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Das Monatsprogramm für September 2013 im Cinema Münster

Kamp-Flimmern Biografie und Film Tage des Provinzfilms 2013 Cinema Nachtschicht: Film+Musik, Arthouse Sneak, Adult Horror Movies Lateinamerika, Filmfestival Münster, Pink Smoke Tour, Johannes-Hospiz Musikfilme Queere Filme Kino Kaffeeklatsch Kino für Kinder Kurzfilme

MONO KULTUR www.monokultur.eu

DIE LINSE wird unterstützt von der

Das MäDchen Wa jDa

Vorpremiere: so 1.9. um 18:00 Uhr, ab Do 5.9. neu im cinema DIE LINSE e. V. Cinema & Kurbelkiste Münster www.cinema-muenster.de

Das CINEma ist mitglied bei


Ab 5. September im CinemA


Guten Tag!

Münster, 20. August 2013

Geschafft! Die Bauarbeiten liegen hinter uns und die Kinotheke erstrahlt im neuen Glanz. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis und möchten uns nochmal bei Ihnen für Ihre Geduld und Ihr Verständnis bedanken. Somit schreitet die Digitalisierung immer weiter voran, denn wenn alles läuft, werden die Vorführungen zentral von der Kasse aus gesteuert. Ihrem Kinoerlebnis und unserem direkten Kontakt zu Ihnen tut das natürlich keinen Abbruch. Im September erwarten wir Sie mit den Tagen des Provinzfilms, dieses Jahr mit dem Schwerpunkt Komödie. Von Unbeschwertem wie DIE KIrchE BlEIBt Im Dorf reicht das Spektrum bis zu tiefschwarzen Werken wie No coUNtry for olD mEN. Natürlich gibt es auch wieder Workshops, in denen Drehbücher für Komödien entwickelt werden können. Wer dann noch nicht genug hat von den hintergründen des filmemachens, kann zu den filmen der reihe Biografie und Film kommen, denn dort können wir uns alle auf gleich drei filmschaffende freuen, die Ihnen rede und Antwort stehen werden. Gemeinsam erwartet uns eine spannende abendfüllende filmauswahl zum thema Exil. Ein Neustart, der sicher nur im Exil erfolgreich sein wird, ist DAS mäDchEN WADJDA, ein film aus Saudi-Arabien von einer frau gedreht und mit einem zehnjährigen mädchen in der hauptrolle. Wadjda setzt alles daran, um sich ein fahrrad leisten zu können, damit sie endlich dem Nachbarsjungen davonfahren kann, ein traum mit dem sie in münster sicher sehr willkommen ist. In einer futuristischen Welt dagegen spielt der neue film von Ari Folman (Waltz With Bashir), eine mischung aus Animations- und realfilm. Auch hier wird wild digitalisiert und zwar eine komplette Schauspielerin. Zwanzig Jahre später hat sich mehr verändert als sie jemals zu träumen gewagt hätte. Das Sonderprogramm ist wieder besonders breit gefächert. Es gibt Kurzfilme drinnen wie draußen, für freunde südamerikas gleich drei interessante filme und auch die nachtschicht ist voll. Eben da gibt es noch eine spezielle Premiere für room 237, eine außergewöhnliche Dokumentation über die Zeichen und Botschaften, die möglicherweise, oder vielleicht auch nicht, in Stanley Kubricks Shining versteckt sind. Gute Unterhaltung wünscht der ehemalige einlasser und Koch, jetzt Azubi und Kassierer Jan Christoph Ansorge.

im Cinema zu Gast

Fr 6.9. • 14:45 Uhr > s. S. 7 Roy Bourgeois und Regisseurin Jules Hart zu PINK SMOKE OVER THE VATICAN

Do 19.9. • 17:00 Uhr > s. S. 8 Regisseur Adnan G. Köse zu FRED SPIEGEL – ZEUGE DER WAHRHEIT

Do 19.9. • 18:15 Uhr > s. S. 9 Regisseurin Pary El-Qalqili zu SCHILDKRÖTENWUT

Do 19.9. • 20:30 Uhr > s. S. 11 Regisseurin Désirée von Trotha zu WOODSTOCK IN TIMBUKTU – DIE KUNST DES WIDERSTANDS

Fr 20.9. • 20:00 Uhr > s. S. 31 Regisseur Georg Maas zu ZWEI LEBEN

Die neue Linse erscheint voraussichtlich am Freitag, 27. september.

Mi 25.9. • 22:45 Uhr > s. S. 18 Die Musiker Johannes „Niele“ Dolezich, Helmut Buntjer, Udo Herbst und Bernd Kortenkamp zu FAUST

+ DIE LINSE

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September Zweitausenddreizehn


., 20.9. UM 20 UHR VORSTELLUNG AM FR ENHEIT ES IM CINEMA IN ANW G MAAS OR GE RS EU SS GI DES RE

Ab Do 1. August im CinemA

AB 19. SEPTEMBER IM KINO


Filme alphabetisch Kurzfilmlieblinge des Filmfestivals Münster 12 Short Matters! 2013 (1) + (2) 16 ADAMS ÄPFEL 23 ALLEIN 6 DIE DICKE TILLA 36 DIENSTAGS BEI MORRIE 6 DIE DREI RÄUBER 36 DER FALL WILHELM REICH 27 FAUST [ohne Dialog] 18 FLUSSFAHRT MIT HUHN 36 FRED SPIEGEL – ZEUGE DER WAHRHEIT [teilw.OmU] 8 DER FREMDE AM SEE [ franz.OmU + [dF] 32 FUNNY GAMES 19 DER GESCHMACK VON ROST UND KNOCHEN 12 DER GLANZ DES TAGE 34 GRASGEFLÜSTER 23 HALBSCHATTEN 30 HASTA LA VISTA, SISTER! [ engl.OmU + dF] 25 HILFE ICH BIN EIN JUNGE! 36 JUST THE WIND [ungar.OmU] 26 KARNIGGELS 22 DIE KIRCHE BLEIBT IM DORF 24 DER KONGRESS [ engl.OmU + dF] 29 DAS MÄDCHEN WADJDA 28 MODEST RECEPTION – DIE MACHT DES GELDES [farsi.OmU] 13 NO COUNTRY FOR OLD MEN 24 NOORDERLINGEN [ niederl.OmU] 22 NOSFERATU – PHANTOM DER NACHT 19 PARADISO: AN AMSTERDAM STAGE AFFAIR [ engl.OF] 17 PINK SMOKE OVER THE VATICAN [ engl.OmU] 7 PIPPI GEHT VON BORD 36 PRINCE AVALANCHE [ engl.OmU + dF] 33 QUARTETT 7 THE REVOLUTION WILL NOT BE TELEVISED [ engl.OF] 15 ROOM 237 19, 35 SÂDHU 13 SCHILDKRÖTENWUT [teilw.OmU] 9 TEARS OF KALI 19 UN AMOR – EINE LIEBE FÜRS LEBEN [ span.OmU] 14 VERMISST 14 WOODSTOCK IN TIMBUKTU [teilw.OmU] 11 ZWEI LEBEN 31 IMPRESSUM:

Herausgeber: „Verein zur Förderung kommunaler Filmarbeit e.V. – Die Linse“ in Zusammenarbeit mit dem Programmkino Cinema, Warendorfer Straße 47 · 48145 Münster www.cinema-muenster.de · Kinokasse (0251) 30.30.0 Büro (0251) 30.30.7 · Fax (0322) 224 60 205 · Email: info@dielinse.de Bankverbindung: Kto.-Nr. 8384800 · Sozialbank Köln (BLZ 370 205 00) Steuer-Nr. DE234299793 Der Verein ist Mitglied im „Bundesverband kommunale Filmarbeit“ Redaktion: Thomas Behm (v.i.S.d.P.), Jan Christoph Ansorge, Fabian Hagemeier, David Kluge, Holger Lüsch, Jens Schneiderheinze Layout: David Kluge · Druck: Bitter & Loose, Greven Wer Fehler findet, kann sie behalten.

September Zweitausenddreizehn

Filmreihen / Rubriken Die Linse zeigt [mit] Es ist normal verschieden zu sein: ALLEIN Johannes-Hospiz: DIENSTAGS BEI MORRIE Pink Smoke Tour: PINK SMOKE OVER THE VATICAN [ engl.OmU] Kino Kaffeeklatsch: QUARTETT

6 6 7 7

Biografie und Film FRED SPIEGEL – ZEUGE DER WAHRHEIT [teilw.OmU] SCHILDKRÖTENWUT [teilw.OmU] WOODSTOCK IN TIMBUKTU – DIE KUNST DES WIDERSTANDS [teilw.OmU]

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Kamp-Flimmern DER GESCHMACK VON ROST UND KNOCHEN Mit Filmfestival Münster: Kurzfilmlieblinge

12 12

Tage des Provinzfilms 2013 Workshops und Filme

8 9

20ff

Lateinamerika UN AMOR – EINE LIEBE FÜRS LEBEN [ span.OmU] 14 VERMISST 14 THE REVOLUTION WILL NOT BE TELEVISED [ engl.OF] 15 Cinema Nachtschicht – Stummfilm+Musik: FAUST [ohne Dialog] 18 Kurz und Nacht – mit Filmfestival Münster Kurzfilmlieblinge des Filmfestivals Münster 12 Short Matters! 2013 (1) + (2) 16 Musik Mit dem Gleis 22: PARADISO: AN AMSTERDAM STAGE AFFAIR [ engl.OF] Adult Horror Movies NOSFERATU – PHANTOM DER NACHT TEARS OF KALI FUNNY GAMES ROOM 237 Queeres im Cinema DER FREMDE AM SEE [ franz.OmU + dF] Neues im Cinema Kino für Kinder Vorfilme im Cinema Parken und Preise Übersicht + DIE LINSE

17 19 19 19 19, 35 32 25-35 36 37 38 39 5


Sterben geschieht … begleitet

Dienstags bei Morrie Mit vier Emmys ausgezeichnetes Drama um einen überlasteten Sportjournalisten und einem sterbenskranken, humorvollen Professor – mit Jack Lemmon Es ist normal verschieden zu sein

Allein Behutsame und melodramatische Geschichte über eine Frau mit Borderline Die junge Studentin Maria (Lavinia Wilson) führt ein Leben, das geprägt ist durch die Sucht nach Nähe, durch Exzesse mit Sex, Tabletten und Alkohol. ihr größter Feind ist das Alleinsein, das sie in der Affäre zum älteren wolfgang und zahlreichen one-Night-Stands zu bekämpfen versucht. Maria ist “Borderline”, sie hat ein Problem mit Grenzen. Eines Morgens taucht an Marias Arbeitsplatz in der universitätsbibliothek ein junger Student auf. Die beiden beginnen sich näher zu kommen, und Maria spürt, dass es sich bei dieser anbahnenden Beziehung zum ersten Mal in ihrem Leben um eine aufrichtige und ehrliche Liebe handeln könnte. Sie entwickelt den wunsch, mit ihrem alten Leben zu brechen, weiß aber nicht, wie das gehen soll und hat Angst zu scheitern. Sie bemüht sich, ihre Vergangenheit sorgfältig vor Jan geheim zu halten, doch damit steuert sie ungewollt auf eine Katastrophe zu. Die Stärke des Films besteht in der gegensätzlichen inszenierung von oberflächlichkeit und der emotionalen Abgründigkeit seiner hauptfigur, für die Psychiater den Begriff „Borderline-Syndrom“ parat haben. Deutschland 2004 · regie und Drehbuch: Thomas Durchschlag · Kamera: Michael wiesweg · Musik: Maciej Sledziecki • Mit Lavinia Wilson, Maximilian Brückner, Richy Müller, Victoria Mayer, Tobias van Dieken, Holger Kunkel, Wolfgang Packhäuser, Peter Fieseler, Daniel Drewes u.a. · ab 12 J. · 91'

Mo 2. September • 19:00 Uhr 6

DIE LINSE

Der Sportkolumnist Mitch Album (Hank Azaria) lebt ein Leben auf der Überholspur, viel zu beschäftigt, um seine Beziehung zu vertiefen oder ein Versprechen zu halten, das er seinem alten Professor (Jack Lemmon) gegeben hat: Diesen zu besuchen holt er erst zögernd nach, als er erfährt, dass Morrie sterben muss. Es entwickelt sich eine wöchentliche Begleitung, die philosophisch pointiert dem Leben und dem Sterben ein Denkmal setzt …

TuESDAyS wiTh MorriE · uSA 1999 · regie: Mick Jackson · Kamera: Theo van de Sande · Musik: Marco Beltrami • Mit Jack Lemmon, Hank Azaria, Wendy Moniz u.a. · ab 12 J. · 90'

So 29. September • 17:00 Uhr Im Publikumsgespräch: Claudia Bonenkamp, Koordinatorin ambulante Begleitung am Johannes-Hospiz Münster Eintritt für Film & Expertengespräch 7,50 Euro, ermäßigt 6,50 Euro. Darin enthalten 2,50 Euro für das Johannes-Hospiz. September Zweitausenddreizehn


Aktuelle Filme für ein älteres Publikum mit dem Seniorenbüro St. Mauritz

Kino Kaffeeklatsch

Pink SmokeTour: Roy Bourgeois und Jules Hart

Pink Smoke Over the Vatican

Monatlich laden wir MünsteranerInnen in den „besten Jahren“ zu einem ausgewählten Film sowie Kaffee und Kuchen zum Sonderpreis. Im Saal stehen zwei Rollstuhl-Plätze zur Verfügung, die Hörbehindertenanlage kann mit Hörgerät oder einem hauseigenen Kopfhörer genutzt werden. Für SeniorInnen beträgt der Eintrittspreis 5,20 Euro, die Kinokarte mit einem Kaffee und einem Stück hausgemachten Kuchen kostet 7,80 Euro.

