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www.diezeitlos.at

NR. 3 // Sommersemester 2013

DIE ZEITLOS DAS DAS STUDENTENMAGAZIN STUDENTENMAGAZIN

STUDIEREN:

Endlich Auslandssemester

12

WELT: Israel und seine Nachbarn

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GENIAL: Tagträumer und Nachtschwärmer

20

TRENDS: are u asit?

26

ZÜGELLOS: Die Dildofee

36


Liebe wissbegierigen Leserinnen und Leser! Nicht weniger als 37 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben an der mittlerweile 3. Ausgabe dieses Magazins mitgewirkt. Die Zeitlos kann froh sein, dass freiwilliges Engagement immer noch gelebt wird. Ohne unsere fleißigen Redakteure, Designer und Marketingspezialisten wäre das Projekt in dieser Form nicht möglich. In dieser Ausgabe entführen wir euch mit aufgefrischtem Design in die Welt des Erasmus und der Auslandssemester. Nicht zuletzt entstand eine heftige Diskussion ob die Europäische Union das Erasmusprogramm in dieser Form weiterführen kann. Die Wirtschaftskrise lässt grüßen! Um dem finanziellen Notstand vorzubeugen, der dadurch bei dem einen oder anderen Studierenden auftreten könnte, haben unsere Autoren zum Glück bereits Alternativen zum Erasmus für euch recherchiert. Sobald ihr die Hürde der Finanzierung geschafft habt und schon in den Vorbereitungen eures Auslandssemesters steckt, wird es höchste Zeit darüber nachzudenken, was alles schief gehen kann! Aber keine Sorge, nicht nur das Auslandsemester steht im Mittelpunkt dieser Ausgabe. Neben interessanten Interviews mit Ärzten und Startup- GrünFelix De Zordo, Obmann dern, Themen wie Pussy Riot und Studienwechsel, wird das Phänomen Freiwild analysiert. Was oder wer steckt dahinter? Sind sie wirklich rechts? Die Aufregung rund um die Band ist (wieder einmal) aktueller denn je. Zu guter Letzt geht es wieder zügellos zu. Besonders unsere weibliche Leserschaft kann sich über eine zauberhafte Geschichte von Feen und Zauberstäben erfreuen. Doch auch der Beitrag über das Internetportal „gesext. de“ wird für die eine oder andere nicht uninteressant sein! Doch genug der Worte, mir wurde versichert, dass das Editorial sowieso keiner liest. In diesem Sinne wünsche ich euch noch viel Spaß beim Lesen des Magazins und hoffe, dass euch diese Ausgabe mit dem dahinter stehenden Engagement und Arbeitsaufwand gefällt! Für Fragen, Kritik, Anregungen, ja sogar für Lob bin wohl ich zuständig, deshalb zögert nicht mir zu schreiben! Euer Felix De Zordo Obmann felix.dezordo@diezeitlos.at

mit freundlicher Unterstützung von

Impressum © 2013 Die ZEITLOS - Das Studentenmagazin z.Hd. Felix De Zordo Riesengasse 11 6020 Innsbruck ZVR-Nummer: 99701294 Obmann: Felix De Zordo Gründer: Benjamin Nickel Stellv. Obfrau: Sophia Frisbie Schriftführerin: Veronika Milassin Kassier: Sven Schmidt Redaktion: Veronika Milassin Grafik/Layout: Sebastian Mader, David Stecher

Ehrenamtliche Mitarbeiter: 37 Annalena Graucob, Ayman Fouda, Barabara Kasl, Benjamin Nickel, Daniel Sparer, Daniel Gruebel, Daniela Schwaiger, David Stecher, David Winkler-Ebner, Elisa Gramlich, Felix De Zordo, Florian Hoenl, Florian Huber, Frank Schulleri, Frank Herb, Hagen Schäfer, Jan-Frederik Ude, Jana Kostunov, Lara Fraisl, Laura Bagehorn, Lisa Hauser, Mahmoud Salama, Miha Veingerl, Mike Lungershausen, Moritz Jelting, Philipp Halder, Raffael Gurschler, Sabine Baumgarten, Sabine Kálóczi, Sebastian Mader, Sophia Frisbie, Sven Schmidt, Tobias Pircher, Tugba Dikmen, Ulrich Ringhofer, Veronika Milassin, Xiny Xiny Yang Homepage: www.dieZEITLOS.at Facebook: www.facebook.com/dieZeitlos Email: office@dieZEITLOS.at Anzeigenverwaltung - Die ZEITLOS anzeigen@dieZEITLOS.at

Marketing: Sophia Frisbie Wir können leider keinerlei Gewähr für die Aktualität, Qualität, Vollständigkeit oder Korrektheit der bereitgestellten Inhalte und Informationen übernehmen. Die Inhalte stammen von Studierenden verschiedenster Hochschulen und werden frei von den Autoren gewählt. Haftungsansprüche gegen das Magazins, welche sich auf Schäden ideeller oder materieller Art beziehen, die durch die Nut-

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zung oder Nichtnutzung der angebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter oder unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Magazins kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt.


DIE ZEITLOS DAS STUDENTENMAGAZIN


© NASA

Welt

6

Israel und seine Nachbarn

9

Sham El Neseem

11

Der Fall “Pussy Riot” viel Lärm um nichts?

12 Endlich Auslandssemester 14 Auslandssemester: FINNLAND 16 Kleines Budget - große Reise 17 Studienwechsel - und jetzt?!

Studieren

18 Innsbrucks Studierendenvertretungen im Zeitlos Interview

“Beer is proof that God loves us and wants us to be happy.” Benjamin Franklin

„Die Zukunft der Menschheit hängt nicht mehr davon ab, was sie tut, sondern mehr denn je davon, was sie unterläßt.“ John Irving (*1942)

© steffenz @ Flickr.com

p4


20 Tagträumer und Nachtschwärmer 22 “Schlafentzug ist Foltermittel” 23 Best Cafés in Innsbruck

Genial

25 Clubbewertung: Das Dinzler

26 are u asit? 28 Schinken-Käse-Lauch-Strudel

I like!

30 Das Phänomen Frei.Wild!

Trends

33 “Es muss nicht immer nur Spanien sein - Urlaub mal anders”

© CaparolSverige @ flickr.com

36 Die Dildofee 38 Gesext.de - Ebay für Erwachsene

Zügellos

© B-a-l-a-n-c-e @ deviantart

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WELT

Israel und seine Nachbarn Bürgerkrieg oben, Bedingungslosigkeit links, Besatzung rechts und von Fern droht die Bombe – ein Querschnitt Ein Artikel von Frank Herb © NASA

A

m 16. April jährt sich zum 65. Mal der Jom haAtzma‘ut; der israelische Tag der Unabhängigkeit. Wie der Independence Day in Amerika oder die Wiedervereinigung Deutschlands wird auch dieser Nationalfeiertag mit Parolen gefeiert und auf die Geschichte des Landes zurückgeblickt. Seit der Gründung des Staates Israel ist vieles passiert. Über ein halbes Dutzend Kriege und eine international kontrovers betrachtete Außenpolitik. Hier ein Querschnittsbericht für alle, die einen Konflikt verstehen wollen, der seit mehr als einem halben Jahrhundert die Vereinten Nationen in Atem hält. Ein Konflikt über Menschen- und Existenzrechte und Ideologien mit einem Staat in seiner Mitte, der über geschätzte 200 Atomsprengköpfe besitzt.

Vorgeschichte Nach dem ersten Weltkrieg schlossen sich mehrere Staaten zu dem Völkerbund (Vorläufer der UNO) zusammen, um den weltweiten Frieden zu wahren. Einzelne Mitgliedsstaaten bekamen Mandate und damit die Verwaltung, über ehemalige deutsche und osmanische Gebiete. Darunter auch das britische Völkerbundsmandat für Palästina. Nach dem zweiten Weltkrieg wollte man bequem zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen den andauernden Konflikt der Palästinenser und Juden entschärfen, zum anderen den Holocaust vertriebenen eine unabhängige Heimat schenken. Der „Teilungsplan“, welchen die UNGeneralversammlung bewilligte, sah vor das ungefähr heutige Israel in einen jüdischen und einen arabischen Staat zu Teilen. Man bedachte aber nicht die gefährliche Eigendynamik, die sich durch den Hass zwischen Juden und der Mehrheitsbevölkerung entwickelten könnte. Dieser naive und übereilte Beschluss legte den Grundstein für einen Jahrzehnte andauernden Kampf um Ideologie und Freiheit.

Israel – Westjordanland (Jordanien) Transjordanien (Jordanien), Irak, Libanon, Ägypten und Syrien erkannten die Souveränität Israels nach deren Unabhängigkeitserklärung 1948 nicht an und eröffneten nur wenige Stunden nach der Verkündigung den Krieg. Israel ging als Sieger hervor und vergrößerte sogar sein Territorium. Das vorgesehene Palästina wurde nie gegründet. Jordanien besetzte einen Teil Palästinas – das spätere Westjordanland. Seitdem Sechstagekrieg von 1967 steht das Westjordanland unter israelischer Besatzung. Wieder einmal wurde eine Mehrheitsbevölkerung von 83% Palästinensern Spielball von größeren Mächten. Heute baut Israel Sperranlagen um sich gegen radikale Übergriffe einiger Palästinenser zu wehren. Der Rückgang der Attentate wurde mit der p6

Felsendom, Jerusalem © Benjamin NIckel


Bewegungsfreiheit der im Westjordanland lebenden Palästinensern erkauft. Straßen werden mit Kontrollpunkten besetzt und Zäune schneiden sich tief in das besetzte Land hinein. Der internationale Gerichtshof in Den Haag stuft diesen Vorgang als illegal ein. Nichts desto trotz sieht der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu es als „Land seiner Vorfahren“ und betreibt mit dem kontinuierlichen Siedlungsbau im Westjordanland eine Politik, die den Status quo erhalten will. Würde das Gebiet annektiert werden, müsste man die Palästinenser, aufgrund des demokratischen Staatsbild Israels, gleichberechtigen. Damit würden sich aber die Mehrheitsverhältnisse deutlich verschieben und das jüdische Staatsbild wäre dahin. Würde das Gebiet abgetreten, verliert man einen wichtigen militärischen und wirtschaftlichen Verhandlungsgegenstand. Zudem gibt man israelischen Unternehmen Vergünstigungen, wenn sie sich im Westjordanland niederlassen. Von außen betrachtet könnte man fast meinen, Israel subventioniere die Ausbeutung des besetzten Gebietes. Der internationale Druck steigt. Kennzeichnungen für Waren aus dem Westjordanland werden immer häufiger.

Israel – Gazastreifen 2005 zogen sich die Israelis aus dem von ihnen im Sechstagekrieg besetzten Gazastreifen zurück. Dieser einseitige Rückzug wurde kontrovers betrachtet. Die moderate Palästinenserführung konnte damals bei der Bevölkerung keine Sympathiepunkte gewinnen. Die Hamas hingegen – international als Terrororganisation eingestuft - genießt im Gazastreifen aufgrund ihres sozialen Engagements hohes Ansehen. Mit ihren radikalen Ansichten und der bedingungslosen Ablehnung des Staates Israel spricht sie den Palästinensern aus der Seele. Die Machtergreifung der Hamas 2007 im Gazastreifen wurde international überwiegend als Putsch interpretiert. Israel befindet sich seither in einem Dilemma. Boykott, Blockade und Isolation seitens Israels, welche der Hamas gegenüber quasi als Schutzschild dient, treffen auch die Zivilbevölkerung. Der Gazastreifen steht zwar seit 1994 unter Selbstverwaltung, doch in Sachen Strom, Wasser und Kommunikation ist er von Israels Wohltätigkeit abhängig. Zudem treibt die Arbeitslosigkeit die Jugend direkt in die Arme der Hamas, die ihnen eintrichtert kompromisslos gegen Israel vorzugehen. Offenkundig werden von ihr nicht einmal Anstrengungen unternommen den kontinuierlichen Raketenbeschuss auf Israel zu unterbinden.

Klagemauer, Jerusalem © Benjamin Nickel p7


WELT

Klagemauer © Benjamin Nickel Doch selbst eine 2,5km lange Sicherheitszone und ein zweiwöchiger Einmarsch israelischer Truppen 2008/2009 verschaffte keine Abhilfe. Die Hamas zieht sich zurück und kommt direkt nach dem Abzug wieder an die Macht. So lebt die israelische Bevölkerung unter ständiger Angst und ein geregelter Alltag rückt in weite Ferne.

unter Mahmud Ahmadinedschad sein Vorhaben bis zur nationalen Ehre emporzustilisieren. Mit religiösem, teils irrationalem Nationalismus wird hier ein Weg beschritten, der in den nächsten Jahren weitreichende Folgen haben könnte.

Mehrere tausend Raketen sind bis heute aus dem Gazastreifen auf Israel abgeschossen worden. Solange hier keine dauerhafte Lösung gefunden wird, werden Menschenleben auf dem Altar der Ideologie geopfert.

Die Liste der Länder, die Israel bedrohen ließe sich beliebig lange über den Libanon mit der Hisbollah über Syrien mit seinen Chemiewaffenlagern bis hin zu Ägypten mit den Muslimbrüdern weiterführen. Fest steht, dass Diskussionen über die Korrektheit der Gründung Israels nach dem zweiten Weltkrieg eher sinnlos sind. Wichtig ist, dass nun die Völker in und um Israel selbst über ihren Schatten springen und sich nicht nur gegenseitig akzeptieren, sondern auch tolerieren sollten. Anstrengungen wie die „Roadmap“ müssen intensiviert werden. Bevor sich die Regierungen aller beteiligten Länder nicht ihren fundamentalistischen Hetzpredigern entledigen, wird der Hass immer wieder von neuem entfacht.

