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Stil

N o. 3  Mai /Juni 2012

Hausbesuch: Beim besten Galeristen Deutschlands Autoren:

Jeremy Scott Renata Jacobs Karl Lagerfeld

Reisebericht:

Au revoir, Camargue

Fr. 10.— Euro 7.—


Weltwoche Stil No. 3

Es gibt Sätze, die man nie schreiben sollte als Redaktionsleiter, ­würde man lernen in der RedaktionsleiterSchule, falls es eine gäbe. Ein solcher Satz könnte sein: «Lieber Leser» (oder «Liebe Leserin», obwohl es fast immer die «Lieben Leser» angeht), «Lieber Leser» also, «Sie haben nicht recht. Sie haben zwar ein Recht auf Ihre Meinung, bloss stimmt diese nicht. Das ist nicht meine Meinung, sondern ein Fakt, eine Wahrheit.» Das waren grosse Worte («Fakt», «Wahrheit») sowie Zeilen, die Leser vor den Kopf stossen, und das ist nie gut. Was ich sagen will: Ab und zu bekommt der

Verleger dieser Zeitschrift respektive der Zeitschrift, der diese beiliegt, Briefe von Abonnenten, die bitten, ihnen die «Stil»-Aus­ gabe nicht mehr zu senden. Weil Dinge, die darin vorkommen, zu teuer sind (in Ordnung, geht mir manchmal auch so) oder Mädchen darin zu jung und/oder zu dünn sind (auch in Ordnung). Oder weil sie nicht für diese . . . Bei­ lage zahlen wollen. Und das ist nicht in Ordnung: Beilagen kosten Leser kein Geld, sie bringen welches (den Verlegern, Geld von Anzeigenkunden). Sonst gibt es sie nicht lange. Unsere erschien vor fast fünf Jahren zum ersten Mal. Und

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hat seither dazu bei­­ge­tragen, dass die Weltwoche nicht mehr kostet, als sie kostet. So kann man es auch sehen. Und denen, die unser Heft einfach so mögen, wünschen wir einen schönen Sommer. Mit den schönen Dingen aus der Beilage.

Ihr Mark van Huisseling Stil

N o. 3, Mai /Juni 2012

t f e h er r e i l m sameigenf anz (Fast)

Swimsuit Issue:  unsere erste.

Stil No. 3 Mai /Juni 2012

Bild  Carlos nUnez

Liebe Leserin, lieber Leser


Mitarbeiter des Monats

t a Ja c ob

Beni Haslimeier

s

na Re

Grafiker kommt aus Untersiggenthal, einem der creative hotbeds, der krea­ tiven Treibhäuser, des Landes. Wer das «auch» in diesem Satz nicht versteht, zeigt damit, dass Leser sich nicht an von Gestal­ tern vorgegebene Abläufe hal­ ten – eine Zeitschrift nicht von vorne nach hinten, sondern hin und her hüpfend oder blätternd lesen. Sonst wüsste man an die­ ser ­Stelle bereits, dass Beni wie ­Nadine (lesen Sie die links­ liegende ­Spalte) aus «­Untsgi» AG kommen. Wie geschrieben, ein Gra­fiker kann einem Leser nicht den Lesefluss vorgeben, er kann aber Seiten so gestalten, dass man sich ihrer Ausstrahlung nicht entziehen kann. Oder gibt es j­emanden, der Haslimeiers gezeichneten Typografie-Auf­ macher auf Seite 26 («Am Strand») überblättert, ohne ihn zu sehen?

Jeremy Scott

New York Times ­w urde er als «letzter Rebell der Mode­ welt» beschrieben, was eine Empfehlung ist, um bei un­ serer «Stil»-Ausgabe mitzu­ arbeiten  . . . Um, wie immer, ehrlich zu sein: Eine Freundin unseres Fotografen Phil Müller, die als Designerin mit Jeremy ­arbeitete, stellte die Verbindung her, als der Fotograf in Los An­ geles, der Stadt, in der Jeremy lebt, war. Und der Desi­gner war bereit, sich für unsere Doppel­ seite «Mein Stil» porträtieren und befragen zu lassen, «one of these days», sagte er. Mit ande­ ren Worten, wie man sie nicht sagt in L. A.: Er hoffte, der Tag käme nie. Denn er hat jeden Tag (und jede Nacht) verplant mit Mode-(und Karriere-)Machen. Doch Team «Stil» war nicht zu bremsen. Das Ergebnis sehen Sie auf Seite 50. IN Der

RENATA JACOBS ist eine Autorin, die man sich wünscht: Ihr Name ist bekannt (sie ist das Ober­ haupt der Familien, denen der grösste Schokoladenhersteller der Welt, Barry Callebaut, sowie der grösste Anbieter von Per­ sonaldienstleistungen, Adecco, gehören), sie schreibt nur über Dinge, von denen sie viel weiss (die Stadt Buenos Aires – die sie für uns auf Seite 52 beschreibt und in der sie ein Hilfswerk betreibt für cartoneros, Abfall­ sammler – besucht sie seit zwan­ zig Jahren). Und sie nimmt kein Honorar. Die Schwierigkeit: Sie wartet nicht darauf, dass man sie anruft und damit beauftragt. Wir haben es getan, trotzdem; sie hat geliefert, trotzdem. Und ihren Artikel sollte man gelesen haben, bevor man das nächste Mal in diese Stadt fährt.

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Nadine Strittmatter einmal hier vorgestellt wer­ den ist gut, zweimal besser. Als wir unsere Mitarbeiterin ­Na­dine Strittmatter, die neben­ bei auch eines der erfolgreichs­ ten Models aus der Schweiz ist (sowie fast am längsten im Busi­ ness), das erste Mal vorstellten, herrschte das, was man Infor­ mationsasymmetrie nennt: Sie kannte unser Heft, wir kann­ ten ihre Art zu arbeiten nicht. Jetzt wissen wir: Sie recher­ chiert und schreibt gut plus selber (dieses Mal auf Seite 12). Der zweite Grund, dass wir sie hier zum zweiten Mal bringen: Sie kommt aus einem Ort mit Namen Untersiggenthal (Aar­ gau). Und was wir bisher vermu­ teten, kann nun veröffentlicht werden: ­«Untsgi» ist eines der creative hotbeds, der kreativen Treibhäuser, des Landes (lesen Sie mehr darüber in der ­Spalte rechts).

Bilder  PHIL MÜLLER, MUIR VIDLER, DUONG NGUYEN

Auch unser


Weltwoche Stil No. 3

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dlich – unsere «Swimsuit Issue» ist da. Und bald kommt der dazu passende Sommer, ganz sicher. Seite

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Cover

Bild: Carlos Nunez; Styling: Brea Stinson; Model: Xenia; sie trägt einen Badeanzug von  Jet set.

Inhalt 1

Lederkleid und Gürtel von CÉLINE, Stay-ups von FALKE.

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Stil No. 3 Mai /Juni 2012


O U T D O OR - M ÖB E L H ÖC H STER H A N D WERKSKUNST, G E FE R T I GT M I T MEH R A L S 20 JAH REN D EDO N ERFAHRUNG

www.dedon.ch HÄNDLER: Getzmann Moebel AG · CH-6030 Ebikon LU · +41 (0)41 429 30 60 Jardin Confort S.A. · CH 1095 Lutry VD · +41 (0)21 791 36 71 · Ars Vivendi GmbH · CH-8706 Meilen ZH · +41 (0)43 843 99 11 Hauser Living · CH-8807 Freienbach SZ · +41 (0)55 415 00 80 · Moebelle GmbH · CH-6032 Emmen LU · +41 (0)41 322 06 66 Gamma AG Einrichtungshaus · CH 9500 Will SG · +41 (0)71 914 88 85 · Luigi Bernasconi Gamma AG, Einrichtungshaus & CI SA · 6850 Mendrisio TI · +41 (0)91 646 18 78 VERTRIEBSAGENTUR: PAKA S.A. · 47 · Rue du XXXI Décembre · CH-1207 Genève · Tel. +41 (0) 22 707 70 70 · paka@pakadistribution.ch


Impressum

04 Editorial 06 Contributors

Herausgeberin: Weltwoche Verlags AG Förrlibuckstrasse 70, Postfach, 8021 Zürich redaktion: Telefon: 043 444 57 00 Fax: 043 444 56 69 E-Mail: redaktionAweltwoche.ch E-Mail: leserbriefeAweltwoche.ch verlag: Telefon: 043 444 57 00 Fax: 043 444 56 07 E-Mail: verlagAweltwoche.ch

12 nadines liste

Dinge, die unser Editor at Large braucht 

internet: www.weltwoche.ch

D -R EP ORT 14 Uhren

S

15 Schmuck 16 Beauty 18 Fashion

42 Reisen: in Les Baux-de-Provence. 36 Mode: an der  métiers d’art- Schau.

abo-Service: Telefon: 043 444 57 01 Fax: 043 444 50 91 E-Mail: aboserviceAweltwoche.ch Weltwoche: Jahresabonnement Inland Fr. 218.– (inkl. MwSt.) Weltwoche Stil: Jahresabonnement Inland Fr. 35.– (inkl. MwSt.) Weitere Angebote für In- und Ausland unter www.weltwoche.ch/abo E-mail-adreSSen: vorname.nameAweltwoche.ch gründer: Karl von Schumacher (1894 –1957) verleger und cHeFredaktor: Roger Köppel redaktionSleiter: Mark van Huisseling creative director: Mirko Borsche art-direction/layout: Alexis Zurflüh, Beni Haslimeier FotoProduktion/bildredaktion: Duong Nguyen Produktion: Oliver Schmuki EDITOR AT LARGE: Nadine Strittmatter

22 Reise 24 Art 62 Wohnen

 26 am strand

Modestrecke

36 chez chanel

korrektorat: Cornelia Bernegger und Rita Kempter (Leitung), Sybille Brütsch-Prévôt, Jacqueline Byland-Meier, Eva Koenig

Gübelin-Schmuck

Lagerfelds Kunsthandwerk

mitarbeiter dieSer auSgabe: Art/Bild: Dermot Flynn, Gian Gisiger, Elena Hadulla, Beni Haslimeier, Zohar Lazar, Andreas Lux, Phil Müller, Carlos Nunez, Marc Wetli

Seite 40

40 gübelin

Bericht über den neuen Chef Raphael Gübelin

Text/Redaktion: Sandra Bauknecht, Yvonne Beck, Valeska Jansen, Delia Lenoir, Jeremy Scott, Raphael Suter, Yvonne Wigger, René Zibold

42 camargue

Beauty-News

Reisereportage

Seite 16

50 mein stil

Jeremy Scott

54 homestory: bei Galerist Gerd Harry Lybke.

