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Das bin alles ich? Spielzeit 2017.2018

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Visionen wecken ist einfach.

sparkasse-kraichgau.de

Wenn das Theater der Region von einem engagierten Partner unterstützt wird. Die Badische Landesbühne bringt Menschen zum Lachen und zum Nachdenken. Sie hält uns den Spiegel vor, weckt Visionen und bringt Leben in die Region. Die Sparkasse Kraichgau ist langjähriger Förderer dieses Engagements. Wir wünschen allen Besuchern interessante und unwiederbringliche Theatererlebnisse!

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Das bin alles ich?

Angeregt durch diese Frage spielen die Mitglieder unseres Ensembles mit unterschiedlichen Facetten ihrer Persรถnlichkeit. Sonja Ramm hat sie dabei fotografiert. 1


2 Martin Behlert


3 Lisa Bräuniger


4 Colin Hausberg


Cornelia Heilmann5


6 Markus Hennes


7 Hannes Hรถchsmann


8 Stefan Holm


9 Hennes Holz


10 Tobias Karn


11 Julia Kemp


12 Frederik Kienle


13 RenĂŠ Laier


14 David Meyer


15 Evelyn Nagel


16 Nadine Pape


17 Wolf E. Rahlfs


18 Norhild Reinicke


19 Tim Tegtmeier


20 Sina WeiĂ&#x;


21 Markus Wilharm


Sehr geehrtes Publikum, im Motto der Spielzeit 2017.2018 „Das bin alles ich?“ klingt etwas an, was bereits die Philosophen der Antike beschäftigte und mit dem sich Autoren, Künstler und Denker, vermutlich jeder Mensch, über Jahrhunderte hinweg immer wieder auseinandergesetzt haben: Die Frage nach der eigenen Identität. Eine Frage, die demnach nicht neu ist, die in der veränderlichen, diversen und zunehmend digitalen Gesellschaft, in der wir heute leben, aber aufs Neue beantwortet werden will. Die BLB greift damit ein hochaktuelles Thema auf und zeigt mit einem anspruchsvollen Programm, dass das Theater Räume und Anstöße bieten kann, über sich selbst und die Welt da draußen, über „Ich“ und „Wir“, zu reflektieren und zu verhandeln: als Ort der Orientierung, der Begegnung und nicht zuletzt als Ort der Unterhaltung. Ich freue mich daher sehr, dass die BLB mit ihrem vielseitigen Programm dezidiert bestrebt ist, ein breites Publikum anzusprechen, und dabei besonders die kulturelle Bildung in den Fokus nimmt. Die vom Land Baden-Württemberg finanziell unterstützte Spielstätte für das Kinder- und Jugendtheater – das theater treppab – eröffnet hier Möglichkeiten für neue Formate, vom Klassenzimmerstück bis zur Bürgertheatergruppe. Auch das Engagement der Landesbühne, professionelle Theaterkunst in Gegenden abseits der Ballungszentren zu tragen, ist wichtig und lobenswert. All das zeigt einmal mehr: Ob Klassiker oder Komödie, ob Jung oder Alt, Laie oder Profi, urban und regional: Theater ist vielfältig wie die Gesellschaft selbst. Diese Vielfalt und ihre Möglichkeiten gemeinsam zu erforschen und zu entdecken – dabei wünsche ich Ihnen allen in der kommenden Spielzeit viel Freude und spannende Momente!

Theresia Bauer MdL Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde des Theaters, „Das bin alles ich?“, lautet das Motto der Badischen Landesbühne für die Spielzeit 2017.2018. Man beachte das Fragezeichen am Ende des Satzes, denn dies bestimmt den Sinn der Aussage. Das Zitat aus dem Steppenwolf von Hermann Hesse, einem Stück der neuen Spielzeit, möchte ich auf die Vielfalt unserer Stadt und unserer Gesellschaft adaptieren. Im aktiven Miteinanderleben steckt so viel Potential, das wir stets hinterfragen, erkennen und nutzen sollten. Mit Die verlorene Ehre der Katharina Blum in der Bühnenfassung von Margarethe von Trotta wird von der BLB zum 100. Geburtstag des Autors Heinrich Böll ein Stück aufgeführt, das 40 Jahre nach dem Deutschen Herbst aktueller ist denn je. Warum Gewalt überhaupt entstehen kann, sollten wir uns immer wieder fragen. Natürlich gibt es auch für das junge Publikum wieder ein spannendes und unterhaltsames Programm. Auf dem Spielplan stehen mit dem Urfaust und Mark Twains Klassiker Der Prinz und der Bettelknabe zwei ganz gegensätzliche Stoffe, die von dem mobilen Stück Die Prinzessin und der Schweinehirt ergänzt werden. Hier freut es mich besonders, dass die Premiere im Deutschen Musikautomaten Museum im Schloss sein wird. Auch das neue theater treppab, das wir im Januar eingeweiht haben, trägt mit einem eigenen Festival zu einem überaus gelungenen und abwechslungsreichen Spielplan bei. Die Badische Landesbühne leistet mit dem Spielzeitprogramm 2017.2018 einen wichtigen Beitrag zum Verständnis unserer Zeit. Jetzt ist eine gute Gelegenheit für ein Abonnement. Seien Sie dabei, damit am Ende der Saison dann stehen kann: Das alles bin ich! Bis bald im Theater!

Cornelia Petzold-Schick Oberbürgermeisterin der Stadt Bruchsal und Vorsitzende des Trägervereins der Badischen Landesbühne

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Sehr geehrtes Publikum, in Hermann Hesses Der Steppenwolf findet sich Harry Haller auf der Suche nach seiner Identität im magischen Theater wieder. Dort blickt er in den Spiegel seiner Seele und sieht sich selbst in unterschiedlichen Erscheinungen. Ganz erstaunt fragt er: „Das bin alles ich?“ Diese Frage klingt zunächst banal, zieht aber bei näherem Hinsehen weitere Fragen nach sich: Wer bin ich und was macht mich aus? Was steckt alles in mir? Wir definieren uns nicht nur als Individuen, sondern auch als Gruppe oder als Gesellschaft. Doch wer zählt eigentlich dazu? Wen grenzen wir aus und warum? Wieso begegnen uns statt Solidarität und Toleranz so oft Hass und Diskriminierung? Deutschland ist ein Land, das sich durch große Vielfalt auszeichnet. Sie ist in den letzten Jahren durch viele Menschen, die hier Schutz vor Krieg und Gewalt gefunden haben, noch weiter gewachsen. Vielfalt ist eine Bereicherung, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Unser Ziel muss es sein, diese Herausforderungen anzunehmen und uns auf den Weg in eine weltoffene und buntere Gesellschaft zu machen. Kultur und kulturelle Institutionen tragen einen wesentlichen Teil zum Zusammenhalt der Menschen bei und wir als Theater verstehen uns nicht nur als einen Ort der Auseinandersetzung mit der Gegenwart, sondern auch als einen Ort der Begegnung. Für die Badische Landesbühne ist kulturelle Integration ein wichtiges Anliegen und wir unterstützen die fünfzehn Thesen des Deutschen Kulturrates zur kulturellen Integration, die wir in diesem Buch abdrucken. Mit diesen Thesen wie mit unserem Spielplan wollen wir dafür sensibilisieren, über uns als Individuen, als Gesellschaft und vor allem als Gemeinschaft nachzudenken. Jeder von uns ist anders, ist einzigartig und zusammen bilden wir eine große Vielfalt ab. Diese Vielfalt gilt es zu beschützen und zu bewahren. Ich freue mich auf eine gemeinsame Spielzeit mit Ihnen und auf unsere Suche danach, was alles in uns steckt! Herzlichst Ihr

Carsten Ramm Intendant

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15 Thesen zu kultureller Integration und Zusammenhalt Die hier abgedruckten Thesen des Deutschen Kulturrats und der Initiative kulturelle Integration wurden gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Zivilgesellschaft, der Sozialpartner, der Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Medien, der Bundesregierung, der Länder und der Kommunen erarbeitet und am 16. Mai 2017 in Berlin vorgestellt. Die Thesen zeigen, welchen Beitrag Kultur zu Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt leisten kann. Kultur wird hier verstanden als die Gesamtheit geistiger und materieller,

Zusammenhalt in Vielfalt emotionaler und intellektueller Aspekte, die unsere Gesellschaft ausmachen. Dazu gehören nicht nur Kunst und Literatur, sondern auch Lebensformen, Grundrechte, Wertesysteme, Traditionen und Glaubensrichtungen. Die Thesen sollen eine gemeinsame Vorstellung davon geben, welche Identitätsmerkmale wir als Gesellschaft vertreten und vermitteln wollen. Sie sollen zugleich als eine Einladung zur Diskussion, als Initialzündung für den öffentlichen Diskurs verstanden werden. 26


1 Das Grundgesetz als Grundlage für das Zusammenleben der Menschen in Deutschland muss gelebt werden. Das Grundgesetz beschreibt insbesondere in seinen ersten 20 Artikeln unverrückbare Prinzipien des Zusammenlebens. Es sichert seit Jahrzehnten ein friedliches Zusammenleben in Deutschland. Die Achtung und der Schutz der Menschenwürde sind Grundlage der deutschen Rechtsordnung. Das Grundgesetz regelt zuerst das Verhältnis von Staat und Bürgerinnen und Bürgern und schützt vor staatlicher Willkür. Es ist zugleich essentiell für das Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger und muss daher von allen hier lebenden Menschen akzeptiert und respektiert werden.

