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Wieviel ist genug?


Sie sprechen eine ethisch und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten Sie zufällig Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Thorsten Löhl Borealis Marketingleiter BU Film & Fibre 2


Eine Frage an über 1.000 Menschen in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft Wieviel ist genug? Eine einfache Frage, die viele Antworten erlaubt. Zwischen Dezember 2011 und Jänner 2012 stellen Die Fabrikanten über 1.000 Menschen in Österreich diese Frage per Briefpost. Die AdressatInnen sind Menschen, die von Berufs wegen mit Werten zu tun haben: als hierarchisch hochrangige oder exponierte Wirtschaftstreibende oder als Finanz- und WirtschaftswissenschafterInnen; als WürdenträgerInnen in Kirchen und Glaubensgemeinschaften oder als PhilosophInnen; als Bankiers und Bankières oder als SchuldenberaterInnen; als Interessens- und VolksvertreterInnen oder als JournalistInnen und MeinungsmacherInnen.

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Sie sprechen eine ethisch und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten Sie zufällig Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Thorsten Löhl Borealis Marketingleiter BU Film & Fibre 4

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Genug Sie sprechen ist nicht eine genug, ethisch und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten ich lass Sie mich zufällig nicht belügen. Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen AnsichtenSchweigen Schon des Themas istgelangen. Betrug, Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, genug kann umnie langfristig genügen.die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären (Konstantin Wecker)Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Daniela ThorstenMusiol Löhl Die Grünen Borealis Abgeordnete zum Marketingleiter BUNationalrat Film & Fibre 5


Anfragen Sie sprechen wie eine diese!ethisch und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten Sie zufällig Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Claus Reitan Thorsten Löhl Die Furche Borealis Chefredakteur Marketingleiter BU Film & Fibre 6

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Genug Sie sprechen ist der eine Zustand, ethisch wenn undalle philosophisch Begierden zufriedengestellt interessante undsind. komplexe Da die Frage Gier aber an. Sollten Sie zufällig bekannterweise unermesslich Kinder haben (unendlich) oder kennen, ist, gibt so werden es kein Sie Genug. wiederum Leiderzu scheinen neuen Anviesichten le danach deszuThemas leben…gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Peter Niederreiter Thorsten Löhl Schuldenberatung Salzburg Borealis Marketingleiter BU Film & Fibre 7


... wenn Sie sprechen ich müde eine bin, ethisch so wie und jetzt. philosophisch Abgang. interessante und komplexe Frage an. Sollten Sie zufällig Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Karl Schiefermair Thorsten Löhl Evangelische Kirche Borealis Oberkirchenrat Marketingleiter BU Film & Fibre 8

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Genug Sie sprechen erkennteine manethisch im Moment und philosophisch kurz vor der Sättigung. interessante Danach und komplexe ist es schon Frage zu viel. an. Sollten Sie zufällig Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Christine Haiden Thorsten Löhl Welt der Frau Borealis Chefredakteurin Marketingleiter BU Film & Fibre 9


You sprechen Sie never know eine what ethisch is enough und philosophisch unless you know interessante what is more undthan komplexe enough.Frage an. Sollten Sie zufällig Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen An(William Blake) sichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Josef Bucher Thorsten Löhl BZÖ Borealis Vorsitzender, Klubmann und Marketingleiter BU Film & Fibre Abgeordneter zum Nationalrat 10

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Keine Sie sprechen einfacheeine Frage. ethisch Daher und eine philosophisch dreifache Antwort: interessante und komplexe Frage an. Sollten 1. Kommt Siedrauf zufällig an.Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten 2. Ein bisschen des Themas mehrgelangen. als morgen Ausnotwendig meiner Sicht seinjedoch wird. ist genug genau das, was man braucht, 3. Genugum ist nicht langfristig genug.die (Konstantin Bedürfnisse Wecker) zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Herbert ThorstenGeyer Löhl Wirtschaftsblatt Borealis Marketingleiter BU Film & Fibre 11


Wieviel Sie sprechen ist genug? eine ethisch und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten Wir haben Sie zufällig genug Reiche Kinderund haben Millionäre oder kennen, und nicht so werden genug getan Sie wiederum gegen diezuArmut! neuen Ansichten Wir haben des genug Themas geredet gelangen. und noch Aus meiner immer Sicht nicht jedoch genug soziale ist genug Gerechtigkeit! genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Franz Riepl Thorsten Löhl SPÖ Borealis Abgeordneter Marketingleiterzum BU Nationalrat Film & Fibre 12

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A: Ist Sie sprechen genug genug? eine ethisch und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten B: Genug Sieistzufällig genug!Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten A: Nein.des Genug Themas ist nicht gelangen. genug!Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, B: Warumum istlangfristig genug nichtdie genug? Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen A: Genug oder kann familiären nie genügen! Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch B: Es in istunserem doch genug Wirtschaftssystem für alle da! genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, A: Reichlich genug? aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können. B: Mehr als genug! A: Genug zu essen? B: Gut genug! A: Wieviel ist genug? B: Genug jetzt!

Thorsten Löhl Eva Glawischnig Borealis Die Grünen Marketingleiter BU Film & Fibre Klubobfrau, Bundesprecherin und Abgeordnete zum Nationalrat 13


Kommt Sie sprechen daraufeine an. ethisch und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten Sie zufällig Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Oscar Bronner Thorsten Löhl Der Standard Borealis Herausgeber und Marketingleiter BUChefredakteur Film & Fibre 14

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Dassprechen Sie hängt natürlich eine ethisch davonund ab, worauf philosophisch ich michinteressante konzentriere. und Es komplexe kann nie genug Frage sein an. Sollten an Bildung, Sie zufällig an Solidarität, Kinder haben vor allem oderaber kennen, auchso anwerden Überzeugung Sie wiederum und Wertvorstellunzu neuen Ansichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man gen. braucht, Wenn Sieum dielangfristig Frage materiell die Bedürfnisse verstehen, zu dann befriedigen. ist sie relativ Seien einfach. dies nun Nämlich: die persönligenug chen ist esoder dann, familiären wenn es Bedürfnisse, ein auskömmliches oder seien Leben diesgibt. die Bedürfnisse Das heißt, die einer GrundbedürfnisFirma, welche auch se desinEssens, unseremWohnens Wirtschaftssystem etc, befriedigt genug sind. erwirtschaften Eine zufriedenstellende muss, um dieArbeit kommenden gehört Investitionen, genauso dazu. aber Die Frage auch die derRücklagen Zufriedenheit für die lässt schlechten sich allerdings Zeiten bedienen nicht statistisch zu können. objektivieren… Für meinen Lebenslauf konstatiere ich, dass die Frage ‚Wieviel ist genug?‘ in der Nachkriegszeit einfacher zu beantworten war, weil man schon zufrieden war, wenn man täglich zu essen und ein Dach über dem Kopf hatte. Persönlich bin ich der Meinung, dass es eine Frage von Ethik und Moral gibt, sich auch in diesen Vorstellungen Grenzen zu setzen.

