Badische Landesbühne – Zeitung für die Spielzeit 2022.2023

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StadtgeSchichten Zeitung für die Spielzeit 2022.2023


in der neuen Bahnunterführung: hannes höchsmann und Martin Behlert

am Saalbach: Lydia Fuchs und Madeline hartig


geehrtes Publikum, die Zeit ist trist / Klug, wer besorgt, und dumm, wer sorglos ist Mit diesen Zeilen beginnt Bertolt Brecht sein Volksstück Herr Puntila und sein Knecht Matti. Wir beginnen mit diesem Stück die neue Spielzeit. Für uns ist Brechts Text eine Ermutigung, uns den alltäglichen Fragen zu stellen, die uns Sorgen bereiten und Veränderung fordern. Nichts muss bleiben, wie es ist, und was wir ändern können, wie wir es ändern können, lässt sich im kreativen Spiel entdecken und erproben. Mit unseren Ange-

boten für die Spielzeit 2022.2023 laden wir Sie ein, gemeinsam mit uns nachdenklich zu sein und Neues aufzuspüren – in der Gesellschaft ebenso wie in uns selbst. Wir bedanken uns herzlich beim Freundeskreis Badische Landesbühne für die Unterstützung dieser Theaterzeitung und wünschen Ihnen jetzt viel Spaß und spannende Entdeckungen beim Durchblättern der folgenden Seiten. Bis bald in Ihrem Theater!

Stadtgeschichten: was war/was ist/was wird Wie ist Bruchsal zu dem geworden, was es heute ist? Welche Geschichte und welche Geschichten erzählt die Stadt und wie könnte ihre Zukunft aussehen? In unserem Bruchsal-Festival Stadtgeschichten setzen wir uns mit den vielfältigen Mitteln des Theaters mit der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft unserer Stadt auseinander. Vom 17. bis zum 26. März 2023 wollen wir sie in Inszenierun-

gen, Lesungen, Gesprächen und Stadtrundfahrten neu erkunden und damit besser kennenlernen. Am liebsten mit Ihnen zusammen: nicht nur als Publikum, sondern auch als Mitspielerinnen und Mitspieler. Beispielsweise in der Jungen Szene Bruchsal, dem neuen gemeinsamen Spielclub von BLB und Exil Theater, der für die Stadtgeschichten seine erste Produktion erarbeiten wird.

SPieLPLan 2022.2023 Bertolt Brecht herr Puntila und sein Knecht Matti Rafik Schami/Kathrin Schärer hast du angst?, fragte die Maus

junge BLB

teresa dopler das weiße dorf Paul Shipton die Wanze

junge BLB

Lisa Sommerfeldt Mädchen mit hutschachtel

junge BLB

astrid Lindgren Meisterdetektiv Kalle Blomquist

junge BLB

Wolfgang Kohlhaase/Rita Zimmer Fisch zu viert ein Liederabend Wir sind ja sooo zufrieden claude chabrol/Odile Barski Masken heiner Müller Quartett Jules Verne/Sophie Reyer 20.000 Meilen unter dem Meer

auf dem Sofa durch die Stadt Ein blaues Sofa wandert durch Bruchsal, immer darauf: die Ensemblemitglieder der Badischen Landesbühne. Sie haben sich zusammen mit unserer Fotografin Sonja Ramm auf einen ganz besonderen Stadtspaziergang begeben und sich an bekannten, aber auch unbekannten Orten fotografieren lassen. Das Ergebnis sind optische Stadtgeschichten – doch was genau sie erzählen, bleibt Ih-

rer Fantasie überlassen. Entdecken Sie Bruchsal aus ganz neuen Blickwinkeln!

Stadtgeschichten Fotos: Sonja Ramm Mitarbeit: Lea Fröhlich und henrik Forberg (Beleuchtung), ghorban Moinzadeh und Klaus heidelberger (Bühne), ines Unser und detlef Stellbaum (Requisite)

junge BLB

was war/was ist/was wird 17.-26. März 2023: Stadtgeschichten astrid Lindgren Ronja Räubertochter Johann Wolfgang goethe Reineke Fuchs

www.dieblb.de

junge BLB


ist Menschlichkeit eine Schnapsidee? Nüchtern ist der Gutsbesitzer Puntila ein eiskalter Kapitalist. Rücksichtslos beutet er seine Angestellten aus. Selbst die Verlobung seiner Tochter Eva mit dem Aristokraten Eino arrangiert er mit Kalkül. Sie kostet Puntila zwar seinen geliebten Wald, verschafft ihm aber Zugang zu höheren gesellschaftlichen Kreisen. Doch mit steigendem Alkoholpegel wandelt sich der Tyrann zum Wohltäter. Als großzügiger Lebemann stößt er mit seinen Untergebenen an und schenkt Fremden Arbeit. Mit gelockerter Zunge gesteht er seinem Chauffeur Matti, dass ihm der Attaché als Schwiegersohn zuwider ist. Stattdessen soll er der Auserwählte sein. Während Eva sich sofort ein buntes Leben als Proletarier-Gattin ausmalt, hat Matti die Kluft zwischen den sozialen Klassen stets vor Augen. Er glaubt nicht an deren Überwindung und hat die Launen Puntilas satt. Ist eine Freundschaft oder gar eine Beziehung zwischen Herrschenden und Untergebenen stets ein Fass mit doppeltem Boden? Und warum können sich Menschen nicht einfach auf Augenhöhe als Menschen begegnen? Brecht schrieb das Volksstück Herr Puntila und sein Knecht Matti ab 1940 im Exil in Finnland. Es zählt neben Die Dreigroschenoper bis heute zu seinen meistgespielten Stücken. Wir zeigen die Gesellschaftskritik als berauschende Komödie mit Live-Musik. An der Inszenierung von Carsten Ramm arbeitet der Brecht-Experte Jan Knopf als Dramaturg mit.

Bertolt Brecht

herr Puntila und sein Knecht Matti inszenierung: carsten Ramm Musikalische Leitung: Oliver taupp Bühnenbild: tilo Schwarz Kostüme: Kerstin Oelker Premiere: 22. September 2022

herzklopfen und stockender atem In letzter Sekunde ist Mama der Katze entkommen, doch sie hatte große Angst! Die kleine Maus Mina versteht nicht so genau, wovon die Mutter spricht. Sie selbst fürchtet sich vor nichts, aber sie will wissen, was Angst ist und wie sie sich anfühlt. Und so macht sie sich auf die Suche nach Antworten. „Hast du Angst?“, fragt sie Löwe, Nilpferd, Schildkröte und viele weitere Tiere. Mina lernt dabei so manches über das ihr unbekannte Gefühl, doch wie es ist, wenn man Angst hat, weiß sie immer noch nicht. Plötzlich zischelt es hinter ihr: Eine Schlange! Ihr wird eiskalt, ihr stockt der Atem und ihr Herz klopft wie verrückt. So fühlt sich Angst also an! Mina rennt um ihr Leben. Erst in den Armen ihrer Mutter beruhigt sich ihr Puls langsam wieder. Das poetische Bilderbuch von Rafik Schami und Kathrin Schärer macht Mut, sich Ängsten zu stellen, und zeigt, dass diese überwunden werden können, wenn wir sie uns gegenseitig anvertrauen. Wir bringen Hast du Angst?, fragte die Maus in Kooperation mit dem Eppinger Figurentheater auf die Bühne. Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Rafik Schami Kathrin Schärer