2 Das alltägliche Zusammenleben basiert auf kulturellen Gepflogenheiten. Im täglichen Zusammenleben spielen neben Werten wie Solidarität und Mitmenschlichkeit Umgangsformen und Gebräuche eine wichtige Rolle. Sie erleichtern das Zusammenleben und schaffen Vertrautheit sowie Verbindlichkeit im Miteinander. Umgangsformen, kulturelle Gepflogenheiten und traditionelle Gebräuche sind jedoch nicht starr, sondern unterliegen dem Wandel. Sie müssen sich im gesellschaftlichen Diskurs bewähren oder weiterentwickeln, um ihre Berechtigung zu behalten.

3 Geschlechtergerechtigkeit ist ein Eckpfeiler unseres Zusammenlebens. Geschlechtergerechtigkeit gehört zu den grundlegenden Prinzipien des Zusammenlebens und verlangt Achtung sowie Respekt vor Frauen und Männern. Im Grundgesetz ist das verfassungsrechtliche Gebot der Gleichberechtigung von Mann und Frau verankert. Es bleibt gleichwohl eine Aufgabe für Staat und Gesellschaft, Geschlechtergerechtigkeit weiter zu verwirklichen.

4 Religion gehört auch in den öffentlichen Raum. Religionen können wichtige Beiträge zur kulturellen Integration leisten. In Deutschland sind Staat und Religion klar voneinander unterschieden, aber auch aufeinander bezogen. Den Religionen wird die Möglichkeit gegeben, in der Öffentlichkeit sichtbar aufzutreten und aktiv am gesell27


schaftlichen Leben mitzuwirken. Zugleich aber unterliegen sie den geltenden rechtsstaatlichen Regeln und einem öffentlichen Diskurs. Dieses Verhältnis von Staat und Religion hat sich in Deutschland bewährt. Die ökumenische Verständigung, der interreligiöse Dialog und die friedensstiftende Kraft von Religion sollten gestärkt werden. Hier können Gemeinsamkeiten gefunden werden, um mit bestehenden Unterschieden konstruktiv umzugehen.

5 Die Kunst ist frei. Die Künste ermöglichen die Auseinandersetzung mit philosophischen, gesellschaftlichen und politischen Grundfragen. Sie weisen über das unmittelbare Erleben hinaus und eröffnen neue Sinnhorizonte. In der Fähigkeit, Kunst zu schaffen und zu interpretieren, überschreitet der Mensch, wie die UNESCO formuliert, seine eigene Begrenztheit. Die im Grundgesetz verankerte Kunstfreiheit sichert die Entfaltung der Künste. Die Kunstfreiheit auszuhalten, ist für die freiheitliche Gesellschaft unverzichtbar. Kunst kann verstörend sein. Kunstwerke können Missfallen auslösen. Sie müssen immer wieder neu befragt und interpretiert werden.

6 Demokratische Debatten- und Streitkultur stärkt die Meinungsbildung in einer pluralistischen Gesellschaft. Eine demokratische Debatten- und Streitkultur trägt zur Entwicklung individueller und gesellschaftlicher Positionen bei. Kontroversen, die durch Zuhören und konstruktive Auseinandersetzung geprägt sind, leisten einen wichtigen Beitrag für das Zusammenleben. Konstruktive Aushandlungsprozesse setzen Kompromissfähigkeit voraus. Sie sind das Gegenteil von Populismus, dessen Vertreterinnen und Vertreter nur die eigene Ansicht gelten lassen. Journalistisch und redaktionell veranlasste Angebote leisten unabhängig von ihrem Verbreitungsweg einen eigenen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs. Sie informieren, sie unterhalten, sie regen Diskussionen an, sie bieten Hintergrundinformationen, sie vermitteln Werte und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Meinungsbildung. Die Presse-, Rundfunk- und Meinungsfreiheit gehören zu den unabdingbaren Prinzipien in Deutschland. Aufgrund der Digitalisierung haben sich die Verbreitungs28


möglichkeiten journalistischer und redaktioneller Inhalte vervielfacht. Das bietet Chancen für Kommunikation und Sichtbarkeit von Vielfalt.

7 Einwanderung und Integration gehören zu unserer Geschichte. Integration ist ein Prozess, der beide Seiten, die Aufnahmegesellschaft und die Migrantinnen und Migranten, fordert. Hierzu gehört auch, Zugewanderte als selbstverständlichen Teil der deutschen Gesellschaft anzusehen. Deutschland ist ein Einwanderungsland. Erfolgreiche historische Integrationsprozesse sind Teil unseres kulturellen Erbes und unserer Identität. Diese Erfahrungen ermutigen, auch wenn sie mit Anstrengungen verbunden waren. Deutschland hat in seiner Geschichte immer wieder Phasen der Einwanderung erlebt. Deutschland wurde und wird geprägt von Menschen, die aus religiösen, politischen oder wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland gekommen sind. Unser kultureller Reichtum beruht auch auf den Einflüssen Zugewanderter.

8 Die freiheitliche Demokratie verlangt Toleranz und Respekt. Die freiheitliche Demokratie verlangt nicht nur Achtung vor Recht und Gesetz, sondern auch Toleranz gegenüber Ansichten, Lebensweisen oder Ausdrucksformen, die nicht von allen geteilt werden. Das schließt die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit anderen Meinungen und Positionen, den Dialog und die Fähigkeit ein, Kompromisse zu schließen. Eine offene Gesellschaft erfordert Respekt voreinander und die Akzeptanz von Vielfalt. Die Regeln des alltäglichen Zusammenlebens müssen in der Demokratie unter Beachtung der Rechtsordnung immer wieder neu ausgehandelt werden. Die Gesellschaft darf Hass nicht mit Hass begegnen. Keine Nachsicht dürfen diejenigen erwarten, die die Grundlagen der freiheitlichen Demokratie bekämpfen.

9 Die parlamentarische Demokratie lebt durch Engagement. Eine stabile parlamentarische Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie bedarf des Engagements des und der Einzelnen und der Wertschätzung der Gesellschaft. Die 29


demokratischen Parteien sind gefordert, dass die Vielfalt der Gesellschaft auch in ihrer Mitgliedschaft sichtbar wird. Die parlamentarische Demokratie lebt vom Wettbewerb um die besten Ideen und Konzepte für die Gesellschaft von morgen. Hier kann jede und jeder mitwirken.

10 Bürgerschaftliches Engagement ist gelebte Demokratie. Bürgerschaftliches Engagement ist gelebte Demokratie und leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich ehrenamtlich und freiwillig in Vereinen und Verbänden. Sie übernehmen damit Verantwortung für andere und für die Gesellschaft. Sie setzen sich im Natur- und Umweltschutz, im Sport, in Wohlfahrtsverbänden, in Gewerkschaften, in der Kultur, in Kirchen und Religionsgemeinschaften, in Migrantinnen- und Migrantenorganisationen, in der Kommune und anderswo ein. Dieses bürgerschaftliche Engagement ist integraler Bestandteil eines subsidiären Staatsverständnisses, das zunächst die kleinsten gesellschaftlichen Einheiten in die Lage versetzt, aktiv zu werden. Bürgerschaftliches Engagement hat eine integrative Wirkung, denn auch viele Zugewanderte engagieren sich in Vereinen und Verbänden. Bürgerschaftliches Engagement ist aber kein Ersatz für staatliche Leistungen.