52 mi querida

Buenos Aires

54 leerer wohnen

Sekretariat: Miriam Schoch (Leitung), Inga-Maj Hojaij-Huber gESCHÄFTSFÜHRER: Sandro Rüegger Marketing: Guido Bertuzzi (Leitung) anZeigenVERKAUF: Christine Lesnik (Leitung); Jean-Claude Plüss, Brita Vassalli anZeigeninnendienSt: Samuel Hofmann (Leitung) Telefon: 043 444 57 02, Fax: 043 444 56 07 E-Mail: anzeigenidAweltwoche.ch druck: Ziegler Druck- und Verlags-AG, Rudolf-Diesel-Strasse 22, 8404 Winterthur

Bei Gerd Harry Lybke 66 fragebogen

René Zibold

67 bezugsquellen

Inhalt 2

Fashion-News

Seite 18

Die Wiedergabe von Artikeln und Bildern, auch auszugsweise oder in Ausschnitten, ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion gestattet.

Bilder  Marc Wetli, Andreas Lux

EN TR


One size. Fits all.

Fliegeruhr Chronograph TOP GUN Miramar. Ref. 3880: Eine XL-Uniform macht aus einem Mann noch keinen grossen Piloten. Die Besten der Besten, wie sie in der TOP GUN Staffel herangezogen werden, wagen sich schliesslich regelmässig über menschliche Grenzen hinaus. Eine Uhr, die diesen Weg mitgeht, ist die Fliegeruhr Chronograph TOP GUN Miramar. Das Gehäuse aus Hightechkeramik und Titan sowie das Innengehäuse aus Weicheisen als Schutz gegen Magnetfelder sind absolut unverwüstlich. Wen wundert’s, wenn sie dabei gelegentlich über das Handgelenk ihres Trägers hinausgeht? Mechanisches Chronographenwerk | Automatischer Aufzug | Gangreserve nach Vollaufzug 68 Stunden | Datumsanzeige | Stoppfunktion Minute und Sekunde | Flybackfunktion | Kleine Sekunde mit Stoppvorrichtung | Weicheisen-Innengehäuse zur Magnetfeldabschirmung | Verschraubte Krone | Saphirglas, gewölbt, beidseitig entspiegelt | Wasserdicht 6 bar | Keramik |

IWC. Engineered for men.


NADINEs Liste

Vier Produkte, die unser Editor at Large  Nadine Strittmatter benützt (und empfiehlt). Sie erregen Aufmerksamkeit – oder schützen davor. N 0. 1   Parfüm von  serge lutens Es ist das wohl ein­z ige, das Patschuli enthält und dennoch keinen billigen Geruch ­hinterlässt. Kurz darauf ging ich in das Serge-­Lutens-Geschäft im ­Palais ­Royal in Paris. Weitere Superdüfte von dem Meister, die ich dort entdeckt habe, heissen «Serge Noire» und «Fleurs d’Oranger». Die meisten sind unisex.

N 0. 3   Biker-Jacke von  black lotus, paris Ich liebe schwarze Biker-Lederjacken (ein ähnlicher Tick von mir, so wie andere Frauen e­ inen mit Schuhen haben). Darum finde ich ­d iese neue M ­ arke gut, von der im Augenblick nur sieben verschiedene Lederjackenmodelle angeboten werden, alle handbestickt in 300 bis 450 Arbeitsstunden. Und zwar unter der Leitung des Haute-Couture-Gotts Jean-François Lesage, der auch verantwortlich ist für die meisten Chanel- und Dior-Stickereien auf den jeweiligen Haute-Couture-Entwürfen. Ein Freund von mir hat die Marke lanciert, und ich mag die in meinen Augen todschicke Jacke mit den schwarzen Blumenstickereien besonders für soge­nannte Abend­a nlässe. Man sollte sie­ am b ­ esten wie ein Abendkleid tragen, das ­heisst über einem minimalistischen Kleid oder zu schwarzen Hosen. Die Modelle sind zu haben ­über ­www.couturelab.com.

Einige meiner Freunde und e­ inige der Leute, die ich am besten mag, tragen sie. Krea­ tive Leute wie Fotografen, ­Stylisten, Globetrotter et cetera: Männer wählen oft das silberne Modell, Frauen die goldene Version. Das inspi­ rierte mich dazu, mir auch eine zuzutun, die mich ab und an begleitet, je nach Outfit. Ich bin, natürlich, auch ein Fan teurer Marken, finde aber die Casio als Abwechslung perfekt – der ­ideale Stilbruch, um ­einen Look cool zu machen. Ich mag auch das Original, das man ­in ausgewählten Geschäften immer noch findet.

N 0. 4 Schal von  codello und habe viele unterschiedliche bei mir zu Hause auf Lager. Auf Langstreckenflügen mumme ich mich ­jeweils richtig ein, weil ich ­keine Lust darauf habe, dass ­andere Passagiere sehen können, wie ich während des Schlafens aussehe (und weil ich keine Flugzeugdecken mag). Co­dello ist momentan eine meiner Lieblingsmarken, weil viele ver­schiedene Farben zur Auswahl stehen und die Schals trotzdem nie billig wirken. Ich hoffe, Sie erschrecken, wenn Sie mich damit das ­nächste Mal im Flieger sehen – und lassen mich einfach in Ruhe schlafen. Ich liebe Schals

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IlluXstrationXen: XlXxis ZuXfXüX

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Stil No. 3 Mai /Juni 2012

Illustrationen: Gian gisiger

Vor kurzem traf ich einen a ­r­gentinischen Freund von mir, der das Parfüm «Bornéo 1834» von Serge Lutens trug – a uf diese Art und W ­ ­ eise bin ich wieder daran erinnert worden, dass Lutens ­einige der bes­ ten Düfte der Welt entworfen hat. Genau dieses Parfüm be­nutzte ich selber immer vor eini­gen Jahren.

N 0. 2 Uhr von  casio


Weltwoche Stil No.   3

Trend-Report 

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«U-Boot-Fahrer», «Schwarze Robbe» und «Blaues Meer» – Uhren, die so heissen, gehen auch für echte  Taucher.

Von R aphael Suter

(Text)

in diesem jahr , in dem die Olympischen Spiele stattfinden und die Fussball-­ Europameisterschaft, macht es sich gut, eine sportliche Uhr zu tragen. Beispielsweise den «Hyperchrome»-AutomatikChronografen von Rado aus besonders widerstandsfähigem Material. Oder den mechanischen Chronografen «Alpnach» von Victorinox. Eine markante Erscheinung ist auch die neue Panerai «Radio­mir Black Seal» (mit Gangreserve von drei Tagen und einem Gehäusedurchmesser von 45 Millimetern). Wer es ein wenig zurück­ haltender und nostalgischer mag, kauft den «Heritage»-Chronografen «1942» von Longines. Und Tauchfans werden sich über den «Marine»-Chrono­meter «Blue Sea» von Ulysse Nardin sowie die neue Ver­ sion der «Submariner» von Rolex freuen.

No. 1 Chronograf «Heritage 1942» von Longines, Fr. 2610.– No. 2 «Radiomir Black Seal 3 Days Automatic» von Panerai, Fr. 6300.– No. 3 Chronograf «Hyperchrome Automatic» von Rado, Fr. 4250.– No. 4 «Oyster Perpetual Submariner» von ­Rolex, Fr. 7500.– No. 5 Chronometer «Blue Sea Marine» von Ulysse Nardin, Fr. 10 400.– No. 6 Chronograf «Alpnach» von Victorinox, Fr. 2295.–

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Stil No. 3 Mai /Juni 2012


Trend-Report 

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Weltwoche Stil No. 3

Über  Perlen kann man viel sagen. Doch wissen muss man nur das: Ihr Lüster macht die Haut der Trägerin schön. 1

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Un

se

Keshi-Perlen von Elsa Peretti für

von türler, Fr. 9550.– o N . 7 Ohrhänger, Gelbgold, Perlen und Diamanten, «Gardenia»Kollektion von

tiffany & co.,

Preis a. A. No. 9 Bracelet, Weissgold mit Brillanten und Akoya-Perlen, «Camélia carrera Brodé»-Kollektion y carrera, von ­c hanel, ca. Fr. 9000.– Preis a. A. No. 8 Kette «Diamonds by No. 10 Ohrhänger «Molly» the Yard», Platin von swarovski, mit Aquamarin, Fr. 180.– Diamanten und

r Favo

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rit

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No. 1 Ohrhänger, von dior, Weissgold mit Preis a. A. o Tahiti- und Akoya- N . 4 Collier, Weissgold Perlen von kurz, mit Brillanten Fr. 1190.– und Perlen von No. 2 Collier, Gelbgold piaget, Preis a. A. mit Brillanten No. 5 Platin-Bracelet mit und SüsswasserRubellit, Kultur­ Kulturperle von perlen, Onyx und frieden, Fr. 3950.– Brillanten von No. 3 Ring «Gros cartier, Caprice», Weissgold Preis a. A. mit Diamanten No. 6 Ring mit Südsee­ und Kulturperle perle und Brillanten

Von Valeska Jansen

(Text)

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Die sanftesten aller Juwelen sind härter und robuster, als man denkt.

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Ring «Tahiti Solitaire», Weissgold mit Tahiti-Perle von saskia diez, Preis a. A.

Stil No. 3 Mai /Juni 2012

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Perlen gelten als die sanftesten aller Juwelen. Dabei sind sie härter und widerstands­ fähiger, als man denkt. Ihr feiner Glanz wird in Fachkreisen als ­Lüster bezeichnet, und das Farbspektrum der Perlen reicht von Weiss über Gelb bis Rosa, Grau und sogar Schwarz. Die Grösse wird anhand ihres mittleren Durchmessers bestimmt, niemals zählt ihre Länge. Wie auch bei allen Edelsteinen bestimmt die ­Grösse den Preis – je grösser, je mehr Karat, umso wertvoller. Hinzu kommt die Herkunft – eine Naturperle hat immer einen ­höheren Wert als eine Zuchtperle. Tragen kann man Perlenschmuck immer und zu jeder Gelegenheit. Mit einer Ausnahme: Hart­näckig hält sich seit Hunderten von Jahren der Aberglaube, dass Perlen an einer Braut Tränen in der Zukunft bringen.

Schmuck!