Israel – Iran „Israel werde früher oder später von der Weltkarte verschwunden sein.“, diese provokante Aussage der iranischen Führung beschreibt die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern recht gut: Sie ist so gut wie nicht existent. In den 50ern war der Iran noch einer der ersten Staaten, die das Existenzrecht von Israel anerkannten, doch nach der islamischen Revolution 1979 kippte die Stimmung. Mittlerweile beliefert der vermutlich baldige „Little Boy“ des Nahen Ostens, unverhohlen extremistische Gruppen wie die Hisbollah und Hamas mit Waffen und Geld. Damit sieht sich Israel mit einer ganz neuen Bedrohung konfrontiert. Die iranischen Mittelstreckenraketen der Hamas reichen nun bis in die Wirtschaftsmetropole Tel Aviv. Mit dem iranischen Atomprogramm sieht sich die Führungsriege um Netanjahu zum ersten Mal seit langem wieder einer echten Existenzbedrohung gegenübergestellt. Die Drohungen Israels sich einen militärischen Präventivschlag vorzubehalten ermöglichte es der iranischen Führung p8

Ohne ein Umdenken wird sich die Situation auch bis zum 100. Jom haAtzma‘ut nicht verändert haben. ¶


Sham El Neseem An article of Ayman Fouda

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ham El Neseem (the Egyptian Easter) is an Egyptian feast and a national holiday which marks the start of the spring season. Its origin dates back to almost 5000 B.C.. The name “Sham El Neseem” literally means “sniffing the breeze” in Arabic. It is told that the name originated from ancient Egyptian language, derived from the Egyptian name of the Harvest Season, known as “Shemu” which means “a day of creation”. After the christianization of Egypt, Sham El Neseem became associated with the Christian spring feast, Easter, and Sham El Neseem had a fixed day every year which is the 1st Monday after the Coptic Easter, officially known as Easter Monday. Sham El Neseem in Egypt is typically very colorful, crowded & usually sunny. Most of the Egyptian families prepare for that day starting at dawn by preparing their food, then they spend the whole day outdoors under the bright sun and clear sky. Families often go to parks, zoos or boat trips on the Nile. Usually, children wear bright colorful new clothes which reflect the spirit of the spring in Egypt. As most of the Egyptian feasts Sham El Neseem has its own traditional food. This traditional food also originated from the Ancient days of Egypt. It consists of green onions (or scallions), Feseekh (salted fish) and lettuce. There is a story behind the scallion tradition as it was mentioned in an old papyrus related to legends of old Memphis. The papyrus tells the story of one of the pharaohs, whom the people loved and who only had one child. The young prince was sick and the archpriest diagnosed his condition as being caused by evil spirits. The archpriest treated the young prince with two scallions. The prince soon recovered and festivities were held which coincided with the start of the spring season. People hung scallions over their houses’ doors to show their love to the king and to the prince. Since then scallion became a tradition for the beginning of the spring. While salted fish, symbolized the ancient Egyptian welfare and fertility the process of salting the fish is considered an art that gets passed from one generation to the next. Colored eggs are another major feature in this feast. As for ancient Egyptians it symbolizes new life and luck. Egyptian families and children color boiled eggs using watercolors and then put the eggs under the sun to dry. The public kept the beauty of this feast and its genuine traditions until modern days while most of the Egyptians elites spend their Sham El Neseem holiday at the Red Sea shores where the temperature is warmer than at the Mediterranean Sea shores and they can enjoy warm sunbathing, swimming, snorkeling or scuba diving. ¶

© Ikonact @ wikipedia.org (Ostereier) © NASA (Nildelta) p9


Š p_romano @ flickr.com p 10


Der Fall “Pussy Riot” viel Lärm um nichts?

pro Monat eine Kirche, Moschee oder Synagoge – und das konfessionsübergreifend. Von „Anstiftung zu religiösem Hass“ und „Verletzung religiöser Gefühle“ kann man hier nur vom Standpunkt des Minderheitenschutzes argumentieren.

s war eines jener Ereignisse, an die man sich erinnern wird, wenn man an das Jahr 2012 zurückdenkt: Am 21. Februar gelangten fünf maskierte Aktivistinnen der Punkband „Pussy Riot“ in das Innere der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau und führten vor der Ikonostase eine ungewöhnliche Performance auf. Zusammengefügt mit ähnlichen Auftritten aus anderen Kirchen und unterlegt mit einem äußerst kritischen Text gegen Präsident Putin und seinen Schulterschluss mit der russisch-orthodoxen Kirche gerichtet, rief das Video einen heftigen Aufschrei in konservativen Kreisen Russlands hervor. Auch international fand die Aktion und vor allem der darauffolgende Prozess ein unglaubliches Echo. Doch welchen Einfluss hatte der Fall „Pussy Riot“ auf das politische Geschehen in Russland und was ist heute davon übrig?

Auffallend ist die deutliche Diskrepanz zwischen der Berichterstattung westlicher Medien und Rezeption des Prozesses in Russland selbst. Es gibt natürlich auch kritische Stimmen, die im Ru-Net (russischsprachiges Internet, Anm.) darüber schreiben, wie unprofessionell und korrupt Justizbeamte agierten, die in dem Fall involviert waren. Auf entsprechenden Newsportalen (gazeta.ru, polit.ru, snob.ru etc.) finden Kommentatoren wie Michail Sacharow klare Worte darüber, dass das eigentliche Problem darin liege, dass niemand die eigentlichen Einflusspersonen hinter der Anklage kenne und es diese fehlende Transparenz des Rechtssystems sei, die dem Fall „Pussy Riot“ zu solcher Bekanntheit verholfen habe.

Zuerst einmal nicht viel, möchte man meinen. Dem medialen Aufschrei von prominenten Unterstützern aus dem In- und Ausland folgte zuerst die Ernüchterung über das Strafmaß von zwei Jahren Strafkolonie für Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina Samuzewitsch und Marija Aljochina für den Tatbestand des „Rowdytums“ (russ. хулиганство = „Hooliganismus“), welcher sich laut Urteil durch „Anstiftung zu religiösem Hass“ äußerte. Im Berufungsverfahren am 10. Oktober 2012 wurden die Urteile gegen Tolokonnikowa und Aljochina bestätigt, jenes gegen Samuzewitsch jedoch in eine Bewährungsstrafe umgewandelt. International wurde das Urteil vielfach als überzogen bewertet und auch der vom russischen Parlament eingesetzte Menschenrechtsbeauftragte Wladimir Lukin kritisierte das Urteil als „überzogen“. Doch dies ist nur die eine Seite der Medaille.

Im Vergleich dazu waren es jedoch die staatlich kontrollierten TV- und Radiostationen, die durch ihre große Reichweite tatsächlich für die Meinungsbildung verantwortlich sind, welche einen kritischen Diskurs der Bevölkerung verhinderten. So stritten sich einige wenige Oppositionelle darüber, wie sehr der Prozess und das Urteil gegen rechtliche und ethische Grundsätze verstößt, während die große Mehrheit über die eigentlichen Vorkommnisse nur unzureichend informiert war. So bleibt, trotz eines zaghaften Aufbäumens des kritischen Journalismus in Russland eines übrig: nicht viel. ¶

Ein Artikel von Raffael Gurschler

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Einer landesweiten Umfrage des renommierten Lewada-Zentrums mit 1600 Befragten vom September 2012 zum Thema Religiosität und „Pussy Riot“ zufolge glauben 77% der Russen, dass zwei Jahre Arbeitskolonie eine angemessene oder milde Strafe für ein derartiges Vergehen darstellt. Auch dem zuständigen Gericht in Chamownik steht die Bevölkerung eher positiv gegenüber: 49% attestieren ihm eine unabhängige Entscheidung getroffen zu haben, wogegen 32% glauben, dass es unter Druck gesetzt worden sei. Die Aktion der Aktivistinnen in der Christ-Erlöser-Kathedrale wird von einer großen Mehrheit der Bevölkerung als „Rowdytum“ oder politische Aktion gegen Putin und den politischen Einfluss der Kirche angesehen. Trotzdem glaubt die Hälfte der Befragten, „Pussy Riot“ wollten damit die Gefühle gläubiger Russen verletzen. Das ist insofern erstaunlich, weil der Großteil der russischen Bevölkerung sich als wenig bis gar nicht religiös einstufen lässt. Weniger als 10% der Russen besuchen mindestens einmal

Quellenangaben: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (26. August 2012):  Lady Suppenhuhn – Böser Staat contra unschuldige Mädchen: Das war das Bild, das von Pussy Riot gezeichnet wurde. Nur stimmt es nicht. Die Aktionskünstler mit ihren vulgären Provokationen erinnern an die erste RAF-Generation. http://www.polit.ru/news/2012/08/17/prigovor1/ abgerufen am 04.02.2013

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http://polit.ru/article/2012/07/20/opyat_pussy/ abgerufen am 04.02.2013

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http://polit.ru/article/2012/08/17/prigovor/ - abgerufen am 04.02.2013 http://www.spiegel.de/politik/ausland/pussyriot-prozess-merkel-beklagt-unverhaeltnismaessig-hartes-urteil-a-850721.html - abgerufen am 04.02.2013 http://www.laender-analysen.de/russland/ pdf/Russlandanalysen246.pdf - abgerufen am 04.02.2013http://www.laender-analysen.de/russland/pdf/Russlandanalysen118.pdf - abgerufen am 04.02.2013 http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-08/pussy-riot-russland - abgerufen am 04.02.2013

© Abode of Chaos @ flickr.com

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STUDIEREN

STUDIEREN

Endlich Auslandssemester Doch wie kann man sich darauf vorbereiten? Welche Tücken lauern hinter welchen Ecken? Und wohin denn überhaupt? Ein Artikel von Frank Herb

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lle, die schon einmal die Welt auf eigene Faust erkundet haben kennen das Gefühl: am Flughafen stehen, das Gate passieren und in der nächsten halben Stunde vom vertrauten Boden ins Ungewisse abheben. Diese Anspannung und Vorfreude auf das Neue und Unbekannte soll nun durch die neuen international anerkannten Hochschulabschlüsse, Bachelor und Master, erleichtert werden. Die Vorteile eines Auslandssemesters eröffnen sich allen, die nicht gerade zwei Tomaten auf den Augen und ein Brett vor dem Kopf haben. Die Reiselust besänftigen, internationale Kontakte knüpfen, neue Kulturen erleben, die Fremdsprachenkenntnisse perfektionieren und für die künftige Karriere wichtige Auslandserfahrungen sammeln – um hier nur die Wichtigsten zu nennen. Der erste Schritt auf dem Weg ins Abenteuer ist eher bürokratischer Natur. So sollten alle Interessenten das akademische Auslandsamt, bzw. das International Office der eigenen Hochschule aufsuchen. Hier wird man erfahrungsgemäß sowohl schriftlich in Infobroschüren, als auch persönlich gut beraten. Vor allem die Kooperationsmöglichkeiten mit Partnerhochschulen stellen eine enorme Erleichterung des organisatorischen Aufwands dar. Zudem liegen dem akademischen Auslandsamt oft Erfahrungsberichte von früheren Outgoing-Studierenden vor, die einen guten ersten Einblick ermöglichen. Nicht wenige leiden unter der „Studierendenkrankheit“, oder „Aufschieberitis“ und kommen daher oftmals in die Bredouille, dass plötzlich die Zeit knapp wird, aber noch so viel zu erledigen ist. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig Informationen zu beschaffen: Welche Hochschule sagt mir zu? Welche Kurse muss ich belegen, um sie mir anrechnen lassen zu können? (Stichwort: ECTS- Learning- Agreement) Ist mir die dortige Landessprache geläufig? Gibt es gegebenenfalls die Möglichkeit von Sprachkursen? Ist es möglich, für das Auslandssemester ein Stipendium oder andere Fördermittel zu beantragen? (Vorsicht: Nicht in jedem Land kann man sich mit Samen- oder Eizellenspenden das Studium finanzieren!) Die zeitliche Komponente ist eine der Tücken. Eine weitere stellt das Zielland selbst dar. Oft ist man in seinen länderspezifischen Konventionen schon so verwurzelt, dass man die Möglichkeit anderer Sitten nicht bedenkt. Nächtliches Nacktbaden in Malaysia: möglicherweise 3 Jahre Gefängnis. Statt einer „Coca- Cola“ eine „Cola“ in Spanien bestellen: Das Wörterbuch gibt die Antwort. Daher sollte man sich vorab über die Tabus und Fauxpas in der Zielregion genau informieren, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Man sollte sich auch über die Kriminalität und die zu meidenden Bezirke informieren. Die Berichte von überfallenen Studierenden halten sich zwar in Grenzen, aber dennoch kommt es vor, dass Neuankömmlinge, teils beschwipste Nachtschwärmer, auf ihrem Weg nach Hause mit geleerten Taschen ankommen. Reisepässe, Krankenversicherung und andere Dokumente sollten daher in kopierter Form

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© Sebastian Mader


bereitliegen. Zur Auslandskrankenversicherung: Unbedingt im Voraus mit der Versicherung abklären bis zu welchem Grad man geschützt ist und immer ein Dokument (idealerweise in der Landessprache) mitführen, welches bestätigt, dass man im Herkunftsland versichert ist und die Kosten übernommen werden. Wohin denn nun? Eine Möglichkeit, über die Kooperationspartner der Hochschule ins Ausland zu gehen, wurde oben schon genannt. Die Angebote sind aber oft begrenzt und überschneiden sich nur selten mit den Zielwünschen der Studierenden. Unter der alternativen Variante versteht man sich als „Freemover“. Jemand, der sich seinen eigenen Weg ins Ausland sucht. Diese Option benötigt mehr Aufwand, der Reisefreiheit

