren und voneinander lernen; die Abwesenden schmerzlich vermissen, die Rückkehrenden freudig begrüßen: durch solche und ähnliche Zeichen, wie sie in Liebe und Gegenliebe aus dem Herzen sich äußern in Miene, Worten und tausend freundlichen Gedanken und Gesten, einander in Bewegung versetzen, so dass aus den vielen eine Einheit wird. Bekenntnisse IV, 8, 13 Hiervon suchen wir im Herrnhuter Haus etwas zu verwirklichen – und erleben mit Gottes Hilfe Lebensqualität bis ins hohe Alter. Annemarie Steinsiek, Elisabeth Wiechert |

Lebensqualität ...

... hängt für mich nicht davon ab, dass es mir immer gut geht, aber davon, dass ich mich stets, auch in weniger guten Zeiten, geborgen wissen darf in Gottes Hand. Und davon, dass er mir Menschen zur Seite gibt, die mich spüren lassen, dass ich in allem Auf und Ab meiner Tage nicht allein bin, Menschen, die mit mir tragen, bangen, hoffen, Menschen, die Freude und Traurigkeiten mit mir teilen. Das erlebe ich durch das Eingebundensein in die Gemeinschaft der Bewohner im Herrnhuter Haus. Wenn ich die Lebensqualität in den Bezug zur Jahreslosung setze „Ich lebe und ihr sollt auch leben“, so sehe ich in dieser Zusage noch viel mehr. Jesus spricht seinen Jüngern das Wort in dem Augenblick zu, in dem er sie vorbereitet auf die Zeit, in der er von ihnen gehen und sie allein lassen wird. Sie müssen aber nicht verzagen, sondern dürfen sich stets geborgen wissen in der Liebe des Vaters, der ihnen seinen Heiligen Geist als Tröster geben und der sie begleiten wird bis zum Ende ihres irdischen Weges. Und dann sollen sie dahin kommen, wo Jesus auch ist, sollen wieder mit ihm vereint sein, denn so sagt er und so will er es: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ Weil diese Zusage auch uns gilt, sehe ich in ihr und mit ihr ein Stück Lebensqualität, lebenswertes Leben, Leben, das wert ist, gelebt zu werden, allein von daher, dass wir ein großes und schönes Ziel vor uns haben, auf das wir uns hinbewegen und wofür wir dankbar sein dürfen. Liselotte Boller |

Es war eine gute Entscheidung ...

... als ich mich nach dem Tod meines Mannes vor 17 Jahren schon mit 66 Jahren für einen Einzug ins Herrnhuter Haus entschloss. Neben dem gemeinsamen Mittagessen sind wir durch die Hilfe der Hausmeister und der Reinigungskräfte gut versorgt. Durch die gute Hausgemeinschaft, die ich  nicht missen möchte, fühle ich mich im Haus sehr wohl. Maria-Magdalena Ahne | „Dienet einander, ein jeder mit den Gaben, die er empfangen hat.“

Mit dieser biblischen Weisung leben die meisten Bewohner und Bewohnerinnen des Herrnhuter Hauses. Deshalb herrscht hier auch eine herzliche, familiäre Atmosphäre. Wir helfen und erfreuen einander. Wir unternehmen viel zusammen: z.B. Besuch der Gottesdienste, Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen, Spaziergänge und Reisen. Hin und wieder gibt es auch fröhliche Feiern. Wer sich als Gottes Werkzeug empfindet und täglich mit seiner Führung lebt, kommt zu einer positiven Lebensanschauung. Trotz mancher körperlichen Mängel im Alter wird man zufrieden und voller Lob und Dank für unseren himmlischen Vater. Hildegard Grothe |

FOTO: zvg.

Christus sagt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ Er sagte dies zu seinen Jüngern, Männern um die Dreißig, die in der jungen christlichen Kirche aktiv waren. Und ich möchte es allen weitergeben, die als Haupt- oder Ehrenamtliche in Gefahr sind, nicht mehr „aus der Fülle“ zu leben, sondern eher „auf dem Zahnfleisch“. Ihr sollt leben! Das heißt, ihr müsst euch nicht total verausgaben, als müsstet ihr einen abwesenden Jesus ersetzen. Er ist lebendig da, ihr dürft ihm auch was überlassen, selbst einmal nichts tun. Er sagt das zu Resignierten, zu Menschen, die denken, es hat ja alles keinen Zweck. Die deswegen jedes mögliche Engagement von vornherein ablehnen, weil sich ja doch nichts bewegt. Ihr sollt leben! Ihr könnt Euch einbringen! Jesus spricht zu Handwerkern, zu Fischern mit ihrer Zukunftsangst. Alle von uns, die Zukunftsängste haben, sind angesprochen. Die Jugendlichen, die Alten, die in unsicheren Berufen, die mit den kleinen Kindern. „Ich lebe – und ihr sollt auch leben!“ Das heißt: Mit Jesus, mit Gott ist euer Leben mehr als Überleben, mehr als Dahinvegetieren, mehr als Sichdurchwursteln, mehr als grauer Alltag. Am Anfang diesen Jahres haben wir uns vielleicht gefragt: Wie wird das, was kommt, was werde ich erleben? Jetzt ist Ostern, das Fest des Lebens. Da leuchtet die Jahreslosung besonders. Nicht, weil hier alles Lebensfeindliche vergessen wäre. Nicht, weil uns seit Ostern und mit dem Glauben nichts Schlimmes mehr begegnen könnte. Sondern weil wir Jesus dabei haben, Jesus, der durch das Tal des Todes geschritten ist und der mitgeht - auf die Höhepunkte, die Wanderungen, Feste, Glanzpunkte des Lebens - und auch durch unsere tiefsten und dunkelsten Täler. Benigna Carstens |


DACHREITER 1/2008 lebensqualität

„Da werden immer noch Menschen auf’s Altenteil geschoben, die viel können, viel Erfahrung haben und auch noch viel Kraft.“

So sprach der Bundespräsident Horst Köhler im Fernsehen am Weihnachtsfest 07. Mir träumte in der Nacht darauf, getrieben von solchem Ansporn, es sei wohl kein Fehler: Ich selbst, meiner Potenzen kein Verhehler, die mir mit 81 noch geblieben, hab einen Antrag flugs an ihn geschrieben, ward überm Formulieren stets fideler: Er wolle mich sogleich als Missionar nach Nepal, ja: nach Nepal doch entsenden. Ich sei, so schrieb ich ihm, zwar bloss einäugig, sonst aber jeden Berg versetzend gläubig; und was je noch an Altersbresten war, daran sei kein Bedenken zu verschwenden. Als ich erwachte, fand ich mich im Altenteil so einer Wohnanlage: Selbst sparsam vorgetragenes Geklage scheint meinem Hoch-Mut grundlos zimperlich. Denkt alle Welt denn immer bloss an sich, je ihre Zeh- und Knie- und Rippen-Plage? Bis einmal selber ich mich überschlage im Wirbel auf die Wirbel fürchterlich: Dahin sind Kraft, Erfahrung und Potenzen, dahin der Drang nach Nepalabenteuer, dahin Vermessenheit und Glaubensfeuer. Mit manchen anderen, in schlichten Grenzen Rollator schiebend, aschgrau antiquarisch, bin ich auf einmal quitt und solidarisch. Helge Heisler |

Schmarotzer ...

Mit Brille, Hörgerät, samt Stock als Stütze, bar jeder einstigen Aktivität, bleibt schier nichts mehr an Lebensqualität: Was ist man sich, wem irgendwas zu nütze?

FOTOS: zvg.

Die rege Martha treibt es auf die Spitze, wenn unsereins so ihren Dienst verschmäht, dass man im Alter, sei’s früh oder spät bei Jesus in der Bibelstunde sitze. Doch dies nennt er den wahren Lebenswert, dass man nichts andres mehr zu sein begehrt als dankbarer Empfänger, Bettler, Gast. „Was hast du, was du nicht empfangen hast?“ Ist nicht die Erde auch nur Parasit, Schmarotzer an der Sonne, Satellit? Helge Heisler |

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Lebensqualität im Quadrat | In jedem Lebensalter kann das Interesse an Kunst das eigene Leben bereichern.

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as vielfältige Königsfelder Kulturleben lädt mit Konzerten, Aufführungen, Lesungen, Kabarett und Filmvorführungen zu dieser Erfahrung ein. Auch die Bildende Kunst ist mit permanenten und wechselnden Ausstellungen im Ort präsent. So wird der Ostracher Künstler Nikolaus Mohr (Mitglied im Künstlerbund BadenWürttemberg) vom 7. bis 13. März auf Einladung der Königsfelder Künstlergruppe „Quadrat“ im Haus des Gastes eine Installation mit würfelförmigen Körpern zeigen. Zu dieser Arbeit angeregt wurde der Künstler durch ein würfelförmiges Puzzle mit biblischen Motiven für Kinder, das in der vorderen Vitrine links vom Eingang in das Gemeindebüro ausgestellt ist.

– Vom 7. bis 13. März im Haus des Gastes: Installation mit würfelförmigen Körpern, inspiriert von einem biblischen Puzzle.

Darüber hinaus sieht N. Mohr in den quadratischen Seitenflächen seiner kubischen Körper einen unmittelbaren Bezug zum Quadrat des zentralen Königsfelder Platzes vor dem Kirchensaal. Man darf gespannt sein, ob die Bemalung der in der Aussstellung gezeigten Würfel weitere Assoziationen zu charakteristischen Formen in Architektur, Natur oder geistlichem Leben hervorruft. Helfried Glitsch |


4 DACHREITER lebensqualität 1/2008

„Freunde, das Leben ist lebenswert!“ | Dieser Ausruf wird dem jungen Boccaccio in den Mund gelegt - ob er als älterer Herr auch noch so gesprochen hätte? Lebensqualität im Alter, was verbinde ich damit?

as Werbefernsehen vermittelt mir, Lebensqualität für ältere Menschen hat sehr viel mit Fitness, mit jugendlichem Aussehen und Unternehmungsgeist zu tun. So beglückte mich denn auch meine Krankenkasse für vierzigjährige, treue Mitgliedschaft mit einem Buch, das mir mit Tips nahe legt, fit und gesund zu bleiben, obwohl noch näher liegt: therapiewürdige Beschwerden sind für älter werdende Menschen ganz normal. Auch mit Beschwerden, mit Einschränkungen kann ich mich meines Lebens freuen, habe ich Lust zu leben, finde ich das Leben lebenswert, warum nicht? In keinem Alter ist Lebensqualität ungebrochen. Ich erinnere mich an Sommertage in meiner Kindheit, die ich mit Freunden im Wald oder am Ölzbach verbrachte – Lebensqualität pur. Wenn ich allerdings zum Bäcker musste, dessen Spitz mich regelmäßig anbellte und erschreckte, sank die Stimmung tief in den Keller. Dann die Jugendzeit – zwar auch, aber keineswegs nur Sonne und Wonne, sondern Verwirrung und Unsicherheit, pendeln zwischen Erwartung und Enttäuschung. Etwa der heiter begonnene ‚Tanz in den Mai‘, an dem eine andere die Maikönigin wurde. (Nur ganz harmlose Beispiele von damals). Üb-

rigens dauert die Jugend heutzutage viel länger als früher; sie reicht bei so manchen über die Lebensmitte hinaus und endet erst kurz vor dem Greisenalter, ein Wort, das man besser nicht verwendet. Weil die Jugend dem Alter so nahe gerückt ist, sei es gestattet, die beiden Altersstufen ein wenig zu vergleichen. Einiges – nicht alles - ist ähnlich: die Jungen dürfen vieles noch nicht, die Alten können vieles nicht mehr. Beide haben manchmal aussichtslose Wünsche: ganz Junge möchten möglichst bald alt (genug) sein; Alte summen, ‚man müsste nochmal zwanzig sein‘. Alte Menschen haben durchaus Verständnis für Jugendliche, und die Jungen zeigen für Alte wohlwollendes Mitgefühl (laut Umfrage in ‚Eltern‘): „bei einem älteren Menschen geht nichts mehr weiter, auch die Augen sind so weit, dass sie eine Brille tragen dürfen“. Die Vor- und Nachteile sind nicht ganz eindeutig verteilt. Zwar sagt man, die Jungen haben noch alles vor sich, die Alten das meiste hinter sich. Ist das tatsächlich so? Bei manchem bin ich froh, es hinter mir lassen zu können, und es ist mir recht, dass ich keine Gipfel mehr zu stürmen brauche. Und hat der alte Mensch wirklich nichts mehr vor sich, lebt er nicht der Zukunft zugewandt, hoffnungsvoll -

dem häufig schwer erträglichen Befinden zum Trotz? Zur Lebensqualität gehört auch, interessiert zu sein, staunen zu können, noch immer etwas zu erwarten. Ich spreche momentan nicht von der Ewigkeit, sondern über Leben hier und jetzt. Die Bibel erzählt ausführlich von Menschen, die gerade im Alter die Erfüllung ihres Lebens erfuhren, als Greise erlebten sie noch einmal eine Steigerung von Lebensqualität. Der junge Josef hatte ‚mit siebzehn noch Träume, die in den Himmel wuchsen‘; ihm waren schwere Zeiten und eine Spitzenkarriere beschieden, doch er begriff erst im reifen Alter das Glück, verzeihen zu können. Da sind Abraham und Sara, Zacharias und Elisabeth, denen der ersehnte Sohn erst im hohen Alter geschenkt wird, da sind Hanna und Simeon, die als beharrlich Wartende, hochbetagt, in dem Kind Jesus dem begegnen, der ihrem ganzen Leben seinen Sinn gibt. Erfüllung im Alter. Das Kind im Alter kann auf etwas hinweisen, das Jörg Zink in einem Buch* beschreibt: als alter, auch gebrechlicher Mensch, Kind bleiben, sich ausstrecken können nach dem, was noch werden will, was an uns geschieht, oder wie Hanna und Simeon, dem Kind Raum geben, dem neuen Anfang alles zutrauen. Sogar der Mensch, der von sich selbst nichts mehr weiß, bleibt vor Gott sein Kind, der Mensch, als der er gedacht war – verborgene Lebensqualität. Es wäre also beim Älterwerden doch noch etwas zu gewinnen?!? Letztlich auch, zufrieden und erwartungsvoll Abschied nehmen zu können. Bis dahin möchte ich gespannt bleiben, ich möchte das Träumen nicht verlernen, und ich freue mich darauf, vielleicht irgendwann sagen zu können: Wie schön, dass ich das noch erleben kann. Ursula Böcker | * Wie die schöne Lau das Lachen lernte, Kreuz Verlag, Stuttgart, 1984

grafik: zvg.

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DACHREITER 1/2008 abgebildet

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die räte in beuggen

Ältestenrat und Kirchengemeinderat trafen sich im Januar zur Klausurtagung in Schloss Beuggen. Erste Reihe von links nach rechts: Reinhard Sapel, Benigna Carstens, Christiane Vollprecht, Ursula Böcker (Vorsitzende Kirchengemeinderat), Christiane Keefer, Christoph Huss, Dietrich Siebörger. Mitte: Katharina Kronbach (Bereich Nord), Stefan Klingner, Gerold Peper (Bereich Süd), Angelika Fobel, Klaus Verbeek, Johannes Treude, Dirk Nasadil (Vorsitzender Ältestenrat), Peter Korkowski, Wolf Renkewitz, Günther Lamparter (Kirchenrechner). Hinten: Dietmar Fleig, Malte Müller, Christoph Fischer. Nicht auf dem Foto: Renate Brach.

– Beim Helferfest wurde den vielen Ehrenamtlichen unserer Doppelgemeinde im Haus Christian-Renatus nicht nur ein märchenhaftes Bufett aufgetischt, sondern es ging auch sonst ins Reich der Märchen – hier beim Froschkönig-Spiel.

– Der Familienwandertag am Titisee am Samstag, dem 13. Oktober 2007 mit Vesper und Andacht auf der Höhe und anschließendem Titisee-Erleben im Café oder auf dem Boot war für die 20 großen und kleinen Wanderer sehr schön. Für ein nächstes Mal hoffen wir noch auf mehr Beteiligung aus dem Freiburger Raum.

– Den diesjährigen Bibelsonntag gestaltete die Konfirmandengruppe mit Vor-, Nach und Anspiel, sämtlichen Lesungen und Gebeten zum Thema „Suchet der Stadt Bestes“. Auf dem Bild das Konfirmandenorchester.

Wir stellen unsere Ehrenamtlichen vor: sargträger

FOTOS: d. fleig; BILDER: ZVG. u. Brusch; zvg.

Als Sargträger bringen wir den Heimgegangenen, meist nach einer Trauerfeier, zum Gottesacker und geben ihn gemeinsam mit Pfarrer und Trauergemeinde in die Erde. Damit wird der letzte diakonische Dienst an den Menschen geleistet, überkonfessionell und völlig gleich. Wir wollen auch die Angehörigen und Freunde begleiten und sorgen daher für eine ruhige und respektvolle Atmosphäre, in der Abschied genommen werden kann. Über Interessenten und neue Mitarbeiter an diesem Gemeindedienst würden wir uns sehr freuen. Dirk Nasadil

Bild Sargträger (von links): Helmut Biedermann, Harald Schubert, Herbert Glass, Hartmut Kopp, Kurt Eschner, Helmut Kachler Nicht auf dem Bild: Silvio Albrecht, Dietmar Fleig, Oskar Fobel, Richard Foster, Eduard Hammermeister, Gerhard Lemcke, Dirk Nasadil, Richard Podschaske, Jochen Winckler


6 DACHREITER nachrichten neuhauser spalte 1/2008

„Ein besonderer Gemeindeteil“ Der Ujamaa-Verein erhielt am 5. Januar 2008 durch Bürgermeister Link die Ehrenmedaille der Gemeinde Königsfeld. Zu diesem Anlass waren die meisten Mitarbeiter in das Haus des Gastes zum Neujahrsempfang gekommen. Die Ehre kam gerade richtig, da der Eine-Welt-Laden jetzt 20 Jahre in Königsfeld besteht und im letzten Jahr sein Jubiläum feierte. Der Laden dankt allen treuen Kunden, die mit ihrem Einkauf zugleich etwas für Menschen in den Entwicklungsländern tun.

Zehn Jahre Taizégottesdienst

Im Januar feierte der Taizégottesdienst sein zehnjähriges Bestehen mit einem besonderen Gottesdienst im Großen Saal, das Interesse von Besuchern über Königsfeld hinaus war groß. persönliche mitteilungen

–––– Taufen 17. 11. 2007 Marius Köhler 17. 2. 2008 Lerke Friedrich –––– Heimgänge 31. 10. 2007 Anneliese Dreckmann geb. Hammerschmidt (83 J.) 9. 11. 2007 Luise Schulz geb. Jeschke (93 Jahre) 13. 11. 2007 Fritz Rapp (87 Jahre) 15. 11. 2007 Melanie Unger (84 Jahre) 24. 11. 2007 Richard Gürth (67 Jahre) 22. 12. 2007 Johanna Rentschler (87 Jahre) 22. 12. 2007 Elsa Groß geb. Hafner (73 J.) 22. 12. 2007 Lina Goller geb. Furrer (92 J.) 7. 1. 2008 Johanna Schmidt (96 Jahre) 7. 1. 2008 Elisabeth Bau geb. Vogt (98 J.) 12. 1. 2008 Manuela Emminger (48 Jahre) 16. 1. 2008 Maria Rottler geb. Ketterer (87 Jahre) 18. 1. 2008 Eckehart Wunder (70 Jahre) 19. 1. 2008 Emil Jauch (97 Jahre) 2. 2. 2008 Eberhard Kuschnig (92 Jahre) 2. 2. 2008 Josefine Hoppe geb. Mohr (86 Jahre)

| Interview mit Malte Müller, der neuen Neuhausener Stimme im Kirchengemeinderat

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achreiter: Warum finden Sie es wichtig, dass Neuhausen im Kirchengemeinderat vertreten ist? Malte Müller: Immerhin wohnen ein Viertel der Evangelischen Königsfelds in Neuhausen. Außerdem leben wir in ganz unterschiedlichen Strukturen, dort in dem von der Doppelgemeinde aus Brüdergemeine und Landeskirche geprägten Königsfeld, hier in einer klassischen, früher rein katholischen Landgemeinde. Dachreiter: Welche Themen sollten wir Ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren für Neuhausen angehen? Müller: Erstens scheint mir wichtig, die vielen nicht engagierten Kirchenmitglieder zunächst einmal wahrzunehmen, sie kennenzulernen, mit ihnen Kontakt zu bekommen. Zu Neuhausen gehört natürlich auch die Ökumene, und dabei besonders auch ein Thema: katholisch-evangelische Familien mit ihren spezifischen Problemen wie etwa der kirchlichen Sozialisation der Kinder oder der einfachen Frage: In welche Kirche gehen wir am Heiligen Abend?

gottesdienste in neuhausen

2. März 10.15 Uhr 21. März 10.15 Uhr 20. April 10.15 Uhr 25. Mai 10.15 Uhr

Gottesdienst Gottesdienst mit Abendmahl Gottesdienst Gottesdienst

Schließlich ist zu überlegen, welche Veränderungen am evangelischen Angebot in Neuhausen selbst sinnvoll wären, damit das Interesse steigt. Auffällig ist auch, dass der Neuhauser Gemeindeteil wenig eingebunden ist in das Gesamtkonzept der evangelischen Gemeinde Königsfeld. Dachreiter: In Ihrer Vorstellung für den Gemeindekirchenrat haben Sie auch Ihr Interesse für die mögliche Rolle der Kirche in der Gesellschaft erwähnt. Woran haben Sie dabei besonders gedacht? Müller: Jugendliche und Erwachsene leben heute in einer schwierigen Zeit, ein Beispiel ist das sogenannte „Ranking“, jeder soll gut oder möglichst besser sein als der andere. Mich interessiert, nicht nur als Lehrer, inwieweit Kirche und Glaube hier und in anderen Problemfeldern Hilfestellung geben können. Dachreiter: Vielen Dank für das Interview und Gottes Segen für die Arbeit! Benigna Carstens |

Hätten Sie`s gedacht? Mehr als ein Viertel der evangelischen Kirchengemeinde Königsfeld wohnt in Neuhausen. Ebenso ist, bezogen auf die dortige Einwohnerzahl, etwa ein Viertel evangelisch. Gut dass auch an einem Viertel aller Sonntage in Neuhausen evangelischer Gottesdienst ist. Natürlich, die Gemeinde Neuhausen ist katholisch geprägt: Ehemaliger Besitz der Johanniter, heute Sitz der Pfarrstelle der Seelsorgeeinheit Neuhausen-OberschachKönigsfeld-Mönchweiler und die markante katholische Ortskirche, St. Martin geweiht, als kirchliches Zentrum. In dieser Kirche dürfen wir Gast sein. Vielleicht spüren wir dann dort Nähe oder auch Distanz zu den katholischen Glaubensschwestern und Brüdern. Gast im fremden Haus sein bedeutet immer den anderen kennen lernen, sich zurück nehmen, offen sein. Mit dieser Rubrik möchten wir besonders die Neuhausener evangelischen Christen ansprechen und informieren. Also eine Spalte für Sie in Neuhausen, die Neuhauser Spalte.

FOTOs: zvg.

Ehrenmedaille für Ujamaa-Verein


DACHREITER 1/2008 für Kinder und Eltern

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Junger Dachreiter Liebe Kinder, liebe Eltern, als ich neulich folgende Geschichte las, musste ich unwillkürlich daran denken, dass es mir bei einem Urlaub vor vielen Jahren in der Toskana einmal ähnlich ergangen war.