hast du angst?, fragte die Maus inszenierung/Bühnenbild: thomas Zotz Kostüme: Kerstin Oelker Premiere: 23. September 2022 ab 4 Jahren/Kindergarten/Vorschule


heiße gefühle – kühler Verstand An Deck eines Kreuzfahrtschiffes begegnen sich Ruth und Jean wieder. Sie waren mal ein Paar, haben sich dann aber aus Karrieregründen getrennt. Das ungeplante Wiedersehen raubt ihnen zwar kurz den Atem, doch schnell fassen sie sich wieder. Täglich treffen sich Ruth und Jean nun an der Reling. Zunächst scheinbar zufällig, dann bewusst. Sie schauen gemeinsam auf die vorbeiziehende Landschaft, checken sich ab und plaudern über ihre beruflichen Erfolge, ihre Lebensentwürfe und ihre aktuellen Partnerschaften. Das feuchte Klima drückt, die Luft zwischen ihnen flirrt. Sie scherzen, flirten und bestätigen sich, dass es nichts zu bedeuten habe, sie seien ja beide „Menschen, die nichts so schnell aus der Bahn“ werfe. Doch nach und nach bekommt die glatte Oberfläche der beiden dauerzufriedenen Selbstoptimierer Risse und eine nie verheilte Wunde klafft jäh auf. Das weiße Dorf ist ein komisch-trauriges Porträt zweier Menschen, welche die Gebote des Turbokapitalismus so sehr verinnerlicht haben, dass sie ihre Gefühle auf dem Altar der Vernunft opfern. Teresa Dopler erhielt dafür den Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarktes 2019.

teresa dopler

das weiße dorf inszenierung: Petra Jenni ausstattung: georg Burger Premiere: 24. September 2022

Verschwörung im insektenmilieu Sein Name ist Muldoon, Wanze Muldoon. Er ist zwar keine Wanze, sondern ein Käfer, aber das ist eine andere Geschichte. Muldoon ist der beste Privatdetektiv im ganzen Garten – und da geschehen gerade sehr merkwürdige Dinge: Immer mehr Insekten verschwinden spurlos und keiner weiß warum. Angst und Unruhe breiten sich aus. Nach einem harten Arbeitstag will sich Muldoon eben ein Gläschen Rosentau in Dixies Bar gönnen, als ihn plötzlich zwei Ameisensoldaten zu ihrer Königin zitieren. Es soll eine Gruppe von Rebellen geben, die nach Selbständigkeit strebt und damit den

Ameisenstaat bedroht. Muldoon wird beauftragt, die bisherigen Ermittlungen des Kommandanten Krag weiterzuführen und die Abtrünnigen aufzuspüren. Sofort macht sich der clevere Schnüffler an die Arbeit. Was als harmloser Routinefall beginnt, entpuppt sich schon bald als hochgefährliche politische Verschwörung. Die Wanze ist ein fesselnder Insektenkrimi über Freundschaft und Feindschaft, Verschwörung, Machtstreben und Solidarität – verboten spannend und kriminell komisch. Die Theateradaption von Paul Shiptons Erfolgsroman ist ein Muss für Krimifans.

Paul Shipton

die Wanze inszenierung/Bühnenbild: gina Jasmina Wannenwetsch Kostüme: Kerstin Oelker Premiere: 25. September 2022 ab 10 Jahren/5. Klasse


aufgedeckt: na dann, Prost Mahlzeit! Seit Jahren arbeitet Diener Rudolf im Haushalt der drei wohlhabenden Schwestern Charlotte, Cäcilie und Clementine Heckendorf. Stets kümmert er sich um all ihre Wünsche und Belange – nicht nur beim Einkaufen oder Kochen. Mit jeder von ihnen hat er bereits zärtliche Stunden verbracht, natürlich ohne das Wissen der jeweils anderen. Nun aber hat Rudolf genug! Statt seinen Lebensabend als buckelnder Diener zu verbringen, will er eine Weltreise machen. Doch dafür braucht er Geld! Wie gut, dass jede der Brauerei-Erbinnen ihm einst in intimer Zweisamkeit zugesagt hat, ihn in ihrem Testament mit einer größeren Summe zu bedenken. Nacheinander bittet Rudolf die drei Frauen, ihn auszubezahlen. Keine will sich jedoch an solch eine Vereinbarung erinnern. Als er ihnen damit droht, delikate Geheimnisse aufzudecken, sind sich die Schwestern einig: Der Diener muss schnellstens um die Ecke gebracht werden! Aber wie? Rudolf kommt den Damen auf die Schliche und bereitet ihnen ein ganz besonderes Menü zu – ein urkomischer und todernster Wettlauf gegeneinander beginnt. Fisch zu viert ist eine der erfolgreichsten Kriminalkomödien auf den Bühnen dieser Welt. Hohes Tempo, Sprachwitz und schwarzer Humor versprechen einen schaurig-schönen Theaterabend.

Wolfgang Kohlhaase Rita Zimmer

Fisch zu viert inszenierung: arne Retzlaff ausstattung: georg Burger Premiere: 17. november 2022

Blitzschnell kombiniert! Kalle Blomquist, Eva-Lotta und Anders langweilen sich. Es sind Ferien, doch in Kleinköping ist nichts los: keine Überfälle, keine Verbrechen, keine Action! Doch dann tauchen ein ominöser Fremder und zwei weitere schräge Vögel in der Kleinstadt auf und

die Kinder finden sich inmitten eines Krimis wieder. Mit Mut und Raffinesse gelingt es den Nachwuchsdetektiven, den Verbrechern das Handwerk zu legen. Lindgrens Kinderbuchklassiker als Theatervergnügen für große und kleine Spürnasen.

astrid Lindgren

Meisterdetektiv Kalle Blomquist inszenierung: Meike hedderich ausstattung: Franziska Smolarek Premiere: 4. november 2022 ab 6 Jahren/1. Klasse


auf dem Friedrichsplatz: tobias Strobel und elena Weber

Vor dem gefängnis: René Laier


auf dem Flugplatz: alexander Braun und Frederik Kienle

am Bahnübergang ernst-Blickle-Straße: thilo Langer


Unter Wasser um die Welt Ein sagenumwobenes Seeungeheuer treibt sein Unwesen auf den Weltmeeren. Eine Expedition soll der Sache auf den Grund gehen. Mit dabei sind der Meeresforscher Pierre Aronnax, sein Diener Conseil und der Walfänger Ned Land. Eines Abends erblicken sie einen seltsamen Lichtfleck auf der Meeresoberfläche – das muss das Ungeheuer sein! Während des Kampfes werden die drei über Bord gespült. Sie fassen Fuß auf dem Rücken des Monsters und werden sofort verschlungen. Da staunen sie nicht schlecht: Sie sind im Bauch eines hochtechnisierten U-Boots gelandet! Nemo, der unheimliche Kapitän der Nautilus, hat mit der Menschheit gebrochen, doch er nimmt die Schiffbrüchigen auf. Da sie sein Geheimnis aber entdeckt haben, dürfen sie das Boot nicht mehr verlassen. Eine atemberaubende Weltreise unter Wasser beginnt: Spannung pur! Auf der Grundlage von Jules Vernes berühmtem Abenteuerroman schreibt Sophie Reyer ein Stück für die Junge BLB.

