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L e hr er Innen- In formation d er Ste irisch en Indus t r ie, w w w.dieindus t r ie.at

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DIE INDUST RIE

www.dieindustrie.at

MOBILITÄT ERSCHLIESST MÖGLICHKEITEN UND CHANCEN Gespräch mit Thomas Krautzer, Geschäftsführer der IV Steiermark

TOP AUCH OHNE AKADEMISCHEN TITEL

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Lehrlinge in der Automotive-Branche

MEILENSTEINE DER MOBILITÄT Vom Holzrad bis zur Raumsonde Voyager

BEILAGE


LIEBE LEHRERINNEN UND LEHRER! Was haben der Ver­ zehr eines Apfels, die Auswahl des Sommerurlaubes im Reisekatalog und der tägliche Weg in die Schule gemeinsam? Sehr viel. Denn all diesen Aktivitäten liegt die Notwendigkeit von „Mobilität“ und in weiterer Folge der Bedarf an dem­ entsprechender Infrastruktur – zu Land, zu Wasser und in der Luft – zugrunde. Besonders für die Steiermark als Wirtschaftsraum ist „Mobilität“ ein zentrales Thema, gibt es bei uns doch zahlreiche Unternehmen, welche hierfür Schlüsseltechnologien und Innovationen in die ganze Welt liefern. Magna Steyr, AVL List, voestalpine Eisenbahnsys­ teme, Siemens Mobility – um nur einige (Markt­führer) zu nennen. In der mittlerweile fünften Ausgabe unseres Magazins erwartet Sie ein Ex­ perteninterview, eine Einführung in eines der größten Verkehrs-Infrastrukturpro­ jekte Europas, die Baltisch-AdriatischeAchse, sowie ein Studiencheck zum Be­ reich „Mobilität und Infrastruktur“. Der zweite große Themenblock ist dem Bildungsweg „duale Ausbildung“ in der Industrie gewidmet. Ein Thema, welches jungen Menschen immer bessere Per­ spektiven bietet und bei dem wir es uns nicht leisten können, es im Zuge d­ er laufenden Bildungsdiskussion auszu­­­spa­ren. An dieser Stelle die Einladung an Sie, weiterhin mit uns in Kontakt zu bleiben, wenn es darum geht, für Sie interessante Themengebiete aufzugreifen bzw. inno­ vative Unterrichtsideen voranzutreiben. Wir freuen uns, von Ihnen zu lesen – office@zukunft-industrie.at! Spannende Unterhaltung wünscht Ihnen, Angelika Kresch Vorsitzende von ZUKUNFT:industrie Vorstand REMUS-SEBRING Holding AG

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Mobilität ist Aufschließen von Möglichkeiten und Chancen GESPRÄCH MIT THOMAS KRAUTZER

GESCHÄFTSFÜHRER DER INDUSTRIELLENVEREINIGUNG STEIERMARK

Sehr geehrter Herr Krautzer, Sie sind Geschäftsführer der Industriellen­ vereinigung Steier­ mark und vertreten branchenübergrei­ fend die Interessen von 371 steirischen Unternehmen. Welchen Stellenwert hat „Mobilität“ für Sie, die von Ihnen ver­ tretenen Unternehmen und die Gesell­ schaft als solches? Mobilität ist ein fixer Bestandteil der mensch­lichen Zivilisation, das sollte man nie vergessen. Die Spezies Mensch wäre ohne ihre Fähigkeit, sogar Kontinente überwinden zu können, nie so erfolgreich im biologi­ schen Sinn gewesen. Mobilität ist das Auf­ schließen von Möglichkeiten und Chancen. Das gilt für den einzelnen Menschen aber auch für Organisationen und Gesellschaften. Mobilität verlangt zusätzlich enorme Verant­ wortung, denn sie beansprucht Ressourcen und Energie. Hat die Industrie andere Anforderungen an „Mobilität und Infrastruktur“ als „die Gesellschaft“? Nein, weil Industrie ein integrativer und zentraler Teil der Gesellschaft ist. Ich kann doch nicht die Hälfte aller Beschäftigten und fast zwei Drittel der Wirtschaftsleistung als eine Art „andere Welt“ betrachten. Ande­ rerseits macht es schon einen gewaltigen

Unterschied, ob sie in den Urlaub fahren wollen oder Millionen Tonnen von Gütern zu transportieren sind. Insgesamt muss die Ge­ sellschaft ehrlicher werden: sie will enorm viel haben, aber von den Grundlagen wenig wissen. Warum es gut sein soll, im Sommer das Mittelmeer mit Charterflugzeugen und Megastaus zu überschwemmen, aber den notwendigen Güteraustausch als schlecht zu empfinden, muss man erst erklären. Ohne Infrastruktur keine Mobilität. Hat die Steiermark hier Defizite und Hand­ lungsbedarf? Das infrastrukturelle Problem der Steiermark sind die Alpen, die jede Investition technisch und finanziell zu einer Herausforderung ma­ chen. Das größte Defizit haben wir eindeu­ tig bei der Bahninfrastruktur – ökonomisch und ökologisch. Koralmtunnel und Semme­ ring- Basistunnel sind Teil der Baltisch-Adri­ atischen Achse, die die Nordadria-Häfen mit dem Baltikum verbindet. Das ist ein Jahrhundert-Projekt als Basis für die nächs­ ten Ge­nerationen. Dazu kommt die viel zu lang vernachlässigte Pyhrnstrecke, die die Verbindung nach Deutschland darstellt. Die Straßeninfrastruktur weist zwar Lücken auf, ist dem­gegenüber aber besser ausgebaut. In der öffentlichen Diskussion wird im­ mer wieder der Verzicht auf den Koralm­ tunnel zu Gunsten des Bildungsbudgets thematisiert. Was sagen Sie dazu? Das ist etwa so intelligent, wie aufgrund des