„Fahrend in einem bequemen Auto auf einer regnerischen Landstraße, sahen wir einen zerlumpten Mann bei Nachteinbruch, der uns winkte, ihn mitzunehmen, sich tief verbeugend. Wir hatten Platz, und wir fuhren vorüber, und ich hörte mich sagen, mit einer grämlichen Stimme: Nein, wir können niemand mitnehmen. Einige Zeit später erschrak ich plötzlich über diese meine Stimme, dies mein Verhalten und diese ganze Welt…“ In meinem Fall war es kein Anhalter gewesen, sondern ein junger Bursche, ein Kind fast noch bettelnd in einer Fußgängerzone mit nur einem Bein und großen erwartungsvollen Augen, an dem ich vorüber ging. In Deutschland wäre ich nicht vorübergegangen, aber hier im fremden Land mit nur wenig eingetauschtem Geld in der Tasche hatte ich Angst, das Geld könnte mir ausgehen und ich müsste dann vielleicht auf irgendetwas von den vielen schönen Dingen, die ich sah, verzichten. Ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass der Junge bestimmt auch noch später hier sitzen würde, wenn ich mit meinen Einkäufen fertig wäre und ich ihm dann gewiss ein paar Münzen schenken würde. Aber ich traf ihn nicht mehr und war enttäuscht. Ganz oft meinen wir, wenn wir mit anderen teilen sollten, Geld, Zeit oder Liebe, wir

kämen dann zu kurz, aber die Erfahrung in meinem Leben lehrt mich, dass es genau anders herum gelaufen ist. Je mehr ich mit anderen teilte, umso reichlicher bekam ich zurück. Bei den diesjährigen Kindermutmachtagen betrachten wir das Leben der Elisabeth von Thüringen. Sie steht in einer Reihe von vielen Menschen, die mit anderen Menschen teilten und dabei Erfüllung empfanden. Leben ist eben mehr als Wohlstand und Sicherheit. Leben ist das wertvolle Miteinander in allen Facetten und Lebenslagen, in Höhen und Tiefen. Verzicht kann eben auch Gewinn sein. Die vorösterliche stille Zeit, Passionszeit, will uns Möglichkeiten zur Besinnung geben, die wir auch nutzen sollten, um unser Leben wieder einmal zu überdenken und zu ordnen. Ich wünsche Euch eine gute Zeit und frohe, gesegnete Ostern. Eure


junger dachreiter 8

1/2008

Die Bonbons im Briefkasten

| Als der Postbote einmal den Briefkasten leerte, fand er zwischen den Briefen ein eingepacktes Sahnebonbon. Der Postbote wunderte sich und dachte an einen dummen Scherz. Aber weil er gerade Lust auf ein Bonbon hatte, wickelte er das Sahnebonbon aus und steckte es in den Mund. Dann vergaß er die Sache.

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m nächsten Tag, als der Postbote den Briefkasten leerte, fand er wieder ein Bonbon zwischen den Briefen. Komisch, dachte der Postbote. Er wickelte das Bonbon aus und ließ es sich schmecken. Am dritten Tag wartete der Postbote schon ein bisschen darauf, dass wieder ein Bonbon im Briefkasten liegen würde. Und wirklich! Diesmal war es ein Schokoladenbonbon. Da freute sich der Postbote, denn Schokoladenbonbons aß er besonders gern. In den folgenden Tagen lag immer, wenn der Postbote den Briefkasten leerte, ein Bonbon zwischen den Briefen. Einmal ein Sahnebonbon, dann ein Himbeerbonbon, ein Zitronenbonbon und ein Malzbonbon. Jetzt wollte der Postbote aber gar zu gern wissen, wer wohl die Bonbons immer in den Briefkasten warf. Deshalb fuhr er mit dem gelben Postauto, so oft er konnte, an dem Briefkasten vorbei. Wenn er einmal eine Pause hatte, stellte er sich in die Nähe des Briefkastens und beobachtete ihn ganz genau. Dabei sah er dicke und dünne Leute, Männer und Frauen, die dicke und dünne Briefe in den Briefkasten warfen. Aber dass jemand ein Bonbon in den Briefkasten warf, das beobachtete er nicht. Doch als er dann den Briefkasten leerte, lag wieder ein Bonbon zwischen den Briefen. Diesmal war es ein Erdbeerbonbon. Der Postbote wurde immer neugieriger. Er schaute immer häufiger nach, wer die Briefe in den Briefkasten warf. Aber er hatte kein Glück. Als er endlich den Briefkasten leerte, lag ein Gummibärchen zwischen den Briefen.

Endlich an einem Sonntag erblickte er einen kleinen Jungen, der aus der Tür des Nachbarhauses kam und schnurstracks auf den Briefkasten zuging. Er trug keinen Brief in der Hand. Dafür aber einen großen roten Dauerlutscher. Er hob die Briefklappe hoch und warf eins, zwei, drei den Dauerlutscher in den Briefschlitz. „Hallo!“ rief der Postbote und lief zu dem Jungen. „Warum hast du deinen Dauerlutscher dort hinein geworfen?“ fragte er und zeigte auf den Briefkasten. Der kleine Junge schaute ihn mit großen Augen freundlich an und sagte: „Vielleicht bekomme ich auch einmal einen Brief, wenn ich ihn ordentlich füttere!“ Zuerst musste der Postbote lachen. Aber dann fragte er ernsthaft nach dem Namen des Jungen. Der Kleine wusste sogar seine vollständige Adresse, Straße und Hausnummer. „Ich werde mich darum kümmern!“ sagte der Postbote und winkte dem kleinen Jungen freundlich zu. Am Abend schrieb er einen Brief an den Jungen. Er malte sogar ein Bild dazu, weil es sein konnte, dass der Junge noch gar nicht lesen konnte. Und als er den Jungen am nächsten Tag wieder sah, sagte er freundlich zu ihm: „Du brauchst den Briefkasten nicht mehr zu füttern, ich glaube, dass du bald Post bekommst. Vielleicht schon heute!“ Dann holte er aus seiner Hosentasche ein Päckchen Gummibärchen heraus und schenkte es dem Jungen. An diesem Tag war der Postbote ganz besonders gut gelaunt.


DACHREITER 1/2008 inserate

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Betreutes Wohnen im Herrnhuter Haus Für jung gebliebene Senioren · Ideales Umfeld für neuen Lebensabschnitt - - -

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1/2008 10 DACHREITER termine

Speyer, 9. März 2008

ab 14.30 Uhr, Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine unter Leitung von Br. G. Cunningham, Pfarrer der Brüdergemeine in Südafrika, jetzt im Austausch in der Badischen Kirche tätig. Hassloch, 20. April 2008

Gottesdienst unter Leitung von Br. U. Eger; am Nachmittag Informationen aus der Mission.

Die Erd-Charta beflügelt Königsfeld

Langensteinbach, 27. April 2008

Die Erdcharta versteht sich als Vision für eine Erde, die die Heimat für Menschen, Tiere und Pflanzen ist und auch in Zukunft sein kann.

ab 15.00 Uhr, Evangelisches Gemeindehaus Weinbrennerstr., 76307 Karlsbad

Grundlegend sind:

Vorträge, Aktionen, Nachdenken über unsere Erde – April bis Oktober 2008 Wir wollen Menschen anregen, sich zu beteiligen an Aktionen

Gemeindenachmittag mit Liebesmahl unter Leitung von Br. M. Kruppa. Wegen ein Terminüberschneidung kann Br. Huss an diesem Tag nicht nach Langensteinbach kommen, kommt dafür aber im Juli nach Speyer.

Die Achtung vor der Natur Gerechtigkeit im Zusammenleben der Menschen und Völker Entwicklung einer Kultur des Friedens

zum bewussten Erleben und zur Freude an der Erde zum Bedenken der Probleme, die gegenwärtig deutlich werden zu einer gemeinsamen Verantwortung für die Erde zu Konsquenzen in der eigenen Lebensführung

Speyer, 25. Mai 2008

6. April, 15.00 bis 18.00 Uhr, Haus des Gastes

Wir feiern die Erde Eine Begegnung mit Musik, Spiel, Tanz, gutem Vesper

25. April, 19.00 Uhr, Helene Schweitzer Saal

ab 14.30 Uhr, Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine unter Leitung von Br. M. Kruppa. Speyer, 22. Juni 2008

ab 14.30 Uhr, Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine unter Leitung von Schw. Horak-Werz, Pfarrerin der pfälzischen Landeskirche.

Türkisch-Deutscher Kulturaustausch Abend mit Info, Musik, Essen – Die Türkei in Europa

Anwesend: Generalkonsul der Türkei 6. April, 19.30 Uhr, Haus des Gastes

Prof. Günter Altner: Eine andere Welt ist möglich – die Erdcharta als Programm der Ehrfurcht vor dem Leben

11. April, 19.00 Uhr, Lesegalerie Haus des Gastes

Die Lange Nacht der Erdcharta Lesungen aus dem Text der Erdcharta mit Musik, Bildern, Clowns und schöpferischen Pausen

Der Freiburger Tag ...

27. April

Wanderung am Kaiserstuhl

Schwarzwaldverein 30. April, 19.30 Uhr, Haus des Gastes

Prof. Streubel: Die Verbrechen der Atomrüstung – Albert Schweitzers Osloer Reden von 1957/58 und ihre Aktualität heute

6. Mai, 19.00 Uhr, Haus des Gastes

Film: Darwins Alptraum (engl. mit Untertitel) – Europa lebt auf

... findet dies Jahr wieder statt. Bitte Sonntag, den 19. Oktober vormerken. Nähere Informationen im nächsten Dachreiter.

Tänze zum achtsamen Umgang mit der Erde, Brunhilde Bippus

Besinnungswochenende mit Bibliodrama

20. April, 20.00 Uhr, Burgberg

Meditation zur Erde – Regelmäßige Meditation bei Voll- und Neumond

Was effektive Mikroorganismen EM bewirken – Eine neue Methode des natürlichen Gartenbaus und der Landwirtschaft

Mona Lenz, Anm. Tel.: (077 25) 915 654

Holger Hanselmann

Gerne weisen wir die Mitglieder im Bereich auch hin auf das Besinnungswochenende mit Bibliodrama, 23. bis 25. Mai 2008 in Bad Herrenalb, „Furcht ist nicht in der Liebe“ (1. Joh 4,17), Gott als liebevollen Vater erfahren. Leitung: Annerose Klingner-Huss, Pfarrerin und Bibliodramaleiterin. Auskünfte beim Haus Aufblick, Gaistalstr. 103, 76332 Bad Herrenalb, 07083/51721 mehr im internet

Aktuelle Nachrichten und Termine finden Sie auch auf der Internetseite von „Evangelisch in Königsfeld“ – www.evik.de

17. April, 18.30 Uhr, Haus Christia-Renatus, Waldstraße

Kosten der Menschen am Victoriasee 8. Mai, 19.30 Uhr, Lesegalerie Haus des Gastes

jubiläum: 10 jahre dachreiter

Im April 1998 hielten Königsfelder und Mitglieder im Bereich etwas Neues in den Händen: den Dachreiter. Wie das Original auf dem Dach des Kirchensaals kündete er vom Gemeindeleben und war künftig die ständig wiederkehrende Einladung zu Versammlungen – und zum Nachdenken. „Ostern“ war das Thema, eine „Demonstration für das Leben“, das „Mutmachfest“. Erste Gedanken für ein Albert-Schweitzer-

Museum in Königsfeld konnte man ebenfalls erfahren; das „Portrait“ auf Seite 12 beschäftigte sich mit Helene Schweitzer. Und Ursula Böcker schrieb „Ich liebe Bach, Fontane und Königsfeld“ – seitdem ist sie regelmäßige Kolumnistin im Dachreiter. Nach zehn Jahren können Sie jetzt in diesem ersten Dachreiter wieder blättern: online als E-Paper unter www.dachreiter.org


DACHREITER 1/2008 termine

regelmässige versammlungen

Predigtgottesdienst: Sonntag, 10.00 Uhr Singstunde (Liedgottesdienst): Samstag, 19.00 Uhr Bibelgespräch: Donnerstag, 19.30 Uhr Friedensgebet: Montag, 18.15 Uhr Gottesdienste in der Kar- und Osterwoche

Samstag, 15. März, 19.00 Uhr Bethaniastunde Palmsonntag, 16. März, 10.00 Uhr Gottesdienst (Brüdergemeine) 17.00 Uhr Hosiannastunde Montag, 17. März, 19.30 Uhr Leseversammlung Dienstag, 18. März, 19.30 Uhr Leseversammlung Mittwoch, 19. März, 19.30 Uhr Leseversammlung mit Abendmahlsvorbereitung Donnerstag, 20. März, 15.00 Uhr Leseversammlung (Gethsemanestunde) 16.00 Uhr Christoph-Blumhardt-Haus: Abendmahl (Brüdergemeine) 19.30 Uhr Abendmahl (Brüdergemeine) Karfreitag, 21. März, 9.00 Uhr Leseversammlung 10.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl (Landeskirche) 10.15 Uhr Neuhausen: Gotttesdienst mit Abendmahl 14.30 Uhr Leseversammlung (Todesstunde) Samstag, 22. März, 19.00 Uhr Grabesliturgie 20.00 Uhr Feier der Osternacht (im Kleinen Saal)

Ostersonntag, 23. März, 6.00 Uhr Feier des Ostermorgens (Kirchensaal) mit Gang zum Gottesacker anschließend Osterfrühstück 10.00 Uhr Gottesdienst (Landeskirche) Ostermontag, 24. März, 9.30 Uhr Regio-Gottesdienst in Weiler

Studienreise in die Türkei

26. Oktober bis 2. November 2008

Die Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk Villingen bietet vom 26. Oktober bis 2. November 2008 eine Studienreise nach Zentralanatolien an. Aus dem Programm: Ankara mit seinen Sehenswürdigkeiten, die Felsenkirchen in Kappadokien, unterirdische Zufluchtsstätten der ersten Christen, Antiochia und anderen Wirkungsstätten des Apostels Paulus, ein Besuch der deutschen Gemeinde in Antalya und viele Erlebnisse der beeindruckenden Natur. Preis: 995,– Euro, nähere Informationen: Evangelische Erwachsenenbildung, Mönchweiler Straße 4, Villingen. Treffpunkt MoA: Menschen ohne Arbeit

Jeden Mittwoch 9.00 bis 12.00 Uhr; 9.30 bis 11.00 Uhr geleitete Gesprächsrunde, Villingen, Wehrstraße 4, Erdgeschoss

Eingeladen sind Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen oder bedroht sind und nicht mit ihren Selbstzweifeln, ihrem Ärger und ihren Fragen allein bleiben wollen. Insel-Café - der Familien-Treff

Jeden Mittwoch, 14.00 bis 17.00 Uhr, Villingen, Wehrstraße 4, Erdgeschoss

Offener Café-Betrieb, jeden ersten Mittwoch im Monat „Themen-Café“ mit Referenten. Eingeladen sind Mütter und Väter mit Kindern ebenso wie Menschen, die sich gerne unterhalten. Kontakt: Anita Neidhardt-März, Tel.: (077 21) 84 51 - 50, Erich Seebacher, Tel.: (077 21) 508 719 Regionales Schwesterntreffen

26. und 27. April in Königsfeld

Anlässlich des traditionellen Schwesternfestes / Sonntag der Frauen in Königsfeld sind die Schwestern aus der Schweiz, aus Bad Boll, Königsfeld und den Bereichen zu einem regionalen Schwesterntreffen in Königsfeld eingeladen – am 26. April 2008, ab 11.00 Uhr und am 27. April zum Schwesternfest / Sonntag der Frauen. Beginn am Samstag, dem 26. April, mit einem gemeinsamen Brunch. Der Nachmittag soll dem thematischen Arbeiten und vor allem Kennenlernen dienen. Nach einem späten Kaffeetrinken gibt es die Möglichkeit, nach Hause zu fahren. Alle Schwestern, die gern länger bleiben wollen, sind am Samstagabend von Herzen zur Singstunde und am Sonntag zum Schwesternfest / Frauensonntag eingeladen. Gästebetten stellen die Königsfelder Schwestern gerne zur Verfügung. Ute Albrecht, Schwesternvertreterin für den Süd-Westbereich, Saarbrücker Weg 3, 78126 Königsfeld, Tel.: (077 25) 915320, E-Mail: GerhildAlb@gmx.de

impressum

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Dachreiter, der Gemeindebrief der Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld, erscheint vierteljährlich für Mitglieder, Einwohner, Gäste und Freunde. Herausgeber: Evangelische Brüdergemeine Königsfeld; Verantwortlich für diese Ausgabe: Benigna Carstens; Realisation: DIGNUS.DE; Auflage: 1.700 Stk.; 1,30 Euro; Preis im Gemeinbeitrag enthalten. Evangelische Brüdergemeine Evangelische Kirchengemeinde Zinzendorfplatz 3, 78126 Königsfeld Tel.: (077 25) 93 82 0, Fax: (077 25) 93 82 22 E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org Mo - Fr: 9.00 - 12.00 Uhr; Do: 14.30 - 16.30 Uhr – Pfarrerin Annerose Klingner-Huss Pfarrer Christoph Huss; Tel.: (077 25) 93 82 20 E-Mail: huss@koenigsfeld.org – Pfarrerin Benigna Carstens ; Tel.: (077 25) 93 82 18 E-Mail: carstens@koenigsfeld.org – Verwaltungsleiter Peter Korkowski Tel.: (077 25) 93 82 12 E-Mail: korkowski@koenigsfeld.org – Kantorin Ulrike Brusch, Tel.: (077 25) 10 70 E-Mail: brusch@koenigsfeld.org – Jugenddiakonin Renate Brach, Tel.: (077 25) 71 42 E-Mail: r.brach@koenigsfeld.org – Jugendräume Tel.: (077 25) 93 82 15 – Kindergarten „Arche“ Tel.: (077 25) 28 32 E-Mail: kindergarten@koenigsfeld.org – Ehe-, Familien- und Lebensberatung Diakonisches Werk; Tel.: (077 21) 84 51 50 E-Mail: beratungsstelle@diakonie-villingen.de – Sozialstation, Judith Wolf-Baum Tel.: (077 25) 37 01, (0160) 998 833 28 Kontaktadressen Region Nord – Katharina Kronbach, Fliederstraße 28, 76307 Karlsbad, Tel.: (072 02) 40 53 21, E-Mail: k.kronbach@koenigsfeld.org – Manfred Kruppa, Brückstraße 7, 76703 Kraichtal 2, Tel.: (072 51) 681 40 E-Mail: m.kruppa@koenigsfeld.org – Andreas Schlimm, Kanalstraße 14, 67227 Frankenthal, Tel. + Fax: (062 33) 288 47, E-Mail: ab.schlimm@koenigsfeld.org – Gottfried Nasadil, Armbruststraße 9, 67346 Speyer, Tel.: (062 32) 253 37, E-Mail: g.nasadil@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Süd – Pfr. i. R. Gerold Peper, Hammersteiner Straße 15 79400 Kandern, Tel.: (076 26) 97 27 11, 597 22 49 – Verena Quincke, Horbener Straße 15 79100 Freiburg-Güntherstal, Tel.: (0761) 298 39 Bankverbindung Kirchengemeinde (Landeskirche) – Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 104 092 Bankverbindungen Brüdergemeine – Ev. Kreditgenossenschaft (BLZ 520 604 10) Nr. 507 504 – Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 031 071 – Volksbank Villingen (BLZ 694 900 00) Nr. 600 22 00 Betreutes Wohnen im Herrnhuter Haus Zinzendorfplatz 7, 78126 Königsfeld Leitung: Peter Korkowski (s. o.) Alten- und Pflegeheim Christoph-Blumhardt-Haus Stellwaldstraße 1, 78126 Königsfeld Leitung: Gottfried Steinmann, Tel.: (077 25) 93 85 0 E-Mail: info@christoph-blumhardt-haus.de – Spendenkonto für den Umbau des CBH: Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 150 933 359 Martin’s Restaurant im Herrnhuter Haus Tel.: (07725) 70 04


Dachreiter

Zurück nach Tansania | Erste Erfahrungen unserer Gemeindeglieder an ihrer alten Wirkungsstätte

F

reunde und Gemeinde haben wir in Königsfeld zurückgelassen, um neue und alte Freunde und eine neue Aufgabe hier in Arusha, einer Großstadt im Norden Tansanias, zu finden. In der Arusha Community Church (Gemeinschafts-Kirche) waren wir auch in unserer ersten Zeit in Tansania von 1986 bis 1994 aktiv beteiligt. Aber es hat sich nicht nur in der Gemeinde, sondern auch in der Stadt mehr verändert, als wir zunächst gedacht hatten. Die Gemeinde hat sich enorm vergrößert. Der kleine, überschaubare Bereich hat sich ausgeweitet. Mit fast 300 Besuchern ist der Gottesdienst-Raum fast jeden Sonntag voll besetzt. Immer sind unzählige Ehrenamtliche, vom Saaldienst bis zum Prediger und den Musikern aktiv. Allein die ganz Aktiven kennen zu lernen, ist schon eine gewaltige Aufgabe... Die Gemeinde wird nach wie vor von Laien geleitet. Alle Verantwortung liegt beim Ältestenrat. Der interkonfessionelle Charakter wird sehr betont und muss immer beachtet werden, auch wenn viele amerikanische Lutheraner in der Gestaltung einen Schwerpunkt bilden. Katholiken, tansanische Studenten, UNMitarbeiter aus afrikanischen und überseeischen Ländern, sie alle sollen sich zu Hause fühlen können. Die Gemeinde ist international und eben englisch-sprachig.

Die Verantwortungsträger zu unterstützen ist meine Hauptaufgabe, die ich ausgesprochen gerne erfülle. Wobei ausdrücklich gesagt wird, dass ich den Mitarbeitern ihre vielen Aufgaben nicht wegnehmen soll. Es gibt noch genug zu tun, was in den letzten Jahren nicht gemacht werden konnte. Die Verwaltung des Areals, die Aufsicht über die Angestellten, das Organisieren von nötigen Reparaturen (Bei einem großen Konzert brach zu meinem Entsetzen der Strom zusammen.) und der Aufbau eines funktionierenden Büros zählen zu den administrativen Aufgaben, die Mitarbeit im Rat und in den Ausschüssen (Projekte und Hilfen; Christliche Erziehung; Evangelisation und Außenwirkung; Gottesdienst) Hilfe beim Gottesdienst und Predigen und Mitgestaltung der Gemeindearbeit sind die eher strukturellen Aufgaben. Alles spannende Sachen, außer wenn ich gerade etwas nicht verstehe, weil es ständig drum herum sehr laut ist. Margret, meine Frau, ist im Ausschuss für Sonntagsschule für Kinder und Erwachsene, Kindergottesdienst, Konfirmandenunterricht und Bücherei tätig und auch in dieser Bibliothek ganz aktiv. Eine Sonntagsruhe gibt es hier nicht mehr. Überall wird gebaut, ist Verkehr, gehen die Geschäfte. Die Kommunikation hat sich total verändert: Jeder hat ein

Handy. Viele Tansanier können nur anklingeln oder SMS schicken, weil sie kein Geld zum Gebühren-Aufladen haben. Zumindest hier in der Stadt gibt es genügend Reiche zu sehen. Der Kfz-Verkehr quillt über. Luxus-Hotels für den Tourismus und Banken werden überall gebaut. Fast die ganze Stadt hat asphaltierte Straßen. Überdimensionale Werbung ist überall zu sehen. Die einfachen Leute auf dem Land haben von dieser Entwicklung wohl weniger! Taxen und unzählige Kleinbusse (Dalla-Dallas) werden von genügend Polizisten zur Ordnung angehalten. Die jungen Damen zeigen sich modebewusst wie es vor 20 Jahren undenkbar war. Was gleich geblieben ist, sind die Hitze und der unsagbare Staub überall und besonders auf den unbefestigten Vorortstraßen. Und von denen habe ich jeden Tag etliche Kilometer zu befahren. Wenn es geregnet hat, gibt es tiefe Löcher. Aber das ist angenehmer als der Staub. Auf der anderen Seite fahre ich jeden Morgen durch eine Kurve, und wenn das Wetter es zulässt, erscheint links der Mount Meru mit 4562 m und weiter hinten erscheint kleiner der schneebedeckte Kilimanjaro mit 5950 m. Solch einen Anblick hat nicht jeder in Königsfeld auf dem Weg zur Arbeit. Und letzten Sonntag haben uns hier zwei Königsfelder besucht, die jetzt den höchsten Berg Afrikas besteigen. Vor zehn Tagen kam endlich unser von vielen fleißigen Königsfeldern gepackter Container hier an. Die Verspätung, u.a. wegen einer falschen Postfach-Nummer, war nicht so ganz tragisch, weil wir mit dem Bau unseres Hauses noch viel weiter hinter dem Zeitplan liegen. Die Mauern werden aber nächste Woche wahrscheinlich noch fertig. Wenn das Haus dann steht, will ich auch mit meiner zweiten Freiwilligen-Aufgabe anfangen: Prüfung und Beratung von Schul- und Behinderten-Projekten in der Meru-Diözese, wo ja auch unsere Tochter und unser Schwiegersohn arbeiten. Und das ist natürlich unser weiteres Highlight, dass wir hier mit unseren Kindern und Enkelkindern zusammen sein können. Herzliche Grüße aus dem heißen Afrika Kurt Rittinghaus |

FOTO: zvg.

12 DACHREITER portrait 1/2008


Dachreiter

2/2 0 0 8 · J u n i Kö n i gs fe l d w w w. dac h r e i t e r .o rg

Infor m ationen der Evangelischen Brüdergemeine und Evangelischen Kirchengemeinde die erde ist unser zuhause

willkommen

Liebe Mitglieder und Freunde in der Brüdergemeine und in der Landeskirche, liebe Gäste und Besucher, im Jahr 2008 wird Königsfeld von der Erd-Charta beflügelt. Das schlägt sich auch in dieser Nummer des „Dachreiter“ nieder. Neben den Eindrücken, Mitteilungen und Hinweisen aus dem Gemeindeleben nähern wir uns von verschiedenen Seiten dem Thema „Die Erde ist unser Zuhause“. Die Erd-Charta versteht sich als Vision für eine Erde, die die Heimat für Menschen, Tiere und Pflanzen ist und auch in Zukunft sein kann. Dazu passt auch das Portrait auf der letzten Seite. Nachdem wir dort über viele Jahre Menschen aus der älteren und jüngeren Geschichte Königsfelds vorgestellt haben, schildern in diesem Jahr „Königsfelder in Übersee“ ihre Eindrücke vom Leben und Arbeiten auf einem anderen Kontinent. Vielleicht beflügelt das ein oder andere von dem, was sie lesen, auch Sie!

