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Monatsprogramm für Februar 2020 im Cinema Münster

WeiSSer, WeiSSer TAG ein Film aus island über Verlust und Trauer, Tod und erinnerung Ab 20. Februar im Cinema

Sonderprogramme: Dokumentarfilmfest Stranger than Fiction · Alles außer Tatort · Psycho, Film & Analyse · So oder so ist das Leben · Dokumentarfilm-Club · Look&Listen · You look diff'rent · Leinwandbegegnungen · Cinéfête · Queer Monday · Arthouse Sneak · Kino Kaffeeklatsch · Kurzfilmsalon · Kino für Kinder • Filme mit Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit · männernetzwerk münster · Frauen*streik-Bündnis · filmclub münster · cuba-cultur

DIE LINSE: unterstützt von

DIE LINSE e. V. Cinema & Kurbelkiste Münster www.cinema-muenster.de

Das Cinema:

Mitglied bei


Sa 8. 2. um 18:30 Uhr: Premiere mit Regisseur Henner Winckler Ab Do 13. 2. neu im Cinema

ANZ DAs freiwillige JAhr


filmschaffende

iM CiNeMA ZU gAsT: guten Tag!

Münster, 21. Januar 2020

Ich war letzte Woche bei uns im Kino, um selbst zu sehen, was es mit JOJO RABBIT (Januar-Ausgabe der Linse) auf sich hat. Dessen Trailer zeigt allerlei ulkige Nazis in scheinbar komischen Situationen und das stimmte mich vorab sehr skeptisch. Denn Lachen und Nazis gehen natürlicherweise nicht zusammen, angesichts von Hass und Mord. Doch mittlerweile weiß ich: Wir sollen während des Films gar nicht mit Nazis lachen, sondern mit einem Kopfschütteln über sie. Regisseur Taika Waititi gelingt es, uns vor Augen zu führen: Wer den verhängnisvollen Weg von Menschenverachtung, Abschottung und Ausgrenzung jetzt einschlägt oder weitergeht, muss furchtbar dumm sein oder schrecklich irre. Und jede*r kann an einem gewissen Punkt selbst entscheiden: Will ich menschlich sein oder Nazi? Es gilt also: Populist*innen und Rassist*innen ins Kino, damit sie sich selbst nicht mehr so ernst nehmen mögen in ihrem Irrsinn und vielleicht angeregt werden, innezuhalten. Ansonsten müssten wir vorsichtshalber am 7. Februar auf dem Prinzipalmarkt noch Freikarten verteilen – für JOJO (besonders empfohlen in der englischen OmU) und für SPUREN – DIE OPFER DER NSU (S. 7) von Aysun Bademsoy. Vielleicht berührt dies auf die eine oder andere Weise. Im Cinema gilt grundsätzlich: Es kann und sollte nicht immer um Wohltun und Gefallen gehen. Dies zeigen aktuell die neuen Werke von Bruno Dumont (S. 6), auf die filmische Form bezogen. Dies zeigte vor 40 Jahren in seiner ungewohnten Darstellung von gelebter Sexualität Frank Ripploh, sein TAXI ZUM KLO nun in einer Wiederaufführung (S. 20). Und dies zeigt, rückblickend und vorausschauend, das Frauen*streik-Bündnis mit dem Verein Die Linse in ihrer Veranstaltung Zur Geschichte der Roten Zora (S. 23).

Zwischen diesen und anderen Veranstaltungen ein befreiendes lachen miteinander und bewegende stunden im Kino, wünscht fabian hagemeier.

Fr 31. Januar • 19:30 Uhr > s. s. 25 regisseur Marc Pierschel mit den Protagonist*innen Jan gerdes und Karin Mück zur Vorpremiere von BUTeNlAND

Sa 1. Februar • 18:00 Uhr > s. s. 25 regisseur rosa von Praunheim zu DArKrOOM – TÖDliChe TrOPfeN

Sa 8. Februar • 18:30 Uhr > s. s. 27 regisseur henner winckler zu DAs freiwillige JAhr

So 9. Februar • 11:00 Uhr > s. s. 11 regisseur John seidler zu DAs wUNDer VON TAiPeh

Die neue linse erscheint voraussichtlich am freitag, den 21. februar

IMPRESSUM • herausgeber: Cinema filmtheater gmbh in Zusammenarbeit mit dem Verein zur förderung kommunaler filmarbeit e.V. – Die linse, warendorfer straße 47 · 48145 Münster · www.cinema-muenster.de service-Center (0251) 30.30.0 · Büro (0251) 30.30.7 · email: info@cinema-muenster.de Bankverbindung: ethikBank eg eisenberg · iBAN: De65 830944950003254445 Ust.-Nr. De 189528346 redaktion: David Kluge, fabian hagemeier, Thomas Behm, Jens schneiderheinze, Maria Minewitsch, Thomas schmitz (gleis 22), holger lüsch (v.i.s.d.P.) layout: David Kluge · Druck: Bitter & loose, greven. wer fehler findet, kann sie behalten.

februar Zweitausendzwanzig

+ Die liNse

So 9. Februar • 17:00 Uhr > s. s. 15 regisseur Udo flohr und Darsteller Prof. Dr. Ulrich sachsse zu effigie – DAs gifT UND Die sTADT

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I N G VA R S I G U R Ð S S O N

EIN FILM VON

H . PÁ L M A S O N

WEISSER WEISSER TAG

Ab 20. Februar im Kino

a r s e n a l fi l m . d e


lANgfilMe AlPhABeTisCh Die

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AlfONs ZiTTerBACKe – DAs ChAOs isT ZUrÜCK AUTOBAhN BADlANDs BerUfUNg – ihr KAMPf fÜr gereChTigKeiT BONNie UND ClYDe BUTeNlAND CrONOfOBiA DArKrOOM Die VerwANDlUNg effigie – DAs gifT UND Die sTADT fliegeNDe KlAsseNZiMMer (2002) frAUeN BilDeT BANDeN – eine spurensuche zur geschichte der roten Zora freies lAND freiwillige JAhr gOMerA gOTT Des geMeTZels iNVisiBle sUe – PlÖTZliCh UNsiChTBAr islA MiNiMA – MÖrDerlAND JeANNe D'ArC JeANNeTTe – Die KiNDheiT Der JeANNe D'ArC MArY lOU williAMs – MUsiC ON MY MiND MelODie Des Meeres MOONlighT PiPPi lANgsTrUMPf PriMAVerA riVer Of grAss rOYAl TrAiN sPUreN – Die OPfer Der NsU TAXi ZUM KlO TiefDrUCKgeBieTe TOMMAsO UND Der TANZ Der geisTer VATerlANDsVerrÄTer VeriTé – leBeN UND lÜgeN lAsseN weisser weisser TAg weNN DAs lAND ZUr wAre wirD wUNDer VON TAiPeh

iNhAlTsVerZeiChNis 18 12 9 23 8 25 28 25 12 15 18 23 30 27 26 21 18 7 6 6 21 18 22 18 10 9 11 7 20 20 30 22 31 29 14 11

sPrAChfAssUNgeN

Die filme laufen nicht unbedingt ausschließlich in der genannten sprache!

englisch

französisch italienisch isländisch rumänisch russisch spanisch

MArY lOU williAMs – MUsiC ON MY MiND 21 BONNie UND ClYDe 8 riVer Of grAss 9 BADlANDs 9 TOMMAsO UND Der TANZ Der geisTer 30 JeANNeTTe – Die KiNDheiT Der JeANNe D'ArC 6 JeANNe D'ArC 6 Cinéfête 20 19 UNA PriMAVerA 10 CrONOfOBiA 28 TOMMAsO UND Der TANZ Der geisTer 30 weisser weisser TAg 29 The rOYAl TrAiN 11 lA gOMerA 26 TOMMAsO UND Der TANZ Der geisTer 30 lA islA MiNiMA – MÖrDerlAND 7 weNN DAs lAND ZUr wAre wirD 14

februar Zweitausendzwanzig

CiNeMA flAshlighT JeANNeTTe – Die KiNDheiT Der JeANNe D'ArC [franz.OmU] JeANNe D'ArC [franz.OmU] sPUreN – Die OPfer Der NsU lA islA MiNiMA – MÖrDerlAND [span.OmU]

6 6 7 7

Alles außer Tatort – schnall dich besser an! BONNie UND ClYDe [engl.OF] riVer Of grAss [engl.OF] BADlANDs [engl.OF]

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Die linse zeigt: stranger than fiction #22 – Dokumentarfilmfest UNA PriMAVerA [ital.OmU] The rOYAl TrAiN [rumän.OmU] DAs wUNDer VON TAiPeh AUTOBAhN Die VerwANDlUNg

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Arthouse sneak – Pay After

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Die linse zeigt You look diff'rent: weNN DAs lAND ZUr wAre wirD [span.OmU] 14 Psycho, film und Analyse: effigie – DAs gifT UND Die sTADT 15 Queer Monday: TAXi ZUM KlO 20 so oder so ist das leben: TiefDrUCKgeBieTe 20 leinwandbegegnungen: Der gOTT Des geMeTZels 21 männernetzwerk münster – Männer als Opfer: MOONlighT 22 Dokumentarfilm-Club: VATerlANDsVerrÄTer 22 Mit der gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit: Die BerUfUNg – ihr KAMPf fÜr gereChTigKeiT 23 Mit dem frauen*streik-Bündnis: frAUeN BilDeT BANDeN – eine spurensuche zur geschichte der roten Zora 23 ÜBersiChT ZUM herAUsNehMeN infoseite Programmübersicht februar

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Kino für Kinder iNVisiBle sUe – PlÖTZliCh UNsiChTBAr Kurzfilmtage Oberhausen: entdeckungen machen DAs fliegeNDe KlAsseNZiMMer (2002) Die MelODie Des Meeres PiPPi lANgsTrUMPf AlfONs ZiTTerBACKe – DAs ChAOs isT ZUrÜCK

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schulkino Cinéfête 20 – Das französische schulfilmfestival

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look&listen – filmclub Münster, cuba-cultur und Norbert Nowotsch MArY lOU williAMs – MUsiC ON MY MiND [engl.OF] 21

Kurzfilmsalon Oscar shorts 2020 [mehrspr.OmU]

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DAs CiNeMA ZeigT DArKrOOM zum Bundesstart BUTeNlAND zum Bundesstart lA gOMerA [rumän.OmU + dF] zum Bundesstart DAs freiwillige JAhr zum Bundesstart CrONOfOBiA [ital.OmU + dF] zum Bundesstart weisser, weisser TAg [isländ.OmU + dF] zum Bundesstart freies lAND TOMMAsO UND Der TANZ Der geisTer [engl./ital./russ.OmU + dF]

25 25 26 27 28 29 30 30

Kino Kaffeeklatsch mit dem seniorenbüro Mauritz lA VériTé – leBeN UND lÜgeN lAsseN

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Architektur und film sozialistische Utopien –Architektur für die weltrevolution

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+ Die liNse

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CINEMA FLASHLIGHT

JEANNE D‘ARC Eine von den Mitteln des epischen Theaters durchdrungene Reflexion über unverdorbenen Idealismus und das Machtgefüge der Alten

CINEMA FLASHLIGHT

JEANNETTE – DIE KINDHEIT DER JEANNE D‘ARC »Der Front National würde in diesem Film nach wenigen Minuten verdursten.« (critic.de) Frankreich, 1425. Der Hundertjährige Krieg tobt auch im Norden Frankreichs. Im kleinen Dorf Domremy kümmert sich die 8-jährige Jeannette (Lise Leplat Prudhomme) um ihre Schafe. Doch sie kann es nicht ertragen, das durch die Engländer verübte Leid zu sehen. Eine Nonne, versucht, mit dem jungen Mädchen zu reden, aber Jeannette besteht darauf, von Gott persönlich beauftragt worden zu sein, Frankreich zu befreien. Sie ist bereit, für die Befreiung von den englischen Invasoren die Waffen zu ergreifen.