Essens auf das Trinken verzichten zu wollen. Ohne gute Wirtschaftsleistung keine Bil­ dung, keine Gesundheit, keine Kultur. Ohne gute Infrastruktur keine Wirtschaftsleistung. Da gibt es kein Henne-Ei Prinzip sondern erst die Henne, dann das Ei. Zu aller Zeit in der Geschichte war es so: erst eine gute Verkehrs­verbindung, dann ein Aufschwung der Wirtschaft und dann alle Kulturleistungen. Die Steiermark ist für einen sehr ausge­ prägten „Automotiven Sektor“ bekannt. Warum ist das so? An der Wiege der steirischen Industrie ste­ hen die Themen Metall und Ingenieurskunst. Und diese beiden Themen haben sich mit dem Megathema des 20. Jahrhunderts, dem Automobil verbunden. Dazu kam die Pionier­ leistung des Herrn Puch als eine Keimzelle, sowie enorme Kompetenz an den Univer­ sitäten – man denke nur an Prof. List. Der Rest ist Fleiß und Innovationskraft, das geht bis zur Vernetzung im Cluster, eine wirkliche steirische Spezialität. Die Automobilzulieferindustrie war von der Krise sehr stark betroffen. Können Sie Jugendlichen trotzdem eine Ausbil­ dung in diese Richtung empfehlen? Die Branche hat zuletzt viel stärker angezo­ gen als erwartet. Totgesagte leben länger, wie es so schön heißt. Ich glaube, dass es extrem spannend ist, in diesem Automotiven Sektor tätig zu werden, denn das Thema Mo­ bilität wird gerade neu interpretiert und an die globalen Herausforderungen angepasst. Wer die Welt wirklich verbessern und nicht nur schöne Reden schwingen will, der sollte als IngenieurIn daran mitarbeiten. Sie haben Germanistik und Geschichte als Lehramt studiert und sind jetzt Ge­ schäftsführer der IV. Welchen Ratschlag möchten Sie jungen Menschen, die vor ihrer Berufsentscheidung stehen, mit auf den Weg geben? Man sollte nur das machen, wo ein inneres Feuer brennt und man eine gute Leistung bringen möchte, einfach um der Dinge selbst willen. Genau dort kann man seine Talente entwickeln. Gleichzeitig muss man flexibel bleiben und sehen, dass die Welt unendlich bunt und spannend ist. Ob Philosophie, Technik, Wirtschaft, Gesundheit – Emotion spüren und die Sache wirklich gut machen. Und noch ein Rat: wenn man seine Leistung bringt, dann kommen Karriere und Einkom­ men von selbst, denn heute kann niemand auf gute Leute verzichten. Die jungen Leute mit den fixen Einkommens- und Karriereplä­ nen und einem aufgeblasenen Ego im Ge­ päck, die fallen nur auf die Nase.

„Mobility“ ist neben „Eco Tech“ und „Health Tech“ eines der drei Leitthemen der Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020.

Dem Automotiven Sektor sind in der Steier­ mark ca. 190 Betriebe zuzurechnen, sowie

insgesamt 40.000 Arbeitsplätze und

davon 8.400 F&E-Beschäftigte (Vollzeit)

Exportrate: 90 %

Mit Teilen aus der Steiermark könnte ein gesamtes Auto gefertigt werden! Quelle: AC Styria Autocluster GmbH, 2010

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Fundament Infrastruktur

Steirische Betriebe machen mobil

Europäische Achsenschnittpunkte

LEGENDE Pyhrn Achse Baltisch-Adriatische Achse Paneuropäischer Korridor V Ostbahn

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Die Anbindung an Achsenschnittpunkte hat für die Wirtschaft zentrale Bedeutung. Für die Steiermark ist die in Ausbau befindliche Baltisch-Adriatische Achse (BAA), welche die Adria-Häfen mit den baltischen Staaten verbindet, von besonderer Wichtigkeit. Die Teilstücke Koralmtunnel und Semmering-Basistunnel ermöglichen den Anschluss an diese neue Achse. Die BAA schneidet sich außerdem mit der Donau-Achse und eröff­ net den Zugang zu den Donauhäfen Wien und Linz. Im Schnittpunkt Tauern werden neue Verbindungen über die Alpentransversale nach Deutschland hergestellt. Weit­ ers wichtig: Der Schnittpunkt Pyhrn, wo Verbindungen nach Deutschland/Nordsee und nach Maribor und Zagreb hergestellt werden.

In der Steiermark tut sich eine ganze Menge, wenn es um die Hardware für Infrastruktur und Mobilität geht. voestalpine ist heraus­ ragend im Schienenbau für Straßenbahnen und Züge. Als einziger Hersteller weltweit ist voestalpine in der Lage, Schienen bis zu 120 m Länge zu produzieren. Dem steht die Siemens AG in Graz mit ihren hoch­ modernen Fahrwerken für alle Arten von Schienenfahrzeugen – von Straßenbahnen bis zum Hochgeschwindigkeitszug - in nichts nach. Ein weiteres Paradebeispiel für Mobilität ist Magna Steyr mit der Entwick­ lung und Produktion kompletter Fahrzeuge für verschiedene Marken. In der Initiative „e-mobility“ und unter dem Motto „Mo­ bilität steht unter Strom“ arbeitet Magna gemeinsam mit AVL, TCM International, TU Graz und Energie Graz an alternativen, um­ weltbewussten Fahrzeugen für die Zukunft. Eine Ikone für Mobilität aus der Steiermark ist der Puch G (heute Mercedes-Benz G), der seit 1987 gebaut wird und nichts von seiner Attraktivität eingebüßt hat. Ebenso hat der Autocluster seit seiner Gründung 1995 sehr viel erreicht und umgesetzt.

