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Das Monatsprogramm für Mai/Juni 2014 im Cinema Münster

stummfilm mit Live-Musik Münstersches Filmgut Im Fokus: slowboat Films ven y mira – spanischsprachige schulkinotour Filme mit Upla e.V., Gleis 22, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Arthouse sneak – Pay After Kino Kaffeeklatsch Queere Filme Kurzfilme u.v.m.

Ab 15. Mai im Cinema:

IM NAMeN Des … DIE LINSE: unterstützt von der

DIE LINSE e. V. Cinema & Kurbelkiste Münster www.cinema-muenster.de

Das Cinema:

Mitglied bei


AB 8. MAI IM KINO »NEW YORK HAS THEIR HAIRCUTS, LONDON HAS THE TROUSERS, BUT BELFAST HAS THE REASON!«

WWW.GOODVIBRATIONS-FILM.DE | WWW.RAPIDEYEMOVIES.DE 2

Mai/Juni Zweitausendvierzehn


Münster, 22. April 2014

Wir begrüßen im Mai

GUTEN TAG!

IM CINEMA ZU GAST

Wenn man mit Menschen spricht, die wenig Bezug zum Cinema haben, sind es zwei Dinge, die wir hören: 1. „Ach, das Cinema … Gibt es eigentlich die Langen Nächte noch?“ In den Langen Nächsten wurden ab 22:00 Uhr zwei Filme hintereinander gezeigt. Diese gab es bis vor ungefähr 20 Jahren, wurden dann aber mangels Besuch eingestellt. 2. „Das Cinema war doch fast pleite. Geht es jetzt wieder besser?“ Auch schon 10 Jahren her … (daran sieht man, wie die Zeit vergeht). Am 20. April 2004 luden wir zu einer Pressekonferenz mit dem Titel 3 vor 12 – Cinema vor dem Aus? ein. Kino in Europa lebt hauptsächlich von den Besucherinnen und Besuchern in den Monaten Oktober bis März. Mit den Einnahmen, die wir in dieser Zeit erzielen, müssen wir die besucherschwächeren Sommermonate finanzieren. Der Winter2003 / 2004 lief gar nicht gut für uns, so dass wir überhaupt keine Rücklagen schaffen konnten und im Juni nicht mehr liquide gewesen wären. Auch stellte sich die Frage, ob das Cinema noch gebraucht würde, da Kino sich verändert hatte. Der Pachtvertrag lief Ende 2004 aus und wir standen vor der Frage, ob dieser verlängert werden sollte. Was dann passierte, als unser Fast-Konkurs öffentlich wurde, hat uns wirklich mehr als überrascht: Mit so viel Solidarität und Liebesbeweisen hatten wir wirklich nicht gerechnet. Auch deshalb gibt es das Cinema immer noch und wir sind sogar gut für die nächsten Jahre aufgestellt. Hier noch mal vielen Dank an unsere Besucherinnen und Besucher, die uns damals mit Geld, Engagement und wirklich aufbauenden Worten unterstützt hatten! Unser Dank zurück ist das – um es mit aller Bescheidenheit zu sagen – weltbeste Stadtfest, das 4tel Fest in Mauritz-West, das wir nun schon zum siebten Mal initiieren. Dank auch an die Kolleginnen und Kollegen von Cinema und Garbo von damals, die in der Krisenzeit tolle Sachen machten, um Kino und Café zu retten, zum Beispiel „Retter-Plätzchen“ backen und verkaufen (Bild oben)! Dass es gut ist, dass es das Cinema immer noch gibt, kann man diesem Programm entnehmen. Es zeigt wieder einmal mehr, was Kino kann. Wir wissen allerdings auch, was Kino nicht kann: Gegen 22 Männer in durchgeschwitzten Hemden in Brasilien antreten. Da verlieren wir auf jeden Fall und deshalb nutzen wir die Zeit der ersten beiden Wochen der Fußball-Herren-WM, um uns wieder aufzuhübschen und lassen die Projektoren kalt.

Wir wünschen einen guten Sommer! Thomas Behm Das LINSE-Heft für Juni/Juli erscheint voraussichtlich am Freitag, 13. Juni. Mai/Juni Zweitausendvierzehn

+ DIE LINSE

Mo 5.5 • 19:00 + 21:15 > s. S. 9 Studierende vom Institut für Ethnologie mit ihren Kurzfilmen

Di 6.5 • 20:00 > s. S. 31 Der Regisseur Jan Schomburg zu VERGISS MEIN ICH

Mi 7.5 • 19:00 > s. S. 17 Die Regisseurin Sarah Moll zu BUSCANDO LA PLATA

Mo 19.5 • 20:00 > s. S. 11 Der Regisseur Tim Lienhard zu ONE ZERO ONE

Mi 21.5 • 21:00 > s. S. 7 Der Musiker Helmut Buntjer und Freunde zu A FLORIDA ENCHANTMENT

So 25.5 • 19:00 + 21:00 > s. S. 24 Regisseur & Produzent M.A. Littler zu LOST COAST und HARD SOIL

Mi 28.5 • 22:45 > s. S. 8 Der Musiker Erhart Hirt zu „Kurze Filme von Werner Nekes“ 3


Di 6. Mai • 20:00 Uhr: Premiere Jan Schomburg Ab Do 8. Mai im Cinema


thEMa

FILME aLphabEtISch Kurze Filme von Werner Nekes Kurzfilme von Studierenden am Institut für Ethnologie Oberhausen On tour: tanz! 2013 Oberhausen On tour: 15 Jahre MuVi-preis

8 9 14 15

25 Jahre Linse: a FLORIDa ENchaNtMENt

2 KLEINE hELDEN 22 aI WEIWEI – thE FaKE caSE [mehrspr.OmU] 13 bUScaNDO La pLata [span.OmU] 17 DER bLaUE tIGER 22 a FLORIDa ENchaNtMENt [ohne Dialog] 7 thE FOLK SINGER [engl.OmU] 25 GOOD VIbRatIONS [engl.OmU + dF] 30 haRD SOIL [engl.OmU] 24 IDa [dF] 23 IM NaMEN DES … [poln.OmU + dF] 32 KINDER DES hIMMELS 22 KINGDOM OF SURVIVaL [engl.OmU] 25 LOSt cOaSt [engl.OF] 24 LOttE IM DORF DER ERFINDER 22 MEMENtOS FLaMENcO 16 MIStaKEN FOR StRaNGERS [engl.OmU] 27 MULLEWapp 22 MUSEUM hOURS [teilw. engl.OmU] 13 NÄchStER haLt: FRUItVaLE StatION [engl.OmU + dF] 28 ONE ZERO ONE – thE StORy OF cybERSISSy & baybJaNE 11 pFaRRER 38 DIE pOEtIN [engl./port.OmU + dF] 33 ROSIE 37 SchNEE VON GEStERN [teilw. hebr./engl.OmU] 29 ShaNGhaI, ShIMEN ROaD [mand.OmU] 12 tIEFE WaSSER [poln.OmU] 10 tOUR DU FaSO [mehrspr.OmU] 36 tSatSIKI – tINtENFISchE UND ERStE KÜSSE 22 VERGISS MEIN Ich 31 VIOLEttE 10 WE WaNt SEX 12 ZÄRtLIchKEIt [franz.OmU + dF] 35 ZaytOUN 16 ZEIt DER KaNNIbaLEN 34

aLtER UND ÄLtERWERDEN IDa ROSIE chILE: bUScaNDO La pLata [span.OmU] chINa ShaNGhaI, ShIMEN ROaD [mand.OmU] aI WEIWEI – thE FaKE caSE [mehrspr.OmU] ISRaEL/JÜDISch/LIbaNON ZaytOUN SchNEE VON GEStERN [teilw. hebr./engl.OmU] KIRchE IDa pFaRRER KUNSt: aI WEIWEI – thE FaKE caSE [mehrspr.OmU] KURZFILME Kurzfilme vom Institut für Ethnologie Oberhausen On tour: tanz! 2013 Oberhausen On tour: 15 Jahre MuVi-preis Vorfilme MÜNStERSchES FILMGUt: Kurzfilme vom Institut für Ethnologie MUSIK LOSt cOaSt [engl.OF] · haRD SOIL [engl.OmU] thE FOLK SINGER · KINGDOM OF SURVIVaL [engl.OmU] MIStaKEN FOR StRaNGERS [engl.OmU] GOOD VIbRatIONS [engl.OmU + dF] QUEER a FLORIDa ENchaNtMENt tIEFE WaSSER [poln.OmU] · VIOLEttE ONE ZERO ONE – thE StORy OF cybERSISSy & baybJaNE MUSEUM hOURS [teilw. engl.OmU] IM NaMEN DES … [poln.OmU + dF] DIE pOEtIN [engl./port.OmU + dF] ROSIE RaDSpORt: tOUR DU FaSO [mehrspr.OmU] RaSSISMUS: NÄchStER haLt FRUItVaLE StatION SchRIFtStELLERINNEN VIOLEttE DIE pOEtIN [engl./port.OmU + dF] StUMMFILM a FLORIDa ENchaNtMENt Kurze Filme von Werner Nekes

IMpRESSUM

SpRachFaSSUNGEN

Herausgeber: „Verein zur Förderung kommunaler Filmarbeit e.V. – Die Linse“ in Zusammenarbeit mit dem Programmkino Cinema, Warendorfer Straße 47 · 48145 Münster www.cinema-muenster.de · Email: info@dielinse.de Kinokasse (0251) 30.30.0 Café Garbo (0251) 30.30.9 Büro (0251) 30.30.7 Bankverbindung: Sozialbank Münster IbaN: DE33 37020500 0008384800 · bIc: bFSW DE33 XXX Steuer-Nr. DE234299793 Der Verein ist Mitglied im „Bundesverband kommunale Filmarbeit“ Redaktion: Jan Christoph Ansorge, Thomas Behm (v.i.S.d.P.), Fabian Hagemeier, David Kluge, Holger Lüsch, Jens Schneiderheinze Layout: David Kluge · Druck: Bitter & Loose, Greven. Wer Fehler findet, kann sie behalten.

ENGLISch

Mai/Juni Zweitausendvierzehn

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thE FOLK SINGER (S. 25) · GOOD VIbRatIONS (S. 30) haRD SOIL (S. 24) · KINGDOM OF SURVIVaL (S. 25) LOSt cOaSt (S. 24) · MIStaKEN FOR StRaNGERS (S. 27) MUSEUM hOURS (S. 13) · FRUItVaLE StatION (S. 28) REachING FOR thE MOON (Die poetin) (S. 33) SchNEE VON GEStERN (S. 29) FRaNZÖSISch LA TENDRESSE (Zärtlichkeit) (S. 35) · tOUR DU FaSO (S. 36) hEbRÄISch SchNEE VON GEStERN (S. 29) MaNDaRIN aI WEIWEI – thE FaKE caSE (S. 13) ShaNGhaI, ShIMEN ROaD (S. 12) pOLNISch W IMIE … (Im Namen des …) (S. 32) PłyNACE WIEZoWCE (Tiefe Wasser) (S. 10) pORtUGIESISch DIE pOEtIN (S. 33) SpaNISch bUScaNDO La pLata (S. 17) · ven y mira (S. 18) + DIE LINSE

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Im April-Heft schrieben wir über die ersten acht Jahre der Linse – von der Gründung 1989 im Forum Frieden und der späteren Zeit im c.u.b.a.. 1997 zog die Linse ins Programmkino Cinema um. Hier änderte sich die Arbeit. Im c.u.b.a. machten die „Linsen“ alles selber – von der Programmplanung bis zum Vorführen. Im Cinema nun übernahmen die Kolleginnen und Kollegen aus dem Kino Kasse und Vorführung. Dafür gab es weiterhin gute Programme. 1997 fand In 80 Tagen um die Welt statt. Parallel zur Zeitstruktur im Roman von Jules Verne wurden Filme aus den jeweiligen Städten und Regionen gezeigt. Dabei blieb es nicht aus, dass viele „Wasserfilme“ gezeigt werden mussten. Aber auch diese zeigten die Bandbreite, die Kino ausmacht. Es wurde der experimentelle Wavelength von Michael Snow genauso gezeigt wie Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart, wo Buckelwale gerettet werden mussten.

Im gleichen Jahr fanden zum ersten Mal die lesbisch-schwulen Filmtage Queerstreifen statt, damals noch als Initiativenfestival geplant: Verschiedene münstersche Lesben- und Schwulengruppen hatten Leute in das Vorbereitungsteam entsandt, um das Festival vorzubereiten. Viele dieser Gruppen gibt es mittlerweile nicht mehr, die Queerstreifen hingegen immer noch – und sie sind eines der wichtigsten queeren Events in Münster. Ein tolles Projekt gab es zwei Jahre später: Anlässlich 10 Jahre Mauerfall führten wir in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Potsdam Deutsch-Deutsch: Drei Filmnächte durch. Dabei gab es tolle Gäste, unter anderem die brandenburgische Ex-Sozialministerin Regine Hildebrandt. Zwei Jahre später gab es ein ähnlich schönes Projekt: An einem Sonntag in der Platte – Vom Leben und Lieben im ostdeutschen Plattenbau und 2002 noch DDR – Fiktion und Wirklichkeit im Film.