Ihr Christoph Huss inhalt

fotos: zvg.; Knorn

Die Erde ist unser Zuhause Albert Schweitzer: Welt in uns

2

Ist eine andere Welt möglich?

2

Erd-Carta für Kinder

3

Brüdergemeine: Erdenplan

3

Das Seufzen der Kreatur. Ein Anstoß.

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Abgebildet

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Neuhauser Spalte

6

Junger Dachreiter

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Termine

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Impressum

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Dieu est grand!

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Die Erde F

rüher war vielleicht einmal unser Dorf unser Zuhause. Oder unsere Region. Wir waren wir und die anderen waren draußen. Unser Verantwortungsbereich endete an dieser Grenze. Wenn wir sagen, die Erde ist unser Zuhause, mit der Betonung auf dem ersten Satzteil, dann meint das: wir gehören zusammen mit allen Weltbewohnern, sitzen in einem Boot. Bei dem, was wir tun, kann es uns nicht gleichgültig sein, was das für die Menschen jenseits der Grenzen und Meere für Folgen hat. Das macht das Leben nicht einfacher; denn das Leid der Menschen in Birma und Bolivien geht nun auch uns an. Das Schöne daran ist, dass uns die Menschen anderer Völker und Kulturen viel näher rücken. Mit den modernen Reise- und Kommunikationsmitteln gibt es auch viel mehr Möglichkeiten, sich zu begegnen und in Kontakt zu bleiben.

Unser Zuhause G

ott hat uns mit dem Lebensraum Erde ein Zuhause geschenkt. Keinen Selbstbedienungsladen und keine Müllkippe, sondern einen Ort zum Leben, zum Wachsen und sich Vermehren, den wir auch nach unseren Möglichkeiten pflegen und erhalten. Gott hat den Menschen dafür Lebensregeln mitgegeben, etwa in den Zehn Geboten. Dabei geht es darum, wer allein Anbetung verdient, es geht um Lebensrhythmen, um Respekt gegenüber anderen Generationen, gegenüber der Lebensform, der Unversehrtheit und dem Eigentum anderer. Solche Regeln lernen wir von klein auf und wir merken, wie gut es tut, wenn wir achtsam miteinander und mit unserem Lebensraum umgehen. Christoph Huss |


2 DACHREITER die erde ist unser zuhause 2/2008

| Albert Schweitzer setzte sich für die Ehrfurcht vor dem Leben ein. Die Ehrfurcht vor dem Leben und das Miterleben des anderen Lebens ist das große Ereignis für die Welt. Die Natur kennt keine Ehrfurcht vor dem Leben. Sie bringt tausendfältig Leben hervor in der sinnvollsten Weise und zerstört es tausendfältig in der sinnlosesten Weise. Durch alle Stufen des Lebens hindurch bis in die Sphäre des Menschen hinan ist furchtbare Unwissenheit über die Wesen ausgegossen. Sie haben nur den Willen zum Leben, aber nicht die Fähigkeit des Miterlebens, was in andern Wesen vorgeht: sie leiden, aber sie können nicht mitleiden. Der große Wille zum Leben, der die Natur erhält, ist in rätselhafter Selbstzentzweiung mit sich selbst. Die Wesen leben auf Kosten des Lebens anderer Wesen. ... Die Welt, dem unwissenden Egoismus überantwortet, ist wie ein Tal, das im Finstern liegt; nur oben auf den Höhen liegt Helligkeit. Alle müssen in dem Dunkel leben, nur eines darf hinaus, das Licht schauen: das Höchste, der Mensch. Er darf zur Erkenntnis der Ehrfurcht vor dem Leben gelangen, er darf zu der Erkenntnis des Miterlebens, und Mitleidens gelangen, aus der Unwissenheit heraustreten, in der die übrige Kreatur schmachtet.

...; der tiefeste Begriff des Lebens ist erreicht, das Leben, das zugleich Miterleben ist, wo in einer Existenz der Wellenschlag der ganzen Welt gefühlt wird, in einer Existenz das Leben als solches zum Bewusstsein seiner selbst kommt ... das Einzeldasein aufhört, das Dasein außer uns in das unsrige hineinflutet. Wir leben in der Welt, und die Welt lebt in uns. Albert Schweitzer, aus einer Predigt in St. Nicolai, Straßburg, im Jahr 1919

Ist eine andere Welt möglich? | Mit welcher Hoffnung und Vision macht jemand Entwicklungshilfe zu seinem Beruf?

D

ie Erde ist unser Zuhause. Das war sie schon immer. Und da wir Menschen eine gewisse Zeit auf dieser, „unserer“ Erde verbringen (dürfen), sollten wir uns auch mit ihr beschäftigen. Angeregt durch die Reisen mit meinen Eltern zog es mich hinaus in die weite Welt, frei nach dem Motto: „Ich will alles mal gesehen haben.“ Ich zog los, um die weite Welt zu erkunden, neue Kulturen kennenzulernen und meine Sprachkenntnisse auszubauen –ein Wunsch vieler Menschen, wie ich denke. Prägend für mich war vor allem der einjährige Aufenthalt in Südafrika, bei dem ich mit den Menschen in einer der ärmsten und gleichzeitig am härtesten von der Aids-Pandemie betroffenen Region der Welt in Kontakt kam. Von dort kam ich mit der Überzeugung zurück, dass es nicht so weitergehen darf wie bisher. Extreme Armut, Elend, Hunger und die Aids-Pandemie: konfrontiert mit den damit einhergehenden schockierenden Folgen und sozialen Problemen für die Menschen wurde mir klar, dass ich selbst etwas tun müsste – wir alle etwas tun müssen. Die Welt scheint sich momentan mit großer Geschwindigkeit fortzubewegen, mit all den Möglichkeiten, die uns das Internet und neue technische Errungenschaften ermöglichen. Dies kann sehr überwältigend sein, aber Geschwindigkeit ist nicht alles. Die Welt bewegt sich immer noch mit der gleichen Geschwindigkeit, wie sie sich immer um die Sonne bewegt hat. Und aus diesem Grund ist die Globalisierung auch kein Teufelszeug - sie bringt viel Positives mit sich und viel Negatives. Aufhalten können wir sie nicht, doch sollten wir versuchen sie positiv zu gestalten. Wir reden so häufig von sicheren Grenzen, Schuldentilgung und Neuen Märkten, aber viel zu wenig von den Menschen, mehr Schulbildung oder gar neuen Werten. Wir brauchen neue Konzepte, denn wir Jungen glauben längst nicht mehr an die alten Rezepte… Das Prinzip heißt Hoffnung! In Afrika habe ich festgestellt, dass uns diese Hoffnung vor allem aus Kinderaugen entgegen strahlt (siehe Bild). Ich wurde mir der Privilegien bewusst, die uns schon durch die Geburt in Deutschland in den Schoß fallen – Aufwachsen in sicherer Umgebung, Zugang zu guter Bildung, drei Mahlzeiten am Tag, und vieles mehr.

Angeregt durch dieses Bewusstsein und das Vorbild Nelson Mandelas („Bildung ist die stärkste Waffe, die man nutzen kann, um die Welt zu verändern“), fand ich meine jetzige Bestimmung in der Entwicklungszusammenarbeit. Über mehrere Monate entstand zusammen mit Gleichgesinnten unsere Organisation „Go Ahead!“, mit der wir Kindern und Jugendlichen in Afrika durch Bildung die Chance auf eine Zukunft geben. Prägend war auch die persönliche Begegnung mit Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, der mir wahre Worte mit auf den Weg gab: „Wir alle besitzen die Fähigkeit zu lernen, und es ist Bildung, die uns die Werkzeuge gibt, mit der sich immer ändernden Welt mitzuhalten. Wir alle wurden als besondere Lebewesen erschaffen, und Gott hat dir einen Sinn zugedacht, auch wenn er sich dir bisher noch nicht eröffnet hat. Durch Bildung wirst du diesen Sinn finden.“ Mich treibt die Frage an, wie lange wir noch Zeit verrinnen lassen, bevor wir die Initiative ergreifen. Vom erhobenen Zeigefinger bin ich weit entfernt, doch den Kopf in den Sand zu stecken bringt uns auch nicht weiter. Und so handele ich nach dem Motto: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Mein Ausdruck von Hoffnung ist Go Ahead!, die Organisation, die ich neben dem Studium, in dem ich mich auf das Wirtschaften in Schwellenländern konzentriere, als Vorsitzender leite. Auch ich habe meinen endgültigen Platz noch nicht gefunden, aber so lange nutze ich die Zeit mit den mir gegebenen Mitteln, um die Welt in gewisser Weise so zu ändern, wie ich sie gerne sehen würde. So lange wir uns für Mitmenschlichkeit, Chancengleichheit und gegen Armut einsetzen, ist es nicht zu spät! Jan Bildhauer; Erdmannsweiler/Bremen |

FOTO: bildhauer

welt in uns


DACHREITER 2/2008 die erde ist unser zuhause

Erd-Carta für Kinder | Im Punkt 4 der Erdcharta für Kinder heißt es: „Erzähle anderen Kindern von dem was Du über die Erde weißt. Es wäre schön, wenn der Kreis der ‚Erdbeschützer’ immer größer würde. Handle jetzt verantwortungsvoll, die Kinder nach dir werden es dir danken.“

D

FOTOS: knorn; Bild: archiv der brüder-unität

ie Erdcharta beflügelte auch uns als Kindergartenteam – „Welche wichtigen Erziehungsziele stecken darin, wenn wir den Kindern dieses Thema zumuten!“ Unser Ziel für dieses Thema war gleich formuliert: Die Kinder erfahren, dass jeder Einzelne für Gottes Schöpfung verantwortlich ist. „Die Erde ist wie ein Haus, worin der Mensch Geborgenheit und Heimat findet. Kinder bauen nicht umsonst gerne Höhlen und Hütten, denn sie fühlen sich darin sicher und geschützt, eben ‚zu Hause‘.“ Quelle unbekannt Viele Erfahrungen lassen sich in solch einem „Erd-Haus“ machen: So erlebten wir als Einstieg in unser Thema die Schöpfungsgeschichte mit allen Sinnen, machten Schattenspiele und sammelten Erfahrungen mit Licht und Dunkelheit, experimentierten mit Erde, Wasser und Luft. Wir gestalten einen Erdball aus Pappmaschee, wir singen Lieder über unsere Erde wie zum Beispiel „Eine kleine blaue Kugel“ oder „Gott hat die Welt gemacht“. Wir betrachten Bilderbücher und verschiedene Sachbücher, wir säten Samen und pflegen diesen und lernen somit, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen.

Wo holt sich die Erde die himmlischen Kleider? Beim Wettermacher, beim Wolkenschneider. Sie braucht keine eitlen Samte und Seiden, sie nimmt, was sie hat, und trägt froh und bescheiden das Regenschwere, das Flockenleichte, das Schattenscheckige, Sonnengebleichte, das Mondgewobene und Sternbestickte, das Windzerrissene, Laubgeflickte, das Gockelrote, das Igelgraue, das Ährengelbe, das Pflaumenblaue, das Gräserkühle, das Nesselheiße, das Hasenbraune, das Schwanenweiße – und schlendert die Jahre hinauf und hinunter; je schlichter, je lieber, je schöner, je bunter. Christine Busta |

Wir machen wichtige Natur-Erfahrungen und nehmen Veränderungen in der Natur bewusst wahr durch unsere regelmäßigen Wald-Erkundungen. Schon selbstverständlich nehmen unsere Kinder immer wieder Tüten mit in den Wald, sammeln Müll auf und wollen dem Wald damit als „Waldbeschützer“ Danke sagen. Wir philosophieren und denken mit den Kindern nach über deren Fragen wie zum Beispiel: „Wenn die Erde eine Kugel ist, müssten doch einige Menschen auf dem Kopf stehen?“ Oder „Warum heißt die Erde eigentlich Erde?“ oder „Wir säen Samen aber wie ist das eigentlich in der Natur?“ All das muss erforscht werden, wenn man sich dem Geheimnis des Lebens hähern will. Wichtige Regeln muss es unserer Meinung nach in einem „Erd-Haus“ geben: So trennen wir im Kindergarten konsequent unseren Müll. Wir achten auf einen sparsamen Wasserverbrauch, lassen das Licht nicht unnötig brennen, lernen sorgsam mit unseren Spielmaterialien umzugehen und verschwenden beim Malen und Basteln kein Papier. Über all diese Aktionen erfahren unsere Kinder wie schön und lebenswert unsere Erde ist, was es bedeutet, verantwortungsvoll zu handeln, und sie werden sensibilisiert, für unsere Schöpfung auch hin und wieder „Danke“ zu sagen. Kathrin Knorn |

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erdenplan

| Die Brüder-Unität hatte bereits früh eine ganzheitliche und weltweite Perspektive. Gott und Vater, dessen Wille schuf des Lebens reiche Fülle: deine Schöpfung wird erhalten durch dein immerwährend Walten. Alle sind bei dir zu Tische: Gras und Blumen, Vögel, Fische, Wild es Waldes, Schaf und Rinder; und auch wir, als deine Kinder, wolln gehorsam im Vertrauen dir auf deine Hände schauen. Du gibst allen Trank und Speise, wie es not, nach Vaterweise. (aus einem Tischlied von Jan Amos Comenius, übersetzt von Theo Gill)

Gib deinem Volk auf dem Erdenplan überall Türen, die aufgetan, Wohnungen des Friedens, Hütten voll Segen und bring uns dann auch von unsern Wegen zurück nach Haus. Im Frieden Jesu Christ, der unser Friede ist, wohnen unsre Lieben. Seid inniglich gegrüßt auch überm Weltmeer drüben! Jesu Angesicht und sein Gnadenlicht bleib auf euch gericht. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf Die Brüdergemeine ist heute eine weltweite Familie mit über 800.000 Mitgliedern. Regelmäßig berichten Besucher aus Übersee in Königsfeld. Die Herrnhuter Missionshilfe versendet regelmäßig Nachrichten aus der weltweiten Arbeit. Die Informationen können Sie bestellen unter www.herrnhuter-missionshilfe.de oder aus unseren Zeitschriftenständern im Kirchensaal mitnehmen.


4 DACHREITER die erde ist unser zuhause 2/2008

Das Seufzen der Kreatur. Ein Anstoß. | Und Gott sprach: „... macht euch die Erde untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“

U

Die Erd-Charta beflügelt Königsfeld

wöhnt man sich daran. Manchmal gewöhne ich mich dran. Das bedrückt mich.

Die ganze Schöpfung seufzt, denn der Mensch herrscht, und wie er herrscht. Paulus schreibt: „Die ganze Schöpfung seufzt und ängstigt sich mit uns.“ Mit uns. Wir seufzen auch, wir? Das Gesicht kenne ich doch, wie oft habe ich es gesehen, in der Werbung von „Brot für die Welt“ zum Beispiel: Der kleine Afrikaner, seine Augen, sie schauen mich an, bevor ... Manchmal hört man das Seufzen nicht, aber man sieht es. Und manchmal ge-

14. Juli, 19:30 Uhr, Lesegalerie Haus des Gastes

Pfarrer Boldt: Christsein mit dem Einkaufskorb

11. Juni, 19.00 Uhr, Haus des Gastes

Aktueller Film aus den USA Die Klimaveränderung ist schon da

22. Juni, 10.00 bis 17.30 Uhr,

Sommerfest von Gemeinde und Kindergarten: Die Erde ist unser Zuhause

4. Juli, 19:30 Uhr, Gemeindezentrum

„Das Experiment“ – Cinema Moralia, Film über den Umgang mit Macht und Positionen

6. Juli

Fahrt / Wanderung zum Untermühlbachhof; Biologischer Landbau als Arbeit für den Frieden

10. September, 19:30 Uhr, Helene Schweitzer Saal

Konzert: Tomawho and friends Klangwelten der Naturvölker

25. September, 19:00 Uhr, Haus des Gastes

Film: „We feed the World“ – Die Landwirtschaft zerstört das Gesicht der Erde

30. September, 19:30 Uhr, Haus des Gastes

Dr. Dirscherl: „Grüne Gentechnik und unser tägliches Brot“ Welche Folgen hat die Gentechnik für Bauern und Verbraucher?

Wir sind Teil der Schöpfung, Paulus schreibt: „Wir sehnen uns nach Erlösung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit. Wir sehnen uns nach der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“ Ich höre, wie draußen eine Amsel singt. Sie singt, obwohl sie nach Paulus eigentlich seufzen müsste. Sie singt viel schöner, als sie nach Darwin zur Arterhaltung und Revierbegrenzung singen dürfte. Warum eigentlich singt sie so schön? Könnte es sein, dass sie etwas ahnt, was wir längst wissen, aber vergessen haben? Könnte es sein, dass sie etwas ahnt, was Paulus so umschreibt: „...dass auch die Schöpfung frei werden soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“? Die Amsel singt wegen der Arterhaltung, wegen der Revierbegrenzung, wegen der Amseln, der Katzen, der Marienkäfer, wegen uns, wegen mir ... Bitte lesen Sie Römer 8, 18-25. Das braucht Zeit, aber es lohnt sich. Dr. Helmut Gießer |

Vorträge, Aktionen, Nachdenken über unsere Erde 6. - 12. Oktober, Schulhaus Mönchweilerstraße

Ausstellung der Schulen zum Thema Erdcharta – Ergebnisse des Unterrichts

6. - 12.Oktober, Lesegalerie Haus des Gastes

Ausstellung zur Klimaveränderung

9. Oktober, 19:30 Uhr, Lesegalerie Haus des Gastes

Mango – Hilfe für Menschen auf den Philippinen

12. Oktober, 19:30 Uhr, Haus des Gastes

Abschlussveranstaltung zur Erd-Charta

foto: pixelio / Viktor Schwabenland; grafik: zvg.

nd der Mensch herrscht, und wie er herrscht: Er lässt die Eier nicht mehr von den Hennen ausbrüten, sondern von den Brutkästen, das geht schneller. Die Küken laufen nicht mehr auf dem Hof und der Wiese herum, um sich ihr Futter zu suchen, sondern sie werden in Käfige eingesperrt und bekommen Gen-Soja zu fressen. Von dem Gen-Soja wäre viel zu erzählen, aber lassen wir das jetzt, die Hühnchen werden jedenfalls viel schneller schlachtreif, in sechs Wochen. Das Schlachten geschieht rationell, hygienisch, rasch und technisch perfekt. So herrscht der Mensch über die Hühner. Das geht jetzt viel schneller als früher und ist viel billiger und der Mensch kann viel mehr Hühnchen essen als früher, falls der Mensch am richtigen Ort wohnt. Nur: Ich vergesse diesen Augen-Blick nicht, in dem Film „We feed the world“, ich vergesse nicht, wie das Hühnchen mich angeschaut hat, bevor es auf dem Fließband zum Schlachten transportiert wird, nein, so viel Angst – das vergesse ich nicht. Paulus schreibt: „Die ganze Schöpfung seufzt und ängstigt sich ...“ Manchmal hört man das Seufzen nicht, aber kann es sehen, zum Beispiel bei dem Hühnchen.


DACHREITER 2/2008 abgebildet

skifreizeit

– Der Bus zur Skifreizeit in Adelboden war bis auf den letzten Platz besetzt. 56 Skiläufer wollen sich die guten Schneeverhältnisse in der Woche nach Ostern nicht entgehen lassen. Die jüngste Teilnehmerin war drei, der älteste 73 Jahre alt. Die abendlichen Gespräche drehten sich unter anderem um die Jahreslosung. jubiläum

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Konfirmation am 13. April 2008

Vanessa Blockus, Annik Dannert, Nils Danton De Souza, Florian Silvio Durli, Christian Fobel, Florian Glitsch, Joshua Haller, Matthias Friedrich Lang, Leonard Maaz, Jasmin Möller, Janine Niefanger, Aaron Potschaske, Florian Reichenberger, Sven Rudek, Sascha Schäfer, Simone Schulte, Laura Schulz, Lea Schwarzwälder, Marian Töpel , Franz Wetzel. Auswärts wurden konfirmiert (nicht im Bild): Am 9. März Pascal Hambsch in Ludwigshafen und am 20. April Finia Tabea Bruns in Eberbach.

FOTOS: huss; brusch

christoph-blumhardt-haus

– Am 25. Februar 2008 feierte Schwester Charlotte Kaboth ihren 100. Geburtstag. Bei der Geburtstagsrunde im März meinte sie: „Da muss ich doch als Hundertjährige einen Kuchen spendieren“, was sie auch zur Freude der anderen Jubilare tat. Im letzten Dachreiter war übrigens auf der Titelseite Schwester Maria Steinmann zu sehen bei ihrem 100. Geburtstag im letzten Jahr.

Zum ersten Spatenstich für den Neu- und Umbau des Alten- und Pflegeheimes Christoph-Blumhardt-Haus kamen am 24. April 2008 der Architekt, Vertreter der örtlichen Brüdergemeine, von Kreis, Kommune, Kirchenkreis und Banken im Kreis interessierter Gemeindeglieder und Nachbarn zusammen. Mögliche zukünftige Bewohner verfolgten das Geschehen. Im Hintergrund das ehemalige Gästehaus „Vogelnest“, das dem Neubau weichen muss. Dieser ist nötig, weil Teile des bestehenden Komplexes nicht mehr den Anforderungen entsprechen. In einer zweiten Bauphase sollen die neueren Teile der bestehenden Gebäude umgebaut werden.


6 DACHREITER neuhauser spalte 2/2008

Mehr als zufällig | Die Erde unser Zuhause – Neuhausen unsere Heimat?

Kein Problem mit den Blumen

H

gottesdienste in neuhausen

29. Juni 10.15 Uhr Gottesdienst 27. Juli 10.15 Uhr Gottesdienst 31. August 10.15 Uhr Gottesdienst

| Interview mit Diakon Jürgen Saager, einem Neuhausener Norddeutschen

D

achreiter: Herr Saager, Ihrer Sprache hört man die Herkunft aus dem Norden an; würden Sie sich nach 33 Jahren in Neuhausen immer noch als Norddeutschen bezeichnen? Jürgen Saager: Ja, das bleibe ich wohl, in Lübeck bin ich geboren, in Neumünster habe ich als Pfarrhelfer bei der Bundeswehr gearbeitet. 1975 kamen wir hier her, weil meiner Frau bei einer Kur in Königsfeld die Luft gut getan hatte. Dachreiter: Zunächst haben Sie in Burgberg gewohnt, wie kam die Familie nach Neuhausen? Saager: Unser Vermieter fürchtete unserer Kinder wegen um seinen Blumengarten, hier in Neuhausen war das kein Problem. Dachreiter: Inzwischen habe ich den Eindruck, sind Sie längst gut verwurzelt. Was hat dazu beigetragen? Saager: Wir haben ziemlich bald Kontakt zu den Bewohnern hier gesucht. Wir traten dann dem Seniorenclub bei. Verbindungen entstanden durch die Got-

tesdienste, sechs Jahre habe ich auch im Kirchenvorstand mitgearbeitet. Dachreiter: Aber beruflich tätig waren Sie nicht in Neuhausen selbst? Saager: Nein, ich habe zunächst als Erzieher an den Zinzendorfschulen gearbeitet, dann noch zwölf Jahre als Altenpfleger im Heilig-Geist-Spital in Villingen. Dachreiter: Da haben Sie eine ganze Palette an Berufen ausgeübt! Haben Sie eigentlich auch Ablehnung erfahren, als Sie damals neu hergezogen sind? Saager: Zunächst schon, vor allem, weil wir evangelisch waren. Aber später spielte das keine Rolle mehr. Dachreiter: Was hilft heute Evangelischen, in Neuhausen heimisch zu werden? Saager: Vor allem die vielen Vereine, Musik- und Trachtenverein, Feuerwehr, das Vereinsleben ist intensiv. Dachreiter: Haben Sie jemals daran gedacht, wieder in den Norden zu ziehen? Saager: Nein, nie, die Kinder sind hier sesshaft, die wollte ich nicht alleinlassen. Benigna Carstens | Grillabend in Neuhausen

„Kein schöner Land in unserer Zeit“ Heimat in Neuhausen und anderswo Mit Liedern, Geschichten und Gespräch Grillgut, Salate und Besteck bitte mitbringen. Für Getränke ist gesorgt. Es wirkt mit der Bläserchor Königsfeld. Eine gute Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen, Kontakte knüpfen, Bekanntschaften auffrischen und vertiefen. Freitag, 27. Juni 2008, ab 18.00 Uhr Kindergarten

FOTO: carstens; dignus.de

eimat hat viele Gesichter, das kann man in Neuhausen deutlich sehen. Da sind die einen, die hier schon groß geworden sind oder aus einer der umliegenden Gemeinden stammen. Sprache und Mentalität sind vertraut, geben Halt und Geborgenheit. Kirchliche Feste, Vereinsleben, Jahresrhytmus bilden einen Rahmen. Für den allerdings, der aus der Norm fällt, außen vor bleibt, kann dies alles auch erdrückend wirken. Und dann gibt es die anderen, die infolge des Kriegsgeschehens, durch Vertreibung oder Flucht nach Neuhausen gekommen sind. Heimat war für sie und bleibt in gewisser Weise lebenslang ein Ort anderswo. Im Laufe der Jahre aber lassen Freunde, Nachbarn, die Mitgliedschaft in einem Verein vielleicht eine „neue Heimat“ entstehen. Wieder andere sind durch ihren Beruf, einen günstigen Bauplatz oder eine Wohnung hierher geführt worden. Erleben sie den Ort als „Heimat“ oder nur als „Wohnstätte“? Das kommt wohl auf jeden einzelnen an. Wie man sich im Dorfgeschehen einbringt, ob einer oder eine versucht, den ortseigenen Traditionen offen gegenüber zu stehen, spielt eine entscheidende Rolle. Ohne Akzeptanz von Bestehendem, Engagement und dem Versuch, auf andere zuzugehen, kann Integration nicht gelingen. Gerade wir Evangelische sind immer noch vielfach Zugezogene des zweiten und dritten Typs. Vielleicht kann auch die evangelische Gemeinde dazu beitragen, dass Neuhausen für uns mehr als der Ort ist, an dem wir zufällig leben. Wir sind gerade ein wenig am Ausprobieren, wie wir Kontakt und Begegnung stärken können. Der ganz bescheidene Anfang eines „Nachhocks“ nach dem Gottesdienst im Gasthaus kann ein solch kommunikativer Treffpunkt sein. Auch das Grillen im Sommer wünschen wir uns noch mehr als Kontaktbörse genutzt. Wir sind offen für alle möglichen guten Ideen. Malte Müller


DACHREITER 2/2008 für Kinder und Eltern

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Junger Dachreiter Liebe Kinder, liebe Eltern, „Die Erdcharta beflügelt Königsfeld“, so lautet das Motto einer Reihe von Veranstaltungen, die sich durch das Jahr 2008 ziehen und die uns wieder einmal den Wert von „Mutter Erde“ ins Bewusstsein rücken sollen.