(Text)

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Bevor der Sommer zur Durststrecke wird: Diese ­Spender spenden der  frauenhaut reichlich Feuchtigkeit. Un

Valeska Jansen

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Trend-Report  se

r Favo rit

Von

Weltwoche Stil No. 3

Luftig-leicht ist «Invisible Fluid Makeup», die neueste Foundation von Estée Lauder. Wie ein unsichtbarer ­Schleier legt sie sich auf die Haut und passt sich dabei dem natürlichen Hautton an. Das Ergebnis ist ein strahlender und schöner Teint. Erhältlich in zwölf Farbnuancen. 30 ml, Fr. 54.–

No. 1 «Pure.Fect Skin Hydrating Gel» von biotherm, 50 ml, Fr. 47.95 No. 2 «Huile Prodigieuse 20th Anniversary Edition» von nuxe,

100 ml, Fr. 44.– No. 3 «Suractif Volume Contour» von lancaster,

50 ml, Fr. 117.–

No. 4 «Cellular Treatment Liquid Soft Glow» von la prairie, 30 ml, Fr. 72.– No. 5 «Hydra Life BB Creme» von dior, 30 ml, Fr. 80.50 No. 6 «Super AquaSerum» von guerlain,

30 ml, Fr. 156.– No. 7 «Phyto-Blanc Intensive Lightening

6

Serum» von sisley,

30 ml, Fr. 336.– No. 8 «Aromessence ­Excellence Sérum» von decléor, 100 ml, Fr. 86.– No. 9 «Regenessence Multi-Firming Rejuvenating Rich Cream» von ­giorgio ­a rmani, 50 ml, Fr. 179.–

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Für die Haut ist Feuchtigkeit das Wichtigste – hier ein paar Hilfsmittel.

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Sonnenbäder und ausgiebiges Baden trocknen die Epidermis aus – sie braucht Pflege. Beauty

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Stil No. 3 Mai /Juni 2012


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Trend-

Männer ziehen sich diesen Sommer auffällig und elegant Bei Frauen ist der Trend der Saison: Spieler-Frauen, als diese

Jacke von C. P. Company, Fr. 239.–

Unser Favorit

Weltwoche Stil No. 3

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No. 1 Schuhe von  gucci, ca. Fr. 610.– No. 2 Flyback-Additionsstopper «Classic Timer» von  hanhart, Fr. 1200.– No. 3 «Prestige Round» von  philip stein, Preis a. A. o N . 4 iPad-Tasche «Vancouver» von  victorinox, Fr. 199.– No. 5 Tasche «Men Result» von  diesel, Fr. 439.– No. 6 Schuhe von  jil sander, Fr. 731.– No. 7 Outfit von  tommy hilfiger, Preis a. A. No. 8 Outfit von  roberto cavalli, Preis a. A. No. 9 Outfit von  hackett, Sakko: Fr. 999.–, Hemd: Fr. 220.–, Fliege: Fr. 120.–, Hose: Fr. 270.–, Hut: Fr. 120.– No. 10 EdT «Arancia di Capri» von  acqua di parma, ab Fr. 106.– No. 11 Faltsonnenbrille «Black Tie» von  dior homme, ca. Fr. 380.–

Bild  GETTY IMAGES

mag es auffällig und dennoch zeitlos. Er kultiviert ­seine Kleidung, ist jederzeit passend ange­ zogen – und Weiss liegt bei ihm voll im Trend, vor allem das Schuhwerk kommt in der Nichtfarbe daher. Elegante, ori­ ginelle Accessoires sind ihm besonders wichtig. So wird er wie Johnny Depp zum Vorbild einer Generation. Der moderne Dandy

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-Report

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an, wie ein dandy, trotz oder wegen der Fussball-Europameisterschaft. noch  flapper-girls hiessen (keck, frech, geschminkt, alkoholtrinkend). 1

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: lapper F e l y t S le ! a bel l l i m ca

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No. 1 Outfit von  roberto cavalli, Preis a. A. No. 2 Kleid von  derek lam, ca. Fr. 3770.– No. 3 Kleid von  alberta ferretti, ca. Fr. 2560.– No. 4 Outfit von  gucci, Kleid: ca. Fr. 7380.–, Schuhe: ca. Fr. 1235.– No. 5 Bracelet von  cartier, Fr. 32 100.– No. 6 Schuhe von  marni, ca. Fr. 820.– No. 7 Bracelet von  lanvin, ca. Fr. 700.– o N . 8 Tasche von  balmain, ca. Fr. 2850.– No. 9 Leder-Clutch von  ralph lauren, Fr. 1195.– No. 10 Kleid von  etro, Fr. 1425.– No. 11 Kleid von carolina 10 herrera, ca. Fr. 5690.–

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Stil No. 3 Mai /Juni 2012

Uhr «La D de Dior» von Dior, ca. Fr. 3440.–

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Von Sandra Bauknecht (Text)

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Die roaring twenties nahmen viele ­ esigner als Quelle der Inspiration D für ihre Frühling/Sommer-Kollek­tion 2012. ­Frida Giannini entwarf für ­Gucci die wohl bildgewaltigste Hom­ mage an diese goldene Zeit. Schauspie­ lerin Camilla Belle zeigt, wie der Look funktio­niert. Viel Glanz, Fransen und zarte Riemchensandalen lassen die Trä­ gerin am Abend strahlen. Das Haar, lose zusammengebunden, rundet das non­ chalant wirkende Styling perfekt ab.

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Sandra


Trend-Report 

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Rot ist weniger Trend als ­Klassiker. Alexa Chung kombiniert leuchtendes Rot so, dass es neu wirkt. Wichtig: Das Model wählt basisfarbene Accessoires, damit nur das Kleid im Vordergrund steht. 2

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Bild DUKAS

ng: -Wirku ! l a n g i S g c h un a x e l a

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7 U ns e r Favorit Sonnenbrille von MIU MIU, ca. Fr. 430.–

Sandra

No. 1 Tasche von  marni, ca. Fr. 900.– No. 2 Outfit von  chloé, Bluse: ca. Fr. 925.–, Gürtel: ca. Fr. 1220.–, Rock: ca. Fr. 1790.– No. 3 Schuhe von  christian louboutin, ca. Fr. 1600.– No. 4 Nagellack «617 Holiday» von  chanel, Fr. 35.– No. 5 Outfit von  salvatore ferragamo,

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Kleid: Fr. 5375.–, Schuhe: Fr. 795.– No. 6 Tasche von  lanvin, Preis a. A. o N . 7 Outfit von  christian dior,

ca. Fr. 7250.– No. 8 Outfit von emilio pucci, Top: ca. Fr. 1100.–, Rock: ca. Fr. 1970.–, Unterrock: ca. Fr. 2090.–, Gürtel (Schal): ca. Fr. 430.–

Stil No. 3 Mai /Juni 2012


Auffallend anders: die Backofen-Serie 200 in Anthrazit. Wie auffallend, entscheiden Sie.

Die Edition Anthrazit der Backofen-Serie 200. Ob Understatement oder Design-Statement, die Edition Anthrazit sagt viel über Sie aus. Mal dezent und stilsicher eingepasst, mal als ausdrucksstarker Mittelpunkt – immer verleiht sie Ihrer Küche jede Menge Geschmack. Dafür sorgt neben dem Design vor allem die Technik im Inneren. Denn mit Backofen, Dampfbackofen und Wärmeschublade gelingen selbst die anspruchsvollsten Gerichte. Wie anspruchsvoll, entscheiden ebenfalls Sie. Der Unterschied heisst Gaggenau. Informieren Sie sich unter Telefon 043 455 40 00 oder unter www.gaggenau.ch oder besuchen Sie unsere Showrooms in Geroldswil und Bern.


vIi Weltwoche Trend-Report  Stil No. 3 Olympische Spiele in  London, Fussball-Europameisterschaft in Polen/Ukraine (vielleicht), Odysseus in Monte Carlo. 2

Von Yvonne Beck

(Text)

1 zur fussball-em (vom 8. Juni bis 1. Juli 2012) eröffnet das «Fairmont Grand Hotel Kyiv», mitten in der historischen Altstadt gelegen. London hat in diesem Jahr nicht nur die Olympischen Spiele (vom 27. Juli bis 12. August), sondern auch das diamantene Thronjubiläum von Queen Elizabeth. Einer der Höhepunkte des 60-Jahr-Fests ist die Neueröffnung von Kensington Palace. Der ehemalige Wohnsitz von Prinzessin Diana steht wieder Besuchern offen (täglich von

No.   1 «Fairmont Grand Hotel» in Kiew; www.fairmont.com/kyiv No.   2 Fresken von Karl Lagerfeld im Hotel «Métropole» in Monte Carlo; www.metropole.com o N .   3 Fischen im «Amankila Aman» auf Bali; www.amanresorts.com No.   4 «Four Seasons»-Hotel in London an der Park Lane; www.fourseasons.com No.   5 Kensington Palace in London

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10 bis 18 Uhr). Und im «Four Seasons Hotel at Park Lane» kann man bei Krönungstee und Royal-Spa-Behandlung ein königliches Wochenende verbringen («Diamond Weekend Package»). Für alle, die lieber selbst sportlich werden, bieten die «Aman Resorts» Extra-Abenteueraktivitäten wie Klettern in Utah, QuadBiking in Marokko oder Fischen auf Bali an. Dinieren im Karl-Lagerfeld-Design ­heisst es hingegen im Hotel «Métro­ pole» in ­Monte Carlo. Lagerfeld gab dem neuen Restaurant des Hotels (unter anderem mit einem 15 ­Meter langen Odys­ seus-­Fresko) ­ein Aussehen, wie es nur er hinbekommt.

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Stil No. 3 Mai /Juni 2012


Weltwoche Stil No. 3

Trend-

Das ist Zürichs  Kunstsommer: Neue Bauten von Sammler aus allen Ländern und die Frage, die nur wenige aus-

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«La cura»

as Londoner Studio von Faye Toogood entwickelt al­ ternative ­Wege, um aufzu­ zeigen, wofür Marken und Produkte stehen. Das abgebildete Werk stammt aus dem Projekt «La ­cura», das für ­Nivea entwickelt wurde. Es enthält the­ rapeutischen Sound, Lichtinstallationen und individuell geformte Ballen aus weis­ sem Lehm. Tipp: Sammler von Kunst sollen auch Design kaufen. www.studiotoogood.com

kunst, die sitzt: Nivea-Stand an der Mailänder Möbelmesse.

Wiedereröffnung der Kunsthalle Zürich im Löwenbräu-Areal.

«Silver 92», 2012.

www.kunsthallezurich.ch Ausstellungen:

«Looking Back for the Future», 10.  Juni; «Wolfgang Tillmans», Kunsthalle Zürich, 1. September bis 4. November

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Stil No. 3 Mai /Juni 2012


-Report

vIII

weltberühmten Architekten; interessante Kunst, die im öffentlichen Raum steht; sprechen: Ist das wirklich Kunst? (Antwort: Was der Künstler macht, das ist Kunst.)