Dokumentarfilm über die PriesterinnenBewegung – anschließend Diskussion mit der Regisseurin Jules Hart und dem Friedensaktivisten Roy Bourgeois Starke Frauen berichten, wie sie ihre Berufung zum Dienst in der kath. Kirche erkannten und  den steinigen  Weg beschreiten, sich gegen die Regeln der „Männerkirche“ weihen zu lassen und sich für Gleichstellung, Toleranz und Demokratie und gegen Klerikalismus, Strafen und Ausschlüsse in ihrer Kirche einsetzten. Filmmacherin Jules Hart, selbst evangelisch, zeigt, wie der Ausschluss der Frauen von den hohen Ämtern der Kirche das Bild der Frau in der gesamten Gesellschaft nachhaltig negativ beeinflusst. Bewegend erzählt eine ehem. südafrikanische Ordensfrau, wie sie gegen die Apartheid kämpfte und dann wegen ihres Einsatzes für die Gleichstellung der Frauen ihres Ordens verwiesen wurde. USA 2010 · Regie: Jules Hart · Drehbuch: Jules Hart, Rick Chelew · Kamera: Chris Angelos, Bob Franco, Phillip Powel · Musik: Rick Chelew, Chris Gillis • Mit Roy Bourgeois, Patricia Fresen, Nicole Sotelo u.a. · engl.OmU · 59‘

Fr 6. September • 14:45 Uhr Regisseurin Jules Hart und Friedensaktivist Roy Bourgeois (Aachener Friedenspreis 2005) sind anwesend! September Zweitausenddreizehn

Im September: Quartett Dustin Hoffman stand für seine Komödie hinter der Kamera und präsentiert neben anderen Größen Maggie Smith als Operndiva die Geschichte von vier Freunden, die sich versöhnen und deren Freundschaft durch ihre gemeinsame Liebe zum Applaus neu belebt wird. »So herzlich und elegant, so rundum charmant und witzig – diese scharfsinnige Filmkomödie über die Lust am Leben, den Wert der Freundschaft und das Älterwerden wird alle Herzen erobern. Ein Gute-Laune-Film der Extraklasse, voller Lebensfreude und Weisheit.« (Gaby Sikorski, programmkino.de) QUARTET · Großbritannien 2012 · Regie: Dustin Hoffman · Drehbuch: Ronald Harwood · Kamera: John de Borman · Musik: Dario Marianelli • Mit Maggie Smith, Tom Courtenay, Billy Connolly, Pauline Collins, Michael Gambon · ab 0 J. · 102'

Do 26. September • 14:30 Uhr

DIE LINSE

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ThemenabenD „biografie UnD film” mit dem Schwerpunkt „Exil" Die 6. Nordwalder Biografietage beschäftigen sich vom 20. bis 22. 9. mit dem Thema „Exil“ und präsentieren eine Vielzahl spannender Perspektiven und Lebensgeschichten. Zur Einstimmung richtet die Gesellschaft für biografische Kommunikation e.V. gemeinsam mit Die Linse e.V. einen Themenabend mit mehreren Veranstaltungen aus. Drei Dokumentarfilme spiegeln Anlässe und Auswirkungen von Exil in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und werden begleitet von ausführlichen Gesprächen mit den Filmschaffenden.

Zu gast im Cinema:

Adnan G. Köse Adnan Günter Köse, Jahrgang 1966, ist Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler. Nach einem literaturwissenschaftlichen Studium an der Uni Duisburg absolvierte er eine Schauspielausbildung in Köln. Bekannt wurde er 2008 als Regisseur und Drehbuchautor des Kinofilms Lauf um dein Leben – Vom Junkie zum Ironman. Aufgewachsen als Sohn eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter in Lohberg, blieb er dem Stadtteil auch in seiner Arbeit verbunden. Zuletzt drehte er Teile seines neuen Films Kleine Morde auf dem ehemaligen Lohberger Zechengelände, 2010 inszenierte er in der Waschkaue das Bergarbeiter-Drama Unter Tage. 8

Fred Spiegel – Zeuge der Wahrheit Ein Zeuge der Shoah Foundation, der sich dem Vergessen aktiv widersetzt Deutschland im Sommer 2012: Fred Spiegel fährt mit der Straßenbahn durch die Nacht. Eine historische Reise, die ihn in seine Vergangenheit voll sinnloser Gewalt und Verzweiflung zurückführt, die ihm in der Gegenwart Lebenssinn und neue Hoffnung gibt: Fred will nicht stehenbleiben und verdrängen, mit seinen 82 Jahren setzt er sich immer und immer wieder von neuem in Bewegung. Und so reist er von seiner Heimat New Jersey aus durch die Welt, um den Holocaust zu bezeugen. In seiner deutschen Geburtsstadt Dinslaken spricht er vor Schülern und Studenten, denen er vor Augen halten möchte, was niemals vergessen werden darf – die Wahrheit. Seine Stimme erhebt sich über die verstörenden Schreckensbilder von Bergen Belsen ebenso wie über das, was vom einstigen Konzentrationslager Westerbork übriggeblieben ist. Am Schluss hält Freds Bahn, seine Reise endet und er steigt aus in die Nacht. Die Bahn fährt ohne ihn weiter, aber sein Platz in der Geschichte bleibt auf ewig „Zeuge der Wahrheit“. – »Geschichtsbewältigung statt Verdrängung. Das ist das, was ich überall in der Welt zu lehren versuche: Zu verzeihen, aber niemals zu vergessen.« (Fred Spiegel) FRED SPIEGEL – WITNESS OF TRUTH · Deutschland/USA/Niederlande 2012 Regie und Drehbuch: Adnan G. Köse · In Zusammenarbeit mit dem Lions Club Dinslaken · Kamera: Edgar Hellwig · teilw. OmU · 30‘

Do 19. September • 17:00 Uhr In Anwesenheit des Regisseurs Adnan G. Köse DIE LINSE

September Zweitausenddreizehn


veranstaltet von der Gesellschaft für biografische Kommunikation e.V. und Die Linse e.V.

Schildkrötenwut Eine vom israelisch-palästinensischen Konflikt zerrissenene Biografie und die Suche einer Tochter nach Antworten »Als ich zwölf war, ging mein Vater nach Palästina zurück. Ohne uns. Wir blieben in Berlin. Sein Traum, sich ein Haus zu bauen und für die Freiheit Palästinas zu kämpfen, scheiterte: Er wurde von den Israelis ausgewiesen. Da stand er wieder vor unserer Tür. Seitdem mein Vater aus Palästina zurück ist, sitzt er unten im Keller. Wie eine Schildkröte zurückgezogen in seinen Panzer. Meine Mutter wohnt oben. Sie streiten nicht mehr, sie gehen sich aus dem Weg. In unserem Haus herrscht Stille. Durchbrochen nur von den knarzenden Schritten meiner Mutter auf der Treppe. Dem Surren des Fernsehers im Keller. Und meinen Fragen an meinen Vater. […] Es ist ein Film über Eltern und Kinder und das Gepäck der Eltern, das die Kinder oft mittragen müssen ohne es zu verstehen oder sich dessen überhaupt bewusst zu sein.« (Regisseurin Pary El-Qalqili) SCHILDKRÖTENWUT erzählt die Geschichte eines Mannes mit vielen Rätseln, dessen Leben geprägt ist von Flucht und Vertreibung, dem Leben im Exil und der gescheiterten Rückkehr nach Palästina. Es ist auch die Suche einer Tochter nach Antworten. Antworten, die er oft nicht geben kann. Eine gemeinsame Reise führt Vater und Tochter durch Ägypten, Palästina und Jordanien. Eine Geschichte mit vielen Zwischentönen, die eine Einordnung in Opfer und Täter, Gut und Böse, Schwarz und Weiß unmöglich macht. Preise: Regards Neuf, Visions du Reel, Nyon // Förderpreis der Stadt Duisburg, Duisburger Filmwoche // Bester Film, Dubai Int. Film Festival // Al Jazeera Golden Award, Doha Deutschland 2012 · Regie: Pary El-Qalqili · Drehbuch: Silvia Wolkan, Pary El-Qalqili · Kamera: Aline László · teilw.OmU · 70‘

Do 19. September • 18:15 Uhr In Anwesenheit der Regisseurin Pary El-Qalqili September Zweitausenddreizehn

DIE LINSE

Zu Gast im Cinema:

Pary El-Qalqili Pary El-Qalqili wurde 1982 in Berlin geboren. Sie studiert seit 2006 Dokumentarfilm / Regie an der HFF München. Davor studierte sie Kulturwissenschaften an der Europa Universität Viadrina. Für den Kurzfilm Ruhe im Kopf erhielt sie 2009 den Starter-Filmpreis der Stadt München. Ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm SCHILDKRÖTENWUT wurde international auf Festivals gezeigt und gewann mehrere Preise. Im Januar 2013 gründete sie gemeinsam mit der Filmemacherin Eva Stotz die Produktionsfirma ronjafilm. 9


Vorpremiere: So 1.9. um 18:00 uhr, Ab Do 5.9. im CinemA


Themenabend „Biografie und Film" mit dem Schwerpunkt „Exil"

Woodstock in Timbuktu – die Kunst des Widerstands Die Biografie eines Volkes, das zu verschwinden droht Im Januar 2011 fand das elfte internationale Festival au Désert in den Dünen vor Timbuktu (Mali) statt. Dazu eingeladen haben Tuareg oder besser gesagt Kel Tamaschek, wie sich die Sahara-Nomaden selbst nennen. Drei Tage und Nächte bietet das Festival eine ideale Plattform für die Begegnung mit diesem legendären Wüstenvolk, das sich nicht erst in Zeiten der Globalisierung zum Zu Gast im Cinema:

Désirée von Trotha

Widerstand aufgerufen fühlt. Seit Beginn der Kolonialzeit finden sich die Kel Tamaschek in einer politischen Landschaft wieder, die ihre nomadische Lebensweise und damit den Fortbestand ihrer Jahrhunderte währenden Kultur gefährdet. „Gratulation an Bombino aus dem Niger! Er hat sich der Kalaschnikow verweigert und stattdessen zur Gitarre gegriffen!“ Mit diesen Worten beginnt der Film nach einem Bühnenauftritt auf dem Festival. »Von Trotha gelingt mit ihrem Film nicht nur ein faszinierender Einblick in eine fremdartige und komplexe Kultur, die Filmemacherin schafft es auch buchstäblich, den Horizont des Zuschauers zu erweitern, lässt die Kel Tamaschek sich selbst präsentieren, als ein weltoffenes, tolerantes und doch traditionsbewusstes Volk, welches stolz ist auf die eigenen Wurzeln und diese nicht verlieren möchte.« (Deutsche Film- und Medienbewertung: Prädikat besonders wertvoll) Deutschland 2012 · Regie und Drehbuch: Désirée von Trotha · Kamera: Britta Mangold, Dietrich Mangold, Désirée von Trotha, Philip Joens, Intagrist El Ansari Musik: Amanar, Tartit, Bombino u.a. · ab 0 J. · teilw.OmU · 92‘

Do 19. September • 20:30 Uhr In Anwesenheit der Regisseurin Désirée von Trotha September Zweitausenddreizehn

DIE LINSE

Die Filmemacherin, Autorin und Fotografin Désirée von Trotha, Jahrgang 1961, absolvierte das Regiestudium an der HFF in München, flankiert von einem Stipendium des DAAD für das Royal College of Art im Film Department London. Es folgten Regieassistenzen bei zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen u.a für die Regisseure Robert van Ackeren und Rainer Kaufmann. Nach journalistischen Filmbeiträgen, folgten 2010 Kamera und Regie bei einer ZDF/arte-Dokumentation. Seit 1991 verbringt sie rund sechs Monate im Jahr in der südlichen Sahara, in den Tuareggebieten Algeriens, Nigers und Malis, sowie im Norden des Tschad. Woodstock in Timbuktu ist ihr erster Kino-Dokumentarfilm. 11


Open Air Kino am Hawerkamp 31 29.08.

Der Geschmack von rost unD knochen

Frankreich, Belgien 2012, Drama | Regie: Jacques Audiard | Deutsche Fassung | Filmstart ca. 21:00 Uhr Ohne Geld und Freunde sucht Ali mit seinem Sohn Sam Zuflucht bei seiner Schwester an der Côte d‘Azur. In seinem Job als Türsteher lernt er die Waltrainerin Stéphanie kennen. Als eine ihrer Shows in einer Tragödie endet, bringt ein nächtlicher Anruf die beiden erneut zusammen ... »Ein schmerzhaft großartiger Liebesfi lm« (film-dienst). Von Jacques Audiard (»Ein Prophet«).

05.09.

FilmFestival münster: kurzFilm-lieblinGe

Zum Abschluss des Kamp-Flimmerns gleich ein Warm-Up zum Filmfestival Münster 2013: Filmabend mit den schönsten, witzigsten und unvergesslichsten »Shorten« des Kurzfilm-Wettbewerbs der letzten Festivalausgabe. Allesamt bieten sie einen interessanten und spannenden Querschnitt durch die Genres Spielfilm, Dokumentation, Animation der jungen Kurzfilmproduktion. Keine Konfektionsware sondern familiär – kurz und gut! Ca. 21:00 Uhr

Infos | Wie am Kamp geflimmert wird:

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Öffnungszeiten: Einlass um 20:00 Uhr, Filmbeginn gegen Einbruch der Dunkelheit, frühestens aber um 21:00 Uhr. Eintrittspreise: Abendkasse = € 6,50 (keine Ermäßigungen), Vorverkauf (Cinema, Warendorfer Straße 45) = € 4,40 für die ersten 40 Karten, danach € 5,50. Vorverkauf bis zum Vortag. Getränke gibt es vor Ort zu günstigen Preisen. Das Mitbringen von eigenen Getränken ist nicht erwünscht. Dafür kann man ordentlich Grillgut mitbringen! Grillbenutzung: Das Deutsche Wurst Institut stiftet wie immer Grills, Glut, Saucen, Pappteller und Besteck. Es darf gerne auch während der Vorführung gegrillt werden. Veranstalter: Cinema & Kurbelkiste und Hawerkamp 31 e.V., mit September Zweitausenddreizehn freundlicher UnterstützungDIE vonLINSE moving movies (Projektionstechnik), der Sputnikhalle und den vielen ehrenamtlichen Helfern des Kamp-Flimmern-Teams.


