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Stil

No. 6 November/Dezember 2010

Die EROM I R EL-PStory!

Die kostbarste creme der Welt

PLuS 10 Seiten Must Musthaves GeSchenke Ge

r−e− r−e−P−o−r−t 2000 Meilen durch amerikas Süden

koFFer in PariS

Fr. 10.— Euro 7.—

Wintermode von LouiS Vuitton, fotografiert im haus der Familie


ch e o W Welt No. 6 Stil

EDITORIAL LIEBE LESERIN, LIEBER LESER

s 14

Louis Vuitton arbeitet mit Künstlern: Murakami, Prince, Sprouse. Das Sujet unseres Art-Directors hat es noch nicht geschafft, in Serie zu gehen (und nicht auf unser Cover); so sähe eine Zusammenarbeit aus mit der weltwocHe , wer weiss?

Koffer in Paris

Fr. 10.— Euro 7.—

Wintermode von LOUIS VUITTON, fotografiert im Haus der Familie

noVeMBer/dezeMBer 2010

Ihr Mark Van Huisseling

Bild Marc wetli (13 PHoto), illustration Bureau Mirko BorscHe

Das ist die sechste und letzte «Stil»-Ausgabe des Jahres und, finde ich, ein guter Augenblick, eine etwas, sagen wir, anspruchsvolle Botschaft zu überbringen. Die Mehrheit der Rückmeldungen, die wir von Ihnen bekommen, sind wohlmeinend, und dafür danke ich. Die weniger wohlmeinenden lassen sich wiedergeben in zwei Sätzen: Die Mädchen, die wir fotografieren, seien zu dünn («Anorexie!»). Und die Gegenstände, die wir zum Kauf empfehlen, zu teuer («Dekadenz!»). Ich könnte jetzt Nan Kempner, eine Erbin aus Manhattan, wiedergeben («Man kann nie zu dünn sein. Und nie zu reich»). Tue ich aber nicht, denn der Kunde (Leser) hat recht. Stattdessen eine Erklärung: Wir finden die Mädchen, die wir zeigen, zu 99 Prozent schön und nicht zu dünn. Darum zeigen wir sie. Bei den Gegenständen dagegen, denken sogar der Verleger und ich, manchmal, sie seien teuer. Aber das ist in Ordnung. Man muss sie nicht kaufen. Man darf sie ansehen, davon träumen wie von einem hohen Bonus, Lottogewinn oder einem zukünftigen Partner mit trust fund. Oder man darf sie, natürlich, übertrieben finden und unnötig et cetera. Was man, von mir aus gesehen, nicht darf respektive tun sollte, ist, sich aufregen. Es ist ja bloss Geld. Oder, mit anderen Worten: Keiner hat ein Recht darauf, dass ihm eine Zeitschrift nicht auf die Nerven fällt. Aber jeder hat ein Recht umzublättern. Ich freue mich auf die «Stil»-Ausgaben des kommenden Jahres. Und auf Ihre Rückmeldungen dazu.


T I E FE – GLANZ BUCHERER VERBINDET

UHREN BASEL

BERN

Z E R M AT T

D AV O S

ZÜRICH

|

GENÈVE BERLIN

INTERLAKEN

DÜSSELDORF

SCHMUCK L AU S A N N E

FRANKFURT

JUWELEN

LOCARNO

HAMBURG

LUGANO

MÜNCHEN

LUZERN

NÜRNBERG

ST. GALLEN |

WIEN

|

ST. MORITZ

B U C H E R E R .C O M


Weltwoche sTIl No. 6

mitarbeiter des monats:

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N o. 1

carlos NuNez

Man möchte im Grunde mit niemandem tauschen, wenn man über, sagen wir, siebzehn Jahre alt ist, nicht wahr? Trotzdem gibt es augenblicke im leben, in denen man bereit wäre, ein anderes leben zu leben. Mir ging es so, als ich die arbeiten unseres neuen photographer at large sah (seiten 84/85). Der 28-jährige carlos lebt in los angeles und fotografiert – Mädchen. Ich weiss, was sie jetzt denken, ich habe dasselbe gedacht und wurde bestätigt, meinte ich, als ich seinen Namen bei Google eingab (es gibt vermutlich Millionen carlos Nunez auf der Welt, aber unser carlos steht ganz oben bei den Fundstellen) und einträge las wie «sexy fashion photography» oder «heisse ansichten». Nicht dass ich das schlecht finde, aber man will nicht irgendwelchen sex im Heft haben, man will den richtigen sex. und deshalb haben wir carlos respektive seine Fotografie und seine ansichten im Heft. er fotografiert, nebenbei, auch für die Kleidermarke american apparel. und vielleicht würde man doch tauschen mit ihm, wenigstens für zwei, drei Tage.

N o. 2

N o. 3

ulrIKe pöHl

Wenn man mit leuten zusammenarbeitet, die viel von dem Gebiet wissen, über das sie schreiben, aber wenig erfahrung haben, was das schreiben angeht, bekommt man manchmal lustige Texte. Traurigerweise kann man die nicht veröffentlichen, weil wir zwar unterhalten wollen, aber schadenfreude nicht unsere Geschichte ist. anders war das bei dem artikel von ulrike pöhl über ihr champfèr, es handelte sich dabei um einen aussergewöhnlich guten aufsatz einer nichtprofessionellen schreiberin. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ihr Mann Karl otto pöhl Journalist war, bevor er präsident der Deutschen Bundesbank wurde. Vielleicht aber hat sie einfach Begabung. Ihr Bericht über das engadiner Dorf, in dem sie ihre Winter verbringt, hat uns noch aus einem anderen Grund gefallen: ulrike pöhl hat gewagt, aufzuschreiben, was sie denkt. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man über ein Dorf, in dem man wohnt und leute kennt und die leute einen kennen, (ein wenig) streng urteilt (seite 86).

NIcHolas FoulKes

er beziehungsweise seine Texte fielen mir zum ersten Mal auf, als ich Korrespondent in london war und er stilkritiker der Financial Times. Wir lernten uns dann kennen, bei seinem schneider an der savile row (Huntsman), und er erzählte mir, dass er, erstens, vierzig handgearbeitete Massanzüge besitze und, zweitens, keinen lamborghini mehr fahre, sondern einen Bentley, weil er keinen anzug habe, der zu dem pistaziengrün des autos gepasst habe. Ich dachte, was man in so einer lage denkt in london («You can’t bullshit a bullshitter»). Doch als er mich später einmal in sein Haus im Westen der stadt einlud, sah ich einen Teil seines Kleiderschranks und den Bentley (sowie die Familie). Was Nick auch noch ist: vielleicht der beste autor, der über uhren schreibt, obwohl es blöd ist, wenn ich als sein auftraggeber das sage (andere sollen entscheiden, sein artikel über zenith beginnt auf seite 60). sein neustes Buch, «Gentlemen & Blackguards – Gambling Mania and the plot to steal the Derby of 1844», gibt es bei amazon.

NoVeMBer/DezeMBer 2010

N o. 4

BrITa VassallI

Darf man eine zeile zweimal bringen? Ich finde schon, falls sie gut ist: Brita Vassalli ist unsere Frau, die zuständig ist für die rückseiten. Das heisst, sie ist unsere neue anzeigenverkäuferin. einen augenblick, ist diese zeile gut respektive stimmt sie? sind anzeigen heute wirklich noch rückseiten redaktioneller Beiträge? Nicht chez nous, wir reden lieber von «rechtsliegenden» seiten, die unsere Kunden kaufen. und hoffen, dass unsere neue Kollegin, die, nebenbei, auf christine lesnik folgt – über die an dieser stelle auch einmal geschrieben wurde, als die gute zeile zum ersten Mal kam –, viele rechtsliegende seiten verkaufen kann. Damit wir Ihnen weiter viele schöne und, gelegentlich, teure Vorder-, entschuldigung, linksliegende seiten nach Hause und an den Kiosk liefern können.


Weltwoche Stil no. 6

inhalt 1 Wer an eine feine adresse eingeladen ist zum Diner, lässt Blumen einen tag vor dem abend liefern, so macht man das. Wir waren eingeladen im haus der Familie Vuitton bei Paris, nicht zum Essen, sondern zum Fotografieren. Seite

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Bild JonaS unger

Eigentlich geht es in der Strecke um schĂśne Koffer, das nennt man savoir-faire: louis-Vuitton-Shootingstar hana Jirickova. novemBer/DezemBer 2010


Glashütte Original – 165 Jahre deutsche Uhrmacherkunst. PanoMaticCounter XL

Der PanoMaticCounter XL. Die Kunst einer Komplikation. Insgesamt 584 individuell gefertigte und von Hand veredelte Komponenten beinhaltet das neue Kaliber 96-01. Allein 217 davon sind notwendig, um das Zählen von 1 – 99 zu ermöglichen. Erfahren Sie mehr unter www.glashuette-original.com.


Weltwoche Stil No. 6 Seite

No. 14

eDitoriAl

Seite

No. 16

mitArbeiter DeS moNAtS

Seite

No. 26

mvhs liSte

Freerider – wie (und wann) man gratis Ski fährt in Davos und andere reise-News Ab Seite 44

inhalt 2

Der Redaktionsleiter empfiehlt Dinge, die er besitzt, benutzt und mag Seite

No. 28

meiN Style

Von Adrian J. Margelist, Creative Director Navyboot Seite

No. 30

muSt-hAveS FAShioN

Pelz – ist, nach Jahren im Schrank, zurück auf Sonnenterrassen Seite

No. 32

muSt-hAveS FAShioN

Brokat – Designer haben Versailles upgedated Seite

No. 34

muSt-hAveS FAShioN

Strick – Wenn die Après-Ski-Hütte ein Catwalk wird Seite

No. 36

Dick auftragen erlaubt, ja erwünscht – must-haves beauty Ab Seite 40

muSt-hAveS Schmuck

s 20

New Look – endlich schwarzweiss Seite

No. 38

muSt-hAveS Schmuck

Wintersonne – jede will einen gelben Diamanten Seite

No. 40

muSt-hAveS beAuty

Sterne im Gesicht oder Der Vedetten-Auftritt Seite

No. 42

Schneekönigin – must-haves Fashion Ab Seite 30

muSt-hAveS uhreN

Schwarz, Silber, Rot und Gold – gute Farben für Männer(geschenke) Seite

No. 44

Geschenk pour Monsieur – must-haves uhren Ab Seite 42

reiSe-NeWS

Was einen erwartet in der Welt Seite

No. 46

WohN-NeWS

Was einen erwartet zu Hause Gelbfieber – yellow diamonds und anderer musthaves-Schmuck Ab Seite 36

Die Farbe der Saison heisst «Elefanten-Atem» – und andere Wohn-News Ab Seite 46 November/Dezember 2010


Sicherheit im Private Banking.

Private Banking heisst f端r uns, mit Sicherheit Vertrauen zu gewinnen. Auch Ihres: Tel. 058 205 21 11 oder www.claridenleu.com Clariden Leu AG, Bahnhofstrasse 32, 8001 Z端rich

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Weltwoche Stil No. 6

inhalt 3

Seite

No. 48

chez vuittoN

Wintermode von Louis Vuitton, fotografiert im Haus der Familie Seite

No. 60

Der erSte iSt zurück

Entwicklung, Fall und Aufstieg des El-PrimeroUhrwerks von Zenith El Primero – Wie das grosse zenithuhrwerk wieder gross wurde Ab Seite 60

Seite

No. 66

berührt voN eStée lAuDer

Wie aus einem Ein-FrauUnternehmen ein Kosmetikkonzern wurde Seite

No. 72

oN the roAD

2000 Meilen durch Amerikas Süden, im (grossen) Auto Seite

No. 82

Die SeiteN Für DeN mANN No. 1

Audi A7 Sportback – der Silberrücken Seite

No. 84

Die SeiteN Für DeN mANN No. 2

Stadt der Engel Seite

No. 86

reiSekolumNe

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«Mein Champfèr» von Ulrike Pöhl Seite

No. 88

bezugSquelleN

Seite

No. 90

FrAgebogeN

Jean-Philippe Delhomme – von sich selber gezeichnet

Die Seiten für den Mann No. 2 – Stadt der engel Ab Seite 84

2000 Meilen durch Amerikas Süden – und ein tag in graceland Ab Seite 72

ergäNzuNg

in der «Stil»-Ausgabe No. 4 September/oktober 2010 haben wir auf der Seite «bezugsquellen» nicht angegeben, wo man die kleidungsstücke des Schweizer modedesigners Daniel herman kaufen kann. man kann diese bestellen unter www.danielherman.com (Shop). November/Dezember 2010

bilder crAig mcDeAN, tom hAller, cArloS NuNez

Der Touch der Estée Lauder – die geschichte der teuersten creme der Welt (auf dem bild enkelin Aerin lauder) Ab Seite 66


EIN RUNDUM ÜBERZEUGENDES WIRTSCHAFTSMODELL. Effizienz, Leistung und Komfort – der Discovery 4 glänzt in allen Belangen. Angefangen beim kraftvollen, aber sparsamen 3.0-Liter-Twinturbo-Diesel mit 245 PS und einem Drehmoment von 600 Nm* über das optimierte Fahrwerk mit adaptiver 6-Stufen-Automatik und das Terrain Response®-System bis hin zum funktionalen Innenraum mit sieben vollwertigen Sitzen und reichlich Raum für Flexibilität. Am besten erfahren Sie die einzigartigen Qualitäten des wirtschaftlichen Allrounders gleich selbst. Jetzt bei Ihrem Land Rover-Partner. www.landrover.ch

DISCOVERY 4

* Discovery 4, 3.0 TDV6 aut., 245 PS/180 kW, Gesamtverbrauch 9.3 l/100 km, Ø CO2-Emission 244 g/km, Energieeffizienz-Kategorie D. Ø CO2-Emission aller in der Schweiz angebotenen Fahrzeuge 188 g/km.


