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L e hr er Innen- In formation d er Ste irisch en Indus t r ie, w w w.dieindus t r ie.at

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„BUNTES MITEINANDER“ FÖRDERN Was Diversity Management leistet

TRAU ES DIR ZU

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Mädchen erobern die Technik

PROJEKTE FÜR SCHULEN Das Angebot der Industrie

BEILAGE


LIEBE LEHRERINNEN UND LEHRER! „Diversity Management“ – „Management der Vielfalt“ – ist ein Konzept, das die Verschiedenheit der Mitarbeiter achtet und zum Vorteil aller Beteiligten nutzen möchte. Mit zunehmender Internationalisierung findet es auch in steirischen Unternehmen Einzug und wird uns als Thema aufgrund­ seiner „Vielfältigkeit“ noch länger begleiten. Nach dem Schwerpunkt auf Internationalität in unserer vierten Ausgabe möchten wir in diesem sechsten „FUTURE“ den Fokus auf Frauen in der Wirtschaft und Technik richten. Im Expertinneninterview erzählt Maryam Laura Moazedi, was es heißt, die „Vielfalt“ in einem Industriebetrieb zu managen. Weiters haben wir erfolgreiche Frauen aus der Industrie eingeladen, uns von ihrem Schaffen zu berichten und davon, dass es sich lohnt, Neues auszuprobieren und sein Glück in Naturwissenschaften und Technik zu finden. Außerdem haben wir Ihre Anregung aufgegriffen und „FUTURE“ online gestellt. Unter www.dieindustrie.at finden Sie alle bisher erschienenen Ausgaben von „FUTURE“ zum Download und Nachlesen. Und Sie haben die Möglichkeit unter der Rubrik „Ausbildung und Schule“ die schulischen Angebote der Industrie kennen zu lernen. Weiters finden sich dort aktuelle Konjunkturdaten, Top-Stories aus den Unternehmen sowie eine interaktive Industrielandkarte. Um weiterhin Themen zu behandeln, die Sie interessieren und die Sie bei Ihrer Arbeit in den Klassen unterstützen, greifen wir Ihre Anregungen gerne auf. Wir freuen uns, von Ihnen zu lesen office@zukunft-industrie.at Spannende Unterhaltung wünscht Ihnen

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Angelika Kresch Vorsitzende von ZUKUNFT:industrie Vorstand REMUS-SEBRING Holding AG

MANAGEMENT DER VIELFALT DIVERSITY MANAGEMENT BEDEUTET, DIE VIELFALT VON MENSCHEN IN EINEM UNTERNEHMEN ZU EINEM „BUNTEN MITEINANDER“ ZU BÜNDELN UNTER BEWAHRUNG DER INDIVIDUALITÄT JEDES EINZELNEN. DAS MACHT ALLE ZUFRIEDENER UND ALLE PROFITIEREN DAVON, WEISS MARYAM LAURA MOAZEDI, DIVERSITY MANAGERIN BEI LEGERO IN GRAZ.

GESPRÄCH MIT THOMAS KRAUTZER

GESCHÄFTSFÜHRER DER INDUSTRIELLENVEREINIGUNG STEIERMARK

Sehr geehrte Frau Moazedi, Sie sind innerhalb der Legero GesmbH mit Diversity Manage­ ment betraut. Was verstehen Sie unter Diversity Management? Diversity Management (DiM) bedeutet, Vielfalt zu fördern und das Augenmerk auf die Potenziale zu legen, die sich einem durch das „bunte Miteinander“ erschließen. Für mich persönlich ist vor allem der Aspekt besonders attraktiv, dass es sich dabei um eine „Win-Win-Situation“ handelt: Es bekommen Menschen eine Chance, Ihre Fähigkeiten auszuleben, die aufgrund von Vorurteilen mit Eintrittsbarrieren zu kämpfen haben. Auf der Unternehmensseite bedeutet Vielfalt neue Perspektiven, Kreativität und jede Menge Lernpotenzial für die Umgebung. DiM ist ein Lernprozess und hat viel mit Umdenken zu tun. Anfängliche Berührungsängste, Konflikte und Widerstände müssen einkalkuliert werden, da braucht man einen langen Atem. Was waren die Beweggründe für die Legero GesmbH Diversity Management zu implementieren? Im Allgemeinen gibt es viele Gründe, die dafür sprechen. Studien zeigen beispielsweise, dass die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen steigt, sie letzten Endes auch produktiver arbeiten und DiM profitabel ist.

Monetär rentiert sich Vielfaltsmanagement auch, wenn Marketing-Aspekte im Vordergrund stehen und Zielgruppen abseits der klassischen Zugänge definiert werden. Der Lernaspekt ist ebenso ein Movens zur aktiven Förderung der Vielfalt. Nicht zu vergessen sind ethische Aspekte, die Offenheit für Veränderungen, die Akzeptanz des „Anderen“, die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung und der Mut, seine Visionen umzusetzen – letztere sind auch die hauptsächlichen Beweggründe für Legero, Vielfalt zu fördern. Welche Vorteile erwarten Sie sich durch Diversity Management als Un­ ternehmen und welche für Ihre Mitar­ beiter? Ich erwarte mir jede Menge Vorteile auf beiden Seiten. DiM bedeutet, Menschen aufgrund Ihrer Qualifikation einzustellen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion, sexueller Orientierung, Ethnizität, Behinde­ rung etc. Es wird einer systematischen Diskriminierung vorgebeugt, die oft nur durch Klischees gerechtfertigt wird. Durch die Begegnung mit der Vielfalt lernen MitarbeiterInnen, lernt das Unternehmen. Da kann man durchaus von einer lernenden Organisation und der Steigerung der Organisationsintelligenz sprechen. Was mir auch am Herzen liegt, ist die Förderung der Motivation, indem man Menschen, die bestimmten Gruppen zugehören, so behandelt, wie es ihnen


