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Berge, Birnen, Barbarossa

Der Reiseführer für den Naherholungskreis Göppingen


LESEPROBE

Impressum

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Für die Mitarbeit am Reiseführer bedanken wir uns bei: Christian Bartels, Gerhard Brückner, Eckhard Christof, Peter Düngen, Jörg Geiger, Anton Hegele, Paul Kaisser, Regina Knaupp, Wolfgang Lissak, Reiner Lohse, Martin Mönich, Erika Mühleis, Christel Mühlhäuser, Reinhard Rademacher, Ernst Rapp, Heidi Rapp, Frank Reutter, Waltraut Riemer, Gerda Sautter, Matthias Scholz, Maria Stollmeier, Rolf Straubinger, Franz Weber, Kurt Weiler, Walter Ziegler

Berge, Birnen, Barbarossa: Der Reiseführer für den Naherholungskreis Göppingen / [hrsg. von der WiF Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Göppingen mbH]. Von Angelika Bruder und Martin Brückner – Göppingen, Stuttgart: Hampp Verlag 2007 ISBN: 978-3-936682-08-3 NE: Bruder, Brückner

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WiF Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Göppingen mbH, Göppingen, 2007 ISBN: 978-3-936682-08-3 Alle Rechte vorbehalten. Konzeption & Redaktion, Gestaltung & Satz: DIGNUS.DE Medien GmbH – www.dignus.de Druck: C. Maurer Druck und Verlag, Geislingen 1. Auflage Auslieferung über: HamppVerlag – www.hamppverlag.de

im Rahmen von


LESEPROBE

Inhalt

Straße der Staufer

Auf historischen Spuren durch den Stauferkreis. Wo ein europäisches Herrschergeschlecht im 11. Jahrhundert Geschichte schrieb, kann man sich heute erholen und Interessantes erfahren.

3 Seite 4

Streuobst, Heide, Waldgeschichten

Entdeckungstour durch die Natur des Naherholungskreises Göppingen: Von den Schlater Streuobstwiesen auf den Boßler mit seinen Wacholderheiden und in den Wald rund um den Herrenbachstausee.

3 Seite 52

Tatort Schwäbische Alb

Tote Saurier sinken auf den Meeresgrund, Vulkane speien Gaswolken, Flüsse verändern ihren Lauf. Der Kampf der Naturgewalten durch die letzten 200 Millionen Jahre ist noch heute sichtbar.

Service

3 Seite 90

3 Internet-Link; Reiten Skating, Ski, Wandern, Golf Fliegen, Bike Nordic Walking Museen & Sehenswürdigkeiten Bäder Führungen

3 Seite 128 3 Seite 129 3 Seite 130 3 Seite 131 3 Seite 132 3 Seite 138 3 Seite 139

Karte des Naherholungskreises 3 Seite 140 Register Literatur Bildnachweis

3 Seite 142 3 Seite 144 3 Seite 144

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StraĂ&#x;e der Staufer

Bergfried und Palas von Burg Staufeneck


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Straße der Staufer

7 Friedrich I. Barbarossa mit seinen Söhnen König Heinrich und Herzog Fried rich. Miniatur aus der Wel fenchronik (Kloster Wein garten, 1179-1191)

Auf historischen Spuren durch den Stauferkreis. Wo ein europäisches Herrschergeschlecht im 11. Jahrhundert Geschichte schrieb, kann man sich heute erholen und Interessantes erfahren.

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Straße der Staufer

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eiß brennt die Mittagssonne auf die flimmernde Stadt. In den geschäftigen Straßen wimmelt es von Autos und Mofas, die sich hupend ihre Wege durch das Verkehrschaos erkämpfen. Auf der großen Kreuzung Porta Nuova hat sich ein Carabiniere mit seinem Motorrad postiert und gibt mit heftigen Armbewegungen und Trillerpfeife unentwegt Anweisungen an das endlose Gedränge. Willkommen in Palermo! Vom Normannenpalast kommend, schlängelt sich eine Reisegruppe langsam die Via Vittorio Emanuele entlang. Im Park zur Rechten bestimmen große, hundertjährige Palmen das Bild. Unverkennbar handelt es sich bei der Gruppe um Touristen, die mit Sonnenhüten, Rucksäcken und Kameras ausgestattet sind. Drei alte Sizilianerinnen auf einer Parkbank schauen den Urlaubern aus Germania schmunzelnd hinterher. Die nächste Straßenecke öffnet den Blick auf einen weiten Platz. Auf der gegenüberliegenden Seite erhebt sich monumental die Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert. Zielstrebig eilt der Reisetrupp dem Haupteingang entgegen. Aus Touristen Bei diesen Fremden haben die zahlreichen Souvenirverkäufer werden Pilger keine Chance. Das Innere des dreischiffigen Sakralbaus spendet Ruhe und eine angenehme Kühle. Kurz orientieren sich die Besucher in der Kirche, sie scheinen etwas zu suchen. Nun wird deutlich, dass sie weniger deutsche Touristen als vielmehr schwäbische Pilger sind, am Ziel ihrer Wallfahrt angekommen. In einer Seitenkapelle steht ein von Löwen gestützter Sarkophag: Das Grab des Stauferkaisers Friedrich II. Rund 1.200 Kilometer von der Stammburg seines Geschlechts entfernt liegt der berühmte Herrscher bestattet und dennoch in seiner Heimat. Hier in Palermo war er unter der Vormundschaft des Papstes aufgewachsen, nachdem er mit vier Jahren bereits die Eltern verloren hatte. Der Enkel Barbarossas war vielsprachig und hochgebildet, erwarb die Kronen von Sizilien und Deutschland, wurde römischer Kaiser und schließlich König von Jerusalem. Als „stupor mundi“, Staunen der Welt, tituliert, interessierte sich Friedrich II. für Kunst, Wissenschaften sowie Philosophie und unterhielt intensive Kontakte zur arabischen Welt jenseits des Mittelmeers. Palermo, weit weg und so gar nicht schwäbisch, gehörte ebenso zum Reich der Staufer wie Castel del Monte im süditalienischen Apulien, Hagenau im Elsass oder der Hohenstaufen bei Göppingen. Willkommen in Europa. Gradlinig führt die Straße auf den Wäscherhof zu. Der zehn Häuser umfassende Ortsteil von Wäschenbeuren liegt vier Kilometer nördlich des Hohenstaufen. Sizilianische Verkehrsprobleme sind hier unbekannt, vielleicht stehen an einem schönen Ausflugssonntag einige Fahrzeuge im Weiler,


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Straße der Staufer weil der Parkplatz an der Wäscherburg belegt ist. Hier, am Ortsende, unter Schatten spendenden Buchen gelegen, endet die Anfahrt zur ersten Station einer Tour auf der „Straße der Staufer“. Die vor 30 Jahren eingerichtete Strecke verbindet mittelalterliche Schauplätze miteinander. Vom Parkplatz geht es zu Fuß einige Stufen zum Plateau hinauf, das sich vor dem Eingangsportal erstreckt. Auf der anderen Seite des nur leicht abfallenden Tals wacht der Hohenstaufen im diesigen Licht des jungen Tages, weiter östlich ragt der Rechberg empor. Paul Kaisser öffnet die große, zweiflügelige Pforte – einziger Eingang durch die zwei Meter dicke und zehn Meter hohe Schildmauer. „Guten Morgen!“ ruft der Burgherr und lädt mit einer Handbewegung ein, den gepflasterten Hof zu betreten. Trapezförmig angelegt, weitet er sich zur gegenüberliegenden Seite hin aus, zum einzigen Gebäude der Burg, dem Palas, der an den mächtigen Mauern emporsteigt. Wie diese besteht das fensterlose, nur mit einigen Lichtschlitzen versehene Erdgeschoss aus sogenannten Buckelquadern. Kissenförmig wölbt sich jeder Stein nach außen – die typisch staufische Bauweise (3 S. 15). Die zwei darüberliegenden Stockwerke zeigen ein malerisches Eichenholzfachwerk, gekrönt von einem hohen Satteldach. Geduldig wartet Paul Kaisser, bis der Besucher die außergewöhnliche Szenerie auf sich hat wirken lassen. Er verfolgt solange das muntere Spiel der Spatzen an den Fenstern, die sich im frühen Morgenlicht vergnügen. „Das hier ist ein besonderer Ort“, bemerkt er leise, „ein Ort, an dem man schon vor langer Zeit Zuflucht gesucht hat.“ Ein Blick auf das Mauerwerk lässt keine Zweifel aufkommen.

1 Kathedrale in Palermo mit Grab Friedrichs II., Enkel Barbarossas 5 Friedrich II. mit seinem Falken. Aus seinem Buch „De arte venandi cum avibus“ (Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen), sog. Manfred-Handschrift, spätes 13. Jahrhundert.

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Straße der Staufer Vor der Burganlage sind noch deutlich Wälle erkennbar, die aus alemannischer Zeit stammen sollen. ückblende in die Zeit der Römer. Nicht weit von hier, auf der anderen Seite des Remstales, verlief zwischen Lorch und Schwäbisch Gmünd der Limes. Der Grenzwall sollte vor den Germanenstämmen schützen, die nicht zu unterwerfen waren. Siedlungsspuren in der Region weisen auf die Präsenz der mediterranen Besatzer hin. „Dann kamen die Alemannen und vertrieben die Römer“, zieht Kaisser einen weiten geschichtlichen Bogen, „und offenbar errichteten sie hier eine Fliehburg, für das Volk als Schutz bei Gefahr.“ Die Lage auf der Anhöhe ist ideal. Alte Handelsstraßen durchzogen das Remstal im Norden sowie das südlich gelegene Filstal. „Und quer dazu, der heutigen Bundesstraße 297 folgend, führte eine Route von Lorch nach Kirchheim, Tübingen und weiter nach Italien.“ Diesen Vorteil erkannten auch die Herren von Büren, die hier sesshaft wurden und in das Rampenlicht der Geschichte traten. Aus Ostschwaben kommend lässt sich ein Riesund Pfalzgraf mit dem Namen Friedrich belegen, der durch Heirat in den Besitz von Gütern um Büren, dem heutigen Wäschenbeuren, gelangte. Geschickte Vermählungen sollten auch die Geschichte seiner Nachkommen jahrhundertelang prägen. Sein Sohn gleichen Namens – die Leitnamen des Geschlechts waren Heinrich, Konrad und Friedrich – tat es dem Vater gleich und ging die Verbindung mit Hildegard von Egisheim-Schlettstadt ein, Mitglied einer vornehmen Familie im Elsass. Diese konnte umfangreiche Besitzungen links des Rheins ihr Eigen nennen und hatte sogar einen der Päpste des 11. Jahrhunderts hervor-

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1 Ritterturnier vor der Wäscherburg 5 Paul Kaisser


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Straße der Staufer Hof und Palas der Wäscherburg

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Straße der Staufer

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Europa zur Zeit der Staufer Reichsgut und staufischer Hausbesitz Staufischer Machtbereich Grenze des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Heutige Grenzen Hamburg Magdeburg Goslar Dortmund

Rh

ringen Loth

Worms

Hagenau

Frankfurt Hohenstaufen

Plauen

Prag

Nürnberg Don

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Wien

Schwaben

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Straßburg Schlettstadt

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Nordhausen

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Fiorentino Foggia Castel del Monte Lagopesole

ilien z i S reich g i n ö K Palermo

Pest


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Straße der Staufer Stammbaum der Staufer (Auszug) Friedrich

* 997 † um 1075 Graf im Riesgau 1030 Pfalzgraf in Schwaben 1053

Hildegard von Egisheim-Schlettstadt * um 1030 † nach 1095

Friedrich von Büren * um 1020 † nach 1053 Graf im Riesgau 1053

Friedrich I. von Staufen

* um 1047 † nach 1105 Graf im Riesgau 1069 Herzog von Schwaben 1079 Erbauer der Burg auf dem Hohenstaufen um 1070

Friedrich II.

„der Einäugige“ * 1090 † 1147 Herzog von Schwaben 1105

Friedrich I. Barbarossa * um 1023 † nach 1190 Herzog von Schwaben 1047 König 1152, Kaiser 1155

Heinrich VI.

* um 1165 † nach 1197 König 1169, Kaiser 1191 König von Sizilien 1194

Friedrich II. (Roger Konstantin) * um 1194 † 1250 König von Sizilien 1198 Dt. König 1212/1215, Kaiser 1220 König von Jerusalem 1225

Konrad IV.

* um 1228 † nach 1254 König von Sizilien

Konradin

„der letzte Staufer“ * 1252 † 1268 Herzog von Schwaben 1254 König von Jerusalem

Burg Hohenstaufen, Rundbild im Kloster Lorch 1 König Konradin auf der Falkenjagd, Codex Manesse 3

Heinrich IV.

(Geschlecht der Salier) * um 1050 † nach 1106 König 1056, Kaiser 1084

Agnes von Waiblingen * 1072 † 1143

Berta von Boll * um 1088 † vor 1142

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Straße der Staufer

1 Wandmalerei im Turm der Oberwäldener Nikolauskirche 5 Stiftskirche in Faurndau

des Gotteshauses. Das wuchtige Bauwerk aus spätromanischer Zeit beherbergt interessante Wandmalereien. Sie erzählen aus dem Leben Jesu und gelten als bedeutendstes Werk nördlich der Alpen aus der Zeit um 1300. Bilder des Schmerzenmannes und der Schutzmantelmadonna zählen zu den ältesten Darstellungen dieser Motive. Das ursprünglich zum Turm gehörende Kirchenschiff wurde im 18. Jahrhundert abgebrochen und an seiner Stelle das heutige erbaut. Die Oberwäldener Wandmalereien sind stilistisch mit denen in der Faurndauer Stiftskirche verwandt. Sie ist das nächste Ziel der Tour auf der Straße der Staufer. Zurück durch Wangen geht es hinunter ins Filstal, über die Flussbrücke im Zentrum Faurndaus, das heute ein Göppinger Stadtteil ist. Abseits vom geschäftigen Treiben in der Ortsmitte befindet sich das imposante Gebäude, dessen dreigliedrige Struktur schon von außen gut sichtbar ist: Über Apsis und Chorraum ragt hoch das Mittelschiff auf, das wiederum vom mächtigen Turm an der Westseite übertroffen wird. Im von einer kleinen Mauer umgebenen Kirchhof steht Walter Ziegler und begutachtet die Skulpturen, die den Giebel des Langhauses zieren. „Ende der 50er-Jahre wurden aufgrund der Witterungsschäden die Plastiken durch Kopien ersetzt“, sagt er, „die Originale lassen sich nun im Göppinger Museum ‚Storchen‘ aus nächster Nähe betrachten.“ Die Kopf- und Tierkonsolen, die mit kleinen Säulen den aufsteigenden Rundbogenfries tragen, könnten den Tagesablauf symbolisieren, gekrönt von der Figur eines sitzenden Mannes mit einer Sonne darüber – der „Regent des Tages“. Oder handelt es sich lediglich um Architekturmagie, mittels derer sich volkstüm-


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Straße der Staufer

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Adelberg Herrenbachstausee

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Kloster

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Herrenmühle

Börtlingen

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Mittelmühle

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Zachersmühle B 297

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Oberwälden

B 46

Fils Wangen

B 10

Oberwälden – Herrenbach – Adelberg: Streifzug durch den Schurwald Fils

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist der Wangener Teilort Oberwälden e auf den Höhen des Schurwalds, auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen (Linie 5: Göppingen-Wangen, Haltestelle Backhaus Oberwälden).