Anna Stern kuratierte 2000 und 2001 insgesamt vier AvantgardeReihen. 2005 stellten Volker Pantenburg und Nils Plath Topographie im Blick. Filmische Konstruktion von Orten zusammen. 2003 war die Premiere der Reihe Münster – Globale Stadt. Im Mittelpunkt jedes Abends standen MünsteranerInnen und ihre Herkunftsländer. Im Vorprogramm wurde ein filmisches Kurzportrait der ProtagonistInnen gezeigt, anschließend ein Langfilm aus dem jeweiligen Land, eingerahmt von Diskussionen und Zusammensein bei landestypischen Speisen und Musik. Das Projekt wurde vier Mal von uns organisiert und fand viel Beachtung – auch außerhalb von Münster, so dass es oft kopiert wurde. Eine Zeitlang betrieb die Linse im Ladenlokal neben dem Cinema das _labor – Raum für mediale Vernetzung. Für uns war der Ort Gegenkonzept zum Kino. Im Kino wird der Blick im abgedunkelten Raum auf die Leinwand fokussiert. Das _labor mit seinen vielen Fenstern bot hingegen Transparenz von allen Seiten. Heute ist dort der Weltladen.

Leider reicht der Platz nicht aus, um alle Projekte darzustellen, die wir organisiert haben. Mehr dazu im Internet unter www.DIELINSE.DE 6

DIE LINSE

Mai/Juni Zweitausendvierzehn


Cinema naChtsChiCht: sChwarzweiss ist die bessere Farbe

a Florida enChantment Brillant und herrlich frivol nimmt dieser Film Geschlechterrollen aufs Korn und hat selbst nach exakt 100 Jahren nichts von seiner Bissigkeit verloren – mit Live-Musik von ThE LILac TruTh

In einer alten Truhe versteckt befinden sich dubiose Samenkörner, die Frauen in Männer und Männer in Frauen verwandeln. In einem Anfall von Groll schluckt Lilian Travers eines dieser Körner – und erwacht am nächsten Morgen mit einem großen, schwarzen Bart. Dieser ist schnell abrasiert, aber gegen die neu erwachte Faszination für das weibliche Geschlecht kann sie sich nicht wehren. Gemeinsam mit ihrem Dienstmädchen, das ebenfalls diese Verwandlung durchführt, findet sie immer mehr Gefallen an ihrer neuen Rolle und steht mit ihrem dreisten Charme plötzlich den Herren der Schöpfung als Konkurrenz gegenüber …

»A FLORIDA ENCHANTMENT ist nicht nur eine filmhistorische Perle aus der Stummfilmzeit, es ist vielmehr ein wichtiges Zeitdokument aus dem Jahre 1914 – der erste Film der Filmgeschichte mit queerer Thematik! Brillant und herrlich frivol nimmt dieser Film Geschlechterrollen aufs Korn und hat selbst nach 100 Jahren nichts von seiner Bissigkeit verloren.« (Freiburger Lesbenfilmtage) »Aus einer Broadway-Aufführung des Jahres 1896, wo das Theaterstück eine kleinere Sensation auslöste, ging der erste und einer der sehr wenigen Filme hervor, die sich mit den charakteristischen sexuellen Zügen von Männern und Frauen ausschließlich absurder Verkörperungen befassen. Sidney Drews Adaption war eine Geschlechtsumwandlungskomödie mit erstklassigen Männerndarstellerinnen und sarkastischen Kommentaren zu den Privilegien des männlichen Geschlechts. In einem Interview mit dem New Yorker Dramatic Mirror nach der Premiere des Stückes verkündete der Autor Achibald Guner, er habe die Farce hauptsächlich aus dem Grund „verbrochen“, um zu zeigen, dass Männer bis zu einem gewissen Grad im sozialen Umfeld gegenwärtiger Kultur besser dran sind als Frauen“.« (Vito Russo in „Die schwule Traumfabrik") uSa 1914 · r: Sidney Drew · Db: Marguerite Bertsch, Eugene Mullin nach dem Buch von Fergus redmond and archibald clavering Gunter · K: robert a. Stuart Mit Sidney Drew, Edith Storey, charles Kent, Mrs. Sidney Drew, ada Gifford u.a. · ab 6 J. · ohne Dialog · 63'

Mi 21. Mai • 21:00 Uhr • live begleitet von ThE LILac TruTh, der Band aus dem umfeld von helmut Buntjer Mai/Juni Zweitausendvierzehn

DIE LINSE

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Cinema naChtsChiCht: sChwarzweiss ist die bessere Farbe

Kurze Filme von werner neKes Live musikalisch begleitet vom Improvisationsmusiker Erhard Hirt

DaS PrOgraMM Der 1944 geborene Werner Nekes macht seit 1965 Filme, etliche zusammen mit seiner Frau, der Filmemacherin und Malerin Dore O. Nekes widmet sich in seinen experimentellen Filmen oftmals dem Sehen und der Struktur und Funktionsweise des Films. Der Improvisationsmusiker Erhard Hirt hat für seine Neuvertonung vier Frühwerke ausgewählt. Erhard Hirt: „Werner Nekes’ Kurz- und Experimentalfilme sah ich zum ersten Mal in den 70er Jahren in unserem heimischen Programmkino. Ähnlich wie wir als Improvisationsmusiker alle musikalischen Parameter und überkommenen Spielpraktiken hinterfragten, stellte auch Nekes noch einmal radikal die Frage danach, was Film überhaupt ist und arbeitete besonders in seinen frühen Kurzfilmen konsequent mit Grundbausteinen filmischen Schaffens, um zu ganz eigene Ansätzen zu gelangen. Ich fühlte also so etwas wie eine Geistesverwandtschaft zu dem, was wir innerhalb der Musikszene (ver)suchten.“ 8

DIE LINSE

Vis-á-vis: Eine fixierte Kameraeinstellung auf sechs Personen, die bewegungslos in die Kamera schauen. Mit der Zeit können winzige minimale Bewegungen der Personen unterschieden werden. D 1968 · schwarz-weiß · 14‘ Muhkuh: Dieser Film für „orale Kulturkreise“ zeigt in einer Einstellung Kühe auf einer norddeutschen Weide, die sich in Unterbrechungen auf die Kamera-Arbeit zu konzentrieren versuchen - »… so lange … bis zwei im Hintergrund vorbeigleitende Autos als Aktionshöhepunkt dankbaren Applaus erhalten …« (Peter Steinhart, D 1968 · schwarz-weiß · 14‘ Rheinische Post, 19.12.1968) jüm-jüm: Ein Mädchen schaukelt vor einem gemalten D 1967 · regie: Werner Nekes und Dore O. · Farbe · 10‘ Bild. gurtrug Nr. 1: 26 Personen und zwei Pferde bewegen sich auf der Grasfläche = Leinwandfläche und drücken dabei sich selbst aus. Wiederholt wird dieses Bild durch eine scheinbare Störung unterbrochen, die der Betrachter zu gerne enträtseln möchte. D 1967 · Farbe · 12‘ • regie: Werner Nekes · Ohne Dialog · gesamtlänge: ca. 50'

Mi 28. Mai • 22:45 Uhr · mit Livebegleitung Mai/Juni Zweitausendvierzehn


Münstersches filmgut

fILME voN StuDIErENDEN DES INStItutS für EthNoLogIE In zwei Programmen zeigen wir filme von Münsteraner Studierenden aus dem Projektseminar „visuelle anthropologie“ unter Leitung von thomas John. Die filmschaffenden sind zur vorführung anwesend! Eintritt für eines der beiden Programme 5 / ermäßigt: 4 Euro – für beide Programme zusammen 7,50 / 6 Euro

PrograMM 1

PrograMM 2:

LEBENSZEIt ZEItLEBENS. auf DEN SPurEN MEINEr faMILIE. Wie Eltern ihren Alltag an der Schwelle zum vierten Lebensabschnitt gestalten.

gENEratIoNSfrühStück – EINE MoMENtaufNahME: Drei Generationen gewähren einen Einblick in ihre Frühstücksgewohnheiten.

r: andrea rickermann und christopher Böhm ∙ 26‘

BLowINghoME: Auf der Suche nach dem Gefühl und dem Klang der Heimat: Begegnungen mit Menschen, viele Fragen und einige Antworten. r: henrietta falk und Jonas Nondorf ∙ 11‘

cLockworkEr: DIE ZEIt-MachEr Ein Film über die Materialität der Uhr und das Zeitgefühl – mit zwei Uhrmachern und Münsters neuer Türmerin. r: Lisa Lomberg und annika reketat ∙ 15‘

MoSaIX: Ein Mosaik von Visionen, Sinnen und Erfahrungen, das versucht, die Modernität des kanonischen Feierns zu verhandeln. r: Svetlana ulyanova und anastasia krylova ∙ 6‘

SouND of SILENcE: Der Film versucht einzufangen, welche Interaktionen stattfinden, wenn alltägliche Geräuschkompositionen plötzlich fehlen.

r: Diana Barthel und Josefine Booi ∙ 25’

hoME MaDE: Ein ethnographisch multisensorischer Film über das Gefühl von „zu Hause”. r: theresa tripler, Selver Bener, carolina rodríguez Beltrán ∙ 18’

oN thE way: What is hitch-hiking? A way of life, the feeling of exciting uncertainty and total freedom. r: Pawel wita und Jennifer Breitkreuz ∙ 21’

aLwayS aN aDvENturE: Wo ist die Abwechslung? Mal etwas Unerwartetes? In der Spiegelung erkennst Du … Das ist immer ein Abenteuer.

DaS MIttELaLtEr IN DEr MoDErNE: Mittelalterliche Märkte, Ausstellungen und Turniervereine: Worin liegt die Motivation? 

r: timo vogt, Josepha Schweizer, andrés rodas vélez, Nicole Priskic, oriol Müller-Nübling ∙ 19’

r: Daniel körling und christoph Brau ∙ 12’

Mo 5. Mai • 19:00

Mo 5. Mai • 21:15

r: hiral Sarvaiya, Burcu Basaran, anisa Bhutia, Mochish ∙ 8’

Mai/Juni Zweitausendvierzehn

DIE LINSE

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Queer Monday

VioLeTTe Die Freundschaft zwischen Simone de Beauvoir und Violette Leduc – eine Pionierin der Frauenliteratur

Queer Monday – mit KCM

TIEFE WASSER Ein Leistungsschwimmer hat ein Problem: Untertauchen funktioniert nicht mehr als Strategie … Leistungsschwimmer Kuba steht unter Druck. Seine Mutter möchte ihren Sohn für sich haben und will, dass Freundin Sylwia auszieht. Sein Trainer will, dass er sich mehr anstrengt. Doch Kuba trifft keine Entscheidungen und entzieht sich den Erwartungen. Dass er leistungssteigernde Mittel nimmt, behält er ebenso für sich wie den schnellen Sex mit Männern im Klo der Schwimmhalle. Dann lernt er Michal kennen … Untertauchen und widerstandslos durchs Leben zu gleiten, funktionieren nicht mehr als Strategie. Sylwia schöpft Verdacht, seine Mutter kann nicht loslassen und für Michal ist kein Platz in seinem Leben reserviert. Verzweifelt sucht Kuba eine Möglichkeit, sich freizuschwimmen. Tomasz Wasilewskis visuell meisterhaftes und im polnischen Kontext erstaunlich offenherzig erzähltes Drama erhielt auf dem Internationalen Filmfestival in Karlovy Vary 2013 den Preis der Sektion „East of the West“.

Simone de Beauvoir … Der Name beschwört die Pariser intellektuelle Szene nach dem Krieg herauf, die Befreiung der Frau und ihrer Sexualität, Sartre und Camus. Doch ihre wichtigste Freundin war Violette Leduc (Emmanuelle Devos), eine kompromisslose Künstlerin, die ein Leben lang um Anerkennung kämpfen musste. Violette, die 1907 unehelich zur Welt kam, begegnet Simone (Sandrine Kiberlain) 1945 in Saint-Germaindes-Prés und überreicht ihr den ersten Roman, der das Verhältnis zur erstickenden Mutter behandelt. Simone ist hingerissen und beschließt, Violettes Karriere nach Kräften zu fördern. Damit beginnt eine lebenslange tiefe Freundschaft, getragen von Violettes Durst nach Liebe und Selbstbefreiung durchs Schreiben. »Emmanuelle Devos triumphiert als bahnbrechende feministische Autorin – ein Film von hypnotischer, sinnlicher Sogwirkung!« (Variety)

Płynace wiezowce · Polen 2013 · R & Db: Tomasz Wasilewski · K: Jakub Kijowski • Mit Mateusz Banasiuk, Bartosz Gelner, Marta nieradkiewicz, Katarzyna Herman, Miroslaw zbrojewicz u.a. · ab 16 J. · 93'

Belgien / D 2013 · R: Martin Provost · Db: Marc abdelnour, Martin Provost, René de ceccatty · K: yves capé • Mit emmanuelle Devos, Sandrine Kiberlain, olivier Gourmet, catherine Hiegel, Jacques Bonnaffé, olivier Py u.a. · 139'