Die besondere Matinee

Sâdhu Dokumentation über einen hinduistischen Geistlichen, der nach acht Jahren Askese wieder in die Zivilisation zurückkehrt Der Sâdhu (ersetzt: Wahrheitssucher) Suraj Baba, ein hinduistischer Heiliger, hat sich von allen weltlichen Gütern getrennt, um sich in eine Grotte zurückzuziehen, die mitten im Himalaya-Gebirge auf 3000 Metern Höhe liegt. Nachdem er acht Jahre in völliger Isolation gelebt und diese Zeit der Meditation gewidmet hat, wendet er sich wieder der irdischen Welt zu.

Während des hinduistischen Kumbh Mela Festes, das alle 12 Jahre mehr als 70 Millionen Pilger anzieht, beschließt Suraj, sich den anderen Sadhus anzuschließen, bevor er sich auf eine lange Reise begibt und am Ende das Askesegelübde ablegt. Durch die Aufrichtigkeit und Offenherzigkeit des Weisen rückt der indische Mystizismus während seiner Initiationsreise in den Hintergrund, denn Suraj ist ein Weiser, der keiner mehr sein möchte.

Der besondere Film

Modest Reception – Die Macht des Geldes Bitterböse Parabel über ein Paar, das durch einen bergige Grenzregion des Iran fährt mit dem Kofferraum voller Geld. Leyla und Kaveh, sie mit kecker Strickmütze, er mit Gipsarm, kurven im Geländewagen durch eine abgelegene Gegend und haben ihren Kofferraum gefüllt mit Plastiktüten voller Geld. Dieses wollen sie an Menschen in den Bergen verteilen, die von Bombenangriffen heimgesucht wurden. In wessen Auftrag sie handeln, woher das Geld stammt und wer die beiden sind, weiß niemand so recht. Nachdem das Paar einen Soldaten an einer Straßensperre mit Geld überhäuft hat, so dass er glatt die Kontrolle vergisst, besuchen sie einen alten Mann, der in einer improvisierten Bleibe in einem Steinbruch haust. Der will kein Geld, er habe alles, was er brauche. Es folgen weitere Begegnungen, doch die Menschen trauen den scheinbaren Wohltätern nicht... »Eine radikale Kritik an einer Gesellschaft, in der Willkür die sozialen, religiösen und moralischen Vorstellungen auf absurde Weise korrumpiert« (Film des Monats, Jury der evangelischen Filmarbeit)

Schweiz 2012 · Regie, Drehbuch und Kamera: Gaël Métroz · Musik: Julien Pouget · 87'

PAZIRAIE SADEH · Iran 2012 · Regie: Mani Haghighi Drehbuch: Mani Haghighi, Amir Reza Koohestani · Kamera: Houman Behmanesh • Mit Taraneh Alidoosti, Mani Haghighi, Saeed Changizian, Esmaeel Khalaj, Saber Abbar u.a. · farsi.OmU · 100'

So 22. September • 11:00 Uhr So 29. September • 11:00 Uhr

Mo 23. September • 19:00 Uhr Mi 25. September • 19:00 Uhr

September Zweitausenddreizehn

DIE LINSE

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Lateinamerikanische Filme – mit Upla e.V.

Un amor – Eine Liebe fürs Leben Ein nachdenklicher und atmosphärischer Film über die Liebe und über die Zeit, die dieser Liebe eine neue Dimension hinzufügt. Existiert die Liebe auf den ersten Blick? Na sicher. Aber manchmal braucht man 30 Jahre, um sicher zu sein. Lalo und Bruno sind dicke Freunde in den 70er Jahren. Da taucht Lisa auf, die zunächst kapriziös und frech den beiden Teenagern den Kopf verdreht. Sie wirbelt alles durcheinander in der kleinen Stadt am Fluss und entscheidet sich dann doch für einen der beiden. Viele Jahre später wird sie wieder auftauchen und die beiden suchen, die in ganz unterschiedlichen Lebensverhältnissen gelandet sind.

Chile – 40 Jahre Putsch gegen Allende

Vermisst Costa-Gavras Meisterwerk über den Militärputsch in Chile von 1973

Eine Geschichte vom Kennenlernen, von einem verliebten Sommer und von der Wiederbegegnung nach langer Zeit. Paula Hernández (Lluvia / Im Regen des Südens) erzählt auf unmittelbar berührende Weise vom Zeitgeist der Gefühle und den Wechselfällen des Lebens, wobei im Hintergrund die politische Geschichte Argentiniens seit den 70er Jahren stets präsent bleibt.

Der Amerikaner Charlie Horman zieht mit seiner Frau Beth (Sissy Spacek) nach Santiago de Chileund schreibt dort u. a. für eine linke Zeitung. Am 11. September 1973 wird er in vom Militärputsch gegen Salvador Allende überrascht und begegnet USamerikanischen Offizieren, von denen er annimmt, dass sie daran mitwirkten. Kurz darauf findet Beth die Wohnung verwüstet vor, und Charlie ist verschwunden. Ihr Schwiegervater Ed (Jack Lemmon) kommt nach Chile und beginnt die Suche nach seinem Sohn, die von den Behörden behindert wird. Der erschütternde Politthriller basiert auf dem Sachbuch „The Execution of Charles Horman. An American Sacrifice“ von Thomas Hauser. Am Beispiel eines authentischen Einzelfalls prangern Thomas Hauser und Constantin Costa-Gavras die Verletzung der Menschenrechte durch die chilenische Militärjunta an, die im September 1973 den sozialistischen Staatspräsidenten Salvador Allende Gossens stürzte und die Macht an sich riss. Das Drehbuch von Donald Stewart und Costa-Gavras wurde mit einem Oscar ausgezeichnet. Nominiert wurden auch Jack Lemmon und Sissy Spacek.

UN AMOR PARA TODA LA VIDA · Argentinien 2011 · Regie: Paula Hernández · Drehbuch: Paula Hernández, Leonel D'Agostino · Kamera: Guillermo Nieto · Musik: Axel Krygier • Mit Diego Peretti, Alan Daicz, Elena Roger, Denise Groesman, Luis Ziembrowski u.a. · span.OmU · 99'

MISSING · USA 1981 · Regie: Constantin Costa-Cavras · Drehbuch: Costa-Gavras, Donald Stewart · Kamera: Ricardo Aronovich · Musik: Vangelis • Mit Jack Lemmon, Sissy Spacek, Melanie Mayron, John Shea, Charles Cioffi, David Clennon · ab 12 J. · 122'

Mi 4. September • 20:45 Uhr

Mo 16. September • 19:00 Uhr

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DIE LINSE

September Zweitausenddreizehn


Selbstermächtigung in Lateinamerika

the revolution Will Not Be televised Packende Dokumentation über den Putsch gegen hugo chávez im april 2002 Er war ein Militär, aber auch ein charismatischer Linkspopulist, der sich dem Kampf gegen die Globalisierung verschrieben hatte: hugo chavez, inzwischen verstorbener Präsident von Venezuela. Anfang 2002 wollen die Dokumentarfilmerinnen kim Bartley und Donnacha o' Briain einen hautnahen Film über Chávez machen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Am 11. April es-

kaliert eine Demonstration gegen Chávez, Scharfschützen schießen in die Menge, 19 Menschen sterben. Das oppositionelle Fernsehen macht Chávez dafür verantwortlich, am Folgetag kommt es zum Putsch. In den nächsten 48 Stunden steht das irische Filmteam im Auge des Sturms und macht eindrückliche Aufnahmen sowohl aus dem Inneren des Präsidentenpalastes als auch von den Straßen der Stadt, die im Chaos versinken. Der Film behandelt die Rolle der venezolanischen Opposition und der USA in diesem Putschversuch – und immer wieder des Fernsehens, das in Venezuela essentiell für die politische Willensbildung ist. CHAVEZ: INSIDE THE COUP · Regie: Kim Bartley,Donnacha O'Briain · Drehbuch: Kim Bartley, Donnacha O'Briain · Kamera: Bartley, Donnacha O'Briain • Mit Hugo Chávez, Pedro Carmona, Jesse Helms, Colin Powell, George Tenet u.a. ab 12 J. · engl.OF · 74'

Mo 30. September • 19:00 Uhr Mit einem Input von Benjamin Körner (Vorsitzender ver.di Jugend Münsterland) September Zweitausenddreizehn

Arthouse sneAk – Pay After! – WIr machEN DaS Programm, Ihr macht DEN PrEIS! Zweimal monatlich laden wir seit april zur arthouse Sneak. Im rahmen der cinema-Nachtschicht könnt ihr am 1. und 3. mittwoch des monats um 22:45 Uhr aktuelle Perlen aus der Welt der Filmfestivals und Programmkinos schon vor Bundesstart entdecken. Synchronisiertes hat dabei keine chance: alle Filme laufen in der originalsprache (mit deutschen Untertiteln). Bis auf weiteres gilt die Devise Pay after: ihr bestimmt selbst, wie viel euch der gezeigte Überraschungsfilm wert ist. Schlappe 2 Euro beträgt der mindesteintritt, mit bis zu 7,50 Euro könnt ihr nach dem Besuch den Film „bewerten“. Eure meinung ist uns und den Verleihern sehr wichtig und wir freuen uns über eure rückmeldungen zu den gezeigten Filmen! Bisherige arthouse-Sneak-Lieblingsfilme und die Durchschnittsnoten: Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel: 2,10 The Broken Circle [omU]: 2,10 Das Glück der großen Dinge: 2,32 Die nächsten termine: arthoUSE SNEak #11: Mi 4. September • 22:45 Uhr arthoUSE SNEak #12: Mi 18. September • 22:45 Uhr

DIE LINSE

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Filmfestival Münster 2013 & Die Linse präsentieren:

Short Matters! 2013 Warm-up des Filmfestival Münster mit den besten Kurzfilme Europas Seit Gründung der European Film Academy (EFA) ist es ihr ein Anliegen, nicht nur etablierte Filmemacher zu würdigen, sondern auch talentierte Neueinsteiger zu unterstützen. Die Aufmerksamkeit auf die neue Generation europäischer Filmemacher zu lenken, heißt den Weg für die Zukunft des neuen europäischen Kinos zu ebnen.

Die Filme selbst stammen aus allen teilen europas, die themen sind dabei ebenso vielfältig wie die Anzahl der Länder. Die Vorführungen werden vom Festivalteam moderiert.

Jedes Jahr stellt die EFA die Kurzfilmrolle Short MAtterS! mit den Preisträgern des Short Film Award, nominiert auf namhaften europäischen Filmfestivals zusammen. Daraufhin touren die Filme über Festivals weltweit. Auch das Filmfestival Münster ist hier seit Jahren fester Abspielpartner!

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Dass das Leben hart und eintönig sein kann, erleben wir in toMorroW WiLL Be GooD. im finnischen Beitrag hoW to PiCK BerrieS stehlen eindringlinge die Waldbeeren der einheimischen. obwohl Lorna ihr Leben in tWo heArtS glaubt, fest im Griff zu haben, wird sie plötzlich völlig aus der Bahn geworfen. Mit den Auswirkungen der Globalisierung beschäftigt sich der Animationsfilm ViLLA ANtroPoFF, Short Matters! 2013 (1): toMorroW WiLL Be GooD · Frankreich r: Pauline Gay · Ghent Short Film Nominee 2012 · 16' SuPerMAN, SPiDerMAN or BAtMAN (rumänien · r: tudor Giurgiu · Valladolid Short Film Nominee 2012 · 11' tWo heArtS · irland · r: Darren thornton Cork Short Film Nominee 2012 · 17' hoW to PiCK BerrieS · Finnland · r: elina talvensaari Bristol Short Film Nominee 2012 · 9' the AMBASSADor & Me · Schweiz · r: Jan Czarlewski Angers Short Film Nominee 2012 · 15'

Mo 16. September • 21:00 Uhr 16

DIE LINSE

September Zweitausenddreizehn


Die Linse zeigt mit dem

Paradiso, an Amsterdam Stage Affair Die Geschichte eines Poptempels – erzählt von Popstars grandios überspitzt, während bei BEAST auf einem Bauernhof in Ungarn die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und ein diktatorischer Bauer keinen Unterschied zwischen Tier, Familie oder Sklave macht. TWo SHIPS zeigt uns den dramatischen Ausgang einer mit Leichtigkeit begonnen Nacht. In dem rumänischen SUPERMAN, SPIDERMAN oR BATMAN träumt ein Junge davon als Superheld seine herzkranke Mutter zu retten. Und Jan fliegt in THE AMBASSADoR & ME nach Brüssel um Zeit mit seinem Vater, dem Botschafter Polens, nachzuholen. Der türkische Film SILENT erzählt die Geschichte eines Gefängnisbesuchs der anderen Art, bei dem keine Worte fallen dürfen.

