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3 2020

Dachreiter e vangelisch in Königsfeld · w w w.e vik.de

LEBENDIGE DEMOKR ATIE

MEIN BEITR AG? GEMEINBEITR AG!

JUGENDARBEIT

Was sagt die Bibel? 04

Gemeinsam beitragen 06

Über den Tellerrand schauen 11

Foto: zvg.

Lebendige Demokratie

Willkommen .................................................................. 2 Thema: Lebendige Demokratie Warum ich mich in Königsfeld lokalpolitisch engagiere ... 2 Kirche zwischen Demokratie und Hören auf Gottes Wort .... 3 Was sagt die Bibel zum Thema Demokratie? .................. 4 Zinzendorfschulen · Christoph-Blumhardt-Haus · Kita Arche ... 5 Mein Beitrag? Gemeinbeitrag! · Gemeinsam beitragen! ........ 6

Ortsplan & Partner ...................................................... 8-9 Junger Dachreiter ........................................................ 10 Jugend: Über den Tellerrand schauen .............................. 11 Aus den Räten · Gedanken aus dem Bereich ..................... 12 Abgebildet · Neuhauser Spalte ..................................... 13 Evangelische Erwachsenenbildung .................................. 14 Aus der Gemeinde ........................................................ 15 Wilhelm Kempff: Das Glück, andere glücklich zu machen .... 16


2 willkommen Lebendige Demokr atie

Liebe Mitglieder und Freunde der Kirchengemeinde, der Herrnhuter Brüdergemeine am Ort und außerhalb, liebe Gäste in Königsfeld!

Wir begrüßen unseren neuen Jugendmitarbeiter Wolfram Wschetezka in unserer Gesamtgemeinde und wünschen ihm Gottes Segen für seine Arbeit mit den Kindern- und Jugendlichen. Und nun wünsche ich allen viel Freude beim Lesen! Gabriele von Dressler |

auf unserer Website

Warum ich mich in Königsfeld lokalpolitisch engagiere > Der Glaube darf keinen Lebensbereich ausklammern, auch nicht die kleine oder große Politik. Wir tragen als Christinnen und Christen Verantwortung für das, was um uns geschieht und wie die Zukunft gestaltet wird. Darum engagiere ich mich hier und da in der Lokalpolitik Königsfelds.

D

ie Herrnhuter Brüdergemeine hat sich von ihren Anfängen bis hin zur heutigen Zeit im Bereich der Politik – sei es lokal, regional oder national – nicht gerade profiliert. Das lag mit an der Richtung, die ihr Nikolaus Ludwig von Zinzendorf vorgegeben hatte: auch wenn es gelegentlich in Einzelfällen zu Spannungen kam und Zinzendorf sich hin und wieder gegen die unangefochtene Herrschaft des Landesherrn und seiner Vertreter wandte, lautete die Devise im Allgemeinen: Treue zur Obrigkeit des Grafen. Sie hat das Gesicht unserer Kirche lange geprägt. Unter dem Eindruck zweier Weltkriege und der verheerenden nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland änderte sich das etwas. So äußerte sich die erste internationale Synode der Brüder-Unität 1957 in Bethlehem/ USA dezidiert für die Erhaltung des Weltfriedens und gegen die atomare Aufrüstung. Auch die Synoden der Europäisch-Festländischen Provinz fanden in den letzten Jahrzehnten vermehrt Worte zur politischen Lage. Ich selbst interessierte mich zwar für politische Geschehnisse und Entwicklungen, war aber nur selten aktiv. Das lag vor allem an meiner zeitlichen Auslastung in meinem Beruf.

Auf der Website wird die Information für anstehende Versammlungen wöchentlich aktualisiert. Singstunde und Predigtgottesdienst können Sie live mitfeiern oder auch anschließend innerhalb von rund drei Tagen als Aufzeichnung anschauen. www.evik.de Die Website lässt sich auch gut mit mobilen Geräten betrachten; einfach den QR-Code mit dem Smartphone scannen.

Aber Rentner haben ja Zeit! Im Ruhestand in Königsfeld begann ich, mich etwas mehr für die Lokalpolitik zu interessieren. Meinem demokratischen Verständnis widersprach die Tatsache, dass fünf Königsfelder Ortsteile über Ortschafts-Räte verfügen, die sich um die Belange der Ortsteile kümmern und dem Gemeinderat Empfehlungen vorlegen, dass es aber für den Kernort Königsfeld ein solches Gremium nicht gab. Für Königsfeld hatte immer der gesamte Gemeinderat ohne Vorgespräche in einem lokalen Organ zu entscheiden. Dieses Manko wurde aus meiner Sicht besonders deutlich, als es um die Neugestaltung des Zinzendorfplatzes ging.

Ich machte mich in der Gemeindeordnung von Baden-Württemberg kundig, sammelte Unterschriften und stellte einen Antrag an den Gemeinderat, einen Ortsbeirat für den Kernort zu etablieren. Der Gemeinderat beschloss daraufhin im Sommer 2018, einen Ortsteil-Ausschuss zu gründen, dem die Königsfelder Mitglieder des Gemeinderats sowie beratend je ein Vertreter der Schulen, der Kirchen und des Gewerbevereins angehören. Er arbeitet wie ein Ortschafts-Rat. Nachdem der Gemeinderat im Frühjahr 2019 eine Ansiedlung zweier Filialen von Aldi (Lebensmittel) und Rossmann (Drogerieartikel) am Ortseingang abgelehnt hatte, wurde mit dem „Bolzplatz“ der Zinzendorfschulen südlich der Jahnstraße ein neues Areal für dieses Projekt ausgewählt. Der Gemeinderat beschloss am 19. Februar 2020, dort die Bauplanung voranzutreiben. Schon bald hatte sich in der Bevölkerung erheblicher Widerstand gegen diesen Plan geregt. Kritisiert wird die unnötige Versiegelung einer Landschaftsfläche, die dazu noch unmittelbar an eine Wohngegend grenzt, und die Beeinträchtigung des Ortsbildes. Befürchtet wird auch, dass die Einzelhändler an der Friedrichstraße durch die beiden Filialen erheblichen Schaden nehmen, abgesehen von kritischen Fragen an einen Discounter allgemein. Ich teilte diese Befürchtungen und organisierte mit zwei anderen Königsfeldern eine Unterschriften-Aktion für ein Bürgerbegehren mit dem Ziel, mit einem Bürgerentscheid die Stimmberechtigten Königsfelds über diese wichtige Frage beschließen zu lassen. Trotz der Corona-Krise kamen rund 600 Unterschriften zusammen, deutlich mehr als die erforderlichen 350, und so legte der Gemeinderat zum ersten Mal in der Geschichte unseres Ortes den 18. Oktober dieses Jahres als Termin für einen Bürgerentscheid fest. Hans-Beat Motel |

Dachreiter 2020-3 • Foto: zvg.; Osingar / CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Thema „Kirche zwischen Demokratie und Hören auf Gottes Wort“. Auf der einen Seite steht da die Frage: Wie viel Demokratie ist gut und hilfreich in unserer Kirche, in unserer Gesamtgemeinde? Wo und wie kann ich mich ganz konkret einbringen? Was ist mein Beitrag in finanzieller und inhaltlicher Hinsicht? Auf der anderen Seite stehen wir alle gemeinsam unter Gottes Wort. Er weist uns den Weg und unter seiner Führung können wir Schritte wagen. Die Bibel gibt uns an verschiedenen Stellen eine Antwort darauf, wie wir brüder- und schwesterlich miteinander umgehen sollen.


3 Lebendige Demokr atie

Kirche zwischen Demokratie und dem Hören auf Gottes Wort > Auf wen sollen wir hören? Diese alte Frage in der Kirche wurde in der momentanen Krise wieder gestellt. Manche meinten, die Kirche hätte sich dem Staat widersetzen müssen, als im März 2020 religiöse Zusammenkünfte untersagt wurden. Auf wen hat die Kirche zu hören? Auf den Staat? Auf die Leute? Auf Gott? Wir geht das zusammen?

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Dachreiter 2020-3 • Foto: Christoph Huss

s war für die Kirche eine neue Erfahrung, dass die Regierung alle Versammlungen verbot und damit auch gottesdienstliche Zusammenkünfte unmöglich wurden. Zum Glück hatten wir in Königsfeld schon die Live-Übertragung der Gottesdienste und den Zinzendorfplatz als Treffpunkt. So konnten wir mit vielen Gemeindegliedern in Kontakt bleiben. Das gottesdienstliche Leben fand neue Formen.