Mo 12. Mai • 21:00 Uhr

Mo 26. Mai • 21:00 Uhr

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DIE LINSE

Mai/Juni Zweitausendvierzehn


Queer Monday special zu Gast: regisseur Tim Lienhard

ONE ZErO ONE – The Story of Cybersissy & BayBjane Doku über Mourad und Antoine, zwei Drag-Queens, besser bekannt als Cybersissy und BayBjane, zwei außerirdische Geister, die die Bühnen mit ihrem Freak-Sein zum Leuchten bringen Mourad ist mit einer Körpergröße von 149 cm die „kleinste Drag-Queen der Welt”. Seit Geburt mehrfach behindert, hat er die Hälfte seines Lebens in Krankenhäusern und Einrichtungen für Behinderte verbracht. Seine Beine sind von unterschiedlicher Länge, er hat keine regulären Zehen oder Finger und nur ein Auge. Und dennoch ist es ihm gelungen, all diese Einschränkungen und Behinderungen zu überwinden und sich in einen Bühnenkünstler zu verwandeln, der neben perfekt gebauten Go-Go-Boys auf den Bühnen der Matinée-Partys auf Ibiza steht und heller strahlt als sie. All das war möglich, weil Antoine, ein vielseitiger Künstler mit akademischen Weihen und belastet durch eine verstörende Familiengeschichte und ernsthafte psychische Probleme, Mourad und sein Talent für die Bühne entdeckte und ihm half, die Bühnen-Persona BayBjane zu erfinden, als Gegenstück zu seinem eigenen Alter Ego Cybersissy und als perfekter Partner für ihre erfolgreichen Club-Auftritte. »Tim Lienhard porträtiert mit ONE ZERO ONE Cybersissy und BayBjane, mit Liebe zum Detail, Zeit zum Erzählen und märchenhafter, wunderschöner Musik. Es ist ein ernster Film geworden. Eine Dokumentation, die sich mit den großen Fragen der Identität befasst. Wie haben meine Eltern meine Sexualität geprägt? Was passiert, wenn ich meine Bedürfnisse zulasse? Kann ich mir erlauben, echt und ohne Scham das zu leben, was irgendwo in mir schlummert? Werde ich dann noch irgendwo dazugehören? Und füge ich mir Schaden zu, wenn ich meine Seele so radikal offen lege?« (Charlotte Theile in Süddeutsche Zeitung) Deutschland 2013 · r & Db: Tim Lienhard · K: Henry Grasse, Till Müller, Stephan Schöbel, Tim Lienhard · M: Ame Toki, Sabine Lässig, Christoph Selbach u.a. · ab 12 J. · 90'

Mo 19. Mai • 20:00 Uhr in Anwesenheit von regisseur Tim Lienhard Mai/Juni Zweitausendvierzehn

DIE LINSE

Zu Gast im Cinema:

TIM LIENHArD Tim Lienhard wurde 1960 im Schwarzwald geboren. In Berlin und Köln studierte er Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften. Seit 30 Jahren arbeitet er als Reporter, Autor, Regisseur und Produzent für ARD, ZDF und ARTE. Er realisierte bisher ca. 70 Dokumentarfilme fürs Fernsehen und weit über tausend Magazinbeiträge unter anderem mit Quentin Crisp, Nan Goldin, Pierre & Gilles, Marilyn Manson, Tom Jones, Andreas Gursky und Gilbert & George. 11


Der besondere Film

ShaNghaI, ShIMEN RoaD »Ein heranwachsen in China 1989, vorsichtige Liebesversuche und die annäherung an Politik. Ein Kino-Juwel.« (Der Tagesspiegel) – anlässlich des 25. geburtstages der Linse zeigen wir noch einen Film, der 1989 spielt! Xiaoli ist 17, lebt in Shanghai und ist fasziniert von der Kamera, die er von seiner Mutter geschenkt bekommen hat. Diese ist in die USA ausgereist und hofft, dass ihr der Junge Fotos aus seinem Alltag schickt, bevor er nachreist. Er will bleiben, verliebt sich in die schöne Lanmi und erfährt von Lili, dass es in Beijing Studentendemos gegeben habe. Mit dem Blick auf das Leben einer Strasse betrachtet Haolun Shu feinfühlig den Wandel in Shanghai. Shanghai ist die Boomtown Chinas mit einer langen und grossen Geschichte: Sie ist atemberaubend in mancherlei Hinsicht. Der junge Regisseur Haolun Shu nähert sich der Stadt und ihrer

Entwicklung von innen heraus, indem er in seinem Spielfilm die Geschichte von Xiaoli erzählt, der in den späten 1980er Jahren an der Shimen Strasse in Shanghai aufwächst. Die Mutter lebt in den USA, und so sind sein Grossvater sowie die Nachbarin und beste Freundin Lanmi seine wichtigsten Bezugspersonen. No. 89 ShIMEN RoaD · China / hK / NL 2010 · R & Db: haolun Shu · K: Chou Shu • Mit Ewen Cheng, Zhai Xufei, Lili Wang, Shouqin Xu, Xiao Yang u.a. mand.omU · 85'

Mi 7. Mai • 21:00 Uhr + Mo 12. Mai • 19:00 Uhr

ANZEIGE

05.05. 19Uhr

“We Want Sex”

im Cinema (Warendorfer Straße 45-47)

Im Anschluss findet eine Diskussion zur Gender- und Gleichstellungspolitik statt.

Der eintritt iSt frei anDrea arcaiS

SPD-Europakandidat für das Münsterland

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DIE LINSE

Mai/Juni Zweitausendvierzehn


Die besondere Matinee

Die besondere Matinee

MUSEUM HOURS

AI WEIWEI – THE FAKE CASE

Ein ungewöhnliches Porträt Wiens und eine Meditation über die Schnittstellen von Leben und Kunst mit dem Museum als Vermittler

Aus dem Begleitprogramm der Ai Weiwei-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau: ein persönlicher Dokumentarfilm aus der Zeit nach Ai Weiweis Haftentlassung Der Preis, den der chinesische Künstler Ai Weiwei für sein Engagement für die Menschenrechte gezahlt hat, ist enorm hoch: Im April 2011 wird er plötzlich von den chinesischen Behörden entführt, an einen geheimen Ort gebracht und dort strengstens isoliert. Nach seiner Entlassung lebt er ein Jahr lang unter Hausarrest und ständiger Kontrolle, jede seiner Bewegungen wird vom Staat überwacht. AI WEIWEI – THE FAKE CASE von Andreas Johnsen begleitet Ai Weiwei in seinem Alltag unmittelbar nach seiner Entlassung. In seinem Haus

Johann arbeitet als Museumswärter im prachtvollen Wiener Kunsthistorischen Museum. Hier begegnet er der kanadischen Touristin Anne. Sie ist wegen ihrer Cousine in der Stadt ist, die im Koma liegt. Ohne Geld und Stadtkenntnis, flieht Anne vor dem grauen Winter ins Museum. Nach anfänglichem Misstrauen, bietet Johann ihr seine Hilfe an und jeder taucht in die Welt des anderen ein. Gemeinsam entdecken sie Unbekanntes - in ihren eigenen Leben, in Wien, sowie in der Art und Weise, wie Kunstwerke tägliche Erfahrungen reflektieren und formen können. Das Museum bildet die mysteriöse Wegkreuzung, an der sich durch die Kunstwerke ein Dialog über die gegenwärtige Welt entspinnt. »Mit Hilfe unterschiedlicher Filmmaterialien sowie einer Montage, die assoziativ Verbindungen zwischen Innen und Außen, Kunst, Betrachter und Stadtleben herstellt, gelingt eine atmosphärische Hommage an Wien und seine altehrwürdige Kunstinstitution, zugleich eine lohnenswerte Reflexion über das Verhältnis von Museumskunst und Gegenwart. Sehenswert.« (film-dienst)

in Peking lebt er wie ein Gefangener, ständiger Überwachung und den Einschränkungen der chinesischen Behörden ausgesetzt. Er ist mit einer Klage konfrontiert, die er „The Fake Case“ nennt, da ihm gegenüber offensichtlich falsche Anschuldigungen erhoben werden. Für Ai Weiwei ist es ein Jahr voller Ungewissheit und persönlicher Verzweiflung. Während dieser Zeit seines Lebens entwickelt er aber auch neue Ausdrucksformen, um sich als freier Mensch zu behaupten.

Österr. / USA 2012 · R & Db: Jem Cohen · K: Jem Cohen, Peter Roehsler M: Mary Margaret O'Hara • Mit Mary Margaret O'Hara, Bobby Sommer, Ela Piplits u.a. · teilw. engl.OmU · 106'

DK / China / GB 2013 · R, Db & K: Andreas Johnsen • Mit Ai Weiwei u.a. · ab 0 J. · mehrspr.OmU · 89'

So 11. Mai • 10:45 Uhr + So 18. Mai • 10:45 Uhr

So 25. Mai • 10:45 Uhr + So 1. Juni • 10:45 Uhr

Mai/Juni Zweitausendvierzehn

DIE LINSE

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Kurz und Nacht – aus dem archiv der Kurzfilmtage oberhausen

oBERHaUSEN oN toUR: taNZ! 2013 Eine seltene Gelegenheit! Von Jasmine Ellis' filmischer Miniatur über das Warten über die wahre Lebensgeschichte der afrikanischen Tänzerin Nora Chipaumire bis zu den lebensfrohen Ritualen alter Männer in den kanadischen Bergen: diese filme erzählen ihre Geschichte vor allem mit den Mitteln von Performance und tanz.

SPANISCHSPRACHIGE FILME AUF SCHULKINOTOUR

PLaN B: Ein kurzer Tanzfilm über das Warten. Ein flüchtiger Blick auf drei junge Männer, die auf ihre Wäsche warten.

IM CINEMA DO 15. BIS FR 23. MAI

NoRa: Nach der wahren Geschichte der 1965 in Zimbabwe geborenen Tänzerin Nora Chipaumire. Mit einer Performance und Tanz erweckt Nora ihre Geschichte in einem schwungvollen Gedicht aus Ton und Bild zu Leben.

D 2011 ∙ Regie: Jasmine Ellis ∙ 4‘

USa 2009 ∙ R: alla Kovgan, David Hinton ∙ 35‘

Die Filme »Stockholm« »Pepe el andaluz« »Ilusión« Kurzfilmprogramm Infos www.ven-y-mira.cinemamuenster.de www.ven-y-mira.de Anmeldung Jens Schneiderheinze 14 0251.37409592

SELf PoRtRaIt WItH a DEER: Eine Geschichte über ein gedankliches Dilemma. Die Protagonistin versucht dem zu entfliehen, indem sie die Rollen und Erscheinungsbilder verschiedener Tiere annimmt. D 2011 ∙ R: Saana Inari Lähteenmäki ∙ 11‘

MEN: Sieben siebzigjährige Männer inmitten der Rocky Mountains. Der Film vergleicht die Kürze menschlicher Sterblichkeit mit der unendlichen Zeit der Natur. GB 1997 ∙ R: Magaret Williams ∙ 20‘ • Gesamtlänge: 70'

Mi 14. Mai 22:45 Uhr DIE LINSE

Mai/Juni Zweitausendvierzehn


Kurz und Nacht – Aus dem Archiv der Kurzfilmtage Oberhausen

ObErhAuSEN ON TOur: 15 JAhrE MuVI-PrEIS Die Oberhausener Kurzfilmtage feierten im letzten Jahr 15 Jahre MuViPreis mit einem Programm voller Lieblinge. Experimentell, subversiv und unterhaltsam: dreizehn deutsche Clips, die sich gegen die Gleichförmigkeit des aktuellen Musikvideos behaupten. STAr ESCALATOr (SENSOrAMA) · D 1998 · r: Michel Klöfkorn · 4‘ FLIMMErN (DIE GOLDENEN ZITrONEN) · D 2001 · r: Ted Gaier , Deborah Schamoni · 3‘ bLOODSAMPLE (LOSOuL) · D 2004 · r: Thomas Draschan · 5‘ IbM (rEChENZENTruM) · D 2001 · r: Lillevan Pobjoy · 4‘ DIE ZEIT hEILT ALLE WuNDEr (WIr SIND hELDEN) · D 2004 · r: Cornelia Cornelsen , Florian Giefer · 10‘ bESTES DEuTSChES MuSIKVIDEO (LuIGI ArChETTI & bO WIGET) D 2008 · r: bo Wiget , Luigi Archetti · 5‘

LIGhTNING bOLTS AND MAN'S hANDS (hYMIE’S bASEMENT) · D 2004 · r: Markus Wambsganss · 7‘ TWEEN MY LIPS (FOOD FOr ANIMALS) · D 2008 · r: Martin Sulzer · 2‘ ThE ZOO (FuNKSTÖruNG) · D 2004 r: Jamie raap 1‘ u_08-1 (FuTurE PAST PErFECT PT.3) (ALVA NOTO FEAT. ANNE-JAMES ChATON) D 2009 · r: Carsten Nicolai , Simon Meyer · 3‘

KrEuKELTAPE (MASChINEFAbrIEK) · D 2012 · r: Daniel Franke , Cedric Kiefer · 5‘ FrATZENGuLASCh (DIE VÖGEL) · D 2011 · r: Timo Schierhorn , Katharina Duve · 5‘ ThErAPEuTIKON (ThE SChWArZENbACh) · D 2012 · R: Heike Aumüller · 5‘‘ • Gesamtlänge: 60'

Mi 11. Juni • 22:45 Uhr Mai/Juni Zweitausendvierzehn

DIE LINSE

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Mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V.

