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Stil

No. 2 April/Mai 2010

prada

oder Wie eine Marke die Mode definiert Sowie neue Uhren der Saison, kostbarer Schmuck, schöne Dessous Und die besten Adressen für ein

Fr. 10.— Euro 7.—

Frühlingswochenende in Saint–Tropez


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Weltwoche STIL no. 2

editorial

LIeBe LeSeRIn, LIeBeR LeSeR

s

Stil

No. 2 April/Mai

Ihr MARK VAn HUISSeLInG

mode KUNSt italiener können es besser die Prada–Story Sowie neue Uhren der Saison, kostbarer Schmuck, schöne dessous. Und die besten adressen für ein

Frühlingswochenende in St–tropez

APRIL/MAI 2010

Bild MARc WeTLI (13 PHOTO)

Wenn die Baselworld vorbei ist, kann man, erstens, die Daunenjacke respektive den Pelz übersommern und, zweitens, eine Aussage über die Temperatur in der Wirtschaft machen. Denn an der wichtigsten Leistungsshow der Uhren- und Schmuckhersteller, die immer im März in Basel stattfindet, sieht man ziemlich genau, wie Firmenchefs dieser für die Schweizer Wirtschaft wichtigen Industrie die Kauflust und -möglichkeiten ihrer Kunden im Inland und auf der ganzen Welt einschätzen. Und wenn man den neusten, sagen wir, «Baselworld-Index» ausformuliert, klingt es ungefähr so: «Rückkehr zu echten Werten. Käufer sind wieder bereit und in der Lage, Geld auszugeben. Aber nicht für irgendetwas, sondern für das Wertbeständigste und Beste.» Mit anderen Worten: Gute Zeiten für gute Ware. Und der Umkehrschluss trifft ebenfalls zu – no country for bullsh. . . Unser Uhrenkenner, Raphael Suter, sagt es in seinem Report über die Branche (ab Seite 40) etwas anständiger: «Die Zeit der Bling-Bling-Uhren ist vorbei.» Für Schmuck gilt das ebenso. Wir finden das gut. Und die Hersteller ebenfalls, so sieht es aus, denn die Uhren und Schmuckstücke, die wir Ihnen in dieser Ausgabe unseres Stil-Hefts vorstellen, gehören zu den gelungensten und schönsten seit einiger Zeit. Was wir Ihnen auch noch zeigen, unten links auf dieser Seite, ist ein Vorschlag für ein Titelbild dieser Zeitschrift, das es nicht an den Kiosk respektive in die Briefkästen unserer Abonnenten geschafft hat. Ob man in diesen Satz ein «leider» oder ein «zum Glück» hätte einfügen können, entscheiden Sie. Wie Sie auch entscheiden, welche der von uns vorgestellten Uhren, Schmuckstücke, Accessoires oder Kleidungsstücke Sie dieses Frühjahr und diesen Sommer begleiten werden. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Auswählen oder, wenigstens, beim Blättern.


P H OTO G R A P H Y BY WA LT E R P F E I F F E R

PASSION FOR FASHION AZZEDINE ALAÏA AT TROIS POMMES ZÜRICH, STORCHENGASSE 21 ST. MORITZ, VIA SERLAS 29 GSTAAD, PALACE STRASSE 1


Weltwoche Stil No. 2

mitarbeiter dieser ausgabe 4

k irsty bertarelli

Ihr Entree war ungefähr so, wie man es von einem Popstar erwartet: Sie kam mit Verspätung (und einem kleinen Gefolge: drei Männer, einer von der Plattenfirma, zwei von we just don’t know) zu dem verabredeten Treffpunkt, das Restaurant «La Salle» in Zürich. Sie trug ein T-Shirt von Ed Hardy und sogenanntes Must-havePremium-Designer-Denim, also sehr teure Jeanshosen. Bevor unser Gespräch beginnen konnte, stimmte sie sich, sagen wir, darauf ein mit ein paar Gesangs- und Entspannungsübungen (an dem Nebentisch). Und während wir noch dachten: «Schade, dass wir eine Zeitschrift herausbringen und keine TVSendung produzieren», wurde Kirsty plötzlich zu einer kollegialen, nicht anmassenden, nachdenklichen und dabei witzigen Mitarbeiterin. Den Artikel, der dabei entstand und in dem sie uns erzählt, was für sie Luxus ist, lesen Sie auf Seite 32. Ihre CD «Elusive», die sie vor kurzem aufgenommen hat, nebenbei, ist bei Universal Music erschienen.

N o.  2  

j ean-philippe del­homme

N o.  3  

Es ist nie gut, lernt man in der Journalistenschule, wenn man jemanden mit dem Adjektiv «berühmt» beschreibt. Denn entweder ist jemand berühmt, oder dann nützt auch das Wort vor dem Namen nichts. Deshalb schreiben wir hier nicht, dass der berühmte Jean-Philippe Delhomme der neue Illustrator unseres Fragebogens ist. Sondern schreiben, was im Vorspann eines Interviews mit ihm im Interview Magazine  stand: «Jean-Philippe Delhomme ist vielleicht der belesenste und literarischste Illustrator der westlichen Zivilisation.» (Was wir auch nicht schreiben: Dass das Interview Magazine  von dem berühmten Andy Warhol gegründet wurde.) Was wir dagegen schreiben, und zwar gerne: Die erste Illustration, die Jean-Philippe für uns gemacht hat, befindet sich auf Seite 82.

carlos leal

Ältere Leser und/oder solche, mit Elefantengedächtnis erinnern sich an Carlos Leal als Sänger von Sens Unik aus Lausanne oder als männlicher Hauptdarsteller in «Snow White», einem Film von Samir. Seinen vermutlich grössten Auftritt bzw., auf jeden Fall, seinen Auftritt vor grösstem Publikum bisher, hatte er aber in «Casino Royale» von Martin Campbell. Nicht als 007James-Bond, das war Daniel Craig, sondern als Turnierleiter des Pokerspiels, das Bond gewinnen muss. Mittlerweile lebt Leal in Madrid, Schauspieler ist er immer noch (zum Beispiel in «R.I.S. Científica», einer Art spanischer CSI., oder, demnächst, in «Sennentuntschi» von Michael Steiner). Was er auch noch ist: Testimonial von Windsor, also Botschafter der Schweizer Kleidermarke. Und unser Mitarbeiter, der Ihnen auf Seite 80 unter der Überschrift «My Style» einige seiner Lieblingsobjekte aus seinem Leben in Spanien zeigt. 2

N o.  4  

l aura Bazzigher Neben den drei bis hierher erwähnten Mitarbeitern, deren Namen ziemlich viel Internationalität ausstrahlen, ist es höchste Zeit, jemanden vorzustellen, der die vielleicht etwas weniger glanzvolle und vielleicht etwas anstrengendere Arbeit im sogenannten Verlags­ innendienst macht. Laura ist eine unserer Mitarbeiterinnen im Anzeigenverkauf. Wir erzählen jetzt nicht die alte Geschichte noch einmal, wer eigentlich die Rückseite von wem bespielt resp. bedruckt. (Für Leser, die weniger vertraut sind mit der Welt der Zeitschriftenmacher, es geht dabei darum, ob eine Anzeige die Vorderoder die Rückseite einer redaktionellen Seite ist.) Für uns ist das eigentlich Jacke wie Hose. Wir freuen uns, dass wir schöne Geschichten (und schöne Gesichter) im Heft haben – und schöne Anzeigen. Anzeigen, die auch wegen Mitarbeiterinnen wie Laura erscheinen.

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April/Mai 2010

Bilder Olivia fougeirol, NACHO ALEGRE, CHRISTOPHE BOSSET

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N o.  1  


S T U D I O AC H E R M A N N

P H OTO G R A P H Y BY WA LT E R P F E I F F E R

PASSION FOR FASHION BALMAIN AT TROIS POMMES ZÜRICH, WEINPLATZ 4 / 5 ( STORCHENGASSE ) ST. MORITZ, VIA SERLAS 29

GSTAAD, PALACE STRASSE 1


Weltwoche Stil No. 2

inhalt «Kongenial» ist ein schwieriges wort, «Yin» und «Yang» sind zwei schwierige Wörter. Doch dieses Paar hat in den vergangenen 35 Jahren gemeinsam die Welt verändert. Das heisst, die Welt funktioniert noch immer gleich, aber sie sieht schöner aus und ist besser angezogen – wegen Miuccia Prada und ihres Mannes Patrizio Bertelli.

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s 14

Seite

April/Mai 2010


Weltwoche Stil No. 2

inhalt

Wie trinkt man eigentlich – champagner? Seite 36

No. 6

eDitoriAl

Seite

No. 8

MitArbeiter DieSer AuSgAbe

Seite

No. 18

iMpreSSuM

s 16

Seite

Seite

No. 20

Mvhs liSte

Fünf Empfehlungen, mit denen Sie sich richtig bereitmachen für die warme Saison Seite

No. 22

No. 24

No. 26

Seite

No. 28

Seite

ein weiteres Must-have dieses Frühjahrs – Kleid von Burberry Prorsum

No. 30

MuSt-hAveS

Space-Chic – Das Neon-imperium schlägt zurück und bedient sich dabei des Angebots der achtziger Jahre Seite

Schmuckes für den Frühling – unsere empfehlungen auf Seite 41

MuSt-hAveS

Golden Delicious – Der modische Wert kann diese Saison in feinen unzen gemessen werden

MuSt-hAveS

Animalischer Instinkt – Die Mode fährt ihre Krallen aus; nur die tauglichsten überleben

MuSt-hAveS

Grauzone – trauen Sie sich in grau aus dem haus, der trendfarbe des Sommers

MuSt-hAveS

In voller Blüte – Wir freuen uns auf einen Sommer voll Farbe, von Flower-power getrieben Seite

Seite

No. 32

MeiN luxuS

beim Nachdenken über luxus geht Kirsty bertarelli zurück in die vergangenheit

uNSer covergirl:

April/MAi 2010

gemma Ward, fotografiert von Steven Meisel (für prADA)

bilder DoMiNiK SchAtz, MAriuS clAuDiuS WolFrAM

Im grünen Bereich: Foto unserer Wohn-News, in the making. Das resultat auf Seite 42/43


guebelin.ch

Cayma n made by Gübelin.

Unsere Hommage an die bezaubernde Schönheit der karibischen Inseln: die Cayman-Kollektion in Roségold, Weissgold und Diamanten.


Weltwoche Stil No. 2

inhalt

 seite  No.  34   essen

Business-Lunches  — Sechs Restaurants von Genf bis Zürich, die sich ideal mit Ihrem Arbeitskalender synchronisieren lassen

Impressum

 seite  No.  78   die seiten für den mann

Unterwegs mit dem BMW 535i Gran Turismo  – Was man in ihm erfährt und wie schnell man sein Ziel erreicht

Schauspieler Carlos Leal zeigt sich  – und Gegenstände seiner Wohnung in Madrid

Fax 043 444 50 91, E-Mail: aboserviceAweltwoche.ch Jahresabonnement Inland Fr. 203.– (inkl. MwSt.) E-Mail-Adressen:

vorname.nameAweltwoche.ch Gründer:

seite  No.  62  patek philippe

Karl von Schumacher (1894–1957)

Die besten Uhren der Welt  – Die Manufaktur in Plan-les-Ouates hat einen hohen Anspruch

Verleger und Chefredaktor:

Roger Köppel Redaktionsleiter:

Mark van Huisseling creative Director: Mirko Borsche Art-Direction/Layout:

Alexis Zurflüh, Dominik Schatz (Bureau Mirko Borsche) Produktionschef: David Schnapp

seite  N o.  76  mein südtirol

Autor David Schnapp über die Gründe, warum sich eine Fahrt in dieses Gebiet Italiens lohnt

Fotoproduktion/Bildredaktion:

Christophe Bosset Produktion: Oliver Schmuki

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Internet: Andreas Thut (Leitung)

Zwischen Windrose und Himmel liegt Saint-Tropez Seite 58

Korrektorat: Cornelia Bernegger und Rita Kempter (Leitung), Sybille Brütsch-Prévôt, Iwona Eberle, Eva Koenig Mitarbeiter dieser Ausgabe:

Art/Bild: Nacho Alegre, Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger, Jean-Philippe Delhomme, Heri Irawan, Thiemo Sander, Marc Wetli, Marius Claudius Wolfram Text/Redaktion: Sandra Bauknecht, Kirsty Bertarelli, Carlos Leal, Mario Moretti Polegato, Roger A. Rebetez, Raphael Suter Sekretariat: Miriam Schoch (Leitung), Inga-Maj Hojaij-Huber

Mario Moretti Polegato  – Was der zweitgrösste Schuhhersteller so denkt Seite 82

Verlagsleitung: Sandro Rüegger Marketing: Ivo Schneider (Leitung) Anzeigenverkauf: Christine Lesnik

(Leitung), Marco Chini, Angela Scasascia-Prisciantelli Anzeigeninnendienst:

Laura Bazzigher, Anina Gross Tel. 043 444 57 02, Fax 043 444 56 07 E-Mail: anzeigenidAweltwoche.ch Druck: Ziegler Druck- und Verlags-AG, Rudolf-Diesel-Strasse 22, 8404 Winterthur

Hello Kitty  – mehr Dessous (und mehr Haut) ab Seite 66 Die Wiedergabe von Artikeln und Bildern, auch auszugsweise oder in Ausschnitten, ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion gestattet.

