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Bericht ßber die Finanz­lage 2019 der Protekta RechtsschutzVersicherung AG 29. April 2020


Inhalt

A Geschäftstätigkeit.......................................................................................................................................................................................................6 A.1 Auftrag und Ziele der Gesellschaft................................................................................................................................................................. 6 A.2 Vorgänge/Transaktionen innerhalb der Gruppe Mobiliar mit Relevanz für die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG................................................................................................................................................. 8 A.3 Externe Revisionsstelle ..................................................................................................................................................................................... 8 A.4 Wesentliche aussergewöhnliche Ereignisse ................................................................................................................................................. 8 B Unternehmenserfolg...................................................................................................................................................................................................9 B.1 Prämien, Schäden und Kosten......................................................................................................................................................................... 9 B.2 Erträge und Aufwendungen aus Kapitalanlagen.......................................................................................................................................10 B.3 Sonstige wesentliche Erträge und Aufwendungen.....................................................................................................................................10 B.4 Jahresergebnis....................................................................................................................................................................................................10 C

Corporate Governance und Risikomanagement................................................................................................................................................. 11 C.1 Verwaltungsrat....................................................................................................................................................................................................11 C.2 Geschäftsführung............................................................................................................................................................................................... 12 C.3 Risikomanagement........................................................................................................................................................................................... 13

D Risikoprofil................................................................................................................................................................................................................... 16 D.1 Risikokategorien.................................................................................................................................................................................................16 D.2 Risikokonzentrationen......................................................................................................................................................................................19 D.3 Risikomindernde Massnahmen und Instrumente.....................................................................................................................................20 E Bewertung...................................................................................................................................................................................................................22 E.1 Aktiven................................................................................................................................................................................................................ 22 E.2 Fremdkapital...................................................................................................................................................................................................... 25 F Kapitalmanagement................................................................................................................................................................................................27 F.1 Ziele, Strategie und Zeithorizont der Kapitalplanung.............................................................................................................................. 27 F.2 Eigenkapital....................................................................................................................................................................................................... 27 F.3 Wesentliche Änderungen 2019...................................................................................................................................................................... 27 F.4 Wesentliche Unterschiede zwischen dem im Geschäftsbericht ausgewiesenen Eigenkapital und der Differenz zwischen den marktnah bewerteten Aktiven und dem marktnah bewerteten Fremdkapital................................. 28 G Solvabilität..................................................................................................................................................................................................................29 G.1 Risikotragendes Kapital ................................................................................................................................................................................. 29 G.2 Solvenzkapitalanforderung und Zielkapital ..............................................................................................................................................30 G.3 SST-Quotient...................................................................................................................................................................................................... 32 Anhang


3 

Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Einleitung

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG ist ein Unternehmen der Gruppe Mobiliar, mit deren weiteren Gesellschaften sie eine wirtschaftliche Einheit bildet.

Schweizerische Mobiliar Holding AG, Bern

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Bern

100%

100%

Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft AG, Nyon

Limmat VersicherungsGesellschaft AG, Bern

100%

100%

Protekta RechtsschutzVersicherung AG, Bern

Mobi24 CallService-Center AG, Bern

100%

100%

SC, SwissCaution SA, Nyon

Protekta RisikoBeratungs-AG, Bern

100%

100%

Schweizerische Mobiliar Asset Management AG, Bern

100%

100%

XpertCenter AG, Bern

Schweizerische Mobiliar Services AG, Bern

100%

Trianon AG, Renens

bexio AG, Rapperswil-Jona

100%

100%

80%

bexio Deutschland GmbH (i. L.), Berlin

aroov AG, Bern

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG befindet sich zu 100 % im Eigentum der Schweizerischen Mobiliar Holding AG und unterliegt der Konzernorganisation. Unter «Gruppengesellschaften» sind alle von der Schweizerischen Mobiliar Holding AG direkt oder indirekt gehaltenen, vollkonsolidierten Gesellschaften zu verstehen. Aufgrund von Rundungen können sich im vorliegenden Bericht bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben. Im Bericht verwendete Begriffe und Abkürzungen sind im Glossar erläutert.


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Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Management Summary

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG betreibt die Rechtsschutzversicherung, einschliesslich der Schadenregulierung, und ergänzt die Produktepalette der Mobiliar im Nicht-Lebengeschäft. Das Unternehmen konzentriert seine Aktivitäten auf die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein, will im Rechtsschutz-Versicherungsgeschäft weiterhin über Markt wachsen und eine führende Position auf dem Schweizer Markt einnehmen. Im Berichtsjahr verzeichnete die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG einen erfreulichen Prämienanstieg von 7.1 % (Vorjahr (6.4 %). Das Unternehmen entwickelte sich dank eines marktgerechten Produktangebots, welches auch die attraktive Zusatzleistung JurLine und die persönliche Beratung im Bereich des Digitalen Rechtsratgebers umfasst, stärker als der Gesamtmarkt (5.2 % gemäss Prämien­ reporting des Schweizerischen Versicherungsverbands, SVV). Der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG steht seit August 2019 eine moderne und effiziente Schadenplattform zur Verfügung. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Bruttoschadenzahlungen um CHF 11.3 Mio. beziehungsweise 18.9 % zu. Die Abschluss- und Ver­waltungskosten für eigene Rechnung stiegen im Vergleich zum Vorjahr um CHF 1.2 Mio. auf CHF 34.0 Mio. an. Die Zunahme resultierte insbesondere aufgrund höherer Agentur- und übriger Vertriebskosten. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um CHF 5.4 Mio. auf CHF 6.3 Mio. Der Anstieg resultierte hauptsächlich aufgrund tieferer Aufwendungen bei den Kapitalanlagen. Der Ertrag aus Kapitalanlagen ging im Vergleich zum Vorjahr um CHF 0.1 Mio. leicht zurück. 2019 entstanden bei der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG im Zusammenhang mit Strukturmassnahmen bei den Pensionskassen Aufwendungen von insgesamt CHF 0.4 Mio. 2019 erzielte die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG einen Jahresgewinn von CHF 15.2 Mio. Dieser setzte sich im Wesentlichen zusammen aus dem technischen Ergebnis von CHF 13.8 Mio. sowie dem Kapitalanlageergebnis von CHF 6.3 Mio., abzüglich der Zinsaufwendungen von CHF 0.8 Mio. für verzinsliche Verbindlichkeiten, des Aufwands für Strukturmassnahmen zugunsten der Personalvorsorgeeinrichtungen von CHF 0.4 Mio. und des Steueraufwands von CHF 3.7 Mio. Per 31. Dezember 2019 verfügte die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG über eine solide Eigenkapitalbasis von CHF 69.2 Mio. (Vorjahr CHF 64.0 Mio.). Das Risk Management der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG ist in die unternehmensweiten Risk Management-Prozesse der Gruppe Mobiliar eingebunden. Risikoidentifikation, -beurteilung, -steuerung und -überwachung erfolgen primär risikonah in den operativen Unternehmensbereichen (1. Linie). Das Risk Management und das Compliance Office unterstützen den Verwaltungsrat und den Geschäfts­führer als zentrale Risikokontrolle (2. Linie) in Fragen der Risikobewirtschaftung. Als integrierter Teil des unternehmensweiten Risk Managements unterstützen die interne und externe Revision (3. Linie) durch unabhängige Prüfungshandlungen den Verwaltungsrat beim Wahrnehmen seiner Verantwortlichkeiten. Die im Rahmen der Geschäftstätigkeit eingegangenen Risiken werden entlang der sieben Risikokategorien Versicherungs-, Markt- und Kreditrisiken, operationellen Risiken, Liquiditäts-, Strategie- und Reputationsrisiken analysiert und beurteilt. Für die Risikobeurteilung kommen sowohl quantitative wie qualitative Methoden zum Einsatz. Versicherungs-, Markt- und Kreditrisiken werden basierend auf dem Standardmodell des Schweizer Solvenztests (SST) der FINMA quantifiziert. Ergänzend zu den quantitativen Modellen werden Stress­tests und Szenarioanalysen eingesetzt. Im qualitativen Risikomanagement wird sichergestellt, dass für alle Risikokategorien geeignete, zentral gesteuerte Risk Management-Prozesse bestehen, welche eine systematische Bewirtschaftung erlauben.


5  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Management Summary

Das Interne Kontrollsystem (IKS) umfasst die unternehmensintern angeordneten Vorgänge, Methoden und Massnahmen, die dazu dienen, eine angemessene Sicherheit bezüglich der Risiken der Geschäftsführung zu gewährleisten, insbesondere in Bezug auf die Zuverlässigkeit der finanziellen Berichterstattung, die Befolgung von Gesetzen und Vorschriften sowie die Wirksamkeit von Geschäftsprozessen. Das IKS beinhaltet Kontrollen auf Unternehmens-, Prozess- und IT-Ebene. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich sowohl die versicherungstechnischen als auch die Markt- und Kreditrisiken. Die für die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG aktuell relevante Exponierung in Bezug auf die operationellen Risiken ist vergleichbar mit derjenigen des Vorjahrs. Sie umfasst insbesondere die operationellen Risiken auf der IT-Ebene sowie die Compliance- und Informationssicherheits-Risiken. Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG verfügt mit einem SST-Quotienten per 1. Januar 2020 von 375 % (Vorjahr 371 %) über eine sehr gute Solvenzsituation.


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Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

A Geschäftstätigkeit

A.1

Auftrag und Ziele der Gesellschaft

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG betreibt die Rechtsschutzversicherung einschliesslich Schadenregulierung und ergänzt die Produktepalette der Gruppe Mobiliar im Nicht-Lebengeschäft. Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG will im RechtsschutzVersicherungsgeschäft weiterhin stärker als der Markt wachsen und eine führende Position auf dem Schweizer Markt einnehmen.

A.1.1 Übergeordnete Vorgaben Die strategische Führung der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG orientiert sich an den übergeordneten Vorgaben der Alleineigen­ tümerin der Schweizerischen Mobiliar Holding AG – der Schweizerischen Mobiliar Genossenschaft – sowie am Leitbild und an den vom Verwaltungsrat der Schweizerischen Mobiliar Holding AG beschlossenen internen Rahmenbedingungen. Die vom Verwaltungsrat der Genossenschaft definierten übergeordneten Vorgaben stellen sicher, dass der Gesellschaftszweck der Genossenschaft – das Fördern der direkten Versicherung auf genossenschaftlicher Basis – erreicht wird. Als Unternehmen der Gruppe Mobiliar mit genossenschaftlichem Hintergrund und der daraus folgenden Verantwortung strebt die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG keine einseitig aktionärsgetriebene Gewinnmaximierung, sondern eine auf alle Stakeholder ausgerichtete Gewinnoptimierung an. Finanzierungsverständnis Die Gruppe Mobiliar ist unabhängig und kapitalstark. Die Gewinne müssen den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe aus eigener Kraft sicherstellen sowie Dividenden an die Genossenschaft und Überschussbeteiligungen an die Versicherungs­­nehmer ermöglichen. Risiko-/Renditeverständnis Die Risiken, die im Versicherungsgeschäft und bei den Vermögensanlagen eingegangen werden, stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zum Eigenkapital. Der Verwaltungsrat legt in der Risikopolitik Zweck und Ziele, Grundsätze sowie Zuständigkeiten des unternehmensweiten Risk Managements (Enterprise Risk Management, ERM) fest. Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG hat folgende übergeordnete Ziele: Schutz der Kapitalbasis zur Erfüllung der Ansprüche ihrer Kunden, Erkennen von Risiko- und Renditeprofilen und Schutz der Reputation der Mobiliar. Zur Unterstützung der Umsetzung der Unternehmensstrategie sowie zur Konkretisierung der Risikopolitik erlässt der Verwaltungsrat die Risikostrategie. Diese beinhaltet die Risikoneigung zur Bestimmung des Risikokapitalbedarfs und weitere qualitative und quantitative Vorgaben zur Steuerung der wesentlichen Risiken. Ertragsziele Die Ertragsziele richten sich auf das Pflegen langfristiger Ertragspotenziale aus. Die Ertragsziele werden einerseits nach erfolgsrechnungsorientierten Kriterien und andererseits nach ökonomischen Prinzipien im Rahmen des Economic Value Managements (EVM) festgelegt und bemessen. Diese zwei unterschiedlichen Ansätze stellen die Basis für die Berechnung der Rentabilitätsziele dar. Diese Ziele werden so angesetzt, dass das Prämienwachstum und die Risikokapitalanforderungen finanziert werden können. Markt- und Produktziele Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG betreibt eine flächendeckende Grundversorgung mit Rechtsschutz-Versicherungsprodukten mit geografischer Konzentration auf die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein. Den Kunden werden verlässliche Produkte, Fachkompetenz in Beratung, Verkauf, Schaden- und Leistungsfallabwicklung sowie kundenorientierte ergänzende Dienstleistungen und Services angeboten. Alle Produkte und Leistungen zeichnen sich durch hohe Qualität aus.


7  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Geschäftstätigkeit

Mitarbeiterbezogene Ziele Als sozialverantwortliche Arbeitgeberin fördert die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG die Kompetenzen und die Arbeitsmarktfähigkeit ihrer Mitarbeitenden.

A.1.2 Leitbild Das Leitbild ist Weg und Ziel zugleich. Es ist für die Mitarbeitenden der Gruppe Mobiliar Richtschnur und Wegweiser in eine erfolgreiche Zukunft. Es stützt sie als verlässliches, gemeinsames und verbindliches Fundament und gibt ihnen in Zeiten des Wandels Orientierung. Vision Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG wächst langfristig und profitabel über dem Markt und nimmt eine führende Position auf dem Schweizer Markt ein. Werte • Menschlich: Als genossenschaftlich verankertes Unternehmen stellt die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG den Mensch und seine Bedürfnisse ins Zentrum. Wir engagieren uns für den langfristigen Erfolg unserer Kunden, Mitarbeitenden – und der Schweiz. • Verantwortungsvoll: Verantwortungsbewusstsein und Nachhaltigkeit leiten unser Denken und Handeln. Unser Tun trägt zum Fortschritt der Gesellschaft als Ganzes bei und entscheidet über den wirtschaftlichen Erfolg der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG. • Entschlossen: Unsere Geschichte gibt uns die Stärke, unsere Zukunft aktiv zu gestalten. Unternehmergeist, Initiative und Kreativität sind unser Antrieb. Verhalten • Zuverlässig: Wir halten Wort, schaffen Verbindlichkeit und Vertrauen – mit Verständnis und Empathie. • Initiativ: Wir machen den ersten Schritt, suchen den Dialog, hören zu und fragen nach, packen an und handeln engagiert. • Vorausschauend: Wir setzen uns frühzeitig mit Veränderungen im Markt, in der Gesellschaft und in der Umwelt auseinander und ziehen daraus die Konsequenzen. Fähigkeiten • Dezentral: Wir sind dort, wo unsere Kunden sind. Dank dezentraler Kompetenzen der Generalagenturen der Gruppe Mobiliar im Verkaufsprozess sind wir in der Lage, kundennah zu entscheiden und bedarfsgerechte Lösungen zu schaffen. • Unkompliziert: Wir sind erreichbar, kümmern uns rasch und unbürokratisch um Fragen und Anliegen, arbeiten effektiv und zielführend. • Leistungsstark: Wir denken analytisch, wägen Chancen und Gefahren sorgfältig ab und verfügen über die personellen und finanziellen Mittel, Leistungen langfristig zu erbringen. • Neugierig: Wir öffnen uns neuen Standpunkten und Ansichten, investieren in Forschung und Entwicklung, gehen neue Wege und überprüfen regelmässig unsere Leistungen.

A.1.3 Interne Rahmenbedingungen Die internen Rahmenbedingungen konkretisieren die übergeordneten Vorgaben. Vertriebs- und Dienstleistungskanäle • Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG vertreibt ihre Produkte und Dienstleistungen über das Netz von Generalagenturen der Gruppe Mobiliar und über alternative Vertriebskanäle (Multichannel-Vertrieb). • Zur Ergänzung des Angebots arbeitet die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG bewusst mit Vertriebspartnern und Maklern zusammen, die hochstehende Leistungen erbringen. Marke Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG tritt unter der Marke «Protekta» auf.