Thorsten Löhl Erhard Busek Borealis Vizekanzler a.D. Marketingleiter BU Film & Fibre 15


Für sprechen Sie mich ist das eineschlicht ethischdieund Frage philosophisch nach persönlichem interessante Glückund – nach komplexe dem Motto: Frage„Das an. Solltenbesteht Glück Sie zufällig nichtKinder darin, haben dass duoder tunkennen, kannst, so was werden du willst, Sie wiederum sondern darin, zu neuen dassAndu sichtenwillst, immer des Themas was dugelangen. tust.“ Wer Aus nach meiner dieser Sicht Maxime jedochlebt, ist genug weiß auch, genau„wieviel das, was genug“ man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönliist. chen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Willi Cernko Thorsten Löhl Bank Austria Borealis Vorstandsvorsitzender Marketingleiter BU Film & Fibre 16

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Genug Sie sprechen ist genug. eine ethisch und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten Sie zufällig Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Michael ThorstenFleischhacker Löhl Die Presse Borealis Chefredakteur Marketingleiter BU Film & Fibre 17


Einesprechen Sie spannende eine Frage: ethisch Wieviel und ist philosophisch genug? interessante und komplexe Frage an. Sollten Und 1000 Sie mögliche zufällig Kinder Antworten. haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten Und hierdes mein Themas Favorit: gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, Liebe ist nie um genug! langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Peter KopfLöhl Thorsten IfS Schuldenberatung Borealis Geschäftsführer Marketingleiter BU Film & Fibre 18

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Es gibt Sie sprechen Bereiche, einebei ethisch denenund die Frage philosophisch nach deminteressante „Genug“ außer undZweifel komplexe steht. Frage Friede, an. Sollten Sie zufällig Gesundheit, Bildung Kinder oder haben Kulturoder zumkennen, Beispiel. soZielt werden dieSie Frage wiederum jedoch zu aufneuen das ökoAnsichten desWachstum nomische Themas gelangen. ab, scheiden Aus sich meiner die Sicht Geister. jedoch Gerade ist genug vor dem genau Hintergrund das, was man der braucht, um langfristig Wirtschaftskrise und drohender die Bedürfnisse ökologischer zu befriedigen. Szenarien scheint Seien dies die Zahl nun die jener, persönlidie die chen oderdes Grenzen familiären Wachstums Bedürfnisse, beschwören, oder zunehmend seien dies diegrößer Bedürfnisse zu werden. einer Firma, Brauchen welche wir auch in unserem wirklich noch Wachstum? Wirtschaftssystem Ist es nichtgenug schonerwirtschaften genug? muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können. Wir sind heute in der privilegierten Lage, uns diese Fragen überhaupt stellen zu können. Denn bis Mitte des 18. Jahrhunderts gab es kaum nennenswertes Wachstum. In der damaligen, geschlossenen Welt vermehrte sich nichts. Die Verteilung des „Kuchens“ war festgelegt. Wer mehr wollte als er hatte, konnte es nur jemand anderen wegnehmen. Die Welt war bitterarm und ungerecht. Erst die Industrialisierung sorgte für Wachstum und Überschüsse und bildete die Grundlage für den Wohlstand, der heute herrscht. Leider gehen diese positiven Aspekte des Wachstums in der öffentlichen Diskussion oft völlig unter. Mit Vehemenz werden hingegen seine negativen Folgen angeprangert und in gleichem Atemzug seine Legitimation in Frage gestellt. Ohne über die bestehenden Probleme und Verwerfungen hinwegzusehen möchte ich mich an dieser Stelle für Wachstum starkmachen. Denn Wachstum ist für mich ein anderes Wort für Entwicklung. Und, wieviel kann davon genug sein? Thorsten Löhl Rudolf Trauner Borealis Wirtschaftskammer Oberösterreich Marketingleiter BU Film & Fibre Präsident 19


Genug Sie sprechen ist nocheine nicht ethisch genug.und Warum? philosophisch Was treibt interessante uns immer weiter, und komplexe was ist der Frage Grund an. Sollten für Unersättlichkeit? Sie zufällig Kinder Die Gier haben war oder immer kennen, schon soschlecht werden beleumundet, Sie wiederum zu hatneuen nie einen AnsichtenRuf guten desgehabt, Themaswar gelangen. sogar „Sünde.“ Aus meiner UndSicht das jedoch vor allem ist genug in Zeiten, genau in das, denen was überall man braucht, noch Mangel um langfristig war, man also die Bedürfnisse gar nicht so zu wirklich befriedigen. gierig sein Seienkonnte, dies nun deutliche die persönliGrenchengesetzt zen oder familiären waren. Dienten Bedürfnisse, früheroder Abwertung seien diesund dieschlechter Bedürfnisse Ruf einer der Firma, Abwehrwelche eines auch in unseremStrebens unausrottbaren Wirtschaftssystem des Menschen, genugoder erwirtschaften einer Beruhigung muss, um seiner die Unerfüllbarkommenden Investitionen, keit? Währendaber Habgier, auch Geldgier, die Rücklagen Machtgier für dieauch schlechten heute noch Zeiten aufbedienen der negativen zu können. Seite stehen, hat sich die Neugierde aus ihr herausgelöst, hat in positivere Bedeutungen hinübergewechselt; wieso? Geldgier wird zwar gegenwärtig noch kritisiert und verachtet, vielfach aber nur in ideellem Sinn; de facto ist Geldvermehrungsstreben Motor unseres Börsegeschehens. Der Hab- und Raffgier geht es ähnlich; unsere Konsumgesellschaft wäre ohne sie nicht von Bestand. Bleibt noch die Machtgier; noch nie in der Geschichte war global gesehen die Weltmacht so wie jetzt konzentriert – in den Händen weniger, die sowohl an ihrem Erhalt, wie ihrer Vermehrung interessiert und tätig sind. Also könnte ein erster Befund lauten: Trotz aller – aus der Geschichte überkommene negativen Bedeutungszuschreibung – ist die Gier in unserer Neuzeit erst so richtig aufgekommen, Bestand unserer Welt geworden. Wir leben in einem „gierigen Zeitalter.“ Die Gier ist treibender „Motor“ im Hintergrund; sie weist uns den Weg in die Maßlosigkeit, entgrenzt uns, macht die Halt-Losigkeit zum inneren Prinzip. Sie ist die „abstrakte Seele“ des Fortschritts, die Kraft, die ihn gegen alle Bedenken weiter am Leben erhält. Ihre Anbindung hatte sie immer an Güter; Produkte, Besitz, Geld und Menschen als bemächtigtes „Eigentum“ waren ihre Manifestation. mehr unter http://issuu.com/diefabrikanten/docs/wig-heintel 20