11 Bildung schafft den Zugang zur Gesellschaft. Bildung ist eine entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung der Persönlichkeit und Teilhabe an Gesellschaft und Arbeitswelt. Bildung findet zum einen in formalen Kontexten wie Schule, Betrieb, Hochschule oder Weiterbildung statt, zum anderen in non-formalen wie der Familie, in Vereinen, Kirchen und Gemeinden, den Medien und anderen Zusammenhängen. Beide, die formale und die non-formale Bildung, sind für die Persönlichkeitsbildung und die Vorbereitung auf die Teilnahme am Erwerbsleben unerlässlich. Kulturelle Bildung ist ein Schlüsselfaktor der Integration, sie öffnet den Zugang zu Kunst und Kultur und zum gesellschaftlichen Leben schlechthin. Kulturelle Bildung gehört in die Schule und ist in vielfältigen anderen Kontexten – so auch der sozialen Arbeit – zuhause. Die Bemühungen um kulturelle Integration zielen im Kern auch auf Verbesserung der Chancen auf kulturelle Bildung. 30


12 Deutsche Sprache ist Schlüssel zur Teilhabe. Unsere gemeinsame deutsche Sprache ist der Schlüssel zur Teilhabe aller in Deutschland lebenden Menschen am gesellschaftlichen Leben. Sie ist das unverzichtbare Mittel zu gleichberechtigter Kommunikation und damit Grundvoraussetzung für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sprache ist aber nicht nur Kommunikationsmittel, sie ist zugleich Kulturgut, das in Dichtung und Literatur ihren Ausdruck findet und den Zugang zu Kultur und Gesellschaft ermöglicht.

13 Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist nie abgeschlossen. Deutschland kann wie andere Nationen auf positive und negative Facetten seiner Geschichte zurückblicken. Dazu gehören die herausragende Literatur oder große Musik, die in unserem Land entstanden sind; dazu zählen die Philosophie und wissenschaftliche Erkenntnisse, die unsere Welt prägen. Die Shoah ist das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. Sie nimmt daher in der Erinnerungskultur in Deutschland einen besonderen Platz ein. Die Erinnerung an die Shoah wachzuhalten und weiterzugeben, ist eine dauernde Verpflichtung für in Deutschland geborene Menschen ebenso wie für Zugewanderte. Das schließt ein, sich entschieden gegen jede Form des Antisemitismus zu wenden. In Deutschland hat sich eine Erinnerungskultur ausgebildet, die Teil der aktiven Auseinandersetzung mit der Geschichte ist. Diese Erinnerungskultur bezieht sich auf geschichtliche Ereignisse ebenso wie auf das historische Erbe, Artefakte, das baukulturelle Erbe, das schriftliche, das auditive, das audiovisuelle und bildliche Kulturgut und anderes mehr. Sie ist lebendig. So wird die Erinnerung von Zugewanderten bald schon zum Teil deutscher Erinnerungskultur werden und umgekehrt sollte die deutsche Erinnerungskultur auch in die Identität der in Deutschland Ankommenden einfließen.

14 Erwerbsarbeit ist wichtig für Teilhabe, Identifikation und sozialen Zusammenhalt. Erwerbsarbeit besitzt große Integrationskraft. Sie bringt die Gesellschaft und die einzelnen Menschen zusammen. 31


Sie begründet Stolz und Identifikation mit dem aus eigener Kraft Geleisteten. Sie gibt dem Alltag Struktur, ermöglicht Kommunikation und fördert so ganz entscheidend den sozialen Zusammenhalt. Weil Erwerbsarbeit eine so große Bedeutung hat, ist der Zugang aller erwerbsfähigen Menschen zum Arbeitsmarkt besonders wichtig. Das gilt, ganz unabhängig davon, ob sie neu in Deutschland sind oder schon lange hier leben, ob sie Beeinträchtigungen haben oder nicht. Die Gesellschaft muss sich auch daran messen lassen, ob sie angemessene Zugangsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt bietet. Unsere Kultur des Zusammenarbeitens in der Sozialen Marktwirtschaft ist kein freies Spiel der Kräfte, sondern setzt auf das kooperative Zusammenwirken von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Diese Sozialpartnerschaft macht die Soziale Marktwirtschaft stark. In unserer Arbeitsgesellschaft sollen die Talente der Menschen zur Entfaltung kommen unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität. Die gesellschaftliche Veränderung muss sich in der Beschäftigtenstruktur widerspiegeln. Das gilt für den öffentlichen Sektor ebenso wie für die Privatwirtschaft.

15 Kulturelle Vielfalt ist eine Stärke. Bedingt durch die deutsche Geschichte hat die kulturelle Vielfalt der Städte, Landkreise und Gemeinden sowie der Länder einen herausgehobenen Stellenwert. Das betrifft die Sprache ebenso wie besondere kulturelle Ausdrucksformen, ein sehr breites Kulturangebot sowie einen großen Reichtum kulturellen Erbes. Gesellschaftliche Veränderungen können dazu führen, dass sich Menschen in Deutschland entwurzelt fühlen. Sie vermissen die Wertschätzung ihrer biografischen Erfahrungen, ihrer Arbeit und ihres Lebens. Ihre kulturelle Identität wird hinterfragt, was dazu führen kann, dass sie andere als Bedrohung empfinden. Diese Sorgen gilt es ernst zu nehmen, ohne sich von Ängsten lähmen zu lassen. Kulturelle Integration kann einen Beitrag leisten, Angst in Neugier umzuwandeln. Kultur ist identitätsbildend und leistet einen Beitrag zur Integration. Sie ermöglicht die Einbindung in das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Gefüge unserer Gesellschaft. 32


Zugleich wird von Migrantinnen und Migranten erwartet, dass sie sich ihrerseits konstruktiv mit den kulturellen Traditionen, Gepflogenheiten und Werten des aufnehmenden Landes auseinandersetzen und diese nicht nur dulden, sondern respektieren.

Lassen Sie uns reden! Bruchsal verändert sich. Viele Menschen, die vor Krieg und Gewalt geflohen sind, haben hier eine neue Heimat gefunden – mit Unterstützung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig erhielten bei der letzten Landtagswahl die Rechtspopulisten im Wahlkreis Bruchsal einen Stimmenanteil von über 20 Prozent. Darüber dürfen wir nicht schweigen, darüber müssen wir reden! Impulse dafür gibt der Publizist Christian Schüle, dessen Essays, Feuilletons und Reportagen u. a. in der ZEIT erscheinen, mit einer Lesung aus seinem Buch

Heimat. Ein Phantomschmerz Vor dem Hintergrund von Flucht, Migration und Globalisierung verändert sich Heimat derzeit so rasant, wie es Deutschland nie zuvor erlebt hat. Die Welt wird immer unüberschaubarer und viele Menschen beklagen einen Verlust an Sicherheit und Geborgenheit. In seinem Buch erkundet Schüle die Gefühle und Traditionen der Deutschen. Sein Resümee: Der Verlust von Heimat ist ein Phantom-Schmerz – denn die Betroffenen verklären die Vergangenheit und sind kaum bereit, die Möglichkeiten zu sehen, die Gegenwart und Zukunft bieten. Wir laden Sie herzlich ein zu einem Gespräch mit Christian Schüle und weiteren Gästen über die kulturelle Vielfalt in unserer Stadt und über die Chancen, die sich daraus ergeben.

3. Oktober 2017 19.30 Uhr, Hexagon 33


Johann Wolfgang Goethe Heinrich BĂśll/ Margarethe von Trotta Eric-Emmanuel Schmitt Mark Twain Ron Hutchinson Hans Schweikart Holger Schober Hermann Hesse Hans Christian Andersen Stephen King Otfried PreuĂ&#x;ler Pierre Augustin Caron de Beaumarchais 34


Das bin alles ich? Urfaust Die verlorene Ehre der Katharina Blum Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau Der Prinz und der Bettelknabe Mondlicht und Magnolien Es wird schon nicht so schlimm! Auschwitz meine Liebe Der Steppenwolf Die Prinzessin und der Schweinehirt Misery Der Räuber Hotzenplotz Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit 35


Heinrich Böll Margarethe von Trotta

Die verlorene Ehre der Katharina Blum Ein Einsatzkommando der Polizei stürmt die Wohnung einer jungen Frau. Katharina Blum, so ihr Name, sitzt gerade am Frühstückstisch. Sie hat am Abend zuvor auf einer Party Ludwig Götten kennengelernt und mit ihm die Nacht verbracht. Der des Mordes und des Bankraubs verdächtige Götten wurde beschattet, konnte aber vor dem Zugriff aus der Wohnung fliehen. Für den ermittelnden Kommissar Beizmenne und Staatsanwalt Hach ein blamabler Fehlschlag. Umso rücksichtsloser wird nun mit Katharina verfahren: Nicht nur, dass man die bisher Unbescholtene in die Rolle einer gewaltbereiten Anarchistin drängt; die halbgaren Ergebnisse des Verhörs werden gleich an den Reporter Tötges weitergereicht, der sie für die ZEITUNG ausschlachtet und Katharina an den gesellschaftlichen Pranger stellt. Heinrich Bölls Erzählung beschreibt die zugespitzte gesell36


schaftspolitische Lage in der Bundesrepublik der siebziger Jahre und bleibt darüber hinaus ein Lehrstück über das fragile Gleichgewicht zwischen den Rechten des Individuums, staatlichen Machtbefugnissen, Pressefreiheit und Menschenwürde. Die Regisseurin Margarethe von Trotta hat ihre Fassung der Erzählung zusammen mit Volker Schlöndorff im Jahr 1975 verfilmt. Unsere Inszenierung von Die verlorene Ehre der Katharina Blum wird begleitet von einer Live-Band, die mit Songs aus den Siebzigern das Lebensgefühl dieser Zeit wieder aufleben lässt.