April/Mai 2010

Bilder  thiemo sander, renaud Visage (sunset, keystone), jean-philippe delhomme

Die neusten Zeitmesser für Ihr(e) Handgelenk(e)

Internet: www.weltwoche.ch Abo-Service: Tel. 043 444 57 01,

 seite  No.  80   mein style

seite  No.  40  uhren-news

Herausgeberin: Weltwoche Verlags AG, Förrlibuckstrasse 70, Postfach, 8021 Zürich Redaktion: Telefon 043 444 57 00, Fax 043 444 56 69, E-Mail: redaktionAweltwoche.ch, E-Mail: leserbriefeAweltwoche.ch Verlag: Tel. 043 444 57 00, Fax 043 444 56 07, E-Mail: verlagAweltwoche.ch


Weltwoche Stil No. 2

perSöNlicHe liebliNge

Mvhs liste

Heute gibt jeder irgeNdWelcHe tippS. unser redaktionsleiter stellt dinge vor

(und erzählt von einer dienstleistung), die er geprüft hat – und für gut befunden. Von MArk VAN HuiSSeliNg

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Auf MASS, VoN borrelli

das unternehmen ist aus Neapel, und das ist kein zufall. Vor 250 jahren oder so waren Neapolitaner die besten Schneider. deshalb fuhren einige londoner hin, um zu lernen (kopie­ ren). und dass man heute mehr von der Handwerks­ kunst der Savile row weiss, zeigt, dass engländer bessere Verkäufer sind als italiener. doch in dieser Spalte geht es nicht um das Verkaufen, sondern um das Herstellen von Hemden. ich habe bis jetzt keinen Schneider kennengelernt, der bessere Hemden her­ stellt als borrelli. Was ich immer wieder höre: Mass­ hemden seien zu aufwen­ dig in der beschaffung. das sehe ich nicht so. einmal in ein geschäft von borrelli gehen, Masse neh­ men lassen (danach nicht mehr viel zu­ resp. abneh­ men) – und man bestellt passende Hemden für kom­ mende jahrzehnte. die farbe? blau ist nie falsch, Weiss immer richtig. und, übrigens, man muss nicht nach Neapel, borrelli gibt es auch anderswo. Aber man darf. und dann über das Wochenende nach capri. Mehr muss ein Hemd nicht können. Ab Fr. 430.–

HANdArbeit für füSSe, VoN berluti

eine enthüllung: ich bin nicht ganz, sagen wir, un­ voreingenommen, wenn ich über diese handge­ machten Schuhe aus paris schreibe. ich habe einmal die Schuhmacherin, olga berluti, interviewt. und bevor ich sie befragen durf­ te, wollte sie meine füsse sehen und – massieren. Sie sagte dann, ich hätte fast so schöne füsse wie zinédine zidane. und schönere als Andy Warhol (seine waren zu dünn). die schönsten aber, die sie jemals gesehen habe, ohne zweifel, habe rudolf Nurejew gehabt, «wie die Wurzeln eines oli­ venbaums». jetzt noch zwei Sätze über die Schuhe, die Madame herstellt: «Wie butter am fuss.» das sagt ein kunde mit Namen bry­ an ferry. ich habe auch ein paar gekauft, mit dem Ho­ norar, das ich mit meiner Handarbeit (dem Schreiben des Artikels) verdiente. das heisst, es reichte nicht ganz. doch das sagt eigentlich d alles, finde ich. Ab Fr. 1700.–

MäcHtig, juNg, reicH; VoN brioNi

kurz, gepflegt, MäNNlicH, VoN VorNe

Als die römische kleider­ firma brioni vor ein paar Monaten ihren ersten duft für Männer seit fünfzig jahren oder so vorstellte, fragte ich Antonella de Simone, eine Nachfahrin des einen der beiden unter­ nehmensgründer, wie das parfüm denn rieche. klar, ich hätte es selber beschrei­ ben können, doch dann würde hier vielleicht «Sandelholz­kopfnote», «leder», «Weihrauch» oder etwas ähnliches stehen, was nicht einmal in einen Artikel über Wein gehört. und Antonella antwortete: «Mächtig, jung, reich.» Von diesem Augenblick an wusste ich, ich habe einen neuen lieblingsduft. oder gibt es einen Mann, der nicht so riechen möchte, bzw. eine frau, die sich einen solchen Mann nicht wünscht? EdP, 100 ml, Fr. 400.–

Auf die geschichte mit der badehose folgt die mit der behaarung. Sans Haare oder eher das gegenteil? eine gute Stilvorlage ist, of course, tom ford. Wer ihn selten zu sehen bekommt, sieht sich Anzeigen seiner Marke an (z. b. in dieser zeitschrift) und lernt: rich­ tige Männer haben etwa auf der brust Haare, richtig gepflegte Männer aber haben gestutzte oder ge­ trimmte Haare. und solche hat man, wenn man eine tondeuse (Haarschneide­ maschine, etwa von philips) daran bzw. darüber lässt. und falls man danach Spass bekommen hat an dem, was man «grooming» nennt, geht man vielleicht sogar einmal in ein kosmetikstudio, um noch die Nägel oder Augenbrau­ en pflegen zu lassen. das heisst, eigentlich geht man dort nicht hin, als Mann. Aber das haben betreibe­ rinnen von solchen Studios auch bemerkt. und sie sind, sagen wir, man friendly eingerichtet, so dass man hingehen kann, sogar wenn einen andere Männer dabei sehen (in zürich, un­ ter anderem, zu peeptoe). Selnaustrasse 2, 8001 Zürich, www.peeptoe.ch

April/MAi 2010

ScHöN Viel Stoff, VoN VilebrequiN

kein einfacher gegenstand – badehosen für Männer. denn es ist kein männ­ liches Verhalten im grunde, sich in farbiger unter­ wäsche, vielleicht sogar neben fremden Menschen, an einen pool, See oder das Meer zu legen. doch man tut es, auch als Mann. und dann besser mit der rich­ tigen badehose, nicht wahr? darum am besten eine von Vilebrequin, maison fondée en 1971, à Saint­tropez. Warum genau diese besser sind als andere, ist wie vieles, wenn es um Stil geht, schwer erklärbar bzw., um es mit einem grossen Wort zu sa­ gen, «axiomatisch». oder um es mit einem kleinen Satz zu sagen: badehosen von Vilebrequin sind gross genug (Shorts, nicht briefs). Speedos et cetera sind in ordnung für klippensprin­ ger in Acapulco und/oder 5­jährige. Männer kaufen Vilebrequin, die es, neben­ bei, auch für 5­jährige gibt.


weltwoche StIL No. 2

must−haves DIE DESIGNER wAR EN BEIM KR EIER EN IhR ER KOLLEKtIONEN

offensichtlich viel im Grünen und haben die Pracht des Gartens Eden auf ihre blumigen Entwürfe übertragen. Diese Floral-Poesie weckt echte Frühlingsgefühle! Von SANDRA BAuKNECht

IN voller blüte

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Blumenbrosche von nina ricci, Fr. 878.– odern interpretiert kommen diesen Sommer aber nicht nur Nostalgieromantikerinnen auf ihre Kosten. Lilien, Rosen, Iris und Gänseblümchen ranken auf kurzen Cocktailkleidern und detailverliebten Accessoires. Ob leuchtende Blütendrucke oder fragile Applikationen, der Flower-Power sind keine Grenzen gesetzt. Indem die Designer den Schwerpunkt auf eine unaufdringliche sinnlich-feminine Erscheinung gelegt haben, ist ihnen ein Mix geglückt, der der sonst oft mädchenhaften Anmutung die Süsslichkeit nimmt. Gänzlich altersunabhängig dürfen Sie Ihr Lieblingsbouquet entdecken und gleichzeitig Ihrem eigenen Stilfaktor beim Aufblühen zusehen. Er liebt mich, er liebt mich nicht – Blätterzählen gehört, durch die Blume gesagt, mit diesen Looks der Vergangenheit an.

Ring von dior, Preis a. A.

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Heutzutage glaubt jede Frau, Style zu haben. Aber welche hat noch Stil?

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weltwoche StIL No. 2

MuSt-hAVES

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KätzChEN SChLEIChEN AuF LEISEN SOhLEN mit den Kätz

Sonnenbrille von & gabbana, Fr. 304.–

neuen Tren Trendtaschen herum, und die Vögel zwitschern es von den Schuhen: Die mannigfache Artenvielfalt der tierwelt zeigt, wer zur Rolle des Rudelführers geboren ist.

s

Ring von roberto cavalli, Preis a. A.

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Armreif von bulgari, Armreif Preis a.von A. bulgari, Fr. 50 085.–

chlüpfen Sie in eine andere haut, und werden Sie im exotischen Schlangenprint zur Königin des Stadtdschungels. Das luxuriöse Leder von Python und Alligator verführt als Symbol der Versuchung. Frei nach dem Motto «Fressen und gefressen werden» wird diesen Sommer das Sparschwein erlegt; wilde Revierkämpfe sind zu erwarten. um die It-Pieces zu ergattern, werden Sie Ihre Krallen ausfahren müssen. Lassen Sie auf Ihrem Beutezug Spinnen und Frösche nicht aus. zahmer wirken Schmetterlinge und Leopardendrucke auf ultrafemininen Outfits und Accessoires. Aber Vorsicht, sie treiben ein gefährliches Spiel mit Ihnen. Bitte nicht streicheln!

Schuhe von roberto cavalli, Preis a. A.

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weltwoche StIL No. 2

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aus der Männerwelt halten ihren Einzug in die Weiblichkeit. Erleben Sie Ihr graues wunder.

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iesen Sommer kommt edles Grau in allen Schattierungen daher und strahlt eine kraftvolle Stärke aus. Der ton spielt die Musik und stimmt die Siegesfanfare der trendfarbe an. Der klassische zweiteiler, von den Business-herren heiss geliebt, wird von der Frauenwelt revolutioniert. Graublütig wird er von einer charmanten Noblesse begleitet. Neu interpretiert, funktioniert er sowohl tagsüber als auch abends. Die Accessoires unterstrei unterstreichen den klaren Look und versprühen eine subtile Erotik. Nicht umsonst bedeutet «grau sein» auf Französisch beschwipst sein. Elegant präsentiert sich uns eine Visionärin, die in der heissen Saison einen kühlen Kopf behält. So bezaubernd können graue Mäuse sein!

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Outfit von pringle of scotland, Sweater: Fr. 215.–, ose: Fr. 322.–


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weltwoche StIL No. 2

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goldeN delIcIous

zuM ANBEISSEN SIND DIE NEuEN GOLDIGEN LOOKS DES SOMMERS. Nur keine falsche Bescheidenheit, ab jetzt darf geprotzt werden.

Der modernen Opulenz steht nur Ihr Gewissen im wege. w Ring von chanel, Preis a. A. Armreif von marijoli, Fr. 636.–

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s ist nicht alles Gold, was glänzt. Oh doch! Diese Saison schon. So viele Golden Girls haben auf den Laufstegen schon lange nicht mehr um die wette gestrahlt. Die Designer hatten ihre Kreationen in ein Bad aus Pailletten, flüssigem Lamé und Metallstaub getunkt. Reichhaltig geschmückte Lüster dienten als Inspirationsquelle für Kleider aus Kristallanhängern, und bei Burberry Prorsum regnete es sogar Glitzerpartikel am Ende der Show. Es schien, als hielte die haute Couture ihren Einzug ins Prêt-à-porter. wie für das Scheinwerferlicht geschaffen, werden Sie in diesen Glamour-Outfits Leuchtspuren hinterlassen. Der beste Kauf für Einsteiger: funkelnde Accessoires und Schmuckstücke, die Ihren Look subtil auf hochglanz polieren.

Schuhe von marni, Fr. 848.–

Kettenjacke von moschino, Fr. 4217.–

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weltwoche StIL No. 2

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Weltwoche Stil No. 2

mein luxus  

Kirsty Bertarelli

unsere autorin ist eine frau, die sich alles leisten könnte, aber eigentlich

nichts braucht. Sie geniesst das einfache Leben, zum Beispiel zelten zu gehen mit der ­Familie, sagt sie. Bloss auf das Musikmachen möchte sie nicht verzichten.

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L

uxus ist für mich vor allem ein Ge­ fühl. Ein schönes, weiches, angeneh­ mes Empfinden, das ich verspüre, wenn ich mich zum Beispiel fest in eine Kaschmir­decke einwickle. Viele Leute denken, mein Leben hätte sich komplett geändert, seit ich mit Ernesto zusam­ men bin. Natürlich ist mein Alltag luxuriöser geworden. So reise ich viel öfter und ange­ nehmer, und wir gönnen uns immer sehr ­schöne Ferien mit der ganzen Familie. Wenn ich aber auswählen kann zwischen einer Luxus­ reise und Campingferien, entscheide ich mich für das Zweite. Wir gehen jeden Sommer cam­ pen, entweder in Gstaad oder dann in einem USNationalpark, wo wir mit einem Campingmobil he­rumfahren und in der freien Natur übernach­ ten. Das sind jeweils richtige Abenteuerreisen, bei denen wir nur das Nötigste dabeihaben. Natürlich mag ich es auch sehr, mich schön zu kleiden. Aber ich glaube, dass Ernesto vor allem an mir liebt, dass mir all diese Luxussa­ chen nicht so wichtig sind. Meine Ansprüche sind einfach, ich bin sehr bodenständig und ge­ he lieber mit meiner Familie zelten als an einen High-End-Anlass. Und dass ich solche Dinge weiterhin tun kann, ist mir selber wichtiger als jede Art von Luxus, die ich mir seit der Heirat mit Ernesto leisten könnte. Ich hatte das Glück, dass es mir schon als Kind an nichts gefehlt hat. Meine Eltern lebten in einem schönen Haus in England, wir hatten Pferde und spielten in unserer Freizeit Tennis. Mit siebzehn bekam ich jedoch eine lebensge­ fährliche Hirnhautentzündung. Die Ärzte ga­ ben mir nur noch wenige Stunden zu leben. Dieser Kampf, den ich damals führte, gab mir

das Bewusstsein, jeden Moment zu geniessen dachte ich zum ersten Mal: «Okay, so schlecht und dankbar zu sein für alles, was noch kommt kann ich als Songschreiberin nicht sein.» im Leben. Ich will seit damals keine Zeit mehr Wichtiger als der Erfolg ist aber die Musik mit unnützen Dingen verschwenden, sondern selber geblieben. Songs zu schreiben, bedeutet nur noch meine Träume verwirklichen. Zwei mir viel. Ich werde dabei fast ein bisschen ver­ Monate später wurde ich Miss UK. Ich zog nach rückt, vor allem in meinem Bauch spüre ich das London, um im Musikbusiness Fuss zu fassen heftig. Vielleicht ist auch dies ein Luxus für und erhielt schon bald einen Vertrag. mich: die Fähigkeit zu haben, aus einem Gefühl Und jetzt ist es natürlich auch ein Luxus für – sei es Glück oder Traurigkeit – einen Song mich, dass mir Universal Music das Angebot schreiben zu können; extreme Situationen im machte, mit grossartigen Musikern zusammen Leben mit Musik verarbeiten zu können. eine eigene CD herausbringen zu können. Das Heute wollen viele junge Menschen reich und macht mich sehr stolz, weil ich wirklich viel da­ berühmt werden, sie sehen all diesen Luxus im für gearbeitet habe. Fernsehen und wollen ihren Teil davon abkrie­ Ich könnte mir heute noch gut vorstellen, gen. Er ist für sie ein Regenbogen, den sie sehen, ohne jeglichen Luxus zu leben und trotzdem aber nicht berühren können. Ich empfehle ihnen, glücklich zu sein. Damals in London, als ich ein sich nicht auf den Luxus zu konzentrieren, den hartes Leben führte, war ich sehr glücklich. dieses Leben vielleicht mit sich bringen würde. Ich war ständig unterwegs, habe Songs und Ge­ Sie sollen ihre Aufmerksamkeit auf ihre Arbeit dichte geschrieben, mit verschiedenen Künst­ richten und mit Leidenschaft, Disziplin und lern und Produzenten zusammengearbeitet Durchhaltevermögen ein Ziel verfolgen. Wer und viel von ihnen gelernt. Das war eine schwie­ weiss, vielleicht schaffen sie es tatsächlich und rige Zeit. Ich fuhr jeden Tag mit dem Zug zu werden eines Tages reich und können sich kau­ verschiedenen Studios, schlief dort auf einer fen, was sie sich immer erträumt haben. Matratze auf dem Boden und in einem Raum Als grössten Luxus empfinde ich aber, mit Fenstern, die sich im Winter kaum richtig meine drei Kinder aufziehen und meinen Mann schliessen liessen. Als ich dann mit meinem unterstützen zu können. Eigentlich führen wir Song «Black Coffee» derart grossen Erfolg hatte, ein sehr einfaches Leben. Abends sind wir meis­ war ich zuerst richtig geschockt. In diesem Lied tens zu Hause und, wie jede andere Familie steckten meine tiefsten und persönlichsten auch, schauen Fernsehen, machen Spiele oder Gefühle – und plötzlich hörten ihn Millionen diskutieren. Ernesto und ich gehen kaum aus. von Menschen. Als der Song von All Saints Luxus bedeutet für uns vielmehr, daheim das Familienleben geniessen zu können. Natürlich gespielt und zum Nummer-eins-Hit wurde,

