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Dachreiter evangelisch in Königsfeld · www.evik.de

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Je tz t an m elde n! ABGEBILDET

Buntes aus dem Gemeindeleben 6-7

NEUBAU A M CBH

Damit Neues entstehen kann 10

NEU: VOR DEN SOMMERFERIEN!

18. - 20. Juli: Gemeintag auf dem Herrnhaag 11

Foto: Basti Arlt / ekd.de

R e fo rm ati o n u n d Po li ti k

Willkommen ................................................................. 2 Ortsplan & Partner ................................................... 8 - 9 Willkommen ................................. 2 Reformation zum gegenseitigen Einladung zum Gemeintag ............... 10 11 Thema: Bewahren und verändern · Reformation und Politik Damit Neues entstehen kann ........................................ undgeschehe“ ................................ Politik Vorteil ........................................... 5 Der Junger Dachreiter .................... 12 - 10 13 Thema: Mit-TunReformation bei „Dein Wille 2 Zinzendorfschulen: andere Weg zur Mittleren Reife ... bei „Dein geschehe“ ..... Abgebildet ..... ................................ - 7 Nachrichten & Termine ............ 14 - 11 15 Mit-Tun „Stützpunkte fürWille Einkehr, Arbeit und2Verantwortung 3 Einladung zum6 Gemeintag ............................................. für Einkehr, Arbeit Ortsplan & Partner ..................... 8 - 9 Wegbereiter der Reformation 2: 12 - 13 „Stützpunkte Echt reformatorisch .................................................... 4 Junger Dachreiter .................................................. Verantwortung ......................... 3 Damit Neues entstehen kann .......... 10 Die.......................................... Suche nach dem wahren Weg 14.... 16 und Fürbittengebet .......................................................... 4 Nachrichten & Termine - 15 reformatorisch ......................... 4 ........................ Zinzendorfschulen: andere Echt Reformation zum gegenseitigen Vorteil 5 Der Wegbereiter der Reformation 2: Fürbittengebet ................................ 4 Weg zur Mittleren Abgebildet ............................................................... 6 - 7 Reife Die................. Suche nach 10 dem wahren Weg .................................. 16


2 willkommen bewahren und ver ändern

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ie kann die Kirche bleiben, wie sie ist. Stets kommt jemand und meint, man könnte auch noch anders denken und strukturieren. Das mag lästig sein, weil wir das Vertraute schätzen. Aber es gehört zum Wesen der Kirche. Ekklesia semper reformanda – die Kirche muss sich immer reformieren. Dieser Satz aus der calvinistischen Theologie drückt ein Grundanliegen der Reformation aus. Veränderung gehört zum Wesen der Kirche, weil sie aus dem Wort Gottes lebt, das in den beiden Teilen der Bibel aufgeschrieben ist und das durch die lebendige Geistkraft Gottes immer wieder als aktuelles Wort gehört wird. Der Einspruch gehört ebenso zum Glauben wie die Suche nach beständigen Formen des Gottesdienstes, nach verlässlichen Strukturen und innerer Ruhe. Darum haben immer wieder Menschen mit der Bibel in der Hand Einspruch erhoben gegen die Lehre und das Leben der Kirche. Wir denken in diesem und dem kommenden Jahr besonders an das Konstanzer Konzil (1414 bis 1418) und Jan Hus. Aber auch das Jahresthema der Evangelischen Kirche „Reformation und Politik“ schlägt sich in dieser Ausgabe des „Dachreiter“ nieder. Das Wort Gottes macht ja nicht an den Kirchentüren halt. Die fragwürdige Rolle, die die Kirchen im Ersten Weltkrieg spielten (1914 bis 1918; noch so ein Jahrestag!), ließ viele Menschen fragen, ob man das Verhältnis von Kirche und Staat recht gesehen hatte. Es ist bedrückend, wenn man die Bilder der Feldgottesdienste nebeneinander sieht: der evangelische, der anglikanische und der orthodoxe Pfarrer segneten die Waffen der unterschiedlichen Nationen und verkündeten, dass der Krieg ein Dienst an Gott sei, stellten das Opfer auf dem Felde neben das Opfer Jesu. Einspruch wäre angesichts der verheerenden Folgen angemessener gewesen. Der Einspruch des Wortes Gottes mag lästig sein. Aber von ihm lebt der Glaube und die Kirche. Und auch der Politik tut er gut. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und eine gute Sommerzeit.

Ihr Christoph Huss |

Mit-Tun bei „Dein Wille geschehe“ | Warum habe ich mich mein ganzes Leben mit Politik beschäftigt, und wie hängt das mit meinem Christsein zusammen?

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chon bald nach meiner Konfirmation – ich wurde etwa zwei Jahre später konfirmiert, als es heute üblich ist – nahm mich mein Konfirmandenpfarrer Pastor Puschke in Hamburg zu Treffen der „kirchlichen Bruderschaften“ mit. Die Leute dort waren Menschen, die im Dritten Reich Mitglieder der Bekennenden Kirche gewesen waren und jetzt die Entwicklung der jungen Bundesrepublik kritisch begleiteten. Bei diesen Zusammenkünften begriff ich, dass christlicher Glaube nicht nur mit meinem privaten,

diges Hinnehmen der Situation, sondern ein Mittun dabei, dass Gottes Wille, Gerechtigkeit, Friede und Liebe in der Welt durchbrechen und deutlich werden. Es hat aber auch etwas Tröstliches, dass unser Agieren und Handeln immer nur ein Mittun ist, es hängt nicht allein von uns ab.

ganz persönlichen Verhältnis zu Gott zu tun hat, sondern dass er immer auch in die Gesellschaft wirken wird. So wie Amos Comenius nach den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges erkannte, dass die allgemeine Besserung der Dinge das Werk Christi sein werde und wir zur Mitarbeit gerufen sind, so glaubte diese Gruppe nach den Schrecken der Vergangenheit, dass die Christen in der Entwicklung der Bundesrepublik Gottes Sache in der Welt vertreten müssen. Und das erlebte ich bei meinem Konfirmandenpfarrer.

Umsetzung von Ideen gesammelt. Ich habe meine Tätigkeit immer so verstanden, dass ich die Stimme derer zu Gehör bringen wollte, die nicht auf der Gewinnerseite stehen, etwa der Bürger, die bei Veränderungen nicht gefragt werden. Das betraf für mich auch die Umwelt, die wir uns oft nur zu Nutzen machen, ohne die Folgen zu hinterfragen. Ich konnte mich mit meiner Meinung oft nicht durchsetzen, aber es war mir wichtig, die andere Seite zu Gehör zu bringen. Manchmal entstanden daraus Aktionen wie seinerzeit mit Bruder Schönleber, als wir die Essenspakete der Asylbewerber aufkauften, damit sie die dringenden Dinge selbst einkaufen konnten.

Später im Studium lernte ich dann Gedanken von Theologen wie Jürgen Moltmann, Leonhard Ragaz sowie Christoph Blumhardt kennen und fühlte mich bestätigt in dem Gedanken, dass sich christliches Leben nicht nur im Bereich von Religion und Kirche zeigt, sondern auch in der Welt, in dem Umfeld, in dem wir leben. Christoph Blumhardt formulierte es so: „Religion hat für mich keinen Wert, wenn sie nicht die Gesellschaft verändert.“ So habe ich mich immer eingemischt, oft mitgemacht, wenn es um Veränderung der Verhältnisse geht. „Dein Wille geschehe“, die Bitte des Vater Unser bedeutet für mich nicht in erster Linie ein gedul-

Schon bald, nachdem ich nach Königsfeld gezogen war, habe ich für den kommunalen Gemeinderat kandidiert und dort rund 20 Jahre mitgearbeitet und Erfahrungen in der praktischen politischen

Meine jetzt noch anhaltende Tätigkeit im Eine Welt Laden Ujamaa verstehe ich so, dass wir die Frage nach Gerechtigkeit in den täglichen Einkäufen erkennen und dass wir auch an diejenigen denken, die die Waren herstellen und von ihrem Ertrag leben müssen. Das hat Pfarrer Boldt aus Buchenberg einmal so formuliert: „Glauben mit dem Einkaufskorb“ und ich ergänze: „Politik machen, auch beim täglichen Einkauf.“

Renate Siebörger |

Foto: zvg.; basti arlt / ekd.de

Ekklesia semper reformanda

DACHREITER 2/2014


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„Stützpunkte“ für Einkehr, Arbeit und Verantwortung | Über „Beginen“ und „Brüder vom gemeinsamen Leben“: Was bewegte Menschen in der Vorreformationszeit, nach neuen Glaubenswegen zu suchen? Können ihre Motive auch für uns Wegweiser sein?