Bilder  COURTESY GALERIE BUCHHOLZ, köln/BERLIN, COURTESY CHRISTOPHE GUYE GALERIE, ZüRICH / PRO LITTERIS, COURTESY GALERIE EVA PRESENHUBER, ZüRICH, COURTESY MAI 36 GALERIE, ZüRICH 

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Gibt es etwas Angenehmeres, als Kunst zu kaufen, die ästhetisch ist, durchdacht und intelligent, mit handwerkli­chem Können angefertigt und im Moment noch erschwinglich? Darum: Roe Ethridge zuoberst auf die Shopping-Liste. www.mai36.com Ausstellung: «Roe Ethridge», Mai 36 Galerie, 25. August bis 29. September

Über all

45 arbeiten, in Zürich verteilt: Passanten können mit ­ einem Sofa von Ai Weiwei (auf dem ­Paradeplatz) oder einem Spruch von Christian Jankowski («Rolle der Kunst», Hardbrücke) konfrontiert werden – und so weiter. www.artandthecity.ch 9. Juni bis 23. September Noritoshi Hirakawa: «Adriana, Isabel and Paulina», erotische Interaktion mit Architektur, aufgenommen in der Casa Barragán. www.christopheguye.com Ausstellung:

«Unión de . . ., Interactional Casa Barragán», Galerie Christophe Guye, 7. Juni bis 4. August.

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Traumbild

gilt bei der jüngeren Künstlergenera­tion wieder etwas. Dabei inte­ressiert die Idee, dass mit dem Pinsel Gefühle ausgedrückt werden können, genauso wie die Idee, dass Malerei jedem gehört, weil sich jeder etwas darunter vorstellen kann. www.presenhuber.com alerei

Ausstellung: «Painting Now», Galerie Eva Presenhuber, 10. Juni bis 28. Juli. Bild oben : Steven Shearer: «Graceful Ghost», 2010–2011.

Bilder oben: Roe Ethridge: «Isabel Uriarte», 2006, und «Studio Wall», 2005.

Von  Michelle Nicol (Text) Stil No. 3 Mai /Juni 2012

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Stil No. 3 Mai/Juni 2012

Bilder: Carlos Nu nez

Bald kommen die besten Wochen des Jahres. Wir bringen bereits jetzt die (wenigen) Kleider daf端r.

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Shirt und Slip von H & M, Shorts von LEVI’S, Halskette von BING BANG.

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linkE sEITE:

Badeanzug von JET SET. diese sEITE:

(Sie) Bikini von JET SET; (Er) Tank-Top von RALPH LAUREN, Shorts von H & M. nächste doppelsEITE:

Shirt (Kleid) von H & M, Bikini von JET SET, Ohrringe von BING BANG.

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Rovit odipsapis eum consequam, cone num am expliae simus, sum fugiae quosseque ne nita archit re pa dic.


dIESE sEITE:

Hosen, Sweater und Sandalen von VERSACE. rECHTE sEITE:

Shirt (Kleid) von H & M.

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Rovit odipsapis eum consequam, cone num am expliae simus, sum fugiae quosseque ne nita archit re pa dic.

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Linke sEITE:

Kleid (Umhang) von RALPH LAUREN, Bade­anzug von JET SET, Halsketten von BING BANG. diese sEITE:

(Sie) Männerhemd von RALPH LAUREN; (Er) Jeans und Unterhose von H & M, Rucksack von LANGLEY BAGS.

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Styling: brea stinson Production: Snog Productions Hair: Louise Moon Make-up: Jo Baker Props: Corey Evans Models: Xenia, Elite, Brandon, Vision


Die Backstage des Grand Palais: indisch aussehende Mode made in Paris und Mode- sowie Goldschmuck (von Desrues und von Goossens).

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ei ei n er ch a n el- Modenschau liegt immer etwas Elitäres in der Luft. Man könnte meinen, die hohen Preise, die man zahlt für Waren des französischen Hauses, seien der Grund dafür. Aber da gibt es auch a ­ ndere Marken, deren Angebot teuer ist, die dennoch weniger prätentiös erscheinen. Das oft kopierte « C»-­Logo weckt bei vielen Menschen, vor allem bei Frauen, den drängenden Wunsch, etwas zu besitzen, das mit den beiden C daherkommt, und sei es nur ein Lippenstift oder ein Parfüm. Als Nächstes kommt das Verlangen nach einer Handtasche oder einer Jacke. Und Stil No. 3 Mai /Juni 2012

zu einer Chanel-Modenschau eingeladen zu werden, ist so etwas wie das Erstrebenswerteste für Freundinnen der Marke. Das passiert aber nicht vielen, man muss eine sehr gute Kundin sein. Oder wenigstens Journalistin. Besonders selten ist es, zu einer métiers d’art-Präsentation gehen zu dürfen, weil es dafür nur wenige Plätze gibt. Karl Lagerfeld, der Designer von Chanel, entwirft diese Zwischenkollektionen so, dass die Mitarbeiter der Pariser Ateliers, zu deren Erhalt Chanel eigens das Tochterunternehmen Paraffection gegründet hat, ihre Handwerkskunst anwenden können:

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Maison Le­sage und Atelier Montex für Stickereien, Desrues für Modeschmuck, ­Lemarié für Federn, Massaro, die Schuhmacher, Goossens, die Goldschmiede, Maison Michel, die Hutmacher, und Guillet für Stoffblumen. Die métiers d’art- Show der Kollektion für «Pre-Fall 2012» hatte, wie immer, ein Leitmotiv. Nach Moskau, Schanghai und Byzanz war es dieses Mal Bombay. Es war eine Mischung aus der grossen indischen Kaufkraft und der Schönheit des Landes, die Lagerfeld zu dieser Kollektion angeregt

hatte. Indisch anmutende Mode mit bestickten Stoffen made in Paris ist auf alle F ­ älle etwas Aussergewöhnliches. Die Modenschau fand in einem Seitengang des Grand Palais, des üblichen Ortes für die Defilees von Chanel, statt. Die Zahl der Foto­grafen und Blogger draussen war, im Gegensatz zu den grossen ­Schauen, eher klein. Es gab auch nicht viele internatio­ nale Berühmtheiten zu sehen, sondern vor allem französische Celebritys. Im Inneren des Saals erwartete einen die

Karl Lagerfeld für Chanel: Dreadlocks sorgen für Coolness, flache Schuhe statt hohe Absätze und grosse Ketten ergänzen Chanel-Klassiker (Tweed, Perlen).

Echte Handwerkskunst liegt im Detail: Stickerei von Maison Lesage respektive Atelier Montex, Schmuck von Goossens.


wahrscheinlich schönste ­Dekoration – farbenfroh und üppig – die ich bis jetzt gesehen habe. Lagerfeld, der Maha­ radscha der Mode, hatte zu einem wahren Augenschmaus geladen. Lange Tafeln, gedeckt mit indischen Spezialitäten und riesigen Kerzenleuchtern – wie man es sich vorstellt in einem indischen Palast. Anders als sonst an Modenschauen mit ihrem gedrängten Ablauf hatte man chez Chanel Zeit, um Tee zu trinken, das heisst, es wurde einem von hübschen Dienern auch Champagner und Lassi gebracht. Mitten auf dem Laufsteg: ein langer Tisch, geschmückt mit überdimen­sionalen Früchtekörben und einem Chanel-Zug,

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der Karaffen mit Getränken lieferte. Der Inhalt – die Kollektion – stand der Form der Dekoration in nichts nach, natürlich. Mit viel Farbe und üppigen Stickereien gelang es Lagerfeld, Saris und Jodhpur-Hosen zu modernisieren. Dreadlocks gaben den indisch anmutenden Models Coolness. Was auffiel ausserdem: keine High Heels, nur flaches Schuhwerk. Must-haves sind: Nasenschmuck und grosse Ketten, welche die bildgewaltigen Entwürfe mit Chanel-Klassikern wie Tweed und Perlen abrundeten. Für mich eine der besten Kollektionen Karl Lagerfelds für Chanel. unten: Das Auge trinkt mit: Auf dem langen Tisch dreht eine Modelleisenbahn Runden und liefert Getränke in Karaffen.

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Seine häufigste Frage: «Wieso?»

Raphael Gübelin, neuer Chef des Schmuckherstellers und Uhrenverkäufers, liess sich Zeit, dem Vater im Geschäft zu folgen. Doch jetzt ist er dran, das Haus umzubauen. Von

Seit einem Jahr ist Raphael Gübelin Geschäftsführer des Unternehmens, das Schmuck Vakeska herstellt und Uhren verkauft. Jansen Er ist, zusammen mit seiner Schwester, der Vertreter der sechsten Generation. Seine Pläne waren zuerst andere, als die Führung des Familienunternehmens zu übernehmen: Nach einem Studien­abschluss im Finanzwesen begann er für Novartis in Boston zu arbeiten. Seine Vorbestimmung, dem Vater im Unternehmen zu folgen, hatte er beiseitegeschoben. «Plötzlich sagte mein Vater: ‹Jetzt ist Zeit. Du musst dich entscheiden.›» Keine leichte Angelegenheit, erzählt er, aber eine interessante. Und seinen Entschluss, in die Schweiz zurückzukommen, bereue er nicht, sagt er. Gübelin sieht sich als Quereinsteiger und ist froh, dass sein ­Vater Thomas, Verwaltungsratspräsident von Gübelin, ihm zur Seite steht. Er sei keiner, der Antworten unüberlegt annehme, sagt der junge Chef über sich. Seine häufigste Frage sei: «Wieso?» Das Argument: «Das war immer so», funktioniere nicht. Er müsse alles verstehen, darum hinterfrage er vieles. Und darum beantrage er oft auch Änderungen. Das ist nicht ganz einfach in einem Familien­u nternehmen, das seit der Gründung 1854 Schmuck selber herstellt (sowie Edelsteine und Uhren verkauft); heute arbeiten rund 200 Mitarbeiter für die Firma. Darauf ist ­Gübelin stolz. Es ist ihm aber bewusst, was von ihm erwartet wird: «Es ist auch eine Verantwortung, die man hat, wenn man den Namen Gübelin trägt», sagt er. In der Schweiz sind über achtzig Prozent aller Unternehmen Fami­lienunternehmen. In einer Studie von Pricewaterhouse Coopers kann man lesen, dass sechzig Prozent der befragten Schweizer Familienunternehmen bei Spannungen und Konflikten nach Lösungen im Familienrat suchten. Dies sei ein grosser Vorteil, sagt Gübelin. Es gibt keine Aktionäre, die drängeln, und der Familienrat beschliesst, ob und welche Ausgaben nötig sind: «Wir können selber entscheiden, ob wir ein Jahr lang sparen, um dann im Jahr darauf wieder in neue Projekte zu investieren, das ist ein grosser Vorteil.» Die Frage nach Umsätzen und Wachstum wird nicht beantwortet – Zahlen bleiben Familiengeheimnis. Gespart wird im Augenblick nicht. Die Veränderungswünsche, die vom Junior kommen, bekommen jetzt auch Kunden zu sehen. «Ich will, dass unsere Kunden nicht bloss in eines unserer Geschäfte gehen, Schmuck aussuchen und ihre Kreditkarte zum Bezahlen hinlegen.» Das Einkaufen soll ein Erlebnis werden und noch persönlicher. Der Gübelin-Kunde soll ein Geschäft besuchen, wie wenn er zu Gübelins nach Hause, ins Wohnzimmer, ginge. Er könne auch bloss Kaffee trinken – ­Hauptsache, er fühle sich wohl, sagt Gübelin. Auch weil er weiss, dass Leute, die sich wohl fühlen, etwas kaufen werden –­ früher oder später.