Inszenierung: Carsten Ramm Musikalische Leitung: Hennes Holz Ausstattung: Dietmar Teßmann Premiere: 21. September 2017, Großes Haus 37


Eric-Emmanuel Schmitt

g i z n a w z d n Vieru Stunden im Leben einer Frau

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Celia wird in einem Casino in Monte Carlo Zeugin des Suizids eines jungen Mannes. Sie fühlt sich in eine Situation von vor zwei Jahren versetzt; in die 24 Stunden, die ihr Leben veränderten, von denen sie in einem intimen Monolog berichtet. Im selben Casino lernte sie, verwitwet und Mutter zweier erwachsener Söhne, den 18 Jahre jüngeren Matteo kennen und lieben. Matteo ist der Spielsucht verfallen und steckt nicht nur in finanziellen Schwierigkeiten. Celia glaubt, ihm helfen zu können. In den wenigen Stunden ihres Beisammenseins vergisst sie ihre Einsamkeit und entdeckt, dass sie immer noch zu Gefühlen, Sehnsüchten und wahrer Liebe fähig ist – und wird daran erinnert, dass Liebe auch verwundbar machen und bittere Enttäuschungen bereithalten kann. Eric-Emmanuel Schmitt bearbeitete Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau von Stefan Zweig, dem Meister der psychologischen Novelle. Schmitt ist einer der weltweit meistgelesenen und meistgespielten französischsprachigen Autoren. Seine Bücher wurden in dreiundvierzig Sprachen übersetzt und seine Stücke in über fünfzig Ländern aufgeführt. Fasziniert von dessen unvoreingenommener Erforschung menschlicher Leidenschaften, gelingt es Schmitt, Zweigs Novelle behutsam für die Bühne zu adaptieren und zugleich mit neuer Spannung aufzuladen.

Deutschsprachige Erstaufführung Inszenierung: Wolf E. Rahlfs Bühnenbild: Tommi Brem Kostüme: Kerstin Oelker Premiere: 23. September 2017, Hexagon 39


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Ron Hutchinson

t h c i l d n o M und Magnolien Hollywood, 1939. Produzent David O. Selznick hat den Regisseur von Vom Winde verweht gefeuert und die Dreharbeiten des teuersten Films in der Geschichte des Kinos unterbrochen. Um das Scheitern des Projekts abzuwenden, muss innerhalb von fünf Tagen ein neues Drehbuch her. Mit Autor Ben Hecht und Regisseur Victor Fleming bestellt Selznick zwei Koryphäen der Branche ein, allerdings hat keiner von ihnen den 1000-Seiten-Schmöker Margret Mitchells je gelesen. Zudem scheinen weder Hecht noch Fleming besonders motiviert, sich mit diesem „Mondlichtund-Magnolien-Kitsch“ herumzuschlagen. Der manische Drahtzieher Selznick jedoch gibt nicht auf, sperrt sich mit beiden in seinem Büro ein und nötigt Fleming, den Roman gemeinsam mit ihm Szene für Szene nachzuspielen: Rhett Butler, Scarlett O’Hara, das Sklavenmädchen Prissy – egal; mit Verve schmeißen sich die beiden in die Rollen, während Hecht auf der Schreibmaschine gegen die Zeit antippt. Ron Hutchinson, in Nordirland geboren, im englischen Coventry aufgewachsen, lebt in Los Angeles, schreibt Theaterstücke und Drehbücher. Basierend auf den Memoiren von Ben Hecht und David O. Selznick ist ihm ein temporeiches Making-of für die Theaterbühne, eine komödiantische Belastungsprobe für drei Männer gelungen, die eigentlich nur eines wollen: großes Kino.

Inszenierung: Arne Retzlaff Ausstattung: Ines Unser Premiere: 16. November 2017, Großes Haus 41


rt a k i e w h c S Hans

Es wird schon nicht so schlimm! Der Schauspieler Gregor Maurer und seine Kollegin Lilly Hollmann werden 1933 ein Paar, sie heiraten und bekommen ein Kind. Doch die jüdische Schauspielerin darf schon bald nicht mehr auftreten, ihr Mann dagegen macht Karriere am Theater und beim Film. Den Nationalsozialisten ist die Ehe des erfolgreichen Schauspielers ein Dorn im Auge und sie stellen ihn vor eine grausame Wahl: Entweder er lässt sich von seiner Frau scheiden oder seine Familie wird deportiert und er selbst an die Front geschickt. Hans Schweikart war als Filmregisseur dem Druck der nationalsozialistischen Kulturpolitik ausgesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er lange Zeit Intendant der Münchner Kammerspiele. Seine Erzählung Es wird schon nicht so schlimm! beruht auf dem Schicksal des Schauspielers Joachim Gottschalk und seiner jüdischen Frau Meta, die sich 1941 gemeinsam das Leben nahmen. Die Novelle war Vorlage für den Film Ehe im Schatten, einem der größten Kinoerfolge der Nachkriegszeit. Der Text galt lange als verschollen, bevor er 2014 von Carsten Ramm wiederentdeckt und als Buch herausgegeben wurde. Jetzt zeigen wir die Uraufführung der Bühnenfassung.

Uraufführung Inszenierung: Carsten Ramm Bühnenbild: Tilo Schwarz Kostüme: Kerstin Oelker Premiere: 18. November 2017, Hexagon 42


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Hermann Hesse

Der Steppenwolf Harry Haller ist innerlich zerrissen: Er bewundert die Heroen der bürgerlichen Kultur, schätzt die saubere Gemütlichkeit, die ihm die Mansarde seines biederen Vermieters bietet, hat aber für die Pflichten und Institutionen der bürgerlichen Gesellschaft nur Verachtung übrig. Da sind die Thesen des „Tractats vom Steppenwolf“ Wasser auf seine Mühlen. Das kleine Büchlein fordert auf zu einem unbedingten und extremen Leben. Doch auch nach dessen Lektüre wird Harry von Selbstzweifeln geplagt. Er flieht in die nächtlichen Großstadtstraßen, wo er von Hermine aufgelesen wird. Die androgyne Verführerin eröffnet ihm eine dionysische Erfahrungswelt. Er wird eingeladen in das magische Theater, wo er vorübergehend seine Persönlichkeit vergisst und seine Seele in eine surreale Bilderwelt zerfällt. Hermann Hesse hatte in seinem Leben immer wieder Krisen zu bewältigen. So suchte er nach alternativen Lebensformen, erkundete sein Seelenleben und unternahm eine religiös inspirierte Reise nach Indien. Der Steppenwolf ist neues Sternchenthema in Baden-Württemberg und wird ab 2019 im Abitur geprüft.

Inszenierung: Wolf E. Rahlfs Ausstattung: Franziska Smolarek Musik: Paolo Greco Premiere: 1. Februar 2018, Großes Haus 44


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Stephen King

Misery Der Schriftsteller Paul Sheldon wurde mit den Frauenromanen seiner Misery-Serie zwar weltberühmt, verabscheut sie insgeheim aber. Eines Tages verunglückt er lebensgefährlich mit seinem Auto in einem Schneesturm. Sein „größter Fan“, die ehemalige Krankenschwester Annie Wilkes, rettet ihn und bringt ihn auf ihre abgelegene Farm. Zwar pflegt sie den durch seinen Unfall ans Bett gefesselten Sheldon, entpuppt sich aber zunehmend als Psychopathin: Sie hält ihn bei sich gefangen, verbietet ihm jeglichen Kontakt zur Außenwelt und verlangt, dass er einen weiteren Roman über ihre Heldin Misery schreibt. Auf Protest des mittlerweile als verschollen geltenden Schriftstellers reagiert Wilkes mit Bestrafungen. Sheldon fügt sich ihrer Willkürherrschaft – zunächst jedenfalls … Stephen King ist der einflussreichste Autor des Unheimlichen seit Edgar Allan Poe und einer der meistgelesenen der Gegenwart. Mit den Figuren seiner Romane geht er menschlichen Urängsten auf den Grund und schafft damit eine einzigartige Kombination von atemloser Spannung und schwarzem Humor.