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ls verborgenen Menschen des Herzens, unzerstörbar in Gelassenheit und Stille“ beschreibt der erste Petrusbrief das Leben des Christen in der Welt. Eine ähnliche Kennzeichnung verdienen Menschen, einzelne und kleine Gruppen, die in der vorreformatorischen Zeit nach neuen (Glaubens)Wegen suchten. Haben sie Anteil an dem Wandel, der kommen sollte? Was bewegte diese Menschen? Vor dem Hintergrund der Machtkämpfe zwischen Kaisertum und Papsttum, der Kon-

Foto: zvg.; Angela Huster / CC zero

Begine im Kloster Kaufbeuren

zilien mit Reformansprüchen, fühlte sich der Mensch unsicher in seiner Kirche. Die Kirche mit ihrem Streit um Besitz und Macht war als Künderin der göttlichen Wahrheit und des Heils ins Wanken geraten und nicht mehr die schützende Burg. Andere Zeitströmungen wie die Armutsbewegung, die von den Klöstern und einzelnen, wie Franz von Assisi, ausging und eine radikale Änderung des Lebensstils im Sinne des Evangeliums forderte, fand viele Nachahmer, zum Beispiel Elisabeth von Thüringen. Das Armutsideal war die eine Spur, der Menschen folgten, die andere die Suche nach Gott, nach einem tragfähigen Glauben, der den Menschen Gott und Gott den Menschen nahe brachte und neue Geborgenheit schenkte. Veränderung erfuhr auch das Christusbild. Zugänglicher als der mächtige thronende Christus Pantocrator (Allherrscher) war der gekreuzigte Jesus, der das Leid der Menschen teilte und dessen Leid sie teilen konnten. Menschen verinnerlichten sein Leben und Leiden.

Ein ‚apostolisches Leben‘ zu führen, war der Anspruch einer neuen Frauenbewegung. Frauen wählten eine andere Lebensform als die der Gattin, Mutter oder Nonne. Sie lebten freiwillig besitz- und ehelos in Häusern und Konventen, später Siedlungen, den sogenannten Beginenhöfen, im Sinne des Evangeliums. Ihr männliches Pendant waren die nicht so bekannten Begarden. Beginen waren frei, ihr Lebensunterhalt ergab sich aus dem Verkauf von Handarbeiten oder Spenden, sie widmeten sich der Gotteserkenntnis und Armen und Kranken. Eine ihrer berühmten Vertreterinnen war die Mystikerin Mechthild von Magdeburg (1207 bis 1282), deren Visionen erhalten sind. Die „Nachfolge Christi“ wurde neu entdeckt und gestaltet. Das Buch mit gleichem Titel, unter dem Namen von Thomas von Kempen bekannt, geht auf Geert Groote zurück, der darin seine Erfahrungen und mystischen Betrachtungen festhält. Er wurde als Patriziersohn 1340 in Deventer geboren. Früh verwaist glich seine Schulund Studienzeit mehr einem Abenteuer, bei dem auch die Hinwendung zur Magie nicht fehlte. Der Aufenthalt in einem Kartäuserkloster brachte ihm die totale Wende: Christus wurde sein Lebensinhalt. Inzwischen Diakon, lehnte er die Priesterwürde wegen des Priestertums aller Gläubigen ab. Gemäß der christlichen Urgemeinde verteilte er seinen Besitz und gründete in Deventer Einrichtungen für Brüder und Schwestern des ‚Gemeinsamen Lebens‘, die sich auch der Pflege von Armen und Kranken annahmen. Ihre Grundlage wurden die Erkenntnisse Grootes, die er nach und nach in seinen Büchern als „Imitatio Christi“ niederschrieb. Als er bei kirchlichen Repräsentanten in Ungnade fiel, wichen die Gemeinschaften aus und lebten in neu erbauten Klöstern auf dem Land. Groote zog sich in die Stille und ins Gebet zurück. Er starb 1384 an der Pest. Die Gemeinschaften wurden vom Konzil in Konstanz anerkannt und Geert Groote rehabilitiert. Seine Bedeutung und die Auswirkungen seines Werkes sind bis heute unbestritten. Sie veranlassten den Marburger Magister Heinrich Rode (gen. Imhof) 1477 in Marburg ein Kollegialstift der ‚Brüder vom gemeinsamen Leben‘ nach dem Vorbild von Grootes ‚Nachfolge Christi‘ zu gründen. Die Marburger Brü-

der wurden wegen ihres Mantels mit Kapuze, der Gugel, „Kugelherren“ genannt. Mit seiner Gründung wollte der Gelehrte und Ratsherr dem neuen Frömmigkeitsstil einen weiteren Stützpunkt geben, aber doch wohl auch für Leben, Arbeit und Verantwortung, in das politische Stadtleben eingebunden, eine Basis zu vorangehender innerer Einkehr für anstehende Entscheidungen und die notwendige Gelassenheit eines Christen in der Welt, aber nicht von der Welt, doch für die Welt, legen.

„Kugelherr“ vom gemeinsamen Leben

Einige Beispiele, die damals Impulse gaben. Könnten solche Motive vom Vorabend der Reformation auch für uns neu wegweisend werden – als Quelle souveränen Handelns, als Rückzug in die Stille, als Wachsen und Reifen in der Verbindung mit Gott in einer Linie zum Alltag, zum Leben, wie es stattfindet?

Ursula Böcker |

Quellen: Mechthild von Magdeburg, Das fließende Licht der Gottheit; Marix-Verlag, Wiesbaden, 2010; Imitatio Christi, Thomas von Kempen: Fischer-Bücherei, Hamburg, 1957 ; Dietrich von Oppen, Marburger Aufzeichnungen, Radius Verlag Stuttgart 1983; E. Bender, Deutsches Lesebuch, Band 6, Verlag G. Braun, Karlsruhe 1954


4 neuhauser spalte bewahren und ver ändern

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as waren das früher für Feindschaften, die wegen katholischer und evangelische Glaubenszugehörigkeit Menschen und Familien entzweit haben. Wie oft wurden Beziehungen über unterschiedliche Religionszugehörigkeiten hinweg hier, wo „katholische“ und „evangelische“ Ortschaften sich abwechseln, zum Spießrutenlauf. Fest eingebunden in „ihre Religion“ waren die Menschen durch sie bestimmt, in ihrem Alltag und ihrer Haltung zueinender. Und heute? Selbstbestimmt wollen wir unser Leben leben. Auch haben die großen Kirchen ihren prägenden gesellschaftlichen Charakter längst verloren. Sie plagen die selben Nöte: Kirchenaustritte, schwindende Einnahmen, marode Gebäude, wenig besuchte Gottesdienste, schlechte Akzeptanz. Darüber sollten die alten Gegensätze verblassen, die für heutige Generationen sowieso nicht mehr nachvollziehbar sind. An den alten Grundsätzen halten – verständlicherweise – bestenfalls die Amtskirchen fest. Für die Basis sind viele Unterschiede kein Thema mehr. Wie gut, dass wir in Neuhausen noch in der katholischen Kirche mit unseren Gottesdiensten Gast sein dürfen. Wir teilen uns den Kirchenraum und sind froh, hier keine eigene Kirche unterhalten zu müssen. Ein Modell, das heute für viele Gemeinden der Region segensreich wäre und im „Ökumenischen Zentrum St. Georgen“ umgesetzt wurde. Nach Jahrhunderten der Spaltung sind wir gut beraten, als Christen uns zueinander zu bekennen und, energischer als bislang, den ökumenischen Gedanken mit Idee und Tatkraft in den Blick zu nehmen. Dazu sollten wir alle amtskirchlichen Freiheiten ausschöpfen und mutig nach gemeinsamen Wegen suchen. Wäre das nicht echt „reformatorisch“? Malte Müller |