(Text)

Gübelin

und

Bereits letztes Jahr hat der Umbau der Verkaufsstellen in der Schweiz begonZohar nen. Zuerst in Luzern, wo Lazar sich der Hauptsitz befindet. Hier wurden die Geschäfte an der Seehofpassage und am Schwanenplatz umgebaut und erweitert. Auch die 1967 eröffnete Filiale in Bern am Bahnhofplatz neben dem Hotel «Schweizerhof» ist mittlerweile neu gemacht. Und dieses Jahr folgte der Umbau der Filiale in Zürich, die vor einem­ Monat wiedereröffnet wurde. Seit über 150 Jahren bietet Gübelin S ­ chmuckstücke an. Bis jetzt gibt es in der Schweiz Ver­kaufsstellen in Luzern, Zürich, Basel, Bern, Lugano, St. Moritz und Genf. Gute Kunden, sagt Gübelin, seien seit ­einiger Zeit auch die Russen. Und diese wolle man in Zukunft noch besser bedienen und an das Unternehmen binden. Deshalb gibt es russische Juweliere, die mit Gübelin zusammenarbeiten und Schmuckstücke der Luzerner in Russ­land verkaufen. «Es sind im Augenblick noch wenige Juweliere, aber wir wollen die Zusammenarbeit weiter ausbauen», sagt er. Die Kollektionen sind, übrigens, die gleichen wie in der Schweiz. Dass der russische ­Kunde es auffälliger liebe, bestätigt Gübelin nicht: «Unsere russischen Kunden wünschen, wenn sie in der Schweiz einkaufen, unsere Handschrift.» Auch Hongkong soll als neuer Markt erschlossen werden. Seit einem Jahr oder so entwickelt Gübelin zusammen mit der ETH ­Zürich ein computerunterstütztes Steinprüfsystem. Als anerkannter Edelsteinexperte will das Unternehmen mit Zertifikaten für Steinqualität auf dem asiatischen Markt überzeugen. «Wir sind sicher nicht die Ersten, die dies in Hongkong anbieten, aber unser Ruf ist so gut, dass wir dort ein weiteres Standbein aufbauen können», sagt er. Das Vertrauen von Kunden sei in der Schmuckbranche das Wichtigste. «Wer immer beste Qualität verar­beitet und liefert, kann sich zwar nicht ausruhen, hat aber einen Vorteil gegenüber anderen Anbietern», so Gübelin. Das ist der Leitsatz, den der Vater seinem Sohn mitgegeben hat: «Wahre die Tradition.»

(Illustration)

No. 1 Collier (Gelb- und Weissgold; Linie «Madagaskar»), Fr. 18 900.– No. 2 Weissgoldring mit Brillanten, Smaragd («Paris»), Preis a. A. No. 3 Weissgoldring mit Brillanten, Rubin («Paris»), Preis a. A. No. 4 Weissgoldring mit Brillanten, Saphir («Paris»), Preis a. A. No. 5 Bracelet, Ring, Ohrhänger mit Feuer­ email und Brillanten («New York»), ab Fr. 8100.– No. 6 Weissgoldring mit Brillanten und Saphir («Paris»), Preis a. A.

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No. 7 Ohrclips mit Smaragden und Brillanten («Madagaskar»), Fr. 26 000.– No. 8 Ohrhänger mit Feueremail und Brillanten («New York»), Preis a. A. No. 9 Bracelet mit Feueremail und Brillanten («New York»), Preis a. A. No. 10 Ring (Rosé- und Weissgold) mit Brillanten («Cayman»), Fr. 8400.– No. 11 Anhänger mit Spinell und Brillanten und Sautoir («Atlantis»), Preis a. A. No. 12 Diamantsolitär und Beisteckringe mit Brillanten; Preis a. A. No. 13 Bracelet «Rivière» mit BaguetteDiamanten, Preis a. A.

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Schmuckst端cke aus G端belins Atelier

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9 4 Der neue Chef im neuen Gesch辰ft: Raphael G端belin in einer umgebauten Boutique.

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(Bilder)

(Text)

Marc Wetli

Mark van Huisseling

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Von

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Ist es ratsam, an einen Ort retour zu fahren, wo es einem sehr gefallen hat vor einer kleinen Ewigkeit? Ist es klug, eine alte Liebe noch einmal aufzusuchen? Ratsam und klug ist es wahrscheinlich nicht, dafür interessant. Die Geschichte von einem, der losfuhr, um die camargue wiederzusehen. Man ist schon ziemlich neugierig, wenn man das erste Mal seit 25 Jahren oder so wieder in die Camargue kommt – ziemlich neugierig, wie es einem dieses Mal gefallen wird. Es wäre falsch, von einem «nach ­Hause kommen» zu schreiben, dafür war man ­weder genug oft noch lange genug in der Gegend, deren Namen aus dem Indogermanischen stammt und «Insel» be­ deutet («Tatsächlich liegt die Camargue wie eine Insel zwischen den beiden Mündungsarmen der Rhône, der petit Rhône im Wes­ ten und der grand Rhône im Osten, die sich in Arles trennen», steht im Dumont-Reise-Taschenbuch «Provence»). Das ist es, was das Wiederkommen beziehungsweise das Vorzu­ findende, wenn man wiederkommt, herausfordernd macht: ­Würde Zauberhaft wie Einhörner oder zu kurz geraten? Halbwilde CamarguePferde.

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man an einen Ort kommen, den man besser kennt, hätte man ein einigermassen in sich gegliedertes, abgestuftes Bild, das heisst, man hätte einige Dinge in guter Erinnerung und einige in e­ iner weniger guten. Aber weil man, wie viele andere Schweizer, die heute unge­ fähr zwischen vierzig und fünfzig ­Jahre alt sind, bloss einmal dort war – und das zu einer Zeit, als man jung war, allenfalls zusam­ men mit der ersten Liebe, mit der man Ferien verbrachte –, hat man das Reiseziel in sehr guter, genauer, zu guter Erinnerung: Die Zeit, die man hatte, war lang, und der Sommer sei endlos, meinte man. Man lebte von «Liebi und Wii» («D Rosmarie und I» von den Rumpel­ stilz, vielleicht nicht über die Camargue, aber immerhin: «bis zu de Fischernetz im Süde, wo d’Sunnä fürig strauht»), fand die halbwil­ den Camargue-Pferde – Schimmel, die es nur dort gibt – zauberhaft

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Illustration: ULLSTEIN BILD


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Links oben:

«Baywatch» à la camarguaise: Frosch­männer am Strand von Saintes-Mariesde-la-Mer. Links unten:

Course camarguaiseStiere auf Weide. diese seite:­ (Hohle) Gasse an der Rückseite des Papstpalasts zu Avignon (von 1335 bis 1430 Sitz verschiedener Päpste und Gegenpäpste).

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wie Einhörner und das (eigentlich zu) kleine Zimmer mit dem (ei­ gentlich zu) schmalen Bett in dem Hotel mit (­eigentlich zu vielen) Sternen, zwei oder so, schön wie den Ort, an dem man den Rest sei­ nes Lebens verbringen möchte. Dorthin fährt man noch einmal, ein Vierteljahrhundert später und älter. Mit anderem Verkehrsmittel (damals Opel Kadett), anderer Begleitung (heute einem Fotografen) und anderem Auftrag (da­ mals pour retrouver les clés du paradis, heute, um eine Reise­reportage zu schreiben). Mit anderen Worten: Es liegt Druck auf der Gegend. Die gute Nachricht: Es sieht immer noch ungefähr so aus, wie man es im Kopf hatte. Keine hohen Häuser oder etwas anderes, was das Bild weniger schön macht (ausser den Tanks, Kranen und Contai­ nern im Hafen von Fos-sur-Mer, die es dort schon damals gab). Das Hotel «Les Arnelles» in Saintes-Maries-de-la-Mer, in das Kuoni mich gebucht hatte, ist gut, vermutlich eines der besten der «Insel»; vor allem das Essen in dem dazugehörenden Restaurant – Tages­menü, örtliche Speisen – ist zu empfehlen. Das Unternehmen Kuoni, das diese Reise zusammengestellt und bezahlt hat, bietet aus dem An­ gebot «Ananea» («Nachhaltiges Reisen von besonderer Intensität», Eigen­reklame) ein Programm an, das besonders für Kunden passend ist, die sich für Natur interessieren. Mit Recht. Denn bloss Strandferien in der Camargue zu verbrin­ gen, beeindruckt heute Vielreiser, die bereits fast überall waren, we­ niger, als es einen way back then tat (noch einmal Rumpelstilz: «O mir hei pfuset u gschmuset stundelang am Strand, si zäme blut ids Wasser grennt, hei Muschle gsuecht im Sand»). Ehrlich: Wegen der Strände fährt man nicht hin. Stattdessen wegen der Mischung aus Naturangeboten wie dem Vogelpark von Pont de Gau (60 Hektar Fläche, 7 Kilometer Fusswege; Flamingos, Reiher, Störche et ­cetera) oder dem Sumpfgebiet Les Marais du Vigueirat (überschwemmte Prärien und Wälder, Wasserflächen, Schilfgürtel) sowie dem Kul­ turangebot in den nahen Städten Arles (Unesco-Welt­erbe: die ­Arena) oder Avignon (mit Papstpalast; wer die TV-Show «The Bor­ gias» anschaut, findet diesen spannend). Obwohl man sich Zeit für die Städte nehmen sollte, sollte man auch einen Ritt durch einen ­marais, eine Sumpflandschaft, machen. Grosse Reiter melden sich zuvor bei den Betreibern und teilen ihre Körperlänge mit, damit nicht bloss ­Camargue-Pferde (die, die man früher zauberhaft wie Einhörner fand und heute als zu klein an­ sieht) zur Verfügung stehen; bei Frédéric Morelle von «Camargue à cheval» zum Beispiel gibt es auch normal grosse Pferde). Und dann noch das: Auf jeden Fall genügend und genügend starken Mückenschutz mitnehmen. Die moustiques können einem den Tag verderben, vor allem auf dem Rücken eines Pferdes (wo ­eigentlich das Glück der Erde auch zu finden sein sollte) und in einer überschwemmten Prärie oder einer Wasserfläche. Sehens- und besuchenswert ist ausserdem eine sogenannte ­manade, eine Stierzucht. Man lernt dort (während eines Vormit­ tags) zum Beispiel die Bedeutung des Stierkampfs in der Gegend kennen (bei den Kämpfen – man kann auch von «Spielen» reden, etwa in der Arena von Arles oder anderen Orten – geht es nicht darum, Stiere zu töten, sondern ihnen zuvor um die Hörner ge­ bundene Fäden abzuschneiden). Es geht bloss um Geld: Züch­ ter nehmen fünfstellige Beträge ein für ein gutes Tier an einem Kampftag, weil dies Zuschauer bringt, und starke Kämpfer (oder Spieler), ­raseteurs genannt, verdienen Prämien je nach Zahl der Fäden, die sie den Stieren abgenommen haben (die besten holen hohe vierstellige Beträge je Kampftag). Auf einem Stierhof, etwa