Mit Musik und Tanz feierten wir bei der Eröffnung der Erdchartareihe am 6. April unsere Erde mit allen Sinnen. Dabei gab es Köstlichkeiten zu riechen und zu schmecken, Nachdenkliches zu hören und zu sehen und Freude an der Bewegung unter anderem beim Spielen zu empfinden. Unsere Jugend war mit dem Gospelchor, der Jugendband und Spielangeboten aktiv beteiligt und es machte ihnen super viel Spaß.

Bewusst (er)leben, staunen, danken – wann gelingt uns das schon noch in unserer hektischen Welt. Dazu ein kleiner Denkanstoß: Das tägliche Wunder

Ich dachte, ich würde sie kennen, bis ich eines Tages das Wunder sah. Sie standen mit ihren Füßen auf demselben Boden, erhoben ihren Kopf in dieselbe Luft, in dieselbe Sonne und denselben Regen. Und der Apfelbaum machte Äpfel und der Birnbaum, zehn Meter weiter, machte Birnen. Ganz normal, sagten die Menschen. Aber ich konnte meinen Augen nicht glauben. Was sie aus demselben Boden holten, aus derselben Luft, aus derselben Sonne und demselben Regen, daraus machte der eine Baum Birnen und der andere, zehn Meter weiter, Äpfel. Und die sind ganz verschieden in Form, Farbe, Geruch, Geschmack. So ein Wunder hatte ich noch nie gesehen.

FOTOs: brach

Ich wünsche Euch, dass Ihr in dieser schönen Jahreszeit die großen und die kleinen Wunder der Natur wahrnehmt und Euch von Herzen daran freuen könnt. Liebe Grüße Eure


junger dachreiter 8

2/2008


DACHREITER 2/2008 inserate

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10 DACHREITER termine 2/2008

ab 15.00 Uhr, Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

22. Juni 2008 – Gemeindefest des Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld

Gottesdienst mit Abendmahl nach Ordnung der Brüdergemeine unter Leitung von Br. C. Huss.

Im jährlichen Wechsel mit dem Missionsfest möchten wir in Königsfeld ein Gemeindefest veranstalten. Es wird zusammen mit dem Sommerfest des Kindergartens „Arche“ gefeiert. Thema: „Die Erde ist unser Zuhause“. 10 Uhr Gottesdienst, anschl. Spiele im Freien; 12 Uhr Mittagessen, anschl. Spielstationen für Kinder, Kaffee und Kuchen, Stationen für Erwachsene, 16.30 Uhr Tagesabschluss.

Königsfeld, 12.- 13. Juli 2008

6. Juli 2008 – Kurparkgottesdienst

Samstag findet die jährliche Sitzung von Ältestenrat und Bereichbeirat statt. Am Samstagabend und Sonntag Missionstag mit Fam. Mihan von der „Haltestelle“ in Cottbus (Details siehe weiter hinten in diesem Heft).

Beim Gottesdienst im Freien, den unsere Gemeinde mit den Evangelischen Gemeinden Buchenberg und Weiler, mit dem Glaubenszentrum und dem Bibelseminar veranstaltet wird in diesem Jahr Oberkirchenrat Prof. Dr. C. SchneiderHarpprecht mitwirken, der im Rahmen einer Visitation im Kirchenbezirk ist.

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine unter Leitung von Br. M. Kruppa. Speyer, 6. Juli 2008

ab 15.00 Uhr, Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

Lachen - Speyerdorf, 20. Juli 2008

8.30 und 10.00 Uhr: Predigtgottesdienste mit Berichten aus der Missionsarbeit (Br. U. Eger). Langensteinbach, 14. September 2008

15.00 Uhr, Evangelisches Gemeindehaus Weinbrennerstr., 76307 Karlsbad

Unter der Leitung von Br. Huss sprechen wir über die Jahreslosung. Zum Abschluss feiern wir Abendmahl. Herrnhaag, 19.- 21. September 2008

Gemeintage des Süd-West-Teams (Details siehe rechts) Ruchheim, 28. September 2007

Vormittags Gottesdienst, am Nachmittag Informationen aus der Mission. Der Freiburger Tag ...

... findet dies Jahr am Sonntag, den 12. Oktober, statt. Nähere Informationen im nächsten Dachreiter.

Spielkreis 0 bis 3

Eltern mit Kindern von 0 bis 3 Jahren sind jeden Donnerstag von 10.00 bis 11.30 Uhr herzlich in die Jungscharräume eingeladen. Neue Ansprechperson ist Katrin Böhme, Telefon (077 25) 91 56 00.

Aktuelle Nachrichten und Termine finden Sie auch auf der Internetseite von „Evangelisch in Königsfeld“ – www.evik.de

Die Brüdergemeinde hat mit der „Haltestelle“ in Cottbus im Jahr 2003 eine Arbeit begonnen, die sich besonders an Menschen wendet, die Kirche und christlichen Glauben bisher nicht kennen oder wenig Erfahrung damit haben. Halt suchen, Halt geben, Halt! sagen – was dieses Programm bedeutet, erzählen Volker und Peggy Mihan am Samstag, 12. Juli, 19.30 im Kleinen Saal. Bereits am Freitagabend berichtet Br. Mihan über einen Abenteuer-Urlaub in Grönland, besonders für Jüngere geeignet. Am Sonntag feiern wir Gottesdienst mit Br. Mihan. 19. – 21. September - Gemeintage des Süd-West-Teams auf dem Herrnhaag

Die Sozietäten in der Schweiz und die Brüdergemeinen im Südwesten Deutschlands, Bad Boll, Ebersdorf, Königsfeld, Neuwied und Rhein-Main laden ein, gemeinsam das neue Gesangbuch zu entdecken, als ein Buch für alle Fälle.

Treffpunkt MoA Menschen ohne Arbeit Jeden Mittwoch 9:00 - 12:00 Uhr (9:30 - 11:00 Uhr geleitete Gesprächsrunde) Villingen, Wehrstr. 4, Erdgeschoss Eingeladen sind Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen oder bedroht sind und nicht mehr alleine mit ihren Selbstzweifeln, ihrem Ärger und ihren Fragen bleiben wollen.

Freitagabend nach dem Abendessen Lieder singen und Lagerfeuer; Samstag Gesprächsgruppen, Kinderprogramm, Workshops, Abendmusik, Spieleabend; Sonntag Familiengottesdienst. Eine detaillierte Einladung mit dem Anmeldemodus ist im Gemeindebüro Königsfeld erhältlich und wird gerne zugesandt. Auch als Downlowd bei www.evik.de.

Insel-Café der Familien-Treff Jeden Mittwoch 14:00 - 17:00 Uhr Villingen, Wehrstr. 4, Erdgeschoss Offener Café-Betrieb Zusätzlich an jedem ersten Mittwoch im Monat „Themen-Café“ mit Referentinnen und Referenten zu interessanten Themen. Eingeladen sind Mütter und Väter mit Kindern ebenso wie Menschen, die sich gerne unterhalten oder lieber im Internet recherchieren. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Anita Neidhardt-März, Geschäftsführung (077 21) 8451-50; Erich Seebacher, Verwaltung und Organisation MoA (077 21) 508 719 regelmässige versammlungen

mehr im internet

13. Juli 2008 – Missionstag

So Mo Mi Do Sa

10.00 Uhr Predigtgottesdienst 18.15 Uhr Friedensgebet 9.15 Uhr Morgenandacht 19.30 Uhr Bibelgespräch 19.00 Uhr Singstunde (Liedgottesd.)

persönliche mitteilungen

–––– Taufen 30. 3. Christian Kaiser 13. 4. Aaron Potschaske 13. 4. Marian Töpel

–––– Heimgänge 7. 2. Cäcilie Eilts, geb. Dettenbach (96 Jahre) 23. 2. Werner Siebmann (86 Jahre) 4. 3. Doris Rieger geb. Mauthe (74 Jahre) 17. 3. Irmela Kunick (88 Jahre) 21. 3. Hans Günter Motel (74 Jahre) 21. 3. Hellmuth Deck (79 Jahre) 13. 4. Esther Spangenberg geb. Heinrici (94 Jahre) 18. 4. Eugen Weisser (84 Jahre) 24. 4. Reiner Thome (58 Jahre) 27. 4. Helmut Döschner (87 Jahre) 28. 4. Egon Herrmann (77 Jahre)

zeichnungen: zvg.; lessing

Speyer, 22. Juni 2008


DACHREITER 2/2008 porttrait

Dieu est grand!

FOTO: steingruber

– Fortsetzung von Seite 12

damaligen Einsatzort, mit Gerald auf den Markt ging, zeigten die Marktfrauen mit den Fingern auf uns, beschimpften mich und klagten mich an, dass ich zu geizig wäre, eine ihresgleichen anzustellen, und somit verhindern würde, dass eine von ihnen ihren Lebensunterhalt verdienen könne. Das war mir eine Lehre. Beschämt zog ich von dannen. Sofort begann ich mich nach einer geeigneten Zugehfrau umzusehen und kurz darauf folgte die Einstellung. Weitere Angestellte kamen später hinzu. Das war zwar ungewohnt, aber keineswegs unangenehm. 2003 wurde das Wasserbauprojekt in Bobo Dioulasso geschlossen. Die Firmenpolitik änderte sich. Den neuen Ideen und Ansätzen fielen all die alten Projekte zum Opfer. Rolf wurde in die Hauptstadt Ouagadougou versetzt. Die physische Auflösung des Projektes wurde mir übertragen. Lastwagen wurden beladen, und im Konvoi mit den alten Projektfahrzeugen wurde alles überführt. In Ouagadougou lebten wir uns schnell ein und kurz darauf wurde ich von einem belgischen Privatinvestor gebeten, seine Metzgerei/Fleischerei wieder zu eröffnen. Sie war wegen angeblicher Steuerschuld vom Finanzamt geschlossen worden. Eine echte Herausforderung. Bei der ersten Vorortbesichtigung erwarteten mich 40 arbeitslose Mitarbeiter, ein heruntergekommenes Gebäude und defekte elektrische Anlagen. Vom Zustand der Kühlcontainer ganz zu schweigen. Ich raufte mir die Haare, sah die erwartungsvollen Menschen vor mir stehen und fühlte all ihre Hoffnungen auf mir lasten. Was sollte ich tun? Ich hielt eine kurze Ansprache und bestellte alle für den nächsten Tag zum Putzen ein. Gemeinsam machten wir den Laden wieder flott. Einen Monat später konnten wir Wiedereröffnung feiern, und schon am ersten Tag hatten wir die gleichen Umsatzzahlen wie vor der Schließung. Sieben Monate kämpfte ich mit der Konkurrenz, die mir die Schweine auf dem Schlachthof vor der Nase wegkaufte, mit korrupten Beamten, dem Arbeitsgericht, der Gewerkschaft, einer Art Wirtschaftskontrolldienst, gegen Diebstähle im eigenen Produktionsbetrieb und um die Kundschaft. Das war eine sehr intensive und extrem nervenaufreibende Zeit. Meine Arbeitszeit begann morgens um fünf Uhr auf dem Schlachthof und, verursacht durch den Restaurantbetrieb, endete sie meist erst um 23.30 Uhr. Die

impressum

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Dachreiter, der Gemeindebrief der Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld, erscheint vierteljährlich für Mitglieder, Einwohner, Gäste und Freunde. Herausgeber: Evangelische Brüdergemeine Königsfeld; Verantwortlich für diese Ausgabe: Christoph Huss; Realisation: DIGNUS.DE; Auflage: 1.700 Stk.; 1,30 Euro; Preis im Gemeinbeitrag enthalten. Evangelische Brüdergemeine Evangelische Kirchengemeinde Zinzendorfplatz 3, 78126 Königsfeld Tel.: (077 25) 93 82 0, Fax: (077 25) 93 82 22 E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org Mo - Fr: 9.00 - 12.00 Uhr; Do: 14.30 - 16.30 Uhr

– Carmen Steingruber mit Nigest, ihrer Hausangestellten.

Vergütung lag unter der 400 Euro Grenze. Aber immerhin: als ich den Betrieb an meine Nachfolgerin im Mai 2006 übergab, hatte sich der Umsatz vervierfacht, und mehrere neue Betriebszweige waren hinzugekommen. Mein Weg führte mich 2006 nach Äthiopien. Das Angebot der Übernahme der administrativen Leitung des Koordinationsbüros der österreichischen Entwicklungshilfe flatterte einfach so in meine Mailbox, und ich zögerte kaum eine Minute mit meiner Zusage. Rolf war inzwischen im Ruhestand und konnte mich begleiten. Hier betreuen der Büroleiter, acht lokale Angestellte und ich die Projekte der österreichischen Entwicklungshilfe, wobei ich für den administrativen Teil verantwortlich bin. Was mir auf Anhieb in Addis Ababa gefiel, war die deutschsprachige Gemeinde. Dort fühle ich mich geborgen, dort kann ich mich einbringen und dort gelingt es mir häufig, das hier täglich gesehene und erlebte Leid zu verarbeiten. Im Kirchenvorstand gibt es immer viel zu tun. Wir sind unter anderem für eine Schule mit rund tausend Schülern, das Sozialprojekt der Kirche, verantwortlich. Die Gemeinde in Addis bietet mir Ersatz für das mir doch sehr fehlende Königsfelder Gemeindeleben. Nächstes Jahr im Juni ist mein Vertrag zu Ende und dann? Mal sehen, „Dieu est grand!“ (Gott ist groß), wie mir meine westafrikanischen Freunde stets in schwierigen Situationen sagten. Carmen Steingruber, Königsfeld, Addis Ababa/Ethiopia April 2008 |

– Pfarrerin Annerose Klingner-Huss Pfarrer Christoph Huss; Tel.: (077 25) 93 82 20 E-Mail: huss@koenigsfeld.org – Pfarrerin Benigna Carstens ; Tel.: (077 25) 93 82 18 E-Mail: carstens@koenigsfeld.org – Verwaltungsleiter Peter Korkowski Tel.: (077 25) 93 82 12 E-Mail: korkowski@koenigsfeld.org – Kantorin Ulrike Brusch, Tel.: (077 25) 10 70 E-Mail: brusch@koenigsfeld.org – Jugenddiakonin Renate Brach, Tel.: (077 25) 71 42 E-Mail: r.brach@koenigsfeld.org – Jugendräume Tel.: (077 25) 93 82 15 – Kindergarten „Arche“ Tel.: (077 25) 28 32 E-Mail: kindergarten@koenigsfeld.org – Ehe-, Familien- und Lebensberatung Diakonisches Werk; Tel.: (077 21) 84 51 50 E-Mail: beratungsstelle@diakonie-villingen.de – Sozialstation, Judith Wolf-Baum Tel.: (077 25) 37 01, (0160) 998 833 28 Kontaktadressen Region Nord – Katharina Kronbach, Fliederstraße 28, 76307 Karlsbad, Tel.: (072 02) 40 53 21, E-Mail: k.kronbach@koenigsfeld.org – Manfred Kruppa, Brückstraße 7, 76703 Kraichtal 2, Tel.: (072 51) 681 40 E-Mail: m.kruppa@koenigsfeld.org – Andreas Schlimm, Kanalstraße 14, 67227 Frankenthal, Tel. + Fax: (062 33) 288 47, E-Mail: ab.schlimm@koenigsfeld.org – Gottfried Nasadil, Armbruststraße 9, 67346 Speyer, Tel.: (062 32) 253 37, E-Mail: g.nasadil@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Süd – Pfr. i. R. Gerold Peper, Hammersteiner Straße 15 79400 Kandern, Tel.: (076 26) 97 27 11, 597 22 49 – Verena Quincke, Horbener Straße 15 79100 Freiburg-Güntherstal, Tel.: (0761) 298 39 Bankverbindung Kirchengemeinde (Landeskirche) – Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 104 092 Bankverbindungen Brüdergemeine – Ev. Kreditgenossenschaft (BLZ 520 604 10) Nr. 507 504 – Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 031 071 – Volksbank Villingen (BLZ 694 900 00) Nr. 600 22 00 Betreutes Wohnen im Herrnhuter Haus Zinzendorfplatz 7, 78126 Königsfeld Leitung: Peter Korkowski (s. o.) Alten- und Pflegeheim Christoph-Blumhardt-Haus Stellwaldstraße 1, 78126 Königsfeld Leitung: Gottfried Steinmann, Tel.: (077 25) 93 85 0 E-Mail: info@christoph-blumhardt-haus.de – Spendenkonto für den Umbau des CBH: Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 150 933 359 Martin’s Restaurant im Herrnhuter Haus Tel.: (07725) 70 04


Dachreiter 12 DACHREITER 2/2008 portrait

Dieu est grand! D

iese Worte sagte mir Seydou, der Fischer vom Noun, zum Abschied im Juli 1989. Nach einem zweijährigen Aufenthalt verließen wir damals Kamerun. Ob sie sich wohl bestätigen werden? Am Noun warten immer noch einige Freunde auf unsere Rückkehr, wie im Buch „Meine afrikanische Leidenschaft“ von Claude Njike-Bergeret zu lesen ist. 1997 erfolgte ein weiterer Einsatz in Westafrika. Mein damaliger Mann Gerhard hatte, wie bereits zehn Jahre zuvor, wieder eine Stelle beim Deutschen Entwicklungsdienst angeboten bekommen. Gerald und Christin, unsere Kinder und ich verließen Erdmannsweiler alles andere als leichtfüßig. Das neue Einsatzland war Burkina Faso, das bis 1984 Obervolta hieß. Burkina Faso ist landschaftlich, kennt und liebt man Kamerun, ein Schock: topfeben und meistens trocken, staubig und heiß. Ich lebte und arbeitete dort neun Jahre. Die erste Ehe blieb dort auf der Strecke. Die Kinder, die vor Ort die französische Schu-

le besuchten, kehrten in den Jahren 2000 und 2001 nach Deutschland zurück. Beide wurden am deutsch-französischen Gymnasium in Freiburg aufgenommen, wo sie ehemalige Schulkameraden aus Burkina Faso wieder trafen. Der Wechsel war nicht immer leicht, allerdings sind beide heute der Meinung, dass sie unendlich reich mit Erfahrungen beschenkt worden sind. Gerald wird in diesem Herbst sein betriebswirtschaftliches Studium beenden und Christin wartet mit Spannung auf die Abi/Bac-Resultate. Ich habe gelernt unter den verschiedensten Umständen mit den unterschiedlichsten Kulturen und Menschen zu arbeiten. In Burkina wurde ich gebeten, in Teilzeit in einem Wasserbauprojekt mitzuarbeiten. Die Administration brauchte Unterstützung. In diesem Projekt lernte ich auch meinen jetzigen Ehemann Rolf kennen. Daneben nahm ich weitere Teilzeitjobs bei Nichtregierungsorganisationen und Privatunternehmern

an. So lernte ich Schwerpunkte und Einsatzweisen verschiedenster Organisationen kennen. Bei der Firma DIWIDAG, die mit der Durchführung eines großen Straßenbau- und Wasserversorgungsprojektes beauftragt war, oblagen mir das Finanzcontrolling sowie die Wareneinund Ausgangsprüfungen vor Ort. Als ich feststellte, dass sich die deutschen Mitarbeiter der DIWIDAG sehr einseitig ernährten (Speck, Hartwürste, Knödel aus der Packung und Bier), kam mir die Idee, die Bauarbeiter zu bekochen. Ich mietete mich in einer kleinen Pension ein und bat zum Mittagstisch. Es war nicht einfach, all diese Aktivitäten und die Aufgaben zu Hause unter einen Hut zu bekommen. Bei meinem ersten Einsatz in Kamerun dachte ich noch, dass es sich nicht schickt, als Entwicklungshelferfamilie Angestellte zu haben. Ich wurde bald eines Besseren belehrt: Als ich eines Morgens in Bangangté, unserem Fortsetzung auf Seite 11 –

FOTO: steingruber

| Wer einmal aus den Quellen Afrikas trank, wird stets zu ihnen zurückkehren.