Thorsten Löhl Peter Heintel Borealis Alpen-Adria-Universität Klagenfurt Marketingleiter BU Film & Fibre Institut für Interventionsforschung und Kulturelle Nachhaltigkeit 20


Wieviel Sie sprechen genugeine ist, beantwortet ethisch und wahrscheinlich philosophisch interessante jeder Menschund unterschiedlich. komplexe Frage Ich würan. Sollten de sagen, Siedass zufällig es nicht Kinder genug haben ist, „nur“ oder kennen, ein Dachsoüber werden dem Sie Kopf wiederum zu habenzu und neuen nichtAnzu sichten des frieren. Denn Themas der Mensch gelangen. hat Aus übermeiner die Befriedigung Sicht jedoch seiner ist genug Grundbedürfnisse genau das, was hinaus man braucht, auch soziale um Bedürfnisse. langfristig die Zum Bedürfnisse „Genug“ gehört zu befriedigen. also auch Seien dazu, dies FreundInnen nun die persönliund Fachen oder milie zu haben, familiären Zuwendung Bedürfnisse, und Solidarität oder seien zu dies erfahren, die Bedürfnisse mit anderen einerMenschen Firma, welche und auch in unserem Lebewesen zu teilen, Wirtschaftssystem sie zu unterstützen, genug sich erwirtschaften weiter zu entwickeln, muss, um die anderen kommenden Gutes Investitionen, zu tun und Bestätigung aber auch die zu bekommen. Rücklagen für Also diebraucht schlechten es irgendwie Zeiten bedienen schon „ganz zu können. viel“ für „genug“. Hingegen ist es wahrscheinlich leichter zu sagen was zuviel ist: Anmaßung, Anfeindung, das Fehlen von Solidarität und Rücksichtslosigkeit, sinnlose Anhäufung von Dingen und einiges mehr.

Alev Korun Thorsten Löhl Borealis Die Grünen Marketingleiter Abgeordnete zum BUNationalrat Film & Fibre 21


Ein sprechen Sie bisschen weniger eine ethisch ist genug. und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten Stets einSiebisschen zufälligweniger Kinder haben machtoder den Kopf kennen, freiso und werden zufrieden, Sie wiederum so wie einzuStück neuenSchoAnsichtenstets kolade des Themas glücklichgelangen. macht. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Jürgen Bodenseer Thorsten Löhl Wirtschaftskammer Tirol Borealis Präsident Marketingleiter BU Film & Fibre 22

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Genug Sie sprechen von Positivem eine ethisch kann und manphilosophisch nie haben, genug interessante von Negativem und komplexe sehr schnell. Frage an. Sollten Sie zufällig Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Wolfgang Gerstl Thorsten Löhl ÖVP Borealis Abgeordneter Marketingleiterzum BU Nationalrat Film & Fibre 23


GOTT Sie sprechen > schöpfung eine ethisch inclusive undmenschen philosophisch & menschen interessante > GOTT: undvolle komplexe hingabe Frage in jeder an. Sollten Sie zufällig Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Anrichtung sichten im blicken desauf Themas menschen: gelangen. meine Aus nächstenliebe meiner Sicht=jedoch immerist wieder genugnicht genau genug das, was man braucht, im sehen um auf langfristig GOTTES schöpfung: die Bedürfnisse ihre schönheit, zu befriedigen. wahrheit Seien und dies güte nun kenne die persönliich noch chen oder nicht genügend familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch im aufmerken in unserem aufWirtschaftssystem mich: weiß ich noch genug nichterwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, und überhaupt:aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können. mehr als genug = doch genug oder ist nur genug = genug genug?!

Franz Scharl Thorsten Löhl Borealis Katholische Kirche Marketingleiter Weihbischof in Wien BU Film & Fibre 24

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VIELE Sie sprechen HABEN eine NICHT ethisch GENUG*: und philosophisch interessante und komplexe Frage an.ALS GENUG – ES IST MEHR SolltenMillionen 1000 Sie zufällig Menschen Kinder haben leben in oder extremer kennen,Armut. so werden Sie wiederum zu wir neuen was an Anmateriellen Gütern anhäufen: jedes Jahr ein neues sichten 60 Millionen des Themas Kindergelangen. können keine Aus meiner Schule besuchen. Sicht jedoch ist genug genauHandy, das, was man Elektronik-Gadgets, die im übernächsten Jahr durch braucht, Alle 6 Sekunden um langfristig stirbt ein dieKind Bedürfnisse aufgrundzuvon befriedigen. Unterernährung. Seien dies nun die persönliaktuellere Versionen ersetzt werden, alle drei Jahre ein neues chenJahr Pro odersterben familiären 2 Millionen Bedürfnisse, Menschen oder seien an den dies Folgen die Bedürfnisse von AIDS einerAuto, Firma, welche bis zum Abwinken, für jede Pseudo-Sportart Klamotten auchmehr und in unserem als 1 Million Wirtschaftssystem an TBC. genug erwirtschaften muss, um die einkommenden komplettes Outfit, … haben wir das Gefühl für GENUG verInvestitionen, 1000 Millionen aber Menschen auch dieleben Rücklagen in Slums für die ohne schlechten Zugang Zeiten zu ge- bedienen zu können. loren? sundem Wasser. ES IST NIE GENUG! ES IST GENUG FÜR ALLE DA! Bisher brachte die Weltgesellschaft nie genug an Solidarität und Weltweit verfügen wir über ausreichende Ressourcen, um die nie genug an Fairness auf. Bedürfnisse aller 7 Milliarden Menschen zu befriedigen – und Obwohl es darüber hinaus! nie genug an Liebe, Es ist genug gutes Wasser verfügbar. nie genug an Sicherheit Es werden genug Nahrungsmittel produziert. und nie genug an Frieden gibt, suchen wir das GENUG immer Es gibt genug nützliches Wissen auf der Welt und es gibt mehr in unserem eigenen materiellen Hyper-Wohlstand, der keinen als genug Reichtum insgesamt, sodass niemand ein ärmliches Beitrag leistet zu einem GUTEN LEBEN FÜR ALLE. Leben in Hunger, Krankheit und Unwissen führen müsste. Aber * Aus: Armutszeugnis 2010. Bilanz und Perspektiven der Millwir sind nicht willens und imstande, diese Fülle so zu verwalten, enniumsentwicklungsziele. Terre des Hommes, September 2010 dass alle ein gutes Leben haben. Weltweit und nachhaltig. Weil wir auch genug Missgunst, Thorsten Löhl Petra Navara-Unterluggauer genug Neid, Borealis Arbeitsgruppe Globale genug Geiz und Marketingleiter BU Film & Fibre Verantwortung genug Ignoranz aufbieten, um die tragische Bilanz menschlicher Geschäftsführerin Existenz zu verbessern. 25