zusteht und sich nicht reflexartig an der durch die Mehrheit definierten Norm orientiert. Welchen Stellenwert hat das Manage­ ment der Vielfalt generell in anderen Unternehmen? In US-amerikanischen, britischen und skandinavischen Unternehmen ist DiM nichts Exotisches. Österreich spielt in diesem Zusammenhang euphemistisch formuliert eher keine Vorreiterrolle. Oft sind es USamerikanische Unternehmen, die sich in Europa niederlassen und DiM sozusagen „importieren“. In letzter Zeit scheint sich DiM zum Teil auch zu einem Schlagwort entwi­ ckelt zu haben; wie sinnvoll ein halbherziges Aufspringen auf den Diversity-Zug ist, kann man sicherlich überdenken. Sie sind „Diversity Managerin“. Was sind Ihre Aufgaben und was sind die Grundvoraussetzungen für diese Tätig­ keit bzw. welchen Ausbildungsweg ha­ ben Sie eingeschlagen? Unsere Welt ist heterogen, eine homogene Belegschaft spiegelt nicht die Realität wider, daher ist es meine Aufgabe, Vielfalt im Unternehmen zu fördern. Zum anderen entwickle ich auf individueller Ebene Konzepte, damit sich Einzelne in ihrem „Anderssein“ wohlfühlen. Ich bin interdisziplinär ausgebildet, definiere mich allerdings in erster Linie als Geisteswissenschafterin. Damit entspricht meiner gleichzeitig dem eher üblichen Ausbildungsweg einer DiversityManagerin, wir haben oft einen geisteswissenschaftlichen Hintergrund, der auch mit der Entwicklungsgeschichte des DiM erklärt werden kann. Welchen Ratschlag möchten Sie jungen Menschen, die noch vor ihrer Berufs­ entscheidung stehen, mit auf den Weg geben? Ich glaube, eine große Chance unserer Zeit ist, dass man sich seinen Beruf auch selbst gestalten kann. Der Ausbildungsweg führt nicht unbedingt geradlinig zu einem dafür klassischen Job. Mein Tipp ist, sich für die Ausbildung zu entscheiden, die einen wirklich interessiert, unabhängig vom Image, das dem Job anhaftet. Interesse und Motivation bilden meiner Erfahrung nach die beste Basis für langfristigen Erfolg. Und: Man genießt den Luxus, dass einem die Arbeit Spaß macht.

FIRMENPROFIL LEGERO Die Legero Schuhfabrik GesmbH ist ein 1872 gegründetes Unternehmen mit Hauptsitz in Graz. Das Produktportfolio umfasst die Marken Legero, Superfit und Think!. Anzahl der MitarbeiterInnen: 720 Davon Lehrlinge: 20 Umsatzerlöse 2010: 137 Mio Euro www.legero.at


MIT TECHNIK VORNE DABEI

MIT AHS AN DER TU ERFOLGREICH ENTGEGEN EINEM HARTNÄCKIGEN VORURTEIL SIND AHS-ABSOLVENTINNEN IN TECHNISCHEN STUDIEN GLEICH ERFOLGREICH WIE IHRE KOLLEGINNEN VON DER HTL. DAHER: MUT ZUR TECHNIK, DENN ENTSPRECHEND AUSGEBILDETE AKADEMIKERINNEN SIND IN DER INDUSTRIE MEHR DENN JE GEFRAGT. Zu schwer? Zu lang? Zu kompliziert? Solche Vorbehalte von AHS-MaturantInnen gegenüber technischen Studien gehören längst­ der Vergangenheit an. Das belegt eine von der Industriellenvereinigung Steiermark und der TU Graz gemeinsam durchgeführte Studie. Denn: AHS-AbsolventInnen stellen nicht nur den größten Anteil der Studierenden an der TU Graz dar (40,1% gegenüber 38,4% HTL-AbsolventInnen), sie sind auch gleich erfolgreich wie ihre KollegInnen von den HTL’s.

Wahrscheinlichkeit einen positiven Studienabschluss erreichen als Ihre KollegInnen aus den HTL’s:

Der bis September amtierende Rektor der TU, Hans Sünkel: „Die Wahrscheinlichkeit für AHS-AbsolventInnen, ein TU-Studium erfolgreich abzuschließen ist gleich hoch wie für HTL-AbsolventInnen.“ Die Studie zeigt, dass AHS-AbsolventInnen Prüfungen mit nahezu gleich gutem Erfolg abschließen wie ihre KollegInnen mit HTL-Hintergrund: Analysiert wurden 200.000 Prüfungen aus drei Jahren. Die Durchschnittsnote von AHS-AbsolventInnen liegt dabei mit 2,49 nur knapp über dem Wert der HTL-AbsolventInnen von 2,32. Bei der Länge der Studiendauer liegen beide Gruppen praktisch gleichauf, im Master- und Diplomstudium brauchen AHSMaturantInnen im Durchschnitt lediglich um 0,4 Semester länger. Dies alles belegt, dass man mit einer AHS-Matura in technischen Studien sehr wohl erfolgreich reüssieren kann. Mehr noch: Die folgenden Zahlen zeigen, dass AHS-AbsolventInnen mit höherer

zeichnet die Studienergebnisse als „Ermutigung für alle AHS-Maturantinnen und -Maturanten“, ihren Interessen und ihrer Begabung zu folgen und ein Technik-Studium zu wählen. AbsolventInnen von AHS hätten gute Chancen, ein technisches Studium zu schaffen – und damit auch den perfekten Einstieg ins Berufsleben. Faktum ist weiters, dass die steirische Industrie in Technik und Produktion sowie in Forschung & Entwicklung einen akuten Personalnotstand hat. Mit einer einschlägigen Ausbildung hat man daher vielversprechende Karriereaussichten. Gleichzeitig appellierte der IV-Präsident an die AHS-LehrerInnen, ihren technisch inte­ ressierten und begabten Schülerinnen und Schülern ein Technik-Studium zu empfehlen: „Wenn die Maturantinnen und Maturanten dieser Empfehlung folgen, hilft das ihnen selbst und stärkt gleichzeitig den Standort Steiermark und Österreich.“

