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HEIMSPIEL | 26. November 2011

DOPPELPASS

»ICH BIN EIN BEFÜRWORTER VON RB!« Seit April 2007 trainiert ANDREAS PETERSEN VfB Germania Halberstadt und führte den Verein nun in die Regionalliga. Im Doppelpass-Interview spricht der 51-Jährige, dessen Sohn Nils für den FC Bayern München stürmt, über das Duell mit RB Leipzig in der Red Bull Arena. Herr Petersen, schon in der Oberliga trafen Halberstadt und RB Leipzig aufeinander – die Partien sind Ihnen sicher in bester Erinnerung geblieben. Natürlich! Beides waren enge Spiele, und wir haben durch naive Gegentore und Standards auswärts 1:2 und zu Hause 0:2 verloren. Mit welchen Ambitionen gehen Sie in die heutige Begegnung? Wir kommen ganz ohne Erwartungen nach Leipzig; für uns wird es einfach ein Genuss, in diesem WM-Stadion spielen zu können. Wir freuen uns auf viele Zuschauer, denn der Andrang bei den letzten Spielen war klasse. Wir wollen das Spiel in diesem Ambiente einfach genießen. Sie sehen Ihre Mannschaft also als klaren Außenseiter? Für uns ist die Partie wie ein Pokalspiel gegen einen höherklassigen Gegner – wir können nur gewinnen. Alles andere als eine Niederlage wäre eine Überraschung. Aber wir wollen hier bestehen – schließlich haben wir schon das eine oder andere Team das Fürchten gelehrt. Allerdings können wir in Leipzig nur etwas holen, wenn jeder meiner Spieler über sich hinauswächst und der eine oder andere RB-Kicker nicht seinen besten Tag hat. Mit mannschaftlicher Geschlossenheit, Disziplin und dem Weg nach vorn wollen wir den Leipzigern entgegentreten. In der nächsten Woche wartet mit Kiel der nächste Aufstiegsanwärter. Wer schafft es am Ende in Liga 3? RB Leipzig hat das beste Spielermaterial, ist das Nonplusultra der Liga und für mich der erste Aufstiegskandidat. Sportlich gibt jeder Gegner gegen die Roten Bullen 120 Prozent, und die wollen auch wir abrufen! Alle Spieler von RB Leipzig haben eine unwahrscheinliche individuelle Klasse. Allein die Offensive mit Timo Röttger und Thiago Rockenbach sowie den Sturm-Ungeheuern Daniel Frahn und Stefan Kutschke ist Extraklasse. Welche Ambitionen hat Ihr Verein in den nächsten Jahren? Jetzt wollen wir erst mal dokumentieren, dass wir in diese Liga gehören, und nicht auf einem der letzten drei Plätze landen. In der nächsten Saison gibt es wieder Absteiger, dann müssen wir schauen, wie die Spieler mit dem Druck umgehen. Doch warum sollte in ein paar Jahren der Sprung in Liga 3 nicht möglich sein? Visionen können und sollten wir haben! Wie beurteilen Sie die Entwicklung bei RB Leipzig? Ich bin ein absoluter Befürworter des Vereins! RB Leipzig hat die große Chance, im Osten endlich wieder Profifußball zu etablieren. Man sieht, dass die Mannschaft immer mehr Zuschauer für sich gewinnt. Ich kann dem Verein nur alles Gute wünschen, denn auch ich hoffe auf Profifußball in der Region, der im Osten fast von der Landkarte verschwunden ist.

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HEIMSPIEL Magazin #27  

Stadionmagazin zum Spiel RB Leipzig gegen Halberstadt

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