Wenn ich in die Bibel schaue, habe ich den Eindruck, dass Gott die Demokratie liebt. Mose bekommt 40 Älteste an die Seite, mit denen er sich abstimmen kann. Einen König gesteht Gott seinem Volk nur unter dem Motto zu: wenn ihr unbedingt wollt. Jesus beruft zwölf Jünger, die später Leitungsaufgaben übernehmen und sich abstimmen müssen. Das erste Apostelkonzil fand schon 20 Jahre nach dem Tod von Jesus statt; man musste ein paar Unstimmigkeiten zur weltUnsere Gemeinde hatte und hat immer weiten Mission klären. noch die Verantwortung, ihr Gemeindeleben so zu gestalten, dass eine Verbreitung Natürlich gab und gibt es in der Kirche auch des Virus möglichst verhindert wird. Da es charismatische Einzelgestalten, Menschen in Königsfeld immer wieder Corona-Fälle mit einem besonderen Draht zu Gott. Auch gab, habe ich nie an der Sinnhaftigkeit der sie liebt Gott und befähigt sie. Wenn es gut ist, Schutzmaßnahmen gezweifelt. Die staatli- erkennt die Gemeinschaft die Gaben Einzelchen Vorgaben und die kirchlichen Schutz- ner und setzt sie ein, etwa in Form einer Bekonzepte waren dabei eine große Hilfe. Sind auftragung. Damit werden Einzelne an die sie doch ihrerseits das Ergebnis vieler Ge- Gemeinschaft gebunden und können auch spräche und Abwägungen, die auch die re- durch sie korrigiert werden. Was Gott will, gionalen Unterschiede berücksichtigen. kann man nur gemeinsam herausfinden. Innerhalb dieses Rahmens müssen unsere Gremien entscheiden, was vor Ort wichtig Eine ganz eigene Methode, den Willen und machbar ist. Gottes in die eigene Entscheidung einzubeziehen, hat die Brüdergemeine eine Weile Ich halte viel von demokratischer Leitung, praktiziert. Man zog ein Los, wie es schon die bei der sich Menschen verschiedenster elf Jünger gemacht hatten, um den Platz des Einsichten beraten, um den besten Weg zu finden. Kennzeichen unserer parlamentarischen Demokratie ist es, dass Menschen für eine bestimmte Zeit in ein Gremium und damit in eine Verantwortung gewählt werden. Sich schlau zu machen und die Konsequenzen zu überdenken, kostet Zeit. Gremienarbeit braucht auch die Demut, Anderen gute Einsichten zuzutrauen. Wer so Verantwortung gemeinsam trägt, denkt und redet darum oft anders.

zwölften wieder zu besetzen. Zunächst bei der Besetzung von Ämtern angewandt, fand das Losen in der Brüdergemeine bald in viele Alltagsentscheidungen Eingang. Besonders, wenn man unterschiedlicher Meinung war, bat man Gott, seinen Willen auf diese Weise zu äußern. Neben Ja und Nein gab es einen leeren Zettel. Dann hieß es Warten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verabschiedete man sich allmählich vom Gebrauch des Loses. So blieb auch in der Brüdergemeine: Gemeinsam auf Gott hören, abwägen und demokratisch eine Entscheidung finden in Räten und Synoden. Manchmal ließ man dabei einen Stuhl frei zur Erinnerung daran, wer eigentlich Herr der Kirche ist. Die katholische Kirche, die mit einem Papst und Bischöfen an der Spitze vor allem hierarchisch geleitet wird, hat sich in Deutschland nach den erschütternden Erkenntnissen der Missbrauchsstudie im Herbst 2018 zu einem „synodalen Weg“ entschieden, um brennende Themen anzugehen wie „Macht und Gewaltenteilung“ und „Frauen in Ämtern“. Eine erste Versammlung fand Anfang 2020 statt, wegen der Corona-Pandemie soll die für den September 2020 geplante zweite Versammlung im Februar 2021 stattfinden. Wie gesagt: Was Gott will, kam man nur gemeinsam herausfinden, im Hören aufeinander und auf sein Wort. Hat die Kirche während der Pandemie zu sehr auf den Staat gehört? Ich finde nicht. Ich halte es für naheliegend, der Expertise verantwortlicher Instanzen, die demokratisch legitimiert sind, zu trauen. Ich halte viel von Demokratie. Christoph Huss |


4 Lebendige Demokr atie

Was sagt die Bibel zum Thema Demokratie? Erst einmal gar nichts. Das Wort „Demokratie“ (Herrschaft des Volkes) kommt darin kein einziges Mal vor. Als die Bibel geschrieben wurde (ca. 1000 v. Chr. bis 130 n. Chr.), war die Gesellschaft streng hierarchisch geordnet: der Regent über dem Volk, der Herr über dem Sklaven, der Mann über der Frau.

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Von Beginn an gibt es in den christlichen Gemeinden Meinungsverschiedenheiten zwischen Juden- und Heidenchristen: Werden die Witwen gleich gut versorgt? Für die Sicherstellung werden Diakone gewählt (Apg. 6, 1-6). Müssen Heiden erst Juden werden, bevor sie Christen sein können? Auf der ersten Synode in Jerusalem beraten Gott bleibt der Souverän. Aber die zehn Gebote werden eingeleitet sich die Apostel und Ältesten und einigen sich darauf, dass ein solmit den Worten: „Ich bin der Herr, dein Gott; ich habe dich aus der cher Umweg nicht nötig sei (Apg. 15, 1-9). Sklaverei in Ägypten befreit.“ Das heißt, wir haben einen Gott der Freiheit, nicht der Unterdrückung. Mit Seinen Geboten setzt Er Im Römerbrief, Kapitel 14, schreibt der Apostel Paulus ausführlich Maßstäbe für eine Gesellschaft des friedlichen Miteinanders. Und über die Gewissensfreiheit jedes Einzelnen. Die Einhaltung von Er warnt vor den verschiedenen „Göttern“, die uns in ungute Ab- Feiertagen und Essensregeln bleibt jedem selbst überlassen. Niehängigkeiten bringen (2. Mose 20, 2+3). mand soll den anderen verurteilen, verachten oder verunsichern, nur weil er nicht seiner Meinung ist. Gerechtigkeit und Friede steLange Zeit haben Älteste und eingesetzte Richter die Verantwor- hen an erster Stelle. Im 1. Korintherbrief 12 ab Vers 12 wird die Getung für das Volk Israel. Doch dann verlangen die Leute nach einem meinde mit einem Leib verglichen, der viele unterschiedliche aber prunkvollen Repräsentanten, einem König. Der Prophet Samuel gleichermaßen wichtige Körperteile braucht, um als Einheit zu warnt eindringlich, dass ein König sie ausbeuten würde mit Steuern funktionieren. Und in Galater 3, 28 heißt es: „Hier ist nicht Jude und Arbeitseinsätzen (Samuel 8, 10-18). noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau, denn Ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ Zur Zeit des Neuen Testaments sind die Römer an der Macht. Die Juden sehnen sich nach einem Messias, der die Fremdherrschaft Die Gemeinde in Philippi (2, 1-4) wird ermahnt: „… seid eines beendet und sie wieder frei macht. Doch Jesus ist weder Politi- Sinnes, habt gleiche Liebe, … Tut nichts aus Eigennutz oder um eitker noch Feldherr. Ihm geht es um das Reich Gottes. Und so fällt ler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als er immer wieder dadurch auf, dass er Machtstrukturen auf den sich selbst; und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf Kopf stellt: Er entlarvt die Scheinheiligkeit der religiösen Elite, das, was dem andern dient.“ Philemon wird sogar gebeten, den entwertet Frauen und Kinder auf, gibt Menschen am Rande der Ge- laufenen Sklaven Onesimus unbestraft wieder aufzunehmen und sellschaft neue Perspektiven. Politische Demokratie ist nicht sein fortan als Bruder zu behandeln. Thema, sondern die geistliche Ebene: Allein Gott gebührt die Ehre. Die Menschen jedoch sind einander ebenbürtig, also Brüder und Demokratie, wie wir sie verstehen, beinhaltet freie Meinung, gegenSchwestern. Das Erkennungszeichen ist die Liebe, die Bereitschaft, seitige Wertschätzung und gleiches Recht für alle. Das sind auch bisich nicht über den anderen zu stellen, sondern einander zu dienen blische Themen. Doch über allem steht Gottes Autorität. (Matth. 23, 1-12). Das verdeutlicht Jesus, indem er seinen Jüngern Judith Baudis | die Füße wäscht, was eigentlich die Aufgabe des niedrigsten Sklaven ist (Joh. 13, 1-17).