EN

E T S

DER EN N I E TW IN

ICK

L

8000 v. Chr.: Früheste Funde von Wasserfahrzeugen, Resten von Einbäumen und Paddeln. 3800 v. Chr.: Erfindung des Rades. Die ersten Räder waren Scheiben aus massivem Holz. 3000 v. Chr.: Erste historisch nachgewiesene Verwendung von Segelschiffen. 2800 v. Chr.: Verwendung von Pferden als Reit- und Tragtiere. 500 v. Chr.: Die Römer bauen Holzräder mit Holzspeichen in Perfektion. 15. Jahrhundert: Pferdekutschen werden gebaut. 1783: In Frankreich wird ein funktionierendes Dampfschiff mit Schaufelrad gebaut. 1783: Die Brüder Montgolfier führen die erste Luftfahrt mit einem Heißluftballon durch. 1825: George Stephenson baut eine mit einer Dampflokomotive betriebene Eisenbahn. 1862: Das Wort „Automobil“ wird erfunden, als Etienne Lenoir ein mit Gasmotor betriebenes Straßen­ fahrzeug baut. 1870: Der Österreicher Siegfried Marcus konstruiert ein benzingetriebenes Fahrzeug. 1876: Nikolaus August Otto entwickelt den Viertaktmotor, der die Basis für die Benzinmotoren bildet. 1885: Das erste Motorrad wird aus Holz gefertigt und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 18 km/h. 1886: Der Deutsche Gottfried Daimler stellt ein vierrädriges Kraftfahrzeug her. 1903: Die Brüder Wright unternehmen einen gelungenen Flugversuch mit einem Tragflächen-Motorflugzeug. 1933: Der erste Flug rund um die Welt dauert vom 15. bis 22. Juli. 1961: Der russische Kosmonaut Juri Gagarin unternimmt den ersten Flug ins Weltall. 1969: Die Raumfähre „Apollo 11“ landet am Mond. Neil Armstrong betritt als erster Mensch den Mond. 1976: Das schnellste Verkehrsflugzeug der Welt, die „Concorde“, erreicht 2300 km/h. 1981: Der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV stellt den Geschwindigkeitsrekord von 515 km/h auf. 1997: Der Toyota Prius ist das erste serienmäßig hergestellte Hybridauto. 2010: Die 1977 gestartete Raumsonde Voyager ist das am weitesten von der Erde entfernte von Menschen gebaute Objekt und sendet faszinierende Bilder. Sie nähert sich nach einer Reise von 17 Milliarden Kilometern dem Ende unseres Sonnen­ systems.

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Bei der Planung einer Infrastruktur soll öko­ logisch nachhaltig und ökonomisch sinnvoll vorgegangen werden. Nur so können der behutsame Umgang mit der Natur und leist­ bare Kosten für die Wirtschaft unter einen Hut gebracht werden. Als besonderen Erfolg in Sachen Infrastruk­ tur kann die Steiermark mit ihren Partnern der „Metaregione“ verbuchen, dass die Baltisch-Adriatische Achse (BAA) in der EU Anerkennung findet. Das kann auch fi­

nanzielle Hilfe für die in Bau befindlichen Vorhaben wie Semmering- Basistunnel, Graz Hauptbahnhof und Koralmstrecke bedeuten. Die BAA ermög­licht die Verbindung wich­ tiger Adria-Häfen mit dem Baltikum. Weitere Projekte für die Verbesserung des Schienenverkehrs sind die Pyhrn-Strecke und die Ostbahn als Entlastungsstrecken vor allem für den Güterverkehr. Auf der Straße sind der Ausbau der Mur­ tal Schnellstraße (S36), die Verbindung nach Ungarn (Ost-West-Verbindung - S7), eine Verbesserung der Situation im Ennstal (B320) sowie eine bessere Anbindung des wirtschaftlich starken Gebiets um Weiz (B64) dringende Notwendigkeiten. Eine flächendeckende Breitbandversorgung im Bereich der Telekommunikation ist für die Steiermark genauso ein Muss wie eine intelligente Energie-Infrastruktur. Bei letz­ terer zeigt sich, dass sich der Trend zu einer stärkeren Dezentralisierung der Elektri­ zitätswirtschaft positiv auf Effizienz, Ausbau erneuerbarer Energie und CO²-Reduktion auswirkt.

EN ZUM HERAUSNEHM

UN

Funktionierende Infrastrukturen sind für einen erfolgreichen Standort unverzichtbar, und ihre Qualität entscheidet über Prospe­ rität und Entwicklungschancen. Schon frühe Siedlungen wurden an Verkehrsknotenpunk­ ten und Flüssen errichtet. Wird Infrastruktur vernachlässigt, führt das zu einer schleichen­ den Schlechterstellung auf breiter Ebene. Ein Beispiel: Die alte Stichleitung für die Stromversorgung im Bezirk Deutschlands­ berg hatte hohe Qualitätsschwankungen

mit Ausfällen und Schäden bei Produktions­ prozessen zur Folge. Mit der neuen 380 KV Leitung gehört das der Vergangenheit an. Die Investitionssicherheit ist wieder gege­ ben und Firmen bauen ihre Anlagen weiter aus. Neue Infrastruktur war also notwendig, um ein erfolgreiches Wirtschaften zu er­ möglichen.

IL

DIE INFRASTRUKTUREN VON ENERGIE, VERKEHR UND KOMMUNIKATION SIND DIE ECKPFEILER EINER GESELLSCHAFT. DIE WIRTSCHAFT FOLGT DER INFRA­ STRUKTUR, OHNE DIE SIE NICHT WETT­ BEWERBSFÄHIG UND ERFOLGREICH SEIN KANN.