Short Matters! 2013 (2): TWo SHIPS · Frankreich · R: Justine Triet Berlin Short Film Nominee 2012 · 30' BEAST · Ungarn · R: Attila Till Tampere Short Film Nominee 2012 · 20' VILLA ANTRoPoFF · Lettland / Estland R: Kaspar Jancis u. Vladimir Leschiov Krakow Short Film Nominee 2012 · 13' SILENT · Türkei, R: L. Rezan Yesilbas Grimstad Short Film Nominee · 14'

Mo 23. September • 21:00 Uhr Short Matters! 3: Mo 14. Oktober • 21:00 Uhr September Zweitausenddreizehn

Paradiso, Weteringschans 6-8, 1017 SG Amsterdam: Seit Mai 1968 ist die mit einem Konzert von Pink Floyd feierlich entweihte Kirche Symbol niederländischer Gegenkultur und Magnet für Heerscharen von Popstars.

Regisseur Jeroen Berkvens mixt Archivaufnahmen von Nirvana über Public Enemy bis Jónsi und vor Lampenfieber glühende BackstageInterviews mit Johnny Rotten, Paul Weller, Henry Rollins u.a. zu einer beeindruckenden Dokumentation, nicht nur über ein Gebäude, das wie kaum ein zweites in Europa in Stein gemeißelte Popkultur bedeutet, sondern auch über das immer wieder neu berückende Erlebnis namens Live-Konzert. Niederlande 2011 · Regie, Drehbuch: Jeroen Berkvens Kamera: Rob Hodselmans u.a. · Mit Johnny Rotten, Paul Weller, Henry Rollins, Chuck D., Jello Biafra, Hugh Cornwell, Daniel Johnston, Jónsi, Stuart Staples, Maxi Jazz, Tom Barman u.v.a. · engl. Of / niederl. OmeU · 90’

Mo 30. September · 21.00 Uhr DIE LINSE

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Faust

Der deutsche Urmythos als Stummfilm mit Live-Musik-Begleitung

Theaitetos Trio? Sind das nicht diese vier (!) wahnwitzigen Musikkabarettisten aus dem Münsterland, dieser harmlosesten Gegend der Republik? Richtig. Aber harmlos wäre falsch. Eher irrwitzig, versponnen, virtuos. Sie zeigen es uns in ihrer Live-Begleitung des brillanten Streifens FAUST von Friedrich Wilhelm Murnau aus dem Jahr 1922. Desolatus Faustus singen sie, und sie meinen eigentlich den Desperado. Besessen von der Idee ewiger Jugend paktiert der alte Doktor mit dem Satan selbst. In der filmischen Bearbeitung dieses urdeutschen Mythos überzeugt nicht nur die erstklassige Schauspielerriege mit Emil Jannings an der Spitze, nicht nur die fulminante Montage- und Schnittechnik raubt einem schier den Atem. Nein, es sind diese vier seltsamen Herren, die sich da an allerlei Klangerzeugern betätigen und dem Film ihr eigenes musikalisches Empfinden gegenüberstellen. Man staunt nicht schlecht über die Klanggewalt, die Feinheiten und Verschrobenheiten. Die Vier vom Theaitetos Trio spielen eigentlich alles, was Geräusch macht, vom konventionellen Euphonium über Posaune und Gitarre bis hin zu Plastikflasche, Radio und unerklärlichem elektronischem Gerät aus den frühen 50er Jahren. Dazu kommen noch Orgeln, Kinderklavier, eine Unzahl anderes. 18

DIE LINSE

Weil aber der Film an diesem Abend die Hauptrolle spielt, kann man nur erahnen, was die Musiker dort neben der Leinwand im Halbdunkel genau treiben, was von Vielen arg bedauert wird. Schließlich sind die Vier eigentlich ein Musikkabarett mit bestem Ruf. Hier allerdings bescheiden sie sich mit der musikalischen Begleitung des Stummfilmklassikers. Was schließlich machen sie? Sie singen, sägen, spielen, sie zerschmettern die Idee der begleitenden und damit unterwürfigen Filmmusik. Dabei gelingen ihnen Musiken von suggestiver Kraft. Schubladen sind ihnen fremd, und deswegen hört man Musik aus nahezu allen Genres. Bei ihnen ist die Musik so geschlossen, dass sie – auch ohne Bild – besteht. Kommt dann das geniale Werk Murnaus hinzu, dann staunt man. Und ist begeistert.

Deutschland 1926 · Regie: Friedrich Wilhelm Murnau Drehbuch: Hans Kyser · Kamera: Carl Hoffmann • Mit Gösta Ekman, Emil Jannings, Camilla Horn, Frida Richard, Wilhelm Dieterle, Yvette Guilbert, Eric Barclay, Hanna Ralph u.a. · ab 6 J. · ohne Dialog · 89'

Mi 25. September • 22:45 Uhr Mit Livebegleitung von Johannes „Niele“ Dolezich, Helmut Buntjer, Udo Herbst und Bernd Kortenkamp September Zweitausenddreizehn


adult horror movies Vom Kreuzberger EiSzEit-Kino schwappt eine Horrorwelle nach Münster. Immer donnerstags um 22:45 Uhr sind wir Teil der Reihe ADUlT HoRRoR MovIeS, die das Horrorgenre aus dem Ghetto des parodistischen TeenagerSlasher-Films befreien möchte. Alle Filme laufen im original oder in omU.

Funny Games

nosFeratu Phantom der nacht Werner Herzogs Remake des Murnau-Klassikers ist der überzeugendste Versuch, an die deutsche Horrortradition des Expressionismus anzuknüpfen. Herzog findet unvergleichlich eindrückliche Bilder für kollektiven Wahnsinn angesichts der Pest, und Klaus Kinski ist ein ähnlich scheußlicher Vampir wie Max Schreck es war. Eine zutiefst metaphorische Version von Bram Stoker´s Dracula. Deutschland/Frankreich 1978 · Regie: Werner Herzog · Drehbuch: Werner Herzog · Kamera: Jörg Schmidt-Reitwein · Musik: Popol Vuh • Mit Klaus Kinski, Isabelle Adjani, Bruno Ganz, Jacques Dufilho, Roland Topor u.a. · ab 16 J. · 107'

Do 5. September • 22:45 Uhr

tears oF Kali Andreas Marschalls Filme sind die mit Abstand originellsten Versuche, das in Deutschland nahezu ausgestorbene Horrorgenre zu reanimieren. TEARS oF KALI interessiert sich für die dunklen Seiten von Therapiewahn, Esoterik und Buddhismus. Ehemalige BhagwanAnhänger haben sich in Poona zur „Taylor-Erickson-Gruppe“ zusammengeschlossen und gehen in ihren Selbsterkundungen über alle Grenzen hinaus. Die Folgen sind blutig. Deutschland 2004 · Regie: Andreas Marschall · Kamera: Heiko Merten, Michael M. Schuff • Mit Pietro Martellanza, Mathieu Carrière, Irena Heliana-Jandris, Michael Balaun, Cora Chilcott u.a. · ab 18 J. · 106'

Do 12. August • 22:45 Uhr

September Zweitausenddreizehn

DIE LINSE

FUNNY GAMES will Metahorror sein. Glücklicherweise misslingt Michael Hanekes alberne Medienkritik. Wenn man aber die „Verfremdungseffekte“ als sadistische Ironie begreift, wird aus dem Feuilletonliebling plötzlich ein toller Exploitationthriller im Home InvasionGenre. Ein würdiger Nachfolger der Filme von Wes Craven (The Last House on the Left) und Sam Peckinpah (Straw Dogs). FUNNY GAMES Österreich 1997 · Regie u. Drehbuch: Michael Haneke · Kamera: Jürgen Jürges • Mit Susanne Lothar, Ulrich Mühe, Frank Giering, Arno Frisch, Stefan Clapczynski u.a. · ab 18 J. · 103'

Do 19. September • 22:45 Uhr

room 237 > s. S. 35 Premiere im Rahmen der Adult Horror Movies: Do 26. September • 22:45 Uhr, anschl. im Wochenprogramm

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Eröffnet wird die Film- und Gesprächsreihe am Donnerstag, den 12. September, um 19:00 Uhr mit dem Provinzfilm-Klassiker KARniGGElS mit einer Einführung durch Co-Regisseur Hans-Erich Viet. Gegen 21:00 Uhr gibt es eine Gesprächsrunde im Orangenen Provinz-Salon: „Lustig, lächerlich oder peinlich? – Bilder von Provinz in Film/Krimi/Serie?“ u.a. mit Jürgen Kehrer (Wilsberg), Usch Luhn (Kinderbuchautorin Pimpinella, Die Gagas) und HansErich Viet (KARniGGElS). Die Moderation übernimmt Jens Schneiderheinze vom Cinema. 20

DIE LINSE

Ein Drehbuch-Workshop speziell für Schülerinnen und Schüler findet am Freitag, den 13. September von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr statt. Die Kinder-, Jugend- und Drehbuch-Autorin Usch Luhn (Pimpinella, Die Gagas) wird anhand des Buches „Matilda“ von Roald Dahl und des gleichnamigen Filmes in das Thema „Die Kunst der Komödie: Wie schreibe ich ein lustiges Drehbuch“ einführen. Die Teilnahme für Schulklassen und -kurse für den Workshop ist kostenlos. September Zweitausenddreizehn


Tage des Provinzfilms 2013 – Termine

Zum dritten mal veranstalten der filmservice münster.Land und das cinema die Tage des Provinzfilms. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr beim Humor im Provinzfilm.

„Schmunzeln in Serie – von der spaßigen Idee zum humorvollen Film“ ist der Titel des Drehbuch-Workshops am Freitag von 14:00 bis 17:00 Uhr und am Samstag von 10:00 bis 13:00 Uhr. Die Teilnehmenden können mit Autor und Regisseur Hans-Erich Viet Ideen für Filmkomödien und Serien weiterentwickeln. Interessierte sollten als Vorbereitung Exposes von bis zu drei Seiten Umfang beim Filmservice Münster.Land einreichen. Anmeldung und Informationen unter filmservice@stadtmuenster.de oder jesch@cinema-muenster.de. September Zweitausenddreizehn

Do 12. September • 19:00 Uhr KarNIggELS Do 12. September • 21:00 Uhr Orangener Provinzsalon Fr 13. September • 9:00 Uhr Schüler-Workshop: „Wie schreibe ich ein humorvolles Drehbuch?“ Fr 13. September • 14:00 Uhr Workshop „Schmunzeln in Serie” 1 Fr 13. September • 18:00 Uhr Abendessen Fr 13. September • 19:00 Uhr DE NoorDErLINgEN Fr 13. September • 21:00 Uhr aDamS ÄPfEL Sa 14. September • 9:00 Uhr Workshop „Schmunzeln in Serie” 2 Sa 14. September • 17:00 Uhr graSgEfLüSTEr Sa 14. September • 19:00 Uhr DIE KIrcHE bLEIbT Im Dorf Sa 14. September • 21:00 Uhr No coUNtry For olD meN So 15. September • 11:00 Uhr DIE KIrcHE bLEIbT Im Dorf DIE LINSE

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Tage des Provinzfilms 2013 (2)

Tage des Provinzfilms 2013 (1)

De Noorderlingen

Karniggels

Eine Komödie über die religiöse Bigotterie

Der trockene Humor des Nordens Horst Köpper (Bernd Michael Lade), im ländlichen Idyll Schleswig-Holsteins aufgewachsen, ist dabei, seine Ausbildung zum Polizisten zu beenden. Als Praktikant wird er nach Barmstedt geschickt, wo jeder jeden kennt und man der Polizei mit Argwohn begegnet. Trotz großer Schwierigkeiten stürzt sich Köppe in die Arbeit und macht sogar nachts Extrarunden, um einem geheimnisvollen Kuhmörder auf die Spur zu kommen, der in der Gegend sein Unwesen treibt. Sein Privatleben, aber auch sein berufliches Werden zunehmend kompliziert, bis er sich schließlich aus Frust besäuft und prompt in eine Polizeikontrolle gerät. Nun scheint alles aussichtslos. KARNIGGELS ist eine der ersten, wenn nicht die erste Filmkomödie des neuen deutschen Films, der wie ein Initialzünder wirkte. Bernd Michael Lade spielte in KARNIGGELS eine seiner ersten großen Filmrollen.

Ein kleiner nordholländischer Ort am Rande eines dunklen Waldes, ein halbfertiges Wohnbauprojekt mit blitzsauberen Straßen. Hinter den Fassaden verbergen sich merkwürdige Charaktere. Der voyeuristische Postbote, der alle Briefe liest, bevor er sie zustellt, der kurzsichtige, impotente Förster und seine unbefriedigte Gattin, der gutmütige Metzger, der seine Fleischeslust nicht zügeln kann, seine rundliche, von religiösem Wahn besessene Frau, die am liebsten nur mit dem heiligen Franziskus verkehren würde und der pubertierende Sohn der beiden, der sich mit dem Freiheitskämpfer Lumumba identifiziert. Und dann ist da noch der düstere Wald am Rande der Siedlung … Eine rabenschwarze Satire auf calvinistische Aufgeklärtheit und katholische Bigotterie. Noorderlingen ist randvoll von hanebüchenen Geschichten, skurrilen Figuren und unerhört komischen Situationen. Wer "Delicatessen" mochte, "Toto, der Held" und "Leolo", der wäre verrückt, sich Noorderlingen entgehen zu lassen." (TIP, Berlin).

