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L e hr er Innen- In formation d er Ste irisch en Indus t r ie, w w w.dieindus t r ie.at

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WIRTSCHAFTSFAKTOR ROHSTOFFE

Gespr채ch mit Imerys Gesch채ftsf체hrer Franz Friesenbichler

URBAN MINING

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Rohstoff-Sch채tze in der Stadt

KEIN TAG OHNE ROHSTOFFE Wir brauchen sie auf Schritt und Tritt

BEILAGE


LIEBE LEHRERINNEN UND LEHRER! Ein Tag ohne Roh­ stoffe – das ist heute genauso undenkbar, wie schon vor tausenden Jahren. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Suche nach und die Verwertung von Rohstoffen der Auslöser zahlrei­cher kriegerischer Auseinandersetzungen war und ist, zugleich aber auch die Grundlage für wissenschaftliche Höchstleistungen und steigenden Komfort darstellt. Auch in der Steiermark gibt es Roh­ stoffvorkommen, die als „Schatzkammer“ ein starker wirtschaftlicher Faktor sind (siehe Interview rechts). Darüber hinaus beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe von „Future“ mit „Urban ­Mi­ning“, der Nutzung der „sekundären“ Rohstofflager in unseren Städten. So wie Industriebetriebe ihre Ressourcen immer effizienter einsetzen, schaffen Innovationen und technische Entwicklungen regelmäßig neue Möglichkeiten, bereits abgebaute und verarbeitete Rohstoffe möglichst lange im Kreislauf zu belassen. „Future“ stellt steirische Unterneh­ men vor, die einen wertvollen Beitrag dazu leisten. Ganz im Sinne der Kooperation SchuleIndustrie freut es mich, Ihnen mit den Initiativen „Rohstoffe sind Zukunft“ (www. bergbaustahl.at) und „Papier macht Schule“ (www.papiermachtschule.at) auch zum Thema Ressourcen und Roh­ stoffe konkrete Angebote für den Unterricht anbieten zu können. Genauso freue ich mich auf Ihre Rückmeldungen zu „Future“ und thematische Anregungen ­ an office@dieindustrie.at. Spannende Unterhaltung wünscht Ihnen Angelika Kresch Vorsitzende von ZUKUNFT:industrie Vorstand REMUS-SEBRING Holding AG

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STEIERMARK IST GEOLOGISCHE SCHATZKAMMER GESPRÄCH MIT DI FRANZ FRIESENBICHLER

GESCHÄFTSFÜHRER DER IMERYS TALC AUSTRIA GMBH OBMANN DES FACHVERBANDES BERGWERKE UND STAHL IN DER WKÖ Sehr geehrter Herr Friesenbichler, Sie leiten die Geschäfte der Imerys Talc Au­ stria GmbH, ei­ nem Unternehmen, welches in der Stei­ ermark Talk abbaut. Welche Bedeutung hat der Wirtschaftsfaktor Rohstoff für die Steiermark? Der geologische Aufbau der Steiermark ermöglicht großen Mineralreichtum und führt zu einer relativ großen Anzahl von Vorkommen an mineralischen Rohstoffen. Die meisten dieser Lagerstätten sind jedoch sehr klein und viele wurden aus wirtschaftlichen Gründen nach dem zweiten Weltkrieg stillgelegt. Das bedeutet aber nicht, dass die Wichtigkeit der Mineralrohstoffe abgenommen hat. Ganz im Gegenteil: Rohstoffe sind die Grundlage für die meisten Produkte unseres täglichen Lebens. In jedem Computer, I-Phone oder Auto, aber auch in jeder Batterie, Kabel, Kugelschreiber oder Blatt Papier sind unzählig viele Rohstoffe verarbeitet. Dazu kommen noch die vielen Baurohstoffe für unsere Wohnhäuser, Straßen und Brücken. Daher ist die Mineralrohstoffgewinnung die Basis für jede Industrieproduktion und als Wirtschaftsfaktor sehr wichtig. Ist die steirische Mineralrohstoff­ industrie international noch konkurrenz­ fähig oder was ist der Grund, warum in unseren Breiten noch Rohstoffe abge­ baut werden? Wie gesagt, die Steiermark ist geologisch gesehen eine Schatzkammer: es gibt bedeutende Vorkommen an Eisenerz, Magnesit, Salz, Talk, Gips, Leukophyllit und Lithium