«La Manade des Baumelles» von Guillaume Lin­ (Rechte seite; solas, wird einem erklärt, wie die Stiere ausge­ von oben links im uhrzeigersinn) wählt und vorbereitet werden für ein Leben als Breakdancer vor Kampfstier. Und man erfährt, dass erfolgreiche Papstpalast, Stiere nach dem Ende ihrer Laufbahn ge- und Avignon; Ritt durch die Wasserfläche verpflegt werden, bis sie eines natürlichen Todes eines marais, einer sterben. Die überall zu kaufende Stierwurst, die Sumpflandschaft fein schmeckt, wird aus dem Fleisch von Tieren bei Saintes-Maries; Weitsicht auf Les hergestellt, die nicht kämpfende (oder schlecht Baux-de-Provence. kämpfende) Stiere waren. Das wahrscheinlich beste Res­taurant der Camargue, nebenbei, ist «La Chassagnette» in Domaine de l’Armellière, es gibt dort einen grossen Gemüse­ garten, den man besichtigen kann, viele Beilagen sowie Zutaten sind aus ­eigenem Anbau. Was man seinerzeit auch nicht unternahm: Ausflüge in k ­ leine Städte oder an points of interest in der Provence. Weil man, ich möchte nicht schreiben: «Besseres», sondern anderes zu tun ge­ habt hatte (das heisst, es war «Besseres» im Grunde). Und weil man nicht auf einer «Ananea»-Reise war. Die Kuoni-Mitarbeiter hatten die Besichtigung einer Art Alp, auf der es Ziegen gab, mög­ lich gemacht, und anschliessend, wieder im Tal, konnte man die Herstellung von Käse aus der weiter oben gewonnenen Milch beobachten (eine Ziege, nur zum Sagen, gibt am Tag etwa 0,6 Liter Milch, und das Melken mit Maschine dauert zwei Stunden). Der Käse, schreibt man gerne, schmeckte gut und so, dass er den Auf­ wand wert ist (in der Gegend von Les Baux-de-Provence, einer schö­ nen Festung mit dazugehörendem Dorf). Auch interessant und ebendort: das Weingut «Mas de Gourgon­ nier», wo seit ungefähr fünfzig Jahren das hergestellt wird, was heute «Bio-Wein» heisst (plus Olivenöl). Weniger, weil die Vorfah­ ren der Gutsbetreiber einen weit voraussehenden Blick oder eine besondere Liebe zur Natur gehabt hätten, sondern mehr, weil sie sich nicht hätten abhängig machen wollen von Lieferanten che­ mischer Zusätze, sagt Eve Cartier, die Enkelin des frühen «Bio»Winzers, die heute den Weinbau und die -produktion mit leitet. Und ein Tag, an dem es regnet oder den man sonst lieber drinnen als draussen zubringen möchte, ist geeignet dazu, das «Musée des Arômes et du Parfum» in Graveson-en-Provence zu besichtigen. Man kann dort eine Shiatsu-Behandlung bekommen, und ­diese ist gut; die Mitarbeiter respektive die nicht anwesende Chefin, Nelly Grosjean (als Videobotschaft in Wiederholung ohne Ende), versuchen einen, von mir aus gesehen, ein wenig zu stark davon zu überzeugen, dass einzig ihre santé holistique-Sicht auf die Welt die richtige ist. In einem Satz: Die Gegend der Provence mit Namen Les Alpilles ist schön, in meinen Augen aber geeigneter für ZweitwohnsitzEigentümer aus Paris oder so als für Touristen aus der Schweiz. Retour also in die Camargue beziehungsweise zu dem Bild, das man davon hatte. Die Natur ist, klar, sehens- und empfehlenswert. Und das Angebot an Ferien-Infrastruktur ist besuchenswert, falls man gerne Vögel beobachtet, reitet oder etwas Ähnliches. Die Ge­ gend ist zudem, finde ich, zusammen mit Kindern ein passendes Reiseziel. Die Aufenthaltsdauer, die ich empfehle, beträgt un­ gefähr fünf Tage. Doch die Gefühle, die ich damals hatte «bi de Fischernetz im Süde, wo d’Sunnä fürig strauht», habe ich nicht wiedergefunden. Und das ist in Ordnung. Denn in keinem Ferien­ katalog wird einem eine Zeitreise versprochen, wenn man in die Camargue fährt.

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zum aufheben

Ein paar Aufenthaltsorte und Sehenswürdigkeiten – für die nächste Reise durch die Provence. 6

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(1) Flamingos im Parc Ornithologique de Pont de Gau (bei SaintesMaries). (2) Hotel «Les Arnelles» in Saintes-Maries (Teilansicht). (3) Gemüsegarten des Restaurants «La Chassa­ gnette» in Le Sembuc (Restaurant-Terrasse rechts im Bild).

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Illustration: Elena Hadulla

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(4) Chefbüro im Weingut «Mas de Gourgonnier» in Les Baux-deProvence. (5) Im ­Aroma- und Duftmuseum von Graveson-enProvence. (6) Auf der «Manade des Baumelles», einem Hof zur Zucht von Stieren (das «L» steht für «Linsolas», dem Namen der Besitzer­familie).

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Xxxxxx: XXXXXX XXXXXXX Br端cke zu einem Observatorium, Naturreservat Les Marais du Vigueirat.

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Mein Stil

Jeremy Scott gehört zu den buntesten Katzen im Modezirkus. Vielleicht auch deshalb lieben ihn die Stars. Uns hat er gesagt, was er liebt.

Meine Kleider:

Meine Lieblingsrestaurants:

Reflektieren meine Stimmungslage.

«Hugo’s» (Los Angeles), «One Lucky Duck» (New York), «Le Potager du Marais» (Paris), «Shinok» (Moskau).

Mein Runway-Song: Immer derjenige, der die Message der ­jeweiligen Kollektion am besten ausdrückt.

Meine Arbeitsmusik: Die Musik, die für jene Stimmung inspirie­ rend ist, die ich mit der jeweiligen Arbeit erreichen möchte.

Mein Frühstücksort: «Chez moi».

Mein Lieblingshotel: Mein Lieblingsfilm:

«Cerulean Tower» in Tokio.

«Blade Runner».

Mein Nachtklub: Meine Lieblings-TV-Serie:

«Happy Valley», New York (R. I. P.).

«True Blood».

Meine Boutique: Colette, Paris.

Meine Feriendestination: Okinawa, Japan.

Mein Lieblingsbuch: «Maybe the Moon» von Armistead Maupin.

Mein Lieblingsmagazin (Fashion/ Style/Lifestyle):

Meine Lieblingskunst: Ist eng verbunden mit meiner Stimmung.

Vogue Italia.

Mein Glücksbringer: Ich glaube nicht an Glück.

Von Oliver Schmuki

(Text)

Mein Lieblingsdesigner: Ettore Sottsass.

Styling: patrizia scheidegger

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Bild  TOSHINOBU OKITSU

«Green Tea» von L’Occitane.

(Bild)

Ist eklektisch.

ist schon länger nicht mehr in Kansas . Der amerika­ nische Desi­ g ner stu­ dierte am Pratt Institute in New York und lebt mittlerweile in Los An­ geles. Er ist schwierig aufspürbar im Schutz grüner Hecken in Be­ verly Hills. Würde man aus einem Hubschrau­ ber heraus das Grundstück betrachten, sähe man keinen Pool, dafür Palmen, das ­andere feature, mit dem man vor einigen Jahrzehnten in der Stadt begann, Immo­ bilien anzureichern, um sie besser verkau­ fen zu können. Weniger schwierig aufspürbar sind die von ihm erfundenen Produkte. Scott ent­ wirft Tragbares für alles, was Hand und Fuss hat – Special-Edition-Turnschuhe für Adidas, Taschen für Longchamp, Uhren für Swatch. Unter den berühmten (Werbe-) Trägern, sogenannten Testimonials, fin­ den sich Namen, die genügend Ausstrah­ lung besitzen, um die Modesaison jeweils mit Strom zu versorgen. Lady Gaga oder Katy Perry gehen in Jeremy Scott auf die ­Bühne, Mitglieder der Black Eyed Peas an Roter-­Teppich-Anlässe, und auch Paris Hil­ ton zieht Entwürfe von ihm an. Wenn es einen Grat zwischen der Zukunft (siehe: Britney Spears im Video zu ihrem Song «Toxic») und dem Drogen­ sumpf (siehe: Rihanna im Video zu ihrem Song «We Found Love») gibt, Jeremy reitet ihn wie ein Rodeo-Cowboy, immer oben, fest im Sattel. Seine Handschrift: Looks, die mit beiden Augen zwinkern. Sie sind so grafisch, kalei­ doskopisch bunt wie ein LSD-Trip. Oder wie jene ikonenhafte Pop-Welt, die er kleider­ technisch ausstattet und beliefert. Wo auch immer der Trend hingeht, gut möglich, dass Jeremy Scott eines Tages bei Chanel jenen créateur ablöst, der das selbst für wahrscheinlich hält: Karl Lagerfeld, die unbunteste Katze im Körbchen. Jeremy Scott

Phil Müller

Mein Lieblingsduft:

und

Mein persönlicher Stil:


Die Handschrift von Jeremy Scott: augenzwinkernde Looks, bunt wie ein LSD-Trip.