Abgeschiedenheit verspricht dagegen Perth an der Westküste Australiens. Bei vier renommierten Universitäten ist hier für jeden etwas dabei. Von einem „großzügig ausgelegten“ Campus und „ruhigen“ Plätzen spricht Sebastian Bierende. Er erzählt von den kleinen Klassen und persönlichem Kontakt zum Professor. Getreu dem Motto: „Tall Poppy Syndrome“ (jeder ist gleich). Südlichster Tipp: Südafrika. „Intensiv, beeindruckend und […] unvergesslich […].“ So enthusiastisch beschreibt es Simone Haarnacke. Sie berichtet von der ethnischen Vielfalt und legt jedem nahe, sich auf dieses Umfeld einzulassen. Perfekt für jene, die ihren kulturellen Horizont erweitern wollen.

semester

ABROAD © Sebastian Mader sind jedoch keine Grenzen mehr gesetzt. Um das Semester zu seinem Studium anrechnen zu können ist eine enge Zusammenarbeit mit der eigenen Hochschule unabdingbar. Die Schweiz, Frankreich, die Niederlande, Großbritannien und die USA sind aktuell die beliebtesten Länder für ein Auslandsstudium. Gerade wegen ihrer Häufigkeit und westlichen Einstellung ist der organisatorische Aufwand im Vergleich gering. Wenn nicht gerade ein Stipendium winkt, darf man sich hier auf Mehrkosten gefasst machen. Geheimtipp für Karrieristen ist Hong Kong. Es stellt praktisch die Schnittstelle des Bankensektors der westlichen und asiatischen Welt dar. Im internationalen Vergleich gehört die Hong Kong University of Science and Technology zu einer der 40 Besten weltweit. Julius Adorf berichtet überwiegend positiv von seinen dortigen Erfahrungen. Allerdings erzählt er auch, dass es ein „Fehlen jeglicher Privatsphäre“ gibt. Ein bisschen mehr

Doch mal ehrlich: Ob Sonne und Meer, Berge und Schnee oder „Metropolis“ selbst, ist doch eigentlich egal. Jede Erfahrung wird mit und gerade durch die Menschen mit denen man sie erlebt, einzigartig. So glaube ich, ist vor allem die Art und Weise wichtig, wie man das eigene Auslandssemester verbringt und nicht zwangsweise wo. In diesem Sinne wünsche ich allen, die das Glück haben ins Ausland zu gehen eine schöne Zeit! ¶

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STUDIEREN

Auslandssemester: FINNLAND Sabine Leitzinger von der FH Kufstein im Zeitlos-Interview Ein Artikel von Barbara Kals

Sabine, warum hast du dich für ein Auslandsemester in Finnland entschieden? Gute Frage! Mich haben die nordischen Länder immer schon interessiert. In der engeren Auswahl standen dann Finnland und Portugal. Aus einer Bauchentscheidung heraus wurde es schlussendlich Finnland.

Gibt es Unterschiede zwischen dem finnischen und österreichischen Universitätssystem? In Finnland ist Uni ein wenig wie Schule. Man hat den ganzen Tag über Kurs, inklusive Anwesenheitspflicht. Auch die Gruppen sind kleiner. Generell hat man weniger Notendruck. Du wirst das ganze Semester gefordert. Die Klausur am Semesterende ist dann eher Formsache und nur Teil der Gesamtnote. Man merkt einfach, dass es das gemeinsame Ziel von Studierenden und Professoren ist „durchzukommen“ und vor allem, etwas zu lernen.

Den Finnen sagt man ja oft nach ein verschlossenes Volk zu sein. Was war dein Eindruck?

© Sabine Leitzinger

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abine Leitzinger (24) hat Sport-, Kultur- und Veranstaltungsmanagement an der FH Kufstein studiert und 2011 an der Universität von Kouvola/FIN ihr Auslandsemester in International Business gemacht.

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Meiner Meinung nach sind Finnen genauso, wie man es sich als Mitteleuropäer vorstellt: Sie reden wenig und wirken nicht gerade freundlich und extrovertiert. Was sie aber auch sind: total ehrlich und loyal. Da gibt es kein oberflächliches „How do you do“, nur um etwas gesagt zu haben. Wenn dich ein Finne fragt, wie es dir geht, dann interessiert es ihn auch wirklich. Man sagt nur das, was gesagt werden muss, aber dann kann man sich darauf verlassen. Vielleicht braucht man etwas mehr Zeit um das Eis zu brechen, aber dafür hat man dann eine ehrliche Freundschaft.


© Sabine Leitzinger

Gibt es finnische Bräuche, in die du einen Einblick hattest? Der wichtigste finnische Brauch ist sicherlich das Saunieren: In Finnland ganz klar in Herren- und Damensauna getrennt. Es hat auch fast jeder Finne eine Sauna zu Hause. Die typischen Saunatage sind Mittwoch und Samstag. Aufgegossen wird so oft man will - kneifen gilt dabei nicht. An den vielen Seen gibt es oft eine öffentliche Sauna, d.h. man geht in die Sauna und kann anschließend in den kühlen See springen. Im Winter musst du dir halt vorher noch ein Loch in das Eis schlagen… Typisch für Finnen sind ihre Mökkis, das sind kleine Hütten an Seen oder im Wald, in denen sie Ihre Wochenenden oder die Sommerferien verbringen. Wer das Glück hat und in ein Mökki eingeladen wird – sofort annehmen!!

Bei skandinavischen Ländern denkt man als Studierender immer gleich an die hohen Kosten für Wohnung, Lebensmittel etc. Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Finnland? Im Vergleich zu Schweden und Norwegen ist Finnland sicher am günstigsten. Wohnen ist nicht teuer, dafür sind die Studentenhäuser auch spartanisch eingerichtet, aber natürlich mit Sauna. Bei den Lebensmitteln ist alles was importiert werden muss (Zitrusfrüchte, Salat etc.), teuer. Brot kostet gleich viel wie bei uns. Wirklich günstig (besonders für Studierende) sind die öffentlichen Verkehrsmittel. Zudem sind die Züge in einem Top-Zustand.

Wie feiern die Finnen? Auch hier kommen die Vorurteile nicht von ungefähr: Finnen feiern exzessiv. Entweder du tanzt, oder du trinkst. Gemütlich auf ein Glas Wein gehen und reden, gibt es nicht wirklich. Parties beginnen grundsätzlich

sehr früh (teilweise schon um halb sechs am Abend) und enden dann erst um vier Uhr morgens, um ja genügend Zeit an der Bar verbringen zu können. Die Devise lautet: wenn, dann richtig.

Welche Highlights hat es während deines Aufenthaltes in Finnland gegeben? Auch wenn es abgeklatscht klingt, aber der ganze Aufenthalt war ein Highlight. Die Landschaft, die Leute, die Kultur, die Sprache, die für mich wirklich eigenartig ist – Respekt vor jedem, der es schafft sie zu lernen - aber natürlich auch der Besuch beim Weihnachtsmann in Rovaniemi.

Gab es irgendwelche negativen Ereignisse? Negativ war anfänglich die Dunkelheit im Herbst. Von den langen Tagen im Sommer in diese triste Zeit zu kommen war schon schräg. Sobald der erste Schnee fällt, vergeht das aber auch wieder.

Wem würdest du ein Auslandssemester in Finnland empfehlen? Man sollte vielleicht kein totaler Sonnenanbeter sein. Außerdem schadet es nicht, wenn man kein Stubenhocker ist und sich gerne draußen aufhält und sportlich ist. ¶

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STUDIEREN

Kleines Budget - große Reise Die Welt ist ein Buch, von dem man nur die erste Seite gelesen hat, wenn man nur sein Land gesehen hat. (Fougeret de Moubron) Ein Artikel von Lisa Hauser

W

ürdest du auch am liebsten die ganze Zeit um die Welt reisen? Den Meisten geht aber leider früher oder später das Geld aus. Um Land und Leute richtig kennenzulernen, geschweige denn um eine Sprache besser zu lernen, reichen ein paar Wochen nicht aus. Erasmus ist eine bekannte Möglichkeit für längere Zeit kostengünstig ins Ausland zu gehen, aber es ist eben nur einmal möglich. Noch dazu ist der Andrang riesig und die Plätze leider knapp. Es gibt aber Möglichkeiten die Welt auf eigener Faust zu erkunden, und das auch mit einem kleinen Budget. Couchsurfing ist mittlerweile fast jedem ein Begriff. Aber was ist mit helpX, wwoof oder workaway? Obwohl ich immer wieder mit dem Rucksack in die Welt hinausziehe, waren mir diese Begriffe bis vor zwei Jahren auch noch nicht bekannt. Dabei eröffnen einem diese Plattformen so viele wunderbare Möglichkeiten und Chancen ein fremdes Land kennenzulernen. HelpX und Co. bieten Hosts und Reisenden die Möglichkeit sich auszutauschen und zu finden. Von Arbeitsplätzen auf Farmen, über Stellen im Gastronomiebereich, bis hin zum unbezahlten Einsatz für NGO-Organisationen und verschieden, privaten Wohltätigkeitsorganisationen ist für jeden Reiselustigen etwas dabei. Das tolle ist, dass man ein Land nicht nur als TouristIn bereist, sondern direkt unter den Einheimischen lebt und man Gegenden abseits der Touristenpfade kennenlernt.

musst du aber damit rechnen, dass du einen geringen Betrag zu deinen Lebenserhaltungskosten beitragen musst. Ein klarer Vorteil von helpX ist, dass HelpXer ihre Hosts bewerten können. Dadurch erhalten zukünftige HelferInnen auf das, was sie erwartet, einen kleinen Vorgeschmack. wwoof: (wwoof.org) World Wide Opportunities on organic farming bietet, wie der Name schon sagt, die Möglichkeit für Kost und Logis auf Farmen auf der ganzen Welt zu arbeiten und dabei mehr über einen nachhaltigen Lebensstil zu erfahren. WWOOF hat viele unabhängige Organisationen in verschiedenen Ländern, das heißt du musst dich für das jeweilige Land, wohin du reisen willst, anmelden. Eine Mitgliedschaft mit der du auf alle Länder zugreifen kannst, gibt es leider nicht. Die Jahresmitgliedschaftsgebühr beträgt ca. 18 Euro, variiert aber von Land zu Land. workaway: (workaway.info) Auch Workaway verbindet Reisende und Hosts auf der ganzen Welt. Die Chancen sind zahlreich und erstecken sich von den üblichen Möglichkeiten über Babysitten, Wohltätigkeitsarbeit bis hin zu Kunstprojekten. Für 22 Euro bist du für zwei Jahre Mitglied. Somit stehen dir die Türen zu vielen tollen Möglichkeiten offen.

Los geht`s! Land wählen, bewerben, Rucksack packen und auf in die Welt!

Es handelt sich hierbei jedoch nicht um Agenturen! Das heißt, du bist selbst dafür verantwortlich deinen Aufenthalt zu planen und dir deine Hosts gewissenhaft auszusuchen. Es steht dir frei, deinen Aufenthalt abzubrechen wann immer du willst, jedoch solltest du deinem Host gegenüber fair und ehrlich sein. Du erwartest ja dasselbe von ihnen.

helpX: (helpx.net) Help Exchange wurde 2001 von Rob Prince gegründet und operiert weltweit. Für 20 Euro wirst du für zwei Jahre Mitglied und hast somit Zugriff auf alle Hosts. Die meisten Hosts bieten Unterkunft und Mahlzeiten gegen ein paar Stunden Arbeit pro Tag. Einige zahlen ihren HelferInnen auch Taschengeld. Wenn du in ein Entwicklungsland willst, findest du ebenfalls viele inspirierende Organisationen, die Unterstützung suchen. Hier

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Hier eine kleine Auflistung für euch.