sowie Kalzit, Kalkstein, Dolomit, Basalt, Tone, Sand und Kies in der Steiermark. Die Gewinnung dieser Rohstoffe hat mit dem historischen Bild von Bergbau und Steinbruch aber nichts mehr zu tun. Mit modernsten Maschinen und umweltschonenden Produktionsmethoden werden die Mineralien gewonnen und veredelt und sodann für die unterschiedlichsten Industriekunden national und international vermarktet. Aber was nutzt die beste Lagerstätte ohne das Wissen, diese umweltverträglich und kosteneffizient abzubauen. Hier haben die rohstoffgewinnenden Betriebe in der Steiermark mit der Montanuniversität Leoben und der Rohstoff HTL Leoben unheimlich starke Partner in der Ausbildung. Denn die internationale Konkurrenzfähigkeit wird wesentlich von der Ausbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestimmt. Ist Rohstoffgewinnung im Einklang mit der Natur möglich? Bergbau und Rohstoffgewinnung bedeuten einen gewissen, vorübergehenden Eingriff in die Natur. Modernste Planungssoftware und umweltfreundliche Abbaumethoden und Aufbereitungsanlagen erlauben den Rohstoffbetrieben aber, den Abbau immer ressourcenschonender zu gestalten. Unser Unternehmen, die Imerys Talc Austria GmbH hat beispielsweise im Jahr 2006 einen neuen Bergbau untertage eröffnet. Bei der Festlegung des endgültigen Abbaudesigns war der geringst mögliche ökologische Fußabdruck das ausschlaggebende Kriterium. Unser zweiter Talkbergbau ist ein Tagebau und liegt teilweise im Naturpark Pöllauer Tal. Eine gemeinsame Erforschung der Artenvielfalt im Naturpark und im alten Bergbaugebiet hat


FIRMENPROFIL IMERYS TALC überraschende Ergebnisse zutage gebracht: es siedeln sich im Bergbaugebiet Pflanzen und Tierarten an, für die es im umliegenden Kulturland keinen Lebensraum gibt. Also richtig nachhaltig betrieben, liefert der Bergbau oftmals sogar einen beachtenswerten Beitrag zur Artenvielfalt. Es ist immer wieder davon die Rede, dass zukünftig Recycling den aktiven/ primären Rohstoffabbau zu einem Groß­ teil ersetzen wird. Wie beurteilen Sie die Möglichkeiten von Recycling? Es macht Sinn und es ist ein Gebot des nachhaltigen Umgangs mit den Ressourcen, die Gewinnung von primären Rohstoffen durch Recycling, Material- und Energieeffizienz auf das Notwendige zu reduzieren. Das gilt für Energierohstoffe ebenso wie für Bauund Industriemineralien. Allerdings sind nicht alle Rohstoffe recyclebar. Denken Sie nur an die Schwierigkeiten des Recyclings der Roh­stoffe für die Wandfarbe in Ihrem Wohn­zimmer. Bei Eisen-, Aluminium-, oder Elektronik­ schrott sieht es anders aus: In einem Handy kommen z.B. 60 verschiedene Rohstoffe vor und in Deutschland lagern angeblich 80 Millionen Handys in Schubladen. Doch sind zwei Dinge für ein effizientes Recycling erforderlich: einerseits das Bewusstsein der Konsumenten, ihre Altstoffe geordnet sortiert in die Recyclingkanäle zu entsorgen und andererseits das Entwickeln effizienter Prozesse für die Wiederverwertung von Alt­rohstoffen. Können Sie uns in einigen Worten Ihren persönlichen Werdegang skizzieren und verraten, welchen Ratschlag Sie jungen Menschen, die noch vor ihrer Berufsentscheidung stehen, mit auf den Weg geben möchten? Dass ich heute ein erfolgreicher Executive Manager in der Mineralrohstoffindustrie bin, liegt an meinem breiten Grundlagenwissen, welches ich an der Montanuniversität Leoben erworben habe. Darauf aufbauend war es ein leichtes, mich entsprechend meiner Karriereentwicklung fach- und zeitnah ständig weiterzubilden. Um in der Industrie zukünftig erfolgreich zu sein, ist es notwendig, dass Ingenieure und Manager im Sinne einer nachhaltigen Marktwirtschaft denken und handeln können. Sie müssen die Ba­ lance zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialer Verantwortung im unternehmerischen Umfeld herstellen. In diesem Spannungsfeld entstehen äußerst interessante Berufsbilder. Junge Menschen sollten der Industrie als Arbeitgeber unbedingt eine Chance geben.