Inszenierung: Carsten Ramm Bühnenbild: Tilo Schwarz Kostüme: Kerstin Oelker Premiere: 17. Februar 2018, Hexagon 46


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Pierre Augustin Caron de Beaumarchais

Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit

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Figaro, der Kammerdiener des Grafen Almaviva, will die schöne Kammerzofe Susanne heiraten. Just am Hochzeitstag aber offenbart ihm die Verlobte, dass auch Graf Almaviva ein Auge auf sie geworfen hat. Er will sogar das von seiner Ehefrau abgeschaffte „Recht auf die erste Nacht“ bei Susanne geltend machen – selbstverständlich ohne Gräfin Rosina davon in Kenntnis zu setzen. Doch nicht nur Graf Almaviva stört das junge Glück. Die bereits in die Jahre gekommene Haushälterin Marceline besteht auf ein Eheversprechen, das Figaro ihr gegeben haben soll und wird dabei nach allen Kräften von Bartolo unterstützt, der noch eine Rechnung mit Figaro offen hat. Der schönste Tag seines Lebens wird für Figaro im wahrsten Sinne zu einem „tollen“ Tag: Es kommt zu Intrigen, Verwechslungen und zahlreichen Liebeswirren. Beaumarchais stieg am Hof Ludwigs XV. vom Uhrmacher zum königlichen Sekretär mit Adelstitel auf, zog so die Missgunst des Hochadels auf sich, wurde in Gerichtsprozesse verwickelt, kam zu einigem Vermögen, das in der Französischen Revolution wieder zerrann. Sein abenteuerliches Leben spiegelt die Zustände im vorrevolutionären Frankreich ebenso wider wie seine Komödien, in denen der Dritte Stand mit Klugheit und Geschick gegen die Willkür des Adels aufbegehrt. Die bekannteste hat Mozart zu seiner großen Oper inspiriert und ist nun als turbulentes Freilichtstück im Schlosspark zu sehen.

Inszenierung: Arne Retzlaff Ausstattung: Ella Späte Premiere: 12. Juli 2018, Schlosspark

Theater S mmer Bruchsal 49


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Liebe Theaterfreundin, lieber Theaterfreund, bist du auch manchmal erstaunt oder sogar erschrocken darüber, was alles in dir steckt? Was du alles bist, in wen du dich alles verwandeln kannst? Wie wenig es braucht, um zu einem wütenden Rumpelstilzchen zu werden! Oder zu einem schnurrenden Kätzchen. Ähnlich geht es den Figuren, denen du demnächst auf einer unserer Bühnen begegnen wirst. Ist Mephistopheles ein Teil von Faust? Er bringt in ihm das Böse zum Vorschein. Kann Faust seinen eigenen Untergang abwenden? Sind Prinz und Bettelknabe nicht gleich? Trotzdem werden sie aufgrund ihrer Herkunft unterschiedlich behandelt. Ist das gerecht? Hat Adam sein Leben in Auschwitz gelassen? Jedenfalls ist er noch fähig, zu lieben. Wie kann das gehen? Ist die Prinzessin eine reine Egoistin? Immerhin liebt sie die Musik. Wird das genügen, um einen Schweinehirten zum König zu machen? Ist Hotzenplotz ein skrupelloser Dieb? Er findet die Melodie von Großmutters Kaffeemühle schön. Aber dürfen wir einfach nehmen, was wir begehren? Eine Spielzeit, die viele Fragen stellt. Sie ähneln den Fragen, denen sich unsere Gesellschaft derzeit stellen muss. Unser Alltag im Theater besteht daraus, uns in Menschen hineinzuversetzen. Um etwas über sie herauszufinden. Um mit ihnen zu fühlen, ihre Motive zu verstehen und diese anschaulich zu machen. Um dir, liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer, die Antworten zu überlassen. Entscheide du, was du nachvollziehen kannst und wo du Lust bekommst, selbst weiter nachzuforschen. Lass dich darauf ein. Stell neue Fragen. Nimm nicht alles hin. Sei bereit, dein Denken und Handeln zu erweitern und zu verändern, damit du herausfinden kannst, was du alles bist. Was du alles sein kannst. Und willst. Und was nicht. Ich wünsche dir anregende Stunden im Theater

Joerg Bitterich Leiter des Kinder- und Jugendtheaters

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Johann Wolfgang Goethe

Urfaust Faust will die Welt in ihrem Ganzen erfassen und die Frage nach dem Sinn des Lebens beantwortet wissen. Rast- und ruhelos studiert er die Wissenschaften, greift nach den Mitteln der Magie und muss doch erkennen, dass er seinen Ansprüchen nicht gerecht wird. Desillusioniert und von Selbstzweifeln geplagt verlässt er seine Studierstube und versucht an der Seite einer mysteriösen, aus dem Nichts auftauchenden Gestalt namens Mephistopheles im wahren Leben sein Verlangen nach Wissen und Erfahrung zu stillen. Er trifft auf die junge Margarethe, in die er sich leidenschaftlich verliebt und die er um jeden Preis besitzen möchte. In dem unschuldigen Mädchen sieht er seine Rettung, während er für Margarethe den Untergang bedeutet. Natur, Sinnlichkeit, Leidenschaft, Genie und Freiheit – das waren programmatische Begriffe für die Autoren des Sturm und Drang. Eine ihrer wichtigsten Stimmen war Johann Wolfgang Goethe, der sich um 1770 herum erstmals mit der Sage des Schwarzkünstlers Johann Faust befasste und diese in einem fragmentarischen Drama mit dem Schicksal der Frankfurter Kindsmöderin Susanna Margaretha Brandt verband. Der Stoff sollte ihn bis ans Ende seines langen Lebens beschäftigen. Faust ist neues Sternchenthema in Baden-Württemberg und wird ab 2019 im Abitur geprüft.

Inszenierung: Joerg Bitterich Ausstattung: Ann Heine Musik: Kostia Rapoport Premiere: 16. September 2017, Hexagon 52


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Mark Twain

Der Prinz und der Bettelknabe Inszenierung: Joerg Bitterich Ausstattung: Franziska Smolarek Musik: Florian Rynkowski Premiere: 3. November 2017, GroĂ&#x;es Haus 54


Der Betteljunge Tom Canty wünscht sich nichts sehnlicher, als schicke Kleidung zu tragen und sich endlich satt essen zu können. Beim Umherstreifen verirrt er sich ins königliche Schloss und trifft auf Eduard, einen Jungen, der ihm bis aufs Haar gleicht, jedoch in einer vollkommen anderen Welt zu Hause ist. Denn Eduard ist Prinz und Sohn des englischen Königs. Die beiden Jungs freunden sich an und beschließen, die Rollen zu tauschen. Eduard, in Toms Lumpen gehüllt, wird von der Palastwache auf die Straße gesetzt und merkt bald, dass er mit seinen Kleidern auch eine Menge Privilegien abgegeben hat. Tom indessen fremdelt mit den Annehmlichkeiten am Hof und hat dort bald die Nase voll. Als der König, Eduards Vater, plötzlich stirbt, soll der Bettelknabe Tom der neue Herrscher Englands werden. Mark Twains Erzählung erschien erstmals 1881. Sie behandelt das Thema der sozialen Ungleichheit mit viel Humor, indem Tom und Eduard durch einen Rollentausch in zwei ihnen völlig fremde Welten geraten. Zur Popularität von Der Prinz und der Bettelknabe trugen nicht zuletzt die erfolgreichen Adaptionen für den Film bei. 55


Holger Schober

Auschwitz meine Liebe

Adam kam im Januar 1945 im KZ Auschwitz zur Welt. Dort wird gerade der letzte Turm des Krematoriums gesprengt. Leben entsteht, während die Spuren dessen, was Leben vernichtet hat, beseitigt werden. Die Russen kommen und befreien das Lager. Aber Adam wird nie mehr frei sein. Auschwitz bleibt seine verhängnisvolle und zermürbende Liebe. Adam erzählt in Rückblenden von seinem Leben. Vom Auswandern nach Israel. Von seinen Kindern. Von seinen Enkelkindern. Von seiner Rückkehr nach Deutschland. Am Ende seines Lebens, angelangt im Hier und Jetzt, lässt Adam die Katze aus dem Sack: Dieses Leben hat es nie gegeben. Denn er ist im KZ getötet worden, bevor er überhaupt geboren wurde. Seine Geschichte steht damit stellvertretend für die sechs Millionen Lebensgeschichten, die es ebenfalls so niemals gab. Holger Schober, geboren in Graz, Studium der Germanistik und Anglistik sowie Schauspiel am Max Reinhard Seminar, 56


schreibt seit 1997 für die Bühne. Er wurde für den Deutschen Jugendtheaterpreis nominiert, sein Stück Superman ist tot ist seit der Spielzeit 2013.2014 Teil unseres Repertoires. Das Klassenzimmerstück Auschwitz meine Liebe ist ein Auftragswerk der Badischen Landesbühne und wird von der Dr.-Bertold-Moos-Stiftung gefördert.