8  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Geschäftstätigkeit

Service-Qualität Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG erbringt wahrnehmbare Qualität. Prozessqualität hilft, Servicequalität zu erbringen. Die Prozesse – unter Ausschöpfung der Potenziale aus der Digitalisierung – werden laufend optimiert. Innovation Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG bietet im Rahmen des Innovationsmanagements der Gruppe Mobiliar ein geeignetes Umfeld für das Entstehen von Innovationen und setzt kreative Ideen und neues Wissen in neuen Produkten, Prozessen, Kundenan­ sprachen oder Geschäftsmodellen um. Technologie Auf Basis einer sicheren und langfristig ausgelegten Architektur setzt die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG ausgewählte und moderne Technologien für geschäftskritische Anwendungen ein. Die neusten Technologien werden eingesetzt für strategische Innovationsfelder. Der Technologieeinsatz wird zentral geführt und bereitgestellt. Ressourcenzuteilung Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG sucht die Risiken primär im Versicherungsgeschäft. Die Kapitalanlagen werden in erster Linie auf die Wahrung der Solvenz ausgerichtet. Humankapital Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG versteht sich als inspirierende Arbeitgeberin mit einer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung, die ein Umfeld mit Arbeitsformen und Bewegung fördert, welches sowohl potenzielle Kandidaten anspricht, als auch Beschäftigte an sich binden kann.

A.2

Vorgänge/Transaktionen innerhalb der Gruppe Mobiliar mit Relevanz für die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Am Ende der Berichtsperiode waren verschiedene Verträge zu internen Kostenverrechnungen zwischen der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG und den Gruppengesellschaften in Kraft. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um die Verrechnung von Dienstleistungen für Vermögensverwaltung, Finanzen, Human Resources sowie Raum-, Projekt- und IT-Kosten.

A.3

Externe Revisionsstelle

Revisionsstelle der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG für das Geschäftsjahr 2019 war die KPMG AG, Zürich.

A.4

Wesentliche aussergewöhnliche Ereignisse

2019 waren keine wesentlichen aussergewöhnlichen Ereignisse zu verzeichnen.


Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

9 

B Unternehmenserfolg

B.1

Prämien, Schäden und Kosten

Prämienvolumen 2019

2018

123.4

115.2

–0.1

–0.3

123.3

114.9

–1.8

–2.0

121.5

112.9

2019

2018

–71.2

–59.9

0.3

0.4

Veränderung versicherungstechnische Rückstellungen

–1.9

–4.1

Anteil Rückversicherer an Veränderung versicherungstechnische Rückstellungen

–0.3

–0.4

Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung

–73.1

–64.1

Bruttoabschluss- und Verwaltungskosten

–34.0

–32.8

0.0

0.0

–34.0

–32.8

–0.5

–0.8

–107.6

–97.7

in CHF Mio.

Bruttoprämien Anteil Rückversicherer an Bruttoprämien1 Prämien für eigene Rechnung Veränderung des Prämienübertrags für eigene Rechnung Total verdiente Prämien für eigene Rechnung 1

betrifft Fronting-Geschäfte

Aufwendungen aus dem versicherungstechnischen Geschäft in CHF Mio.

Bruttoschadenzahlungen Anteil Rückversicherer an Bruttoschadenzahlungen

Anteil Rückversicherer an Bruttoabschluss- und Verwaltungskosten Abschluss- und Verwaltungskosten für eigene Rechnung Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung Total Aufwendungen aus dem versicherungstechnischen Geschäft

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG bietet ausschliesslich Rechtsschutzlösungen für Privatpersonen und Unternehmen an. Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG ist weiterhin stark im Markt verankert und setzte ihren Wachstumskurs ungebremst fort. Mit einem Prämienanstieg von 7.1 % fiel der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr (6.4 %) höher aus. Dabei lag das Wachstum auch über dem­jenigen des Marktdurchschnitts von 5.2 % (gemäss Prämienreporting des Schweizerischen Versicherungsverbands SVV). Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Bruttoschadenzahlungen um CHF 11.3 Mio. beziehungsweise 18.9 % zu. Das Verhältnis von Bruttoschadenzahlungen zu Bruttoprämien fiel mit 57.7 % um 5.7 Prozentpunkte höher aus als im Vorjahr (52.0 %). Die Abschluss- und Verwaltungskosten für eigene Rechnung stiegen im Vergleich zum Vorjahr um CHF 1.2 Mio. auf CHF 34.0 Mio. an. Die Zunahme resultierte insbesondere aufgrund höherer Agentur- und übriger Vertriebskosten. Bei den sonstigen versicherungstechnischen Aufwendungen für eigene Rechnung von CHF 0.5 Mio. (Vorjahr CHF 0.8 Mio.) handelte es sich um Überschussbeteiligungen an die Versicherungsnehmer.


10  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Unternehmenserfolg

B.2

Erträge und Aufwendungen aus Kapitalanlagen

Insgesamt erzielte die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG ein Ergebnis aus Kapitalanlagen in Höhe von CHF 6.3 Mio. (Vorjahr CHF 0.9 Mio.). Dieses resultierte hauptsächlich aus den Aktien und den übrigen Kapitalanlagen. Ertrag/Aufwand aus Kapitalanlagen 2019

2018

Immobilien (Anlageliegenschaften)

0.3

0.3

Festverzinsliche Wertpapiere

1.4

3.1

Hypotheken

0.0

0.0

Aktien

4.2

3.6

Übrige Kapitalanlagen

2.7

1.7

Flüssige Mittel

0.1

0.2

Total Ertrag aus Kapitalanlagen

8.8

8.9

Immobilien (Anlageliegenschaften) inkl. Aufwand Liegenschaften

–0.1

0.0

Festverzinsliche Wertpapiere

–0.7

–2.2

Aktien

–0.9

–3.5

in CHF Mio.

Übrige Kapitalanlagen

0.0

–1.3

Flüssige Mittel inkl. Zinsaufwand Banken/Post

–0.2

–0.2

Diverser Aufwand: Aufwand für Kapitalverwaltung und Steuern ausl. Zinserträge

–0.7

–0.7

Total Aufwand für Kapitalanlagen

–2.6

–8.0

Der Zuwachs resultierte hauptsächlich aufgrund tieferer Aufwendungen bei den Kapitalanlagen, insbesondere bei den Abschreibungen und Wertberichtigungen, realisierten Kursverlusten und realisierten Verlusten auf Veräusserung von Kapitalanlagen sowie höherer Erträge aus Zuschreibungen auf Aktien und übrigen Kapitalanlagen. Der Ertrag aus Kapitalanlagen ging im Vergleich zum Vorjahr mit CHF 0.1 Mio. nur leicht zurück.

B.3

Sonstige wesentliche Erträge und Aufwendungen

Im Zusammenhang mit Strukturmassnahmen bei den Pensionskassen entstanden der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG 2019 Aufwendungen in Höhe von insgesamt CHF 0.4 Mio.

B.4

Jahresergebnis

2019 betrug der Jahresgewinn der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG CHF 15.2 Mio. Dieser setzte sich im Wesentlichen zusammen aus dem technischen Ergebnis von CHF 13.8 Mio. sowie dem Kapitalanlageergebnis von CHF 6.3 Mio., abzüglich der Zinsaufwendungen von CHF 0.8 Mio. für verzinsliche Verbindlichkeiten, des Aufwands für Strukturmassnahmen zugunsten der Personalvorsorgeeinrichtungen von CHF 0.4 Mio. sowie des Steueraufwands von CHF 3.7 Mio.


11 

Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

C Corporate Governance und Risikomanagement Die Gruppe Mobiliar führt mit der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG das Rechtsschutzversicherungsgeschäft, einschliesslich der Schadenregulierung, in einer separaten juristischen Einheit. Das Amt des Präsidenten des Verwaltungsrats der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG wird gestützt auf das Organisationsreglement von einem Mitglied der Geschäftsleitung der Gruppe Mobiliar wahrgenommen. Der Verwaltungsrat hat die Geschäftsführung an den Leiter der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG delegiert.

C.1

Verwaltungsrat Jahrgang

Mitglied seit

gewählt bis

Patric Deflorin, Kilchberg

Präsident

1971

2013

2022

Samuel Grossenbacher, Wabern

Vizepräsident

1979

2015

2021

Peter Brawand, Therwil

Mitglied

1965

2005

2022

Michel Gicot, Belmont-sur-Lausanne

Mitglied

1971

2018

2021

Michèle Rodoni, Signy-Avenex

Mitglied

1969

2017

2020

Gisela Jaeggi, Zollikofen

Mitglied

1968

2019

2022

Alle Mitglieder des Verwaltungsrats der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG sind Schweizer Bürger.

In der Berichtsperiode wurde Gisela Jaeggi als zusätzliches Mitglied des Verwaltungsrats gewählt. Der Verwaltungsrat traf sich im Jahr 2019 zu vier Sitzungen. Am 31. Dezember 2019 setzte sich der Verwaltungsrat wie folgt zusammen: Präsident Patric Deflorin, lic. oec. HSG und Executive MBA-FSI (Vlerick, HEC, HSG), war in verschiedenen leitenden Funktionen im Versicherungsbereich tätig. Von 1998 bis 1999 arbeitete er als Management Consultant bei PwC. Anschliessend stieg er als Trainee bei der Zurich Insurance Group ein und war bei dieser zuletzt bis 2005 als Leiter Organisationsentwicklung tätig. 2005 bis 2006 war er Financial Controller bei Novelis Aluminium. Von 2006 bis 2012 wirkte er als CFO und Geschäftsleitungsmitglied von Zurich Schweiz (bei Zurich Insurance Group). Ab 2012 leitete er bei der Mobiliar den Bereich Privatpersonen. Seit 1. Juli 2015 ist er Leiter Versicherungen der Gruppe Mobiliar. Vizepräsident Samuel Grossenbacher, Dr. rer. oec. Universität Bern, begann seine berufliche Laufbahn bei der AXA Winterthur. Er war bei dieser Gesellschaft von 2008 bis 2015 tätig, zuletzt als Head Young Segments/Overarching im Rang eines Vice President. Seit Oktober 2015 ist er Leiter Privatpersonen im Geschäftsleitungsbereich Versicherungen der Gruppe Mobiliar. Mitglieder Peter Brawand, lic. oec. HSG, dipl. Wirtschaftsprüfer, war ab 1989 bei der Revisuisse Price Waterhouse AG tätig, zuletzt als Mandatsleiter Wirtschaftsprüfung und -beratung. Von 1994 bis 1996 war er in der Geschäftsleitung der Coop Versicherungs-Gesellschaft für Finanzen und Administration verantwortlich. Ab 1997 war er bei der Basler Versicherung tätig, zuletzt als Leiter Rechnungswesen und Controlling und Mitglied der Geschäftsleitung Schweiz (ab 1998). Seit 1. Juni 2004 ist er Leiter Finanzen der Gruppe Mobiliar.


12 

Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Corporate Governance und Risikomanagement

Michèle Rodoni, Aktuarin SAV, war von 1991 bis 2005 bei der La Suisse als Aktuarin tätig. Von 2003 bis 2005 war sie zudem Mitglied der Geschäftsleitung von La Suisse. 2006 wechselte sie zur Swiss Life, bei der sie in der internationalen Abteilung die Leitung der Finanzen und des Business Development übernahm. Ab 2009 war sie als Direktorin Europa der Solvency-II-Programme im internationalen Versicherungskonzern Aviva in Paris tätig. Ab 2012 leitete sie den Geschäftsleitungsbereich Vorsorge der Gruppe Mobiliar. Seit 1. Juli 2017 ist sie Leiterin Markt Management der Gruppe Mobiliar. Michel Gicot, lic. rer. pol., studierte Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Freiburg und Bamberg. Nach seinem beruf­lichen Einstieg bei der La Suisse war er für die Swiss Life tätig, zuletzt als Leiter Marketing Schweiz. 2006 stiess er zur Mobiliar Vorsorge in Nyon und setzte als Programmleiter mit Erfolg ein Grossprojekt in der Einzellebensversicherung um. 2010 bis 2013 leitete er den Bereich Planung, Projekte und Controlling der Vorsorge und ab April 2013 die Unternehmensentwicklung der Gruppe Mobiliar. Seit 1. Juli 2017 ist Michel Gicot verantwortlich für die Private Vorsorge der Mobiliar in Nyon. Gisela Jaeggi, Betriebsökonomin HWV, ist Leiterin «Manager Selection & Alternative Investments» bei der Mobiliar Asset Management AG. Sie ist verantwortlich für die Investitionen in Alternative Anlagen (Hedge Funds, Private Equity inkl. Venture Capital, Infrastruktur, Insurance Linked Securities und Private Debt) sowie für die Manager Selektion von Drittparteienfonds in traditionellen Anlagekatego­ rien. Bevor sie 2010 zur Mobiliar stiess, war sie bei der Pensionskasse SBB verantwortlich für den Aufbau der Alternativen Anlagen. Von 2001 bis 2008 war Gisela Jaeggi bei UBS Wealth Management and Business Banking in Zürich als Senior Portfolio Manager Hedge Funds tätig. Von 1998 bis 2001 arbeitete sie als Senior Portfolio Manager bei RMF Investment Consulting AG in Pfäffikon/SZ. Davor sammelte sie während 10 Jahren die ersten beruflichen Erfahrungen in ver­schiedenen Funktionen im Wertschriftenhandel.

C.2

Geschäftsführung

Am 1. April 2019 übernahm Brigitte Jappert als Nachfolgerin von Philippe Genoud die Leitung der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG. Brigitte Jappert, Rechtsanwältin, war Leiterin Schaden und stellvertretende CEO der Fortuna Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft, bevor sie am 1. April 2019 in die Mobiliar eintrat und die Leitung der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG übernahm. Davor war Brigitte Jappert von 2014 – 2017 bei der Generali Allgemeine Versicherungen AG als Regional Manager Recovery tätig. 2011 und 2013 – 2014 war sie bei Froriep Attorneys at Law tätig, dabei die letzten beiden Jahre als Associate Lawyer. Die ersten beruflichen Erfahrungen im juristischen Bereich sammelte Brigitte Jappert teilweise studienbegleitend bei Generali Allgemeine Versicherungen AG als Legal Counsel und am Bezirksgericht Pfäffikon/ZH. 2019 schloss sie erfolgreich den Executive MBA der Universität Genf ab.


13 

C.3

Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Corporate Governance und Risikomanagement

Risikomanagement

Das Risk Management ist Teil des unternehmensweiten Risk Management (Enterprise Risk Management, ERM) der Gruppe Mobiliar. Zum ERM gehören zentrale Vorgaben wie beispielsweise die vom Verwaltungsrat der Schweizerischen Mobiliar Holding AG erlassene und für alle Unternehmen massgebliche Risikopolitik und Risikostrategie sowie die davon abgeleiteten Risk Management-Prozesse. Der Verwaltungsrat der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG trägt die Verantwortung für das Risk Management. Das ERM basiert auf einem 3-Linien-Modell mit den Funktionen Risikonehmer (1. Linie), Risikokontrolle (2. Linie) sowie unabhängige Assurance (3. Linie).

Schweizerische Mobiliar Holding AG Verwaltungsrat Schweizerische Mobiliar Holding AG Risikopolitik/Risikostrategie Risk Owner: Verwaltungsrat Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Risikonehmer (1. Linie)

Risikokontrolle (2. Linie)

Unabhängige Assurance (3. Linie)

Linienverantwortliche und Prozessverantwortliche

u.a. Risk Management Gruppe Compliance Office Gruppe

Prüfung durch interne und externe Revision

Risikoidentifikation, -beurteilung, -steuerung und -überwachung erfolgen primär risikonah in den operativen Unternehmensbereichen (1. Linie). Das Risk Management und das Compliance Office unterstützen den Verwaltungsrat und die Geschäftsführerin als zentrale Risikokontrollfunktionen (2. Linie) bei der Risikobewirtschaftung. Sie stellen Methoden und Instrumente zur Steuerung der Risiken zur Verfügung, überwachen die Einhaltung der geschäftspolitischen, strategischen und gesetzlichen Vorgaben. Zudem schaffen sie Transparenz durch das Bereitstellen relevanter Führungsinformationen zur Risiko- und Kapitalsituation. Die Risikokontrollfunktionen stellen die zeitgerechte Berichterstattung sicher und fördern die regelmässige Auseinandersetzung im Verwaltungsrat. Zudem nehmen das Aktuariat, das Risk Management des Asset Managements sowie die gruppenweiten Themenverantwortlichen wichtige Funktionen im Rahmen des ERM wahr.