IN VERSCHIEDENEN STUDIOS schlief ICH auf einer matratze am boden. Als ich dann mit «Black Coffee» derart grossen Erfolg hatte, war ich zuerst richtig geschockt. hat sich mit Ernesto vieles geändert. Unser Chalet in Gstaad zum Beispiel ist ein richtiges Märchen. Ich ertappe mich ja selbst dabei, wie ich mich immer wieder von Neuem vergewis­ sern muss, dass dies kein Traum ist und uns das alles wirklich gehört. Was am Ende des Tages aber zählt, sind die Familie und die Liebe. Wenn man sich alles im Leben leisten kann, werden die einfachen Dinge wieder zu den schönsten: gemeinsam Ski fahren zu gehen oder eislaufen, einen Ausflug zu machen – oder eben auf einem Berg zu campieren.  kirsty bertarelli ist Sängerin und Songwriterin. Sie wuchs in der englischen Grafschaft Staffordshire auf, heiratete im Jahr 2000 den italienisch-schweize­ rischen Milliardär Ernesto Bertarelli und lebt heute gemeinsam mit ihm und ihren drei Kindern Chiara, Falco und Alceo in der Schweiz am Genfersee. Ihr Debütalbum «Elusive» erschien im Januar 2010.

April/Mai 2010


W

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Weltwoche Stil No. 2

Essen  

business–lunches

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Von Roger A. Rebetez (Text) und MARIUS CLAUDIUS WOLFRAM (Bild)

Genf _ «Sens» Wie so oft in der Romandie, ­vertraut auch die Rhone-Metropole zum Teil auf die kulinarischen Dienste von Franzosen. Zweifellos ein netter Aspekt der Personen­ freizügigkeit, betreiben doch die Zwillingsbrüder Pourcel in ­Montpellier ein Restaurant mit zwei Michelin-Sternen. Das «Sens» im Hotel «Eastwest» sieht zwar von derlei Ambitionen ab, et bien sûr, es gibt architektonisch ­hübschere Strassen in Genf, aber die Nähe zum Bahnhof und die fünf Schritte zum See machen das geschmackvolle und eher intime Restaurant ideal zum «Businesslunchen». Ja sogar: Die Preise sind in Ordnung für das, was einem ­geboten wird – eine gelungene ­Mischung aus Ost- und Westküche. 

Zürich _ «Kreis 6»

Letztes Mal ass ich an einem Freitag im «Kreis 6» zu Mittag. Abendländer, der ich bin, hatte ich Fisch, gefastet wird freitags schliesslich schon seit zweitausend Jahren. Doris Fiala, eine Politikerin, sass zur selben Zeit ebenfalls im ­Restaurant, genauso wie ein stadtbekannter Journalist. Das soll alles nicht vom Essen ablenken, das ­geschmeckt hat. Eine Vorspeise, der Hauptgang (bei mir: frische ­Forelle mit Gemüse) und ein Nachtisch für etwa dreissig Franken schonen das Spesenbudget und ­lassen Mittel übrig für zwei Gläser Wein, zum Beispiel, von dem es auch eine gute Auswahl gibt. Ein Krönchen ebenfalls für das ­Ambiente: geschmackvoll. Und für den ­Garten – im Sommer eine Oase der Gemütlichkeit. 

Rue des Pâquis 6, 1201 Genf

Scheuchzerstrasse 65, 8006 Zürich

022 708 17 17, www.eastwesthotel.ch

044 362 80 06

Lausanne _ «Beau–Rivage Palace»

Zürich _ «Hummer– und Austernbar»

Würde der Röstigraben beim ­Bärengraben beginnen, wäre der Jurassier Edy Juillerat der Zöllner zwischen West und Ost. Er hat auf der ­Nydeggbrücke ein ehemaliges Zollhäuschen zur Brasserie ­umfunktioniert. Wahrlich ein Kleinod, und gegessen wird auch entsprechend. Die Vorspeisen ­(geräucherter Lachs oder ­Kürbiscremesuppe) haben ­gemundet, und über die eingemachte Ente mit Portwein ­(«Canard confit») nach altem ­französischem Rezept kann man nur Bestes schreiben. Natürlich, das ist kulinarisch kein Neuland, aber das Gesamtpaket ist stimmig – dazu gehört auch die Tradition des ­Dessertwagens. Das hausgemachte Beerenparfait schmeckte, aber richtige Kenner, so liess ich mir ­sagen, bestellen die Profiterole – und zwar einen Tag im Voraus. 

Beweisen Sie Stil und Kompetenz, und bringen Sie den wichtigen Deal in Lausanne unter Dach. Hört sich an wie Stadtmarketing, kann sich aber auszahlen: Ihr Geschäftspartner wird beeindruckt sein. Denn besser essen geht hier eigentlich nicht. Dafür sorgt AnneSophie Pic, une vedette, die einzige französische Köchin mit drei Ster­nen (zu Hause in der Provence); in Lausanne hat sie nach nur einem Jahr seit der Eröffnung bereits zwei Sterne. Ich verzichte auf Hymnen (von Gastrokritik kann keine Rede mehr sein), auch die Einrichtung und Atmosphäre sind impeccables. Vom Weinkeller mit 75 000 Flaschen ganz zu schweigen. Und das alles bloss einen Steinwurf vom See entfernt: Perfektion auf allerhöchstem Weltniveau mit ent­ sprechenden Preisen. «Eine Reser­ vation wird empfohlen», schreibt man doch bei Lokalen, ­die Wochen im Voraus ausgebucht sind. 

Das Rindsfilet war ausgezeichnet, um sofort die meistgestellte Frage zu beantworten: Es gibt auch Fleisch in der «Hummerbar». Die Vorspeise, Kürbistortellini an ­Salbeibutter und Rohschinkenschaum, war exzellent, und die ­süssen Leckereien sowie der Käse, in grosser Auswahl auf einem Wagen präsentiert, mundeten wunderbar. Leichtes Essen, eher klassisches Interieur: Fehlte nur, dass Ava Gardner oder eine andere Schauspielerin aus der Zeit, als ­Hotel und Bar jung waren, durch die Gänge schwebte. Stattdessen ­haben bereits Arnold Schwarzen­ egger oder der Dalai Lama der obersten Chefin Ljuba Manz ihre Aufwartung gemacht, wie Fotos beweisen (vielleicht war es auch umgekehrt). Egal, Institutionen heissen so, weil sie Moden widerstehen. Gerne noch für weitere 73 Jahre. 

Zwingerstrasse 10, 4053 Basel

Grosser Muristalden 1, 3006 Bern

Place du Port 17–19, 1006 Lausanne

8021 Zürich, 044 227 76 21

061 361 79 00, www.bon-vivant.ch

031 331 42 18, www.brasseriebaerengraben.ch

021 613 33 33, www.brp.ch

www.hummerbar.ch

Basel _ «Bonvivant»

Als kulturell interessierter Bürger ist man mindestens dreimal pro Jahr in Basel: an der Uhren- und Schmuckmesse, der Art und beim Besuch der Fondation Beyeler. Das nächste Mal sollte man auch in der ehemaligen Seidenwarenfabrik beim Bahnhof einkehren. Das Konzept überzeugt: ein paar wenige Tische, eine offene Küche und viel Sorge zu den Details, die der Geschichte des Raumes Reverenz erweisen. Das Essen (leider weiss ich nur noch, dass ich Fenchel und Fleisch ass) hat fabelhaft geschmeckt, dafür sorgt Sternekoch Andreas Schürmann. Über Mittag kurz hinsitzen, keine Entscheidungen treffen müssen (es gibt ­keine Karte) und danach wieder den Verantwortlichkeiten nach­ kommen – wer die schönen Dinge im Leben schätzt, besonders gutes Essen und Wein, wird an der Stadt­feinschmeckerei seine helle Freude haben. 

Bern _ «Brasserie Bärengraben»

April/Mai 2010

Hotel St. Gotthard , Bahnhofstrasse 87,


Am Tag, an dem George Clooney einen aussergewöhnlichen Grand Cru kreieren kann, kann er Alexis´ Job übernehmen. Wie der Kellermeister bei Wein, riecht Alexis, Green Coffee Manager bei Nespresso, jährlich mehrere Tausend Aufgüsse von leicht gerösteten und gemahlenen Kaffees, um die Feinheiten ihrer Ursprünge zu erfassen. Diese kombiniert er dann für die Kreation unserer Grands Crus. Erfahren Sie mehr unter www.nespresso.com/experts


Weltwoche Stil No. 2

Trinken  

champagner

Von Roger A. Rebetez (Text) und MARIUS CLAUDIUS WOLFRAM (Bild)

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Frédéric Bouché ist Sommelier in «L’Assiette Champenoise» in Reims, Frankreich. Der 45-Jährige arbeitet bereits seit 27 Jahren im franzö­sischen Spitzenrestaurant im ­Herzen der Champagne; seit etwa fünfzehn Jahren berät er als Sommelier die Gäste bei der Wahl der Getränke. Mit Küchenchef Arnaud Lallement verbindet ihn eine langjährige Freundschaft, die bis in ihre Kindheit in der Champagne zurückreicht. Vom «Gault Millau» zum «Etablissement de l’année 2009» erkoren, führt der «Guide Michelin» das modern eingerichtete Haus aus der Belle Epoque mit zwei Sternen.

Monsieur Bouché, wie wird man Sommelier in einem Spitzenrestaurant? Es schadet nicht, wenn man in der Champagne geboren wurde. Ich liebe diese Gegend, mein ganzes Leben habe ich hier verbracht, und noch immer beschäftige ich mich jeden Tag mit den Rebbergen, dem Champagner und dem Wein. Es ist die Leidenschaft für die Sache, die mich beruflich dahin gebracht hat, wo ich jetzt bin.

«Assiette» pflegen wir eine enge unüblich ist, da in einem Restaurant normalerweise bedeutend Beziehung zum Haus G. H. mehr Wein als Champagner konsu- Mumm. Die «Cuvée R. Lalou» von miert wird. Aber wir sind hier in 1998 etwa eröffnet eine Vielfalt von der Champagne. Hochstehendes kulinarischen Kombinationsmöglichkeiten, und die Komplexität Essen muss entsprechend auch mit einer qualitativ ebenso überrader Aromen inspiriert die ­Küche. genden Cuvée harmonieren und ­umgekehrt. Das geht so weit, dass Wie sieht es beim Wein aus? wir zu verschiedenen Gängen Oft geben uns Gäste ein Budget ­vor, unterschiedliche Champagner serund wir wählen zwei, drei vieren, die auch verschieden tem­Flaschen aus. Burgunder, Côtes du periert sind. Auf diesem Niveau Rhône, auch Bordeaux, doch der ist kann das durchaus den Untersehr teuer geworden. Dafür sind schied ausmachen, welchen Gedie Gäste eher bereit, etwas Neues samteindruck Sie vom Essen ­haben. zu entdecken, was unsere Arbeit umso spannender macht. Wir Sie servieren also zu jedem Gang ­versuchen, wann immer es geht, Champagner? Produkte aus der Region zu Nicht grundsätzlich, aber sicher ­berücksichtigen. nicht nur zum Aperitif. Champagner soll den ganzen Abend begleiten. Wie viele Flaschen Wein bzw. Champagner haben Sie im Keller gelagert? Das bedingt eine grosse Auswahl an unterschiedlichen Tropfen. Insgesamt 26 000 Flaschen, darunter befinden sich ungefähr 650 verDas ist so. Wir arbeiten darum mit Champagnerhäusern zusammen, schiedene Sorten Champagner. deren Philosophie zu uns passt. Welchen Champagner oder Wein trinken Sie zu Hause? Können Sie uns ein Beispiel nennen? Schon seit der Eröffnung der Auf jeden Fall ist es mehr Cham-

Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit Arnaud Lallement aus? Wir arbeiten eng zusammen. Bereits bei der Auswahl der Speisen fragen wir uns, welche Getränke dazu passen könnten. Wir sind da komplementär, ein Team, bei dem jeder weiss, dass es den anderen braucht. Dabei spielen wir ganz besonders mit der Kombination der Geschmäcke: Etwas mag süsslich schmecken, also setzt man mit dem richtigen Getränk einen wunderbaren ­Kontrapunkt. Alles muss auf­einander abgestimmt sein, einer eigenen Logik gehorchen.

pagner als Wein, und meistens sind es unbekannte Tropfen. Um auf dem höchsten Niveau mitmachen zu können, ist es unabdingbar, dass man auf dem neusten Stand der Entwicklungen ist, immer ­wieder auf Entdeckungsreise geht, um den Gästen das Beste bieten zu können. Darum bin ich mindestens einmal pro Woche bei einem Produzenten in den Rebbergen. Es macht entsprechend grosse Freude, dabei neue Perlen zu entdecken.

Nach welchen Regeln wählt man den Champagner aus? Sie meinen im privaten Rahmen? Nun, meistens hat man ja das ­Bedürfnis nach einem bestimmten Essen. Also kostet man davon und sucht danach den dazu passenden Champagner aus. Spürt man viel Säure in den Speisen, nimmt man in einem ersten Schritt einen lieb­ lichen Champagner, einen Demisec etwa, versucht also, ein Gegengewicht zu bilden. Danach nähert man sich der gewünschten Balance immer mehr an. Lässt sich Champagner bei Blindde­ gustationen unterscheiden wie Wein? Absolut, ja. Der hohe Kohlensäureanteil im Vergleich zum Wein macht die Aufgabe allerdings ­etwas schwieriger. Bleibt bei Ihrem Beruf  Zeit für anderes? Ich fotografiere leidenschaftlich gerne. Vor allem Weinberge, Trauben, Flaschen und was sonst noch so dazugehört. Sie sehen, in meinem Leben dreht sich wirklich alles um Champagner. Monsieur Bouché, welchen Cham­ pagner offeriert man einer Frau? Spendieren Sie ihr einen Tropfen, der ihre Persönlichkeit spiegelt, in der Regel also etwas Elegantes, Angenehmes, mit viel Finesse. Einen Blanc de Blancs etwa, der ausschliesslich aus weissen Chardonnay-Trauben gekeltert wird. Trinkt sich wunderbar leicht und ist dabei von hoher Qualität. Die Wirkung wird nicht ausbleiben.