© Benjamin Nickel p 16


© CollegeDegrees360 @ Flickr.com

Studienwechsel - und jetzt?! Was es zu beachten gibt

Ein Artikel von Sabine Kálóczi

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u überlegst dein Studium zu wechseln? Nein? Dann darfst du natürlich gerne weiterlesen aber ich bin dir auch nicht böse, wenn du einfach umblätterst und den nächsten Artikel liest ;-). Falls du aber mit dem Gedanken spielst oder mal in die Situation kommst dein Studium zu wechseln, dann findet sich hier vielleicht die eine oder andere nützliche Information. Die Gründe für einen Studienwechsel mögen von Person zu Person unterschiedlich sein, aber darauf will ich hier erst gar nicht eingehen. Vielmehr möchte ich zeigen, was es bei einem Studienwechsel so alles zu beachten gibt. Um jetzt nicht falsch verstanden zu werden - ich will hier niemanden zu einem Studienwechsel animieren, dieser Artikel soll lediglich ein paar Punkte aufzeigen, von denen man im Falle eines Wechsels schon mal gehört haben sollte, um nicht im Nachhinein eine böse Überraschung zu erleben. Das wichtigste Stichwort lautet selbstverständlich Information (und die sollte nicht zu spät erfolgen). Es gibt verschiedene Fristen zu beachten, egal zu welchem Studium man wechseln möchte. Bei einer Universität wäre das z.B. die allgemeine Zulassungsfrist, also der Termin, bis zu dem man sich für ein Studium inskribieren kann. Bei Fachhochschulen nennt sich diese Frist oftmals Bewerbungsfrist. Am besten ist es, wenn man sich darüber bei der gewünschten Universität/ Fachhochschule selbst erkundigt, denn es kann vorkommen, dass sich diese Frist bei den einzelnen Studiengängen unterscheidet. Außerdem ist es auch möglich, dass der gewünschte Studiengang eine Aufnahmeprüfung verlangt (vor allem bei Fachhochschulen). Nehmen wir mal an, man hat ein Semester lang studiert und möchte nun im Sommersemester mit dem neuen Studium anfangen. Hier ist es ratsam, sich zu erkundigen, ob man das geplante Studium überhaupt im Sommersemester anfangen kann und ob man dadurch eventuell eine Verlängerung der Studienzeit erwarten muss, da manche Kurse beispielsweise nicht im Sommersemester angeboten werden. Sollte sich dann das neue Studium in einigen Inhalten mit dem alten überschneiden, dann ist es vielleicht auch möglich, sich bereits bestandene Prüfungen anrechnen zu lassen. Kommen wir schließlich zum Finanziellen, genauer gesagt, zu zwei Beihilfen. Sowohl Studien- als auch Familienbeihilfe haben so ihre Regelungen, die man kennen sollte. Ob man eine Beihilfe weiterhin beziehen kann, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. So darf man z.B. nicht öfter als zweimal das Studium wechseln, wenn man die Studienbeihilfe nicht verlieren möchte. Ein Nachweis über bestandene Prüfungen (ECTSPunkte usw.) wird für den weiteren Bezug beider Beihilfen benötigt. Auskunft erhält man unter anderem bei den Stipendienstellen und im Internet. Auch bei der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) findet sich dazu Informationsmaterial. Je nach Situation kann es natürlich vorkommen, dass es zusätzlich noch andere Sachen gibt, denen man Aufmerk-

samkeit schenken sollte. Zusammenfassend kann man aber sagen, dass es bei einem Studienwechsel einiges zu beachten gibt. Man sollte sich auf jeden Fall früh genug informiere, um das Ganze so reibungslos wie möglich zu gestalten. ¶ Hilfreiche Links: www.oeh.ac.at www.stipendium.at

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STUDIEREN

Innsbrucks Studierendenvertretungen im Zeitlos Interview: Florian Heiss – ÖH Vorsitzender / Universität Innsbruck Catherina Bubb – ÖH Vorsitzende / MedUni Innsbruck seit 01/13 Hannah Schaumann – ehemalige ÖH Vorsitzende / MedUni Innsbruck Vera Kadletz – Vorsitzende der STV / Management Center Innsbruck Ein Interview von Philipp Halder

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ie Zeitlos hat sich mit den Vorsitzenden der Studierendenvertretung an den Innsbrucker Hochschulen getroffen und sie nach ihren Aufgaben, ihrer Zeiteinteilung und ihren Projekten gefragt.

Was studierst du? Florian: Wirtschaftswissenschaften und Politikwissenschaften aber nur als Interessensstudium. Hannah: Humanmedizin. Catharina: Humanmedizin. Vera: Management und Recht.

Wie wird man Vorsitzender, bzw. Vorsitzende? Florian: „Von nix kommt nix!“, trifft es in diesem Fall gut. Schon seit langer Zeit engagiere ich mich ehrenamtlich in diversen Vereinen. Konstruktive Arbeit und viel Einsatz bleiben daher nicht immer unbelohnt. Hannah: Ich habe erst im vierten Semester begonnen mich in der Studierendenvertretung zu engagieren. Schnell hatte ich meine eigenständigen Projekte, wodurch ich immer mehr mit dem StV-Vorsitz und auch ÖHVorsitz zu tun hatte. Da bei uns der Andrang sich in der ÖH zu engagieren nicht so groß ist, sind motivierte Leute gerne gesehen. So wurde ich über Generalsekretärin und 2. Stellvertretende Vorsitzende schließlich Vorsitzende. Vera: Der Vorsitz der MCI Studierendenvertretung wird von allen VertreterInnen der Studiengänge des MCI gewählt. Jeder Studierende des MCI hat das Recht für diese Position zu kandidieren.

Welche Aufgaben hat der Vorsitzende? Florian:Natürlich die Anliegen der Studierenden nach Außen zu tragen. Dazu kommt noch die Koordination der ÖH Mitarbeiter und die Repräsentation bei Veranstaltungen. Projekte im Sinne der Studierenden durchzuführen ist die Prämisse, der Kontakt und gute Draht zur Uni

Florian Heiss selbst sind dabei wichtig und unerlässlich. Ebenso will ich stets ein Ansprechpartner für sämtliche Anliegen der Studierenden sein und stets zwei offene Ohren dabei haben. Vera: Das Vorsitzteam ist die „oberste Instanz“ der Studierendenvertretung des MCI, es vertritt somit die Interessen aller Studierenden und Studiengänge. Wir beraten Studierende. Wir sind die Schnittstelle zwischen Studierenden und Rektor/Geschäftsführer Andreas Altmann, Lehrenden, MCI Verwaltung/ Mitarbeitern, Mensa, ÖH Wien, … Der Vorsitz organisiert die ordentlichen Sitzungen, die zwei Mal im Semester stattfinden, in denen allfällige Themen der STV besprochen werden. Diese sind sehr vielfältig und umfassen von der Organisation von Veranstaltungen, rechtlichen Aspekten, Projektförderung, bzw. -umsetzung und Budgetverwaltung, noch vieles mehr. Um ein Beispiel zu nennen: der Vorsitz hat auch dieses Jahr wieder die „Buddyabende“ für alle Studiengänge organisiert – Vernetzungstreffen zwischen Erstsemestrigen und Drittsemestrigen am Anfang des Wintersemesters, bei denen wichtige Informationen für den erfolgreichen Start ins Studium ausgetauscht werden und ein geselliges Beisammensein gesichert wird.

Vera Kadletz p 18

Außerdem fahren wir zwei Mal pro Semester auf die VoKo (Vorsitzendenkonferenz aller FHs), bei der wir


uns mit anderen FH-Vorsitzenden über aktuelle Themen austauschen. Allgemein kann man sagen, dass die Themen, mit denen man sich beschäftigt, sehr vielfältig sind. Als sehr wichtig empfinde ich diesbezüglich, klar mit allen zu kommunizieren, um eine gute Vertretung zu sichern.

Wie oft wird gewählt? Hannah: Alle zwei Jahre, jeweils im Mai des ungeraden Jahresalso schon sehr bald im Mai 2013. Catherina: Der Wahltermin ist vor kurzen bekannt gegeben worden, und zwar der 14.-16. Mai 2013. Vera: Die Jahrgangs- und Gruppenvertretung, eine Besonderheit des MCI, da es fixe Gruppierungen gibt (Jahrgänge und diese wiederum aufgeteilt in Gruppen), wird im Herbst gewählt.

Wie viele Leute arbeiten in der Studierendenvertretung bei dir mit? Welche Aufgaben hat der einzelne? Catherina: Bei uns an der MedUni sind wir vier Personen im Vorsitzteam. Zusätzlich gibt es noch sechs Referenten für verschiedene Bereiche, wie zum Beispiel: Recht, Wirtschaft, Bildungspolitik oder Organisation. Florian: Gesamtuniversitär hat die ÖH einige hundert Mitarbeiter. In der Haupt ÖH arbeiten 50 Personen tagtäglich durch gute Beratungen oder eigenen Projekten für unsere Studierenden. Interessantes Detail am Rande ist, dass exakt 25 Frauen und 25 Männer bei uns anzutreffen sind. Vera: Am Management Center Innsbruck gibt es vier Ebenen der Vertretung: die MCI-Studierendenvertretung (Vorsitz), die Studiengangsvertretung, sowie die Jahrgangs- und Gruppenvertretung.

Wie viele Stunden pro Woche hat man als Vorsitzende/r zu tun und wie viel Zeit bleibt zum studieren? Florian: Eine 60 Stundenwoche ist die Regel, Vorsitzender ist man jedoch 24/7, auch wenn man nachts ins Studentenleben eintaucht. Ich mache das aber gerne und aus Überzeugung. Leider nicht sehr viel, da ich meine Tätigkeiten mit vollstem Einsatz ausführen will. Mit etwas Fleiß werden es pro Semester ca. 15 ECTS. Hannah: Bei uns ist der zeitliche Aufwand überschaubarer, es soll auch niemand an der Arbeit im Vorsitz Nachteile beim Studium erleiden. Aber 20 Stunden pro Woche sollte man schon einplanen. Wie auch beim Florian muss auch ich sagen, ich habe dafür gelebt und es sehr gerne gemacht. Catharina: Im Wintersemester wird das Studium etwas hinten angestellt. Zur Jahresprüfung im Sommer wird die Arbeit im Vorsitz dann auf das

Catherina Bubb Wichtigste reduziert, damit wir alle gut vorbereitet antreten können. Vera: Genau kann man nicht benennen wie viele Stunden es pro Woche sind – mal mehr, mal weniger. Natürlich erfordert diese Aufgabe eine Menge Disziplin, im Sinne von Zeitmanagement und Aufgabenteilung. Ganz klar ist, dass man da nicht immer seine ganze Energie für das eigene Studium aufwenden kann, da es viele Dinge zu bewältigen gilt.

Welche wichtigen Projekte werden in Zukunft umgesetzt? Florian: Soeben erreicht haben wir eine Aufhebung des Trinkverbotes in der SoWi- und Hauptbibliothek, was somit allen Innsbrucker Hochschulen zugutekommt. Ebenso gestalten wir unsere Homepage oeh.cc neu, um ein konkretes Projekt zu nennen. Ein wichtiges Anliegen unsererseits ist aktuell vor allem das Semesterticket für unsere Studierenden. Catherina: Zum einen arbeiten wir sehr stark an einer besseren Evaluation der Lehrenden und zum anderen soll der Lernplatz für uns Studierende erweitert werden. Ein besonderes Projekt ist das „Skillslab“, das den Studierenden ein realistisches Umfeld zum Üben praktischer Fertigkeiten des Klinikalltages ermöglicht. Vera: Es gibt viele Projekte für das nächste Semester. Es wird wieder einige Veranstaltungen geben, eine MCI Party im Weekender, „Endlich wieder Grillen“ auf der Wiese zwischen MCI und SoWi, das BigBand-BBQ am Ende des Semesters. Außerdem sind wir dabei ein Sportreferat aufzubauen – neben Aktivitäten wie Eislaufen, Skifahren und Rodeln haben wir einen Lawinenkurs organisiert. Geplant ist ein Kletterkurs im Sommersemester.

Hannah Schaumann

Vielen Dank für eure Zeit! ¶ p 19


GENIAL

GENIAL

Tagträumer und Nachtschwärmer Ein Artikel von Sandra Schieder

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urchschnittlich verbringt jeder Mensch 4 Monate pro Jahr im Bett. Umgerechnet ist das ein Drittel unseres gesamten Lebens und somit ein Drittel der uns zur Verfügung stehenden Zeit am Tag. Ein künstlich umgestellter Schlafrythmus soll es ermöglichen mit nur 2 Stunden Schlaf täglich auszukommen. Der Student Georg Plaz (21) hat einen Selbstversuch gewagt und seine Erfahrungen in einem Blog festgehalten. Zeit die man mit Schlafen verbringt ist Zeit, die vielen im Alltagsleben fehlt. Ist Schlafzeit verlorene Zeit? Zeit, die man sinnvoller nützen könnte? Viele Studenten werden diese Fragen - vor allem in der stressigen Lern- und Prüfungsphase zu Semesterschluss – bejahen. Da niemand von uns ein Vampirdasein fristet und gänzlich ohne Schlaf auskommt, bleibt in Stressphasen nur mehr die Alternative sein Schlafpensum zu reduzieren. Polyphasischer Schlaf soll die Zauberformel lauten: Nach einer ungefähr 2-wöchigen Eingewöhnungsphase soll es möglich sein mit nur 2 Stunden Schlaf täglich auszukommen. Polyphasischer Schlaf ist ein künstlich umgestellter Schlafrythmus, in dem man im Gegensatz zum monophasischen Schlaf (der Großteil aller Menschen praktiziert dieses Schlafmodell und schläft durchschnittlich 8 Stunden am Stück) mehrmals täglich für kürzere Zeiträume schläft. Im Zuge einer 8-Stunden-Schlafzeit stellen sich in etwa 2 Stunden Tiefschlafzeit – die für die Erholung wichtigen REM-Phasen – ein. Beim polyphasischen Schlaf soll das Gehirn dazu gebracht, beim Einschlafen direkt in diese REM-Phasen einzusteigen. Das ermöglicht grundsätzlich, sechs Mal am Tag 20 Minuten zu Schlafen und mit nur 2 Stunden Schlaf auszukommen. In Onlinetagebüchern berichten Menschen über ihre Erfahrungen polyphasisch zu schlafen. Zu den populärsten polyphasischen Schläfern zählen Leonardo da Vinci und Thomas Alva Edison. Georg Plaz (21), studiert Informatik und Philosophie an der Universität Wien und hat seine Ferien genutzt um einen Selbstversuch zu starten und berichtet, wie es ihm dabei ergangen ist seinen Alltag als polyphasischer Schläfer zu meistern. War es zu Anfang pure Neugier ob es möglich ist seinen Schlafrythmus umzustellen, malte er sich sehr rasch aus welche Möglichkeiten ihm mit einer Wachzeit von 22 Stunden am Tag offen stünden. „Ich ärgere mich dass ich so viel schlafe und habe mir gedacht, dass es schon cool wäre wenn man jeden Tag 22 Stunden hat die man effektiv nutzen kann“, so Georg zu seinen Beweggründen. In der Vorlaufzeit eröffnete er den Blog „1000 Schäfchen“ und wählte für sein Experiment das „Uberman-System“ - das Härteste der vier möglichen Schlafmuster um ein polyphasischer Schläfer zu werden. Dementsprechend teilte er den Tag in sechs Schlafzyklen à 20 Minuten auf.