Deutschland 1991 · Regie: Detlev Buck · Beratung und Co-Regie: Hans-Erich Viet · Drehbuch: Detlev Buck, Wolfgang Sieg · Kamera: Roger von Heereman · Musik: Detlef Petersen • Mit Bernd Michael Lade, Ingo Naujoks, Julia Jäger, Hans-Erich Viet u.a. · ab 12 J. · 94'

Niederlande 1992 · Regie und Drehbuch: Alex van Warmerdam · Kamera: Marc Felperlaan · Musik: Vincent van Warmerdam • Mit Alex van Warmerdam, Leonard Lucieer, Jack Wouterse, Rudolf Lucieer, Annet Malherbe, Loes Wouterson, Veerle Dobbelaere, Dary Some u.a. · 12 J. · niederl.OmU · 112'

Do 12. September • 19:00 Uhr

Fr 13. September • 19:00 Uhr

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DIE LINSE

September Zweitausenddreizehn


Tage des Provinzfilms 2013 (4) Tage des Provinzfilms 2013 (3)

Grasgeflüster

Adams Äpfel

Die kriminelle Energie der Dorfbevölkerung

Schwarze Komödie aus Dänemark

Nach dem Tod ihres Mannes steht Grace Trevethyn vor einem Scherbenhaufen. Drehte sich ihr wohlbehüteter Alltag bislang vor allem um ihre Orchideenzucht und nette Teepartys, muss sie sich nun nicht nur mit der Existenz einer heimlichen Geliebten, sondern auch mit einem riesigen Schuldenberg auseinander setzen. Um ihr schönes Heim nicht zu verlieren, beschließt die passionierte Hobbygärtnerin, ihren „grünen Daumen“ zu Geld zu machen, und verwandelt ihr Gewächshaus mit Hilfe ihres Gärtners Matthew kurzerhand in eine MarihuanaPlantage. Doch um das Gras zu Geld zu machen, muss Grace ihr idyllisches Dorf in Cornwall verlassen und sich in die raue Unterwelt des berühmtberüchtigten Londoner Stadtteils Notting Hill wagen. Vor kurzem noch angesehenes Mitglied einer braven Küstengemeinde, sieht sich Grace plötzlich mit Gangstern, Dealern, Schuldeneintreibern und der allzu neugierigen Polizei konfrontiert. Der englische Feel-Good-Kinohit ist ein urkomisches „Joint-Adventure“, in dem Golden Globe-Preisträgerin Brenda Blethyn in der Hauptrolle glänzt.

Adams Äpfel – so nennt Ivan, Landpfarrer irgendwo im dänischen Nirgendwo, die Äpfel am kirchlichen Apfelbaum, seit Adam sich die Aufgabe gestellt hat, aus ihnen einen Apfelkuchen zu backen. Adam ist der Neuzugang in Ivans Oase der Nächstenliebe, in der er Straffällige zu resozialisieren versucht. Seine derzeitigen Schäfchen sind neben dem gewalttätigen Neo-Nazi Adam der Trinker und Triebtäter Gunnar und der arabische Tankstellenräuber Khalid. Auf den ersten Blick ein überzeugter Gutmensch, begegnet der Pfarrer Allem und Jedem mit unerschütterlichem Verständnis, auch dem rüden Verhalten seiner Schützlinge. Doch bald entpuppt sich seine Barmherzigkeit als Besessenheit, die keine Widerrede duldet. Während Gunnar und Khalid Auseinandersetzungen mit Ivan aus dem Weg gehen, stellt sich Adam der manischen Güte. Er beschließt, den Kampf aufzunehmen und Ivans positiver Sicht der Dinge einen Schuss böse Realität zu verpassen … Adams æbler · Dänemark 2005 · Regie und Drehbuch: Anders Thomas Jensen · Kamera: Sebastian Blenkov Musik: Jeppe Kaas • Mit Ulrich Thomsen, Mads Mikkelsen, Nicolas Bro u.a. · ab 16 J. · 91'

SAVING GRACE · Großbritannien 2000 · Regie: Nigel Cole · Drehbuch: Craig Ferguson, Marc Crowdy · Kamera: John de Borman · Musik: Mark Russell • Mit Brenda Blethyn, Craig Ferguson, Martin Clunes, Tchéky Karyo, Jamie Foreman, Bill Bailey, Valerie Edmond u.a. · ab 6 J. · 91'

Fr 13. September • 21:00 Uhr

Sa 14. September • 17:00 Uhr

September Zweitausenddreizehn

DIE LINSE

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Tage des Provinzfilms 2013 (6)

No Country for Old Men

Tage des Provinzfilms 2013 (5)

Blutige Komödie mit dem herausragenden Javier Bardem als Psychopath

Die Kirche bleibt im Dorf Der schwäbische Bloggbaschter. Fast 500.000 Besucher! Eine schwäbische Komödie mit Dialektwitz der schwäbischen Mundart: Grüne Wiesen, blauer Himmel – Eigentlich sollte die Welt in Oberrieslingen und Unterrieslingen in bester Ordnung sein. Doch die beiden Dörfer teilen sich seit dem Mittelalter Kirche und Friedhof, was bis heute für Zank und Hader sorgt. Aktuell kommt erschwerend hinzu, dass sich auf der einzigen Verbindungsstraße zwischen Ober-und Unterrieslingen ein Schlagloch befindet – just im Grenzbereich. Niemand fühlt sich für die Beseitigung verantwortlich. Indirekt ist das Schlagloch für den Tod von Oma Anni aus Oberrieslingen verantwortlich, die eine Spur zu flott mit ihrem Moped unterwegs war. Ihre Beerdigung entfacht die Feindschaft zwischen den Dörfern aufs Neue. Darunter haben vor allem Klara Häberle und Peter Rossbauer zu leiden. Die wären längst verheiratet, wenn sie nicht eine Oberrieslinger „Schnecke” und er ein Unterrieslinger Jungschweinebauer wäre. So droht ihnen dasselbe Schicksal wie einst Romeo und Julia. Deutschland 2012 · Regie und Drehbuch: Ulrike Grote Kamera: Robert Berghoff · Musik: Jörn Kux • Mit Natalia Wörner, Karoline Eichhorn u.a. · ab 6 J. · 93'

Sa 14. September • 19:00 Uhr + So 15. September • 11:00 Uhr 24

Im Südwesten Texas entdeckt Llewelyn Moss (Josh Brolin) mehrere Leichen, Beutel voller Heroin und große Summen Geld. Moss nutzt die Chance und schnappt sich das Geld. Auf was er sich damit allerdings einlässt, ahnt er nicht. Fortan ist er auf der Flucht vor dem ehemaligen Special-Forces-Mann Wells, der im Auftrag eines Drogen-Kartells handelt, und dem psychopathischen Killer Chigurh (Javier Bardem). »Die Faszination am Bizarren des Todes – der schwarze Humor sowie das fatale Verwechseln von Asthma-Spray und Pistole im unmöglichen Härtefall – verschmilzt hier mit der texanischen Landschaft und der Seele seiner Bewohner, transzendiert ins Jenseits von Gut und Böse. Vor und hinter der Kamera stimmt einfach alles. Vorangetrieben wird diese aberwitzige und spannend erzählte Geschichte von einem Schauspieler-Ensemble der allerersten Garde, von denen jeder für sich preiswürdig erscheint. Die Coen-Brüder sind mit dieser RegieLeistung und ihrem selbst verfassten Drehbuch auf dem Gipfel ihres kinematographischen Könnens angelangt. Ein ganz großer Film: eindrucksvoll und fulminant. Chapeau.« (Filmbewertungsstelle) USA 2007 · Regie: Ethan Coen, Joel Coen · Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen · Kamera: Roger Deakins · Musik: Carter Burwell • Mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald u.a. · ab 16 J. · 122'

Sa 14. September • 21:00 Uhr DIE LINSE

September Zweitausenddreizehn


Das Cinema zeigt zum Bundesstart

Hasta la vista, Sister! Ein Feelgood-Movie voll Leichtigkeit, Liebe und großen Abenteuern mit heißen Rhythmen vor der sinnlichen Kulisse Kubas.

Ailie ist eine stets perfekt gestylte und lebensfrohe Fashionista. Ihre Schwester ist das komplette Gegenteil: Rosa, programmatisch benannt nach der Sozialistenführerin Rosa Luxemburg, ist eine junge Aktivistin, die die Welt verändern will. So gefestigt die spröde wirkende Schottin in ihren Ansichten ist, so unsicher verhält sie sich in Liebesdingen – zu oft wurde sie enttäuscht. Was die jungen Frauen jedoch eint, ist der Schmerz um ihren verstorbenen Vater Roddy, der einst mit ihrer Mutter auf Kuba half, den Sozialismus aufzubauen. Als bei der Trauerfeier Roddys zweite Ehefrau Brenda verkündet, aus der Asche des Toten eine Golf-Tro-

phäe fertigen zu lassen, fasst Rosa einen Entschluss: Sie klaut die Asche ihres Vaters, um ihn dorthin zu bringen, wo er immer wieder am glücklichsten war – auf Kuba. Mit auf den Weg machen sich ihr Kumpel Conway und – zu ihrem Entsetzen – auch ihre Schwester Ailie. Für das ungleiche Trio beginnt eine turbulente Reise in die Karibik voller Abenteuer, zwielichtigen Bekanntschaften und einem unverschämt attraktiven Tänzer, der Rosas Herz erheblich aus dem Takt bringt. Am Ende kommen die beiden Schwestern noch einem Familiengeheimnis auf die Spur … »John Roberts (Regie) und Eirene Housten (Drehbuch) haben sich eine anspruchsvolle Aufgabe gewählt: eine politisch korrekte und dennoch freche Kinogeschichte über das große Abenteuer zweier Frauen, über schöne Männer und über die faszinierende Insel Kuba, wo sich für beide Schwestern Vergangenheit und Gegenwart zu einer ebenso irritierenden wie aufwühlenden Erfahrung treffen. Zwei tolle Schauspielerinnen beeindrucken in diesem Film: Eva Birthistle als brave Rosa – benannt nach Rosa Luxemburg, und Charity Wakefield als scheinbar oberflächliches Modepüppchen. Zusammen mit fesselnden Bildern aus dem modernen Kuba sorgen sie für einen sommerlich leichten Kinoabend.« (programmkino.de) DAY OF THE FLOWERS · Großbritannien 2012 · Regie: John Roberts · Drehbuch: Eirene Houston · Kamera: Vernon Layton · Musik: Stephen Warbeck • Mit Eva Birthistle, Charity Wakefield, Carlos Acosta, Bryan Dick, Christopher Simpson u.a. · engl.OmU + dF · 100'

Ab Do 29. August im Wochenprogramm September Zweitausenddreizehn

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Das Cinema zeigt

Just the Wind »Erinnert uns auf eindringliche Weise daran, was es für Menschen bedeutet, zwischen alltäglicher Diskriminierung und rassistischem Terror zu leben.« (Amnesty Filmpreis, Berlinale 2012) Die Nachricht verbreitet sich in Windeseile: In einem ungarischen Dorf wurde eine Roma-Familie ermordet. Die Täter sind entkommen, niemand will eine Ahnung davon haben, wer das Verbrechen begangen hat. Eine andere Roma-Familie, die nahe dem Tatort lebt, sieht sich in ihrer latenten, mühsam verdrängten Angst bestätigt. Der Vater ist weit weg in Kanada; er möchte seine Frau, die Kinder und den Großvater nachholen, sobald es ihm möglich ist. Die Familie, von rassistischem Terror bedroht und von einer schweigenden Mehrheit im Stich gelassen, versucht den Tag nach der Tat zu überstehen. Und abends, als die Dunkelheit über das Dorf hereinbricht, rückt man im Bett noch enger zusammen als sonst. Ausgehend von einer realen Mordserie, der in Ungarn in wenig mehr als einem Jahr acht Menschen zum Opfer fielen, schildert Benedek „Bence“ Fliegauf die Pogromstimmung, aus der Gewalt gegen Minderheiten entsteht.