Gottsprechen Sie allein genügt. eine ethisch und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten Sie zufällig (Teresa von Ávila) Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Stephan Thorsten Turnovszky Löhl Katholische Kirche Borealis Weihbischof in Wien Marketingleiter BU Film & Fibre 26

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Wassprechen Sie zu viel ist, eine ist zu ethisch viel…und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten Sie zufällig Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Werner ThorstenAmon Löhl ÖVP Borealis Abgeordneter Marketingleiterzum BU Nationalrat Film & Fibre 27


Genug Sie sprechen ist füreine jede ethisch und jeden undvon philosophisch uns unterschiedlich. interessante Manche und sind komplexe bescheiden Frage und an. Solltenschnell haben Sie zufällig genug, Kinder anderen haben ist Vieles oder kennen, noch immer so werden zu wenig. Sie wiederum Für mich ist zugenug neuenbzw. Ansichten eine Genugtuung, des Themaswenn gelangen. man Aus ein erfülltes, meiner Sicht zufriedenes jedoch ist Leben genugführen genaukann! das, was Leichter man braucht, ist die Frage um zum langfristig Beispieldie beim Bedürfnisse Bauernschnapsen zu befriedigen. zu beantworten: Seien diesHier nunsind die persönlidefinitiv chen 66 genug! oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Michael ThorstenHammer Löhl ÖVP Borealis Abgeordneter Marketingleiterzum BU Nationalrat Film & Fibre 28

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„Wieviel Sie sprechen ist genug?“ eine ethisch Gegenfrage: und philosophisch Wovon ist die interessante Rede? Dieund Fragesteller komplexemeinen Frage an. die Sollten Sie zufällig Wirtschaft, den Gewinn, Kinder das haben Wachstum, oder kennen, undsodawerden könnteSie einwiederum Bischof sagen: zu neuen „Nicht AnsichtenBaustelle!“ meine des ThemasVielleicht gelangen. kann Ausermeiner aber doch Sichteinen jedoch Weg ist finden, genug genau wenn das, manwas eineman evibraucht, dente, von umallen langfristig Menschen die anerkannte BedürfnisseAntwort zu befriedigen. voraussetzt: Seien „Endlos dies nunkann die persönlies nicht chen oder gehen. Nicht familiären mit denBedürfnisse, Ressourcen,oder die nötig seien sind dies die zurBedürfnisse Produktion,einer und Firma, nicht mit welche den auch in unserem verkauften WarenWirtschaftssystem und daher auch nicht genug miterwirtschaften der Steigerungmuss, der Gewinne.“ um die kommenden Das leuchInvestitionen, tet ein, ist „evident“. aber auch Aber diedann Rücklagen könntefür man diedie schlechten Achsel zucken Zeitenund bedienen hinzufügen: zu können. Planen und verordnen kann man das „Genug“ nicht, es wird sich ergeben – früher oder besser noch später, wenn wir keine Verantwortung mehr haben, weil es doch länger dauern wird als wir selber „dauern“. Man kann auch sagen: „Es wird halten, bis dann nach uns alles zusammenbricht.“ Hält das System wirklich, angepasst an unsere Lebenserwartung? Geht nicht doch das alte „Gespenst“ wieder um, das Karl Marx geschaut hat – nicht nur in Europa, sondern dieses Mal weltweit? Vielleicht sollte man tatsächlich sein Manifest neu lesen. Trotz des Schreckens, der uns dabei befällt, weil bei Marx vieles so klingt, als lebte er heute und beobachtete, was und wie es läuft. Wir meinen uns schnell auf ein künftiges Paradies hin zu bewegen, aber in Wirklichkeit steuern wir in Richtung eines Abgrunds, dessen Tiefe wir noch gar nicht ausgelotet haben. Übertrieben? Nein, denn klingt es nicht bekannt, wenn man bei Marx liest: „Die Bourgeoisie hat in der Geschichte eine höchst revolutionäre Rolle gespielt. Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. mehr unter http://issuu.com/diefabrikanten/docs/wig-laun

Thorsten Laun Löhl Andreas Borealis Katholische Kirche Marketingleiter BU Film & Fibre Weihbischof in Salzburg 29


Nie sprechen Sie ist zuwenig, einewas ethisch genügt. und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten Sie zufällig Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen An(Seneca) sichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, langfristig dieglücklich Bedürfnisse zu befriedigen. Seiennichts dies nun die persönliWenn Duum einen Menschen machen willst, dann füge zu seinem Reichchen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche tum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen. auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden (Epikur von Samos, 341-270 v. Chr.) für die schlechten Zeiten bedienen zu können. Investitionen, aber auch die Rücklagen Meine Kinder sind erwachsen & ich zahle ganz wenig Miete. Für mich brauch‘ ich nie & nimmer 1.000,- Euro im Monat. Oft brauche ich in der Woche keinen Hunderter.

Heini Staudinger Thorsten Löhl Waldviertler Werkstätten GmbH Borealis Marketingleiter BU Film & Fibre 30

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Ich habe Sie sprechen mir eine eine Antwort ethisch und auf Ihre philosophisch Frage gut interessante überlegt und und es istkomplexe gar nichtFrage leicht,an. zu Solltenzufriedenstellenden einer Sie zufällig Kinder haben Formulierung oder kennen, zu kommen. so werden IchSie binwiederum vor acht zu Jahren neuenbeim Ansichten des Themas Paragleiten schwer verunglückt. gelangen. AusMeine meiner Diagnose Sicht jedoch lautete ist genug auf „Querschnittlähmung“ genau das, was man braucht, und alles um waslangfristig mir vorherdie so wichtig Bedürfnisse erschienen zu befriedigen. war, war plötzlich Seien dies völlig nununbedeutend. die persönlichen oderwaren Wichtig familiären mir damals Bedürfnisse, nur meine oder Familie seien dies und diemeine Bedürfnisse Gesundheit. einer Firma, Ich hatte welche viel auch inund Glück unserem konnteWirtschaftssystem nach sechs Monaten genug in erwirtschaften der Reha wieder muss, ersteum Schritte die kommenden mit einer Investitionen, Gehhilfe absolvieren. aber auch Heute die bin Rücklagen ich nochfür immer die schlechten auf einen Zeiten Gehstock bedienen angewiesen zu können. – und mir geht es gut. Genug ist für mich, wenn ich mit meiner Tochter am Abend Klavier spielen kann oder wir uns gegenseitig aus ihrem Detektivbuch vorlesen, wenn ich mit dem Fahrrad fahren kann oder wenn ich einen Beruf ausüben darf, der mir Spaß macht. Und genug ist für mich, wenn ich ein Leben in Freiheit führen kann.