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„In den ersten Ferientagen klappte es nicht sofort mit dem Einschlafen und ich bin nur für ein paar Minuten in die REM-Phase gekommen.“ Schon nach wenigen Tagen klagte er über Symptome der Übermüdung: „Man ist ständig unkonzentriert, fühlt sich in einem Trunkenheitszustand, reagiert auf Situationen nicht adäquat und ist schlecht gelaunt“, erinnert sich Georg zurück. Zu diesem Zeitpunkt schaffe er es bereits problemlos innerhalb weniger Minuten einzuschlafen. Anstatt in die REM-Phase zu gleiten machte er aber andere - für die Erholung unwichtige, Schlafphasen - durch. Ohne die Ablenkung durch Freunde hatte er in den darauffolgenden Tagen große Probleme sich wach zu halten und musste Rückschläge in Form von „Überschlafen“ erleben. „Es gab Zeiten da habe ich den Wecker überhaupt nicht mehr gehört obwohl er eine halbe Stunde durchgeklingelt hat.“ Am Ende der Ferien beendete er den Versuch. „Ich bin nie durch diese Eingewöhnungsphase durchgekommen und es ist sehr schwierig dieses Schlafmodell auf den Alltag anzuwenden – immerhin musst du auf der Uni oder unterwegs passende Schlafplätze finden. Es gab Momente an denen ich nach 20 Minuten Schlafen aufgewacht bin und mich ausgeschlafen gefühlt habe, wirklich munter war ich aber nie.“ Dennoch gibt es Menschen die es durch die Eingewöhnungsphase geschafft haben und polyphasische Schläfer sind. „Das muss genial sein“, resümiert Georg und plant eines Tages einen zweiten Anlauf zu starten. ¶ Quellen: http://1000schafe.blogspot.co.at/

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Š Jana Kostunov

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GENIAL

“Schlafentzug ist Foltermittel” Schlafberater Georg Mühlemkamp vom “Netzwerk Ganzheitlich Schlafen” im Zeitlos-Interiew Ein Artikel von Sandra Schieder

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elche physischen und psychischen Beeinträchtigungen kann die Umstellung seines Schlafrythmus mit sich bringen?

Die Änderung des Schlafrhythmus ist vergleichbar mit dem Jetlag oder der Zeitumstellung. Bekannte Auswirkungen können Schlafstörungen, Unwohlsein, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwäche und Appetitlosigkeit sein.

Artikelinfos Fakten Bilder etc Fuga. Um qui commodit est everepudio coribustis eos vit laccumquate nectate sectatur solor aut ipsum qui ut untur? Ratent. Ucit ullesedi utem quo et eum experch iliciaspel mos qui dolorpo riorporum reiciet, velic to ditat quist, to exernati dolore nullorum aperum, te sedi cum atem dipiduntias maiorianis quiae nectur, se maximolupta

In zahlreichen Onlinetagebüchern berichten Menschen über ihre Erfahrungen mit dem polyphasischen Schlaf. Kann man ihn als Trend bezeichnen? Ich würde es als einen begrüßenswerten Schritt bezeichnen, sich mit seinem Schlaf zu beschäftigen. Was gegen einen Trend spricht ist die Tatsache, dass die überwältigende Mehrheit durch den Arbeitsrhythmus in ein zeitliches Schema zur Regeneration gezwungen wird.

Ist Leistung ohne ausreichenden Schlaf überhaupt möglich? Definitiv nicht - wir alle wissen, wie es uns nach einer zu schlaflosen Nacht geht. Unsere Leistungsfähigkeit hängt zum überwältigenden Teil von unserem Schlaf ab.

Welche Folgen hat Schlafentzug über einen längeren Zeitraum? Der Schlaf dient der geistigen, psychischen und seelischen Reaktion. Schlafentzug birgt schwere gesundheitliche Risiken. Unser Immunsystem regeneriert und der größte Teil der Zellerneuerung geschieht im Schlaf. Schlafentzug ist das weltweit am meisten eingesetzte Mittel Menschen zu foltern.

Gibt es eine gesunde und effektive Taktik das Schlafpensum zureduzieren? Der Schlaf ist die einzige erneuerbare Energiequelle des Menschen. Wir sollten unseren Schlaf nicht als Zeitverschwendung betrachten. Unsere Gesundheit, unsere Leistungsfähigkeit und unser Sozialverhalten hängen vom erholsamen Schlaf ab.

Eine Studie besagt, dass zu viel Schlaf genauso ungesund ist wie zu wenig Schlaf – wie viel Stunden Schlaf sind angemessen? Es gibt Menschen denen täglich 5 Stunden Schlaf reichen, andere benötigen 10 Stunden. Der statistische Mittelwert liegt bei 7 Stunden. Jeder Mensch hat sein individuelles Schlafmuster, das zum Teil vererbt und zum Teil antrainiert ist. ¶ Quelle: http://ganzheitlichschlafen.wordpress.com/

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© Jana Kostunov


Best Cafés in Innsbruck An Article of Ruxandra Birle

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ne of the first things I did when I came to Innsbruck was to look for a nice café. After many suggestions from Tyrolean friends and hours of Internet research, I got an idea of places I wanted to try out. The criteria were pretty strict: good coffee, reasonable prices, nice location, quality of customer service and ambiance. Most places do not have Wi-Fi or the possibility to pay by card but as Facebook notifications keep interrupting conversations and you can easily find an ATM nearby, the absence of Wi-Fi and card payment were not deal-breakers.

Strudel-Café Kröll Location: Hofgasse 6 Prices: Food $, Coffee $$, Coffee specialties $$$ Strength: strudel and coffee variety Strudel-Café Kröll is located in the city center and although it is very easy to spot and would attract a lot of tourists, it’s not loud or overcrowded but has just the right amount of liveliness. It is the place for Austrians to have a nice breakfast and for tourists to have a nice cup of coffee accompanied by the traditional strudel.

The place has two major focuses: breakfast and strudel. You can get a nice breakfast from as early as 6 a.m. and you can rest assured that you are getting a quality meal. This is a lovely example of a family business, where the daughter manages the café, mom provides the delicious jams and the uncle supplies the fresh bread, made in a very traditional manner in the bakery just a few meters away. It’s a lovely place to spend a part of your day in a very intimate area, away from the street and with friendly service. The guests are mostly international so the staff speaks very good English and knows some phrases in Italian, Spanish and even Japanese. The service is quick and will recommend something nice from the menu if you cannot make up your mind. You can chose between two blends of coffee: Meinl and Illy. Illy is usually used for the Italian mixes such as Cappucino and Café Latte and Meinl for the Austrian specialties such as Melange. As far as food is concerned, strudels are the places specialties. You can get over 20 types of home-made, fresh strudel. The ingredients are well chosen as they complement each other but you still taste each individual flavor. You can add either vanilla sauce or whipped cream but if you do so be forewarned that you will get a plate-full of it. A personal recommendation would be to get the Mohr-Zwetschkenstrudel, a strudel with plum and poppy seeds or the Hüttenstrudel with a lovely mix of sweet cheese, poppy seed and apple. If you’re thinking of making a meal out of it, you can get a Strudel Tris, a mix of three strudels of your choice from either the salty or the sweet variety. If you’re there with your canine friend the staff will offer it a cake treat specially designed for dogs. That’s right, they have cake for dogs. All in all, Strudel-café Kroll is a lovely place to meet up with a friend and chat over a yummy strudel and coffee. Because of the great service, nice location and quality of products it takes first place in our review segment. Runner-ups While we have found our favourite café, it doesn’t mean we did not like others as well. The following are runner-ups and they are all unique in their own way and style.

© www.strudel-cafe.at

© www.strudel-cafe.at p 23


GENIAL

Café-Bar Moustache

Cafe Konditorei Zimt & Zucker

Location: Herzog-Otto-Strasse 8 Prices: Food $, Coffee $, Coffee specialties $$ Strengths: the hot chocolate varieties

Location: Herzog Friedrich Str. 9 Prices: Food $, Coffee $$ Strength: the sweets

This is a place as special as its name. However, the thing that is most interesting is the hot chocolate. This is not the regular hot chocolate: you get a glass of hot milk and a chocolate bar, which you have to mix together yourself so it is as fresh as possible. The chocolate comes from Styria and is made by Zotter. We can recommend the classic bitter chocolate and the more exotic ginger-coconut chocolate. The customer service is ok as is the snack variety. Particularly interesting is this place’s plan to combat hangovers: they have an anti-hangover brunch (large buffet), as well as “Der Drink”, a special drink that seems to replace everything that your body has lost after a night out drinking. The place is divided in two areas: smoking and non-smoking. The ambiance is lovely in both, but while the non-smoking area looks more like a café, the smoking region is designed to be very cozy and comfy with oriental influences. The music is a sort of indie alternative, not a very traditional choice for a café but well-chosen to fit the surroundings. You can also play games such as chess, cards and domino, which are provided by the café.

This café is located very close to the goldenes Dachl and is a more a ‘grab and go’ type of place. The seating area is very small but still comfortable. The music of choice comes from the radio and does not suit the location very well. However, you feel like you should drink your coffee quickly and leave, mostly because you feel watched. The reason could be the size of the location. It is a nice place to get a good cup of Viennese blend coffee and a great slice of cake or other home-made sweets but do not expect to consult a menu - they do not have one! ¶

© www.zimt-zucker.at

© café - bar Moustache @ Facebook

Café Sacher Location: Rennweg 1 Prices: Food $$$, Coffee $$, Coffee specialties $$ Strength: Original Sachertorte and great décor Café Sacher is located in the Hofburg and is very easy to spot. The first thing you notice is the beautiful décor, the ambiance and the furniture that reminds of the late 19th century bourgeoisie. Complete the experience with a slice of the original Sachertorte and a cup of Melange for an authentic Viennese flair. The views on the cake range from dry to amazing, according to individual taste. The coffee however is very good and you can choose from a variety of specialties. The service is generally ok for large groups but they will not make an effort to make you feel comfortable if it is just a group of two or three.

© www.sacher.com

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Clubbewertung: Das Dinzler Herzstück des SoWi-Campus

Ein Artikel von Daniela Schwaiger

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m SoWi-Campus eingebettet ist das Dinzler quasi dessen Herzstück. Hierbei handelt es sich nicht nur um ein Café, in dem man schnieke sein Käffchen einnimmt,sondern um DEN hippen Treffpunkt für Menschen jeden Alters, jeder Größe, Frisur und Studienrichtung. Egal wonach man auf der Suche ist, hier gibt es nahezu alles. Man kann zwar auch einfach durch das Café durchgehen, weil es von beiden Seiten betretbar ist, aber das will man nicht. Denn vor allem bei SoWi- und MCI-Studierenden ist es bereits so etabliert, dass es fast unmöglich ist, kein bekanntes Gesicht im Geschehen zu finden. Die Tageszeit spielt hierbei keine Rolle, genauso wenig wie die Jahreszeit. Das Team, welches mit Sicherheit das schönste, lustigste und schnellste in Innsbruck ist, hat eine große Freude daran, die Kundschaft glücklich zu machen. Im Frühling und Sommer steht eine gemütliche Terrasse zur Verfügung, von der aus das Geschehen am Campus direkt beobachtet und das Bier oder der Cappuccino in gechillter Atmosphäre genossen werden kann. In der Vorweihnachtszeit wird ein gemütlicher Glühweinstand aufgebaut, wo vom Chef höchstpersönlich köstlicher Glühwein, Punsch und Hot Caipi serviert werden. Als Zuckerl gibt es dazu noch Schokolebkuchen. Eine sehr freundliche vorweihnachtliche Geste, die Frieden und Freude verbreitet. Da es wie gesagt ein Bedürfnis der MitarbeiterInnen ist, die Kundschaft glücklich zu machen, kann nicht nur der Durst, sondern auch der Hunger befriedigt werden, denn im Lokal liegt die Speisekarte des Nachbarn, nämlich die der Pizzeria il Dottore, auf. Direkt beim Personal kann nach Belieben geordert werden. Es ist auch gestattet, selbstgebrutzelte Köstlichkeiten mitzubringen und zu konsumieren. Ein Pluspunkt, den nicht viele Lokale erfüllen. Soweit zum Tagesprogramm. Aber auch das Nachtleben im Dinzler ist nicht von schlechten Eltern. Meist ist es so, dass sich die Menschen schon nach der Uni gemütlich zusammensetzen, um sich natürlich meist über unitechnische Fakten und Tatsachen auszutauschen. Dies bedarf nicht nur in Einzelfällen mehrerer Stunden, denn das Netzwerken ist natürlich vor allem für Studierende wirtschaftlicher Studiengänge wichtig.