Wie viel Champagner wird pro Abend etwa konsumiert? Es dürften ungefähr dreissig ­Flaschen Champagner sein und ähnlich viele Flaschen Wein. Was April/Mai 2010


Selbst wenn George Clooney ihn fragen würde, Anton würde das Geheimnis einer perfekten Kaffeebohne nicht preisgeben. Am Anfang eines aussergewöhnlichen Grand Cru steht ein aussergewöhnlicher Rohkaffee, dessen Qualität während des gesamten Produktionsprozesses kontrolliert werden muss. Wir vertrauen auf Antons Fachwissen als Green Coffee Quality Specialist bei Nespresso, um unsere hohen Qualitätsstandards sicherzustellen. Erfahren Sie mehr unter www.nespresso.com/experts


Glück ist die Erweiterung des Horizonts. Club Med bietet Ihnen eine grosse Auswahl an exklusiven Reisezielen weltweit. Ob zu zweit oder als Familie: Geniessen Sie die einzigartige Atmosphäre mit internationalem Flair. Lassen Sie die Seele baumeln, denn alles ist inbegriffen. Sogar das Urlaubsglück.

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Weltwoche Stil No. 2

Uhren-news  

Edel, hilfreich und gut

Die Zeit der bling-bling-uhren ist vorbei . Schweizer Uhrmacher fanden

zurück zu ihren traditionellen Werten und zeigten am Salon international de la Haute Horlogerie in Genf sowie an der  Baselworld Zeitmesser, die schlicht und klassisch sind. Von Raphael Suter (Auswahl und Text)

No. 1 _ blancpain Das Prunkstück der neuen «Villeret»-Kollektion ist die «Phase de Lune DemiSavonette» mit vollständigem Kalender, Mondphasen, Sekunden und Korrektoren unter den Bandanstössen. Dieses Modell hat ein 40 Millimeter grosses Rotgoldgehäuse. Fr. 29 500.–

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No. 2 _ cartier Sportlich und doch elegant ist die «Calibre de Cartier». In der neuen Herrenuhr tickt ein hundertprozentig automatisches Cartier-Werk. Der Mix aus klassischen römischen Ziffern und einer futuristischen Datums­ anzeige gibt der Uhr einen ganz besonderen Touch. Fr. 6900.–

No. 1

No. 2

No. 3

No. 3 _ omega Mit der «Skeleton Tourbillon Co-Axial» unterstreicht Omega die eigene Stellung in der Haute Horlogerie. Jede Uhr wird in Biel von einer kleinen Gruppe von ausgesuchten Uhr­ machern in einer gesamten Arbeitszeit von 540 Stunden hergestellt. Die Platinuhr ist auf 18 Stück limitiert. Fr. 280 000.– No. 4 _ glashütte Den sechziger Jahren entnommen hat Glashütte Original das Design für seine «Senator Sixties Panorama Date». Bezeichnend dafür sind das gewölbte Zifferblatt und das Panoramafenster. Angetrieben wird diese Vintage-Uhr vom Automatik­ kaliber 39. Fr. 10 350.– No. 5 _ victorinox Eine Neuinterpretation eines Klassikers. Das «Guillo­ché»-Zifferblatt sowie die ovalen Drücker geben dem sehr funktionalen Chronografen auch eine elegante Note. Dieses Modell ist mit einem Quarz-Chronografenwerk ausgestattet und bis 100 Meter wasserdicht. Fr. 625.–

No. 4

No. 5

No. 6

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No. 6 _ a. lange söhne Ein neuentwickeltes Automatikwerk tickt in der «Lange 1 Daymatic». Das Platingehäuse und die speziellen Anzeigen, u. a. eine «Retrograde»-Wochentagsanzeige, machen diesen Zeitmesser aus dem sächsischen Manufakturhaus in Glashütte zu einer einzig­ artigen Uhr. Fr. 55 200.–


sChMUCK-news no. 1 _ chopard Der panzer des «schildkröten-rings» besteht aus 370 winzigen Diamanten. als blickfang dient ein tropfenförmig geschliffener brauner Diamant (11,42 Karat). Preis a. A.

das schönstE für diE schönstE

Man KaUFt eDle Metalle UnD eDelsteine, die zu schmuckstücken verarbeitet wurden, nicht als wertanlage,

sondern aus herzensangelegenheit. Man darf aber natürlich davon ausgehen, dass auch nächste generationen noch etwas haben werden von den Kostbarkeiten. Doch auch Modeschmuck macht Freude, und die hat keinen Preis. Von oliVer sChMUKi (Text)

no. 2 _ dior ring «Cerise» aus weissgold und mit Diamanten, amethysten, peridots, tsavoriten und purpurnen saphiren. Dem namen der Kollektion ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen: «incroyables et Merveilleuses» – unglaublich und wundervoll. Preis a. A. no. 3 _ bulgari Der Verlobungsring «Yellow sapphire» strebt mit hilfe von zehn birnenförmigen saphiren und verschiedenen Diamanten nach perfekter Farbharmonie. Fr. 16 460.–

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no. 4 _ cartiEr Dieser panther-armreif hütet ein geheimnis: eineversteckte Quarzuhr. Das einzelstück «Décor panthères dos à dos» ist aus weissgold und mit Diamanten, smaragden und brillanten besetzt. Preis a. A. no. 5 _ pomEllato ohrringe aus mattem roségold und mit brillanten aus der «sirene»-Kollektion; schmuck, den die trägerin deutlich auf der haut spürt und der ihre persönlichkeit ohne Zurückhaltung beschreibt. Fr. 13 570.– no. 6 _ brEguEt inspiriert von Königin Marie antoinette und ihren ländereien, wartet die neue Kollektion von breguet auf. bestandteil davon: der von aristokratischer schönheit geprägte ring «la rose de la reine» (weissgold mit Diamanten und handgravur). Fr. 14 600.–

no. 3

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no. 5

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, grüner wohnen  

dejeuner sur l’herbe

viel schönes und feines für frühlings- und sommertage, ausgewählt

und arrangiert von Redbox, dem Zürcher Geschäft für Inneneinrichtung und Accessoires.

Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger (Bild)

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1 Flor Flame, Fr. 999.–, 2 Künstliche Blumen, je Fr. 146.–, 3 Reise-Golfset inkl. Putter, Fr. 98.–, 4 Holzschale aus Teak, klein: Fr. 158.–, gross: Fr. 236.–, 5 Kamasutra-Buch (Taschen-Verlag), Fr. 317.–, 6 Brotbrett «Pandoro» inkl. Messer, Fr. 179.–, 7 Baobab-Duftkerze, klein: Fr. 92.–, gross: Fr. 132.–, 8 Snack-Schalen «Triton» (Porzellan auf Teak), Fr. 96.–, 9 Champagnerkübel (versilbert), Fr. 914.50, 10 iPod-Docking-Station inkl. Radio mit Acht-Stunden-Akkubetrieb, Fr. 598.–, 11 Karaffe «Cool» von Eva Solo, Fr. 175.–, 12 Bodenkissen aus Leinen in div. Farben, Fr. 179.–, 13 Kissen in div. Grössen und Materialien, ab Fr. 99.–, 14 Kerzenständer XL, Fr. 360.–, 15 Porzellanvögel, je Fr. 20.–, 16 Ledertasche aus Kernleder von Abeler & Bro., Fr. 990.–, 17 Plaid aus Wolle (weiss, 130 x 190 cm), Fr. 269.–, 18 Holzhasen, je Fr. 36.–, 19 Etagere aus Porzellan, Fr. 53.–,

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20 Nach Lavendel duftendes Schneidebrett aus Holz, Fr. 149.–, 21 Salz- und Pfeffermühle, Fr. 75.–, 22 Kirschen XXL, Fr. 270.–, 23 Flaschenkorb «Pisa», Fr. 156.–, 24 KorbSet (rund), klein: ­Fr. 65.–, gross: Fr. 85.–, 25 Reisetasche von Libeco (Leinen mit Leder), Fr. 452.–, 26 Laterne mit Kerze, Fr. 412.–, 27 Reisekoffer im Vintage-Look mit UnionJack-Druck, ­Fr. 1760.–, 28 Küchentuch, ab Fr. 18.–, 29 Plaid aus Wolle (130 x 190 cm), Fr. 269.–, 30 Delikatessen (Tietzes Bar, Redbox Zollikon), 31 Weine (Mövenpick, Redbox Zollikon), 32 Porzellanpilze, ab Fr. 20.–, 33 Champagnergläser, je Fr. 45.–, 34 Geschirr «Dubai» (div. Grössen und Formen), ab Fr. 22.–, 35 Tempeltisch in div. Grössen, ab Fr. 185.–, 36 Fahrrad (mit Kernleder bezogen), Fr. 1850.–, 37 Käsemesser-Set, Fr. 65.–, 38 Flaschenöffner/Zapfenzieher, Fr. 25.–, 39 Oldtimer (Redbox Zollikon, laufend neu)


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Stil

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W elt woch e

waist down - röcke von miuccia prada

Ein Rock hat seinen eigenen Willen, findet die Designerin und entwirft nicht bloss Stücke, die kleiden. Sondern auch Röcke, die mehr moderne Kunst sind als Schneiderhandwerk April/Mai 2010


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men ` s 2007 Spring/Summer

Women ` s 2006 Spring/Summer

men ` s 2006 Fall/Winter

men ` s 2006 Spring/Summer

Women ` s 2007 Spring/Summer

Bei Prada wird jeder Look, der Ăźber den Catwalk geschickt wird, fotografiert und abgelegt. Die Doppelseite mit Looks von 2005 -08 ist aus dem Buch ÂŤPrada (von Progetto Prada Arte, Milan 2009)

zirka 500 von 3885

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Women ` s 2006 Fall/Winter


Women ` s 2007 Fall/Winter

Women ` s 2008 Spring/Summer

men ` s 2008 Fall/Winter

Women ` s 2008 Fall/Winter

men ` s 2008 Spring/Summer

men ` s 2007 Fall/Winter


Was w체nschen sich Frauen heute von der Mode? Im Herzen von Prada, an der Via Bergamo 21 in Mailand, gibt es Antworten auf diese Frage, mehrmals j채hrlich, seit vielen Jahren. W채hrend einer Anprobe, ebendort.


s 10 Text Die Modejournalistin Suzy Menkes von der Herald nial.» Genauso überzeugt war sie auch von Miu Miu: Sandra Bauknecht Tribune hat einmal gesagt, dass es keine Prada-Show «Eine Wahnsinnskollektion, sexy und trotzdem gebe, die nicht verblüffe. Das konnte man Ende Februar an der Mailänder adrett.» Miuccia Prada hatte für ihre Zweitlinie mit wunderschönen Modewoche wieder einmal unterschreiben. Miuccia Prada hatte den ZeitKleidern im Sixties-Stil, romantisch und innovativ in einem, gepunktet. geist erkannt, wieder einmal. Was wünschen sich Frauen heute von der Diesen Twist macht ihr so schnell keiner nach. ­Genauso erfolgverspreMode? Tragbar soll sie sein und dem Körper schmeicheln. Ihre kommenchend war im Januar die Präsentation ihrer ­Männerkollektion. Dort hatte de Herbst/Winter-Kollektion ist eine Hommage an ihre Klassiker der sie die Basics der Herren auf ihre Art neu interpretiert und es damit geneunziger Jahre und gleichzeitig eine Ode an die Weiblichkeit. Es schien, schafft, moderne Klassiker des neuen ­Jahrhunderts zu manifestieren. Die als hätte die treue Feministin ­resigniert und ihre alten Ideale über Bord Schauen der Mailänderin sind für mich selbst immer wegweisend. Diese Saison ist Miuccia Prada auf ­Sicherheit gegangen, und damit liegt sie bei geworfen. Als Vorreiterin eines modernen anderen Sex-Appeals, der nicht der heutigen Wirtschaftslage mit ­Sicherheit nicht falsch. von viel Haut lebte, stand ­Prada immer für intelligente Mode. Dass denken und gut aussehen sich nicht ausschliessen, hat die Mailänderin mögUnter ihren zahlreichen Fans ist auch Anna Wintour, die kürzlich für lich gemacht. Umso ­ungewöhnlicher waren die kurvenreichen Models, Aufruhr an der Mailänder Modewoche sorgte. Der Teufel, der gerne Prada trägt, bat um Zusammenlegung der wichtigsten Schauen. Von diesem die ansonsten für Victoria’s Secret laufen. Mit ihren Hochsteckfrisuren und den Retrobrillen erinnerten sie an sexy Bibliothekarinnen der fünfzi- Diktat lies sich Miuccia Prada jedoch nicht einschüchtern. Und siehe da, die mächtige Chefin der amerikanischen Vogue liess es sich doch nicht ger Jahre. Besonders war, dass ­Miuccia Prada zum ersten Mal die Beto­nehmen, bei ihrem Lieblingslabel in der ersten Reihe zu sitzen. nung auf die Brust ­gelenkt hatte. Das war neu und ungewöhnlich. Überaus treffend formulierte es Katie Grand vom Love Magazine: «Das sind sexy, Die Erfolgsgeschichte begann im Jahr 1913, als Mario Prada, Miuccias ungezogene ­Frauen mit dicken Titten und hohen Absätzen, die eine ZiGrossvater, die Marke gründete. Spezialisiert auf hochwertige Leder­ garre zum Frühstück nehmen.» Das klingt so gar nicht nach Prada-Vokawaren, blühte das Geschäft rasch. Als Hoflieferant des italienischen bular. Aber dieses Sich-neu-Erfinden macht die Designerin aus. Was sie ­Königshauses erwarb Prada das Recht, die Insignien in seinem bis heute letztens noch geliebt hat, verwirft sie morgen. Für Trudie Götz ist sie seit gebräuchlichen Markenzeichen zu verwenden. Der grosse Durchbruch je eine ­Pionierin der Mode. Die Besitzerin der Trois-Pommes-Läden geriet bahnte sich aber erst Ende der siebziger Jahre an, als die Enkelin, die schon 1970 dem grossväterlichen Unternehmen beigetreten war, auf ihbeim Ordern der neuen Kollektion ins Schwärmen: «Die Kombination ren ­zukünftigen Ehemann Patrizio Bertelli traf. Damals noch rein von Trend und Tragbarkeit und gleichzeitigem schönen Aussehen ist geApril/Mai 2010


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No. 1 _ Frühjahr/Sommer 1991: Kampagne von   Peter Lindbergh.