Jules Verne Sophie Reyer

Wenn wir eine Wohnung hätten Vor 90 Jahren protestierten Helene Weigel, Bertolt Brecht und andere Künstler mit der Roten Revue in Berlin gegen den Aufstieg der Nationalsozialisten. Das Programm hieß Wir sind ja sooo zufrieden und war ein rauschender Erfolg. Heute wissen wir zwar, dass es die Rote Revue gab, das Programmheft nennt die Namen der Beteiligten und die Titel der einzelnen Szenen. Aber was damals tatsächlich auf der Bühne geschah, ist weitgehend unbekannt. Die Beiträge Brechts sind überliefert, ein Song von Günther Weisenborn und Kurt Weill wurde inzwischen wiederentdeckt, doch Vieles ist in Vergessenheit geraten. Ein zusammenhängendes Textbuch ist nicht erhalten, manches entstand erst während der Proben. Und manches Manuskript wird verloren gegangen sein, als einige der Beteiligten später vor den Nazis fliehen mussten. Wir sind ja sooo zufrieden ist ein politischer Liederabend: In Songs und Szenen wird eine bewegte Zeit wieder lebendig. Wir rekonstruieren die Rote Revue so gut es geht und fantasieren über die vergessenen Passagen; wir zeigen auch, was die Beteiligten damals bewegt hat und was aus ihnen nach 1933 geworden ist. Und wir fragen: Was kann uns die Rote Revue heute noch sagen?

ein Liederabend

Wir sind ja sooo zufrieden inszenierung: carsten Ramm Musikalische Leitung: Oliver taupp Bühnenbild: tilo Schwarz Kostüme: Kerstin Oelker Premiere: 19. november 2022

20.000 Meilen unter dem Meer Uraufführung inszenierung: arne Retzlaff Bühnenbild: tilo Schwarz Kostüme: Kerstin Oelker Premiere: 11. Februar 2023 ab 8 Jahren/3. Klasse


hinter der hochglanzfassade Der Showmaster Christian Legagneur trieft vor Güte, Herzlichkeit und Nächstenliebe. In seiner populären Fernsehsendung betreibt er ein vorgeblich menschenfreundliches Spiel mit den Glücksvorstellungen und Sehnsüchten älterer Menschen. Dafür wird er von Kandidaten und Publikum gleichermaßen vergöttert. Nun will der junge Journalist Roland Wolf eine Biografie über den Publikumsliebling schreiben. Zur Recherche lädt Legagneur Roland für einige Tage auf seinen Landsitz ein. Umgeben von einer illustren Schar Hausangestellter, taucht dieser dort in das extravagante Leben Legagneurs ein. Nach und nach beginnt die Hochglanzfassade der berühmten TV-Persönlichkeit zu bröckeln. Aber auch Roland führt ein Doppelleben. Denn in Wahrheit heißt er nicht Wolf, sondern Chevalier – und er will das plötzliche Verschwinden seiner Schwester aufklären, die sich zuletzt im Haus des Showmasters aufgehalten hatte. Auf ihren Spuren gerät er immer tiefer in einen Strudel dunkler Machenschaften. In seinem Film Masken (1987) vereint der „französische Hitchcock“ Claude Chabrol Thriller und Lustspiel zu einem medienkritischen Pamphlet gegen die leeren Glücksversprechen des Fernsehens. Wir zeigen das Drehbuch als packendes Theatererlebnis.

claude chabrol Odile Barski

Masken inszenierung: carsten Ramm Bühnenbild: tilo Schwarz Kostüme: Kerstin Oelker Maskenbau: Judith Mähler Premiere: 2. Februar 2023

die aliens kommen zurück Ein abgestürztes Raumschiff in Nordbaden. Endlich! Ein Expeditionstrupp aus Schauspielerinnen und Schauspielern sowie Musikern beginnt sofort, das Wrack zu erkunden, und sucht nach Hinweisen auf den Kommandanten des geheimnisvollen Flugobjekts. Dabei treffen sie auf Ziggy Stardust, Major Tom, The Thin White Duke und andere schillernde Gestalten sowie auf einen der großen Sterne unserer Galaxis. In einem Kaleidoskop aus Songs und Szenen feiert der Liederabend Loving the Alien den britischen Ausnahmekünstler David Bowie und seine fantastische Musik.

ein david-Bowie-abend

Loving the alien inszenierung: alexander Schilling Musikalische Leitung: Sebastian Rotard ausstattung: Katharina andes


ein erotisches Wortgefecht In seinem meistgespielten Stück lässt Heiner Müller die Protagonisten aus Laclos’ Skandalroman Gefährliche Liebschaften nochmals aufeinandertreffen. Marquise de Merteuil und ihr Ex-Liebhaber Vicomte de Valmont liefern sich einen erbarmungslosen Zweikampf zwischen Mann und Frau. Der dekadenten Welt einer dem Untergang geweihten Aristokratie entsprungen, rühmen sie sich einer radikal amoralischen Vernunft. In einer vollkommen aufgeklärten und durchrationalisierten Gesellschaft ist kein Platz für romantische Gefühle – und so bleibt nur übrig, den Menschen auf seinen Körper und dessen Funktionen zu reduzieren. Das körperliche Verlangen zwischen Merteuil und Valmont weicht zunehmend der Idee, die Liebe in der intensivsten Form, nämlich der der Fiktion, zu erleben. In einem sprachlichen Duell von bisweilen boulevardeskem Humor durchspielen die beiden grausame sexuelle Intrigen. Liebe zeigt sich dabei als brutales Spiel um Gewalt und Macht und ist darin Abbild einer auf Herrschaft, Ausbeutung und Materialismus gegründeten Gesellschaft.

heiner Müller

Quartett inszenierung: alexander Schilling ausstattung: Katharina andes Premiere: 4. Februar 2023

tragikomisches epochenporträt Nachkriegszeit: Die Wirtschaft boomt, die NS-Zeit wird fleißig verdrängt. So auch in dieser Familie, die 1945 aus dem Osten flüchtete und dabei ihren Sohn Arnold verlor. Der jüngere Bruder wächst nicht nur in einer von Schuld und Scham erfüllten Atmosphäre auf, sondern auch im Schatten des Abwesenden. Ebenso ernsthaft wie komisch erzählt er von der verzweifelten Suche der Eltern nach dem verlorenen Sohn, von Geschwisterrivalität und bizarren medizinischen Untersuchungen, die an die noch junge nationalsozialistische Vergangenheit erinnern. In einer Mischung aus Aberwitz, Groteske und Familiendrama zeichnet Hans-Ulrich Treichel ein dichtes Panorama der jungen BRD.