Uraufführung Inszenierung/Bühnenbild: Joerg Bitterich Kostüme: Kerstin Oelker Premiere: 19. Januar 2018, theater treppab

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Hans Christian Andersen

Die Prinzessin und der Schweinehirt

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Ein armer Prinz mit kleinem Königreich will niemand geringeren als die Tochter des Kaisers heiraten und schickt ihr Geschenke. Der verwöhnten Prinzessin gefallen die Präsente des Prinzen jedoch nicht. Sie will ihn erst gar nicht empfangen. Der Prinz gibt nicht gleich auf und lässt sich als Schweinehirt am kaiserlichen Hof anstellen, wo er wunderliche Instrumente und Apparate konstruiert, die nicht nur die schönsten Melodien spielen können, sondern auch noch verraten, was die Bewohner der Stadt zu Mittag essen. Die Prinzessin ist begeistert, unbedingt will sie diese Wunderdinge besitzen. Der vermeintliche Schweinehirt jedoch fordert dafür von ihr erst zehn, dann sogar 100 Küsse. Ob die Prinzessin sich darauf einlässt? Die Märchen des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen zählen zu den bekanntesten der Weltliteratur. Nicht selten sind ihnen Ironie und Doppelbödigkeit zu eigen, die sie für Kinder und Erwachsene interessant machen. Die Prinzessin und der Schweinehirt entsteht in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Musikautomaten Museum Bruchsal und mit Unterstützung der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und der Hessischen Theaterakademie.

Uraufführung Inszenierung/Bühnenbild: Meike Hedderich Kostüme: Maren Steinebel Musik: Franz Tröger Premiere: 16. Februar 2018, Schloss Bruchsal

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Otfried Preußler

Der Räuber Hotzenplotz

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Kasperl und Seppel sind entsetzt: Der Räuber Hotzenplotz hat Großmutters Kaffeemühle geraubt. Sie beschließen, ihm das Handwerk zu legen, doch das ist gar nicht so einfach. Durch eine List finden sie zwar den Dieb, der aber nimmt sie gefangen. Während Seppel bei Hotzenplotz die Unordnung in der Räuberhöhle aufräumen muss, wird Kasperl an den Zauberer Petrosilius Zwackelmann verkauft und in dessen Schloss zum Kartoffelschälen verdonnert. Glücklicherweise trifft er dabei auf eine Unke, die eigentlich die verzauberte Fee Amaryllis ist, und ihm helfen will. Otfried Preußlers Der Räuber Hotzenplotz wurde 1962 erstmals veröffentlicht und begeistert seitdem Generationen junger Leser. Der ebenso rüpelhafte wie charmante Bösewicht und seine beiden flinken Gegenspieler versprechen im Theatersommer abenteuerliche Unterhaltung für die ganze Familie.

Inszenierung: Katja Blaszkiewitz Ausstattung: Ella Späte Musik: Christoph König Premiere: 4. Mai 2018, Großes Haus

Theater S mmer Bruchsal

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Wiederaufnahmen Gertrud Pigor

Ein König zu viel

König Karl und König Fritz hat es auf eine kleine einsame Insel verschlagen. Zwei Könige auf einer kleinen Insel? Wenn das mal gut geht. Und schon rangeln und streiten die beiden um die Wette. Denn klein beigeben ist die Sache von Inselkönigen nicht.

Inszenierung: Joerg Bitterich

Jonathan Swift

Gulliver Swifts Meisterwerk in einer Fassung für einen Schauspieler: Jonas Gullsegler erzählt von seinem Vorfahren, dem berühmten Seefahrer Lemuel Gulliver, den es auf seinen Reisen immer wieder in ferne und unbekannte Länder verschlagen hat. Dort traf er deren fremde Bewohner und lernte ihre Sitten und Gebräuche kennen.

Inszenierung: Birte Hebold

ller

Janne Te

Krieg. Stell dir vor, er wäre hier Deutschland befindet sich im Krieg und der 14-jährige Protagonist der Geschichte rettet sich mit seiner Familie in den Nahen Osten. Er berichtet von Flucht, Vertreibung und von den zermürbenden Versuchen, in einer fremden Gesellschaft Fuß zu fassen.

Inszenierung: Carsten Ramm 62


István Tasnádi

Cyber Cyrano

Die Außenseiterin Susi knüpft über fiktive Identitäten im Netz Kontakt zu Matti, dem coolsten Jungen der Schule, und der neuen Mitschülerin Heni. In nächtelangen Chats gelingt es ihr, die beiden emotional zu binden und von ihren digitalen Geschöpfen abhängig zu machen.

Inszenierung: Anna-Lena Kühner

Anne Frank

Tagebuch

1942 tauchte die deutsche Familie Frank in einem Amsterdamer Hinterhaus unter. Ihrer Freiheit und der Jugend beraubt, schilderte Anne Frank in ihrem Tagebuch den schwierigen Alltag im Versteck, ihre Sicht auf die politischen Zustände und ihre ersten großen Gefühle.

Künstlerische Leitung: Carsten Ramm/Larissa Benszuweit

Holger Schober

Superman ist tot Luisa und Karl. Das ist wie Batman und Catwoman oder Superman und Lex Luthor. Nur bei der Frage „Zu dir oder zu mir?“, sind die beiden sich schnell einig. Um der tristen Wirklichkeit zu entfliehen, erfinden sie ständig neue Comicfiguren. Oder sie nehmen Drogen, denn vollgepumpt fühlen sie sich unbesiegbar. Doch der Absturz droht.

Inszenierung: Joerg Bitterich

Karen Köhler

ER. SIE. ES.

Dennis trifft Charlotte: eine Freundschaftsanfrage im Netz, ein erster Kuss, Schmetterlinge im Bauch, das Warten auf das „Pingping“ der Smartphones, der erste Sex. Ein sechsstimmiger Chor stürzt sich ins Abenteuer Sexualität.

Inszenierung: Joerg Bitterich 63


l a v i t s e das f „Das war ein tolles Festival“, hieß es, nachdem wir im Januar 2017 das theater treppab eröffnet haben. „Wenn ihr doch öfter ein Theater eröffnen würdet!“ Ein neues Theater werden wir so schnell wohl nicht wieder eröffnen, aber ein Festival wird es weiterhin geben: theater treppab – das festival soll einmal in jeder Spielzeit zusammenfassen, was im Theater für Kinder und Jugendliche alles möglich ist. Unser Programm im Januar 2017 ließ keine Wünsche offen. Es gab drei begeisternde Gastspiele: Das Theater Aalen kam mit einem berührenden Stück über Freundschaften, das Pfalztheater Kaiserslautern brachte die Geschichte der jungen Menschenrechtsaktivistin Malala auf die Bühne und das Staatstheater Mainz überraschte mit einer unterhaltsamen Musikkomposition für Trompete, Tombak, Hände, Füße und LKW-Plane. Jung und Alt nutzten die Chance, unsere kleinen Produktionen zu sehen, die wir sonst meist nur in Klassenzimmern zeigen. Beim Tag der offenen Tür verwandelten sich unsere Besucher in fantasievolle Fabelwesen und in Theaterpädagogik-Workshops durfte jeder ausprobieren, wie es sich anfühlt, auf einer Bühne zu stehen. Anschließend stellten zahlreiche Gäste auf der Open Stage ihr Talent vor Publikum unter Beweis. Was wir im März 2018 machen, steht noch nicht fest. Aber eines ist sicher: Sie erwartet wieder ein buntes Programm mit spannenden Inszenierungen und besonderen Aktionen!

8 1 0 2 z r ä m 14.-17. 64


Pierre Augustin Caron de Beaumarchais

Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit Otfried PreuĂ&#x;ler

Der Räuber Hotzenplotz

20.