Dachreiter

3/2 0 0 8 · s e p t e m b e r Kö n i gs fe l d w w w. dac h r e i t e r .o rg

Infor m ationen der Evangelischen Brüdergemeine und Evangelischen Kirchengemeinde gemeinde wohin?

willkommen

„Die Zukunft hat schon begonnen“. Dieses geflügelte Wort bewegt nicht nur Politiker, Werbefachleute, Klimaforscher usw., sondern ebenso die Kirche und damit auch unsere Gemeinde. Ist das Bild unserer Gemeinde von heute zukunftsweisend und welche Weichen wollen wir stellen für die sich verändernden Verhältnisse für junge und ältere Menschen? Wie nehmen wir die Herausforderungen unserer Gegenwart an, fremde oder fernstehende Menschen in unsere Mitte einzuladen? Welche neuen Angebote brauchen wir, was können, wie wollen wir planen? Müssen wir Glauben neu, anders ausdrücken? Hat auch ein auf Zukunft gebautes neues Schulhaus damit zu tun? Neben solchen Fragen veranlasst uns vielleicht auch der Einblick in die Situation eines Königsfelders an einem von uns weit entfernten Ort und Alltag, neben Altvertrautes eine neue Perspektive zu stellen. In dieser Dachreiter-Ausgabe finden Sie Beiträge, die Sie anregen möchten, sich nach den wohlverdienten, hoffentlich erholsamen Ferien ihre eigenen Gedanken dazu zu machen. Ihre Ursula Böcker

fotos: zvg.

inhalt

Gemeinde wohin? Wohin sollen wir gehen? 1 Ziele und Ideen gibt es genug 2 Gestärktes protestantisches Profil 3 Der Weg 4 Abgebildet 5 Neuhauser Spalte 6 Zinzendorfschulen 6 Junger Dachreiter 7/8 Termine 10 Neues Gesangbuch der Brüdergemeine 11 Impressum 11 Herzen gewinnen in Afghanistan 12

Wohin sollen wir gehen? E

ine Frage, so alt wie das Christentum. Herr, wohin sollen wir gehen?, fragt Petrus (Joh. 6) stellvertretend für die anderen Jünger. Er antwortet gleich selbst: Es gibt kein Wohin außer der Richtung, die Jesus selbst vorgibt: „Du hast Worte ewigen Lebens.“ Doch seitdem Jesus selbst nicht mehr sichtbar vorangeht, steht die Kirche immer wieder vor Richtungsfragen: Schon der Apostelgeschichte können wir sie entnehmen: Da geht es zunächst um praktische Fragen, nämlich wie die Diakonie geschehen soll (Apg. 6), aber auch – bis heute virulent - um die Frage nach der richtigen Taufe (Apg. 18). Oder die Frage nach dem Verhältnis zur jüdischen Tradition: Hätten Paulus und die anderen Verantwortlichen damals eine andere Richtungsbestimmung vorgenommen, (Apg. 15), würden alle Christen, egal welcher Herkunft, bis heute die alttstamentlichen Speisegebote, Beschneidung und Sabbath halten. Und doch hat

gerade Paulus stark dafür gekämpft, dass wir Christen aus anderen Völkern die jüdischen Wurzeln unseres Glaubens und Israel als Gottes Volk hoch achten sollen. Heftig waren später die Auseinandersetzungen in der alten Kirche: Unser Glaubensbekenntnis zum Dreieinigen Gott ist das Ergebnis nicht nur tiefer Durchdringung des Evangeliums, sondern auch knallharter Machtpolitik in der damaligen Kirche. Die evangelischen Kirchen schließlich sind entstanden aus einer der heftigsten Richtungsstreitigkeiten. Die Böhmischen Brüder, indem sie sagten: Seit unter Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert Staat und Kirche, Macht und Glaube so innig verwoben sind, hat die Kirche ihre Ausrichtung auf ihren eigentlichen Richtungsgeber Jesus verloren. Wir müssen uns neu an ihm orientieren. So waren auch Luthers und die Schweizer Reformation ein Ruf zurück zu Jesus Fortsetzung auf Seite 2 –


2 DACHREITER gemeinde wohin? 3/2008

Wohin sollen wir gehen? selbst. Heute hat man manchmal den Eindruck, die Frage: Kirche, wohin? sei etwas zu sehr am Markt orientiert. So, wie sich Wirtschaftsunternehmen um das Erscheinungsbild ihres Produktes kümmern, sorgen wir dafür, dass Kirche attraktiv auftritt und so Kunden gewinnt. Das kann äußerlich geschehen durch bunte medienwirksame Events oder inhaltlich durch eine modernere Sprache und die Vermeidung von anstößigen Glaubensinhalten (etwa der Rede von Gottes Zorn, Jesu Opfertod o. ä.). Oder geht es Ihnen so, dass Sie gerade diese Veränderungen für richtungsweisend halten, die unsere Gemeinden heraus aus der Nische eines Christentums des 16. bis 18. Jahrhunderts in unsere Zeit bringen? Wenn wir fragen, wohin uns denn Jesus selbst führen würde, dann wäre die eine Antwort klar: Zu den Menschen, zu denen, die nicht oder nicht mehr heimisch sind in unseren Gemeinden. Jesus würde uns zu denen schicken, die die Formel „Worte ewigen Lebens“ nicht auf Anhieb verstehen, die sich aber dennoch nach Leben sehnen, nach einem Leben, das nicht veraltet wie die jeweiligen Moden, das nicht am Ende ein schales Gefühl hinterlässt, das auch im Scheitern nicht ins Bodenlose fällt. Wenn wir fragen Wohin?, denken wir sicher auch an äußere Veränderungen von Strukturen, etwa wie Gottesdienst heute aussehen, wie Diakonie heute geschehen kann. Wir fragen aber in allem vor allem danach: Wie und wo uns Jesus heute haben will, damit sein Wort ewigen Lebens auch die Adressaten erreicht. Benigna Carstens |

Ziele und Ideen gibt es genug | Kennen Sie das: Sie haben eine Idee im Kopf, die Sie schon lange verwirklichen wollen, etwa eine Reise zu ihrem Heimatdorf, einen Umbau der Küche oder ein Treffen mit alten Freunden. Aber aus unerfindlichen Gründen kommen Sie nicht dazu, diese Idee in die Tat umzusetzen..

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ennen Sie das: Sie haben eine Idee im Kopf, die Sie schon lange verwirklichen wollen, etwa eine Reise zu ihrem Heimatdorf, einen Umbau der Küche oder ein Treffen mit alten Freunden. Aber aus unerfindlichen Gründen kommen Sie nicht dazu, diese Idee in die Tat umzusetzen. So ähnlich geht es mir bei dem Thema „Gemeinde – wohin?“ Allein in den fünf Jahren, die wir jetzt in Königsfeld sind, gab es zahlreiche Visionen und Ideen, wohin es mit unserer Doppelgemeinde in den nächsten Jahren gehen kann, was verstärkt und was verändert werden sollte. Auch die Verantwortlichen der Jahre davor waren mit dem Thema beschäftigt und haben ihre Impulse gesetzt. Vieles von dem aber ist liegen geblieben oder sogar in Vergessenheit geraten. Allein schon, wenn ich die Zukunftsprojekte anschaue, die ich und meine Frau uns als dringlich vorgenommen haben (Glaubenskurs, Spirituelle Wanderungen, Familienvesper), muss ich erkennen, dass vieles davon nur langsam oder gar nicht vorangekommen ist. Woran kann das liegen? Es gab in den letzten Monaten aus unseren beiden Kirchen wesentliche Standortbestimmungen, die auch auf die Frage eingehen, warum von guten Ideen oft so wenig in der Wirklichkeit ankommt. Im Februar 2008 legte die Direktion der Europäisch-Festländischen Brüder-Unität ihren Bericht an die Synode vor. Im ersten Teil, überschrieben „Nachhaltige Erneuerung“ stellt die Kirchenleitung die Frage: „Woran könnte es liegen, dass der Eindruck entsteht, es gehe nicht wirklich weiter, obwohl an vielen Stellen der Wille zur Erneuerung vorhanden ist?“ Eine Ursache wird darin gesehen, dass viele Ideen zur Gemeindeerneuerung zusätzlich zum bereits Vorhandenen angegangen werden, ohne dabei die begrenzten Kapazitäten von Haupt- und Ehrenamtlichen zu berücksichtigen. Weiter fehle der Austausch über Initiativen und oft die zielorientierte Planung. Es genüge nicht, ein Ziel und eine Richtung zu wissen; der Weg, auf dem man das Ziel erreichen wolle, erfordere ebensoviel Aufmerksamkeit. Am Ende wird unter anderem vorgeschlagen, jede Gemeinde solle klären, worin sie ihre Kernaufgaben sehe, und

sich mindestens ein Projekt zum Gemeindeaufbau vornehmen. Ist dieses Denken in Zielen und Projekten der Kirche angemessen? Manche sind davon befremdet, finden darin zu wenig Biblisches. In seinem „Bericht zur Lage“ vor der Landessynode der Evangelischen Landeskirche im April 2008 stellt Landesbischof Dr. Ulrich Fischer in eindruckvoller Weise dar, in welchem Veränderungsprozess sich die Landeskirche derzeit befindet: Die Kirche geriet durch das Abnehmen der Kirchensteuermittel in den 90er-Jahren und die Kürzungen der Stellenpläne an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit. Die Institution Kirche war gezwungen, sich auch als eine Organisation zu begreifen mit einem klaren Programm, eindeutigen Zielen und einem bewussten Einsatz der materiellen und personellen Ressourcen. Das Instrument dieses Lernprozesses hat die Badische Kirche „Kirchenkompass“ genannt. Ziel und Auftrag der Kirche orientieren sich an biblischen „Leitbildern“. „Was wir also derzeit erleben“, so Fischer, „ist ein Prozess der Organisationswerdung der Kirche.“ Die sei ein mühsamer, oft schmerzvoller, aber überaus lohnender Lernprozess. Durch die Weichenstellungen der letzten Jahre sind die langfristigen Belastungen deutlich reduziert worden; neue Gestaltungsräume sind entstanden; Ressourcen sind frei geworden, um neue Wege zu beschreiten. Mir ist beim Lesen dieses Lageberichtes deutlich geworden, dass wir uns die Erneuerung der Kirche und einer Gemeinde oft zu einfach vorstellen. Die Einigung auf bestimmte Ziele im Rahmen des Auftrages der Kirche, das bewusste Einsetzen der vorhandenen oder gar abnehmenden Ressourcen ist ein mühsamer Prozess. Auf diesem Weg müssen wir vieles neu lernen. Die Räte unserer Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld sind dabei, sich mit diesem Lernweg auseinander zu setzen. Er wird mühsam sein, aber auch spannend und lohnend. Der Auftrag, Salz der Erde sein, als Glieder am Leib Christi, als Haus der Lebendigen Steine und als Teil des wandernden Gottesvolkes – so die Leitbilder der Landeskirche - wird uns inspirieren, wir werden näher dran sein an dem, was uns als Ideen und Visionen schon lange vor Augen steht. Darauf freue ich mich. Christoph Huss |

FOTO: ev. landeskirche in baden

– Fortsetzung von Seite 1


DACHREITER 3/2008 gemeinde wohin?

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Gestärktes protestantisches Profil | Visitation im Kirchenbezirk Villingen

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FOTOS: Elisabeth Winkelmann-Klingsporn; Michael Mester / Pixelio

irche – mit der Eisenbahn in die Zukunft“, so stellte Pfarrer Dietmar Bader aus St. Georgen, Moderator beim Mitarbeiterfest im Münsterzentrum, humorvoll die Dienste und Gruppen aus verschiedenen Generationen vor, die jeweils ein Symbol ihrer Arbeit auf dem Wagen einer Modelleisenbahn in die Zukunft reisen ließen. Kirche ist auch in Zukunft Begleiter „von der Wiege bis zur Bahre“. Fast zu viele Gäste ließen sich zu diesem besonderen Programmpunkt während der Bezirksvisitation einladen, um eine leckere Speisenfolge bei buntem auch musikalischem Programm zu genießen. Die Visitation unseres evangelischen Kirchenbezirks durch eine Kommission des Oberkirchenrats fand vom 1. bis 6. Juli 2008 statt. Unter der Führung von Landesbischof Dr. Ulrich Fischer und der Präsidentin der Landessynode Margit Fleckenstein nahm die Kommission Einblick in die Dekanats- und Schuldekantsverwaltung, die verschiedenen Bezirksbereiche und -dienste, sowie in die Arbeit des Diakonischen Werks und besuchte den Betrieb Continental-VDO in Villingen und einen bäuerlichen Betrieb in der Nähe von St. Georgen, Beispiele für Industrie neben Landwirtschaft in unserer Gegend. Die Teilnahme an Pfarrkonvent und zwei Sitzungen des Bezirkskirchenrats vervollständigten die Transparenz von Arbeit und Situation des Bezirks. Zum Empfang von Bischof Fischer in der Lorenzkirche, St. Georgen, fanden sich eine Reihe von Vertreterinnen und Vertretern aus Kirche und Öffentlichkeit ein. Am Sonntag wirkten einige Kommissionsmitglieder bei Gottesdiensten im Be-

– Neue Wege? Die Kirchenleitung besucht die Wirtschaft, 2. und 4. v. l.: Landesbischof Dr. Ulrich Fischer, Synodalpräsidentin Margit Fleckenstein bei der Firma Continental.

zirk mit; zum Beispiel hielt in Königsfeld Professor Dr. Schneider -Harpprecht die Predigt beim Kurpark-Gottesdienst. Die Visitationskommission hat unseren Bezirk als reich an kirchlichem Leben wahrgenommen. Für weitere Entwicklung des Gemeindelebens wurde auf Orientierung durch den „Kirchenkompass“ der Badischen Landeskirche verwiesen. Diskussionen und Aussprachen mit Dienstelleninhabern und Bezirkskirchenräten verliefen offen, verständnisvoll, harmonisch. Da einige der Zielvereinbarungen für den Kirchenbezirk mit den Punkten übereinstimmen, die sich der Bezirkskirchenrat als Ziel für die künftige Arbeit gesetzt hatte, sei aus diesem Ausblick das folgende gekürzt wiedergegeben. • Mit gestärktem protestantischen Profil möchten wir das ökumenische Miteinander ausbauen und möglichst viele Menschen auf ihrer Suche nach spiritueller Erfahrung ansprechen können.

• Die regionale Zusammenarbeit soll weiterentwickelt und auf neue Wege gebracht werden. • Die Sensibilität für Angebote und Arbeitsfelder des Diakonischen Werks im Schwarzwald-Baar-Kreis möchten wir erhöhen und Menschen für dessen Unterstützung motivieren. • Wir halten daran fest, als Bezirkskirche weiterhin über die Synode zu bedrängenden gesellschaftlichen Fragen Stellung zu beziehen und Einfluss zu nehmen. Unter dem Aspekt des Ausbaus von Ökumene darf an den Ausspruch von Papst Benedikt XVI. erinnert werden, der empfiehlt, man müsse den Menschen künftig besser klar machen, „dass christlicher Glaube schön ist“. Nicht zuletzt aber kann man betonen, dass in Königsfeld Ökumene schon lange in einer evangelischen Doppelgemeinde Tradition hat und hoffentlich auch fortbesteht. Ursula Böcker |

Wohin, Herr? Herr, vergib deiner Kirche, die oft unglaubwürdig ist, die oft nicht fähig ist, Friede zu sein in dieser Welt. Weite uns zu Deiner Zukunft, damit sie die unsrige sei. Töte die Angst in uns. Lass uns nicht festhalten, was längst tot ist, sondern aufbrechen zu neuem Leben, das du für uns bereithältst. Aus: Drutmar Cremer, Gebete in die Zukunft, 1972, S. 14 |


4 DACHREITER gemeinde wohin? 3/2008

Der Weg O

ffenbar geht es ihm gar nicht darum, das vorgefundene Motiv “abzumalen“ und “realistisch“ ins Bild zu setzen. Vielmehr kommt es ihm darauf an, aus in der Landschaft beobachteten Form- und Farbelementen (Haus, Gehölz hinter dem Haus, Wiesenflächen usw.) und Formen, die beim Malen zufällig entstehen (Spritzer im “Himmel“, farbige Flächen und Striche in den “Wiesen“, Konturlinien, die über Flächengrenzen hinausschießen) ein Bild entstehen zu lassen. Zu den Landschaftszitaten im Bild gehört auch ein Weg, der von der unteren Bildhälfte in die obere zieht. Sein Ziel bleibt unklar. Kratzer und Pinselstriche unterschiedlicher Breite verdecken teilweise den Verlauf des Weges und seiner Ränder. Ein im oberen rechten Quadranten des Bildes angedeutetes Haus signalisiert Geborgenheit.

Seit jeher gilt der Weg als eine Bildformel für den Lebensweg des Menschen und die Veränderungen seiner Institutionen im Lauf der Zeit. Er kann mühsame Steigungen, gefährliche Gefälle, nicht befestigte Ränder und Weggabelungen haben. Wegverzweigungen können in Umwege führen oder das Ziel des Weges ganz verfehlen lassen. Gemeinde – Wohin? Die christliche Gemeinde sucht seit ihrem Entstehen im Gespräch ihrer Mitglieder untereinander den richtigen Weg zu ihrem Ziel, dem Reich Gottes. Theologische Diskussionen und Richtungsstreit haben zu Gabelungen des Weges geführt, zu Trennungen zwischen Kirchen, aber auch zu notwendiger Klarheit. Der Frage nach dem richtigen Weg der Gemeinde müssen wir uns auch heute stellen. Was können wir aus der Got-

teserfahrung anderer Konfessionen oder in anderen Religionen lernen, die uns mit der Globalisierung näher rücken? Wie und wo können wir eine Wegstrecke gemeinsam gehen, wo müssen wir aus grundsätzlichen Erwägungen in Respekt voreinander Grenzen ziehen? Zwingen Mitgliederschwund und knappe finanzielle Mittel zu Einschränkungen in der kirchlichen Sozialarbeit und zu zunehmender Konzentration auf Verkündigung und Seelsorge? Wie sehen die organisatorischen Konsequenzen aus unseren Antworten auf diese Fragen aus? Die Gemeinde der Christen wird die Frage: Gemeinde – Wohin? immer wieder neu zu beantworten haben. Sie weiß, sie ist dabei auf Gottes Gnade angewiesen. Helfried Glitsch |

bild: helfried glitsch

| Für den Maler des abgedruckten Bildes (Ausschnitt) ist ein Landschaftseindruck Anlass zum Malen.


DACHREITER 3/2008 abgebildet kindergarten- und gemeinde-fest

Eine gelungene Kombination

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die neuen konfirmanden

– Den Auftag zum bunten Treiben am Nachmittag machte der Posaunenchor.

Vierzehn Jugendliche bereiten sich, begleitet von Br. Huss, auf die Konfirmation am 10. Mai 2009 vor. Hinten v. l.: Lars von Vossen, Jan-Hendrik Witt, Maximilian Ketterer, Johannes Stockburger, Sebastian Sonnenburg, Norman Weeber, Lorena Stern, Nadine Kelch, Vivian Skorupa und Lisa Kaluza; vorn: Marvin Heinrich, Patrick Zdravkovski, Maxi Patan und Leonie Hagen.

– Im Gottesdienst des Kindergartens hieß es mit Bartimäus: „Gib uns Augen, deine schöne Welt zu sehen.“

wir stellen unsere ehrenamtlichen vor: der helferkreis

FOTOS: huss

– Im Franziskus-Musical sang der Kinderchor vom gezähmten Wolf und von der Liebe, die Aggression und Angst besiegt.

– Immer wieder fasziniert die Umwandlung des Kirchensaales vom Gottesdienstraum in einen Speisesaal. Das Küchenteam hatte wieder ein leckeres Essen bereitet.

Der Helferkreis hat trifft sich zweimal im Jahr und verbindet dabei jeweils zwei ganz unterschiedliche Aufgaben. Im Juni bereitet er das Kaffeetrinken am Missionsfest organisatorisch vor und verteilt die Strassen für die Haussammlung der Diakonie. Im November geht es um das Kaffeetrinken beim Seniorenadventsnachmittag und die Haussammlung für Brot für die Welt. Manche machen auch nur beim Kaffee oder bei den Haussammlungen mit. Wir sind stolz darauf, dass sich in unserer Gemeinde noch so viele Helferinnen finden, die bereit sind, an den Haustüren um Unterstützung für die diakonische Arbeit in der Nähe und in der Ferne zu bitten. Auf dem Foto ist ein Teil des Helferkreises dabei, Sammeltüten und Informationsblätter zusammen zu stellen: hinten von links: U. Schulz, L. Lemcke, G. Glitsch, W. Vollprecht, I. Glitsch; vorne: A. Glitsch, O. Krebs und I. Kachler. Der ganze Helferkreis ist doppelt so groß. Dennoch werden Menschen gesucht, die die Plätze von denen ausfüllen können, die aus Altergründen ausscheiden müssen. Interessenten können sich gerne mit Br. Huss in Verbindung setzen.


Suchergebnisse

Schule als lebendiges Lehr- und Lernobjekt

| Kirche wohin? Stehen wir vor der Frage, wo´s hingeht, helfen Karten, Wegweiser und zunehmend auch satellitengestützte Navigationssysteme. Woher sollen wir wissen, welchen Weg unsere Kirche im Allgemeinen und besonders hier im Ort nehmen soll? Gibt es dafür ein „Navi“?

| Haus Katharina von Gersdorf: ökologisch-pädagogisches Modellprojekt

Probieren wir´s doch einmal bei Google: „Kirche wohin in Neuhausen“. Schade, auch das vielgepriesene Netz liefert keine Antwort: „Keine Suchergebnisse“ heißt es. Was nun? Wenigstens in meinen Unterlagen findet sich etwas: „Kirchenkompass“, eine Leitlinienbroschüre der Evangelischen Landeskirche in Baden. Kompass klingt für Wegsucher vielversprechend. Und tatsächlich wird dort das „Wandernde Gottesvolk“ (Hebr. 13/14) angesprochen (S.22). Worum geht es in diesem Leitbild? Menschen eine geistige Heimat geben, Bewährtes bewahren, Neues wagen, Verantwortung für das Ganze – Ziele mit denen wohl jeder etwas anfangen kann. Doch halt! Bevor wir alleine aufbrechen und ohne Sie starten: Wie stellen Sie sich den Weg unserer Gemeinde vor? Was erwarten Sie von Ihrer Kirche? Schreiben Sie uns! Malte Müller |

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ass Schüler mit eigenen Vorschlägen am baulichen und räumlichen Konzept ihrer neuen Schule beteiligt werden, ist schon sehr ungewöhnlich. Noch ungewöhnlicher ist, dass sie deren Werden mit begeisterter Aufmerksamkeit verfolgen, sich regelrecht euphorisch für die künstlerische Ausgestaltung ihrer Schule engagieren und sie mit einem wahren Feuerwerk der Kreativität feiern. Zu schön, um wahr zu sein? Keineswegs. Vom ersten Spatenstich für das Haus Katharina von Gersdorf vor knapp einem Jahr bis zur Einweihung vor den Sommerferien wuchs die Vorfreude auf das bundesweit einmalige Modellgebäude in Passivhausenergie in ungeahnter Dynamik. Die erreichte in den Projekttagen ihren Höhepunkt, da sich die gesamte Schulgemeinschaft auf das Haus Katharina von Gersdorf als Impulsegeber für ökologische, pädagogische, kreative und religiöse Reflexionen konzentrierte. Auch in Zukunft wird das neue Schulhaus kontinuierlich und fachübergreifend in den Unterricht integriert wer-

Wünsche an die Evangelische Kirche in Neuhausen

Gottesdienst alle ................... Woche(n) Der Gottesdienst soll ............................... ...................................................................

q .............................................................. q Mehr Besuche Der Dachreiter soll ................................... ................................................................... Absender: ................................................. Bitte ausgefüllt ans Gemeindebüro zurück.

den. Eine Schule als Lehr- und Lernobjekt: dieser Gedanke stand Pate bei der Gründung der Baugruppe, der pädagogische und nicht-pädagogische Bedienstete der Zinzendorfschulen angehörten, Eltern und eben auch Schüler, die Ideen zur Ausgestaltung im Detail äußerten und auch bei der Farbgebung der beiden Seitenflügel ein entscheidendes Wörtchen mitredeten. Es musste knalliges, optimistisches Rot sein, welch fröhliche Signalwirkung auch der Kopfbau mit seinen geometrischen Farbflächen im Stile Piet Mond-

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Ich würde gern mitmachen bei: q weiteren Treffen q Bibelgespräch q Hauskreis q „Gott und die Welt“ q Infos und Gesprächen

rians entfaltet. Der niederländische Künstler war eines von vielen Einzelthemen gewesen, mit denen sich die Schüler während der vorangegangenen Projekttage befasst hatten, deren Ergebnisse sie beim bei Tag der offenen Tür und Schulfest zu Ehren des Hauses präsentierten. Von dem waren die vielen Besucher ebenso begeistert wie von dem spritzigen Kaleidoskop aus Musik und Modenschau, Tanz und Theater, Ausstellungen, Dokumentationen und Mitmach-Aktionen. All das war inspiriert vom ökologischen Profil des Hauses und von seiner Namensgeberin Katharina von Gersdorf. Die Großmutter von Graf Zinzendorf war maßgeblich für seine Erziehung verantwortlich, eine hochgebildete, fromme und herzensgute Frau, die sich für sozial Benachteiligte und für das Recht auf Bildung auch für die Landbevölkerung und für Mädchen engagierte. Von diesen Gedanken ließ sich die 70-köpfige Projektgruppe „Kunst“ leiten, die großformatige Bilder und transparente Plexiglas-Plastiken von Frauengestalten schuf, die nun engelgleich im lichtdurchfluteten Treppenhaus schweben. Im Eingangsbereich zieren Unterschriften großer Frauen die Wände. Schülerinnen haben sich mit den Biographien von Katharina von Gersdorf und weiteren berühmten Frauen aus Geschichte und Gegenwart beschäftigt, darunter Astrid Lindgren, Sophie Scholl, Claudia Cardinale und Audrey Hepburn, haben deren Signaturen auf die Wand gescannt und sorgsam abgemalt. Umwelt, Ökologie - die Schöpfung, das waren weitere Projektschwerpunkte. In großen Bildern reflektierten die Schüler darüber, was verkehrt läuft auf unserer Erde und was sich ändern müsste. Witzige Visionen dazu wurden in den Rutschautos mit alternativen Antriebstechniken sichtbar, die die jüngeren Schüler gebastelt hatten, während die älteren phantasievolle Modelle für Häuser der Zukunft entwickelt und gebaut hatten. Ebenso kreativ, wenn auch nicht ganz ernst gemeint waren die Vorschläge zur neuen Zinzendorf-Schuluniform, die bei der Mondrian-Modenschau bewundert werden konnten. Die jungen Mannequins zeigten mehr oder weniger alltagstaugliche, aber originelle Garderobe, die sie im Stil Piet Mondrians designt hatten. Reißenden Absatz beim Schulfest fanden übrigens die Mondrian-Krawatten, die auf dem Schulhof verkauft wurden und zwar für einen guten Zweck: Der Erlös ist für Straßenkinder in Kairo bestimmt. Christina Nack |

FOTO: nack

6 DACHREITER neuhauser spalte zinzendorfschulen 3/2008


DACHREITER 3/2008 für Kinder und Eltern

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Junger Dachreiter Liebe Kinder, liebe Eltern, Es gibt ein schönes Lied im Gesangbuch. Das heißt: Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt…

Eigentlich sind alle Strophen schön und bedenkenswert, aber für diese Ausgabe des Dachreiters scheint mir die vierte Strophe besonders wichtig: Im Schiff, das sich Gemeinde nennt, fragt man sich hin und her: Wie finden wir den rechten Kurs zur Fahrt im weiten Meer? Der rät wohl dies, der andre das, man redet lang und viel und kommt – kurzsichtig, wie man ist – nur weiter weg vom Ziel. Doch da, wo man vom Lauten flieht und lieber horcht und schweigt, bekommt von Gott man ganz gewiss den rechten Weg gezeigt! Manchmal hören und schweigen in unserer lauten Welt und die Mitte nicht aus den Augen verlieren, das scheint mir ein guter Rat zu sein für uns und für die Gemeinde. Die nebenstehende Geschichte, die ich kürzlich las, verdeutlicht das auch noch einmal. Schweigen und hören – natürlich auch singen – in Gemeinschaft leben – Gottes Gegenwart empfinden, so habe ich es und tausende von Jugendlichen in Taizé erlebt, Konzentration auf das Wesentliche. Liebe Grüße, Eure

Von der Mitte gehalten

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er Abt eines Klosters wurde von Besuchern gefragt: „Wie ist es möglich, dass alle Mönche trotz ihrer verschiedenen Herkunft, Veranlagung und Bildung eine Einheit darstellen?“ Statt einer theoretischen Erklärung antwortete der Abt mit einem Bild: „Stellt euch ein Rad vor. Da sind Felge, Speiche und Nabe. Die Felge ist die umfassende Mauer, die aber nur äußerlich alles zusammenhält. Von diesem Rand des Rades aber laufen die Speichen in der Mitte zusammen und werden von der Nabe gehalten. Die Speichen sind wir selbst, die einzelnen unserer Gemeinschaft. Die Nabe ist Jesus Christus. Aus dieser Mitte leben wir. Sie hält uns alle zusammen.“ Erstaunt schauten die Besucher auf, sie hatten etwas Wichtiges verstanden. Doch der Abt sagte weiter: „Je mehr sich die Speichen der Mitte nähern, um so näher kommen sie auch selbst zusammen. Ins konkrete Leben übertragen heißt das: Wenn wir uns Christus, der Mitte unserer menschlichen und geistlichen Gemeinschaft, wirklich und ganz nähern, kommen wir auch einander näher. Nur so können wir miteinander und füreinander und damit auch für andere leben.“


8 junger dachreiter

3/2008

„Junge“ Kommunikation mit den Räten

Jugendkeller Königsfeld

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a hier bei uns in Königsfeld im Herbst dieses Jahres sowohl der AK-Süd als auch die Herbstwerkstatt stattfinden und wir als Jugend sowieso schon lange nicht mehr so ganz zufrieden mit unserem „Partykeller“ sind, hat ein Teil von uns sich nun für die kommenden Wochen in den Sommerferien vorgenommen mal den ersten Schritt zu tun und neben dem ganzen Aufzählen der Kritikpunkte nun mal zur Tat zu schreiten.