Die Imerys Talc Austria GmbH betreibt zwei Talkbergbaue und Talk-Mahlanlagen in der Steiermark. Jährlich werden etwa 165.000 Tonnen Pulverprodukte für unterschiedlichste Industrie­ anwendungen hergestellt (Papier, Keramik, Kunststoff, Farben und Lacke, Kosmetik, etc). Anzahl der MA Steiermark: 137 Anzahl der MA weltweit: 1.000 Niederlassungen in der Steiermark: 3 Niederlassungen weltweit: 14 www.imerys.com


VERBORGENE WERTSTOFFE IN DER STADT UNSERE STÄDTE SIND VOLL MIT WERTVOLLEN RESSOURCEN WIE HOLZ, EISEN UND KUNSTSTOFF, DIE SICH IN GEBÄUDEN UND UNZÄHLIGEN GEGENSTÄNDEN DES TÄGLICHEN GEBRAUCHS FINDEN. DIESE RIESIGEN ROHSTOFFLAGER EINEM RECYCLING ZUZUFÜHREN IST DAS ZIEL VON URBAN MINING.

Wenn Kühlschränke ins Altstoffsammelzentrum wandern oder Autos auf den Schrottplatz, ist das nicht das Ende ihres „Roh­ stoffdaseins“. Denn jetzt kommen sie in die Hände von Recyclingunternehmen, die aus dem alten Eisen wertvolle Rohstoffe gewinnen. Industrie­rohstoffe aus den Weg­ werfprodukten der Konsumgesellschaft zu gewinnen, wird bereits seit Jahrzehnten betrieben. Seit einigen Jahren tritt der Stellenwert dieser Methode immer stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit – die Methode selbst hat einen Namen erhalten: Urban

WUSSTEN SIE, DASS ...

... 1 Mio. ausgedienter Handys 24 kg Gold und 250 kg Silber enthalten? In Österreichs Schubladen werden 11 Mio. Althandys vermutet? ... jeder Österreicher in 70 Lebensjahren ca. 1.100 t mineralische Rohstoffe und somit 15 t mineralische Roh­ stoffe pro Jahr verbraucht? ... dass es in der Steiermark Überlegungen gibt, Müll­ deponien aufzugraben und deponierte Stoffe wieder zu verwerten?

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Mining. Pro­ bleme wie Rohstoffknappheit, Klimawandel und Schwankungen in der Weltwirtschaft sollen durch Rohstoffgewinnung in den städtischen Räumen aufgefangen oder zumindest gemildert werden. Ziel von Urban Mining ist es, Abfälle als Werkstoff in die Industrie zurückzubringen. Bei alten Autos hat man bereits eine Wiederverwertungsquote von 95 Prozent erreicht. Die Stadt als Bergwerk der Zukunft In Mitteleuropa verbraucht jeder Einwohner im Durchschnitt täglich etwa 40 Kilogramm Bodenschätze und Rohstoffe: Sand und Kies, Erdöl, Gas und Kohle, aber auch Holz, Kunststoff und Metalle. Diesen natürlichen Ressourcen verdanken wir unseren hohen Le­ bensstandard. Der tägliche Konsum ist jedoch dafür verantwortlich, dass die Lagerstätten an natürlichen Rohstoffen kontinuierlich schrumpfen, während gleichzeitig der Materialbestand um uns herum rasant zunimmt. So ist etwa das vom Menschen angelegte Lager von Kupfer heute schon größer als die verbleibenden natürlichen Reserven. Damit stellen sich einige Fragen immer dringlicher: Warum eigentlich nicht vermehrt die Rohstoffe verwenden, die wir bereits bezahlt haben? Warum nutzen wir ver­arbeitete und verbaute Materialien nicht erneut – und immer wieder? Diese Materialien finden wir in großer Menge in unseren Städten.

Rohstoffstrategie Rohstoffe spielen für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie eine große Rolle. Für einige Rohstoffe besteht in Europa das Risiko einer Unterversorgung, weil sie nur in wenigen Ländern gefördert werden. Dazu gehören Kobalt, Magnesium und die sogenannten Me­ talle der Seltenen Erden. Das sind bestimmte Metalle, die unentbehrlich für die Herstellung von High-Tech-Produkten wie Handys oder Computerchips aber auch Generatoren und Elektromotoren sind. Um Europa den Zugang zu den wertvollen Rohstoffen zu sichern, hat die Europäische Union eine neue Rohstoffstrategie mit drei Eckpfeilern entwickelt: • Den Zugang zu Rohstoffen außerhalb Europas verbessern • Stärkere Förderung von Rohstoffen innerhalb der EU sowie • Verstärktes Recycling und noch bessere Nutzung der Rohstoffe.