Weltwoche Stil no. 5

imPreSSum HerauSgeberin: Weltwoche verlags ag, FĂśrrlibuckstrasse 70, Postfach, 8021 ZĂźrich redaktion: telefon: 043 444 57 00, Fax: 043 444 56 69 e-mail: redaktionAweltwoche.ch e-mail: leserbriefeAweltwoche.ch verlag: telefon: 043 444 57 00, Fax: 043 444 56 07 e-mail: verlagAweltwoche.ch internet: www.weltwoche.ch abo-Service: telefon: 043 444 57 01,

Fax: 043 444 50 91 e-mail: aboserviceAweltwoche.ch Jahresabonnement inland: Fr. 203.– (inkl. MwSt.) e-mail-adreSSen:

vorname.nameAweltwoche.ch grĂźnder:

karl von Schumacher (1894–1957) verleger und cHeFredaktor:

roger kĂśppel redaktionSleiter:

mark van Huisseling creative director: mirko borsche art-direction/layout: alexis ZurflĂźh

(bureau mirko borsche), rudi-renoir appoldt ProduktionScHeF: david Schnapp FotoProduktion/bildredaktion:

christophe bosset Produktion: oliver Schmuki

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korrektorat: cornelia bernegger und rita kempter (Leitung), Sybille brĂźtsch-PrĂŠvĂ´t, Sandra noser mitarbeiter dieSer auSgabe:

art/bild: guy aroch, Julian baumann, Jean-Philippe delhomme, tom Haller, daniel Jackson, gianmarco magnani, craig mcdean, carlos nunez, becca Stadtlander, Jonas unger, alexis ZurflĂźh text/redaktion: Sara allerstorfer, Sandra bauknecht, Jean-Philippe delhomme, nicholas Foulkes, valeska Jansen, brigitte Jurczyk, delia lenoir, adrian J. margelist, ulrike PĂśhl, Silke Wichert Sekretariat: miriam Schoch (Leitung), inga-maj Hojaij-Huber verlagSleitung: Sandro rĂźegger marketing: ivo Schneider (Leitung) anZeigenverkauF: Jean-claude PlĂźss

(Leitung), marco chini, brita vassalli anZeigeninnendienSt:

Samuel Hofmann (Leitung), Philipp glauser tel. 043 444 57 02, Fax 043 444 56 07 e-mail: anzeigenidAweltwoche.ch druck: Ziegler druck- und verlags-ag, rudolf-diesel-Strasse 22, 8404 Winterthur

Die Wiedergabe von Artikeln und Bildern, auch auszugsweise oder in Ausschnitten, ist nur mit ausdrĂźcklicher Genehmigung der Redaktion gestattet.

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Weltwoche STIL No. 6

Lieblinge  MVHs Liste der redaktionsleiter empfiehlt mehr dinge, die er besitzt, benutzt und mag sowie  selber bezahlt hat (in den meisten Fällen). Von Mark Van HuisseLing

Maserati 3200 GT; nicht mehr hergestellt, aber sauber w­ie vom Band, dank Fa. Carphonie, Hans Tiefenauer, Tel. 079 672 81 13 (Preis a. A.).

Das schönste Smartphone, das w­ir kennen, mit Sicherheit; vermutlich auch das beste (iPhone G4, Preis je nach Abo.).

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Für die, die w­issen, w­as ein Zahlen-Palindrom ist: DP 2002. Für die anderen: grosser Champagner (Fr. 189.—).

Der Regenmantel, den man haben muss, w­enn man bereits einen hat (oder zw­ei; zirka Fr. 1600.—).

N o. 1 _   Handgereinigtes auto 

N o. 2 _   Vintage- cHaMpagner 

N o. 3 _   _ ipHone g4

N o. 4 _   _ aspen sLipper  

N o. 5 _   trencHcoat

mit Abhol- und Bringservice

von Dom Pérignon

von Apple

von Allen Edmonds

von Maison Martin Margiela

Ein schönes Auto zu fahren, ist schön, bloss bleibt es meistens nicht lange schön, vor allem wenn das Wetter ist wie in den kom­ menden Monaten. Da es schon vor langem aufgehört hat, Spass zu machen, samstagnachmittags in eine Waschstrasse zu fahren und zuvor den Wagen sauber rauszu­ saugen, neben 21­jährigen Mit­ bürgern aus Albanien, hat man meistens ein unsauberes Auto. Sie wissen, wovon ich schreibe (aus­ ser Sie sind eine Führungskraft in einem Unternehmen, das noch Mitarbeiter hat, die Chef­Autos putzen – benötigen Sie noch eine weitere Führungskraft?). Wer es ebenfalls weiss, ist Hans Tie­ fenauer aus Grafstal, nahe Win­ terthur. Deshalb bietet der ehe­ malige Tankstellenbetreiber eine Dienstleistung an, die sich gewa­ schen hat, sozusagen: Er kommt, nimmt Ihr Auto mit, und wenn er es wieder bringt, wissen Sie nicht, ob es Ihres ist oder eines wie Ih­ res, bloss neu (es ist aber Ihres). Er hat es bloss gereinigt, wie es nur einer kann, der es kann (er schraubt, zum Beispiel, die Räder ab, um die Bremsbacken putzen zu können).

Es ist ein Sprung vom sauberen Auto zum richtigen Champagner, aber wer liest solche Seiten schon sequenziell? Auf jeden Fall sagte man früher, der Mann von Welt kennt drei Champagnermarken, die keiner kennt, beziehungs­ weise hat zwei davon im Kühl­ schrank. Das ist gut, wenn er Besuch bekommt von anderen Männern von Welt, die seinen Champagner zwar auch nicht kennen, aber den gedanklichen Entwurf dahinter wenigstens. Alle anderen Männer haben einen Champagner im Kühlschrank, über den man keine langweiligen Geschichten erzählen muss, son­ dern bei dem die Flasche spricht im übertragenen Sinn. Vor allem in der bevorstehenden Saison mit Festtagen et cetera. Ich empfehle Dom Pérignon, denn gewisse Dinge kann man einfach nicht einfach übertreffen. Das Jahr, das zurzeit zu haben ist respektive in dem der Wein dieser Abfüllung hergestellt wurde, ist 2002. Das ist in ordnung. Für Snobs, die noch Mühe damit haben, eine Marke aufzustellen, die jeder kennt, kann es auch ein anderes Jahr sein. Meines ist 1999, übrigens.

Jetzt kommt die Geschichte, die keiner mehr hören kann: Es ist die Geschichte von einem, der seit 1996 immer nur Mobiltelefone von einer Marke benutzte, die ich nicht nennen kann, weil jede Marke in einer «Stil»­Beilage willkommen ist (beziehungsweise Anzeigen des Unternehmens, das die Marke verkauft). Und der seit kurzer Zeit, und als mit Abstand Letzter seiner Peergroup, endlich auch eines gekauft hat – ein iPhone, natürlich. Es ginge in der Geschichte darum, wie dieses Smartphone sein Leben verändert hat. Und wie es wirklich einfach zu bedienen sei, wegen der intui­ tiven Programmierung und so weiter. Der Grund, warum diese Geschichte keiner hören will, ist, dass die, die ein iPhone haben, sie kennen, weil sie sie erlebt haben. Und die anderen, die noch nicht so weit sind, die Dummen sind. Keiner will der Dumme sein, klar. Und, richtig, das Leben geht wei­ ter, in merkwürdigen Bahnen, mit oder ohne iPhone. Stimmt. Und ein Medikament gegen Krebs ist es auch keines. Sondern nur das beste Telefon, das ich je hatte. Und das schönste.

Auf der letzten Seite der «Stil»­ Ausgaben gibt es einen Fragebo­ gen mit der Frage: «Was tragen Sie zu Hause an den Füssen?» Bis mein Verleger sagte, er fände diese Frage respektive die Vorstel­ lung, die sie auslöse, unappetit­ lich. Seither gibt es sie nicht mehr. Was es ebenfalls nicht gibt, ist eine Antwort darauf, obwohl die Ausgangslage weder anders ist noch die Frage beantwortet wur­ de (das nennt man Problem). Die Lösung: der Slipper, um den es hier geht. Das Wort «Slipper» ist, einverstanden, ungefähr so appe­ titlich wie die Vorstellung davon, aber das Wort «Mokassin» ist bei Allen Edmonds belegt für ein anderes Schuhmodell. How­ever, ich trage zu Hause an den Füssen solche Slipper (aussen Wildleder, caramelbraun, mit schokoladenbrauner Einfassung, und die Sohle aus Nappaleder, in­ nen geschorenes Lammfell). Ge­ schorenes Lammfell, nebenbei, sei das Material dieses Winters, habe ich gelesen in den Must­ haves dieser Zeitschrift. Zudem finde ich es, tatsächlich, sexy, im Winter geschorenes Lammfell an nackten Füssen zu spüren.

Ich gehe davon aus, dass Sie be­ reits wenigstens einen Regen­ mantel von Burberry haben, dun­ kelblau, wie ich, oder beige. Schliesslich gibt es Dinge, ohne die man nicht, oder jedenfalls nicht trocken, durch das Leben kommt (Schirm von Brigg, wenn wir gedanklich im Regen bleiben; Feuerzeug von Zippo, weil man damit auch bei Sturm eine Flamme hat; Herald Tribune, zum Lesen und Ausstopfen der Gum­ mistiefel von Wellington, obwohl die wasserdicht sind et cetera), aber das wissen Sie alles. Was Sie vielleicht noch nicht haben: den anderen Trenchcoat. Sie haben recht, ich neige auch zu Miss­ trauen, wenn einer mit dem Wort «anders» kommt – wer will «an­ ders reisen», in dem «anderen» Restaurant essen? Was ich sagen will, der Trench von Margiela, einem «anderen Modedesigner», aus Antwerpen, Belgien, ist eigentlich wie das original, aber auf eine Art auch nicht. Sondern kürzer, enger, schärfer, jünger, modischer (oder, Entschuldigung, anders). Nur den anderen zu haben, wäre falsch. Nur das original zu haben, nicht richtig.

NoVEMBER/DEZEMBER 2010

Illustrationen BUREAU MIRKo BoRSCHE

Hätten w­ir nicht gedacht, dass man diese Wörter in den gleichen Satz bekommt: «sexy» und «Hausschuhe» (zirka Fr. 200.—).


Parsifal

For more information and catalogue, please contact +41 (0)26 460 84 40 info@gouten-distribution.ch

A to Au toma ma ati tic ch chro r no nogr grrap aph Po P owe er re eserv se ervve: e 42h 2 Wa atte e err re esi s st stan an nc ce e: 10 00m 0 / 330 3 ft f Sa S ap pp phi hire re c cry ryst ry stal a witth anti tigl ti tigl g ar a e tr trea eatment Allllililiga A ga ato tor fu fullllll skin sttrap wi w th t fol o diing clasp ra aym y on nd d--weilil.c .com


Weltwoche Stil No. 6

Mein Style

aDRIaN J. MaRGELISt

Manchmal, aber nicht immer, hört der Creative Director von Navyboot Hip-Hop. Und trägt dazu seine Glücksmütze (mit Löchern). Dabei kommen Emotionen hoch. Ähnlich verhält es sich mit einem Etui aus Perlmutter. Und einem tiger. JULIaN BaUMaNN (Bilder)

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No. 1 _ Diese omega von 1942 ist ein erbstück von meinem verstorbenen vater.

den zeitgenössischen. Seine «Cremaster»-DvDs habe ich alle schon über zehn mal gesehen.

No. 2 _ Dank ray-ban muss ich nicht in die Kinderabteilung: Keine andere brille passt auf mein schmales Gesicht.

No. 5 _ Monopol, das magazin für Kunst und leben — das einzige Heft, das ich jeden monat lesen muss. Sonst werde ich kribbelig.

No. 3 _ zwei stete begleiter von meinem Sohn ruben: Der tiger soll mich beschützen, wenn ich auf reisen bin, und den Dino hat er selber gebastelt.

No. 6 _ mein montblanc-Füller: ein wunderschönes, zeitloses Schreibinstrument, das höchste Qualität repräsentiert.

No. 8 _ eines der wenigen Alben, auf dem mir jeder Song gefällt: «808s & Heartbreak». mit Kanye West habe ich schon zusammengearbeitet, gemeinsam mit dem Designer und Produzenten taz Arnold für die marke mCm.

No. 7 _ Jean-michel basquiat ist mein absoluter lieblingskünstler. Das buch von Jennifer Clement, die

No. 9 _ meine Glücksmütze von vivienne Westwood — so alt und verlöchert, dass mir meine Frau

No. 4 _ matthew barney ist einer meiner lieblingskünstler unter

natürlich nicht seine Witwe ist, habe ich drei mal gelesen. Sie gibt viel Spannendes preis – wie die retrospektive der Fondation beyeler, die ich zwei mal besucht habe.

November/Dezember 2010

verbietet, sie zu tragen. Sie ist ein Geschenk von Andreas Kronthaler. No. 10 _ Das visitenkarten-etui ist ein Abschiedsgeschenk von meinem ehemaligen team in Korea. eine handgefertigte erinnerung mit eingelegter Perlmutter mit enormem emotionalem effekt. ADriAN J. mArGeliSt, 35, ist

Creative Director von Navyboot. Der Walliser lebt mit seiner Frau in thalwil und hat einen dreieinhalbjährigen Sohn. er startete seine Karriere bei vivienne Westwood, esprit und Fabric Frontline. Danach machte er das label mCm wieder erfolgreich.


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ves a h st Mu

PELZ Er ist wirklich back. Lange Jahre im Kleiderschrank gefangen, hat Pelz die Strassen (und Sonnenterrassen von St. Moritz) zurückerobert. Sich der Schönheit des Natur− produkts zu entziehen, fällt schwer, vor allem bei dieser Artenvielfalt auf den Laufstegen.

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iesen WinTeR kommen selbst Accessoires, Taschen und schuhe in glänzendem Fell daher. Am modernsten ist die Kollektion von Karl Lagerfeld für Chanel, die auch die Herzen vehementer Tierschützer höher schlagen lassen wird – sie ist nämlich aus wunderschönem Kunstpelz gearbeitet, den Kaiser Karl liebevoll «Fantasy Fur» nennt. egal, ob sie es grösslieben oder hassen, eines steht fest: Pelz ist einer der gröss ten Trends der saison aison und steht für Glamour pur.

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no. 1 _ Outfit von VALENTINO, Preis a. A. no. 2 _ Tasche von yVEs sAINT LAurENT, Preis a. A. no. 3 _ Tasche von PrAdA, Fr. 1640.— no. 4 _ Outfit von CHANEL, Kunstpelzmantel: Fr. 2790.— Kunstpelzkleid: Fr. 27 660.— Kunstpelzstiefel: Fr. 1090.— no. 5 _ Outfit von rOBErTO CAVALLI, Preis a. A. no. 6 _ Outfit von GIANFrANCO FErrÉ, Preis a. A. no. 7 _ Schuhe von HErmÈs, Fr. 1500.— no. 8 _ Kleid von EmILIO PuCCI, Preis a. A. no. 9 _ Outfit von LANVIN, Mantel: Fr. 6152.— Jupe: Fr. 2766.— Schuhe: Fr. 924.— Kette: Fr. 1862.— Gürtel: Fr. 803.— Handschuhe: Fr. 917.— no. 10 _ Tasche von LOuIs VuITTON, Fr. 9600.— no. 11 _ Schuhe von mANOLO BLAHNIK, Fr. 1260.—

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Collection Villeret ( rĂŠf. 6639-3431-55B )

www.blancpain.com


Weltwoche sTiL no. 6

m U s T- H Av e s

Fashion

BROKAT

und Jacquard, Samt sowie Seide – aus diesen Stoffen sind Träume und opulente Outfits für dunkle Nächte. Die Designer brachten Versailles in unsere Zeit, vive la reine.