Frankreich, 1430. Die jugendliche Jeanne d'Arc (Lise Leplat Prudhomme), zuvor als Retterin Frankreichs verehrt, fällt in Ungnade. Nach militärischen Erfolgen gegen die Engländer unterliegt sie mit der königlichen Armee in der Schlacht von Compiègne. In der Folge fallen Getreue von ihr ab, Intrigen werden gesponnen, die junge Frau wird gefangen genommen. Vor einem Kirchengericht wird ihr unerbittlich der Prozess gemacht und sie wird als Ketzerin zum Tode verurteilt.

»Der belgische Regisseur Bruno Dumont orientiert sich an einem Theaterstück aus dem späten 19. Jahrhundert und verwandelt dieses in einen stürmischen, radikalen Mix aus Tanz, Schauspiel, Gesang und Musik. Als Zuschauer wird man entweder berauscht und begeistert sein von Dumonts experimentellem Musical, in dem Kinder und Jugendliche die wichtigsten Rollen spielen. Oder aber man wird sich aufgrund der Unverfrorenheit und teils (absichtlichen) amateurhaften Attitüde des Gezeigten verstört abwenden.« (Björn Schneider, programmkino.de)

»Mit JEANNE D‘ARC knüpft Regisseur Bruno Dumont direkt an sein als schrilles Musical realisiertes Werk Jeannette – Die Kindheit der Jeanne D’Arc an. Das Sequel kommt nun allerdings wesentlich zugänglicher und weniger experimentell daher. (...) Überhaupt überwiegt eine schwermütige, gedrückte Stimmung. Das Unbeschwerte und die Sorglosigkeit vieler Momente (allen voran der Tänze) des ersten Films weichen Melancholie, Trübsinn und Leid. Weiterhin fällt schon sehr früh auf, dass Dumont diesmal einen Schwerpunkt auf die Dialoge bzw. das gesprochene Wort legt.« (programmkino.de)

JEANNETTE, L'ENFANCE DE JEANNE D'ARC Frankreich 2017 · R & Db: Bruno Dumont · K: Guillaume Deffontaines· Musik: Igorrr • Mit Lise Leplat Prudhomme, Jeanne Voisin, Gery De Poorter, Régine Delalin u.a. · franz. OmU · 114'

JEANNE · Frankreich 2019 · R & Db: Bruno Dumont · K: David Chambille · Musik: Christophe • Mit Lise Leplat Prudhomme, Annick Lavieville, Justine Herbez, Benoît Robail u.a. · franz. OmU · 138'

So 16. Februar • 10:30 Uhr Mo 24. Februar • 20:45 Uhr

So 16. Februar • 13:00 Uhr Mi 26. Februar • 18:30 Uhr

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Februar Zweitausendzwanzig


CINEMA FLASHLIGHT – Wiederaufführung

LA ISLA MINIMA – MÖRDERLAND Wiederaufführung der mehrfach prämierten Vorlage des Spaniers Alberto Rodríguez zum aktuellen Wende-Thriller Freies Land (s. S. 30)

CINEMA FLASHLIGHT

SPUREN – DIE OPFER DER NSU Regisseurin Aysun Bademsoy sucht die Hinterbliebenen der NSU-Opfer und gibt ihnen eine Stimme. Zwischen 2000 und 2007 wurden acht Männer mit türkischen Wurzeln, ein griechischstämmiger Mann sowie eine deutsche Polizistin ermordet. Die Ermittlungen wurden zunächst ausschließlich im Umfeld der nicht-deutschen Opfer mit Verdacht auf Drogenhandel und organisierte Kriminalität geführt. Die Familien der Ermordeten wurden so ein weiteres Mal zu Opfern, diesmal von vorurteilsvoller Stigmatisierung. Nach einem gescheiterten Bankraub führte die Spur schließlich zu der rechtsextremen Terrorgruppe NSU. Spuren – das sind nicht nur Hinweise, die am Tatort gefunden werden, sondern auch die Verletzungen und Narben, die die Taten bei den Angehörigen der Opfer verursachen. Aysun Bademsoy begibt sich auf die Suche nach diesen Spuren und stellt die Frage, welcher Prozess diese Verletzungen überhaupt heilen könnte. Ihr vielschichtiger Dokumentarfilm beleuchtet das Scheitern von Ermittlern und Justiz – und gibt den Angehörigen der Opfer endlich eine Stimme. »SPUREN wirft die Frage auf, inwiefern die rassistischen Morde, aber auch das Vorgehen der Behörden das Verhältnis der Angehörigen zu ihrer Heimat Deutschland beschädigt haben. Auch wenn die Antworten darauf sehr unterschiedlich ausfallen, bezieht der Film eindeutig Position: Die Angst vor Rassismus bleibt präsent.« (Lea Gronenberg, filmloewin.de) Deutschland 2020 · R & Db: Aysun Bademsoy · K: Ute Freund · ab 12 J. · 81'

Mo 24. Februar • 18:30 Uhr Do 27. Februar • 18:30 Uhr Februar Zweitausendzwanzig

1980: Tief im spanischen Süden verzweigt sich der Guadalquivir auf seinem Weg ins Meer in unzählige kleine Flussläufe. Die Menschen dort unten sind eine verschworene Gemeinschaft, die angereisten Ermittler Juan und Pedro sind wenig willkommen. Eigentlich sollen die beiden das Verschwinden zweier Mädchen klären. Doch als kurze Zeit später deren gemarterte Leichen am Straßenrand auftauchen, beginnen sich die Polizisten unter der heißen Sonne Andalusiens in ein undurchdringliches Geflecht aus Schweigen, Angst und Lüge zu verstricken.

»Alberto Rodríguez verbindet auf meisterhafte Weise das Trauma diktatorischer Unterdrückung und politische Aufarbeitung mit einer atmosphärischen, stimmungsvollen Inszenierung. Dazu kommen glaubhafte Darsteller und die beeindruckenden Natur-Bilder, die den Film unbedingt sehenswert machen.« (programmkino.de) Der Southern Gothic-Neo Noir mit politischem Subtext wurde unter anderem mit 10 Goyas und dem Publikumspreis beim Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. Spanien 2014 · R: Alberto Rodríguez · Db: Alberto Rodriguez, Rafael Cobos K: Alex Catalán • Mit Raúl Arévalo, Javier Gutiérrez, Antonio de la Torre, Nerea Barros, Jesús Castro u.a. · ab 16 J. · span.OmU · 104'

So 23. Februar • 20:15 Uhr, Mo 2. März • 20:45 Uhr 7


Die cineastische Alternative zur sonntäglichen Krimi-langeweile

Staffel 10 Wieder zurück im Cinema! Für alle, die das wöchentliche Gemecker über den letzten Tatort satt haben: im Zwei-Wochen-Takt locken wir euch mit oft ungewöhnlichen, thematisch verbundenen Filmen in die popkulturelle Welt des Films - natürlich meistens in der originalversion. Wer Sonntagabend lieber entspannt mit anderen verbringt als gelangweilt vor der Glotze zu hängen, ist bei AlleS AuSSer TATorT genau richtig! Zehn Staffeln AlleS AuSSer TATorT . Was 2015 als kleine idee startete, ist inzwischen komplett ausgeartet! Wir konnten einfach nicht aufhören. Aus diesem Grund feiern wir unsere Jubiläumsstaffel mit einem cinephilen Feuerwerk. in SCHnAll diCH BeSSer An! folgen wir vier Paaren auf der Flucht vor dem Gesetz. ob in oliver Stones hyperaktiver Mediensatire nATurAl Born KillerS , Arthur Penns tabu-brechendem und Hollywood-erneuernden Bonnie And Clyde, Kelly reichardts komödiantischen indie-darling riVer oF GrASS oder Terrence Malick poetisch-verstörendem BAdlAndS – die Flucht vorm alten leben bindet diese rebellischen und grenzdebilen Außenseiter besser als jeder ehevertrag. Mehr von Alles Ausser TATorT: insTAgrAM.coM/AllesAusserTATorT

Alles Ausser Tatort: Schnall dich besser an (2)

Bonnie And Clyde Arthur Penns wegweisendes Porträt des bekanntesten Verbrecher-Paares schlechthin mit Faye dunaway und Warren Beatty Mitten in den Jahren der großen Depression begegnet die gelangweilte Bonnie Parker (Faye Dunaway) dem charismatischen und leicht verschrobenen Kriminellen Clyde Barrow (Warren Beatty). Auf der Suche nach dem schnellen Reichtum begeben sich die beiden auf einen Raubzug, vor dem keine Bank sicher ist – mit fatalen Folgen. Arthur Penns Begründer des „New Hollywood“ funktioniert sowohl als Porträt des bekanntesten Verbrecher-Paares schlechthin als auch als Wegweiser einer damals bahnbrechenden Art von Film. Durch die gnadenlose Gewaltdarstellung, wenig prüden Charakterzeichnungen und die ungewöhnlich dynamische Kamera wurden in BONNIE & CLYDE alte Hollywood-Traditionen endgültig umgeworfen und der Weg für moderne, härtere und realitätsgebundene Filme geebnet. 8

Die wahren Bonnie und Clyde waren auch die Inspiration für den vierten Film unserer zehnten Staffel: Terrence Malicks legendärer BADLANDS. uSA 1967 · r: Arthur Penn ·db: david newman & robert Benton· K: Burnett Guffey · Mit: Warren Beatty, Faye dunaway, Gene Hackman · ab 16 J. · 111'

So 2. Februar • 20:15 Uhr Februar Zweitausendzwanzig


Alles Ausser Tatort: Schnall dich besser an (4)

BAdlAndS Terrence Malicks Meisterwerk, das man auf der großen leinwand gesehen haben muss.

Alles Ausser Tatort: Schnall dich besser an (3)

riVer oF GrASS

Als der 25-jährige Kit (Martin Sheen) einen Streit mit dem Vater seiner 15-jährigen Freundin Holly (Sissy Spacek) hat, tötet er ihn kaltblütig. Zusammen fliehen der stets wütende und unberechenbare Kit und die kindlich wirkende, hinterlistige Holly vor der Polizei durch die USA und begehen dabei noch mehr Morde. Dass sie dabei die Aufmerksamkeit der Massenmedien und der Bürgerwehren auf sich ziehen, kommt ihnen ganz recht.

Kelly Reichardts Low-Fi-Debütfilm ist eine Art Antithese zu oliver Stones natural Born Killers In der Nähe der Everglades, dem RIVER OF GRASS lebend, fantasiert die in einer lieblosen Ehe lebende junge Mutter Cozy (Lisa Bowman) von einem Leben als Akrobatin. Eines Abends trifft sie den mysteriösen Lee (Larry Fassenden) in einer Bar. Er ist arbeits- und obdachlos – und im Besitz einer Pistole. Die beiden brechen aus der Dynamik der gemeinsamen Nacht in ein Haus ein, um in einem Pool zu schwimmen, als auf einmal Schüsse fallen. Unter der Befürchtung, dass sie den Poolbesitzer getötet haben, begeben sich die beiden auf eine verpeilte und vor allem ziellose Flucht. Kelly Reichardt, die inzwischen mit Filmen wie Wendy & Lucy und Certain Women zum Kritiker-Liebling avanciert ist und mit Schauspielgrößen wie Michelle Williams oder Kristen Stewart zusammenarbeitet, präsentierte mit ihrem Low-Fi-Debütfilm, eine Art Antithese zu Oliver Stones Natural Born Killers. Zwar wird auch hier ein zentrales Motiv der aktuellen Reihe – Kleinstadtfrau trifft auf mysteriösen Herumstreicher – bedient, doch in echter IndependentfilmManier charmant entlarvt.