WEBTIPP: Rohstoffsicherheit 2020+ Wir lassen Ihnen diese Bro­schüre auch sehr gerne zukommen. Anforderung unter office@dieindustrie.at.


BEILAGE FÜR DIE ARBEIT MIT DER KLASSE

EN ZUM HERAUSNEHM

Wer denkt schon im Alltag daran, dass Rohstoffe wie Eisen, Schotter, Kalk, Talk, Salz und viele andere uns auf Schritt und Tritt begleiten? Oder dass ohne die in Bergwerken gewonnenen Rohstoffe unser Leben viel schlechter funktionieren würde? Tatsache ist, dass unser Komfort und unsere Zivilisation zu einem guten Teil diesen Rohstoffen zu verdanken sind. Schon in der Früh beim Lesen der Zeitung geht es los, denn wir halten mit dem Papier feinst vermahlenen Kalkstein und Talk in den Händen. Das zeitgleiche Frühstücksei schmeckt besser mit Salz. Beim anschließenden Zähneputzen sind in der Zahnpasta Kreide- und Silikatpulver enthalten. Der PKW oder Bus, der uns zur Arbeit/in die Schule bringt, besteht zu rund 74% aus Eisen und Stahl. Für die Straßen, auf denen wir fahren, wurden Schotter, Sand, Asphalt oder Beton verwendet, die im Winter mit Salz bestreut werden – alles m ­ ineralische Rohstoffe. Den Tag über verwenden wir MP3-Player, Handy und Computer, Geräte, in denen Kupfer, Gold, Silizium und Silber für die Schaltelektronik verwendet werden. Die Gehäuse sind aus Kunststoffen, die Talk, Salze und Erdöl enthalten. Zuhause und auch im Büro spazieren wir über Böden aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Beim Kochen und beim Mittagessen begleiten uns wie selbstverständlich Töpfe und Besteck aus Stahl, aber auch Schüsseln aus Holz. Werden Arbeiten mit Werkzeug und Maschinen ausgeführt, so bestehen diese aus Eisen, Chrom, Vanadium, Wolfram, Zink oder Nickel. Damit wir es zuhause schön warm haben, werden Öl und Gas durch lange Rohre aus Stahl geschickt. Ruhig und warm wird es in unserem Heim durch Gips­kartonplatten, Mineralwolle und Holz. Die Liste der im Alltag versteckten Rohstoffe läßt sich noch lange fortsetzen. Kurz: Rohstoffe leisten uns überall gute Dienste und machen den Alltag um ein gutes Stück leichter.

T RIE DIE INDinUdSustrie.at

www.die


Unterhaltung. CD-Player, MP3-Player, Radios und Fernseher benötigen ähnliche Mi­ neralien wie Compu­ ter und Handys.

Wohnen. Gipskartonplatten, Mineralwolle, Glas und Holz machen Wohnen behaglich.

Fleecepullover werden aus alten Kunststoff. PET-Flaschen Gewonnen aus gemacht. Erdöl, ständig präsent: als Plastiksackerl, Einweg­ becher, Fußboden, Fenster, Furnier, Nylonstrümpfe....

Wir würden schlecht dastehen, müssten wir auch nur einen Tag ohne Rohstoffe auskommen. Unser täglicher Komfort, unsere Mobili­tät und Kommunikation sind ohne sie nicht denkbar. Um dies zu veranschaulichen, haben wir einige­ Stationen unseres Tagesablaufs, die mit Rohstof­ fen verbunden sind, graphisch dargestellt.

Büroarbeit. Keine Schaltelektronik in Computern ohne Kupfer, Gold, Silizium, Silber u.a. Mineralien.

Fahrt zur Arbeit. PKW, Fahrrad und auch Bim bestehen zum Großteil aus Stahl (Eisenerz, Koks, Magnesit).

Möbel. Wir frühstücken an einem Holztisch, der auf einem Holzfußboden steht.

Heizen. Öl, Gas und warmes Wasser kommen in Stahl-, Kupfer- oder Kunststoffrohren zu uns.


Telefonieren. Handys benötigen ähnliche Mineralien wie Computer.

EN ZUM HERAUSNEHM

Mittagessen. Töpfe und Besteck bestehen aus Stahl, Schüsseln aus Holz, Trinkgefäße aus Glas.