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Zunächst geht es in Richtung Herrenbachtal und folgen der Wegmarkierung des Schwäbischen Albvereins (SAV), einem blauen Balken. Vorbei an Christbaumkulturen geht es steil bergab durch den Wald zur Mittelmühle r, einer der drei alten Mühlen im Tal. Kurz links und dann gleich wieder rechts führt der schöne Weg bergauf zum Kloster Adelberg t. Sehenswert ist die Ulrichskapelle mit Wandbildern zur Klosterstiftung der Staufer und einem spätgotischen Altar. Wir verlassen die Klosteranlage durch das Südwesttor (blauer Balken des SAV) und wandern wieder bergab bis zur Dammkrone des Herrenbachstausees u. Der zum Hochwasserschutz angelegte Stausee ist ganz von Wald umgeben und kann auf einem wunderschönen Weg mit Brücken und Stegen umrundet werden. Hier verläuft auch der Walderlebnispfad, nicht nur für Kinder ein B 466 großer Spaß mit vielen interessanten Informationen (3 S. 75 ff.). A8

Nun bietet sich eine Rast in der Herrenmühle an, einer ehem. Getreidemühle aus dem 11. JahrFils hundert. Zurück rechts entlang des Herrenbachs, bis an der Heimbachbrücke i das Heimbachsträßchen abzweigt, das in weit geschwungenen Serpentinen durch den Wald führt und an der 59 Landstraße nach Schorndorf endet o. Wir gehen einige Meter auf der Straße nach links, um dann wieder links den Weg nach Oberwälden zu nehmen. Entlang des Waldrands geht man auf den Hohenstaufen zu und hat einen wunderbaren Blick auf die Kette der Albberge, vom Rosenstein bis zum Hohenneuffen. Vorbei am Oberwälder See p ist Oberwälden bald wieder erreicht. Die reine Wanderzeit kann auf bis zu fünf Stunden ausgedehnt werden. Oberwälden 3 Mittelmühle 3 Adelberg 3 Herrenbachstausee: 2 Stunden Dammkrone 3 Umrundung des Stausees (entgegen Uhrzeigersinn): 1 Stunde 60 Herrenbachs 3 Heimbachbrücke 3 Ausgangspunkt: 1 Std. Dammkrone 3 rechts entlang des Heimbachbrücke 3 Heimbachsträßchen 3 L 1225/K 1451 3 Oberwälder See 3 Ausg.pkt: 2 Std. Einkehrmöglichkeiten: Oberwälden, Kloster Adelberg, Herrenmühle Ein Wandertipp der Schwäbischen Landpartie und des Schwäbischen Albvereins

B 10


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StraĂ&#x;e der Staufer Innenansicht der Stiftskirche in Faurndau


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Straße der Staufer licher Bannzauber in Stein niedergeschlagen hat? Im Rahmen der Restaurierungsarbeiten vor 40 Jahren wurden auch die Wandmalereien freigelegt und der Fußboden auf sein ursprüngliches, tieferes Niveau zurückgeführt. Während einer damit verbundenen Grabung konnte der Baugeschichte der Stiftskirche nachgespürt werden. Ziegler ist mit der Materie eng vertraut. „Ein kleines Kloster gab es hier bereits im Jahr 875, genannt ‚Furentouua‘, die alte Bezeichnung für Faurndau“, berichtet der Archivar des Landkreises, „aber dann finden sich für einen Zeitraum von über drei Jahrhunderten keine Urkunden mehr.“ Die Grabung ergab, dass dem heutigen spätromanischen Gebäude vier Bauperioden vorausgingen. Um 1220 war die Errichtung der Kirche, die seit 895 zum Reichskloster St. Gallen gehörte, abgeschlossen. „Eine Beteiligung der Staufer am Kirchenbau ist sehr wahrscheinlich“, weiß Ziegler, „mindestens mittelbar durch eine der Ministerialen-Familien derer von Rechberg oder von Staufeneck.“ Das vormals einflussreiche St. Gallen hatte zu dieser Zeit wirtschaftliche Schwierigkeiten, und außerdem hatten die Staufer die Vogteirechte inne. Durch den Nebeneingang an der Südseite betritt Walter Ziegler die dreischiffige Säulenbasilika. Der Staufer-Kenner ist Herausgeber zahlreicher Bücher über das mittelalterliche Geschlecht und die bis heute erhaltenen Orte ihres Wirkens – die Faurndauer Stiftskirche ist ihm besonders ans Herz gewachsen. Er zeigt hinauf zu den Kappen des Chorquadrats: „Die hervorragend ausgeführten Symbole der vier Evangelisten stammen aus der Zeit um 1300 und gehören zu den ältesten Malereien, die das Stauferland aufzuweisen

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Staufer und Kirche Das Stiften von Klöstern war für die weltlichen Herren des Hochmittelalters ein Instrument der Machtausübung. Bischöfe und Äbte wurden vom Kaiser eingesetzt. Reformkräfte in der Kirche kämpften für mehr Unabhängigkeit vom Staat; gleichzeitig wollte das Papsttum seinen innerkirchlichen Einfluss stärken. Mit dem Salierkaiser Heinrich IV. war es zu einem ersten Höhepunkt im Jahrhunderte währenden Streit zwischen Papst- und Kaisertum gekommen – dem Gang nach Canossa (3 S. 12). Friedrich Barbarossa zog mehrmals nach Italien, um die vom Papst 1 Friedrich I. und Agnes unterstützten stiften Kloster Lorch. lombardischen Städte zu unterwerfen. Den Kirchenstaat betrachtete er als Lehen und ließ Steuern einziehen. Langfristig konnte sich keine Seite militärisch durchsetzen; die Verhandlungen liefen auf eine allmähliche Stärkung des Papstes hinaus. Durch Heirat gewann Barbarossas Sohn Heinrich VI. das Königreich Sizilien – der Papst war eingekreist. Nach seinem frühen Tod stand sein Sohn Friedrich II. zwar zunächst unter päpstlicher Erziehung, entwickelte sich aber ebenfalls zum Gegenspieler im Kampf um die Macht sowie zu einem weltoffenen Herrscher mit Interessen für Astronomie und den Orient, was ihm den Vorwurf einbrachte, ein „Antichrist“ zu sein.


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Straße der Staufer

1 Schloss Filseck 5 Verleihung des Stauferpreises 2006: Der frühere Ministerpräsident Erwin Teufel, Prof. Dr. Dr. Fonseca und Landrat Franz Weber (v.r.n.l.)

hat.“ Weitere Illustrationen sind späteren Datums und zeigen Christus in der Mandorla, biblische Szenen sowie unter anderem den Heiligen Christophorus. Von den ursprünglichen Ausstattungsstücken der Kirche ist der streng geometrisch gegliederte romanische Taufstein erhalten. Ein vor Ort erhältlicher Führer beschreibt die Details des Gotteshauses ausführlich. Unter den im Vorraum und im nördlichen Seitenschiff stehenden Grabplatten finden sich auch zwei mit einem steigenden Bären im Wappen. Sie weisen auf die Herren Reuß von Reußenstein hin, die ihren Sitz auf dem nahen Schloss Filseck hatten. Heute ist dort das Kreisarchiv untergebracht, der Arbeitsplatz von Walter Ziegler. „Dies ist sozusagen das Kommunikationszentrum für die Geschichte des Landkreises sowie seiner Städte und Gemeinden“, fasst er zusammen, „das ‚Gedächtnis‘ der Landkreisverwaltung.“ Das Archivgut wird nicht nur der Geschichtsforschung zugänglich gemacht. „Anhand der archivalischen Quellen lassen sich auch wichtige Rechtsfragen beantworten.“ Gesammelt wird das Schriftgut der Landkreisverwaltung und ihrer Einrichtungen. Die Mitarbeiter betreuen zudem Kommunen im Landkreis, die keine eigenen Fachkräfte haben, sowie das Adelsarchiv der Grafen von Rechberg in Donzdorf. Neben Schriftstücken kommen auch kreisgeschichtliche Dokumente wie Fotos, Dias, Bildpostkarten und Zeitungen zur Aufbewahrung. Forscher und andere Interessierte werden beraten, beispielsweise mit Auskünften in ortsgeschichtlichen sowie familien- und wappenkundlichen Fragen. Die vorhandene Literatur über die Stauferzeit nimmt naturgemäß einen großen Raum


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Straße der Staufer ein. Der Kreisoberarchivrat – so der offizielle Titel – wirkt im Präsidium der Gesellschaft für staufische Geschichte mit und ist Geschäftsführer der Stauferstiftung. Sie wurde im Jahr 1994 zum 800. Geburtstag Friedrichs II. von Landkreis und Kreissparkasse eingerichtet und fördert die historische Forschung mit der Vergabe des wissenschaftlichen Stauferpreises. „Dabei ist es uns wichtig, der Öffentlichkeit auch geschichtliche Arbeiten aus Italien bekannt zu machen“, betont Ziegler, „um die europäische Dimension des Staufergeschlechts ins Bewusstsein zu rufen“. So war der Preisträger 2006 der italienische Wissenschaftler Prof. Dr. Dr. Cosimo Damiano Fonseca. Er arbeitet am Internationalen Institut für Studien über Friedrich II. auf Castel Lagopesole und bilanzierte in seinem Festvortrag in Göppingen die zwölf Jahre zurückliegenden Jubiläumsaktivitäten zum Gedenken an den Enkel Barbarossas diesseits und jenseits der Alpen. on Faurndau aus geht es in südlicher Richtung über Jebenhausen und Bezgenriet nach Boll. Wie an der gesamten Strecke weisen spezielle Schilder die Straße der Staufer aus. Sie tragen den Löwen, das staufische Wappentier, welcher auch Bestandteil des Landeswappens von Baden-Württemberg ist. In Boll angekommen, führt fast unscheinbar das „Steigle“ von der Landesstraße in den Ort hinein, um sogleich zur „Hauptstraße“ zu werden und sich zur Ortsmitte zu schlängeln. Dort, „auf dem Bollen“, ragt neben dem historischen Schulhaus von 1876 der Turm der Stiftskirche Sankt Cyriakus in den blauen Himmel. Zu seinen Füßen versprüht der einmal wöchentlich stattfindende Bauernmarkt einen Hauch von mittelalterlicher Atmosphä-

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Landeswappen von Baden-Württemberg: Staufer-Löwen im Mittelpunkt 1954 beschloss der Landtag ein Wappen, das die Einheit des damals jungen Landes Baden-Württemberg symbolisieren und gleichzeitig die Tradition der früheren Länder und Landesteile bewahren sollte. Im goldenen Schild lebt das Wappen des staufischen Herzogtums Schwaben fort. Es zeigt drei schreitende schwarze Löwen mit roten Zungen. Der Schild wird von einem Hirsch und Fabeltier Greif gestützt, die für Württemberg und Baden stehen. Auf dem Schild ruht eine Krone mit sechs historischen Wappen, die für die zwischen dem Mittelalter und dem Ende des Alten Reiches wichtigsten südwestdeutschen Territorien stehen – in der Mitte erhöht die Wappen von Baden und Württemberg.

1 Straße der Staufer nach Boll

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Straße der Staufer

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Schlichten

Kloster Lorch

Unterberken

Adelberg

Wäschenbeuren

3 S. 75

Baiereck

Schw Wäscherburg

Herrenbachstausee Kloster

Maitis Börtlingen

Adelberg

Hohe

B 297

Birenbach

Nassach

Hohenstaufen

Oberwälden

3 S. 21

Büchenbronn

Rechberghausen Wangen

Diegels berg Holzhausen

Ebersbach B 10

Faurndau

Uhingen

Bünzwangen Sulpach

Fils

Göppingen

Stiftskirche Faurndau

Sparwiesen

Krummwälden Eislingen

3 S. 94

Schloss Filseck

Albershausen

Roßwälden

Ottenba

Bartenbach

Salach

Stau

Jebenhausen Holzheim

B 10

Süßen

Schlierbach

Manzen Bezgenriet

B 297

Ursenwang

Hattenhofen Heiningen Eschenbach Kirchheim u. T.

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Zell u. A. Aichelberg

Holzmaden

Gammelshausen

Bad Boll

Stiftskirche Boll

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Nabern

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Landsöhr („Bertaburg“)

Weilheim u. T.

Reichenbach/Täle

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Bissingen

Deggingen Gruibingen Bad Ditzenbach

Hepsisau 59

Ochsenwang

Neidlingen

Hiltenburg

Mühlhausen

Gosbach

Stadtschloss Reußenstein

Schopfloch

Unter- Ober-Drackenstein

Wiesensteig

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Hohenstadt

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Straße der Staufer

orch

Schwäbisch Gmünd

Straßdorf

Straße der Staufer

Wäscherburg

euren

Maitis

Stauferburgen und Ministerialenburgen

Waldstetten

Hohenrechberg

Burgen und Schlösser der Helfensteiner

Rechberg

Andere Burgen, Burgruinen und Schlösser

Hohenstaufen

Staufische Kirchenstiftungen Wißgoldingen

Ottenbach

Andere Kirchen

Lauterstein-

Winzingen Krummwälden

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Eislingen B 466

Salach

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Ramsberg Treffelhausen

Staufeneck

olzheim

Heidhöfe

-Weißenstein

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B 10

Marienkirche

Donzdorf

Böhmenkirch

Süßen Manzen Fils

Schnittlingen

Scharfenberg

Ravenstein

Ursenwang

Steinenkirch Gingen

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Johanneskirche Stötten

Schlat

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Kuchen

Gussenstadt Eybach

B 10

Unter-

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Geislingen Helfenstein

Reichenbach/Täle

Auendorf

Waldhausen

Schalkstetten

Stadtschloss

Hausen B 466

Deggingen Bad Ditzenbach

3 S. 36

Bad Überkingen

Fils

Stubersheim

Aufhausen Türkheim

Hiltenburg

Amstetten

Gosbach Ettlenschieß

Obernstein

Urspring Nellingen

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Lonsee

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Straße der Staufer Burg Staufeneck Früher: Ministerialenburg

Torhaus

Stallungen und Wirtschaftsgebäude

Äußere Vorburg Zugbrücke Torhaus

Innere Vorburg Gebäude für Dienstmannen

Palas

Bergfried

Kernburg

P

Heute: Hotel und Restaurant

Wanderparkplatz

Stallungen Scheunen-Remise

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Anselm-SchottHaus

Hotel Steg Terrassen

Restaurant Bergfried

Ehemaliger Rittersaal

fischen Kernland nachgewiesen, neun von ihnen sind weitgehend erhalten geblieben. So nachvollziehbar die Bautätigkeit einerseits erscheint, war andererseits der Burgengürtel zu damaliger Zeit ein bemerkenswertes Phänomen. Beispielsweise notierte der Chronist Otto von Freising über die zahlreichen Gründungen Friedrichs II. von Schwaben, des Vaters Barbarossas, die Bemerkung, „Herzog Friedrich zog am Schweif seines Pferdes stets eine Burg hinter sich her.“ Wenn der Bischof schon von der staufischen Bautätigkeit in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts beeindruckt war, hätte es ihm um 1200 wahrscheinlich die Sprache verschlagen. Ein regelrechter Aufschwung führte zur Verdopplung bis Verdreifachung der Wehranlagen. Niederadlige Familien hatten nun die Möglichkeiten und finanziellen Mittel, ebenfalls auf die repräsentativen Höhen zu ziehen. Aus dieser Zeit stammt auch das System der Satellitenburgen rund um den Hohenstaufen, zu dem neben den bereits genannten auch die Wäscherburg und der Vorgängerbau von Schloss Filseck gehörten. Burg Staufeneck ist hierfür ein besonders eindrückliches Beispiel. Ob hier schon ein Bruder Herzog Friedrichs I. Ende des 11. Jahrhunderts wirkte, lässt sich nicht mit Sicherheit belegen. Ein Dienstmann vom Hohenstaufen, Friedrich von Staufen, erhielt jedenfalls um das Jahr 1240 das Recht zur Errichtung der Anlage auf der strategisch idealen Kuppe zwischen Fils- und Lautertal. Noch heute ist der Graben gut zu sehen, der die später errichtete Vorburg von der höher gelegenen Kernburg mit ihrem Turm und der Ruine des Palas trennt. Über einen Holzsteg schreiten nun Gäste der gehobenen Gastronomie, um von der


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StraĂ&#x;e der Staufer

1 Burg Staufeneck mit neuem Hotel; Klaus Schurr und Rolf Straubinger bewirtschaften die Anlage.

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Straße der Staufer REZEPT

Staufeneck: Zander für vier Personen

Rolf Straubinger, bester Fischkoch 1997, verrät ein Rezept aus der Staufeneck-Küche. Zutaten: 500 gr. Zanderfilet (ohne Bauchlappen und Gräten), 100 gr. gepresster Kalbskopf, 120 gr. Streifen von verschiedenen Wurzelgemüsen, 12 Markklößchen, 25 gr. Lauchpüree (aus dem Paco-Jet) Kartoffelfond (1 Liter) 350 gr. kleingeschnittene Kartoffeln, 60 gr. Schalottenstreifen, 1 l Geflügelbrühe, 25 gr. Butter, 25 gr. Olivenöl, halbe Knoblauchzehe, halbes Lorbeerblatt, Thymianzweig Schalottenstreifen mit Knoblauch im Olivenöl und Butter ohne Farbe anschwitzen. Kartoffeln dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen, Lorbeer und Thymian hinzu und mit Geflügelfond auffüllen. Solange köcheln lassen bis die Kartoffeln weich sind und danach durch ein Sieb abpassieren. Kartoffelfond sollte leicht sämig sein. Für die 4 Personen 0,15 l Kartoffelfond mit 25 gr. Lauchpüree vermischen. Markklößchen 100 gr. ausgelöstes Rindermark, 2 Eier, 2 Eigelb, 200 gr. Mie de pain, Salz, Muskat Ausgelassenes Rindermark mit dem Rührgerät halb schaumig schlagen. Eigelb und Volleier unterheben. Mie de pain einstreuen und Masse gut durchkneten. Mit Salz und Muskat abschmecken. Zu kleinen Klößen formen und im Geflügelfond garen. Zubereitung: Vom Zanderfilet die Haut kreuzweise einschneiden und auf der Hautseite knusprig anbraten, von der anderen Seite nur noch kurz, damit der Fisch saftig bleibt. Gepressten Kalbskopf in kleine Würfel schneiden und mit Olivenöl, Schalotten, Weißweinessig, etwas Kartoffelfond, Salz und Pfeffer würzen. Diesen Salat kurz erwärmen und weichgekochte Perlgraupen hinzugeben. Zanderfilet nun auf dem Kalbskopfsalat und den gedämpften Wurzelgemüsestreifen anrichten. Mit dem Kartoffel-Lauchfond angießen und die Markklößchen um den Fisch herum legen.