»Was für ein Film! JUST THE WIND nimmt einem von der ersten Sequenz an den Atem; man kann sich nicht mehr zurücklehnen, kann nicht mehr wegsehen. Man will auch nicht mehr „Roma“ sagen, so als wäre dieses Volk einzig eine Masse. Bence Fliegauf gibt ihnen viele verschiedene Gesichter, schöne wie hässliche, die uns indes alle anschauen voller Angst. Der Regisseur zeigt die Armut, ohne sie durch Klischees herabzusetzen; er respektiert ihr Leben – und er fühlt ihre Angst, macht sie ohne Pathos, ohne Einsatz irgendwelcher Thrills physisch spürbar allein in der Körperhaltung seiner Protagonisten. Fliegauf evoziert die Bedrohung, Lebensgefahr allein in den Blicken, die sich auf die Roma richten – den Blicken der Kamera wie jenen der Nachbarn in Pogromlaune. Mit den Bedrohten, den Gejagten geht er deren Wege. Als könne es keine andere Filmsprache geben für diesen Stoff; das hier ist Kinematographie in Vollendung: ästhetisch zwingend.« (Anke Westphal, Frankfurter Rundschau) CSAK A SZÉL · Ungarn/Frankreich/Deutschland 2012 Regie und Drehbuch: Benedek Fliegauf · Kamera: Zoltán Lovasi · Musik: Benedek Fliegauf, Tamás Beke • Mit Katalin Toldi, Gyöngyi Lendvai, Lajos Sárkány, György Toldi, Gyula Horváth u.a. · ungar.OmU · 98'

Ab Do 29. August im Wochenprogramm 26

September Zweitausenddreizehn


Das Cinema zeigt zum Bundesstart

Der Fall Wilhelm Reich Klaus Maria Brandauer verkörpert den unkonventionellen Psychoanalytiker und Grenzforscher Wilhelm Reich, Idol der 68er-Bewegung Wilhelm Reich (Klaus Maria Brandauer) muss 1939 vor den Nazis, die seine Schriften verbrennen, in die USA fliehen. Hier, im „Land der Freiheit“, hofft der österreichische Psychiater und Grenzforscher seine Forschungsarbeiten fortsetzen zu können. Intensiv beschäftigt sich ehemaliger Kommunist und wegen seiner unorthodoxen Therapiemethoden wird er beschattet und abgehört. Er widersetzt sich wiederholt gerichtlichen Anordnungen und wird zu einer Haftstrafe verurteilt. Kurz vor seiner Entlassung stirbt Wilhelm Reich 1957 unter mysteriösen Umständen im Gefängnis …

der Psychoanalytiker mit der von ihm entwickelten Orgon-Therapie und konstruiert neben dem „Orgon-Akkumulator“ auch den „Cloudbuster“, eine Maschine, die Regen produzieren soll. Besonders fasziniert Wilhelm Reich die Suche nach der ursprünglichen Energie des Lebens, die er mit aller Kraft vorantreibt. Tochter Eva (Julia Jentsch), die nach Jahren wieder zu ihrem Vater gefunden hat und seine jetzige Frau (Jeanette Hain) Ilse unterstützen ihn dabei. Aber schon lange steht Reich im Blickfeld der unerbittlichen Kommunistenjäger McCarthys und der US-Gesundheitsbehörde. Als September Zweitausenddreizehn

»Waren es für die Studenten der 60er-Jahre seine Studien zum Orgasmus, ist heute eher sein ganzheitliches Weltbild wieder aktuell. In Antonin Svobodas Film steht Reich denn auch stellvertretend für eine Denkrichtung, die nicht nur in esoterischen Kreisen viele Anhänger hat. Dafür findet der Regisseur dichte Bilder. Den unaufgeregten, entspannten Ton seines Films verdankt er aber vor allem auch der völlig uneitlen und doch mächtigen Präsenz von Klaus Maria Brandauer. Frei von jeder Selbstverliebtheit gibt er seinem Wilhelm Reich trotz aller Niederlagen einen bezwingenden, tief verankerten Optimismus, der jedem stressgeplagten Zuschauer etwas von seiner unerschütterlichen Ruhe mitgibt.« (Oliver Kaever, programmkino.de) Österreich 2012 · Regie und Drehbuch: Antonin Svoboda · Kamera: Martin Gschlacht · Musik: Bernd Jungmair, Stefan Jungmair • Mit Klaus Maria Brandauer, Julia Jentsch, Jamie Sives, Jeanette Hain, Kenny Doughty u.a. · 110'

Ab Do 5. September im Wochenprogramm 27


Das Cinema zeigt zum Bundesstart

Das Mädchen Wadjda Ein zehnjähriges Mädchen. Ein Fahrrad. Eine restriktive Gesellschaft. Der erste Spielfilm aus Saudi-Arabien, gedreht von einer Frau. Der Schulweg der zehnjährigen Wadjda aus dem saudi-arabischen Riad führt sie an einem Spielzeuggeschäft vorbei, das ein grünes Fahrrad anbietet. Dabei schlägt ihr Herz stets höher, denn dieses Rad zu besitzen würde bedeuten, sich endlich gegen den Nachbarsjungen Abdullah durchsetzen zu können und ihm, schnell wie der Wind, davon zu flitzen. Obwohl es Mädchen untersagt ist Fahrrad zu fahren, heckt Wadjda einen Plan aus, wie sie auf dem Schulhof Geld für das Rad verdienen kann. Als Wadjdas Machenschaften auffliegen, droht ein Schulverweis und die Hoffnung auf das Geld ist dahin. Dem Mädchen bleibt nur eine Chance: Sie muss den hoch dotierten KoranRezitationswettbewerb der Schule gewinnen. Mit viel Eifer und Erfindungsgeist macht sie sich dar-

an, fromm zu werden. Und so hat sie auch keine Augen für die Probleme der Mutter, die mit allen Mitteln zu verhindern versucht, dass ihr Mann sich eine zweite Frau nimmt. Ebenso wie ihre mutige Tochter erkennt aber auch Wadjdas Mutter, dass sie letztlich auf sich alleine gestellt ist und einen steinigen Weg beschreiten muss, um für sich und ihre Tochter eine selbstbestimmte, bessere Zukunft zu erkämpfen. »Es ist Wadjdas quirlige, lebensfrohe und im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch rebellische Sicht, die den Film zunächst prägt. Nur langsam öffnet Haifaa Al Mansour den Blick und macht umso deutlicher, in welch prekärer Lage die Frauen in ihrem Land leben. [...] Mit zunehmender Spieldauer wird immer deutlicher, dass diese Frauen und Mädchen in einem Gefängnis leben, das ihnen die Luft zum Atmen nimmt. Umso bewundernswerter ist, wie es Al Mansour gelingt, trotzdem einen leisen Optimismus zu verbreiten, ohne jemals ihre Position der Beobachterin aufzugeben. Ihre Wadjda ist keine Heldin, sondern ein ganz normales Mädchen mit einem eigenen Kopf. Eines der Mädchen, von denen sie hofft, dass sie Saudi-Arabien verändern werden.« (Oliver Kaever, programmkino.de) WADJDA · Saudi-Arabien/Deuschland 2012 · Regie und Drehbuch: Haifaa Al Mansour · Kamera: Lutz Reitemeier · Musik: Max Richter • Mit Reem Abdullah, Waad Mohammed, Abdullrahman Al Gohani, Ahd, Sultan Al Assaf u.a. · ab 0 J. · arab.OmU + dF · 97'

Vorpremiere: So 1. September • 18:00 Uhr Ab Do 5. September im Wochenprogramm 28

September Zweitausenddreizehn


Das Cinema zeigt zum Bundesstart

The Congress Schillernder Science Fiction-Film von Ari Folman (Waltz With Bashir) mit einer Mischung aus animiertem und realem Film. Frei nach Stanislaw Lems Roman „Der futurologische Kongress“

Die Schauspielerin Robin Wright, deren Stern verblasst, lässt sich auf einen folgenschweren und beispiellosen Deal ein: ein Hollywood Studio kauft die Rechte an ihrer Person, scannt ihren Körper mit all ihren Emotionen ein und darf ihr digitales Abbild 20 Jahre lang für alle denkbaren Rollen besetzen. Im Gegenzug erhält Robin eine astronomische Summe und das Versprechen, dass ihr digitales Ich niemals altert. Als sie nach Ablauf des Vertrags aus ihrem Exil zurückkehrt und ein Comeback versucht, muss sie feststellen, dass sich die Welt in der Zwischenzeit vollkommen verändert hat... »Ein wahrer Geniestreich des israelischen Regisseurs Ari Folman, der nach seinem preisgekrönten dokumentarischen Zeichentrickfilm Waltz with Bashir mit einer Mischung aus klassischem Schauspiel und Animation besticht. Inspiriert vom Meister des literarischen Science Fiction Romans, dem polnischen Schriftsteller Stanislav Lem und seinem Klassiker „Der futurologische Kongress“, gelingt es ihm trefflich, den ironisch-philosophischen Geist der Lemschen Phantastereien auf die Leinwand zu transportieren. Vor allem Harvey Keitel brilliert als zynischer Schauspielagent.« (programmkino.de) September Zweitausenddreizehn

»Folmans neues Werk sieht sich keiner Realität verpflichtet. Es ist ein Science-Fiction-Werk in der Tradition von Godards Alphaville, der sich in der zweiten, mittlerweile animierten Hälfte vor Tex Avery, Ralph Bakshi und Yellow Submarine verneigt. Es gelingt Folman allen Ernstes, Stanislaw Lems Roman „Der futurologische Kongress“ in seine eigene Vision einer Zukunftswelt umzumünzen. Lems satirischer Ansatz, den Kommunismus zu entlarven, transferiert sich dabei nonchalant in einen düsteren Abgesang auf das Medium Film. Folman präsentiert uns eine schöne neue Welt, in der Unterhaltung buchstäblich Opium für das Volk geworden ist. Das klingt erst einmal ziemlich irrwitzig – und ist es auch!« (Fantasy Filmfest)

THE CONGRESS · Deutschland/Israel/Polen/Frankreich/Belgien/Luxemburg 2012 · Regie und Drehbuch: Ari Folman Kamera: Michal Englert · Musik: Max Richter • Mit Robin Wright, Harvey Keitel, Kodi Smit-McPhee, Jon Hamm, Danny Huston u.a. · engl.OmU + dF · 122'

Ab Do 12. September im Wochenprogramm 29


Das Cinema zeigt

Halbschatten »Ein sommerliches Anti-Idyll. Stille Seelen, schöne Bilder – die Berliner Schule lässt grüßen.« (Der Tagessspiegel)

Merle (Anne Ratte-Polle) folgt Romuald nach Südfrankreich. Im Ferienhaus aber trifft sie nur auf dessen Kinder Emma und Felix (Emma Bading und Leonard Proxauf ). Wäre es klüger, gleich wieder abzureisen? Sich um die beiden zu kümmern? Erhofft Merle zu viel von dieser Einladung? Merle beschließt, sich in der Villa über dem Meer erst einmal eine schöne Zeit zu machen. Doch die Abwesenheit Romualds lässt sich nicht wegdenken. Ein ungewisser Sommer. Ein Film über freie Tage, die wie im Traum entgleiten. »Eine Liebesgeschichte ohne Liebe. Eine Reise ohne Ankunft. Ein Sturz in Zeitlupe in eine Tiefe. Ja, es gibt die pubertierenden Kinder Romualds, es gibt Annäherungsversuche und Abstoßungserfahrungen, es gibt Nachbarn, und manchmal ist das Haus dann plötzlich voll und leer zugleich. Oder so voll und leer wie eine Party anderswo, aus der man am besten nach ein, zwei kleinen Irrtümern verschwindet. Keine Spuren hinterlassen, vielleicht geht es vor allem darum: Erst ist das Bild da, dann jemand, der sich darin bewegt, und nachher wieder das Bild. Und Wind. Und Vogelzwitschern. Zikaden. Sommer. Das übrige Ewige eben. Wer das aushält, ist in HALBSCHATTEN richtig.« (Jan Schulz-Ojala, Der Tagesspiegel) 30

DIE LINSE

»Auf den ersten Blick passiert hier: nichts. Doch wenn man sich auf das extrem langsame Tempo, auf das Verharren der genau beobachtenden Kamera einlässt, entwickelt der Film, wie er typischer für die Berliner Schule nicht sein könnte, eine eigentümliche Vibration. Wackerbarth findet dichte Bilder als Porträt einer Frau, die sich auf nichts festlegen will: weder auf die Karriere noch auf eine feste Bindung oder soziale Kontakte. Und die im Touristengetto feststellen muss, dass sie Entscheidungen treffen müsste. Damit dieses Leben in der Warteschleife ein Ende hat. Freunde des handlungsorientierten Erzählkinos sollten diesem HALBSCHATTEN allerdings ausweichen.« (Martin Schwarz, Zitty)

Deutschland/Frankreich 2013 · Regie und Drehbuch: Nicolas Wackerbarth · Kamera: Reinhold Vorschneider Musik: Olivier Mellano • Mit Anne Ratte-Polle, Emma Bading, Leonard Proxauf, Nathalie Richard, Maren Kroymann u.a. · ab 0 J. · 84'

Ab Do 12. September im Wochenprogramm September Zweitausenddreizehn


Das Cinema zeigt zum Bundesstart

Zwei Leben Juliane Köhler in einem packenden Drama über eine Frau, deren privates Glück in Gefahr gerät, als sie von ihrer Stasi-Vergangenheit eingeholt wird

Katrine (Juliane Köhler) lebt ein glückliches Leben. Sie lebt mit dem Mann ihrer Träume zusammen und liebt ihre Familie über alles. Doch mit dem Fall der Mauer und der politischen Neuordnung Europas wird Katrine von ihrer Vergangenheit eingeholt: Als Tochter einer Norwegerin und eines deutschen Soldaten wurde sie als Kind von den Nazis nach Deutschland verschleppt. Dort wuchs sie in einem Kinderheim auf. Mit Mitte 20 floh Katrine aus der DDR nach Norwegen, um ihre leibliche Mutter Åse (Liv Ullmann) zu finden. Der junge deutsche Anwalt Sven Solbach (Ken Duken) will dieses schwerwiegende Verbrechen des Nazi-Regimes vor Gericht bringen und braucht dafür die Aussagen von Katrine und ihrer Mutter. Doch je mehr Katrine von ihrer Vergangenheit preisgibt, umso tiefer verstrickt sie sich in ein Netz aus Widersprüchen, Lügen und Verrat. Noch ahnt niemand, dass Katrine ein folgenreiches Geheimnis hütet. Wer ist sie wirklich? Nach wahren Begebenheiten geht ZWEI LEBEN dem Schicksal einer Frau nach, die in der DDR aufwuchs und von der Stasi ausgebildet wurde. Der Film thematisiert anhand eines persönlichen Schicksals eine doppelte nationale Schuld und verbindet so die Geschichte zweier deutscher Diktaturen. Norwegen/Deutschland 2012 · Regie: Georg Maas · Drehbuch: Georg Maas, Christoph Tölle, Ståle Stein Berg · Kamera: Judith Kaufmann · Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas • Mit Juliane Köhler, Liv Ullmann, Ken Duken, Rainer Bock, Thomas Lawinky u.a. · ab 12 J. · 99'

Ab Do 19. September im Wochenprogramm Fr 20. September • 20:00 Uhr mit anschl. Gespräch mit Regisseur Georg Maas September Zweitausenddreizehn

DIE LINSE

Zu Gast im Cinema:

Regisseur Georg Maas Georg Maas hat zunächst mehrere Jahre als Zimmerer und mit obdachlosen Jugendlichen gearbeitet, bevor er von 1984 bis 1991 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin Filmregie studierte. Seither ist er freischaffender Drehbuchautor und Regisseur. ZWEI LEBEN ist sein zweiter Kinospielfilm und seine dritte Arbeit als Spielfilmregisseur. Die Drehbücher zu seinen Filmen schreibt er stets in enger Zusammenarbeit mit seinen Ko-Autoren. Darüber hinaus realisierte er eine Vielzahl von Dokumentarfilmen und arbeitet als Kameramann, Dramaturg und Cutter. Er lebt in Aachen und Berlin. 31


Das Cinema zeigt zum Bundesstart

Der Fremde am See Ein gleichsam poetischer, erotisch-expliziter und spannungsgeladener Film Hochsommer in Frankreich. Sonne, Wind, das Rauschen der Bäume, ein idyllisch abgelegener türkisgrüner See. Tag für Tag, in sommerlicher Monotonie, kommt Franck (Pierre de Ladonchamps) an diesen bekannten Cruising-Treffpunkt, genießt die Sonne, schwimmt einige Runden und lebt seine Lust aus. Im kauzigen, zurückhaltenden Henri (Patrick d’Assumçao) findet er bald einen Freund, im attraktiven, wie ein Raubtier herumstreifenden Michel (Christophe Paou) ein Objekt der Begierde, dem er völlig und wider jeder Vernunft verfällt. Der Film wechselt für seine poetischen Reflexionen über Liebe, Freundschaft, Sex und Einsamkeit zwischen innigen Gesprächen am Strand und harten Sexszenen im Wald. Von Anfang an haftet der Szenerie etwas Düsteres an. Als eines Tages eine Leiche gefunden wird und ein Inspektor (Jérôme Chapatte) anfängt zu ermitteln, beginnt sich der Film zu einem Thriller zu wandeln. Dabei weiß Franck mehr als er zugeben will. Die Situation droht um ihn herum zu eskalieren. Regisseur Alain Guiraudie und seine Kamerafrau Claire Mathon präsentieren all das ganz ohne künstliches Licht, nutzen die farblichen Facetten des Dämmerlichts für ihre Erzählung und verzichten dabei noch

vollständig auf Filmmusik. Guiraudie inszeniert den sommerlichen Cruising-Kosmos mit einer wunderbaren filmischen Beiläufigkeit und wurde dafür in Cannes mit dem Preis für die Beste Regie in der Reihe Un Certain Regard und mit der Queer-Palme des Festivals ausgezeichnet.

»L'InCOnnu Du LAC ist ein Film, in dem zunächst alles direkt und unverstellt erscheint: die taxierenden Blicke, die aufrichtigen Konversationen, die körperliche Lust, die auch in expliziten Szenen manifest wird. […] Lust und Liebe, Vertrauen und Abwehr werden hier auf denkbar engem Terrain verhandelt und formen die widerstreitenden Pole des Films.« (Dominik Kamalzadeh, der Standard) L'InCOnnu Du LAC · Frankreich 2012 · Regie und Drehbuch: Alain Guiraudie · Kamera: Claire Mathon Mit Pierre de Ladonchamps, Christophe Paou, Patrick d'Assumçao, Jérôme Chappatte, Mathieu Vervisch u.a. ab 16 J. · franz.OmU + dF · 100'

Ab Do 19. September im Wochenprogramm 32

September Zweitausenddreizehn


Das Cinema zeigt zum Bundesstart

Prince Avalanche Eine lakonische Komödie über Männer, denen die Frauen fehlen – mit poetischen Bildern an einem bizarren Naturschauplatz in Texas inszeniert. »Pures Kino. Gewitzte Dialoge, knallbunte Farben, verspielte Details wie das Stinktier, das eine überfahrene Schildkröte beschnuppert. Ein rockig-psychedelischer Soundtrack, der wie eine Welle der Energie über die Bilder kommt. Und eine Kamera, die Alvin und Lance verdutzt zuschaut.« (Christiane Peitz, Der Tagesspiegel) Alvin (Paul Rudd) und Lance (Emile Hirsch) haben das Vergnügen, eine schier endlose Straße durch abgebrannten Wald mit gelben Mittelstreifen zu verzieren. Der grüblerische Alvin schätzt die Natur und schreibt seiner Freundin Madison lange Briefe; den jungen Lance hat er nur unter seine Fittiche genommen, weil er ihr Bruder ist. Doch der hasst den Job und die einsame Gegend und sehnt das Wochenende herbei, um in der Stadt zu feiern und Mädels aufzureißen. Schon bald geht sich das merkwürdige Gespann mächtig auf die Nerven und fast an die Gurgel, da laufen ihnen ein trinkfester Trucker und eine geisterhafte Lady über den Weg …

»Zwei Männer im Wald – mehr braucht es eigentlich nicht für einen guten und unterhaltsamen Film, wie David Gordon Green beweist. Die Geschichte, deren Humor und Grundkonstellation eher an europäisches, vornehmlich skandinavisches Kino erinnert, ist eigentlich ein Remake des Films Either Way von Hafsteinn Gunnar Sigurdsson aus dem Jahre 2011, doch dass hier wiederverwertet wurde, tut dem Vergnügen an diesem Film keinen Abbruch. [...] Eigentlich passiert ja nicht viel – aber wie dieses Nichts in Bilder und Dialoge gefasst wird, ist dann doch von erheblichem Reiz. Neben der tollen Musik von „Explosions in the Sky“ sind es vor allem die surrealen Momente, die den Reiz des Films ausmachen: Da entsteht etwa auf fast schon magische Weise aus den Markierungen auf den Bäumen eine Inschrift. Wie heißt es am Ende auf einer der Sprachkassetten, mit denen Alvin sich selbst Deutsch beibringen will: „Es ist schön, Sie kennenzulernen.“ Genau das denkt man sich als Zuschauer auch und zieht beglückt seiner Wege.« (Joachim Kurz. kino-zeit.de) USA 2013 · Regie: David Gordon Green · Drehbuch: David Gordon Green, Hafsteinn Gunnar Sigurðsson · Kamera: Tim Orr · Musik: David Wingo • Mit Paul Rudd, Emile Hirsch, Lance LeGault, Joyce Payne, Gina Grande u.a. · engl.OmU + dF · 94'

Ab Do 26. September im Wochenprogramm September Zweitausenddreizehn

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Das Cinema zeigt zum Bundesstart

Der Glanz des Tages Semidokumentarischer, poetischer Film um die Freundschaft zwischen dem Schauspieler Philipp und seinem Onkel Walter, einem ehemaligem Zirkusartisten

Philipp Hochmair ist ein junger erfolgreicher Schauspieler mit Engagements an den großen Bühnen in Wien und Hamburg. Sein Leben ist vom Einstudieren neuer Texte, von Proben und Aufführungen bestimmt. Dadurch verliert er immer mehr den Bezug zur Realität des Alltags. Als er auf seinen vagabundierenden Onkel Walter trifft, zu dem er eine ambivalente Freundschaft aufbaut, und mit dem Schicksal seines Nachbarn Viktor konfrontiert wird, wird er daran erinnert, dass das Leben keine Bühne ist.

töne viel wichtiger sind, als die pompösen Erklärungen. Im Grundsatz sind beide Männer auf der Suche. Philipp, der sich hinter seine Rollen vor dem echten Leben versteckt und schon fast keinen Anteil mehr an ihm nimmt, muss sich durch Walter wieder mehr mit sich beschäftigen. Dieser hingegen sucht nach seinen Wurzeln und ist dabei, sich endlich mit seiner brutalen Kindheit auseinanderzusetzen. Betrachtet man DER GLANZ DES TAGES als übliches Erzählkino mit einer Geschichte, die Anfang, Mitte und Ende hat, wird man nicht nur verwundert sein, dass der Film immer wieder seine vordergründige Erzählung abbricht, sondern man wird auch das wichtige verpassen. Denn der wahre Glanz des Tages, der besteht eben nicht aus den großen Gesten, sondern den kleinen, fast unsichtbaren, zwischenmenschlichen Dingen des Lebens.« (Beatrice Behn, kino-zeit.de)

»Es sind gewichtige gesellschaftliche Fragen, die der Film DER GLANZ DES TAGES auf poetische wie oft auch tragikomische Weise beleuchtet. … Gerade in seiner Einfachheit ist es ein besonders mutiger Film. Die Filmemacher Tizza Covi und Rainer Frimmel vertrauen nämlich mit liebevollem Blick ganz und gar auf ihre Figuren und deren Geschichten. Mehr braucht es nicht.« (Jurybegründung Max Ophüls Preis: Bester Spielfilm) »… dem Film ist es nicht gelegen, eine akkurate und bis ins Detail ausgefeilte Erzählung zu liefern. Vielmehr handelt es sich hier um ein ruhiges, manchmal fast lakonisches Drama, bei dem die Zwischen34

Österreich 2012 · Regie: Tizza Covi, Rainer Frimmel · Drehbuch: Tizza Covi, Rainer Frimmel, Xaver Bayer · Kamera: Rainer Frimmel • Mit Philipp Hochmair, Walter Saabel, Vitali Leonti u.a. · 88'

Ab Do 26. September im Wochenprogramm September Zweitausenddreizehn


Das Cinema zeigt / Adult Horror Movies

Room 237 Eine Dokumentation über die möglichen versteckten Bedeutungen und Verschwörungstheorien in Stanley Kubricks Shining.

Für die einen ist Stanley Kubricks Film Shining ein Meilenstein des Horrorfilms, für die anderen ein Werk weit unter den Möglichkeiten des Meisterregisseurs. Dazwischen blühen Verschwörungstheorien von Leuten, die in dem 1980 veröffentlichten Klassiker geheime Botschaften vermuten. Fünf dieser etwas anderen Kubrick-Exegeten kommen in ROOM 237 zu Wort. Der Film gleicht ihre skurrilen Mutmaßungen mit Originalszenen aus Shining ab – und geht noch weiter: Er dringt in ihre Köpfe ein und visualisiert ihre Bewusstseinsströme. Ein abgefahrener Trip durch ein Labyrinth ohne Ausgang, in dem die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion fließend sind.

»Rodney Ascher geht in ROOM 237 – der Titel verweist auf das Zimmer, in dem sich die grauenhafte Urszene ereignet hat – nicht systematisch vor, indem er aus sicherer Instanz plausible und abstrusere Lektüren voneinander unterscheidet. Die Interviewten dürfen ungehemmt ihre Lesarten präsentieren, während Ashner in der Montage seinerseits versucht, diese visuell zu belegen. Dass Shining von der Macht des Vergangenen in der Gegenwart erzählt, ist schlüssig; doch ob es mit Verweisen auf den Holocaust und den Massenmord an Native Americans weit her ist oder Kubrick sein Zugeständnis, die Mondlandung inszeniert zu haben, gar im Film versteckt hat, darf bezweifelt werden. Doch um schlüssige Exegese geht es in ROOM 237 ohnehin nicht. Der Film ist selbst wie ein Labyrinth aus Bildern gebaut, aus dem kein Weg herausführt, wenn man sich einmal auf Sinnsuche begibt. In dieser Hinsicht hat Ascher einen formal zwar räudigen, konzeptuell aber hochinteressanten Film geschaffen, der von der Aneignung eines popkulturellen Hypertextes durch sein Fanpublikum erzählt. Das ist in einer Zeit, in der der Hype um einen Film meist industriell mitgefertigt ist, keine Kleinigkeit. (Dominik Kamalzadeh, Der Standard) USA 2013 · Regie und Drehbuch: Rodney Ascher · Kamera: Mark Boswell, Brian Kallies · Musik: William Hutson, Jonathan Snipes · ab 16 J. · 107'

Premiere Do 26. September • 22:45 Uhr im Rahmen der „Adult Horror Movies“ Ab Do 26. September auf der Spätschiene im Wochenprogramm September Zweitausenddreizehn

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Scarlett, das offizielle Glücksschwein des Cinema, präsentiert:

Kino für Kinder im Cinema im September

Eintritt beim „Kino für Kinder“ im Cinema: 4,30 Euro Geburtstagskinder und ein Elternteil bekommen freien Eintritt! Bei größeren Gruppen hat jede zehnte Person freien Eintritt! (nach Voranmeldung) Unser „Kino für Kinder“Faltblatt ist im Cinema und an vielen guten Auslagestellen erhältlich!

Kinderklassiker

Flussfahrt mit Huhn

Hilfe, ich bin ein Junge

„Lieber Opa, wir sind in einem geheimen Auftrag unterwegs: Wir erkunden einen neuen Zugang zum Meer“. – Wen wundert es, dass es dem Großvater die Sprache verschlägt, als er eines Morgens statt seiner Enkelin Johanna diesen Zettel in ihrem Bett auffindet?

Die 11-jährige Emma wünscht sich nichts sehnlicher, als jemand anderes zu sein. Durch einen Zauber geht ihr Wunsch in Erfüllung, doch nicht zu ganz wie gedacht: Emma verwandelt sich in ihren Erzfeind und Klassenkameraden Mickey – und Mickey in Emma.

Deutschland 1983 · Regie: Arend Agthe ab 6 J., empfohlen ab ca. 8 J. · 106‘

Deutschland 2002 · Regie: Oliver Dommenget ab 0 J., empfohlen ab ca. 7 J. · 90’

ab Do 29. August · ca. 14:45 Uhr

ab Do 5. September · ca. 14:45 Uhr

Die dicke Tilla

Märchenhafte Geschichten

Tilla, Klassenstärkste und Anführerin, lehnt Anne, die Neue mit der Brille, sofort ab. Doch die beginnt sich zu wehren. Und als sich eines Tages beide von einer ganz anderen Seite kennenlernen, eröffnet sich die Chance auf eine unerwartete Freundschaft.