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no. 1 _ Schuhe von BruNO FrIsONI, Fr. 1760.– no. 2 _ Armreif von HErmÈs, Fr. 124 800.— no. 3 _ Armreif von mArNI, Fr. 247.– no. 4 _ Outfit von drIEs VAN NOTEN, Preis a. A. no. 5 _ Outfit von dOLCE & GABBANA, Preis a. A. no. 6 _ Schuhe von NINA rICCI, Fr. 1345.— no. 7 _ Cape von ALEXANdEr mCQuEEN, Fr. 9773.— no. 8 _ Outfit von OsCAr dE LA rENTA, Jacke: Fr. 2421.— Rock: Fr. 2064.— Schal: Fr. 445.— no. 9 _ Tasche von VALENTINO, Fr. 1155.— no. 10 _ Schuhe von rOGEr VIVIEr, Preis a. A. no. 11 _ Schuhe von CHrIsTIAN LOuBOuTIN, Fr. 2128.— no. 12 _ Tasche von BurBErry PrOrsum, Fr. 239.— no. 13 _ Outfit von BALmAIN, Preis a. A.

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ieses WeiHnACHTsFesT ACHTsFesT dürfen sie glitzern oder, noch besser, strahlen. Wir raten: schmücken sie sich mit fremden Federn. nicht umsonst heisst das deutsche sprichwort «Kleider machen Leute» auf englisch «Fine feathers make fine birds», was so viel bedeutet wie «Feine Federn machen feine vögel». mit diesem modestatement stehen sie festlich da. Glänzen sie und geniessen sie es. Aber seien sie vorsichtig bei der dosierung, denn wenn sie sich so schön in Gold-Lamé einwickeln, könnten sie anstelle der Geschenke zum Auspacken einladen – aber vielleicht ist das ja der Plan.

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Weltwoche sTiL no. 6

m U s T- H Av e s

Fashion

STRICK

Die feine Masche ist im Augenblick wenig gefragt. Je gröber und dicker, desto besser. Die Hütte fürs Après–Ski wird in diesen Outfits zum alpinen Catwalk. Ein Hoch auf die Gemütlichkeit. 3 2 1

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no. 1 _ Jacke von sTrELLsON, Fr. 549.– no. 2 _ Handschuhe von LOuIs VuITTON, Fr. 225.– no. 3 _ Stiefel von mOu, Fr. 505.– no. 4 _ Outfit von PrOENzA sCHOuLEr, Preis a. A. no. 5 _ Tasche von dOLCE & GABBANA, Preis a. A. no. 6 _ Outfit von PrINGLE OF sCOTLANd, Kleid: Fr. 2408.– Kilt: Fr. 682.– no. 7 _ Handschuhe von wINdsOr, Fr. 179.– no. 8 _ Outfit von mICHAEL KOrs, Kleid: Fr. 1767.– Handschuhe: Fr. 539.– Stulpen: Fr. 539.– Mütze: Fr. 403.– no. 9 _ Outfit von mATTHEw wILLIAmsON, Preis a. A. no. 10 _ Outfit von d & G, Jumpsuit: Fr. 1085.– Stiefel: Fr. 1289.– Gürtel: Fr. 130.– Skibrille: Fr. 1350.– no. 11 _ Outfit von mArC JACOBs, Preis a. A.

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eR WoHLFüHL-TRend HLFüHL-TRend lässt unsere Herzen höherschlagen. norwegermuster sind besonders gefragt und dolce & Gabbana schaffen es, dass sogar traditionelle strickmuster sexy und verführerisch daherkommen. Auf enganliegenden Jumpsuits laden sie zum Kuscheln ein. der als altmodisch geltende strick ist plötzlich modern und modisch. die schönsten begleiter für ihre skiferien finden sie hier. Und an alle Grossmütter: der selbstgestrickte Pullover ist diese saison ein Treffer unter dem Weihnachtsbaum!

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uck M h c ves S T

Weltwoche Stil No. 6

neW look

ha ER Must- SILkE WIch Von

Diese Weihnachten werden schlicht, aber elegant. Genau wie die Schmuckstücke, die Sie, hoffentlich, bekommen: klassisch, ästhetisch, schwarzweiss. Collier aus Weissgold mit Diamanten von buCherer: Preis a. A.; Ohrstecker aus Weissgold mit Diamanten von buCherer: Fr. 17 600.–

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bilder daNiel JaCKSoN

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ie häufigSte farbkombination in der mode? oder für die, die es gern genau haben: «Nichtfarbkombination»? Schwarzweiss natürlich. hahnentrittmuster, two-tone-Cocktailkleider, schwarze hose weisses Shirt — die beiden Pole ziehen sich an. und beim Schmuck? da hat es etwas länger gedauert, bis die idee mit den natürlichen Kontrasten umgesetzt wurde. Nachdem es vergangenen Winter erst bei einigen Stücken zu sehen war, ist es zurzeit die vielleicht häufigste farbzusammenstellung. Cartier etwa hat seiner «trinity»-Serie einen neuen look gegeben: die drei ringe aus rot-, gelb- und Weissgold erscheinen ab dezember erstmals in einem trio aus Platin, Weissgold mit diamanten und – tiefschwarzer Keramik. ein moder-

nes update dieses ewigen Werts. auch bucherer setzt in seiner aktuellen Kampagne auf Schwarzweiss: gleich bei zwei motiven stehen Schmuckstücke mit weissen und schwarz behandelten brillanten im vordergrund. trotz ihrer schlichten eleganz fallen die Kombinationen auf: der blick verliert sich in der tiefe der dunklen Steine, um dann umso mehr von den hell strahlenden begleitern gefangen genommen zu werden. und das beste: man muss nicht einmal überlegen, wozu man diese Kreationen tragen könnte: Schwarzweiss passt zu allem, nicht nur zu Schwarz und Weiss. N o. 1 _ Armreif mit Brillanten von buCherer: Preis a. A. No. 2 _ Ring «Allegra» (Weissgold mit Diamanten) von de griSogoNo: Fr. 24 000.– No. 3 _ Uhr von ChoPard: Fr. 1980.– No. 4 _ Ohrringe der «Trinity»Kollektion aus Keramik, Weissgold und Diamanten von Cartier: Fr. 12 600.–

November/dezember 2010

8-zeilen-Porträt daNiel JaCKSoN fotografiert Wurde die neue bucherer-Kampagne von daniel Jackson. der in New York arbeitende ehemalige assistent von Starfotograf david Sims fiel zuvor bereits etwa mit arbeiten für die schwedische modemarke acne oder den amerikanischen designer alexander Wang auf.


Weltwoche Stil No. 6

m u S t- h av e S

SSchmuck Sc chm ch hmu muc uck ck

WinterSonne Winter

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CoCktailS anD the roCkS oN eiNem viruS spricht man, einem gelbfieber, das ausschliesslich

frauen befällt, aber männern schlaflose Nächte bereitet. Peretti-Kollektion «Diamonds by tiffany & Co. hat vor kurzem die Kollektion «Yellow diamonds» the Yard» aus Gelbgold mit Gelblanciert, Schmuckstücke mit gelben diamanten, die so unwiderstehdiamant: Preis a. A. No. 2 _ Ringlich leuchten, dass ihr anblick so manche nicht mehr loslässt. Nur einer von kollektion «Bezet» aus Gelbgold mit Gelbdiamant: Preis a. A. 10 000 diamanten besitzt die seltene gelbe färbung, die sich wie warmer N o. 3 _ Ring «Bezet» aus Gelbgold Sonnenschein über die haut legt. veredelt wurden die «Yellow diamonds» im mit Gelbdiamant und WeissdiaKissenschliff, design und formen erinnern an frühere tiffany-Schmuckstücke. manten: Preis a. A. N o. 1 _ Anhänger aus der Elsa-

früher Sagte man «dinner rings»,

heute heissen sie Cocktail-ringe, warum, weiss man nicht genau. So oder so: zur festsaison kommen sie in warmen braun- und rottönen daher, farblich irgendwo zwischen Whiskey Sour und Campari orange.

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naDjaS FreunDe Swarovski glänzt diesen Winter zum siebten Mal mit aussergewöhnlichen Designer-kollaborationen

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mattheW WilliamSoN William und zaha hadid

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waren bereits da, Karl lagerfeld ist gern gesehener gast, und auch jungen designern begegnet man häufig im atelier Swarovski. Neben Christopher Kane hat Nadja Swarovski für die siebte Saison londoner Nachwuchs-Stars wie marios Schwab, Kirt holmes oder holly fulton eingeladen, dem klassischen Swarovski-Kristall verleieinen – genau – ganz neuen Schliff zu verlei hen. für freunde von Namedropping: für die frühjahrskollektion sind bereits mark fast und Joseph altuzarra gesetzt. No. 1_ Halskette von Kirt Holmes für atelier SWarovSKi: Fr. 279.– No. 2 _ Armkette von Christopher Kane für atelier SWarovSKi: Fr. 398.– N o. 3 _ Brosche von Karl Lagerfeld für atelier SWarovSKi, Fr. 348.–

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N o. 1 _ Brünierter Weissgold- und Roségoldring mit Cabochon-Korallenstein und Diamanten von Pom Pom bY Pomellato: Preis a. A. N o. 2 _ Ring in Rotgold mit Rauchquarz, Turmalinen, Diamanten von Kurz: Fr. 5900.– N o. 3 _ Ring in Gelbgold mit Mandarin-Granat, Diamanten und Smaragden von bulgari: Fr. 215 000.–

bild KPa (KeYStoNe)

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Weltwoche Stil No. 6 ty u a e ves B

en ha Must- leska Jans a Von V

Sterne im GeSicht Jetzt ist wieder Zeit zum Glitzern. Für alle, die schon immer wie eine Diva aussehen wollten: Leuchtende Augen, strahlende Lippen und sexy Fingernägel sorgen für den Vedetten-Auftritt. Nagellack «Bronze Libertine» von dior , Fr. 37.–

Schimmerpuder «Or Impérial» von GUerlaiN , Fr. 90.–

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«in erster Linie zählt die Silhouette. niemals überfrachten, nie zu viel Fantasie, das geht auf Kosten der Anmut.» – Yves Saint Laurent

r FAVo rit

unserer Beauty-redaktorin

Damit der Auftritt gelingt und ein bisschen dramatisch wird, gilt aus − nahmsweise: Dick auftragen erlaubt. Lipgloss «Lèvres Scintillantes» und Lippenstift «Rouge Coco» von cHaNel , Fr. 40.– / Fr. 45.–

meiN PerSöNlicHer liebliNG:

mit dem neuen «essence absolue» von Shu Uemura werden trockene Haarspitzen sofort sichtbar geglättet. egal, ob Hochsteckfrisur oder offene mähne, ungepflegte Spitzen müssen nicht mehr sein. Und dann noch dieser duft – zum Süchtigwerden! 150 ml Fr. 70.–.

November/dezember ovember/dezember 2010

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b WarmeS Gold

oder kühles Silber, das müssen Sie entscheiden. Sogar die Haare dürfen mit dem Gesicht um die Wette glänzen. mit Glitzerpartikeln angereichert, funkeln die neuen texturen wie ein meer aus diamanten. Perlmuttpuder setzt akzente, die verführen, und Highlighter sorgen für ein leuchtendes Gesamtbild. damit der auftritt gelingt und ein bisschen dramatisch wird, gilt ausnahmsweise: dick auftragen erlaubt (partiell auf jeden Fall). eine regel sollten Sie allerdings beachten: bitte keine Glitzergarderobe zum Glitzermake-up – man will Feste feiern, nicht Fasnacht. am edelsten wirken Glimmerakzente zu Schlichtem, Schwarz zum beispiel.

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Perlmuttpuder «Poudre Secrète» von t. leclerc, Fr. 59.–


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Weltwoche STil No. 6

SEChS UhR Silber, Schwarz, Rot und (wenig) Gold. Die Frau, die bei diesen Farben an Weihnachten denkt, denkt vermutlich auch an jemanden, dem sie etwas schenken will. Eine gute Idee – und viele glückliche Männer.

No. 1 _ AUDEMARS PIGUET « Chronograph Royal Oak Offshore Jarno Trulli», dem Rennfahrer gewidmet, aus Karbon, Cermet und Titan. Kaliber 3126/3840. Preis a. A.

No. 2 _ EBEL « Classic Hexagon», aus Edelstahl und Saphirglas.Kaliber 303. Preis: Fr. 2750.— No. 1

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No. 3 _ ETERNA «madison Eight-Days», mit Eterna Spherodrive aus Edelstahl und Saphirglas. Kaliber 3510. Preis: Fr. 11 950.—

No. 4 _ IWC «Da vinci Perpetual Calendar», Edition Kurt Klaus, aus Rotgold und Saphirglas. Kaliber 79261. Preis: Fr. 41 000.— No. 3

No. 4

No. 5 _ oMEGA «Seamaster Aqua Terra XXl Small Seconds» aus Orangegold, Saphirkristall und Alligatorleder. Auch in Edelstahl erhältlich. Kaliber 2211. Preis: Fr. 17 200.—

No. 6 _ JAEGERLECoULTRE

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No. 6

NOvEmbER/DEzEmbER 2010

«AmvOX5 World Chronograph», aus Hightech-Keramik mit Rotgold oder Titan. limitiert auf 300 Stück. Kaliber 988. Preis: Fr. 20 200.—


Weltwoche STiL no. 6

EWS yk N e s z Rei JuRc

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unTer den wolken

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inE REVOLuTiOn lösten sie aus, in Mittel­ und Osteuropa, die flämischen Maler des 15. und 16. Jahrhunderts – eine künstleri­ schE. Mit neuer bildsprache und neuen Mal­ techniken setzten Jan van Eyck oder Rogier van der Weyden zeichen und beeinflussten damit auch den jungen Albrecht Dürer. 300 umstürzlerische Werke der «flämischen primitiven» sind jetzt in der Ausstellung «Van Eyck bis Dürer» im groeninge­ museum in brügge zu sehen (bis 30. Januar 2011). Als Vorbereitung für brügge, nicht die Maler, den film «in bruges» (mit Colin farrell) anschauen.

in nEW YORK steht der Tannen­

baum schon ab dem 25. novem­ ber, und zwar einer der Super­ lative: 30 Meter hoch, acht Tonnen schwer, geschmückt mit 30 000 Lichtern und – als krönender Ab­ schluss – einer Spitze aus Swarovs­ ki­Kristallen. Die traditionelle «Tree Lighting Ceremony» ist der perfekte Startschuss für das Christmas­Shopping. ROCKEfELLER pLAzA,

www.rockefellercenter.com

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gROEningEMuSEuM, Dijver 12, 8000 brügge,

Tel. +32 50 44 87 51, www.brugge­centraal.be

über den wolken

Sandmann giORgiO ARMAni eröffnete sein erstes Hotel: minimalistisch,

elegant, edel – und im höchsten gebäude der Welt, dem burj Khalifa in Downtown Dubai. Teilweise auch geeignet für gäste mit Höhenangst: Die 160 Studios und Suiten liegen auf den ersten acht Stockwerken sowie den Stockwerken 38 und 39. ARMAni HOTEL DubAi,