Fürbittengebet Lasst uns beten für eine Kirche, in der das eine Wort wichtiger genommen wird als viele Wörter, in der die eine Botschaft mehr zählt als viele Schlagzeilen. Gott helfe uns. Amen. Lasst uns beten für eine Kirche, die ihre Stimme erhebt im Konzert der Mächtigen und sich auf die Seite derer stellt, die in ihrer Ohnmacht Unterstützung brauchen. Gott helfe uns. Amen. Lasst uns beten für eine Kirche, die nach Einheit strebt und nicht nach Einheitlichkeit, die nach Gemeinsamkeiten sucht und Unterschiede anerkennt. Gott helfe uns. Amen. Lasst uns beten für eine Kirche, in der der Mensch zählt und nicht die Menschen gezählt werden, in der die Liebe gelebt und das Leben geliebt wird. Gott helfe uns. Amen. Lasst uns beten für eine Kirche, die Neues annimmt und Bewährtes pflegt, die Fragen zulässt und Antworten nicht scheut. Gott helfe uns. Amen. Lasst uns beten für eine Kirche, die in die Welt hinausgeht und sich nicht hinter Mauern versteckt, die offen ist für viele Strömungen, aber nicht mit dem Strom schwimmt. Gott helfe uns. Amen. Lasst uns beten für eine Kirche, die nicht nur Gotteshäuser unterhält, sondern in der Gott ein Zuhause hat, die sich vom Geist leiten lässt und deren Leitung Geist hat. Gott helfe uns. Amen. Lasst uns beten für eine Kirche, in der nicht die vom „Dienen“ reden, die „Herrschen“ meinen, sondern in der der herrscht, der uns dient alle Tage bis an der Welt Ende. Gott helfe uns. Amen. Aus dem EKD-Magazin zum Themenjahr 2014, Reformation und Politik, S. 36 f, K. Oxen, Liturgische Bausteine für die Gottesdienstgestaltung (Nach einem Fürbittengebet von Eckhard Hermann, in: ders., Neue Gebete für den Gottesdienst II, München 2004)

grafik: Daniel Csörföly / CC-BY-SA 3.0

Echt reformatorisch

DACHREITER 2/2014


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Reformation zum gegenseitigen Vorteil | Luthers Anliegen einer Erneuerung der Kirche erschütterte auch die damalige Politik – weil deutsche Fürsten ihre Chance erkannten.

Reformator von Schwert-Trägern flankiert: Luther-Denkmal in Worms

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igentlich war Martin Luther ein unpolitischer Mensch, überzeugt davon, dass die Obrigkeit von Gott eingesetzt sei, dass jeder ihr zu gehorchen habe und die Pflichten seines Standes erfüllen müsse.

Foto: dieter schütz / pixelio

Als sich 1525 die deutschen Bauern erhoben, schrieb er, dies sei „unerträglich“, es gebe „nichts Schändlicheres, Teuflischeres als einen aufrührerischen Menschen“. Die Herren sollten den Aufstand gnadenlos niederschlagen. Zwar hatte Luther zuvor von der „Freiheit eines Christenmenschen“ gesprochen, damit aber allein die Glaubensund Gewissensfreiheit gemeint – auf der Grundlage seines Turmerlebnisses: Gnade vor Gott findet der Mensch allein durch seinen vertrauenden Glauben aufgrund des biblischen Gotteswortes – ohne Vermittlung der Kirche (vgl. Dachreiter 3/2013). Acht Jahre zuvor beabsichtigte Luther mit dem Anschlag seiner 95 in lateinischer Sprache abgefassten Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nichts anderes, als eine Diskussion unter Geistlichen anzuregen, um den Ablasshandel zu beenden. Damit trat er ungewollt eine Lawine los: Aus der beabsichtigten Erneuerung der katholischen (= allgemeinen) Kirche entwickelte sich schließlich die Spaltung der abendländischen Christenheit. Wer so sehr wie der Augustinermönch Martin Luther um die Rechtfertigung vor Gott gerungen hatte und sich durch die Erkenntnis befreit fühlte, dass Erlösung nicht durch gute Werke verdient werden kann, sondern dem Glaubenden durch Gnade geschenkt wird, der wird infolge dieser

frohen Botschaft (= Evangelium) unerschütterlich alle Anfeindungen und Aufforderungen zum Widerruf zurückweisen. Genau dies tat Luther und entfernte sich damit immer mehr von den Lehren der katholischen Kirche. Von deren Theologen provoziert, bekannte er sich im Jahr 1519 zu Jan Hus und betonte, Päpste und Konzilien könnten irren und hätten auch bereits geirrt. Vor Kaiser Karl V. und den Großen des Reiches in Worms berief er sich zwei Jahre später auf sein durch Gottes Wort gebundenes Gewissen und ließ sich auch nicht durch das Argument erschüttern, unmöglich könne ein Einzelner gegen die ganzen Christenheit Recht haben, da ja sonst die Christenheit tausend Jahre und mehr geirrt hätte. Dem Kaiser, der in Luther einen Ketzer sah, waren ebenso wie zuvor dem Papst die Hände gebunden. Unter dem Schutz des Kurfürsten von Sachsen verbrannte Luther öffentlich die Bann-Androhungsbulle; vor der Ächtung durch den Kaiser schützte ihn wiederum sein Landesherr, indem er ihn zum Schein überfallen und auf die Wartburg bringen ließ. Überhaupt sahen die Fürsten in dem Reformator zunehmend einen Mann, der ihnen Vorteile verschaffen konnte. Und dieser brauchte die Fürsten ebenso. Als nämlich während seiner Abwesenheit auf der Wartburg im Lande chaotische Zustände unter seinen Anhängern entstanden („Bilderstürmer“ und „Schwärmer“), wandte sich Luther an die Fürsten und errichtete mit ihnen die evangelischen „Landeskirchen“, wie sie in ihren Grundzügen noch heute bestehen.

Als „Notbischöfe“ zogen die evangelisch werdenden Fürsten den Kirchenbesitz ein, lösten die Klöster auf, reformierten das Schulwesen und die theologische Ausbildung, führten neue Gottesdienstformen ein und trotzten allen Versuchen, die alte Ordnung wiederherzustellen. Ohnmächtig musste der Kaiser zusehen, wie die Einheit des Glaubens verlorenging, denn er war auf die Fürsten angewiesen, wenn es um militärische Hilfe zur Abwehr französischer und sogar päpstlicher Angriffe ging, vor allem aber der Türken, die Ungarn eroberten und schließlich 1529 vor den Toren Wiens standen. Als Karl V. nach einigen Erfolgen im selben Jahr doch noch energisch gegen die Evangelischen vorgehen wollte, protestierten deren Vertreter auf dem Reichstag in Speyer – und wurden seitdem „Protestanten“ genannt. Im Jahr darauf legten sie ihr Bekenntnis in der „Augsburger Konfession“ schriftlich nieder. Die Fronten hatten sich verhärtet; die Glaubenseinheit war verloren. Der große, 30-jährige Glaubenskrieg sollte noch bevorstehen und im 17. Jahrhundert ganz Deutschland verwüsten. Aus ihm heraus ist aber letztlich der Gedanke der Toleranz geboren worden – auf dessen weltweiten Sieg wir heute einstweilen noch hoffen. Albrecht Moritz |


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DACHREITER 2/2014

bläsergottesdienst

Er ist schon Tradition und wird von Gemeinde und Bläsern geschätzt, der vom Posaunenchor vorbereitete und gestaltete Gottesdienst. Die Grundlage für die Versammlung am 16. März bildete der Gottesdienstvorschlag des Posaunendienstes. Das Thema „Außer Atem“ machte von vorn herein neugierig. Kindergartengottesdienst

Es war eine Herausforderung, das Motiv Wasser und die Geschichte vom Regenbogenfisch in den Kindergarten-Gottesdienst in der Passionszeit am 6. April einzubauen. Im Evangelium des Sonntags fand sich aber die nötige Brücke. Der Rangstreit der Jünger in Markus 10 inspirierte zu dem Thema „Der Größte ist der, der andere sieht“. Eindrucksvoll gestalteten die Kinder Wasserströme und Fische, sangen vom Ozean und der Fürsorge Gottes. Für die Kinder und Eltern schloss sich ein Frühlingsfest im Gemeindezentrum an.