Und hier nun das Vorhaben für die nächsten Wochen: Auf dem Bild sieht man unser altes DJ-Pult , wo die ganze musiktechnische Anlage untergebracht ist. Wir wollen nun ein neues Pult bauen, etwas kleiner im Format und an einer anderen Stelle für eine bessere Raumaufteilung. Um eine bessere und mehr dem Zweck entsprechende Beleuchtung wollen wir uns auch kümmern, indem wir andere Beleuchtung an geschickteren Stellen positionieren. Was die Musikanlage betrifft sind wir uns schon einig: Eine komplett neue wird es sein, die wir freundlicher Weise gezahlt bekommen, wofür wir der Gemeinde auch sehr dankbar sind. Ich hoffe, das wir unsere Vorhaben weitgehend umsetzen können und uns so wieder ein wenig zufriedener dort unten „austoben“ können. Christian Fleig |

ugend darf ab sofort mehr mitreden! Am Mittwoch dem 11. Juni 2008 war es soweit, um 19.30h fand die erste Sitzung des neuen Jugendausschusses statt. In dieser konstituierenden Sitzung wurde erst einmal der wichtigste Punkt verhandelt, wer in Zukunft der Vorsitzende sein soll und wer der Schriftführer. Nach einer kurzen Wahl stand fest: Sebastian Fleig ist der Vorsitzende, und das Protokoll wird in alphabetischer Reihenfolge von jedem Mitglied einmal übernommen. Dies sind aus der Jugend Lena Werner, Matthias Klingner und Sebastian Fleig. Für die Räte ist Reinhard Sapel vertreten, Renate Brach als Jugendmitarbeiterin und Benigna Carstens vertritt die Pfarrer. Der allgemeine Zweck dieses Ausschusses stand bereits vor der ersten Sitzung fest. Er soll die Kommunikation zwischen Jugend und Räten auf eine kontinuierliche Basis stellen, so dass die Anliegen der Jugend besser als bisher bei den Räten ankommen. Um diese Basis aufrecht zu erhalten, wird man sich dreimal im Jahr treffen, bei Bedarf jedoch auch öfter. Der erste große „wirkliche“ Punkt, den es zu besprechen gab, war die anstehende Renovierung des Jugendkellers. Da dieser seit der ersten „Inbetriebnahme“ fast völlig unverändert blieb und der Lauf der Zeit nicht spurlos an ihm vorüber ging. Nun muss er dringend restauriert werden, da im Herbst das AK SüdTreffen und die Jugendwerkstatt anstehen, die ja quasi Königsfeld repräsentieren. Zwei weitere große TOPs, die es auf Anregung der Jugend zu besprechen galt, waren Jugendgottesdienste, bzw. Gottesdienste allgemein und Andachten. Da im Jugendkreis immer mal wieder eine Stimme verlauten ließ, dass die Jugendband oder der Gospelchor doch öfter im Gottesdienst mitwirken sollen, wurde und wird noch in den nächsten Sitzungen auch das besprochen. Auch die Jugendgottesdienste will die Jugend noch freier und persönlicher mit ihren eigenen Texten und Gebeten gestalten. Des Weiteren wird in Betracht gezogen, dass es in Zukunft in regelmäßigen Abständen eine spezielle Abendandacht geben soll. Geplant von der Jugend für die Jugend, aber natürlich auch für jugendlich Gebliebene. Als Letztes wurde angedacht, aber noch nicht weiter ausgearbeitet, dass die Gesamtgemeinde Königsfeld noch mehr mit den Gemeinden in der Region agieren könnte. Vor allem, wenn es mal wieder darum geht, einen Jugendgottesdienst oder eine andere größere Veranstaltung zu planen. In der letzten Ratssitzung berichteten Sr. Brach und Sr. Carstens bereits von dieser Ausschusssitzung, deren Ergebnisse von den Räten einmütig positiv aufgenommen wurden. Wir hoffen für die Zukunft und die nächste Sitzung im Oktober auf gutes Gelingen und auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Räten. Sebastian Fleig |

FOTOs: Tilman carstens

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10 DACHREITER termine 3/2008

Einladung zum Freiburger Tag Sonntag 12.10. 2008

15.00 Uhr, Evangelisches Gemeindehaus Weinbrennerstraße, 76307 Karlsbad

in der Petrusgemeinde Freiburg, Lorettostraße 59

Unter der Leitung von Br. Huss sprechen wir über die Jahreslosung. Zum Abschluss feiern wir Abendmahl.

Singen überwindet Grenzen

Ein Sonntag mit dem neuen Gesangbuch der Herrnhuter Brüdergemeine

Herrnhaag, 19. – 21. September 2008

Gemeintage des Süd-West-Teams 10.00 Uhr: Predigtgottesdienst (Predigt: Pfr. i. R. G. Peper) mit Abendmahl nach Art der Herrnhuter Brüdergemeine; es wirken Mitglieder des Königsfelder Bläserchors und des Gospelchors mit.

Ruchheim, 28. September 2008

vormittags Gottesdienst, am Nachmittag: Neues aus der Missionsarbeit in Albanien. Leitung Br. A. Tasche, Sekretär der HMH (Bad Boll) und Br. M. Kruppa.

11.30 Uhr: Ökumenische Kostproben aus dem neuen Gesangbuch, Pfarrerin B. Carstens)

Speyer, 19. Oktober 2008

Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

10.00 Uhr Gottesdienst mit der Gemeinde in Speyer, 15.00 Uhr Liebesmahl, Leitung: Br. M. Kruppa

12.30 Uhr: Mittagsimbiss 13.00 Uhr: Kaffee mit Austausch 14.30 Uhr: Reisesegen

Speyer, 16. November 2008

Anmeldungen, erforderlich für das Mittagessen, bitte über Gemeindebüro Königsfeld (077 25) 93 82 11

15.00 Uhr, Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine unter Leitung von Schw. I. Breitmaier, Dozentin für Ev. Theologie / Religionspädagogik an der Ev. Fachhochschule Freiburg.

Montag, 20. Oktober, Martin-LutherHaus, Wehrstraße 2, Villingen 19.00 Uhr: Zeitzeugengespräch im Rahmen des Mahnmalprojektes mit Kurt Maier. Mehrere tausend jüdische Badenerinnen und Badener wurden zwischen 1933 und 1945 Opfer nationalsozialistischer Verfolgungsmaßnahmen. Kurt Maier aus Kippenheim wurde mit seiner Familie am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert. Die Familie konnte vom Lager aus noch auswandern und so die NS-Zeit überleben. Donnerstag, 23. Oktober, Chorraum, Franziskanermuseum, Villingen 19.00 Uhr: Zusammenleben von Juden und Nichtjuden in Villingen seit 1862; Vortrag mit Lichtbildern: Dr. Heinz Lörcher in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv VS und Franziskanermuseum Montag, 3. November, Martin-LutherHaus, Wehrstr. 2, Villingen 19.00 Uhr: Geschichte der Villinger Juden; Vortrag Michael Zimmermann in Zusammenarbeit mit VHS VillingenSchwenningen (Foto: Ewiges Licht, Villingen; Michael Zimmermann)

mehr im internet

Sonntag, 9. November 10.00 Uhr, Johanneskirche, Gerberstraße, Villingen: Zentraler Gedenk-Gottesdienst

Aktuelle Nachrichten und Termine finden Sie auch auf der Internetseite von „Evangelisch in Königsfeld“ – www.evik.de

10.00 Uhr, Versöhnungskirche, Talacker, VS-Marbach: Eva Braun oder Die Banalität des Bösen

persönliche mitteilungen

Wider das Vergessen 70 Jahre seit dem Novemberpogrom

–––– Taufen 18. 5. Florentine Ferdinand 24. 5. Taavi Amos Baumgart 29. 6. Rico Schönborn

–––– Heimgänge 21. 5. Gerhard Rieker (75 Jahre) 1. 6. Lothar Müller (86 Jahre) 9. 6. Katharina Haller, geb. gottesdienste in neuhausen Schneckenburger (84 Jahre) 13. 6. Else Gruber geb. Sauer (85 J.) 28.September 10.15 Uhr Gottesdienst 24. 6. Marta Schell geb. Riedlinger 26. Oktober 10.15 Uhr Gottesdienst (88 Jahre) 23. November 10.15 Uhr Gottesdienst 29. 6. Gisela Scherwitz geb. Karge 26. Dezember 10.15 Uhr Gottesdienst (86 Jahre) Voradventliches Beisammensein: 11. 7. Erna Heß-Kaltschmitt (89 J.) 28. November, 15.00 Uhr im Kindergar- 11. 7. Emma Rapp geb. Fleig (98 J.) ten, Schulaula, wie immer mit Musik, Ge- 13. 7. Erika Horn geb. Fischer (91 J.) schichten, Basteleien und viel Gelegenheit 23. 7. Theresia Roming (89 Jahre) zum Austausch! 30. 7. Ida Kniep (85 Jahre)

19.00 Uhr: Kranzniederlegung an der Gedenktafel des ehemaligen jüdischen Betsaals in der Gerberstraße, Villingen mit Oberbürgermeister Dr. Rupert Kubon, Ev. und Kath. Dekan 20.00 Uhr, Johanneskirche, Gerberstraße, Villingen: „Gehat hob ich a hejm“ Lieder von Mordechaj Gebirtig. Jiddische Lieder eines Krakauer Tischlers, der im Ghetto ermordet wurde, vorgetragen von Manfred Lemm (Gitarre, Gesang) und Fred Patzelt (Klarinette)

regelmässige versammlungen

So Mo Mi Do Sa

10.00 Uhr Predigtgottesdienst 18.15 Uhr Friedensgebet 9.15 Uhr Morgenandacht 19.30 Uhr Bibelgespräch 19.00 Uhr Singstunde (Liedgottesd.)

foto: tilman carstens

Langensteinbach, 14. September 2008


DACHREITER 3/2008 musik

impressum

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Dachreiter, der Gemeindebrief der Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld, erscheint vierteljährlich für Mitglieder, Einwohner, Gäste und Freunde. Herausgeber: Evangelische Brüdergemeine Königsfeld; Verantwortlich für diese Ausgabe: Christoph Huss; Realisation: DIGNUS.DE; Auflage: 1.700 Stk.; 1,30 Euro; Preis im Gemeinbeitrag enthalten. Evangelische Brüdergemeine Evangelische Kirchengemeinde Zinzendorfplatz 3, 78126 Königsfeld Tel.: (077 25) 93 82 0, Fax: (077 25) 93 82 22 E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org Mo - Fr: 9.00 - 12.00 Uhr; Do: 14.30 - 16.30 Uhr

Neues Gesangbuch der Brüdergemeine | Zinzendorf hat das Gesangbuch als „Antwort auf die Bibel, ein Echo und Fortsetzung“ bezeichnet, woraus man erkennen könne, „wie die Menschen mit Gott reden“. Das Reden mit Gott gehört zum Weg der Gemeinde zu Gott hin und mit Gott, und unter diesem Gesichtspunkt will ich hier etwas zum neuen Gesangbuch der Evangelischen Brüdergemeine sagen.

S

chon das Inhaltsverzeichnis ist da aufschlussreich: das Lob Gottes steht am Anfang und am Ende all unseres Singens, es ist der Rahmen der anderen Kapitel, deren Überschriften alle mit „Wir singen ...“ beginnen. Denn „es ist eine alte und bekannte Sache, dass die Lieder die beste Methode sind, Gotteswahrheiten ins Herz zu bringen und darinnen zu konservieren“ (Zinzendorf). Seit alters spielt bei unserm Weg zu Gott und mit ihm das Singen eine entscheidende Rolle, das bezeugen die vielen Gesangbücher, die in der Anfangszeit der Brüdergemeine entstanden, und ebenso die für unsere Freikirche charakteristischen Versammlungen wie die Singstunden, das Liebesmahl und das Abendmahl, die fast ganz aus Liedern der Gemeine bestehen.. Dafür ist es hilfreich, wenn die Gemeinde die Melodie der Lieder im Gesangbuch abgedruckt findet, nicht nur für unsere Gemeindeglieder, sondern für die vielen Gäste in unseren Versammlungen. Und mit dem Abdruck einfacher mehrstimmiger Sätze wollen wir die bis in unsere Zeit geübte Praxis des mehrstimmigen Gemeindegesangs wieder beleben. Unser Weg zu Gott und mit ihm ist durch verschiedene Frömmigkeitstraditionen und Musikstile geprägt. Das wird im neuen Gesangbuch darin deutlich, dass Lieder aus unterschiedlichen Zeiten nebeneinander stehen. Das rein formale Prinzip der chronologischen Anordnung ist aufgegeben zugunsten einer Gruppierung mit inhaltlich-thematischen Akzenten. Dies mag zunächst befremdlich erscheinen, macht aber die Vielfalt von Ausdrucksformenn in Text und Melodie im Lauf der Jahrhunderte deutlicher. Eine

Rubrik im Kapitel „Wir singen von der Kirche Jesu Christi“ ist neu, in der sich „Besondere Erfahrungen auf dem Weg der Alten und Erneuerten Brüderunität“, aber auch der Kirche der Reformation bis zu Zeugnissen aus der Zeit des Dritten Reiches widerspiegeln. Wohin führt der Weg unserer Gemeinden? Das neue Gesangbuch soll uns helfen, dass dieser Weg „ins Weite“ führt – in den Raum der weltweiten Unität und in die Weite der Ökumene. Eine ganze Reihe von Liedern ist mehrsprachig abgedruckt, so ist es möglich, dass wir bei Missionstagen, Jugendtreffen oder Freizeiten die weltweite Unität ganz praktisch erleben. Und da wir unter „Ökumene“ nicht nur die Gemeinschaft der evangelischen und der katholischen Kirche verstehen, sondern auch die Freikirchen und kirchlichen Gemeinschaften anderer Art einbeziehen, haben wir deren Gesangbücher ebenfalls untersucht und Lieder aufgenommen, die auch uns auf unserem Wege helfen und begleiten können. Dabei haben wir manche wertvolle Entdeckung gemacht, und solche Entdeckungen wünsche ich uns allen beim regen Gebrauch des neuen Gesangbuches in unseren Versammlungen, aber auch in den Familien, in Hauskreisen und bei unserem ganz persönlichen Reden mit Gott. Peter Glitsch | Ein neues Gesangbuch kostet Geld. Wer helfen will, die Kosten des gemeinsamen Singens für die Gemeinde erträglich zu halten, kann eine Spende überweisen oder einen der in den Kirchensaal-Vorräumen ausliegenden Umschläge füllen und im Gemeindebüro abzugeben. Vielen Dank!

– Pfarrerin Annerose Klingner-Huss Pfarrer Christoph Huss; Tel.: (077 25) 93 82 20 E-Mail: huss@koenigsfeld.org – Pfarrerin Benigna Carstens ; Tel.: (077 25) 93 82 18 E-Mail: carstens@koenigsfeld.org – Verwaltungsleiter Peter Korkowski Tel.: (077 25) 93 82 12 E-Mail: korkowski@koenigsfeld.org – Kantorin Ulrike Brusch, Tel.: (077 25) 10 70 E-Mail: brusch@koenigsfeld.org – Jugenddiakonin Renate Brach, Tel.: (077 25) 71 42 E-Mail: r.brach@koenigsfeld.org – Jugendräume Tel.: (077 25) 93 82 15 – Kindergarten „Arche“ Tel.: (077 25) 28 32 E-Mail: kindergarten@koenigsfeld.org – Ehe-, Familien- und Lebensberatung Diakonisches Werk; Tel.: (077 21) 84 51 50 E-Mail: beratungsstelle@diakonie-villingen.de – Sozialstation, Judith Wolf-Baum Tel.: (077 25) 37 01, (0160) 998 833 28 Kontaktadressen Region Nord – Katharina Kronbach, Fliederstraße 28, 76307 Karlsbad, Tel.: (072 02) 40 53 21, E-Mail: k.kronbach@koenigsfeld.org – Manfred Kruppa, Brückstraße 7, 76703 Kraichtal 2, Tel.: (072 51) 681 40 E-Mail: m.kruppa@koenigsfeld.org – Andreas Schlimm, Kanalstraße 14, 67227 Frankenthal, Tel. + Fax: (062 33) 288 47, E-Mail: ab.schlimm@koenigsfeld.org – Gottfried Nasadil, Armbruststraße 9, 67346 Speyer, Tel.: (062 32) 253 37, E-Mail: g.nasadil@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Süd – Pfr. i. R. Gerold Peper, Hammersteiner Straße 15 79400 Kandern, Tel.: (076 26) 97 27 11, 597 22 49 – Verena Quincke, Horbener Straße 15 79100 Freiburg-Güntherstal, Tel.: (0761) 298 39 Bankverbindung Kirchengemeinde (Landeskirche) – Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 104 092 Bankverbindungen Brüdergemeine – Ev. Kreditgenossenschaft (BLZ 520 604 10) Nr. 507 504 – Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 031 071 – Volksbank Villingen (BLZ 694 900 00) Nr. 600 22 00 Betreutes Wohnen im Herrnhuter Haus Zinzendorfplatz 7, 78126 Königsfeld Leitung: Peter Korkowski (s. o.) Alten- und Pflegeheim Christoph-Blumhardt-Haus Stellwaldstraße 1, 78126 Königsfeld Leitung: Gottfried Steinmann, Tel.: (077 25) 93 85 0 E-Mail: info@christoph-blumhardt-haus.de – Spendenkonto für den Umbau des CBH: Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 150 933 359 Martin’s Restaurant im Herrnhuter Haus Tel.: (07725) 70 04


Dachreiter 12 DACHREITER portrait 3/2008

Herzen gewinnen in Afghanistan I

ch wurde für fast fünf Monate im Hauptquartier der ISAF (Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe für Afghanistan) eingesetzt, was mir neben den anstrengenden Rahmenbedingungen sehr viel Freude bereitete. Jetzt hatte ich endlich die Gelegenheit, Land und Leute etwas besser kennen zu lernen, da ich in meiner neuen Tätigkeit oft das Hauptquartier zu verlassen hatte. Dazu musste aber nahezu jedes Mal die „Jalalabad-Road“, die gefährlichste Straße Afghanistans, benutzt werden. Auch die anderen Straßen waren nicht gerade ungefährlich. Afghanistan ist landschaftlich das wohl aufregendste Land, dass ich jemals bereist habe. Es wechseln sich karge, öde Landschaften mit weitläufigen, trockenen Wüsten ab. Weite, im Frühjahr grün bewachsene Landschaften mit schroffen Felslandschaften bis hin zu den hochgebirgigen Ausläufern des Himalaya. Diese gegensätzliche Beschaffenheit des Landes scheint sich auch auf die Bevölke-

rung auszuwirken. Es gibt eine Reihe von Völkern und Ethnien, die gegensätzlicher fast nicht sein könnten. Sie machen dieses Land so interessant und faszinierend. Mich haben die Menschen in ihren Bann gezogen. Hätte ich beruflicherseits eine Alternative, würde ich gerne länger und intensiver in Afghanistan arbeiten. Ich organisierte mit einer Kameradin zunächst einen Krankenhausbesuch. Im Vorfeld ließen wir uns von unseren Familien und Freunden Kleidung, Spielzeug und andere Kleinigkeiten schicken. Über fünfzig Pakete – wir waren völlig überrascht. Angetan von soviel Zuspruch verteilten wir die angesprochenen Dinge in einem Kinderkrankenhaus. Über meinen Sprachmittler vereinbarten wir einen Termin und fuhren dorthin. Zunächst gab es einen Vortrag über das Krankenhaus. Im Anschluss verteilten wir Kleidung, Spielzeug und Nahrung an die Kinder. Die Herzlichkeit und Dankbarkeit, die uns hier entgegenschlug, kann ich nur schwer in Worte fassen. Aber wir hatten den Ein-

druck, dass die Dankbarkeit, nicht nur von den Kindern, sondern auch von dem Personal aufrichtig gemeint war. Bei der zweiten Aktion, die wir durchführten, verteilten wir die gleichen Gegenstände in einem Waisenhaus in Kabul. Auch hier machten wir die gleichen Erfahrungen wie in dem Krankenhaus. Und schließlich hatten wir das Gefühl, neben dem militärischen Auftrag, den wir täglich, bei einem durchschnittlichen Vierzehn-Stunden-Tag, zu erfüllen hatten, noch etwas Gutes für die Bevölkerung getan und ihre Herzen gewonnen zu haben. Ich freue mich bereits auf 2010, wenn ich wieder nach Afghanistan gehen darf. Ich habe vor, zusammen mit einigen anderen noch umfangreichere und gezieltere Aktionen durchzuführen. Dies wird aber auf Grund der sich stetig verschlechternden Sicherheitslage immer schwieriger und gefährlicher. Bleibt zu hoffen, dass alle gemeinsam einen Weg finden, dieses schöne Land mit seiner eigentümlichen Bevölkerung in eine neue Zukunft zu führen. Heiko Kieninger |

FOTOs: kieninger

| Gemeindeglied Heiko Kieninger aus Erdmannsweiler verbrachte im Jahr 2006 als ISAF-Soldat viereinhalb Monate im Deutschen Feldlager in Mazar-e Sharif. Das sollte sich bei seinem zweiten Einsatz 2008 grundlegend ändern.