ThorstenHofer Löhl Norbert Borealis FPÖ Marketingleiterzum BU Nationalrat Film & Fibre Abgeordneter 31


Genug Sie sprechen ist, wenn eineman ethisch genugund hat philosophisch um ein glückliches interessante Leben führen und komplexe zu können.Frage Der Eine an. Sollten Sie braucht mehr, zufällig der Kinder Andere haben dafür oder weniger. kennen, Undsomanche werdenbekommen Sie wiederum nie zu genug, neuenwähAnsichten rend manche des Themas nicht genug gelangen. haben, Ausum meiner an Glück Sichtüberhaupt jedoch ist genug denkengenau zu können. das, was Letzteman braucht, ren mussum man langfristig helfen, während die Bedürfnisse man jenen, zu befriedigen. die nie genugSeien bekommen, dies nunohnehin die persönlinicht chen oder helfen kann. familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Rainer Widmann Thorsten Löhl BZÖ Borealis Abgeordneter Marketingleiterzum BU Nationalrat Film & Fibre 32

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Auf sprechen Sie dem Times eine Square ethisch in Manhattan und philosophisch habe ichinteressante 1998 eine Leuchtreklame und komplexe als Frage Schrift an. Sollten an der Wand Sie zufällig gesehen: Kinder Toohaben much oder is not kennen, enough! so Diese werden Parole Sie wiederum auf den hochzinsgerözu neuen AnsichtenLippen teten des Themas ist die gelangen. Finanzwirtschaft Aus meiner zehn Sicht Jahre jedoch später ist mit genug einem genau lauten das, Krach was man an braucht, die Wandum gefahren. langfristig Die die Folgen Bedürfnisse tragen inzu erster befriedigen. Linie die,Seien die maximal dies nungenug die persönlifür ein chen oder familiären bescheidenes täglichesBedürfnisse, Auskommenoder haben seien – wenn dies die überhaupt. Bedürfnisse Gibteiner es ein Firma, Umdenken? welche auch Es müsste in unserem davonWirtschaftssystem Abschied nehmen, genug zu quantifizieren, erwirtschaften wasmuss, genug umist. dieDas kommenden ist keine Investitionen, Frage von Mehr aber oder auch Weniger. die Rücklagen Genug für ist die eineschlechten Frage derZeiten Qualität, bedienen nichtzuder können. Zahl. Mein Genügen finde ich in den sozialen Beziehungen, in der Freundschaft und der Liebe, in der Grundsicherung meines Lebens, in der Freude am Tätigsein und in den Möglichkeiten der politischen Beteiligung. Für mich persönlich wurzelt dies im Vertrauen darauf, dass mir im Grunde von Gott immer schon gegeben ist, was ich brauche. Aber dass diese Möglichkeiten für alle gegeben sind und niemand ausgeschlossen bleibt, bleibt eine gemeinsame Aufgabe, für die es nicht genug Einsatz geben kann.

ThorstenBünker Löhl Michael Borealis Evangelische Kirche Marketingleiter Bischof in Wien BU Film & Fibre 33


Ökonomisch Sie sprechen wäre eine die ethisch Frageund leicht philosophisch zu beantworten: interessante Genug ist, und wenn komplexe man die Frage Produkan. Sollten Sie zufällig tionskosten plus dieKinder künftigen haben Erhaltungsinvestitionen oder kennen, so werdenzuzüglich Sie wiederum des Unternehmerzu neuen Ansichtenverdient. lohns des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig Gesellschaftspolitisch geht dieesBedürfnisse aber eher um zueine befriedigen. Verteilungsproblematik: Seien dies nun die Wenn persönliin Öschen oderdem terreich, familiären siebentreichsten Bedürfnisse, Land oder derseien Welt, dies imdie Winter Bedürfnisse Menschen einerfrieren, Firma,weil welche sie auchdie sich in Heizung unserem nicht Wirtschaftssystem leisten können,genug dannerwirtschaften ist das angesichts muss, derum 85 Milliarden die kommenden Euro Investitionen, jährlicher Transferleistungen aber auch die Rücklagen höchst alarmierend. für die schlechten Dennoch: Zeiten Ein bedienen schlechtes zu können. System wird nicht besser, wenn man von oben noch mehr Geld hineinschüttet. Daher meine Antwort auf Ihre Frage: Eine Staatsquote von rund 43 Prozent – das ist wirklich mehr als genug!

Franz Pacher Thorsten Löhl Borealis Wirtschaftskammer Kärnten Marketingleiter BU Film & Fibre Präsident 34

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Wieviel Sie sprechen ist genug? eine ethisch und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten Sie zufälligAntwort Allgemeingültige Kinder haben wird esoder wohl kennen, nicht geben. so werden Überlegungen Sie wiederum dazu zu sehr neuenwohl: Ansichten Es zahltdes sich Themas aus, sich gelangen. für denAus Frieden meinereinzusetzen: Sicht jedochmanche ist genug Menschen genau das, verweigern was man braucht, den Dienst umanlangfristig der Waffe,die leisten Bedürfnisse ihren Beitrag zu befriedigen. in absoluter Seien Gewaltlosigkeit. dies nun die Selig, persönlidie chen oderstiften, Frieden familiären dennBedürfnisse, ihrer ist das oder Himmelreich. seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch Es istinnotwendig, unserem Wirtschaftssystem sich für Gerechtigkeit genug einzusetzen. erwirtschaften Wennmuss, alle Menschen um die kommenden genug zu Investitionen, essen haben, wenn aber alle auchMenschen die Rücklagen ein würdiges für die schlechten Leben führen Zeiten undbedienen glücklichzu sind, können. auch dann sind wir dem Himmel auf Erden etwas näher. Wenn die Schöpfung nicht mehr seufzt, wenn die Natur nicht mehr schamlos ausgebeutet und vernichtet wird, wenn die Mutter Erde wieder den ihr zustehenden Respekt erfährt, ja dann sind wir dem Himmel etwas näher. Genug ist dann, wenn alles Menschenmögliche getan wird: im Dienste des Friedens, der Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung.