ZaytouN – GEborENE FEINDE, EChtE FrEuNDE Ein israelischer Pilot und ein palästinensischer Waisenjunge bilden das ungleiche Gespann, das in dem bewegendem Drama von Eran riklis (Lemon tree) seine gegenseitigen Vorurteile überwindet

Den palästinensischen Flüchtlingsjungen Fahed und den über Beirut abgeschossenen israelischen Kampfpiloten Yoni (Stephen Dorff) verbindet auf den ersten Blick nichts. Doch ein Zufall macht aus den einstigen Feinden verbündete Weggefährten. Sie wollen zurück nach Israel und begeben sich auf den Weg durch ein vom Krieg zerrissenes Land. Heimat für beide, aus der der eine, Fahed, vertrieben wurde und für die der andere, Yoni, in einem zerstörerischen Krieg kämpft. Während Yoni nur nach Hause will, versucht Fahed vor allem den letzten Willen seines verstorbenen Vaters zu erfüllen: Den letzten verbliebenen Olivenbaum der Familie zurück in ihr palästinensisches Heimatdorf zu bringen.  »Wie schmerzlich-schön entsteht hier ein fast unmögliches Band zwischen zwei Menschen. Ein großartiger, skurriler Film, weich und hart, von atemberaubender Dichte und Präzision. Sein Witz und Aberwitz ist der des Krieges selbst.« (Kerstin Decker, Der Tagesspiegel) Israel 2012 · R: Eran Riklis · Db: Nader Rizq · K: Dan Laustsen · M: Cyril Morin • Mit Stephen Dorff, abdallah El akal, alice taglioni, Loai Nofi, tarik Kopty u.a. · ab 12 J. · 110'

So 18. Mai • 17:00 Uhr 16

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Mai/Juni Zweitausendvierzehn


Lateinamerikanische Filme mit Upla e.V.

Zu Gast im cinema:

BUScaNDo La pLata

SaRaH MoLL

Eine temporeiche Reise durch Santiago de chile und eine Hommage an Menschen, die sich mit Einfallsreichtum und Humor über Wasser halten

Sarah Moll, geboren 1977 in Freiburg im Breisgau, schloss im Jahr 1999 ihre Ausbildung zur Mediengestalterin in Bild und Ton beim Saarländischen Rundfunk ab und absolvierte anschließend bis 2005 den Studiengang Regie (Dokumentarfilm) an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Seit 1999 arbeitet sie freiberuflich, u.a. für den Saarländischen Rundfunk, den SWR und die ARD. Ihr Dokumentarfilm Die Unerwünschten über sechs Gefangene der Abschiebehaft Rottenburg in ihren letzten Wochen vor der Abschiebung wurde mit dem Öngören Preis für Demokratie und Menschenrechte ausgezeichnet. Im Rahmen des Baden-WürttembergStipendiums arbeitete sie als Filmemacherin für ein Jahr in Santiago de Chile. Im Jahr 2010 nahm sie am Berlinale Talent Campus teil.

»„Wenn Du in Deutschland arbeitslos wirst, gehst Du nach Hause und verfällst in Depressionen. In Chile springst Du in einen öffentlichen Bus und erzählst den Passagieren solange Witze, bis Du genug Geld für dein Abendessen beisammen hast“, erzählt ein chilenischer Freund der Regisseurin Sarah Moll kurz nach ihrer Ankunft in Santiago de Chile. Der Dokumentarfilm BUSCANDO LA PLATA handelt von Menschen in Santiago de Chile, die nichts besitzen außer ihrem Einfallsreichtum, um ihr tägliches Brot zu verdienen. Arbeitslose, Alleinerziehende und Rentner, die Volkslieder, Satire, Eis am Stiel im öffentlichen Bus feilbieten wie Schauspieler auf einer Bühne. Sie gelten als Bodensatz der Gesellschaft, ständig in Bewegung und auf der Hut vor der Polizei. Doch mit diesem Status geben sie sich nicht länger zufrieden, sie kämpfen um Anerkennung. »Ein großartiges Beispiel für Direct Cinema. Glückwunsch!« (Patricio Guzman, chilenischer Filmemacher, u.a. Salvador Allende, Nostalgia de la Luz) D 2013 · R & Db: Sarah Moll · K: pablo Valdes, Jorge avalos · ab 0 J. · span.omU · 52'

Mi 7. Mai • 19:00 Uhr in anwesenheit von Regisseurin Sarah Moll! Mai/Juni Zweitausendvierzehn

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Schulkino-Tournee

vEN y MIra – spanische Filme auf Schulkinotour! Spanisch ist als Fremdsprache in den Schulen zunehmend beliebter. „ven y mira“ heißt soviel wie „Komm gucken“. Und genau darum geht es. ab 2014 präsentieren wir Filme des spanischen Film- und Kulturfestival CinEScultura in regensburg. Eine auswahl von vier aktuellen spanischen Produktionen für verschiedene alters- und Lernstufen laufen im Original mit Untertiteln. Die Filme werden kurz von den Filmemachern eingeführt und verfügen über Hintergrund- und Unterrichtsmaterial. In PePe, el andaluz dokumentieren die beiden Filmemacher alejandro alvarado und Concha Barquero die Geschichte ihres Großvaters, der in den 50er-Jahren nach Südamerika ging und verschwand. Der Film erzählt spannend spanische Geschichte und deckt zudem eine bewegende Familiengeschichte auf. In IlusIón möchte ein Filmemacher Spanien in der Wirtschaftskrise Hoffnung geben, die das Land in den letzten Jahren verloren zu haben scheint. Er plant einen Film über den Pakt von Moncloa zu drehen – in Form eines Musicals! Eine bis ins Detail durchdachte und raffinierte Komödie. stoCkholm wurde auf dem spanischen Filmfestival in Malaga mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet und beginnt konventionell als eine Boy-meets-Girl-Geschichte. Bald aber merkt man, dass es weniger darum geht, ob es passiert oder nicht, sondern zu verstehen, wer die anonymen Sie und Er hinter ihren täuschenden Fassaden eigentlich sind. Ein kurzfilmprogramm präsentiert sechs unterschiedliche Filme – von der Kömdie über den Experimentalfilm zum Liebesfilm.

Do 15. bis Fr 23. Mai · Termine und anmeldungen: www.ven-y-mira.cinema-muenster.de 18

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Mai/Juni Zweitausendvierzehn


Kurzfilm-Vorprogramme im Mai und Juni

Filme vom Fb Design der Fh Münster

cinema 1-Vorfilme

cinema 2-Vorfilme

Kurbelkiste-Vorfilme

hellVille

2 Minute WarninG

auF DÜnneM eis

Ein Anti-Kino-Film, gemacht um Lärm-Junkies vor dem Hauptfilm zur Ruhe zu bringen … oder sonst.

Was, wenn ein Mensch mit seiner Wohnzimmereinrichtung auf einer Eisscholle überleben müsste? Ein spannender Stop-Motion-Film.

Gb 2000 · regie: suzie halewood · 2‘10

D 2013 · r: carola sieverding

Do 24. april bis Mi 7. Mai

Do 24. april bis Mi 7. Mai

Hellville scheint eine bizarre Balance im Verkehrsalltag von Tretfahrzeugen gefunden zu haben … zumindest bis zu dem Tag, an dem der brüllende Motor eines Motorrad durch die Straßen hallt. F 2011 · r: laurent Durieux, rémy busson, Yann Drevon, aurélien Duhayon, Maxime Mege-Ythier, Florian Pichon, Julien soler, raphaël tillie, Gonglin Wang · 3‘51

präsentieren Die teuerste KinoKarte Der staDt

Do 24. april bis Mi 7. Mai

schenKen sie eine PriVat-VorstellunG! shortFilM Ein Kurzfilmmanifest.

the holY chicKen The Holy Chicken, eine prächtige Bestie, verehrt und ausgebeutet, in einer Erzählung von Liebe und Ablehnung, Kunst und Wissenschaft.

D 2013 · regie: olaf held · 2‘30‘‘

Do 8. Mai bis Mi 21. Mai

120 euro montags bis samstags 14:45 oder 23:00 uhr sonntags 11:00 oder 12:45 uhr

FÜr PriVatVorstellunGen bis Max. 25 Personen mit eigenem Film oder einem Film aus dem laufenden Programm

Griechenland 2010 · regie: christos lefakis, Yannis Konstantinidis · animation · 3‘

anfragen online auf www.cinema-muenster.de oder unter 0251.37409589

Do 8. Mai bis Mi 21. Mai

careFul With that axe

Neue Theorien zu einer alten Frage mit gehaltvollem Abgang.

Ein Junge versucht, mit der messerscharfen Axt seines Vaters Feuerholz zu hacken. Er findet die Axt unglaublich schwer, so schwer, dass er die Balance hält, indem er seinen nackten Fuß auf dem Hackblock abstützt … oh oh!

ch 2011 · regie: loretta arnold · 4‘14‘‘

neuseeland 2008 · regie: Jason stutter · 2‘

Do 22. Mai bis Mi 11. Juni (3 Wochen!)

Do 22. Mai bis Mi 11. Juni (3 Wochen!)

eisPrunG

· · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·Mai/Juni · · · · · · Zweitausendvierzehn · · · · · Übersicht ZuM herausnehMen! · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·19·


Warendorfer str. 45 · münster mauritz-West · tel. 0251.30300 www.cinema-muenster.de · info@cinema-muenster.de

café und Kneipe im cinema

gegründet 1968 an der Weseler straße, seit 1981 am jetzigen standort. neben dem abaton in hamburg das älteste programmkino der republik.

tel. 0251.30309

drei säle: cinema 1 (158 plätze), cinema 2 (58 plätze), Kurbelkiste (52 plätze).

ausgezeichnet: regelmäßig für das herausragende Jahresprogramm, Dokumentarfilmprogramm und Kinderfilmprogramm vom Staatsminister für Kultur und Medien und der Film- und Medienstiftung NRW. barrierefreiheit: Das Cinema 1 ist nicht, Cinema 2 und Kurbelkiste bedingt rollstuhlgerecht. Am besten vorher einen Rollstuhlplatz reservieren. Die Toiletten sind nicht rollstuhlgerecht. hörbehinderte: Alle Säle sind mit Induktionsschleifen für Hörgeräte und Infrarot-Tonübertragungsanlagen ausgestattet. Kopfhörer gibt es an der Kinokasse. Lage: ca. 800 Meter = 10 Fußminuten vom Hauptbahnhof in Mauritz-West, auf der Warendorfer Straße – das ist die Straße Richtung Osten nach Handorf, Telgte, Warendorf anfahrt per öpnV: Mit den Stadtbus-Linien 2, 10, N83. Die Haltestelle Zumsandestraße liegt fast direkt vor dem Haus. anfahrt per auto: Parkplätze beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe • an der Friedensstraße (Zufahrt gegenüber Anna-Krückmann-Haus) • und an der Warendorfer Straße 21-25. Parkgebühr 1 € pro angefangener Stunde (max. 8 Euro/Tag). Gezahlt werden muss mit Geld- oder EC-Karte. Die Parkplätze sind rund um die Uhr geöffnet. anfahrt mit dem fahrrad: Die besten Parkmöglichkeiten gibt es an den Fahrradständern auf der gegenüberliegenden Straßenseite. öffnungszeiten der Kinokasse: So ab ca. 10:30 Uhr, Mo-Sa ab ca. 14:45 Uhr, Mi auch 10:00 bis 10:30 Uhr eintrittspreise: 7,50 € (ggf. Überlängenzuschläge) ermässigungen: 6,00 € für alle an Werktagen (außer Sa) bis inkl. 17:45 Uhr 6,00 € für Studierende, Behinderte über 50%, Münster-Pass-Besitzende u.a. (außer samstags nach 17:45 Uhr und feiertags) Kino fÜr Kinder: 4,30 € für alle donnerstag = premierentag: 5,20 € für alle Filme, die neu starten schul- und sondervorstellungen nach Absprache möglich

adresse und barrierefreiheit: wie Cinema sehbehinderte: Die Speisen- und Getränkekarte liegt auch in Brailleschrift vor. tischreservierungen: wir können leider nur Reservierungen für max. 8 Personen annehmen öffnungszeiten: Mo-Do 10:00 bis 0:00 Uhr, Fr+Sa 10:00 bis 0:30 Uhr, So 10:00 bis 22:30 Uhr große Karte: Mo-Do 17:45 bis 22:45 Uhr, Fr+Sa 17:45 bis 23:15 Uhr, So 10:00 bis 22:00 Uhr sonderöffnungszeiten von cinema & café garbo: donnerstag, 1.5. (tag d. arbeit) erst ab 12:00 Uhr geöffnet freitag, 23.5. wegen Betriebsversammlung erst ab 15:00 Uhr geöffnet donnerstag, 29.5. (christi himmelfahrt) erst ab 12:00 Uhr geöffnet Sonntag, 8.6. (Pfingstsonntag) erst ab 15:00 Uhr geöffnet Montag, 9.6. (Pfingstmontag) mit Matineen ab 10:00 Uhr geöffnet donnerstag 12.6. bis mittwoch 25.6. Cinema und Garbo geschlossen

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Das cinema zeigt

WOchenPrOGramm

mai/Juni 2014

DOnnerstaG nnerstaG Premierentag! alle Filme , die im Wocheneinsatz starten, kosten donnerstags nur 5,20!

ab Do 1.5.