14 

Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Corporate Governance und Risikomanagement

Als integrierter Teil des ERM unterstützen die interne und externe Revision (3. Linie) durch unabhängige Prüfungen den Verwaltungsrat beim Wahrnehmen seiner Verantwortlichkeiten. Dabei beurteilen sie die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und die Einhaltung statutarischer, rechtlicher und regulatorischer Vorschriften. Die Berichte der internen Revision werden der Geschäftsführerin und den Leitern der Kontrollfunktionen der Gesellschaft sowie dem Verwaltungsrat, dem CEO und den Mitgliedern der Geschäftsleitung der Gruppe Mobiliar zur Verfügung gestellt.

C.3.1 Risikopolitik Als Gruppengesellschaft ist die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG in die Konzernorganisation der Gruppe Mobiliar eingebunden. Der Verwaltungsrat hat in der Risikopolitik Zweck und Ziele, Grundsätze sowie Zuständigkeiten des unternehmensweiten Risk Managements festgelegt. Die Risikopolitik bildet somit die übergeordnete Vorgabe für die Selbstbeurteilung der Risikosituation und des Kapitalbedarfs. Dabei verfolgt die Mobiliar und inbegriffen auch die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG drei übergeordnete Ziele: • Schutz der Kapitalbasis zur Erfüllung der Ansprüche ihrer Kunden • Erkennen von Risiko- und Renditeprofilen • Schutz der Reputation Die im Rahmen der Geschäftstätigkeit eingegangenen Risiken werden entlang von sieben definierten Risikokategorien analysiert und beurteilt: Versicherungsrisiken, Markt- und Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken, operationelle und reputationelle Risiken sowie Strategierisiken. Dabei kommen sowohl quantitative als auch qualitative Methoden zum Einsatz. Neu aufkommende Risiken werden im Rahmen des jährlichen Strategieprozesses adressiert.

C.3.2 Risikostrategie Die Risikostrategie konkretisiert die Risikopolitik und unterstützt die Umsetzung der Unternehmensstrategie. Sie bildet die Risikoneigung zur Bestimmung des Risikokapitalbedarfs ab und enthält weitere qualitative und quantitative Vorgaben zur Steuerung der wesentlichen Risiken. Versicherungs-, Markt- und Kreditrisiken werden quantitativ mit dem SST-Modell berechnet (Swiss Solvency Test, SST). Für den SST-Quotienten ist ein interner Zielwert festgelegt. Mit einem System von Interventionsgrenzen vergleichen wir periodisch den Kapitalbedarf mit der Kapitalausstattung, um frühzeitig Massnahmen einleiten zu können und allfällige Unterdeckungen zu verhindern.

C.3.3 Internes Kontrollsystem Das Interne Kontrollsystem (IKS) umfasst die unternehmensintern angeordneten Vorgänge, Methoden und Massnahmen, die dazu dienen, eine angemessene Sicherheit bezüglich der Risiken der Geschäftsführung zu gewährleisten, insbesondere in Bezug auf die Zuverlässigkeit der finanziellen Berichterstattung, die Befolgung von Gesetzen und Vorschriften sowie die Wirksamkeit von Geschäftsprozessen. Das IKS beinhaltet Kontrollen auf Unternehmens-, Prozess- und IT-Ebene. Risiken auf Unternehmensebene Mit dem Risk Governance Framework (RGF) werden die Risiken auf Unternehmensebene adressiert, die prozessübergreifend bzw. pro­zessunabhängig wirken. Darin sind Kontrollen aufgenommen, die Bestandteil der Unternehmenssteuerung sind und die Umsetzung der Strategie über die Hierarchiestufen hinweg unterstützen. Das RGF bildet damit ein Fundament für die Kontrollen auf Prozess- und IT-Ebene sowie für ein wirksames internes Kontrollsystem.


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Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Corporate Governance und Risikomanagement

Risiken auf Prozessebene Das Risiko- und Kontrollassessment (RKA) liefert auf Prozessebene eine Risikolandkarte, das heisst, es verknüpft systematisch Prozessschritte mit wesentlichen Risiken und deren Kontrollen. Diese Transparenz über die Risikosituation ermöglicht eine gezielte Reaktion auf Schwachstellen. Wesentliche Risiken können dadurch frühzeitig erkannt, Kontrolldefizite umgehend zugeordnet und bei Bedarf wirksame Steuerungsmassnahmen initiiert werden. Risiken auf IT-Ebene Die IT-Ebene umfasst Risiken und Kontrollen zu Architektur und Technologie, Life Cycle Management für Applikationen und Infrastruktur, Betrieb, Sicherheit sowie Compliance. Die IT-Kontrollen entsprechen in Bezug auf Gestaltung und Durchführung den Anforderungen des anerkannten ISACA IT Frameworks (COBIT 4.1).


Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

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D Risikoprofil

D.1

Risikokategorien

Die eingegangenen Risiken werden entlang von sieben nachstehend definierten Risikokategorien mittels quantitativer und qualitativer Methoden analysiert und beurteilt. Die Berechnung der Versicherungs-, Markt- und Kreditrisiken erfolgt mit dem SST-Modell (siehe auch Kapitel G «Solvabilität»). Mit dem qualitativen Risk Management werden die operationellen Risiken sowie die Strategie-, Reputations- und Liquiditätsrisiken ab­gedeckt. Es umfasst die Gesamtheit der Methoden, Ziele und Massnahmen, die dazu verwendet werden, die wesentlichen Risiken sowohl qualitativ als auch systematisch und unternehmensweit zu bewirtschaften. Damit wird sichergestellt, dass diese Risiken früh­ zeitig identifiziert, beurteilt und gesteuert, sowie dass Massnahmen zur Minderung oder Absicherung erheblicher Risiken und Risiko­ konzentrationen eingeleitet werden.

D.1.1 Versicherungsrisiken Das Versicherungsrisiko (bestehend aus Tarifierungs- und/oder Reserverisiko) bezeichnet den ökonomischen Verlust, der entsteht, wenn die versicherten Schäden und Leistungen in Bezug auf das Eintreten, die Höhe oder das Timing nicht den Erwartungen entsprechen. Versicherungstechnisches Risiko in CHF Mio.

Versicherungstechnisches Risiko

1.1.2020

1.1.2019

24.2

22.9

Der ausgewiesene Betrag des versicherungstechnischen Risikos entspricht dem Kapitalbedarf, der mit dem SST-Standardmodell ermittelt wird. Vereinfachend gibt dieser die Höhe des durchschnittlichen Jahrhundertverlusts im Bereich der Versicherungsrisiken an. Weitere Informationen finden sich im Kapitel G «Solvabilität».

D.1.2 Marktrisiken Das Marktrisiko bezeichnet den ökonomischen Verlust, der aus Veränderungen von Marktpreisen (beispielsweise Aktien, Währungen, Credit Spreads, Rohstoffe oder Immobilien) oder Zinsen entstehen kann. Marktrisiko in CHF Mio.

Marktrisiko

1.1.2020

1.1.2019

31.5

24.5

Der ausgewiesene Betrag des Marktrisikos entspricht dem Kapitalbedarf, der mit dem SST-Standardmodell ermittelt wird. Vereinfachend gibt dieser die Höhe des durchschnittlichen Jahrhundertverlusts im Bereich der Marktrisiken an. Weitere Informationen finden sich im Kapitel G «Solvabilität».


17  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Risikoprofil

D.1.3 Kreditrisiken Das Kreditrisiko bezeichnet den ökonomischen Verlust aus dem Ausfall von Gegenparteien, falls beispielsweise ein Schuldner der Mobiliar nicht mehr in der Lage ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Kreditrisiko in CHF Mio.

Kreditrisiko

1.1.2020

1.1.2019

8.8

7.9

Der ausgewiesene Betrag des Kreditrisikos wird nach den aktuellen Eigenmittelanforderungen für Banken und Versicherungen gemäss den Vorgaben der FINMA ermittelt. Beim so berechneten Betrag handelt es sich um den Kapitalbedarf, der gemäss dem Basel III-Ansatz zur Deckung der eingegangenen Kreditrisiken erforderlich ist. Weitere Informationen finden sich im Kapitel G «Solvabilität».

D.1.4 Operationelle Risiken Das operationelle Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge Unzulänglichkeit oder Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schliesst Rechts- und Compliancerisiken ein. Aus der Darstellung der Risiken und Handlungsfelder auf Seite 18 ergibt sich die relevante Risikoexponierung, die typische Bereiche für ein Versicherungsunternehmen enthält. Im Vergleich zum Vorjahr veränderte sich die relevante Risikoexponierung nicht wesentlich.


18  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Risikoprofil

Operationelle Risiken

Berichterstattung • Nicht periodengerechte ­Sollstellung der Prämien • Reserverisiko Nicht-Leben (NL)

⬛ OpRisks

im Zusammenhang mit Versicherungsrisiken • Tarifierungsrisiko • Fehlerhafte Auswertungen und Statistiken führen zu falschen Rückschlüssen im NL-Geschäft

⬛ Compliance

⬛ Finanzielle

⬛ OpRisks

im Zusammenhang mit Markt- und Kreditrisiken • Fehlerhafte interne Berichterstattung zum Risikokapital

⬛ Business

Continuity und Security • Schädigung von Personen, Sachwerten oder Infrastruktur • Betriebunterbruch

und Informations­­sicherheit • Nicht gesetzeskonforme AVB, Versicherungsprodukte und Prozesse aufgrund Nichteinhaltung gesetzlicher Vorschriften • Operationelle Risiken mit hoher reputatio­neller Auswirkung

⬛ IT-Ebene

• Ungenügende Betreibbarkeit und Wartbarkeit von Legacy Systemen, Anwendungssoftware und/oder IT Infrastruktur Services • Datendiebstahl, Verletzung der Daten­ vertraulichkeit von elektronischen Daten • Angriffe auf Informationssysteme von intern oder extern • Datenverlust • Eintritt und Nicht-Behandlung/ungenügende Behandlung einesSicherheitvorfalls


19  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Risikoprofil

Die identifizierten operationellen Risiken werden durch adäquate Massnahmen und Kontrollen abgedeckt. Alle kritischen operationellen Risiken sowie die Einschätzung der entsprechenden Kontrollen werden quartalsweise im Managementausschuss zum qualitativen Risk Management (QLR Komitee) diskutiert und zudem jährlich im Rahmen der ORSA Berichterstattung (Own Risk and Solvency Assessment) der Geschäftsführerin und dem Verwaltungsrat erläutert.

D.1.5 Liquiditätsrisiken Das Liquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr, dass aus Risiken der Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit oder der (Re-)Finanzierungstätigkeit fällige Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig und fristgerecht erfüllt werden können. Um die Erfüllung von Leistungen und unvorhergesehenen Verpflichtungen jederzeit sicherstellen zu können, sieht die Anlagepolitik der Gruppe Mobiliar vor, dass ein entsprechender Teil der Anlagen in liquide oder leicht realisierbare Aktiven anzulegen ist. Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG verfügt über eine angemessene Höhe an liquiden Mitteln. Auf Basis des Geschäftsmodells werden keine Grossschäden und damit auch keine besonderen Herausforderungen für die Liquiditätssteuerung erwartet. Das Liquiditätsrisiko wird entsprechend als gering eingestuft.

D.1.6 Strategierisiken Das Strategierisiko bezeichnet das Risiko, das von falschen strategischen Geschäftsentscheidungen oder von mangelnder Anpassungsfähigkeit an Veränderungen in der Unternehmensumwelt ausgeht. Die strategische Umwelt- und Unternehmensanalyse sowie die Einschätzung von relevanten Chancen und Gefahren dienen als Entscheidungsgrundlagen zur Festlegung der Unternehmensstrategie. Im Rahmen der jährlichen Strategieüberarbeitung wird die Risikodiskussion auf Basis beobachteter Trends sowie möglicher Events in den Dimensionen Kunden, Markt und Umfeld, Wettbewerb sowie Technologie geführt. Die Erkenntnisse betreffen nicht ausschliesslich die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, sondern die gesamte Versicherungsbranche und dienen als Grundlage für die Unternehmungsführung.

D.1.7 Reputationsrisiken Das Reputationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines Imageverlusts und folglich einer Minderung des Unternehmenswerts der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG und damit der Gruppe Mobiliar. Dies kann aus fehlerhaften Geschäftsentscheidungen, unprofessionellem Verhalten, Interessenkonflikten, dem Nichteinhalten von Gesetzen und Vorschriften sowie mangelhafter Führungs- und Unternehmenskultur entstehen. Die Reputation der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG und der Marke Mobiliar stellt für den aktuellen und zukünftigen Geschäfts­ erfolg ein zentrales Element dar. Deshalb wird das Themengebiet umfassend betrachtet, wobei zentrale Einflussfaktoren analysiert werden. Die Risikostrategie sieht vor, dass den gesellschaftlichen und gesetzlichen Entwicklungen Rechnung getragen wird, und dass das Verhalten der Mitarbeitenden auf allen Hierarchiestufen dem Verhaltenskodex entspricht.

D.2

Risikokonzentrationen

Risikokonzentrationen resultieren entweder aus einem wesentlichen Risiko oder aus der Aggregation von Risiken, die untereinander von einer gemeinsamen Ursache oder einem gemeinsamen Treiber abhängig sind.

D.2.1 Geografische Konzentration Mit der geografischen Beschränkung der Geschäftstätigkeit auf den Schweizer Markt und das Fürstentum Liechtenstein ist eine Risikokonzentration auf dieses Gebiet verbunden.


20  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Risikoprofil

D.2.2 Konzentrationen in Versicherungsrisiken Im Versicherungsrisiko ist die Gefahr von Risikokonzentrationen sehr gering, da die einzelnen Verträge gemessen am Gesamtrisiko klein sind.

D.2.3 Konzentrationen in Markt- und Kreditrisiken Die Anlagepolitik der Gruppe Mobiliar sieht die angemessene Diversifikation der Kapitalanlagen vor, die durch die jährlich definierte Anlagestrategie konkretisiert wird.

D.3

Risikomindernde Massnahmen und Instrumente

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG kann auf Risk Management-Prozesse aufsetzen, welche in den vergangenen Jahren sukzessiv eingeführt wurden. Bestehende Vorgaben und Prozesse sind geeignet, um die Risiken angemessen zu bewirtschaften. Folgende Massnahmen haben sich insbesondere als wirksam erwiesen:

D.3.1 Good Corporate Governance Der Verwaltungsrat der Schweizerischen Mobiliar Holding AG hat mit der gruppenweiten Risikopolitik und der Verwaltungsrat der Protekta Rechtsschutz-Versicherungen AG mit der jährlichen Risikostrategie wesentliche Eckpfeiler für die Ausgestaltung des ERM gesetzt. Der von der Geschäftsleitung der Gruppe Mobiliar erlassene, für alle Gruppengesellschaften geltende Verhaltenskodex, legt die Basis für ein einheitliches Compliance-Verständnis aller Mitarbeitenden. Durch die Beachtung des Verhaltenskodexes werden Vertrauen, Sicherheit und Transparenz gewährleistet und die gute Reputation geschützt. Mit Weisungen wird die angemessene Bewirtschaftung der Risiken sichergestellt. Das 3-Linien-Modell als Basis des unternehmensweiten Risk Managements mit den Risikonehmern, der Risikokontrolle sowie der un­abhängigen Assurance stellt sicher, dass unvereinbare Tätigkeiten getrennt werden. Details sind unter Risikomanagement in Kapitel C «Corporate Governance und Risikomanagement» aufgeführt.

D.3.2 Risikoneigung Die konservative Risikoneigung führt zu einer Kapitalisierung, mit welcher extreme Ereignisse und mehrjährige adverse Entwicklungen aufgefangen werden können. Ein Ampelsystem mit vorgegebenen Interventionsgrenzen stellt sicher, dass frühzeitig Massnahmen ergriffen werden können, um einen allfälligen Rückgang der Kapitalbasis zu begrenzen.

D.3.3 Stresstests Mit Stresstests werden die Auswirkungen von extremen Ereignissen analysiert, um zusätzliche Erkenntnisse hinsichtlich Verwundbarkeit der Bilanz zu erhalten und das Verständnis der Risikoexponierung zu erhöhen. Stresstests in Versicherungs-, Markt- und Kreditrisiken werden gleichermassen berücksichtigt. Zudem werden Stressereignisse mit Bezug auf operationelle Risiken, Liquiditäts- und Reputationsrisiken analysiert. Dadurch können allfällige Massnahmen initiiert werden. Die Analyse ausgewählter Stresstests zeigt, dass Extremereignisse einen grossen Einfluss auf das erwartete Jahresergebnis – bis hin zu einem Verlust – haben können. Die bilanziellen Auswirkungen werden jedoch durch die sehr gute Kapitalisierung aufgefangen.