Theater S mmer Bruchsal 12.-22. Juli 2018

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Wann bin ich überhaupt ich? Die Regisseure Joerg Bitterich, Wolf E. Rahlfs und Arne Retzlaff im Gespräch mit Chefdramaturg Tristan Benzmüller Tristan Benzmüller Wolf, du führst seit vielen Jahren Regie an der BLB, zuletzt bei Andorra von Max Frisch. Diese Spielzeit inszenierst du neben Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau von Eric-Emmanuel Schmitt auch Der Steppenwolf, aus dem unser Spielzeitmotto „Das bin alles ich?“ stammt. Was verbindest du mit dem Zitat? Wolf E. Rahlfs Im Steppenwolf findet sich der Bürgerschreck und Sinnsucher Harry Haller im sogenannten „magischen Theater“ wieder, ein Ort jenseits von Raum und Zeit, jenseits unserer üblichen Vorstellung von „Wirklichkeit“. Dort zerfällt seine Persönlichkeit in eine Vielzahl alternativer Ichs: Er erlebt, dass die menschliche Seele fragil und zersplittert ist, dass alle Facetten zwischen Gut und Böse auch in ihm angelegt sind. Auch mich überrascht es im Alltag immer wieder, wie sprunghaft sich Menschen verhalten, mich selbst inbegriffen. Man glaubt, man kennt den anderen, kennt sich selbst, doch dann passiert etwas Unerwartetes und man stellt fest, dass man sich vielleicht geirrt hat. Mit diesem Zitat verbinde ich also ein kontinuierliches Mysterium. TB Joerg, du inszenierst in dieser Spielzeit Goethes Urfaust als erste Premiere des Kinder- und Jugendtheaters. Ein bekanntes Zitat aus dem Faust lautet „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust.“ Joerg Bitterich Richtig. Das konkrete Zitat findet sich erst im Faust, noch nicht im Urfaust. Das Thema spielt aber auch im Urfaust eine große Rolle: Es geht um die Frage nach der Identität. Wer bin ich? Oder: Wer könnte ich sein, wenn ich andere Entscheidungen träfe? WR An dieses Zitat habe ich bei der Beschäftigung mit dem 66


Steppenwolf häufig gedacht. Wobei: Mit zwei Seelen komme ich nicht hin. JB Mit zwei Seelen oder mit zwei Seiten der Persönlichkeit? WR Das wird jetzt kompliziert. (Lacht.) Es sind auf jeden Fall mehr als zwei. TB Würdet ihr sagen, es ist Teil eurer Aufgabe als Regisseur, den Abgründen der Figuren auf der Bühne in euch selbst nachzuspüren oder euch in die Figuren hineinzuversetzen? JB Dafür interessiere ich mich relativ wenig. Ich überlege vielmehr: Was haben die Figuren mit den Schauspielern zu tun, die sich mit ihnen befassen? Oder: Was für Figuren entstehen aus unseren Gesprächen und der Arbeit auf den Proben? Ich mag es nicht, in mir selbst zu „wühlen“. TB Arne, auch du inszenierst regelmäßig an der BLB, zuletzt Shakespeares Der Widerspenstigen Zähmung. Denkst du auch so? Arne Retzlaff Mir macht das eigentlich Spaß. Das ist aber kein Vorgang, bei dem ich psychologisch in mir „wühle“. Ich merke, wenn ich ein Stück mehrmals lese und analysiere, dass sozusagen Szenen in mir „entstehen“. Ich merke dann: Ich habe jetzt das Konstrukt dieser Figur begriffen, aber nicht nur intellektuell, sondern eben auch von der emotionalen Seite. Das hat jetzt aber eigentlich nichts mit Selbstanalyse zu tun. Man muss ja von jeder Figur etwas in sich haben, um sie zu inszenieren. Das ist manchmal eine Herausforderung. Vor allem wenn wir uns auf der Probe in Welten bewegen, die ja eher dem Therapeuten zugedacht sind. Ich inszeniere diese Spielzeit Mondlicht und Magnolien von Ron Hutchinson. Das ist eine irre Komödie über die Entstehung des Films Vom Winde verweht in den 30er Jahren in Hollywood. Ein Regisseur, ein Produzent und ein Drehbuchautor brauchen innerhalb einer Woche ein Drehbuch. Sie schließen sich im Büro des Produzenten ein und spielen den Roman nach, um Filmdialoge schreiben zu können. Das ist nicht nur wahnsinnig komisch, es ist auch ein Spiel im Spiel, um Figuren zu finden. Das kenne ich auch von mir in meiner Arbeit als Regisseur. Eine Figur wird ein Teil von mir und ich denke mir: Ich könnte in dieser Rolle jetzt auch auf die Bühne gehen. TB Wolf, auch du hast als Schauspieler angefangen. Wie siehst du das? 67


WR Der Prozess des Hineinversetzens ist auch bei mir ein wichtiger Teil der Vorbereitung. Richtig spannend wird es dann auf den Proben. Da entsteht dann mit der Zeit eine zunehmende Identifikation mit einem Protagonisten oder einer Protagonistin. Und häufig komme ich dann an einen Punkt, wo sich ein handfestes moralisches Dilemma manifestiert, beispielsweise bei meiner Inszenierung der KleistNovelle Michael Kohlhaas: Ist es rechtens, was Kohlhaas tut oder nicht? Das ist eine hochkomplexe Frage. Als Regisseur sage ich dann in der Regel: Ja, er oder sie hat Recht ... in meiner Inszenierung. Nur so kann ich die Geschichte „authentisch“ erzählen. Würde ich ihn kritisieren oder gar verurteilen, bräuchte ich das Stück nicht zu machen. Genauso:

Wolf E. Rahlfs studierte Schauspiel am Liverpool Institute for Performing Arts sowie Regie an der Londoner Middlesex University und der York University in Toronto. Er arbeitet als freier Regisseur und Schauspieler. Seine letzten Regiearbeiten bei uns waren Andorra von Max Frisch und Waisen von Dennis Kelly. Auf der Bühne war er kürzlich als Petruchio in Der Widerspenstigen Zähmung zu sehen. In der Spielzeit 2017.2018 inszeniert Wolf E. Rahlfs an der Badischen Landesbühne Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau von Eric-Emmanuel Schmitt und Der Steppenwolf von Hermann Hesse. 68


Wenn ich jetzt ein Stück über Donald Trump inszenieren würde, käme ich nicht besonders weit mit der Einstellung: „Das ist doch ein Idiot“. Als Theaterfigur ist er zunächst mal ein Mensch. TB Der Soziologe Erving Goffman war der Annahme, dass Menschen immer Rollen spielen, auch im Alltag. Seht ihr das auch so? JB Ja, das ist schon so. Man fragt sich ja schon: Wann bin ich überhaupt ich? Denn wenn ich beispielsweise mit dir zusammen bin, oder jetzt hier zusammen mit euch, oder zuhause – das ist jedes Mal ein anderer Kontext und ich bin jedes Mal ein anderer Mensch. AR Ich glaube auch, dass, wie man sich verhält, stets mit

Joerg Bitterich wurde an der Schauspielschule Mainz zum Schauspieler ausgebildet. Seit 2002 arbeitet er als Regisseur u. a. an den Theatern in Paderborn, Bamberg, Neuss und Regensburg. Seit der Spielzeit 2012.2013 ist er Leiter unseres Kinder- und Jugendtheaters. In der Spielzeit 2016.2017 führte er Regie bei ER. SIE. ES. von Karen Köhler, bei Gertrud Pigors Stück Ein König zu viel und bei Piraten! von Charles Way. In der neuen Saison folgen Urfaust von Johann Wolfgang Goethe, Der Prinz und der Bettelknabe von Mark Twain und die Uraufführung Auschwitz meine Liebe von Holger Schober. 69


den eigenen Erwartungshaltungen und den Erwartungshaltungen der Menschen zu tun hat, mit denen man zusammen ist. Und natürlich auch damit, wie sicher man sich in Gegenwart dieser Menschen fühlt. Nehmen wir doch einmal den Diskussionskreis hier. Angenommen, ich denke, ich bin der Dümmste von uns dreien – dann versuche ich trotzdem, in der intellektuellen Diskussion mithalten zu können, ich spiele eine Rolle. Wenn ich denke, ich bin der Klügste von uns, spiele ich eine andere Rolle. Alles hängt also auch immer damit zusammen, wie ich mich selbst sehe. Das gleiche gilt für Partnerschaften. Ist eine Beziehung voller Vertrauen, kann ich auch mehr Schwächen zeigen und das Rollenspiel ist geringer. Grundsätzlich muss das, was ich spiele, auch in mir sein. Es gibt bestimmte Rollen, die ich nicht spielen kann. Ich würde einfach versagen, weil ich die Rolle nicht drauf habe. WR Die Voraussetzung dafür, dass ich eine Rolle spiele, ist ja, dass ich mir des eventuellen Unterschieds zwischen mir selbst und der Rolle bewusst bin. Damit sind wir dann bei der Frage „Wer bin ich?“. Und viele Menschen fällt die Antwort darauf durchaus nicht leicht. Ich würde Goffman also nur bedingt zustimmen und eher salopp formulieren: Die meisten Leute spielen schon irgendwie eine Rolle. Und zwar eine, die sie intuitiv annehmen, weil sie dafür den meisten Applaus kriegen, weil sie anderen in dieser Rolle gefallen. TB Oder anders gesagt: Sie spielen eine Rolle, die sie von der Gesellschaft vorgegeben bekommen. WR Der sie sich möglicherweise dann auch anpassen müssen, ja. TB Harry Haller staunt: „Das bin alles ich?“ Staunt auch ihr ab und zu? JB Also ich finde, dass Staunen ein ganz toller Vorgang ist und freue mich jedes Mal, wenn es passiert. Staunen heißt auch, große Augen zu kriegen. Etwas Neues zu lernen und überrascht zu werden. Also eine Erkenntnis, die man hat, das ist etwas Tolles. Ich staune auch immer wieder, wenn auf der Bühne im Theater etwas klappt. WR Ich auch. Das ist eine fantastische Möglichkeit des Theaters: Ich kann dort einen anderen Menschen, einen Fremden, ganz direkt und unvoreingenommen beobachten. So entsteht eine Intimität und Nähe, die in der Realität häufig nicht herstellbar ist. Und dann staune ich, weil ich auf einmal etwas am Menschen entdecke, das mir vorher nicht 70