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Straße der Staufer Terrasse des Burgrestaurants später die untergehende Sonne genießen zu können. Bis dahin dauert es jedoch noch eine Weile, die Rolf Straubinger für Vorbereitungen am Herd nutzt. „Ich bin stark verwurzelt in der schwäbischen Küche“, so der 44-Jährige, „und das versuche ich auch auf unserer Karte zu zeigen.“ Mit regionalen Zutaten kochen, das werde mehr und mehr Thema und war es auf Staufeneck schon immer, „vielleicht auch ein Grundstein unseres Erfolgs.“ Der Küchenmeister und Hotelbetriebswirt blickt aber nach vorn, macht sich auch Gedanken über das Essverhalten der Zukunft. „Die Leute werden kritischer, und das ist gut so“, stellt er fest, „und wenn man gut essen will, ist man auch bereit, für die Qualität einen angemessenen Preis zu zahlen.“ Billig bedeutet nämlich Massenproduktion, „das kann nicht gesund sein.“ Viele Auszeichnungen und treue Kunden geben Straubinger Recht. Ob „bester Fischkoch“ oder „Top-Ausbilder des Jahres“, die Liste der Preise ist lang. „Still und heimlich ist die Zahl unserer Mitarbeiter auf 75 angewachsen, davon 25 Auszubildende“ – ein mittelständisches Unternehmen, das vielleicht die Arbeitsplätze mit der schönsten Aussicht des Landkreises zu bieten hat. Doch das Team findet auch den Weg ins Tal, um auf Firmenveranstaltungen das Catering zu besorgen – ob in Sichtweite, bei der Strassacker Kunstgießerei in Süßen oder gleich bei den Bambi-Verleihungen in Berlin oder Hamburg. Sechs Jahre lang konnten die 55.000 Besucher des Stuttgarter ATP Tennisturniers am Weissenhof die Kost vom Rehgebirge genießen. Gemeinsam mit zwei Schwestern ist Rolf Straubinger auf Burg Staufeneck aufgewachsen. „Mit dem Fahrrad bin ich hinunter nach

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1 Holzsteg und Bergfried auf Staufeneck 5 Panorama-Terrasse über dem Filstal


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Streuobst, Heide, Waldgeschichten Martin Mönich und Gerda Sautter auf dem Walderlebnispfad am Herrenbachstausee

Streuobst, Heide, Waldgeschichten Auf Entdeckungstour in der Natur des Naherholungskreises Göppingen: In Schlat engagiert sich Jörg Geiger für die Erhaltung der Streuobstwiesen, und Wolfgang Lissak berichtet über heimische Vogelarten. Zwei Gästeführerinnen der Schwäbischen Landpartie besuchen den Boßler mit seinen Wacholderheiden. Anschließend geht‘s mit Förster Martin Mönich auf den Walderlebnispfad rund um den Herrenbachstausee.

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1 Ernst Rapp bei der Obsternte oberhalb von Schlat. Im Hintergrund der Hohenstaufen.


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s ist ein wundervoller Oktobermorgen oberhalb von Schlat am Albtrauf. Nebelschwaden lassen das Filstal wie einen Fjord erscheinen und wecken Assoziationen an das Jurameer vergangener Zeiten. Unten im Dorf kräht ein Hahn, der kleine Ort erwacht zum Leben. Im Osten erhebt sich gerade die Sonne über die blaue Wand der Schwäbischen Alb. Ernst Rapp stapft den steilen Hang am Wasserberg hinauf. „Da tut man keinen guten Tritt, weil alles so uneben ist“, murmelt der Schlater, „aber das gehört halt dazu auf dieser Wiese.“ Sein Ziel sind drei Obstbäume kurz vor dem Waldrand, auf dem Nachbargrundstück weiden einige Schafe. Ein Acker ließe sich hier oben wegen des starken Gefälles nicht anlegen, da kommt kein Traktor hin, höchstens noch ein paar Kühe. Und Wühlmäuse – die setzen den Bäumen am Wurzelwerk zu. Die Bodenwellen waren früher nicht so ausgeprägt, „der ganze Hang ist ein bissle am Rutschen“, berichtet der Obstbauer. Das liegt an der Braunjura-Schicht, dem Opalinuston. Die Erde darüber findet keinen Halt und gibt immer wieder talwärts nach. Das hat Rapp neulich einem Ingenieur erklärt, der hier eine Wasserleitung entlang führen wollte. „Hier ist Rutschgebiet. Jetzt planen sie die Trasse weiter drüben.“ Eine Pipeline würde mit dem Boden rutschen und schließlich reißen. Die Bäume sind da flexibler und passen ihren Wuchs den Verhältnissen an (3 S. 111 f.). Majestätisch steht ein alter Palmischbirnbaum am Weg, Hundert Jahre seit mehr als hundert Jahren blickt er nun schon hinunter auf alter Birnbaum Schlat und das Filstal, das auf der gegenüberliegenden Seite von Hohenstaufen und Rechberg begrenzt wird. „Wie groß der Baum ist, merkt man erst so richtig, wenn man direkt davor steht“, sagt Rapp bewundernd, „was der für einen Mordsstamm hat!“ Die Palmischbirne eignet sich gut zum Schnapsen, weiß er, so wie Williams Christ. Gegenüber steht ein halb so alter Apfelbaum, der Bittenfelder trägt, „a guater Moschtapfel.“ Die Sorte wird am spätesten reif und lässt sich schwer ernten. „Die wollet immer net ganga, do die Äpfel“, erinnert sich der Obstbauer, und beim Schütteln muss man vorsichtig sein. Wenn kleine Äste mit den Früchten abbrechen, wachsen an diesen Stellen in der nächsten Saison keine Äpfel. Immerhin lohnt sich die Mühe, rund sieben Zentner bringt der Baum – da muss der Schlater während der Erntezeit bis zu dreimal schütteln. Heute aber sind Birnen an der Reihe, die nicht heruntergeschüttelt werden dürfen. Dem Obst sieht man zunächst nicht an, dass es besonders wertvoll ist. Gedrungene, runde Früchte sind es, die einen besonderen Namen tragen: Die Champagnerbratbirne. Was sich einerseits verlockend anhört,

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1 Jörg Geiger lädt zum Genießen ein. 5 Gasthof Lamm in Schlat

haus“, schmunzelt Geiger. Die Früchte erhält er überwiegend von den Wiesen rund um Schlat, außerdem aus weiteren Gemeinden der Landkreise Göppingen und Esslingen. Seine Gäste dagegen reisen aus ganz Süddeutschland an, nicht selten auch aus ferneren Städten wie Göttingen oder gar Hamburg. Nach Verabredung werden die Feinschmecker durch den Betrieb geführt und können die Obstwiesen am Ortsrand begutachten. Bei der Gelegenheit erfahren sie auch von dem „Verein zur Erhaltung und Förderung alter Obstsorten“, dessen Schlachtruf „Rettet die Champagnerbratbirne“ lautet. Sein Ziel ist die Vernetzung von Landwirten, Obstbauern, engagierten Verbrauchern und Politikern, denen Naturschutz und Landschaftspflege am Herzen liegen. Um die alten Obstsorten mit regionaler Identität zu bewahren, ist durchaus eine Lobby erforderlich, schließlich geht es auch um Korrekturen der Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte. Zudem gilt es, die Forschung voranzutreiben, beispielsweise, um Krankheiten wie den gefährlichen Feuerbrand zu bekämpfen, der die Birnenbestände bedroht. „Um die Wiesen zu erhalten, braucht man viele Schultern“, sagt Jörg Geiger, „deshalb verleihen wir jetzt auch jedes Jahr einen Preis an Menschen, die sich um den Streuobstbau verdient gemacht haben.“ ährend der innovative Unternehmer sich nun wieder der Küche widmet, bevor die ersten Mittagsgäste eintreffen, ist ein anderer Streuobstfreund draußen auf den Wiesen am westlichen Ortsrand mit dem Fernglas unterwegs. Inzwischen scheint die Sonne in voller Herbstpracht auf Bäume, Hecken und Gras, Bienen summen zwischen den Blüten umher, und vor allem ist viel Gezwit-

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Schlat: Traumausblicke vom Wasserberg und Fuchseck 10 Ausgangspunkt Bunserer Wanderung ist der Beginn des Schlater Obstlehrpfades e. Parkmöglichkeiten bestehen an der Turnhalle oder in der Uhlandstraße. Der Lehrpfad wurde 2003 angelegt und zeigt die Vereinbarkeit von traditionellem Streuobstbau mit dem modernen Erwerbsobstbau auf, wie beides in Schlat betrieben wird. Wir folgen dem Pfad kurz und sehen verschiedene Wuchsformen von Obstbäumen, von der kleinen Spindel bis zum knorrigen Streuobstbaum. B 466

Der Weg in Richtung Wasserberg führt vorbei an einem Feldkreuz r bald steil bergan. Den Obstwiesen folgen Viehweiden. Am Waldrand t angekommen gehen wir nach rechts auf bequemem Wege in Richtung Gairenhof – mit traumhafter Sicht über das Filstal auf die drei Kaiserberge Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen. Wer fit ist, kann weiter aufwärts zum Wasserberghaus u, einem schönen Albvereinshaus aus dem Jahre 1924, das sich für eine zünftige Einkehr anbietet. Oberhalb des Gairenhofes treffen sich die Wege wieder i. Auf dem Gairenbuckel überqueren wir die Landstraße, mit 18 Prozent der steilste Straßenabschnitt im Landkreis. Dann geht es weiter Richtung Fuchseck und nach rund 500 Metern im Wald scharf rechts o zum Fuchseckhof p. Zwischen den Hofgebäuden führt der Weg durch einen Buchenwald hinab in die Schlater Obstwiesen. Wandergruppen der Schwäbischen Landpartie werden hier mit leckeren, kühlen SchlaLone ter Obstweinspezialitäten vom Gasthof Lamm empfangen. Durch den Ort oder aber am südlichen Ortsrand, wieder entlang des Obstlehrpfades kommen wir zum Ausgangspunkt zurück. Wanderzeit: 3 Stunden, über das Wasserberghaus 3 ½ Stunden Ein Wandertipp der Schwäbischen Landpartie und des Schwäbischen Albvereins Schlat

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1 Streuobstwiese während der Obsternte


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Streuobst, Heide, Waldgeschichten scher zu hören. Hier ist Wolfgang Lissak genau richtig, denn er hält Ausschau nach Vögeln, die vor allem auf Streuobstwiesen vorkommen und damit eine weitere Besonderheit des Naherholungskreises darstellen. „Rund 13 Arten sind für die Streuobstwiesen im Albvorland charakteristisch“, erklärt der Ornithologe, „darunter Grünspecht, Neuntöter und Wendehals. Für den Rotkopfwürger hat die hiesige Landschaft als Brutgebiet sogar nationale Bedeutung. Hinzu kommen Vögel, die die Gegend als Rastgebiet auf dem Weg nach Süden nutzen oder sich in der kalten Jahreszeit zum Überwintern niederlassen. Wacholderdrosseln und Stare gehören zu den Gästen auf Zeit, die Obstbäume und Wiesen für die Nahrungssuche brauchen. „Besonders die klimatisch begünstigten Hanglagen am Albrand zwischen Aichelberg und Schlat bieten gute Bedingungen für zahlreiche Singvögel“, sagt Lissak, der seit über 30 Jahren ehrenamtlich in der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft im Naturschutzbund (NABU) mitarbeitet. Der Landstrich ist eine in den 90er-Jahren ausgewiesene „Important Bird Area (IBA)“, mit der die Naturschutzorganisation „Birdlife International“ wichtige Brutgebiete bestandsbedrohter Vogelarten kennzeichnet. Zu denen gehört der Halsbandschnäpper, nach dem Wolfgang Lissak heute bei Schlat Ausschau hält. „Er ist ein wichtiger Grund für das EU-Vogelschutzgebiet, das in naher Zukunft ausgewiesen wird“, so Lissak, „rund 70 Prozent des deutschen Bestandes kommen in Baden-Württemberg vor.“ Deshalb hat das Land aus europäischer Perspektive eine besondere Verantwortung für den Vogel. Ursprünglich lebte er in lichten Laubwäl-

1 Wolfgang Lissak auf Vogelbeobachtung 5 Der Halsbandschnäpper bewohnt die Streuobstwiesen am Albrand.

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1 Niströhre als Bruthilfe, zwei junge Steinkauze im Gras 5 Hohle Stämme sind die natürlichen Behausungen des Vogels.

dern und wich vor gut hundert Jahren auf die Streuobstwiesen aus, als die Wälder aufgrund der nachhaltigen Forstwirtschaft wieder dichter wurden (3 S. 80 f.). Zum Fangen von Insekten benötigt er nämlich ein freies Flugfeld, sucht aber auch in den Bäumen nach Raupen. Das Männchen fällt durch sein kontrastreiches Schwarzweiß-Gefieder auf, namensgebend ist das weiße Halsband. Schon im Juli, wenn die Kleinen flügge sind, verlässt der Halsbandschnäpper seine Brutstätte und später auch die Region zum Überwintern in Zentralafrika. Gefördert wird das Tier durch Nistkästen, wichtig ist aber vor allem der Erhalt seines Lebensraums. Weil Streuobstwiesen traditionell nur zweimal jährlich gemäht werden, ist die Artenvielfalt an Insekten besonders groß. „Allein durch extensive Bewirtschaftung der Flächen kann man die Art sehr gut erhalten“, sagt der Vogelexperte. Ein weiteres Highlight der Streuobstwiese ist der Steinkauz. Der Standvogel verhält sich sehr ortstreu und wechselt ungern den Brutplatz, „das erleichtert die Beobachtung“, so Lissak, „außerdem nutzt der Steinkauz inzwischen vom Menschen bereitgestellte Niströhren.“ Das Angebot an hohlen Baumstämmen auf den Wiesen wird nämlich immer geringer, ebenso geeignete Tagesverstecke und Sitzwarten. „Und der Steinkauz ist sehr störungsanfällig, daher sollte man die Brutstätten nicht mit Wandergruppen besuchen.“ Rund 15 Brutpaare leben im Albvorland und jagen vorzugsweise in der Dämmerung nach Käfern, Grillen und Regenwürmern, auch Feldmäuse sind eine wichtige Nahrungsquelle. In strengen Wintern sind die Jagdmöglichkeiten mitunter stark eingeschränkt. Weil die Eule aber