Tel. +971 4 888 38 88 dubai.armanihotels.com

MObiL nACH HAuSE telefonie­ ren geht jetzt auch an bord von Singapore Airlines. Ab dem ers­ ten Halbjahr 2011 können passa­ giere auf 10 000 Meter Höhe tele­ fonieren, mit dem eigenen Telefon. und per WLan gelangt man im grössten passagierflugzeug der Welt, dem A 380, in das World Wide Web.

www.singaporeair.com

weiSSfahren ES gibT LEuTE, die mögen die Vorsaison am liebsten,

und an solche richtet sich dieses Angebot: bis zum 19. Dezember bekommt man den Skipass geschenkt, wenn man in einem Hotel in Klosters oder Davos eincheckt. Davoser Häuser öffnen ab dem 26. november, Klosterser ab dem 3. Dezember (einige auch schon früher). und, keine Sorge, auf den pisten wird Schnee liegen. infORMATiOnEn unTER www.davos.ch/winter.html


Auf dem schnellsten Weg ins Spielerparadies… Täglich nonstop ab London mit British Airways * – damit Ihnen möglichst viel Zeit vor Ort bleibt! Ganz egal, ob Sie sich für das Hotel Mandalay Bay, Bellagio oder The Venetian entscheiden – gerne organisieren wir Ihren massgeschneiderten Las Vegas Aufenthalt mit Musical, Show Ticket oder in Kombination mit den grossartigen Nationalparks im Umland. Mit Skytours entscheiden Sie sich für einen Spezialisten, der die Leidenschaft für die USA mit Ihnen teilt. Einer, der dort so gut wie zu Hause ist. Der die versteckten Winkel kennt und der weiss, wann wo was angesagt ist. Für Sie heisst das: grösstmögliche Individualität beim Reisen. * mit optimalen Anschlüssen ab/bis Zürich, Basel und Genf

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Weltwoche Stil No. 6

eWs n n Woh lenoir elia Von D

sitzsack

twEEd à gogo Die marKe bietet very britische Kleidung wie z. B. Jacketts für die moorhuhnjagd sowie Stücke, die zürcher Bankangestellte am Wochenende tragen können (rugbyShirts etwa). Das Geschäft am paradeplatz, nebenbei, ist eingerichtet wie ein londoner townhouse.

KeiN rahmeN, nur Schaumstoff, sonst nichts. aber ein Bestseller, den man nicht ignorieren kann. Das «togo»-Sofa hat sich seit 1973 über eine million mal verkauft und steht u. a. in der lobby des legendären «Standard hotel» in hollywood. Jetzt gibt es eine neue Special edition, mit einem Bezug, der «Shanghai» heisst. liGNe roSet, Dreikönigstrasse 21, 8002 zürich, tel. 044 202 48 94. www.ligne-roset.ch

hasEnpfotE

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SChNee, eiN oFFeNer Kamin und ein Fell; wer es diesen Winter zu hause gemütlich haben will, für den gibt es Kürschnerhandwerk aus Graubünden. Die hasen werden in europa eingekauft und vor ort gegerbt und genäht (Kissen ab Fr. 225.–, plaids ab Fr. 1850.–).

z. B. bei herzliCh, Seefeldstrasse 12, 8008 zürich, tel. 044 260 36 60. www.herzlich.ch

haCKett, paradeplatz 4, 8001 zürich,

tel. 044 211 00 77

zurich-lEs-bains

Elefant im zimmer

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DaS erSte thermalBaD zürichs (mit Wasser aus der aqui-Quelle) steht im hürlimann-areal (offen ab anfang Dezember). man kann das Wellness-programm unten, im tonnengewölbe der ehemaligen Brauerei, beginnen und in dem sich im Freien befindenden Dachbad ganz oben beenden. Von dort hat man einen schönen Blick über die Stadt.

poNtaN aSSoziert

man Farbe eher mit Catwalk und Fashion als mit einem Wohnzimmer. aber weil es auch inneneinrichtungstrends gibt, fanden wir dort die it-Farbe der Saison. Diesen Winter heisst sie «elephant’s Breath». Weicher als das im augenblick ebenfalls gefragte türkis, wechselt sie an der Wand (Bild oben) je nach lichteinfall ihren ton. Klar, sie bleibt grau, doch Grau ist nicht Grau, wenn der britische traditionshersteller Farrow & Ball, bei dem Farben noch selber gemischt werden, diesem ton zum Beispiel ein wenig rot beifügt. Damit die Bewohner in ihrem livingroom zwar schön entspannen können (Grau beruhigt), aber nicht gleich einschlafen (red alerts). Vor ein paar Jahren produzierte der britische Künstler Chris ofili aus elephant’s dung Kunstwerke, die heute zu den teuersten zeitgenössischen gehören. Gut möglich, dass «elephant’s Breath» ein Star der Wohnkunst wird. FarroW & Ball, z. B. bei redbox, Seestrasse 9, 8702 zollikon, tel. 043 499 74 25. www.farrow-ball.com

NoVemBer/DezemBer 2010

thermalBaD & Spa züriCh, Brandschenkestrasse 150,

8002 zürich. www.thermalbad-zuerich.ch


WeltWoche stil  no. 6 Weltwoche stil  no. 6 tina  Panitsas   Jonas  unger  (styling) (Bilder)

chez   Vuitton

etwas von louis Vuitton kaufen können viele.   in das haus der Familie dürfen nur   wenige. deshalb haben wir dort fotografiert.  

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Bild  Max MusterMann

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Bild  Max MusterMann

WeltWoche stil  no. 6

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DIESE SEITE: Mantel aus Wolle, Polyester, Acryl und Nylon: Fr. 2900.—; Ring «Lock It» aus Plexiglas, vergoldet: Preis a. A.

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WeltWoche stil  no. 6 DIESE SEITE (und SEITE 48/49, 52): Kleid aus Kaschmir und Seide: Fr. 4750.—; Schuhe aus Satin mit Krokodillederabsatz: Fr. 960.—; Ohrringe «Rouge Fauviste» aus Plexiglas und Gold: Fr. 275.—. SEITE 48/49: Tasche «Neo Speedy» aus Krokodilleder: Fr. 24 300.—.

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WeltWoche stil  no. 6 REchTS: Ecru-Pullover aus Wolle: Fr. 1370.—;

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Armreif «Favorit», lackiert: Fr. 345.—.

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WeltWoche stil  no. 6

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WeltWoche stil  no. 6 LINKE SEITE und SEITE 58: Kordsamt-Mantel: Fr. 7250.—; Wollschal «Mini Monogram Shawl», 70 x 70 cm: Fr. 355.—; Schuhe aus Samt mit Strass: Fr. 1530.—; Tasche «Neo Speedy PM», Krokodilleder: Fr. 22 900.—.DIESE SEITE: Tasche «Miniaudière Trésor», Krokodilleder: Fr. 5200.—.

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WeltWoche stil  no. 6

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DIESE SEITE: Korsett aus Wolle und Polyester mit Schulterträgern aus Samt: Preis a. A. haare/Make-up: VÉRONIQUE MAROT, Model: hANA JIRIcKOVA

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WeltWoche stil  no. 6 VoM krokodil zuM koFFer in asnie` res, wo vor über 150 Jahren der koffermacher louis Vuitton eine Firma gründete,  gibt es ein atelier für leute, die eine transportaufgabe haben. um sie zu lösen,  braucht es das, was im unternehmen savoir-faire heisst. Von Mark Van huisseling

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IE ADRESSE IST «Musée Louis Vuitton,

Aufträge von Kunden, die etwas wollen, das sie in den Läden des Unternehmens nicht finden können. Das Atelier sei die Adresse für Leute, die eine Transportaufgabe gelöst haben wollen, sagt eine Sprecherin des Unternehmens. Leute, mit anderen Worten, wie zum beispiel der Japaner, der ein Lederetui haben wollte – für seine Plastikente, die auf Reisen immer mitmuss. Vermutlich muss man zwei Anforderungen erfüllen können, wenn man als Unternehmer in diesem Geschäft Erfolg haben will: das handwerk im Griff haben und, zweitens, Wünsche der Kunden ernst nehmen können. Gustavo Santaolalla, ein Komponist («brokeback Mountain») aus Argentinien, brauchte einen Koffer für seine Ronroco, eine Art Laute aus bolivien und Peru mit zehn Saiten. Marc Jacobs brauchte einen für Daisy und Alfred, seine bullterrier, die er mitnimmt, wenn er von New York, wo er lebt, nach Paris fliegt, wo er arbeitet; Jacobs ist Designer der Louis-Vuitton-Prêt-à-porterKollektion – die Kleider und Accessoires unseres

die   ManuFaktur

250 Mitarbeiter, 50 davon handwerker-Meister, bearbeiten sogenannte «Special Orders», etwa handtaschen aus «exotischem» Leder, die an Modeschauen gezeigt werden.

Erhältlich bei Coop verkauft keinen Wein, Champagner und Schaumwein an Jugendliche unter 16 Jahren. www.coop.ch

rue Louis Vuitton» und zeigt ein wenig, wie viel der Koffermacher mit Namen Louis Vuitton, der 1854 in Asnières bei Paris ein Unternehmen gründete, (und seine Nachfahren sowie deren Mitarbeiter) erreicht hat. Wie meistens, wenn man etwas Grosses zurückverfolgt, lernt man, dass alles mit einer ziemlich, vielleicht nicht «kleinen», sondern, sagen wir, «überschaubaren» Idee anfing. Und die ging so bei Monsieur V.: «Meine Firma stellt Koffer her, nicht Möbel. Was zwei Männer nicht tragen können, sollen andere machen.» 156 Jahre später heisst Asnières Asnières-surSeine, hat eine rue Louis Vuitton, und dort befindet sich, immer noch, ein Atelier, in dem Koffer und andere Gepäckstücke, zu einem grossen Teil von hand, hergestellt werden. 250 Mitarbeiter, 50 davon handwerker-Meister, bearbeiten sogenannte «Special Orders», etwa handtaschen aus «exotischem» Leder, die an Modeschauen gezeigt werden. Und erledigen

El Cava de Barcelona OKTObER/NOVEMbER 2010


WeltWoche stil  no. 6

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Die Überseekoffer (franz. malle)  stammen aus der Museumskollektion von Louis Vuitton und sind nicht käuflich.

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WeltWoche stil  no. 6 Patrick-louis Vuitton, 59-jähriger nachfahr des Firmengründers und selber   koffermacher, wollte einen kasten, in dem er seine Wasserfarben   unterbringen kann (aussen braunes krokodil-, innen rotes ziegenleder; er malt gerne).

Models auf den vorhergehenden Seiten hat er entworfen (und er sagt nicht «Koffer», sondern «Zuhause weg von zu hause» zu dem Gepäckstück, das für seine hunde gebaut wurde). Oder Patrick-Louis Vuitton, der 59-jährige Nachfahr des Firmengründers (fünfte Generation), selber Koffermacher von beruf, wollte einen Kasten, in dem er seine Wasserfarben unterbringen kann (aussen braunes Krokodil-, innen rotes Ziegenleder; er malt gerne). Seit einigen Jahren gehört das Unternehmen nicht mehr den Vuittons respektive Louis Vuittons, wie sie sich zu Ehren des Gründers und ihres Vorfahren nennen. Sie haben die Mehrheit verkauft an bernard Arnault, den reichsten Franzosen (28 Milliarden Dollar, Platz sieben der Forbes-Liste), der die beteiligung in seine Gruppe Moët hennessy Louis Vuitton S. A. aufgenommen hat. Das savoir-faire, wie das in der LVMh-Sprache heisst, so sieht es aus, bleibt erhalten chez Vuitton, auch wenn man zu einem Konzern gehört. Im Atelier von Asnières arbeiten zwei Schlosser, die ausschliesslich Schlösser

herstellen für die Gepäckstücke. Seit es das Unternehmen gibt, sagen sie, habe man jedem Schlüssel eine Nummer gegeben. Und falls ein Kunde seinen verliert (zu einem Überseekoffer aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts vielleicht), können sie ihn nachmachen. Wenn wir es von früher haben: Erst wurden Koffer bemalt, später bedruckt mit dem Louis-VuittonMarkenzeichen. Um sich vor Nachahmern und deren Kopien zu schützen, hat man das Zeichen insgesamt vier Mal geändert. heute wird das damier  (Schachbrettmuster) verwendet sowie das LV-Monogramm (monogram canvas)  mit einer blume, von der sie, übrigens, nicht einmal im Museum wissen, woher sie kommt, angeblich; sie könnte aus Asien sein, ein katholisches Symbol oder von einem Familienwappen übernommen worden sein. Was nicht geändert wurde, in den vergangenen 156 Jahren, ist das businessmodell: Louis Vuitton stellt Koffer her, nicht Möbel. Was zwei Männer nicht tragen können, sollen andere machen.

FOLLOW YOUR CONVICTIONS «ICH MÖCHTE NICHT LEBEN WIE ALLE. ICH MÖCHTE NICHT REDEN WIE ALLE. ICH BIN ICH SELBST.» Aus “Looking after number one“ - Bob Geldof 1976 Sir Bob Geldof - Musiker, Aktivist, Unternehmer

Sir Bob Geldof ist sich bei allem, was er getan hat, immer treu geblieben – von der Gründung einer Band bis hin zu seiner Erhebung in den Adelsstand. Bei Maurice Lacroix fertigen wir unsere einzigartigen Uhrwerke und preisgekrönten Designs von Hand – weil wir, wie auch Sir Bob, unserer Überzeugung folgen. Weitere Informationen finden Sie auf www.MauriceLacroix.com Pontos Chronographe

OKTObER/NOVEMbER 2010

Wir danken den Mitarbeitern von Louis Vuitton in Genf und Paris. besonderen Dank den Verantwortlichen des hauses sowie des Museums von Vuitton in Asnières.


WeltWoche stil

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der erste «el Primero striking 10th» oder die Weiterent− ­wicklung einer Weiter − entwicklung.

rechts: einer seiner vorgänger war ein held der arbeit, way to go.

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von nicholas Foulkes

das ist die Geschichte eines fabelhaften schweizer uhrwerks und einer Firma, die nicht schätzte, was ihre mitarbeiter entwickelt hatten. die Geschichte auch vom untergang der Firma sowie dem verlust des fabelhaften Werks. und von der rettung – dank eines ungehorsamen, Pardon, uhrmachers. november/ dezember 2010


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bild ild max max mustermann

ist zur端ck


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1865 von Georges Favre-Jacot gegründet, zählte zenith damals wie auch heute noch zu den grossen namen der schweizer uhrmacher.