21  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Risikoprofil

D.3.4 Szenarioanalysen Mittels verschiedener Szenarien wird die Kapitaladäquanz über den Planungszeitraum hinweg beurteilt. Im Vordergrund steht neben dem Basisszenario über einen mehrjährigen Zeitraum die Analyse von Szenarien, welche unter Berücksichtigung des spezifischen Risikoprofils und des aktuellen Umfelds substanzielle Auswirkungen auf das Ergebnis und die Kapitalsituation zeigen. Die Analysen liefern insbesondere Erkenntnisse über die Robustheit unter adversen Bedingungen und fördern die Auseinandersetzung mit möglichen Auswirkungen und risikomindernden Massnahmen. Die durchgeführten Szenarioanalysen zeigen keine Solvenzgefährdung.

D.3.5 Krisen- und Business Continuity Management Mit dem Krisen- und Business Continuity Management bereitet sich die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG darauf vor, die Geschäftsaktivitäten auch unter aussergewöhnlichen Umständen weiterzuführen und die Folgen schwerwiegender Beeinträchtigung der normalen Geschäftstätigkeit zu begrenzen.

D.3.6 Rückversicherungsschutz Die Protekta-Rechtsschutz-Versicherung AG betreibt ausschliesslich das Geschäft der Rechtsschutzversicherung. Anders als beispielsweise die Sach- und Haftbranchen ist dieser Versicherungszweig sehr risikoarm, weshalb die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG aktuell keine Rückversicherungsdeckung einsetzt.

D.3.7 Anlagestrategie Das Vermögen ist durch die Anlage in verschiedenen Anlagekategorien und Märkte breit diversifiziert. Durch die Absicherung des Fremdwährungsrisikos auf Nominalwerte reduziert sich die Exponierung in Fremdwährungen. Die definierten Limiten für die Anlageklassen und die Risikokonzentrationen führen dazu, dass die Auswirkungen von Verwerfungen an den Finanzmärkten begrenzt werden.


Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

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E Bewertung

Vorbemerkung Aufgrund des von der FINMA im Jahr 2019 überarbeiteten Kontenplans zur Ermittlung der SST-Bilanz und der erstmaligen marktnahen Bewertung der Unexpired Risk Reserve1 ergeben sich im Vergleich zur SST-Bilanz des Vorjahres Differenzen bei den Bewertungsdifferenzen.

E.1

Aktiven

Marktnahe Aktiven in CHF Mio.

Immobilien Festverzinsliche Wertpapiere Hypotheken

31.12.2019

31.12.2018

7.1

6.9

236.4

219.1

3.9

1.4

Aktien

71.0

53.5

Übrige Kapitalanlagen

64.8

47.6

0.1

0.1

Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten Anteile Rückversicherer am bestmöglichen Schätzwert der Versicherungsverpflichtungen* Übrige Aktiven Total marktnaher Wert der Aktiven

1.5

1.8

35.1

50.0

419.9

380.5

* betrifft Fronting-Geschäfte

Die Aktiven werden in der für Solvenzzwecke verwendeten Bilanz marktnah bewertet. Die Bewertungsdifferenzen der Aktiven zwischen OR- und marktnaher Bilanz ergeben sich hauptsächlich aus Immobilien, festverzinslichen Wertpapieren, Aktien und Anlagefonds in den übrigen Kapitalanlagen.

E.1.1 Immobilien Marktnahe Bewertung Die Anlageliegenschaften werden basierend auf periodischen Verkehrswertschätzungen von externen Fachexperten bilanziert. Der Wert wird mittels der Discounted Cashflow-Methode (DCF-Methode) berechnet. Der aktuelle Marktwert einer Liegenschaft wird bei der DCFMethode durch die Summe aller in Zukunft zu erwartenden, auf den heutigen Zeitpunkt diskontierten Zahlungsströme (vor Steuern, Zinszahlungen, Abschreibungen und Amortisationen) bestimmt. Die zukünftigen Zahlungsströme werden pro Liegenschaft individuell, marktgerecht und risikoadjustiert diskontiert. Die Bewertung von Bauprojekten oder Liegenschaften in der Entwicklungsphase erfolgt anhand der aufgelaufenen und werthaltigen Anlagekosten. Bewertung nach OR Nach OR werden die Immobilien zum fortgeführten Anschaffungswert abzüglich kumulierter Wertberichtigungen bilanziert. Die ordentlichen Abschreibungen werden individuell pro Liegenschaft festgelegt. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Die Bewertungsdifferenzen per 31. Dezember 2019 beliefen sich auf CHF 6.5 Mio. (Vorjahr CHF 6.3 Mio.). 1 

Die Unexpired Risk Reserve (URR) bezeichnet den marktnahen Wert der Prämienüberträge.


23  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Bewertung

E.1.2 Festverzinsliche Wertpapiere Marktnahe Bewertung Für festverzinsliche Wertpapiere – insbesondere Obligationen – werden am Markt beobachtete Werte verwendet. Bewertung nach OR Nach OR werden die festverzinslichen Wertpapiere entsprechend der Vorschriften der Aufsichtsverordnung AVO 110 zu Amortized Cost bewertet. Bestehen begründete Zweifel an der Zinszahlungs- und Rückzahlungsfähigkeit des Schuldners, erfolgt die Bewertung der festverzinslichen Wertschriften zu aktuellen Werten. Wenn keine beobachtbaren bzw. aktuellen Werte zur Verfügung stehen, erfolgt die Bewertung mittels eigenem Bewertungsmodell. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Per 31. Dezember 2019 betrugen die Bewertungsdifferenzen CHF 10.2 Mio. (Vorjahr CHF 8.7 Mio.).

E.1.3 Hypotheken Marktnahe Bewertung Die marktnahen Werte der Hypotheken werden mittels der DCF-Methode berechnet. Zur Diskontierung werden marktgerechte, risiko­ adjustierte Zinsen verwendet. Bewertung nach OR Nach OR werden Hypotheken zum Nominalwert abzüglich Wertberichtigungen bewertet. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Es bestehen keine wesentlichen Bewertungsdifferenzen zwischen OR und marktnaher Bilanz.

E.1.4 Aktien Marktnahe Bewertung Aktien werden zu aktuellen Werten (Tageswerte) bilanziert. Bewertung nach OR Nach OR werden Aktien zu Anschaffungskosten oder tieferen Marktwerten bilanziert. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Die Bewertungsdifferenzen per 31. Dezember 2019 beliefen sich auf CHF 22.9 Mio. (Vorjahr CHF 9.7 Mio.).

E.1.5 Übrige Kapitalanlagen Marktnahe Bewertung Für die übrigen Kapitalanlagen (Anlagefonds) werden am Markt beobachtete Werte verwendet. Sind für nicht kotierte Eigenkapitalinstrumente keine von unabhängigen Drittanbietern ermittelten aktuellen Werte verfügbar, erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten abzüglich notwendiger Wertberichtigungen. Bewertung nach OR Nach OR werden die übrigen Kapitalanlagen mit dem Niederstwertprinzip bewertet, das heisst höchstens zu Anschaffungskosten oder aber zum niedrigeren Marktpreis. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Die Bewertungsdifferenzen per 31. Dezember 2019 betrugen CHF 15.7 Mio. (Vorjahr CHF 7.4 Mio.).


24  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Bewertung

E.1.6 Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten Marktnahe Bewertung und Bewertung nach OR Derivative Finanzinstrumente werden aufgrund aktueller Tageskurse bewertet. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Es bestehen keine Bewertungsdifferenzen zwischen OR und marktnaher Bilanz.

E.1.7 Anteil versicherungstechnische Rückstellungen aus Rückversicherung Marktnahe Bewertung und Bewertung nach OR Die marktnahe Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen aus Rückversicherung sowie deren Bewertung gemäss OR erfolgt analog zur Bewertung der versicherungstechnischen Bruttorückstellungen (s. Abschnitt E.2.1). Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Es bestehen keine wesentlichen Bewertungsdifferenzen zwischen OR und marktnaher Bilanz.

E.1.8 Übrige Aktiven Marktnahe Bewertung Die Bewertung der übrigen Aktiven (flüssige Mittel, Forderungen, sonstige Aktiven) erfolgt für die marktnahe Bilanz zu Nominalwerten. Neu werden per 31. Dezember 2019 noch nicht fakturierte, künftige Prämien aus laufenden Versicherungsverträgen aktiviert. Diese sind Bestandteil der eingangs erwähnten Unexpired Risk Reserve. Die Forderungen entstehen aus unterjährig abgeschlossenen oder mehrjährigen Verträgen, für welche in der Folgeperiode Prämienzahlungen fällig werden. Bewertung nach OR Die Bewertung der übrigen Aktiven (flüssige Mittel, Forderungen, sonstige Aktiven) erfolgt nach OR zu Nominalwerten. Nicht fakturierte, künftige Prämien aus laufenden Versicherungsverträgen im Schadengeschäft werden nach OR nicht aktiviert. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Es bestehen keine Bewertungsdifferenzen zwischen OR und marktnaher Bilanz. Die nicht fakturierten, künftigen Prämien belaufen sich auf CHF 6.1 Mio. (Vorjahr: nicht ausgewiesen).


25  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Bewertung

E.2

Fremdkapital

Marktnahe Passiven in CHF Mio.

31.12.2019

31.12.2018

Bestmöglicher Schätzwert der Versicherungsverpflichtungen (Brutto)

147.3

139.8

Übrige Verpflichtungen

103.8

101.2

Total marktnaher Wert des Fremdkapitals

251.1

241.0

Die Versicherungsverpflichtungen sowie die übrigen Verpflichtungen werden in der für Solvenzzwecke verwendeten Bilanz marktnah bewertet. Die Bewertungsdifferenzen der Passiven zwischen OR- und marktnaher Bilanz ergeben sich hauptsächlich aus den Versicherungsverpflichtungen.

E.2.1 Bestmöglicher Schätzwert der Versicherungsverpflichtungen Marktnahe Bewertung Der bestmögliche Schätzwert der Versicherungsverpflichtungen setzt sich aus den Bedarfsschadenrückstellungen, der Unexpired Risk Reserve und Rückstellungen für Überschussbeteiligungen zusammen. Der bestmögliche Schätzwert ist der Barwert der künftigen Zahlungen. Die Diskontierung erfolgt dabei mit der risikolosen Zinskurve. Zusammen mit dem Mindestbetrag ergibt sich der marktnahe Wert der Versicherungsverpflichtungen. Nachstehend werden die Bestandteile der Versicherungsverpflichtungen erläutert. Als Bedarfsschadenrückstellungen oder sogenannte Best-Estimate-Schadenrückstellungen zu einem bestimmten Stichtag gelten erwartungstreue Schätzungen der nach dem Stichtag anfallenden nominellen Schadenzahlungen für alle bereits eingetretenen Schadenfälle bis und mit Stichtag. Sie umfassen ebenfalls die Schadenbearbeitungskosten. Die Schadenrückstellungen werden mittels Schadenabwicklungsdreiecken und branchenüblichen aktuariellen Verfahren berechnet. Dabei wird das gesamte Portefeuille auf möglichst homogene Teilportefeuilles mit vergleichbaren Abwicklungscharakteristika aufgeteilt. Für den SST werden die Zahlungsmuster auf den aggregierten Schadenabwicklungsdreiecken «Rechtsschutz» bestimmt. Die Unexpired Risk Reserve umfasst die statutarischen Prämienüberträge gemäss OR, das heisst Prämienanteile, welche bereits gebucht, jedoch noch nicht verdient sind. Sie dienen zur Deckung noch nicht eingetretener Schäden und Kosten bereits gezeichneter Risiken. In der marktnahen Bewertung werden zusätzlich die noch nicht fakturierten, künftigen Prämien berücksichtigt (s. Abschnitt E.1.9). Diesen erwarteten, noch nicht verdienten Prämien werden die erwarteten Schäden und Kosten gegenübergestellt. Die erwarteten Gewinne und Verluste aus Prämienüberträgen gemäss SST sind somit neu per 31. Dezember 2019 im risikotragenden Kapital (RTK) enthalten. Für die Rückstellungen für Überschussbeteiligung wird ein Zahlungsmuster geschätzt. Der Mindestbetrag ist ein von der FINMA geforderter Zuschlag für die Kapitalkosten des Risikos, welches nach dem Geschäftsjahr verbleibt für Schäden, die noch nicht erledigt oder nur teilweise erledigt werden konnten. Bei der Bestimmung des Mindestbetrags wird für jedes künftige Jahr der Abwicklung das Gesamtrisiko der verbleibenden Versicherungs-, Markt- und Kreditrisiken berechnet. Die Summe wird anschliessend mit dem vorgegebenen Kapitalkostensatz von 6 % multipliziert. Dies entspricht der Annahme, dass ein hypothetischer Kapitalgeber für seine Risiken mit 6 % über dem risikofreien Zins zu entschädigen wäre. Der Mindestbetrag per 31. Dezember 2019 betrug CHF 3.9 Mio. (Vorjahr: CHF 4.2 Mio.).


26 

Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Bewertung nach OR Nach OR werden die versicherungstechnischen Rückstellungen gemäss dem bei der FINMA eingereichten und genehmigten Geschäftsplan bewertet. Der Geschäftsplan stützt sich auf das Rundschreiben 2008/42 «Rückstellungen Schadenversicherung», welches ausreichende versicherungstechnische Rückstellungen bestehend aus Bedarfsrückstellungen und Schwankungsrückstellungen verlangt. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Die Bewertungsunterschiede zwischen dem marktnahen Wert der Versicherungsverpflichtungen und dem statutarischen Wert ergeben sich hauptsächlich: • aus Schwankungsrückstellungen, welche in der marktnahen Bewertung nicht erforderlich sind, • aus Bewertungsunterschieden zwischen der Unexpired Risk Reserve und den statutarischen Prämienüberträgen sowie • aus der Diskontierung mit der risikolosen Zinskurve. Die Bewertungsdifferenzen per 31. Dezember 2019 beliefen sich auf CHF 38.7 Mio. (Vorjahr CHF 44.0 Mio.).

E.2.2 Übrige Verpflichtungen Marktnahe Bewertung Die übrigen Verpflichtungen werden in der Regel zu Nominalwerten bewertet. Die Bewertung des Passivdarlehens von der Schweizerischen Mobiliar Holding AG erfolgt mittels der DCF-Methode mit risikolosen Zinsen. Bewertung nach OR Die übrigen Verpflichtungen werden in der Regel zu Nominalwerten bewertet. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Es bestehen keine wesentlichen Bewertungsdifferenzen zwischen OR und marktnaher Bilanz.


27  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Kapitalmanagement

F Kapitalmanagement

F.1

Ziele, Strategie und Zeithorizont der Kapitalplanung

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG hat zum Ziel, das Versicherungsgeschäft nachhaltig selbst zu finanzieren und verfolgt dieses durch eine weitsichtige Strategie mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen den eingegangenen Risiken und dem Eigenkapital. Die Kapitalplanung erfolgt vorausschauend mit Szenarien über drei Jahre. Per 31. Dezember 2019 verfügte die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG über eine solide Kapitalbasis von CHF 69.2 Mio.

F.2

Eigenkapital

Das Eigenkapital der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG setzte sich per 31. Dezember 2019 nach OR wie folgt zusammen: Eigenkapital Bilanz 31.12.2019

31.12.2018

Aktienkapital

3.0

3.0

Gesetzliche Gewinnreserven

1.5

1.5

Freiwillige Gewinnreserven

47.8

45.8

Bilanzgewinn

16.9

13.7

in CHF Mio.

- Gewinnvortrag

1.7

1.4

- Jahresgewinn

15.2

12.3

Total Eigenkapital

69.2

64.0

F.3

Wesentliche Änderungen 2019

Aufstellung über die Veränderung des Eigenkapitals

Aktien-

Gesetzliche

Freiwillige

kapital

Gewinnreserven

Gewinnreserven

3.0

1.5

45.8

Bilanzgewinn

Eigenkapital

13.7

64.0

–10.0

–10.0

–2.0

0.0

15.2

15.2

16.9

69.2

in CHF Mio.

Stand per 31.12.2018 Dividendenausschüttung an die Schweizerische Mobiliar Holding AG Zuweisung an freiwillige Gewinnreserve

2.0

Jahresgewinn Stand per 31.12.2019

3.0

1.5

47.8


Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

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F.4

Wesentliche Unterschiede zwischen dem im Geschäftsbericht ausgewiesenen Eigenkapital und der Differenz zwischen den marktnah bewerteten Aktiven und dem marktnah bewerteten Fremdkapital

Bewertungsdifferenz Eigenkapital in CHF Mio.