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Streuobst, Heide, Waldgeschichten kein „Winterflucht“-Verhalten zeigt, kann es bei dicken Schneelagen und langen Kälteperioden zu hoher Sterblichkeit kommen. „Auch wenn der Bestand deshalb stark schwankt, ist der Steinkauz bei uns nicht ernsthaft bedroht.“ wischen Lissaks Beobachtungspunkt und Ernst Rapps Obstwiese führt eine Straße von Schlat zunächst sanft, dann immer steiler auf den „Gairenbuckel“, der von Fuchseck und Wasserberg gerahmt wird. Auf dem Pass angekommen, öffnet sich nach Südosten eine andere Welt: Das „Goisatäle“, wie der obere Lauf der Fils auch genannt wird, ist geprägt von steilabfallenden Felsen. Auf den Bergkuppen und am Rand der Albhochfläche bestimmen Wälder den Blick, weiter unterhalb finden sich Wacholderheiden, die dem engen Tal seinen unverwechselbaren Charakter und auch seinen Namen geben – durch die Ziegen, die eine Verbuschung der Flächen verhindern. Besonders schöne Beispiele für diese Kalkmagerrasen liegen Leidenschaft für am Ende der Strecke, folgt man von Reichenbach/Täle über die Natur Deggingen und Bad Ditzenbach der Fils aufwärts bis nach Mühlhausen/Täle. Auf beiden Talseiten sind an den Hängen die Wacholderbüsche gut zu sehen. Nun geht es weiter bergauf, parallel zur Autobahn, durch Gruibingen Richtung Weilheim, bis sich rechts der Straße ein großer Wanderparkplatz erstreckt. Hier wartet Waltraut Riemer, die ebenfalls ornithologisch interessiert ist. „Mit den Vögeln hat meine Liebe zur Natur begonnen“, erzählt sie, „immer, wenn ich einen Vogel gehört habe, bin ich mit dem Fernglas hinaus, habe ihn gesucht und zu bestimmen versucht.“ Schon als Jugendliche hatte Riemer die erste Vogelführung mitgemacht – durch Heirat, Häuslebau und Kinder ruhte die Leidenschaft einige Jahre, dann kam die Botanik dazu. „Ich habe beim Laufen so viele schöne Blumen gesehen und war immer ‚narret‘, weil ich nicht wusste, wie sie heißen“, lacht die frühere kaufmännische Angestellte. Also schaffte sie sich viele Bücher an und nahm an Führungen teil. Mittlerweile ist Waltraut Riemer eine Gästeführerin der „Schwäbischen Landpartie“ und führt Gruppen an entlegene Stellen im Landkreis, an denen sich Vögel, Kräuter und herrliche Blumen entdecken lassen. Das hat sie mit Gerda Sautter gemeinsam, die gerade auf dem Parkplatz eintrifft. Zusammen wollen sie die Heideflächen auf dem Weg zum Boßler erkunden, einem beliebten Wanderziel am Albtrauf. Los geht‘s parallel zur Straße über einen Weg, der zunächst den Wiesenberg umrundet. „Er wird von den Wochenendausflüglern meist links liegen gelassen, obwohl das Kleinod schon

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1 Der Wiesenberg mit Obstwiesen und Wacholderheide 5 Wacholderheide auf dem Weg zum BoĂ&#x;ler


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Streuobst, Heide, Waldgeschichten hier beginnt“, betont Sautter, die ihre sicherheitshalber mitgebrachte Regenjacke erst einmal im Rucksack verstaut. Schon werden die beiden Frauen fündig: Wo der Laie einfach nur eine Wiese sieht, bestimmen sie einzelne Pflanzen und sagen auch, wozu sie besonders gut zu gebrauchen sind. „Das ist der ‚Große Wiesenknopf‘“, zeigt Sautter auf die Stängel mit unpaarig gefiederten Blättern, „nach der Blüte kommen ganze Schwärme von Distelfinken – das ist ein Schauspiel, wenn die auf den Stängeln wippen und nach den Samen schnappen.“ Die Blätter eignen sich aufgrund ihres nussigen Geschmacks gut als Zugabe in einem grünen oder Gurkensalat. „Und es gehört unbedingt in eine grüne Frankfurter Soße hinein“, ergänzt Waltraut Riemer. Der Große Wiesenknopf gehört zu den Rosengewächsen, der größten Familie in unseren Breiten. „Viele wissen nicht, dass beispielsweise auch Apfel und Kirsche zu den Rosengewächsen gehören“, erklärt Sautter, „ebenso Brombeere, Erdbeere – eine Riesenfamilie!“ Kennzeichnend sind die fünf Blütenblätter rund um den Kelch; beim Wiesenknopf erkennt man das fast nur mit einer Lupe. Gleich daneben wächst Thymian, im Volksmund auch Quendel genannt. Das Heil- und Gewürzkraut liebt die trockenen, sonnigen Stellen auf den Kalkmagerrasen. Wo es wächst, lebt auch der Ameisenbläuling. Zu dem Schmetterling weiß Gerda Sautter eine faszinierende Geschichte. Die Raupe frisst zunächst an der Blüte, lässt sich dann zu Boden fallen und wird von Knotenameisen adoptiert. „Sie tragen die Raupe in ihren Bau, wo sie überwintert und von den Wirten lebt“, ist die Gästeführerin begeistert, „ich habe ge-

Kalkmagerrasen und Wacholderheiden Kalkmagerrasen liegen meist an vollbesonnten, waldfreien Berghängen und sind nährstoffarme, nicht gedüngte Pflanzengesellschaften. Mit bis zu 80 Arten sind sie die blumenreichsten Wiesen der Schwäbischen Alb. Flachgründige Kalksteinböden des Oberen Jura bilden ihre ideale Grundlage. Merkmale sind kurze Gräser und eine große Vielfalt an schwachwüchsigen Blumen, wie Küchenschelle, Silberdistel, kleine Enzianarten sowie Wacholderbüsche. Die Kalkmagerrasen sind ein unverwechselbarer Bestandteil der Landschaft am Albtrauf, obwohl sie lediglich ein Prozent der Fläche des Landkreises ausmachen. Sie sind die Reste einst weitreichender Weidegründe der Wanderschäferei, durch die sich die Flächen nicht bewaldeten. Mit „Heide“ bezeichnete man früher die Allmende, das Land, das der Bevölkerung für die Viehweide zur Verfügung stand. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff auf die spezifische Vegetation übertragen. Die Wiesen werden durch die Beweidung durch Schafe und Ziegen erhalten, die durch das Abknabbern der Sprösslinge das Aufkommen von Büschen und Sträuchern verhindern. Nur zwergwüchsige und stachelige Pflanzen werden von ihnen gemieden (Disteln, Wacholder), außerdem giftige und ungenießbare wie Zypressen-Wolfsmilch und Enzianarten. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit lassen sich zahlreiche kalkliebende Orchideen finden.

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1 Waltraut Riemer 5 Mit der Weberdistel wurden früher Wollstoffe aufgeraut.

lesen, dass die Raupe bis zu 600 Ameiseneier und -larven frisst, doch die empfinden sie nicht als Feind. Im Gegenzug sondert sie nämlich Honigtau ab, der für die Ameisen eine wichtige Kohlenhydratquelle ist.“ Nur in Gegenwart der Königin oder wenn die Raupe das gesamte Nest leerplündert, wehren sich die Arbeiterinnen. Einige Schritte weiter hat Waltraut Riemer eine Weberdistel entdeckt. Die getrockneten Köpfe wurden früher auf Eisenstücke gezogen und zum Aufrauen von Wollstoffen genutzt. „Ihre Widerhaken machen sie zu einer recht wehrhaften Pflanze, die Blüte beginnt in der Mitte als ein lila Kranz, das sieht sehr reizvoll aus.“ Nun führt der Weg mit Blick auf den Ortsrand von Gruibingen um den Wiesenberg herum auf die sonnige Südseite. Links grasen Schafe, rechts liegt eine typische Wacholderheide, die erst kürzlich gemäht wurde. An den Büschen hängen die Beeren von drei Generationen. „Die dunklen sind reif“, prüft Sautter einen Busch, „die grünen sind von diesem Jahr, das wechselt laufend.“ Wacholderbeeren waren einst ein wichtiges Einkommen für die Bewohner des oberen Filstals, genauso wie Hagebutten, die in direkter Nachbarschaft stehen. „Im nahe gelegenen Auendorf haben vor allem Kinder die Beeren gesammelt, es wurde das ‚Hägenmarkdorf‘ genannt.“ Hagebutten besitzen viel Vitamin C, weshalb sie auch „Zitronen des Nordens“ heißen. Die Wacholderbeeren werden beispielsweise als Zugabe in Sauerkraut verwendet oder auch bei der Herstellung von Medikamenten. Am Waldrand finden die beiden Gästeführerinnen einige Pilze. Lange zu den Pflanzen gerechnet, gelten sie mittlerweile aufgrund


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Boßler: Auf den Spuren von Waltraut Riemer und Gerda Sautter Start am großen Wanderparkplatz e an der Straße von Bad Boll nach Gruibingen. Kenner laufen nicht den ausgeschilderten Weg zum Boßlerhaus, sondern folgen dem Weg links, der den Wiesenberg umrundet. Schöne Heidefläche r nach Südosten, der Weg führt durch den Buchenwald, anschließend rechter Hand eine weitere Wacholderheide. Auf der gegenüberliegenden Seite des Passes ein kleiner Brunnen t mit Binsengras davor. Der Weg führt nun hinauf zum Boßler, zu beiden Seiten Heideflächen, auf der Hochfläche links eine Ruderalfläche u, die ebenfalls als Heide gepflegt wird. Rast am Boßlerhaus mit Panoramablick ins Filstal i. Ein Schlenker zum Boßler lohnt sich, entlang am Albtrauf gibt er weitere Aussichten frei. Oder auf direktem Wege zum Jahrhundertstein o. Lust auf mehr? Dem Weg südwärts am Albtrauf entlang bis zur Hochspannungsleitung folgen. Hier, oberhalb von Häringen p hat man einen herrlichen Blick nach Westen, u. a. auf die Burg Teck. Unterhalb der Weilheimer Skihütte entspringt der Winkelbach am sehenswerten Steinbrünnle a. Dem Bachverlauf folgen und am Wanderparkplatz rechts der Heidefläche wieder hinauf Richtung Wolfbühl. Über das Umpfental s gelangt man wieder zurück zum Wiesenberg.


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Streuobst, Heide, Waldgeschichten Kloster Adelberg

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Adelberg/Herrenbachstausee: Walderlebnispfad Bad Boll: Naturpfad im Badwäldle Bad Überkingen: Wald- und Wasserlehrpfad Göppingen: Lehrpfad im Stadtwald Geislingen: Lehrpfad am Helfenstein

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Wald- und Obstlehrpfade im Landkreis Göppingen

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e Adelberg: Walderlebnispfad rund um den Herrenbachstausee

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Bad Boll: Mostbirnenlehrpfad Obstsortenlehrpfad in Zell u. A.: Mostbirnen und Apfelsorten Schlierbach: Obstsortenlehrpfad mit Apfel- und Birnensorten Schlat: Obstlehrpfad Gingen: Obstlehrpfad mit alten Kernobstsorten Aufhausen: Mostbirnenlehrpfad Bad Ditzenbach-Gosbach: Lehrpfad mit alten Obstsorten

i Kennst Du die Bäume? o Koboldklinge & Märchenquelle p Lausch-Ecke am Seeufer Mythologie der Bäume

a Labyrinth s Barfuß-Pfad d Specht-Station f Pirschpfad g Fische & Vögel

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1 Wanderung mit Waltraut Riemer (2. v. r.) und Kolleginnen der Schwäbischen Landpartie 5 Herrenbachstausee bei Adelberg


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erda Sautters Entdeckungstour geht im Norden des Landkreises bei Adelberg weiter. Am Nachmittag trifft sie sich mit Förster Martin Mönich, um den Walderlebnispfad rund um den Herrenbachstausee kennenzulernen. „Als Gästeführerin darf man sich nicht auf Bekanntem ausruhen“, gibt sie zu bedenken. Vor vier Jahren machte sie eine Ausbildung zur Landschafts- und Gästeführerin. Dabei ging es darum, das vorhandene regionale Wissen mit Kenntnissen über Gruppenführung zu verbinden. Nachdem die gelernte Floristin das Zertifikat in der Hand hatte, gehörte sie mit Waltraut Riemer zu einer Gruppe von 14 Frauen, die die „Schwäbische Landpartie“ gründeten. Die Führerinnen können als Dienstleister bei Busfahrten oder Ausflügen gebucht werden. Darüber hinaus bieten sie ein eigenes Programm mit Touren durchs Ländle. Abwechslung wird dabei groß geschrieben. „Jede von uns ist auf bestimmte Themen spezialisiert, das ergibt eine bunte Mischung für jeden Geschmack.“ Während Gerda Sautter sich mit Kräutern und Blumenwiesen auskennt, sind Waltraut Riemer Heideflächen und Vögel besonders vertraut. Andere Kolleginnen leiten die Gäste beispielsweise zu genussvollen Entdeckungen in Geislingen, führen sie zur Wallfahrtskirche „Ave Maria“ bei Deggingen oder spazieren zur sagenumwobenen Burgruine Reußenstein. Die Schwäbische Landpartie bietet ihr Programm in Zusam- Ausflüge mit der menarbeit mit Kommunen und Firmen an. So stehen die Be- Schwäbischen sichtigung der Brauerei Kumpf oder der Württembergischen Landpartie Metallwarenfabrik (WMF) genauso auf dem Tourenplan wie ein Besuch bei der Kunstgießerei Strassacker, wo unter anderem der „Bambi“ gegossen wird, Deutschlands größter Medienpreis, der als Pendant zum Hollywood-Oscar gilt. In Zusammenarbeit mit Hotels und Gasthöfen sind außerdem Themenausflüge möglich, zum Beispiel „Schlemmen auf der Alb“ mit Produkten aus regionaler Erzeugung (3 S. 139). Was die Führerinnen auszeichnet, ist die Liebe zum Detail. Scheinbar unbedeutende Pflanzen am Wegesrand entpuppen sich als Heilkräuter. Vogelstimmen, die der Laie nicht unterscheiden kann, werden von den Frauen einprägsam erläutert. Auch Gerda Sautter hat diesen feinen Blick für vermeintlich Unwichtiges, der mitreißend ist. Inzwischen an der Herrenmühle unterhalb des Stausees angekommen, fallen ihr sogleich die Flechten an Bäumen und Steinen auf. „Hier vorne hängt eine Bartflechte, die sieht wunderbar aus“, schwärmt sie. Genau wie Moose sind Flechten ein Zeichen für hohe Luftfeuchtigkeit – kein Wunder in diesem beschaulichen Tal, durch das der Herrenbach fließt. Die Symbiose aus Algen und Pilzen kann auf

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Fossiliensuche im Boller Jurafango-Werk


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Tatort Schwäbische Alb

Tatort Schwäbische Alb Tote Saurier sinken auf den Meeresgrund, Vulkane speien Gaswolken aus ihren Schloten, Flüsse verändern die Verteilung des Wassers in Europa, ein ganzes Gebirge gerät in Schieflage – am Rande der Schwäbischen Alb war in den letzten 200 Millionen Jahren eine Menge los. Die Spuren des Kampfes der Naturgewalten sind noch heute sichtbar.