Erstzulassungen und AbsolventInnenzahlen 2007 bis 2009: ERSTZULASSUNGEN ABSOLVENTINNEN

AHS HTL ANDERE

39% 35% 27%

44% 40% 16%

Traut Euch Technik zu Gleich schnell, gleich erfolgreich IV-Präsident Jochen Pildner-Steinburg be-

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Dass Technik nicht nur Männersache ist, zeigt „FIT – Frauen in die Technik“ bei den jährlichen Informationstagen vom 13. bis 16. Februar 2012. Die jungen Frauen werden über alle Studiengänge und Berufsaussichten informiert – an TU Graz, Montanuniversität Leoben, KarlFranzens-Universität, FH Joanneum, FH Campus 02 und den Fachhochschulstudiengängen des Burgenlandes. Bei den „FIT-Infotagen“ bekommen Oberstufenschülerinnen einen Einblick darin, wie technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge ablaufen. Bei Institutspräsentationen und Podiumsdiskussionen mit Absolventinnen können die Schülerinnen mit Technik auf Tuchfühlung gehen und sich ein erstes Bild machen. Inzwischen haben viele weibliche Karrieren gezeigt, dass junge Frauen sich in der Technik bestens bewähren. Man muss nur die Unsicherheit gegenüber Neuem abbauen, alte Rollenbilder ablegen und sich trauen. Johanna Klostermann vom Projekt FIT ist überzeugt: „Immer mehr Frauen beweisen ihre technischen Fähigkeiten. Technische Berufe eröffnen hervorragende Karriere­ möglichkeiten – auch für Frauen.“ Weitere Infos: www.fit.tugraz.at


BEILAGE FÜR DIE ARBEIT MIT DER KLASSE

EN ZUM HERAUSNEHM

Das Interesse und die Freude junger Menschen an Technik zu wecken - das ist das Ziel der Industriellenvereinigung Steiermark und der Sparte Industrie der WK Steiermark. Beide gemeinsam haben ein umfassendes Angebot für Schulen erarbeitet, das engagierte PädagogInnen für einen praxisnahen Unterricht nutzen können: Persönlichkeiten aus der Industrie kommen ins Klassen­zimmer, Betriebsbesichtigungen, Impulsvorträge, Projektangebote, KiNT-Boxen (Kinder lernen Naturwissenschaft und Technik anhand spezieller Materialien), TechLab und vieles mehr stehen zur Verfügung. Die Industrie als stärkste Wirtschaftskraft der Steiermark braucht Nachwuchs. Nur so kann sie wett­bewerbsfähig bleiben und mithel­fen, die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes zu sichern. Zugleich bieten sich für junge, interes­ sierte Menschen tolle Karrierechancen und beste Verdienstmöglichkeiten in der Technik. Auf den folgenden Seiten präsentiert „FUTURE“ einige erfolgreiche Projekte an steirischen Schulen. Vielleicht findet sich darunter ein „appetizer“ und Sie nehmen mit uns Kontakt auf, um die faszinierende Welt der Wirtschaft und Technik gemeinsam mit Ihren SchülerInnen hautnah zu erfahren.

T RIE DIE INDinUdSustrie.at

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, g i l i d e w n z r u u k . . . „ ig d n e leb spannend...“ Wie sehen LehrerInnen das Angebot der Industrie, Kindern und Jugendlichen Technik und Naturwissenschaften in den Schulen näher zu bringen? Profitiert der Unterricht von den Projekten und sind die Jungen für diese Themen zu begeistern? „FUTURE” hat einige LehrerInnen gebeten, uns ihre Erfahrungen mitzuteilen.

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B TECH LA

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Praxisnahe Besichtigung eines Indu­s­ triebetriebes der Region, Vertiefung im Unterricht und Teilnahme an der Faszi­ nation Technik Challenge in der Grazer Stadthalle Den Geheimnissen des Biodiesels kam eine Klasse des BORG Bad Radkersburg auf die Spur. Der Besuch im Unternehmen SEEG in Mureck war lehrreich und spannend, Firmengründer, Geschäftsführer und technischer Leiter nahmen sich die Zeit, die teils auch kritischen Fragen der Besucher zu beantworten. Für schwierig, weil nicht schulalltagstauglich halte ich die Vorgabe, dass nur eine handvoll SchülerInnen am Projekt teilnehmen können. Wir umgingen dies, indem eine ganze Klasse das Projekt aufbereitete und nur die besonders Motivierten schließlich an der Präsentation in der Stadthalle arbeiteten. Als Experiment wurde bei der Präsentation aus frischem Öl mittels Pommes vor den Augen der ZuschauerInnen Altöl erzeugt (um dann zu Biodiesel zu werden). Der Abschlusstag in der Grazer Stadthalle war ein einprägsames Ereignis. Für unsere SchülerInnen war es sehr beeindruckend, wie originell und vielseitig naturwissenschaftliche Fakten präsentiert wurden. Neben der Präsentation waren die vielen interessierten jungen Menschen, die mehr über Biodiesel wissen wollten, wohl entscheidend für das mit nach Hause genommene Gefühl, etwas Interessantes und Sinnvolles produziert zu haben. Auch das vielseitige Rahmenprogramm und die professionelle und wertschätzende Bewertung sorgten unter den RadkersburgerInnen für Begeisterung. Für den Sieg reichte es heuer bei weitem nicht, diese Erkennt­ nis haben wir ohne große Niedergeschlagenheit mit nach Hause genommen. Aber: Technik und Naturwissenschaft haben uns begeistert. Und wir kommen ja schließlich wieder… Mag. Peter Lintner, BORG Bad Radkersburg Kooperation mit seeg Biodiesel in Mureck