Niemand hätte vermutet, dass Ende April noch Schnee liegt. Daher hatten sich auch nur 14 Teilnehmer angemeldet. Aber der Lift auf der Engstligenalp lief noch, und so konnten die Skifahrer drei Tage bei gutem Wetter im Schnee verbringen. Andere erkundeten die Gegend in Wanderschuhen. Geschwister Stähelin versorgten die Gruppe hervorragend, Benjamin Aberle hatte sein Gitarre zur Liedbegleitung mitgebracht. So fehlte nichts zu einer schönen Ski- und Wanderfreizeit. Nächstes Jahr in der Woche nach Ostern werden sicher wieder mehr mitfahren wollen.

konfirmation

Zehn Jugendliche bekundeten am 11. Mai in der Konfirmation ihren Willen, „Gottes Liebe anzunehmen und weiterzugeben“, wie es in der Liturgie hieß. Zwei Internatsschüler hatten sich entschieden, nach dem Besuch des Unterrichts in Königsfeld sich in ihren Heimatgemeinden konfirmieren zu lassen. Angeregt von dem Motto der Predigt „Wie können wir den Weg wissen“ (Johannes 14,5) erhielten die Jugendlichen einen magnetischen Wegweiser mit ihrem Konfirmationsspruch. Die Namen der Konfirmanden finden sich auf Seite 14 dieser Ausgabe.

Foto: U. Brusch; C. Huss; K. Strötgen

skifreizeit


DACHREITER 2/2014 abgebildet

Presbytereinsegnung

Im Gottesdienst am 16. Februar wurde Annerose KlingnerHuss zu einer Presbyterin der Brüder-Unität eingesegnet. Dabei geht es um eine in der Brüdergemeine übliche Bestätigung und Ermutigung der Pfarrer und Pfarrerinnen nach einer Reihe von Amtsjahren. Die Einsegnung hat Br. Volker Schulz aus Basel, Bischof der Brüdergemeine, vorgenommen. Schw. Klingner-Huss ist momentan im Schuldienst an den Zinzendorfschulen und im Kirchenbezirk als Vakanzvertreterin in Buchenberg und Weiler tätig.

Kindermutmachtage

„Worauf du dich verlassen kannst - Unterwegs mit Ruth“ war das Thema der diesjährigen Kindermutmachtage. Der Esel Elias hat als Moderator durch die Kindertage geführt. Im Familiengottesdienst war dann der erste Teil des Thema zu erraten: Worauf du dich verlassen kannst ...

Konfirmandenwochenende

Foto: C. Vollprecht; C. Huss; A. Jüngling

„Schritte im Leben“ war das Thema, unter dem sich die Jugendlichen über ihre Lebensstationen unterhielten. Zwölf Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie vier Begleitenden hatten im Februar jede Menge Platz im „Haus unterm Wald“ in Peterzell. Bei dem milden Wetter konnte man sich draußen mit Fußball, Tischtennis und Wikingerschach betätigen.

Öffnungszeiten

Seit dem 1. Januar hat das Gemeindebüro neue Öffnungszeiten. Da im Sekretariat nur noch eine Mitarbeiterin tätig ist, war eine Umstrukturierung nötig. Die Nachmittagsöffnung ist nun am Mittwoch. Das war für viele eine Umgewöhnung. Damit die Postdienste dennoch ihre Pakete loswerden können, wurde eine Klingel angebracht. Dankenswerter Weise haben sich weitere Ehrenamtliche gefunden zur Unterstützung des Sekretariats, beim Fertigmachen von Briefen und Aufhängen von Plakaten, beim Ausfüllen von Urkunden und bei der Pflege der Daten. Herzlichen Dank!

partnergemeinden

Vom 24. bis 25. Mai besuchte eine kleine Delegation aus Königsfeld (A. Munk-Rombach, C. Huss und P. Korkowski) die thüringische Partnergemeinde Neudietendorf aus Anlass ihres 250-jährigen Bestehens. Sie überreichten neben der gesammelten Kollekte eine Kuckucksuhr aus Teig. Die kleine Gemeinde hat das Jubiläum als willkommene Ermutigung in unsicheren Zeiten erfahren. Drei Wochen zuvor hatten A. Klingner-Huss und C. Vollprecht die Partnergemeinde Rotterdam (Niederlande) zur Feier des 40-jährigen Bestehens besucht (Bild oben).

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DACHREITER 2/2014

Damit Neues entstehen kann

Der andere Weg zur Mittleren Reife

ie „Pilgerruh“ in der Stellwaldstraße hat eine lange Geschichte hinter sich: Brauerei, Erholungsheim, Schulsanatorium, Lazarett, Wäschefabrik und Altenheim. Seit das Alten- und Pflegeheim Christoph-Blumhardt-Hause im Jahr 2009 den neuen Gebäudetrakt bezogen hatte, stand die Pilgerruh leer. Nun ist sie abgerissen worden, um einem Neubau zu weichen. Das Verschwinden des Hauses und die sorgfältige Aufräumarbeit der Abrissfirma fanden viel Interesse.

ach der Grundschule auf die Realschule und sechs Jahre später die Mittlere Reife? Oder aufs Gymnasium und acht Jahre später das Abitur? Diese Wege sehen für einige Zehntklässler so beschwerlich aus, dass sie gar nicht erst den ersten Schritt wagen und lieber den Hauptschulabschluss anstreben. Doch was, wenn sie später doch besser in der Schule zurechtkommen als gedacht? Wenn sie Freude am Lernen haben und nun doch gerne einen mittleren Bildungsabschluss hätten? An den Berufsfachschulen der Zinzendorfschulen haben sie dazu die Gelegenheit. Die zweijährige Berufsfachschule Hauswirtschaft und Ernährung gibt es seit 1970, vor drei Jahren kam die Berufsfachschule Wirtschaft dazu. In beiden Profilen können Absolventen der 9. Klassen jeder Schulart diesen berufsbildenden Weg zu einem mittleren Bildungsabschluss einschlagen und in zwei Jahren die Fachschulreife erlangen. Damit steht

Am 28. Mai 2014 wurde mit dem ersten Spatenstich der Bau der neuen Pilgerruh begonnen. Es entsteht unter Regie der FWD Hausbau- und Grundstücks GmbH ein Gebäude mit 22 betreuten Eigentumswohnungen für Senioren. Daneben gibt es in der Trägerschaft der Brüdergemeine nach wie vor die Seniorenappartements im Herrnhuter Haus und die Betreuten Wohnungen innerhalb des CBH. |

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ihnen auch der Weg zum Abitur an einem der beruflichen Gymnasien offen. Derzeit sind beide Berufsfachschulen im Erdmuth-Dorotheen-Haus untergebracht, dort steht eine voll eingerichtete Lehrküche zur Verfügung und auch die Computerräume im Haus Katharina von Gersdorf sind von dort aus zu erreichen. Deutsch, Englisch und Mathematik stehen in beiden Berufsfachschulen auf dem Stundenplan, ergänzt von berufsfachlicher Kompetenz, die bei der BFH aus Ernährungslehre, Textilverarbeitung und Wirtschaftslehre besteht, bei der BFW aus Volks- und Betriebswirtschaftslehre sowie Datenverarbeitung (Bild unten: Training mit Tastaturabdeckung). In beiden Schulprofilen wird großer Wert auf Praxisnähe gelegt – auch ein jeweils einwöchiges Betriebspraktikum hilft bei der Berufswahl. Stephanie Wetzig |

Foto: C. Huss; P. Korkowski; zinzendorschulen

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| Die Berufsfachschulen in Königsfeld bieten eine zweite Chance.