BEILAGE FÜR DIE ARBEIT MIT DER KLASSE

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GUTE VERBINDUNGEN SIND ALLES

DER

M O B I L I TÄT MAIDO

T RIE DIE INDinUdSustrie.at

www.die

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S N I DE MA

IA TYR

Kaum ein Auto in Europa, in dem nicht das Know-How steirischer Industriebetriebe steckt. Das Erfolgsgeheimnis dahinter: hochqualifizierte MitarbeiterInnen, laufende Innovationen und der Einsatz modernster Technologien.

Magna Steyr steht für die Entwicklung von Komponenten, Modulen und Systemen bis hin zur Produktion von Gesamtfahrzeugen und ist weltweit tätig.

IonBond in Kapfenberg ist der führende Spezialist für Beschichtungstechnologie und liefert Komponenten für die Automobilin­ dustrie und den Motorrennsport.

In fast jedem zweiten aller jährlich in Europa produzierten Pkw's (ca. 14 Mio.) wird in der Lenkung "Blankstahl" der Stahl Judenburg verwendet.

EN ZUM HERAUSNEHM

Un­ nigen e w r e sd üren in st eine Autoinnent nn. i r e h Fisc en ka t, das Georg en weltwei nesium gieß einen lt g m ä a terneh tück aus M uropa enth E S n i einem erte Auto rkt. vi Jedes us Altenma a il Baute

Produkt e finden s der Maschin enfabr ich in P ik K Gütertr ansport Ws führender Liezen (MFL ) . Herstell er sowie Styria Federn ist Spezialist bei Fede­ rungselementen für Nutzfahrzeuge. Ohne die Blatt- und Parabelfedern, die allein im letz­ ten Jahr das Werk in Judenburg verlassen haben, müssten 39.000 LKWs ungefedert über Europas Straßen rumpeln.

Mit Messtechn ik für Emissionen , Druck, Temperatur und vielem mehr sind DiTest, Dewetron und TCM erfolgreic h.

AVL betreibt die Entwicklung und Verbesse­ rung aller Arten von Antriebssystemen. AVL wird als Partner der internationalen Motoren- und Fahrzeugindustrie hoch geschätzt.

HTP in Fohnsdorf produzierte im Jahr 2010 aus über 1.000 Tonnen Kunststoff mehr als 15 Millionen Einzelteile für 100 verschie­ dene Autotypen.

AT&S, austriamicrosystems und Infineon produzieren Halbleiter und Mikrochips, die in Fahrzeugen in den Bereichen Steuerung, Sicherheit, Komfort und Infotainment Ver­ wendung finden.

Wollsdorf Leder in Gleisdorf stellt wöchentlich Leder für mehr als 100.000 Autos her. Damit ist das Unternehmen Marktführer in Europa.

COS aus ung von EP tz ri sp ffver­ in se n en Kraftsto Präzisio erg senkt d sb d n r la e D ch Deuts ausstoß. Schadstoff mhaften brauch und fert alle na e li e b r re h ü Weltmarktf ersteller. h il b o m to Au Kompressoren und Spezialventile für die Fahrzeugindustrie kommen aus dem Hause Ventrex Automotive in Graz.

Herbert Kneitz in Bad Mitterndorf liefert pro Jahr 1 Mio. Laufmeter Stoffe für Autos, Bus und Bahn. Er ist außerdem Systempart­ ner von führenden Automobilherstellern. Im Familienbesitz und global tätig: Die Erfolgsgeschichte des Kettenherstellers pewag reicht bis in das Jahr 1479 zurück.

Krenho fp teile für roduziert in Köfl Sicherh ach Sch eit miede­ Achsen und Fah ssysteme in Le nkung, rwerken Teile we . Bis rden jäh rlich entw zu 100 neue ickelt.

Sportauspuffanlagen von REMUS dominie­ ren die Straßen dieser Welt. Der einzigar­ tige Sound wird in einem der modernsten Forschungs- und Entwicklungszentren kreiert. Namhafte Fahrzeughersteller setzen auf Abgasanlagen aus dem Hause SEBRING in Voitsberg - darunter Premiummarken wie Mercedes, McLaren oder Porsche.

. . . UND VIELE WEITERE STEIRISCHE UNTERNEHMEN MACHEN UNS MOBIL!


ERFOLGSGESCHICHTE MIT KEHRSEITE In der Menschheitsgeschichte war Mobi­ lität lange Zeit nur sehr eingeschränkt und mit vielen Mühen möglich. Tausende von Jahren war man auf das Zufußgehen oder auf Reittiere angewiesen, um den Ort zu wechseln. Hannibal brauchte mit seinen Ele­ fanten durch Spanien, Frankreich und über die Alpen nach Italien ein Jahr. Mit einem Auto könnte man heute die gleiche Strecke in zwei, drei Tagen zurücklegen. Goethe war 157

erst mit der Verbreitung des Autos nach dem zweiten Weltkrieg, das Auto wurde zum Mobilitätsvehikel schlechthin. Nach dem 2. Weltkrieg war es kaum vorstellbar, dass ein Mensch den Mond betreten könnte, trotzdem war es 1969 so weit. Gleich­zeitig ging die allgemeine Mobilität jetzt mit Rie­ senschritten voran. Mobilität ist aber nur möglich, wenn auch die Infrastruktur vorhanden ist, in Form von

CO²-Emissionen der verschiedenen Transportarten per Tonne und Kilometer in Österreich