Interaktive Betriebsbesichtigung, im Rahmen derer im Physikunterricht erworbene Grundlagen in der Praxis „neu“ entdeckt werden “Kann man Luft wiegen”,„Warum kann man Schall spüren“ und “Wie kommt es, dass ein Schiff nicht untergeht”? Das sind Fragen, denen mit Hilfe der KiNTBoxen in Volksschulen auf den Grund gegangen wird. Workshop-Angebot. „Ich glaube, mich im Namen aller Volksschullehrerinnen, bei der Industrie für den Erhalt der KiNT-Boxen bedanken zu dürfen. Den meisten von uns wäre es aufgrund der budgetären Situation der Gemeinden nicht möglich, solch ein Material zu besorgen. Gleich wichtig wie die Bereitstellung des Materials ist jedoch auch die Einschulung des Lehrpersonals. Denn nur wenn uns Lehrerinnen die Scheu vor der Physik genommen wird, können wir mit unseren Schülern mit den Boxen experimentieren. Für die Schulungen im naturwissenschaftlichen Bereich möchte ich mich für den Bezirk Voitsberg besonders bei dem Kollegen Hans Eck bedanken. Er versteht es mit unendlicher Geduld und mit viel Humor die Liebe der VS-Lehrerinnen für NIG zu wecken. Mein Dank gilt auch Frau Angelika Kresch von REMUS, welche eine Zusammenführung der KiNT-Boxen mit Herrn Eck ermöglichte. So kann die Naturwissenschaft an unsere Jüngsten gebracht werden! VDn. Eva Maria Hieden, VS Södingberg

Das „Regionale Fachdidaktikzentrum für Physik“ in der Steiermark besch��ftigt sich im Programm „TechLab“ mit der Implementierung technischer Inhalte in den naturwissenschaftlichen Unterricht, speziell in den Physikunterricht. In diesem Programm werden Schüler und Schülerinnen aller Schultypen auf anschauliche Weise durch forschend- entdeckendes Lernen im Unterricht mit technischen Inhalten vertraut gemacht, die sie dann in einer zweiten Phase vor Ort im Betrieb auch im großtechnischen Maßstab kennen lernen. Im Auftrag der steirischen Papierindustrie sollen im Projekt „Papier macht Schule“ entsprechende Unterrichtsformate zum Thema Papier erarbeitet werden. Nach mehreren Treffen von Vertretern des Fachdidaktikzentrums mit Vertretern der Papierindustrie wurde ein Konzept entwickelt, bei dem möglichst viele Lehrkräfte aus unterschiedlichen Schultypen mitarbeiten können. Diese sollen in ihren Klassen Projekte zum Thema Papier unter verschiedensten Gesichtspunkten entwickeln. Innerhalb kürzester Zeit wurden 23 Projekte eingereicht, die finanziell von „Papier macht Schule“ unterstützt werden. Die Projektverwaltung übernimmt das „IMST Regionales Netzwerk Steiermark“. Beim alljährlichen Netzwerktag, der am 13. Jänner 2012 gemeinsam mit der Fa. Sappi in Gratkorn organisiert wird, werden die Projektergebnisse vorgestellt. Im Anschluss daran wird das Fachdidaktikzentrum für Physik Unterlagen für Lehrkräfte bereitstellen, die dabei helfen sollen, das Thema Papier in den Unterricht motivierend zu integrieren. Dr. Erich Reichel, Fachdidaktikzentrum für Physik


EN ZUM HERAUSNEHM

EKT: >>PROJ EKT: >>PROJ

U GAST Z E I R T ER INDUS NZIMM E S S A L IM K

Persönlichkeiten aus der Industrie sind zu Gast im Klassenzimmer und gestalten eine Unterrichtseinheit Die Aktion “Industrie zu Gast im Klassenzimmer” war für unsere SchülerInnen mehr als nur ein Kontakt mit einem interessanten Vertreter der steirischen Industrie, es war eine kurzweilige, lebensnahe und spannende Einführung in das, was da geleistet wird. Die SchülerInnen bekamen ein Bild davon, wie die Welt der Technik aussieht, welche Berufschancen technische Berufe bieten und wie spannend diese Berufe sein können. Ein wertvoller Beitrag zur Orientierung in unserer modernen Welt und für die SchülerInnen möglicherweise ein Anstoß, sich für eine technische Ausbildung zu entscheiden. Unsere 6a und 6c waren jedenfalls nicht nur begeistert, sie waren auch fasziniert. Ich möchte dieses Angebot der Steirischen Industrie jedenfalls wieder nützen.“ Mag. Astrid Grinschgl, BORG Dreierschützengasse