Dachreiter 2020-3 • Foto: zvg.

nd doch steht im Schöpfungsbericht (1. Mose 1, 27), dass Gott den Menschen nach SEINEM Bild schuf, also als mündiges Gegenüber mit freiem Willen und eigener Verantwortung als Mann und Frau.


5 Zinzendorfschulen · Christoph-Blumhardt-Haus · Kita Arche

Wieder ein bisschen mehr Alltag im CBH Seit Mitte März spielten jeden Sonntag Mitglieder des Bläserchors der Gesamtgemeinde im „Höfle“ ein Konzert für die Bewohnerinnen und Bewohner, die von ihrem Zimmerfenster aus zuhören konnten – dafür ein herzliches Dankeschön! Unter besonderen Voraussetzungen wurden auch die Abendandachten weiterhin durchgeführt, was für uns alle eine besondere BereicheInsbesondere durch das große Verständnis rung war. der Angehörigen für diese außergewöhnliche Situation gelang es, seit der Hauschlie- Mittlerweile ist mit einigen VorsichtsmaßWürdige Abschlussßung Mitte März mit einem umsichtigen nahmen wieder etwas mehr Alltag eingegottesdienste an den Krisenmanagement bis heute eine Corona- kehrt, und wir freuen uns über das rege Zinzendorfschulen Infektion zu vermeiden. Unser Dank gilt al- Treiben im Haus. So fand endlich mal wielen, die dies mitgetragen haben. Viele Briefe der ein Konzert der Jugendmusikschule im trotz Corona-Auflagen haben uns in dieser Lage ermutigt, dass wir Höfle statt und weitere Veranstaltungen sind geplant. Nicht nur ihre zurückliegenden Prüfungen auf dem richtigen Weg sind. mussten die Absolventen der Zinzendorfschulen unter erschwerten Bedingungen ablegen, auch die Abschiedsfeiern waren diesmal anders als in den vergangenen Jahren. Aufgrund der Corona-Pandemie gab es viele Auflagen zu beachten.

Dachreiter 2020-3 • Foto: Zinzendorfschulen; zvg.

Im Juli 2020 kehrte im Christoph-Blumhardt-Haus allmählich wieder das gewohnte Leben ein. Die Monate davor waren eine große Herausforderung, aber wir können als Hausgemeinschaft auch dankbar zurückblicken, weil Bewohnerinnen und Bewohner, ihre Angehörigen und das Team der Mitarbeitenden zusammengehalten haben.

Dass trotzdem ein würdiger Schulabschluss an den Zinzendorfschulen möglich ist, bewiesen die zahlreichen Gottesdienste vor den Sommerferien. Sie alle liefen nach dem gleichen Muster ab, je nach Schulart sogar in zwei Etappen, weil anderenfalls der KirTrotz der persönlichen Kontaktbeschränchensaal zu voll geworden wäre. kungen versuchten wir den Alltag für die Die Absolventinnen und Absolventen beka- Bewohner so normal wie möglich zu gestallmen ihre Zeugnisse zwar nicht überreicht, ten. Es war aber deutlich zu spüren, wie still aber nahmen sie von einem mit Blumen ge- und einsam es ohne die täglichen Besuche schmückten Tisch und die Glückwünsche der Angehörigen und unserer treuen Ehrenauf Distanz an. Auch durften pro Schulab- amtlichen im Haus wurde. gänger nur drei Angehörige dabei sein und die Familien saßen in gebührendem Ab- Das Leben fand für die Bewohnerinnen und stand zueinander. Für weitere Angehörige Bewohner vor allem auf ihrem Wohnbereich und Freunde wurden die Abschiedsfeiern statt. So gab es trotz aller Einschränkungen weiterhin eine bunte Vielfalt an Aktivitäten, live im Internet übertragen. die von den Begleitern und dem Sozialdienst „Noch nie haben wir die Abschlussgottes- durchgeführt wurden, um den Alltag kurzdienste so detailliert besprochen wie in die- weilig zu gestalten. Für den Kontakt nach sem Jahr“ sagte Schulpfarrer Christoph außen mussten wir besonders kreativ sein, Fischer. Aber sicher werden sich die Betei- und so wurden unzählige Telefonate und ligten noch in Jahrzehnten daran erinnern. Skype-Gespräche arrangiert und später auch „Besuche am Fenster“ ermöglicht, was Stephanie Wetzig | oft in Anspruch genommen wurde.

Ein Höhepunkt war Anfang Juli der Ausflug der Tagespflege nach Sunthausen, bei dem wir die Natur genießen und uns bei einem guten Mittagessen stärken konnten. Die Tagespflege „Oase“ setzt sich gerade auch in diesen Corona-Zeiten zum Ziel, dass unsere Gäste sich wohlfühlen. Haben Sie Lust an dem einen oder anderen Tag mit netten Menschen einige Stunden zu verbringen, so vereinbaren Sie doch einen kostenlosen Schnuppertag, um es auszuprobieren! Hierzu können Sie sich gerne von Montag bis Freitag unter Telefon 07725 938553 melden. Auf Ihren Anruf freut sich Frau Schmider, Leiterin der Tagespflege. Mehr Informationen über unsere Tagespflege finden Sie unter www.christoph-blumhardt-haus.de. Huanita Vazzano |

Hurra, wir sind alle wieder in der Kita! Seit dem 29. Juni 2020 dürfen wieder alle Kindergartenkinder und Erzieherinnen in der KiTa spielen und lernen. Wir sind so oft wie möglich draußen im Doniswald oder im Garten, damit wir frischen Luft und das Sommerwetter genießen können. Wir haben uns alle gefreut, wieder gemeinsam die Zeit im Kindergarten zu verbringen. Es ist wichtig, dass sich Kinder, Erzie-

herinnen und Eltern an Corona-Regeln halten, damit das Infektionsgeschehen unter Kontrolle bleibt. Wir hoffen, dass die Corona-Zeit so schnell wie möglich vorbeigeht und wir alle zur Normalität zurückkehren können! Malgorzata Grzywacz |


6 mein Beitr ag? Gemeinbeitr ag!

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ede Kirche ist auf die Beiträge ihrer Mitglieder angewiesen. Die Landeskirchen lassen die Kirchensteuer durch den Staat einziehen. Davon bekommt die Kirchengemeinde Königsfeld ihren Teil. Zusätzlich bittet sie ihre Mitglieder dieser Tage wieder in einem Brief um einen freiwilligen „Königsfelder Kirchenbeitrag“.

Der Ältestenrat der Brüdergemeine möchte in den nächsten Monaten besonders all diejenigen ansprechen, die in der letzten Zeit keinen Beitrag bezahlt haben und die ihre Mitgliedschaft noch nicht bestätigt haben, zunächst mit einem Brief und dann möglichst persönlich. Denn diese oft jüngeren Mitglieder werden genauso gebraucht wie die anderen, die Jahr für Jahr treu hohe Beiträge entrichten. Bei einer erfolgreichen GemeinbeiDie Brüdergemeine hat es als Freikirche schwerer, an das nötige trags-Aktion vor drei Jahren haben viele von ihnen da Geld zu kommen. Die Mitglieder der Brüdergemeine zahlen ihren noch eine Schippe draufgelegt. Das ist immer willkomGemeinbeitrag direkt an die Gemeinde. Wenn sie zahlen ... Jedes men. Unten schildert Sebastian Fleig, warum ihm sein Mitglied ist dazu verpflichtet und schätzt die Höhe anhand einer Beitrag wichtig ist. Staffel selbst ein. Etwa die Hälfte wird an die Kirchenleitung abgeführt, die davon die Gehälter der Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst bezahlt. Ohne den Gemeinbeitrag können also Wenn Sie als Mitglied der Brüdergemeine in der letzten keine Pfarrer, Diakoninnen, Kirchenmusiker und BüroZeit keine Beiträge bezahlt haben, braumitarbeiterinnen angestellt und keine chen Sie nicht auf den Brief zu warten. Kirchengebäude unterhalten werden. Die Unterlagen zur Selbsteinschätzung finden Sie auf unserer Website im Bereich „Service“, Der Deal ist sozusagen: jedes Mitglied sorgt mit seinem regelebenso den SEPA-Auftrag, der mäßigen Beitrag dafür, das die auch auf der folgenden Seite Gemeinde die nötigen Ressourcen abgedruckt ist. Vielen Dank zum Leben hat – auch, damit die für Ihre Beiträge. Gemeinsam Gemeinde für das Mitglied da sein können wir viel erreichen. kann – insbesondere, wenn sie gebraucht wird.