Mi querida Buenos Aires

18 Millionen Menschen, die breiteste Strasse der Welt (140 Meter), das beste Fleisch, Tango-Bars . . . Oder warum  BUENOS AIRES die Stadt unserer Autorin ist. Jahren bin ich in auch heute noch ein besonderer Zauber ­Argentinien unterwegs. Überall auf der aus. Viele Häuser sind dem Zerfall nahe, Welt herumgekommen, finde ich Buenos und man fühlt immer noch die Sehnsucht Aires immer noch die Stadt, die mich am der Menschen nach ihrer Heimat, die in meisten fasziniert. Schon die Fahrt vom die Neue Welt gefahren sind auf der SuFlug­h afen ins Zentrum lässt mein Herz che nach einem besseren Leben. schneller schlagen. In La Boca gibt es viele alte, traditio­nelle Angekommen an der Plaza de Mayo, folgt Restaurants, beispielsweise «El O ­ brero», wo man der herrschaftlichen gleichnamigen früher die Fabrikarbeiter assen und ­heute ­Avenida de Mayo, vorbei an der Casa Ro­sada, die schicken porteños  – so werden die Eindem argentinischen Präsidenten­palast, und wohner von Buenos Aires genannt. Es gibt dem Kongressgebäude. Hier reiht sich ein unzählige Tango-Bars – ein Besuch im Klub Café an das andere. Dazu gehört auch das «Gricel», dem einzigartigen Ort, wo man wohl berühmteste und äl­ t este ­Lokal als Tourist echten Tango, den stolzen Tanz ­Argentiniens, das Café «Tortoni», wo sich der traurigen Gedanken, mit Leib und ­Seele seit Jahrzehnten bekannte Maler, Schriftstel- miterleben kann, ist empfehlenswert. Eine ganz andere Welt ist Puerto Ma­ ler und Poeten treffen. Zweihundert Meter weiter fährt man auf der angeblich breites- dero in der alten Werft, direkt am Rio de la ten Strasse der Welt, der Avenida 9 de ­Julio, Plata gelegen. Abends bummelt man hier mit 16 Fahrspuren auf 140 Meter Quer­spanne, gemütlich den Fluss entlang und geniesst durch die Stadt. Links und rechts der S ­ trasse eines der vielen Restaublühen herrliche Jacaranda-­Bäume. Und in rants, in denen Küche der ­Ferne ragt der 67 Meter hohe Obelisk auf aus aller Welt angeboder Plaza de la República heraus. ten wird. Kaum vorstellEs ist der besondere Spirit dieser Stadt, der bar, dass dieses Gebiet Renata mir gefällt, die Gastfreundschaft der Men- vor rund zwanzig Jahschen, die prächtigen Parks und die hübschen ren noch Sumpfland war. Restaurants, wo man stundenlang sitzen und Mein Lieblingsrestaudas Leben einer der grössten Städte Südame- rant hier ist «Las Lilas». rikas (18 Millionen Einwohner) an sich vor- Dort wird Fleisch von glücklichen Rindern, beiziehen lassen kann. Den ersten Überblick die in der argentinischen ­Pampa aufgeverschafft man sich am besten auf einer Stadt- wachsen sind, auf der parrilla (Grill) safrundfahrt mit einem der preiswerten offe- tig gebraten serviert. Von der Terrasse aus nen Touristenbusse, am ­Teatro Colón vorbei, hat man Blick auf die Brücke von ­Santiago das nach einer Komplettrenovierung vor zwei Calatrava, genannt Ponte de la ­Mujer, eine Jahren wiedereröffnet worden ist und dessen Erinnerung an die Mütter, die immer Interieur dem Wiener Opernhaus gleicht. Zu- noch nach ihren verschleppten Kindern dem gibt es viele Museen, wie zum Beispiel suchen, die während der Militärdiktatur das ­Malba, in dem zeitgenössische lateiname- in den achtziger Jahren «verschwanden». rikanische Kunst ausgestellt wird. Sonntags ist ein Besuch auf dem AnInteressant ist auch ein Besuch der verschie- tiquitäten- und Trödelmarkt im Stadtdenen Stadtteile (48 an der Zahl), wie etwa teil San Telmo angesagt. Hier kann man des bekannten Viertels La Boca. Ende des teure Kunst und billigen Ramsch kau19. Jahrhunderts haben sich hier italiefen, und überall auf der ­Strasse wird Tango getanzt. nische Einwanderer, viele aus Genua stammend, angesiedelt. Das eleganteste und wohl Von den bunten, windschieauch teuerste Wohn- und GeDermot fen Blechhäuschen mit den schäftsviertel der Hauptstadt ist Recoleta. Dort kleinen Hinterhöfen geht Flynn Seit mehr als zwanzig

wird exklusive Ware feilge- Rechts: boten, und ein Besuch im Die Avenida 9 de ­Julio, Bullrich, einer Shopping- 16 Fahrspuren Mall, die früher eine Markt- auf 140 Meter halle war, darf nicht fehlen. Quer­spanne, und Plaza de la Wer keine Lust zum Shop- República mit pen hat, kann gemütlich 67 Meter hohem an schönen Hotels und ele- Obelisken. ganten Geschäftshäusern vorbei in herrlichen Parks promenieren. Buenos Aires war in den zwanziger, dreissiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine der reichsten Städte, das sogenannte Paris von Südamerika. Ein Mittagessen im Garten des Palacio Duhau, der zum «Park Hyatt»-Hotel gehört, steht immer auf meinem Programm. Auf dem in der Nähe gelegenen grossen Friedhof Recoleta ist auch die Grabstätte von ­Evita ­Perón, für die heute noch täglich frische Blumen von Bewunderern niedergelegt werden. Empfehlenswert ist auch ein Besuch der VierJacobs tel Palermo Viejo, Palermo Hollywood sowie Palermo Soho, wo in den vergangenen Jahren in KolonialstilHäusern zahlreiche neue Cafés, Galerien, Modeboutiquen und Klubs (genannt boliches) eröffnet wurden. Es gibt noch so vieles über Buenos ­Aires zu berichten mit seinen herrlichen alten und traditionellen Restaurants einerseits und den hochmodernen, gepflegten Etablissements anderseits. Man könnte Wochen in Buenos Aires verbringen und würde täglich immer wieder Neues entdecken, wie zum Beispiel den schönsten Buchladen in der Strasse Santa Fe – früher ein kleines Theater. Herrlich alte Häuser, alle ein bisschen heruntergekommen, prägen die Stadt. In Buenos Aires – einer Stadt, die nie schläft – lebt man intensiv, und somit neigt sich jeder Aufenthalt viel zu schnell dem Ende zu. Mit Sehnsucht wartet man, bis man wieder die Koffer packen kann, um mi querida Buenos Aires aufs Neue zu entdecken und zu geniessen.

Von

(Text)

und

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Stil No. 3 Mai /Juni 2012


Stil No. 3 Mai /Juni 2012

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IlluXstrationXen: XlXxis ZuXfX端X

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und andreas lux

Von

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Mark van huisseling

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Leerer wohnen XXXXX

IlluXstrationXen:

XlXxis ZuXfX端X

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«Der Teppich hält den Raum zusammen» – was im Film «The Big Lebowski» stimmte, stimmt auch an der Karl-MarxStrasse in Potsdam Babelsberg.

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IlluXstrationXen: XlXxis ZuXfXüX

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Früher mit 32 Zimmern und Fussböden aus Holz, jetzt mit ganz wenigen Zimmern und viel Beton.

Zuerst bedauert man Gerd Harry Lybke fast – der Galerist hat kaum Möbel und keine Kunst, so sieht es aus. Dann begreift man: Sein Haus, an schönster und bester Potsdamer Lage, ist eine Hülle nur, in der nichts ist, das kaputtgehen könnte. Mehr braucht er nicht, mehr will er nicht. 56


Sagt der Besitzer über seinen Besitz: «Das Haus gehört sowieso sich selber.»

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Wenn hinten vorne ist oder so: Anbau, ehemals vor dem Haus, jetzt hinter dem Haus, weil das ­Erstere in der DDR als zu bürgerlich angesehen wurde.

Er unterscheidet sich durch mindestens zwei Dinge von anderen Galeristen: In seinem Haus gibt es keine Kunstwerke, kein Bild an der Wand, keine Skulptur im Gang oder Entree – nicht einmal eine Kunstfotografie, irgendwo, wie zufällig an einer Wand lehnend, gibt es. Und, zweitens, sein Haus, das sich an einer der besten ­Lagen von Potsdam, am Griebnitzsee, befindet (das Grundstück stösst an den See), hat wenig bis nichts gemein mit sogenannten trophy houses, die andere Kunsthändler bewohnen und die man ­irgendwie auch erwartet von jemandem in diesem Geschäft. Sein Haus, das er vor ungefähr sieben Jahren kaufte, als die ­Preise in Potsdam niedrig waren (heute kosten Grundstücke mit Häusern darauf dort wenigstens zwei, eher drei Millionen Euro), und wo er mit seiner Frau Jana, einer Malerin, und Tochter Zara, dreizehn, wohnt, war einmal eine Art Sanatorium des Roten Kreuzes (als es noch die Deutsche Demokratische Republik gab und Potsdam zu ihrem Staatsgebiet gehörte); das Haus hatte 32 Zimmer (auf drei Stockwerken), einige waren nicht viel grösser als Hasen­ställe, und es gab Fussböden aus Holz. Heute hat es ungefähr sechs Zimmer (davon drei im zweiten Stock, für Gäste) und einen Boden aus Beton im Erdgeschoss. Den Boden liess er machen und die Wände niederreissen. Sonst machte er vor allem eines an dem Haus, nachdem es seines geworden war: nichts nämlich.

Gerd Harry Lybke, genannt Judy, 50, ist Gründer und Inhaber von Eigen + Art, einer der erfolgreichsten Galerien Deutschlands mit ­heute zwei Standorten in Berlin-Mitte und einem Standort in Leipzig (und Judy wird er genannt in Anlehnung an einen rotblonden ­Wuschelkopf aus der amerikanischen TV-Serie «Lieber Onkel Bill»; das zumindest steht in Wikipedia, obwohl Lybke heute eine G ­ latze hat). Wäre er in Amerika, wäre seine Stellung wie die von Larry ­Gagosian vielleicht, wäre er in London, wie die von Jay ­Jopling, und wäre er in der Schweiz, könnte man ihn mit Iwan ­Wirth vergleichen. Doch er ist in Deutschland, war die­ längste Zeit in Leipzig, wo er anfing, Kunst von Freunden zu verkaufen. Noch immer ist er Leipziger, obwohl er in Potsdam wohnt. Er betreibt in Leipzig weiter eine Galerie, deren Räume er mietet), und verbringt dort zwei Tage in der Woche. Und er vertritt Künstler, mit denen er ­seine Laufbahn anfing (und deren Laufbahnen durch ihn anfingen), Neo Rauch oder Matthias Weischer etwa. Seine Laufbahn als Galerist begann er als Aktmodell, weil er nicht arbeiten durfte als einer, der streng urteilte über Partei und Regierung. Die Arbeit des Aktmodells war in den Augen der Entscheidungsträger in der sogenannten DDR keine Arbeit, doch er verdiente damit ein wenig Geld und, sagt er, lernte viel dabei: mit Kälte umgehen etwa. Oder bekam Antworten auf die drei grossen

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Kein Styling, keine Props – so kann man auch leben (mit Frau, Künstlerin, und Tochter, 13).