Während Terrence Malick für seine schwelgerischspirituellen Filme bekannt ist (aktuell im Kino mit Ein verborgenes Leben), ist sein Debutfilm BADLANDS fast schon das Gegenteil. Die von Sissy Spacek und Martin Sheen gespielten Hauptfiguren Holly und Kit sind komplett undurchschaubar und stoisch, das Thema ist kalt und brutal – und trotzdem ist der Film durchwoben von bildhafter Poesie und voller Verständnis für die Limitationen der unbarmherzigen Hauptfiguren.

uSA 1995 · r: Kelly reichardt ·db: Kelly reichardt, Jesse Hartman · K: Jim denault· Mit: lisa Bowman, larry Fessenden, Michael Buscemi · ab 16 J. · engl. oV · 111'

uSA 1973 · r: Terrence Malick ·db: Terrence Malick· K: Burnett Guffey Tak Fujimoto, Stevan larner, Brian Probyn Mit: Sissy Spacek, Martin Sheen ab 16 J. · engl. oV · 90'

So 16. Februar • 20:15 Uhr

So 1. März • 20:15 Uhr

Februar Zweitausendzwanzig

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Stranger Than Fiction #22 (1)

UNa PrImavEra Eine liebevolle Hommage an eine mutter und eine Studie darüber, was es bedeutet, Tochter zu sein. Fiorella Primavera sitzt in ihrem Haus im ländlichen Italien. Während sie das schwere, enzyklopädisch große Hochzeitsalbum auf dem Schoß liegen hat, fragt sie: „Ob er mich jemals geliebt hat?“. Sie hat die Scheidung eingereicht und ist hier, um ihre Sachen zu packen. Endlich einen Schlussstrich unter die 40 Jahre Ehe voller Beleidigungen, Demütigungen und Gewalt zu ziehen – das hat sie entschieden, als sie nach der letzten großen Eskalation bei ihrer Tochter Valentina in Berlin Zuflucht gefunden hat.

Die Linse präsentiert:

Dokumentarfilmfestival STraNGEr THaN FICTION #22 Seit einigen Jahren präsentieren wir mit Kinos in Bochum, Brühl, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Köln und mülheim das Dokumentarfilmfest. Fünf Dokumentarfilme widmen sich diesmal ganz unterschiedlichen menschen. Eine Tochter dokumentiert die Emanzipation ihrer mutter aus 40 Jahren gewalttätiger Ehe, Spielerinnen der ersten „inoffiziellen“ deutschen Fußball-Frauennationalmannschaft erzählen von aufregenden Zeiten, mit Feingefühl werden die veränderungen eines autobahnbaus auf die betroffenen menschen aufgespürt und schließlich berichten bekannte Schauspieler*innen von ihrer arbeit, ihr Leben gegen das ihrer Figuren „einzutauschen“. In Zusammenarbeit mit der Kinogesellschaft Köln 10

DIE LINSE

Die Tochter begleitet sie auf ihrer Suche nach Selbstbestimmung und Freiheit nach Italien und dokumentiert die aufwühlende Reise mit der Kamera. Gnadenlos begleitet sie die Konfrontationen, nicht nur mit dem Ex Mann, sondern auch mit den patriarchalen Strukturen ihrer gesamten Umgebung. Gleichzeitig entwickelt sie eine liebevolle Hommage an ihre Mutter und eine Studie darüber, was es bedeutet, Tochter zu sein. Deutschland/Italien/Österreich 2018 · r & K: valentina Primavera · Db: Federico Neri, valentina Primavera · ital.OmU · 80'

Mo 3. Februar • 18:30 Uhr Februar Zweitausendzwanzig


Stranger Than Fiction #22 (2)

THE rOyaL TraIN Prinzessin margareta von rumänien bereist das Land im königlichen Zug Stranger Than Fiction #22 (3)

DaS WUNDEr vON TaIPEH vom Thekenteam zur Weltmeisterschaft

»Eine untergegangene Monarchie wird von einer Prinzessin repräsentiert, deren unerschütterliche Mission es ist, dass ihrer Dynastie wieder eine echte Verantwortung für Politik und Wirtschaft in der rumänischen Gegenwart übertragen wird. Mit großer Energie, manchmal auch komischen Ausrutschern, überwiegend aber mit dem gebührenden royalistischen Ernst spielt Prinzessin Margareta von Rumänien ihre Rolle als Subjekt und Objekt der eigenen Kampagne. Aufgeführt wird das Stück vom neuen Wein in alten Schläuchen. Mit höfischer Entourage bereist Margareta „ihr“ Land im gleichen königlichen Zug, auf derselben königlichen Strecke, in dem auch schon ihr Vater König Michael I. den Kontakt zu seinen Untertanen suchte und pflegte. Den Betrieb, der sich um diese Reise ins Rückwärts entfaltet, beobachtet Regisseur Holzhausen mit distanziert-staunender Neugier.« (Ralph Eue / Dok Leipzig) Österreich/rumänien 2019 · r: Johannes Holzhausen · Db: Johannes Holzhausen, Constantin Wulff · K: Jörg Burger · 94'

Die erste Fußballweltmeisterschaft der Frauen fand im Jahr 1981 in Taipeh statt. In einer Zeit, in der der DFB den Frauenfußball eher duldete als förderte, nachdem er bis 1970 noch offiziell verboten war. So hatte er auch wenig Interesse daran, eine Frauennationalmannschaft zu gründen. Stattdessen wurden die Rekordmeisterinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach nach Taiwan geschickt. Ursprünglich aus einer Kölner Thekenmannschaft entstanden, spielten sie das Turnier ihres Lebens – und gewannen. Die ehemaligen Spielerinnen erzählen anekdotenreich und mit einer großen Portion Humor von den heute absurd anmutenden Bedingungen: von der Ignoranz, gegen die sie sich durchsetzen mussten und dem chauvinistischen Gebaren, von dem sie umgeben waren. Untermalt durch historisches Filmmaterial sind es Zeitzeugnisse einer Männerwelt, die heute umso anachronistischer wirken. Ein Film über viel mehr als sportlichen Erfolg – ein Film über Gleichberechtigung und Anerkennung. Deutschland 2019 · r & Db: John David Seidler · K: Conny Beißler · 85'

So 9. Februar • 11:00 Uhr mit regisseur John Seidler

Zu Gast: JOHN SEIDLEr John Seidler ist Doktor der Philosophie, geboren 1977 in Köln. Studium der Medienwissenschaften in Köln und Rostock. Seit dem Studienabschluss Arbeit als freier Autor, Regisseur und Editor. Die meisten seiner Filme haben mit Fußball zu tun, und erzählen Geschichten aus dem wahren Leben. Sein Interesse ist die universelle filmische Erzählung, die respektvolle Begegnung mit Menschen und deren Biographien.

Mi 5. Februar • 18:30 Uhr Februar Zweitausendzwanzig

DIE LINSE

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Stranger Than Fiction #22 (4)

aUTOBaHN Ein Kurort kämpft mit dem auto-Wahnsinn Tausende Lkw wälzen sich täglich durch die Innenstadt des Kurorts Bad Oeynhausen und über die B 61, die die A 2 und A 30 verbindet. Als die Aberkennung des Status als Kurort droht, soll eine Umgehungsstraße her. Acht Jahre lang dokumentiert der Film die Arbeit von Bürgermeister, Polizei, Feuerwehr und Baufirmen, die Verzögerungen bei der Fertigstellung und vor allem die Reaktionen der betroffenen Anwohner. Die freuen sich auf Ruhe und Entlastung – oder

Stranger Than Fiction #22 (5)

DIE vErWaNDLUNG Erfahrungen und Sichtweisen von Schauspielern formieren sich zu einer authentischen Reflexion über einen außergewöhnlichen Beruf und über die fließenden Grenzen zwischen Spiel und Realität.

werden bald ein Stück Autobahn vor ihrem Häuschen haben. Die Folgen für die Menschen am Straßenrand stehen im Mittelpunkt des Films. Mit einem feinen Gespür für besondere Charaktere und viel Raum für deren Persönlichkeiten und Eigenheiten, finden sich etliche Geschichten. Die lokale Tradition des LkwZählens gehört ebenso dazu wie der Spaziergang auf der lange unvollendet bleibenden Trasse.

Es ist ihr Beruf: Schauspieler und Schauspielerinnen schlüpfen jeden Tag in neue Rollen. Wir erleben sie als Schurken, Held*innen, Verführer*innen oder Versager*innen. Was verlangt das Spiel der Person hinter der Rolle ab? Was geschieht bei der Verwandlung von Person zu Figur und was bleibt nach dem Spiel an den Menschen haften? Der Film lässt Schauspieler und Schauspielerinnen (u.a. Muriel Baumeister, Ulrike Krumbiegel, Alexander Scheer, Jörg Schüttauf, Manfred Lehmann und Claus Theo Gärtner) zu Wort kommen. Die einzelnen Erfahrungen und Sichtweisen formieren sich zu einer authentischen Reflexion über einen außergewöhnlichen Beruf und über die fließenden Grenzen zwischen Spiel und Realität.

Deutschland 2019 · r & Db: Daniel abma · K: David Schittek · 85'

Deutschland 2019 · r & Db: michael Harder · K: matthias Kind, michael Harder mit Thomas arnold, muriel Baumeister, Paul Faßnacht, martin Feifel, Claus Theo Gärtner, Jürgen Heinrich, aleksandar Jovanowic, Joachim Kerzel, Gro Swantje Kohlhof, Ulrike Krumbiegel, Manfred Lehmann, Katrin Pollitt, Alexander Scheer, Jörg Schüttauf und Jevgenij Sitochin · 73'

Mo 10. Februar • 18:30 Uhr

Mi 12. Februar • 18:30 Uhr

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DIE LINSE

Februar Zweitausendzwanzig


OmU-Vorpremiere: So 9. Februar • 20:15 Uhr

Februar Zweitausendzwanzig

ab Do 13. Februar neu im Wochenprogramm

DIE LINSE

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arthOuSE SNEaK – Pay after! – WIr MaChEN DaS PrOGraMM, Ihr MaCht DEN PrEIS! Zweimal monatlich laden wir zur arthouse Sneak. am 1. und 3. Mittwoch des Monats um 22:15 Uhr könnt ihr aktuelle Perlen aus der Welt der Filmfestivals und Programmkinos schon vor Bundesstart entdecken. Synchronisiertes hat dabei keine Chance: alle Filme laufen in der Originalsprache (nicht-deutschsprachige Filme mit deutschen untertiteln). Dabei gilt die Devise PaY aFtEr: ihr bestimmt selbst, wie viel euch der gezeigte Überraschungsfilm wert ist. Schlappe 2,50 Euro beträgt der Mindesteintritt, mit bis zu 7,50 Euro könnt ihr nach dem Besuch den Film „belohnen“. Einlassmusik mit freundlicher unterstützung durch GrEEN hELL rECOrDS! Zuletzt liefen in der arthOuSE SNEaK: [Note] #162 La GOMEra [rumän.OmU] 2,78 #161 LIttLE WOMEN [Engl.OmU] 2,99 #160 VOM GIEßEN DES ZItrONENBauMS [mehrsp.OmU] 3,01 #159 JAM [jap.OmU] 3,12 #158 DIE WÜTENDEN – LES MISERABLES [franz.OmU] 1,78 #157 thE FarEWELL [chin./engl.OmU] 2,09 #156 DIE WaChE [franz.OmU] 2,57 #155 BOOKSMART [engl.OmU] 2,52 #154 ParaSItE [korean.OmU] 2,18 #153 DEr GLaNZ DEr uNSIChtBarEN [franz.OmU] 2,17 #152 SYNONYMES [franz./hebr.OmU] 3,62 #151 SKIN [engl.OmU] 2,07 #150 DER GEBURTSTAG [dF] 2,80 #149 ParaNZa – DEr CLaN DEr KINDEr [ital.OmU] 2,73 top 2019: DIE WÜtENDEN – LES MISEraBLES Flop 2019: SYNONYMES

1,78 3,62

arthOuSE SNEaK-tErMINE IM FEBruar: #163: Mi 6. Februar • 22:15 Uhr #164: Mi 20. Februar • 22:15 Uhr Karten gibt es nur an der abendkasse!