90

100 g/tkm

50 g/tkm

28 0 g/tkm

6 LKW Nahverkehr

LKW Fernverkehr

Schiff

bei seiner ersten Italienreise 1786 von Karls­ bad nach Rom ca. neun Monate unterwegs, er reiste in Kutschen. Diese Strecke wäre heute mit dem Auto eine Angelegenheit von 12 Stunden. Ein Zeitgenosse von Goethe war Immanuel Kant, der seine Geburtsstadt Königsberg sein ganzes Leben nie verließ. Heute unvorstellbar bei einem berühmten Gelehrten. Mobilität war bis in das 19. Jahrhundert einigen Privilegierten vorbehalten, die meisten Menschen kamen über ihr Dorf oder ihre Stadt nie hinaus. Einen wichtigen Mobilitätsschub brachte die Errichtung von Eisenbahnstrecken in der Mitte des 19. Jahr­ hunderts. So richtig in Mode kam das Reisen aber

Bahn – Elektrisch

18

Quelle: BMVIT 2008

CO² Emissionen

150 g/tkm

Bahn - Diesel

Straßen, Eisenbahnlinien und Flughäfen. Speziell für die Wirtschaft eines Landes ist es lebensnotwendig, durch ein entspre­ chend ausgebautes Verkehrsnetz ihre Waren und Produkte transportieren zu können. Die Anbindung an internationale Achsenschnitt­ punkte ist für exportierende Unternehmen ein „Muss“, um wettbewerbsfähig zu blei­ ben.

Mobilität hat Auswirkungen

auf die Umwelt erahnen. In Zukunft werden daher Maßnahmen nötig sein, um diese Be­ lastungen in einem verträglichen Bereich zu halten oder zu reduzieren. Schwerpunkte liegen dabei auf der Förderung des öffentli­ chen Verkehrs und der Verlagerung des Gü­ terverkehrs auf die Schiene. Neben den vielen positiven Aspekten für die Gesellschaft ist Mobilität aber auch mit Lärmbelästigung und großem Platzbedarf für Straßen, Flughäfen und Bahnhöfe ver­ bunden. Dazu kommen einschneidende Ein­ griffe in das Landschaftsbild durch den Bau von Autobahnen und Brücken. Autos haben im Moment noch eine schlechte Energieef­ fizienz. So müssen bei einem Klein-LKW oder PKW bis zu 1.500 Kilogramm Fahrzeug be­ wegt werden, auch wenn nur kleine Lasten zu bewegen sind. Nicht zuletzt stehen Autos den überwiegenden Teil des Tages ungenutzt auf Stellflächen und brauchen Platz. Diese Auswirkungen können durch den Ein­ satz neuer Technologien reduziert werden. Neben einigen Lehrberufen setzen sich viele Studienrichtungen an der TU Graz und „Green Projects“ an den Fachhochschulen mit umweltschonenden Technologien aus­ einander: mit alternativer Energiegewin­ nung, Elektroautos und reduzierten Emis­ sionen. Diese Studien bieten nicht nur sehr gute Berufschancen, die Absolventen leisten auch einen wichtigen Beitrag für die Zukunft unserer Gesellschaft.

In Österreich sind 4,2 Mio. PKW und rund 327.000 LKW gemeldet. Wenn man sich ver­ anschaulicht, dass jeder verbrauchte Liter Sprit 2,5 kg CO verursacht, kann man die ² Gesamtemissionen und ihre Auswirkungen

STUDIEREN, WAS BEWEGT DIE DURCH TECHNIK GESCHAFFENE MOBILITÄT UND INFRASTRUKTUR HAT AN FASZINATION NICHTS EINGEBÜSST. DER TECHNIK VERDANKEN WIR KOMFORT, SICHERHEIT UND ERWEITERUNG VON ERFAHRUNGEN UND ERLEBNISSEN. WER EIN TECHNISCHES STUDIUM WÄHLT, TRÄGT SEINEN TEIL DAZU BEI UND HAT NICHT ZULETZT SEHR GUTE BERUFS­AUSSICHTEN. DAS GILT ABER GLEI­ CHERMASSEN FÜR LEHRBERUFE, DIE ES IN ALLEN HIER ANGEFÜHRTEN BEREICHEN GIBT.

MASCHINENBAU

Hierbei handelt es sich um exemplarische Studiengänge, die an steirischen Universitäten und Fachhochschulen angeboten werden (kein Anspruch auf Vollständigkeit).

Vom Fahrrad über die erste Eisenbahn, das Auto bis zum High-Tech-Düsenjet unserer Tage – Maschinenbauingenieure haben unsere Welt in Bewegung gesetzt. Im sechssemestrigen Bachelorstudium Maschinenbau werden naturwissenschaft­ liche und mathematische Grundlagen, Elektronik, Informatik, Konstruktionslehre und Maschinenlehre vermittelt. Für das vierse­me­strige Masterstudium stehen drei Fachrichtungen zur Auswahl: Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau, Production Science and Management. Jede der drei Richtungen eröffnet die faszinierende Welt der Technik und bietet hervorragende Berufs­­aus­sichten. www.maschinenbau.tugraz.at

FAHRZEUGTECHNIK Für den Bereich „Infrastruktur und Mobilität“ stellt die FH JOANNEUM ein umfassendes Studienangebot zur Verfü­ gung. Alle Studiengänge werden als Bachelor-Studien mit darauf aufbauendem Master-Studium angeboten. Der öster­ reichweit einzigartige Studiengang „Fahrzeugtechnik“ bildet Allrounder auf dem Gebiet der Straßen- und Schienenfahrzeug­ technik aus, die auch in umwelttechnischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Fragestellungen kompetent sind. Neben den typischen Ingenieuraufgaben - Konstruktion, Entwicklung und Fertigung - gehören die Bereiche Vertrieb und Instandhaltung zu den Kern­ inhalten des Studiengangs. www.fh-joanneum.at