hans-Ulrich treichel

der Verlorene inszenierung/Bühnenbild: carsten Ramm Kostüm: Kerstin Oelker ab 16 Jahren/11. Klasse


Mit ausgefuchster List zum Kanzler Reineke Fuchs ist ein brillanter Betrüger, ein Meister der Verstellung, ein Erfinder glänzender Lügengeschichten und einer der charismatischsten Schelme der Weltliteratur. Er hat die Doppelmoral von Kirche und Politik durchschaut. Unter dem Deckmantel von Recht und Gerechtigkeit herrscht im Staat von Löwe Nobel das gnadenlose Gesetz von „fressen oder gefressen werden“. Also spielt auch Reineke sein Spiel und sorgt so für Unruhe beim Hoftag. Gewaltig sind die Anklagen, welche die Tiere gegen ihn vorzubringen haben: Diebstahl, Raub, Vergewaltigung und Mord! Reineke zündet ein rhetorisches Feuerwerk, doch auch diese Geschichten entpuppen sich als Lügen – es kommt zum Showdown. Aber Reineke Fuchs wäre nicht der, der er ist, wenn er am Ende nicht doch über alle triumphieren würde. Wir bringen Goethes bitterböses und zugleich komisches Tierepos als opulentes Sommertheater auf die Freilichtbühne. Die Machtstrukturen, die darin lustvoll entlarvt werden, haben durchaus Parallelen zur Gegenwart.

Johann Wolfgang goethe

Reineke Fuchs inszenierung: arne Retzlaff ausstattung: Stefan Wiel Bruchsaler Premiere: 7. Juli 2023

theateRS MMeR 2023 grenzen überwinden Donner grollen, Blitze zucken und der Wind tost um die Mattisburg als Ronja geboren wird – ein starker Auftritt für ein starkes Mädchen. Liebevoll behütet, wächst sie zu einem echten Räuberkind heran: klug, wild und unabhängig. Eines Tages trifft sie auf Birk, den Sohn von Borka, dem Erzrivalen ihres Vaters. Gemeinsam erkunden sie den Wald und kämpfen dabei nicht nur gegen Graugnome und Wilddruden, sondern

auch mit den eigenen Vorurteilen. Als ihre Eltern von der Freundschaft erfahren, verbieten sie diese sofort. Das sehen Ronja und Birk nicht ein. Sie reißen aus, um im Wald ein neues Leben zu beginnen. Astrid Lindgrens Ronja Räubertochter ist ein leidenschaftlicher Aufruf zum freundschaftlichen und respektvollen Umgang miteinander und mit der Welt, in der wir leben. Ein Sommerstück für die ganze Familie.

astrid Lindgren

Ronja Räubertochter inszenierung: Renat Safiullin ausstattung: Stefan Wiel Premiere: 5. Mai 2023 ab 6 Jahren/1. Klasse


in der Südstadt: cornelia heilmann

an der Käthe-Kollwitz-Schule: Kim Vanessa Földing und hannah Ostermeier


im Freibad: arne Retzlaff, Fränzi Spengler, Petra Jenni

Beim hotel Ritter in Büchenau: evelyn nagel


was war/was ist/was wird Unser Stadtfestival: 17. bis 26. März 2023 Endlich können wir unsere Pläne umsetzen! Gefördert durch das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst sollte im März 2021 das Festival Stadtgeschichten stattfinden, doch dann machte uns die Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben – und

jetzt ist es so weit, dass wir Ihnen ein vielfältiges Programm zu den unterschiedlichsten Aspekten der Bruchsaler Geschichte präsentieren können. Es erwarten Sie Inszenierungen, Lesungen und Vieles mehr: Unser blaues Sofa bekommt im Festival-Zentrum Exil Theater einen festen Platz, hier wird der Ort für täglich stattfindende

Stadtgespräche sein; und mit einem Bus machen wir Stadtrundfahrten, bei denen historische Figuren und Situationen wieder lebendig werden. Sie sind herzlich eingeladen: Blicken Sie mit uns auf die wechselvolle Geschichte Bruchsals und lassen Sie uns gemeinsam über Gegenwart und Zukunft der Stadt nachdenken.

Zwangsbruchsaler: Barockstadt hinter gittern

Badens revolutionäre geister

der Zwetschgenkuchen meiner großtante

ein hochstapler, ein Mörder, ein terrorist

Zum 175. Jubiläum der Badischen Revolution

Rückblicke und ausblicke mit nachkommen

Im badischen Revolutionsjahr 1848 wurde das Bruchsaler Gefängnis eröffnet, damals noch Zuchthaus genannt. Der Volksmund spricht heute verniedlichend vom Café Achteck. Es ist neben dem Barockschloss das imposanteste Gebäude der Stadt. Aber die Bruchsaler Einwohnerinnen und Einwohner nehmen kaum Notiz von seinen Insassen, es sei denn, sie sind kriminelle Presseberühmtheiten. Das Theaterprojekt Zwangsbruchsaler versucht, einen Blick in das Innere der Anstalt und damit auch auf einige ehemalige Gefangene und ihre Geschichten zu werfen: auf einen Hochstapler der Nachkriegsjahre, Karl Franz Lembke, auf einen mehrfachen Frauenmörder, Heinrich Pommerenke, und auf einen bürgerlichen Terroristen, Christian Klar. Sie und die vielen anderen Mitgefangenen sind oder waren Bruchsaler Mitbürger, wenngleich auch unfreiwillig und im Verborgenen.

Wahlrecht, Grundgesetz, Gewaltenteilung, Pressefreiheit und viele weitere Grundpfeiler des modernen demokratischen Rechtsstaates sind für uns heute selbstverständlich, doch der Weg dahin war lang und steinig! Die Revolution von 1848/49, die in Baden begann und endete, markiert einen Meilenstein in der deutschen Demokratiegeschichte. Politiker wie Friedrich Hecker, Karl Blind, Gustav Struve und der zeitweise in Bruchsal lebende Lorenz Brentano gehörten zur Avantgarde der demokratischen Bewegung. Wer waren Badens revolutionäre Geister, die für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit kämpften? Was für eine Rolle spielte Bruchsal in dieser bewegten Zeit? Welche zukunftsweisenden Impulse sind von hier ausgegangen? Wie haben diese die Stadt geprägt und wo und wer sind die revolutionären Geister von heute? Ein „umwerfender“ Theaterabend!