Das cinema zeigt zum bundesstart nÄchster haLt: FruitVaLe statiOn [engl.OmU + dF] Das cinema zeigt schnee VOn Gestern [teilw. hebr./engl.OmU] Kino für Kinder

ca. 14:45 muLLeWaPP – Das große Kinoabenteuer der Freunde

28 29 22

alle in der rechten spalte siLbern markierten Filme laufen im Jubiläumsprogramm zu 25 Jahren Linse! ab Do 8.5.

Das cinema zeigt zum bundesstart GOOD VibratiOns [engl.OmU + dF] Das cinema zeigt VerGiss mein ich Kino für Kinder

ca. 14:45 tsatsiKi – tintenFische unD erste KÜsse ab Do 15.5.

Das cinema zeigt zum bundesstart im namen Des … [poln.OmU + dF] Das cinema zeigt Die POetin [engl./port.OmU + dF] Kino für Kinder

ca. 14:45 2 KLeine heLDen

ab Do 22.5.

Das cinema zeigt zum bundesstart zeit Der KannibaLen Das cinema zeigt zÄrtLichKeit [franz.OmU + dF] Kino für Kinder

ca. 14:45 LOtte im DOrF Der erFinDer

ab Do 29.5.

Das cinema zeigt zum bundesstart tOur Du FasO [mehrspr.OmU] Das cinema zeigt rOsie Kino für Kinder

ca. 14:45 KinDer Des himmeLs ab Do 5.6. Das cinema zeigt PFarrer Kino für Kinder

30 31 22

32 33 22

34 35 22

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ca. 14:45 Der bLaue tiGer 22 Irrtümer sind nicht beabsichtigt, aber möglich. Alle Angaben also ohne Gewähr. ÄnDerunGen (besOnDers bei Den zeiten) VOrbehaLten!

cinema & Die Linse

sOnDertermine

so 27.4.

Vorpremiere mit Gesellsch, für christl.-Jüd. zusammenarbeit 17:00 schnee VOn Gestern [teilw. hebr./engl.OmU] 29 zwischenzeit e.V. zeigt mit den Filmschaffenden 18:00 auFstanD Der WÜrDe > Linse 4 mo 28.4. 20:00 architektur und Film: DetrOPia > Linse 4 21:00 mit dem Gleis 22: DmD Kiu LiDt > Linse 4 mi 30.4. Verein für politische Flüchtlinge zeigt 19:00 schattenmenschen > Linse 4 mo 5.5. 19:00 Die sPD münster lädt ein: We Want seX 12 münstersches Filmgut – mit den Filmschaffenden 19:00 Kurzfilme von Studierenden am Institut für Ethnologie 1 9 21:15 Kurzfilme von Studierenden am Institut für Ethnologie 2 9 Di 6.5. Premiere mit regisseur Jan schomburg 20:00 VerGiss mein ich 31 mi 7.5. Lateinamerikanische Filme mit upla e.V. 19:00 buscanDO La PLata [span.OmU] mit regisseurin sarah moll 17 21:00 Der besondere Film: shanGhai, shimen rOaD [mand.OmU] 12 22:45 cinema nachtschicht: arthOuse sneaK – Pay after #27 27 so 11.5. Die besondere matinee: 10:45 museum hOurs [teilw. engl.OmU] 13 mo 12.5. Der besondere Film: 19:00 shanGhai, shimen rOaD [mand.OmU] 12 Queer monday – mit Kcm: 21:00 tieFe Wasser [poln.OmU] 10 mi 14.5. 22:45 Kurz und nacht 14: Oberhausen On tOur: tanz! 2013 14 Do 15.5. spanischsprachige Filme auf schulkinotour bis Fr 23.5. Ven Y mira 2014 18 so 18.5. 10:45 Die besondere matinee: museum hOurs [teilw. engl.OmU] 12 mit der Gesellschaft für christlich-Jüdische zusammenarbeit 17:00 zaYtOun 16 mo 19.5. Queer monday special – mit regisseur tim Lienhard 20:00 One zerO One – the stOrY OF cYbersissY & baYbJane 11 mi 21.5. 25 Jahre Linse – Darf's ein bisschen mehr sein? 21:00 a FLOriDa enchantment mit Live-Musik von The Lilac Truth 7 22:45 cinema nachtschicht: arthOuse sneaK – Pay after #28 27 Do 22.5. 14:30 Kino Kaffeeklatsch mit seniorenbüro st. mauritz: iDa 23 so 25.5. 10:45 Die besondere matinee: ai WeiWei – the FaKe case [OmU] 13 im Fokus: slowboat Films – mit dem Filmemacher m.a. Littler 19:00 LOst cOast [engl.OF] 24 21:00 harD sOiL [engl.OmU] 24 mo 26.5. 21:00 Queer monday: ViOLette 10 23:00 im Fokus: slowboat Films: the FOLK sinGer [engl.OmU] 25 Di 27.5. 23:00 im Fokus: slowboat Films: KinGDOm OF surViVaL [engl.OmU] 25 mi 28.5. 19:00 Vorpremiere mit dem Sportethnologen Malte Wulfinghoff tOur Du FasO [mehrspr.OmU] 36 22:45 nachtschicht: schwarzweiss ist die bessere Farbe Kurze Filme von Werner Nekes mit Live-Musik von Erhard Hirt 8 so 1.6. 10:45 Die besondere matinee ai WeiWei – the FaKe case 13 mo 2.6. 21:00 mit dem Gleis 22 mistaKen FOr stranGers [engl.OmU] 27 mi 4.6. 22:45 cinema nachtschicht: arthOuse sneaK – Pay after #29 27 mi 11.6. 22:45 Kurz und nacht 14 Oberhausen On tOur: 15 Jahre muVi-Preis 2013 15 Do 12.6. Während der ersten zwei Wochen der Fußball-herren-Wm bis mi 25.6. haben cinema und Garbo geschlossen Fr 13.6. endlich … Die neue Linse ist FertiG

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scarlett, das offizielle Glücksschwein des cinema, präsentiert:

Kino fÜr Kinder iM cineMa iM Mai und Juni

Tierisch gut

Starke Kinder

Der klassische Trickfilm erklärt seinen jungen Zuschauern, unter welchen spannenden Umständen sich die drei Freunde Johnny Mauser, Franz von Hahn und das dicke Schweinchen Waldemar aus den Büchern von Helme Heine kennengelernt haben.

Der 8-jährige Tsatsiki lebt mit seiner Mutter bei Stockholm. Sein Vater ist weit weg in Griechenland – und ahnt nicht, dass er einen Sohn hat. Doch Tsatsiki wünscht sich nichts sehnlicher, als ihn kennenzulernen …

Der 10-jährige Marcello möchte Fußballprofi werden, trifft aber so gut wie nie das Tor. Seine Mutter steckt ihn in den Kirchenchor, obwohl er krächzt wie ein Rohrspatz. Seine neue Mitschülerin Fatima aus dem Libanon sorgt für die große Wende in seinem Leben.

d / it. /f 2009 · r: Jesper Møller, tony Loeser ab 0 J., empf. ab ca. 5 J. · 77‘

schweden / dK / norw. 1999 · r: ella Lemhagen ab 6 J., empf. ab ca. 8 J. · 91‘

schweden 2002 · r: ulf Malmros ab 0 J., empf. ab ca. 6 J. · 88‘

ab do 1. Mai · ca. 14:45 uhr

ab do 8. Mai · ca. 14:45 uhr

ab do 15. Mai · ca. 14:45 uhr

Fabelhaft

Lotte iM dorf der erfinder

Starke Kinder

Kinder des hiMMeLs

Fabelhaft

In einem kleinen Dorf am Meer wohnt das lebhafte Hundemädchen Lotte mit seiner Familie und seinem besten Freund, dem ängstlichen Kater Bruno. Zusammen erleben sie die spannendsten Abenteuer, es geht sogar nach Japan zu einem Judowettkampf!

Der 10-jährige Ali hat die Schuhe seiner jüngeren Schwester Zahra verloren. Damit die Eltern nichts davon erfahren, teilt er sich mit Zahra seine Schuhe. Jedenfalls in der Schule – denn Zahra hat vormittags Schule, Ali nachmittags. Ob das gut geht?

Johanna lebt mit ihrer Mutter in einem alten botanischen Garten. Als ein Spekulant plant, die paradiesische Anlage abreißen zu lassen, kann nur ein Wunder helfen. Gut, dass Johanna die Bekanntschaft eines wunderschönen blauen Tigers macht!

estl. / Lettl. 2006 · r: heiki ernits, Janno põldma ab 0 J., empf. ab ca. 5 J. · 77‘

iran 1997 · r: Majid Majidi ab 0 J., empf. ab ca. 8 J. · 88‘

tschechien 2011 · r: petr oukropec ab 0 J., empf. ab ca. 7 J. · 91‘

ab do 22. Mai · ca. 14:45 uhr

ab do 29. Mai · ca. 14:45 uhr

ab do 5. Juni · ca. 14:45 uhr

MuLLewapp

tsatsiKi – tintenfische und erste KÜsse

Starke Kinder

2 KLeine heLden

der bLaue tiGer

·22· · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Übersicht ZuM herausnehMen! Mai/Juni Zweitausendvierzehn ································


Das Cinema zeigt mit dem Seniorenbüro St. Mauritz

Kino Kaffeeklatsch – Dreijähriges Jubiläum! –

Seit drei Jahren laden wir MünsteranerInnen in den „besten Jahren“ monatlich zu einem ausgewählten Film sowie Kaffee und Kuchen zum Sonderpreis. Es stehen Rollstuhl-Plätze zur Verfügung, die Hörbehindertenanlage kann mit Hörgerät oder einem hauseigenen Kopfhörer genutzt werden. Die Karte für den Film ohne Café-Besuch kostet 5,20 Euro, der Film inklusive Heißgetränk und hausgemachtem Kuchen 8 Euro.

Schenken und schenken lassen: kleine Geschenke aus dem Cinema CINEMA CLASSIC

2 Kaltgetränke 0,33 l und 2 Mal Eintritt

17,50 FÜNF FREUNDE 5 Mal Eintritt ins Cinema

Im Mai – mit Jubiläumsgast: IDa Polen 1962. Die 18-jährige Novizin Anna bereitet sich auf ihr Gelübde vor. Doch bevor sie dieses ablegen darf, stellt die Äbtissin die als Waise aufgewachsene Anna vor eine überraschende Aufgabe: Sie soll ihre letzte verbleibende Verwandte treffen. Anna fährt in die Stadt zu Wanda, der Schwester ihrer Mutter, der sie noch nie begegnet ist. Das Aufeinandertreffen des behütet aufgewachsenen, religiösen Mädchens und der harschen parteitreuen Richterin wird das Leben beider Frauen verändern. In eindrücklichen Schwarz-Weiß-Bildern, still und intensiv, erzählt Pawel Pawlikowski von zwei Frauen, denen das Vergessen nicht gelingt.

KENNEN SIE KINO?

Filmbuch „Was Sie schon immer über Kino wissen wollten“ und 2 Mal Eintritt

27,90

ACTION!

Filmbuch „Die 199 besten Action-Filme & Serien“ und 2 Mal Eintritt

Polen 2012 · R: Pawel Pawlikowski · Db: Paweł Pawlikowski, Rebecca Lenkiewicz · K: Lukasz Zal • Mit Agata Kulesza, Agata Trzebuchowska, Joanna Kulig, Dawid Ogrodnik, adam Szyszkowski u.a. · dF · 80'

32,90

Do 22. Mai • 14:30 Uhr – Zum Jubiläum mit einer Einleitung von Sebastian aperdannier Mai/Juni Zweitausendvierzehn

32,50

DIE LINSE

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Geschenksets können nicht am Tag des Kaufes eingelöst werden


Im Fokus: SLowboat FILMS – MavErIck cINEMa SINcE 1999 Seit 15 Jahren widmet sich SLowboat FILMS dem authentischen und persönlichen kino außerhalb des Einflussbereichs des Fernseh- und Studiosystems und wurde eine der letzten verbliebenen Bastionen des wirklich unabhängigen Films. Im Laufe der Jahre erarbeitete sich die Produktionsfirma die Wertschätzung eines treuen internationalen Publikums auf der Suche nach kompromissloser Ästhetik und der filmischen Darstellung von Underground-kunst und -Musik, radikaler Ideen und unangepassten charakteren wie Noam Chomsky, Reverent beat-Man oder Miron Zownir. Die Filme sind kauzig, grantig, kantig – und immer 100% unabhängig! wir feiern den 15. Geburtstag und zeigen vier SLowboat-Filme – am 27. 5. in anwesenheit von regisseur M.a. Littler!

LoSt coaSt (Nrw-Premiere) Der wahrscheinlich erste backpacker-arthouse-Film

HarD SoIL (Nrw-Premiere mit dem Gleis 22)

Eine Wanderung von San Francisco an die verwunschene, menschenleere Küste Kaliforniens transzendiert zum Abgesang auf den Kapitalismus. M.A. Littlers erster „Naturfilm“ ist zugleich sein radikalster: Schwarzweiß, ohne ein gesprochenes Wort, dafür mit Zwischentiteln wie bei einem Stummfilm versehen, meditiert LOST COAST in überwältigenden, in sich ruhenden Bildern über den Menschen und sein verloren geglaubtes Verhältnis zur Natur. Einer der ungewöhnlichsten und schönsten deutschen Filme der letzten Jahre, für gerade einmal 10.000 Dollar als CrowdfundingProjekt entstanden.