Doch nun zum Wochenplan: Dieser bietet täglich tolle Angebote, die es den Genuss- und Kampftrinkern ermöglicht ihrer Leidenschaft nachzukommen, ohne pleite zu gehen. Statt einer Happy Hour, gelten die Angebote den gesamten Abend lang. Montags beginnt die Woche gemütlich mit nicht zu harten Alkoholika, wie Bier und Spritzer zu jeweils 2,10 und 1,70 Euro. Am Dienstag hat man mit Hilfe von 6 Getränken zu 10 Euro erstmals die Chance auf Sex at the Sowi. Eine recht lässige Tatsache ist, dass die Getränke nach Belieben zusammengestellt werden können. Man wird von den freundlichen KellnerInnen also nicht gezwungen, sich 6 Bier in die Birne zu kippen. Mittwochs gibt es wieder ein Bier- und Weinspecial. Donnerstag ist Tag der Mädels. Diese können sich, wenn ihnen danach ist, um wenig Geld viele Alkoholika kaufen. Das Wochenende startet am Freitag mit einem Cocktailspecial, wobei das Stück um 5 Euro zu haben ist. Diejenigen, die nach diesem harten Stundenplan auch noch am Samstag, sowohl physisch als auch mental in der Lage sind, können sich eine Flasche (u.a. Vodka, Bacardi) um 46 Euro gönnen. Teilweise spielen auch Live-Bands für das Publikum, und auch Specials wie Bierpongturniere oder Vodkaverkostungen werden nicht ausgelassen. Sonntag ist Tag des Herrn, das Dinzlerteam ist in der Kirche, daher ist das Café leider geschlossen. Wer das Dinzler bisher noch nicht kannte weiß jetzt, wie der Hase dort läuft und sollte sich am besten gleich dorthin begeben, denn es kann gut sein, dass das Zeitlosteam auch gerade dort den Bären steppen lässt. ¶ p 25


TRENDS

I like!

are u asit? Ein Interview von Veronika Milassin

© CaparolSverige @ flickr.com

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ie Zeitlos hat sich mit dem überaus sympathischen Neuankömmling in der Tiroler Modebranche getroffen, um über sein Label „AreUasiT“ zu reden. Ohne Fremdfinanzierung und aus eigener Kraft entwirft und druckt der junge Tiroler, Dominik Schubert, seine T-Shirts für Frauen und Männer, die man schon in ein paar namhaften Innsbrucker Shops kaufen kann.

Wie bist du auf den Namen “are u asit” gekommen? Es ist einfach ein Brandname wie jeder andere. Der Teil „are u“ (engl. Bist du?) ist selbsterklärend - „asit“ ist an das englische Wort „acid“ (engl. Säure) angelehnt, wobei ich das c einfach mit dem Anfangsbuchstaben von meinem Nachnamen ersetzt habe.

treme Kehrtwende und von da an ging es ziemlich bergauf. Von April 2011 bis jetzt ist viel passiert.

Woher nimmst du dir eigentlich die Zeit? Ich arbeite 10-15 Stunden die Woche neben meinem Architekturstudium und Familienstress gibt’s auch immer wieder. Ich bin ziemlich ausgelastet, viel mehr geht nicht. Aber das ist ok!

Hast du schon Erfahrungen im Bereich Textil und Design? Ich habe mich schon länger für Mode interessiert und ein Freund hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich mit Shirtgrafik arbeiten könnte und ich habe es dann einfach probiert.

Wer steht hinter dir? Wirst du finanziell/manuell in irgendeiner Weise unterstützt? Ich bekomme viel Unterstützung von Freunden und Familie. Aus finanzieller Sicht bin ich aber alleine für das Projekt verantwortlich – also es gibt niemanden, der mich finanziell unterstützt.

Wie gehst du mit Rückschlägen/negativer Kritik um? Positiv! Ich arbeite einfach weiter. Natürlich freue ich mich über jede positive Resonanz aber auch über jede negative. Mir ist es lieber, wenn der- oder diejenige mir gleich ins Gesicht sagt, ob ihm/ihr was gefällt oder nicht. Man kann sich durch gute Kritik weiterentwickeln!

Beteiligst du dich auch am Trend zur Nachhaltigkeit in der Kleidung? Wenn ja, wie? Bislang noch nicht, weil das Projekt noch ziemlich jung ist und weil ich vorerst bemüht bin es so zu etablieren. Prinzipiell bin ich aber für alles offen.

Was würdest du all denjenigen raten, die sich in dieser Branche auch etablieren wollen? Sie sollten viel Engagement, viel Liebe zum Detail, ein realistisches Startkapital und vor allem Durchhaltevermögen besitzen. Bei mir zum Beispiel ist im ersten halben Jahr nichts Erwähnenswertes passiert - ich bin halt weiterhin drangeblieben. Aber nach einem dreiviertel Jahr gab es eine exp 26

© are u asit


© are u asit

Hast du dich auch schon mal nach neuen Möglichkeiten des Druckverfahrens erkundigt?

Shirts 34,90 Euro und die Tank Tops um die 30 Euro.

Ja klar! Derzeit bedrucke ich die Shirts manuell im Siebdruckverfahren. Ich finde, das macht sie speziell, weil man die Motive nie genau gleich positionieren kann und dadurch wird jedes Stück ein Unikat. Solange meine Stückzahlen im überschaubaren Bereich bleiben werde ich mich aber auf kein anderes Druckverfahren einlassen.

Nicht unbedingt die günstigsten Preise…

Wie entstehen die Motive? Zuerst zeichne ich sie per Hand und übertrage die Grafik dann auf den Computer. Ich arbeite ausschließlich mit Photoshop und Illustrator.

Wie viel kosten eigentlich deine Shirts? Wenn man sie bei mir privat kauft, dann zwischen 25 und 30 Euro, je nachdem welches Motiv. Pullover kosten bei mir 55 Euro, Tank Tops zwischen 25 und 30 Euro. Im Shop kosten die Pullover 69,90 Euro, T-

Ich weiß, aber die Textilien mit denen ich arbeite haben eine Top-Qualität. Ich habe im vornhinein verschiedenste Materialen ausprobiert, bedruckt und öfters gewaschen. Es war mir wichtig, dass alle Textilien eine super Performance in Bezug aufs Waschen haben – cool geschnitten und angenehm zum Tragen sind. Ich verdiene ja an dem Ganzen relativ wenig. Ich mach es auch nicht wegen dem Geld, sondern weil es mein erstes eigenes Projekt ist, an dem mein Herzblut hängt!

Vielen Dank für das nette Gespräch! ¶

p 27


I like!

TRENDS

Schinken-Käse-Lauch-Strudel Ein Rezept von Florian Huber

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onatsende – Sowohl die Geldtasche als auch der Kühlschrank glänzen durch die Absenz des jeweiligen Inhaltes und auch das Kribbeln im Bauch sind nicht die erhofften Schmetterlinge. Doch da die rettende Idee: Kochen! Nur was? Und vor allem: mit welchen Zutaten? Die erste Frage ist schnell beantwortet: Strudel! Schinken-Käse-LauchStrudel und am besten so wie bei Mama. Um die zweite Frage zu beantworten bedarf es einem erneuten Blick in den Kühlschrank und siehe da, in einer dunklen Ecke verstecken sich noch eine halbe Packung geriebener Emmentaler, ein Becher Sauerrahm, Eier und etwas Schinken, alles Überreste von den letzten Schinkenfleckerl (Ausgabe 1, S.37, April 2012). Ablaufdatum gecheckt geht die Erkundungstour einen Stock höher (oder tiefer, je nach Modell) weiter und zwar im Tiefkühler. Hier erblickt ein tiefgefrorener Blätterteig das erste Mal seit etlichen Wochen das Tageslicht wieder. Den Kühlschrank nun endgültig leergefegt geht die Suche nach Verwertbarem beim Gemüse weiter. Neben Kartoffeln und diverses Obst findet sich eine Stange Lauch, auch Porree, Breitlauch, Winterlauch,  Welschzwiebel,  Gemeiner Lauch,  Spanischer Lauch,  Aschlauch oder  Fleischlauch genannt, wie uns eine Online-Enzyklopädie wissen lässt. Nach Aneignung dieses unnützen Wissens und dem Auffinden eines Stranges Knoblauch erfolgt die Bestandsaufnahme für unseren „Monatsenden-Aufbrauch-Schmaus“ für 3-4 Personen (je nach „Ess-Kraft“ variiert diese Zahl): »» 1 Stange Lauch »» 1 Stk. Blätterteig »» 1 EL Butter »» 2 Eier (1 Ei davon optional zum Bestreichen des Strudels) »» einen Becher Sauerrahm

© Webb Zahn @ Flickr.com p 28

»» 150 g gehackten Schinken (können auch Speckwürfel sein) »» 150 g geriebenen Käse (entweder fix-fertiger Gratin-/Pizzakäse oder Emmentaler) »» Gewürze »» eine Pfanne »» ein Backblech »» ggf. ein Backpinsel Da nun auch die Zutatenfrage positiv beantwortet wurde, wird als erstes der Lauch in kleine Ringe geschnitten, in der Pfanne mit der Butter leicht angeschwitzt und das Backrohr auf 210 Grad Oberund Unterhitze vorgewärmt. Währenddessen kann die Füllung vorbereitet werden: Hierfür wird der gehackte Schinken/Speck mit einem Ei, dem Sauerrahm, dem Emmentaler sowie Salz und Pfeffer in eine Schüssel gegeben. Den angeschwitzten Lauch hinzufügen und alles gut vermischen. Der mittlerweile aufgetaute Blätterteig, dieser muss natürlich nicht immer vorher tiefgefroren sein ;), wird nun auf dem Backblech ausgebreitet und die Fülle auf dem Teig verteilt. Nun kommt der etwas schwierige Part, das Zusammenrollen. Wie beim Eier trennen bei den Schinkenfleckerl gibt es auch für diesen Arbeitsschritt Tipps und Tricks im Internet. Abschließend noch außen mit einem verquirlten Ei bestreichen, muss jedoch nicht gemacht werden, und ab in den Ofen für 30 Minuten. Die Zubereitungszeit dauert in etwa 20 Minuten und bis das Gericht von der Rohform in den Speisezustand gebracht wird vergeht in etwa eine Stunde. ¶


DIE ZEITLOS DAS STUDENTENMAGAZIN

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Š Sebastian Mader

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Artikelinfos Fakten Bilder etc Fuga. Um qui commodit est everepudio coribustis eos vit laccumquate nectate sectatur solor aut ipsum qui ut untur? Ratent. Ucit ullesedi utem quo et eum experch iliciaspel mos qui dolorpo riorporum reiciet, velic to ditat quist, to exernati dolore nullorum aperum, te sedi cum atem dipiduntias maiorianis quiae nectur, se maximolupta

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TRENDS

Das Phänomen Frei.Wild! Ein Artikel von Moritz Jelting 150.000 verkaufte Platten, ausverkaufte Konzerte vor mehr als 10.000 Menschen, Platz 2 der deutschen und österreichischen Albumcharts: die Deutschrock-Band Frei.Wild aus Südtirol hat großen Erfolg. Doch den meisten ist sie als eine „Rechtsrock-Band“ bekannt. Was ist dran an den Anschuldigungen und wer ist diese Band eigentlich? Jochen „Zegga“ Gargitter am Bass, Christian „Föhre“ Fohrer am Schlagzeug, Jonas „Joy“ Notdurfter an der E-Gitarre und Philipp „Fips“ Burger an Mikro und der E-Gitarre, stehen hinter dem Namen Frei.Wild, welche sich bereits 2001 in Brixen zusammenfanden. In den ersten Jahren noch eher einer kleineren, speziellen Fangemeinde bekannt, wuchs ihr Bekanntheitsgrad. Spätestens ab Auftritten auf dem berühmten Metal-Festival Wacken und der Berliner Fan-Meile bei der Weltmeisterschaft 2010, wurden sie weit über Südtirol und der Szene hinaus, berühmt. Ihr Name, bestehend aus den Adjektiven „Frei“ und „Wild“, soll laut dem Sänger und Bandgründer Philipp Burger „typisch für jugendliche Einstellungen“ und „passend zum Onkelzsound“ sein. Zusätzlich sollte wegen den ausschließlich deutschen Texten ein deutscher Name benutzt werden. Mit der 2005 aufgelösten Band „Böhse Onkelz“ verbindet die Band

© Frei.Wild! p 30

einiges: So kommt ihr harter, rockiger Sound mit Burgers rauen und tiefen Stimme nahe an deren Lieder heran. Auch ihr Ruf wird oft mit dem der „Onkelz“ verglichen. Von Neo-Nazis gehört Vor allem im letzten Jahr wurde die Band während ihrer großen Stadiontour zumeist in deutschen Medien heftig kritisiert und als „Rechtsrockband“ bezeichnet. Dabei wurden immer dieselben Argumente benutzt. So hatte der Sänger, Philipp Burger, durchaus eine rechte Vergangenheit. Seine Vorgängerband, „Kaiserjäger“, war zweifelsfrei im rechten Milieu angesiedelt und produzierte Texte wie: „Eine Gruppe Glatzen kämpft dagegen an, gegen Weicheier wie Raver und Hippies und Punks“ oder „Heil dem Kaiser, Heil dem Lande, Österreich wird ewig stehen“. Nach deren Auflösung bei einer Schlägerei zwischen deutschen und italienischen Neo-Nazis während eines Konzerts, entfernte Burger sich zwar von der Szene, kokettierte jedoch 2008 mit der rechtspopulistischen Partei „Die Freiheitlichen“ und nahm erst nach heftiger Kritik der Medien und der eigenen Fans Abstand von ihr.