DACHREITER 2/2014 gemeintag herrnhaag 2014

Je tz t an m elde n!

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Wahrheit wagen | das herausfordernde Erbe des Jan Hus

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er weiß, was die Wahrheit ist? Gibt es nicht viele Wahrheiten? „Wahrheit“ weckt heute viele Fragen.

Freitag, 18. Juli

Wir freuen uns auf die Anmeldung bis zum 21. Juni 2014 an die Sozietät Herrnhaag. Es laden ein die Sozietäten in der Schweiz und die Gemeinden im Südwesten Deutschlands: Bad Boll, Ebersdorf, Königsfeld, Neuwied und Rhein-Main und die Sozietät Herrnhaag. Teilnehmerbeiträge Erwach- Nicht-Ver- Jugendliche Kinder sene dienende (11-17 J.) (4-10 J.) Übern. im Haus Übern. im eig. Zelt

60 € 45 €

40 € 30 €

25 € 15 €

15 € 10 €

Kinder (bis 3 J.)

Familie

0 € 0 €

125 € 90 €

Die Unterbringung im Haus ist einfach und die Bettenzahl begrenzt. Wer im eigenen Zelt übernachtet, zahlt einen geringeren Preis. Übernachtungen im Hotel oder einer Pension sind gegen Aufpreis möglich. Mit der Anmeldung ist eine Anzahlung von 25 € pro Erwachsenem zu überweisen. Ev. Brüdergemeine Rhein-Main, Konto-Nummer 4004566 bei der Ev. Kreditgenossenschaft, BLZ 520 604 10, IBAN:DE 37 5206 0410 0004 0045 66, BIC: GENODEF1EK1, Kennwort: Gemeintag + Name

Vormittag

Jetzt neu mit noch mehr Wärme auf dem Herrnhaag! Erstmals findet der Gemeintag vor den Sommerferien statt – Herzlich willkommen!

Samstag, 19. Juli • Andacht, Begegnung mit Jan Hus • Bibelarbeitsgruppen • „Wahrheit wagen“, persönliche Impulse, Gesprächsrunden • Kinderprogramm parallel

Nachmittag

Der Gemeintag bietet die Gelegenheit zum Austausch über diese Fragen, zur gegenseitigen Ermutigung und zur fröhlichen Begegnung von Jung und Alt.

• Ankommen ab 17.30 Uhr • Abendessen um 18.30 Uhr • „Sag die Wahrheit“, Singen, Lagerfeuer

• Workshops: Rollenspiel/Theater, Chor, Gesprächsrunden > „Hus - Einstehen für Wahrheit“ > „Erziehung zur Wahrheit“ > „Mission und die Wahrheit der anderen“ • Freizeit

Abend

Vor fast 600 Jahren wurde Jan Hus, der für die Geschichte der Alten Brüder-Unität eine große Bedeutung hatte, als Ketzer in Konstanz verbrannt, weil er für die Wahrheit eintrat. Was sagen uns Menschen wie er heute? Wir sind alle auf der Suche nach der Wahrheit unseres Lebens. Und wir spüren, wie wichtig heute Zivilcourage ist. Auch wir würden vielleicht gern mehr Wahrheit wagen.

Programm: Das haben wir vor!

• Singstunde • „Das Spiel mit der Wahrheit“ • Nachtfilm

Sonntag, 20. Juli • Familiengottesdienst mit Abendmahl • Mittagessen gegen 12.15 Uhr • danach Abreise

Anmeldung zum Gemeintag 2014 auf dem Herrnhaag

Bitte senden an die Sozietät Herrnhaag z. Hd. Herrn Erdmann Becker Herrnhaag 2 · 63654 Büdingen

Vorname

Nachname

Alter

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... im Zelt

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... im Hotel / einer Pension

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E-Mail: becker@herrnhaag.de Ich/wir wollen übernachten ...

Auf jeden Fall

Bei Bedarf

... im Haus

Anreise mit

der Bahn

dem Auto

Anschrift: ..........................................................................................................

foto: zvg.

Sonstiges:

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Telefon:

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E-Mail:

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Liebe Kinder, liebe Jugendliche, liebe Eltern!

junger DACHREITER 2/2014

Blick über den Tellerrand

Das Wort Reform ist in diesen Tagen in aller Munde. Unsere Politiker beschäftigen sich mit zahlreichen Reformen auf unterschiedlichsten Gebieten. Dabei ist der Begriff Energiewende nur einer von vielen. Ob auf dem Gebiet des Strafrechts, des Verkehrssicherheitsschutzes oder der Bildung ist man um Verbesserungen oder Einsparungen bemüht. Auch in der Kirche wird immer wieder überlegt, wo und wie man etwas verbessern kann, um heutige Menschen zu erreichen und ihnen die Bibel nahe zu bringen. „Cooler Typ“: Taizé-Bruder bei einem Gottesdienst.

s ist schwierig, in die unterschiedlichen Lebenswelten der Menschen Gottes Wort hinein zu sprechen. Mir scheint, einfacher ist es, durch liebevolles Handeln ein Stück Evangelium zu leben. Ein Kirchenkritiker äußerte einmal: „Wissen Sie, was der größte Irrtum der Christenheit war? Sie erzählte einst den Leuten, dass Gott auf einer Wolke wohne und am Himmel über die Erde ziehe. Seither schwebt die Kirche, auf der Suche nach Gott, in unerreichbaren Höhen, während Gott sich hier auf der Erde den Staub unserer Straßen von den Füßen wischt.“ Vielleicht ist das etwas überspitzt formuliert, aber mich hat dieser Satz zum Nachdenken gebracht. Warum werden unsere Gemeinden kleiner? Warum suchen junge Menschen in anderen Dingen, wie zum Beispiel in einer bunten Medienlandschaft, ihr Heil? Warum trifft man sich in der Facebook-Gemeinde und nicht im Jugendkreis? Ist Kirche zu weit entfernt von der Lebenswirklichkeit heutiger Menschen? Warum trifft sie Gottes Wort weniger als früher in ihrem Lebensalltag? Lange dachte ich, es gibt zu viel Anderes, was unser Leben beeinflusst, wie im Gleichnis vom Sämann: Der Same (Gottes Wort) fällt auf felsigen Boden, wo er verdorrt, auf den Weg, wo er zertre-

ten wird oder vom Unkraut überwuchert wird. Aber heute weiß ich von vielen jungen Menschen, die große Sehnsucht nach sinnerfülltem Leben ohne Zukunftsängste haben. Ihnen Gott nahezubringen als Ansprechpartner, Kraftquelle, Tröster ... ist mir stets ein Anliegen. Aber die Begeisterung, das Brennen für Gott, wie es Menschen wie Martin Luther bei seiner Reformation vor 500 Jahren hatte, diese Intensität würde ich mir heute mehr wünschen. Wobei es bei seiner Reform der Kirche natürlich nicht nur um Ausstrahlung, sondern auch um Wahrhaftigkeit und Inhalte ging. Durch seine Bibelübersetzung war Gottes Wort für jeden verständlich und befreite die Menschen von Angst und Tyrannei. Wenn ich heute an Reformen in der Kirche denke, denke ich vor allem auch an eine verständliche Sprache, moderne Lieder, Gottesdienste, in denen auch die Gemeinde zu Wort kommt, viel mehr Nähe, Kommunikation und Begleitung der Menschen. Dass das möglich ist, zeigt Taizé. 5000 junge Leute, 50 Brüder, intensives Miteinander, gelebtes Wort Gottes und viel, viel Musik. Dazu kommt eine Portion Lockerheit, die nicht jedem Mitarbeiter in der Kirche gelingt. Ich hörte, wie Jugendliche