KONTAKT Die Industrie office@dieindustrie.at Tel. 0676/84 17 17-26

TRODUK P E L A REGION E ANALYS

Wie viel Know-How steckt hinter einem „Alltagsgegenstand“? Mit Hilfe ihrer LehrerInnen zerlegen, analysieren und beschreiben SchülerInnen ein Produkt der steirischen Industrie. „Dass man aus Rasierersound ein Musikstück machen kann, hätten sich die Besucherinnen und Besucher bei der Faszination Technik Challenge nicht gedacht. Doch die 4A des BRG Kepler überraschte mit einem vielfältigen Programm als Resultat ihrer Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich im Rahmen des Projektes „Regionale Produktanalyse“ mit Rasierern der Firma PAYER. In Teams formulierten sie Untersuchungsfragen und erarbeiteten selbständig die Lösungen, im engen Kontakt zum Industriebetrieb. Dabei wurde anschaulich, wie viel Know-how aus Naturwissenschaft und Technik in einem Alltagsgegenstand steckt. Eine große Bereicherung war, dass in dem Projekt fächerübergreifend gearbeitet wurde und jedes Fach einen Beitrag zum Thema leistete. Im Technischen Werken passte das Thema Produktdesign sehr gut zum Lehrplan der 4. Klasse. Es wurden eigene RasiererModelle entwickelt und gestaltet. In Geschichte wurde die Entwicklung des Rasierens von der Steinzeit bis heute untersucht. In Deutsch erarbeitete eine Gruppe Texte zu dieser geschichtlichen Entwicklung, die dann als Sketches mit Kostümen aufgeführt wurden. In Geographie analysierte man die wirtschaftlichen Aspekte. In Physik erforschte man die Funktionsweise von Akkus und Elektromotoren. Das Thema Beschreibende Statistik im Mathematikunterricht wurde mit dem Vergleich von Daten unterschiedlicher Firmen behandelt. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten einen Folder für die Präsentation des Produktes und des Betriebes. Die Jugendlichen waren durchwegs sehr engagiert und mit viel Interesse bei der Arbeit. Die Ergebnisse, wie zum Beispiel das selbst komponierte Musikstück, wurden bei der Abschlussveranstaltung von Faszination Technik in der Grazer Stadthalle präsentiert. “ Mag. Waltraud Knechtl, BRG Kepler

EKT: >>PROJ

ENTAG N N I / R E LEHR

Betriebsbesichtigung und Impulsvortrag über aktuelle Industriethemen – exklu­ siv für PädagogInnen Ich konnte sowohl am LehrerInnentag der Industrie bei der Fa. Knapp in Hart bei Graz als auch bei der Fa. Ams in Unterpremstätten dabei sein. Aus dem Bereich der allgemeinbildenden höheren Schule kommend habe ich bei den Vorträgen und den anschließenden Diskussionen in beiden Häusern positiv überrascht festgestellt, dass Absolventinnen und Absolventen der AHS mit nachfolgendem Technikstudium sehr geschätzt werden. Problemlösefähigkeit, Sprachkompetenz, vernetztes Denken und kreativer Zugang auch gegenüber ungewohnten Aufgaben wurden als besondere Pluspunkte hervorgehoben. Was wir intern schon längst vermutet haben, wurde von den anwesenden Fachleuten bestärkt. Solche Angebote, die Berührungsängste und Klischeevorstellungen abbauen helfen, halte ich für sehr förderlich, weil sie dazu ermutigen, nicht nur im Rahmen der Berufsorientierung auch Gymnasiastinnen und Gymnasiasten ein Technikstudium nahezubringen, sondern auch Projekte wie „Faszination Technik“ im Schulbereich weiter zu etablieren. An meiner Schule können wir seit einigen Jahren feststellen, dass vor allem immer mehr Mädchen nach der Matura ein Studium an TU in Graz oder (immer mehr) in Leoben ergreifen. Wenn diese den nachfolgenden Jahrgängen über ihre Erfahrungen und Erfolge berichten, wird diese Zahl sicher noch zunehmen. Informationsbedarf an AHS besteht meiner Ansicht nach immer noch, sowohl über aktuelle Entwicklungen im technischen Bereich als auch über die Erfolgsaus­ sichten von „AHSlern“ beim Technikstudium und die Jobsituation. Hofrat Mag. Martin Barth, Bundesgymnasium Rein


Weitere jekte o r P e i r t s u Ind len für Schu www.dieindustrie.at - Die Informationsplattform der Industrie: Statistiken | Projektideen | Kuriositäten, usw. FASZINATION TECHNIK Auf www.faszination-technik.at findet sich eine Übersicht über alle Initiativen und Projekte an der Schnittstelle Kinder/Jugendliche und Naturwissenschaft/Technik. FUTURE JOBS Lehre ist attraktiv und hat Zukunft. Um dies zu verdeutlichen, erzählen Lehrlinge in Kurzvideos aus ihrem Alltag. Zu sehen auf: www.dieindustrie.at/ausbildung/futurejobs „JUNIOR-ENERGIESCHLAUMEIER“ Das sind Kindergartenkinder, die sich mit dem Zukunftsthema Energie auf spielerische Weise vertraut machen. Bei diesem Projekt der Energie Steiermark in Kooperation mit der Sparte Industrie/Faszination Technik lernen Kinder aus 50 steirischen Kindergärten Energie in ihren verschiedensten Formen und Anwendungsbereichen kennen. Das Konzept mit dem Titel „Family meets Energy ®“ stammt von der Energieagentur Baierl. Am Ende des Halbtages wartet das Zertifikat „Junior-Energieschlaumeier“. INDUSTRIELANDKARTE Diese interaktive Steiermark-Karte bietet Informationen über alle steirischen Industriebetriebe, Kontaktdaten und vieles mehr. Man findet sie auf www.dieindustrie.at INDUSTRIETECHNIKERIN Steirische Industriebetriebe haben das Karrieremodell “IndustrietechnikerIn” geschaffen. Dabei gilt: Lehre, Werkmeisterprüfung und Matura = IndustrietechnikerIn. Mehr auf www.karrierekick.at ERLEBNISWELT WIRTSCHAFT Wirtschaft sehen, fühlen und erleben. Mit Erlebniswelt Wirtschaft begibt man sich auf eine Reise, bei der man Unternehmen hautnah und mit allen Sinnen erleben kann. Infos auf www.erlebniswelt-wirtschaft.at