Vielmehr jedoch werden ihre Texte in den vielen Beiträgen, Berichten und Blogs rund um die Band erwähnt. Beispielsweise Texte wie: Wo soll das hinführen, wie weit mit uns gehen Selbst ein Baum ohne Wurzeln kann nicht bestehen Wann hört ihr auf, eure Heimat zu hassen Wenn ihr euch Ihrer schämt, dann könnt ihr sie doch verlassen aus dem Lied „Wahre Werte“, Südtirol, du bist noch nicht verlorn, in der Hölle sollen deine Feinde schmorn. […]Kurz gesagt, ich dulde keine Kritik an diesem heiligen Land, das unsre Heimat ist, darum holt tief Luft und schreit es hinaus, Heimatland wir geben dich niemals auf. aus dem Lied „Südtirol“ oder Es kehrt zurück was irgendwann war Und was verloren schien Was viele dachten, doch nie sagten Die Meinungsfreiheit war dahin Jeder verstellte seine Worte und Tabus blieben Tabus Gewisse Themen waren verboten im Land der Vollidioten aus dem Lied „Nur die Dummen sagen ja und amen“ wurden, bzw. werden nationalistisch, rechtsradikal und volksverhetzend interpretiert.

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Nicht nur von den Medien, sondern auch von bekennenden und praktizierenden Neo-Nazis, werden die Texte so gehört. Auf seiner eigenen rechten Web-TV-Plattform meinte NPD-Funktionär Patrick Schröder zu der Band, dass er eine große Übereinstimmung zur eigenen Ideologie erkenne und dass es klar wäre, dass sie sich nicht 100% dazu bekennen könnten. Zudem zeigen Erfahrungsberichte, dass zum Teil offen bekennende, zum Teil versteckte, nationalsozialistisch und rechtsradikal denkende Menschen auf einigen der größeren Konzerte zu finden sind. Südtiroler sind keine Deutsche Obwohl die Band einiges gegen Nazis vor der Bühne unternimmt, werden Türsteher und Security darauf hingewiesen, verdächtigen Leuten keinen Einlass zu gewähren oder sie gleich nach Hause zu schicken. „Die strengsten Einlassbedingungen“ schreibt sich die Band auf ihrer Homepage auf die Fahnen. Auch, dass auf der Bühne keine Rechten vorzufinden wären, versuchen die Musiker immer wieder zu bekräftigen. Durch klare Schritte wie „Zeig Flagge“, einer Aktion gegen Rassismus und Extremismus, mehreren Statements zur unpolitischen Haltung und vor allem einer analysierenden Berichterstattung zu Frei.Wild in den Medien, versuchen sie dem entgegenzuwirken, was ihrer Meinung ein großes Unrecht ist. So werden kritische und vorwurfsvolle Kommentare auf Social Media Plattformen diskussionsfreudig beantwortet. Mit der eigenen Seite, www.die-macht-der-medien.de, wollen sie Fragen

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TRENDS © Frei.Wild!

über die Band klären, Fehleinschätzungen eingestehen, richtigstellen und vor allem Berichterstattungen über ihre Auftritte und ihre vermeintliche Haltung, aufgreifen und kommentieren. So ist die Vergangenheit Burgers nun mal Vergangenheit und laut offiziellem Statement „in die Sturm und Drang Zeiten, also während der Pubertät“ einzuordnen. Diese liegt aber „knapp 15 Jahre zurück“ und „seinen Kontakt zur rechten Szene in diesem Zeitraum betrachtet Philipp seither allerdings als Fehler“. Den größten Teil der Fehlinterpretationen ihrer Texte schreibt die Band jedoch der Tatsache zu, dass alle Mitglieder der Band Südtiroler und keine Deutschen wären. Wie es im bereits oben genannten Lied „Wahre Werte“ im Text heißt,

Heimat heisst Volk, Tradition und Sprache Für uns Minderheiten eine Herzenssache,

sei die jeweilige Auffassung von Patriotismus und Heimatliebe in Südtirol eine ganz andere als in Deutschland. Durch die Geschehnisse während des zweiten Weltkrieges würden diese Begriffe in Deutschland völlig anders wahrgenommen und behandelt als in Südtirol. Durch die versuchte Italienisierung im 20. Jahrhundert sah die Südtiroler Bevölkerung ihre Sprache und ihre Bräuche gefährdet. Somit erklärt sich auch die starke Bindung an ihre Heimat. Spricht man in Innsbruck tatsächlich Südtiroler auf Frei.Wild an, so redet niemand von rechtsradikalen oder nationalsozialistisch angehauchten Musikern, bzw. Texten. Das Phänomen, das polarisiert Die Musiker von Frei.Wild sind keine Nazis. Vor allem durch die klaren Stellungnahmen und sich wiederholenden Bemühungen gegen die Vorwürfe zeigt sich, dass es ihnen ein großes Anliegen ist, diesem Bild entgegenzuwirken. Auch wenn manche Kritiker das als eine Methode sehen, die großen Massen mit rechten Parolen zu erreichen, kann die Band p 32

nicht mehr tun, als immer wieder auf das Gegenteil hinzuweisen. Dennoch sind die Südtiroler keineswegs so unpolitisch, wie sie behaupten. Hinter den Aussagen verbergen sich klare Meinungen zu politischen Themen, die man aber auch im Kontext mit ihrer Herkunft sehen muss. Dass ihre Texte aber von Rechtsradikalen gerne übernommen und verbreitet werden, zeigt, dass sich ihre Texte definitiv auch auf die vorgeworfenen Themen interpretieren lassen. Ein klares Statement in Form eines Liedes würde hier eindeutig guttun. Doch die Band profitiert natürlich auch von diesem Böse-Buben-Image. Er passt zur ihrer Art der (Deutsch)Rockmusik und bringt ihnen mediale Aufmerksamkeit und somit Erfolg ein. Es ist klar, dass sie diese pikanten Themen nicht hauptsächlich aus Erfolgshunger ansprechen, doch sie spielen mit dem Image und provozieren durchaus gewollt. Ob man das gut oder schlecht findet, ist jedem selbst überlassen. Frei.wild sind jedoch bestimmt nicht die einzigen, die auf diese Weise agieren. Zu guter Letzt bleibt noch zu sagen, dass sich durch das „Phänomen Frei.Wild“ viel mehr Menschen mit dem Thema Neonazismus und rechter Musik auseinandersetzen. Verfolgt man so manche ernsthafte Diskussion im Internet, merkt man, wie die Gespräche mehr und mehr auf das abschweift, was Rechtsrock ausmacht oder wie stark und wo er denn überhaupt vorhanden ist. Auch wenn die Band eine düstere Vergangenheit hat, ist es nicht schlecht auf solche Themen hinzuweisen. ¶


“Es muss nicht immer nur Spanien sein - Urlaub mal anders” Ein Artikel von Marina Schmidt

Transsylvanien (auch Siebenbürgen genannt)

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ieser Ort ist hauptsächlich durch seine mystische Ausstrahlung bekannt. Geographisch befindet sich dieses Gebiet im Zentrum des heutigen Rumäniens und hat eine Vielzahl an touristischen Besonderheiten zu bieten. Vor allem die landschaftlichen Eigenheiten existieren hier noch wie nirgendwo sonst. Deshalb eignet sich eine Reise in das Herz Rumäniens vor allem für wanderbegeisterte Urlauber. Mit dem Rucksack lässt sich diese Region mit seinen mittelalterlichen Dörfern und seiner von Vampirgeschichten dominierten Vergangenheit am allerbesten erkunden. Aus diesem Grund sollte sich auch niemand einen Besuch im „Draculaschloss“, Castelul Bran (dt. Törzburg), entgehen lassen.

Überblick Dieser Artikel soll einen Anreiz bieten, sich mit den vier vorgestellten Ländern einmal näher zu beschäftigen und die eine oder andere Reise dorthin in Betracht zu ziehen. Eine Gemeinsamkeit der Destinationen ist, dass sie noch sehr ländlich orientiert sind, was sich durch das ruhige Flair und der Freundlichkeit der Menschen bemerkbar macht. Sie sind besonders für all diejenigen ausgesprochen geeignet, die sich in ihrem Urlaub kulturell und landschaftlich etwas bereichern wollen. Für einen ordentlichen Partyurlaub ist aber auch hier gesorgt. Man muss sich nur an die „größeren“ Städte halten. Oft genügt ein abendlicher Spaziergang durch die Gassen im Stadtzentrum und man befindet sich mitten in den Szenevierteln. Diese fallen aber im Vergleich zu den üblichen Tourismusregionen eher klein aus. Aus diesem Grund sollten für einen Urlaub in diesen Ländern vielleicht andere Prioritäten gelten.

Brașov (Kronstadt, Brassó) © archer10 (Dennis) @ Flickr.com p 33


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TRENDS Nordirland Dies ist der kleine Bruder des großen und touristisch sehr beliebten Irlands. Jedoch muss sich der kleine Ableger und Teil Großbritanniens, keinesfalls verstecken. Die eindeutig beste Fortbewegungsmethode für Besucher ist der Bus, dessen Netz überdurchschnittlich gut ausgebaut ist. So erreicht man alle wichtigen Orte, die eine Visite oft mehr als nur Wert sind. Ein faszinierendes Naturschauspiel, an dem kein wirklicher Nordirlandurlauber vorbeikommt, ist der Giant´s Causeway, ca. 80 km nordöstlich der Hauptstadt Belfast gelegen. Wer es urban-britisch aber dennoch ruhiger als in den Metropolen wie Dublin und London mag, der ist bestens mit einem Aufenthalt in Belfast oder Derry bedient. In Belfast lohnt sich vor allem ein Abstecher ins älteste Pub, dem Crown Liquor Saloon und dem 2012 neueröffneten Titanic Zentrum, das nicht nur für Filmfans interessante Eindrücke bereithält.

Giant’s Causeway © Sean MacEntee @ Flickr.com

Montenegro Hierbei handelt es sich um einen sehr kleinen, erst seit einigen Jahren existierenden Staat, südlich von Kroatien an der Adriaküste. Genauso wie sein Nachbar im Norden bietet dieser Zwergstaat mit einer Fläche, die etwas größer ist als die von Tirol, die gleichen Annehmlichkeiten. Hierzu gehört vor allem das für die östliche Adriaküste so bekannte, tiefblaue Meereswasser. Jedoch bietet Montenegro einen entscheidenden Vorteil: Es lebt zwar größtenteils vom Tourismus, ist aber als Urlaubsland noch unbekannt und oftmals eine Destination für Individualreisende, die Adria und die osteuropäisch geprägte Kultur abseits vom Massentourismus kennenlernen wollen. Strandurlauber kommen hier wirklich gut auf ihre Kosten und auch einen Besuch in den zahlreichen Dörfern des Hinterlandes sollte man auf jeden Fall einplanen.

Perast, Montenegro © Aleksandr Zykov @ Flickr.com p 34


Litauen Ein zweiter, eher kleinerer, dagegen schon durchaus bekannterer Staat, ist Litauen. Hier sind die für Kanutouren gut ausgebauten Flüsse ein richtiger Geheimtipp. Auch Strandbegeisterte werden von den oftmals menschenleeren, außerhalb der Küstenstädte gelegenen Stränden, nicht enttäuscht. Dennoch sollte man bedenken, dass aufgrund der nördlichen Lage die litauischen Gewässer meist sehr „erfrischend“ sind. Deshalb sind die geeignetsten Reisemonate der Juli, bzw. August. Litauen bietet eine gute Gelegenheit, den Kontrast zwischen städtischem Leben und landschaftlicher Schönheit auf kleinem Raum und ohne große Distanzen, voll auszukosten. Am besten beginnt man seinen Urlaub in der Hauptstadt Vilnius und arbeitet sich dann Richtung Westen an die Küste vor. ¶

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Kurische Nehrung © Nigel’s Europe @ Flickr.com

Vilnius © Lestat (Jan Mehlich) @ Wikimedia.org p 35


ZÜGELLOS

Die Dildofee Ein Artikel von Daniela Schwaiger © B-a-l-a-n-c-e @ deviantart

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s war einmal eine Gruppe junger hübscher Mädchen, die sich eines kalten Februarabends in einem Haus am Rande eines Waldes versammelten, um ihn gemeinsam zu verbringen. Als Inspirationsquelle für die Abendgestaltung hatten Sie eine gute Fee hinzubestellt. Nachdem mit einem Glas Sekt angestoßen wurde, kam sie mit einem flitzigen roten Gefährt den Hügel zum Haus hochgezischt. Im Gepäck hatte die Gute ihre gesamten Zauberutensilien, von Zauberstab bis Feenstaub. Dieser blumige Einstieg klingt nach einer Gute-Nacht-Geschichte für kleine Mädchen. Sie wird sich aber im kommenden Teil der Erzählung eher als unpassend erweisen. Der oben angeführte Abend war nämlich nach Eintreffen der gut gelaunten und offenen Dame, nicht mehr nur ein gemütliches Beisammensein, sondern eine Sextoyparty. Es begann also mit einem Artikel über die neuartige Berufsbezeichnung, „Dildofee“, über welche ich in einer hochinformativen und bildenden

© Daniela Schwaiger p 36

Frauenzeitschrift gelesen hatte. Diese Bezeichnung, die an sich schon ebenso interessant war wie der Rest des Artikels, machte uns allesamt sehr neugierig. Von der deutschen Hauptzentrale der Feen wurde mir die Nummer der das österreichische Festland dominierenden Dildofee weitergegeben und sofort ins Adressbuch meines Handys aufgenommen. Unter eben diesem Namen wurde sie also auch eingespeichert. Im weiteren Verlauf fanden einige Telefongespräche statt. Die gute Frau versuchte die telefonische Kontaktaufnahme unter anderem zu einigen eher unpassenden Zeitpunkten: Einmal während dem Unterricht, wo ich mit Vorliebe in der ersten Reihe sitze, ein weiteres Mal während eines netten Mittagessens mit meiner