Morgentoilette. Für Kleidung wird Viskose (aus Zellulose/ Holz gewonnen) verwendet, für Kosmetik Talk.

Industrie und Gewerbe. Arbeiten mit Werkzeugen und Maschinen benötigen Eisen, Vanadium, Chrom u.a.

Zeitung am Mor­ gen. Papier enthält ver­ mahlenen Kalkstein, Talk und Zellulose.

Strom. Fließt durch Kabel, die meist aus Kupfer bestehen.

Straßen. Brauchen Schotter, Sand, Asphalt oder Beton.


Einige der weltweit begehrtesten Rohstoffe

MINERALISCHE ROHSTOFFPRODUKTION IN DER STEIERMARK, 2010 Amphibolit, Eklogit,Chloritschiefer Basalt/basaltische Gesteine Diabas Dolomit Eisenerz Gips und Anhydrit Gneis Grafit Kalkstein und Marmor

Kiese, Sande, Schutt und Grus Leukophyllit Magnesit Quarz, Pegmatit Salzsole Serpentinit, Dunit Steinsalz Talk Tone Quelle: Referat IV/7a Statisik NEU, BMWFJ Abt. IV/7

Quelle: Aktiver Bergbau in Österreich – Karte Fachverband Bergbau-Stahl und freytag & berndt (Auszug). Österreichkarte unter: www.bergbaustahl.at IMPRESSUM: „FUTURE” wird an Lehrerinnen und Lehrer der Schultypen HS, PTS und AHS verteilt. Ziel der Publikation ist die Information zu aktuellen Themen aus Industrie und Wirtschaft. Herausgeber: IV Steiermark und Sparte Industrie der WK Steiermark Für den Inhalt verantwortlich: „Die Industrie”, Hartenaugasse 17, 8010 Graz, Tel. 0316 321 528-0 Konzept & Text: Lukas & Moritz Medienverlag Layout: www.thinkprint.at, Karin Guerrier

Gips

Salz

Gips- und Anhydrit

Kalkstein

Magnesit

Eisenerz

Talk /Leukophyllit

Grafit Festgestein: Basalt, Diabas, Gneis, Granit, Serpantinit

ANTIMON Hauptvorkommen: China (91 Prozent), Bolivien (2), Russland (2) Verwendung: Mikrokondensatoren EU Import-Abhängigkeit: Vollständig BERYLLIUM Hauptvorkommen: USA (85 Prozent), China (14), Mosambik (1) Verwendung: Röntgengeräte, Raumfahrtund Kerntechnologie, Schlagbohrmaschinen EU Import-Abhängigkeit: Vollständig KOBALT Hauptvorkommen: Demokratische Republik Kongo (41 Prozent), Kanada (11), Sambia (9) Verwendung: Spezialstahl, Prothesen, Batterien EU Import-Abhängigkeit: Vollständig FLUSSSPAT Hauptvorkommen: China (59 Prozent), Mexiko (18), Mongolei (6) Verwendung: in der Stahl- und Leichtmetallherstellung, Glasuren EU Import-Abhängigkeit: 69 Prozent GALLIUM Hauptvorkommen: Angaben nicht verfügbar Hauptlieferanten: Wechselnde Staaten einschließlich Russland und USA Verwendung: Sonnenkollektoren, Brenn­ stoffzellen, weiße Leuchtdioden EU Import-Abhängigkeit: von Jahr zu Jahr stark abweichende statistische Angaben GERMANIUM Hauptvorkommen: China (72 Prozent), Russland (4), USA (3) Verwendung: Glasfaserkabel, Infrarotoptik, Transistoren EU Import-Abhängigkeit: Vollständig SELTENE ERDEN Hauptvorkommen: China (97 Prozent), Indien (2), Brasilien (1) Verwendung: Lasertechnologie, Magnete, Kontrastmittel EU Import-Abhängigkeit: Vollständig WOLFRAM Hauptvorkommen: China (78 Prozent), Russland (5), Kanada (4) Verwendung: Glühlampen, Elektronikröhren, Vibracall beim Handy EU Import-Abhängigkeit: 73 Prozent


als her c a berm r von Sau tt ycle chro S Rec o tr Elek

o: er+C hrer d n i ktfü B r a ing tm cycl Wel e r s la im G

Ohne Recycling wären Raumflüge und der Betrieb von Raumstationen nicht möglich bzw. viel zu teuer. Beispielsweise ist im All jeder Wassertropfen kostbar und darf nicht verschwendet werden. Das in Raumstationen wie der ISS (International Space Station) für Duschen, Rasieren, Zähneputzen und Händewaschen verwendete Wasser fangen die Astronauten auf, um es aufbereitet wieder zu verwenden. Auch Urin wird in einer Hightech-Anlage destilliert und danach mit dem restlichen Abwasser zusammen in einem Prozessor weiterbehandelt, bis es Trinkwasserqualität hat. Das Gleiche gilt für den Schweiß in den Raumanzügen nach den Weltraumspaziergängen und das Wasser der Energiezellen der Raumfahrzeuge. Durch das Recycling auf der ISS kann der Transport von Wasser um 6800 Kilogramm pro Jahr reduziert werden.