Eigenkapital

OR

Bewertungs-

Marktnaher Wert

31.12.2019

differenzen

31.12.2019

69.2

99.6

168.8

Die Differenz des Eigenkapitals bewertet nach OR zur Differenz zwischen den marktnah bewerteten Aktiven und dem marktnah bewerteten Fremdkapital belief sich per 31. Dezember 2019 auf CHF 99.6 Mio. Die Hauptbewertungsunterschiede resultierten aus den versicherungstechnischen Rückstellungen in Höhe von CHF 38.7 Mio. und den Kapitalanlagen von CHF 55.4 Mio.


29  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Solvabilität

G Solvabilität

Vorbemerkungen Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG verwendet für Solvenzzwecke das Standardmodell der FINMA. Die nachstehenden SST-Kennzahlen per 1. Januar 2020 und per 1. Januar 2019 entsprechen denjenigen, die der FINMA im Rahmen der SST-Berichterstattung eingereicht wurden. Die FINMA nahm an den Werten mit Stichtag 1. Januar 2019 keine Anpassungen vor. Die Beurteilung der Werte der Berichtsperiode (Stichtag 1. Januar 2020) stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts seitens der FINMA noch aus. Angaben zum risikotragenden Kapital und zum Zielkapital der Vorperiode können zudem dem Anhang zu diesem Bericht entnommen werden.

G.1

Risikotragendes Kapital

Risikotragendes Kapital 1.1.2020

1.1.2019

168.8

139.6

Abzüge

–10.1

–10.1

Kernkapital

158.6

129.4

0.0

0.0

Risikotragendes Kapital

158.6

129.4

abzüglich Mindestbetrag

–3.9

–4.2

154.7

125.2

in CHF Mio.

Differenz marktnaher Wert der Aktiven abzüglich der Summe aus bestmöglichem Schätzwert der Versicherungsverpflichtungen plus marktnaher Wert der übrigen Verpflichtungen

Ergänzendes Kapital

Net Asset Value

Das risikotragende Kapital verzeichnete einen Anstieg von CHF 29.2 Mio. auf CHF 158.6 Mio. (+23 %). Dabei ergaben sich die folgenden Veränderungen: • Die Zunahme des RTK ergab sich hauptsächlich aus dem positiven Anlageergebnis und dem guten versicherungstechnischen Ergebnis. • Die Abzüge bestanden grösstenteils aus der Dividende an die Schweizerische Mobiliar Holding AG und blieben insgesamt stabil. • Die Reduktion des Mindestbetrags um CHF 0.3 Mio. auf CHF 3.9 Mio. (-7 %) ist hauptsächlich auf ein tieferes Prämienrisiko zurück­ zuführen. • Insgesamt ergab sich damit ein um CHF 29.5 Mio. (+24 %) höherer Net Asset Value von CHF 154.7 Mio. Angaben zur Bestimmung der marktnahen Werte finden sich im Kapitel E «Bewertung».


30  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Solvabilität

G.2

Solvenzkapitalanforderung und Zielkapital

Komponenten der Solvenzkapitalanforderung Werte per 1.1.2020

Veränderung zum Vorjahr in CHF Mio.

Versicherungstechnisches Risiko Versicherungstechnisches Risiko24.2 Marktrisiko

24.2

31.5

Marktrisiko

Diversifikationseffekt Diversifikationseffekt

-12.9

Kreditrisiko

Kreditrisiko

Zielkapital

45.1

Solvenzkapitalanforderung Solvenzkapitalanforderung

0

10 0

20 10

-6.4

-0.3

-0.3

-3.9

0.3 7.5

7.5 40 30

5040

6050

60

0

Das Zielkapital der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG verzeichnete einen Anstieg von CHF 7.2 Mio. auf CHF 45.1 Mio. (+19 %). • • • • •

7.2

0.3

41.2

30 20

0.9

7.2 -3.9

41.2

7.0

0.9

45.1

abzüglich Mindestbetrag abzüglich Mindestbetrag

7.0 -1.7

8.8

-6.4

1.3

-1.7

-12.9

8.8

MindestbetragMindestbetrag und sonstige und sonstige Effekte auf das Zielkapital Effekte auf das Zielkapital Zielkapital

31.5

1.3

Das versicherungstechnische Risiko erhöhte sich um CHF 1.3 Mio. auf CHF 24.2 Mio. (+6 %). Das Marktrisiko stieg um CHF 7.0 Mio. auf CHF 31.5 Mio. (+29 %). Der Diversifikationseffekt erhöhte sich um CHF 1.7 Mio. auf CHF 12.9 Mio. (+15 %). Das Kreditrisiko stieg um CHF 0.9 Mio. auf CHF 8.8 Mio. (+11 %). Die Position «Mindestbetrag und sonstige Effekte» sank um CHF 0.3 Mio. auf CHF -6.4 Mio. (-5%) Die Abnahme begründet sich hauptsächlich in den gestiegenen sonstigen Effekten auf das Zielkapital, reduziert um den tiefer ausgefallenen Mindestbetrag.

Insgesamt nahm die Solvenzkapitalanforderung um CHF 7.5 Mio. auf CHF 41.2 Mio. (+22 %) zu.

0


31  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Solvabilität

G.2.1

Versicherungstechnisches Risiko

Komponenten des versicherungstechnischen Risikos Werte per 1.1.2020

Veränderung zum Vorjahr in CHF Mio.

Prämienrisiko Prämienrisiko 10.6

10.6

Rückstellungsrisiko Rückstellungsrisiko

15.6

15.6

Diversifikation und sonstige Effekte Diversifikation und sonstige Effekte

0

0

10

-0.7

-0.7 -2.0

-2.0

Versicherungstechnisches Risiko Versicherungstechnisches Risiko 24.2

0.3

0.3

24.2 20 10

30 20

30

1.7

1.7

1.3

1.3 0

0

Das versicherungstechnische Risiko verzeichnete einen Anstieg von 6 %. Dabei stieg das Prämienrisiko um CHF 0.3 Mio. auf 10.6 Mio. (+3 %) und das Rückstellungsrisiko ging um CHF 0.7 Mio. auf CHF 15.6 Mio. zurück (-4 %). Die Position Diversifikation und sonstige Effekte reduzierte sich um CHF 1.7 Mio. auf CHF 2.0 Mio. (-45 %). Der Grund für diese deutliche Veränderung liegt im erstmaligen Einbezug der unrealisierten Risiken, die durch unterjährig eingegangene Jahresverträge am Jahresende entstehen.

G.2.2

Marktrisiko

Komponenten des Marktrisikos Werte per 1.1.2020

Veränderung zum Vorjahr in CHF Mio.

Zinsrisiken Zinsrisiken

-0.7 -0.7

5.3 5.3

0.3 0.3

5.7 5.7

Spreadrisiken Spreadrisiken

3.0 3.0

6.8 6.8

Fremdwährungsrisiken Fremdwährungsrisiken

24.3 24.3

Aktienrisiken Aktienrisiken

5.2 5.2 2.7 2.7

10.5 10.5

Immobilienrisiken Immobilienrisiken

0.0 0.0

0.0 Übrige Marktrisiken Marktrisiken 0.0 Übrige -3.6 -3.6

-21.1 -21.1

Diversifikationseffekt Marktrisiko Marktrisiko Diversifikationseffekt Marktrisiko Marktrisiko

7.0 7.0

31.5 31.5 00

10 10

20 20

30 30

40 40

50 50

60 60

00


32  Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Solvabilität

Das Marktrisiko verzeichnete einen Anstieg von 29 %. Die grössten Veränderungen ergaben sich bei den Aktienrisiken (CHF 5.2 Mio.), den Fremdwährungsrisiken (CHF 3 Mio.) und den Immobilienrisiken (CHF 2.7 Mio.). • • • •

Das erhöhte Risiko in den Aktien (+27 %) stammte hauptsächlich aus höheren Aktienanlagen in CHF und USD. Die Zunahme in den Fremdwährungsrisiken (+79 %) resultierte insbesondere aus dem höheren Exposure in USD-Aktien. Die Risikozunahme in Immobilien (+35 %) ist ebenfalls auf höhere Volumina zurückzuführen. Die Reduktion des Zinsrisikos (-11 %) ergab sich aus einer besseren Übereinstimmung der künftigen Zahlungsströme aus Aktiven und Passiven. • Der Diversifikationseffekt erhöhte sich um 21 %.

G.2.3

Kreditrisiko

Kreditrisiko in CHF Mio.

Kreditrisiko

1.1.2020

1.1.2019

8.8

7.9

Das Kreditrisiko verzeichnete einen Anstieg von CHF 0.9 Mio. auf CHF 8.8 Mio. (+11 %), hauptsächlich aufgrund einer Erhöhung des Obligationenbestandes.

G.3

SST-Quotient

SST-Quotient in %

SST-Quotient

1.1.2020

1.1.2019

375%

371%

Der SST-Quotient berechnet sich aus dem Net Asset Value geteilt durch die Solvenzkapitalanforderung. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Solvenzquotient um 4 Prozentpunkte auf 375 %. Der Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass der Net Asset Value mit +24 % leicht stärker anstieg als die Solvenzkapitalanforderung mit +22 %.

Bern, 29. April 2020 Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Der Verwaltungsrat


Anhang zum Bericht über die Finanzlage 2019 der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG 1

Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung an die General­ versammlung der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, Jahresrechnung 2019

2 Unternehmenserfolg 3

Marktnahe Bilanz

4 Solvabilität 5 Glossar


2 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Bericht der Revisionsstelle


3 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Bericht der Revisionsstelle


4 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Bericht der Revisionsstelle


5 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Jahresrechnung 2019

Erfolgsrechnung in CHF

Bruttoprämien

2019

Anhang

2018

1 123 383 361.01

115 187 201.96

–91 515.46

–282 918.59

123 291 845.55

114 904 283.37

–1 837 000.00

–2 032 000.00

Verdiente Prämien für eigene Rechnung

121 454 845.55

112 872 283.37

Total Erträge aus dem versicherungstechnischen Geschäft

121 454 845.55 121 454 845.55 112 872 283.37 112 872 283.37

Zahlungen für Versicherungsfälle brutto

–71 232 790.18

Anteil Rückversicherer an Bruttoprämie Prämien für eigene Rechnung Veränderung der Prämienüberträge

2

–59 903 234.72

Anteil Rückversicherer an Zahlung für Versicherungsfälle

338 438.49

359 979.07

Zahlungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung

–70 894 351.69

–59 543 255.65

Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen

3

–1 932 255.80

–4 133 353.04

Anteil Rückversicherer an Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen

3

–312 465.05

–409 235.74

–73 139 072.54

–64 085 844.43

4 –33 973 439.94

–32 786 706.53

8 253.55

–24 122.29

–33 965 186.39

–32 810 828.82

–503 692.99

–781 457.87

–34 468 879.38

–33 592 286.69

Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung Abschluss- und Verwaltungsaufwand Anteil Rückversicherer an Abschluss- und Verwaltungsaufwand Abschluss- und Verwaltungsaufwand für eigene Rechnung Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung Total Kosten und sonstige Aufwendungen Total Aufwendungen aus dem versicherungstechnischen Geschäft Technisches Ergebnis

5

–107 607 951.92

–97 678 131.12

13 846 893.63

15 194 152.25


6 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2019

Erfolgsrechnung (Fortsetzung) in CHF

Anhang

Technisches Ergebnis (Übertrag) Erträge aus Kapitalanlagen

6

8 827 957.09

Aufwendungen für Kapitalanlagen

7

–2 561 603.19

Kapitalanlagenergebnis

2019

2018

13 846 893.63

15 194 152.25 8 882 401.78 –7 974 901.83

6 266 353.90

907 499.95

Sonstige finanzielle Erträge

8

612.25

18 802.30

Sonstige finanzielle Aufwendungen

9

–363.56

0.00

20 113 496.22

16 120 454.50

Operatives Ergebnis Zinsaufwendungen für verzinsliche Verbindlichkeiten

10

–800 000.04

–800 000.04

Ausserordentlicher Aufwand

11

–443 000.00

0.00

Gewinn vor Steuern

18 870 496.18

15 320 454.46

Direkte Steuern

–3 718 224.36

–3 050 414.08

Jahresgewinn

15 152 271.82

12 270 040.38


7 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2019

Bilanz per 31.12. in CHF

Anhang

2019

2018

327 807 311.05

296 533 599.67

522 400.00

531 000.00

213 625 098.32

192 684 777.25

3 860 000.00

1 385 000.00

47 059 848.42

42 702 203.88

62 739 964.31

59 230 618.54

23 966 827.80

44 529 988.63

1 515 176.91

1 827 641.96

8 349.00

17 457.00

Aktiven Kapitalanlagen - Immobilien - Festverzinsliche Wertpapiere - Hypotheken - Aktien - Übrige Kapitalanlagen

12

Flüssige Mittel Anteil versicherungstechnische Rückstellungen aus Rückversicherung

13

Immaterielle Vermögenswerte Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

14

2 648 606.06

3 036 594.43

Übrige Forderungen

15

1 445 739.32

1 417 183.91

Aktive Rechnungsabgrenzungen

16

985 297.84

1 006 009.62

358 377 307.98

348 368 475.22

183 839 004.88

181 214 014.69

2 181 343.55

2 599 506.84

Total Aktiven Passiven Versicherungstechnische Rückstellungen

17

Rückstellung für künftige Überschussbeteiligungen der Versicherten Nichtversicherungstechnische Rückstellungen

18

556 177.00

106 858.00

Verzinsliche Verbindlichkeiten

19

80 000 000.00

80 000 000.00

Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft

20

1 134 609.11

668 529.50

Übrige Verbindlichkeiten

21

2 106 307.86

4 125 920.75

70 789.80

103 810.94

Sonstige Passiven Passive Rechnungsabgrenzungen

19 295 801.13

15 508 831.67

289 184 033.33

284 327 472.39

Aktienkapital

3 000 000.00

3 000 000.00

Gesetzliche Gewinnreserven

1 500 000.00

1 500 000.00

Freiwillige Gewinnreserven

47 835 000.00

45 835 000.00

Bilanzgewinn

16 858 274.65

13 706 002.83

Total Fremdkapital

22

- Gewinnvortrag

1 706 002.83

1 435 962.45

- Jahresgewinn

15 152 271.82

12 270 040.38

Total Eigenkapital

69 193 274.65

64 041 002.83

358 377 307.98

348 368 475.22

Total Passiven


8 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Anhang zur Jahresrechnung

Der zwingend vorgeschriebene Mindestinhalt basiert auf den AVO-FINMA Vorschriften Art. 5 a inkl. Anhang AVO-FINMA.

Die Werthaltigkeit wird jährlich überprüft. Bei Bedarf werden zusätzliche Abschreibungen zu Lasten des Periodenergebnisses vorgenommen.

Verzicht auf zusätzliche Angaben im Anhang und Geldflussrechnung Die Protekta Rechtsschutz-Versicherungs AG ist in die Konzernrechnung der Schweizerischen Mobiliar Holding AG integriert und verzichtet deshalb auf die zusätzlichen Angaben (OR 961d Abs. 1).

Immaterielle Vermögenswerte: Erworbene immaterielle Vermögenswerte wie EDV-Software, Nutzungsrechte etc. werden aktiviert, wenn sie über mehrere Jahre einen messbaren Nutzen bringen werden. Die Abschreibung erfolgt linear vom Anschaffungswert in der Regel über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Die Werthaltig-­­ keit wird jährlich überprüft und bei Bedarf werden zusätzliche ausserplanmässige Abschreibungen zulasten des Periodenergebnisses vorgenommen.