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DIE LINSE +

Die Linse: You look diff'rent #2

WENN DaS LaND Zur WarE WIrD Indigener Widerstand gegen Neokolonialismus in Chiapas Eine Film- und Diskussionsveranstaltung mit referent*innen von Zwischenzeit e.V. Die kleinbäuerlich-indigenen Gemeinden in Südmexiko werden durch Monokulturen, Infrastrukturausbau, Tourismusprojekte und Repression regelrecht attackiert. Das Land und die Existenzweise der indigenen Bevölkerungsgruppen gerät ins Visier von Politik und Wirtschaft: Die Gemeindeländereien werden in eine Ware konvertiert – oftmals ohne die betroffenen Menschen zuvor überhaupt zu informieren. Viele Dörfer bauen bis heute auf Basisdemokratie, Selbstorganisation, Gemeinschaftsarbeit und Subsistenzwirtschaft. Ölpalmenplantagen, Autobahnen, das von der aktuellen Regierung und transnationalen Konzernen geplante Megaprojekt „Maya-Zug“ sowie die Ausweitung touristischer Ausflugsorte sind einige Beispiele für neoliberale „Entwicklungsprojekte“, die Lebensgrundlagen angreifen und die Umwelt schädigen. Neben dem Widerstand der betroffenen Bevölkerungsgruppen – herausragend ist hier die Bewegung der Zapatistas – thematisiert die Veranstaltung auch Verbindungslinien zu urbanen Regionen und uns Konsument*innen im reichen Norden. Deutschland/Mexiko 2013 · regie: Luz Kerkeling, Dorit Siemers · span.Omu · 60'

Mo 3. Februar • 20:15 Uhr im neben*an mit referent*innen von Zwischenzeit e.V. You look diff'rent - die neue linke Filmreihe im Cinema von Die Linse e.V. mit Filmen und Vorträgen über Gegendiskurse und andere Sichtweisen auf die Welt Februar Zweitausendzwanzig


Die Linse:

EFFIGIE – DaS GIFt uND DIE StaDt Ein historischer Kriminalfilm (nach Originalakten) über Gesche Gottfried, eine der ersten jemals identifizierten weiblichen Serienmörderinnen Zu Gast im Cinema

uDO FLOhr

Bremen 1828: zwei Frauen, wie sie ungleicher nicht sein könnten, treffen in einer Welt aufeinander, die für beide keinen Platz hat. Cato strebt eine juristische Karriere an – zu einer Zeit, als Frauen noch nicht einmal studieren dürfen. Gesche Gottfried soll zwischen 1813 und 182715 Menschen mit Mäusegift ermordet haben – darunter ihre beiden Eltern, drei Kinder, den Zwillingsbruder, drei Ehemänner, Freunde und Nachbarn. Weitere 20 Opfer überlebten. 1831 wurde sie im Alter von 46 Jahren hingerichtet. Udo Flohr folgt einer bisher unerforschten Interpretation der Mörderin und der Gesellschaft, die Gottfrieds Verbrechen so lange ignorierte. Recherchen legen nahe, dass Gesche an einer Ego-State-Störung litt – und wahrscheinlich am Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Der Film versucht gleichwohl nicht, ihre Motive vollständig zu erklären, sondern stellt sie vielmehr als Mörderin dar, die nicht fähig ist, öffentlich Reue zu zeigen – fast wie eine weibliche Version von Hannibal Lecter.

Internationales Filmfestival Zypern: Drei Preise u.a. der hauptpreis; asti Filmfestival: Bester Film International. Deutschland 2019 · R: Udo Flohr · Db: Peer Meter, Udo Flohr, Antonia Roeller · K: Thomas Kist • Mit Suzan Anbeh, Elisa Thiemann, Christoph Gottschalch, Roland Jankowsky, Uwe Bohm, Ulrich Sachsse u.a. · 85'

So 9. Februar • 17:00 Uhr mit regisseur udo Flohr sowie Darsteller (und Vortragender) Prof. Dr. ulrich Sachsse Vortrag ab ca. 18:50 Uhr: Prof. Dr. Ulrich Sachsse, Psycho therapeut und Psychotraumatologe in Göttingen Februar Zweitausendzwanzig

DIE LINSE

Udo Flohr hat einen M.A. in Linguistik und Psychologie. Er studierte Regie an der filmArche Berlin, der Medienakademie Wetzlar, der Adrienne Weiss' School NYC und der Baltimore Film Factory. Als Wissenschafts- und Technikjournalist arbeitete er zuvor für TV und Radio, schrieb für den Spiegel, das Magazin Byte und war 15 Jahre lang beim MIT Technology Review tätig. (Quelle: filmpuls.info)

uLrICh SaChSSE Ulrich Sachsse ist Psychotherapeut, Psychotraumatologe, Psychiater, Psychosomatiker und Psychoanalytiker mit Arbeitsschwerpunkt Posttraumatische Störungen und Persönlichkeitsstörungen, insbesondere Borderline. Er ist wissenschaftlicher Berater des Asklepios Fachklinikums Göttingen. In Effigie spielt er die Rolle des Bürgermeisters. 15


Jährlich ausgezeichnet von bund und Land für ein herausragendes filmprogramm.

café und Kneipe im cinema

Warendorfer str. 45 · münster mauritz-West · tel. 0251.30300 www.cinema-muenster.de · info@cinema-muenster.de

tel. 0251.30309 mail: garbo@cinema-muenster.de

gegründet 1968 an der Weseler straße, seit 1981 am jetzigen standort. eines der ältesten programmkinos der republik. drei säle: cinema 1 (158 plätze), cinema 2 (58 plätze), Kurbelkiste (52 plätze). ausgezeichnet: regelmäßig für das herausragende Jahresprogramm, Dokumentarfilmprogramm und Kinderfilmprogramm von der Film- und Medienstiftung NRW und von der Kulturstaatsministerin.

adresse und barrierefreiheit: wie Cinema

barrierefreiheit: Das Cinema 1 ist nicht, Cinema 2 und Kurbelkiste bedingt rollstuhlgerecht. Am besten vorher einen Rollstuhlplatz reservieren. Die Toiletten sind nicht rollstuhlgerecht.

tischreservierungen: Wir können leider nur Reservierungen für maximal 8 Personen annehmen.

hörbehinderte: Der Ton aller Filme lässt sich mit Induktionsschleife oder über eine Smaprtphone-App verstärken. Entsprechend gekennzeichnete Filme können zudem mit Hilfe eines eigenen Smartphones und Kopfhörers mit Untertiteln versehen werden.

täglich geöffnet ab 10:00 uhr: Mo – Do bis 0:00 Uhr, Fr + Sa bis 0:30 Uhr, So bis 22:30 Uhr

sehbehinderte: Mit eigenem Smartphone und Kopfhörer können entsprechend gekennzeichnete Filme mit Audiodeskription versehen werden.

große Karte: Mo – Fr 12:00 bis 14:00 Uhr Mo – Do 17:45 bis 22:45 Uhr, Fr + Sa 17:45 bis 23:15 Uhr, So + feiertags 13:00 bis 22:00 Uhr

Lage: ca. 800 Meter = 10 Fußminuten vom Hauptbahnhof in Mauritz-West, auf der Warendorfer Straße – das ist die Straße Richtung Osten nach Handorf, Telgte, Warendorf anfahrt per öpnV: Haltestelle Zumsandestraße (1 Min.): Linien 2, 10, [N83]. Haltestelle Hohenzollernring / Finanzgericht (5. Min.): 33, 34, [N2]. Haltestelle Hauptbahnhof (10 Min.): alle Linien.

großes frühstücksbuffet: So + feiertags 10:00 bis 13:00 Uhr

anfahrt per auto: Parkplätze an der Warendorfer Str. teilweise kostenfrei oder beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe an der Warendorfer Straße 21-25 (Gezahlt werden muss mit Geld- oder EC-Karte). anfahrt mit dem fahrrad: Die besten Parkmöglichkeiten gibt es an den Fahrradständern auf der gegenüberliegenden Straßenseite. öffnungszeiten der Kinokasse: immer 15 Min. vor der 1. Vorstellung. Montag und Dienstag ab ~16:30 Uhr, Mittwoch bis Samstag ab ~14:45 Uhr, Sonntag ab 10:30 Uhr eintrittspreis: 8,50 €* · ermässigt: 7,00 €* (Ermäßigung gilt für Studierende, Behinderte über 50%, Münster-Pass-Besitzende u.a.) donnerstag = premierentag: 6,00 €* für alle Filme, die im Wocheneinsatz neu starten (nicht für CINEMA FLASHLIGHT) *onLine jeweils 0,50 € günstiger, ggf. plus Überlängenzuschlag Kino fÜr Kinder: 4,50 € für alle. sonderVeranstaLtungen sind möglich. Anfragen unter 0251.30307 schuLKino Auf Wunsch zeigen wir Filme auch für Schulklassen zu individuellen Terminen vormittags. Ein regelmäßiger Newsletter informiert über aktuelle Schulkino-Angebote: Eintragen unter schulkino@cinema-muenster.de · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Übersicht zum herausnehmen! · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·


das cinema zeigt

Wochenprogramm ab do 30.1.

das cinema zeigt zum bundesstart ein Verborgenes Leben das cinema zeigt zum bundesstart darKroom

sa 1.2.

Kino für Kinder

so 2.2.

februar 2020 > Linse 01/20 25

inVisibLe sue – pLötzLich unsichtbar Kino für Kinder: Kurzfilmtage Oberhausen entdeckungen machen – mit moderation

Premierentag! donnerstag ab do 6.2

das cinema zeigt zum bundesstart butenLand

ab sa 8.2.

Kino für Kinder

18 18

aLLe fiLme im Wocheneinsatz Kosten im cinema donnerstags nur 5,50€ (an der KinoKasse +0,50€)

das fLiegende KLassenzimmer (2002)

25 18

butenLand

ab do 13.2.

das cinema zeigt zum bundesstart La gomera [rumän.OmU + dF] das cinema zeigt das freiWiLLige Jahr

ab sa 15.2.

Kino für Kinder

die meLodie des meeres – mit malaktion am samstag

26 27 18

cronofobia

ab do 20.2.

das cinema zeigt zum bundesstart cronofobia [ital.OmU + dF] das cinema zeigt zum bundesstart Weisser Weisser tag [isländ.OmU + dF]

ab sa 22.2.

Kino für Kinder

pippi Langstrumpf

28 29 18

irrtümer sind nicht beabsichtigt, aber möglich. änderungen (insbesondere bei den zeiten) VorbehaLten! genaue termine unter www.cinema-muenster.de und im Kinoaktuell do 27.2.

ab sa 29.2

das cinema zeigt freies Land 30 das cinema zeigt tommaso und der tanz der geister [engl./ital./russ.OmU + dF] 30 Kino für Kinder

aLfons zitterbacKe – das chaos ist zurÜcK

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cinema & die Linse

sondertermine

fr 31.1.