Roots, bloody roots: Ein Dokumentarfilm über Folkmusik im Geiste des Punk Nirgendwo ist die kulturelle Evolution und Vielfalt Amerikas so greifbar wie in der Folk- oder Roots-Musik. In der jüngeren Gegenwart hat eine lebendige, vom Punk inspirierte Subkultur von jungen Musikern damit begonnen, die Musik ihrer Vorfahren mit den Klängen des 21. Jahrhunderts zu verbinden. In poetischen Bildern, intimen Gesprächen, Akustik-Sessions und wilden Live Shows zeichnet HARD SOIL das Portrait einer Generation unangepasster Musiker in einem zerrissenen Land. 

D/USa 2014 · r: M.a. Littler · k: Philip koepsell · M: Squadra omega · engl. of · 82’

HarD SoIL: tHE MUDDy rootS oF aMErIcaN MUSIc · D/USa 2014 · r: M.a. Littler K: Philip Koepsell · Mit Reverend Beat-Man, Possessed By Paul James u.a. engl. omU · 114’

So 25. Mai • 19:00 Uhr mit M.a. Littler

So 25. Mai • 21:00 Uhr mit M.a. Littler

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DIE LINSE

Mai/Juni Zweitausendvierzehn


Zu Gast im Cinema: SLOWBOAT-Regisseur M.A. LITTLER. M.A. Littler (Bild rechts, Jahrgang 1979) ist sowohl in der alten wie der neuen Welt aufgewachsen – auf Flughäfen, Schrottplätzen, in Motels und Restaurants. Er fand Anstellungen als Türsteher, Barkeeper, Taxifahrer, Übersetzer, Drehbuchautor, Journalist – und als Ambulanzfahrer. 1999 gründete Littler SLOWBOAT FILMS – ein Refugium für authentisches, persönliches und wahrhaft unabhängiges Kino. In seinen Filmen zeigt sich seine unverhohlene Affinität für Outsider jeglicher Art – radikale Intellektuelle, Outlaw-Historiker, marginalisierte Künstler, obskure Musiker, heilige Betrüger und Lebenskünstler. Danach gefragt antwortet Littler lapidar: „Ich bin an Prototypen interessiert – Menschen die ihr Radio mit dem Schweißbrenner reparieren.”

THe FOlk SInger rohe menschliche emotionen, Slapstick-Humor und wilde amerikanische Roots-Musik Die Filmhandlung folgt dem Folk-Blues-Sänger Jon Konrad Wert alias Possessed by Paul James, der sich, um Geld für sein ungeborenes Kind zu verdienen, auf Tour von Texas nach Louisiana begibt. Auf seiner Reise trifft er auf Gleichgesinnte, HonkyTonk-Besitzer und religiöse Außenseiter. Gemeinsam reflektieren sie über ihre Zweifel, Hoffnungen und Dämonen – oder wie Jons Freund Scott Biram es ausdrückt: „Durch das Teilen unseres Schmerzes können wir Trost finden.“

THe kIngDOM OF SurvIvAl Über die Schönheit der Andersdenkenden Zu gleichen Teilen spekulativer Reisebericht, Filmessay und Dokumentarfilm hinterfragt der Film die Gültigkeit politischer, sozialer, ökonomischer und spiritueller Gesellschaftsdoktrinen. Seine Reise führt M.A. Littler zu dissidenten Akademikern wie Noam Chomsky vom MIT und dem Historiker Mark Mirabello, anarchistischen Schrifstellern wie Ramsey Kanaan und Joe Bageant, zu eremitischen Outlaws, unabhängigen Radiostationen und zum musikalischen Protagonisten seines Films, dem Folk-Musiker Will Taylor, dessen Songs den Geist Woody Guthries atmen. – »A beautiful film about an ugly world.« (Noam Chomsky)

THe FOlk SInger: A TAle OF Men, MuSIc & AMerIcA · D 2008 · r & Db: M.A. littler · k: Philip koepsell • Mit Jon konrad Wert, Scott Biram, reverend Deadeye, Cade Callahan, Tom VandenAvond, Ghostwriter, Drew Landry, Steve Dean, Jimmy rocket · engl. Omu · 104‘

uSA 2011 · r & Db: M.A. littler · k: Philip koepsell · M: Will Taylor u.a. Mit Noam Chomsky, Joe Bageant, Will Taylor, Ramsey Kanaan, Sasha Lilley, Bob Meisenbach, Mark Mirabello u.a. · engl. Omu · 92‘

Mo 26 Mai • 23:00 uhr

Di 27. Mai • 23:00 uhr Mai/Juni Zweitausendvierzehn

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Vorpremiere mit dem

MIStakEN for StraNgErS Mein Bruder, der rockstar: Eine urkomische Dokumentation über die Band the National Ende 2002 spielten The National aus Cincinnati vor 30 Zuschauern im Gleis 22. Inzwischen gilt das Quintett als erfolgreichste US-amerikanische Indie Rock-Band. The National sind eine „Band of Brothers”: Aaron & Bryce Dessner, Bryan & Scott Devendorf und Frontmann Matt Berninger. Matts kleiner Bruder Tom Berninger dagegen ist nicht in der Band: Der ewige Slacker, der mit 30 Jahren noch bei seinen Eltern wohnt und Splatter-Horrorfilme mag, würde

Heavy Metal dem in seinen Ohren prätentiösen Indierock der Band seines Bruders jederzeit vorziehen. Dennoch geht Tom mit The National auf Tour, doch anstatt seinen Pflichten als Roadie nachzukommen, feiert er die Nächte durch, lässt dabei seine Digitalkamera an und geht der Band bald gehörig auf die Nerven. Schließlich wird Tom gefeuert und muss versuchen, aus dem Durcheinander der letzten Monate so etwas wie einen Film zu machen … USA 2013 · R & K: Tom Berninger · M: The National • Mit Matt Berninger, Tom Berninger, aaron Dessner, Bryce Dessner, Bryan Devendorf, Scott Devendorf, Barack obama u.a. · engl. omU · 75’

Mo 2. Juni • 21:00 Uhr

arthoUSE SNEak – Pay after!

WIr MachEN DaS PrograMM, Ihr Macht DEN PrEIS! Zweimal monatlich laden wir zur arthouse Sneak. Im rahmen der cinema-Nachtschicht könnt ihr in der regel am 1. und 3. Mittwoch des Monats um 22:45 Uhr aktuelle Perlen aus der Welt der filmfestivals und Programmkinos schon vor Bundesstart entdecken. Synchronisiertes hat dabei keine chance: alle filme laufen in der originalsprache (nicht-deutschsprachige filme mit deutschen Untertiteln). Weiterhin gilt die Devise Pay after: ihr bestimmt selbst, wie viel euch der gezeigte Überraschungsfilm wert ist. Schlappe 2,50 Euro beträgt der Mindesteintritt, mit bis zu 7,50 Euro könnt ihr nach dem Besuch den film „bewerten“.. Einlassmusik mit freundlicher Unterstützung durch grEEN hELL rEcorDS!

Mai/Juni Zweitausendvierzehn

Zuletzt liefen in der arthoUSE SNEak (mit Durchschnittsnoten): #21 gooD VIBratIoNS [engl.omU]

1,98

#22 My SWEEt PEPPEr LaND [kurd.omU] 2,73 #23 LoVE StEakS

2,49

#24 SNoWPIErcEr [engl.omU]

3,15

#25 ZEIt DEr kaNNIBaLEN

2,38

#26 tUrN ME oN [schwed.omU]

2,38

Nächste arthoUSE SNEak-termine: #27: Mi 7. Mai • 22:45 Uhr #28: Mi 21. Mai • 22:45 Uhr #29: Mi 4. Juni • 22:45 Uhr

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Das Cinema zeigt zum Bundesstart

NäChster halt: Fruitvale statioN Großer Preis der Jury und Publikumspreis beim sundance Filmfestival 2013: ein bewegendes, nach einer wahren Begebenheit erzähltes Drama über rassistisch motivierte Polizeigewalt.

Als der 22-jährige Oscar Grant (Michael B. Jordan) am Morgen des 31. Dezember 2008 aufwacht, spürt er, dass etwas in der Luft liegt. Ohne genau zu wissen, was es ist, nutzt er die Gelegenheit, um endlich seine guten Vorsätze in die Tat umzusetzen: Als Vater, Partner und Sohn möchte er ein besserer Mensch werden. Für seine vierjährige Tochter Tatiana (Ariana Neal), die ihn trotz zwei Jahren Gefängnisaufenthalt noch immer vergöttert, für seine Freundin Sophina (Melonie Diaz), mit der er nicht immer ganz ehrlich war, und für seine Mutter (Octavia Spencer), die an diesem Silvestertag Geburtstag hat. Freunde, Familie und Fremde kreuzen seinen Weg, doch im Laufe des Tages muss Oscar feststellen, dass Schwierigkeiten und Herausforderungen nicht ausbleiben, wenn man sich selbst und sein Leben verändern will. Von seinem Plan, ein besserer Mensch zu werden, will er sich trotzdem nicht abbringen lassen. Aber soweit kommt es nicht: Nach einer fröhlichen Silvesternacht in San Francisco gerät er auf seinem Rückweg im Zug in einen Streit. Vollkommen unerwartet wird er von einem weißen Polizisten erschossen – in der U-Bahn-Station Fruitvale. 28

»Vor den elektrisierenden finalen 30 Minuten im rauen Dokustil zeichnet Regisseur Ryan Coogler das mitfühlende Porträt eines früh Gestrauchelten, der versucht, auf die richtige Seite der Straße zurückzukehren. Allerdings wirkt das ständige Bemühen des Regisseurs, Grant als guten Menschen erscheinen zu lassen, der mit allen seinen Kräften nach Absolution strebt, gelegentlich ein bisschen einseitig und aufgesetzt – zumal sich die gesamte Filmhandlung nur über einen einzigen Tag erstreckt. Diese etwas manipulative dramaturgische Zuspitzung wäre gar nicht nötig gewesen, denn die Wucht der tragischen Ereignisse spricht für sich, aber Cooglers Film ist eben auch ein politisches und ein parteiisches Werk. Der Regisseur setzt auf große Emotionen, auf die Empörung und die Wut der Zuschauer. […] Ein zwar etwas einseitig erzähltes, aber tief berührendes Drama, das lange nachhallt.« (Carsten Baumgardt, filmstarts.de)

Fruitvale statioN · usa 2013 · r & Db: ryan Coogler · K: rachel Morrison Mit Michael B. Jordan, Melonie Diaz, octavia spencer, Kevin Durand, Chad Michael Murray u.a. · ab 12 J. · engl.omu + dF · 85'

ab Do 1. Mai im Wochenprogramm Mai/Juni Zweitausendvierzehn


Das Cinema zeigt

SChnee VOn GeSteRn 1 verpatztes treffen, 2 Familien, 3 Generationen. eine persönliche Reise auf den Spuren einer besonderen Familiengeschichte zwischen Israel und Deutschland.

Die Geschwister Michla und Feiv'ke sind die einzigen Überlebenden der jüdischen Familie Schwarz aus Wilna. Nach dem Krieg verpassen sie sich am Bahnhof im polnischen Lodsch (Łódź). Jeder denkt, dass er der einzige Überlebende der Familie ist. Beide ziehen einen Strich unter ihre bisherigen Biographien, entscheiden sich für das Leben und gründen eigene Familien. Feiv‘ke unter dem Namen Peter Schwarz in Deutschland ausgerechnet in dem Ort in dem er im Arbeitslager war und seine Schwester Michla in Israel. Ihren Kindern und Enkeln aber lässt das verpatzte Treffen keine Ruhe. Möglicherweise ist es wahr, dass Dinge sich an nur einem Tag entscheiden können, dass eine verlorengegangene Botschaft im Jahre 1945 zwischen einem Bruder und seiner Schwester das Leben vieler beeinflussen kann, über Jahrzehnte hinweg.