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Tatort Schwäbische Alb

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in gemütlich vor sich hin plätschernder Bach, zwitschernde Vögel, die liebliche Hügellandschaft, und über allem strahlen Albtrauf und die drei Kaiserberge eine anmutige Ruhe aus. Voller Harmonie präsentiert sich die abwechslungsreiche Landschaft im Naherholungskreis Göppingen. Doch der Schein trügt. Was einen so friedlichen Eindruck vermittelt, war in der Vergangenheit Schauplatz eines Kampfes zwischen extremen Naturgewalten. Ein unterirdischer Vulkan verursachte mächtige Gasexplosionen, Wassermassen überfluteten das Land, dann wieder hoben sich ganze Gebirge, reißende Flüsse nagten an Gesteinsformationen. Gerade noch herrschten karibische Verhältnisse, tummelten sich riesige Fischsaurier im flachen Wasser. Jetzt wiederum zogen Mammuts durch die eiszeitliche Szenerie, Bergrutsche stauten Flüsse auf. Heute muss sich niemand Sorgen machen, dass ihm Derartiges widerfahren könnte, wenn er sich ins Filstal wagt. Während der letzten 200 Millionen Jahre fanden die Ereig200 Millionen nisse am Tatort statt – lang ist‘s her, oder doch nicht? Mit dem Jahre – nur eine Zeitgefühl ist es ja so eine Sache. Rechnet man das Erdenalter Stunde im Erdentag von etwa viereinhalb Milliarden Jahren auf einen Tag um, berichten die nächsten Seiten lediglich von gut einer Stunde, in der sich Umwälzendes abgespielt hat. Hunderttausende von Jahren sind ein Wimpernschlag, vor vier Minuten hatte die erste Eiszeit noch gar nicht begonnen. Aber der Reihe nach. Im Zeitalter der „Trias“, vor über 70 Minuten (rund 220 Millionen Jahren), bedeckte eine schier endlose Ödnis das Land – das „Keuperbecken“. Hier war es staubtrocken und das in den unterschiedlichsten Farben: rote, violette, schwarze und grüne Sand- und Tonsteine wechselten sich im subtropischen Klima ab. Plötzlich strömte das Urmeer in die Ebene – Land unter! Amphibien erschienen, Fische und Schildkröten. Dann wichen die Wassermassen wieder zurück, teilweise verdunsteten sie, über gewaltige Flussdeltas aus dem Norden wurden Sand und Geröll angeschwemmt. „Keuper“ bedeutet „bröckelig zerfallendes Gestein“. Dazu gehören auch Sandsteinplatten, durch die Eindampfung des Meerwassers sind im Keuper Gips und Salz enthalten. Im Tal der Nassach, die zwischen Ebersbach und Uhingen in die Fils mündet, lassen sich Ablagerungen aus dieser Zeit entdecken: bunter Mergel und Stubensandstein. Steigt man einen der Seitenbäche bis zur Hochfläche des Schurwalds hinauf, sind die einzelnen Schichten gut sichtbar. Im Bachbett haben sich teilweise drei bis vier Meter hohe Steilstufen mit Wasserfällen gebildet.


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Tatort Schwäbische Alb

Erdzeit: Viel passiert in einer Stunde Bei einem Erdalter von umgerechnet einem Tag haben sich die Ereignisse am Tatort Schwäbische Alb innerhalb der letzten 1 ¼ Stunden abgespielt. Nachdem die Gesteinsablagerungen der Jurazeit erst vor 43 Minuten abgeschlossen waren, wurde während des Tertiärs die heutige Landschaft durch Verwitterung innerhalb der letzten 21 Minuten gestaltet. Unterer Jura 30 Mio Jahre = 10 Min Trias (mit Keuper) Quartär 1,8 Mio Jahre = 36 Sek Tertiär 65 Mio Jahre = 21 Min

Mittlerer Jura 23 Mio Jahre = 7,5 Min Oberer Jura 22 Mio Jahre = 7 Min Kreidezeit 70 Mio Jahre = 22,5 Min

Oberes Filstal

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Tatort Schwäbische Alb

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Göppingen: Urzeugen im Stadtzentrum Auf einem Rundgang durch die Innenstadt lassen sich Steine aus der Triaszeit entdecken.

e An der Fassade und im Außenbereich der Stadthalle wurde rötlicher Buntsandstein aus dem Schwarzwald verwendet. Bei Sonnenschein blitzen unzählige Quarzkörner auf, die rote Farbe spricht für trockenes, heißes Wüstenklima. r Das Kriegerdenkmal in den Mörikeanlagen ist aus Steinen gefertigt, die Meeresmuscheln enthalten, daher auch Muschelkalk genannt. Die Oberhofenkirche wurde im Jahr 2006 mit Coburger Sandstein restauriert. In der Markt- und Burgstraße kann man an den Sockeln vieler Gebäude, die um die Jahrhundertwende erbaut worden sind, Schilfsandstein finden. Am Portal der t Uhland-Realschule zeigt er sich in einer gelblichen Variante mit eingesprenkelten bräunlichen Lagen.

u Die Gebäude Rosenstraße 1 und 2 sowie Schillerstraße 21 weisen rötlich-violetten Schilfsandstein auf. i Die Schiller-Realschule besitzt ein „geflammtes“ Erscheinungsbild mit nordischem Sandstein mit hellen und dunkelvioletten Partien. o p Das Portal und die Rundtürme des Göppinger Schlosses sind aus hellem Stubensandstein

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Landratsamt

(Saurier im Foyer)

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des mittleren Keuperzeitalters gebaut, ebenso der Turm der Stadtkirche. Der Brunnen beim Schloss ist aus Muschelkalk. Sandstein findet sich auch am a Freihof-Gymnasium.

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Stadthalle


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Tatort Schwäbische Alb Wer es lieber bequem hat, begibt sich in die Göppinger Innenstadt. Zwischen Putz und Beton stellen einige Gebäude ihr natürliches Baumaterial zur Schau. Darunter sind Steine der Triaszeit, auch solche, die im Landkreis nicht an der Oberfläche zu finden sind. Vor allem der Stubensandstein des „Mittleren Keuperzeitalters“ ist im Stadtbild vielfach vorhanden. Seinen Namen hat er von einer speziellen Verwendungsweise: In Mühlen wurde das Material zu Fegsand vermahlen und zum Reinigen von Holzböden verkauft. Noch heute wird er in Steinbrüchen gewonnen. liensbach ist ein kleiner Weiler, der zur Gemeinde Zell unter Aichelberg gehört. Hier grasen Schafe und Kühe ungestört auf Streuobstwiesen, der bäuerliche Charakter ist noch allseits sichtbar. Die schmale Straße endet als Sackgasse im Ort, eine abgeschiedene Ecke im Landkreis. Geht man durch die idyllischen Gassen, scheint es undenkbar, dass Pliensbach weltweit berühmt sein soll. Eine Schulklasse machte die Probe auf‘s Exempel und schickte E-Mails an geologische Institute auf allen Kontinenten. Frage: „Kennen Sie Pliensbach?“ Beim Lesen der reichlich eingehenden Antworten staunten die Mädchen und Buben nicht schlecht. Ob aus Südamerika oder Australien, von überall her bestätigten Wissenschaftler, dass ihnen das „Pliensbachium“ sehr wohl vertraut sei. Dies ist eine Phase im Zeitalter des „Unteren Jura“, vor einer Stunde (190 Millionen Jahre). Damals lagerten sich Gesteinsschichten ab, die erstmals am gleichnamigen Bach des schwäbischen Dörfles beschrieben und deshalb nach ihm benannt worden sind. Fotos von vergleichbaren Funden schickten die Forscher als E-Mail-Anhang gleich mit: Pliensbach ist überall!

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Juragesteinsschichten in Pliensbach


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Tatort Schwäbische Alb Saurierskelett in der Eislinger Stadthalle


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Tatort Schwäbische Alb Kot der Urlebewesen. „Das Knochenmaterial ist ausnahmslos dreidimensional erhalten und zeigt feinste Strukturen des Knochengewebes“, begeistert sich der Kreisarchäologe. Sein Büro in den Räumen des Kulturamts im Schloss Filseck sah der Wissenschaftler während der Geländearbeiten nur noch selten. Sechs Jahre lang war er an insgesamt sieben Fundstellen vor Ort in der B 10-Trasse. Die Zeit drängte, denn die Bauarbeiten sollten nicht ins Stocken geraten. Also arbeitete das bis zu 30-köpfige Ausgrabungsteam auch bei klirrender Kälte, Schnee und Frost. Schutz boten Zelte des Roten Kreuzes, die Eislinger Feuerwehr stellte das Stromaggregat für die Nachtschichten, und Anwohner brachten Essen sowie heiße Getränke. Obendrein wurden von anderen Baustellen weitere Entdeckungen gemeldet. Die Forscher führten allein vier Grabungen in der Umgebung von Bartenbach durch und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aus der Böschung eines Baches wurde zum Beispiel ein Meereskrokodil geborgen. Ansonsten auch hier wieder Skelettfragmente von Fisch- und Flugsauriern zwischen einer Unmenge von Belemniten. Rademacher zieht Bilanz: „Wir sind auf eine Meeresablagerung gestoßen, die auf einer Fläche von mindestens 20 Quadratkilometern voller Skelettreste ist“ – der „Fischsaurierfriedhof Eislingen“. Eine umfangreiche Ausstellung in der Eislinger Stadthalle machte 2006 die sensationellen Funde der Öffentlichkeit zugänglich. Das Highlight hängt dauerhaft im Foyer: Die Skelett-Rekonstruktion eines fast vier Meter langen „Eurhinosaurus longirostris“, was auf deutsch „der Schönschnäuzige“ heißt. Mit vier Flossen jagte er auf der Suche nach

1 Reinhard Rademacher während der Ausgrabungsarbeiten 5 Ichthyosaurus-Zeichnung von Heinrich Harder

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Tatort Schwäbische Alb Bahn

Eislingen: Fischsaurierfriedhof

e Im Foyer der Stadthalle hängen zwei Saurierskelette. Eine weitergehende Dokumentation ist in Vorbereitung.

Stadthalle

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p Fundstelle der Eislinger Saurier in der B 10-Trasse (Foto).

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o Blick auf den Hohenstaufen mit Info-Tafel über den „Zeugenberg“.

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a Einkehrmöglichkeit im Ausflugslokal „Waldheim“.

s Information über die Entstehung der Schwäbischen Alb, Ausblick. d Zeitreise ins Jurameer mit seinem karibischen Klima. f Information über Flurneuordnung und Landschaftsschutz.

g Info-Tafel über den Neubau der Bundesstraße B 10.

erhofstraße Näh

t Der Barbarossabrunnen spendet elf Liter Wasser in der Minute. Die natürliche Kohlensäure stammt vom „Schwäbischen Vulkan“. dor Engel und die nach ihm benannte Realschule i. Engel machte sich um die Erforschung von Fossilien verdient. Seine Sammlung ist im Naturkundlichen Museum in Göppingen-Jebenhausen untergebracht.

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r Am Filsufer informieren Tafeln über die Entwicklung des Flusses durch die Jahrmillionen.

u Grab des Eislinger Pfarrers Theo-

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Lehrpfad zur Saurierfundstelle in Eislingen mit herrlichen Ausblicken und interessanten Informationen.

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a Waldheim

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Tatort Schwäbische Alb Nahrung durch das flache Wasser des Jurameers. Charakteristisch sind die Proportionen seines Kiefers. Der obere Teil ist sehr lang und hat vermutlich zum Stochern im Meeresboden und dem Erschlagen der Beute gedient. Der Unterkiefer dagegen ist kurz – die Forschung konnte das Geheimnis der seltsamen Form noch nicht lüften. Gleich daneben ein Temnodonto- oder Schnittzahnsaurier. Er war der größte Meeresräuber in der Zeit des Unteren Jura und wurde bis zu 18 Meter lang. Sein kräftig gebauter Schädel wies einen Kiefer mit hunderten von Zähnen auf. Weitere Ausstellungsstücke sind als Dokumentation geplant, aber vielleicht gibt es eines Tages auch ein Museum in Eislingen? Ein Förderverein hat sich auf die Fahnen geschrieben, den „Fischsaurierfriedhof“ dauerhaft zu präsentieren. Einen Lehrpfad zur Original-Fundstelle haben die Förderer bereits eingerichtet. Das Ausgrabungsteam hatte auch Knochen von Krokodilen gefunden. Der „Steneosaurus bollensis“ ist im Landkreis kein Unbekannter. Schon in Bad Boll waren versteinerte Skelette gefunden worden; die Tiere ähneln den heutigen Krokodilen sehr. Diese Reptiliengruppe verstand es, sich im Lauf der Zeit immer wieder auf veränderte Lebensbedingungen einzustellen und so viele andere Arten zu überdauern. Während die vier Beine für Landgänge genutzt wurden, diente der lange Schwanz zur Fortbewegung im Wasser. Wahrscheinlich lebten die Krokodile überwiegend in Küstennähe, weshalb sie im Landkreis seltener gefunden werden als Fischsaurier. Gleiches gilt für die Flugsaurier. „Ihre Körper gelangten eher zufällig ins Meer“, sagt Reinhard Rademacher, „beispielsweise durch Stürme, in denen sie abstürzten.“ Die hohe Konzentration an Versteinerungen in der Eislinger Massensterben Fundschicht ist ungewöhnlich und gibt den Forschern zu den- in Eislingen! ken. „Wenn so viele Tiere auf engem Raum liegen, müssen sie auch in ziemlich kurzer Zeit gestorben sein“, so Rademacher, „Grund dafür war offenbar ein außergewöhnliches Ereignis, vermutlich eine Naturkatastrophe.“ Ein unter Geochemikern diskutiertes Erklärungsmodell geht von der plötzlichen Zersetzung gewaltiger Mengen von Methanhydrat im Meer aus. Hoher Druck und niedrige Temperaturen lassen das Methangas eine Verbindung mit Wasser eingehen. Ab einer Tiefe von 500 Metern kommt es in fester Form am Meeresboden vor und hält die Sedimente wie Zement zusammen. Das war unter Umständen auch vor 181 Jahrmillionen am Rande des Weltozeans „Tethys“ der Fall. Dort wo heute Südfrankreich liegt, lagerten in zweitausend Metern Tiefe große Methanhydrat-Vorkommen. Irgen-

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Tatort Schwäbische Alb Wäschenbeuren

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LESEPROBE LESEPROBE

Tatort Schwäbische Alb

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Vulkanschlot

Wichtige Fossilienfunde

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Thermalwasser

Steige mit Felsaufschlüssen

GeoPark-Infostelle

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Tatort Schwäbische Alb detwas brachte das fragile System ins Wanken; das Wasser wurde wärmer oder tektonische Verschiebungen lösten einen Druckabfall aus. „Jedenfalls perlte das Methan in großen Mengen nach oben“, zeichnet Rademacher den möglichen Tathergang nach, „und brachte giftige Verbindungen in den Lebensraum der Tiere.“ Folge: Die Giftstoffe aus der Tiefe töteten alles Leben und gelangten durch Strömungen in das flache Jurameer. Tiere, die auf Sauerstoff angewiesen waren, erstickten sofort. Nicht so die Fischsaurier. „Sie atmeten an der Wasseroberfläche, aber erlagen entweder den Giftstoffen oder verhungerten schlichtweg“, erklärt der Archäologe. Schließlich waren keine Beutetiere mehr am Leben. Auch heute denken Wissenschaftler mit Sorge an die gewaltigen Methanhydrat-Vorkommen in den Ozeanen. Energieproduzenten dagegen träumen von der Förderung des Gases, das in unvorstellbaren Mengen zur Verfügung steht. Allerdings würde das die Klimaveränderung dramatisch beschleunigen: Methan ist als Treibhausgas 32-mal wirksamer als Kohlendioxid. Doch zurück in die Vergangenheit. Das Massensterben der Landschaft als Fischsaurier hat den Gang der Geschichte unbeeindruckt geoffenes Buch der lassen. Mal wich das Meer zurück, mal kam es wieder – die Erdgeschichte Küstenverläufe änderten sich in der Jurazeit immer wieder. Beständig lagerten sich neue Schichten ab, sodass ein Schnitt in den Boden eine Reise in die Vergangenheit darstellt. Die unterschiedlichen Oberflächen im Landkreis stellen so ein offenes Buch der letzten Stunde der Erdgeschichte dar. Während im unteren Filstal die alten Keuperschichten sichtbar sind, stehen Orte wie Pliensbach, Bad Boll und Eislingen auf dem Boden des Unteren Juras. Die Albvorberge, das Rehgebirge zwischen Hohenstaufen und Donzdorf sowie das obere Filstal sind dem Mittleren (Braunen) Jura zuzuordnen. Der darin vorkommende „Donzdorfer Sandstein“ war beliebtes Baumaterial und schmückt zum Beispiel auch das Ulmer Münster. Der dafür genutzte Steinbruch befand sich oberhalb von Donzdorf am Aufstieg zum Messelstein. Auf der Höhenterrasse lag die Kantine der Steinmetze, heute ein Restaurant mit schöner Aussicht auf die Täler der Lauter und Fils. Für die Landwirtschaft lässt sich der Boden des Mittleren Jura nur schwer bewirtschaften und galt damit als „siedlungsfeindlich“. So sind beispielsweise in die Landschaft westlich des Rehgebirges zumeist nur wenige Einzelhöfe eingestreut. Der besondere Charakter gab dem Gebiet um Ottenbach den Namen „Schwäbisches Allgäu“ und zieht heute Wanderer an, die die Natur in den kleinen Tälern unterhalb der drei Kaiserberge genie-