einen jungen Bruder in Taizé lobten: „Die Brüder können so gut singen, Sie können es auch ganz toll.“ Worauf er antwortete: „Ich bin auch sonst ein ganz toller, cooler Typ.“ Und alle mussten lachen. Das ist vielleicht auch noch ein Stichwort: öfter mal Feste feiern und lachen. „Die Deutschen sagen immer als erstes: „Ich habe ein Problem oder mich beschäftigt folgende Sorge“, stellte ebenfalls ein Bruder in Taizé fest, wenn sie ihn um ein Gespräch bitten. Ist das nun typisch deutsch, alles zu problematisieren? Gelingt uns deshalb ein fröhliches Miteinander so schwer? Ich habe jedenfalls festgestellt, dass es Sinn macht, immer mal über den Tellerrand hinauszusehen und in andere Gemeinden hineinzugehen, zum Beispiel im Urlaub, und sich Anregungen zu holen. Christus baut seine Kirche auf verschiedenste Art und Weise, und wir können zuversichtlich sein, dass sie nicht untergehen wird. Davon war auch Martin Luther überzeugt, sonst hätte er sein Leben nicht dafür riskiert. Im Rätsel auf der folgenden Seite könnt Ihr noch mehr über ihn erfahren. Eine schöne Sommerzeit mit vielen herrlichen Ferien- und Urlaubstagen wünscht Euch Eure Renate Brach |

Foto: Claude Truong-Ngoc / CC-BY-SA 3.0

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foto: zvg.

f端r Kinder, jugend und Eltern

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DACHREITER 2/2014

KonziliareR Prozess: „Mit Essen spielt mensch nicht!“ Tagung im Zinzendorfhaus, Neudietendorf, vom 23. bis 26. Oktober 2014

Die Lebensmittelpreise stiegen 2010 um mehr als 30 Prozent und stürzten mehr als 40 Millionen zusätzliche Menschen in absolute Armut. Dagegen investierten bis Ende März 2011 Kapitalanleger 600 Milliarden Dollar in Wetten mit Rohstoffen, wie Mais und Weizen. Es gibt es einen Zusammenhang zwischen diesen Finanzspekulationen und dem Hunger auf der Welt! Wir konnten mit Herrn Markus Henn vom WEED - Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e. V. einen hochkarätigen Spezialisten zum Thema gewinnen, wollen uns aber dem Thema auch basisnah nähern, damit es für die Behandlung und Bearbeitung in den Gemeinden aufbereitet ist. Gemeinde-Delegierte und Interessierte sind herzlich willkommen, denn von Eurer Teilnahme und Eurem Engagement lebt die Tagung und bleiben die Themen des Konziliaren Prozesses – Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung – in unseren Gemeinden lebendig. Teilnehmerbeitrag 80 Euro; Einzelzimmer zzgl. 30 Euro, evtl. Fahrtkostenerstattung Kosten für Delegierte trägt die jeweilige Gemeinde „Freikarten“ für fünf junge Teilnehmer/innen Verbindliche Anmeldung bis 30. Juni bitte an konziliarerprozess@ebu. de oder per Post an: Matthias Stöckermann, Haupstr. 45a, 26969 Butjadingen, Tel.: (0151) 58175150; Teilnehmer/innen erhalten Ende August ein Bestätigungsschreiben mit weiteren Hinweisen und Informationen.

gottesdienste in neuhausen 22. Juni 2014, 9.00 Uhr 27. Juli 2014, 15.30 Uhr Tauferinnerungsgottesdienst anschließend Sommerfest 24. August 2014, 9.00 Uhr 21. September 2014, 9.00 Uhr oder 27. September 2014, 17.30 Uhr 28. September 2014, 10.00 Uhr Regio-Hof-Gottesdienst mit Kapellen in Buchenberg

versammlungen So 10.00 Uhr Mi 18.15 Uhr Do 19.30 Uhr Sa 19.00 Uhr

vorschau 2015 und 2016

Voraussichtlich vom 19. bis 21. Juni 2015 findet in Königsfeld die Mitgliederversammlung der Herrnhuter Missionshilfe statt. Zugleich erwarten wir an diesem Wochenende einen Chor aus Tansania, sodass es ein großes Missionsfest wird. Zur Unterbringung der Gäste hoffen wir auf Ihre Hilfe. Vom 5. bis 8. Mai 2016 soll in Königsfeld das große Treffen der Kirchenchöre der Brüdergemeine stattfinden.

Predigtgottesdienst Friedensgebet Bibelgespräch Singstunde (Liedgottesdienst)

persönliche mitteilungen - - - - - - - - - TAUFEN - - - - - - - - -

27. 4. 2014 Sofia Schwenk (Nikolaus-Kirche, Buchenberg)

Heidelberg-Rohrbach, 22. Juni, 15.00 Uhr, „Schweizer Hof“, Heinrich-Fuchs-Str. 85

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine mit Br. Manfred Kruppa Heidelberg-Rohrbach, 22. Juni, 15.00 Uhr, „Schweizer Hof“, Heinrich-Fuchs-Str. 85

Gottesdienst nach Ordnung der Brüdergemeine mit Br. Manfred Kruppa Gemeintag auf dem Herrnhaag 18. - 20. Juli

Siehe dazu die Einladung auf Seite 13

Wochenende in Königsfeld, 26. - 27. Juli

Die jährliche gemeinsame Sitzung von Ältestenrat und Bereichsbeirat in Königsfeld. Geschwister von außerhalb Königsfelds sind an diesen Tagen herzlich in den Schwarzwald eingeladen, zu einer Spirituellen Wanderung „Zu den Quellen“ mit Br. Huss am Samstag um 15.30, zur Singstunde um 19.00, am Sonntag zur Predigtversammlung mit anschließend dem Bericht über die Synode der Brüdergemeine. Wenden Sie sich bitte an das Gemeindebüro, wenn Sie eine Übernachtungsgelegenheit brauchen.

Bereichstermine in Freiburg

Der Freiburger Kreis trifft sich jeden Monat in der Petrusgemeinde, Lorettostraße, Freiburg schon um 18.30 Uhr: 18. Juli, 12. September, 10. Oktober Langensteinbach, 21. Sept., 15.00 Uhr Heidelberg-Rohrbach, 12. Okt., 15.00 Uhr Heidelberg-Rohrbach, 16. Nov., 15.00 Uhr Adventstreffen: 14. Dez., 15.00 Uhr,

Das traditionelle Adventstreffen findet dies Jahr erstmals in Karlsruhe-Rüppur statt, im Evang. Gemeindehaus, Diakonissenstr. 26, 76199 Karlsruhe. Es liegt direkt neben dem Diakonissenkrankenhaus. Straßenbahnhaltestelle: Tulpenstraße / Diakonissenstraße Straßenbahn-Albtalbahn S 11 oder S 1 Freiburg: Angebot für Jüngere

Ein Angebot für jüngere Mitglieder der Brüdergemeine und Interessierte ist in Vorbereitung. Interessierte melden sich bitte direkt bei Thomas Gerold. Weitere Informationen: www.evik.de