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IE 1960ER JAHRE waren eine Zeit des Kräftemessens: Wett-

rüsten in der Waffenindustrie, Wettkampf um die Eroberung des Weltalls und, in der Schweiz, Wettlauf bei der Entwicklung des ersten automatischen Chronografen-Uhrwerks. Auf der einen Seite stand das unternehmerische Vorhaben von Breitling/Heuer, unter dem Namen «Chronomatic» bekannt, auf der anderen Seite arbeitete Zenith in Le Locle an der Entwicklung eines eigenen Uhrwerks. Automatische Zweizeiger- und Dreizeigeruhren entwickelten sich in den späten 1950ern zur Norm. Trotzdem blieb der Chronograf bis zum Ende der Sechziger standhaft und liess sich weiterhin nur von Hand aufziehen. Im weiteren Verlauf der Dekade sanken allerdings die Verkaufszahlen, was die Big Player in diesem Marktsegment, Heuer und Breitling, beides Chronografenspezialisten, zum Handeln zwang. Ersterer sicherte sich sein Herrschaftsgebiet am Boden mit seinen Verbindungen zum Motorradsport, während Breitling den Luftraum dominierte, da man sich mit einem vergleichslosen Aviatik-Erbe brüsten konnte. Nichtsdestotrotz war es Zenith, die mit hauchdünnem Vorsprung den Sieg errang. Die beiden Konkurrenten wurden regelrecht vorgeführt, indem man das neue Uhrwerk «El Primero» taufte. Zum Zeitpunkt der El-Primero-Lancierung war Zenith über hundert Jahre alt und hatte einen Stammbaum aufzuweisen, der das Unternehmen unter den Branchenleadern platzierte. 1865 von Georges Favre-Jacot gegründet, zählte Zenith damals wie auch heute noch zu den grossen Namen der Schweizer Uhrmacher. Favre-Jacot war ein Präzisionsfanatiker. Neben einer Liste von Patenten und «Observatory Timing»-Auszeich-

nungen – den Erkennungszeichen der besten Uhrenbauer des 20. Jahrhunderts – konnte Zenith auch Berühmtheiten in ihrem livre d’or verbuchen. Polarforscher Roald Amundsen war ein Zenith-Uhren-Träger, und Louis Bleriot, der Luftfahrtpionier, zählte ebenfalls zur Kundschaft. Anfang der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellte Zenith bereits die gesamte Produktpalette von Armbanduhren her – von eleganten, festlichen Exemplaren über schlichte Goldscheiben für ums Handgelenk bis zu Tiefseetaucheruhren mit Stahlbändern und speziell geformten Gehäusen, um dem Wasserdruck mehrere hundert Meter standzuhalten. Auch gab es Militäruhren und, natürlich, Chronografen, was uns zum ElPrimero-Uhrwerk bringt. Verglichen mit seinem Rivalen der Projektpartner Breitling-Heuer, die nach dem Baukastenprinzip ein Chronografen-Uhrwerk mit einem Basiskaliber verbanden, wartete das El Primero mit einem integrierten, ganzheitlichen Design auf. Zu diesem kam eine ungewöhnlich hohe Taktfrequenz; mit 36 000 Vibrationen pro Stunde ist das Werk in der Lage, Zehntelsekunden aufzuzeichnen. Diese Frequenz gilt auch heute noch als äusserst hoch, vor gut vierzig Jahren aber war sie herausragend, umso mehr als das Uhrwerk in Serienfertigung tausendfach produziert werden sollte. Eine eindrückliche Errungenschaft, die allerdings, kaum lanciert, bereits schon wieder überholt war. Innerhalb weniger Jahre wurde die Schweizer Uhrenindustrie von einem Tsunami billiger und übernatürlich genauer batteriebetriebener Quarzuhren überflutet. So verblassten die Aufregung der Zenith-Uhrmacher bei der El-Primero-Lancierung und der Stolz über ihre herausragende Errungenschaft bereits 1975 zu blossen Erinnerungen.

BILDLEGENDEN

RECHTS

LINKS _ gESENKE zur Herstellung der Bestandteile von Zenith Kalibern. _ FaSSadE dEr maNuFaKtur in Le Locle _ GFJ steht für Georges Favre-Jacot, den Gründer .

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1 0 1 0 C H RO N O S P O RT - L I M I T I E RT E E D I T I O N

Eine einzigartige Begegnung zwischen der hohen Uhrmacherkunst und der hohen Schreibkunst. 500 Exemplare, die k端hnes, sportliches Design mit vollendeter Swiss Made Ausf端hrung verbinden. D I E U LT I M AT I V E S C H R E I B L E I S T U N G

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die Wiedergeburt der marke zenith begann mit dem vorausblickenden akt eines mitarbeiters, der sich befehlen bewusst widersetzte.

1971 kaufte die Zenith Radio Corporation of America (RCA) die gleichnamige Uhrenmarke. Wenig Rücksicht nehmend auf das ein Jahrhundert umfassende Know-how in der Feinuhrenherstellung, entschied deren Management vier Jahre später, dass die Manufaktur in Le Locle die mechanische Produktion einstellen und sich auf die Herstellung von Quarzuhren beschränken sollte. Die für die mechanischen Uhrwerke sowie das El Primero verwendeten Werkzeuge wurden verscherbelt. Vielleicht nicht ganz vergleichbar mit der Brandschatzung der Bibliothek von Alexandria im vierten Jahrhundert, stellte dies gleichwohl einen äusserst umstrittenen Entscheid dar, der direkt ins Herz der Marke zielte. Glücklicherweise entschloss sich ein Zenith-Mitarbeiter namens Charles Vermot dazu, nicht tatenlos zuzusehen, wie das Firmenerbe verschrottet wurde. Sein Entscheid, Werkzeuge, Pressmaschinen und andere Komponenten eigenmächtig zu verstecken, fand als Anekdote Eingang in die Uhrmacher-Folklore. Und weil Vermot ein Schweizer Uhrmacher war, zu dessen Tugenden Präzision in allen Bereichen zählte, wurde jedes von ihm gerettete Stück in einem Notizbuch katalogisiert. Hat Vermot intuitiv gewusst, dass mechanische Uhren eines Tages ein Revival erleben würden? Oder war sein Rettungsakt eine emotionale Geste mit dem Ziel, das zu bewahren, was er für einen wichtigen Teil des schweizerischen Patrimoniums hielt? Was auch immer, es ist auf jeden Fall unwahrscheinlich, dass er, selbst in seinen optimistischsten Momenten, vermutet haben könnte, dass die Fertigungsgeräte, die er gerettet hatte, in weniger als zehn Jahren bereits wieder zum Einsatz kommen würden. Doch das passierte. Und so begann die Wiedergeburt der Marke Zenith mit dem vorausblickenden Akt eines Mitarbeiters, der sich Befeh-

len bewusst widersetzte. Ohne Vermots Intervention hätte die Neuausrüstung geschätzte sieben Millionen Schweizer Franken gekostet. Kommt hinzu, dass das El-Primero-Werk seine besten Tage noch vor sich hatte. Über Jahre hinweg fand das Uhrwerk Eingang ins Innere anderer Erfolgsuhren; zu den bekanntesten gehört die «Daytona» von Rolex. Angesichts des Renommés der Rolex-Sportmodelle ist es logisch, dass auch die «Daytonas» aus der El-Primero-Ära ihre Gefolgschaft haben. Allerdings erfährt das El-Primero-Uhrwerk erst heute, vier Jahrzehnte nach seiner Lancierung und zum Zeitpunkt, da das Unternehmen Zenith zu der französischen Gruppe Moët Hennessy – Louis Vuitton LVMH gehört, die verdiente Wertschätzung. Weil das El Primero in der Uhrenwelt schon so lange ein Begriff ist, und weil der Wert 36 000 vph mittlerweile völlig selbstverständlich herumgereicht wird, muss daran erinnert werden: Es handelt sich dabei um eine Spitzenleistung im Bereich der MikroIngenieurswissenschaften, entwickelt ohne Hilfe von CAD-Programmen, die trotzdem dazu befähigt, eine Sekunde in so kleine Zeiteinheiten aufzusplitten, dass das menschliche Vorstellungsvermögen sie kaum mehr erfassen kann: Zehntelsekunden. Bis vor kurzem musste man noch sehr genau auf das Zifferblatt einer El-Primero-Uhr schauen, um darauf die Fünftelsekunden-Bewegungen ausmachen zu können. Doch dieses Jahr brachte Zenith einen Chronografen mit einem langen Zeiger heraus, der in zehn Sekunden eine Umdrehung, mit klaren Zehntelsekundenmarkierungen, macht. Innert einer Zehntelsekunde können wir zwar immer noch nicht reagieren oder mehr als eine Silbe äussern, aber immerhin wissen wir seit der «Striking Tenth» von Zenith, wie eine Zehntelsekunde aussieht.

BILDLEGENDEN

_ dEr rotor, das vielleicht wichtigste Teil eines El-Primero-Werks. _ dIE VErZIEruNg heisst Perlage, das gibt es nicht nur beim Champagner.

LINKS RECHTS

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links: Das chinesische Topmodel Liu Wen in elegantem Kleid und mit kostbarem Schmuck, fotografiert in glamouröser Umgebung. Das ist das Briefing für eine Estée-LauderWerbeaufnahme.

von sara allerstorfer (text)

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mit vier Produkten und der antwort auf eine grosse frage gründete sie ihr unternehmen. und berührt frauen, seit 1946.


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este´ e lauders Grundsatz, man müsse die Kundin berühren, falls man etwas verkaufen möchte, gilt bis heute.

«W

Früh nahm estée lauder auch in ihren Anzeigen das lebensgefühl der reicher werdenden kundinnen auf. Der Fokus lag  auf dem zu der creme passenden Auftritt: schöne Frau in eleauf diese Frage, um aus einem ein-Fraugantem kleid mit kostbarem schmuck, fotografiert in glaBetrieb  einen  kosmetikkonzern  zu  mamouröser umgebung. und das Produkt? es wurde erst in  chen  (einverstanden:  eine  gute  Antwort.  Plus  fünfzig  Jahre  den achtziger Jahren in die Anzeigen gebracht; früher, so sah  Arbeit). Als estée lauder 1958 diese Frage auf ihre Werbekames aus, brauchte man es nicht zu sehen. pagne schrieb, hatte sie nicht nur die teuerste creme der Welt  in den achtziger Jahren kam auch das hightech in die  zu dieser Zeit entwickelt, sondern auch marketinggeschichte  geschrieben. Damals kosteten cremes etwa 10 Dollar, ladenPflege.  neue  erkenntnisse  über  den  Alterungsprozess  der  geschäftsführer lachten nur – wer würde den zehnfachen Behaut liessen den markt für Pflegeprodukte stark wachsen.  trag zahlen? Doch sie hatten die Frauen falsch eingeschätzt,  kosmetikfirmen  übertrafen  sich  mit  neuen  errungendie sich nach luxus sehnten und deren hauptanliegen war,  schaften, investierten in Forschungslabors und schickten soestée lAuDer, ihrem mann zu gefallen. «re-nutriv», so der name der in eigar Forscher in den Verkauf, also zu Journalistinnen, damit  eigentlich Josephine ner  eleganten  Dose  angebotenen  creme,  wurde  nicht  nur  diese  die  kundinnen  von  der  Wirksamkeit  ihrer  Formeln  Esther Metzer. zum Bestseller, sondern estée lauder brachte damit das luüberzeugen konnten. mit dem damaligen Forschungsleiter  xusgeschäft in die Beauty-Branche. Zum richtigen Zeitpunkt. leben in  Daniel maes und später mit Daniel B. yarosh sowie nadine Pernodet leistete  luxus, Vergnügen und eleganz waren die Ziele des, damals erfundenen  und leistet estée lauder Pionierarbeit, auch hier. Durch die im september  Jetsets. ein lebensentwurf, den jeder dank einem neuen medium mit na- dieses Jahres lancierte «re-nutriv ultimate lift Age-correcting»-kollektimen Fernsehen mitverfolgen konnte. on setzt das unternehmen seine erfolgsgeschichte in der luxus-hautpfleestée lauder, eigentlich Josephine esther metzer, war die in Queens  ge fort. Dafür stützten sich Forscher auf ein recht junges Gebiet: die epigeaufgewachsene  tochter  von  einwanderern  aus  ungarn  und  der  ehema- netik, ein spezialgebiet der Biologie. sie befasst sich mit Zelleigenschaften,  ligen  tschechoslowakei.  mit  unterstützung  ihres  onkels  John  schotz,  die auf tochterzellen vererbt werden und nicht in der DnA-sequenz festgeeines chemikers, verkaufte sie Beauty-Produkte an schönheitssalons und  legt sind. Damit die Zellen, inklusive reparaturmechanismen, funktioniehotels.  Dank  ihres  Geschäftssinns  und  marketinggespürs  zählten  ihre  ren, braucht es energie, die von den mitochondrien, dem energiekraftwerk  Produkte bald zu den begehrtesten. estée lauder brachte nicht nur luxus  der Zellen, geliefert wird. Das Geheimnis der neuen creme liegt in der komund neue technologien in die kosmetik. sie ging auch als erste vor nach  bination von «life re-newing molecules», die die «kraftwerke» der Zellen  der  methode  «talk  and  touch»  («rede  und  berühre»).  Zum  ersten  mal  wieder aufladen, sowie energiespendender und straffender technologien.  einer, der, im eigentlichen sinne des Wortes, das Gesicht von estée  trauten sich Verkäuferinnen, der kundin einen tupfer creme auf die Wange  zu streichen, ihr einen hauch rouge aufzutragen oder ihr zu zeigen, wie  lauder heute strahlen lässt, ist tom Pecheux, der neue make-up-kreativsie ihre Augen besser zur Geltung bringen konnte. estée lauders Grund- direktor und ideenbringer bei den Farbprodukten. er verschaffte der marke  satz, man müsse die kundin berühren, falls man etwas verkaufen möchte,  zusätzlich  zur  Glaubwürdigkeit  im  Pflegebereich  modische credibility.  gilt bis heute. und damit ist nicht nur die tatsächliche Berührung durch  «Wir verstehen Beauty als mode-Accessoire, und die mode bewegt sich  geschulte und, vor allem, gestylte Beauty Advisors gemeint. Vielmehr soll  schnell», sagt er. «Beauty-Produkte sollen spass machen, spielerisch, sexy  die kundin durch verführerische Produkte, die aufgrund ihrer Qualität  und schön sein.» mit anderen Worten, zur zeitlosen eleganz kommt eine  und neuester technologien sichtbare ergebnisse liefern, berührt werden. moderne sicht von schönheit. Ann  ist  eine  creme  115  DollAr  Wert?» es brauchte bloss eine Antwort 

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Mehr Power braucht es nicht, um das von Grund auf neu entwickelte Manufakturwerk CFB A1001 von Carl F. Bucherer anzutreiben. Es verfügt über die erste zuverlässig funktionierende, peripher gelagerte Schwungmasse und vereint damit vollendete Ästhetik und progressive Technologie. Konzipiert wurde es auf Basis des ganzheitlichen Manufakturkonzepts «Evolution Technology», mit welchem Carl F. Bucherer eigenständige Wege in der Entwicklung von Werken und Mechanismen beschreitet, Bestehendes hinterfragt und intelligentere Lösungen anstrebt. Seinen perfekten Rahmen erhält dieser mechanische Mikrokosmos dank des markanten, unverwechselbaren Designs der Patravi EvoTec DayDate. www.carl-f-bucherer.com

AHEAD OF THE TIMES.