Bewertungsgrundsätze Festverzinsliche Wertpapiere: Die festverzinslichen Wertpapiere werden entsprechend der Vorschriften der Aufsichtsverordnung Art. 110 zu Amortized-Cost bewertet. Bestehen begründete Zweifel an der Zinszahlungs- und Rückzahlungsfähigkeit des Schuldners, erfolgt die Bewertung der festverzinslichen Wertschriften zu aktuellen Werten. Hypotheken: Hypotheken werden zum Nominalwert abzüglich Wertminderungen bewertet. Aktien und übrige Kapitalanlagen: Aktien und übrige Kapitalanlagen werden zu Anschaffungskosten oder tieferen Marktwerten bilanziert. In den übrigen Kapitalanlagen sind kollektive Anlagen enthalten. Derivate zu Absicherungszwecken: Derivate zu Absicherungszwecken werden analog Grundgeschäft respektive Niederstwert bewertet. Bei strategischen Put-Optionen wird der Zeitwert nicht berücksichtigt. Dieser wird voll­umfänglich im Zeitpunkt der Tätigkeit der Absicherung bzw. deren Glattstellung erfolgswirksam abgeschrieben beziehungsweise zugeschrieben. Sachanlagen: Diese werden gemäss ihrer Nutzungs­ dauer ausgehend von den Anschaffungskosten arithmetisch linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer der verschiedenen Sachanlageklassen wurde wie folgt bestimmt: Mobilien/Maschinen/Fahrzeuge

2 bis 10 Jahre

EDV-Hardware/Netzwerke

3 bis 10 Jahre

Installationen

10 bis 20 Jahre

Immobilien: Die Immobilien werden zum fortgeführten Anschaffungswert abzüglich kumulierter Wertberich­ tigungen bilanziert. Die ordentlichen Abschreibungen werden individuell pro Liegenschaft festgelegt. Rückstellungen: Rückstellungen werden aufgrund vorsichtigem, sorgfältigem Ermessen vorgenommen. Versicherungstechnische Rückstellungen: Die versicherungstechnischen Rückstellungen werden einzeln, d.h. je Versicherungsvertrag oder -fall nach den mutmass­ lichen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten und Geschädigten und/oder mathematisch/statistisch gemäss den von den staatlichen Aufsichtsbehörden genehmigten Verfahren vorsichtig bemessen und be­ inhalten ausreichende Schwankungsrückstellungen zum Gewährleisten der langfristigen Erfüllbarkeit der Verpflichtungen. Die Rückstellungen für Versicherungsleistungen umfassen auch die Rückstellungen für eingetretene, jedoch noch nicht gemeldete Schäden sowie die entsprechenden Schadenbearbeitungskosten. Die Berechnung des Prämienübertrages erfolgt nach der Methode pro rata temporis.


9 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Anhang zur Jahresrechnung

1 Bruttoprämien 2019

2018

Direktgeschäft Nicht-Leben brutto

123 383 361.01

115 187 201.96

Rechtsschutz

123 383 361.01

115 187 201.96

Gesamtgeschäft brutto

123 383 361.01

115 187 201.96

in CHF

2019

2018

Brutto

–1 837 000.00

–2 032 000.00

in CHF

2  Veränderung der Prämienüberträge

Anteile der Rückversicherer

0.00

0.00

–1 837 000.00

–2 032 000.00

2019

2018

Brutto

–648 524.00

–2 424 180.87

Anteile der Rückversicherer

–312 465.05

–409 235.74

Netto

–960 989.05

–2 833 416.61

–1 283 731.80

–1 709 172.17

0.00

0.00

Netto

–1 283 731.80

–1 709 172.17

Total Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen für eigene Rechnung

–2 244 720.85

–4 542 588.78

2019

2018

Abschluss- und Verwaltungsaufwand

–33 973 439.94

–32 786 706.53

Agentur- und übrige Vertriebskosten

–18 389 595.81

–17 565 312.98

Verwaltungskosten

–15 521 963.13

–15 139 157.55

Netto

3  Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen für eigene Rechnung in CHF

Veränderung der Rückstellungen für Versicherungsleistungen

Veränderung der Rückstellungen für vertragliche Überschussbeteiligungen Brutto Anteile der Rückversicherer

4  Abschluss- und Verwaltungsaufwand in CHF

Abschreibungen auf immateriellen Anlagen Revisionsdienstleistungen Personalaufwand

–9 108.00

–9 108.00

–52 773.00

–73 128.00

–22 995 264.83

–19 887 488.69


10 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Anhang zur Jahresrechnung

5  Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung

Die sonstigen versicherungstechnischen Aufwendungen beinhalten die Überschussbeteiligungen der Versicherungsnehmer.

6  Erträge aus Kapitalanlagen 2019

2018

8 827 957.09

8 882 401.78

in CHF

Erträge aus Kapitalanlagen

328 548.60

328 548.60

Wertschriftenertrag

4 079 849.56

4 364 523.50

Ertrag aus Zuschreibungen

1 860 653.84

184 425.78

479 965.52

1 485 093.35

2 037 566.29

2 508 663.45

41 373.28

11 147.10

Ertrag aus Immobilien (Anlageliegenschaften)

Real. Kursgewinne auf Fremdwährungspositionen Real. Gewinn aus Veräusserung von Kapitalanlagen Übriger Kapitalertrag

Erträge aus Kapitalanlagen je Anlagekategorie 2019

Erträge

Zuschreibungen

Realisierte

Total

Gewinne

Immobilien (Anlageliegenschaften)

328 548.60

0.00

0.00

328 548.60

Festverzinsliche Wertpapiere

967 850.49

23 644.91

437 797.55

1 429 292.95

Hypotheken

29 434.00

0.00

0.00

29 434.00

Aktien

1 701 082.30

1 001 120.56

1 492 133.47

4 194 336.33

Übrige Kapitalanlagen

1 410 916.77

835 888.37

457 392.41

2 704 197.55

Flüssige Mittel Total

Erträge aus Kapitalanlagen je Anlagekategorie 2018

11 939.28

0.00

130 208.38

142 147.66

4 449 771.44

1 860 653.84

2 517 531.81

8 827 957.09

Erträge

Zuschreibungen

Realisierte

Total

Gewinne

Immobilien (Anlageliegenschaften)

328 548.60

0.00

0.00

328 548.60

Festverzinsliche Wertpapiere

1 445 211.15

131 431.05

1 518 335.92

3 094 978.12

Aktien

1 777 412.66

51 345.63

1 740 538.96

3 569 297.25

Übrige Kapitalanlagen

1 141 899.69

1 649.10

553 861.04

1 697 409.83

11 147.10

0.00

181 020.88

192 167.98

4 704 219.20

184 425.78

3 993 756.80

8 882 401.78

Flüssige Mittel Total


11 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Anhang zur Jahresrechnung

7  Aufwendungen für Kapitalanlagen 2019

2018

Aufwendungen für Kapitalanlagen

–2 561 603.19

–7 974 901.83

Abschreibungen auf Kapitalanlagen

–450 626.70

–3 649 216.93

Real. Kursverluste auf Fremdwährungspositionen

–670 965.21

–2 029 324.88

Real. Verlust aus Veräusserung von Kapitalanlagen

–651 318.94

–1 477 549.70

–43 358.45

–43 139.19

in CHF

Aufwand für Anlageliegenschaften Übriger Kapitalaufwand

–114 103.02

–144 288.49

Aufwand für Kapitalverwaltung

–631 230.87

–631 382.64

Realisierte Verluste

Total

Aufwendungen für Kapitalanlagen je Anlagekategorie 2019

Abschreibungen und Wertberichtigungen

Immobilien (Anlageliegenschaften)

–8 600.00

0.00

–8 600.00

Festverzinsliche Wertpapiere

–185 684.98

–518 689.13

–704 374.11

Aktien

–256 341.72

–686 736.27

–943 077.99

Übrige Kapitalanlagen

0.00

–8 786.05

–8 786.05

Flüssige Mittel

0.00

–108 072.70

–108 072.70

–450 626.70

–1 322 284.15

–1 772 910.85

Total Aufwand für Kapitalverwaltung

–631 230.87

Aufwand Liegenschaften

–43 358.45

Steuern ausl. Zinserträge

–25 592.04

Negativzinsen auf Guthaben Banken/Postfinance

–88 510.98

Total gemäss Erfolgsrechnung

Aufwendungen für Kapitalanlagen je Anlagekategorie 2018

–2 561 603.19

Abschreibungen und

Realisierte Verluste

Total

Wertberichtigungen

Immobilien (Anlageliegenschaften)

–4 000.00

0.00

–4 000.00

–86 884.45

–2 150 203.45

–2 237 087.90

Aktien

–2 344 253.34

–1 124 599.63

–3 468 852.97

Übrige Kapitalanlagen

–1 214 079.14

–100 538.26

–1 314 617.40

0.00

–131 533.24

–131 533.24

–3 649 216.93

–3 506 874.58

–7 156 091.51

Festverzinsliche Wertpapiere

Flüssige Mittel Total Aufwand für Kapitalverwaltung Aufwand Liegenschaften Steuern ausl. Zinserträge Negativzinsen auf Guthaben Banken/Postfinance Total gemäss Erfolgsrechnung

–631 382.64 –43 139.19 –30 769.62 –113 518.87 –7 974 901.83


12 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Anhang zur Jahresrechnung

8  Sonstige finanzielle Erträge

Der übrige finanzielle Ertrag beinhaltet Zinserträge aus Kontokorrenten sowie realisierte Gewinne aus Währungen.

9  Sonstige finanzielle Aufwendungen

Der übrige finanzielle Aufwand beinhaltet Zinsaufwendungen sowie realisierte Verluste aus Währungen.

10  Zinsaufwendungen für verzinsliche Verbindlichkeiten

Bei den Zinsaufwendungen für verzinsliche Verbindlichkeiten handelt es sich um die Zinsen auf dem Darlehen der Schweizerischen Mobiliar Holding AG.

11  Ausserordentlicher Aufwand 2019

2018

Ausserordentlicher Aufwand

–443 000.00

0.00

Ausserordentlicher Aufwand im Zusammenhang mit Strukturmassnahmen bei den Pensionskassen

–443 000.00

0.00

31.12.2019

31.12.2018

Übrige Kapitalanlagen

62 739 964.31

59 230 618.54

Kollektive Kapitalanlagen

62 739 964.31

59 230 618.54

31.12.2019

31.12.2018

Anteil versicherungstechnische Rückstellungen aus Rückversicherung

1 515 176.91

1 827 641.96

Rückstellungen für Versicherungsleistungen

1 515 176.91

1 827 641.96

in CHF

12  Übrige Kapitalanlagen in CHF

13  Anteil versicherungstechnische Rückstellungen aus Rückversicherung in CHF


13 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Anhang zur Jahresrechnung

14  Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 31.12.2019

31.12.2018

2 648 606.06

3 036 594.43

295 473.35

359 979.05

2 353 132.71

2 676 615.38

31.12.2019

31.12.2018

1 445 739.32

1 417 183.91

Forderungen gegenüber Beteiligten und Beteiligungen 1

59 446.55

52 240.05

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG

59 446.55

52 240.05

1 386 292.77

1 364 943.86

31.12.2019

31.12.2018

Aktive Rechnungsabgrenzungen

985 297.84

1 006 009.62

Marchzinsen

960 099.84

993 338.62

25 198.00

12 671.00

31.12.2019

31.12.2018

183 839 004.88

181 214 014.69

36 278 000.00

34 441 000.00

146 558 419.96

145 909 895.96

1 002 584.92

863 118.73

in CHF

Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft Guthaben bei Rückversicherern Guthaben bei Versicherungsnehmern

15  Übrige Forderungen in CHF

Übrige Forderungen

Übrige kurzfristige Forderungen 1

Unter dieser Position werden auch die Forderungen gegenüber Schwestergesellschaften ausgewiesen.

16  Aktive Rechnungsabgrenzungen in CHF

Sonstige Abgrenzungen

17  Versicherungstechnische Rückstellungen in CHF

Versicherungstechnische Rückstellungen Prämienüberträge Rückstellungen für Versicherungsleistungen Rückstellung für vertragliche Überschussbeteiligung


14 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Anhang zur Jahresrechnung

18  Nichtversicherungstechnische Rückstellungen 31.12.2019

31.12.2018

Nichtversicherungstechnische Rückstellungen

556 177.00

106 858.00

Rückstellungen für Dienstjubiläen

113 177.00

106 858.00

Rückstellungen im Zusammenhang mit Strukturmassnahmen bei den Pensionskassen

443 000.00

0.00

in CHF

19  Verzinsliche Verbindlichkeiten

Bei den verzinslichen Verbindlichkeiten handelt es sich um das Darlehen der Schweizerischen Mobiliar Holding AG mit unbefristeter, jederzeit auf 6 Monate kündbarer Laufzeit.

20  Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft 31.12.2019

31.12.2018

Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft

1 134 609.11

668 529.50

Verbindlichkeiten gegenüber Versicherungsnehmern

265 238.51

0.00

Verbindlichkeiten gegenüber Agenturen

869 370.60

668 529.50

31.12.2019

31.12.2018

2 106 307.86

4 125 920.75

Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligten und Beteiligungen 1

546 754.52

2 641 376.86

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG

322 587.34

2 393 559.06

Schweizerische Mobiliar Holding AG (Beteiligte)

138 935.18

200 403.26

0.00

1 542.28

in CHF

21  Übrige Verbindlichkeiten in CHF

Übrige Verbindlichkeiten

Schweizerische Mobiliar Genossenschaft Mobi24 Call Service Center

0.00

595.70

Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungsgesellschaft AG

26 419.79

21 528.23

Schweizerische Mobiliar Asset Management AG

22 040.41

11 715.39

Schweizerische Mobiliar Services AG

36 771.80

12 032.94

1 559 553.34

1 484 543.89

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 1

Unter dieser Position werden auch die Verbindlichkeiten gegenüber Schwestergesellschaften ausgewiesen.


15 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Anhang zur Jahresrechnung

22  Passive Rechnungsabgrenzungen 31.12.2019

31.12.2018

Passive Rechnungsabgrenzungen

19 295 801.13

15 508 831.67

Vorausbezahlte Prämien

14 686 915.55

12 795 717.60

Abgrenzung Personal 

1 665 354.38

1 378 694.68

Übrige Abgrenzungen

2 943 531.20

1 334 419.39

in CHF

1

1

Die Abgrenzung Personal beinhaltet Erfolgsbeteiligung und Zielbonus, nicht bezogene Ferien sowie Überstunden.

Eigenkapitalnachweis Aufstellung über die Veränderung des Eigenkapitals

Aktien-

Gesetzliche

Freiwillige

Bilanz-

Eigen-

kapital

Gewinnreserven

Gewinnreserven

gewinn

kapital

3 000 000

1 500 000

41 835 000

15 435 962.45

61 770 962.45

–10 000 000.00

–10 000 000.00

–4 000 000.00

0.00

12 270 040.38

12 270 040.38

13 706 002.83

64 041 002.83

–10 000 000.00

–10 000 000.00

–2 000 000.00

0.00

15 152 271.82

15 152 271.82

16 858 274.65

69 193 274.65

in CHF

Stand per 31.12.2017 Dividendenausschüttung an die Schweizerische Mobiliar Holding AG Zuweisung an freiwillige Gewinnreserve

4 000 000

Jahresgewinn Stand per 31.12.2018

3 000 000

1 500 000

45 835 000

Dividendenausschüttung an die Schweizerische Mobiliar Holding AG Zuweisung an freiwillige Gewinnreserve

2 000 000

Jahresgewinn Stand per 31.12.2019

3 000 000

1 500 000

47 835 000


16 

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Anhang zur Jahresrechnung

Übrige Angaben Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt

Bei der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG sind weniger als 250 Personen im Jahresdurchschnitt beschäftigt.

Eventualverbindlichkeiten

Die Gesellschaft gehört der Mehrtwertsteuer-Gruppe der Mobiliar Gruppe an und haftet solidarisch für deren Mehrwertsteuer-Verbindlichkeiten gegenüber der Steuerbehörde.

Gebundenes Vermögen

Aufgrund der Besonderheit des Geschäfts müssen Versicherungsunternehmen gemäss Art. 17 VAG die Ansprüche aus Versicherungsverträgen durch ein gebundenes Vermögen sicherstellen. Der Sollbetrag des gebundenen Vermögens wird aus den versicherungstechnischen Rückstellungen und einem angemessenen Zuschlag (Art. 18 VAG) ermittelt. Die dem gebundenen Vermögen zugewiesenen Vermögenswerte müssen mindestens diesem Sollbetrag entsprechen und dienen der Sicherstellung der Ansprüche.

Gewinnverwendung 2019

2018

Jahresgewinn

15 152 271.82

12 270 040.38

Gewinnvortrag

1 706 002.83

1 435 962.45

16 858 274.65

13 706 002.83

10 000 000.00

10 000 000.00

5 000 000.00

2 000 000.00

15 000 000.00

12 000 000.00

1 858 274.65

1 706 002.83

in CHF

Bilanzgewinn zur Verfügung der Generalversammlung

Gewinnverwendungsvorschlag des Verwaltungsrates: Dividendenausschüttung (2019: 333.33 %, 2018: 333.33 %) Zuweisung freiwillige Gewinnreserven Ausschüttung und Zuweisungen Vortrag auf neue Rechnung


17 

Anhang 2 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Unternehmenserfolg

Aufgrund von Rundungen können sich in den vorliegenden Tabellen bei Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben. Total in CHF Mio.