BeSt³ Lehre als „Bildungsweg“

IMPRESSUM: „FUTURE” wird an Lehrerinnen und Lehrer der Schultypen HS, PTS und AHS verteilt. Ziel der Publikation ist die Information zu aktuellen Themen aus Industrie und Wirtschaft. Herausgeber: IV Steiermark und Sparte Industrie der WK Steiermark Für den Inhalt verantwortlich: „Die Industrie”, Hartenaugasse 17, 8010 Graz, Tel. 0316 321 528-0 Konzept & Text: Lukas & Moritz Medienverlag Layout: www.thinkprint.at

Eine Lehre erm öglicht einen ge lungenen Start genau geht, ze ins Berufslebe igt die BeSt³ – n. Wie das die Messe für dung – von 20. bi Beruf, Studium s 22. Oktober in und Weiterbilder Messe Graz . Sofort eigenes Ge ld verdienen, Aner kennung bekomm haben, die genau en und viel Spaß zu einem passt – an einer Arbeit die Lehre ist gera brett. Bei der dies de heute ein siche jährigen BeSt³-Ber res Sprunguf smesse ist die Sp der Wirtschaftska arte Gewerbe un mmer Steiermark d Handwerk gemeinsam mit dustrie mit einem der Lehrlingsstel eigenen Stand ve le und der Inrtreten, der auf 48 vorstellt. Wer sic 3 Quadratmeter 34 h fragt: „Lehre od Lehrberufe er Matura?“ – M Diese Kombinatio an kann auch be n von Wissen un ides machen! d Können wird im Auf der BeSt³ gi mer gefragter. bt es viel zu entd ecken: Von techni und Metalltechni schen Berufen w k bis zum Baugew ie Mechatronik erbe wie zum Be technik. Berufe ru ispiel Glasbautec nd um das Wohne hn ik oder Holz­ n, Einrichten und W vorgestellt: Das sin ohlfühlen werden d zum Beispiel Ta ebenfalls pe zierer, Tischler od heit und Wellnes er Elektrotechnike s liegen auch star k im Trend. r. GesundDoch warum gara ntiert eine Lehre einen tollen Job? gehen die Fachkr Ganz einfach: De äfte aus. Mit der r Wirtschaft BeSt³ soll die Lehr für eine Facharbe e gestärkt und m iterausbildung m ehr junge Leute otiviert werden.


MIT DIESEM MOTTO HAT MARGIT HÖLBLING SCHON BALD NACH DEM STUDIUM IN EINEM TECHNISCHEN BERUF KARRIERE GEMACHT. DIE JUNGE QUA­ LITÄTSMANAGERIN (QUALITY ENGINE­E­RING) IST GRUPPENLEITERIN BEI DER ANDRITZ AG UND HAT WERTVOLLE TIPPS FÜR FRAUEN, DIE SICH AN EINEN TECHNISCHEN BERUF WAGEN.

„Trau es Dir zu und zeige es“ Andritz AG Gründung 1852 als Eisengießerei in Graz Die ANDRITZ-GRUPPE ist einer der weltweit führenden Lieferanten von Anlagen und Serviceleistungen für Wasserkraftwerke, für die Zell­stoffund Papierindustrie, die Metall­ industrie sowie für andere Spezial­ industrien (Fest-Flüssig-Trennung, Futtermittel und Biomasse). Hauptsitz der Gruppe ist in Graz. Anzahl der MitarbeiterInnen: Weltweit rund 16.100 Weltweit mehr als 180 Produktionsstätten sowie Service- und Vertriebs­gesellschaften www.andritz.com

Sie strahlt Selbstbewusstsein aus, aber das war nicht immer so. „Mein Knackpunkt war nach der Hauptschule, als ich in Kapfenberg an der HTL für Kunststofftechnik begann. Ich war nervös und hatte Angst vor den Werkstätten. Ich fürchtete, dass die Burschen mehr geschraubt hätten und geschickter wären. Es stellte sich aber heraus, dass einige durchaus patscherter waren, und ich ganz sicher mithalten konnte.“ Die HTL absolvierte sie souverän, genauso das anschließende Studium der technischen Chemie, das sie mit dem Doktorat abschloss. Chemie sei mehr an den Naturwissenschaften als an Technik orientiert, und wird an allen Schulen unterrichtet. Und: Es sei ein guter Einstieg in die Technik. An der TU Graz, so Hölbling, ist das Verhältnis von weiblichen und männlichen Studierenden für Chemie ausgeglichen. Im Nachhinein, überlegt sie, hätte sie sich auch Maschinenbau zugetraut und sich in dieser Männerdomäne behaupten können. Experimente schon als Kind Chemie war ihre Leidenschaft von klein auf: Schon im Volksschulalter streifte sie durch die Werkstätten vom Papa, einem Landwirt, auf der Suche nach Materialien, die für Experimente verwendbar waren. Der Versuch, ein Unkrautmittel gegen Brennessel herzustellen, schlug allerdings fehl. Gleich nach dem Studium fing sie bei der Andritz AG an. Auch dieser Einstieg „war leicht ver-