Gemeinbeitrag

Kollekten

Kirchensteuer

Brüdergemeine

Freiwilliger Kirchenbeitrag

Kirchengemeinde

Gemeinsam beitragen! Ich bin Mitglied in beiden Teilen der Gesamtgemeinde, um meinen auch finanziellen Beitrag zu dieser einzigartigen Gemeinschaft zu leisten. Das vielfältige Gemeindeleben ist schon lange Teil meines Lebens – ich möchte es tatkräftig unterstützen. ch bin ein Doppelmitglied, und sowohl Mitglied der badischen Landeskirche als auch der Herrnhuter Brüdergemeine. Als ich vor 22 Jahren mit meinen Eltern und meinen Geschwistern nach Königsfeld zog, wurden wir herzlich in die Gemeinde aufgenommen und ich integrierte mich sofort in dieser Gemeinschaft. Es spielte für mich anfangs nie eine Rolle ein Mitglied der Brüdergemeine zu werden, da ich mich in dieser Doppelgemeinde immer als vollwertiges Mitglied sah, es ist eben eine Gemeinde! Über die Jahre, die ich in Königsfeld lebe, nahm ich an vielen Jugendfreizeiten der Brüdergemeine teil und arbeitete später selbst in der überregionalen Jugendarbeit der Brüdergemeine im Süd-Westen mit. Auch an den brüderischen Bläsertagen nahm und nehme ich immer noch mit großer Begeisterung teil. So wurde meine Jugend viel von diesen Veranstaltungen, Treffen und dem familiären Gemeindeleben geprägt. Ich bin sehr gerne ein Teil davon und wurde immer akzeptiert, ohne ein Mitglied der Brüdergemeine gewesen zu sein. Doch mit steigendem Alter wächst man und macht sich natürlich auch Gedanken über die Hintergründe und vor allem, wie sich diese Freikirche und ihre Arbeit eigentlich finanziert?

Denn anders als die Landeskirche, die hauptsächlich durch Einnahmen der Kirchensteuer lebt, finanziert sich die Brüdergemeine nur über die freiwilligen Mitgliedsbeiträge und Spenden. So stand für mich, nach dem mir dies klar wurde, außer Frage, dieser Gemeinschaft beizutreten und Sie auch mit einem finanziellen Beitrag zu unterstützen. Verstärkend, um ihre wertvolle Arbeit mitzutragen, die vor allem meine Jugend so geprägt hat. Gerade auch hier in Königsfeld ist es für mich selbstverständlich, diese besondere und einzigartige Gemeinschaft aus badischer Landeskirche und Herrnhuter Brüdergemeine nicht nur mit meiner Kirchensteuer, sondern auch mit meinem Mitgliedsbeitrag zu unterstützen. Sodass auch noch in Zukunft viele Menschen an diesem bunten und vielfältigen Gemeindeleben teilhaben können, das nun schon solange ein Teil meines Lebens ist. Ich wünsche mir, dass vielleicht auch andere dies noch so sehen. Denn wenn viele auch nur einen kleinen Teil tragen, ist die ganze Last für jeden etwas leichter. Sebastian Fleig |

Dachreiter 2020-3 • Zeichnung: zvg.

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7 mein Beitr ag? Gemeinbeitr ag!

SEPA-Lastschriftmandat für Gemeinbeitrag (Brüdergemeine)

Evangelische Brüdergemeine Gemeindebüro Zinzendorfplatz 3 78126 Königsfeld

Meinen Gemeinbeitrag habe ich entsprechend meiner Einkommensverhältnisse und den gültigen Berechnungsleitlinien eingeschätzt mit ..................................... Euro pro Monat.

Bitte ziehen Sie diesen Betrag mittels dieses SEPA-Lastschriftmandats von meinem Bankkonto ein: o

monatlich

o

quartalsweise

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halbjährlich

o

jährlich

Erstmalig soll die Lastschrift ausgeführt werden am ... ... ... ... 2 0 ... ... Tag Monat Jahr Zu Gunsten: Evangelische Brüdergemeine Königsfeld (KöR), Zinzendorfplatz 3, 78126 Königsfeld im Schwarzwald Gläubiger-ID-Nr.: DE35ZZZ00000069082 Ich ermächtige die Evangelische Brüdergemeine Königsfeld (KöR), Zahlungen mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die von der Evangelischen Brüdergemeine Königsfeld (KöR) auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrags verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen. Vorname und Name Kontoinhaber ..................................................................................................................................... Straße und Hausnummer

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PLZ und Ort

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Dachreiter 2020-3

Name Kreditinstitut ..................................................................................................................................... BIC:

... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...

IBAN:

DE

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10 Junger Dachreiter Hallo liebe Kinder, ich hoffe, Ihr habt alle eine schöne Ferienzeit gehabt. Nun gehen Kindergarten und Schule wieder los und ich nehme an, Ihr freut euch darauf. Ich möchte Euch heute von einem Mann aus der Bibel erzählen.

Endlich waren sie angekommen. Sie schlugen ihr Zelt auf und Abraham stand vor dem Zelt. Es war Abend. Am Himmel leuchteten unzählige Sterne. Da hörte Abraham die Stimme Gottes: „Siehst du die Sterne am Himmel? Deine Kinder und Kindeskinder werden noch mehr sein, als diese Sterne am Himmel.“ Abraham freute sich, dass Gott an sein Versprechen dachte. Und Monate später bekam Sara ein Kind. Es wurde ein Sohn und sie nannten ihn Isaak. Abraham und Sara freuten sich so sehr. Sie wussten, dass Gott sie nicht allein lässt.

Dachreiter 2020-3 • Foto: zvg.

Der Mann hieß Abraham. Er wusste auch, dass Gott bei ihm ist. Eines Tages redete Gott mit ihm: „Abraham, geh mit deiner Frau in ein Land, dass ich dir zeigen werde. Dort wirst Du Kinder haben So wünsche ich Euch, dass Ihr wisst, dass Gott immer bei euch ist und deine Familie wird sehr groß werden.“ – im Kindergarten, in der Schule und auch zu Hause. Abraham bereitete die Reise gut vor. Er brauchte Tiere und auch Eure Gabriele von Dressler | Hüter, die auf die Tiere aufpassten. Und er brauchte Zelte, denn es gab früher keine Gasthäuser. So zogen sie los. Der Abschied war Das Bild könnt Ihr noch weiter ausmalen ... nicht leicht. Sie waren lange unterwegs in das Land, das Gott ihnen versprochen hatte.


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Über den Tellerrand schauen Interview mit unserem neuen Jugendmitarbeiter Wolfram Wschetezka. Er wird im Erntedankgottesdienst am 4. Oktober in sein Amt eingesegnet.