Die Zeichentrickverfilmung von Tomy Ungerers Bilderbuchklassiker ist eine fantasievolle Erzählung über ein kleines Mädchen, vermeintliche Schurken, tapfere Waisenkinder und einen Bösewicht, der in einem kafkaesken Schloss für Unheil sorgt.

Kleine Helden

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Kleine Helden

Kinderklassiker

Pippi geht von Bord

Die drei Räuber

Nach dem Kinderbuch-Klassiker von Astrid Lindgren: Im Hafen herrscht Abschiedsstimmung, Tommy und Annika ziehen lange Gesichter, und sogar Fräulein Prüsselius vergießt ein paar Tränen. Denn Pippi will mit ihrem Vater aufd die Insel TakaTuka-Land fahren …

DDR 1982 · Regie: Werner Bergmann ab 6 J., empfohlen ab ca. 7 J. · 76’

Deutschland 2007 · Regie: Hayo Freitag ab 0 J., empfohlen ab ca. 6 J. · 79’

Deutschland/Schweden 1969 · Regie: Olle Hellbom · frei und empfohlen ab 6 J. · 85‘

ab Do 12. September · ca. 14:45 Uhr

ab Do 19. September · ca. 14:45 Uhr

ab Do 26. September · ca. 14:45 Uhr

September Zweitausenddreizehn


Vorfilme im Cinema 1

Vorfilme im Cinema 2

Vorfilme in der Kurbelkiste

Der Wind und der Wald

The Wild Life of Koyaa (4+5)

3. Schülerfilm-Festival

Wind

The Wild Life of Koyaa – Waiting

Schwerelos

Ein Film über ein windiges Land und seine ebenso windigen Einwohner.

Teil 4 der Wild Life Koyaa-Serie: Koyaa sitzt an der Strasse vor seinem Haus. Er wartet ...

D 2012 ∙ Regie: Robert Löbel ∙ 3‘49

Slovenien 2005 · Regie: Kolja Saksida · 1'50

Do 29. August bis Mi 11. September

Do 29. August bis Mi 11. September

Snapshot

Eine Waldlichtung ist ein perfekter Ort für Fotos von Tieren in ihrer natürlichen Umgebung. Man muss sie nur entdecken.

The Wild Life of Koyaa – Phone

Teil 5 der Wild Life Koyaa-Serie: Koyaa sitzt vor seinem Haus. Es klingelt – ist es ein Telefon, das klingelt?! Wird Koyaa rangehen?

Der Stop-Motion-Film entstand im KunstGrundkurs 12 des Gymnasium Paulinum. D 2013 ∙ Regie: Marie Stadtbäumer, Rabea Grewe, Helena Rotterdam • 1‘21

Do 29. August bis Mi 11. September

Albtraum – Aufzug

Der Kunstkurs der 12. Stufe des Paulinum erarbeitete Filme zum Thema Albtraum.

NL 2012 ∙ Regie: Arthur van Merwijk ∙ 2’13

Slovenien 2005 · Regie: Kolja Saksida · 1'19

D 2013 ∙ Regie: Willem Krüsmann, Konstantin Fache, Philipp Ossenberg, Robert König · 0‘55

Do 12. bis Mi 25. September

Do 12. bis Mi 25. September

Do 12. bis Mi 25. September

präsentieren die teuerste Kinokarte der Stadt: Schenken Sie eine PrivatVorstellung!

120 EURO

montags bis samstags 14:45 oder 23:00 Uhr · sonntags 11:00 oder 12:45 Uhr für Privatvorstellungen bis max. 25 Personen mit einem eigenem Film oder einem Film aus dem laufenden Programm Anfragen unter Tel. 0251.30307 oder per E-Mail an buero@cinema-muenster.de

September Zweitausenddreizehn

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Warendorfer Str. 45 · Münster Mauritz-West · Tel. 0251.30300 www.cinema-muenster.de · info@cinema-muenster.de

Café und Kneipe im Cinema

Gegründet 1968 an der Weseler Straße, seit 1981 am jetzigen Standort. Neben dem Abaton in Hamburg das älteste Programmkino der Republik. Drei Säle: Cinema 1 (158 Plätze), Cinema 2 (58 Plätze), Kurbelkiste (52 Plätze). Ausgezeichnet: regelmäßig für das herausragende Jahresprogramm, Dokumentarfilmprogramm und Kinder filmprogramm vom Staatsminister für Kultur und Medien und der Film- und Medienstiftung NRW.

Adresse, Kontakt und Barrierefreiheit: wie Cinema

Barrierefreiheit: Das Cinema 1 ist nicht, Cinema 2 und Kurbelkiste bedingt rollstuhlgerecht. Am besten vorher einen Rollstuhlplatz reservieren. Die Toiletten sind nicht rollstuhlgerecht.

Sehbehinderte: Die Speisen- und Getränkekarte liegt auch in Brailleschrift vor.

Hörbehinderte: Alle Säle sind mit Induktionsschleifen für Hörgeräte und Infrarot-Tonübertragungsanlagen ausgestattet. Kopfhörer gibt es an der Kinokasse.

Tischreservierungen: wir können leider nur Reservierungen für max. 8 Personen annehmen

Lage: ca. 800 Meter = 10 Fußminuten vom Hauptbahnhof in Mauritz-West, auf der Warendorfer Straße – das ist die Straße Richtung Osten nach Handorf, Telgte, Warendorf

Öffnungszeiten: Mo-Do 10:00 bis 0:00 Uhr, Fr+Sa 10:00 bis 0:30 Uhr, So 10:00 bis 22:30 Uhr

Anfahrt per ÖPNV: Mit den Stadtbus-Linien 2, 10, N83. Die Haltestelle Zumsandestraße liegt fast direkt vor dem Haus. Anfahrt per Auto: Parkplätze beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe · an der Friedensstraße (Zufahrt gegenüber Anna-Krückmann-Haus) · und an der Warendorfer Straße 21-25. Parkgebühr 1 € pro angefangener Stunde (max. 8 Euro/Tag). Gezahlt werden muss mit Geld- oder EC-Karte. Die Parkplätze sind rund um die Uhr geöffnet.

Große Karte: Mo-Do 17:45 bis 22:45 Uhr, Fr+Sa 17:45 bis 23:15 Uhr, So 10:00 bis 22:00 Uhr

Anfahrt mit dem Fahrrad: Die besten Parkmöglichkeiten gibt es an den Fahrradständern auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Öffnungszeiten der Kinokasse: So ab ca. 10:30 Uhr, Mo-Sa ab ca. 14:45 Uhr, Mi auch 10:00 bis 10:30 Uhr Eintrittspreise: 7,50 € (ggf. Überlängenzuschläge) Ermäßigungen: 6,00 € für alle an Werktagen (außer Sa) vor 17:45 Uhr 6,00 € für Studierende, Behinderte über 50%, Münster-Pass-Besitzende u.a. (außer samstags nach 17:45 Uhr und feiertags) Kino für Kinder: 4,30 € für alle Donnerstag = Premierentag: 5,20 € für alle Filme, die neu starten Schul- und Sondervorstellungen nach Absprache möglich 38

DIE LINSE +

Sonderöffnungszeiten von Cinema & Café Garbo in den nächsten Wochen: Freitag, 13.9. wegen Betriebsversammlung erst ab 15:00 Uhr geöffnet Donnerstag, 3.10. (Einheitstag) erst ab 12:00 Uhr geöffnet


Das Cinema zeigt

Wochenprogramm

September 2013

Donnerstag Premierentag! ab Do 29.8. ab Do 29.8.

Neustarts kosten donnerstags nur 5,20 Euro Eintritt!

Das cinema zeigt zum Bundesstart HAstA lA vistA, sister! [engl.omU + dF] Das cinema zeigt Just tHe WinD [ungar.omU]

Kino für Kinder ab Do 29.8. ca. 14:45 FlussFAHrt mit HuHn ab Do 5.9. Das cinema zeigt zum Bundesstart Der FAll WilHelm reicH ab Do 5.9. Das cinema zeigt zum Bundesstart DAs mÄDcHen WADJDA Kino für Kinder ab Do 5.9. ca. 14:45 HilFe icH Bin ein JunGe! ab Do 12.9. Das cinema zeigt zum Bundesstart Der KOnGresS [engl.omU + dF] ab Do 12.9. Das cinema zeigt HAlBscHAtten Kino für Kinder ab Do 12.9. ca. 14:45 Die DicKe tillA

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Do 29.8. Einlass: 20:00 22:45 so 1.9. 11:00 18:00 mo 2.9. 19:00 mi 4.9. 20:45 22:45 Do 5.9. Eintritt: 20:00 22:45 Fr 6.9. Do 12.9.

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Fr 13.9.

Der KOnGress sa 14.9.

ab Do 19.9. ab Do 19.9.

Das cinema zeigt zum Bundesstart ZWei leBen Das cinema zeigt zum Bundesstart Der FremDe Am see [franz.omU + dF]

Kino für Kinder ab Do 19.9. ca. 14:45 Die Drei rÄuBer

14:45 19:00 21:00 22:45 09:00 14:00 19:00 21:00 09:00 17:00 19:00 21:00

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so 15.9. 11:00 mo 16.9. 19:00 21:00 mi 18.9. 22:45 Do 19.9. 17:00

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18:15

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20:30 22:45 Fr 20.9. 20:00 so 22.9. 11:00 mo 23.9. 19:00

ZWei leBen

21:00 mi 25.9. 19:00 22:45 ab Do 26.9. ab Do 26.9. ab Do 26.9.

Das cinema zeigt zum Bundesstart prince AvAlAncHe [engl.omU + dF] Das cinema zeigt zum Bundesstart Der GlAnZ Des tAGes Das cinema zeigt rOOm 237

Kino für Kinder ab Do 26.9. ca. 14:45 pippi GeHt vOn BOrD

33 34 19, 36

Do 26.9. 14:30 22:45 Fr 27.9. so 29.9. 11:00 17:00 mo 30.9. 19:00 21:00

Cinema & Die Linse

sondertermine

Kamp-Flimmern – Open-Air am Hawerkamp Der GescHmAcK vOn rOst unD KnOcHen 12 Adult Horror movies: sleep tiGHt [span.omeU] > linse August Der besondere Film: leviAtHAn > linse August vorpremiere: DAs mÄDcHen WADJDA 28 es ist normal verschieden zu sein: Allein 6 lateinamerikanische Filme – mit upla e.v. un AmOr – eine lieBe FÜrs leBen [span.omU] 14 cinema nachtschicht: Arthouse sneak – pay After #11 15 Kamp-Flimmern – Open-Air am Hawerkamp Kurzfilmlieblinge des Filmfestival münster 12 Adult Horror movies: nOsFerAtu – pHAntOm Der nAcHt 19 pink smoke tour: roy Bourgeois und Jules Hart pinK smOKe Over tHe vAticAn [engl.omU] 7 tage des provinzfilms 2013 KArniGGels 22 Orangener Provinz-Salon im Weltladen 20 Adult Horror movies: teArs OF KAli 19 tage des provinzfilms 2013 Schüler-Workshop: Wie schreibe ich ein humorvolles Drehbuch? 20 Workshop: Schmunzeln in Serie 1 20 nOOrDerlinGen [niederl.omU] 22 ADAms ÄpFel 23 tage des provinzfilms 2013 Workshop: Schmunzeln in Serie 2 20 GrAsGeFlÜster 23 Die KircHe BleiBt im DOrF 24 nO cOuntrY FOr OlD men 24 tage des provinzfilms 2013 Die KircHe BleiBt im DOrF 24 chile – 40 Jahre putsch gegen Allende: vermisst 14 mit dem Filmfestival münster: shorts matter! 2013 (1) 16 cinema nachtschicht: Arthouse sneak – pay After #12 15 Biografie und Film – mit regisseur Adnan G. Köse FreD spieGel – ZeuGe Der WAHrHeit [teilw.omU] 8 Biografie und Film – mit regisseurin pary el-Qalqili scHilDKrÖtenWut [teilw.omU] 9 Biografie und Film – mit regisseurin Désirée von trotha WOODstOcK in timBuKtu [teilw.omU] 11 Adult Horror movies: FunnY GAmes 19 mit regisseur Georg maas: ZWei leBen 31 Die besondere matinee: sÂDHu 13 Der besondere Film: mODest receptiOn – Die mAcHt Des GelDes [farsi.omU] 13 mit dem Filmfestival münster: shorts matter! 2013 (2) 16 Der besondere Film mODest receptiOn – Die mAcHt Des GelDes 13 nachtschicht: schwarzweiss ist die bessere Farbe FAust [ohne Dialog] 18 Kino Kaffeklatsch mit dem seniorenbüro st. mauritz QuArtett 7 Adult Horror movies: rOOm 237 19, 35 endlich … die neue linse ist fertig Die besondere matinee: sÂDHu 13 sterben geschieht … begleitet: DienstAGs Bei mOrrie 6 selbstermächtigung in lateinamerika tHe revOlutiOn Will nOt Be televiseD [engl.oF] 15 mit Gleis 22: pArADisO: An Amsterdam stage Afair [engl.oF] 17

Alle Veranstaltungen im Cinema, Warendorfer Straße 47, Kinokasse: Tel. (0251) 30 300 September Zweitausenddreizehn + DIE 39 Änderungen vorbehalten! Aktuelle Termine entnehmen Sie bitte unserer Internetseite www.cinema-muenster.de, Ihrer Tageszeitung oder der wöchentlich erscheinenden „KIno aktuell“, die in allen Kinos Münsters und vielen Volksbanken und Sparkassen des Umlandes ausliegt.


Ab Do 19. September im CinemA


Die Linse: September 2013