Thorsten Scheuer Löhl Manfred Borealis Katholische Kirche Marketingleiter BU Film Bischof in Innsbruck und& Fibre Präsident von Pax Christi 35


Ich antworte Sie sprechen gerne eine ethisch mit einem undStück philosophisch Spruchweisheit interessante aus derund hebräischen komplexeBibel Frage(dort an. Sollten als Gebet Siean zufällig Gott formuliert), Kinder haben der oder Text kennen, gibt auch so werden meine Einstellung Sie wiederum zuzu dieser neuen Frage Ansichten sehr treffend des Themas wieder:gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder „Armut und familiären ReichtumBedürfnisse, gib mir nicht; oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auchmich lass in unserem aber mein Wirtschaftssystem Teil Speise nehmen, genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, das du mir beschieden aber auch hast.“ die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können. Sprüche / Proverbia 30,8b

Gerhard ThorstenHarkam Löhl Evangelische Kirche A.B. Borealis in Österreich BU Film & Fibre Marketingleiter Rektor des Predigerseminars 36

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Wieviel Sie sprechen ist genug? eine ethisch und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten Die gleiche Sie zufällig Frage anKinder 1.000haben Personen. oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten Wie oft des wirdThemas die Antwort gelangen. „140Aus Zeichen“ meinersein? Sicht jedoch ist genug genau das, was man braucht, Wie oft Douglas um langfristig Adams‘ die „42“? Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichenoft: Wie oder„Es familiären ist genugBedürfnisse, für alle da?“oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auchoft: Wie in unserem „That quantity Wirtschaftssystem is known today, genug as we erwirtschaften blow ourselves muss, away?“ um die kommenden Investitionen, Jede Antwort nur abereinmal. auch dieDas Rücklagen ist genug. für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

JohannesLöhl Thorsten Kopf Borealis Arbeitsmarktservice Österreich Marketingleiter Mitglied des Vorstands BU Film & Fibre 37


Es ist Sie sprechen nie genug, eine ethisch und philosophisch interessante und komplexe Frage an. Sollten offen zuSie sein zufällig für Neues, Kinder haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten sich für des die Weiterentwicklung Themas gelangen. Aus unserer meiner Wirtschaft Sicht jedoch undist Gesellschaft genug genau einzubringen. das, was man braucht, Es gibt viel umzulangfristig tun. die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlichen oder Jetzt etwas familiären zu bewegen. Bedürfnisse, Davon istoder viel seien nie genug. dies die Bedürfnisse einer Firma, welche auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können.

Christoph Wurm Thorsten Löhl VKB-Bank Borealis Vorstandsdirektor Marketingleiter BU Film & Fibre 38

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„Es genug“,eine sagtethisch Gott uns Menschen. Wie viel ist genug - und und komplexe Sie ist sprechen und philosophisch interessante Frage an. Übel“ ein Tag mit sich bringt, bestimmt der Wieviel „eigenes wovon? Derzufällig Kontext dieserhaben Worteoder auskennen, dem Bibelbuch 1. Petrus, Sollten Sie Kinder so werden Sie wiederum zu neuen An- selten selbst – über seine eigenen Ansprüche. Einzelne nicht Kapitel 4, Vers 31 (in der Neue-Welt-Übersetzung derist Heiligen sichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch genug genauDer das, was man Apostel Paulus erklärte zu dem Thema „Wieviel ist genug?“: Schrift NWlangfristig –) bringt Klarheit: „Es ist zu genug“, dass praktisch braucht,– um die Bedürfnisse befriedigen. Seien dies nun die persönli„Wenn wir […] Nahrung und Kleidung haben, soll uns das gejedermann sich selbstBedürfnisse, der Nächsteoder ist: Zuerst ich,die koste es ande- einernügen“ chen oder familiären seien dies Bedürfnisse Firma,(Bibelbuch welche 1. Timotheus, Kapitel 6, Vers 8, Neue Genfer re, was wolle - das ist der Schlachtruf der erwirtschaften neuen Barbarei.muss, „Ich um die auch in es unserem Wirtschaftssystem genug kommendenDer, der weiß, dass so viel genug ist, lebt gelasÜbersetzung). habe genug gehabt,“ ließdie Gott in die Bibel schreiben (undZeiten zwar bedienen Investitionen, aber auch Rücklagen für die schlechten zu können. sener. im Buch Jesaja, Kapitel 1, Vers 11, NW); von Menschen, denen Im Grunde erwartet Gott nicht viel von uns. Er möchte, dass wir gleichgültig ist, was er von ihnen erwartet. „Dafür werden sie ihn durch sein Wort, die Bibel, kennenlernen und ihm gehorchen sich verantworten müssen,“ heißt es im Bibelbuch Deuteronomiwie geliebte Kinder ihrem Vater (vgl. Bibelbuch 1. Johannes, um, Kapitel 30, Vers 9 (NW). Kapitel 17, Vers 3; Bibelbuch 1. Johannes, Kapitel 5, Vers 3). Anders ausgedrückt: Gott kümmert sich um uns. Er sieht nicht Die Folge ist ein sinnerfülltes Leben, getragen von der konkreten weg, wenn Unschuldige leiden, denn sie haben „genug UnglücksVorfreude auf eine von göttlichen Werten geleitete Gesellschaft, schläge“ erlitten (Bibelkomposition Psalm 18, Vers 36, NW). in der jedermann „tatsächlich mehr als genug haben“ wird (BiDeshalb hat er versprochen, die Geschicke der Menschheit zum belbuch 1. Petrus, Kapitel 4, Vers 5, Hoffnung für alle). Dann Guten zu wenden – und zwar durch das „Reich Gottes“, um das wird Wirklichkeit sein, was der Psalmist im Gebet zu Gott poewir im Vaterunser beten: Seine himmlische Weltregierung unter tisch beschrieb: „Du wirst Raum schaffen, weit genug für meine Jesus Christus als König wird alles Böse von der Erde beseitigen Schritte unter mir, und meine Knöchel werden bestimmt nicht und den Menschen und der ganzen Schöpfung Frieden und Harwanken“ (Bibelkomposition Psalm 88, Vers 3, NW). monie zurückbringen. Daran zu glauben wirkt schon heute entspannend. Immerhin lässt sich im Vertrauen auf Gottes VerspreWolfram Thorsten Slupina Löhl chen Jesu Rat aus der Bergpredigt eher umsetzen: „Macht euch Zeugen Jehovas Borealis […] niemals Sorgen um den nächsten Tag, denn der nächste Tag Informationsbüro Marketingleiter BU Film & Fibre wird seine eigenen Sorgen haben. Jeder Tag hat an seinem eigenen Übel genug“ (Bibelbuch Matthäus, Kapitel 6, Vers 34, NW). 39


Genug Sie sprechen ist: eine ethisch und philosophisch interessante und komplexe Frage an. SolltenMEHR Wenn Sie zufällig nichtKinder mehr haben oder kennen, so werden Sie wiederum zu neuen Ansichten des Themas gelangen. Aus meiner Sicht jedoch ist genug genau das, was man gewünscht, braucht, um langfristig die Bedürfnisse zu befriedigen. Seien dies nun die persönlisinnvoll, chen oder familiären Bedürfnisse, oder seien dies die Bedürfnisse einer Firma, welche notwendig, auch in unserem Wirtschaftssystem genug erwirtschaften muss, um die kommenden schädlich, Investitionen, aber auch die Rücklagen für die schlechten Zeiten bedienen zu können. möglich ist.