Rechte Seite _ Frühjahr/Sommer 1994: Kampagne mit Christy Turlington von  

No. 2 _ Frühjahr/Sommer 2009: Kampagne von   Steven Meisel.

peter lindbergh.

No. 3 _ Herbst/Winter 2002: Kampagne mit Amber Valletta von  

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steven meisel. 3

No. 4 _ Frühjahr/Sommer 1997: Kampagne mit Joaquin Phoenix von  

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glen luchford.

No. 5 _ Herbst/Winter 1993: Kampagne mit Christy Turlington von   peter lindbergh.

No. 6 _ Herbst/Winter 2008: Kampagne mit Linda Evangelista von   Steven Meisel. 4

No. 7 _ Herbst/Winter 1996: Kampagne mit Willem Dafoe von   glen luchford. 5

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es gibt vermutlich auch berühmtheiten, die nicht prada tragen, aber nicht sehr viele. Weshalb auch?  Man zeigt in Kleidung von Miuccia, dass man etwas von Mode versteht – und doch kein fashion victim  ist.


Weltwoche Stil No. 2


Weltwoche Stil No. 2

«Miuccia Prada ist für mich auf besondere Weise einzigartig. ­ Man kann mit ihr als Künstler sprechen, und sie versteht einen wie ein Künstler. Sie versteht Dinge, denen viele Leute nicht folgen ­ können. Ich denke, das kommt daher, dass sie selbst eigentlich eine Künstlerin ist.»

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_ Tobias Rehberger

­geschäftlich, war die Begegnung zweier Ausnahmetalente schick­ salsträchtig. Seit 1987 verheiratet, sind die Eltern zweier Söhne unschlag­ bar. Sie scheint bildlich betrachtet der Bauch und er der Kopf des Unter­ nehmens zu sein. 1988 kreierte die Norditalienerin ihre erste Damen­kollektion, danach folgten die jüngere Linie Miu Miu (nach ihrem Kosenamen), Prada Men und Prada Sport sowie eine Kosmetikkollektion. 1997 präsentierte ­Bertelli sein Team für den America’s Cup mit seinem Segelboot «Luna Rossa». Miuccia Prada hat mit einem Studium der Politikwissenschaften und dem der Pantomime eine wohl eher ungewöhnliche Ausbildung durch­ laufen. Aber es scheint, dass gerade das ihren Blick auf die Dinge ge­ schärft hat und der Widerspruch an sich ihr Erfolgsrezept ist. Als ehema­ lige Kommunistin manifestierte sich Jahre später die alte Ideologie in ihren ­Designs von sozialistisch angelehnten Uniformen. Nach den lauten, ­schrillen achtziger Jahren eine Revolution. Sie war mutig und anders und machte bad taste chic. Ihre Hand für ungewöhnliche Stoffmuster und eine neu definierte Silhouette war bahnbrechend in den Neunzigern. Seit ­je propagiert sie einen in sich gekehrten Luxus. Bei ihren Designs kann zum Beispiel ein einfacher Stoff entgegen allen Erwartungen teuer erscheinen oder umgekehrt. Bestes Beispiel ist ihr erster grosser Voll­treffer, der le­ gendäre Prada-Nylonrucksack. Innovative Materialien und seltene Her­ stellungsverfahren sind von Anfang an ihre Stärke gewesen, so machte sie den wasserabweisenden Stoff als Erste zum Trendmaterial. In den neun­ ziger Jahren gab es wohl kaum einen modebegeisterten ­Rücken, an dem das Kultobjekt nicht hing. Miuccia Prada erfindet sich jede Saison neu und sendet immer ­wieder andere Botschaften über den Laufsteg. Für sie ist die Kontroverse ein wichtiger Bestandteil ihrer Mode. So nahm sie im Herbst/Winter 2008 ­ ihre eigene Herausforderung an, dem bis dato als erotisch geltenden ­Spitzenstoff einen völlig neuen Look zu geben. Mit Erfolg. Die Mailänderin beschreibt ihre Kreationen selbst als natürlich und schon fast modelos in der Einleitung ihres kürzlich erschienenen Buches, das drei Jahrzehnte Prada-Geschichte dokumentiert. Dort zu bestaunen sind auch die Megastores, die sogenannten Epizentren, die durch ­wechselnde Installationen verschiedener Art eher wie Galerien wirken. Architektonisch interessant war der Prada-Transformer in Seoul. Ein auf sechs Monate limitiertes Bauwerk, das sich wie ein Würfel drehen liess. In Projekten wie der Wanderausstellung «Waist Down – Skirts by ­Miuccia Prada» oder den künstlerischen Kurzwerbefilmen hat sie die

­ ode mit ihrer anderen Passion, der Kunst, verknüpft. 1995 hatte die M ­Mäzenin mit ihrem Mann die Fondazione Prada ins Leben gerufen, die sich in der zeitgenössischen Kunst engagiert. Tobias Rehberger, dessen vielgelobtes Werk «On Otto» unter anderem von der Stiftung unterstützt wurde, sagt über sie: «Miuccia Prada ist für mich auf besondere Weise ein­ zigartig. Man kann mit ihr als Künstler sprechen, und sie versteht einen wie ein Künstler. Sie versteht Dinge, denen viele Leute nicht folgen kön­ nen. Ich denke, das kommt daher, dass sie selbst eigentlich eine Künstle­ rin ist.» Die Designerin sieht das Ganze ein wenig anders. Schon oft ver­ riet sie in Interviews, dass sie Kunst und Mode nicht vermischen möge. Sie fände es lächerlich, wenn jemand über Mode als Kunst spreche, verriet sie der ­Süddeutschen Zeitung. Sie gehe sogar so weit, ihre Arbeit, wenn sie ­irgendwie arty aussehe, zu vernichten. Dennoch legt sie viel Wert darauf, ihre Mode auf einem höchstmöglich kreativen Level zu halten und mit ­Visionären der Szene zusammenzuarbeiten. Umso schwerer zu verstehen ist, dass so wenige über Prada spre­ chen möchten, allen voran Miuccia Prada selbst, die uns kein Inter­ view geben wollte. Dabei hätte die Designerin sicherlich viel zu erzäh­ len. Wolfgang Joop sagte, dass er nur ungerne über andere Designerkollektionen urteile, und Karla Otto, Inhaberin des wohl wichtigsten PR-Imperiums und langjährige Beraterin Pradas, liess ausrichten, dass sie nach dem Ende der ­Zusammenarbeit nicht mehr über die Marke sprechen wolle. Die erfolgreiche Kollaboration hatte erst geendet, als sie das Angebot Bertellis, ihre Agentur zu kaufen, ausschlug. Eine wahrscheinlich weise Entscheidung Ottos, wenn man bedenkt, wie es zum Beispiel Jil Sander nach der Übernahme ergangen war. Die Firmengründerin stieg aufgrund von Querelen kurzerhand aus. An den Erfolg des ehemals deutschen Vorzeige­unternehmens konnte Prada nicht anknüpfen und verkaufte. Jedoch ist Miuccia Prada unschlagbar, wenn es um ihre eigenen Labels geht. Michelle Nichol, Kunst- und Modekritikerin sowie Mitin­haberin ­ einer Werbeagentur in Zürich, hat ihren Erfolg auf den Punkt gebracht: «Prada ist die modernste Modemarke der Jetztzeit. Modern ist hier ge­ meint im Sinne einer Form, die funktional ist und kein unnötiges Orna­ ment benötigt. Prada produziert Mode, deren einziges Ornament ihre ­ Intelligenz ist. Und das ist ziemlich ungewöhnlich und ziemlich ­sexy.» Dank des im Mai erscheinenden Prada-Alphabets wird man die ­Sprache des Modeimperiums noch besser verstehen. Es handelt sich um Sammlereditionen, bestehend aus 26 ­eigens entworfenen Buchstaben.

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Weltwoche Stil No. 2 2

No. 1 _ Membrane des Prada-TransformerPavillons (2009): sechsmonatige Ausstellung in Seoul von  minuccia

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Prada, patrizio bertelli und rem koolhaas.

No. 2 und 3 _ KunstFantasien aus PradaKollektionen: Foto-Collagen von  AMo. 4

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rem koolhaas/oma.

No. 5 _ Die «hängende Stadt»: Ausstellungsbereich im Epicenter von New York. Das Design stammt von

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Rem Koolhaas/oma.

No. 6 _ Der FIRMEN­ GRÜNDER Mario Prada auf einem Porträt von Angelo Galli.

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No. 7 _ Anna Wintour mit Bee Shaffer, ihrer Tochter. No. 8 _ Im Innern des zweiten, sechsstöckigen Epicenter von Tokio. Das Design stammt von

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herzog & de meuron.

No. 9 _ Das Epicenter am Rodeo Drive in Los Angeles: eine Inversion des Vorläufers in New York. Das Design stammt von   Rem Koolhaas/oma. April/Mai 2010

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No. 4 _ Turm-Modell des Largo-Isarco-Projekts der Fondazione Prada mit Standort im Industriegebiet südlich von Mailand. Mit der Ausführung beauftragt ist  

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Ob es an der Via Bergamo 21 in Mailand friedlich oder fieberhaft zugeht, ist abhängig davon, wie nahe die Veröffentlichung der nächsten Kollektion ist.


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CotE D amour Text Mark van Huisseling

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Bild  peter rigaud (laif, keystone)

Wem es auf diesem Bild zu wenig Menschen hat, fährt im August hin. Alle anderen lesen den Artikel.

EINE ANLEITUNG für ein Wochenende, so süss wie die Torte von Saint-Tropez April/Mai 2010


Treppengeländer des verkümmerten Geistes. Was es aber auch ist: eine Aussage, die zu einem grossen Teil stimmt. Deshalb: «Nie werde ich die leuchtend roten Mohnblumen vergessen und das Meer von dunkelvioletten Glyzinien. Sowie das andere Meer – azurblau und klar.» Das sagt etwa Taki Theodoracopulos, der Schriftsteller und Erbe einer griechischen Reederei, der 1951 zum ersten Mal mit seinen Eltern nach Südfrankreich fuhr und seither jeden Sommer auf seinen Booten vor der Küste verbringt. Oder Gunter Sachs: «Saint-Tropez, c’est incroyable.» Über Sachs, übrigens, schreiben Journalisten normalerweise, er habe das Fischerdorf mit auf die Land­karte des Jet Sets gesetzt in den fünfziger Jahren. Das stimmt fast. Was nicht stimmt: Saint-Tropez war nie ein Fischerdorf, sondern von Anfang an ein Hafen, um den herum sich Seefahrer und Händler niederliessen. Und diese Seefahrer und Händler verdienten ziemlich rasch Geld. (D’accord, es gab auch ein paar Fischer, gibt es heute noch. Und sie verkaufen die gefangenen Tiere morgens auf dem kleinen Markt hinter dem ­alten Hafen, und der hat eine Ordnung: rechte Seite, vom Meer her ge­ sehen, für Fische, die nicht vor Saint-Tropez gefangen wurden. Linke Seite für Fische von hier.) Solche Fakten lernt man, nebenbei, wenn man sich von einem Mitarbeiter des Office du tourisme durch den Ort führen lässt, was ich empfehle. Was man auf der Führung ferner lernt: dass der Name Saint-Tropez von «Torpes» kommt, einem römischen Beamten, der öffentlich gesagt haben soll, er sei ein Christ, worauf ihn Nero töten liess. Von da an gibt es verschiedene mögliche Geschichtsverläufe. Der, der für meine Zwecke am besten passt, geht so: Er soll nahe der Mündung des Arnos auf eine Barke gelegt und später im heutigen Saint-Tropez an einen Strand geschwemmt worden sein. Da hat er Glück gehabt, in einem gewissen Sinn. In Saint-Tropez gibt es nämlich nur fünf Strände, und die sind, sagen wir, nicht berühmt. Die s 59

Bild  davide erbetta (grand tour, corbis, rdb)

A

Elton John noch in Saint-Tropez Ferien machte, be­klagte er sich manchmal, dass er nicht genügend Bewilligungen für Helikopteranflüge bekomme. Es gab einen Landeplatz in als dem Garten um das Haus, das er inzwischen verkauft hat. Klar, die Klage wäre einen Eintrag wert auf der Liste «Beschwerden der Superreichen» (ungefähr wie: «Der Lift in meinem Stadthaus geht schon wieder nicht»). Aber der Entwurf des Popstars ist nicht nur abgehoben: Wer nach Saint-Tropez fährt, muss einen Plan haben gegen die Staus, die den Verkehr auf dem Landweg zum Stillstand bringen. In der Zeit von zirka Anfang Juli bis Ende August ist die ganze Gegend nämlich ein Beispiel für den Satz von Yogi Berra, dem amerikanischen Baseballspieler, der nicht nur wegen seiner Home-Runs, sondern auch wegen seiner Einzeiler ein Held geworden ist: «Keiner geht mehr hin, es ist zu voll.» Der Plan kann zum Beispiel sein, von Sainte-Maxime mit dem öffentlichen Schnellboot über den Golf nach Saint-Tropez zu reisen. Das ist eine stimmungsvolle Überfahrt und dauert weniger lange als die Anfahrt über die N98, die im Sommer weniger aussieht wie une Route nationale, sondern mehr wie un parking  (zirka 20 Minuten statt zirka zwei Stunden). Doch der viel bessere Plan ist, von mir aus gesehen: Fahren Sie früher hin. Damit meine ich nicht frühmorgens, sondern früher im Jahr. Am besten, sagen wir, kommende Woche. Deshalb erscheint dieser Artikel jetzt, weil zurzeit der richtige, der beste Augenblick ist, dort zu sein. Bis hierher war das vielleicht ein bisschen eine komische Reise­ geschichte. Weil man als Schreiber einer solchen seine Leser im Grunde ja überzeugen möchte hinzufahren. Und deshalb in der Regel nicht mit den Nachteilen des Ziels beginnt. Jetzt also einmal ein paar Vorteile der Côte d’Azur beziehungsweise von Saint-Tropez. Man könnte auch sagen, ein paar Klischees, was eigentlich ein Wort ist, das auch nicht wohl­ meinend daherkommt. Das Klischee, nur zum Sagen, sagt man, sei das


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Wenn der mond am nachthimmel über dem golf und über saint−tropez hängt, möchte man einer der maler sein, die das Dorf vor 110 Jahren oder so entdeckt haben.

Ein Haus in SaintTropez zu haben, ist schön. Eines mit Blick aufs Meer, schöner und selten (grosses bild). Zwischen dem Hotel «Pan Deï Palais» und der Place des Lices, dem Herzen von Saint-Tropez, liegt nur der Garten mit Pool (oben). Suite im «Pan Deï» (rechts).