»Durch die persönliche Herangehensweise bekommt der Zuschauer den Eindruck, bei der Suche nach den familiären Wurzeln und Geheimnissen direkt dabei zu sein. Doch SCHNEE VON GESTERN ist nicht nur ein Film über die Vergangenheit, sondern vor allem ein Porträt über die Familie heute und deren Auseinandersetzung mit dem was war, dargestellt aus der Perspektive der dritten Generation nach dem Krieg. Dabei gelingt Yael Reuvenys Film sowohl ein Austausch zwischen den Generationen als auch zwischen den Kulturen. In ihrer persönlichen Vergangenheitsforschung geht es der jungen Frau um Verstehen und Verzeihen, um eine Bewältigung der Trauer und des Schweigens und vor allem um einen möglichen Neuanfang. Wichtige Filme wie diese können dabei helfen.« (FBW Prädikat Besonders wertvoll) »Der Film begibt sich auf eine mehrjährige Aufdeckungsreise in verwundete Seelenwelten. Dort rührt er innerhalb des Familiensystems an substanziellen Fragen zu Verrat, Verdrängung, Überleben, Versöhnung. Schlussendlich wird eine befreiende Spur von Heilung deutlich fühlbar. Dieser Schritt zur klärenden Konfrontation ist mutig und wirkt lange über den Film hinaus nach.« (DEFA Förderpreis DOK Leipzig) D / Israel 2013 · R & Db: Yael Reuveny · K: Andreas Köhler · M: Volker Bertelmann ab 0 J. · teilw. hebr./engl.OmU · 96'

So 27. April • 17:00 Uhr: Vorpremiere zusammen mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Ab Do 1. Mai im Wochenprogramm Mai/Juni Zweitausendvierzehn

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Das Cinema zeigt zum Bundesstart

GooD ViBrations Dieser Film über den nordirischen Punk tut nur eins: Er rockt. Zweitbeste arthouse sneak-Bewertung! Die auf seiner Autobiographie beruhende Geschichte von Terri Hooley wird von Lisa Barros D'Sa und Glenn Leyburn in erster Linie als rockige Komödie inszeniert, aber durchbrochen wird die grell bunte Handlung, die manchmal an der Grenze zum Klamauk steht, von dokumentarischen Bildern aus dem Bürgerkrieg, die sie vor einem düsteren Hintergrund stattfinden lässt. Getragen wird das alles von Richard Dormer, der die ungezügelt begeisterte Unfähigkeit von Terri perfekt trifft, und dem Soundtrack, der noch einmal jedem vor Augen führt, dass auch Punk zeitlos sein kann. Die 70er in Nord-Irland: Der blutige Bürgerkrieg, euphemistisch „The Troubles“ genannt, zerreißt die Gesellschaft und legt die Innenstadt von Belfast buchstäblich in Asche. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass die Grand Victoria Street von einem Anschlag erschüttert wird. Und genau dort will Terri Hooley  (Richard Dormer) einen Plattenladen eröffnen. Was ihn dafür qualifiziert, ist nichts weiter als sein Enthusiasmus. Er liebt Musik seit seiner Kindheit und will damit ein Zeichen gegen die Gewalt setzen, die auch seinen Freundeskreis entzweit. Aber irgendwie ist sein Musikgeschmack nicht der der Jugend und der Laden läuft nicht nur mäßig, er bedroht auch seine Beziehung mit Ruth (Jodie Whittaker). Bis eines Tages ein schnodderiger Teenager den Laden betritt und nach einer bestimmten Band fragt, die doch bald ein Konzert gibt. Völlig überfragt aber doch interessiert geht Terri zu dem Konzert und entdeckt – den Punk. Auch Belfast hat in dieser Zeit seine Punkszene, schwer inspiriert von London, aber doch eigenständig. Nach einer langen Nacht voller Musik und Bier will Terri nur noch eines, den Bands helfen Platten rauszubringen. Im Rekordtempo wird er Plattenproduzent, Manager, TourOrganisator und Kumpel der Bands in einer Person. Wieder lässt der Erfolg auf sich warten. Doch dann entdeckt Terri den Song, der sein Leben verändern könnte.

»So while it is true that GOOD VIBRATIONS isn’t a ‘feel good’ film, it is a ‘feel great’ film. You’ll laugh, you’ll cry, you’ll be pogo-ing into your nearest record shop to buy the soundtrack. Well, ok, you won’t. You’ll be unable to find one and you’ll download it onto your phone. But you’ll be smiling as you do it.« (TheHollywoodNews)

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Mai/Juni Zweitausendvierzehn

GB 2012 · r: Glenn Leyburn Lisa Barros D'sa · Db: Colin Carberry, Glenn Patterson · K: Ivan McCullough · M: David Holmes • Mit Richard Dormer, Jodie Whittaker, Michael Colgan, Karl Johnson, Liam Cunningham u.a. engl.omU + dF · 102'

ab Do 8. Mai im Wochenprogramm


Das Cinema zeigt

Vergiss Mein iCh Maria schrader in einer herausragenden rolle als Frau, die ihr komplettes „ich“ verliert. Von Jan schomburg (Über uns das All). Zu gast im Cinema:

JAn sChoMburg Jan Schomburg wurde 1976 in Aachen geboren. Nach einem Studium der Visuellen Kommunikation (Film und Fernsehen) an der Kunsthochschule Kassel absolvierte er den Studiengang Filmregie an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln. 2007 durchlief er die Drehbuchwerkstatt München. 2008 erhielt er zudem ein Stipendium Lena Ferben (Maria Schrader) ist seit Jahren mit ihrem Mann Tore (Johannes Krisch) verheiratet, als sie sich plötzlich verliert. Retrograde Amnesie sagen die Ärzte zu Lenas Zustand; eine nicht diagnostizierte Gehirnentzündung ist der Grund. Die Folge: sie hat keinen Zugriff mehr auf das, was die Medizin als biographisches Gedächtnis bezeichnet. Und wie seltsam das Gehirn doch funktioniert: Die Sprache ist noch vorhanden, doch die Wörter an keine Erfahrung geknüpft. Komik … Treue … Geschlecht … Liebe … Ehemann … Begriffe  schwebend im luftleeren Raum, abgeschnitten von der Erdung ihrer Bedeutungen. Tore versucht, Lena den Weg zu ihr zu zeigen, wer er für sie war und wer sie für ihn. Eine Nacherzählung bereits erlebter Realität. Aber während ihre Umwelt nur den Verlust der alten Lena empfindet, bewegt sie sich selber auf eigenen Wegen. Wie ist es wohl, diese Lena Ferben zu sein? Lena probiert es aus, wie ein Schauspieler eine Rolle probiert, während in ihr zur gleichen Zeit etwas Neues entsteht, eine eigene, individuelle Persönlichkeit, die sich dagegen wehrt, das zu tun, wozu Lenas ganze Umwelt sie ermutigt und drängt: Sie selbst zu werden. D 2014 · R & Db: Jan Schomburg · K: Marc Comes • Mit Maria Schrader, Johannes Krisch, Ronald Zehrfeld, sandra hüller, Paul herwig u.a. · ab 12 J. · 93'

Di 6. Mai • 20:00 Uhr: Premiere mit Regisseur Jan Schomburg Ab Do 8. Mai im Wochenprogramm Mai/Juni Zweitausendvierzehn

an der Andrzej Waida Master School of Film Directing in Warschau. Er realisierte mehrere preisgekrönte Kurzfilme. Mit seinem bei der Berlinale uraufgeführten ersten langen Kinospielfilm Über uns das All war er 2011 auch zu Gast im Cinema. 31


Das Cinema zeigt zum Bundesstart

IM NaMeN Des … ein katholischer Priester entdeckt sein schwulsein – bildgewaltig und aufgeladen mit symbolen der Passionsgeschichte Pater Adam übernimmt eine kleine Gemeinde in der polnischen Provinz. Überaus engagiert baut er ein Gemeindezentrum für schwer erziehbare Jungs auf. Angezogen von der Vitalität und dem Charisma des Priesters suchen die Einwohner seine Nähe, ohne zu ahnen, welche Geheimnisse ihn umgeben. Durch die Begegnung mit einem exzentrischen jungen Mann, der im Ort als Außenseiter gilt, sieht sich Pater Adam mit seinen unterdrückten Sehnsüchten konfrontiert. Bald schon schöpfen die Dorfbewohner Verdacht und nehmen Kontakt zu Adams Kirchenvorgesetzten auf. Mit ihrem bildgewaltigen und mit Symbolen aus der Passionsgeschichte aufgeladenen Film wagt sich Małgorzata Szumowska an das tabuisierte Thema der Homosexualität eines Priesters. Dabei erlebt die Hauptfigur, mit ihrer „verbotenen“ Lust konfrontiert, Momente des Glücks, aber auch der tiefsten Verzweiflung. Szumowskas Film erzählt eine Geschichte über verwirrte Gefühle, Verdrängung und Einsamkeit – und die Möglichkeit, vielleicht doch zu sich selbst zu finden. »Ein mutiger Film, der in einer realistischen, spirituell durchwirkten Geschichte ein System hinterfragt, das Sexualität und Liebe keinen Raum gibt.« (Großer Preis, Internationales Frauenfilmfestival Dortmund / Köln)

»Die Suche nach Liebe, die erotische Sehnsucht zwischen Maisfeldern im flirrenden Sommer, wird in andächtigen, ruhigen Bildern gezeigt – und von hervorragenden Schauspielern verkörpert.« (Catherine Newmark, tip Berlin)

»Szumowska macht es sich nie leicht. Sie hat kein Pamphlet gegen die katholische Kirche gedreht. Keine feuriges Plädoyer für homosexuelle Priester. Dafür ist diese talentierte Regisseurin zu klug. Ihr Film ist, wenn überhaupt, ein Werk, das sich voll und ganz dem Menschen und seiner emotionalen Verzweiflung widmet. Dass sie dabei nicht mit dem groben Pinsel vorgeht, sondern allen Figuren ihre Wunden und Fehler zulässt, zeichnet sie als ganz große Regisseurin aus.« (Patrick Wellinski, kino-zeit.de) W IMIE … · PL 2013 · R: Małgorzata Szumowska · Db: Małgorzata Szumowska, Michal Englert · K: Michal Englert • Mit Andrzej Chyra, Mateusz Kosciukiewicz, Lukasz Simlat, Maja Ostaszewska, Maria Maj u.a. · poln.OmU + dF · 101'

Ab 15. Mai im Wochenprogramm 32

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Das Cinema zeigt

Die Poetin eine elegante Biographie der PulitzerPreisträgerin elizabeth Bishop – und die Geschichte einer Ménage-à-trois in Brasilien »Die Liebesgeschichte nimmt einen tragischen Verlauf, der dann fast ein wenig zu kurz kommt, zu schnell erzählt wird. Aber das ist vielleicht auch ganz gut so, würde der Film sonst möglicherweise als konventionelles Melodram enden. So aber bleiben die Grundfragen des Films auch über das Ende hinaus bestehen: Es wird das Leben (nicht nur von einer, sondern) von zwei überaus erfolgreichen Frauen portraitiert und danach gefragt, ob Liebe, Erfolg oder Ruhm zusammen gehen können. […] Der Film schafft diesen gekonnten Spagat zwischen Lebensportrait und Gefühl. Man schaut nicht nur zu, sondern lernt die Figuren kennen und verstehen.« (Verena Schmöller, kino-zeit.de)

Die New Yorker Dichterin Elizabeth Bishop (Miranda Otto) sucht Anfang der 50er Jahre neue Inspiration für ihre Lyrik. Ihre Schaffenskrise führt sie nach Rio de Janeiro, wo sie ihre Studienfreundin Mary (Tracy Middendorff) besucht. In ihrer Schüchternheit fühlt sich die Poetin von der brasilianischen Sinnlichkeit und Lebensfreude geradezu überrumpelt. Sie ist das genaue Gegenteil von Marys schneidiger Lebensgefährtin, der Architektin Lota de Macedo Soares (Glória Pires). Deren anfängliche Ablehnung gegenüber Elizabeth schlägt bald um in tiefe Zuneigung, was Mary gar nicht gefällt. Die Dreiecksgeschichte gerät völlig aus dem Gleichgewicht, als Lota ihr größtes Werk beginnt: die Gestaltung des weltberühmten Flamengo Parks in Rio. Beflügelt von der neuen Umgebung kann Elizabeth wieder schreiben und wird mit Preisen überhäuft. Nun sind beide Frauen auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und Teil der gehobenen Gesellschaft Brasiliens. Doch ein Militärputsch droht alles zu ändern … Mai/Juni Zweitausendvierzehn

»Die komplexe Romanze wird mit üppiger und emotionaler Intensität auf die große Leinwand gebracht, was in einem entschlossen melodramatischen Film resultiert, der sich bezaubernd altmodisch anfühlt, wahrend er in seiner lesbischen Liebesdreieck-Geschichte schwelgt.« (Screen Daily) FLoReS RARAS · Bras. 2013 · R: Bruno Barreto · Db: Matthew Chapman, Julie Sayres · K: Mauro Pinheiro Jr. • Mit Miranda Otto, Gloria Pirès, Tracy Middendorf u.a. · ab 6 J. · engl./port.omU + dF · 120'

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Das Cinema zeigt zum Bundesstart

Zeit Der KanniBalen eine bitterböse Groteske über die Bluthunde der modernen Wirtschaft

Drei Unternehmensberater in den Hotelzimmern dieser Welt. In welchem Land sie gerade sind?  Das wollen Frank Öllers (Devid Striesow), Kai Niederländer (Sebastian Blomberg) und Bianca März (Katharina Schüttler) gar nicht wissen. Die Zimmer sehen immer gleich aus, die Außenwelt ist eine unscharfe Silhouette grauer Betonklötze, nur manchmal durchbrochen von Gewehrschüssen. Außerdem lebt es sich mit klimatisierter Luft und Minibar eh viel besser. Das einzige, was ihnen Sorgen macht, ist die Möglichkeit, dass sie vielleicht doch nicht Partner des Unternehmens werden könnten. Das Trio reist von einem schmutzigen Schwellenland ins nächste, immer im Auftrag der „Company“, immer mit den besten neoliberalen Ratschlägen im Gepäck, damit die Wirtschaft brummt und die Menschen noch besser ausgebeutet werden können. Die Menschen, denen sie begegnen, sind unterwürfige Angestellte oder ängstliche Kunden, alle lassen sie sich von den dreien herumschubsen. Sie sind die eiskalte Speerspitze des Kapitalismus – und sie lieben es.