Mit knapper Not hatten sie überlebt: Jüdinnen und Juden aus Bruchsal, die dem Terror der Nationalsozialisten entkommen konnten. In die Stadt, die einst ihre Heimat war, wollten sie nie wieder zurückkehren. Doch ihren Kindern und Enkelkindern erzählten sie viel davon. Und machten sie damit neugierig auf die Stadt am Saalbach. In den letzten Jahren sind viele der Nachkommen hierher gereist: „Den Zwetschgenkuchen, den meine Großtante in New York gebacken hat, habe ich in einer Bäckerei in Bruchsal wiederentdeckt“, freute sich beispielsweise Deborah B., die aus Amerika gekommen war. Und auch bei uns hat sich inzwischen Vieles bewegt: Mit der Aktion „Stolpersteine“ wurde auch bei jüngeren Generationen neues Interesse am Vergangenen geweckt. Wir laden Sie ein zu einem Abend des gemeinsamen Erinnerns und Ausblickens in die Zukunft.

ab 17. März 2023 im exil theater

ab 18. März 2023 im hexagon

am 23. März 2023 im hexagon

War es Widerstand? JUnge SZene BRUchSaL: der neue Spielclub von BLB und 1939 verbot die Führung des NS-Regimes den katholischen Jugendbund Neudeutschland. Eine Gruppe von Bruchsaler Schülern, die in diesem Bund aktiv waren, wollten dieses Verbot nicht einfach hinnehmen. Obwohl sie damit Verfolgung und Verhaftung riskierten, gründeten sie auf eigene Faust die Gruppe Christopher und widersetzten sich so der „Gleichschaltung“. Als gläubige Christen weigerten sie sich, in die Hitler-Jugend einzutreten. Die Jugendlichen der Gruppe Christopher übten zwar keine offene Kritik an dem Terrorregime, aber sie wollten sich ihr religiös und jugendbewegt geprägtes Gruppendasein nicht widerstandslos nehmen lassen. Heimlich trafen sie sich zu Diskussionen am Lagerfeuer, zu Fahrradtouren und Wanderungen. Als die Gruppenmitglieder durch Einberufung zur Wehrmacht zerstreut wurden, führten sie die sogenannten „Wir-Hefte“ ein, eine Sammlung von regimekritischen Briefen, die sie vervielfältigten, um zumindest im Geiste verbunden zu bleiben. Durch die Kontrolle der Soldatenpost kam die Gestapo der Gruppe Christopher 1941 auf die Spur. Mehrere Mitglieder wurden festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt.

Kann man die Gruppe Christopher – ähnlich wie die Weiße Rose – als Widerstandsgruppe bezeichnen? Was macht Widerstand überhaupt aus, welche Formen von Widerstand gibt es und wogegen sollte es heute viel mehr Widerstand geben? Diesen Fragen wollen wir zusammen mit theaterbegeisterten Jugendlichen nachgehen und gemeinsam mit ihnen ein Stück zur Gruppe Christopher und zum Thema Widerstand entwickeln. Wir wollen den Blick dabei ebenso in die Vergangenheit als auch in die Zukunft richten und den Wert von Widerstand befragen. Nachdem die Pandemie die Arbeit mit unseren Bürgertheater-Gruppen in den letzten Jahren unmöglich gemacht hatte, gibt es nun endlich wieder einen Spielclub für junge Bruchsalerinnen und Bruchsaler, die mit uns die Bühne rocken wollen! Was ehemals das Junge Bürgertheater war, heißt jetzt Junge Szene Bruchsal und ist ein gemeinsamer Spielclub der BLB und des Exil Theaters für Menschen ab 14 Jahren. Wir freuen uns riesig über diese zukunftsfähige Kooperation und die erste Produktion der Jungen Szene, die am 18. März 2023 im Rahmen von Stadtgeschichten Premiere haben wird. Alle Informationen zur Teilnahme gibt es unter „Spielen Sie mit!“.

Spielen Sie mit! Stadtgeschichten ist ein partizipatives Theaterprojekt und wir laden Sie dazu ein, es aktiv mitzugestalten. Vielleicht haben Sie Film- oder Fotomaterial zu den von uns skizzierten Projekten? Oder Sie kennen spannende Persönlichkeiten, die wir zu den Stadtgesprächen einladen sollten? Welche Orte sollten wir in die Stadtrundfahrten einbeziehen? Es gibt auch Möglichkeiten, sich selbst spielerisch an Stadtgeschichten zu beteiligen! Zum Beispiel im Rahmen von Stadtführungen, Aktionen auf dem Wochenmarkt oder als Mitglied des Bürgerchors im Café Europa Zwangsbruchsaler: Baden im Aufruhr. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und schicken Sie uns Ihre Ideen an stadtgeschichten@dieblb.de. Die Junge Szene richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren. Einzige Voraussetzung ist Spielfreude und Interesse für das Thema Widerstand. Geleitet wird der Spielclub von BLB-Theaterpädagogin Lisa Becker und von Bernhard Wendel vom Exil Theater. Geprobt wird ab 15. September 2022 immer donnerstags von 17 bis 20 Uhr im Exil Theater sowie an einzelnen Wochenenden. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen an Lisa Becker (E-Mail: becker@ dieblb.de; Telefon: 07251.72728).


das darf sich niemals wiederholen! Der 22. Oktober 1940 ist einer der schwärzesten Tage in der Geschichte Bruchsals: In den frühen Morgenstunden wurden beinahe alle Bruchsaler Jüdinnen und Juden verhaftet. Es blieb ihnen nur wenig Zeit, ihre Sachen zu packen, für eine Reise, deren Ziel sie nicht kannten. Sie wurden durch die Stadt zum Bahnhof getrieben und von dort in das Internierungslager Gurs deportiert. Das Ereignis wurde in einem noch heute erhaltenen NS-Propagandafilm mit dem Titel Bruchsal judenfrei! Die letzten Juden verlassen Bruchsal festgehalten. Darin ist unter vielen Menschen ein Mädchen mit einer Hutschachtel zu sehen. Angeregt von Intendant Carsten Ramm und seinen Fragen „Wer war dieses Mädchen?“ und „Was ist aus ihr geworden?“ haben sich die Autorin Lisa Sommerfeldt und die Dramaturgin und Regisseurin Petra Jenni auf Spurensuche begeben und herausgefunden, dass es sich dabei um die heute in den USA lebende 95-jährige Edith Leuchter handelt. Sie war 13 Jahre alt, als sie zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter nach Gurs verschleppt wurde. Ihr kleiner Bruder Heinz war zu dieser Zeit in einem Kinderheim in Frankfurt, ihr Vater bereits in den USA. Er wollte dort Arbeit finden und hatte gehofft, seine Familie später nachholen zu können. 1941 wurde Edith aus dem Lager befreit und musste unter falschem Namen in einem fremden Land untertauchen.

Nach dem Krieg gelang es ihr, nach New York auszuwandern. Heinz und ihre Mutter wurden in Auschwitz umgebracht. Das Dokumentarstück Mädchen mit Hutschachtel basiert auf Interviews, Gerichtsakten und anderen Zeitdokumenten. Es wirft ebenso faktische wie poetisch verdichtete Schlaglichter auf die Geschichte einer der letzten noch lebenden Bruchsaler Holocaustüberlebenden. Das Projekt Mädchen mit Hutschachtel wird ermöglicht durch die Unterstützung der Bruchsaler Bildungsstiftung.