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ieber Bruder Wolfram Wschetezka, Du fängst ab 1. September 2020 in unserer Gesamtgemeinde als neuer Jugendmitarbeiter an. Die Gemeinde ist Dir ja vertraut, da Du schon viele Jahre in Neuhausen wohnst und auch aktiv bei Familiengottesdiensten dort mitwirkst. Was möchtest Du über Dich erzählen? Ich bin 56 Jahre jung, verheiratet und habe einen Sohn mit Behinderung. Geboren bin ich in Frankfurt am Main, was manchmal auch herauszuhören ist. Ich habe zwei Berufe gelernt. Zunächst Maschinenschlosser bei der Bahn und anschließend Jugend- und Heimerzieher. Ich war 50 Jahre der katholischen Kirche zugehörig, bevor ich zur evangelischen Kirche konvertiert bin. Meine letzte Arbeitsstelle war in der BruderhausDiakonie im Landkreis Rottweil. Dort arbeitete ich in der Behindertenhilfe und betreute Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, körperlich, geistig und sozialpsychiatrisch. Innerhalb dieser Anstellung habe ich eine Ausbildung zum Diakon gemacht. Auch wenn ich nicht mehr der Jüngste bin, mache ich im Rahmen meiner körperlichen Möglichkeiten Sport, indem ich gerne die Fußball-Bundesliga oder die Nationalmannschaft im Fernsehen anschaue – und ich bin Fan von Eintracht Frankfurt. Aber Spaß beiseite: Ich mache auch aktiv Sport, spiele gerne Fußball, Tischtennis, Billard, Dart, Basketball, Mein Glaube fahre Fahrrad und schwimme auch manchmal. an Jesus Christus ist mir wichtig, da er mich trägt. Gerade auch in schweren Zeiten, weiß ich ihn bei mir. In guten Zeiten ist er auch bei mir und ich kann dankbar dafür sein.

Dachreiter 2020-3 • Foto: zvg.

chen, in denen ich auch das christliche Gut mit einfließen lassen kann, dass uns die Bibel in unserer aller Leben ein Wegweiser sein kann. Als Beispiel nehme ich hier mal eine Wanderung mit Kindern und Jugendlichen und setze die Geschichte der Emmaus-Jünger in Ich freue mich auch darauf mit ehrenamtlichen MitVergleich. arbeitenden zu arbeiten und diese in ihrem Engagement zu begleiten und zu unterstützen.

Was sind Deine Träume für die Kinder und Jugendarbeit? Meine Träume sind, dass die Kinder und Jugendlichen, mit denen ich zu tun haben werde, sich christlich wie auch sozial weiterentwickeln. Dass sie lernen, über ihren Tellerrand zu schauen. Zumal es Menschen gibt, die Unterstützung und Hilfe benötigen und dass sie es lernen zu erkennen und dementsprechend zu handeln. Dies kann im Internat, in der Schule, in der Kirchengemeinde, in der Kommune sein. Einer meiner weiteren Träume ist, dass wir eine Schulband haben, die auch bei Jugendgottesdiensten sich musikalisch engagiert und einbringt. Gottesdienste leben nicht nur von dem gesprochenen Wort, sondern auch von der Musik, denn Musik ist doppeltes Gebet. Kirche muss durch die Musik wieder lebendig gemacht werden. Und dafür setze ich mich ein. Mein Traum für die Kinder und Jugendarbeit ist, dass ich den Aufgaben, die mir gestellt sind, gewachsen bin. Ich vertraue Gott, dass er mich mit seinem Heiligen Geist unterstützt und mir die Kraft dazu gibt. Ich vertraue zudem darauf, dass mich auch die hauptamtlichen Pfarrer*in, Diakonin, Lehrende, Erziehende und Ehrenamtliche in meinen Aufgaben unterstützen.

Worauf freust Du Dich am meisten? Ich freue mich am meisten, dass ich innerhalb der Kirche und dem Schulwerk arbeiten und meine Ideen mit einbringen darf. Ich freue Wir freuen uns, dass Du unser Verkündigungsteam und auch mich, mit Menschen zu arbeiten, die ich schon lange kenne und jetzt das Schulleben bereicherst. Wir wünschen Dir für Deinen Start auch wieder die Möglichkeit bekomme, neue Menschen kennen- im September alles Gute und Gottes Segen. zulernen, Spaß miteinander zu haben, aber auch in einen christlichen, sozialen und ethischen Diskurs zu gehen. Ich freue mich Gabriele von Dressler | darauf, Projekte auf den Weg zu bringen, Unternehmungen zu ma-


12 Aus den R äten Mitteilungen Nachdem die letzte Rätesitzung vor der CoronaKrise am 2. März 2020 stattfand, waren wir alle froh, dass diese Zwangspause aufgrund der Corona-Verordnung beendet werden konnte. Am 15. Juni 2020 nahmen wir wieder unsere Arbeit mit Einschränkungen auf und tagen seitdem im Helene- Schweitzer-Saal im Herrnhuter Haus. Hier können wir gut den vorgeschriebenen Abstand zueinander halten. Vieles hat sich im Gemeindeleben verändert. Der Kirchensaal wurde auf Basis eines CoronaSchutzkonzepts so umgestellt und eingerichtet, dass die Gemeinde wieder an den Gottesdiensten teilnehmen kann. Das Singen im Gottesdienst wird durch die Masken erschwert, wir freuen uns aber, dass es überhaupt möglich ist. Singstunden haben wir in der warmen Zeit bei schönem Wetter im Pfarrgarten abgehalten. Was uns zurzeit sehr beschäftigt, ist der Umbau im Christoph-Blumhardt-Haus. Aufgrund der Landesheimbauverordnung müssen Doppelzimmer in Einzelzimmer umgewandelt werden. Der erste Bauabschnitt im Neubau ist abgeschlossen. Bei den einzelnen Betriebsabläufen werden Mitarbeitende sowie Bewohnerinnen und Bewohner einbezogen. Bei den Umbauten sind wir auf ein Problem gestoßen. Die Brandschutzauflagen wurden beim letzten Neubau und Altbau-Umbau nicht sachgemäß ausgeführt. Im Zuge der jetzigen Baumaßnahmen müssen diese Brandschutzmängel beseitigt werden. Das kostet nicht nur mehr Zeit, sondern auch mehr Geld. Wir haben einen Fachanwalt für Baurecht hinzugezogen, um zu prüfen, ob sich Ansprüche vom damaligen Generalunternehmer realisieren lassen.

Gedanken aus dem Bereich Alle unsere geplanten Veranstaltungen können leider momentan nicht stattfinden! Sehr schade – aber wir sind zusätzlich zu allem, was Corona vorgibt, ja auch älter um nicht zu sagen alt. Somit ist klar, wir warten ab. Aber zueinander Kontakt halten ist wirklich nicht einfach. Viele Personen haben keine Computer oder Smartphone. Also braucht es das altbewährte Festnetz-Telefon. Ich habe mir vorgenommen es in nächster Zeit wieder mehr in Gebrauch zu nehmen. In meinem Alltag vor Ort, der durch Corona auch einschränkt ist, versuche ich hier in Gruppen und Kreisen trotzdem aktiv zu sein. Die Arbeit mit Geflüchteten geht weiter, jeden Tag. Am Anfang ging es um Gesichtsmasken. Ich konnte mir hier und da schnell zwei bis drei Masken besorgen und von Freunden nähen lassen. Aber die Menge die wir für die Geflüchteten brauchen, waren nicht so schnell zu beschaffen. Gott sei Dank tauchte da die Mitteilung auf, das Gabriele von Dressler an der Nähmaschine sitzt. Und ihre Schwester auch, super! So trudelten hier eine gute Anzahl Masken ein, die dankbar in Emp-

fang genommen und verteilt wurden. Bei den vielen Masken habe ich an die Herrnhuter Missionshilfe gedacht und für den Nothilfefonds gespendet. Somit ist Mehreren gleichzeitig geholfen. Ich vermisse die Gemeindeveranstaltungen vor Ort in Königsfeld sehr. Vielen Dank dass wir über Internet an einigem teilhaben können. Liebe Grüße an alle Leute im Bereich, bis zum nächsten Telefonat, Eure Katharina Kronbach |

In unserer Nachbarkirche, der katholischen Seelsorgeeinheit an der Eschach, gibt es bedeutende Veränderungen. Nachdem Vikar Adalbert Mutuyisugi im Juli eine neue Stelle in Gernsbach angenommen hat, geht auch Pfarrer Alexander Schleicher im September aus dieser Region fort. Die Stelle ist dann erst einmal vakant. Der Herbst steht vor der Tür und die Heizperiode beginnt wieder. Auch die Erneuerung der alten Heizungsanlage unseres Saales steht auf der Tagesordnung der Räte. Welcher Brennstoff ist umweltverträglich und wie können wir den Saal in Zukunft kosteneffizienter heizen? Auch sind bauphysikalische Fragen zu klären. Dieses Thema wird uns (auch noch in) die nächste Zeit begleiten.