Fragen des Lebens – Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? (die Antworten behielt er für sich) – im Allge­meinen. Obwohl man als Aktmodell im Besonderen bloss eine Frage beantworten müsse, sagt er – ob man angezogen in das Zimmer des Malers geht und sich darin auszieht oder bereits nackt eintritt (er tat beides, abwechslungsweise). Er war nicht willkommen gewesen an einer «richtigen» Kunst­schule, sondern nur an einer Abendkunstschule. Wer nach einem Jahr noch immer dort hin­ ging, sagt er, war ohne Talent, auf jeden Fall in den Augen jener, die das bestimmen durften, oder hatte eine Haltung, die nicht als die richtige ange­sehen wurde. Abendkunstschüler Lybke stand an der Hoch­schule für Grafik und Buchkunst Leipzig fünf Jahre lang Modell für Neo Rauch etwa, heute einer seiner Künstler und einer der Maler Deutschlands, für deren Bilder die höchsten Preise bezahlt werden (siebenstellige Beträge). Es gibt eine Geschichte über Judy Lybkes Haus, das im 19. Jahrhundert erbaut worden ist, und die anderen Häuser an der KarlMarx-Strasse, ehemals Königsstrasse, in Potsdam Babelsberg (das man das «Hollywood Deutschlands» nennt, weil sich dort das Filmstudio Babelsberg sowie die Ufa Film- und TV-Produk­tion befinden und weil an der Strasse zu dem Schloss Babelsberg früher die Schauspieler Marika Rökk, Willy Fritsch oder Brigitte Horney

lebten), die eine ähnliche Fehleinschätzung der DDR-Entscheidungsträger zeigt: Handwerker hatten in den späten sechziger Jahren den Staatsauftrag bekommen, Treppen, die in die grossen Häuser von Neubabelsberg führten, und die schönen Anbauten, die Veranden, die sich davor befanden, zu entfernen. Weil grosse Treppen und schöne Anbauten als bürgerlich zu verstehen waren. Der Auftrag war, die Treppen und Veranden nicht bloss ­abzureissen, sondern zu zerstören. Was einige Handwerker nicht taten, weil dies nicht vereinbar war mit ihrer Achtung vor dem Werk von Kollegen. Sie entfernten die Treppen zwar und die Anbauten auch, brachten sie aber hinter den Häusern wieder an. Und weil Lybke an seinem Haus fast nichts veränderte, geht man ­heute an der ­Seite hinein, über eine kleine Treppe, nicht durch einen Anbau, sondern durch eine schmale Türe. Doch hinter dem Haus, mit Blick auf den Griebnitzsee und das gegenüberliegende Ufer, das zu Berlin gehört und wo nicht gebaut werden darf, befindet sich der Anbau. Und von dem führt eine Treppe in den Garten. Und mitten in dem Garten befindet sich ein Baum. Sein Stamm steht ein wenig schief in der Landschaft beziehungsweise dem Garten, als hätte der Baum, als er jung war, einem Hindernis ausweichen, daran vorbeiwachsen müssen. Das musste er auch: Das Hindernis war die Mauer, die den Osten Deutschlands vom Gebiet der

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«Mein Haus, mein Wagen, meine Garage» sind nicht so wichtig für Gerd Harry «Judy» Lybke. Aber «mein Holz» schon.

Stadt Berlin, Westberlin, abtrennte. Und der ehemalige Postenweg, den man noch immer sehen kann, geht ebenfalls über Judys 6000 Qua­drat­meter grosses Grundstück. Wenn man es sich überlegt, passt alles irgendwie zusammen in diesem Fall: Judy Lybke ist der Galerist, der keine Kunst hat in seinem Haus, weil er daheim nicht arbeiten will und ihn Kunst an Arbeit erinnert (und weil seine Künstler – unter ihnen Martin Eder, ein Berliner Maler – keine Werke auf Vorrat herstellen). Und er ist der Haus- und Grundstückbesitzer, der ein Grundstück an einer der besten Lagen von «Greater Berlin» hat, das noch immer an die Führung des Staats erinnert, die ihm das Arbeiten und das Erfolghaben verbieten wollte (die Führung verlor, Judy hat gewonnen – den Staat gibt es nicht mehr, in Lybkes Galerien gibt es achtzehn Mitarbeiter). Er ist Besitzer eines Grundstücks, auf dem sich ein Haus ohne grossen Eingang und mit schiefen Fussböden aus Beton befindet, das wahrscheinlich jeder Immobilienentwickler plattmachen ­würde, d ­ amit er eines daraufstellen könnte, das zu dem Geschmack von Leuten mit Vermögen passt. Denn Judy Lybke sagt: «Ich will ein Haus, in dem nichts kaputtgehen kann, wenn meine Familie und ich weg sind und wir es jemandem überlassen.» Und der sagt: «Das Haus gehört sowieso sich selber.»

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Bilder  COURTESY GALERIE EIGEN + ART LEIPZIG BERLIN/UWE WALTER BERLIN/PROLITTERIS

Birgit Brenner, «Sie liebte alles», 2011

Annelies Štrba, «Madonna II Nr. 28», 2011

Jörg Herold, «Teilung», 2011

David Schnell, «Sandbank», 2012

Martin Eder, «Wiederkehr (return)», 2012

Matthias Weischer, «Die blaue Wand», 2009

Ryan Mosley, «Distant Ancestry II», 2012

Neo Rauch, «Das alte Lied», 2006

Olaf Nicolai, «Arcadia», 2004

Ricarda Roggan, «Garage 4», 2008

Uwe Kowski, «Zu», 2009

Olaf Nicolai, «Warum Frauen gerne Stoffe kaufen, die sich gut anfühlen», 2010

Gerd Harry Lybkes Galerie «EIGEN + ART» (Leipzig und Berlin) vertritt einige der wichtigsten zeitgenössischen deutschen Künstler: Neo Rauch, Martin Eder, Olaf Nicolai, Matthias Weischer und andere. 61


Weltwoche Stil No. 3

Trend-Report 

IX

Nach der Möbelmesse von Mailand beginnt der  Sommer . Wir zeigen die schönsten Neuheiten (und eine Eigenleistung).

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No. 1 Grüsse aus Biel: Hängeleuchte ­«oï-phorique» von Atelier Oï , Prototyp, ab ca. Juli erhältlich, ­ Fr. 450.– bis Fr. 550.–; www.teojakob.ch No.2 Greetings aus Mailand: «Arpa Chair» und «Arpa Footstool» von SÉ , Preis a. A.; www.luchfordapm.com No.3 Neues aus den Roaring Fifties: Radio­wecker (AM/FM) «Retro», Fr. 63.–; www.mistergooddeal.com No. 4 Neues für Garten und Liegestuhl: «Le Beau Jardin – Gärtnern um 1920 in Frankreich», E-Book, Fr. 6.–; www.happyshrimp.ch No. 5 Verspieltes aus Bern: stapelbare Vase «Bob» von blndd, ab Fr. 378.–; www.blndd.com No.6 Design aus Zürich: Liege «STF6» von Möbelhalle Martin Hauser , ab Fr. 2882.–; www.moebelhalle.ch No. 7 Neues vom Altmeister: Sofa ­«Elisée» von Pierre Paulin, Preis a. A.; www.ligne-roset.ch

5 das Filmfestival in Cannes ist, ist für Design-Interes­sierte die Möbelmesse in Mailand, und auch in diesem Frühling hat die Vielfalt nicht enttäuscht. Aber schöne Sachen findet man auch daheim, zum Beispiel ­einen Entwurf des Bieler Ateliers Oï. Besonders an deren neuer Hänge­leuchte ist, dass sie nicht nur aussieht wie ein sommerlicher Lampion, sondern ein ebenso fröhliches Licht verbreitet. Als Volltreffer in puncto Stil kann man auch die ziemlich reduzierte und dennoch gemütliche Wohnliege aus der Zürcher Möbelhalle bezeichnen. Und was mich angeht, so habe ich beim Sichten alter Familiennotizen für mein Gartenbuch festgestellt, dass sich manche Dinge nur wenig ändern. Das Wissen um das Ziehen einer ­annehmbaren Tomate zum Beispiel. Oder einer duftenden Lilie. Und bei all den Neuheiten wirkt so ein Wissen irgendwie beruhigend. Was für kinofreunde

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Von delia lenoir

(Text)

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Schöne Aussichten

SH Buchberg Wohnen wie in der Toscana, nur 15 Min. ab Kloten-Airport. Traumhafte Sicht ins Alpenpanorama. Grosser Weinkeller, luxuriöser Wellness-Bereich. 300 m2 Wohnfläche, kann um bis zu 100 m2 vergrössert werden. SwimmingPool möglich. Ref. 14971 auf deRham-Sothebys.ch

ZH Stäfa 2-Familien-Haus mit 630 m2 WF und Panorama-Seesicht. Z.B. Wohnen/Arbeiten unter einem Dach, alle Etagen mit Lift verbunden. Riesige Fensterfronten, unverbaubare Seesicht aus jedem Zimmer. Pool, grosse Garage. Alle Ausbauwünsche möglich. Ref. 14846 auf deRahm-Sothebys.ch

SZ Altendorf Steueroase mit Seesicht am oberen Zürichsee „Alonda“ bietet verschieden grosse Eigentumswohnungen (3.5 / 4.5 / 5.5 / 6.5 Zimmer) mit einer Wohnfläche zwischen 107 und 246 m2, mit hoher Wohnqualität. Minergie- und hohem Ausbaustandard. Ref. 15070 auf deRham-Sothebys.ch

ZH Zürich Gepflegte 4-Zimmer Altstadtwohnung im ersten Stock, schräg gegenüber der Zentralbibliothek. Schlafzimmer in den ruhigen Innenhof, Anpassungen an Raumkonzept möglich. Tagsüber mitten im pulsierenden Herzen der Stadt, nachts verkehrsberuhigt. Ref. 15120 auf deRahm-Sothebys.ch

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Q Ihre erste Erinnerung an Mode? Die Bilder von ­Irving Penn für Gianni ­Versaces Frühling/ Sommer-Kollektion 1992. Wie viel Zeit benötigen Sie, um sich anzuziehen, bevor Sie aus dem Haus gehen? Fünf Minuten, da ich ­meistens im Voraus schon

Questionnaire

weiss, was ich anziehe. Gegenstand des letzten Streits? Unpünktlichkeit. Gegenstand des letzten Tischgesprächs? Sehr wahrscheinlich habe ich – wie üblich – über meine Leidenschaft, das Essen, gesprochen.

Illustration: Zohar Lazar Redaktion: Yvonne Wigger

Der beeindruckendste Mensch der Geschichte? A

So schnell lass ich mich nicht beeindrucken!

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BezugsQuellen Wo es was zu kaufen gibt.

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Die nächste Weltwoche Stil, No. 4, erscheint am 20. 9. 2012

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Stil No. 3 - 2012