Dachreiter

4/2 0 0 8 · n ov e m b e r Kö n i gs fe l d w w w. dac h r e i t e r .o rg

Infor m ationen der Evangelischen Brüdergemeine und Evangelischen Kirchengemeinde heilige familie

willkommen

Was den Deutschen heilig sei, wollte die Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen wissen. 71 Prozent sehen die Familie als Garanten des Lebensglücks, 60 Prozent die Gesundheit, 55 die lebenslange Begleitung der Kinder, 52 die dauerhafte Partnerschaft und 49 den Freundeskreis. Die Kirche ist nur 10 Prozent der Befragten heilig. Heilige Familie also. Das Thema für diese Ausgabe hat uns das nahende Weihnachtsfest eingegeben, und wir haben viele Facetten entdeckt: Wie geht die Kirche auf heutige Familienstrukturen ein? Soll eine Gemeinde wie eine Familie sein? Auch der Kindergarten und die Neuhauser Spalte beleuchten das Thema. Die erwähnte Umfrage ergab noch etwas: hochreligiöse Menschen seien in besonderem Maße geprägt von der Ehrfurcht vor dem Leben, der Ehrfurcht vor der Natur und der Achtung vor der Menschenwürde. Diese Werte seien unverzichtbar als sozialer Kitt, der die Gesellschaft künftig zusammenhalten werde. Religion sei also zu pflegen, damit die Gemeinschaft nicht verkümmere. Das finde ich eine erfreuliche Einschätzung. Ihr Christoph Huss

fotos: zvg.

inhalt

HEILIGE FAMILIE Heilige Familie 1 Keine/r lebt für sich allein 2 Gemeinde als Familie wieder angesagt? 3 Blickwinkel der Liebe 4 Familie – Kindergarten 5 Christoph-Blumhardt-Haus 6 Neuhauser Spalte 6 Junger Dachreiter 7/8 Termine 10 Nachrichten 11 Impressum 11 Gemeinde in vier Sprachen 12

Heilige Familie B

ei der Überschrift, noch dazu in dieser Jahreszeit, braucht man nicht lange zu raten, welche Familie gemeint ist. Eher rätselhaft erscheint vielleicht, wo auf diesem Bild denn die heilige Familie ist. Das liegt daran, dass sie gerade erst in Bethlehem ankommt, wohin sie sich nach „dem Gebot des Kaisers Augustus“ zur Volkszählung aufgemacht hat. Josef mit Gepäck, an der Zimmermannssäge über der Schulter zu erkennen, führt den Esel, Maria sitzt darauf, vor sich einen Tragekorb. Sie wirkt still in sich gekehrt und müde, der weite blaue Umhang verbirgt ihre Schwangerschaft. Noch kein Stall, keine Krippe mit Heu und Stroh, kein Stern, keine jubilierenden Engel, keine anbetenden Hirten. Die Weihnachtsgeschichte steht noch bevor, die heilige Familie ist noch nicht vollständig, das Kind noch nicht geboren. Noch zwei Begleiter verweisen auf das heilige Paar, das vorbeizieht: neben dem Esel, der Maria trägt, stapft ein Ochs durch den Schnee. Die beiden Tiere künden an, dass diese Familie ihre Unterkunft in einem Stall finden wird, „weil sonst kein Raum in der Herberge war.“ Zu viele suchten damals anlässlich jener Steuerschätzung ein Gastzimmer, die vorhandenen Möglichkeiten waren erschöpft, für Maria und Josef und später das Kind, die „heilige Familie“, gab es nur einen Notbehelf – und heute? Heute haben es Familien mit Kindern oft schwer, wenn sie eine Wohnung suchen,

obwohl doch eigentlich alle die Familie hoch und wert schätzen. Hieß es damals „kein Raum in der Herberge“ – kein Platz zur Geburt eines – dieses – Kindes, etwas, das uns immer wieder unbarmherzig vorkommt, so hören wir heute bei uns gegenüber Flüchtlingen und Asylbewerbern aus den armen Ländern, auch Familien mit Kindern, häufig die abwehrende Antwort: „Das Boot ist voll.“ Es sieht so aus, als habe sich seit Christi Geburt nicht viel geändert. Doch das Kind, durch das diese Familie heilig genannt wird, stellte sich auf die Seite der Armen, der beiseite Geschobenen, der Verachteten, indem es von Anfang an ihr Schicksal teilte; und es steht für die Veränderung, die Gott mit diesem Kind in einer viel zu oft ungastlichen, abweisenden Welt möglich macht, Platz genug und eine erweiterte Vorstellung von Familie, eine, die auch für uns gilt, und die wir uns zueigen machen können. Der Maler malte Bethlehem als kleines Dorf in seiner Heimat Flandern; das könnte heißen: Bethlehem ist überall, und – dass Jesus an keinen Ort gebunden und überall zu Hause sein will. Das Jesuskind möchte die ganze Menschheit als eine Familie sehen und seinen Raum für alle öffnen. Eine schöne, eine adventliche Deutung von heiliger Familie, wenn alle willkommen sind. Ursula Böcker | Bild: Pieter Brueghel d. Ä., Die Volkszählung zu Bethlehem (1566)


2 DACHREITER heilige familie 4/2008

Keine/r lebt für sich allein | Biblische Anfragen an unser Familienverständnis

ie Familie ist die Keimzelle des menschlichen Zusammenlebens. Lassen Sie uns an ein paar Beispielen biblischer Familiengeschichten nachforschen, welche Kennzeichen die biblische Tradition mit dem familiären Zusammenleben verbindet, und daran anknüpfend weiterdenken, wie diese Kennzeichen in unserer heutigen veränderten FamilienSituation inhaltlich zu füllen sind. Familie als wirtschaftlicher Lebensraum

(Nachzulesen in 1. Mose 38, 1-30) Die Familie ist ein Raum, in dem die Mitglieder ihre wirtschaftliche Grundlage bekommen. Das hat für die einzelne Person den Vorteil, Teil in einem Versorgungssystem zu sein, das bei gutem Funktionieren den Stärkeren und auch den Schwächeren ein wirtschaftliches Auskommen bietet. Familie als partizipierender Schöpfungsraum

Am Ende seines Schöpfungshandelns segnet Gott seine Menschen und spricht zu ihnen: „Seid fruchtbar, und vermehrt euch, und bevölkert die Erde.“ (1. Mose 1, 28) Nachkommen zu haben bedeutet so, die Schöpfungsinitiative Gottes in seinem Auftrag weiter zu führen. Die Familie als Rahmen, in dem dies geschieht, wird zum partizipierenden Schöpfungsraum.

Familie als Gemeinschaft in der Gottesbeziehung

„ … es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“ — christliches Familienbild heute

Jesus äußert ein ganz neues Verständnis von Familie (Markus 3, 31–35) : „Jesus blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herum saßen, und sagte : Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ Mit diesem Verweis verschiebt Jesus den Maßstab weg von der blutsverwandten und hin zur geistesverwandten Familienzusammengehörigkeit. Entscheidend ist, ob die gelebte menschliche Beziehung dazu beiträgt, dass die Liebe Gottes zu den Menschen zu ihrem Ziel kommt und sich in deren Liebe zu Gott und zu den Nächsten der Kreis schließt.

Lebensformen, auf die folgende Punkte zutreffen, erfüllen die biblischen Kennzeichen von Familie : • Eine verlässliche und dauerhafte Lebensgemeinschaft von mehreren Generationen, getragen durch Liebe und partnerschaftliche Wertschätzung. • Ein Schutzraum, in dem Menschen ihre unveräußerliche Würde erfahren können. Ein Rahmen, in dem Menschen behütet aufwachsen, sich bilden und entfalten können. • Eine menschliche Gemeinschaft, die sich in den Schöpfungsauftrag eingebunden weiß, wobei heute die oberste Notwendigkeit zum Weiterbestehen der gesamten Menschheit nicht mehr die menschliche Reproduktion, sondern die Bewahrung der Schöpfung ist, so dass neben der Nachkommenschaft auch der Umweltschutz oder ein pädagogischer Auftrag als Mitwirkung am Schöpfungsauftrag denkbar sind. All diese Kennzeichen waren zu biblischen Zeiten mit der Großfamilie verknüpft. Heute sind diese Kennzeichen auch in anderen Beziehungs-Strukturen lebbar: ob in Single-Haushalten, bei Alleinerziehenden, in eingetragenen Partnerschaften, bei Kinderlosen, in Kinderdörfern. Eine Kirche, die Lebensformen in einem modernen Gewand akzeptieren und – wenn sie diese biblischen Kennzeichen erfüllen – unter der Bezeichnung „Familie“ verstehen und fördern kann, wird auch in Zukunft bei der inneren Ausrichtung unseres Familienlebens wichtige Impulse geben können.

Familie als emotionaler Beziehungsraum

In der Familie werden prägende Grundwerte erfahren, erlernt und geübt, wie zum Beispiel Geborgenheit, Wertschätzung, Zuverlässigkeit, Solidarität. Im christlichen Umfeld soll durch diese Werte die Nächstenliebe in der Familie spürbar gelebt werden, wie es z. B. die paulinischen Briefe beschreiben (Eph 5, 25-33 und Kol 3,18-4,1). Es geht neben dem Aufrechterhalten von Recht und Ordnung auch um das Ansehen und die Bedürfnisse der einzelnen Person. Weil jeder Mensch für Gott wertvoll ist, soll jeder Mensch auch in der menschlichen Gesellschaft seinen Wert haben.

Christine Holtzhausen ist Pfarrerin in Weiler und seit 2008 Dekan-Stellvertreterin im Kirchenbezirk Villingen. Zusammenfassung eines Vortrags vor der Bezirkssynode 2007. Der vollständige Vortrag ist im Gemeindebüro erhältlich und online unter www.dachreiter.org. | FOTO: s. Hofschlaeger / pixelio

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DACHREITER 4/2008 heilige familie

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Die Gemeinde als Familie – wieder angesagt? | Im Namen „Brüdergemeine“ klingt es an, aber gilt für jede Kirche: Gemeinde hat etwas Familiäres. Weil wir durch Jesus Gott als unseren gemeinsamen Vater erkannt haben, gehören wir wie Geschwister zueinander.

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FOTOS: huss

m gleich die Grundfrage zu stellen: Brauchen wir diese Zusatzfamilie? Haben wir nicht genug an unserer eigenen? Können wir uns eine Zweitfamilie Kirche leisten, wo wir schon die erste manchmal vernachlässigen? Die Fragen sind berechtigt – und doch: Nicht nur Menschen, die allein leben, spüren es: Unsere sozialen Bezüge sind brüchiger geworden, Mobilität bedeutet oft den Abbruch von Beziehungen, Familien werden kleiner, Einsamkeit ist ein gesellschaftliches Phänomen. Zur Kirchengemeinde wie früher zur Großfamilie zu gehören - einfach wegen des gemeinsamen Vaters, ohne sich beweisen zu müssen - das könnte auch heute attraktiv sein. Aber wie sähe das praktisch aus?

Ein Blick in den Anfang der Kirchengeschichte zeigt: Drei Dinge hielten die Kirchenfamilie zusammen: Gemeinsame Rituale, Mahlzeiten (Apg 2, 42ff) und eine Vereinskasse (Apg 28, 32). Dabei fällt auf, dass die völlige Gütergemeinschaft sich – wenn überhaupt – nur kurz verwirklichen ließ. Schon bald (Apg 6, 1) werden die Witwen der Gemeinde extra versorgt, während die Wohlhabenderen solche Versorgung offenbar nicht nötig hatten. Also wurde nicht alles Geld in einen Topf geworfen. Auch gemeinsame Mahlzeiten waren nicht unproblematisch. In 1. Kor 11,17-34 empfiehlt Paulus sogar, sie auf das Abendmahl zu beschränken, damit die leeren Mägen der armen und die überfüllten der reichen Gemeindeglieder nicht zu krass aufeinander träfen. So blieben von den urkirchlichen Merkmalen der Kirchenfamilie schließlich fast nur die Rituale übrig: Gottesdienst mit Taufe und Abendmahl. Aus der Gütergemeinschaft wurde irgendwann die Kirchensteuer für Diakonie, Versorgung der Geistlichen, Bau und Erhaltung von Gebäuden und so fort.

Im Laufe der Kirchengeschichte hat man in vielen Varianten versucht, dem biblischen Kirchenideal nachzueifern: Klösterliche Lebensgemeinschaften mit Gütergemeinschaft entstanden. Auch in der Brüdergemeine lebte und wirtschaftete man zunächst in Gruppen nach Geschlecht und Zivilstand (Brüder-, Schwestern-, Witwenhaus). Die leibliche Familie trat gegenüber der kirchlichen in den Hintergrund. Später ging der Trend wieder hin zu mehr Privatheit, weniger Kirchenfamilie. Vielleicht leben wir heute erneut in einer Zeit, in der es nicht mehr genügt, in Predigt und Sakramenten das Vatersein Gottes und die Geschwisterlichkeit untereinander zu betonen. Ein Zeichen dafür ist der inzwischen weit verbreitete Kaffee nach dem Gottesdienst. Weitere Zeichen sind Gemeindefeste oder -essen. Ein starkes Zeichen für die gemeinsame Verantwortung sind in Städten die „Tafeln“, wo Christen unterschiedlicher Kirchen armen Menschen Essen ausschenken.

Es wäre gut, auch in Königsfeld weitere Ideen zu entwickeln, wie wir das Wissen, dass wir Christen als Familie Jesu zusammen gehören, erfahrbarer machen. Aber, zum Schluss nun doch noch ein Aber: Wird nicht in Gemeinden, die das Familiesein von Kirche betonen, auch die negative Seite von Familie immer wieder erlebt? Soziale Fürsorge wird als Kontrolle, Nestwärme als Beengtheit, Geschwisterlichkeit als Distanzlosigkeit erfahren. Gerade in der Brüdergemeine mit ihrer familiären Struktur kennen viele diese bedrängenden Seiten. Deswegen ist Zwang zur Gemeindefamilie das Letzte, was wir brauchen können. Freiheit ist in Familien und in der Gemeinde wichtig. Die größere Gefahr heute sehe ich allerdings darin, dass wir uns in die Schneckenhäuser unserer individualistischen Lebensgestaltung zurück ziehen – und einsam werden. Darum: Gott bietet uns Gemeinde als Familie an – nutzen wir sie uns allen zur Freude. Benigna Carstens |

– Familiäres Zusammensein: Spieleabend auf der Skifreizeit; Gemeindefest im Kirchensaal


4 DACHREITER heilige familie – angedacht 4/2008

Blickwinkel der Liebe | Ein verlassener Vater, ein nestflüchtiger Sohn und Daheimbleiber: das sind die Figuren der Jesus-Geschichte, die Lukas in seinem Evangelium im Kapitel 15 erzählt. Es geht um die Männer jener Familie; die Frauen scheinen nicht zu interessieren.

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er jüngere Sohn will weg von Zuhause. Denn er vermutet das wahre Leben in der Fremde. Dort verjubelt er sein Erbteil. Der Vater hat ihm seinen Anteil ausgehändigt und hat ihn ziehen lassen. Aber er hofft, dass er zurückkommt. Der Ältere ist wie die meisten Erstgeborenen pflichtbewusst und arbeitet selbstlos zu Hause mit. Erst als der Jüngere reumütig, aber mit leeren Händen zurückkommt und der Vater ihn wieder aufnimmt und zu seinen Ehren ein Fest veranstaltet, platzt dem Älteren der Kragen. Immer kam er zu kurz, während der Jüngere wer weiß was getrieben hat in der Fremde. Da sagt der Vater zu ihm diesen wunderschönen, gewinnenden Satz: „Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.“ Dieses „Gleichnis vom verlorenen Sohn“, wie es meist genannt wird, ist eine Geschichte von der Angst, zu kurz zu kommen. Nur ein Problem unter Geschwistern? Kennen wir nicht auch die Sorge, unser Stück vom Kuchen könnte kleiner sein als das der anderen? Den einen treibt die Angst zu immer neuen Abenteuern, den andern dazu, kleinlich über die eigenen Pfründe zu wachen. Welche Erleichterung wäre es, wenn einer uns in den Arm nähme und sagte: „Du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein.“ Das Gleichnis ist eine Geschichte um Gerechtigkeit und Güte. War es gerecht, dem Jüngeren sein Erbe mitzugeben? War es gerecht, ihn wieder in Ehren aufzunehmen? Ist bei Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen überhaupt eine gerechte VerSüd-West-Team bietet Kochschulung an

teilung möglich? Der Vater versucht den älteren Sohn für seinen Blickpunkt der Güte und Vergebung zu gewinnen. „... dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden.“ Ob sich sein Blick weitet durch den Blickwinkel der Liebe? Das Gleichnis ist eine Geschichte von Gott. Jesus erzählt sie, um uns vor Augen zu führen, wie wir uns den himmlischen Vater vorstellen können. Er ist es, der uns befreien möchte von Angst und Neid, Geiz und Gier. Er sagt zu uns: „Du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein.“ Er möchte uns gewinnen für den Blickwinkel der Güte. Das bleibende Bild aus dieser Geschichte sind für mich die ausgebreiteten Arme des Vaters, die den Einen und den Anderen einladen zum Fest der Wiedergefundenen. Christoph Huss | Die Erdcharta beflügelt Königsfeld

Wem mag die Hand auf dem Bild gehören? Könnte es Ihre sein? Dann setzen sich mit Br. Huss in Verbindung.

Unter diesem Thema war im ganzen Sommer 2008 die Erde im Mittelpunkt, es ging um die Verantwortung für die Erde. Es waren Anstöße, die hoffentlich auch in Zukunft bewirken, dass jeder seinen eigenen Zugang, seine eigene Möglichkeit findet, für die Gemeinschaft des Lebendigen einzustehen, etwas zu bewirken und zugleich Freude und Bestätigung dabei zu finden.

fotos: huss; s. koeder; carstens

Gemeinsam essen verbindet. Ob am Familientisch, beim Gemeindeessen oder bei einer Freizeit. Nur: Ohne Köchinnen oder Köche gibt es kein Essen. Und beim Gemeindeessen oder bei einer Freizeit sind die Töpfe ziemlich groß. Dankenswerter Weise finden sich immer wieder Leute, die bereit sind, für große Gruppen zu kochen. Manche haben das als Beruf gelernt, andere probieren es einfach. Weil Köchinnen oder Köche nicht von selbst nachwachsen, wenn Ältere die Aufgabe abgeben möchten, bietet das Süd-West-Team der Brüdergemeine nun eine Schulung „Kochen für Gruppen“ an, vom 17. bis 19. April 2009 auf dem Herrnhaag. Gekocht wird in einer Schule in der Nähe. Gedacht ist an Menschen, die bereit sind, ihre Kochkunst in der Gemeinde einzusetzen.


DACHREITER 4/2008 heilige familie – kindergarten

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Familie – Kindergarten, was hat das miteinander zu tun?

| Familie – ein Thema, das für unsere Kindergartenkinder sehr wichtig ist. Immer wieder erzählen sie uns Dinge aus ihrer Familie, zum Beispiel was sie am Wochenende erlebt haben, wenn jemand krank ist, was sie zusammen mit ihrem Papa gemacht haben und vieles mehr.

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ie Kinder erzählen aber nicht nur ihre Erlebnisse, sie spielen sie auch. So schlüpfen sie im Freispiel in verschiedene Rollen und spielen die unterschiedlichen Situationen nach. In der Puppenecke spielen sie oft „Vater, Mutter, Kind“, dort wird dann gekocht, geputzt, die Kinder versorgt, telefoniert,... In der Verkleidungsecke verkleiden sich die Kinder nach Herzenslust in eine schicke Frau, in einen Polizisten, in einen Bauarbeiter. Die Kinder gehen aber auch gern ins Atelier und malen ihre Erlebnisse. All diese Dinge helfen den Kindern, Situationen wieder hervorzuholen, aufzuarbeiten, zu vertiefen, Lösungen für ihre Situationen zu finden und vieles mehr. Es ist immer wieder spannend, die Kinder dabei zu beobachten. familie aus sicht der kinder

Familie, was ist das überhaupt? Diese Frage stellten wir den Kindern. Es war interessant, welche Antworten dazu kamen. „Die Familie bleibt immer zusammen.“ „In der Familie sind alle lieb zueinander.“ „Zur Familie gehören Vater und Mutter, Kinder, Oma und Opa, Onkel und Tante und mein Patenonkel.“ „Mit der Familie kann man zusammen weggehen.“ „Ich finde schön, wenn wir zusammen in den Urlaub fahren, mit Wohnmobil.“ „Wir gehen manchmal ins Restaurant oder Eis essen.“ „Wir besuchen unsere Tante, die wohnt ganz weit weg.“ „Nicht Mama und Papa wecken in der Nacht.“

FOTO: endler

„Mit Mama kuscheln.“ „Dass sich die Familie nicht haut und streitet.“ „Es ist nicht schön, wenn sich Bruder und Schwester streiten.“

Da einige Kinder nur noch eine „kleine“ Familie erleben, lernen sie im Kindergarten mit einer großen Gruppe – Großfamilie zu leben. Hier müssen sie lernen, sich zu behaupten, sich unterzuordnen, auf andere Rücksicht zu nehmen, nicht immer im Mittelpunkt zu stehen. Sie erleben, dass jeder anders, einzigartig von Gott gemacht ist. Damit klar zu kommen, ist mitunter gar nicht so einfach. Es ist ein tagtäglicher Lernprozess. Im Kindergarten liegt gerade die Eingewöhnungszeit, für sechs Kinder, hinter uns. Die Eingewöhnungszeit erleben wir bei jedem Kind ganz unterschiedlich. Für viele Kinder ist es die erste Abnabelung von ihrer Familie. Zum ersten Mal sind sie für eine längere Zeit von ihrer Familie getrennt. Die Kinder lernen viele neue Kinder, die Erzieherinnen und eine neue Umgebung kennen. Alles ist für sie neu und ein bisschen fremd. Es bedarf mitunter viel Geduld und Einfühlungsvermögen, bis sich ein Kind im Kindergarten geborgen und sicher fühlt. So verbringen wir viel Zeit mit den neuen Kindern und versuchen sie in die Gruppe zu integrieren. Diese Zeit ist aber nicht nur für die Kinder schwer, auch für die Eltern ist es eine große Umstellung. Gerade in dieser Zeit kommt es auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern-

haus und Kindergarten an, so finden in regelmäßigen Abständen Elterngespräche statt. Wir tauschen uns dort über den Entwicklungsstand des Kindes aus und beraten gemeinsam über die weitere Entwicklungsbegleitung. Diese enge Zusammenarbeit ist wichtig, da mit dem Besuch in den Kindergarten Eltern und Erzieherinnen gemeinsam Verantwortung für die Erziehung und Bildung übernehmen. In unserer pädagogischen Arbeit nutzen wir gern die Stärken unserer Eltern. Interessen oder besondere Fähigkeiten können Eltern bei uns im Tagesablauf einbringen. Einmal im Monat bieten wir Hospitationstage an. Hier haben die Eltern die Möglichkeit, einen ganzen Tag in den Kindergarten zu schnuppern und mit ihrem Kind zu spielen. Es ist uns aber auch wichtig, immer wieder Aktionen für die ganze Familie anzubieten, zum Beispiel das Sommerfest, St. Martin – Laternenumzug, ... Die Kinder genießen diese Zeit sehr und freuen sich schon lange im Vorfeld darauf. Nehmen Sie sich doch wieder einmal als Familie Zeit und machen etwas Schönes zusammen. Genießen Sie die gemeinsame Zeit! Wir als Christen gehören noch zu einer anderen Familie, zu Gottes Familie. Dies den Kindern mit auf den Weg zu geben ist mir ein großes Anliegen. Michaela Endler |


6 DACHREITER neuhauser spalte christoph-blumhardt-haus 4/2008

| Schon immer war Neuhausen vornehmlich ein Wohnort für Familien.

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rüher, als fast in jedem Haus noch Landwirtschaft war, lebte man über Generationen hinweg in einem Haus zusammen. Das Zusammensein von Jung und Alt hatte viele Vorteile. So wäre etwa die alltägliche Arbeit auf dem Hof gar nicht ohne die Mithilfe mehrerer Generationen zu bewältigen gewesen. Ebenso gehörte die Pflege der Alten und die Versorgung der Kleinkinder in den Bereich der Familie. Wie oft brachte dieses Zusammensein jedoch auch Streit, Ärger und Leid mit sich! Das soll hier nicht vergessen werden.

Auch heute ist Neuhausen ein Ort, in welchem überwiegend Familien zu Hause sind. Wir treffen junge Familien, die zugezogen sind und in Miete oder neu gebautem Eigenheim wohnen. Und es gibt diejenigen, die schon lange hier sind oder immer hier gewohnt haben. Das Zurechtkommen in neuer Umgebung, Belastungen in Beruf und Kindererziehung, die Pflege eines Elternteils, vielleicht auch finanzielle Nöte, all das muss alltäglich in unseren Familien bewältigt werden. Denken wir eben noch an die vielen gemischt-konfessionellen Ehen in Neuhausen. Dort treffen unterschiedliche religiöse und kirchliche Prägungen und Gewohnheiten aufeinander. Wie schwierig dies früher war, können wird in heutiger Zeit kaum noch ermessen. Heute wie früher fordert es gegenseitige Toleranz und bietet die Chance, andere Glaubensrituale und Einstellungen kennen zu lernen. Überhaupt ist in den Familien, bedingt durch die heutigen Belastungen, mehr denn je die Fähigkeit zur Toleranz und zum gegenseitigen Verstehen nötig. Besonders der Mut zum Verzeihen und das immer wieder neu aufeinander Zugehen erscheint mir wichtig. Hier können christliche Werte Leitbilder sein und Hilfestellung geben. Und bei manchen Problemen, die unsere Kraft übersteigen, hilft das Wissen, dass Gott uns beisteht und wir ihm deshalb getrost unsere Sorgen übergeben dürfen. Malte Müller |

Große Familien | Das Jahr 2008 ist im Christoph-Blumhardt-Haus hauptsächlich vom Neubau geprägt.