19:30 Vorpremiere mit gästen butenLand 25 sa 1.2. 18:00 mit regisseur rosa von praunheim: darKroom 25 so 2.2. 20:15 alles außer tatort: schnall dich besser an! (2) bonnie und cLYde [engl.OF] 8 mo 3.2. 18:30 die Linse: stranger than fiction #22: una primaVera [ital.OmU] 10 20:15 die Linse You look diff'rent #2 Wenn das Land zur Ware Wird [span.OmU] 14 mi 5.2. 18:30 die Linse: stranger than fiction #22: the roYaL train [rumän.OmU] 11 22:15 arthouse sneak – pay after #163 14 ab do 6.2. Cinéfête 20 – Das französische Schulfilmfestival 19 sa 8.2. 18:30 premiere mit regisseur henner Winckler das freiWiLLige Jahr 27 so 9.2. 11:00 die Linse: stranger than fiction #22: das Wunder Von taipeh 11 17:00 psycho, film & analyse mit regisseur udo flohr & prof. sachsse effigie – das gift und die stadt 15 20:15 omu-Vorpremiere: La gomera [rumän.OmU] 26 mo 10.2. 18:30 die Linse: stranger than fiction #22: autobahn 12 20:45 die Linse: Queer monday: taXi zum KLo 20 di 11.2. 18:00 die Linse: so oder so ist das Leben: tiefdrucKgebiete 20 mi 12.2. 18:30 die Linse: stranger than fiction #22: die VerWandLung 12 mi 12.2. 21:00 Look&Listen – filmclub münster, cuba-cultur und Norbert Nowotsch marY Lou WiLLiams – music on mY mind [engl. OF] 21 so 16.2. 10:30 cinema fLashLight Jeannette – die Kindheit der Jeanne d'arc [franz.OmU] 6 13:00 cinema fLashLight: Jeanne d'arc [franz.OmU] 6 20:15 alles außer tatort: schnall dich besser an! (3) riVer of grass [engl.OF] 9 mo 17.2. 18:30 die Linse: Leinwandbegegnungen der gott des gemetzeLs 21 20:00 die Linse: männernetzwerk münster zeigt männer als opfer (1): moonLight 22 di 18.2. 18:45 Kurzfilmsalon im neben*an: oscar shorts 2020: animation 24 21:00 Kurzfilmsalon im neben*an: oscar shorts 2020: Live action 24 mi 19.2. 19:00 Dokumentarfilm-Club VaterLandsVerräter 22 22:15 arthouse sneak – pay after #164 14 so 23.2. 17:00 die Linse mit der gesellschaft für christl.-Jüd. zusammenarbeit die berufung – ihr Kampf fÜr gerechtigKeit 23 20:15 cinema fLashLight La isLa minima – mörderLand [span.OmU] 7 mo 24.2. 18:30 cinema fLashLight: spuren – die opfer der nsu 7 20:45 cinema fLashLight Jeannette – die Kindheit der Jeanne d'arc [franz.OmU] 6 di 25.2. 18:30 frauen*streik-bündnis und Linse zeigen: frauen biLdet banden eine spurensuche zur geschichte der roten zora 23 mi 26.2. 18:30 cinema fLashLight: Jeanne d'arc [franz.OmU] 6 do 27.2. 14:30 Kino Kaffeeklatsch mit seniorenbüro mauritz / Vorpremiere: La Vérité – Leben und LÜgen Lassen 30 18:30 cinema fLashLight: spuren – die opfer der nsu 7 so 1.3. 20:15 alles außer tatort: badLands [engl.OF] 9 mo 2.3. 20:45 cinema fLashLight La isLa minima – mörderLand [span.OmU] 7

· · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Übersicht zum herausnehmen! · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·


scarlett, das offizielle Glücksschwein des cinema, präsentiert:

Kino FÜr Kinder im cinema im Februar

itt: eintr euro 4,50

mit moderation!

inVisibLe sue – PLÖtZLich unsichtbar

entdecKunGen machen

JULE-Filmpreis beim KinderFilmFest Münster 2019: Sue kommt im Labor ihrer Mama mit einer Flüssigkeit in Kontakt, die sie unsichtbar macht. Das findet die zwölfjährige Außenseiterin cool – doch dann wird ihre Mutter entführt …

In dem Kurzfilmprogramm brechen junge Menschen auf, um Entdeckungen zu machen. Die sieben Filme erzählen von der Trägheit eines Sommernachmittags, dem Verlust eines geliebten Menschen, dem Klimawandel und der Überwindung von Ängsten.

d 2018 · r: markus dietrich ab 6 J. · empf. ab ca. 9 J. · 95‘

Programm der Kurzfilmtage oberhausen

empf. ab ca. 8 Jahren · 55‘ plus moderation

so 2. Februar · 14:45 uhr mit begleitender moderation von bart hogenboom (theater scintilla)

sa 25. Januar · 14:45 uhr so 26. Januar · 14:45 uhr sa 1. Februar · 14:45 uhr

das FLieGende KLassenZimmer (2002) Die modernisierte Fassung desKlassikers von Erich Kästner: Als Jonathan, der bereits von acht Schulen geflogen ist, an das Leipziger Internat des Thomanerchores kommt, glaubt er nicht, dass er dort lange bleiben wird. Doch bald erlebt er tolle Abenteuer! d 2002· r: tomy Wigand ab 0 J. · empf. ab ca. 7 J. · 114‘

sa 8. Februar · 14:45 uhr so 9. Februar · 14:45 uhr

mit malaktion!

die meLodie des meeres

PiPPi LanGstrumPF

Ben und seine Schwester Saoirse können in der magischen Muschel, die ihnen ihre verstorbene Mutter hinterlassen hat, das Meer rauschen hören. Als Saoirse der Muschel eine Melodie entlockt, stellt sich heraus, dass Saoirse eigentlich ein Robbenmädchen ist!

Der Klassiker nach Astrid Lind­ gren: Als die bärenstarke Pippi in Begleitung ihres schwarz-weiß gepunkteten Schimmels namens „Kleiner Onkel“ und des Äffchens Herr Nilsson in die „Villa Kunterbunt“ einzieht, freundet sie sich schnell mit den Nachbarkindern Tommy und Annika an …

irland / Lux. / belg. / F / d / dän. 2014 · r: tomm moore · ab 0 J. · empf. ab ca. 6 J. · 95‘

sa 15. Februar · 14:45 uhr mit anschl. malaktion im neben*an so 16. Februar · 14:45 uhr

aLFons ZitterbacKe – das chaos ist ZurÜcK Der elfjährige Alfons Zitterbacke lässt sich nicht unterkriegen, weder von den Missgeschicken, die ihm widerfahren, noch von den Hänseleien seiner Mitschüler, als die erfahren, dass Alfons mit einer „genialen“ Erfindung den Weltraum erobern will …

d/schweden 1969 · r: olle hellbom ab 0 J. · empf. ab ca. 6 Jahren · 95‘

d 2019 · r: mark schlichter ab 0 J. · empf. ab ca. 8 Jahren · 92‘

sa 22. Februar · 14:45 uhr so 23. Februar · 14:45 uhr

sa 29. Februar · 14:45 uhr so 1. märz · 14:45 uhr

·18· · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Übersicht Zum herausnehmen! Februar Zweitausendzwanzig ································


mi 6. bis do 19. Februar 2020 im cinema im schuljahr 2019/2020 tourt cinéfête bereits zum 20. mal durch deutschland. die sieben Filme der saison richten sich an ein Publikum von 6 bis 18 Jahren und bestechen durch eine Vielfalt an themen und Genres – von blicken in Frankreichs glamouröse Vergangenheit über Verfilmungen populärer comics bis hin zu Perspektiven auf das moderne Leben. alle Filme werden in der französischen originalfassung mit deutschen untertiteln gezeigt. unterrichtsmaterial in Französisch ist für alle Filme verfügbar. der eintritt beträgt 4 euro, eine anmeldung ist immer erforderlich. Weitere infos und Kalender unter: cinefete.cinema-muenster.de · tel. 0251.30300 · e-mail: schulkino@cinema-muenster.de

bécassine! ab 3. Klasse Französische Comics erfreuen sich seit vielen Jahrzehnten großer Popularität bei Kindern aus aller Welt. Mit einer Ersterscheinung im Februar 1905 gehört die naiv-liebenswerte Bécassine zu den Comicfiguren mit der längsten Tradition.

diLiLi à Paris (dilili in Paris) ab 3. Klasse In seinem neuen Animationsfilm blickt Michel Ocelot (Kiriku; Azur und Asmar) zurück auf eine der wunderbarsten Epochen der Pariser Hauptstadt. Angeführt von der charmanten Dilili wartet ein zauberhaftes Abenteuer für Jung und Alt.

c’est quoi cette FamiLLe?! (Wohne lieber ungewöhnlich) ab 5. Klasse Wie wäre es, wenn man die familiäre Organisation mal in Kinderhände geben würde? Regisseur Gabriel Julien­Laferrière inszeniert einen unterhaltsamen Perspektivwechsel auf moderne Familienmodelle.

comme des Garçons ab 7. Klasse Heute ist Frauenfußball längst eine ernstzunehmende Disziplin, an der Nationen aus aller Welt teilnehmen. In dieser rasanten Sportkomödie werden die veralteten Geschlechterrollen, die vor nur 50 Jahren herrschten, gehörig auf den Kopf gestellt.

WaLLay ab 7. Klasse Die Frage nach Heimat und Zugehörigkeit bekommt in Berni Goldblats außergewöhnlichem Familiendrama eine ganz neue Dimension. Nebenbei wirft der Film einen Blick auf die Lebensrealität der Migranten, die von Afrika nach Europa kommen.

dans La terribLe JunGLe ab 8. Klasse Der außergewöhnliche Dokumentarfilm von Caroline Capelle und Ombline Ley wurde auf dem 2018er Filmfestival in Cannes für sein authentisches und einfühlsames Portrait von gehandicapten Jugendlichen gelobt.

amanda (mein Leben mit amanda) ab 10. Klasse Mit seinem ruhigen, eindringlichen Drama erzählt Regisseur und Autor Mik­ haël Hers nicht nur eine Geschichte über tragischen Verlust und Zukunftsängste, er blickt außerdem in das Herz einer modernen Generation und zeigt auf, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen. Februar Zweitausendzwanzig

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Die Linse: So oder so ist das Leben

TIEFDrucKgEBIETE Was ist Borderline? Wie äußert sich die Krankheit? Dieser Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von Petra Thomsen

Die Linse: Queer Monday

TaxI ZuM KLo Zwischen Normalität, Spießertum und Bewegung – Schwules Leben im deutschen Kino der 1970er und 1980er Jahre Dem in Rheine geborenen und verstorbenen Frank Ripploh gelang mit seinem Debütfilm ein überraschender Publikums- und Kritikererfolg, der sogar in New York für lange Schlangen an der Kinokasse sorgte. In seiner autobiografisch gefärbten Komödie über ein Westberliner schwules Paar lässt Ripploh – Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller in Personalunion – unterschiedliche Lebensmodelle aufeinanderprallen und weiß das humoristische Potential bestens zu nutzen. Frank ist Lehrer, Bernd arbeitet in einem Kino. Bernds Zukunftstraum ist das ruhige Leben zu zweit, mit Blumentopf und Bauernhof. Frank braucht das Abenteuer, die Sehnsucht, die Erfahrung von Grenzen. Frank ist Tag und Nacht in Berlin unterwegs, immer auf der Suche nach einem sexuellen Abenteuer. Die expliziten Sexszenen sind dabei derart unverkrampft und selbstbewusst inszeniert, dass selbst sonst eher konservative Medien nur mit Begeisterung auf diese Form der ironischen Selbstbespiegelung reagieren konnten. Salzgeber Medien bringt den Film aus Anlass des 40. Jubiläums der Weltpremiere wieder in die Kinos. Deutschland 1980 · R & Db: Frank Ripploh · K: Horst Schier • Mit Frank Ripploh, Tabea Blumenschein, Magdalena Montezuma, Thomas Born, Jürgen Thormann u.a. · ab 16 J. · 91'

Mo 10. Februar • 20:45 Uhr 20

DIE LINSE

Borderline ist eine Diagnose, die für Betroffene wie auch für Angehörige beängstigend ist. Was ist Borderline? Wie äußert sich die Krankheit? Dieser Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von Petra Thomsen, die mit der Diagnose „Borderline“ lebt. Petra Thomsen wurde kurz nach ihrer Geburt zur Adoption freigegeben. Durch die frühe Trennung von der leiblichen Mutter wurde sie schwer traumatisiert. Immer wieder beschäftigte sie sich mit der Frage nach ihrer Herkunft. Auf der Suche erfuhr

sie nicht nur Erfreuliches. Dennoch bereut sie es nicht, diesen Weg gegangen zu sein. Der Film macht Petra Thomsens Suche, ihren Weg, ihre Niederlagen, ihre mühsam errungenen Erfolge in authentischer, intensiver und beeindruckender Weise zum Thema. Auch ihre Adoptiveltern sprechen offen und ehrlich über ihr Erleben aus der Angehörigenperspektive. Anschließend gehen wir mit den Zuschauer*innen in ein gemeinsames Gespräch über die Thematik. Deutschland 2010 · r & Db: andrea rothenburg · K: Dirk Hilbert · 0'

Di 11. Februar • 18:00 Uhr anschließend gemeinsames gespräch Eine Filmreihe von ApK, der FSP e.V. LebensART, EX-IN NRW e.V. mit Unterstützung von Die Linse. Seelische Leiden dürfen kein Tabuthema sein. Fast jede*r Dritte erkrankt im Zeitraum eines Jahres an einer psychischen Erkrankung. Wir verteilen Kärtchen mit der grünen Schleife als Zeichen gegen Diskriminierung und ausgrenzung. Februar Zweitausendzwanzig