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«für jede frau, die sich selber verWöhnen möchte.» aerin lauders antwort auf die frage: «für welche frau ist ‹re-nutriv›, das Produkt, das die firma gross gemacht hat, gedacht?»

m

Beschreiben Sie das Konzept der «Re-Nutriv»Werbekampagne, bitte. Beim  Anblick  der  «re-nutriv»-Werbung  habe  ich  immer  gedacht, wie klassisch, elegant und schön sie doch sei. es   geht dabei immer um luxus, ob nun locker, entspannt oder   formell. Wir stylen die Anzeige immer sehr schlicht. Weil es  schwarzweissfotografie  ist,  tendieren  wir  dazu,  solide  schwarze  oder  weisse  Blusen  zu  verwenden,  schlichte  kleider, schönen schmuck – also zeitlose kleidungsstücke  und  Accessoires.  Die  gesamte  kampagne  basiert  auf  zeitloser eleganz.

ehr  Als  sechZiG  JAhre  nach  dem  ersten 

cremetopf haben die methoden und einstellungen von estée lauder das Gesicht der kosmetikindustrie  unwiderruflich  verändert.  und auch das Familienunternehmen hat ein neues Gesicht  bekommen, zumindest was die «re-nutriv»-linie betrifft.  Aerin  lauder,  enkelin  der  Gründerin  (Bild  rechts),  gibt  Antworten.

WeltWoche:  Frau Lauder, wie erklären Sie einem Kind, was

«Re-Nutriv» ist und kann? Aerin lAuDer: meine Grossmutter kreierte «re-nutriv» 

Aerin lAuDer

vor vielen Jahren. es ist eine unglaubliche Geschichte. es  «Grace Kelly Warum Schwarzweiss? geht darin um luxus, erstaunliche hautpflege und tolles  der Gegenwart» Als  estée  in  den  50er  Jahren  «re-nutriv»  zum  ersten  mal   make-up. Als ich ein kleines mädchen war, beobachtete ich  bewarb,  war  die  gesamte  Werbung  in  schwarzweiss.  Vom  meine Grossmutter immer, wenn sie sich für Partys zurechtmachte. ei- standpunkt des markenerbes aus fühlt sich unser kreativ-team immer zu  ne wunderbare erinnerung. sie mischte ihre «re-nutriv»-creme mit  schwarzweissfotografie hingezogen. sie wirkt ikonenhaft und stark. Aber  ihrer  Foundation.  Das  war  vermutlich  der  Beginn  der  «re-nutriv»- heute kann man nicht für alles schwarzweissfotografie verwenden. DesFoundation. halb sagten wir uns, lasst sie uns für «re-nutriv» aufsparen, weil sie wirklich das erbe der marke darstellt. Können Sie uns etwas über die Frauen erzählen, die Estée Lauder im Laufe der Jahre ausgewählt hat, um die «Re-Nutriv»-Linie zu repräsentieren? An welche Frau richtet sich «Re-Nutriv»? einige  der  schönsten  estée  lauder  modelle  waren  über  die  Jahre  das   An  jede  Frau,  die  sich  selber  verwöhnen  möchte,  sei  es  mit  make-up,   Gesicht  von  «re-nutriv»  –  Phyllis  connor,  karen  Graham  und  jetzt   sonnenpflege, Gesichts- oder körperpflege. sie ist eine Frau, die luxus  carolyn murphy. carolyn ist das perfekte Gesicht für «re-nutriv», weil sie  wirklich  versteht,  die  Qualität  zu  schätzen  weiss  und  eine  umfassende   ikonenhaft, elegant und schön ist. sie ist die Grace kelly der Gegenwart. erfahrung von eleganz liebt, von Anfang bis zum ende. Aerin lAuDer  ist Vice President und Global creativ Director. Zudem Botschafterin von «re-nutriv», dem wichtigsten Produkts des unternehmens

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Amerika, das ist auch ein Land â&#x20AC;&#x201D; das weiss man. Und wer erfahren will, wie es ist, muss fahren, fahren, fahren. Denn Amerika ist eigentlich die Strasse.

Von MARK VAN HUISSELING (Text) und TOM HALLER (Bilder)

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Oben: Memphis, Tennessee. Rechts oben: Nashville hat, wie Memphis, Musik im Namen (und ebenfalls bessere Tage gehabt). Rechts unten: der Mississippi, «Old Man River» — breit, träge, dreckig.

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MERIKA MACHT ES EINEM NICHT LEICHT, sich willkom-

men zu fühlen. Das beginnt damit, dass man sich im World Wide Web anmelden und eine Menge persönlicher Angaben machen muss (dauert ungefähr eine Viertelstunde) sowie Eintritt bezahlen (13 Dollar). Vor dem Einsteigen in das Flugzeug wird man drei Mal gefragt, ob man Waffen, Rauschgift oder lebende Tiere im Koffer mitführt. Nach dem Zehn-Stunden-Flug schliesslich darf man in das land of the free treten – nachdem man zum zweiten Mal eine Sicherheitskontrolle hinter sich gebracht hat (weil sie in Atlanta nicht unterscheiden können zwischen Transitpassagieren und solchen, für die der International Airport die final destination ist, angeblich; das ist nicht überall so). Das dauert weitere zwei Stunden ungefähr, aber es ist zu der eigenen Sicherheit, sagen einem Beamte. Im Hotel, wenn man auspackt, findet man heraus, dass der Koffer geöffnet wurde von einem Mitarbeiter der Behörde, mit Gewalt oder, falls das nichts brachte, mit noch mehr Gewalt – obwohl man ein Vorhängeschloss kaufte, für das die Mitarbeiter der Behörde einen Passepartout haben – und dass etwas Kleines fehlt (bei Ihrem Autor einmal eine Schachtel Streichhölzer, einmal eine Dose «Carex»-Lippenpomade). Doch auch das, steht auf einem Papier, das im Koffer liegt, war zu der eigenen Sicherheit (Was auch noch auf dem Papier steht: Wer sich beschweren oder klagen will wegen des kaputten Koffers, der fehlenden Streichhölzer, der Lippenpomade . . . don’t bother, alles in Ordnung rechtlich). Es gibt keine zweite Chance, einen ersten Eindruck zu machen, sagt man in Amerika. Heisst das, dass man wieder nach Hause reisen soll? Natürlich nicht. Man geht stattdessen essen, in Atlanta am besten Steak.

Das Steakhouse mit Namen «Bone’s» sei das beste des Landes, finden die Leser, die auch die Bewerter sind des Restaurantführers «Zagat». Ich teile ihre Einschätzung, obwohl ich, logisch, nicht in jedem Steakhouse war. Das Fleisch, auf jeden Fall, macht, dass man die Sicherheitskontrollen vergisst, und die Weinkarte (auf einem iPad), dass auch der kaputte Koffer den Kopf nicht mehr belastet. Am nächsten Morgen wird es früh Tag, sozusagen, denn auf dem itinerary steht: «Fahrt nach Asheville», 500 Kilometer. Was nicht auf dem Reiseplan steht, nebenbei, ist, in welchem Staat sich Asheville befindet, und ohne Eingabe des Staats funktioniert das GPS nicht. Die Befragung der Hotelmitarbeiter ergibt folgende Möglichkeiten: Tennessee, Kansas, Mississippi . . . (Die richtige Antwort wäre: North Carolina.) Enter the road. Kein Bericht über Amerika ist etwas wert ohne eine Beschreibung der Strasse. Damit meine ich nicht einen Strassenzustandsbericht, sondern ein paar Sätze über die Strasse als Gedankenentwurf. Das heisst, grössere Schreiber als ich – von Jack Kerouac («On the Road», schwer zu begreifen heute) bis Cormac McCarthy («The Road», rather depressing) – haben es bereits gemacht, ich messe mich nicht mit ihnen. Sondern sage nur: Amerika ist eigentlich die Strasse. Zwanzig Prozent der Bevölkerung sind mehr oder weniger die ganze Zeit unterwegs. Auch deshalb bekommt man alles, was man essen und trinken kann, to go. Darum herum gibt es viel, manchmal etwas eintönige, aber fast immer schöne bis grossartige, sogar überwältigende Natur. Mehr schreibe ich dazu nicht, bitte sehen Sie sich die Bilder an. Was es nicht, oder zumindest nicht mehr, gibt, sind diners, wie man sie aus Filmen kennt. Restaurants, untergebracht in Eisenbahnwagen, die an der Strasse stehen, in denen die fünfziger Jahre nie auf-

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The road to New Orleans, nach einem Starkregen, wenn das Regenwasser, das von der Strasse spritzt, nicht mehr grau ist wie der Beton, sondern golden wie die Sonne. gehört haben, wo man jeden Tag und jede Nacht selbstgemachten Hackbraten bekommt, dazu dünnen Kaffee und Kirschkuchen, alles zu dem booth gebracht von einem Mädchen, das Stacy oder Wendy heisst, eine Uniform trägt und so süss ist, dass man sie fragt, ob sie mitkommen möchte, einsteigen in den 65er Mustang Fastback und die Welt sehen, oder wenigstens ein paar Bundesstaaten. Das ist vorbei, man hält chez «McDonald’s», «Arby’s» oder «Taco Bell», das süsse Mädchen hat frei, dafür ist ihre übergewichtige Kollegin da, die Chantelle oder Laetitia heisst. Wenigstens ist der Wagen ein Chevrolet Tahoe, ein Sport Utility Vehicle also, und so gross, dass er nicht in die Schweiz importiert wird, aber trotzdem überraschend wenig Benzin verbraucht (zirka 11 Liter auf 100 Kilometer, und die Fa. Kuoni, die diese Reise organisiert und bezahlt hat, hat auch die Emissionen kompensiert; www.myclimate.org). Was es auch nicht gibt auf Amerikas Strassen, so sieht es aus: Baustellen. Es hat Vorteile, wenn nicht investiert wird, jedenfalls so lange, bis die Strassen so sehr run down sind wie viele der Häuser, was aber noch nicht so ist. Darum ist man nach fünfeinhalb Stunden am Ziel, trotz erlaubter Höchstgeschwindigkeit von 65 Meilen (105 km/h). Asheville – «die Kleinstadt (75 000 Einwohner) zu Füssen der Blue Ridge und Great Smoky Mountains, bezaubert mit einer der höchsten Konzentrationen von Art-Déco-Häusern im Land und besticht mit bemerkenswerter Toleranz», steht im «Marco Polo Reiseatlas Südstaaten», und das kann man wiedergeben. Was der Autor mit «bemerkenswerter Toleranz» meinte: Viele New Yorker et cetera, die die grossen Städte verlassen haben, leben jetzt hier neben «Appalachen-Hinterwäldlern». Ausserdem gibt es Amerikas grösste Lesbengemeinde. Der Vorteil: Es

gibt auch gute vegetarische Restaurants, was wirklich nicht normal ist auf dem Land und besonders meinen Fotografen, der kein Fleisch und keinen Fisch isst, freute. Nashville und Memphis, beide liegen im Staat Tennessee. Beide haben Musik im Namen. Und beide haben bessere Tage gesehen. Die Anzahl guterhaltener Gebäude, die älter als, sagen wir, fünfzig Jahre sind, respektive die Anzahl neuer Gebäude (weniger als fünf Jahre alt) ist schätzungsweise drei (je Stadt). Trotzdem würde ich sagen, die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos (umgekehrt, als es der Wiener sagt). Was ich sagen will: Den Städten fehlen Investitionen. Man bekommt das Gefühl, die Welt mit Bestimmtheit und die Vereinigten Staaten vielleicht haben den Süden vergessen. In Nashville befinden sich, immerhin und immer noch, wichtige Studios, in denen Countrymusik aufgenommen wird, und Unternehmen, die diese Musik vermarkten; und Country ist nicht bloss eine Musikstilrichtung, sondern auch eine Industrie, eine gutverkaufende zudem (beim Nach-Nashville-Fahren Mittelwelle im Autoradio hören, vielleicht läuft «Grand Ole Opry», die älteste Countryshow des Landes, on air seit 1925). In Memphis hat seit einigen Jahren das Transportunternehmen Fedex seinen Sitz. Das ist gut. Weniger gut ist, dass die Stadt vom Zustand her an Detroit erinnert, mit schönem Wetter, kann man sagen. Memphis hat, ausserdem, den «Old Man River» Mississippi, der wirklich breit und braun ist, sowie Graceland (lesen Sie den Bericht auf Seite 79). Und die Beale Street, die am zweitmeisten besuchte Strasse Amerikas. Die meistbesuchte, nebenbei, ist die Bourbon Street in New Orleans (dorthin kommen Sie auch noch, falls Sie bis zum Ende mit mir unterwegs sind). Wenn wir es davon haben: Der Grund für die vielen Besucher der Beale und Bourbon