I

m April fand der erste Spatenstich vor dem schon teils demontierten Vogelnest statt und Anfang Mai begannen die Baumaßnahmen mit Einrichtung der Baustraße quer durch den Garten, Abriss des Vogelnestes und Aushub des Kellers. Bereits am 21. Juni konnte die Bodenplatte gegossen werden. Inzwischen wird an der letzten Decke und am Dachaufbau gearbeitet und alle sind begeistert, was aus den Plänen bis jetzt schon entstanden ist. Der Neubau wird in vier Hausgemeinschaften zu zwölf oder 13 Plätzen auf zwei Etagen mit 25 Betten, überwiegend in Einzelzimmern, aufgeteilt. Auch die Verwaltung und die Hauptküche bekommen dort ihren neuen Standort. Unsere Hausgemeinschaften sollen künftig für die Bewohner wie große Familien sein. Jede Gruppe bekommt einen ansprechenden Gemeinschaftsraum mit Küche, in dem sich die Bewohner zusammenfinden können zu den gemeinsamen Mahlzeiten, die auch teilweise dort vorbereitet werden, und zur Tagesgestaltung, die sich an die Bedürfnisse der jeweiligen Gruppe anpasst. Das Berufsbild der „Alltagsbegleiterin oder des Alltagsbegleiters“ wird neu in unsere multiprofessionelle Mitarbeiterschar aufgenommen. Diese Mitarbeiter werden sich intensiv in der Gruppe mit den Bewohnern tagesstrukturiert beschäftigen, in erweitertem Angebot unserer bisher bestehenden Tagesgruppe.

Wegen der nur noch kleinen Gartenfläche konnte in diesem Jahr das Sommerfest nicht im gewohnten großen Rahmen stattfinden, sondern wurde im Speisesaal gefeiert. Auch all die anderen Feste im Jahreskreislauf, die Geburtstagsfeiern und regelmäßigen Konzerte der Jugendmusikschule fanden im Haus statt, während draußen vor den Fenstern täglich die Baumaschinen laufen und die Handwerker emsig am Bau arbeiten. Die Veranstaltungen werden von unseren Bewohner immer sehr gerne besucht. Besondere Freude bereiten die Kindergartenkinder, wenn sie zur Programmgestaltung beitragen. Wir sind sehr dankbar für alles, was uns in diesem Jahr an Kraft und Freude geschenkt wurde. Täglich dürfen wir Gottes Segen erfahren, trotz großen Belegungsschwierigkeiten und krankheitsbedingten Personalausfällen. Das Baugeschehen wird von vielen Bewohnern und Bürgern Königsfelds interessiert beobachtet. Damit die Ausgestaltung der neuen Räumlichkeiten mit allem notwendigen Inventar wie geplant durchgeführt werden kann, sind wir auf Ihre großzügige Spende angewiesen. Diese überweisen Sie bitte auf das Spendenkonto 150 933 359 bei der Sparkasse Schwarzwald-Baar, BLZ 694 500 65. Gerne stellen wir eine Spendenquittung aus. Schon jetzt danken wir Ihnen ganz herzlich dafür! Gerlinde und Gottfried Steinmann |

FOTOs: zvg.; gerlinde steinmann

Familiesein


DACHREITER 4/2008 für Kinder und Eltern

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Junger Dachreiter Liebe Kinder, liebe Eltern!

A

ls der große Verleger Knud Buge – er war noch jung – den Redakteurposten einer großen Familienzeitschrift erhielt, schien das Glück bei ihm Einkehr zu halten. Er heiratete, und in den folgenden Jahren stellten sich drei Kinder ein: Per, Age und Olaf. Fünf Jahre dauerte das Glück, dann musste die Zeitschrift das Erscheinen einstellen. Knud kam aber schnell an einer neuen Zeitung als Lokalredakteur unter. Doch auch bei dieser Zeitung war die Lebensdauer kurz. Niedergeschlagen kehrte er am Abend als die letzte Ausgabe gedruckt war, in sein Haus zurück. Die drei-, fünf- und sechsjährigen Jungen umgaben ihn, als er der Mutter die bittere Eröffnung machte. „Was nun?“ sagte er, „in jeder Krisenzeit ist es schwer, wenn nicht unmöglich, in meinem Beruf eine Stelle zu finden. Überall Abbau, Entlassungen!“ Seine Frau Vera suchte ihn nach Kräften zu trösten, sprach von Erfolgen, von seinem Können… Am nächsten Morgen erhob sich der Vater, als die Kinder in den Kindergarten und zur Schule gegangen waren. Mit schweren Sorgen begab er sich nach dem Frühstück in sein Arbeitszimmer. Da fiel sein Blick auf den Papierkorb, in dem die Scherben einiger Porzellanschweinchen lagen, wie sie Kinder gerne als Spardosen verwenden. Dann entdeckte er auf seinem Schreibtisch ein Häuflein von Kupfer-, Nickel- und Silbermünzen, und unter dem Häuflein lag ein Zettel, der in kindlich ungelenker Schrift die Worte enthielt: „Lieber Vater, wir glauben an dich – Per, Age Olaf!“

Die Augen wurden ihm feucht, die Sorgenfalten glätteten sich, ein Lächeln glitt über seine Züge. Dann richtete er sich auf: „Euer Glaube soll nicht getrogen haben!“ sagte er dann. Als ich den großen Verleger besuchte, sah ich in einem schmalen Silberrahmen den zerknitterten Zettel und erfuhr diese Geschichte. – „Meine Kraftquelle!“ sagte Knud Buge schlicht, als er seinen Bericht beendet hatte, und deutete auf die Worte von Kinderhand: „Lieber Vater, wir glauben an dich…!“ Was für eine wunderbare Aussage, so voller Zuversicht und Vertrauen, super Kinder, eine tolle Familie! Diese Gedanken kamen mir beim Lesen dieser Geschichte in den Sinn. Und beim zweiten Lesen dachte ich: Das könnte eigentlich auch eine Weihnachtsgeschichte sein. Zwar sind wir dann diejenigen, die manchmal nicht weiter wissen, aber Gott macht uns mit seinem Sohn Jesus Christus zu Weihnachten ein großes Geschenk. Wenn wir als Gottes Kinder, als Gottes Familie oder Gemeinde dieses Geschenk als Kraftquelle annehmen können und voll Vertrauen bekennen: „Lieber Vater, wir glauben an dich…!“ werden wir gerettet sein. Ich wünsche allen von Herzen eine frohe und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gutes und behütetes neues Jahr. Eure


8 junger dachreiter

4/2008


DACHREITER 4/2008 inserate

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Betreutes Wohnen im Herrnhuter Haus Für jung gebliebene Senioren · Ideales Umfeld für neuen Lebensabschnitt - - -

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10 DACHREITER termine im bereich termine 4/2008

(Evangelisch-methodistische Kirche, Victoriastraße 1)

Die Adventsfeier in Mannheim bildet den jährlichen Höhepunkt der Treffen im Bereich Nordbaden-Pfalz. Die charakteristischen Feiern der Brüdergemeine im Dezember, das Hosiannasingen und die Christnachtsliturgie mit dem Austeilen der Kerzen werden dabei in eins gefasst. Zwischendrin besteht die Gelegenheit, miteinander zu sprechen, Freuden und Sorgen zu teilen. Die Adventsfeier wird vom Bereichsbeirat und Br. Huss geleitet und von den Königsfelder Bläsern musikalisch unterstützt. Der Beirat würde sich freuen, wenn auch Mitglieder und Freunde im Bereich, die das Jahr über wenig Gelegenheit finden, an den Versammlungen teilzunehmen, die Adventsfeier in Mannheim als jährlichen Treffpunkt wahrnähmen. Speyer, 25. Januar 2009

ab 14.30 Uhr, Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine Speyer, 22. Februar 2009

ab 14.30 Uhr, Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Große Himmelsgasse 3

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine Langensteinbach, 29. März 2009

ab 15.00 Uhr, Evangelisches Gemeindehaus Weinbrennerstraße, 76307 Karlsbad

Gemeindenachmittag mit Feier des Heiligen Abendmahls Nach Weihnachten wird das neue Jahresprogramm versandt mit allen Einzelheiten.

gottesdienste in neuhausen

29. November 2008, 15.00 Uhr Voradventliches Beisammensein 30. November 2008, 10.15 Uhr 26. Dezember 2008, 10.15 Uhr mit Feier des Abendmahls 25. Januar 2009, 10.15 Uhr 22. Februar 2009, 10.15 Uhr Auf der Schwelle zu Advent

Ein Nachmittag für Sie, Ihre Familie und Freunde – Samstag, 29. November, ab 15.00 Uhr – im Kindergarten/Schulaula in Neuhausen bei Kaffee/Tee und Kuchen, mit Musik, Kinderprogramm. Kuchenspenden sind willkommen.

persönliche mitteilungen

–––– Aufnahmen 17. 8. 2008 Helmut Römmling in die Ev. Brüdergemeine 5. 10. 2008 Elke Schreck-Kienzler mit Ann-Sophie und Antonia in die Ev. Kirchengemeinde 2. 11. 2008 Margarete Schwabe in die Ev. Kirchengemeinde –––– Taufen 28. 9. 2008 Leo Dunkenberger 5. 10. 2008 Julian Nobért 25. 10. 2008 Alea Marie Ziegler –––– Trauungen 30. 8. 2008 Alberto Rosenthal und Patricia geb. Seifert 28. 9. 2008 Andreas Kunz und Katharina geb. Wink –––– Heimgänge 12. 8. 2008 Elisabeth Rommel geb. Gewalt (95 J.) 12. 8. 2008 Karl Heim (85 J.) 31. 8. 2008 Lina Kammerer geb. Schwarzwälder (97 J.) 4. 9. 2008 Annemarie Beurer geb. Bubeck (79 J.) 6. 9. 2008 Anna Luise Rendler geb. Schleicher (83 J.) 4. 10. 2008 Waltraud Schieke geb. Gohlke (73 J.) 5. 10. 2008 Susanne Jenus geb. Kemter (88 J.) 10. 10. 2008 Luise Welte geb. Schumacher (77 J.) 20. 10. 2008 Gerhard Haas (88 J.) 24. 10. 2008 Heinz Nüssler (90 J.) 29. 10. 2008 Elfriede Presting (99 J.)

ADVENT UND WEIHNACHTEN VERSAMMLUNGEN IN KÖNIGSFELD Samstag, 29. 11. 15.00 Uhr Voradventliches Beisammensein in der Schule in Neuhausen Sonntag, 30. 11. 17.00 Uhr Hosiannastunde Donnerstag, 4. 12. 19.30 Uhr 1. Advents-Singstunde mit musikalischer Begleitung Sonntag, 7. 12. 10.00 Uhr Familiengottesdienst 12.00 Uhr Gemeindeessen Dienstag, 9. 12. 15.00 Uhr Senioren-Adventsfeier im Helene-Schweitzer-Saal Donnerstag. 11. 12. 19.30 Uhr 2. Advents-Singstunde mit musikalischer Begleitung Montag, 15. 12. 19.30 Uhr Die Glocken läuten zum ökume nischen Hausgebet im Advent Dienstag, 16. 12. 15.30 Uhr Offenes Weihnachtsliedersingen im Helene-Schweitzer-Saal Donnerstag, 18. 12. 19.30 Uhr 3. Advents-Singstunde mit den Zinzendorfschulen Mittwoch, 24. 12. 7.00 Uhr Christmette 15.30 Uhr Kleine Christsnacht 19.30 Uhr Große Christnacht Donnerstag, 25. 12. 10.00 Uhr Gottesdienst Freitag, 26. 12. 10.00 Uhr Gottesdienst 19.30 Uhr Feier des Heiligen Abendmahls nach Ordnung der Brüdergemeine Mittwoch, 31. 12. 17.00 Uhr Jahresschluss mit Feier des Heiligen Abendmahls nach Ordnung der Badischen Landeskirche 23.30 Uhr Jahresschlussversammlung Donnerstag, 1. 1. 2009 10.00 Uhr Gottesdienst Dienstag, 6. 1. 10.00 Uhr Regio-Gottesdienst in Königsfeld

regelmässige versammlungen

So Mo Do Sa

10.00 Uhr Predigtgottesdienst 18.15 Uhr Friedensgebet 19.30 Uhr Bibelgespräch 19.00 Uhr Singstunde (Liedgottesd.)

foto: dignus.de

7. Dezember 2007, 15.00 Uhr, Adventsfeier in Mannheim


DACHREITER 4/2008 nachrichten

50 Jahre Brot für die Welt

Zum Jubiläumsjahr hat „Brot für die Welt“ die Aktion „Gerecht genießen – 1.000 Gemeinden trinken fair“ gestartet. Unsere Gesamtgemeinde hat darum ihren Entschluss bekräftigt, bei den Veranstaltungen ausschließlich Kaffee aus Quellen des fairen Handels auszuschenken. Königsfeld ist als Nummer 693 in der Liste der teilnehmenden Gemeinden eingetragen. Eine entsprechende Plakette ziert seither die Wand im Gemeindezentrum.

Evangelische Brüdergemeine Evangelische Kirchengemeinde Zinzendorfplatz 3, 78126 Königsfeld Tel.: (077 25) 93 82 0, Fax: (077 25) 93 82 22 E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org Mo - Fr: 9.00 - 12.00 Uhr; Do: 14.30 - 16.30 Uhr

mehr im internet

Aktuelle Nachrichten und Termine finden Sie auch auf der Internetseite von „Evangelisch in Königsfeld“ – www.evik.de

foto: huss; zvg.

rinnern Sie sich noch? 2006 feierten wir unser Ortsjubiläum mit vielen gelungenen Veranstaltungen - und mit einer Idee, die ganz verschiedene KönigsfelderInnen (Einzelne, Gemeinde, Vereine, Schulen) mobilisierte: „Freude teilen“ hieß das Projekt, mit dem wir Menschen in Tansania (u.a. das Krankenhaus in Mbozi) unterstützen. Eine vorher nicht für möglich gehaltene große Summe Geldes kam zusammen. Nun fördert die badische Landeskirche solche Projekte und überwies der Gesamtgemeinde Königsfeld damals einen Preis für phantasiereiche und erfolgreiche Sammeltätigkeit. Die Räte sagten sich daraufhin: Dies zusätzliche Geld soll nicht einfach in unsere normale Haushaltskasse fließen. Wir

– Pfarrerin Annerose Klingner-Huss Pfarrer Christoph Huss; Tel.: (077 25) 93 82 20 E-Mail: huss@koenigsfeld.org – Pfarrerin Benigna Carstens ; Tel.: (077 25) 93 82 18 E-Mail: carstens@koenigsfeld.org – Verwaltungsleiter Peter Korkowski Tel.: (077 25) 93 82 12 E-Mail: korkowski@koenigsfeld.org – Kantorin Ulrike Brusch, Tel.: (077 25) 10 70 E-Mail: brusch@koenigsfeld.org – Jugenddiakonin Renate Brach, Tel.: (077 25) 71 42 E-Mail: r.brach@koenigsfeld.org – Jugendräume Tel.: (077 25) 93 82 15 – Kindergarten „Arche“ Tel.: (077 25) 28 32 E-Mail: kindergarten@koenigsfeld.org – Ehe-, Familien- und Lebensberatung Diakonisches Werk; Tel.: (077 21) 84 51 50 E-Mail: beratungsstelle@diakonie-villingen.de – Sozialstation, Judith Wolf-Baum Tel.: (077 25) 37 01, (0160) 998 833 28

Auch 2009 geht es wieder in der Woche nach Ostern (13. bis 18. April) zur Familienskifreizeit nach Adelboden; detaillierte Einladungen und Anmeldebogen im Gemeindebüro und auf www.evik.de

„Freude vermehren“ - ein gemeindeeigener Fonds für Menschen in Not

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Dachreiter, der Gemeindebrief der Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld, erscheint vierteljährlich für Mitglieder, Einwohner, Gäste und Freunde. Herausgeber: Evangelische Brüdergemeine Königsfeld; Verantwortlich für diese Ausgabe: Christoph Huss; Realisation: DIGNUS.DE; Auflage: 1.700 Stk.; 1,30 Euro; Preis im Gemeinbeitrag enthalten.

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eit 1959 hat „Brot für die Welt“ 1,82 Milliarden Euro an Spenden gesammelt. Millionen Menschen in aller Welt konnten die Erfahrung machen, dass GENUG für sie da war. Auch heute gilt: ES IST GENUG FÜR ALLE DA! Unter diesem Motto eröffnet die Hilfsorganisation der Evangelischen Kirchen am 1. Advent ihre 50. Aktion. Die derzeitige Produktion an Nahrungsmitteln könnte fast doppelt so viele Menschen ernähren, als auf der Welt leben. „Brot für die Welt“ setzt sich für einen fairen Zugang zu Boden, Saatgut und Wasser, eine gerechte Gestaltung der Preise und einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen ein. In über 1000 Projekten nimmt dies konkrete Gestalt an. Hierfür braucht es unsere Unterstützung. Nutzen Sie die Spendentüten, die Sie ins Haus bekommen, in diesem Dachreiter eingelegt finden oder die Sie in Ihrer örtlichen Kirchengemeinde erhalten.

impressum

wollen, dass es Menschen zugute kommt, die in besonderen akuten Nöten sind. Wir wollen darüber hinaus, dass dieser Fonds ins Königsfelder Bewusstsein gelangt – und immer wieder durch kleinere und größere Aktionen oder Einzelspenden gespeist wird. Heute unser zugegebenerweise später erster Aufruf: Vermehren Sie Freude! Füllen Sie den Fonds „Freude vermehren“, indem Sie entweder einfach Geld hinzuspenden (Stichwort „Freude vermehren“) – oder noch besser, indem Sie eine Aktion starten zugunsten dieses Fonds und damit zugunsten von Menschen in Not. Wir werden im Dachreiter wieder berichten, wo wir durch diesen Fonds Freude vermehren und Not lindern konnten. B.C.

Kontaktadressen Region Nord – Katharina Kronbach, Fliederstraße 28, 76307 Karlsbad, Tel.: (072 02) 40 53 21, E-Mail: k.kronbach@koenigsfeld.org – Manfred Kruppa, Brückstraße 7, 76703 Kraichtal 2, Tel.: (072 51) 681 40 E-Mail: m.kruppa@koenigsfeld.org – Andreas Schlimm, Kanalstraße 14, 67227 Frankenthal, Tel. + Fax: (062 33) 288 47, E-Mail: ab.schlimm@koenigsfeld.org – Gottfried Nasadil, Armbruststraße 9, 67346 Speyer, Tel.: (062 32) 253 37, E-Mail: g.nasadil@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Süd – Pfr. i. R. Gerold Peper, Hammersteiner Straße 15 79400 Kandern, Tel.: (076 26) 97 27 11, 597 22 49 – Verena Quincke, Horbener Straße 15 79100 Freiburg-Güntherstal, Tel.: (0761) 298 39 Bankverbindung Kirchengemeinde (Landeskirche) – Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 104 092 Bankverbindungen Brüdergemeine – Ev. Kreditgenossenschaft (BLZ 520 604 10) Nr. 507 504 – Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 031 071 – Volksbank Villingen (BLZ 694 900 00) Nr. 600 22 00 Betreutes Wohnen im Herrnhuter Haus Zinzendorfplatz 7, 78126 Königsfeld Leitung: Peter Korkowski (s. o.) Alten- und Pflegeheim Christoph-Blumhardt-Haus Stellwaldstraße 1, 78126 Königsfeld Leitung: Gottfried Steinmann, Tel.: (077 25) 93 85 0 E-Mail: info@christoph-blumhardt-haus.de – Spendenkonto für den Umbau des CBH: Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ 694 500 65) Nr. 150 933 359 Martin’s Restaurant im Herrnhuter Haus Tel.: (07725) 70 04


Dachreiter portrait: 12 DACHREITER königsfelder in übersee 4/2008

Gemeinde in vier Sprachen E

nde Februar 2007 erreichte uns telefonisch die Bitte der Kirchenleitung der Brüdergemeine in Surinam, Südamerika, für ein bis anderthalb Jahre die verwaiste Pfarrstelle auf der Insel zu übernehmen. Kirchlich gesehen ist die Gemeinde Curaçao Teil der rund 1500 km entfernt gelegenen Provinz Surinam – vor gut sechzig Jahren wurde sie von eingewanderten Surinamern gegründet. Trotz einiger Bedenken im Blick auf unser Alter – wie kommen wir mit dem tropischen Klima mit durchschnittlichen Temperaturen zwischen 30 und 33 Grad Celsius zurecht? – und auf unsere Familie haben wir binnen einiger Tage zugesagt. Unser Antrittsgottesdienst auf Curaçao fand am 1. Advent 2007 statt. Der hiesige Pfarrerdienst ist innerhalb unserer weltweiten Brüder-Unität unseres Wissens einmalig, gilt es doch, gleich drei weit auseinanderliegende Gemeinden zu versorgen: je einmal im Monat besuchen wir die Brüdergemeinden auf der Insel Aruba, rund 100 Kilometer westlich von Curaçao gelegen und auf St.Maarten, 850 km nordöstlich von hier. Das bedeutet, alle zehn Tage den Koffer zu packen, oft

mit dem weissen Talar für die Bedienung der Sakramente. Nach Aruba sind wir mit dem Propellerflugzeug 25 Minuten unterwegs, nach St.Maarten mit dem Jet knapp anderthalb Stunden. Da ich auf Grund einer Regelung aus dem 19. Jahrhundert als evangelischer Pfarrer „Landesbeamter“ bin, trägt die Regierung der Niederländischen Antillen die Reise- und Aufenthaltskosten. Während unserer Abwesenheit auf Curaçao übernehmen dafür geschulte Gemeindemitglieder die Gottesdienste – das geschieht auch dreimal im Monat auf Aruba und St. Maarten. Die Bereitschaft von Schwestern und Brüdern, Versammlungen zu halten, aber auch den Konfirmandenunterricht oder die Bibelstunden selbst in die Hand zu nehmen, ist sehr beeindruckend und vorbildlich – da könnten wir in Europa einiges lernen! Da wir jedes Wochenende in einer anderen Gemeinde verbringen, bedeutet dies auch, jeden Sonntag Gottesdienst zu halten. Auch Besuche und Seelsorge zählen zu den Aufgaben. Gewünscht ist auch die Beratung und Begleitung der Laien-Mitarbeitenden, sowie Mithil-

fe bei der Verwaltung und Organisation der Gemeinden – hierin unterscheidet sich die Arbeit nur wenig von einem europäischen Gemeindepfarramt. Es geht im Alltag mehr um Gemeindeaufbau als um Mission und Evangelisation. Allerdings wird die Zukunft der drei Herrnhuter Inselgemeinden davon abhängen, wie weit sie im Stand sind, sich der lokalen Bevölkerung zu öffnen; rein Surinamer Minderheitenkirchen können auf Dauer nicht überleben. Dann gilt es, nicht nur Niederländisch, sondern noch mehr als bisher auch die hiesigen Sprachen in den Gottesdiensten zu verwenden: Papiaments (im Wesentlichen auf Spanisch zurückgehend) auf Curaçao und Aruba, Englisch auf St. Maarten. Das auf Curaçao und Aruba benützte Gesangbuch enthält schon Lieder und Choräle in vier Sprachen, die alle in einem Gottesdienst vorkommen sollten: Niederländisch, Papiaments, Englisch und Surinamisch. Wir tun diesen befristeten Dienst gern und freuen uns über die vielen neuen Erfahrungen! Margrit und Hans-Beat Motel |

FOTOs: motel

| Seit einem Jahr leben wir jetzt auf Curaçao, der Karibikinsel, die nach wie vor zum „Königreich der Niederlande“ gehört und der venezolanischen Küste vorgelagert ist.

Dachreiter 2008  

Informationen der Evangelischen Brüdergemeine und Evangelischen Kirchengemeinde Königsfeld im Schwarzwald, Jahrgang 2008, 4 Ausgaben

Dachreiter 2008  

Informationen der Evangelischen Brüdergemeine und Evangelischen Kirchengemeinde Königsfeld im Schwarzwald, Jahrgang 2008, 4 Ausgaben