Arne Retzlaff absolvierte sein Schauspielstudium an der Theaterhochschule Leipzig/Studio Dresden. Er arbeitet als freier Regisseur und war Schauspieldirektor am Theater Junge Generation Dresden, am Theater Zwickau und an den Landesbühnen Sachsen. Zuletzt inszenierte er bei uns Coline Serreaus Hase Hase und William Shakespeares Der Widerspenstigen Zähmung. In der Spielzeit 2017.2018 führt er Regie bei Mondlicht und Magnolien von Ron Hutchinson und bei der Beaumarchais-Komödie Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit. klar war. Erst der Theaterbesuch hat es ans Licht gebracht. Theaterstaunen ist in diesem Sinne etwas Einzigartiges. AR Ich stimme dir zu. Für mich ist Theater oftmals ein „Akt der Solidarität“. Menschen verfolgen eine Geschichte auf der Bühne und sagen sich irgendwann: Das hat etwas mit mir zu tun. Es bringt mich immer wieder zum Staunen, dass das funktioniert! Es ist oft so, dass Menschen Probleme haben, dass sie Konflikte belasten, über die sie vielleicht mit niemandem reden können. Sie fühlen sich alleine mit ihren Sorgen. Dann gehen sie ins Theater, sehen ein Stück und denken sich: Ich bin mit meinen Problemen gar nicht allein, anderen geht es genauso. Ich finde, ein Theaterabend ist nicht nur ein Dialog auf der Bühne, sondern auch ein Dialog mit dem Publikum. WR Ich mag die Bezeichnung des „Theaters als Spiegel der Realität“, wie sie Hamlet formuliert, sehr. Wenn das Theater 71


dem Publikum tatsächlich so einen Spiegel zeigt, hat es viel erreicht. AR Außerdem staune ich immer noch und gerne darüber, mit welcher Energie junge Schauspieler agieren. Neue junge Schauspieler gibt es in dieser Spielzeit im Abendspielplan ja gleich fünf und ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit ihnen. Ich finde, die Energie der jungen Leute hält uns jung! JB Man könnte auch sagen: Das war alles ich. AR Ja. (Alle lachen.) TB Ich finde ja, dass das Motto einem durchaus auch Angst einjagen kann. JB Da denke ich spontan an Heinrich Bölls Die verlorene Ehre der Katharina Blum, die erste Premiere im Abendspielplan. Eine harmlose und unschuldige Frau wird von den Behörden und Medien öffentlich als gewalttätige Verbrecherin dargestellt. Sie wird von ihrer Umwelt so heftig drangsaliert, dass sie am Ende wirklich gewalttätig wird. Und ich behaupte, der Zuschauer kann ihre Reaktion gut nachvollziehen. Da kann man es als Zuschauer in der Tat mit der Angst bekommen. Wie hätte ich mich als Katharina verhalten? AR Ja, „Das bin alles ich?“ kann nicht nur eine große Freude sein; diese Erkenntnis kann auch großes Entsetzen auslösen. Also wenn ich sehe, vor welchem Abgrund auch ich stehen könnte. JB Meinst du damit, dass du jemanden siehst, der etwas für dich Unvorstellbares macht und du denkst: In seiner Situation könnte auch ich das sein? AR Zunächst denke ich: Das könnte ich überhaupt nicht sein! Wie kann er bloß? Doch dann passiert dir selbst etwas Unerwartetes. Sagen wir mal, du verlierst deine Arbeit, du wirst krank, deine Beziehung geht in die Brüche usw. Und dann stehst du plötzlich an diesem Punkt … Mir hat ein Bekannter erzählt, dass er ein Jahr arbeitslos war und morgens um 10 Uhr mit einer Bierflasche im Unterhemd vor dem Fernseher saß. Da hat er sich gesagt: Bis hierhin und keinen Schritt weiter! Er hat ab diesem Zeitpunkt sein Leben wieder in den Griff bekommen. Was muss passieren, damit man den Halt verliert? Selbst wenn man über sich sagt: Ich? Nie, das könnte mir nie passieren! Ich bin organisiert, ich habe Struktur in meinem Leben. JB Ich denke, dass das Theater, das auf der Bühne so un72


mittelbar für den Zuschauer ist, auch Empathie bei ihm auslöst. In der Realität sagt er zunächst: Ich nehme mich aus und sage: Das könnte mir nie passieren! Wenn einem ein ungeschöntes Schicksal auf der Bühne nahegeht, entwickelt man Empathie und denkt sich: Das könnte auch ich sein. TB „Das bin alles ich?“ hat ja auch eine gesellschaftliche Dimension. JB Ja, das ist ein spannender Gedanke! Wer auch immer wir sind, wir können uns nicht nur alleine denken. Wir haben jeder nicht nur ein individuelles Ich, sondern auch ein kollektives Ich. Wir befinden uns ja gerade in einer kontroversen Debatte über den Begriff der Leitkultur. Wer sind wir? Wer sind „wir Deutschen“? Was verbindet mich mit anderen Deutschen und was nicht? Wieso führen diese Gedanken immer wieder zum Thema der Ausgrenzung, obwohl unsere Gesellschaft immer bunter wird? Wir müssen uns hinterfragen, auch als Gesellschaft. Vor allem müssen wir hinterfragen, inwieweit wir offen und tolerant genug sind. Die Ausgrenzung von Menschen, die wir als „anders“ empfinden, nimmt eher zu als ab. Das macht mir Angst und erinnert mich schmerzlich an die deutsche Geschichte. Deswegen war es mir auch wichtig, dass wir im Kinder- und Jugendtheater das Thema Holocaust behandeln. Mit Holger Schober haben wir einen Autor gefunden, der uns das Klassenzimmerstück Auschwitz meine Liebe schreibt. Gerade im Klassenzimmer ist man ganz nah an den Schülern dran und kann zum Nachdenken über die Gegenwart anregen. WR Absolut! Da fällt mir gleich wieder Donald Trump ein. Nach meiner Auffassung sind „wir“ alle, also als Gesellschaft, mitverantwortlich dafür, wer an die Macht kommt, auch wenn wir das natürlich nicht konkret oder ständig durch unser alltägliches Tun beeinflussen. Wir können uns also nicht nur als Individuen, sondern auch als ganze Nation an einem Punkt wiederfinden, den wir vorher nicht für möglich gehalten haben. Und irgendwann stellt sich dann die Frage: „Wann mische ich mich ein?“, oder besser: „Wann mischen wir uns ein?“ Jemanden als Populisten oder Idioten zu bezeichnen, ist einfach. Es ist aber immer die Summe individueller Verhaltensweisen, die dazu führt, dass bestimmte Formulierungen oder Umgangsformen salonfähig werden und sich durchsetzen. Insofern schwingt in der Frage „Das bin alles ich?“ auch eine Art gesellschaftsphilosophische Feststellung mit: „Das sind alles wir!“ 73


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Liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer, was das Programm der Badischen Landesbühne weiterhin für Sie bereithält, können Sie auf den folgenden Seiten entdecken: Auch in dieser Spielzeit stellen wir Ihnen in der Reihe Café Europa so unterschiedliche Persönlichkeiten wie die Geschwister Scholl, den französischen Musiker Serge Gainsbourg oder den Schriftsteller Maxim Gorki vor. So verschieden diese Menschen auch gewesen sein mögen – gemeinsam ist ihnen, dass sie mit ihrem Schaffen, ihrem Leben und ihrer Haltung zur Welt unser Interesse geweckt haben, das wir gerne mit Ihnen teilen wollen. Zu neuen und bereits bekannten Formaten laden wir Sie ab September regelmäßig in unserer Spielstätte theater treppab ein: Eine neue Reihe dort sind die Inszenierungsgespräche. Regisseure im Endproben-Fieber erläutern ihre Konzeption, Bühnenbildner die Tücken der technischen Einrichtung. Hier bekommen Sie Eindrücke und Informationen aus erster Hand. