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Warum Data Governance? Die effektive Nutzung von Daten muss erlernt werden. Unternehmen, die mehrere Systeme für verschiedene Zwecke einsetzen, verfügen in der Regel über komplexe Technologielandschaften mit hochspezialisierten Silolösungen. Von Betriebssystemen über unterstützende „intelligente Prozesse", das Data Warehouse für das Enterprise Management bis hin zur Erforschung neuer Anwendungsfälle durch erweiterte Analysen − alle diese Umgebungen verfügen über unterschiedliche Systeme, die jeweils für ihre spezifische Aufgabe optimierte Datenfragmente enthalten. Daten und Datenprozesse sind überall im Unternehmen vor­ handen, daher wächst der Bedarf an einer umfassenden Sicht auf Geschäftsobjekte und -daten. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Daten einer übergreifenden Kontrolle unterliegen, die sich an einer konsistenten Datenstrategie orientieren sollte. Hier setzt Data Governance an. Das Thema stößt aktuell auf breites Interesse, schließlich ist es wichtig, die Datenkompetenzen in jedem Unternehmen zu vernetzen, um neue Anwendungsarten implementieren und Compliance-Anforderungen erfüllen zu können.

auf administrative Aufgaben: Sie favorisieren die Entwicklung eines Datenkatalogs als ihre wichtigste Maßnahme, gefolgt von Rollen und Prozessen. Unternehmen konzentrieren sich aktuell mehr auf die praktische Umsetzung, wie z.B. die Überwachung der Datenqualität und Schulungen für Mitarbeiter. Es besteht klare Übereinstimmung darüber, dass Data Governance nur durch interdisziplinäre Teams mit starker Beteiligung aus allen Unternehmensbereichen erreicht werden kann. Gleichzeitig ist die größte Herausforderung der Mangel an Ressourcen. Die Aufgaben werden in erster Linie an Business Analysten und Key-User delegiert, die bereits andere Führungsaufgaben haben. Es scheint, dass Bemühungen, zum Beispiel zur Datenpflege, vom Management und den Abteilungen nicht ausreichend anerkannt werden. Aufgrund der Datensilos, die es in den meisten Unternehmen gibt, ist es wohl die schwierigste Herausforderung, alle internen Stakeholder von der Notwendigkeit − und dem Wert − einer ganzheitlichen Datenstrategie zu überzeugen. Datenstrategie und Governance müssen eng mit der Unternehmens- und Digitalisierungsstrategie sowie mit einer übergreifenden Sicht auf die Geschäftsprozesse verknüpft sein.

Wie können Unternehmen profitieren? Wie kann eine Data-Governance-Strategie aussehen? Best Practices in der Datenverwaltung sind nach wie vor selten. In einem Punkt herrscht jedoch weitgehende Einigkeit: Die Technologie ist nicht der begrenzende Faktor. Unternehmen, die derzeit ihre Data Governance planen, konzentrieren sich tendenziell

In einer von BARC durchgeführten Studie gibt die Mehrheit (53 Prozent) an, dass sie durch Data Governance ihre Entscheidungsfindung verbessert und ein einheitliches Verständnis ihrer Daten erreicht haben [1]. Governance-Maßnahmen haben auch dazu beigetragen, die Voraussetzungen für datengesteuertes Arbeiten und die Entwicklung zu einem digitalen Unternehmen

DOK. 1-2019

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