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Ein Gefühl, das jeder spüren will: die Sehnsucht nach Fahren und Finden, vor allem wenn man nicht genau weiss, wonach man sucht. Street ist, dass man dort jeden Abend ausgehen und feiern kann (live music et cetera). Das ist in Ordnung. Schade ist irgendwie, dass in der Mehrheit dicke mittelalte Männer in kurzen Hosen feiern und nicht ohne Alkohol lachen können oder wollen. In Nashville gibt es einige besuchenswerte Restaurants und Bars («Valentino’s», ein Italiener mit einem Maître d’ aus Thun, oder «Merchant’s», vermutlich die schönste Theke des Südens); Memphis hat «The Majestic Grille» in der Innenstadt, ein Restaurant aus der Zeit, in der es Amerika gutging. Then again, es sind weniger Sehenswürdigkeiten, die als solche beschrieben und verkauft werden, die einen Road-Trip durch Amerika erlebenswert und, tatsächlich, unvergesslich machen. Es sind Stimmungen, die einem das Gefühl vermitteln, das jeder spüren will, der in ein paar Ferientagen Tausende Meilen zurücklegt. Die Sehnsucht nach Fahren und Finden, vor allem wenn man nicht genau weiss, wonach man eigentlich sucht. Man findet dennoch – Augenblicke, in denen eine Stelle, an der zwei Strassen zusammenkommen, kurz bevor die Sonne untergeht, magisch wird. Warum das so ist, kann man beschreiben mit Worten, die zutreffen, aber das Erlebte nur schwach wiedergeben – weil das Licht, das Licht des Südens mit seinem weiten, grossen Himmel, schön ist. Oder der Augenblick auf der Fahrt nach New Orleans über die kilometerlange Brücke, die einen auf Pfeilern über Sümpfe führt, als der Starkregen aufhört und das Regenwasser, das von der Strasse spritzt, nicht mehr grau ist wie der Beton, sondern golden ist wie die Sonne, die schon wieder durch die Wolken dringt. New Orleans schliesslich. Ich war einmal dort vor dem Hurrikan, und ich kann sagen, es sieht immer noch gleich aus. Oder wieder gleich. Das

trifft es wahrscheinlich besser, immerhin wurden Milliarden Dollar ausgegeben, um Schäden zu beheben. New Orleans ist ein wenig wie Neapel – Schönheit und Hässlichkeit sind nahe beieinander. Es sind Gegensätze wie der Mond über der Bucht von Neapel und die Abfallberge auf den Strassen der Vororte, nur näher nebeneinander liegend. Die Balkone aus geschmiedetem Eisen im French Quarter, unter einem yellow moon, und die dicken, mittelalten Männer in kurzen Hosen mit Bierfl aschen in den Händen. What’s wrong? Warum sind die auch wieder hier? Oder ist, am Ende, nichts falsch? Braucht es Hässlichkeit, damit Schönheit entstehen kann, wie es Dunkelheit braucht, um Helligkeit sehen zu können? Ich weiss es nicht. Ich nähme New Orleans auch ohne dicke Männer und andere Touristen, was, of course, unmöglich ist (ausser einigermassen im Januar) und unsympathisch vom Entwurf her sowieso. Ein Satz zum Wetter auf der Reise in diesem Spätsommer: ein Rekord, seit Beginn der «Grand Ole Opry»-Show oder so wurden nicht mehr so viele Hitzetage nacheinander so spät im Jahr gemessen, die Temperaturen erreichten fast 100 Grad Fahrenheit (zirka 40 Grad Celsius). «Amerika macht es einem nicht leicht, sich willkommen zu fühlen», war der erste Satz. So sollte man eigentlich einen Bericht nie beginnen, falls man Leser dazu bringen möchte, selber hinzufahren, nicht wahr? Aber, vielleicht ist es so, dass der erste Eindruck zählt, aber der zweite bleibt. Was mir geblieben ist: Amerika ist nicht bloss New York, Los Angeles und San Francisco. Amerika ist auch der (arme) Südosten mit den vielen Schwarzen mit wenig Bildung. Mit Staaten, die es einem nicht leicht machen, sie als Tourist nur great und fantastic zu finden. Die es einem aber noch viel schwerer machen, sie wieder zu vergessen.

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NO. 6

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WELTWOCHE STIL

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WELTWOCHE STIL

NO. 6

Ein Tag im Leben von E−L−V−I−S Der König has left the building. Doch sein Haus ist die Extrameile wert, auch weil es so, sagen wir, normal eingerichtet ist.

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IE ADRESSE IST 3437 ELVIS PRESLEY BOULEVARD, und das ist

«Trader Vic’s»-Bar zum Beispiel, aber irgendwie auch ein wenig normal, jedenfalls für das Bild, das man von Elvis hat). Auf dem Tisch im Esszimmer gibt es Geschirr und Besteck und, ich will nicht schreiben, der Geist von Elvis sei auch noch in the house, man kann, mit etwas Vorstellungskraft, finden, der König habe bloss eben kurz left the building. Hinter dem Haus, in einem Teil des Gartens, von wo aus man angrenzende Grundstücke beziehungsweise Häuser darauf sehen kann – unvorstellbar heute, dass das Umland eines Superstar-Hauses nicht blickdicht ist –, befinden sich die Gräber von Elvis’ Eltern, seiner Grossmutter und von ihm selber (er lag zuerst auf einem Friedhof in Memphis, jetzt ist er hier, und das ist natürlich schon speziell). Wer noch Zeit hat (die Eintrittskarte ist im «Private Tour»-Deal inbegriffen), geht trotzdem noch kurz in den ElvisThemenpark. Und es lohnt sich, das Flugzeug («Lisa Marie»), eingerichtet nach den Wünschen von Elvis und Priscilla, anzusehen. Auch die Halle mit Autos ist interessant. Elvis gehörten unter anderem zwei Bentleys, zwei Stutz und ein Dino von 1975. Dieses eher kleine Ferrari-Einstiegsmodell kaufte er 1976, als er bereits ziemlich dick war und das Einsteigen mühevoll – gebraucht, für 20 000 Dollar.

Of fi ci al Pa rtne r o f Mic ha el Sc hu ma ch er

Me la nie Winige r photog ra phed by Mich el Co mte

www.nav yboo t.co m

schön, falls man Elvis war oder ein Fan ist. Alle anderen sollten sich nicht zu viel vorstellen unter dem Elvis Presley Boulevard, weil es sich dabei um eine Strasse handelt, wie es sie vielleicht 50 000-mal gibt in Amerika (breit, lang; mit Fast-Food-Restaurants, Tankstellen und Autoreparaturwerkstätten beziehungsweise Reifenhändlern). Von Memphis kommend, befindet sich auf der rechten Seite der, sagen wir, «Elvis Theme Park», den ich links liegenzulassen empfehle. Links der Strasse, ein wenig zurückversetzt und nicht sichtbar, wie es sich gehört für das Haus einer Berühmtheit, liegt Graceland, gebaut in den 1930er Jahren, das Elvis’ Zuhause war von 1957 bis zu seinem Tod 1977. Der kluge Reisende hat seine «Private Tour» zum Voraus gebucht (respektive von einem Kuoni-Mitarbeiter buchen lassen) und wird, an wartenden Touristengruppen vorbei, zu dem Hintereingang von Graceland gefahren. Das Haus ist hübsch, im in der Gegend häufig zu sehenden Antebellum-Stil (Säulen vor dem Eingang), aber ziemlich klein. Zahlreiche Zimmer darf man betreten und fotografieren, und dann lernt man, dass sie überraschend elegant und/oder einfallsreich eingerichtet sind (Wohnzimmer wie eine


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U−S−A The Place To Be Wo man wohnt bzw. was es auch noch zu sehen gab auf 2000 Meilen.

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o f No w h e r e Mi d d l e

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Newagic Orleans

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N o. 1 «BILTMORE HOTEL»,

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Asheville, North Carolina Als Vanderbuilt das Haus bauen bauen liess, war es das grösste private Gebäude Amerikas mit zirka 220 Zimmern. Heute ist’s ein Hotel. Angenehme Kleinstadt gleich ausserhalb des Parklands. N o. 2 «UNION STATION HOTEL»,

Nashville, Tennessee Es gab eine Zeit, als Architekten es in Städten der zweiten Reihe sozusagen mit New York aufnehmen wollten. Sie bauten Bahnhöfe. Heute kann man darin wohnen, in Nashville, nicht Gotham City. N o. 2a «MERCHANTS»,

401 Broadway, Nashville Es gibt nicht bloss Saloons, und auch keinen Stetson muss man tragen, falls

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man nicht will, in Nashville, Tennessee. Das «Merchants»-Restaurant allerdings ist zu schön, um beliebt zu sein bei Touristen, so sieht es aus. N o. 3 BEALE STREET, by night.

Memphis Restaurant- und Bar-Strasse. N o. 3a und 3b GRACELAND, Memphis

Wohnhaus von Elvis Presley. N o. 4 und 4a «MONMOUTH PLANTATION HOTEL»,

Natchez, Mississippi Im ehemaligen Stadthaus eines Plantagenbesitzers kann man heute wohnen und essen und im Park spazieren gehen (oder «Southern Comfort» trinken). N o. 5 FRENCH QUARTER,

New Orleans DANKE

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Wir danken den USA-Spezialisten der Firma Kuoni, die diese Reise geplant und möglich gemacht haben; Mitarbeiter in der Schweiz und in Amerika stellen Rundreisen nach Kundenwünschen zusammen.

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Willkommen in unserer Weihnachtswelt! Erleben Sie New Yorker Glamour, Bergweihnachten wie in Aspen und frรถhlichen L.A. Party-Style.


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Weltwoche Stil No. 6

Es gibt bestimmt Frauen, die angekommen sind, aber ich sehe diese auf dem Beifahrersitz. November/Dezember 2010


Weltwoche Stil No. 6

Die Seiten für den Mann No. 1  Der Silberrücken Es gibt Autos, in denen wird der Weg zum Ziel. Und es gibt den neuen Audi A7 Sportback, ein Auto zum Ankommen; für Männer, die angekommen sind. Wäre er ein Anzug, dann ein dunkelblauer aus Schurwolle (Qualität «Super 120»). Von Mark van Huisseling (Text) und gianmarco magnani (Illustration)

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November/Dezember 2010

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ch war gespannt auf die auf, dass einem nichts auffällt. desautobahn A81 (zwischen Singen Korrespondent männlich wahr­ Verabredung in Schinznach Das Interieur des A7 bzw. das, was und Stuttgart). Um, enfin, das genommen werden möchte. Son(Bad, nicht Dorf), wo die Fa. man von dem Wagen von dort rechte Pedal recht nach unten drüdern weil der A7, in meinen Augen, Amag sich befindet. Schliesslich sieht, ist das Gegenstück zu einem cken zu können respektive zu ein Männerauto ist. Es gibt bestimmt Frauen, die angekommen ging es darum, dass man mir eidunkelblauen Anzug aus Schurdürfen. In diesem Auto war das sind, aber ich sehe diese auf dem nen neuen Audi, den es offiziell in wolle (Qualität «Super 120»), einnicht so. Nicht weil der A7 mit 245 der Schweiz noch nicht gab zu die- reihig, drei Knöpfe. Gut, klassisch, PS kein starkes oder schnelles Auto Beifahrersitz. Und falls man eine sem Zeitpunkt (Anfang Oktober), rich-tig, aber nicht einfach, deswäre. Der Wagen, der zwar kein hinter dem Steuer sieht, sieht es halb emotional  zu werden. Den Mo- Sportwagen ist und auch keiner ein wenig aus, als würde sie das für einen Tag überlassen würde. tor lässt man durch Drücken eines Ich hatte schon über das Auto gesein soll, gibt einem das Gefühl, Auto des Mannes fahren, da ihres lesen («Audi A7 – noble Limousine Knopfs an – es handelt sich um man könnte, falls man möchte, die in der Garage ist. einen Dreiliter-Sechszylindermeisten Fahrzeuge um einen herim Kleid eines Coupés», Schweizer Auf dem Rückweg nach Schinzum überholen. Doch man möchte Illustrierte, oder «Mit dem A7 zieht Turbodiesel –, und sobald man nach, auf der Landstrasse kurz gar nicht. Der Sportback ist ein Audi einmal mehr neue Linien», den Wagen auf der Landstrasse hinter Baden, fuhr ich, ich möchte Die Südostschweiz, oder «Un grand Richtung Baden bewegt, wiederFahrzeug für Männer, die angenicht schreiben «schnell», sondern écart plus que réussi», La Liberté, kommen sind. Die es nicht nötig holt sich das Guter-klassischer«flüssig» (sagte Jochen Mass auch, etwa: «Ausscheren mehr als gerichtiger-Anzug-Erlebnis. Es gibt haben, die erlaubte Geschwindigals ich sein Copilot war auf der keit zu übertreten und/oder die glückt». Zwar weiss ich (spätesnichts auszusetzen an diesem Mille Miglia und er mit 130 km/h Spur zu wechseln wegen eines tens seit es mir Kurt W. ZimmerMotor oder dem Sieben-Gangdie Strasse nach San Marino hochDirektschaltgetriebe mit zwei fuhr) auf einen Kreisel zu – obwohl mann, Medienkolumnist der 119-km/h-Fahrers vor sich. Ein Kupplungen (aber es ist, wieder, Weltwoche  und Verleger, gesagt Auto für Männer, die nicht bloss auf der Homepage des Strassenvernicht einfach, deshalb emotional  hat), dass Autojournalisten nicht fragen, was es bringe, fünf Minukehrsamts des Kantons Thurgau zu werden). ten früher irgendwo anzukommen, unter «richtigem Verhalten im nur für Leser schreiben, sondern wenn dafür der Weg dorthin anauch für die Anzeigenkunden ihDer A7, der mir zur Verfügung Kreisverkehr» steht: «Fahren Sie strengend war, sondern die die langsamer, wenn Sie sich nähern» –, res Verlags. Trotzdem erkannte gestellt wurde, war besonders gut ich, dass Kollegen, die den Wagen, und reich ausgestattet. Er hatte Antwort kennen und diese glauben um dem, was ich vorhin geschrieben habe, zu widersprechen, ich den man ab November kaufen zum Beispiel eine sogenannte adap­ (es bringt wenig bis nichts, nämkann, vor mir gefahren hatten, lich). Über andere Fahrzeuge habe tive Luftfederung (3320 Franken meine, es war eine Testfahrt after ihn ziemlich gut fanden. ich geschrieben, in ihnen sei der all. Der Sportback rutschte ein zusätzlich), belüftete Sitze mit Als ich ankam in Schinznach, Massagefunktion (2650 Franken), Weg das Ziel. Das ist in dem A7 wenig über die Vorderräder, die ich parkte ich neben einem neuen Jaein Navigationssystem «plus MMI nicht so, er ist Mittel zum Zweck, bereits eingeschlagen hatte, und guar XF, meinte ich. Bis ich merkte, 3G» (4780 Franken), ein spezielles und Zweck ist anzukommen, nicht ich bremste, was, nebenbei, immer dass es der Audi A7 Sportback war, Leder, «Valcona» (3840 Franken), unterwegs zu sein. das richtige Verhalten ist in einer den man für mich bereitgestellt oder ein B-&-O-Supersoundsystem Jetzt zwei Erklärungen. Noch solchen Lage seit der Erfindung hatte. «Sportback» steht für, wie (10 220 Franken), der Preis des einmal, es ist nicht so, dass der von ABS. Das Auto verlangsamte gelesen, eine Mischung aus Limou- grundausgestatteten Modells von Wagen eine lahme Ente wäre, in die Geschwindigkeit sofort, na­ sine und Coupé. Und das steht für, 90 500 Franken steigt auf 142 665 der man nicht auf die Idee käme, türlich, die Bremsen sind gut wie so sieht es aus, die im Augenblick Franken; wie geschrieben, ein so den Motor hochzudrehen, weil es bei Porsche, und rutschte sofort auffälligste Entwicklung bei Autos ausgerüsteter Wagen hat und kann nichts hochzudrehen gäbe. Stimmt nicht mehr (wegen der von einem nicht. Falls der Sportback ein Tier der Oberklasse – Jaguar hat einen, vieles, doch der Aufpreis von fast Rechner gesteuerten Fahrhilfen). den Citroën C6 kann man dazu60 Prozent dafür ist hoch (und wäre, wäre er ein Silberrücken. Man kann wirklich nichts falsch Und so einer drängelt nicht vor, zählen und, ganz neu, den Audi A7 erklärt, weshalb seit einiger Zeit machen in einem A7, das heisst, sondern schreitet dahin. Und enteben. Normalerweise finde ich Audi die Marke aus Deutschland man kann, aber das Auto lässt es schleunigt (dieses Wort habe ich Entwicklungen, die entstehen, ist mit den höchsten Preisen für im Grunde nicht zu. Es ist, wie von meinem Kollegen und wenn man zwei Gegenstände mitneu in Verkehr gesetzte Autos der geschrieben, ein Auto für Angekommene. einander verbindet, unnötig (Auto verschiedenen Klassen). früheren Autokolumnisten der gut, Motorrad in Ordnung, Trike In der Zwischenzeit war ich auf Weltwoche, Ulf Poschardt, entlehnt) Ich will, fürchte ich, noch nicht braucht es nicht). Doch diese «neuen der Autobahn A1 und fuhr gegen zur selben Zeit den Fahrer, den zu denen gehören. Linien, die Audi einmal mehr zieht», Zürich. In anderen Autos, die man man darum eigentlich nicht  haben etwas. Der Sportback sieht mir überliess, um darüber in einer Lenker nennen kann. Zweitens, im Bei dem von unserem Autor gevon aussen gut aus, und es gibt «Stil»-Ausgabe zu berichten, war vorherigen Abschnitt stand zweifahrenen Modell handelt es sich innen viel Platz (erst recht, wenn das der Augenblick, in dem ich mal das Wort «Männer». Nicht um einen Audi A7 Sportback mit Sechszylinder-Turbodiesel, 3000 man die Rücksitzbank umlegt). mich auf eine meiner beiden Testbloss, weil das hier eine Seite von ccm und 245 PS für 142 665 Franstrecken freute, auf die Strasse vier so angeschriebenen «Seiten Auf dem Fahrersitz und hinter ken (Preis des Modells in Grunddem Steuer fällt einem als Erstes über den Julierpass oder die Bunfür den Mann» ist respektive Ihr ausstattung: 90 500 Franken).


