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Hab Acht


Hab Acht


Andreas Frei Hab Acht Text ausbruch Martha Feichtlbauer


ungehört verstummt dein rufen vor meinem fenster, dein locken, deine versprechen. der blick nach draußen weckt, ich denke nicht, ich fühle deine bewegung in mir. sie trägt mich hinaus. während die kühle des abends sich um mich legt, frage ich mich, fühlst du sie auch?


schnelle schritte eilen in die dunkelheit einer herbstnacht. mein verweilen ist verd채chtig. ich vergesse meine wurzeln bohren sich in den boden, geduldig. meine zweige strecken sich, sch체tteln die bl채tter von sich, zeitlupe. nun kann ich vielleicht bleiben.


manchmal bricht die Nacht in der abgeschlossenheit dieses zimmers mächtig auf mich herein. ich muss hinaus, vorbei an häusern, weg von straĂ&#x;en, bis ich auf einem freien feld stehe. und atme.


für Blanka

www.andreas-frei.com Photographs copyright © 2010 by Andreas Frei Text “ausbruch” copyright © 2010 by Martha Feichtlbauer All rights reserved. No part of this book may be reproduced in any form whatsoever without written permission by the author, except in the context of reviews.



Andreas Frei - Hab Acht