Strände, die man normalerweise meint, wenn man über die Strände von Saint-Tropez spricht («Tahiti», «La Voile Rouge», «Le Club 55», «Nikki Beach» et cetera), befinden sich an der Baie de Pampelonne, und die liegt auf dem Gebiet von Ramatuelle, dem nächsten Ort. Was man nicht lernt auf der Führung, ist, wo man wohnen soll. Mit­ arbeiter des Office du tourisme dürfen keine Reklame machen für Hotels, und das ist in Ordnung. Dafür gibt es Reisegeschichtenschreiber. SaintTropez, für die, die es interessiert, hat ungefähr 1200 Hotelbetten (und noch einige Schlafgelegenheiten in Pensionen und auf Campingplätzen, aber die lassen wir weg). Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass im Sommer täglich zirka 80 000 Besucher in den Ort fahren. Die meisten sind aber wieder weg, wenn die Sonne untergeht und die Gäste auf den Jachten im Vieux Port  ihre Liegeflächen verlassen und in die Kabinen gehen; dann gibt es nichts mehr zu sehen bzw. braucht es kein Publikum mehr. Das Hotel, das ich empfehle, heisst «Pan Deï Palais», es steht an der Rue Gambetta, also hinter der Place des Lices. Und zu seinem nicht besonders französischen Namen kam es, weil der ehemalige Besitzer dieses schönen, grossen Hauses, Jean-François Allard, eine indische Prinzessin heiratete. Sie hiess . . . Sie wissen schon. Was man vielleicht nicht weiss: Wie kam un Tropézien  zu einer indischen Prinzessin? Monsieur Allard oder Général Allard, geboren in Saint-Tropez 1785, kämpfte zuerst für Napoleon April/Mai 2010


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und später für den «Löwen vom Punjab», Ranjit Singh. Und weil er Schlachten gewann, gewann er auch das Mädchen, Pan Deï, eine Nichte des Herrschers der Sikh vom vereinigten Punjab. Und falls das alles nicht ganz stimmt, war es eine schöne Geschichte. Und das «Deï Palais» ist ein schönes Haus. Es gibt zwölf Zimmer, ein Restaurant mit feiner sogenannter FusionKüche (französisch/indisch, naturellement), einen Garten mit Pool sowie ­einen Hamam, den man für sich alleine bzw. sich alleine und seine Begleitung überlassen bekommt. Die Einrichtung ist eine Mischung aus französischen Stilmöbeln und Kunsterzeugnissen aus dem Punjab. Ja, Sie haben richtig ge­ lesen. In einem solchen Haus darf man Gast sein, und es steht, tatsächlich, hinter der Place des Lices (buchen Sie, falls sie noch zu haben ist, die Suite mit Namen «Paruati»; aka Zimmer No. 7, aber das klingt nicht ganz so gut). Falls Sie jetzt gerne lesen möchten, welches Restaurant am meisten Punkte, Hüte oder Sterne hat und was man dort bestellen soll – je ne le sais pas. Von mir aus gesehen sind solche Gourmet-Lokale überschätzt, vor allem in Südfrankreich. Aber da Sie meinen Rat befolgten und in der Vorsaison hinfuhren, können Sie eigentlich fast überall hingehen und mit grosser Wahrscheinlichkeit recht gut bis wirklich gut essen. Diesen Rat, nebenbei, hat mir vor einiger Zeit Wolfram Siebeck gegeben, ein deutscher Autor von Kochbüchern, der in der Provence lebt. In Saint-Tropez selber mag ich «Le Sporting» für ein einfaches Mittagessen und die Brasserie «Des Arts» für abends. Auch gut ist «Le Café», was das Essen angeht. Die Bedienung allerdings ist von unterschiedlicher Geschwindigkeit, wenn man Franzose ist (vite)  oder wenn man Ausländer ist (pas vite du tout)  respektive wenn man MvH ist jedenfalls. Alle drei Restaurants befinden sich an der Place des Lices, und deshalb bekommt man zu dem Platz im Restaurant gratis einen Sitz in der ersten Zuschauerreihe des Pétanque-Platzes dazu. Pétanque, finde ich, ist jetzt nicht gerade ein Zuschauersport, aber es gehört zu der Saint-TropezErfahrung, und irgendwie geht von dem Spiel eine Gemütlichkeit aus wie von Anglern auf Molen et cetera. 4 Was auch zu der Saint-Tropez-Erfahrung gehört, ist die tarte tropézienne, eine ziemlich süsse und für meinen Geschmack zu luftige Torte, die aber ebenfalls mit einer guten Geschichte daherkommt – ein polnischer Mit­ arbeiter von Roger Vadim, dem Regisseur, soll immer eine Torte ohne Namen, die ihn an die Torten aus der Heimat erinnerte, auf das Set von «Et Dieux . . . créa la femme» mitgebracht haben. Und Brigitte Bardot soll diese Torte tarte tropézienne genannt haben. 5

Es gibt verschiedene Geschäfte in den kleinen Strassen des Orts, die diese anbieten. Und während man noch dasjenige sucht, das die beste ­Torte hat, kommt man an Geschäften mit grossen Namen vorbei, die es sonst nur in den Einkaufsstrassen grosser Städte gibt. Weil in der Vor­ saison bloss wenige Käufer in den Geschäften und die Verkäuferinnen freundlich sind, können sich die Kosten des Aufenthalts erhöhen. Doch ein, sagen wir, Carré von Hermès bekommt zusätzliches Cachet, wenn man es in Saint-Tropez gekauft hat (oder geschenkt bekommen hat), nicht wahr? Bevor man abreist, empfehle ich einen Ausflug nach Gassin. Das Dorf auf den Felsen hinter Saint-Tropez erreicht man mit dem Wagen in wenigen Minuten. Und es ist die Reise wert. Nicht nur wegen der süssen proven­zalischen Häuser und der engen Gassen. Sondern auch ­wegen des kleinen Platzes, Place des Barrys, an dem das Restaurant «Le Pescadou» liegt. Lassen Sie einen Tisch reservieren ganz vorne. Sie sitzen dann am Abgrund, sozu­sagen (ungefährlich, Gassin ist eigentlich mehr auf einem Hügel als auf Felsen, aber so steht es in Reise­füh­ rern). Von dort hat man den besten Blick über den Massif des Maures und den Golf von Saint-Tropez. Und wenn der Mond zudem am Nachthimmel über dem Golf und über Saint-Tropez hängt, möchte man Signac sein oder einer der anderen Maler, die das Fischerdorf, pardon, das Dorf der wohlhabenden Seeleute vor 110 Jahren oder so entdeckt und berühmt gemacht haben.

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adressen

No. 1 _ hotel «pan deï palais» 52, rue Gambetta 83990 St-Tropez Tel. +33 494 17 71 71 www.pandei.com No. 2 _ «le CafÉ» Place des Lices 83990 St-Tropez Tel. +33 494 97 44 69 No. 3 _ brasserie «des arts» 5, place des Lices 83990 St-Tropez Tel. +33 494 40 27 37

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No. 4 _ bar «le gorille» 1, quai Suffren 83990 St-Tropez Tel. +33 494 97 03 93 No. 5 _ rESTAURANT «LE PESCADOU» Place des Barrys 83580 Gassin Tel. +33 494 56 12 43

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Bilder camille moirenc (hemis.fr), Ghislain Dussart

In Saint-Tropez gibt es auch Einheimische, und die spielen Pétanque, Place des Lices  (links). Darf nicht fehlen: ein Bild von BB (fast eine Einheimische). Dieses Jahr gibt es in «L’Annonciade», dem Museum von Saint-Tropez, eine Ausstellung über die Bardot (rechts).


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patek philippe

stellt uhren her. So kann Man es natürlicH auch sagen, vor allem wenn man Superlative nicht mag — ausser am Handgelenk, natürlich Von Mark Van Huisseling


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«Herr Stern, weshalb sind Ihre Uhren so gut?»

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Patek ­Philippe, braucht es Genauigkeit, Geduld und Geschicklichkeit. Nur die sogenannten Langdrehautomaten sind zum Teil 50-jährig und sehen auch so aus. Viel jünger sind etwa die Maschinen, mit denen zum Beispiel Räder aus Neusilber, einer Nickellegierung, bearbeitet werden. W ENN Es braucht vierzig bis sechzig Arbeitsgänge für ein millimeterkleines Rad. 60 Prozent dieser Arbeiten sind nicht nötig für die Ganggenauigkeit des Werks, sondern um die Teile schön aussehen zu lassen, damit die Uhren das sogenannte Patek-Philippe-Siegel bekommen. Und auch damit sie man verschiedene Leute, die etwas davon verstehen, fragt, ­wer ­­eigentlich einem Uhrmacher, der das Werk in den kommenden Jahrzehnten warten die besten Uhren herstelle, sagen die meisten denselben ­Firmennamen: wird, gefallen; andere Augen werden die hübsch­ gemachten Teile sehr Patek Philippe. In anderen Industrien ist das nicht so, dort ist man sich wahrscheinlich nie zu sehen bekommen. Die ­Unrundheit jedes einzelnen bloss einig, dass man sich nicht einig ist. (Wer baut die besten Autos, wer Rads, nebenbei, wird elektronisch gemessen; eine Abweichung bis 10 My produziert die besten Highend-Geräte, die besten Kameras? Hat man drei, ist erlaubt (1 My ist ein Tausendstelmilli­meter). vier Experten, bekommt man vier, fünf unterschiedliche Ant­worten.) «Herr Stern, weshalb sind Ihre Uhren so gut, was macht Ihr UnternehWeshalb erfüllen die Besitzer und Mitarbeiter von Patek ­Philippe, so sieht men besser als andere?», frage ich den Präsidenten in einem Besprechungs­ es aus, ihren Anspruch, die besten Uhren der Welt ­herzustellen, so gut? zimmer, das neben seinem Büro im dritten Stock liegt. «Wir wollen die Was ist ihr Geheimnis? besten Uhren der Welt herstellen. Dafür braucht es Leidenschaft», Um die Antwort zu finden, reist man nach Plan-les-Ouates, einem ­antwortet er. Das stimmt bestimmt. Was es aber auch brauche, sagt er Vorort von Genf. Dort befindet sich zwischen dem Flughafen und dem ­weiter, seien technische Leistungen. Von Patek Philippe erwarte man die Genfer Hausberg, le  Salève, die Manufaktur. Es handelt sich dabei um ein interessantesten Entwicklungen der Branche. «Wir müssen jedes Jahr ­Gebäude von 1996, mit einer Spirale vor dem Eingang, wie sie in Uhr­ technische Neuheiten, zum Beispiel eine neue Anzeige oder einen neuen werken verwendet wird, doch das Kunstwerk ist zirka zwölf Meter gross. Mechanismus vorstellen, die unser bisheriges Angebot ergänzen.» Und Gegenüber liegt das Gebäude von Rolex, ein wenig weiter die Strasse zudem, findet Stern, sei es nicht nur wichtig, was man mache, sondern ­hinauf ist Lamborghini Genève. Die Verantwortlichen von Patek Philippe, auch, was man nicht mache. Patek Philippe macht nichts ausser Uhren. nebenbei, umarmen Besucher sozusagen. Das ist nicht überall so. Es gibt Und das soll so bleiben, plötzlich eine Schmucklinie zu entwerfen oder Uhrenhersteller, die keine Gäste auf ihr Gelände lassen und Mitarbeitern Accessoires herzustellen, sei nicht der Plan. sowie sogar ehemaligen Mitarbeitern verbieten, mit Journalisten über Dass es den Verantwortlichen von Patek Philippe ernst ist, was die ihre Arbeit respektive die Firma zu sprechen. Chez  Patek Philippe ist es ­Herstellung der interessantesten Branchenentwicklungen angeht, zeigen ­sozusagen umgekehrt – ein pensionierter Mitarbeiter erklärte mir die zum Beispiel diese zwei Uhren: «Star Caliber 2000» oder «Sky Moon Manufaktur beziehungsweise die Arbeiten, die dort ausgeführt wurden. Tourbillon». Die erste gehöre zu den kompliziertesten Taschenuhren aller Und zwar auf Deutsch, mein Tour-Guide war in Biel aufgewachsen. Zeiten, steht in einer Information des Unternehmens. Sie wurde zur Feier Von ihm lernt man etwa, dass Patek Philippe die älteste unabhängige des Millenniums vorgestellt und hat 21 Komplikationen sowie 1118 Genfer Uhrenmanufaktur in Familienbesitz ist; die Familie Stern hatte ­Einzelteile (Forschung und Entwicklung dauerten acht Jahre). Die «Sky diese während der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1932 gekauft, seit Moon Tourbillon» von 2001 ist die komplizierteste Armbanduhr der ­vergangenem Jahr ist Thierry Stern, 39, der Präsident. Oder dass die ­laufenden Kollektion (12 Komplikationen, 686 Einzelteile), sie stellt unter ­zurzeit zirka 1300 Beschäftigten, davon etwa 200 qualifizierte Uhrmaanderem den vollständigen Nachthimmel dar, zeigt die Sternzeit, und cher, rund 40 000 Uhren im Jahr herstellen (30 000 mit mechanischen ihre Minutenrepetition verfügt über sogenannte Kathedralen-­Tonfedern. Werken und 10 000 Quarzuhren, ausschliesslich Damenmodelle). Mehr Speaking of which: Thierry Stern hört mit eigenen Ohren jede Minutenreals 90 Prozent der für die mechanischen Modelle verwendeten Bauteile petition an, bevor sie die Firma verlässt. Der Chef, übrigens, hat, nachdem stellen die Mitarbeiter selber her. Ein Satz für Leser, die sich sonst nicht er sich Auslanderfahrung in der New Yorker Patek-­Geschäftsstelle geholt mit Uhrenherstellern beschäftigen: Solche Angaben werden bei einigen hatte, eine zweijährige Uhrmacherausbildung im eigenen Haus abgeanderen Uhrenmanufakturen so geheim gehalten, wie die Verantwortschlossen. «Das braucht man hier, man muss sich den Respekt der Mit­ lichen der Firma Coke die Zusammensetzung ihrer Cola die längste Zeit arbeiter verdienen.» nicht öffentlich machten. Und was man auch lernt: Man sagt nicht Das vergangene Jahr, sagt Stern, sei kein schlechtes gewesen für seine «­Patek», wenn man zu der Firma gehört, sondern «Patek Philippe», so ­Firma. Die Nachfrage nach den gängigen Modellen («Calatrava», viel Zeit muss sein. Das ist vermutlich so ähnlich, wie niemand, der in ­«Nautilus», «Ellipse d’Or» und «Gondolo») sei zurückgegangen, dafür San ­Francisco wohnt, Frisco sagt. seien die Komplikationen gefragter gewesen. In schwierigen Zeiten, glaubt Wer sich unter «Uhrenmanufaktur» eine Art Arvenstube vorstellt, in er, wolle der Kunde noch mehr von dem, was er «real value» nennt. Mehr der ältere Männer mit Lupen vor den Augen und krummem Rücken Probleme haben die Uhrenverkäufer gehabt – das Geschäftsmodell funktio­ sitzen, muss sein Bild ändern. Im Jahr 2010 und bei Patek Philippe sieht niert so, dass Händler die Uhren bei dem Hersteller kaufen müssen. Wenn die ­Herstellung von Uhrenbestandteilen so aus, wie sich ein Nichtkenner die Händler weniger bestellen, gibt es zwei Möglich­keiten: Preise senken das Produzieren von Bestandteilen für, sagen wir, Personal Computer oder Lager vergrössern. Patek Philippe, bien sûr, hat die Preise nicht geausmalt: In den hohen Räumen des ziemlich neuen Gebäudes gibt es senkt, sondern das eigene Lager ein klein wenig grösser gehalten. grosse Maschinen, an denen anteilmässig viele Frauen in weissen Kitteln Muss man als Uhrenhersteller, der das oberste Ende des Marktes bedient, eigentlich mit der Mode gehen? Oder kann man sagen, wo man sitzen und sehr kleine Teile bearbeiten. Für diese Arbeit, sagt man bei