Die Linse: Leinwandbegegnungen

DEr goTT DES gEMETZELS Die grandiose gesellschaftssatire basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Yasmina Reza – starbesetzt mit Jodie Foster, Kate Winslet, christoph Waltz und John c. reilly.

filmclub münster Look&Listen – präsentiert von filmclub münster, cuba-cultur und Norbert Nowotsch

Mary Lou WILLIaMS – MuSIc oN My MIND Mary Lou Williams war eine der ganz großen des Jazz. Mit ihren Arrangements für so bedeutende Big Bands wie die von Benny Goodman, Duke Ellington und Dizzy Gillespie und ihrem Klavierspiel wurde sie zur stilbildenden, höchst einflussreichen Protagonistin der Musikgeschichte. Duke Ellington drückte ihre Bedeutung so aus: »Mary Lou Williams ist andauernd zeitgenössisch.« Sie selbst sagte von sich: »Niemand kann mich einem bestimmten Stil zuordnen. Ich habe von vielen Menschen gelernt. Ich ändere mich ständig. Ich probiere, damit ich mithalten kann, bei dem was passiert, um zu hören, was die anderen machen. Ich gehe ihnen sogar ein bisschen vorweg, und zeige wie ein vorgehaltener Spiegel, was als nächstes geschehen wird.« Regisseurin Joanne Burke zeichnet in ihrem Film das Leben von Mary Lou Williams anhand von Auftritten und Interviews (u.a. mit Buddy Tate und Dizzy Gillespie), Filmmaterial und Fotos ihres Lebens nach. Während der Dreharbeiten zu diesem Filmporträt verstarb die Grande Dame des Swing. Das Begräbnis sowie Zitate prominenter Trauergäste wurden in den Film hineingeschnitten. uSa 1990 · r: Joanne Burke · engl.oF · 60'

Zwei gut situierte Elternpaare treffen in einer Wohnung aufeinander, um einen nichtigen Konflikt auszuräumen. Der Sohn des Anwalts Alan und der Investmentbankerin Nancy hat das Kind von Penelope und Michael Longstreet mit einem Stock ins Gesicht geschlagen. Die Eltern des „Opfers“ empfangen die Eltern des „Übeltäters“, um eine Versöhnung auszuhandeln. Die Konversation beginnt gepflegt und gediegen. Doch schnell vergiften versteckte Spitzen und sarkastische Anspielungen das Klima. Ein Wort gibt das andere, und was als Friedensgipfel begann, eskaliert unter fortschreitendem Alkoholeinfluss zu einem Machtkampf um individuelle Vorbehalte und sozialen Status. carNagE · Frankreich/Deutschland/Polen/Spanien 2011 · r: roman Polanski Db: Roman Polanski, Yasmina Reza · K: Paweł Edelman • Mit Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz, John C. Reilly, Elvis Polanski u.a. · ab 12 J. · 80'

Mo 17. Februar • 18:30 Uhr Leinwandbegegnungen ist die Filmreihe der Linse von und für geflüchtete und alle Interessierten, die Lust auf Begegnungen mit anderen Menschen, kulturellen austausch und gute Filme haben. Im anschluss gibt es im neben*an die gelegenheit, bei Essen und Trinken miteinander ins gespräch zu kommen. alle sind willkommen!

Gefördert aus Mitteln des Landes NRW von KOMM-AN

Mi 12. Februar • 21:00 Uhr Februar Zweitausendzwanzig

+ DIE LINSE

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Die Linse: DokumentarfiLm-CLub

Filmbetrachtungen: „Männer als Opfer“

VATeRLANDSVeRRäTeR

MOONLIGHT »Radikal in seinem erzählerischen Ansatz, brillant inszeniert und tief berührend.« (programmkino.de) Wie kann männliche Identität gelingen, wenn man unter prekären und gewalttätigen Umständen aufwächst? Was brennt sich in die kindliche DNA ein, wenn die eigene Mutter einen des Hauses verweist, um zur Finanzierung ihres Crack-Konsums Freier zu empfangen und wie lange speichert das jugendliche Körpergedächtnis die Prügel, die eigene Mitschüler einem verabreichen?

In drei Kapitel erzählt MooNlIgHt die geschichte des jungen Chiron, der in Miami fernab jeglichen glamours aufwächst. Der Film begleitet entscheidende Momente in Chirons leben von der Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter, in denen er sich selbst entdeckt, um seinen Platz im leben kämpft, seine große liebe entdeckt und wieder verliert. MooNlIgHt ist ein einzigartiges Stück darüber, wie die Suche nach einem Platz in der Welt, unsere Umgebung, die eigene Familie und unsere erste liebe uns ein leben lang prägen. USA 2016 · R & Db: Barry Jenkins · K: James Laxton • Mit Alex R. Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes, Naomie Harris, Janelle Monae, Jaden Piner u.a. · ab 12 J. · 111'

Mo 17. Februar • 20:00 Uhr mit anschl. Gespräch unter Leitung von Sebastian Aperdannier 22

DIE LINSE

Das filmische Porträt eines außergewöhnlichen Mannes, dessen Leben voller Widersprüche war. Der 75-jährige Schriftsteller Paul Gratzik war 20 Jahre lang Inoffizieller Mitarbeiter des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Er war ein gigolo, Haudegen, Menschenmagnet, ein gläubiger Kommunist, wie geschaffen für die Arbeit eines Informanten. 1981 offenbarte sich der Spitzen-IM, informierte die Freunde, die er vorher verriet. Dass er nun von den meisten Intellektuellen ausgestoßen und zur Unperson erklärt wurde, nahm er in Kauf. Der Film entwirft das Porträt eines außergewöhnlichen Mannes, dessen leben ein Zickzack zwischen den Extremen war: Paul gratzik ist in Widersprüchen zu Hause. Jede Auseinandersetzung mit ihm ist gleichzeitig eine intellektuelle und emotionale Herausforderung. Annekatrin Hendel erzählt eine geschichte, wie sie so noch nicht erzählt wurde. Sie wollte keinen Enthüllungs- oder Rechtfertigungsfilm, sondern einen über die Zerrissenheit eines literaten, der mit seinen Werken durchaus prägend wirkte.

Deutschland 2011 · R & Db: Annekatrin Hendel K: Jule Cramer, Can elbasi, Johann Feindt, Martin Langner • Mit Paul Gratzik, Matthias Hering, ernstgeorg Hering, Ursula Karusseit u.a. · ab 0 J. · 97'

Mi 19. Februar • 19:00 Uhr mit anschl. Gespräch im neben*an Mit der Reihe Dokumentarfilm-Club möchten wir dem Dokumentarfilm, seinen Inhalten und Formen einen besonderen Platz einräumen. Nach jedem Film gibt es die Möglichkeit, in lockerer Runde im neben*an über den Film zu reden. Februar Zweitausendzwanzig


Die Linse zeigt mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

DIe BeRUFUNG – IHR KAMPF FüR GeReCHTIGKeIT Frauen*streik-Bündnis und Linse zeigen

FRAUeN BILDeT BANDeN – eine Spurensuche zur Geschichte der Roten Zora erzählungen und Interviews lassen die Geschichte der militanten Gruppe und der damaligen Frauenbewegung wieder lebendig werden. Diese Frau hat Geschichte geschrieben. Und sie tut es bis heute: die US-Supreme-CourtRichterin Ruth Bader Ginsburg Die Anhörung des neuernannten Supreme-CourtRichters Bret Kavanaugh hat gezeigt, wie frauenfeindlich das gesellschaftliche Klima auch in Zeiten von #MeToo noch ist– und wie dringend das gericht starke, unabhängige Richterinnen wie Ruth Bader ginsburg braucht. Das spannende Biopic über die frühen Karrierejahre der inzwischen 85jährigen amerikanischen gallionsfigur der Justiz und Amerikas Ikone der gleichberechtigung kam zum richtigen Zeitpunkt ins Kino. Felicity Jones (Die Entdeckung der Unendlichkeit) spielt die ginsburg in den 1950er Jahren, als sie als eine von nur neun Frauen unter 500 Männern ihr Jura-Studium in Harvard als Jahrgangsbeste absolviert – und dennoch in keiner Anwalts-Kanzlei einen Job bekommt … »Eindrucksvoll erinnert Mimi Leder mit ihrer hoffnungsvollen Hommage, die zu keiner Minute ein trockenes gerichtsdrama ist, wie hart Rechte erkämpft wurden. Und dass dieser Kampf noch lange nicht zu Ende ist.« (Luitgard Koch, programmkino.de)

Die Rote Zora war in den 1970er und 1980er Jahren eine feministische, militante Frauenlesbengruppe in der BRD, die aus dem Kontext der Revolutionären Zellen hervorgegangen ist. Zentral waren die Selbstermächtigung der Frauenlesben und der Bruch mit der zugeschriebenen Friedfertigkeit. Ihre Aktivitäten richteten sich u.a. gegen die alltägliche gewalt gegen Frauen, gegen gen- und Reproduktionstechnologien, Bevölkerungspolitik und internationale Ausbeutungsbedingungen als Ausdruck patriarchaler Herrschaft. Erzählungen von Zeitzeuginnen, Interviews mit einer Historikerin und ehemaligen Zoras lassen die geschichte der Roten Zora und der damaligen Frauenbewegung wieder lebendig werden. Historische Aufnahmen bringen Erinnerungen an die damaligen Kämpfe zurück. Frauenlesben aus anderen ländern berichten über ihre Begegnung mit dieser Politik heute. Weltweit erleben wir heute wieder eine erstarkende feministische Bewegung, wie die zahlreichen Proteste und Frauen*streiks u.a. in Chile, der Schweiz und auch hier in der BRD zeigen. Vor diesem Hintergrund zeigt der Film, dass viele themen heute noch hoch aktuell sind, und bietet Diskussionsstoff zum heutigen Umgang mit dieser geschichte.

ON THe BASIS OF SeX · USA 2018 · R: Mimi Leder · Db: Daniel Stiepleman K: Michael Grady • Mit Felicity Jones, Armie Hammer, Katy Bates, Justin Theroux, Jack Reyno, Cailey Spaeny, Sam Waterston, Stephen Root u.a. · ab 0 J. · 120'

Deutschland 2019 · R, Db & K: LasOtras – FrauenLesben-FilmCollectif Berlin · ab 12 J. · 75'

So 23. Februar • 17:00 Uhr

Di 25. Februar • 18:30 Uhr · eintritt: 7/5,50 euro

Februar Zweitausendzwanzig

DIE LINSE

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Kurzfilmsalon: Shorts Attack!

Oscar® Shorts 2020: Animation 9 Filme in 83 Minuten – alle in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln HAir LOve: Eine Geschichte von Selbstbewusstsein und der Liebe zwischen Vätern und Töchtern: Papa soll seiner Tochter eine ganz besondere Frisur verpassen. USA 2019 · r: Matthew A. Cherry · 7’

DAUgHter (DCerA): In einem Krankenhauszimmer erinnert sich die Tochter an einen Moment aus ihrer Kindheit, als sie versuchte, ihre Erfahrung mit einem verletzten Vogel mit ihrem Vater zu teilen… tschechien 2019 · r: Daria Kashcheeva · 15‘

SiSter: Ein Mann erinnert sich an sein Aufwachsen mit einer nervigen kleinen Schwester in China in den 1990ern. Wie wäre sein Leben verlaufen, wenn die Dinge anders gelaufen wären? USA 2018 · r: Siqi Song · 8‘

MeMOrAbLe: Die Welt scheint sich für den Maler Louis und seine Frau Michelle zu verändern. In der Tat sind ihnen in letzter Zeit alle möglichen seltsamen Dinge widerfahren. Frankreich 2019 · r: bruno Collet · 12‘

KitbULL: Eine unwahrscheinliche Verbindung zwischen zwei Kreaturen: Ein wildes, unabhängiges, streunendes Kätzchen und ein Pitbull erleben gemeinsam zum ersten Mal Freundschaft. USA 2019 · r: rosana Sullivan · 9‘

+ 4 vornominierte Filme: tHe birD AnD tHe WHALe HOrS PiSte · HenriettA bULKOWSKi · MAeStrO Di 18. Februar • 18:45 Uhr mit Moderation und Pause 24

Kurzfilmsalon: Shorts Attack!