Gabriele von Dressler |

Familiengottesdienst Am 26. Juli haben wir nach langer Pause wieder einen Familiengottesdienst gefeiert. Unter dem Thema: „Herein, wir laden alle ein“ erzählte uns Lars, wie er sich auf die Ferien vorbereitet – im Kirchensaal baute er schon mal sein Zelt auf. Dort ist er sicher vor Sonne, Regen und Wind. So sind wir alle unter dem großen Zelt Gottes und unter seinem Segen geborgen.

Dachreiter 2020-3

Eine Veränderung steht im Verkündigungsteam an. der Anstellungsvertrag von Pfarrerin Annerose Klingner-Huss mit zuletzt 25 Prozent Gemeindienst endet zum 31. August. Sie hat diesen Dienst seit dem Weggang von Pfarrehepaar Gerold getan. Der Dienstauftrag wurde von der Unität beendet, da durch die Besetzung der Jugendstelle die offenen Stellenanteile besetzt sind. Wir danken ihr sehr für diesen Einsatz.


13 abgebildet Neuhauser Spalte

Gelebte Demokratie Liebe Kirchenmitglieder, ich habe mir anfangs, als ich das Thema für den Dachreiter gelesen habe, echt schwer getan. Es fiel mir kein Gedanke dazu ein. Erst auf einer kurzen Autofahrt nach Königsfeld kam ein Blitzgedanke.

Singstunde im Freien Seit Anfang Juli dürfen wir als Gemeinde draußen singen. Kurzerhand haben wir die Singstunden in den wunderschönen Pfarrgarten verlegt.

Gibt es Demokratie in der Kirche? Grundsätzlich sage ich: Ja! Wir haben unsere hauptamtlichen Pfarrer und Diakonin und wir haben unsere zwei Gremien – die Räte. Wir treffen uns monatlich zu gemeinsamen Sitzungen und besprechen Dinge, die wir als Kirche und für die Kirche als wichtig erachten. Jedes Mitglied hat eine Stimme, die gehört wird. Es gibt Diskussionen, die auch schon mal kontrovers ausfallen können. Am Ende ist es jedoch so, dass wir uns sehr oft auf einen Konsens einigen. Auch in den Gemeindeversammlungen hat die Basis, also auch die Gemeindeglieder aus Neuhausen, die Gelegenheit, sich zu Themen zu äußern, die ihnen wichtig sind, in Bezug auf das Gemeindeleben. Das ist für mich gelebte Demokratie.

Andacht im Christoph-Blumhardt-Haus (CBH) unter Coronabedingungen

Dachreiter 2020-3 • Foto: zvg.

Seit Mitte Juli ist es uns nun wieder möglich, eine wöchentliche Andacht im CBH zu halten. Dabei steht der Andachthaltende draußen auf dem Balkon vor dem Speiseraum, in dem die Bewohnerinnen und Bewohner versammelt sind.

Spirituelle Wanderung Das Thema war „Geh aus mein Herz“. Die Wanderungen sind wieder das erste, was wir den Reha-Pateinten anbieten können. Sie werden durchgeführt nach dem Corona-Wander-Schutzkonzept der Kommune Königsfeld.

In der politischen Gemeinde oder in den Kirchen, egal ob evangelisch oder katholisch, ist das Mitspracherecht eine Grundfeste der Demokratie. Von daher ist es wichtig, dass Sie als Mitglieder auf Ihre Kirchengemeinderäte bzw. Ältesten zugehen und ihnen Wünsche und Bedürfnisse erklären. Machen Sie Vorschläge, wie Sie sich das Gemeindeleben vorstellen. Die Hauptamtlichen sind auf Ihre Anregungen angewiesen. Ich ermutige Sie und fordere Sie auf, Ihr Christsein aktiv in die Hand zu nehmen. Denn nur so ist kirchliches Gemeindeleben möglich, ob nun hier in Neuhausen oder in Königsfeld. Sprechen Sie mich als Kirchengemeinderat an. Ich freue mich über jeden Vorschlag zur Verbesserung oder auch Kritik. Denn nur so können wir ins Gespräch kommen und können etwas verändern. Seien Sie behütet, Ihr Wolfram Wschetezka |


14 Evangelische Erwachsenenbildung

Ganzheitliches Gedächtnistraining

22. September bis 8. Dezember Martin-Luther-Haus Villingen, Wehrstraße 2 (ebenerdiger Zugang) Leitung: Heike Götz, Gedächtnistrainerin Anmeldung: Tel. 07721 845171 Beitrag: 12 Termine 60 Euro Im Mittelpunkt des Kurses stehen geistige Lebendigkeit und Freude, in einer Gruppe Neues zu entdecken. Gemeinsam werden Wahrnehmung, Konzentration, Merkfähigkeit, Wortfindung, Denken, Fantasie und Kreativität trainiert. Ganzheitliches Gedächtnistraining steigert spielerisch und ohne Stress die Leistung des Gehirns und beteiligt Körper, Geist und Seele. Eingeladen sind Frauen und Männer aller Altersgruppen. Kurs 1: montags, 9:00 - 10:00 Uhr Kurs 2: montags, 10:15 - 11:15 Uhr 21.9. bis 7.12. Kurs 3: dienstags, 9:30 - 10:30 Uhr

Terror der Tugend Diskussionsabend „AnstöSSe“

Mittwoch, 22. September, 20 Uhr, Ev. Gemeindehaus, Max-Egon-Str. 21a, Donaueschingen Anmeldung: Tel. 07721 845171 Wer definiert, was politisch korrekt ist, wo Höflichkeit endet und Hass beginnt? Kurze Impulse von Fachleuten regen zur Debatte an.

IchGefühl Das eigene Ich wahrnehmen Fotoausstellung zeigt Portraits geflüchteter Frauen

26. September bis 18. Oktober in den Schaufenstern der Villinger Innenstadt Die Fotoausstellung „Ich-Gefühl“ ist das sichtbare Ergebnis eines etwa einjährigen aufregenden Projekts der EB Offenburg. 19 Frauen aus aller Welt waren eingeladen, mit Farben zu spielen, mit dem eigenen Ausdruck zu experimentieren und ohne Druck dem individuellen Bedürfnis nach Schönheit und Einzigartigkeit Ausdruck zu verleihen. Was passiert, wenn Frauen mit schweren Erfahrungen im Gepäck sich auf solch ein Experiment einlassen? Wie sehen sie sich? Und wie würden sie gerne gesehen werden? Die Kehler Fotografin Ingrid Vielsack und die Make-Up-Artist Alexandra Döring haben diesen Prozess unterstützt und dokumentiert. Dabei wird erkennbar, wie die beteiligten Frauen miteinander Spaß an der Veränderung und am Neuentdecken ihres Selbstwertgefühls haben. Sie können an vergessene Fähigkeiten anknüpfen und Neues ausprobieren. So ist eine Ausstellung aus Bildern und Texten entstanden, die staunen lässt und Mut

macht, das IchGefühl bei sich und anderen zu entdecken und zu stärken. Die Beziehung zu sich selber stärken und das eigene Ich wahrnehmen – das wurde geflüchteten Frauen beim Projekt „Ich-Gefühl“ ermöglicht. Die dabei entstandenen Portraits sind in Schaufenstern der Villinger Innenstadt zu sehen. Zur Ausstellung ist ein Fotobuch entstanden zum Preis von 7,50 Euro als Spende für Bildungsarbeit mit Migranten.