GEOGRAPHIE - NACHHALTIGE STADT- UND REGIONALENTWICKLUNG IMPRESSUM: „FUTURE” wird an Lehrerinnen und Lehrer der Schultypen HS, PTS und AHS verteilt. Ziel der Pub­ likation ist die Information zu aktuellen Themen aus Industrie und Wirtschaft. Herausgeber: IV Steiermark und Sparte Industrie der WK Steiermark Für den Inhalt verantwortlich: „Die Industrie”, Hartenaugasse 17, 8010 Graz, Tel. 0316 321 528-0 Konzept & Text: Lukas & Moritz Medienverlag Layout: www.thinkprint.at

NEN N I W E G “ URE MIT „FUT Welches von Menschen gebaute Objekt ist am weitesten von der Erde entfernt? Senden Sie die richtige Antwort an office@zukunft-industrie.at­und gewinnen Sie für eine Schulklasse eine Reise zu den Sternen – ins Planetarium Sternenturm Judenburg. Einsendeschluss ist der 1. Juni 2011. Viel Glück!

Wenn es um städtische und regionale Infrastruktur geht, haben Absolventen dieses Masterstudiums an der Uni Graz ein gewichtiges Wort mitzureden. Kernfächer sind unter anderem nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung, europäische Raumentwicklung und Regionalpolitik, nachhaltige/systemische Entwicklung, geographische Technologien und Informationssysteme. Beste Berufschancen bieten sich für Absolventen in Planungs- und ZiviltechnikerInnenbüros, in Einrichtungen für Umwelt- und Landschaftsplanung sowie in Einrichtungen mit Fachplanungscharakter. www.uni-graz.at/geo

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK Mit Mobilität untrennbar verbunden ist Automatisierungstechnik, eine Verbindung von Elektronik, Informatik, Maschinenbau und Wirtschaft. Das Studium am Campus 02 kann so­ wohl Vollzeit als auch Berufsbegleitend absolviert werden. Wichtigste Argumente für das Studium: hohe Nachfrage am Arbeitsplatz, Verbindung von Theorie und Praxis, den Unterricht gestalten PraktikerIn­ nen und WissenschafterInnen. www.campus02.at

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TOP AUSGEBILDET AUCH OHNE AKADEMISCHEN TITEL

MEHR INDUSTRIELEHRLINGE BRAUCHT DAS LAND REMUS – Der Sound der großen weiten Motorwelt Starke und nachhaltige Mobili­ täts­ signale sendet REMUS im weststeirischen Voitsberg. Mit der Entwicklung und Fertigung hochwertiger Sportauspuffe hat man sich längst als globaler Marktführer etabliert. Lehrlinge werden auch in Voitsberg dringend benötigt. REMUS Auspuffanlagen sind – genauso wie die von SEBRING, dem zweiten Unternehmen in der Holding - von den Straßen und Rennstrecken dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Die Grundlage für diesen Erfolg bilden nicht zuletzt die vielen hoch qualifizierten Mitarbeiter, die im Unternehmen als Lehrling begonnen haben. REMUS punktet aber auch mit modernsten Forschungs- und Entwick­ lungseinrichtungen sowie der Einbindung neuester State-of-the-art Technologien in den Fertigungsprozess. Neuestes Produktions-Highlight: REMUS Titanium2, Abgasanlagen in ober­ flächenveredeltem Volltitan-Leichtbau für sportliche Straßenfahrzeuge. Beschäftigte: 250 bei REMUS sowie 250 bei SEBRING Lehrlinge bei REMUS-SEBRING: 14 (Maschinenbau­ techniker, Mecha­ troniker, Werkzeugbautechniker, Produk­ tions­techniker, Industriekauffrau, Infor­mations­technologie Techniker, EDVTechniker)

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Über 90 Prozent der Produktion werden in weltweit rund 60 Länder exportiert. www.remus.at www.sebring.at

Die steirische Industrie stellt heuer mehr als 700 Lehrlinge ein und investiert damit in die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes. Leider sind qualifizierte Be­ werbungen für anspruchsvolle technische Lehrberufe Man­ gelware. Angelika Kresch, Vorstand von Re­ mus-Sebring, dem Auspuff-Spezialisten aus Voitsberg, spricht aus eigener Erfahrung: „Es machen sich massive Engpässe am Arbeits­ markt bemerkbar. Für junge Menschen ergibt sich daraus die Chance, über eine Industrie­ lehre zu begehr­ten Fachkräften zu werden.“ Der nicht gedeckte Bedarf an Technik-Fach­ kräften hemmt auch die Industriekonjunktur, die neuerdings wieder einen deutlichen Auf­ schwung zeigt. Das Industrieland Steiermark weist im Bundesländervergleich den höchs­ ten Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen auf. Daher wäre es dringend an der Zeit,

das Erfolgsmodell Lehre als duales Aus­ bildungssystem in die allgemeine Diskus­ sion über die Reform des Schulsystems mit einzubeziehen. Kresch: „In der für Österreich wichtigen Bildungsdiskussion dürfen 45 Prozent der Jugendlichen, nämlich jene, die eine Lehre absolvieren, nicht unter die Räder kommen.“ Schließlich gibt es genug Gründe, der Lehre entsprechende Aufmerksamkeit zu schenken. Eine Industrielehre eröffnet langfristige Perspektiven, denn mehr als 80 Prozent der Industrielehrlinge sind 5 Jahre nach der Lehrabschlussprüfung noch im sel­ ben Betrieb beschäftigt. Nicht zuletzt, so Kresch, „sollten vor allem Mädchen sich überlegen, sich vom klas­ sischen Rollenbild zu verabschieden und der Einkommensschere durch Technik-Qualifi­ zierung entgegenwirken.“