Lisa Sommerfeldt

Mädchen mit hutschachtel Uraufführung inszenierung: Petra Jenni Bühnenbild: tilo Schwarz Kostüme: Kerstin Oelker Premiere: 13. Oktober 2022 ab 14 Jahren/9. Klasse

Stadtgeschichten im café europa immer sonntags, immer um 11 Uhr, immer im exil theater Synagoge, Feuerwehrhaus, Fragezeichen

ein Leben für die Musik

Who wants to live forever

Friedrichstraße 78: Was wird jetzt aus dem grundstück?

Marianne Kirchgeßner: Mit der glasharfe um die Welt

Barbara Valentin: Mit Freddie Mercury in Utes Bierbrezel

Am 9. November 1938 stand auch in Bruchsal die Synagoge in Flammen, 1940 wurden die verbliebenen Jüdinnen und Juden nach Gurs deportiert. Seit 1953 steht auf dem Grundstück der Synagoge das Feuerwehrhaus. Jetzt ist die Feuerwehr umgezogen. Was wird nun aus dem Gebäude? Ein „offizielles“ Konzept liegt vor, ebenso drei Vorschläge aus der Bürgerschaft. Wie geht es weiter? Ein Gespräch über bürgernahe Stadtplanung.

Marianne Kirchgeßner wurde 1769 in Bruchsal geboren und gilt als die erfolgreichste Glasharmonikavirtuosin ihrer Zeit. Mit vier Jahren erblindete sie. Jahrelang war Kirchgeßner auf Konzertreise durch ganz Europa und führte ein spannendes Leben jenseits der damals vorherrschenden Rollenbilder. Mozart komponierte zwei Werke für sie und stand mit ihr auf der Bühne. Wir erzählen die Geschichte einer einzigartigen Ausnahmekünstlerin.

Wenn die Schauspielerin Barbara Valentin ihr Elternhaus in Bruchsal besuchte, war manchmal auch ihr Freund Freddie Mercury dabei. Und abends ging es dann in Utes Bierbrezel. Ist das ein Witz? Der Sänger von Queen in Bruchsal? Nein, es ist kein Witz! Wir erzählen die Geschichte einer Bruchsalerin, die Filmkarriere gemacht hat, und ihres Freundes, der ein Weltstar war. Und lassen seine Musik lebendig werden: Welcher Bruchsaler Chor möchte live dabei sein?

16. Oktober 2022

13. november 2022

4. dezember 2022

Was ist dir für ein Wesen?

Zwangsbruchsaler: Baden im aufruhr

Stadtgeflüster: traumort Bruchsal

Joß Fritz: Freiheitskämpfer und Sozialrebell

adelbert von Bornstedt: Offizier, Fremdenlegionär, Revolutionär

Welche ideen haben Sie für die Zukunft der Stadt?

Unterdrückung, Abgabenlast, Vorrechte des Adels – Joß Fritz hatte die Nase voll von der Ausbeutung durch den Bischof von Speyer. 1470 in Untergrombach als Sohn von Leibeigenen geboren, warb Fritz ab 1501 über 7.400 Mitverschworene für den kommenden Aufstand und wurde zum Anführer der Bundschuh-Bewegung. Mehrere von ihm initiierte Bauernaufstände scheiterten, den Glauben an Freiheit und soziale Gerechtigkeit verlor er dennoch nie.

Paris 1848: Arbeiter und Handwerker schließen sich zur „Deutschen Demokratischen Legion“ zusammen, um für eine freie Republik zu kämpfen. Unter ihnen der ehemalige deutsche Offizier Adelbert von Bornstedt. Er versteht es, die Menge zu begeistern. Als die Legion in Baden den Revolutionären zu Hilfe kommen will, wird sie im Gefecht überwältigt. Bornstedt landet im Bruchsaler Zuchthaus. Eine Matinee im Namen der Menschenrechte!

Sich zurücklehnen, Kaffee trinken und zuhören? Nicht bei diesem Café Europa! Hier sind Sie als Akteure gefragt. Wussten Sie, dass in Bhutan nicht nur das Bruttonationaleinkommen gemessen wird, sondern auch das Bruttonationalglück? Wir wollen wissen, wie glücklich die Bruchsaler Bevölkerung ist, wie gerne sie hier lebt und welche Ideen sie für die Zukunft dieser Stadt hat. Kommen Sie miteinander ins Gespräch.

15. Januar 2023

19. Februar 2023

19. März 2023


Wir sind die BLB intendant Carsten Ramm

Verwaltungsleiter Jörg Klasser

Oberspielleiter und Leiter der Jungen BLB Arne Retzlaff

einführungen Wir freuen uns, dass wir Ihnen nach der coronabedingten Pause endlich wieder Einführungen vor Ort anbieten können. Für die Spielzeiteröffnung mit Herr Puntila und sein Knecht Matti hat der Brecht-Experte Jan Knopf die Dramaturgie mit Fachwissen versorgt, das wir gerne mit Ihnen teilen möchten. Treffpunkt ist eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Foyer des Bürgerzentrums. Für einige ausgewählte Hexagon-Produktionen wird es unsere bewährten Podcasts geben. Diese finden Sie ab dem Premierentermin auf unserer Homepage www.dieblb.de.

dramaturgie Petra Jenni (Chefdramaturgin), Fränzi Spengler (Dramaturgin), Ariane Maußner (FSJ Kultur)

abendspielplan Martin Behlert, Lydia Fuchs*, Madeline Hartig, Cornelia Heilmann, Hannes Höchsmann*, Stefan Holm, René Laier, Thilo Langer, Evelyn Nagel, Nadine Pape, Lukas Maria Redemann, Tobias Strobel, Elena Weber*

Junge BLB Alexander Braun, Kim Vanessa Földing, Frederik Kienle, Hannah Ostermeier, Magdalena Suckow, Luis Volkner

Regie Meike Hedderich, Petra Jenni, Carsten Ramm, Arne Retzlaff, Renat Safiullin, Alexander Schilling, Gina Jasmina Wannenwetsch, Thomas Zotz

VhS-angebot Üblicherweise proben wir bis zur Premiere hinter verschlossenen Türen. Zu drei Inszenierungen laden wir Sie in Kooperation mit der VHS Bruchsal aber bereits zur Generalprobe ein. Um 18.45 Uhr erhalten Sie eine dramaturgische Einführung, um 19.30 Uhr beginnt die Probe. Die Anmeldung erfolgt über die VHS unter www.vhs-bruchsal.de oder 07251.793036. Der Eintritt kostet 5 €. Öffentliche Generalproben gibt es zu Herr Puntila und sein Knecht Matti (21. September), Wir sind ja sooo zufrieden (18. November) und Masken (1. Februar).

theaterregal

ausstattung Katharina Andes, Georg Burger, Kerstin Oelker, Tilo Schwarz, Franziska Smolarek, Stefan Wiel

Schauspielmusik Oliver Taupp

Regieassistenz Jakob Büchsenschütz, Rica Hohmann, Marlene Lintner

theaterpädagogik

Ist die Überwindung von sozialen Ungerechtigkeiten möglich oder nur eine schöne Utopie? Gibt es in einer kapitalistischen Welt noch wahre Gefühle oder sind sie zu austauschbaren Waren geworden? Was hat der Philosoph Machiavelli mit Reineke Fuchs zu tun und was dieser wiederum mit Mächtigen von heute? Unsere Stücke verhandeln brennende Themen, stellen große Fragen und regen den Geist an. Sie wollen dazu weiterforschen und der Sache auf den Grund gehen? Im Theaterregal der Stadtbibliothek Bruchsal finden Sie spannende Lektüretipps unserer Dramaturgie.