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klassiscHe, sPOrtlicHe unD

komplizierte zeitmeSSer

aQuanaut luce

tWentY~4 ®

JaHreskalenDer

komplizierteste armbanduhr der kollektion (ref. 5002J)

neu in roségold mit mechanischem uhrwerk (ref. 5068r)

neu mit «­Perfect blue»Zifferblatt (ref. 4910/10a)

Mit neuem Zifferblatt (ref. 5396r)

cHrOnOMetrO gOnDOlO

nautilus cHrOnOgraPH

elliPse D’Or

star caliBer 2000

Mechanische uhr mit Handaufzug (ref. 5098r)

neu mit schwarzem Zifferblatt (ref. 5980/1a)

Modell zum 40-JahrJubiläum (ref. 5738P)

eine der kompliziertesten Patek-Philippe-taschenuhren

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skY MOOn tOurBillOn

stehe, sei die Mode? Den zweiten satz, würde stern, nebenbei, nicht selber sagen, das wäre überheblich und nicht sympathisch. aber es sei auch nicht so, dass man kurzfristigen entwicklungen hinterherrenne. «­Wir machen das, was unsere spezialität ist», sagt er. Doch man könne sich nicht einfach abmelden von trends, die es gebe. auch nicht als Patek Philippe. Zurzeit etwa sind grosse uhren gefragt. also biete man auch grössere Modelle an, wenn auch keine sehr grossen. Denn es kommen zwei wichtige Dinge dazu bei der Modellwahl. erstens: Patek Philippe ist auf fünf kontinenten im geschäft. Was in europa gerade angesagt ist, kann vielleicht in asien gar nicht gefallen. und, wichtiger, man denkt in langen Zeitabschnitten. eine Patek Philippe müsse auch in fünf Jahren noch eine uhr sein, zu der man stehen könne. und in fünfzehn Jahren. und in fünfzig. Das ist so. in der abteilung kundenservice, in der es in Plan-les-Ouates achtzig Mitarbeiter gibt, zeigt mir ein uhrmacher eine taschenuhr, die er gerade repariert. Das stück ist vom ende des vorletzten Jahrhunderts (zirka 1890). Der anspruch sei, sagt stern, dass man zu jeder uhr, die in der geschichte des 1839 von antoine norbert de Patek und Jean adrien Philippe gegründeten Hauses hergestellt wurde, heute noch stehen könne und sie, falls nötig, auch reparieren könne.

letzte Frage: Wie viele anfragen von chefs von luxusgüterkonzernen, die das unternehmen kaufen möchten, bekommt er im, sagen wir, Monat? antwort: keine. nicht, weil niemand Patek Philippe kaufen möchte, vermutet er. sondern weil jeder wisse, Patek steht nicht zum Verkauf. Die Firma hat keine aktionäre, die nicht zu der Familie gehören (sein Vater, Philippe stern, ist Präsident des Verwaltungsrats; die Halbschwester von thierry stern arbeitet im Patek-Verkaufsgeschäft in genf; seine andere schwester ist nicht in der Firma tätig; der junge stern hat selber zwei kleine söhne). Familienfremde aktionäre, sagt thierry stern, hätten Mühe, zu verstehen, wie bei Patek Philippe gedacht und gehandelt wird. etwa die investition von 120 Millionen Franken in neue gebäude in Plan-les-Ouates vor vierzehn Jahren – «­es wäre schwierig gewesen, einen solchen entscheid, der das unternehmen zehn, zwanzig Jahre mit bestimmen wird, bei aktionären, die nicht zu der Familie gehören, durchzubringen». und damit hat er eine weitere antwort gegeben auf die am anfang gestellte Frage: Was macht ihr unternehmen besser als andere? allerletzte Frage: Was nimmt der Besucher mit nach Hause, wenn er die Firma Patek Philippe verlässt? thierry stern sagt: «­unser unternehmen in einem satz? eine Welt von leidenschaft.»

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Eine Uhrenmanufaktur muss nicht aussehen wie eine Arvenstube, in der alte Männer mit krummem Rücken sitzen. s 65

Bild  Max Mustermann

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Der Präsident hat eine Uhrmacher­ausbildung im eigenen Haus abgeschlossen. «Das braucht man hier, man muss sich ­den Respekt verdienen.»

Uhrwerk in gross: Eingangshalle in Plan-les-Ouates.

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Weltwoche

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by Brigitta Horvat

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Foto: Thiemo Sander

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Produktion: Brigitta Horvat

Kette von  Scooter (Seite 67); Bluse und Hose von  Agnes B. (Seite 68); Wäschekleid von Sabbia Rosa , Leoparden-String von  Les Folies d’Elodie (Seite 69); VintageLeoparden-Top von  Xuly Bët (Seiten 70/71); Corsagen-Top mit eingearbeiteten Fransen von Nicola Edeler , Kunstfell von  La Maison de la Fausse Fourrure (Seite 72); Bikinihöschen von Eres ,

High-Heel-Sandalen mit Strass von  Maud Frizon (Seite 73); Kette von  Cowboy Dream , Jeans von  Levi’s (Seiten 74/75).

der frühling ist die sai– son, in der das darunter gleich wichtig ist wie das darüber. oder wich– tiger. zum glück, denn es gibt mode, die ist zu schön zum verstecken. April/Mai 2010

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Bild  Max Mustermann

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mein südtirol  

berge, charme und Genuss

unser autor, mit familie, fährt durch die Ecke Italiens, die funktioniert und

ein wirklich sympathisches Gebiet ist. Mit wirklich feinen Restaurants und guten Hotels.

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Von david schnapp (Text und Bilder)

Die Felslandschaft ist karg und schroff, das muss man mögen.

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chon die Anfahrt nach Südtirol ist schöner als viele Anfahrten zu Reisezielen, die mit dem Auto erreichbar sind. Vorausgesetzt, man wählt den Weg über den Ofenpass, auf dem man den Schweizer Nationalpark durchquert und endlich einen Grund dafür erhält, warum dieser Kanton mit allen möglichen Subventionen ausgestattet wird. Für diese Tour dürfen wir den neuen Range Rover fahren, also das grosse Modell mit dem V8-Motor (Supercharged). Das macht den Ausflug sehr angenehm. Auch ein Cabrio wäre für die Passfahrt eine gute Wahl, aber der Reisekomfort im Range Rover ist unerreicht, und

die kleine achtjährige Begleiterin hat auf dem Rücksitz sozusagen ein eigenes Zimmer. Und weil Südtirol doch sehr bergig ist, kann ein gutes Vierradantriebssystem nicht schaden. Von öffentlichen Verkehrsmitteln ist in Südtirol eher abzuraten, es gibt zwar Züge und Busse, aber die Verfügbarkeit ist nicht immer zufriedenstellend. Südtirol, könnte man sagen, ist zwar Italien, aber es funktioniert. In der Regel trifft man auf freundliche Menschen mit einem spröden Charme und der Eigenwilligkeit der Bergbewohner. Zum Beispiel Paul Grüner vom Gasthof «Zur Goldenen Rose» im Schnalstal. Der rührige, umtriebige Gastgeber präsentiert hier die rustikale Landes-

hauptspeise Knödel in allen Geschmacksrichtungen. Auch wenn er an sich einen rustikalen Genuss darstellt, mit Trüffeln und zerlassener Butter oder als frittierte Schokolade-Version mit AmarenaSauce ist der Knödel ein Erlebnis. Für das Mittagessen am nächsten Tag haben wir im Slow-FoodRestaurant «Jägerhof» in St. Leon­ hard reserviert. Wenn man sich auf die Terrasse mitten in dieser HeileWelt-Landschaft aus Bauernhöfen, Geranien und Bergkulisse setzt, kann man mit dem Leben zufrieden sein. Die Küche ist authentisch und ausgezeichnet. Wir bekommen ein feines Hirschrücken-Carpaccio, gefolgt von Ravioli mit Gemüse und Pfifferlingen sowie

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einem Schmorbraten vom ortsansässigen Gamsbock. Der wird hier zur zarten Versuchung, wie man sie nicht alle Tage auf dem Teller hat. Die Zwetschgen für das Dessert bezieht der freundliche, mehrfach ausgezeichnete Koch Siegi Augscheller aus dem Garten seines Schwiegervaters, wie er versichert. So ist das hier. Jedes Mal, wenn wir wieder in unseren Range Rover steigen, kommt Zufriedenheit auf. Die kleinere Passagierin freut sich über den Platz, auf dem sie sich ausbreiten kann, und die eingebauten Bildschirme in den Kopfstützen, über die sie ihre DVDs zu sehen bekommt. Der Fahrer freut sich über den bärenstarken Supercharged-


ner Ort für Paare, und es empfiehlt sich allein wegen der verschiedenen Torten und Kuchen, die jeweils zum Nachmittagstee aufgestellt werden, mehr als eine Nacht zu bleiben. Während einer Südtirol-Reise sollte man die Seiser Alm besucht haben, egal ob zum Wandern, Skifahren oder Golfspielen. Das Hochplateau erreicht man mit der Seilbahn, und der Blick auf die Dolomiten auf der einen und das Schlernmassiv – das Wahrzeichen Südtirols – auf der anderen Seite ist einfach schön. Auf 1930 Meter liegt die «Gostner Schwaige». Die wunderbare Berg­beiz lebt vom Ideenreichtum des jungen Kochs Franz Mulser. Mit Bergblumen und -kräutern – allesamt aus dem eigenen Garten – hat er eine originelle, sehr eigenständige Küchensprache gefunden. Dabei sind die Blüten und Kräuter, die etwa der Rehbock-Sülze oder dem mit Käse gefüllten Knödel beigegeben werden, nicht bloss ­Effekte um des Effekts willen, sondern bringen eine geschmackliche Ausdehnung des Gewohnten. Während wir Kräuterund-Blumen-Köstlichkeiten essen, zieht ein lustiger alter Südtiroler mit Ziehharmonika von Tisch zu Tisch, spielt, trinkt und rundet einen klischeehaft schönen Nachmittag in den Bergen ab.

Für Reisen mit Kindern empfehlen wir schliesslich das «Parkhotel Holzner» in Ritten/Ober­bozen. Das Haus hat Charme und ist auf elegante Art familienfreundlich. Es gibt ein schönes Spa und eine Küche, die als einzige eines Süd­ tiroler Familienhotels mit 14 GaultMillau-Punkten ausgezeichnet wurde. Man isst gut, und die ­Atmosphäre im Speisesaal mit Aussicht ist zwar lebendig, aber nicht so, dass man das Gefühl bekommt, in einem Kindergarten zu sitzen. Von hier aus ist man auch schnell in der Landeshauptstadt Bozen, die sich für den Einkauf von Südtiroler Wein oder dem weltberühmten Speck empfiehlt. Noch ein Hinweis zur Heim­ reise in die Schweiz: Autobahnfahrten in einem Range Rover mit Luftfederung sind zwar ein absoluter Langstreckengenuss, aber vom Weg durch den Brenner würden wir trotzdem dringend abraten. Durch den Schweizer Nationalpark in Graubünden fährt sich’s entspannter und schöner.  Unser Testwagen war der Range Rover 5.0 V8 Supercharged u. a. mit folgenden Optionen: adaptiver Tempomat, Dual-View-Bildschirm vorne, DVD/Rear Seat Enter­ tainment, 4-Zonen-Klimaauto­ matik. Preis des Testfahrzeugs: Fr. 184 440.—. www.landrover.ch

adressen «hotel zur goldenen rose» (***)

Karthaus 29 39020 Schnals Tel. +39 0473 67 91 30 www.goldenerose.it geniesser- und wanderhotel «jägerhof» (***)

Walten 80 39015 St. Leonhard Tel. +39 0473 65 62 50 www.jagerhof.net

romantikhotel «stafler» (****)

39040 Mauls/Freienfeld Tel. +39 0472 77 11 36 www.stafler.com restaurant «gostner schwaige»

39040 Seiser Alm Tel. +39 3478 36 81 54 gostnerschwaige@dnet.it parkhotel «holzner» (****)

39059 Oberbozen Ritten Tel. +39 0471 34 52 31 www.parkhotel-holzner.com

an sich ein rustikaler genuss, ist der Knödel mit Trüffeln und zerlassener Butter oder als frittierte Schokolade-Version mit Amarena-Sauce ein Erlebnis.

Würzig: die Knödel

Mit Käse gefüllte Knödel auf einer Sauce aus Tomaten, Blüten und Kräutern.

Blumig: das Dessert

Himbeer-Rhabarber-Rosen­ Törtchen mit Vanillecreme in der «Gostner Schwaige».

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Achtzylindermotor, der auch den Jaguar XKR antreibt. Als Nächstes lassen wir den Wagen auf den 2099 Meter hohen Jaufenpass klettern. Trotz der relativen Grösse des Autos machen die Serpentinen Spass, die Antriebskraft reicht vollauf, um allzu gemächliche Zeitgenossen auch bergwärts zügig zu überholen. Die Felslandschaft rundherum ist karg und schroff, das muss man mögen. Unser Ziel ist das «Romantik Hotel Stafler» in Mauls. Man geht hier vor allem wegen der ausgezeichneten Küche gerne hin. Der «Gault Millau» gibt dafür 15 Punkte. Zwar wird das Restaurant in der aktuellen Ausgabe des Gourmet-Führers etwas kritisiert, an unserem Menü gab es aber bis auf den bisweilen etwas unbedarften Service nichts auszusetzen. Der Einstieg mit einer Biolachs-Varia­tion, Wasabi-Eis und Guacamole war vielversprechend, die Kürbissuppe mit GarnelenPraline ebenfalls und das Weisskohlrisotto mit Pfifferlingen schon fast die Reise wert. Begeistert waren wir auch vom Ochsenfilet mit Parmesan und Trüffeln. Die Kastanien-Varia­tionen zum Dessert und die hausgemachten Pralinen schmeckten hervorragend. Das «Stafler» ist ein schö-


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Die seiteN für den Mann  

Der GT

Ei n gr a n t u r i s mo m us s v i el e s kön n en.  