unsichernd und fachlich sehr fordernd.“ Sie begann im Bereich Technisches Consulting und wechselte dann im Zuge einer Umstrukturierung ins Quality Engineering. Dort plant sie jetzt Produktqualität, muss Kundenwünsche und Normen berücksichtigen sowie Qualität bei den Lieferanten und im Haus überwachen. Frauen haben viele Fähigkeiten Heute denkt sie, dass Hemmschwellen oft weniger gegenüber der Technik als dem Neuen gegenüber bestehen. Das gilt vor allem für Frauen, die ihre eigenen Fähigkeiten öfter hinterfragen und mehr zweifeln. Sie habe gelernt, sich etwas zuzutrauen und es auch zu zeigen, sich nicht zurückzunehmen. Es sei aber auch ein Vorteil, mehr abzuwägen und zu hinterfragen. „In meiner Arbeit kommt es auf Organisationsfähigkeit und Durchhaltevermögen an, aber auch, den Überblick zu bewahren und für andere mitzudenken. Mehrere Fäden gleichzeitig in der Hand halten.“ Das alles seien Dinge, die Frauen liegen. Frauen, die Kompetenz zeigen, werden von den Männern auch ak­ zeptiert. Die alten Rollenbilder seien zwar immer noch wirksam, sie werden jedoch schwächer. Margit Hölbling hat sich in einer Männerdomäne durchgesetzt. Sie ist ein Beispiel, dass Frauen sich in der Technik bestens bewähren können. Sie müssen es nur wollen und sich trauen.

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MÄDCHEN PACKEN AN. DAS RANKING DER TECHNISCHEN LEHRBERUFE, IN DENEN ZURZEIT DIE MEISTEN MÄDCHEN AN EINER KARRIERE FEILEN.

ZERSPANUNGSTECHNIKERIN

Damit Autos und Maschinen funktionieren, müssen Teile maßgenau „geschneidert“ werden – das können ZerspanungstechnikerInnen. An computergesteuerten Maschinen tragen sie von Bauteilen dünne Schichten ab, bis sie perfekt aneinander passen. ZerspanungstechnikerInnen nehmen aber auch Werkzeugmaschinen in Betrieb und erledigen Reparaturen.

CHEMIELABORTECHNIKERIN

Führt chemische, physikalisch-chemische, biochemische und biotechnologische Untersu­ chungen an verschiedensten Stoffen durch. Mit Hilfe von computergesteuerten Geräten und Mikroskopen untersucht sie Chemikalien, Zwischenprodukte (z.B. Kunststoffe und Metalle) sowie Endprodukte (z.B. Lebensmittel, pharmazeutische Produkte).

MASCHINENBAUTECHNIKERIN

Plant, entwirft und baut alles von der Bohrmaschine bis zur Kraftwerksturbine. In der Ausbildung wird gelernt, wie man hochkomplexe Steuerungen zusammenstellt, computergestützte Werkzeugmaschinen programmiert und bedient, aber auch wie Anlagen gebaut und geprüft werden. Sie lernt Drehen, Fräsen und Schleifen. Häufig Spezialisierung auf Fahrzeugbau, Industrie- oder land- und forstwirtschaftliche Maschinen.

MECHATRONIKERIN

Baut mechanische, elektromechanische, elektrische, elektronische Komponenten zusammen und bearbeitet maschinell oder manuell Werkstoffe. Sie montiert hergestellte Komponenten und Anlagenteile, nimmt Anlagen in Betrieb und bedient sie. EDV- sowie Hard- und Software-Kenntnisse sind notwendig. Einsatzgebiete sind Industrie und Gewerbe.

WERKZEUGBAUTECHNIKERIN

Hier geht es um die Ausrüstung von Metall- und Kunststoffbearbeitungsmaschinen. WerkzeugbautechnikerInnen fertigen Schnitt-, Stanz- und Formwerkzeuge sowie die Vorrichtungen, um die Werkzeuge und Werkstücke befestigen und bearbeiten zu können. Sie testen die fertigen Werkzeuge und Vorrichtungen auf ihre Funktionstüchtigkeit.

WERKSTOFFTECHNIKERIN

Führt selbständig verschiedenste Untersuchungen an metallischen Werkstoffen und Ma­ schinenelementen sowie an Teilen aus Kunst- und Baustoffen durch. WerkstofftechnikerInnen arbeiten in Laboratorien der Forschung, Werkstoff-Entwicklung und Materialprüfung. Sie kennen verschiedene Prüfverfahren, um verschiedenste Eigenschaften von Materialien zu bestimmen. Untersuchen die Struktur von Werkstoffen, um Fehler zu entdecken und damit Sicherheit zu gewährleisten.

ELEKTROMASCHINENTECHNIKERIN

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Stellt Geräte, Maschinen und Anlagen her, die neben mechanischen auch elektrische bzw. elektronische Bauteile enthalten. Sie baut Einzelteile zusammen, montiert Geräte, Maschi­ nen und Anlagen am Verwendungsort und führt alle Vorarbeiten zur Inbetriebnahme durch. Erzeugt Wicklungen, Motoren, Transformatoren, Generatoren, Gleichrichter, Trennschalter, Antriebs- und Förderanlagen, Schalttafeln.


„WIR MÄDCHEN SIND GENAUER“ SCHON IM GYMNASIUM HAT SICH TATJANA BERGER FÜR CHEMIE UND PHYSIK BESONDERS INTERESSIERT. DIE LEHRE BEI DEM TRADITIONSREICHEN PAPIERHERSTELLER NORSKE SKOG IN BRUCK IST DER SELBSTBEWUSSTEN JUNGEN FRAU DAHER WIE AUF DEN LEIB GESCHNITTEN.