Erich Foglar Thorsten Löhl Borealis Österreichischer GewerkschaftsMarketingleiter bund ÖGB BU Film & Fibre Präsident 40

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Wieviel ist genug? „Liebe ist wie ein Korb mit fünf Broten und zwei Fischen. Es ist nie genug, wenn du nicht beginnst auszuteilen.“ Dieses englische Sprichwort, das an die biblische Geschichte von der wunderbaren Brotvermehrung erinnert, ist für mich ein Schlüssel zu der oben gestellten Frage. Genug ist dann erreicht, wenn ich zu teilen beginne. Da werden keine Maßregeln nach einer Ober- oder Untergrenze gelegt – diese werden ohnehin von Mensch und Zeit und Situation stets abhängig sein – sondern ein Zustand wird in eine Handlung, in eine Aktion verwandelt. Sobald ich zu teilen beginne, gleich womit, ist mein eigenes Bedürfnis nach dem „genug“ gestillt. Dies scheint mir nicht bloß für den einzelnen zu gelten, sondern auch für die Welt als Ganzes: Im Teilen und Austeilen liegt das Geheimnis.

Hannelore Reiner Evangelische Kirche A.B. in Österreich Oberkirchenrätin 41


Wieviel ist genug? Eigentlich ist genug für alle da. Aber manche können einfach nicht genug bekommen, obwohl sie schon genug besitzen. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen genug von diesem System haben. Genug im positiven Sinne lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken, sondern in Zufriedenheit, gesellschaftlichem Wohlstand für alle und sozialer Gerechtigkeit. „Genug für alle“ ist die Voraussetzung dafür, dass eine Gesellschaft überhaupt funktionieren kann, dass sozialer Friede herrscht und dass unsere demokratischen Institutionen Glaubwürdigkeit besitzen. Nicht genug ist oft das, was die Arbeitgeber uns bei Kollektivvertragsverhandlungen anbieten, weil sie meinen, die ArbeitnehmerInnen wären genügsam und würden sich mit ein paar Krümelchen vom Gewinn- und Wertschöpfungskuchen zufrieden geben. In dem Fall erklären wir gerne immer wieder die unterschiedlichen Bedeutungen von genug. Genug im negativen Sinne ist es dann, wenn die einen schon lange mehr als genug besitzen und ihren Reichtum immer weiter vermehren, während die anderen kaum genug zum (Über-)Leben haben. Wenn Banken gerettet werden und ArbeitnehmerInnen immer wieder dafür zahlen sollen. Wenn gesellschaftliche und wirtschaftliche Ungleichgewichte immer größer und größer werden. Dann besteht die Gefahr, dass es irgendwann einmal nicht mehr reicht, da und dort kleine Verbesserungen zu erkämpfen. Dann kann es passieren, dass rechte Rattenfänger und Antidemokraten weiteren Aufwind und damit die Chance bekommen, ihre Version von „genug“ umzusetzen. Das sollten sich all jene Entscheidungsträger hinter die Ohren schreiben, die meinen, sie könnten durch die Wirtschaftskrise einfach durchtauchen und munter weitermachen wie bisher. Denn genug ist genug. 42

Wolfgang Katzian Gewerkschaft der Privatangestellten – druck, journalismus, papier GPA-djp Vorsitzender

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Vielen Dank für Ihre interessante Frage, die mich in meinem Leben schon seit sehr langer Zeit beschäftigt. In dieser Frage scheint ja – oberflächlich betrachtet – selbst kein Ansatz zu sein, nämlich „wovon soll wieviel genug sein“? Eigentlich ist es aber wohl eine alles umfassende Frage bzw. „die alles umfassende Frage schlechthin“! Speziell in der heutigen Zeit, in der wir u. a. mit den Folgen unseres (vom Kapitalismus gesteuerten) Lebensstils auf mehreren Fronten zu kämpfen haben, ist es eine sehr wichtige Frage. Ich muss sagen: „Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass ich Ihnen darauf ein paar Gedanken schriftlich näher bringen darf.“ – Sachgüter Ihre Bezeichnung als „Die Fabrikanten“ bringt mich zu den Anfängen der maschinellen Produktion, zu den Anfängen der Möglichkeit, möglichst viele Produkte möglichst billig auf den Markt zu werfen. Das ist nicht prinzipiell abzulehnen, es birgt in sich die Möglichkeit, den Menschen das Leben auf dieser Erde „schöner zu machen“. Leider gelingt es der Menschheit aber als Ganzes nicht, diese Geister, die sie rief, in den Griff zu bekommen. Einerseits sind die Konzerne genau jene, die in Summe viel zu wenig Steuerleistung erbringen und dadurch hauptverantwortlich dafür sind, dass die Staaten immer mehr in eine Schuldenabhängigkeit derer, die Vermögen haben, geraten. Andererseits sind die Menschen aber im Einzelnen auch nicht stark genug, um sich dem übermäßigen Konsum zu entziehen – und so besteht die Gefahr, dass der Teufelskreis nicht zu stoppen ist, bis es irgendwann „kracht“. mehr unter http://issuu.com/diefabrikanten/docs/wig-auer