Oscar® Shorts 2020: Live Action 5 Filme in 103 Minuten – alle in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln A SiSter: Eine Nacht. Ein Auto. Alie ist in Gefahr. Um durchzukommen, muss sie den wichtigsten Anruf ihres Lebens tätigen. belgien 2018 · r: Delphine girald · 16’

brOtHerHOOD: Mohamed ist erschüttert, als sein ältester Sohn nach einer langen Reise mit einer geheimnisvollen neuen Frau nach Hause zurückkehrt. tunesien / Kanada 2018 · r: Meryam Joobeur · 25‘

tHe neigHbOr’S WinDOW: Alli ist eine Mutter von kleinen Kindern, frustriert vom Alltag und dem Ehemann. Ihr Leben wird erschüttert, als zwei freudige Zwanzigjährige auf der anderen Straßenseite einziehen, in deren Wohnung sie sehen kann. USA 2019 · r: Marshall Curry · 20’

SAriA: Saria (12) und ihre Schwester Ximena schmieden einen kühnen Plan, um dem schrecklichen Missbrauch im Waisenhaus zu entgehen. USA 2019 · r: bryan buckley · 23‘

neFtA FOOtbALL CLUb: Zwei junge Brüder stoßen in der Wüste auf einen Esel. Seltsamerweise trägt das Tier Kopfhörer über den Ohren und trägt auf dem Rücken Taschen voller weißem Pulver. Frankreich 2018 · r: Yves Piat · 17’

Di 18. Februar • 21:00 Uhr mit Moderation Februar Zweitausendzwanzig


Das Cinema zeigt zum bundesstart

bUtenLAnD gibt es ein anderes Miteinander für tier und Mensch? ein zärtlicher Film, der uns einlädt, anders zu denken.

Das Cinema zeigt zum bundesstart

DArKrOOM – tÖDLiCHe trOPFen rosa von Praunheim erzählt uns die tragische geschichte eines schwulen Serienmörders

Als Milchbauer in dritter Generation versorgt Jan Gerdes auf seinem Hof im Norden Deutschlands dreißig Kühe und verkauft erfolgreich Biomilch und Käse. Doch er hadert mit seinem Gewissen, als er seine Kühe bei sinkender Milchleistung an den Schlachthof verkaufen muss. Nach Burnout und Scheidung trifft er den Entschluss, seinen Hof aufzugeben. An dem Tag als alle Kühe zum Schlachthof gebracht werden sollen, fehlt der Platz für die letzten zwölf. Anstatt einen neuen Transport zu bestellen, fassen er und seine Partnerin Karin Mück den Entschluss, die Kühe auf dem Hof zu behalten. Es ist die Geburtsstunde von Hof Butenland – dem ersten Kuhaltersheim Deutschlands. Auf Butenland leben viele ehemalige„Nutztiere“ auf Augenhöhe mit den Menschen – ohne jeglichen Nutzen erfüllen zu müssen. Ein friedliches Miteinander, das fast schon utopisch erscheint. Deutschland 2019 · R & Db & K: Marc Pierschel • Mit Jan Gerdes, Karin Mück, Oliver Janssens u.a. · 82'

Fr 31. Januar • 19:30 Uhr Vorpremiere mit regisseur Marc Pierschel und Protagonist*innen Jan gerdes und Karin Mück (siehe Linse 01/20) Ab Do 6. Februar im Wochenprogramm Februar Zweitausendzwanzig

Lars (Bozidar Kocevski), ein Krankenpfleger aus Saarbrücken, zieht mit seinem Freund Roland (Heiner Bomhard) nach Berlin. Zusammen renovieren sie eine Wohnung. Das Glück scheint perfekt. Was Roland jedoch nicht ahnt: Lars treibt sich heimlich im Berliner Nachtleben umher und experimentiert mit tödlichen Substanzen. Die wahren Verbrechen wurden im Frühjahr 2012 innerhalb von drei Wochen begangen. Gut ein Jahr später wurde der damals 38-Jährige vom Landgericht wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, zudem wurde die besondere Schwere der Tat festgestellt. »DARKROOM ist für mich ein befriedigendes Alterswerk. Ich glaube, dass man heute auch böse Schwule zeigen kann, nachdem die Schwulenbewegung viel Positives verändert hat. Mein übernächster Film wird über die homoerotische Freundschaft von Hitler zu seinem Jugendfreund in Linz und Wien sein – hoffentlich ein Skandal, der zu meinem 80. Geburtstag 2022 ins Kino kommen soll.« (Rosa von Praunheim) Deutschland 2019 · r: rosa von Praunheim · Db: Ute eisenhardt, nico Woche, Rosa von Praunheim · K: Lorenz Haarmann • Mit Bozidar Kocevski, Heiner bomhard, Katy Karrenbauer, Oliver Sechting, Janina Helkin u.a. · ab 16 J. · 89'

Ab Do 30. Januar im Wochenprogramm Sa 1. Februar • 18:00 Uhr mit Regisseur rosa von Praunheim (siehe Linse 01/20) 25


Das Cinema zeigt zum Bundesstart

La Gomera ein höchst unterhaltsamer Neo-Noir-Polizeithriller, gespickt mit ironischen Filmzitaten und unerwartet komischen elementen auseinander zu reißen, zu verschachteln, Hinweise zu verstecken und mit kleinen Coups Verwirrung zu stiften, bis endlich der Showdown naht. Ein kurioses Puzzle mit staubtrockenem Humor.« (Gerhard Summer, Süddeutsche Zeitung) »LA GOMERA ist ein erstaunlich leichter Film – trotz seinen wilden Zeitsprüngen und der nicht-chronologischen Erzählweise.« (Joachim Kurz, kino-zeit.de) Der Polizist Cristi (Vlad Ivanov) lässt sich mit der Mafia ein und fliegt auf. Nun folgen ihm verdeckte Ermittler auf Schritt und Tritt und hören seine Wohnung ab. Daher gibt sich die schöne Gilda (Catrinel Marlon) als seine Geliebte aus und drängt ihn zu einer Reise nach La Gomera. Cristi soll die geheime Pfeifsprache der Inselbewohner lernen, damit er trotz Überwachung mit der Gaunerbande kommunizieren kann. Pfeifend versuchen sie den Matratzenfabrikanten Zsolt (Sabin Tambrea) aus dem Gefängnis zu befreien, denn der ist der einzige, der weiß, wo die 30 Millionen des letzten Coups versteckt sind. Doch alle Beteiligten spielen ein doppeltes Spiel und bald geraten die Ereignisse außer Kontrolle.

»Wer seinen Film mit Iggy Pops energetischem Klassiker „Passengers“ beginnt, der gibt damit ein Versprechen ab, dass er anschließend besser auch einhält. Aber Corneliu Porumboiu (Der Schatz) hält das Tempo seiner Erzählung tatsächlich konsequent hoch. Der rumänische Auteur liefert eine verzwickte Geschichte mit gleich mehreren doppelten Böden, in der Erwartungen immer wieder geschickt unterlaufen und wilde Haken geschlagen werden … LA GOMERA ist ein wilder Trip voller Kabinettstückchen und Zitate, die Regisseur Corneliu Porumboiu zu einem fließenden, stylishen, dabei aber nie aufdringlichen Gaunerstück mit viel trockenem Humor zusammenfügt.« (Carsten Baumgardt, filmstarts.de)

»In diesem kuriosen rumänischen Krimi kommen fast nur Schurken vor, doch der größte Gauner von allen ist ihr Erfinder: Regisseur Corneliu Porumboiu verlegt sich in LA GOMERA darauf, seinen Plot lustvoll

rumänien/Frankreich/Deutschland 2019 · r & Db: Corneliu Porumboiu · K: Tudor Mircea • Mit Vlad Ivanov, Catrinel Marlon, Rodica Lazar, Sabin Tambrea u.a. rumän.OmU + dF · 98'

So 9. Februar • 20:15 Uhr: OmU-Vorpremiere Ab Do 13. Februar im Wochenprogramm 26

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Das Cinema zeigt: Premiere mit Regisseur Henner Winckler

DAS FReIWILLIge JAHR Gehen oder bleiben? ein genau beobachteter, hintergründig humorvoller Film über die Träume der eltern und die Herausforderung, erwachsen zu werden. Von Ulrich Köhler und Henner Winckler. Zu Gast im Cinema:

HenneR WInCKLeR

Jette (Maj-Britt Klenke) hat das Abitur in der Tasche und steht nun kurz davor, zu einem freiwilligen sozialen Jahr nach Costa Rica aufzubrechen. Die Reise ist ein Wunsch ihres alleinerziehenden Vaters Urs (Sebastian Rudolph). Er möchte nicht, dass seine Tochter – so wie er – in der westdeutschen Provinz hängen bleibt. Urs selbst hat gerade genug am Hals, er muss sich um seinen lebensunfähigen Bruder Falk kümmern und die Affäre mit seiner Sprechstundenhilfe Nicole managen. Jette jedoch ist zerrissen zwischen ihrer Jugendliebe Mario und dem Wunsch, den Erwartungen ihres Vaters gerecht zu werden. Am Flughafen entscheidet Jette sich gegen die Reise, zusammen mit Mario versteckt sie sich tagelang vor ihrem Vater. Als Urs sie schließlich wiederfindet, muss er erkennen, dass er das Glück seiner Tochter nicht erzwingen kann … Diese sensible filmische Nahaufnahme von Ulrich Köhler (Montag kommen die Fenster, Schlafkrankheit) und Henner Winckler (Lucy, Klassenfahrt) begeisterte bereits das Festivalpublikum, sowohl international wie auch im deutschen Sprachraum. »DAS FREIWILLIGE JAHR ist atmosphärisch extrem dicht – und trotzdem sehr unterhaltsam. Tragische Momente wechseln sich mit starker Situationskomik ab.« (Deutsche Welle) »Ein spannungsvolles, aus zwei Perspektiven beleuchtetes Porträt einer Vater-Tochter-Beziehung, das sich darüber hinaus auch zum Stimmungsbild in der deutschen Provinz und dem deutschen Mittelstand rundet.« (Filmdienst) Deutschland 2019 · R & Db: Ulrich Köhler, Henner Winckler · K: Patrick Orth • Mit Maj-Britt Klenke, Sebastian Rudolph, Thomas Schubert, Katrin Röver u.a. · 86'

Sa 8. Februar • 18:30 Uhr Premiere mit Regisseur Henner Winckler Ab Do 13. Februar im Wochenprogramm Februar Zweitausendzwanzig

Henner Winckler wurde 1969 in Hünfeld geboren. Er studierte Visuelle Kommunikation/Film an der Hochschule für Gestaltung Offenbach und der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und schloss sein Studium 1998 ab. Von 2004 bis 2010 lehrte er an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg und von 2014 bis 2018 an der Met Film School Berlin. Seine Spielfilme Klassenfahrt (2002) und Lucy (2006) wurden auf zahlreichen Festivals gezeigt (Berlinale Forum, London Film Festival, Karlovy Vary u.a.) und erhielten Preise im In- und Ausland. 27