Weltwoche stil  no. 6

Die Seiten für den Mann No. 2

StADt DER ENGEL

Bild  Max MusterMann

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Dieses Mal schreiben wir nicht, diese Bilder würden in einigen Jahren vielleicht als Kunstfotos betrachtet (und bezahlt). Nicht weil wir sie weniger schön oder gut fänden als die, die wir vergangenen Monat zeigten. Sondern weil der Fotograf auch Modekampagnen macht, mit Erfolg, zum Beispiel für American Apparel. Und um vom Mode- zum Kunstfotografen aufzusteigen, muss man, unter anderem, Glück haben. Bloss, David LaChapelle hat es auch hinbekommen, und der arbeitet auch in L. A. However, hier haben Sie den Namen zuerst gelesen. Von CARLOS NUNEZ (Bilder)


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Bild  Max MusterMann

Von CARLOS NUNEZ (Bilder)

septeMBer /oktoBer 2010


weltwoche stil no. 6

Mein Champfe` r

das stille strassendorf

Wer den ort neben st. Moritz kennt, ist ein Kenner. Und wer sogar weiss, wie man den namen ausspricht («tschampfer»), eine ausnahme. so wie unsere autorin, die dort den Winter verbringt. Von UlriKe pöhl (text) und BeCCa stadtlander (illustration)

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an will etwas über mein Champfèr wissen? ich verzichte aber darauf, die einmalige schönheit der Berglandschaft, die spannende Fauna (Murmeltiere etc.), die schützenswerte Flora (türkenhut, aber integriert) bis hin zu der grandiosen Gewaltigkeit der Gebirge und des hoffentlich ewigen Gletschereises zu lobpreisen. Hier tritt man vor seine Behausung, und schon ist man an irgendeinem wanderweg, kann kurz zu den romantischen Moorseen rauflaufen, den Champfèrersee umwandern oder im winter darüberlaufen, immer im angesicht des monumentalen Corvatsch. also mein Champfèr – wer kennt das eigentlich? Gibt man irgendwo irgendwem die adresse, schliesslich hat der Ort eine eigene Postleitzahl, dann erntet man weltweit Unverständnis, es sei denn, man war schon mal da oder ist unterhalb am Ortsschild vorbeigefahren. also – wie schreibt man das, wie spricht man das aus, wo liegt das denn? aha, im engadin . . . oho, bei st. Moritz . . ., vermeintlich alles klar. Champfèr ist etwa 5 auto- und zirka 30 walkingminuten vom weltdorf st. Moritz – in aller Bescheidenheit: «top of the world» – entfernt. so nah der heimlichen Hauptstadt des engadins, vielleicht der gesamten schweiz. am suvretta-Hang, der zu st. Moritz gehört, aber ganz nahe, bloss ein wenig höher liegt, geben sich nur Milliardäre die Klinken ihrer Häuser in die Hand, und keines unter 25 Millionen, selbst das kleinste, und immer aufwärts mit den Preisen, gewissermassen bergaufwärts – the sky is the limit –, und wirklich überm Hang nur noch der Himmel – das weiss jeder! Mal kurz für alle: Besonders in der wintersaison wird st. Moritz gebetsmühlenartig immer wieder auflagensteigernd vermarktet und irgendwie zum ersten it-Dorf ge-

macht, so etwas wie Paris Hilton als Ortschaft. Der schlaue Gemeinderat von st. Moritz (zuständig auch für teil-Champfèr) weiss, was er seiner schwindenden Bürgerschaft schuldig ist: no comment is the best comment. Ohne aufsehen kein Hinsehen beziehungsweise Hinreisen. Die landschaftliche und klimatische einmaligkeit kann keine noch so wichtigtuerische enthüllung wegwischen. es ist eine Gnade, hier und dem Himmel so nahe zu sein. also Champfèr – wenn nicht das Restaurant «talvo» mit seiner unschlagbaren Küche als Magnet der Reichen und schönen, der Forum-spesenritter aus Davos und der weihnachtsrussen vom 6. Januar wäre, würde ausser ein paar echten Bergfexen kaum einer diesen Ort kennen. Vor allem seit die Herberge «Primula» eingegangen ist wie eine Primel, obwohl es da ein Zimmer mit acht Betten gegeben haben soll. Champfèr ist ein bescheidener, liebenswerter und vor allem ruhiger Ort. Und liegt der wahre und unbezahlbare luxus nicht eher in beschaulicher Ruhe als in Hektik und stress? Deshalb kann man hier auch geblitzt werden und viel zahlen, wenn man mit 35 statt der obligatorischen 30 km/h durch den Ort braust. Dank einer klugen immobilienagentur aus Zürich hat man der antiquität «Julierhof» (geb. 1869), einem Hotel mit zeitweise unterschiedlicher nutzung in der Ortsmitte, neuen atem eingehaucht. ausserdem munkelt man, dass eine weltberühmte Modefamilie aus Mailand das oberhalb des Dorfes gelegene Bergbauerngehöft gekauft hat. Und auch das Hotel «Guarda lei» könnte ein traum sein, wenn sich mal einer mit einer grossen Finanzspritze um es kümmern und zum Romantikhotel upgraden würde. still und bescheiden wohnt zeitweise in Champfèr ein echter deutscher Fürst, der immer noch

der heimliche König von st. Moritz ist, und auch jenseits des Baches sein schwager, der ein echter italienischer Prinz und Präsident einer der wichtigsten institutionen im engadin (Corviglia-Club) ist, nicht zu vergessen die ehemaligen (amtierende müssen ja arbeiten) Manager und Bosse aus der wirtschaft, die trotz Boni keine Milliardäre sind, denn sonst würden sie höher am Hang wohnen. Und vor allem wohnen hier skilehrer (sogar der ehemalige leiter der suvretta-skischule). in meinem freundlichen, stillen strassendorf fühlen sich auch einheimische noch immer wohl, die besonders liebenswert sind und denen nicht weniger als vier sprachen gewissermassen in die wiege gelegt wurden: Rätoromanisch, schweizerdeutsch, Deutsch, italienisch. leider werden es immer weniger. sie haben ein auge auf uns Zugereisten. Manche passen auch noch im wald auf, dass man das «Hundekacki» mit den vorgesehenen Plastiktüten wegmacht. einer sieht so aus, wie man einen schweizer Bauern malen möchte. er dirigiert die Kutschenflotte. Der sohn produziert Biogas. Champfèr wurde 1139 urkundlich das erste Mal namentlich erwähnt. ich neige nicht dazu, wie manche den namen Champfèr von «Campus ferri» abzuleiten, sondern leite es von «acker machen» und «Feld machen» her. Darum ging es ja im engadin, besonders in den früheren Jahrhunderten, weideland zu nutzen und Felder zu machen – heute geht es mehr ums Geld machen –, wie sagt der engländer: «Make hay as the sun shines . . .»? speziell ist die tatsache, dass dieses kleines Dorf in zwei Ortsteile zerfällt, die unterschiedlichen Gemeinde- und Verwaltungseinheiten angehören. silvaplana-Champfèr und st. Moritz-Champfèr. Der Gebirgsbach Ova da suvretta, aus einer Klamm hervortretend, ist die natürliche

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Grenze durch den Ort. irgendwie klappt die Zweiteilung aber ganz gut. wenn ich das schrifttum richtig deute, so fand 1931 der letzte Versuch statt, ein «vereinigtes Champfèr» zu erschaffen. irgendwie konnte man sich in bester tradition noch nicht einigen, und warum auch, alles braucht seine Zeit, und wozu eigentlich? leider ist die fragwürdige architektur von st. Moritz Bad in den Ortsteil Champfèr vor allem beim Hotel «europa» und bei anliegenden Bauten übergeschwappt. Hier könnte man ja mal nachdenken unter dem Motto: «Unser Dorf soll schöner werden» – vielleicht diese Bauten im nächsten Jahrhundert oder auch schon früher abreissen oder neu gestalten . . .? leider konnte man sich auch nicht mit der idee anfreunden, die 1521 erbaute Kirche st. Rochus, abends , wie in fast allen tälern und Dörfern rundherum, zu erleuchten, um somit dem zweigeteilten, langgezogenen Dorf eine zusätzliche, identitätsstiftende optische und religiöse Mitte zu geben. Mehrfach abgelehnt! Unter anderem wegen elektrosmogs. Vielleicht kam der Vorschlag ja auch von der falschen, sprich st. Moritzer seite. wie schön, dass die kleinsten einheiten immer noch ein grosses wort mitzureden haben – das sollte sich die europäische Bürokratie mal hinter die Ohren schreiben. Ja, mein Champfèr – wenn am verschneiten Heiligen abend die einheimischen und Zugereisten in warmen Mänteln über die schöne alte kleine Holzbrücke über die Ova zur späten Christmesse nach st. Rochus strömen, dann spürt die seele, dass sie angekommen ist. UlRiKe PöHl hat politische wis-

senschaft, Pädagogik und Völkerrecht in Bonn studiert und mit Promotion abgeschlossen. sie ist die Gattin des ex-Bundesbankpräsidenten Karl Otto Pöhl und Mutter zweier erwachsener Kinder. Den winter verbringt sie im engadin, den sommer in der algarve.


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Also – wie schreibt man das (C-h-a-m-p-f-è-r), wie spricht man das aus, wo liegt das denn? Aha, im Engadin . . . oho, bei St. Moritz. nOVeMBeR/DeZeMBeR 2010


Weltwoche STIL No. 6

Die neuen WeltWoche «stil»-Ausgaben no. 1 bis 6 erscheinen am

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Für besondere Momente.


Weltwoche STIL No. 6

Fragebogen  Jean-philippe delhomme

s 90

der Franzose ist unser Fragebogen-illustrator. dieses mal war sein auftrag schwieriger:   sich selber zu zeichnen und zudem antworten zu geben. in der headline eines   artikels über ihn, findet er, sollte etwas leichtes und humorvolles stehen. Wir finden das auch.   Jean-philippe delhomme (illustration)

Delhommes letztes Tischgespräch: Eine Frau hatte Sex mit Jeff Koons und . . .

Ihre erste Erinnerung ans Zeichnen? Als Sechsjähriger zeichnete ich eine Familie, die unter einem Baum picknickte. Der Lehrer war beeindruckt, dass der Renault 4L darauf (damals das Auto meiner Eltern) wirklich aussah wie ein Renault 4L. Womit zeichnen Sie Ihre Illustrationen? Ich verwende Gouache. Ich mag auch Farbstifte. Neben Illustra­ tionen male ich Landschaftsbilder und Porträts mit Wasser­, Öl­ oder Pastellfarben. Ihr teuerstes Kleidungsstück? Ein Yohji­Yamamoto­Anzug, den ich bloss zwei Mal getragen habe. Ihr Lieblingsgeschäft? Partners & Spade in New York. (Obwohl es mehr ein Atelier ist.)

Grösste Ausgabe in den letzten zwölf Monaten? Der transatlantische Transport aller Möbel, die ich für meine New Yorker Loft in Brockenhäusern und auf Flohmärkten gekauft hatte. Es kostete fast das Tausend­ fache des Kaufpreises, bis sie in meiner Pariser Wohnung standen.

Das letzte Mal, dass Sie etwas repariert haben, war . . . Vor ungefähr eineinhalb Jahren einen platten Fahrradreifen.

Gegenstand des letzten Tischgesprächs? Eine Frau hatte Sex mit Jeff Koons und – zum Missfallen der anderen Gäste – konnte sich nicht mehr erinnern, wie es war.

Sie sind kein Freund von . . . . . . allem, wofür man Schlange stehen muss.

Gegenstand des letzten Streits? Das war in einem Pariser Postbü­ ro. Ich wollte vom Schalterange­ stellten eine handgeschriebene Quittung, er fragte aber nur stän­ dig, weshalb ich dafür nicht den Automaten benützen würde.

Worauf sind Sie abonniert? Nichts. Ich bevorzuge es, am Kiosk durch Magazine zu blättern, wäh­ rend ich mit Freunden plaudere.

Diese Begabung gäbe man Ihnen nicht: Dass ich ein guter Judoka bin. (Nun, sagen wir besser «motiviert» statt «gut».) In Ihrem Koffer gibt es immer . . . Einen Stapel Bücher. Wie viel Macht haben Frauen? Fast unlimitierte.

NOVEMBER/DEZEMBER 2010

Erste Lust? Das würde eine Psychoanalyse vielleicht enthüllen. Der wichtigste Illustrator (oder Maler)? «Der wichtigste Maler?» Ich habe nicht einmal genug Platz für die wichtigsten Maler auf meinem Bücherregal. Warum sind Sie beliebt? Ich weiss nicht, ob ich das bin. Aber was mich freut, ist, wenn Leute sich in meinen Zeichnungen wiedererkennen.

JEAN­PhILIPPE DELhOMME, 51, ist ein französischer Maler und Illustrator. Seine Arbeiten er­ scheinen, ausser in der Weltwoche«Stil»­Ausgabe, in Vanity Fair, GQ (USA, Frankreich) und im Los Angeles Times Magazine.


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Stil No. 6 November/Dezember  

Die Weltwoche Stil No.6

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