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Tatort Schwäbische Alb

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Rheinische Insel

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Landkreis Göppingen Vermutete Methanhydrat-Herkunft

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Blick über das Rehgebirge zum Albtrauf bei Donzdorf

Tethys-Ozean

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Tatort Schwäbische Alb Aichelberg: Vulkanschlot mit Sinkscholle, drei ehemalige Steinbrüche Die Kerne von Aichelberg (564 m, unten links) und Turmberg (609 m, rechts) bestehen aus Schlotfüllungen. Sie gehörten zum Schwäbischen Vulkan, der vor rund 17 bis 20 Millionen Jahren tätig war. Aus 90 bis 100 Kilometern Tiefe drangen vulkanisches Material und Gas nach oben. Die Ausbrüche verursachten keine Lavaströme, aber auf dem Weg nach oben sprengte das Gas Umgebungsgestein frei und transportierte es mit kleinen Lavafetzen zur Oberfläche. Das vulkanische Material selbst ist eine Art Basalt. Am Aichelberg bildete sich anschließend ein Maarsee. Seitdem haben die Naturgewalten Gesteinsschichten von rund 400 Metern Höhe abgetragen. Im Schlot, der einen Durchmesser von rund 600 Metern hat, findet man „Tuff“, der aus vulkanischen Komponenten, aber vor allem aus Nebengesteinsstücken besteht, die aus dem Grundgebirge und den Ablagerungsgesteinen nach oben gerissen wurden. Auch von oben gelangte Material in den Schlot, unter anderem eine fast 300 Meter dicke Scholle aus Weißjura-Gesteinen. Als der Vulkan ausbrach, reichte die Alb noch mindestens bis Stuttgart. In der Zeit danach wurde die Alb durch Nebenflüsse des Neckars immer mehr angenagt, der Albtrauf zurückverlegt. Heute ist der Aichelberg schon vom Trauf isoliert. In drei ehemaligen Steinbrüchen lässt sich die Schlotfüllung sehr schön studieren.

Vor 16 Millionen Jahren Vegetation p Oberer Jura p

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Heute Maarsee Schlick u.a. kurzzeitige Ablagerungen

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Tatort Schwäbische Alb Es sollte noch schlimmer kommen. Der Neckar war auf den Geschmack gekommen und warb um weitere Nebenflüsse und Bäche der Ur-Lone. Beständig machte sich das Wasser an der Kante der Alb zu schaffen und verschob sie und damit die Wasserscheide nach Südosten. Mit jeder abgetragenen Schicht, jedem Bergsturz gewann der Neckar an Wasser, das er dem Rhein schenkte – auf Kosten von Ur-Lone und Donau. Bei Geislingen sollte sich der Plochinger Eklat wiederholen, auch hier ist auf der Karte eine extreme Kurve nach links zu erkennen: Die obere Fils, bisher der Donau tributpflichtig, schloss sich dem Neckar-System an. Das Filstal war geboren, aber gleichzeitig das Schicksal der Lone besiegelt. Heute ist sie ein wasserarmer Fluss, der obendrein noch mit Versickerung zu kämpfen hat und in trockenen Sommern im Mitttellauf kein Wasser mehr führt. Der Kampf hat noch nicht aufgehört, sondern wird inzwi- Der Kampf um die schen unterirdisch fortgeführt. Die Rohrach, die in Geislingen Wasserscheide in die Fils mündet, gräbt der Lone weiterhin Schritt für Schritt geht weiter das Wasser ab. Dabei geht es um Quellen in der verkarsteten Albhochfläche. Der genaue Verlauf der europäischen Wasserscheide lässt sich nicht einfach beim Blick auf eine Landkarte ermitteln, indem man den Lauf der Bäche verfolgt. Unten, in den Schichtverläufen, Spalten und Höhlensystemen, verläuft die Frontlinie bereits weiter südöstlich, als es der Donau lieb sein kann. Auf kurz oder lang wird die Autobahnmeisterei das Hinweisschild Richtung Ulm versetzen müssen. ur gleichen Zeit, als das Duell um die Wasserscheide zwischen Neckar und Lone in vollem Gange war, erlebte die Region auch heftige Vulkanausbrüche. Immer wieder ereigneten sich Gasexplosionen an verschiedenen Stellen. Asche und Lava förderten die Schlote kaum, weshalb sich für sie der Begriff „Vulkanembryos“ eingebürgert hat. Die Schlote gehörten alle zu einem einzigen System, dem „Schwäbischen Vulkan“. Zwei von ihnen markieren das westliche Eingangstor der Autobahn A 8 in den Landkreis Göppingen: Aichelberg und Turmberg. Den geologischen Unterschied zum Hohenstaufen sieht man den beiden der Alb vorgelagerten Erhebungen nicht an. Während der Göppinger Hausberg durch rein tektonische Ereignisse ein hartnäckiger Zeuge des Zurückweichens der Alb wurde, blieben Turm- und Aichelberg aufgrund ihrer vulkanischen Herkunft standhaft gegen die Abtragungen. Dabei ist die Geschichte des Aichelbergs ähnlich kurios. Im Schlot steckt eine schräg gestellte Gesteinsscholle aus der Zeit des Oberen Jura, die aufgrund des heutigen Abtragungsstandes „zufällig“ sichtbar ist. Sie wird umgeben

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1 Sauerbrunnen vor dem Christophsbad in Göppingen 5 Gesunder Badespaß in der Vinzenz Therme in Bad Ditzenbach

von weicherem Material des Mittleren Jura. Die eigenartige Formation rührt von der Vulkantätigkeit her. „Während eines Ausbruches wurde diese Scholle mit Weißjura-Gestein am Rand abgesprengt und sank wie in einem Fahrstuhl rund 500 Meter in den Schlot“, so Anton Hegele. Um die Schlotfüllung herum griff die Witterung die Gesteine an, während der Schlotkern widerstandsfähiger war und als „Härtling“ stehen blieb. Die Vulkanembryos sind zwar sichtbare Zeichen des Schwäbischen Vulkans, aber nicht mehr aktiv. Doch tief unten schnauft es weiter, und nun sucht sich das vulkanische Kohlendioxid andere Wege, um zu entweichen. „Entlang von Schloten und Störungen der Gesteinsschichten dringt Kohlensäure nach oben und trifft im Wasserleiter auf Regenwasser“, erläutert Hegele anhand eines Querschnitts vom Aichelberg bis zum Filstal. „Sie unterstützt die Lösung von Mineralstoffen, die sich im Wasser anreichern, und außerdem ist sie für den prickelnden Geschmack unseres Sauerwassers verantwortlich.“ Man nehme also „einfach“ eine Kalksandsteinschicht, die Mineralstoffe des Jurameers enthält, lasse Kohlensäure vom eigenen Vulkan heraufsteigen, und fertig ist eine Erfrischung mit Zutaten wie Calcium, Magnesium oder Hydrogencarbonat, die unter Namen wie „Göppinger“ oder „Überkinger“ guten Absatz findet. Im Gegensatz zu normalem Mineralwasser ist die Kohlensäure gleich ganz natürlich mit dabei. Den Gang zum Getränkehändler können sich Kenner sparen, wenn sie in Göppingen und Eislingen die öffentlichen Sauerbrunnen aufsuchen und das wertvolle Nass eigenhändig zapfen. An einem warmen Sommertag bietet sich eine Sauerwasser-Radtour an, die


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Tatort Schwäbische Alb

Thermal- und Sauerwasser: Heilkraft aus der Tiefe Entlang an Brüchen der Gesteinsschichten und am Aichelberger Vulkanschlot steigt Kohlensäure aus der erkalteten Magmakammer auf. In den wasserleitenden Schichten des Keuper und Unteren Jura unterstützt sie die Lösung von Mineralstoffen und sorgt für natürlich „prickelndes“ Sauerwasser sowie Schwefelwasser. Das Boller Thermalwasser wird aus 400 Metern Tiefe mit einer Temperatur von 50°C gewonnen. Die 40°C-Isotherme liegt hier sehr hoch bei rund 250 Metern unter der Oberfläche. Richtung Filstal fällt die Isotherme stark ab. Schurwald

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Tatort Schwäbische Alb Rund um Göppingen: Sauerwasser-Radtour den Eisengehalt färbt er Flaschen nach einiger Zeit rostrot.

Mit dem Fahrrad lässt sich eine Tour zu den Sauerbrunnen in Göppingen und Eislingen unternehmen. Auf 23 Kilometern Strecke beträgt die Höhendifferenz lediglich rund hundert Meter. Für die genaue Orientierung empfiehlt sich die Radwanderkarte des Landesvermessungsamts. Detailinformationen zur Tour und der Entstehung des Sauerwassers gibt es am Startpunkt im Naturkundlichen Museum in Göppingen-Jebenhausen.

i Wieder zurück in Göppingen gelangt man an den Karlsalleebrunnen in der Vorderen Karlstraße. Hier strömt aus zwei Hahnen Sauerwasser, das erst 1979 erbohrt wurde. o In den Mörike-Anlagen steht vor der Oberhofenkirche ein schönes Brunnenhäuschen, das mit Cannstatter Travertin verkleidet ist. Hier kann man ein kohlensäurearmes Mineralwasser zapfen.

e Jebenhäuser Schlossbrunnen am Na-

turkundlichen Museum, das in der 1610 erbauten Badherberge untergebracht ist.

p Christophsbad: Die ehemalige Badanlage wurde erstmals 1404 erwähnt, das BadWäschenbeuren MaitisVor haus von Heinrich Schickhardt gebaut. rrengen, dann links über den Eichert nach Göpdem Haupteingang sprudelt das Sauerwasser chstausee pingen. Der Freibad-Brunnen wurde 1938 erBörtlingen ausBeinem Granitbrunnen (3 S. 124). Es han297 bohrt. Das eisenhaltige Wasser fließt aus vier delt sich um ein „einfaches“ Calcium-HydroRöhren und kann auch im Freibad gezapft Birenbach genkarbonat-Wasser. werden.

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r Der Weg führt zunächst Richtung Heini-

Oberwälden Alten Wasserwerk sprudelte früher t Beim Rechbergein bekanntes Heilwasser. Durch Auslaugung hausen ist der Mineralstoffgehalt stark gesunken.

Faua Parallel zur Fils geht es weiter nach Hohenrndau. Vor der spätromanischen Faurndauer staufen Stiftskirche sprudelte früher ein SauerwasWangen ser, das aber verschmutzt worden ist. Vorbei am Faurndauer Friedhof führt eine u Der Barbarossa-Brunnen in Eislingen Bartenbach schöne Strecke durch das Autal hinauf nach spendet das mineralienreichste Sauerwasser. Jebenhausen. Er enthält unter anderem viel Calcium. Durch

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Tatort Schwäbische Alb die erfrischenden Stationen miteinander verbindet. as Erbe des Schwäbischen Vulkans hat noch mehr Bodenschätze zu bieten. „Während es normalerweise in hundert Metern Tiefe drei Grad wärmer ist, sind es unter Bad Boll schon zehn Grad“, berichtet Anton Hegele, „das ist ein Hotspot des Vulkans.“ Kein Wunder, dass aus 400 Metern Tiefe fast 40 Grad heißes Thermalwasser gefördert wird, das in der Rehaklinik Nachsorge-Patienten zugutekommt. Ebenso in Bad Ditzenbach. Der beschauliche Kurort im oberen Filstal war der erste im Bereich der Schwäbischen Alb, in dem nach Thermalwasser gebohrt wurde. 1969 stieß man in fast 600 Metern Tiefe im oberen Muschelkalk auf 48 Grad heißes Thermalwasser. Wie beim Sauerwasser finden sich in ihm gelöste Mineralien: Natrium-Calcium-Chlorid und Sulfat. Das Wasser ist mehrere tausend Jahre alt und daher weitgehend frei von schädigenden Umwelteinflüssen. Es speist nun die Becken der Vinzenz Therme und wird therapeutisch zur Beeinflussung des Gelenk- und Stützapparates genutzt. Für Besucher mit Erkrankungen der Wirbelsäule und Gelenke sowie Reha-Patienten ist das warme Thermalwasser eine Wohltat und ermöglicht ein schmerzfreies und effektives Training. Aquajogging, aktive Entspannung oder einfach nur Badespaß ist mit dem Thermalmineralwasser ebenfalls möglich (3 S. 138). So wirkt die Landschaft jetzt nicht nur friedlich und anmutig, sie spendet auch lebenserhaltende Kräfte für die Menschen. Das lässt die letzte Stunde auf der Erdenuhr mit ihren 200 Millionen Jahren und den gewaltigen Kämpfen der Naturgewalten am Tatort Schwäbische Alb erscheinen wie einen unwirklichen Traum.

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Bad Ditzenbach: Trinken und Baden Unter den schwäbischen Mineralquellen nehmen die Mineral- und Heilwässer des Filstales eine bevorzugte Stellung ein. Ihre Entstehung verdanken sie dem Zusammentreffen von Kohlensäure und den erhöhten Temperaturen der Thermalwässer – beides letzte Auswirkungen des Schwäbischen Vulkans. Der hohe Mineralgehalt stammt aus dem Speichergestein, aus dem mit Hilfe der Kohlensäure die Mineralstoffe gelöst worden sind. Während das Thermalwasser erst 1969 gefunden wurde, haben die Sauerbrunnen den Ruf Bad Ditzenbachs als Kurort begründet. Urkundlich wurden sie erstmals 1560 erwähnt, der Ort verdankt ihnen seine Entstehung. Zwei kohlensäurereiche Mineralquellen treten in geringer Tiefe aus dem Blaukalken des Mittleren Jura aus und werden als erfrischendes Mineralwasser abgefüllt sowie zu Trink- und Badekuren verwendet. Das Wasser ist bei äußerlicher Anwendung für die Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen geeignet, ebenso bei Durchblutungsstörungen und Bluthochdruck. 1930 wurde eine weitere Quelle erbohrt und in den 1960er-Jahren neu in 78 Meter Tiefe gefasst. Das Mineralwasser wurde in verschiedenen Sandsteinhorizonten des Mittleren Juras erschlossen und eignet sich aufgrund seines hohen Magnesiumgehalts besonders zu Trinkkuren bei Magen- und Darmerkrankungen sowie Gallenleiden.