Das Cinema zeigt zum Bundesstart

CROnOFOBIA CROnOFOBIA – die Angst vor der Zeit – ist ein poetisch mysteriöser Film über Liebe, Verlust und Verleugnung belastet. Irgendwie scheint dieser Vorfall mit Anna (Sabine Timoteo) zusammenzuhängen, die er auf seinen Reisen immer wieder beobachtet. Und eines Tages in seinem Wohnmobil vor ihren Eltern rettet, die in Sorge um ihre Tochter sind. Denn vor einiger Zeit ist Annas Mann, der in einer Bank arbeitete, ums Leben gekommen. Eine seltsame Beziehung entwickelt sich zwischen Anna und Michael, geprägt von einer Anziehung, die mit Vorsicht durchzogen und von unterdrückten Geheimnissen geprägt ist. (Text: programmkino.de) Michael (Vinicio Marchioni) ist nicht leicht zu fassen. Mit seinem Wohnmobil fährt er durch die Schweiz, sitzt mit grübelnder Miene in Autobahn-Raststätten, beobachtet seine Umgebung mit Blicken, die kaum einzuordnen sind: So bohrend blickt er Menschen an, dass er problemlos für einen Stalker oder einen Serienkiller auf der Pirsch gehalten werden könnte. Doch Michael reist im Auftrag seiner Chefin durch die Gegend, schlüpft immer wieder in unterschiedliche Masken, um in Tankstellen, Geschäften oder auch einmal einer Bank, die Mitarbeiter zu testen und auf ihre Ehrlichkeit zu prüfen. Immer wieder überkommen ihn dabei seltsame Anfälle, alptraumhafte Bilder und ein bohrender Tinnitus deuten an, dass ein Vorfall aus der Vergangenheit Michael schwer

»Es ist diese brüchige, mysteriöse Verbindung, die den Reiz des Films ausmacht. Und die von den beiden Hauptdarstellern beachtenswert und jederzeit glaubhaft gespielt wird. Vinicio Marchioni und Sabine Timoteo überzeugen durch ihre präzisen und hingebungsvollen Darstellungen. […] Zur unheilvollen Drohkulisse tragen zudem die verstörenden Geräusche und durchdringenden Töne bei, von denen CRONOFOBIA lebt. Am Ende bleiben zwar einige Fragen offen, doch dieses Rätselhafte passt letztlich zu diesem andeutungsreichen, poetischen Werk, das viele unbequeme Fragen aufwirft.« (Björn Schneider, cineman.ch) Schweiz 2018 · R: Francesco Rizzi · Db: Daniela gambaro, Francesco Rizzi K: Simon guy Faessler • Mit Vinicio Marchioni, Sabine Timoteo, Leonardo nigro u.a. · ital.OmU + dF · 93'

Ab Do 20. Februar im Wochenprogramm 28

Februar Zweitausendzwanzig


Das Cinema zeigt zum Bundesstart

WeISSeR, WeISSeR TAg »an den Tagen, an denen alles weiß ist und es keinen Unterschied mehr zwischen Himmel und erde gibt, sprechen die Toten mit uns, die wir noch leben.«

Island, ein alleinstehendes Haus an einem abgeschiedenen Ort in betörend schöner Landschaft. Ein ehemaliger Polizist, dessen Frau bei einem Autounfall ums Leben kam, verdächtigt einen Mann, eine Affäre mit seiner verstorbenen Frau gehabt zu haben. Seine obsessiven Nachforschungen stellen die Beziehungen zu seinen Nächsten, insbesondere zu seiner geliebten Enkelin, zusehends auf die Probe. Meteorologische Ereignisse – wunderschön fotografiert von Maria von Hausswolff – spiegeln eindrücklich die seelischen Stürme der Hauptfigur wider.

»Jemanden zu haben, den wir lieben, hat zur Folge, dass wir möglicherweise einen großen Verlust erleben werden. Ingimundur hat den Verlust seiner innig geliebten Frau erlebt, und dann kommt etwas hinzu. Eine dunkle Ahnung beginnt, und lässt ihn hinterfragen, was sie zusammen hatten. Wenn jemand in dieser Art von Lage ist, und einen schwachen Moment hat, befindet er sich oft in einem sehr menschlichen Zustand. Genau das wollte ich ausloten. Es ist schlussendlich dem Publikum überlassen, ob es findet, dass es Ingimundur Frieden bringen kann, oder ob er sich nur selber weh tut. Ich hoffe, der Film ist offen für Interpretationen, daher hängt er stark von der Person ab, die den Film schaut.« (Filmemacher Hylnur Pálmason) »Keiner jener typischen isländischen Filme, die zwischen Schafen und malerischen Landschaften leichte, ironische Geschichten erzählen. Leicht ist hier gar nichts, denn es geht um Verlust und Trauer, um Tod und die Erinnerung an einen geliebten Menschen. Wie konsequent Hlynur Pálmason – der schon mit seinem Debütfilm Winterbrüder viel Aufmerksamkeit erregte – die zunehmende Verstörung seiner Hauptfigur schildert, ist bemerkenswert, macht diese Figur, diesen einsamen Mann, allerdings auch alles anderem als einem Sympathieträger. So leicht bekömmlich wie viele Filme aus Island ist WEISSER, WEISSER TAG nicht, statt dessen zeigt er die einsame Insel und ihre Bewohner in einem Licht, das man eher aus düsteren skandinavischen Erzählungen gewohnt ist.« (Michael Meyns, programmkino.de) HVíTUR, HVíTUR DAgUR Island/Dänemark/Schweden 2019 · R & Db: Hylnur Pálmason · K: Maria von Hausswolff • Mit Ingvar e. Sigurdsson, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Hilmir Snaer guðnason u.a. · isländ.OmU + dF · 109'

Ab Do 20. Februar im Wochenprogramm Februar Zweitausendzwanzig

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Das Cinema zeigt

TOMMASO UnD DeR TAnZ DeR geISTeR Das Cinema zeigt

FReIeS LAnD »Dieser genrefilm nimmt einen emotional gefangen.« (kino-zeit.de) 1992 in Ostdeutschland: Über dem Land schwebt die vage Hoffnung auf eine rosige Zukunft, doch auf dem Boden der Tatsachen macht sich Enttäuschung breit. Dieser deutsche Winter der Unzufriedenheit führt zwei Ermittler in ein entlegenes Dorf, aus dem zwei Schwestern spurlos verschwunden sind. Die Kommissare Stein (Trystan Pütter) und Bach (Felix Kramer) wundern sich zunehmend darüber, dass sich daran scheinbar niemand stört, es herrscht diffuses Schweigen – bis sich herausstellt, dass bereits früher Mädchen aus dem Dorf verschwunden sind … »Das Wesen des Thrillers ist die Beschäftigung, die Auseinandersetzung mit der Angst. Mit La Isla Mínima – Mörderland (2014) fand sich eine starke Vorlage, die ihrerseits anhand des Kriminalfalls ein Portrait Spaniens in der Post-Franco-Ära zeichnet. Für die deutsche Version bot sich in der Begegnung der beiden Kommissare die Möglichkeit, sie als eine Begegnung von Ost und West zu erzählen, als ein Aufeinanderprallen verschiedentlicher Charaktere mit radikal entgegengesetzten Lebensläufen.« (Regisseur Christian Alvart) Deutschland 2019 · R & Db Christian Alvart · Db: Christian Alvart, Sigi Kamml Mit Felix Kramer, Trystan Pütter, nora Waldstätten u.a. ab 16 J. · 129'

Ab Do 27. Februar im Wochenprogramm Zusätzlich zeigen wir als Wiederaufführung die Vorlage La isla minima – mörderland, Alberto Rodríguez' andalusischen Southern gothic-neo noir mit politischem Subtext aus dem Jahr 2014. >> siehe Seite 7 30

abel Ferraras persönlichster Film über einen unruhigen Künstlergeist und seine Identitätssuche Tommaso (Willem Dafoe) lebt mit seiner Frau Nikki und seiner 3-jährigen Tochter in Rom. Für den amerikanischen Künstler, der stets nur den Ausnahmezustand kannte, ist das Familienleben wie das Atmen auf einem fremden Planeten. Vom Leben am Limit und dem Hedonismus des Künstler-Egos wollte er

sich lösen und als Ehemann und Vater glücklich werden. Doch dafür muss er neu justieren, wie wichtig er sich selbst und seine Ambitionen nehmen möchte. Fernab der Heimat und jenseits der Verantwortungslosigkeiten, des Künstlerlebens stehen jetzt Italienischkurse, Yoga-Stunden und Spielplatz auf dem Programm. Tommaso versucht trotzdem, als Künstler kreativ zu bleiben. Er meditiert, gibt Schauspielunterricht, arbeitet nachts an einem Film und sucht psychologische Unterstützung. Doch sein künstlerisches Ego sucht ihn in abgründigen Träumen heim. Mit der von Schauspiellegende Willem Dafoe gespielten Figur Tommaso hat sich Regiemeister Abel Ferrara ein faszinierendes Alter Ego geschaffen, das von den Abgründen und Hoffnungen einer neuen Männlichkeit erzählt. Seine Geschichte über den unruhigen Künstlergeist und seine Identitätssuche inszeniert Ferrara in Rom – und schafft so seine eigene Hommage an das Werk Federico Fellinis. TOMMASO Italien 2019 · R & Db: Abel Ferrara · • Mit Willem Dafoe, Anna Ferrara, Cristina Chiriac u.a. · engl./ital./russ.OmU + dF · 115'

Ab Do 27. Februar im Wochenprogramm Februar Zweitausendzwanzig


Vorpremiere / Kino Kaffeeklatsch

LA VéRITé – Leben und lügen lassen eine mit feinem Humor und empathie für menschliche Schwächen erzählte Mutter-Tochter-geschichte über große und kleine Lebenslügen. Von Hirokazu Kore-eda (Shoplifters) Die Filmdiva Fabienne (Catherine Deneuve) mimt in ihren Memoiren die Rolle der hingebungsvollen, liebenden Mutter. Ihre Tochter Lumir (Juliette Binoche) hingegen hat ganz andere Erinnerungen. Als die Drehbuchautorin mit Ehemann Hank (Ethan Hawke) und ihrer Tochter nach Paris zurückkehrt, versucht sie, ihre Mutter mit den verdrehten Wahrheiten zu konfrontieren. Der japanische Regisseur Hirokazu Kore-eda, der in Cannes 2018 die Goldene Palme für Shoplifters gewann, zählt zu den gefragtesten Arthouse-Filmemachern. Hier drehte er zum ersten Mal außerhalb seines Heimatlands und vereint zwei der bedeutendsten französischen Filmschauspielerinnen unserer Zeit erstmals gemeinsam vor der Kamera. »Eine stille, liebevolle und oftmals sanft-humorige Kontemplation über das Kino selbst. […] Ein bisschen Wahrheit, ein bisschen Deneuve, die sich selbst spielt – aber dann wieder ein Schein, eine Geschichte, die aus Realität Fantasie macht, die mehr bedeutet, mehr berührt, die universell ist und Menschen zu bewegen vermag.« (kino-zeit.de) Frankreich 2019 · R &Db: Hirokazu Kore-eda · K: éric gautier • Mit Catherine Deneuve, Juliette Binoche, ethan Hawke u.a. · ab 0 J. · 108'

Do 27. Februar • 14:30 Uhr: Vorpremiere Kino Kaffeeklatsch mit dem Seniorenbüro Mauritz: 8 euro für Seniorinnen und Senioren inklusive Heißgetränk und hausgemachtem Kuchen! eintritt nur Film: 5,20 euro

Ab Do 5. März im Wochenprogramm Februar Zweitausendzwanzig

Die 15. Ausgabe der Reihe architektur und Film in Zusammenarbeit mit der architektenkammer nRW wirft einen Blick auf Repräsentationsbauten des Sozialismus und verfolgt deren Schicksal bis in die heutige Zeit. Dabei entspinnt sich ein Dialog zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen Hoffnung auf eine andere Zukunft und gestrandeten Utopien.

Mi 4. März • 18:30 Uhr nOVgOROD SPACeSHIP + HOTeL JUgOSLAVIJA So 15. März • 18:30 Uhr FORT VOn ALLen SOnnen Mi 25. März • 18:30 Uhr DAS HAUS DeR RegIeRUng So 5. April • 18:30 Uhr SOTSgOROD: CITIeS FOR UTOPIA 31


Vorpremiere: Fr 31. Januar um 19:30 Uhr mit Regisseur Marc Pierschel und den Protagonist*innen Jan Gerde und Karin MĂźck

Profile for Cinema Filmtheater

Die Linse: Februar 2020  

Monatsprogramm für Februar 2020 im Cinema Münster

Die Linse: Februar 2020  

Monatsprogramm für Februar 2020 im Cinema Münster

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