Industriebeschäftigung und Lehre Veränderungen seit dem Jahr 2000 Zahl der 15jährigen in der Steiermark: – 10,1 %

Zahl der Industrielehrlinge in der Steiermark: + 12,1 % Zahl aller Lehrlinge in der Steiermark: – 4,3 %

Lehrlingsaufnahme Steiermark 2010 Industrielehrlinge im ersten Lehrjahr: 735 Im Vergleich zu 2009: + 6,2 %

Behaltequote in der Industrie 5 Jahre nach der Lehrabschlussprüfung: mehr als 80%

Investitionen für die Lehrlingsausbildung in der Industrie: rund € 90.000,– pro Lehrling

Die häufigsten 10 Lehrberufe in der steirischen Industrie: Lehrberuf

Gesamt

1 Maschinenbautechnik. 602 2 Zerspanungstechnik 274 3 Mechatronik 216 4 Metalltechnik (versch. Schwerpunkte) 199 5 Elektrobetriebstechnik 156 6 Werkzeugbautechnik 143 7 Industriekaufmann/-frau 109 8 Produktionstechniker/in 108 9 Elektromaschinentechnik 80 10 Elektrobetriebstechnik mit Schwerpunkt Prozessleittechnik 77 Linktipp: www.kleinezeitung.at/lehre

Name: Aribert Wendzel, MSc Funktion: Leiter Perso­ nalmanagement & interne Kommunikation Verantwortlich für die Lehrlingsausbildung am Standort Altenmarkt Familienstand: verheira­ tet und Vater von drei Töchtern (20, 18 und 18). Nebenberuflicher Führungskräfte- und Kommunika­ tionstrainer, sowie systemischer Coach Meine Leidenschaft: Junge Menschen auf ihre Karrieremöglicheiten in der Industrie vorzubereiten.

BEI GEORG FISCHER AUTOMOTIVE IN AL­ TENMARKT (GF) HAT MOBILITÄT DOPPELTE BEDEUTUNG: HAUSEIGENE PRODUKTE FINDEN SICH IN MILLIONEN VON FAHR­ ZEUGEN UND LEHRLINGE BESUCHEN SCHWESTERWERKE AUF FIRMENKOSTEN AUCH IM AUSLAND. EIN GESPRÄCH MIT ARIBERT WENDZEL, DEM PERSONALMA­ NAGER VON GF. Herr Wendzel, Georg Fischer Altenmarkt gehört zu den führenden Unternehmen in Europa, welche die europäische Au­ tomobilelite mit hochwertigen Druck­ gussteilen beliefern. Wir haben solche Referenzen, weil wir in einigen Bereichen die Qualitätsführerschaft in Europa besitzen, und sich bei uns Qua­ lität und Kompetenz von den Facharbeitern bis zum Management auf allen Ebenen durchziehen. So haben wir erst kürzlich für den Türrahmen des Porsche Panamera in Nürnberg einen internationalen Preis er­ halten und rein rechnerisch enthält jedes vierte Auto in Europa einen Bauteil aus Al­ tenmarkt. Auf solchen Lorbeeren darf man sich freilich nicht ausruhen. Die Lehre hat heute ein Image-Pro­ blem, gute Facharbeiter sind schwer zu bekommen. GF setzt vorrangig auf Lehrlings-Ausbildung im eigenen Un­ ternehmen. Ein Jugendlicher sollte sich fragen, will ich akademisch hochgebildet und mögli­ cherweise arbeitssuchend, oder besser als Facharbeiter topausgebildet und weltweit nachgefragt sein!? In Altenmarkt ist der Facharbeiter ein gesuchter Spezia­ list und nicht ein Mitarbeiter unter vielen. Er kann

aufgrund unserer internationalen Aus­ richtung sowohl in China, Amerika oder Deutschland arbeiten und dabei die Welt kennen lernen. Außerdem hat ein Junger nach dreieinhalb Lehrjahren bei uns bereits ca. 42.000,- Euro brutto verdient. Unsere männlichen und weiblichen Lehrlinge sind uns wichtig, weil sie als Facharbeiter/in maßgeblich an der weiteren Entwicklung unseres Standorts beteiligt sind. Sie kön­ nen auf der Karriereleiter ganz nach oben kommen, wie man am Top-Management in Altenmarkt sieht, wo viele als Lehrling be­ gonnen haben. Laufende Weiterbildung ist sehr wichtig, um immer am neuesten Stand der technologischen Entwicklung zu bleiben. Das heurige Weiterbildungsbudget ist wie­ der sechsstellig. Was muss ein junger Mensch können, wenn er bei GF als Lehrling aufgenom­ men werden will? Und was bezweckt die Arbeitsgemeinschaft B.I.L.L.? Zunächst einmal sollte er ein Interesse an Technik haben. Mathematisches und naturwissenschaftliches Wissen auf Haupt­ schulniveau sollte man mitbringen, ebenso sinnerfassendes Lesen und gute Recht­ schreibkenntnisse. So mancher junge Mensch, der eine Begabung für Technik hat, stellt jedoch nach der Schule fest, dass einiges Wissen scheinbar „spurlos“ an ihm vorüber gegangen ist. GF hat da­ her gemeinsam mit vier weiteren großen Industriebetrieben den Bildungsverbund der IndustrieLehrlinge Liezen (kurz B.I.L.L.) gegründet, um unseren Nachwuchs zu fördern. In den ersten drei Monaten haben lernwillige Lehrlinge die Chance, an einem sog. „Vorbereitungstrai­ ning Mathematik“ in einer Kleingruppe teilzunehmen. Die da­ bei erzielten Leistungssteigerungen sind beachtlich und nehmen auch die Angst vor der Berufsschule. Sie nehmen sich Ihrer Lehrlinge in be­ sonderem Maße an – auch mit Outdoor­ training. Wir sehen die Jugendlichen, die bei uns eine Ausbildung machen, ganzheitlich: fachlich und persönlich. Neben dem Fach­ lichen wollen wir ihnen auch die Wich­ tigkeit von Werten wie Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und Höflichkeit vermitteln. In unserem Ausbildungskonzept spielen auch