Lisa Becker, N. N., Ali Bilgen (Praktikant)

technische Leitung N. N.

Bühnentechnik Franz Albinger, Ralf Bacher, Jochen Bannholzer, Kamil Barteczko, Torsten Feyl, Rainer Frank, Arved Grassel, Wolfgang Megerle, Alexander Murawski, Thomas Nachtigal, Andreas Schreyek, Udo Schweikert

Beleuchtung Leszek Eich, Henrik Forberg*, Tilo Schwarz*, Marco Wörle

Werkstätten Martin Flammann (Werkstattleiter), Siegfried Hähnle, Karl-Heinz Notheis, Katharina Zitsch

Fahrer Hasan Kilic, Andreas Kunath

Kostümabteilung Kerstin Oelker (Leitung), Ursula Budgereit, Helga DrachWinkler, Carmen Helmle, Tatsiana Kapliakowa, Petra Kastner, Elke Weißbrodt

Maske Tanja Dammert, Sherin Kohler

Requisite Julia Duchardt, Detlef Stellbaum, Ines Unser, Gina Jasmina Wannenwetsch

Werbung und Öffentlichkeitsarbeit Martina Illinger (Leitung), Gülçin Onat

Sekretariat Julia Häffner, Claudia Michenfelder

Verwaltung Elke Bender (Kasse und Abonnement), Julia Wenzel (Künstlerisches Betriebsbüro), Hariet Höchsmann (Abendkasse), Alexandra Schäfer (Buchhaltung) * Gast für einen Teil der Spielzeit

Sie wollten schon immer mal hinter die theaterkulissen schauen? Dann werden Sie Mitglied im Freundeskreis Badische Landesbühne. Durch Ihre Mitgliedschaft können Sie: an exklusiven Veranstaltungen nur für Mitglieder teilnehmen vorab Informationen zu den Plänen des Theaters erhalten in kostenlosen Hausführungen einen Blick hinter die Bühne werfen mitbestimmen, welche jungen Ensemblemitglieder den Förderpreis für herausragende künstlerische Leistungen erhalten Ihr Theater dabei unterstützen, besondere Aktionen und Veranstaltungen umzusetzen andere Theaterbegeisterte kennenlernen

Wie werden Sie Mitglied? Beitrittsantrag ausfüllen und an die unten angegebene Adresse senden. Als Einzelperson kostet die Mitgliedschaft im Jahr 36 €, für Schüler, Studierende und Auszubildende sind es 18 €, Familien bezahlen 54 € und für Firmen und Vereine sind es 75 €. Mit der Bestätigung Ihrer Mitgliedschaft erhalten Sie von uns Ihren Mitgliedsausweis, der zur Teilnahme an allen Aktivitäten des Freundeskreises berechtigt, sowie einen Gutschein zu einer BLB-Vorstellung.

Kontakt Freundeskreis Badische Landesbühne Am Alten Schloss 24 76646 Bruchsal E-Mail: freundeskreis@dieblb.de

theaterpädagogik die theaterpädagogik ist zurück! Endlich können wir wieder miteinander im Hier und Jetzt entdecken, was Theater alles kann! In verschiedenen Formaten ermöglicht unsere Theaterpädagogik unterschiedlichsten Gruppen, sich sowohl über das gesehene Stück auszutauschen als auch sich theaterpraktisch auszuprobieren. Das Hineinschlüpfen in andere Rollen schärft den Blick auf vielfältige Lebenswelten, fördert Empathie und fordert dazu auf, andere Perspektiven einzunehmen. Theater spielen unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung und eröffnet neue Handlungsspielräume.

Unser theaterpädagogisches angebot geschlossene Schulvorstellungen können individuell bei Julia Wenzel unter 07251.72722 oder über kbb@dieblb.de vereinbart werden. Im newsletter theaterpädagogik informieren wir Sie regelmäßig über unsere theaterpädagogischen Angebote und Vorstellungstermine. Die Anmeldung erfolgt über unsere Homepage www.dieblb.de. In Verbindung mit einem Stückbesuch können Klassen oder Gruppen eine theaterpädagogische Vor-/nachbereitung in Form eines Workshops oder eines Publikumsgesprächs dazu buchen. Im theaterpädagogischen Begleitmaterial gibt es Hintergrundinformationen zu den Stücken sowie Fragen und Übungen zur selbständigen Vor- oder Nachbereitung einer Gruppe. Die expertenklassen begleiten die Stücke der Jungen BLB von Beginn der Proben bis hin zur Premiere. Sie erhalten einen Vorbereitungsworkshop durch die Theaterpädagogik und freien Eintritt zur Premiere des jeweiligen Stücks. Im Gegenzug erarbeitet die Expertenklasse ein kreatives Projekt, das bei der Premiere ausgestellt wird. Zu den Stücken des Abendspielplans laden wir regelmäßig generalprobenklassen ein, die uns nach dem Besuch der Generalprobe ein Feedback geben können. Kooperationsschulen erhalten ein individuelles Paket bestehend aus Vorstellungsbesuch und theaterpädagogischer Zeit, das auf das Interesse und den Bedarf der jeweiligen Schule zugeschnitten ist. Bis zu acht Schulen pro Spielzeit bieten wir die enge Zusammenarbeit als Partnerschulen an. Pro Klasse, die eine Vorstellung besucht, erhält die Schule 90 Minuten theaterpädagogische Zeit zur freien Verfügung. Durch ein Praktikum oder eine hospitanz erhalten interessierte junge Menschen einen Einblick in die verschiedenen Abteilungen eines Theaters. Für Kinder und Jugendliche bieten wir für bestimmte Stücke der Jungen BLB einen theatertag an, der einen inhaltlich zum ausgewählten Stück passenden Workshop, einen Vorstellungsbesuch sowie ein Nachgespräch mit dem Team umfasst. An dieser Stelle möchten wir noch auf ein Klassenzimmerstück im Repertoire der Jungen BLB hinweisen, das 2020 kurz vor Beginn der Pandemie Premiere hatte und das wir auf Nachfrage weiterhin für Schulen spielen:

Sonnenstrahl im Kopfsalat Arginin und Tyrosin sind Aminosäuren, sie leben im Körper von David und sind für dessen Gedächtnis zuständig. Gerade kämpfen sie hier einen harten Kampf! David hat Demenz. Seine Enkelin Sarah wünscht, dass Opas „Kopfsalat“ noch einmal von einem Sonnenstrahl erhellt würde und unterstützt ihn so gut es geht. Sonnenstrahl im Kopfsalat ist ein ebenso feinfühliges wie humorvolles Stück zum Thema Demenz für Kinder ab 10 Jahren. Regie und Bühnenbild machte Julia-Huda Nahas, die Kostüme Kerstin Oelker. (Buchungsanfragen an: wenzel@dieblb.de oder unter 07251.72722).