RECYCLING KNOW-HOW AM BEISPIEL ZWEIER INDUSTRIEBETRIEBE Mit dem e-cycling-park in Unterpremstätten wurde 2010 die erste umfassende Aufbereitungsanlage für Elektroaltgeräte in Österreich in Betrieb genommen. Bis zu 15.000 Tonnen Elektroaltgeräte werden pro Jahr umweltschonend aufbereitet, wobei die gewonnenen Wertstoffe wieder einem Rohstoffkreislauf zugeführt werden. Die Verwertungsquote der B­estandteile liegt bei über 85 Prozent. So setzt Saubermacher neue Maßstäbe und schont wertvolle Ressourcen und verringert Emissionen. Primärrohstoffe, wie z.B. Kupfer, Blei oder Erdöl, die nicht unendlich vorhanden sind, werden genauso wie die durch deren Abbau belastete Umwelt geschont. Als international erfolgreiches Unternehmen mit rund 4.200 Mitarbeitern im In- und Ausland betreut Saubermacher 100 Stand­orte und 75 Beteiligungen in Österreich, Slowenien, Ungarn, Tschechien, Rumänien und Kroatien. www.saubermacher.at Begonnen hat alles im Jahr 1989 mit den ersten optischen Sortiergeräten zur Ausscheidung von Fremdstoffen aus Recyclingglasscherben. Aussortiert wurden Steine, Keramik, Porzellan, aber auch Metall- und Kunst­stoffteile – Stör­stoffe aus den unterschiedlichen Verschlusssystemen der Glasflaschen. Schon damals zählte Binder+Co zu den führenden Anbie­tern. Ab 1994 folgten dann erste optische Sortiergeräte, die zusätzlich eine farbliche Trennung ermöglichten. Das 1998 von Binder+Co entwi­ckelte System CLARITY wurde rasch zum Maßstab in der Glasrecyclingindustrie. Die Anforderungen an die Reinheit von Altglasscherben sind in den letzten Jahren noch weiter gestiegen. Mittlerweile müssen auch Störstoffe, die das menschliche Auge nicht mehr als solche erkennt, aussortiert werden: Hitzebeständiges oder bleioxidhaltiges Glas kann nur von hoch­entwickelten Kamerasystemen erkannt und damit aussortiert werden. Binder+Co wurde für die Entwicklung eines speziell dafür geeigneten, weltweit patentierten Sensorsystems neben dem Fast Forward Award des Landes Steiermark auch 2010 der Staatspreis für Innovation verliehen. Heute ist Binder+Co damit Weltmarktführer im Glasrecycling. www.binder-co.at

Der Transport von 1 kg Material mit einer Rakete kostet ca. 20.000 Euro, daher muss auf einer Raumstation möglichst viel wiederverwertet werden. Beim Space Shuttle werden die Feststofftriebwerke ebenfalls wiederverwendet, nachdem sie nach der Landung aus dem Meer gefischt werden. Autark sind Raumstationen in puncto elektrischer Energie, sie nutzen ausschließlich Sonnenenergie, das gleiche gilt auch für Satelliten. Vorbild für Leben auf der Erde? Vor allem beim Wasserrecycling auf Raumstationen können wir uns etwas abschauen. Derzeit verbrauchen wir sehr viel Trinkwasser für die Klospülung, beim Autowaschen oder im Garten. Hier wäre der Einsatz von wiederaufbereitetem Wasser sinnvoll, um unsere Wasserversorgung zu sichern. Man muss aber bedenken, dass Recycling auf