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Freizeit-Tipps Bike

Fliegen Deggingen: Ballonteam Vogel Bad Ditzenbach/Deggingen: Fluggelände Berneck, Aeroclub Bad Ditzenbach, Tandemsprung, Fallschirmfliegergruppe, Motorsport-, Segelflugplatz; Fliegergruppe Geislingen, Sportflugplatz, Segel- und Motorflug Donzdorf: Fluggelände „Messelberg“, Fliegergruppe Donzdorf, Drachenflieger Club Staufen e. V. Dürnau/Wiesensteig (Übungshang): Flugschule Göppingen, Drachen- und Gleitschirmschulung Geislingen: Drachenflugverein Geislingen Gruibingen: Aeroclub Göppingen-Salach, Fluggelände „Nortel“

Neben gut ausgebauten Radwegen gibt es auch eine Vielzahl von Wald- und Feldwegen, die abseits der Hauptrouten interessante Ein- und Ausblicke ermöglichen.   Tourentipps des Schwäb. Albvereins: Rund um Göppingen: 17,8 Kilometer, 1 Stunde, 180 Höhenmeter, Trekkingrad Voralbrunde: 19,8 Kilometer, 1 Stunde, 180 Höhenmeter, Trekkingrad Den Marbach abwärts: 25 Kilometer, 1:30 Stunden, 150 Höhenmeter, Trekkingrad Herrenbachstausee – Uhingen: 31,3 Kilometer, 2:15 Stunden, 300 Höhenmeter, MTB oder Trekkingrad Göppingen – Schwäbisch Gmünd, mit Varianten: 53 Kilometer, 3:30 Stunden, 400 Höhenmeter, Trekkingrad Vom Boßler zum Fuchseck: 58 Kilometer, 4:15 Stunden, 1085 Höhenmeter, MTB


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Freizeit-Tipps

Radwanderung: Filstalroute

60 Kilometer, 4:00 Stunden, 540 Höhenmeter, Trekkingrad Die Route führt von der Mündung der Fils in den Neckar bei Plochingen über 60 km bis zur Quelle bei Wiesensteig. Der niedrigste Punkt an der Mündung liegt bei 250 Metern. Am Ziel, dem „Bahnhöfle“ wird eine Höhe von 790 Metern erreicht. Folgen Sie dem „F“-Logo der Filstalroute auf den Wegweisern entlang der Strecke; sie weisen auch ohne aufwendiges Kartenmaterial den Weg. Filstalroute in Etappen Ebersbach – Uhingen: 5,5 Kilometer Uhingen – Faurndau: 2 Kilometer Faurndau – Göppingen: 3 Kilometer Göppingen – Eislingen: 4,5 Kilometer Eislingen – Salach: 3 Kilometer Salach – Süßen: 2 Kilometer Süßen – Gingen: 3,5 Kilometer Gingen – Kuchen: 2,5 Kilometer Kuchen – Geislingen: 5 Kilometer Geislingen - Bad Überkingen: 4 Kilometer Bad Überkingen – Hausen: 2 Kilometer Hausen - Reichenbach im Täle: 2 Kilometer Reichenbach im Täle – Deggingen: 2 Kilometer Deggingen - Bad Ditzenbach: 2 Kilometer Bad Ditzenbach - Gosbach: 2 Kilometer Gosbach - Mühlhausen: 2 Kilometer Mühlhausen - Wiesensteig: 3 Kilometer Wiesensteig – Bahnhöfle: 8 Kilometer

nordic walking Boll: 3 ausgeschilderte Wege für Walker/ Nordic Walker im Boller Wald (blau = 2,8 Kilometer, rot = 6,8 Kilometer, schwarz = 10,5 Kilometer); Start und Ziel jeweils Wanderparkplatz Badstraße/Pappelweg. Eislingen: Waldsportpfad im Täle in Eislingen/Nord Göppingen: Nordic Fitness Sports Park Der lizenzierte Nordic Fitness Sports Park im Göppinger Oberholz und Spitalwald bietet alles für Nordic Walking-Fans: Von der leichten „blauen Route“ (2,7 Kilometer) bis hin zur anspruchsvollen „schwarzen Route“ (7,4 Kilometer). Heiningen: Nordic Walking Park Voralb Für Anfänger wie auch fortgeschrittene Walker, Nordic Walker und Jogger geeignet; 5 Laufstrecken mit einer Gesamtlänge von 34 Kilometer.

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LESEPROBE

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Museen und kulturelle Sehenswürdigkeiten Adelberg

Klosteranlage: Ulrichskapelle mit Klosterfriedhof 3 S. 17 ff., 75, Heilkräutergarten mit Beeten nach mitttelalterlichem Vorbild sowie mit Pflanzen von verschiedenen Kontinenten 3 S. 18, Ausstellung in der Klostervilla mit Geschichte des Klosters

Bad Ditzenbach

Ruine Hiltenburg auf dem Schlossberg mit Grillstelle und Sitzbänken 3 S. 35 Gosbach: Kreuzkapelle auf dem Leimberg: Aufstieg mit Kreuzwegstationen und herrlicher Aussicht, im Inneren das „wundertätige“ Leimberger Kreuz

che: Kunstschätze, Taufstein und Emporen aus dem 17. Jahrhundert, Propheten-, Evangelisten- und Apostelbilder an der Empore von 1706

Birenbach

Wallfahrtskirche des „schwäbischen Bauernbarocks“: Schon 1499 wird eine Marienkapelle erwähnt, die im 16. Jahrhundert Ziel vieler Wallfahrer war, im 30-jährigen Krieg zerstört. 1690 Neubau aus Spenden von Pilgern, üppige Stuckornamente, reich geschnitzte Barockbeichtstühle und fünf Altäre

Böhmenkirch

Patrizkapelle: 1733 erbaut, umgeben von Linden und Tannen in 709 Meter Höhe, großes Kruzifix im Chor (um 1610), Kreuzwegstationen (1813)

Börtlingen

Ölbergkapelle: spätgotisch um 1510, im Kirchhof der Johanneskirche

Boll

Bad Überkingen

Kurpark: Mit Blick auf das über 400 Jahre alte Bad-Hotel und den Kurort (Bild) Heimatmuseum: Alltagsgegenstände, landwirtschaftliche und handwerkliche Geräte sowie ortstypische Beinwarenproduktion St. Gallus-Kirche: Erstmals erwähnt 1275, Chorturm-Anlage aus dem 15. Jahrhundert, Holzdecke mit 63 Feldern, die von Künstlern aus Geislingen und Konstanz bemalt wurden Unterböhringen, St. Peter und Paul-Kir-

Stiftskirche St. Cyriakus 3 S. 28 ff. Altes Schulhaus: Spätklassizistischer Bau aus dem Jahr 1876 Bad Boll, Kurhaus: Erbaut von Heinrich Schickhardt im Jahr 1595, 1823 bis 1830 im neoklassizistischen Stil erweitert, Kurpark aus dem 19. Jahrhundert, Wandelhalle im Biedermeierstil 3 S. 102 Bad Boll, historischer Blumhardt-Friedhof: Gräber der Familie und der weltweiten Gemeinde der Blumhardts, darunter der Sohn des Malers Ludwig Richter und Richard Wilhelm, bedeutender Sinologe des 20. Jahrhunderts 3 S. 139 Bad Boll, Blumhardts Literatursalon: In der Villa Vopelius der Evangelischen Akademie 3 S. 139


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Museen und kulturelle Sehenswürdigkeiten Deggingen

Ave Maria: Spätbarocke Wallfahrtskirche mit Wandmalereien und prunkvollem Hochaltar (Bild rechts) 3 S. 139 Römisches Kastell

Donzdorf

Stadtschloss: Erbaut von Hans von Rechberg zu Hohenrechberg zu Illeraichen-Scharfenberg 1568 Schlosspark: Geometrischer Barockgarten im Renaissance-Stil und Englischer Landschaftsgarten Pfarrkirche St. Martin: spätgotische Kirche um 1490, Umgestaltung und Wandmalereien 1779 Astronomischer Lehrpfad: Vom Park des Donzdorfer Schlosses (Sonne) sieben Kilometer bis Lauterstein-Weißenstein Ruine Scharfenberg 3 S. 39 Zwischen Donzdorf und Reichenbach unter Rechberg, Schloss Ramsberg: Dreigeschossiges Herrenhaus mit Staffelgiebeln 3 S. 39

Drackenstein

Pfarrkirche zum hl. Erzengel Michael: 15. Jahrhundert, auf einem Tuffsteinfelsen gelegen, altdeutsche Gemälde auf Goldgrund und mehrere Grabmäler der Ritter von Westerstetten

Dürnau

Ev. Kirche St. Cyriakus: An der Nordwand Wandmalereien um 1500, Steinepitaphe der Herren von Zillenhardt und Grabplatte von Christoph Martin von Degenfeld Kreuzigungsgruppe auf dem Friedhof Gralglas-Museum: Erinnerung an einstigen Gewerbebetrieb, Informationen über Glasherstellung und -erzeugnisse Schwäbischer-Spruch-Weg

Ebersbach

Stadtmuseum „Alte Post“: Haus- und Stadtgeschichte, verschiedene Persönlichkeiten wie der Verbrecher Johann Friedrich Schwahn (1760 hingerichtet), der als „Sonnenwirtle“ zur literarischen Figur geworden ist. Bünzwangen, Jakob-Grünenwald-Gedächtnisstätte: Museum des Genremalers (1821 – 1896) Veitskirche: Spätgotik

Eislingen

Schloss: 1769 von den Grafen von Degenfeld-Schonburg erbaut, 1989 restauriert St. Anna-Kapelle: Ältestes Bauwerk der Stadt mit neugotischem Altarschrein, 1513 geweiht St. Markus-Kirche: Wandmalereien im Turm um 1385 zeigen Schöpfungszyklus, Bilder aus dem Marienleben und der Kindheit Jesu Galerie in der „Alten Post“: Typisches Jugendstilgebäude um 1900, Ort regelmäßiger Ausstellungen Lotschnauer Heimatstube: Erinnerungsstücke aus Lotschenau/Zwickau und dem Schönhengstau, Haushaltsgegenstände, Originaltrachten, Urkunden und sakrale Gegenstände Lehrpfad Fischsaurierfriedhof 3 S. 106 Krummwälden, St. Jakobs-Kapelle: Gotische Dorfkirche, Flügelaltar um 1510

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LESEPROBE

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Museen und kulturelle Sehenswürdigkeiten Geislingen an der Steige

Mittelalterliche Stadtanlage mit Stadtkirche, „Alter Bau“ u. a. Gebäuden 3 S. 36 f. Schatztruhenmuseum: Das im Sommer 2003 eingerichtete Museum im Alten Bau zeigt Truhen und Kassetten. Südmährisches Landesmuseum: Entwicklung der deutschen Volksgruppe bis zur Vertreibung und Aufnahme in Deutschland Rot-Kreuz-Museum: Dokumente und Bücher zur Geschichte des Roten Kreuzes WMF-Fischhalle: ehem. Auslieferung von Seefischen, heute Werksverkauf des WMF-Sortiments; originalgetreue Nachbildung von Ghibertis „Paradiestür“ am Baptisterium in Florenz Ödenturm: Wahrzeichen der Stadt, um 1400 zum Schutz der tiefer liegenden Burg Helfenstein erbaut, heute 36 Meter hoher Aussichtsturm Burgruine Helfenstein 3 S. 34 f. Eybach, St. Mariä Himmelfahrt: Kirche aus der Mitte des 15. Jahrhunderts Lokalbahn Amstetten - Gerstetten:Dampfzug, Museumstriebwagen, Sonderfahrten, Museum

Gingen an der Fils

Johanneskirche 3 S. 38 f.

Göppingen

Rathaus: Zweiflügeliger, klassizistischer Bau von 1785 Adelberger Kornhaus: 1514, im Giebel Kopie der lateinischen Bauinschrift, heute Stadtbibliothek „Alter Kasten“: Ehem. Lagerhaus der Stiftsverwaltung Oberhofen von 1707 Schloss: Vierflügeliger Renaissancebau von 1555 bis 1568, im 18. Jahrhundert wurde die Fassade stark verändert. Die als „Rebensteige“ bekannte Haupttreppe wurde 1562 erbaut und zeigt reiche Pflanzen- und Tierreliefs. Marstall: Fachwerkbau mit Brunnen in unmittelbarer Nähe des Schlosses, Mitte des 16. Jahrhunderts, einige Spitzbogenportale zeigen gotische Elemente. Städt. Museum im Storchen 3 S. 32 Kunsthalle, Städtische Galerie: Gegründet 1989, werden hier vor allem Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler gezeigt. Märklin-Erlebniswelt: Schätze aus der 147-jährigen Geschichte des Unternehmens: Mädchenspielzeuge, digital gesteuerte Modellbahnanlagen; Märklin Store mit Produktpalette, Fan-Shop und exklusiven Museumswagen Oberhofenkirche: Fundament einer römischen Villa, frühmittelalterlicher Vorgängerbauten und einer spätromanischen Basilika; aus der Gründungszeit erhalten: Wandgemälde im Chor (1438) und im Querhaus die älteste Ansicht der Burg Hohenstaufen (1470), das Chorgestühl (1500) und ein geschnitztes Kruzifix (um 1520) 3 S. 33 Stadtkirche: 1618/1619 von Heinrich Schickhardt erbaut, Barock-Empore und Jugendstildecke MuSeele: Museum zur Geschichte der Psychiatrie und Psychiatriegeschichten im Christophsbad


LESEPROBE

Museen und kulturelle Sehenswürdigkeiten Faurndau: Stiftskirche 3 S. 20, 22 ff. Bezgenriet, Laurentiuskirche: Mit Wandmalereien von 1405 Holzheim, ev. Kirche: Spätgotisch mit kreuzgewölbtem Chor St. Gotthardt: Ev. Filialkirche von 1479. Jebenhausen: Städtisches Naturkundliches Museum mit Fossiliensammlung des Pfarrers und Geologen Dr. Theodor Engel (1842 – 1933); Vogel- und Schmetterlingssammlung; Exponate aus der Vor- und Frühgeschichte 3 S. 96 ff., 100 Jebenhausen: Jüdisches Museum in ehem. Kirche und jüdischer Friedhof am Sportplatz Hohenstaufen: Burgruine, Barbarossakirche aus dem 15. Jahrhundert, Barbarossabild von 1723; Dokumentationsraum für staufische Geschichte 3 S. 48 Maitis: Spätgotische Kirche von 1464

Gruibingen

Evangelische Martinskirche: 12. Jahrhundert, Wandmalereien mit Motiven der Verführung Jesu durch den Teufel Jahrhundertstein 3 S. 72 f.

Hattenhofen

Rathaus: Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus Ende des 16. Jahrhunderts. Bürgerhaus Farrenstall: Altes, ehemaliges landwirtschaftliches Gebäude, heute Veranstaltungsort.

Heiningen

Evangelische Michaelskirche: Spätgotischer Fünfachtelchor mit Netzgewölbe und Wandmalereien von 1398.

Hohenstadt

Katholische Pfarrkirche St. Margaretha von 1748.

Kuchen: Historische Arbeitersiedlung Seit 1857 betrieb der Baumwoll-Industrielle Arnold Staub unterhalb des Dorfes Kuchen eine Baumwollspinnerei und -weberei mit über 800 Mitarbeitern. Um zuverlässige Arbeiter anzuziehen und auf Dauer zu halten, ließ er nach den Plänen der Architekten Georg Morlock und Leonhard Zeugheer eine Arbeitersiedlung erbauen. Staub stattete das Ensemble mit für damalige Verhältnisse vorbildlichen und fortschrittlichen Kultur-, Freizeit,- Versorgungs und Gesundheitseinrichtungen aus - ein Novum im Werksiedlungsbau dieser Zeit in Deutschland. Zu den Einrichtungen gehörten Speise- und Festsäle, wasserdampfbetriebene Aufwärmapparate, die zur Erwärmung des mitgebrachten Essens dienten, eine Schule, eine Bibliothek, ein Kaufladen, eine Apotheke und ein Spital. Das Bad und Waschhaus galt als Prunkstück der Arbeitersiedlung mit Schwimmbecken, Dampfbad, Badezimmern, Waschanstalt und Bügelzimmern. Auf der Weltausstellung in Paris 1867 erhielt Staub den Großen Preis mit Goldmedaille und wurde von Kaiser Napoleon III. zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Die Siedlung belegt, dass der frühe Arbeiterwohnungsbau zu den wichtigsten Voraussetzungen der modernen Architektur gehört. Die industrielle Mustersiedlung Kuchen zählt deshalb zu den interessantesten Anlagen dieser Art in Mitteleuropa.

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LESEPROBE

Auf einen Blick

140

Schlichten

Unterberken Adelberg Baiereck

Wäschenbeuren

Herrenbachstausee

Börtlingen

3 S. 75

Maitis

B 297

Birenbach

Nassach Hohenstaufen

Oberwälden

3 S. 21

Büchenbronn

Rechberghausen Wangen

Diegels berg Holzhausen

Ebersbach B 10

Faurndau

Uhingen

Bünzwangen Weiler

Ottenba

Bartenbach

Sulpach

3 S. 94 Göppingen

Fils

Krummwälden Eislingen Salach

Albershausen

Roßwälden

Sparwiesen

Jebenhausen Holzheim

B 10

3 S. 126

Schlierbach

3 S. 106

Hattenhofen

Heiningen

Ursenwang

Eschenbach Kirchheim u. T.

Ohmden

Zell u. A.