Kontakt zur theaterpädagogik: Lisa Becker Telefon: 07251.72728 und 07251.72737 E-Mail: becker@dieblb.de


Unsere abonnements

Badische Landesbühne am alten Schloss 24 d 76646 Bruchsal telefon: 07251.7270 Fax: 07251.72746 e-Mail: info@dieblb.de

großes aBO Sichern Sie sich Ihren festen Platz für sieben Stücke unseres Abendspielplans. Premierenabo A (Donnerstag)/Sonntagsabo B/Samstagsabo C/Freitagsabo D:

herr Puntila und sein Knecht Matti das weiße dorf Fisch zu viert Wir sind ja sooo zufrieden Masken Quartett Reineke Fuchs

Partner aBO

Preise einzelkarten

regulär

ermäßigt

i. Platz

18 €

11 €

ii. Platz

16 €

9€

iii. Platz

13 €

8€

hexagon

16 €

9€

Matinee

9€

6€

10 €

5€

Junge BLB Schulvorstellung

Junges aBO Das Angebot für junge Theatergänger: Drei Stücke aus dem ganzen Spielplan zur freien Auswahl.

Schnupper aBO Das Schnupper-Abo der Badischen Landesbühne ist immer ein ideales Geschenk. Es bietet drei Theateraufführungen bei bester verfügbarer Platzkategorie.

Quartett/Sextett Vier/sechs übertragbare Gutscheine für Vorstellungen nach freier Wahl und in bester verfügbarer Platzkategorie.

5x Sonntags um 5 Bei Ihren fünf Theaterbesuchen sehen Sie folgende neue Stücke im Großen Haus und im Hexagon:

herr Puntila und sein Knecht Matti Fisch zu viert Wir sind ja sooo zufrieden das weiße dorf Masken Eine Kooperation mit der Initiative Neues Altern in der Stadt (NAIS).

5x café europa Stammgästen unserer Matineereihe machen wir ein besonderes Angebot: Sie bekommen von uns eine Gutscheinkarte für den Besuch von fünf Matineen und haben freie Auswahl unter allen Terminen der Spielzeit 2022.2023. Gegen Vorlage der Gutscheinkarte erhalten Sie Ihre Karte im Vorverkauf oder an der Café-Europa-Kasse. Wenn Sie Ihre Karte direkt vor der Vorstellung abholen wollen, ist es notwendig, dass Sie telefonisch oder per E-Mail reservieren.

theaterleitung Carsten Ramm Intendant intendanz@dieblb.de Telefon: 07251.72721 Jörg Klasser Verwaltungsleiter klasser@dieblb.de, Telefon: 07251.72727 Arne Retzlaff Oberspielleiter und Leiter der Jungen BLB retzlaff@dieblb.de, Telefon: 07251.72734

4€ dramaturgie

Zu zweit ins Theater: Fünf Produktionen bei freier Terminwahl und bester verfügbarer Platzkategorie.

herr Puntila und sein Knecht Matti Fisch zu viert Wir sind ja sooo zufrieden Masken Reineke Fuchs

Kontakte

das große aBO

regulär

ermäßigt

i. Platz

85 €

65 €

ii. Platz

75 €

60 €

iii. Platz

65 €

45 €

regulär

ermäßigt

Weitere abos Partner-abo

95 €

Junges abo

18 €

Schnupper-abo

36 €

Quartett

52 €

Sextett

75 €

5x Sonntags um 5

60 €

5x café europa

35 €

Elke Bender E-Mail: ticket@dieblb.de/abo@dieblb.de Telefon: 07251.72723 www.reservix.de

abendkasse Badische Landesbühne Am Alten Schloss 22 76646 Bruchsal Telefon: 07251.72747 jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

Fränzi Spengler (Dramaturgin) spengler@dieblb.de, Telefon: 07251.72731

theaterpädagogik Lisa Becker (Theaterpädagogin) becker@dieblb.de, Telefon: 07251.72728 und 72737

Werbung/Öffentlichkeitsarbeit Martina Illinger (Leitung) presse@dieblb.de, Telefon: 07251.72724 Gülçin Onat (Mitarbeiterin) onat@dieblb.de, Telefon: 07251.72733

www.dieblb.de 44 €

Ermäßigung erhalten Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende, Helferinnen und Helfer im Freiwilligen Sozialen Jahr, Bundesfreiwilligendienstleistende, ALG II-Empfängerinnen und -Empfänger sowie Schwerbehinderte gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises. Inhaberinnen und Inhaber des Bruchsaler Kinderund Jugendpasses erhalten eine Ermäßigung von 50 % auf den regulären Eintrittspreis.

Vorverkauf

Petra Jenni (Chefdramaturgin) jenni@dieblb.de, Telefon: 07251.72732

Alle Informationen rund um die BLB finden Sie auf unserer Homepage. Zum Beispiel Bilder und Kritiken zu aktuellen Inszenierungen, alle Termine, Wissenswertes zum Theater und vieles mehr.

Facebook Wenn Sie uns bei Facebook abonnieren, sind Sie immer auf dem Laufenden. Wir posten nicht nur Neuigkeiten zu unseren anstehenden Veranstaltungen, sondern geben auch Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen.

instagram Auch über Instagram @badischelandesbuehne halten wir Sie auf dem neuesten Stand.

newsletter Wenn Sie unseren Newsletter unter info@dieblb.de oder auf unserer Homepage bestellen, erhalten Sie monatlich eine E-Mail mit Informationen zu allem, was wir für den kommenden Monat planen.

Monatsplan Unser gedruckter Monatsplan bietet eine praktische Terminübersicht und detaillierte Beschreibungen unserer Veranstaltungen. Er liegt im Theater und an zahlreichen Stellen in Bruchsal aus und ist online einsehbar.

Alle weiteren Informationen zu den Abonnementbedingungen, zum Kartenvorverkauf, zu unserem Theaterregal in der Stadtbibliothek, der Zusammenarbeit mit der VHS Bruchsal sowie mit unserer Partner-Buchhandlung Carolin Wolf finden Sie unter www.dieblb.de.

impressum Spielplan 2022.2023 der Badischen Landesbühne / Intendant Carsten Ramm / Verwaltungsleiter: Jörg Klasser / Redaktion: Petra Jenni, Fränzi Spengler / Illustrationen: Christine Ramm / Layout: Martina Illinger, Gülçin Onat / Druck: Stork Druckerei GmbH, Bruchsal


in der Bahnstadt: Magdalena Suckow und Luis Volkner

an der ewb-tankstelle: Stefan holm und Lukas Maria Redemann


auf dem neuen Feuerwehrhaus: nadine Pape

am Bahnhof: carsten Ramm und Wolf e. Rahlfs