Ein Kammerspiel mit pointierten Dialogen, komisch-überspitzten Situationen und Figuren an der Grenze zur Satire, aber leider nur zu realistisch. Die beiden Hauptdarsteller spielen ihre gnadenlosen, realitätsfremden Rollen grandios aus und nur Katharina Schüttler liefert zumindest den Hauch eines moralischen Ankers dazu. Regisseur Johannes Naber hält sich zurück, lässt den furiosen zynischen Schlagabtausch geschehen und inszeniert die Bühne für seine Schauspieler sparsam, so dass das Drehbuch seine volle Wucht entfalten kann.

»Auf brillante Weise seziert Stefan Weigls Drehbuch die Abgründe des modernen Kapitalismus, legt den Finger nicht auf Wunden, sondern stochert genüsslich in ihnen rum. So treffend ist das, so präzise gespielt, so kompromisslos, dass man an Theaterstücke von Neil LaBute oder Harold Pincher denken muss. Warum dieser brillante Film, der zum Besten zählt, das in den letzten Jahren in Deutschland gedreht wurde, nicht im Wettbewerb der Berlinale 2014 lief (sondern in der Reihe Perspektive Deutsches Kino), bleibt ein Rätsel.« (Michael Meyns, programmkino.de) D 2013 · r: Johannes naber · Db: Stefan Weigl · K: Pascal Schmit · M: Cornelius Schwehr • Mit Devid Striesow, Sebastian Blomberg, Katharina Schüttler u.a. · 93'

ab 22. Mai im Wochenprogramm 34

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Das Cinema zeigt

ZärtliChkeit eine Autofahrt von Brüssel in die französischen Alpen als nostalgisches Feel-Good-Movie

Jack (Adrien Jolivet), der Sohn von Lisa (Maryline Canto) und Frans (Olivier Gourmet), liegt nach einem Skiunfall in einem Krankenhaus in den französischen Alpen. Da keine Versicherung seinen Rücktransport übernehmen will, machen sich die beiden geschiedenen Eltern aus Brüssel auf, um ihn zurückzuholen. Seit fünfzehn Jahren leben die etwas chaotische Lisa und der halsstarrige Frans ihr eigenes Leben, aber die Liebe zu ihrem Sohne schweißt sie wieder zusammen. Auf der Fahrt hin und zurück erinnern sie sich an früher und werden wieder neugierig aufeinander. Eine Familie aus drei eigenständigen Menschen, vom Leben getrennt, aber in Zärtlichkeit verbunden.

»Wie der Titel eigentlich schön verrät, geht es hier eben nicht um Krisen, um Streit und Missgunst, sondern um Zärtlichkeit. Die Menschen in LA TENDRESSE sind durchgehend nett zueinander, die ehemaligen Eheleute inklusive. (…) Selbst wenn sie unterschiedlicher Meinung sind, kommt es niemals zu einem Streit. Vielmehr können Lisa und Frans über sich und ihre Differenzen lachen. Der Umgang der beiden miteinander ist in der Tat zärtlich. Auch wenn sie nicht mehr miteinander leben, sind sie noch immer – wenn auch auf eine andere Weise – ein Liebespaar. Dass die Menschen in LA TENDRESSE einander wohlgesinnt und hilfsbereit sind, ist schockierend, ja vielleicht ist LA TENDRESSE der skandalöseste Film des Jahres. So etwas haben wir noch nie gesehen!« (Sophie Charlotte Rieger, kino-zeit.de) »Ich hatte viele Filme über Trennungen gesehen, die hässlich enden. Männer und Frauen, die einander geliebt hatten, die Kinder aufzogen, und die – kaum dass sie sich getrennt hatten – anfingen, sich zu hassen, sich zu verletzen und sich aus dem Wege zu gehen. Mir kam das seltsam vor. Hatten sich all diese Menschen geirrt? Wie kann sich Liebe derartig in ihr Gegenteil verkehren? Mir fehlte ein Film, der von einer erfolgreich verlaufenden Scheidung erzählt, nach der sich die Partner nach wie vor unterstützen, einander Wertschätzung entgegenbringen, sich immer noch lieben. ZÄRTLICHKEIT zu schreiben, als Mix aus romantischer Komödie und Road-Movie, war eine neue Erfahrung für mich.« (Regisseurin Marion Hänsel) lA teNDreSSe · Belgien /D / F 2013 · r & Db: Marion hänsel · k: Jan Vancaillie M: René-Marc Bini • Mit Marilyne Canto, Olivier Gourmet, Adrien Jolivet, Margaux Chatelier, Sergi Lopez, Patrick Massieu, Jean-Marc Michelangeli, Mehdi Senoussi u.a. · ab 0 J. · franz.OmU + dF · 82'

Ab 22. Mai im Wochenprogramm Mai/Juni Zweitausendvierzehn

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Tour Du Faso Eine unterhaltsame reise nach afrika zu einem radrennen jenseits der totalen Kommerzialisierung und Manipulation des radsports

Die Tour du Faso ist ein Mythos unter Radsportfans und Rennfahrern auf der ganzen Welt. Seit 1987 führt das größte Radrennen Afrikas über zehn Etappen quer durch Burkina Faso. Bei Temperaturen über 40 Grad kommen selbst die klimatisch erprobten Einheimischen ins Schwitzen. Die Tour du Faso ist zwar am europäischen Vorbild der Tour de France orientiert, es hat sich aber über die ganzen Jahre seinen eigenen, afrikanischen Charakter als „unorthodoxe“ und viel sympathischere Kopie des europäischen Originals bewahrt. Die Rennstrecke verläuft teilweise über staubige Sandpisten, die Fahrer schlafen in Zeltlagern mitten in der Savanne und die Werbekarawane besteht lediglich aus zwei Jeeps. TOUR DU FASO erzählt die Geschichte von Außenseitern und begeisterten Radsportlern – afrikanischen wie europäischen – bei einem der größten landesweiten Ereignisse in Burkina Faso. Inmitten der Widersprüche zwischen europäischem Perfektionismus und afrikanischer Realität kämpfen deutsche Amateur-Abenteurer, französische Ex-Profis und afrikanische Lokalmatadoren leidenschaftlich um die Verwirklichung ihrer Träume. 36

»TOUR DU FASO ist viel mehr als nur ein Film über ein in Deutschland kaum bekanntes Radsportereignis. Wenn auch aus einer durchweg europäischen Perspektive, die zuweilen zum Lachen über die kulturellen Eigenheiten des Landes Burkina Faso verführt, stellt Wilm Huygen anhand einzelner Sportler verschiedene Kulturen nebeneinander. Somit erzählt er nicht nur etwas über das Fremde, sondern auch über das Bekannte, nämlich über uns selbst, die Deutschen. Die gelungene Dramaturgie und eine Musikuntermalung, die mit afrikanischen Rhythmen die gute Laune der Menschen auf der Leinwand in den Zuschauerraum des Kinos vermittelt, machen TOUR DU FASO darüber hinaus zu einem unterhaltsamen Film, der Lebensfreude transportiert und Begeisterung weckt – Begeisterung für den Radsport, aber vor allem Begeisterung für die Begeisterung selbst.« (Sophie Charlotte Rieger, programmkino.de)

D 2013 · r & Db: Wilm Huygen · K: andreas Köhler · ab 0 J. · mehrspr.omu · 92'

Mi 28. Mai • 19:00 Uhr: Vorpremiere mit dem Sportethnologen Malte Wulfinghoff aus Münster, Teammanager des deutschen Teams in Burkina Faso ab Do 29. Mai im Wochenprogramm Mai/Juni Zweitausendvierzehn


Das Cinema zeigt

Rosie Rosie kämpft um ihre Würde, sophie um die Anerkennung der Mutter, Mario um die Liebe von Lorenz. Und Lorenz? Dem ist das alles zu viel … »Auf den ersten Blick erscheint der Plot zu ROSIE wie eine Fernseh-Soap, doch die scheinbare erzählerische Einfachheit erweist sich als trügerisch. Regisseur und Drehbuchautor Marcel Gisler (De Fögi isch en Souhund) schafft es nämlich in raffinierter Weise, das bewegende Porträt einer um Würde und Selbstbestimmung kämpfenden Seniorin als Vorwand für das Drama einer Midlife-Crisis zu nehmen und gleichzeitig die Wiederholung von Geschichten, einmal als Farce und einmal als Tragödie, mehr als nur anzudeuten.« (Geri Krebs, Neue Zürcher Zeitung)

Lorenz hat sich als Schriftsteller in Berlin einen Namen gemacht. Als seine Mutter Rosie nach einem Sturz ins Krankenhaus kommt, fährt er in sein Schweizer Heimatdorf. Zusammen mit seiner ehegestressten Schwester Sophie berät er, wie es mit der Mutter weitergehen soll. Rosie, eine taffe lebenslustige Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt, hat sich wieder aufgerappelt und will partout nicht ins Heim. Mit Verve und Witz kämpft sie um ihre Selbstbestimmung. Dabei lässt sie kein gutes Haar an Sophie und packt zum Staunen ihrer Kinder aus der eigenen Ehe aus. Im Eifer des Gefechts entgeht Lorenz dabei fast, wie Mario in sein Leben tritt: ein junger Mann aus dem Dorf, der für Rosie sorgen soll und sich in ihn verliebt hat. »ROSIE schreibt sich ein in eine humanistische Filmtradition, wie sie sich im Werk eines Rainer Werner Fassbinder zeigt – und Sibylle Brunner spielt die Rosie großartig, sensibel, burschikos!« (Filmbulletin) Mai/Juni Zweitausendvierzehn

»Achtung, hier kommt ROSIE! Und sie ist unwiderstehlich: Mal rotzfrech, mal damenhaft wirbelt sie wie ein Tornado das Leben ihrer erwachsenen Kinder durcheinander. Und alles nur, weil Rosie unbedingt ihre Unabhängigkeit bewahren will. Eine Frau wie ein Vulkan und mindestens genauso unberechenbar – das ist die Steilvorlage für einen toll gespielten Film aus der Schweiz, der ebenso anspruchsvoll wie unterhaltsam ist. Und vor allem prall gefüllt mit Lebensfreude!« (programmkino.de) CH 2013 · R: Marcel Gisler · Db: Marcel Gisler, Rudolf Nadler · K: sophie Maintigneux • Mit Sibylle Brunner, Fabian Krüger, Sebastian Ledesma, Judith Hofmann, Hans Rudolf Twerenbold u.a. · ab 12 J. · 106'

Ab Do 29. Mai im Wochenprogramm 37


Das Cinema zeigt

Pfarrer Ist es Wahrheit oder ist es Wahnsinn? ein offener Dialog mit jungen Vikaren über das Leben und den Glauben.

Was passiert, wenn zwei atheistische Filmemacher Zugang zu einem Predigerseminar bekommen? Und das in Wittenberg, der Lutherstadt, einst Hochburg der deutschen Reformation, heute gelegen in einer der ungläubigsten Ecken Europas. Ein Jahr lang begleiten Chris Wright und Stefan Kolbe eine Gruppe junger Männer und Frauen in der Endphase ihrer Ausbildung zum Pfarrer. Anfangs geht es noch hauptsächlich um das Erlernen religiösen Handwerks. Aber im Laufe der Zeit sehen sich Protagonisten wie Filmemacher zunehmend mit den grundlegendsten menschlichen Fragen konfrontiert. Grenzen verschwimmen – zwischen Glauben und Unglauben, Trost und Verzweiflung, Wahrheit und Wahnsinn. Es entsteht ein offener, intimer Dialog über unsere fundamentalen Bedürfnisse nach Liebe, Geborgenheit und Sinn.

»Wenn eine junge Frau beim Erteilen des Segens ein hartnäckiges Blackout hat, dann wird deutlich, dass noch kein Pastor vom Himmel gefallen ist. Mit solchen Beobachtungen beim Erlernen des religiösen Handwerkszeugs ist der Film aber noch in der Aufwärmphase. Wright & Kolbe nehmen sich Zeit, um den angehenden Priestern zuzuhören. Dabei entsteht eine meditative Nähe. Es ist verblüffend, mit welcher Bereitwilligkeit sich diese jungen Menschen Fragen nach Tod und Krankheit aussetzen, von denen sie nicht selten auch betroffen sind. (…) Für dieses tastende Suchen haben Wright & Kolbe viel Gespür. Man lernt in ihrem Film Menschen kennen, die sich nicht hinter Autoritäten und Formeln verstecken. Bei der gewissenhaften Auseinandersetzung mit ihrer Mission gibt es keinen doppelten Boden. Woody Allen würde sagen, dass bei der Metaphysikklausur nicht geschummelt werden darf. Man beginnt zu ahnen, dass der Film deswegen so gut funktioniert, weil zwischen der Kamera und der Leidenschaft zur Introspektion eine gewisse Beziehung besteht.« (Manfred Riepe, epd film) D 2014 · r & Db: Chris Wright, Stefan Kolbe · K: Stefan Kolbe · M: Jordi Savall • 90'

ab 5. Juni im Wochenprogramm

»Das Predigerseminar ist ja auch so ein bisschen was wie eine Insel, und diese Insel wird jetzt plötzlich aufgebrochen. Da kommt jetzt immer eine Fähre rüber mit einem Filmteam und stellt Fragen und zu diesen Fragen muss in der Regel nicht nur ich mich verhalten, sondern die Vikarinnen und Vikare. Und das ist … da bin ich guter Hoffnung, dass das etwas Lohnendes ist.« (Studienleiter Ev. Predigerseminar Lutherstadt Wittenberg) 38

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Ab 22. MAi iM CineMA


Die Linse: Mai/Juni 2014