31.12.2018

31.12.2019

115.2

123.4

1

Bruttoprämie

2

Anteil Rückversicherer an Bruttoprämie

–0.3

–0.1

3

Prämie für eigene Rechnung (1 + 2)

114.9

123.3

4

Veränderung der Prämienüberträge

–2.0

–1.8

5

Anteil Rückversicherer an Veränderung der Prämienüberträge

0.0

0.0

6

Verdiente Prämien für eigene Rechnung (3 + 4 + 5)

112.9

121.5

7

Sonstige Erträge aus dem Versicherungsgeschäft

0.0

0.0

8

Total Erträge aus dem versicherungstechnischen Geschäft (6 + 7)

112.9

121.5

9

Zahlungen für Versicherungsfälle brutto

–59.9

–71.2

10 Anteil Rückversicherer an Zahlungen für Versicherungsfälle

0.4

0.3

11 Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen

–4.1

–1.9

12 Anteil Rückversicherer an Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen

–0.4

–0.3

13 Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen für anteilgebundene Lebensversicherung

0.0

0.0

14 Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung (9 + 10 + 11 + 12 + 13)

–64.1

–73.1

15 Abschluss- und Verwaltungsaufwand

–32.8

–34.0

0.0

0.0

–32.8

–34.0

–0.8

–0.5

–97.7

–107.6

8.9

8.8

21 Aufwendungen für Kapitalanlagen

–8.0

–2.6

22 Kapitalanlagenergebnis (20 + 21)

0.9

6.3

23 Kapital- und Zinserfolg aus anteilgebundener Lebensversicherung

0.0

0.0

24 Sonstige finanzielle Erträge

0.0

0.0

25 Sonstige finanzielle Aufwendungen

0.0

0.0

26 Operatives Ergebnis (8 + 14 + 17 + 18 + 22 + 23 + 24 + 25)

16.1

20.1

27 Zinsaufwendungen für verzinsliche Verbindlichkeiten

–0.8

–0.8

28 Sonstige Erträge

0.0

0.0

29 Sonstige Aufwendungen

0.0

0.0

16 Anteil Rückversicherer an Abschluss und Verwaltungsaufwand 17 Abschluss- und Verwaltungsaufwand für eigene Rechnung (15 + 16) 18 Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung 19 Total Aufwendungen aus dem versicherungstechnischen Geschäft (14 + 17 + 18) (nur für Schadenversicherung) 20 Erträge aus Kapitalanlagen

30 Ausserordentlicher Ertrag/Aufwand

0.0

–0.4

31 Gewinn / Verlust vor Steuern (26 + 27 + 28 + 29 + 30)

15.3

18.9

32 Direkte Steuern

–3.1

–3.7

33 Gewinn / Verlust (31 + 32)

12.3

15.2


18 

Anhang 2 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Unternehmenserfolg

Aufgrund von Rundungen können sich in den vorliegenden Tabellen bei Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben. Direktes Schweizer Geschäft in CHF Mio.

Sonstige Zweige 31.12.2018

31.12.2019

114.5

122.6

1

Bruttoprämie

2

Anteil Rückversicherer an Bruttoprämie

–0.3

–0.1

3

Prämie für eigene Rechnung (1 + 2)

114.2

122.5

4

Veränderung der Prämienüberträge

–2.0

–1.8

5

Anteil Rückversicherer an Veränderung der Prämienüberträge

0.0

0.0

6

Verdiente Prämien für eigene Rechnung (3 + 4 + 5)

112.2

120.7

7

Sonstige Erträge aus dem Versicherungsgeschäft

0.0

0.0

8

Total Erträge aus dem versicherungstechnischen Geschäft (6 + 7)

112.2

120.7

9

Zahlungen für Versicherungsfälle brutto

–59.5

–70.9

10 Anteil Rückversicherer an Zahlungen für Versicherungsfälle

0.4

0.3

11 Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen

–4.1

–1.9

12 Anteil Rückversicherer an Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen

–0.4

–0.3

13 Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen für anteilgebundene Lebensversicherung

0.0

0.0

14 Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung (9 + 10 + 11 + 12 + 13)

–63.7

–72.8

15 Abschluss- und Verwaltungsaufwand

–32.8

–33.8

0.0

0.0

–32.8

–33.7

–0.8

–0.5

–97.3

–107.0

8.9

8.8

21 Aufwendungen für Kapitalanlagen

–8.0

–2.6

22 Kapitalanlagenergebnis (20 + 21)

0.9

6.3

23 Kapital- und Zinserfolg aus anteilgebundener Lebensversicherung

0.0

0.0

24 Sonstige finanzielle Erträge

0.0

0.0

25 Sonstige finanzielle Aufwendungen

0.0

0.0

26 Operatives Ergebnis (8 + 14 + 17 + 18 + 22 + 23 + 24 + 25)

15.8

19.9

27 Zinsaufwendungen für verzinsliche Verbindlichkeiten

–0.8

–0.8

28 Sonstige Erträge

0.0

0.0

29 Sonstige Aufwendungen

0.0

0.0

16 Anteil Rückversicherer an Abschluss und Verwaltungsaufwand 17 Abschluss- und Verwaltungsaufwand für eigene Rechnung (15 + 16) 18 Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung 19 Total Aufwendungen aus dem versicherungstechnischen Geschäft (14 + 17 + 18) (nur für Schadenversicherung) 20 Erträge aus Kapitalanlagen

30 Ausserordentlicher Ertrag/Aufwand

0.0

–0.4

31 Gewinn / Verlust vor Steuern (26 + 27 + 28 + 29 + 30)

15.0

18.7

32 Direkte Steuern

–3.1

–3.7

33 Gewinn / Verlust (31 + 32)

12.0

15.0


19 

Anhang 2 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Unternehmenserfolg

Aufgrund von Rundungen können sich in den vorliegenden Tabellen bei Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben. Direktes Auslandgeschäft 31.12.2018

31.12.2019

1

Bruttoprämie

0.7

0.8

2

Anteil Rückversicherer an Bruttoprämie

0.0

0.0

3

Prämie für eigene Rechnung (1 + 2)

0.7

0.8

4

Veränderung der Prämienüberträge

0.0

0.0

5

Anteil Rückversicherer an Veränderung der Prämienüberträge

0.0

0.0

6

Verdiente Prämien für eigene Rechnung (3 + 4 + 5)

0.7

0.7

7

Sonstige Erträge aus dem Versicherungsgeschäft

0.0

0.0

8

Total Erträge aus dem versicherungstechnischen Geschäft (6 + 7)

0.7

0.7

9

Zahlungen für Versicherungsfälle brutto

–0.4

–0.3

10 Anteil Rückversicherer an Zahlungen für Versicherungsfälle

0.0

0.0

11 Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen

0.0

0.0

12 Anteil Rückversicherer an Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen

0.0

0.0

13 Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen für anteilgebundene Lebensversicherung

0.0

0.0

14 Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung (9 + 10 + 11 + 12 + 13)

–0.4

–0.4

15 Abschluss- und Verwaltungsaufwand

0.0

–0.2

16 Anteil Rückversicherer an Abschluss und Verwaltungsaufwand

0.0

0.0

17 Abschluss- und Verwaltungsaufwand für eigene Rechnung (15 + 16)

0.0

–0.2

18 Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung

0.0

–0.0

–0.4

–0.6

20 Erträge aus Kapitalanlagen

0.0

0.0

21 Aufwendungen für Kapitalanlagen

0.0

0.0

22 Kapitalanlagenergebnis (20 + 21)

0.0

0.0

23 Kapital- und Zinserfolg aus anteilgebundener Lebensversicherung

0.0

0.0

24 Sonstige finanzielle Erträge

0.0

0.0

25 Sonstige finanzielle Aufwendungen

0.0

0.0

26 Operatives Ergebnis (8 + 14 + 17 + 18 + 22 + 23 + 24 + 25)

0.3

0.2

27 Zinsaufwendungen für verzinsliche Verbindlichkeiten

0.0

0.0

28 Sonstige Erträge

0.0

0.0

29 Sonstige Aufwendungen

0.0

0.0

30 Ausserordentlicher Ertrag/Aufwand

0.0

0.0

31 Gewinn / Verlust vor Steuern (26 + 27 + 28 + 29 + 30)

0.3

0.2

32 Direkte Steuern

0.0

0.0

33 Gewinn / Verlust (31 + 32)

0.3

0.2

19 Total Aufwendungen aus dem versicherungstechnischen Geschäft (14 + 17 + 18) (nur für Schadenversicherung)


20 

Anhang 3 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Marktnahe Bilanz

Aufgrund von Rundungen können sich in den vorliegenden Tabellen bei Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben. 31.12.2018 Anpassungen in CHF Mio.

Marktnaher Wert der Kapitalanlagen

Immobilien Beteiligungen

6.9

7.1

0.0

0.0

219.1

236.4

Darlehen

0.0

0.0

Hypotheken

1.4

3.9

Aktien

53.5

71.0

Übrige Kapitalanlagen

Festverzinsliche Wertpapiere

47.6

64.8

Kollektive Kapitalanlagen

47.6

64.8

Alternative Kapitalanlagen

0.0

0.0

Strukturierte Produkte

0.0

0.0

Sonstige Kapitalanlagen

0.0

0.0

328.6

383.1

Kapitalanlagen aus anteilgebundener Lebensversicherung

0.0

0.0

Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten

0.1

0.1

Total Kapitalanlagen Marktnaher Wert der übrigen Aktiven

31.12.2019

Vorperiode

Depotforderungen aus übernommener Rückversicherung

0.0

0.0

44.5

24.0

1.8

1.5

Direktversicherung: Lebensversicherungsgeschäft (ohne ALV)

0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Lebensversicherungsgeschäft (ohne ALV)

0.0

0.0

Direktversicherung: Schadenversicherungsgeschäft

1.8

1.5

Direktversicherung: Krankenversicherungsgeschäft

0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Schadenversicherungsgeschäft

0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Krankenversicherungsgeschäft

0.0

0.0

Direktversicherung: Sonstiges Geschäft

0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Sonstiges Geschäft

0.0

0.0

Direktversicherung: Anteilgebundenes Lebensversicherungsgeschäft

0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Anteilgebundenes Lebensversicherungsgeschäft

0.0

0.0

Sachanlagen

0.0

0.0

Aktivierte Abschlusskosten

0.0

0.0

Immaterielle Vermögenswerte

0.0

0.0

Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

3.0

8.7

Übrige Forderungen

0.1

1.4

Sonstige Aktiven

0.1

0.0

Nicht einbezahltes Grundkapital

0.0

0.0

Flüssige Mittel Anteil versicherungstechnische Rückstellungen aus Rückversicherung

Aktive Rechnungsabgrenzungen Total übrige Aktiven Total marktnaher Wert der Aktiven

2.3

1.0

52.0

36.8

380.5

419.9


21 

Anhang 3 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Marktnahe Bilanz

BEL1: Bestmöglicher Schätzwert der ver­ sicherungstechnischen Rückstellungen (einschliesslich ALV)

Bestmöglicher Schätzwert der versicherungstechnischen Rückstellungen Direktversicherung: Lebensversicherungsgeschäft (ohne ALV) Aktive Rückversicherung: Lebensversicherungsgeschäft (ohne ALV)

147.3

0.0

0.0

0.0

0.0

Direktversicherung: Schadenversicherungsgeschäft

139.8

147.3

Direktversicherung: Krankenversicherungsgeschäft

0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Schadenversicherungsgeschäft

0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Krankenversicherungsgeschäft

0.0

0.0

Direktversicherung: Sonstiges Geschäft

0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Sonstiges Geschäft

0.0

0.0

0.0

0.0

Direktversicherung: Anteilgebundenes Lebensversicherungsgeschäft

0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Anteilgebundenes Lebensversicherungsgeschäft

0.0

0.0

0.1

0.6

80.7

80.6

0.1

0.0

Bestmöglicher Schätzwert der versicherungstechnischen Rückstellungen für anteilgebundene Lebensversicherung

Marktnaher Wert der übrigen Verpflichtungen

139.8

Nicht versicherungstechnische Rückstellungen Verzinsliche Verbindlichkeiten Verpflichtungen aus derivativen Finanzinstrumenten Depotverbindlichkeiten aus abgegebener Rückversicherung

0.0

0.0

16.1

17.3

Sonstige Passiven

2.7

0.7

Passive Rechnungsabgrenzungen

1.5

4.6

Nachrangige Verbindlichkeiten

0.0

0.0

Summe aus BEL plus marktnaher Wert der übrigen Verpflichtungen

241.0

251.1

Differenz marktnaher Wert der Aktiven abzüglich der Summe aus BEL plus marktnaher Wert der übrigen Verbindlichkeiten

139.6

168.8

Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft

1

BEL: Best Estimate of Liabilities


22 

Anhang 4 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Solvabilität

Aufgrund von Rundungen können sich in den vorliegenden Tabellen bei Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben. Herleitung Risikotragendes Kapital

1.1.2019 Anpassungen

in CHF Mio.

1.1.2020

Vorperiode

Differenz marktnaher Wert der Aktiven abzüglich der Summe aus bestmöglichem Schätzwert der Versicherungsverpflichtungen plus Marktnaher Wert der übrigen Verpflichtungen

139.6

Abzüge

–10.1

–10.1

Kernkapital

129.4

158.6

Ergänzendes Kapital Risikotragendes Kapital abzüglich Mindestbetrag Net Asset Value

Herleitung Zielkapital

168.8

0.0

0.0

129.4

158.6

–4.2

–3.9

125.2

154.7

1.1.2019 Anpassungen

in CHF Mio.

1.1.2020

Vorperiode

Versicherungstechnisches Risiko

22.9

24.2

Marktrisiko

24.5

31.5

–11.2

–12.9

7.9

8.8

–6.1

–6.4

Zielkapital

38.0

45.1

abzüglich Mindestbetrag

–4.2

–3.9

Solvenzkapitalanforderung

33.8

41.2

Diversifikationseffekte Kreditrisiko Mindestbetrag und sonstige Effekte auf das Zielkapital

SST-Quotient

1.1.2019 Anpassungen

in %

Net Asset Value / Solvenzkapitalanforderung

1.1.2020

Vorperiode

371%

375%


23 

Anhang 5 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Glossar

Begriff

Definition

3-Linien-Modell

Das Modell bildet einen Rahmen für das unternehmensweite Risk Management (ERM). Es unterteilt die Verantwortungsbereiche für das ERM in drei sogenannte Linien und weist diesen klar definierte Verantwortungsbereiche und Reporting-Linien zu. Die einzelnen Linien sind: Risikonehmer, Risikokontrolle, unabhängige Assurance.

Amortized Cost-Methode

Bewertungsmethode für festverzinsliche Wertschriften; bei der Amortized Cost-Methode wird die Differenz zwischen Rückzahlungswert und Kaufpreis über die Restlaufzeit verteilt.

Asset & Liability Management (ALM)

Abstimmung der Fälligkeitsstruktur der aktiven und passiven Bilanzpositionen respektive die Steuerung des damit verbundenen Zinsänderungsrisikos.

Assoziierte Organisation

Assoziierte Organisationen sind Beteiligungen, bei welchen ein massgeblicher Einfluss wahrgenommen werden kann. Von einem massgeblichen Einfluss ist dann auszugehen, wenn der Anteil an den Stimmen mindestens 20 % bis 50 % beträgt und die Beherrschung nicht ausgeübt werden kann.

AVB

Allgemeine Vertragsbedingungen

Barwert

Wert, den zukünftige Zahlungen in der Gegenwart besitzen.

Basel III-Ansatz

Im Bankwesen verbreiteter Ansatz zur Messung von Kreditrisiken. Bei Anwendung eines SST-Standardmodells auch für Versicherer verbindlich gemäss FINMA-Vorgabe. Die Mobiliar verwendet für alle Einheiten sowie für die konsolidierte Gruppe den Basel III-Ansatz.