- - - - - - - Konfirmation - - - - - - -

11. 5. 2014 in Königsfeld: Raphael Baum, Alisa Ernst, Ronja Kwiasowski, Marc Lehmann, Ann-Kathrin Constanze Moritz, Alexandra Schwanenberger, Lisa Schwarz wälder, Tom Niklas Strötgen, Martin Teichert, Lennart Leon Theobald 4. 5. 2014 in Bad Dürrheim: Stephan Köh ler 11. 5. 2014 in Weinheim: Nicolas Brunotte 11. 5. 2014 in Stegen: Kira Schiewe 18. 5. 2014 in Radolfzell (in Königsfeld unterrichtet): Robin Gundlach 25. 5. 2014 in Oberaichen (in Königsfeld unterrichtet): Christian Rieker

- - - - - - - - AUFNAHMEN - - - - - - -

in die Ev. Brüdergemeine Königsfeld 3. 5. 2014 Dieter Schuh 5. 5. 2014 Reinhard Kachler

- - - - - - - - HEIMGÄNGE - - - - - - - -

2. 1. 2014 Erika Stannebein (74 Jahre) 21. 2. 2014 Rosel Michel (81 Jahre) 2. 3. 2014 Hilda Obergfell, geb. Weisser (94 Jahre) 13. 3. 2013 Kurt Heinrich Will (73 Jahre) 1. 4. 2014 Rosemarie Lackschewitz, geb. Pohlmann (92 Jahre) 24. 4. 2014 Katharina Margarete Luise Eleonore Menton, geb. Lauth (93 Jahre) 24. 5. 2014 Detlef Kurt Ernst Schulz (72 J.)

Foto: zvg.

termine im bereich


DACHREITER 2/2014 nachrichten & termine Sammlung Diakonie Baden

In der Woche der Diakonie vom 29. Juni bis 6. Juli bittet die Evangelische Kirche in Baden um Unterstützung für die diakonische Arbeit in Gemeinden, Kirchenbezirken und der Landeskirche. Anders als bisher in Königsfeld üblich liegen einer Teilauflage dieser Dachreiter-Ausgabe Informationsbroschüren und Überweisungsträger für Ihre Spende bei. Kto-Inhaber: Ev. Brüdergemeine Königsfeld Bank: Volksbank Villingen-Baar-Hegau IBAN: DE47 6949 0000 0006 0209 92 BIC: GENO DE61 VS1 Verwendungszweck: „Woche der Diakonie“ Spendenquittungen für Beträge ab 50 Euro stellen wir Anfang 2015 aus. Bei kleineren Beträgen ist der Einzahlungsbeleg für den steuerlichen Nachweis ausreichend. Spenden können auch gerne direkt in die Wandkassen an den Eingängen des Kirchensaals eingeworfen werden. Generation 55plus

Die Evang. Bezirksstelle 55plus initiiert Veranstaltungen und Projekte für und mit Menschen in der zweiten Lebenshälfte in Kooperation mit den Kirchengemeinden, anderen Einrichtungen des Kirchenbezirks und den kommunalen Gemeinden. Falls Sie eine neue Herausforderung suchen, nehmen Sie mit mir Kontakt auf! Gerne berate ich Sie auch bei der Umsetzung Ihrer Ideen. Aktuelle Angebote: RadioReif – ein Medienprojekt in Villingen, Arbeitskreis Kirchengeschichte in Villingen, Medien-Sprechstunde in St. Georgen und die „Herzenssprechstunde“ Gesprächskreis für pflegende Angehörige in Bräunlingen, Kunst-Exkursionen Kontakt: Petra Glünkin Bezirksdiakonin 55plus, Mönchweilerstr.4, 78048 Villingen, E-Mail: 55plus@ekivill.de, Tel: 015787043948 oder 07721-8451-69

kontakt

22. Juli: Besuch aus Mangalore (Südindien)

Seit Anfang der 1990er-Jahre besteht die Partnerschaft zwischen dem Kirchenbezirk Villingen und der Diözese Karnataka-Süd rund um Mangalore in Südindien. Nachdem über Ostern 2013 eine Gruppe aus unserem Bezirk in Indien war, freuen wir uns in diesem Jahr auf einen Gegenbesuch aus Mangalore. Am 22. Juli ist die Gruppe in Königsfeld; morgens ist eine Begegnung mit den Schulen, am Nachmittag mit der Gemeinde geplant. Die evangelischen Gemeinden an der südöstlichen Küste Indiens wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Missionaren der Basler Mission gegründet. Mit der Unabhängigkeit Indiens nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich die protestantischen Kirchen in Südindien zur „Church of South India“ (CSI) zusammengeschlossen. Heute leben sie als kleine, aber selbstbewusste Minderheit inmitten einer Mehrheit von Hindus und Muslimen. öffnungszeiten Gemeindebüro Montag, Dienstag, Donnerstag Freitag Mittwoch

10 – 12 Uhr 14 – 16 Uhr

Historische Sammlung Geschichte der Brüder-Unität und Königsfelds; Exponate aus der Herrnhuter Mission Sonntag und Feiertag 11 – 12 Uhr Der Laden mittendrin Friedrichstraße 7 Second-Hand-Shop für Spiele, Haushaltswaren und Bücher, Treffpunkt zum Gespräch Montag – Samstag 10 – 12 Uhr Montag – Freitag 5 – 18 Uhr

SCHWESTERNSEMINAR der Herrnhuter Brüdergemeine

grafik: zvg.

3. – 5. Oktober 2014 · Herrnhaag bei Büdingen Jesus, wer bist du? Gott und Mensch zugleich ... Wie bringen wir die vielfältige Person Jesu zu einem ganzen Bild zusammen? Mit ihm zu gehen, ist der Schlüssel, ihm näherzukommen. Das wollen wir an diesem Wochenende in einer besonderen Intensität tun. Im BIBLIODRAMA nähern wir uns einer biblischen Geschichte mit Körper, Geist und Seele. Im Prozess der Begegnung mit dem Text und den anderen erleben wir etwas von seiner Aktualität für unser Leben. Karen Bossow, Bochum, und Beate Manns-Düppers, Frankfurt, ausgebildete Lehrbibliodramaleiterinnen (GfB), werden uns dazu anleiten.

Maximal 20 Teilnehmerinnen; Anmeldung bis zum 9. Juli 2014 bei: Katharina Rühe, Witzfeldstraße 62, 40667 Meerbusch, Tel. (021 32) 75 76 61 E-Mail: herrnhuter.bruedergemeine. nrw@t-online.de Dann gibt es weitere Informationen. Es freuen sich auf Euch Dörte Bausch, Heike Groß und Katharina Rühe