Raumstationen mit hochwertigen Materialien durchgeführt wird und sehr kostspielig ist. Für den Alltag werden günstigere Lösungen benötigt. Bemannte Raumstationen, wie sie für den Mond und den Mars geplant sind, müssen autark sein. Man kann nicht alles transportieren, daher behilft man sich mit Solar­ energie und experimentiert für die Ernährung mit Gemüse in Gewächshäusern, die von der Außenwelt völlig unabhängig sind. Diese unter dem Namen „Biosphere“ durchgeführ­ ten Versuche sollen einmal die Ernährung der Astronauten auf Raumstationen und bei Langstreckenflügen im Weltraum ermöglichen. Mit bestem Dank an Univ.-Prof.Dipl.-Ing.­ Dr. Otto Koudelka, Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation, Technische Universität Graz

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BERGBAU HAT URALTE TRADTION Der Bergbau reicht weit in die Frühgeschichte der Steiermark zurück. Die erste bergmännische Tätigkeit in der Steiermark war die Gewinnung von Salz. Die Anfänge des Salzbergbaues waren vermutlich im 9./8. Jahrhundert vor Christus. Die erste urkundliche Nennung eines Salzbergbaues stammt aus dem Jahr 931 nach Christus. Graf Albrecht gab damals dem Erzbischof Adalbert von Salzburg im Tauschwege eine Hube und eine Salz­ pfanne bei Admont. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts waren die dortigen

Solequellen so ergiebig, dass mehrere Stifte und Klöster insgesamt elf Salzpfannen betrieben. Ab dem 12. Jahrhundert gewinnen der Erzabbau am Erzberg und ab dem 17. Jahrhundert der Kohlebergbau in Fohnsdorf immer größere Bedeutung. Daneben gab es auch inzwischen fast in Vergessenheit geratene Bergwerke: den Kohlenbergbau in Ratten, Bleierzabbau in Deutsch-Feistritz, Silberbergbau in den Schladminger Tauern, Kupferbergbau in Kalwang oder den Bleiabbau in Arzberg und Vorau.

FAHREN: Begehen oder Besteigen der Grubenbaue GLÜCK AUF: Bergmannsgruß GRUBENHUNT: Förderwagen MÄCHTIGKEIT: Ausdehnung einer Lagerstätte in die Tiefe MUNDLOCH: Stolleneingang OBERTAGE: Außerhalb der Grube im Freien STEIGER: Aufsichtsorgan im Bergbau TAG: Erdoberfläche TEUFE: Tiefe unter der Erdoberfläche SCHÖNES WETTER: Die durch Grubenbaue sich bewe­ gende atembare Luft

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Wussten Sie, dass, … ... in der Steiermark in der größten Talklagerstätte Mitteleuropas Talk gewonnen wird? Der steirische Bergbau Rabenwald der IMERYS Talc Austria GmbH liegt in Krughof. … der Bergbau in der Breitenau weltweit einer der größten untertägigen Magnesitbergbaue ist und zeitgleich der tiefste steirische Bergbau? RHI, der Weltmark­tführer in der Feuerfestindustrie, ge­ winnt so bis zu einer Teufe von 1.000 m ­Magnesit. … der größte Tagebau Mitteleuropas ein steirischer Bergbau ist? Am steirischen Erzberg wird Eisenerz gewonnen, welches u.a. im steirischen Standort der voestalpine AG in Donawitz zu Eisen- und Stahl weiterverarbeitet wird. . . . der „Borer Miner“ der Zeltweger Firma Sandvik Mining and Construction zu den größten und leistungsfähigsten Maschi­ nen für den Untergtage-Bergbau weltweit zählt? … in der Steiermark das in der größten Wolframerzlagerstätte der westlichen Welt gewonnene Wolfram weiterverarbeitet wird? Die Wolfram Bergbau und Hütten AG gewinnt Wolfram im eigenen Bergbau im salzburger Mittersill und ver­ arbeitet dieses im steirischen St. Martin im Sulmtal.


HOLZ: EIN GENIALER ROHSTOFF

DER GROSSE VORTEIL VON HOLZ BESTEHT IN SEINER ERNEUERBARKEIT. ALLEIN IN DEN STEIRISCHEN WÄLDERN WÄCHST ALLE VIER SEKUNDEN EIN FESTMETER HOLZ HERAN. DIE RESSOURCE HOLZ EIGNET SICH ZUDEM HERVORRAGEND FÜR DAS BAUEN.