Best-Estimate

Bestmöglicher Schätzwert

Business Continuity Management (BCM)

Das Business Continuity Management soll die Überlebensfähigkeit und die Aufrechterhaltung und Weiterführung der Geschäftstätigkeit bei ausserordentlichen Ereignissen und Situationen sichern. Dabei sind alle Ereignisse gemeint, die zur Gefährdung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens führen können, wie beispielsweise technisches oder menschliches Versagen, Cyber-Angriffe, Pandemie, Naturkatastrophen und Terrorismus. Das Business Continuity Management zielt auf eine Minimierung der finanziellen, rechtlichen und reputationsbezogenen Auswirkungen bei solchen Ereignissen und Situationen ab. In Absprache mit der FINMA hat der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) eine Selbstregulierung für das BCM für Versicherungsunternehmen in der Schweiz erlassen. Die von der FINMA anerkannten Mindeststandards sind durch alle von ihr beaufsichtigten Versicherungsunternehmen zwingend zu befolgen (gemäss FINMA-Rundschreiben 2008/10).

Control Objectives for Information and Related Technology (COBIT)

International anerkanntes Framework zur IT-Governance; gliedert die Aufgaben der IT in Prozesse und Kontrollziele.

Corporate Governance

Corporate Governance ist die Gesamtheit der auf das nachhaltige Unternehmensinteresse ausgerichteten Grundsätze, die unter Wahrung von Entscheidungsfähigkeit und Effizienz auf der obersten Unternehmensebene Transparenz und ein ausgewogenes Verhältnis von Führung und Kontrolle anstreben.

Credit Spreads

Renditedifferenz zwischen einem verzinslichen Vermögensgegenstand und einem risikofreien Referenzzinssatz gleicher Laufzeit. Er soll die zusätzliche Risikoprämie zeigen, die ein Investor erhält, wenn er nicht risikolos investieren will.

Derivative Finanzinstrumente

Finanzinstrumente, deren Preis von Vermögenswerten (Basiswerte) wie Obligationen, Aktien, Edelmetallen, von Referenzsätzen wie Währungen, Zinsen, Indizes oder von Kreditereignissen abgeleitet wird. Eine Preisveränderung beim Basiswert kann beim Derivat eine stärkere Veränderung in gleicher oder entgegengesetzter Richtung auslösen.

Direktes Geschäft

Versicherungsvertrag zwischen Erstversicherungsunternehmen und Versicherungsnehmer.


24 

Anhang 5 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Glossar

Begriff

Definition

Discounted Cashflow-Methode

(Deutsch: abgezinster Zahlungsstrom/Barwert) beschreibt ein investitionstheoretisches Verfahren zur Wertermittlung. Dieses baut auf dem finanzmathematischen Konzept der Abzinsung (Englisch: discounting) von Zahlungsströmen (Englisch: Cash Flow) zur Ermittlung des Kapitalwerts auf.

Diversifikationseffekt

Der durchschnittliche Jahrhundertverlust des Zusammenwirkens mehrerer Risiken ist typischerweise kleiner als die Summe der Jahrundertverluste der einzelnen Risiken. Dies hängt damit zusammen, dass das simultane Eintreffen grosser Verluste in den Einzelrisiken wenig wahrscheinlich ist.

Economic Value Management (EVM)

Integrierte wirtschaftliche Bewertungsmethode zur Messung der Wertschöpfung eines Versicherungsunternehmens.

Eigene Rechnung

Wird ein Risiko rückversichert, so erhält der Rückversicherer den Anteil an der Bruttoprämie, der seinem übernommenen Risiko entspricht. Mit dem verbleibenden Anteil der Prämien wird das Risiko finanziert, das für die eigene Rechnung bleibt. Die Prämien für eigene Rechnung entsprechen somit den Bruttoprämien, abzüglich der den Rückversicherern anteilmässig abgegebenen Prämien.

Einanlegerfonds

Das Vermögen einer kollektiven Kapitalanlage kann von einem einzigen Anleger aufgebracht werden (Einanlegerfonds), wenn es sich um einen Anleger im Sinne von Artikel 10 Absatz 3 Buchstabe b oder c des Gesetzes handelt.

Elementarschadenversicherung, Elementarschaden (ES)

Elementarschäden sind Schäden, die durch das Wirken der Natur verursacht werden. Die Versicherung von entsprechenden Risiken untersteht in der Schweiz wegen ihrer grossen volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Bedeutung seit dem 1. Januar 1993 einer gesetzlichen Spezialregelung auf Basis einer landesweiten Solidarität.

Elementarschaden-Pool (ES-Pool)

Der Elementarschaden-Pool ist ein Zusammenschluss privater Versicherungen zum besseren Risikoausgleich bei Elementarschäden. Dank dem ES-Pool ist es möglich, Elementarschäden mit einer für alle Versicherungsnehmer tragbaren Einheitsprämie zu versichern.

Equity-Methode

Eine Methode zur Bewertung von Beteiligungen. Nach Swiss GAAP FER werden assoziierte Organisationen nach der Equity-Methode im Konzernabschluss erfasst. Dabei wird, ausgehend von den Anschaffungskosten, der Wertansatz der Beteiligung in den Folgejahren entsprechend der Entwicklung des anteiligen Eigenkapitals des Beteiligungsunternehmens fortgeschrieben.

FER 14

Standard «Konzernrechnung für Versicherungsunternehmen» innerhalb der Fachempfehlung zur Rechnungslegung «Swiss GAAP FER».

Finanzmarktaufsicht (FINMA)

Schweizer Behörde, welche u.a. Versicherungsgesellschaften beaufsichtigt.

Fronting Geschäft

Zeichnung von Versicherungsgeschäft im Auftrag eines Partners, welcher mangels Bewilligung zum Betrieb der Versicherung oder den Versicherungszweig keine Versicherungspolicen zeichnen kann. Üblicherweise wird das Risiko mittels fakultativer Rückversicherungszession an den Partner transferiert.

Goodwill

Der Geschäfts- oder Firmenwert («Goodwill») ist im Rechnungswesen die Bezeichnung für einen immateriellen Vermögensposten, der durch Erwerb von anderen Unternehmen oder Unternehmensteilen entsteht. Er entspricht der Differenz zwischen dem anteiligen Eigenkapital und dem Kaufpreis (derivativer Geschäfts- oder Firmenwert).

Indirektes Geschäft

Geschäft, in welchem Erstversicherer als Rückversicherer auftreten.

Inhärent

Einer Sache innewohnend


25 

Anhang 5 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Glossar

Begriff

Definition

Internes Kontrollsystem (IKS)

Das interne Kontrollsystem umfasst die unternehmensintern angeordneten Vorgänge, Methoden und Massnahmen, die dazu dienen, eine angemessene Sicherheit bezüglich der Risiken der Geschäftsführung zu gewährleisten, insbesondere in Bezug auf die Zuverlässigkeit der finanziellen Berichterstattung, die Befolgung von Gesetzen und Vorschriften sowie die Wirksamkeit von Geschäftsprozessen.

Internes Modell

Risikomodell des Swiss Solvency Tests, um die Verteilung möglicher Verluste an risikotragendem Kapital eines Geschäftsjahres zu ermitteln. Falls kein geeignetes Standardmodell zur Verfügung steht, müssen die Versicherungsunternehmen interne Modelle entwickeln, die in ihrer alleinigen Verantwortung stehen, aber von der FINMA genehmigt werden müssen.

Jahrhundertverlust (durchschnittlicher)

Verlust an verfügbarem Risikokapital im Durchschnitt der 1 % ungünstigsten Fälle über ein Jahr.

Kapitalisationsgeschäft

Ein Kapitalisationsgeschäft ist eine vertragliche Vereinbarung ohne minimales biometrisches Risiko zwischen einem Lebensversicherungsunternehmen und dem Vertragspartner betreffend Übernahme von Vermögenswerten und deren Bewirtschaftung nach einem mathematischen Verfahren. Die vertragliche Vereinbarung endet an einem vereinbarten Zeitpunkt. Verstirbt der Vertragspartner während der Vertragslaufzeit, treten automatisch seine Erben in die Position des Vertragspartners ein.

Kapitaladäquanz

Verhältnis von verfügbarem Risikokapital zu notwendigem Risikokapital.

Kumulschaden

Vielzahl von Einzelschäden, welche aus einem Ereignis, z.B. einer Überschwemmung eintreten.

Latente Steuern

Latente Steuern sind Posten, die auf der Aktiv- und Passivseite einer Bilanz ausgewiesen werden, um mögliche zeitliche Differenzen zwischen der Steuerbilanz und Handelsbilanz eines Unternehmens auszugleichen.

Legacy Systeme

Legacy Systeme sind etablierte, historisch gewachsene Anwendung im Bereich Unternehmenssoftware.

Net Asset Value (NAV)

Der Net Asset Value einer Versicherungsgesellschaft entspricht deren risikotragendem Kapital abzüglich deren Mindestbetrag.

Neubewertungsreserven

Im Konzernabschluss der Mobiliar stellen die Neubewertungsreserven die positive Differenz zwischen historischem und aktuellem Wert der Wertschriften dar. Diese Differenz ist nach dem Rechnungslegungsstandard Swiss GAAP FER als Bestandteil des Eigenkapitals auszuweisen.

Niederstwertprinzip

Regel, wonach Aktiven höchstens zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder aber zum niedrigeren Marktpreis zu bilanzieren sind (Lower of Cost or Market).

Operationelles Risk Management (ORM)

Das ORM der Gruppe Mobiliar wird beschrieben durch die Gesamtheit der Methoden, Ziele und Massnahmen, die dazu dienen, ein systematisches gruppenweites Management operationeller Risiken mit einem wirksamen internen Kontrollsystem (IKS) zu betreiben. Dieses stellt sicher, dass die operationellen Risiken frühzeitig erkannt und beurteilt werden und dass Massnahmen zur Verhinderung oder Begrenzung wesentlicher Risiken und Risikokumulationen eingeleitet werden.

Own Risk and Solvency Assessment (ORSA)

Versicherungsunternehmen nehmen mindestens jährlich eine vorausschauende Selbstbeurteilung ihrer Risikosituation und des Kapitalbedarfs unter Berücksichtigung aufsichtsrechtlicher Bestimmungen vor.

Prämienübertrag

Beginn und Laufzeit vieler Verträge stimmen nicht mit dem Geschäftsjahr überein. Der Prämienanteil für die in das folgende Geschäftsjahr fallende Versicherungsperiode ist im Rechnungsjahr noch nicht verdient und erscheint demzufolge in den Passiven der Bilanz unter den technischen Rückstellungen als Prämienübertrag.


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Anhang 5 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Glossar

Begriff

Definition

Private Debt

Unter Private Debt werden Finanzierungen verstanden, die üblicherweise meistens von institutionellen Investoren auf vertraglicher Basis gestellt werden und die entsprechenden Titel demzufolge nicht im Sekundärmarkt (Börse) gehandelt werden und somit als illiquid gelten.

Private Equity (PE)

Private Equity (ausserbörsliches Eigenkapital) ist eine Form des Beteiligungskapitals, bei der die vom Kapitalgeber eingegangene Beteiligung nicht an geregelten Märkten (Börsen) handelbar ist.

Risikoneigung

Die Risikoneigung bezeichnet die Vorgabe des Sicherheitsbedürfnisses in Form des verwendeten Risikomasses und einer Mindestanforderung an das notwendige Kapital.

Risikotragendes Kapital (RTK)

Das risikotragende Kapital bezeichnet das tatsächlich zur Verfügung stehende Risikokapital, welches das Unternehmen zum Ausgleich von Abweichungen vom erwarteten Geschäftsverlauf heranziehen kann. Es entspricht dem marktnah bewerteten Eigenkapital der Gesellschaft zuzüglich des Mindestbetrags, abzüglich weiterer Vermögensteile, die nicht zur Risikotragfähigkeit herangezogen werden können, namentlich geplante Dividenden sowie immaterielle Aktiven.

Risk Governance Framework (RGF)

Als Bestandteil der Unternehmenssteuerung umfasst das Risk Governance Framework die unternehmensweiten Kontrollen und unterstützt die Umsetzung der Strategie.

Run-off

Lange nach Ablauf einer Versicherungspolice oder eines Rückversicherungsvertrages können noch offene Schäden mit Zahlungsverpflichtungen bestehen. Die spätere, nicht selten jahrelange Abwicklung dieser Schadenfälle wird Run-Off genannt.

Schadenabwicklungsdreieck

Tabellarische Darstellung der Schadenaufwendungen oder Schadenzahlungen eines Versicherungsunternehmens in der Vergangenheit, i.d.R. in einer bestimmten Sparte.

Solvenzkapitalanforderung

Die Solvenzkapitalanforderung entspricht dem durchschnittlichen Jahrundertverlust der Verteilung möglicher Verluste an risikotragendem Kapital innerhalb eines Geschäftsjahrs. Diese Verteilung wird im Rahmen des Swiss Solvency Tests (SST) mithilfe eines Risiko­ modells (z.B. eines Standardmodells) bestimmt.

SST-Quotient

Der SST-Quotient berechnet sich aus dem Net Asset Value (risikotragendes Kapital abzüglich Mindestbetrag) geteilt durch die Solvenzkapitalanforderung (Zielkapital abzüglich Mindestbetrag).

Standardmodell

Risikomodell des Swiss Solvency Tests, um die Verteilung möglicher Verluste an risikotragendem Kapital eines Geschäftsjahres zu ermitteln. Die Standardmodelle werden von der FINMA dokumentiert und gelegentlich angepasst. Zusätzlich sind auch interne Modelle gebräuchlich.

Stresstest

Mit Stresstests werden jährlich die Auswirkungen von extremen Ereignissen analysiert, um zusätzliche Erkenntnisse hinsichtlich Verwundbarkeit der Bilanz zu erhalten und das Verständnis der Risikoexponierung zu erhöhen. Die Analysen stellen ein Element der Selbstbeurteilung der Risikosituation und des Kapitalbedarfs (ORSA) dar.

Swiss GAAP FER (FER)

Schweizer Rechnungslegungsstandard – SWISS Generally Accepted Accounting Principles –  Fachempfehlungen zur Rechnungslegung.

Swiss Solvency Test (SST)

Mittel, um die Risikotragfähigkeit von Versicherungen in der Schweiz zu quantifizieren und zu regulieren.

Technische Kosten

Die technischen Kosten beinhalten alle mit der Police des Versicherungsnehmers bei Abschluss, Führung und Erneuerung entstehender Betriebsaufwendungen wie Abschlussund Erneuerungskosten (Provisionen) sowie die mit der Verwaltung entstehenden Kosten (Verwaltungskosten).


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Anhang 5 zum Bericht über die Finanzlage 2019 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Glossar

Begriff

Definition

Unternehmensweites Risk Management (ERM)

Das unternehmensweite Risk Management der Gruppe Mobiliar umfasst die Gesamtheit der Methoden, Ziele und Massnahmen, die dazu dienen, ein systematisches Risk Management mit einem wirksamen internen Kontrollsystem (IKS) zu betreiben. Dieses stellt sicher, dass die Risiken frühzeitig erkannt, beurteilt und bewirtschaftet werden und dass Massnahmen zur Verminderung oder Absicherung erheblicher Risiken und Risikokumulationen eingeleitet werden. Das unternehmensweite Risk Management basiert auf einer Unternehmenskultur mit dezentralen Verantwortlichkeiten.

Unexpired Risk Reserve

Marktnaher Wert der Prämienüberträge.

Verdiente Prämie

Die in der Berichtsperiode verdienten Prämien, d.h. bezahlte Prämien abzüglich Prämienübertrag, dienen zur Deckung der laufenden Risiken des Geschäftsjahres.

Versicherungstechnische Rückstellungen

Prämienüberträge, Deckungskapital, Schadenrückstellungen, Katastrophenrückstellungen und weitere technische Rückstellungen, welche auf der Passivseite der Bilanz enthalten sind.

Zahlungsmuster

Anteile, die für die eingetretenen Schäden bis zu deren Erledigung jährlich ausbezahlt werden.

Zielkapital

Das Zielkapital bezeichnet das notwendige Risikokapital gemäss dem Swiss Solvency Test (SST), welches abhängig ist von den Risiken, denen das Versicherungsunternehmen ausgesetzt ist. Das Zielkapital entspricht der Solvenzkapitalanforderung zuzüglich Mindestbetrag.

Profile for Die Mobiliar | La Mobilière | La Mobiliare

Bericht über die Finanzlage 2019 der Protekta Rechtsschutz- Versicherung AG  

Bericht über die Finanzlage 2019 der Protekta Rechtsschutz- Versicherung AG