Nicht dazu gehört: unauffällig sein. Ferner muss der Fahrer ein paar Einstellungen vornehmen, um richtig Spass zu haben – Vor allem im kopf. Von Mark van Huisseling (Text) und Heri Irawan (Illustration)

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Wie lange ich gebraucht habe? Who cares?  in einem bmw 535i gran turismo ist, noch mehr als im leben sonst, der Weg das Ziel. Und dieser Weg war gut.

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gen. Wäre der Wagen eine Frau und der Lenker ihr Stylist, würde er ihr keinen kurzen Rock mit Netzstrumpfhosen vorschlagen und dazu Schuhe mit Plateau und ­hohen Absätzen, sondern ein auf den Körper geschnittenes Kleid, knapp bis über die Knie, haut­ farbene Strümpfe und passende Pumps. Jetzt kurz eine Offenlegung: Ich weiss, wovon ich schreibe, ich fahre als Privatmann ebenfalls ­einen Gran Turismo (Maserati 3200 GT) und meine, mich ­deshalb auszukennen mit der ­Psyche des GT-Fahrers; GT-Fahrer, übrigens, sind fast immer Männer, denke ich. Und Frauen, die auf ­­­­  GT-Beifahrersitzen sitzen, das ist ­meine Erfahrung wenigstens, ­sitzen lieber dort als hinter dem Lenkrad. Ferner mögen sie es, wenn der Fahrer beim Aussteigen um das Auto herumgeht, um ­ihnen die Türe zu öffnen. In ­a nderen Worten, die Beifahrerin des GT-Fahrers ist gerne eine Frau. Und gerne zusammen mit einem Mann sowie GT-Fahrer. Jetzt aber zu dem Auto. Der 535i, die von mir gefahrene Ausführung, hat einen Sechszylinder-/ Dreilitermotor mit 305 PS. Das   ist wichtig in meinen Augen. Denn ich finde, ein GT, dessen   PS-­Leistung mit einer 2 beginnt, sei kein GT, der diesen Namen ­verdient. Wenn allerdings die Zahl, die hinter dem Wort «Leergewicht» steht, mit einer 2 be­ ginnt (2015 kg), dann fährt man 305 PS eigentlich am unteren Rand des Gebiets, in dem sich GTFahrer wohl fühlen. Doch, erstens, gibt es noch   den Gran Turismo 550i mit Achtzylinder-/4,4-Liter-Motor und   407 PS – yes, die 4 als erste Stelle

der PS-Zahl hat die Ausstrahlung, die dem GT-Fahrer gefällt. Und, ­zweitens, sind Zahlen manchmal, obwohl sie nicht lügen, irgendwie relativ. Oder wenigstens eine ­Sache des mind-set, der Einstellung im Kopf genauso wie der Ein­ stellungen, die man an dem Getriebe und dem Fahrwerk vor­ nehmen kann. Was ich sagen will: Wenn man den Dreiliter-GT mit seinem Achtgangautomatik­ getriebe «Steptronic» auf «Sport» stellt (Gangwahlhebel plus «Fahrdynamik Control») und zudem   im Kopf auch ein bisschen auf «Sport» eingestellt ist, kommt einem das Auto stark vor, dann ­interessieren gemessene Werte ­weniger als gefühlte. Und das ­Gefühl ist: einfach GT-mässig. Leser, die diese Seite öfter ­nutzen, wissen, Ihr Kolumnist hat eine Hausstrecke, die Bundes­ autobahn zwischen Singen und Stuttgart (A81 ist ihre Bezeichnung). Doch das ist nicht der ­richtige, angemessene Untergrund für einen GT beziehungsweise seinen Fahrer. Zum Glück gibt es eine zweite Hausstrecke, die Strassen von Zürich nach ­St. Moritz. Von meiner Wohnung im Stadtkreis 6 bis vor das ­«Palace» beziehungsweise in das Parkhaus Serletta sind Reisezeiten unter 2 Stunden 15 Minuten (im Sommer und bei flüssigem Verkehr) einen Eintrag wert in meiner Agenda, von Smythson of Bond Street (Est. 1887), übrigens. Die Aufgabe, die ich mir mit dem BMW GT selber stellte, war: gleiche Reisezeit, ­a ndere Jahreszeit. Damit eines klar ist, die ­erlaubten Höchstgeschwindigkeiten sind einzuhalten. Und wo sie unbedingt eingehalten werden müssen, erfährt man über die  

Telefonnummer 0900 55 50 80   (Radar-Info-Zentrale). Damit noch eines klar ist: GT-Fahrer sind ­keine sogenannten Raser. Raser, das erfährt man, wenn in Zeitungen Fälle beschrieben respektive Fotos veröffentlicht werden, ­fahren kleine Autos mit kleinen Motoren. Falls man wissen möchte,  ob ich die Strecke in 2 Stunden   15 ­Minuten zurückgelegt habe, schreibe ich: Who cares?  In einem GT ist, noch mehr als im Leben sonst, der Weg das Ziel. Und dieser Weg war gut. Auf der Autobahn genoss ich das ruhige, überlegene Verhalten des Dreilitermotors. Und auf der Passstrasse (Fahrwerkseinstellung: Sport, mind-set-Einstellung: dito) die überraschende Beweglichkeit des grossen Wagens sowie das sofortige Reagieren des Motors beim Auf-das-GaspedalDrücken. Zudem ist nun der Augen­ blick, in dem ich erzählen kann, wie ­niedrig der Verbrauch ist (un­-  ter zwölf Liter, was aus meiner   Erfahrung selten vorkommt bei Autos mit mehr als zwei Tonnen Leer­gewicht). Was will man mehr als GT-Fahrer? Die Antwort, trotzdem, auf   die Frage nach der Reisezeit?   Also gut, einverstanden – ich   habe, wie geschrieben, den Weg geschätzt, aber das Ziel verpasst. Ich parkte den BMW 535i Gran Turismo um 16.25 Uhr vor dem «Palace»; die Abfahrt in Zürich war um 14.09 Uhr.  Bei dem von unserem Autor gefahrenen Modell handelt es sich um den BMW 535i Gran Turismo mit sechs Zylindern, 2979 ccm und 305 PS (Benzinmotor, Turbo, Direkteinspritzung, Energie­ effizienz-Kategorie C) für 126 040 Franken (Modell mit Grundausstattung ab 85 900 Franken).

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or ungefähr einem Jahr schrieb ich in dieser Zeitschrift schon einmal über einen BMW (das Modell 750i Limousine). ­Damals stand in dem Artikel, unter anderem, «der neue grosse BMW ist ein Fahrzeug, das man übersieht, falls man kein scharfes Auge hat». (Das war in diesem ­Zusammenhang ein Kompliment an den Wagen.) Dieses Mal hatte ich es wieder mit einem (ziemlich) neuen, (ziemlich)   grossen BMW zu tun. Doch den 5er-GT übersieht man nicht, falls man Augen hat, die gerne Autos anschauen. Dieses Auto fällt auf. Wegen der Grösse über alles zum Beispiel, wegen des hohen Hecks oder des, sagen wir, Buckels, den man vor sich sieht, wenn man hinter dem BMW steht. Das finde ich gut, schliesslich handelt es sich dabei um einen Gran Turismo. Und der muss ­vieles können. Doch was nicht ­dazugehört, ist, besonders ­unauffällig zu sein. Das wäre falsch. Der GT-Fahrer will, dass man ihn respektive sein Auto sieht. Das heisst, er will nicht, dass ihn jeder sieht. Sonst würde er einen Sportwagen fahren oder einen Hummer, falls er keine Scham kennt und es ihm egal ist, wenn sein Fahrzeug in der   Energieeffizienz-Kategorie G zu Hause ist (weil es nicht weiter geht als bis Kategorie G). Der BMW GT, nebenbei, hat Energieeffizienz C. Noch einmal retour zum GT­Fahrer: Er will, wie gesagt, ­gesehen werden. Und er will, dass sein schönes Auto ein bisschen   bewundert wird (und, klar, er selber auch ein wenig). Doch eben, nicht von irgendjemandem, sondern von those in the know, sozusa-


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mein style  

Carlos Leal

fenster zum hof: Der welsche Schauspieler carlos leal mag an sich und in seinem Zuhause schlichte Eleganz: zurückhaltend, mit persönlichen Referenzen versehen. nacho alegre (Bilder)

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No. 1 _ Mein iPhone kommt als Music-Player genauso oft zum Einsatz wie als Telefon. Zuletzt draufgeladen habe ich das neue Best-of-Album von Sens Unik, das am 30. April herauskommt. No. 2 _ Armeemesser von Wenger gefallen mir besonders. Dieses Stück aus Metall wegen des Mate­ rials und seiner kantigen Form. No. 3 _ Mein Lieblingsbild – «L’acteur» von einem unbekannten

spanischen Maler – ziert zu Hause mein Büro. No. 4 _ Der Aufdruck «I Love 1020» macht erst dann Sinn, wenn man weiss, dass dies die Post­leitzahl von Renens VD ist, der Schweizer Wiege des Hip-Hops. Denn Sens Unik kommen von da – und ich bin dort aufgewachsen. No. 5 _ An meiner Lesebrille von Mykita gefällt mir vor allem das stylische Design.

No. 6 _ Ein Buch, das mir wiederholend Inspiration schenkt: «How to Stop Acting» von Harold Guskin. No. 7 _ Dieses Passfoto von meiner Partnerin Joe und unserem Sohn Elvis kommt überall hin mit – im Portemonnaie. No. 8 _ Gleichermassen für Business wie auch Leisure ge­eignet: das ultra-leichte «Zero Jacket» von Windsor.

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No. 9 _ Halskette mit Anhänger, entworfen von meiner Bekannten, Aleksandra Wisniewska, einer Modedesignerin aus Lausanne.  carlos leal, 40, aus Lausanne,

ist ein Schweizer Schauspieler mit spanischen Wurzeln. Er lebt mit Freundin Joe Kelly und Sohn Elvis in Madrid. Er war, unter anderem, in «Snow White», «Casino Royale» und «Los abrazos rotos» zu sehen und ist Rapper bei Sens Unik, einer welschen Hip-Hop-Band.


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fragebogen  

mario moretti polegato

Er ist erfinder, designer und revolutionär zugleich. Was der Geox-Chef

auch noch können möchte: alle Sprachen der Welt sprechen und fliegen wie eine Möwe. Von jean-philippe delhomme (Illustration)

Als kind mochte ich es nie,

Schnürsenkel binden zu müssen, und dachte ständig daran, wie man das ändern könnte?

Ihre Mutter würde über Sie sagen? Dass ich schon immer sehr kreativ war und ständig irgendwelche Dinge erfand.

Ein wunderschöner Palazzo am Canal Grande in Venedig – der schönsten Stadt der Welt!

Das möchten Sie können: Alle Sprachen der Welt beherrschen.

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Ihre erste Erinnerung an Schuhe? Als Kind mochte ich es nie, mir die Schnürsenkel zu binden, und dachte ständig daran, wie man das ändern könnte.

Der beste Song aller Zeiten? «Your Song» von Elton John. Was irritiert Sie an der Modebranche? Der Fokus auf schöne Produkte, ohne dabei auf die Bequemlichkeit und Hygiene zu achten.

Wie viel Zeit benötigen Sie, um sich anzuziehen, bevor Sie aus dem Haus gehen? Ich bin immer sehr schnell: In meiner Freizeit, wenn ich zum ­Beispiel mit Freunden Motorrad fahren gehe, benötige ich fünf, für das Business zehn Minuten. Gegenstand des letzten ­Tisch­­ge­sprächs? Beim World Economic Forum ­hatte ich das letzte Abendessen, und wir diskutierten, wie man ­jungen Unternehmern helfen kann, ihre Ideen zu verwirklichen. Diese Begabung gäbe man Ihnen nicht: Dass ich ein guter Brillendesigner bin.

Ich wäre gerne für einen Tag  . . . . . .  eine Möwe, damit ich über den Ozean und die Küsten Italiens ­f liegen könnte. Wunsch von der Fee? Dass es meiner Familie und ­meinen Freunden immer gut ­gehen mag! Ihr Lieblingsgeschäft? Der «Palazzo, der atmet», der neue Geox-Flagship-Store in Mailand, den wir im Februar eröffnet haben. Mit seiner Architektur repräsentiert er am besten das «atmende» Konzept der Geox-Philosophie.

Das Letzte, was Sie repariert haben, war  . . . . . .  ein Ventil, das ich bei meinem Motorrad ausgewechselt habe.

Welchen Titel soll ein Porträt über Sie tragen? Der Erfinder, der die italienischen Schuhe revolutioniert hat.

Gegenstand des letzten Streits? Mit meinem Labrador Mira, der ­einen kostbaren Teppich zerbiss.

Erste Lust? Etwas Neues, noch nie Dagewesenes zu erfinden.

Ihr teuerstes Accessoire? Meine Schweizer Armbanduhr. Was tragen Sie daheim an den Füssen? Zu Hause laufe ich immer barfuss.

Sie sind kein Freund von  . . . . . .  Zeit zu verlieren. In Ihrem Koffer gibt es immer  . . . . . .  einen Notizblock und meinen

Talisman: ein Kugelschreiber, der mir immer Glück gebracht hat.

Der beeindruckendste Mensch der Geschichte? Leonardo da Vinci – als grosser ­Erfinder seiner Zeit. Wie viel Macht haben Frauen? Nicht genug. Sie sollten mehr Macht haben. Ich bin überzeugt, dass Frauen auf vielen Gebieten besser sind als Männer. Worauf sind Sie abonniert? Ich habe Abonnements von fast ­allen italienischen Medien sowie von den wichtigsten ausländischen. Grösste Ausgabe in den letzten zwölf Monaten?

April/Mai 2010

Der beste Schuhdesigner aller Zeiten? Ich habe immer die italienischen Schuhdesigner bewundert, die massgeblich die Geschichte des Schuhs prägten. Warum sind Sie beliebt? Weil ich den «Schuh, der atmet» erfunden ­habe.  Mario moretti polegato , 57, ist Gründer und Präsident von Geox, dem zweitgrössten Schuhkonzern der Welt mit Sitz in Biadene di Montebelluna bei Venedig. Der Norditaliener stammt aus einer alten nord­ italienischen Winzerdynastie. Er erfand die atmungsaktive Sohle, die den Geox-Schuh auszeichnet, als er 1989 bei einem Spaziergang durch die Wüste bei Reno, Nevada, Löcher in seine Schuhe bohrte. 2006 zählte Forbes ihn zu den 350 reichsten Leuten der Welt.


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Weltwoche Stil Nr. 2, April 2010  

Weltwoche Sonderausgabe Stil: Prada, oder wie eine Marke die Mode definiert. Sowie neue Uhren der Saison, kostbarer Schmuck, schöne Dessous....

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