© Capt’ Gorgeous @ Flickr.com Mutter und ihrer Mutter. Neugierige Blicke fielen auf das vibrierende Ding, auf dem „Dildofee“ geschrieben stand. Nachdem alle Hemmschwellen überwunden waren und ein Termin für die ‚Präsentation‘ gefunden wurde, lud ich neun meiner Freundinnen ein, an diesem freudigen Ereignis teilzunehmen. Da man sowas ja auch nicht seiner Mutter mitteilen kann, suchten wir gemeinsam nach einer guten Ausrede. Es erschien uns perfekt, den Abend eine „Kerzenparty“ zu nennen. In gewisser Weise sind ja bestimmte Ähnlichkeiten vorhanden. Um nun an den Anfang der Story und somit auch des Abends zurückzukehren - die damals einzige österreichische Dildofee, Marion, war also in meinem Haus. Schmunzelnd denke ich heute an diesen Moment zurück. Nachdem jeder begrüßt worden war setzten wir uns an den Tisch, die Spiele konnten beginnen. Sehr sachlich schilderte uns die Fachfrau, dass wir weder pornografische Szenen, noch dreckiges Daherreden vom Abend zu erwarten hätten - vielmehr sollten uns gewisse Vorteile zahlreicher Produkte nähergebracht werden und uns am Schluss davon überzeugen, dass diese massiv zu unserer persönlichen Zufriedenheit beitragen werden. Vorgeführt wurden diverse Spielzeuge, Massageöle, Körperpuder in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Badeschaum wurde in warmes Wasser gegossen, aufgeschäumt und zum Beschnüffeln, Betasten und Bewundern weitergereicht. Auch hier gab es viele Düfte, von fruchtig bis orientalisch, also alles was das Herz oder die Haut, die Nase, oder was auch immer, begehrt. Massageöle konnten auch am eigenen Leib erfahren werden. Jedem stand frei, sich einen Tropfen zu genehmigen, um den Effekt auf der Haut selbst auszutesten. Der spannendste und witzigste Teil des Abends war die Präsentation der richtigen Spielsachen. Um im erotischen Jargon fortzufahren, waren die Öle und Schäume quasi als Vorspiel gedacht - der Hauptakt folgte. Er war ausgiebig und es wurde viel gelacht. Einige nette Anekdoten wurden angeführt, die Fachfrau wusste nämlich genau wovon sie sprach... Aus diversen Marketingvorlesungen weiß man ja, dass man nichts verkaufen kann, mit dem man sich nicht identifizieren kann und

was man selbst nicht kennt. Die Utensilien waren allesamt in Farben wie rosa und hellblau erhältlich und trugen Namen wie „Little Paul“ und „Baby Bug“, waren daher zuckersüß - das Auge kann also mitmachen. Im Angebot waren unter anderem ein anregendes Gerät, das laut Marion etwa einen Stau auf der Autobahn versüßt, und Kugeln, die aufgrund des passenden Designs auch als Dekoration auf den Osterstrauch gehängt werden könnten. Benutzt man jene jedoch so, wie es vom Hersteller vorgesehen war, dann konnte es laut Dildofee leicht vorkommen, dass man im Supermarkt plötzlich von einem Lustschub durchflutet wird und Tomaten neben Bananen besonders schön und anregend wirken. Am Ende der etwa eineinhalbstündigen Präsentation wurde uns ein ganz spezielles Wundergerät vorgeführt, welches eine sehr interessante Form hat und von der Fachfrau als Ferrari unter den Toys bezeichnet wurde. Für Interessierte: das Produkt trägt den Namen „Delight“. Soll toll sein! Jeder hatte am Anfang eine Liste bekommen, auf die alle Wünsche geschrieben werden konnten. Um in dieser doch sehr prekären Angelegenheit Privatsphäre zu gewähren, wurde man einzeln zur Fee gerufen, um seine Wünsche zu offenbaren. Etwa zwei Wochen später traf bei mir ein großes Paket ein, natürlich ohne Absender. Darin waren für jede Bestellerin noch kleine Extrapakete mit deren „Kerzen“. Einen Besuch der Dildofee kann ich jeder interessierten Mädelsrunde sehr empfehlen. Für alle männlichen Leser: die Fee kommt auch zu Männerrunden und präsentiert die allesamt sehr netten Produkte. ;) ¶

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Gesext.de - Ebay für Erwachsene Ein Artikel von Raffael Gurschler

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eit mehr als 8 Jahren gibt es ihn schon: Den nach eigenen Angaben beliebtesten Onlinemarktplatz für Frauen, Männer und Paare, die One-Night-Stands und andere Sex-Abenteuer zum Kauf anbieten. Das Geschäftsmodell ist simpel, aber genial: Wer sich mit einem mehr oder weniger unmoralischen Angebot etwas dazuverdienen möchte, stellt es online und dann können ihn registrierte User von gesext.de, wie bei Ebay für die höchste gebotene Summe, ersteigern. Die deutsche Webseite deckt in diesem Fall auch Österreich und die Schweiz ab, wobei natürlich auch die Möglichkeit besteht, beispielsweise nur in Österreich zu suchen. Einmal auf der Startseite angekommen habt ihr eine Vielzahl an Möglichkeiten, Verabredungen mit anderen aufgeschlossenen Leuten zu ersteigern. Neben den bereits erwähnten Sex-Dates (z.B.: Er für Gangbang, Paar für Paar, Er für Sie, Sie für Sie, etc.) kann man auch Aktmodelle, Blind Dates, Flirts oder einfach nur ausgefallene Parties ersteigern. Interessant fanden wir vom Redaktionsteam den „Sklavenmarkt“ – was sich dahinter wohl verbergen mag? Preislich gesehen ist man bei den Sex-Dates ab ca. € 100 dabei, wobei man im Schnitt zwischen € 200 und € 400 einkalkulieren sollte, vor allem dann, wenn es ein bestimmter Fetisch oder ein ganz begehrtes Angebot sein muss. Wie bei allen Auktionen gilt jedoch: das höchste Gebot vor Ablauf der Deadline gewinnt, und so lässt sich auch hier für ganz gewiefte das

© www.gesxext.de ein oder andere Schnäppchen herausschlagen. Wer sich mehr für die bloße Kontaktaufnahme interessiert, ist bei einem Blind Date um einiges günstiger unterwegs. Das Angebot ist in Deutschland naturgemäß am größten, jedoch findet man auch in Österreich nicht uninteressante Annoncen. Wer aber seinen Blick über die Grenze zu unseren Nachbarn schweifen lässt und ein wenig flexibel ist, sollte bekommen, was er/sie sucht. Die Registrierung ist nach ein paar Klicks, dem Ausfüllen eines Formulars – keine Angst, ihr müsst nicht all eure persönlichen Daten verpflichtend angeben – und einer Bestätigungs-Email abgeschlossen, und schon könnt ihr euch durch die verschiedenen Auktionen klicken. Für schnellentschlossene und finanzkräftige Käufer ist auch die Funktion „Sofort gesext!“ (wie bei Ebay „Sofort Kaufen!“) praktisch. Also, solltet ihr einmal zu viel Geld übrig haben, euch nach sinnlichen Stunden mit einem Gegenpart sehnen oder einfach mal wieder richtig die Sau rauslassen wollen, dann seid ihr hier richtig. Wir wünschen euch viel Spaß beim Ausprobieren und hoffen auf befriedigende Ergebnisse! ¶ © www.gesxext.de p 38


Der Fall “Pussy Riot” viel Lärm um nichts? Ein Artikel von Sebastian Mader Es war eines jener Ereignisse, an die man sich erinnern wird, wenn man an das Jahr 2012 zurückdenkt: Am 21. Februar gelangten fünf maskierte Aktivistinnen der Punkband „Pussy Riot“ in das Innere der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau und führten vor der Ikonostase eine ungewöhnliche Performance auf. Zusammengefügt mit ähnlichen Auftritten aus anderen Kirchen und unterlegt mit einem äußerst kritischen Text gerichtet gegen Präsident Putin und seinen Schulterschluss mit der russisch-orthodoxen Kirche rief das Video einen heftigen Aufschrei in konservativen Kreisen Russlands hervor. Auch international fand die Aktion und vor allem der darauffolgende Prozess ein unglaubliches Echo. Doch welchen Einfluss hatte der Fall „Pussy Riot“ auf das politische Geschehen in Russland und was ist heute davon übrig?

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DIE ZEITLOS

Zuerst einmal nicht viel, möchte man meinen. Dem medialen Aufschrei von prominenten Unterstützern aus dem In- und Ausland folgte zuerst die Ernüchterung über das Strafmaß von zwei Jahren Strafkolonie für Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina Samuzewitsch und Marija Aljochina für den Tatbestand des „Rowdytums“ (russ. = „Hooliganismus“), welcher sich laut Urteil durch „Anstiftung zu religiösem Hass“ äußerte. Im Berufungsverfahren am 10. Oktober 2012 wurden die Urteile gegen Tolokonnikowa und Aljochina bestätigt, jenes gegen Samuzewitsch jedoch in eine Bewährungsstrafe umgewandelt. International wurde das Urteil vielfach als überzogen bewertet und auch der vom russischen Parlament eingesetzte Menschenrechtsbeauftragte Wladimir Lukin kritisierte das Urteil als „überzogen“. Doch dies ist nur die eine Seite der Medaille.

Im Vergleich dazu waren es jedoch die staatlich kontrollierten TV- und Radiostationen, die durch ihre große Reichweite tatsächlich für die Meinungsbildung verantwortlich sind, welche eine kritischen Diskurs eines Großteils der Bevölkerung verhinderten. So stritten sich einige wenige Oppositionelle darüber, wie sehr der Prozess und das Urteil gegen rechtliche und ethische Grundsätze verstößt, während die große Mehrheit über die eigentlichen Vorkommnisse nur unzulänglich informiert war. So bleibt, trotz eines zaghaften Aufbäumens des kritischen Journalismus in Russland eines übrig: nicht viel.

DAS STUDENTENMAGAZIN

Einer landesweiten Umfrage des renommierten Lewada-Zentrums mit 1600 Befragten vom September 2012 zum Thema Religiosität und „Pussy Riot“ zufolge glauben 77% der Russen, dass zwei Jahre Arbeitskolonie eine angemessene oder milde Strafe für ein derartiges Vergehen darstellt. Auch dem zuständigen Gericht in Chamownik steht die Bevölkerung eher positiv gegenüber: 49% attestieren ihm eine unabhängige Entscheidung getroffen zu haben, wogegen 32% glauben, das Gericht wurde unter Druck gesetzt. Die Aktion der Aktivistinnen in der Christ-Erlöser-Kathedrale wird von einer großen Mehrheit der Bevölkerung als „Rowdytum“ oder politische Aktion gegen Putin und den politischen Einfluss der Kirche angesehen. Trotzdem glaubt die Hälfte der Befragten, „Pussy Riot“ wollten damit die Gefühle gläubiger Russen verletzen. Das ist insofern erstaunlich, als dass der Großteil der russischen Bevölkerung sich als wenig bis gar nicht religiös einstufen lässt. Weniger als 10% der Russen besuchen mindestens einmal pro Monat eine Kirche, Moschee oder Synagoge – und das konfessionsübergreifend. Von „Anstiftung zu religiösem Hass“ und „Verletzung religiöser Gefühle“ kann man hier nur vom Standpunkt des Minderheitenschutzes argumentieren. Auffallend ist die deutliche Diskrepanz zwischen der Berichterstattung westlicher Medien und Rezeption des Prozesses in Russland selbst gibt. Es gibt sie natürlich auch, die kritischen Stimmen, die im Ru-Net (russischsprachiges Internet, Anm.) darüber schreiben, wie unprofessionell und korrupt Justizbeamte agierten, die in den Fall involviert waren. Auf entsprechenden Newsportalen (gazeta.ru, polit.ru, snob.ru etc.) finden Kommentatoren wie Michail Sacharow klare Worte darüber, dass das eigentliche Problem darin liege, dass niemand die eigentlichen Einflusspersonen hinter der Anklage kenne und es diese Intransparenz des Rechtssystems sei, die dem Fall „Pussy Riot“ zu solcher Bekanntheit verholfen habe.

Quellen Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (26. August 2012):  Lady Suppenhuhn – Böser Staat contra unschuldige Mädchen: Das war das Bild, das von Pussy Riot gezeichnet wurde. Nur stimmt es nicht. Die Aktionskünstler mit ihren vulgären Provokationen erinnern an die erste RAF-Generation. http://www.polit.ru/news/2012/08/17/prigovor1/ abgerufen am 04.02.2013

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http://polit.ru/article/2012/07/20/opyat_pussy/ abgerufen am 04.02.2013

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http://polit.ru/article/2012/08/17/prigovor/ - abgerufen am 04.02.2013 http://www.spiegel.de/politik/ausland/pussyriot-prozess-merkel-beklagt-unverhaeltnismaessig-hartes-urteil-a-850721.html - abgerufen am 04.02.2013 http://www.laender-analysen.de/russland/ pdf/Russlandanalysen246.pdf - abgerufen am 04.02.2013 http://www.laender-analysen.de/russland/ pdf/Russlandanalysen118.pdf - abgerufen am 04.02.2013 http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-08/pussy-riot-russland - abgerufen am 04.02.2013

© Sebastian Mader p 39


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Die Zeitlos - Das Studentenmagazin Ausgabe 3.2