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EVANGELISCHE BRÜDERGEMEINE EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE Zinzendorfplatz 3, 78126 Königsfeld Tel.: (077 25) 93 82 0, Fax: (077 25) 93 82 22 E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org • Pfarrerin Annerose Klingner-Huss Pfarrer Christoph Huss; Tel.: (077 25) 93 82 20 E-Mail: huss@koenigsfeld.org • Pfarrerin Silke Bauer-Gerold; Tel.: (077 25) 93 82 26 E-Mail: bauer-gerold@koenigsfeld.org • Pfarrer Thomas Gerold; Tel.: (077 25) 93 82 26 E-Mail: gerold@koenigsfeld.org • Verwaltungsleiter Peter Korkowski Tel.: (077 25) 93 82 12 E-Mail: korkowski@koenigsfeld.org • Kantorin Ulrike Brusch, Tel.: (077 25) 10 70 E-Mail: brusch@koenigsfeld.org • Jugenddiakonin Renate Brach, Tel.: (077 25) 71 42 E-Mail: r.brach@koenigsfeld.org Jugendräume Tel.: (077 25) 93 82 15 Ev. Kindergarten „Arche“ Tel.: (077 25) 28 32 E-Mail: kindergarten@koenigsfeld.org Diakonisches Werk im Schwarzwald-Baar-Kreis Beratungsstelle für Schwangere und junge Familien, Allg. Sozialberatung, Kurvermittlung, Schuldenberatung, Tel.: (07721) 84 51 50, E-Mail: villingen@diakonie.ekiba.de, www.diakonie-sbk.de Sozialstation Judith Wolf-Baum Tel.: (077 25) 91 57 14, 0152 217 317 55 Kontaktadressen Region Nord • Katharina Kronbach, Leopoldstraße 61, 76337 Waldbronn, Tel.: (072 43) 358 77 85, E-Mail: k.kronbach@koenigsfeld.org • Manfred Kruppa, Brückstraße 7, 76703 Kraichtal 2, Tel.: (072 51) 96 14 51 E-Mail: m.kruppa@koenigsfeld.org • Andreas Schlimm, In den Klostergärten 31, 67227 Frankenthal, Tel. + Fax: (062 33) 288 47, E-Mail: ab.schlimm@koenigsfeld.org Kontaktadressen Region Süd • Barbara Hofmann, Emmendinger Straße 14 79211 Denzlingen, Tel.: (076 66) 990 87 • Pfr. i. R. Gerold Peper, Hammersteiner Straße 15 79400 Kandern, Tel.: (076 26) 97 27 11, 597 22 49 SeniorenAppartements im Herrnhuter Haus Zinzendorfplatz 7; Leitung: Peter Korkowski (s. o.) Alten- & Pflegeheim Christoph-Blumhardt-Haus Stellwaldstraße 1, 78126 Königsfeld Leitung: Jürgen Lieberum, Tel.: (077 25) 93 85 0 E-Mail: info@christoph-blumhardt-haus.de Bankverbindung / Spendenkonto Konto-Inhaber: Ev. Brüdergemeine Königsfeld Bank: Ev. Kreditgenossenschaft IBAN: DE38 5206 0410 0000 5075 04 SWIFT-BIC: GENO DEF1 EK1 Für Überweisungen an die Ev. Kirchengemeinde bitte Verwendungszweck „Landeskirche“ angeben.

impressum Dachreiter, der Gemeindebrief der Evangelischen Gesamtgemeinde Königsfeld, erscheint vierteljährlich für Mitglieder, Einwohner, Gäste und Freunde. Herausgeber: Evangelische Brüdergemeine und Evangelische Kirchengemeinde Königsfeld (Anschrift s. o.) Verantwortlich für diese Ausgabe: Christoph Huss Realisation & Verlag: DIGNUS.DE Medien GmbH Klimafrendlich gedruckt: www.klima.dignus.de 2,50 Euro je Ausgabe 9 Euro im Jahr für vier Ausgaben


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Dachreiter

DACHREITER 2/2014

Wegbereiter der Reformation – folge 2 16

DACHREITER 2/2014

Die Suche nach dem wahren Weg

| Es war ein großes Spektakel, es war ein Aufbruch und es war eine große Enttäuschung: das Konzil in Konstanz von 1414 bis 1418.

Man kann sich kaum vorstellen, wie die kleine Bodenseestadt mit ihren damals 6.000 Einwohnern dies bewältigte: Im Spätherbst des Jahres 1414 versammelten sich in Konstanz 29 Kardinäle, etwa 300 Bischöfe, die Vertreter der führenden Universitäten und 600 Fürsten mit ihrem Gefolge. 72.000 Fremde soll die Stadt im Laufe des Konzils beherbergt haben. Vor ihren Toren entstand eine Lagerstadt, die Klöster der Umgebung wurden in Massenquartiere umgewandelt. Auf dem Landund Wasserweg wurde von allen Seiten Baumaterial und Nahrungsmittel für Menschen und Tiere herbeigeschafft. Wozu der ganze Aufwand? Es ging um das Wohl und das Seelenheil der Menschen in Europa. Es ging um Politik und um die Kirche, die eng miteinander verwoben und aufeinander angewiesen waren. Nationalpolitische Interessen hatten zum „großen abendländischen Schisma“ geführt: zwei und zeitweilig sogar drei Päpste konkurrierten miteinander, schlossen Anhänger des jeweils anderen aus der Kirche aus. Doch wie sollte man ohne die vermittelnde Rolle der Kirche das Seelenheil erlangen? Für viele damals unvorstellbar.

Ein Aufbruch

Es gab aber auch, wie zu aller Zeit, die anderen, die ahnten oder wussten, dass Glauben und Kirche auch viel einfacher geht, mit der Bibel, mit einfacher Auslegung und Feier in Kapellen, Häusern und auf Plätzen, mit Hilfen für Bedürftige. Auch in Böhmen hat es sie gegeben, längst bevor Jan Hus auftrat. Etwa den Österreicher Konrad Waldhauser, den noch Karl IV. zum Hofprediger in Prag bestellt hatte. Er kritisierte ohne Scheu das kirchliche Machtgefüge und die Unsitten der Bürger. Nach seinem Tod übernahm einer seiner Schüler, Jan Milic aus Kresmir, sein Erbe. Durch all diese Prediger entstanden an vielen Stellen kleine Kreise von frommen Leuten, die abseits der offiziellen Kirche aus der Bibel oder frommen Schriften lasen. Das große Konzil weckte viele Hoffnungen. Nicht nur das große Schisma zu beenden, was dank König Sigismunds Geschick und Zähigkeit auch gelang. Auch große Glaubensfragen waren zu klären. Und eine allgemeine Reform der Kirche war ein Wunsch von vielen. Wie man dies zu erreichen suchte, war einzigartig. Wer immer etwas zu sagen hatte in Kirche und Politik, wurde eingeladen.

thema: KONZIL ZU KONSTANZ Neben dem Gedenken an den Ersten Weltkrieg (1914-1918) beschäftigt uns in diesem Jahr auch die Erinnerung an das Konzil zu Konstanz (1414-1418). Mit dem Prozess gegen den böhmischen Reformator Jan Hus (geb. um 1369) und dessen Verbrennung als Ketzer (1415) wurde auf dem Konzil 100 Jahre vor Luthers Reformation die alte Kirche noch einmal vor der Spaltung bewahrt. Aber die Ideen zu einer Reform an Haupt und Gliedern ließen sich durch das Ausstreuen der Asche eines „Ketzers“ in den Rhein nicht mehr aus der Welt schaffen.

Eine Enttäuschung

Auch der Prager Magister Jan Hus wurde eingeladen. Er wusste, dass er trotz des vom Kaiser zugesicherten freien Geleits sein Leben riskierte. Aber wie hätte er in Böhmen bleiben können, wenn sich die Gelegenheit bot, der Elite des Abendlands seine Gedanken vorzutragen. Um der Kirche willen. Und um der Menschen willen, die es verdienten, dass man ihnen Gottes Wort als die Wahrheit sagte, die ihr Leben verändern und retten konnte. Die Wahrheit war Hus wichtiger als sein Leben. Reden konnte Hus nur auf dem Weg von Prag nach Konstanz und in den ersten Wochen dort auf den Straßen und in den Häusern. Am 3. November 1414 traf er ein, aber schon nach drei Wochen sorgten die Kardinäle für seine Verhaftung, noch ehe der König eintraf. Dass Hus nie recht zu Wort kam vor dem Konzil, war eine große Enttäuschung für ihn und seine Anhänger. Am 6. Juli 1415 wurde er als Ketzer verbrannt. In den Fragen des Glaubens und der Kirchenreform kam das Konzil auch in den nächsten drei Jahren nicht zum Ziel. Aus Sicht derer jedenfalls, die sich eine andere Kirche wünschten. Die Enttäuschten suchten in den folgenden Jahren auf unterschiedliche Weise Veränderung, auf gewaltsamem und friedlichem Wege. Die Brüdergemeine, die sich 1457 in Böhmen formierte, war eine der Gruppen, die aus der böhmischen Reformbewegung hervorgingen.

Christoph Huss |

foto: zvg.

Ein Spektakel

Dachreiter 2014-2  
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