Interreligiöser Dialog Warum die Begegnung der Religionen für das Zusammenleben wichtig ist

Donnerstag, 8. Oktober, 19:00 Uhr, Bibb Bräunlingen, Schulstraße 2, Raum 1, EG Referent: Dr. Günther Gebhardt, ehem. Mitarbeiter der Stiftung Weltethos Tübingen, Bereichsleiter für Interreligiösen Dialog Beitrag: 6 Euro (mit Voranmeldung bei vhs baar Tel. 0771 1001), 9 Euro Abendkasse Kooperation mit vhsbaar Im alltäglichen Leben einer Gesellschaft Fernreise daheim müssen viele Aufgaben gemeinsam bewälVon Flüchtlingen, Kulturen, Identitäten tigt werden, um ein gutes Zusammenleben und anderen Ungereimtheiten zu erreichen. Dafür können die verschieDonnerstag, 1. Oktober, 19:30 Uhr, denen Religionsgemeinschaften wertvolle Stadtbibliothek am Münster Villingen Impulse aus ihrer Spiritualität und Ethik Lesung: Brigitte Heidebrecht, Ludwigsburg geben, wie es auch im Projekt Weltethos Beitrag: 5 Euro / 3 Euro (Vorverkauf Stadtkonkretisiert wird. Der Referent skizziert bibliothek Villingen-Schwenningen) Chancen und Hindernisse eines praxisoriKooperation mit Volkshochschule Villingen entierten Dialogs der Religionen „zwischen und Stadtbibliothek Villingen-Schwenningen Abstand halten und Umarmung“. Geschichten über interkulturelles Verstehen – mit ebenso scharfem wie liebevollem Blick Die Deportation der jüdischen beleuchtet die Autorin die Schwierigkeiten der Villinger nach Gurs Integration von bildungsfernen muslimischen Dienstag, 20. Oktober, 18:00 Uhr, Männern in eine westliche Gesellschaft. Die Ewald-Huth-Saal, Münsterzentrum Texte bilden ein Mosaik, das den Blick für in- Villingen, Kanzleigasse terkulturelle Fallstricke schärft und ganz ne- Impulse: Friedrich Engelke, benbei eine Menge Informationen zur inneren Wolfgang Heitner, Heinz Lörcher und äußeren Situation der Geflüchteten ein- Ev. Erwachsenenbildung, Bildungsfließen lässt. Ein berührendes und augenöff- zentrum Villingen, Volkshochschule VS nendes Buch und ein vielschichtiger Beitrag zu Anmeldung: EEB, Tel. 07721 845171 der Frage: Wie schaffen wir das? Am Morgen des 22. Oktober 1940 fordert die Gestapo an den Wohnungstüren der jüFrauen von hier und dort dischen Mitbürger in Villingen und nahezu Interkulturelle Frauenbegegnung allen Orten Badens und der Saarpfalz auf, inDonnerstag, 1. Oktober, 9:30 Uhr, Pfarrsaal, nerhalb kürzester Zeit Koffer zu packen. MitPfarrhausstraße, Hüfingen genommen werden darf nur wenig Gepäck Team: Karin Nagel, Anja Rosenfelder und Geld. Dann beginnt die Zugfahrt ins UnInformation: flucht.migration@ekivill.de, gewisse. Sie führt nach Gurs, InternierungsTel. 07721 845170 lager in Vichy-Frankreich. Dort herrschen Treffen in herzlicher Atmosphäre für Frauen fürchterliche Bedingungen. Für viele wird (und Kinder), die schon lange hier leben die „Hölle von Gurs“, eine Zwischenstation und solche die neu zugezogen sind. Manche auf dem Weg nach Auschwitz. Frauen kamen aus privaten oder beruflichen Gründen, aus EU-Ländern oder als Flücht- „Metropole des Todes“ linge hierher. Wir wollen uns besser kennen Konzert anlässlich des Gedenktages an lernen, uns austauschen über das Leben hier die Deportation nach Gurs und dort, miteinander kreativ sein, ... Samstag, 24. Oktober, 19:00 Uhr, Bringen Sie Ihre Freundinnen mit! Johanneskirche Villingen Wiederaufführung des Werkes von Rainer FrauenStärken Horcher nach Texten von Otto Dov Kulka. In Interkultureller Treff dem außergewöhnlichen Buch „LandschafDonnerstag, 5. Oktober, 10:00 Uhr, ten der Metropole des Todes, Auschwitz und Martin-Luther-Haus Villingen, die Grenzen der Erinnerung und der VorstelWehrstraße 2 lungskraft“ erkundet Kulka die Fragmente Leitung: Andrea Winter seiner Erinnerung, die wiederkehrenden Frauen entdecken ihre Stärke(n) und stärken Träume und Bilder, die sein Leben begleisich im gegenseitigen Austausch. Eingeladen ten und unauslöschlich prägen. Die Musik sind alle interessierten Frauen gleich welchen Horchers kommentiert unterschwellig KulAlters, welcher Kultur oder Lebenssituation. kas Text. Als Kind wurde Otto Dov Kulka Frauen mit ganz unterschiedlichen Perspek- zusammen mit seiner Mutter in das KZ Thetiven und Lebenserfahrungen ermutigen sich resienstadt und dann nach Auschwitz deporund lernen voneinander. Wir freuen uns auf tiert. Er verließ Auschwitz im Januar 1945 Sie! auf einem Todesmarsch und überlebte.

Dachreiter 2020-3

Fitness für den Kopf


15 Aus der Gemeinde Kontakt Gottesdienste in Neuhausen

RegioGottesdienste

13. September, 10.30 Uhr Familiengottesdienst

20. September, 10.00 Uhr Hof-Gottesdienst in Burgberg

15. November, 10.30 Uhr Familiengottesdienst mit Taufe

18. November, 19.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst zum Buß- und Bettag

22. November, 10.15 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl zum Ewigkeitssonntag

persönliche mitteilungen AUFNAHME IN DIE LANDESKIRCHE 30.03.2020 Werner Möhrle

Gemeindebüro · Zinzendorfplatz 3 Mo, Di, Do, Fr: 10 – 12 Uhr Mi: 14 – 16 Uhr

AUFNAHME IN DIE BRÜDERGEMEINE 09.06.2020 Ulrike Staude 20.06.2020 Dilara Pfeifer

Historische Sammlung Zinzendorfplatz 3 Sonntag und Feiertag: 11 – 12 Uhr

HEIMGÄNGE 08.03.2020 Eberhard Fischer (94 Jahre) 02.04.2020 Ruthild Knauß, geb. Klätte (85 Jahre) 16.05.2020 Erika Stern, geb. Flaig (87 Jahre) 07.06.2020 Siegfried Kachler (83 Jahre) 17.06.2020 Brunhilde Weiss, geb. Lehmann (95 Jahre) 28.05.2020 Wolfgang Wendt (77 Jahre) 05.07.2020 Wolfgang Abt (63 Jahre) 07.07.2020 Elfriede Achterberg, geb. Buchmann (79 Jahre) 14.07.2020 Ullrich Häring (83 Jahre)

„Die Wüstengängerin“

Dachreiter 2020-3

Öffnungszeiten

Freitag, 30. Oktober, 19:30 Uhr, Stadtbibliothek am Münster Villingen Lesung mit Alice Grünfelder, Autorin Beitrag: 6 Euro / 3 Euro (Vorverkauf Stadtbibliothek VS) In „die Wüstengängerin“ wird erstmals aus europäischer Perspektive von Geschichte und Gegenwart einer hierzulande wenig beachteten Region erzählt. Vor dem Hintergrund der politischen Unruhen in Xinjiang und dem Widerstand der Uiguren, verstrickt sich das Schicksal zweier eigenwilliger Frauen. Die gebürtige Villingerin Alice Grünfelder studierte Sinologie und Germanistik in Berlin und China, arbeitete als Lektorin und gab mehrere Erzählbände heraus. „Die Wüstengängerin“ ist ihr erster Roman. Kooperation mit Stadtbibliothek und Volkshochschule Villingen-Schwenningen

Der Laden Mittendrin Friedrichstraße 7 Mo – Fr: 09.30 – 12.30, 14.30 - 18.00 Uhr, Sa: 09.30 – 13.00 Uhr

RegelmäSSige Versammlungen Sonntag, 10.00 Uhr: Predigtgottesdienst Mittwoch, 18.15 Uhr: Friedensgebet Donnerstag, 19.30 Uhr: Bibelgespräch Samstag, 19.00 Uhr: Singstunde (Liedgottesdienst)

Vier Schritte zu weniger Konflikten und mehr Empathie

Samstag, 21. November 2020, 10:00 17:00 Uhr, Martin-Luther-Haus Villingen, Wehrstraße 2 Leitung: Ute Mayer, System. Beraterin Beitrag: 35 Euro, Anmeldung: Ev. Erwachsenenbildung, Tel. 07721 845171, eeb. villingen@kbz.ekiba.de Seminar für Menschen, die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) kennen lernen oder vertiefen möchten. „Beobachtung – Gefühl – Bedürfnis und Bitte“ sind nach Marshall Rosenberg der Weg, eigene Bedürfnisse zu erkennen und die Anliegen des Gegenübers zu berücksichtigen. Gewaltfreie Kommunikation ist nicht nur eine Kommunikationstechnik, sie ist vielmehr eine Haltung im Umgang mit uns selbst und anderen. Sollte der Seminartag nicht wie geplant durchgeführt werden können, wird er alternativ an fünf Abenden online angeboten.