Auf jeden Steirer entfallen 0,8 Hektar Wald. Damit gehört die Steiermark zu den waldreichsten Bundesländern, mit einem Waldflächen­ anteil von 61,4 % (österreichweit 47,6 %). Rund 850 Millionen Bäume stehen in den steirischen Wäldern, auf jeden Steirer entfallen damit rein rechnerisch rund 700 Bäume. Genutzt werden pro Jahr durchschnittlich 5,4 Millionen Festmeter, das sind rund 88.000 beladene Eisenbahnwagone. Trotzdem gibt es jährlich einen Zuwachs von 571 Hektar Wald. Das heißt also, das mehr Holz nachwächst, als wir verbrauchen können. Der mit Abstand häufigste Baum in unseren Wäldern ist übrigens die Fichte.

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Quelle: proHolz Steiermark

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WIDERSTAND ERWÜNSCHT Ein Experiment präsentiert von: Eduard Schittelkopf Pädagogische Hochschule Steiermark

Mit Graphitkreide kann man einfach und schnell eigene Widerstände bauen. Die einfachste Möglichkeit ist mit einem Stift auf einem Blatt Papier einen Strich zu ziehen. Erste Messungen mit dem Ohmmeter lassen bereits unterschiedliche Messwerte erkennen. Mein eigener Graphitschichtwiderstand: 1. Ein Rechteck mit einer Länge von 45 mm und einer Breite von 20 mm wird dick mit einer weichen Graphitkeide (9B) bemalt. 2. Und jetzt die Anschlüsse. Hier kann man eine Entlötlitze verwenden. Entlötlitzen sind dünne, geflochtene Kupferbänder die man im Elektronikhandel bekommt. 3. Mit einem Klebeband werden nun die beiden Anschlüsse am Widerstand befestigt. Der Widerstand ist fertig. Als Spannungsquelle für die Experimente dient eine oder zwei Batterien mit 4,5 Volt. 1

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www.papiermachtschule.at Experimentieranleitungen, Betriebsbesuche und Hintergrundinformationen rund um Papier

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EIN MUSS 1 FÜR SCHULEN

Ausstellung für SchülerInnen: AUTOMOBILBAU 11.-22. April 2012, Kunsthalle Leoben Die Stationen im Produktionsprozess eines Automobils – vom Design bis zum Fertigungsverfahren – werden im Stationenbetrieb dargestellt. Freier Eintritt! Infos: www.montanmaschinen.at/ ausstellung bzw. 03842/402-5601 TAG DER OFFENEN TÜR 12. April 2012, Grazer Universitäten Die Universität Graz, die Me­dizinische Universität Graz, die Technische Universität Graz und die Kunstuni informieren über alle Studienangebote. ShuttleBusse verbinden die Hochschulen. LANDESWETTBEWERB JUNIOR STEIERMARK 15. Mai 2012, 13.30 Uhr, Europasaal, Wirtschaftskammer Ein Jahr lang haben sich engagierte SchülerInnen als UnternehmerInnen erprobt. Interessierte LehrerInnen und SchülerInnen sind herzlich willkommen. Infos: www.steiermark.junior.cc FASZINATION TECHNIK CHALLENGE 2012 24. Mai, 10-15 Uhr, Stadthalle Graz SchülerInnen zwischen 13 und 18 Jahren haben Betriebe Ihrer Region besucht und präsentieren komplexe High-Tech Produkte altersgerecht. Rahmenprogramm „Aus- und Weiterbildungsmesse“. Freier Eintritt! Infos: www.faszination-technik.at

KLICK MAL www.bergbaustahl.at, Rubrik Schule

Alles über Bergbau und mineralische Rohstoffe. www.schoolgames.at

Hier wird das unternehmerische Denken von Schülern gefördert. www.ubz-stmk.at

Die steirische Umweltbildungs-Orga­ nisation mit praxisnahen Projekten. www.facebook.com/faszination. technik

Die Plattform für LehrerInnen mit zahlreichen Projektideen für die Schule. Jetzt auch auf Facebook.

FEEDBACK

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Wir freuen uns über Ihre Rückmel­ dung an office@dieindustrie.at in Form von Lob, Kritik, Wünschen, Anregungen und Bestellungen von „FUTURE” . IMPRESSUM: „FUTURE” wird kostenlos an Lehrerinnen und Lehrer der Schultypen HS, PTS und AHS verteilt. Ziel der Publikation ist die Information zu aktuellen Themen aus Industrie und Wirtschaft. Herausgeber: IV Steiermark und Sparte Industrie der WK Steiermark Für den Inhalt verantwortlich: „Die Industrie”, Hartenaugasse 17, 8010 Graz, Tel. 0316 321 528-0 Konzept & Text: Lukas & Moritz Medienverlag Layout: www.thinkprint.at, Karin Guerrier


future 01/2012