Die 20-jährige Tatjana ist im dritten und vorletzten Lehrjahr der Doppel-Ausbildung zur Entsorgungs- und Recyclingfachfrau für Abfall und Abwasser. Vorher hat sie bis zur sechsten Klasse ein Gymnasium besucht. Irgendwie war das Interesse an Technik und der Wunsch, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, dann doch stärker. Erst schnupperte sie bei Norske Skog, ehe sie sich an den Aufnahmetest wagte und schließlich genommen wurde. Die Liebe zur Technik ist ihr gleichsam in die Wiege gelegt. Schon mit zwölf reparierte sie mit ihrem Vater Lampen, Fernseher und alles, was ihr in die Hände kam. Jetzt hat sie ihr Ziel fast erreicht: In einem Jahr ist sie Facharbeiterin und steht „mit beiden Beinen im Leben“. Schon jetzt bekommt sie rund 700,- Euro im Monat, als fertige Facharbeiterin und im Schicht­ betrieb werden es noch wesentlich mehr sein. Damit hat sie gegenüber den meisten Alters­kolleginnen klar die Nase vorn. Facharbeit mit Know-How Die Arbeit ist anspruchsvoll und macht Tatjana viel Spaß. Sie entnimmt Proben aus der Kläranlage und analysiert im Labor den Gehalt an Ammoniak und Phosphat im Abwasser. Gibt es zuviel oder zuwenig davon, muss korrigierend eingegriffen werden. Auch die Gas- und Dampfturbine, mittels derer das Werk den Großteil des benötigten Stroms herstellt, gehört zu ihrem Arbeitsbereich. Bei Norske Skog legt man auf Umweltverträglichkeit großen Wert. Die Leistung der Kläranlage würde für eine 120.000 Ein-

wohner-Stadt ausreichen, und Wasser wird für die Papierproduktion nur „geborgt“. Es wird dem Fluss so rein wie vorher zurückgegeben. Mädchen haben Platz in Technik Tatjana ist stolz auf das Umweltbewusstsein, das in ihrer Firma herrscht. Und auf ihr eigenes Können: Dass sie z.B. bei den Reparaturarbeiten an einer Pumpe mithelfen kann, weil sie eine mechanische Grundausbildung und Elektronikkurse besucht hat. Wer über soviel Selbstbewusstsein verfügt, kommt auch mit den männlichen Kollegen gut zurecht, ihr Verhältnis zu ihnen bezeichnet sie als „tip-top“. Sie hält Mädchen für genauer als Burschen, bei Feinarbeiten hätten sie ein besseres Händchen. Dass Mädchen ihren Platz in der Technik haben, ist für sie überhaupt keine Frage. Tatjana arbeitet bei Norske im 5-Schicht-Betrieb, und sollte sie einmal ein Baby bekommen, wird die Betreuung nicht einfach. Aber die patente junge Frau ist zuversichtlich, dass auch das zu lösen ist. Förderung der Lehrlinge Norske Skog fördert die Persönlichkeitsentwicklung der Lehrlinge durch Ausflüge und Sport, aber auch durch Workshops zu Präsentationstechnik, Lernseminare und Englischkurse. Sicherheit bei der Arbeit hat im Unternehmen ebenfalls einen hohen Stellenwert. Eine Arbeitsmedizinerin schaut auf die Gesundheit der MitarbeiterInnen und ein Psychologe hat immer ein offenes Ohr. Es herrschen Teamarbeit und Kollegialität. Auf all diese Aspekte legt die Geschäftsführung großen Wert.

Norske Skog Bruck Papiererzeugung seit 1881 Zwei Papiermaschinen produzieren jährlich 400.000 Tonnen Papier für Zeitungen, Magazine und Werbebeilagen. Der Rohstoff Holz kommt aus einem Umkreis von 100 km aus zertifizierten Wäldern. Exportanteil: 73% 495 MitarbeiterInnen, davon 51 Lehrlinge www.norskeskog.at

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SCHÖNE ÜBERRASCHUNG

1. Papierstreifen einmal verdrehen und zu einem Ring zusammenkleben. So erhält man ein sogenanntes Möbiusband. Je nachdem, ob man den Papierstreifen links herum oder rechts herum verdreht, erhält man zwei verschiedene Möbiusbänder. 2.  Jetzt das zweite Möbiusband andersherum verdreht herstellen. Das Besondere: Obwohl der Papierstreifen an jeder Stelle eine Vorder- und Rückseite hat, hat das Möbiusband nur eine einzige Oberfläche. 3. Dann das Links-Möbiusband mit dem Rechts-Möbiusband um 90° verdreht zusammenkleben. 4. Nun die Figur entlang der strichlier­ ten Linien zerschneiden und auch durch die Klebestelle schneiden. Na, und was kommt dabei heraus? Soll noch jemand sagen, dass Mathematik nichts mit Romantik zu tun hat. 1+2

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BeSt³ 20. bis 22. Oktober 2011, Messe Graz, Halle A Die Messe für Studium, Beruf und Weiterbildung. Geboten werden Bildungsinformationen für Kinder und Jugendliche von 10 Jahren bis zur Studienwahl. Besonderes Augenmerk wird heuer auf das Thema Lehre gelegt – auf 480 m² laden 34 verschiedene Lehrberufe zum Kennenlernen ein.

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TAKE TECH 14. bis 18. November 2011 Steirische Leitbetriebe öffnen ihre Tore für SchülerInnen zwischen 8 und 18 Jahren. Im Vorjahr haben mehr als 80 Hightech-Betriebe diese Chance wahr­ genommen - und mehr als 2.000 Schü­ lerInnen waren begeistert.

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INFOTAG BERUFSORIENTIERUNG 7. Februar 2012, 10-17 Uhr Europasaal Wirtschaftskammer Steiermark Das gesammelte Berufsorientie­ rungs­ angebot in der Steiermark an einem Ort. Exklusiv für Lehrerinnen und Lehrer.

Foto: sl-studio

Prof. Dr. Bernd Thaller vom Fachdidaktik­zentrum für Mathematik und Geometrie in Graz hat uns ein Beispiel “angewandter Mathe­ matik” geschickt. Wir danken herzlich.

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future 02/2011