EVANGELISCHE BRÜDERGEMEINE EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE Zinzendorfplatz 3, 78126 Königsfeld im Schwarzwald Telefon: 07725 93 82-0, Fax: 07725 93 82-22 E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org • Pfarrer Christoph Huss; Telefon: 07725 93 82-20 E-Mail: huss@koenigsfeld.org • Pfarrerin Annerose Klingner-Huss; Telefon: 07725 93 82-20 E-Mail: klingner-huss@koenigsfeld.org • Diakonin Gabriele von Dressler Telefon: 07725 93 82-33 E-Mail: dressler@koenigsfeld.org • Verwaltungsleiterin Karen Warnecke-Gehrhardt Telefon: 07725 93 82-12 E-Mail: warnecke-gehrhardt@koenigsfeld.org • Kantorin Ulrike Brusch, Telefon: 07725 10 70 E-Mail: brusch@koenigsfeld.org • Manfred Kruppa, Pastoraler Mitarbeiter Region Nord, Brückstraße 7, 76703 Kraichtal 2, Telefon: 07251 9614 51 E-Mail: m.kruppa@koenigsfeld.org Jugendräume Tel.: 07725 93 8215 Evangelischer Kindergarten Arche Tel.: 07725 28 32 E-Mail: kindergarten@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Nord • Manfred Kruppa (siehe oben) • Katharina Kronbach, Leopoldstraße 61, 76337 Waldbronn, Telefon: 07243 358 77 85, E-Mail: k.kronbach@koenigsfeld.org • Andreas Schlimm, In den Klostergärten 31, 67227 Frankenthal, Telefon + Fax: 06233 288 47, E-Mail: ab.schlimm@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Süd • Christoph Huss (siehe oben) • Barbara Hofmann, Emmendinger Straße 14, 79211 Denzlingen, Telefon: 07666 990 87, E-Mail: b.hofmann@koenigsfeld.org • Pfr. i. R. Gerold Peper, Hauptstraße 148, 79576 Weil am Rhein, Telefon: 01515 393 85 82 SeniorenAppartements im Herrnhuter Haus Zinzendorfpl. 7; Ltg: K. Warnecke-Gehrhardt (s. o.) Christoph-Blumhardt-Haus Alten- & Pflegeheim Ambulanter Pflegedienst, Tages- und Kurzzeitpflege, spez. Pflege bei Demenz, Servicewohnen, offener Mittagstisch, Stellwaldstr. 1, 78126 Königsfeld i. Schw. Leitung: Jürgen Lieberum, Telefon: 07725 93 85-0 E-Mail: info@christoph-blumhardt-haus.de Internet: www.christoph-blumhardt-haus.de Bankverbindung / Spendenkonto Evangelische Bank · SWIFT-BIC: GENO DEF1 EK1 IBAN: DE38 5206 0410 0000 5075 04 Konto-Inhaber: Ev. Brüdergemeine Königsfeld Für Überweisungen an die Ev. Kirchengemeinde bitte Verwendungszweck „Landeskirche“ angeben. Diakonisches Werk im Schwarzwald-Baar-Kreis Beratungsstelle für Schwangere und junge Familien, allgemeine Sozialberatung, Kurvermittlung, Schuldenberatung, Telefon: 07721 84 5150, E-Mail: villingen@diakonie.ekiba.de, www.diakonie-sbk.de

impressum Dachreiter – der vierteljährlich erscheinende Gemeindebrief der Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld Herausgeber: Evangelische Brüdergemeine und Evangelische Kirchengemeinde Königsfeld (Anschrift s. o.) Redaktion: Judith Baudis, Ursula Böcker, Gabriele von Dressler, Christoph Huss, Angelika Munk-Rombach, Johannes Treude Realisation & Verlag: DIGNUS.DE Medien GmbH Klimaneutral, Recyclingpapier: www.umwelt.dignus.de 2,50 Euro je Ausgabe, 9 Euro im Jahr für vier Ausgaben


16 Portr ait 16

Das Glück, andere glücklich zu machen > Wilhelm Kempff gehörte mit Elly Ney, Edmin Fischer und Wilhelm Backhaus zu jener Pianistengeneration, die im 20. Jahrhundert eine dominierende Rolle im internationalen Musikleben spielte. Ihr musikalisches Vermächtnis ist uns in Tonträgern und Würdigungen in Presse und Fachliteratur erhalten und dank Internet und ähnlichen Quellen jedermann zugänglich. ch verzichte in meinem Beitrag, aus den genannten Quellen ein weiteres Portrait Wilhelm Kempffs zu „basteln“, vielmehr geht es mir darum, ihn als Vater meiner Frau Angela, als meinen Schwiegervater und Großvater unserer Kinder Martin und Anette erlebbar zu machen und in Andeutungen aufzuzeigen, wie er unser Leben, aber auch das vieler Menschen, die ihm begegneten, bereichert hat.

Zwecke verfolgten. Auch Königsfeld hat davon profitiert – er finanzierte die Anschaffung eines Orgelpositivs für den Kleinen Saal, förderte durch einen namhaften Beitrag die grundlegende Renovierung der Orgel im Kirchensaal und spielte ein Konzert zugunsten des Urwaldhospitals von Albert Schweitzer in Lambarene.

Wilhelm Kempff war ein ausgesprochener „Familienmensch“: so oft es seine Konzertverpflichtungen erlaubten, versammelte er möglichst viele seiner insgesamt sieben Kinder (samt „Anhang“) in seinem Haus am Starnberger See, wo wir zu Weihnachten, in den Sommerferien oder zu besonderen Anlässen – Geburtstagen oder Familienfesten – miteinander feierten, natürlich immer verbunden mit Hauskonzerten, bei denen Wilhelm Kempff Teile der Konzertprogramme spielte, an denen er übte. Für meine Frau und mich sowie andere Gäste war es besonders interessant, wenn er während des Spiels das musikalische Geschehen erläuterte und analysierte.

Die mit zunehmendem Alter wachsenden psychischen Anforderungen konnte er durch bewusste Regeneration in der Natur bewältigen. Bei unseren Besuchen in Ammerland gehörten ausgedehnte Spaziergänge zum alle verpflichtenden Tagesprogramm. Und eine besondere Freude war es für ihn, uns in sternklaren Nächten den Sternhimmel als Kundiger zu erklären. Er lebte in und mit der Natur, die er als Geschenk Gottes sah, das uns Menschen zur Bewahrung anvertraut ist. Diese Haltung verband ihn mit Albert Schweitzer ebenso wie seine humanistische Bildung, die durch Offenheit gegenüber anderen Religionen geprägt war, das wurde in Gesprächen mit ihm immer wieder deutlich.

Für die Familienangehörigen – zumal die Kinder – war es in der Weihnachtszeit, wenn Wilhelm Kempff die gemeinsam gesungenen Weihnachtslieder begleitete, variantenreich und immer dem einfachen Charakter der Lieder entsprechend, ein besonderes Erlebnis, an das sie sich gern erinnern.

Joachim Kaiser hat das, was Wilhelm Kempff ausmachte, in seinem Nachruf 1991 zu Recht so zusammengefasst: „Er hatte das Glück, nicht nur selbst glücklich zu sein, sondern auch andere glücklich zu machen.“ Peter Glitsch |

Ich habe Wilhelm Kempff als einen sehr großzügigen Menschen erlebt, der seine musikalischen Gaben fast verschwenderisch austeilte. So wird von ihm berichtet, dass er bei Konzertnachfeiern die Anwesenden mit so vielen „Zugaben“ beschenkte, dass daraus ein zweites Konzert wurde. Er war oft bereit, durch Benefizkonzerte Organisationen oder Einrichtungen zu unterstützen, die soziale

Die Musik spielt in der Kirche eine große Rolle. Im Jahr 2020 feiern mehrere Komponisten oder Musiker einen runden Geburtstag. In unserer Reihe stellen wir sie vor: John Rutter, Ludwig van Beethoven, Wilhelm Kempff, Carl Orff.

Dachreiter 2020-3 • Foto: zvg.

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