die Eltern eine wichtige Rolle. So sind die Eltern am ersten Lehrtag dabei, wenn die Jugendlichen neu eingekleidet werden, ihre Willkommensmappe erhalten und es an­ schließend zum gemeinsamen Mittagessen mit Geschäftsführer und den Mentoren geht. Jeder Lehrling erhält von Anfang an einen Ansprechpartner aus dem Top-Management, mit dem er sich regelmäßig trifft und aus­ tauscht. Wichtig sind uns gemeinsame Er­ lebnisse, die den Zusammenhalt im Team stärken und soziales Lernen ermöglichen. Voriges Jahr sind wir mit allen 24 Lehrlingen zum Outdoortraining in ein Camp gegangen, um ein Floß zu bauen, wobei jeder, wie in einer Firma, seine Aufgaben hatte. Heuer werden wir ein gemeinsames Abenteuer in einem Hochseilgarten erleben. Das verbindet.

Georg Fischer Automotive Altenmarkt Herstellung von Gussteilen aus Alumi­ nium- und Magnesiumdruckguss für die Automobilindustrie (Personenwagen). Aluminiumbauteile: unter anderem Öl­ wannen und Zylinderkopfhauben. Magnesiumbauteile: Instrumententräger, Türinnenteile, Konsolen und Verdeckteile, Verdeckklappen und Teile für Lenksäulen. Geliefert werden einbaufertige Bauteile. 510 Mitarbeiter 24 Lehrlinge (Mechatroniker, Maschinen­ bautechniker, Werkzeugbautechniker, In­ dustriekaufmann, Betriebselektriker) Georg Fischer Automotive Altenmarkt ist eine Gesellschaft der Georg Fischer AG mit 135 Gesellschaften weltweit, davon 52 Produktionsstätten und über 12.400 Mitarbeitern. PRODUKTGRUPPEN: • GF Piping Systems (Rohrleitungs­ systeme aus Kunststoff und Metall, sowie Mess- und Regeltechnik)

• GF Automotive (Guss-Bauteile für An­ trieb, Fahrwerk und Karosserie.)

• GF AgieCharmilles

(Elektroerosionsma­schinen und Hoch­ geschwindigkeitsfräsmaschinen)

www.georgfischer.com

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BASTELTIPP eingesendet von: Mag. Stefanie Balda, Professorin für Bildnerische Erziehung und Technisches Werken an der HIB Liebenau

Entworfen hat diesen Papierflieger der japanische Origamikünstler James M. Sakoda. Er ist ein sehr schneller Papierflieger und ausgezeichnet geeignet für akroba­ tische Kunstflüge. 1. Ein quadratisches Blatt diagonal falten und die Ecken an die Diago­ nale falten. 2. Spitze an der gekennzeichneten Stelle nach oben falten. 3. und 4. Die Seitenkanten unter die gerade entstandene Spitze nach innen falten, so das die Ecken genau auf die Diagonale treffen. 5. Spitze wieder nach unten Falten. 6. Seitenteile nach innen falten. 7. Den Flieger über die Mittelachse zusammenlegen und die Flügel nach unten falten. 8. Flügelenden nach oben falten.

Foto: sl-studio

SAKODA-Papierflieger Faszination Technik Challenge 31. Mai 2011, Grazer Stadthalle, 10 - 15 Uhr

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EIN MUSS 1 FÜR SCHULEN

TECHONOMY 11. Mai, Alte Technik Die Teconomy ist eine Firmenmesse speziell für AbsolventInnen und Stud­ ierende aus technischen und naturwis­ senschaftlichen Bereichen. Sie bietet die Möglichkeit, mit Arbeitgebern aus marktführenden Unternehmen in Kon­ takt zu treten. Infos: https://firmenportal.iaeste.at/ teconomy Steirischer JUNIOR 17. Mai, Europasaal Wirtschaftskammer Steiermark Ein Schuljahr lang haben sich enga­ gierte SchülerInnen als UnternehmerIn­ nen erprobt, ihre eigene Geschäftsidee entwickelt und dabei alle wichtigen Ent­scheidungen zur Unternehmensgrün­ dung selbständig getroffen. Interessier­ te LehrerInnen und SchülerInnen sind herzlich willkommen. Infos: www.steiermark.junior.cc FASZINATION TECHNIK CHALLENGE 2011 31. Mai, Grazer Stadthalle, 10-15 Uhr, Messecenter I Süd SchülerInnen zwischen 13 und 18 Jahren stellen komplexe high-tech Produkte altersgerecht dar und erk­ lären diese. Die Veranstaltung ist für alle Interessierten geöffnet und bietet mit einer „Aus- und Weiterbildungsin­ formations-Messe“ ein interessantes Rahmenprogramm für Gastschulen. Infos: www.faszination-technik.at

KLICK MAL www.unternehmerfuehrerschein.at

Der Unternehmerführerschein ist eine Bestätigung für hohes Engagement, besseres Wirtschaftsverständnis sowie die Beschäftigung mit grundlegenden volks- und betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen. Einzelne Module da­ raus können bereits während der Schul­ zeit absolviert werden. www.sternenturm.at

Im höchsten Stadtturm in Judenburg befindet sich das modernste Kleinpla­ netarium Europas. Das Planetarium ist keine Sternenwarte, sondern vielmehr ein „Himmelssimulator“. 16 Shows ste­ hen zurzeit auf dem Spielplan.

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future 01/2011