Schlat

Dürnau Gammelshausen

Bad Boll

Holzmaden

Süße

Manzen

Bezgenriet

B 297

Aichelberg 58

3 S. 102 Nabern

3 S. 61

A8

Weilheim u. T.

Unter

Reichenbach/Täle

Auendorf

Ha B 466

Bissingen

Deggingen Gruibingen

Hepsisau

Fils

3 S. 69 Ochsenwang

Neidlingen

Mühlhausen

3 S. 117

Gosbach

Unter- Ober-Drackenstein

Wiesensteig

Schopfloch

Bad Ditzenbach

59

60

Hohenstadt

Aufha


LESEPROBE

Auf einen Blick

Stuttgart B 10

Maitis

Nürtingen

Waldstetten

Göppingen

B 27

Rechberg Tübingen

B 466

Geislingen

A8

lb

äschenbeuren

Schwäb. Gmünd

B 29

A 81

Straßdorf

141

A

B 10

he Schwäbisc

A7

Ulm

Hohenstaufen Wißgoldingen

Ottenbach

Degenfeld

Lauterstein-

Winzingen

n

Krummwälden

Reichen bach

Heidhöfe

-Weißenstein

-Nenningen

Eislingen B 466

Salach

ter

Lau

Treffelhausen

olzheim

B 10

Böhmenkirch

Donzdorf Süßen Schnittlingen

Fils

Manzen

Steinenkirch

rsenwang Gingen

h

Stötten

Schlat

Eyb

Kuchen

Gussenstadt

Eybach

Waldhausen

B 10

Unter-

-böhringen Ober-

Geislingen Schalkstetten

Reichenbach/Täle

Auendorf

Hausen B 466

Deggingen Fils

Bad Ditzenbach

3 S. 36

Bad Überkingen

Stubersheim

Aufhausen Türkheim

Amstetten

Gosbach

Obernstein

Interaktive Karte mit weiteren Informationen im Internet unter 3 www.filisa.de

Ettlenschieß

Urspring Nellingen

Lone

Lonsee


LESEPROBE

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Register Ausgewählte Orts- und Personennamen sowie Sachbegriffe aus den drei Reportagen Adelberg 21 Agnes von Waiblingen 12, 16 f. Aichelberg 122 ff. Alpen 115 Ameisenbläuling 67 Ammonit 96 ff.

Bad Ditzenbach 127, 138 Barbarossa s. Friedrich I. Barbarossa Barbarossakirche Hohenstaufen 44, 48 Bauhinus, Johannes 99 f. Belemnit 98 Berta von Boll 29, 30, 31 Binsen 70 ff. Birnenschaumwein 56 ff. Bittenfelder Apfel 55 Boll/Bad Boll 25 ff., 99 ff., 125 f. Bollensis 103 Boßler 65 ff. Boßlerhaus 72 Buche 71, 85 Buckelquader 7, 15 Burgrestaurant Staufeneck 40 ff. Canossa 12, 23 Castel del Monte 6, 14, 48 Champagnerbratbirne 55 f., 57 ff. Doline 116 Douglasie 83 f.

Eislingen 103 ff. Elsass 8, 49 Eybtal 113

Fango 99 f., 102 Faurndau 20, 23, 25 Fichte 78 Filseck, Schloss 13, 24, 40 Filsursprung 117 Fischsaurier 103 ff. Flechte 77 Förster 82 f., 84, 86 Forstwirtschaft 82 f. Fossilien 98 ff. Friedrich I. Barbarossa, Kaiser 5 f., 13, 15, 17, 19, 23, 29, 32 f., 46 ff. Friedrich I., Herzog von Schwaben 12, 16 f., 40 Friedrich II., Kaiser 6 f., 14, 23, 25, 33, 35, 49, 50 Gasthof Lamm, Schlat 56 ff. Geiger, Jörg 56 ff. Geislingen 33 ff., 36 ff. Geopark 100 Gingen 38 f. Göppingen 32 f., 94, 126 Goisatäle 65 Hagenau 6, 49 Halsbandschnäpper 63 f. Hasental 117, 119

Hausener Wand 113 Hegele, Anton 96 ff. Heiliges Römisches Reich 50 Heilkräutergarten Adelberg 18 Heinrich IV., Kaiser 12, 23 Heinrich VI., Kaiser 5, 23 Helfenstein, -er 34 f. Herrenbach 19, 21, 82 Herrenbachstausee Adelberg 21, 76 ff. Herrenmühle Adelberg 19, 21, 89 Hildegard von Egisheim-Schlettstadt 8, 13, 32, 49 Hiltenburg 35, 38 Höhlen 116 ff. Hohenrechberg 45 Hohenstaufen 33, 44 f., 46 ff., 118 ff. Hotel Restaurant Löwen 101 Jahrhundertstein Gruibingen 72 f. Johanneskirche Gingen 38 f. Johanniskirche Schwäbisch Gmünd 16 Jura, Mittlerer 110 f. Jura, Oberer 112 ff. Jura, Unterer 95 ff., 110 Jurafangowerk Boll 90, 99 ff., 102 Kaisser, Paul 7 ff. Kalkmagerrasen 65 f., 67 Karl der Große 18, 50 Keuper 92, 110 Klimaveränderung 81, 110 Kloster Adelberg 17, 19, 21, 75 Kloster Lorch 12, 16 Koboldklinge 84 Kontinentaldrift 96, 115 Korallen 112 f. Kreidezeit 115 Krokodil 107 Lissak, Wolfgang 60 ff. Lone 120 ff.

Märchenquelle 85 Manufaktur Jörg Geiger 56 ff. Marienkirche Süßen 39 Methan 107 f. Ministeriale 12, 13, 23, 44 Mönich, Martin 53, 77 ff. Mordloch 116

Nassachtal 79, 92 Neckar 120 ff. Nikolauskirche Oberwälden 19 f. Oberhofenkirche Göppingen 33 Oberwälden 19 ff. Palermo Kathedrale 6 Pilze 68 ff. Pliensbach 95 f., 102 Primus, der Forsthund 78 ff.


LESEPROBE

Register REZEPTE Rademacher, Reinhard 103 ff. Rapp, Ernst 54 f. Rapp, Heidi 28 ff. Rehgebirge 110 Reutter, Frank 101 Riemer, Waltraut 65, 67 ff., 76 f.

Sauerwasser 125 ff. Saurier 103 ff. Sautter, Gerda 53, 65, 67 ff., 77 ff. Schertelshöhle 116 f., 119 Schlat 55 ff., 61 Schwäbisch Gmünd 16 f. Schwäbische Landpartie 21, 61, 65, 76 f., 139 Schwäbisches Allgäu 44 f., 110 Schwammriffe 113 f. Schwefelquelle Bad Boll 102, 125 Specht 86 f., 88 Staufeneck 4, 13, 15, 39, 40 ff. Staufer 4 ff. Staufer-Löwen 25, 46 Steinkauz 64 f. Stiftskirche Faurndau 20, 22 f., 32 Stiftskirche St. Cyriakus, Boll 25, 28 ff. Storchen, Göppingen 20, 32 Straße der Staufer 4 ff. Straubinger, Rolf 41 ff. Streuobstwiese 55 ff., 71 Süßen 39 Tektonik 96, 115 ff. Tertiär 115 Thermalwasser 125 ff. Trias 92, 94 Trockental 116 f.

Ulrichskapelle Adelberg 17, 19 Verwitterung 115 ff. Vogelmiere 89 Vogelschutz, EU 63 Vogelschutz, IBA 63 Vulkan 122 ff.

Wacholderheide 65, 67 ff. Wäschenbeuren 6, 12, 13 Wäscherburg 7 ff., 12 ff., 32, 40, 44 Walderlebnispfad Adelberg 21, 53, 75 ff. Waldweide 80 Wasserberghaus 61 Wasserscheide 120 ff. Weber, Franz 24, 44 ff. Weberdistel 68 Weiler, Kurt 98, 100 Weißtanne 78 Wiesenknopf 67 Wiesensteig 31, 38 Ziegler, Walter 20, 23 ff.

Burgrestaurant Staufeneck: Zander mit Markklößchen 42 Hotel Restaurant Löwen, Boll: Rehmedaillon mit Quittenkruste, Walnussparfait 101 Gasthof Lamm, Schlat: Blattsalat mit Champagnerbratbirnen-Schnitzen, Lammrücken auf Birnenchutney 58 Gerda Sautter: Suppe aus Vogelmiere, Spinat aus Wildkräutern 89

TOUREN Oberwälden - Herrenbach - Adelberg: Streifzug durch den Schurwald 21 Geislingen: Historischer Stadtrundgang 36 f.

Schlat: Traumausblicke vom Wasserberg und Fuchseck 61

Boßler: Auf den Spuren von Waltraut Riemer und Gerda Sautter 69 Adelberg: Walderlebnispfad rund um den Herrenbachstausee 75 Göppingen: Urzeugen im Stadtzentrum 94

Bad Boll: Fango, Schwefel, Versteinerungen 102 Eislingen: Fischsaurierfriedhof 106

Wiesensteig: Felsen, Höhlen und die Wiege der Fils 117 Rund um Göppingen: Sauerwasser-Radtour 126

Wald- und Obstlehrpfade 75

GRUNDRISSE Burg Staufeneck 40 Hohenstaufen 47

Kloster Adelberg 75

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LESEPROBE

Quellen

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LITERATUR

BILDNACHWEIS

Straße der Staufer

Fotos

Manfred Akermann: Die Staufer. Ein europäisches Herrschergeschlecht.– Stuttgart 2006 Manfred Akermann: Hohenstaufen. Geschichte des staufischen Geschlechts und der schwäbischen Herzogsburg auf dem Hohenstaufen.– Heidenheim 2004 Eckhard Christof: 850 Jahre Boller Geschichte(n).– Hg.: Gemeinde Boll; Boll 2006 Paul Kaisser: Wäscherschloß (Wäscherburg).– Wäschenbeuren 1977 Uwe Kraus: Unterwegs auf der Straße der Staufer.– Leinfelden-Echterdingen 1997 Heidi Rapp: Stiftskirche Boll.– Hg.: Ev. Kirchengemeinde Boll; Boll 1995 Karl-Heinz Rueß, Walter Ziegler: Die Staufer.– HG.: Gesellschaft für staufische Geschichte e. V.; Göppingen 2000 Karl-Heinz Rueß, Anton Hegele: Die Staufer. Ausstellung im Dokumentationsraum für staufische Geschichte in Göppingen-Hohenstaufen. Texte, Bilder und Dokumente.– Göppingen 2001 Franz Weber: Die Staufer – nur Geschichte? – Horb/Neckar 2001 Walter Ziegler u. a.: Stauferstätten im Stauferland.– Stuttgart 1977 Walter Ziegler: Stiftskirche Faurndau.– Weißenhorn 2002

Umschlag: © Brugger/LMZ-BW (Luftbild), Digitalstock.de

Streuobst, Heide, Waldgeschichten Peter Düngen: Obstbau unter dem Hohenstaufen. 120 Jahre kommunale Obstbauberatung im Landkreis Göppingen.– Göppingen 2001 Jörg Geiger u. a.: Die Tradition lebt! Die Streitbare – oder Birnenschaumwein aus der Champagnerbratbirne.– Schlat o. J. Wolfgang Lissak u. a.: Die Vögel des Landkreises Göppingen.– Heiningen 2003 Martin Mönich, Patrizia Fischer u. a.: Walderlebnispfad am Herrenbachstausee.– Hg.: Forstamt Göppingen, Gemeinde Adelberg; Göppingen/Adelberg o. J. Thomas Pfündel, Eva Walter, Theo Müller: Die Pflanzenwelt der Schwäbischen Alb.– Stuttgart 2005

Tatort Schwäbische Alb Rolf Hauff u. a.: Abenteuer Geologie.– HG.: Touristik-Gemeinschaft Schwäbische Alb; Bad Urach o. J. Philipe Havlik u. a.: In einem Meer vor unserer Zeit. Das Jurameer vor 181 Millionen Jahren.– Hg.: Reinhard Rademacher; Eislingen 2006 Anton Hegele u. a.: Jurasammlung Dr. Engel. Erdgeschichte und Landschaft in Schwaben. Ein Museums- und Naturführer.– Göppingen, Korb 1991

Sonstige Theo Müller u. a.: Kaiserberge – Geislinger Alb; Wanderführer Kreis Göppingen.– Walter Ziegler, Hg.: Schwäbischer Albverein; Stuttgart 1984 Alfred Pradel u. a.: Glaubenswege; Wege für den Geist, die Seele; zum Wandern und Genießen.– Schwäbisch Gmünd 2004 Rainer Redies, André Wais und Karlheinz Fuchs: Stauferkreis – Erlebniskreis; Ein Führer durch den Landkreis Göppingen.– Hg.: Kreissparkasse Göppingen; Stuttgart 1996 Adriana Rossi u. a.: Kultur-Almanach Landkreis Göppingen. Der Wegweiser zu den kleinen Kostbarkeiten der 38 Städte und Gemeinden.– Göppingen 2006 Wanderinformationen der Städte Geislingen und Wiesensteig

Inhalt: Bildarchiv Dreger, Suhl 83 Dehnert 32u, 39, 51, 91, 93, 97r, 118 Digitalstock.de 3 (2.v.o) DIGNUS.DE 4, 5u, 8u, 9, 11o, 12u, 14u, 15, 16, 18u, 20u, 22, 24o, 25, 28, 29o, 30o, 43o, 45u, 46o, 47u, 48, 53, 54, 61, 62, 63o, 64o/u, 66, 68, 69, 70, 71 73, 79, 80, 81, 84, 87o, 94, 95, 96, 97l, 98, 99, 100, 101, 104, 106, 111, 112, 114, 121, 122, 124o, 136 Dr. Heberer Naturheilmittel 102 Flugschule Göppingen 130u.l Gemeinde Boll 3 (3.v.o) 23, 29u, 30u, 31o, 90, 128 Gemeinde Bad Überkingen 132 Gemeinde Kuchen 135 Hass 87u Höhlenverein e. V. Westerheim, Rauschmaier 116 Kaisser 8o Kreisarchiv Göppingen 24u (Dehnert), 49u (Wöhrle) Krötz 105o Lissak 64m Manufaktur Jörg Geiger 57, 58, 59, 60 MEV 3u (4x), 129u, 130o/u.r, 131, 138 Naturbilderteam: 63u (Müller), 87u (Thielscher) Pixelquelle.de 7o, 14o, 31u, 129o Klaus Schurr & Rolf Straubinger GbR 41, 42, 43u Stadt Geislingen 34o, 37, 113 Stadt Göppingen 32o, 33 Stadt Wiesensteig 38, 137 Schwäbische Landpartie 19, 20o, 21, 34u, 76, 133, 139 UEF Lokalbahn Amstetten-Gerstetten e. V. 134 Vinzenz Klinik Bad Ditzenbach 124m/u, 125

Collagen DIGNUS.DE

Infografiken & Karten DIGNUS.DE (nach Informationen aus der verwendeten Literatur)


LESEPROBE


Das Filstal vor den Toren Stuttgarts hat viele Schätze zu bieten. Burgen und Kirchen reichen in die Zeit der Staufer zurück. Zwischen Albtrauf und den drei Kaiserbergen finden sich Streuobstwiesen, Wacholderheiden und Wälder. Landschaft und Urzeitfunde stellen ein offenes Buch der Erdgeschichte dar.

„Berge, Birnen, Barbarossa“ beschreibt die Highlights des Naherholungskreises Göppingen und führt an Orte, die bisher nur Kennern bekannt waren. Der Reiseführer beleuchtet die Hintergründe und stellt Menschen vor, die mit schwäbischen Tugenden sowie neuen Ideen ihre Heimat pflegen.

Das reich bebilderte Buch gibt einen kompakten Überblick über Sport- und Erholungsmöglichkeiten, Ausflugsziele, Museen und Sehenswürdigkeiten sowie Wellness-Angebote. Mit Rezepten, vielen Detailkarten und weiterführenden Tipps im Internet unter www.filisa.de.

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Berge, Birnen, Barbarossa  

Der Reiseführer für den Naherholungskreis Göppingen, 2007

Berge, Birnen, Barbarossa  

Der Reiseführer für den Naherholungskreis Göppingen, 2007

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