Josef Auer SPÖ Abgeordneter zum Nationalrat 43


Die Gier an den Finanzmärkten hat die Krise, mit der wir alle weiterhin zu kämpfen haben, ausgelöst. Der Krise ist das blinde Vertrauen vorausgegangen, dass es genügen könne, das Geld für sich arbeiten zu lassen. Dieser Weg war ein Irrweg. Die Finanzwirtschaft hat in ihrem Profitrausch übersehen, dass sie munter den Ast absägt, auf dem sie selber sitzt. Nun hat es einen dramatischen Vertrauensverlust gegeben. Daher muss man aufpassen, dass nicht alles den Bach hinunter geht, dass etwa mit der Eurokrise nicht das gesamte europäische Einigungswerk ins Wanken gerät. Denn das wäre unverantwortlich, weil damit ja in einem Aufwaschen auch die unzähligen beachtlichen realwirtschaftlichen Leistungen vieler Jahrzehnte zunichte gemacht werden würden. Daher halte ich nicht viel davon, Sündenböcke zu erzeugen – auch theologisch nicht. Aus der Bibel kennen wir das Bild, dass der Geißbock in die Wüste gejagt wird, wodurch alle anderen ihrer Schuldigkeit entledigt zu sein scheinen. Das ursächliche Problem, dass dieses weltweite finanzwirtschaftliche System dringend eines Regelwerks bedarf, darf auf diese Weise nicht verdrängt werden. Was wir brauchen sind also keine Sündenböcke, sondern verbindliche Regeln für die Zukunft. Genug haben viele Menschen sicher auch von den Spuren, die diese Entsetzlichkeiten im realen Leben hinterlassen. Wir haben es bei der Caritas im Inland wie im Ausland mit Leuten in schwierigen Lebenssituationen zu tun. Bei vielen reichen die 44

Auswirkungen der Krise weit über die Ebene des Vertrauensverlusts hinaus. Da es geht es um furchtbare Nöte und um reale Ängste. Wenn jemand bei uns inmitten des Wohlstands, der viele Gott sei Dank noch immer umgibt, mit einem frei verfügbaren Einkommen zwischen drei und fünf Euro pro Tag sein Leben organisieren muss, dann wird die Frage nach dem Genug wohl nur als blanker Hohn verstanden werden. Hunderte, tausende Menschen, die mit viel zu wenig pro Tag auskommen müssen, suchen die Sozialberatungsstellen der Caritas auf. Unsere Erfahrung ist, dass es nicht nur darum geht, dass diese Menschen nicht genug Geld zum Leben zur Verfügung haben. In den meisten Fällen haben sie dazu auch zu wenige Menschen zum Reden, zu wenig Wohnraum, zu wenige Bildungsmöglichkeiten, zu wenig Gesundheitsvorsorge oder zu wenige Freiräume in ihrem Leben, die sie genussvoll nützen können. Wenn mehrere dieser Faktoren aufeinander treffen, dann sprechen die Fachleute von manifester Armut. Und davon haben wir in Österreich mit 511.000 Menschen auf alle Fälle mehr als genug. Franz Küberl Caritas Direktor 44


Eine schöne Frage, deren Beantwortung wohl ganze Bände füllen könnte. Und eine gefährliche Frage, weil sie das Risiko in sich birgt, Plattheiten, Binsenweisheiten und Banalitäten aller Art von sich zu geben. Stellt man diese Frage in Zusammenhang mit der Wirtschaft, kommt man leicht in Erklärungsnotstand: Die Wirtschaft sei maßlos, gierig, grenzenlos und überhaupt abgrundtief böse, heißt es dann des Öfteren. Das stimmt natürlich nicht, weil schon allein der Begriff „die“ Wirtschaft nicht stimmt. Wirtschaft ist ein so vielfältiges und komplexes System, das vom kleinen Handwerksbetrieb in 4. Generation bis zum multinationalen Global Player reicht. „Wieviel ist genug?“ ist freilich in erster Linie die Frage nach dem rechten Maß. Und dieses rechte Maß wiederum ist keine Einheit des Verstandes, sondern vor allem der Emotion. Natürlich, die Wirtschaft ist gefordert, stets mehr zu leisten, sie muss wachsen, sie braucht Innovation, Export und, und, und. Aber als Unternehmer brauchen wir auch ein Gefühl für das rechte Maß. Denn nur dann wird es gelingen, Arbeitsplätze zu schaffen, die mehr als nur Jobs sind. Und dann sind wir auch bei dem angekommen, was seit einigen Jahren als Corporate Social Responsibility durch die Unternehmen geistert. Sie ist ein wichtiger Baustein, um Wirtschaft und Arbeit der Zukunft zu gestalten. Weitsichtige Unternehmerinnen und Unternehmer leisten dabei hervorragende Arbeit für die Wirtschaft, aber auch für die Gesellschaft. Und sie treibt dabei noch eine andere Frage, die sich aus der ersten ableitet und die mindestens genauso zu diskutieren wäre: Ist das wirklich genug? Josef Herk Wirtschaftskammer Steiermark Präsident 45


GENUG ist, wenn Würde, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit in einer lebenswerten Umwelt für alle erreicht und aufrechterhalten werden. Der Mensch will leben, arbeiten, genießen, weinen, lachen und lieben – in einer Gesellschaft frei von sozialer Not und wirtschaftlicher Ausbeutung. Vorsicht vor jenen, die selbst im Überfluss leben und den anderen GENÜGSAMKEIT predigen. Menschsein darf nicht Renditeansprüchen GENÜGEN müssen.

Johann Kalliauer Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich Präsident 46

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Reicht unsere Phantasie aus, um das Wieviel auszuloten? Reicht unser Vermögen aus, um die finanzpolitischen Vorgänge zu erfassen? Sind wir abgebrüht genug, um die politischen Realstücke zu begreifen? Vermögen wir zu verstehen, wie wir die Zukunft unserer Kinder verspielen? Wieviel ist genug? Das, was gesellschaftspolitisch, wirtschaftlich Tag für Tag geschieht, übersteigt alle unsere Vorstellungen von Genug.

Werner Lampert Werner Lampert Beratungsges.m.b.H. 47


:-)

Norbert Rainer KlimabĂźndnis OberĂśsterreich

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Genug ist, wenn wir zu zählen aufhören, wenn das unendliche Maß seinen Reiz verliert und die wache Gegenwart das Sein bestimmt.

Hans W. Grohs ASB Schuldenberatung Geschäftsführer 49


Kommunikationskultur DIE FABRIKANTEN arbeiten seit 1990 querfeldein. Als Auftragnehmer erarbeiten sie für Kultureinrichtungen wie auch für kulturaffine Unternehmen klare Kommunikationsstrategien, kulturgeprägte Marken und überraschende, aber eindeutige Bildsprachen, die Kopf und Emotionen für Botschaften und Bilder öffnen. In ihren eigenen Kulturprojekten beschäftigen sie sich mit dialogischen Kommunikationsformen im Sinne der Kultur der Begegnung und loten bei internationalen Projekten Grenzen aus. Die Bandbreite der Arbeiten reicht vom Buch über den Film zu Webprojekten und partizipativen Angeboten im Alltagsleben. Mehr unter www.fabrikanten.at

DIE FABRIKANTEN, Promenade 15, 4020 Linz, Austria +43 732 795684-0, labor@fabrikanten.at, www.fabrikanten.at 50

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Gefรถrdert von

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Die Fabrikanten: Kultur w채chst durch Begegnung.


Wieviel ist genug?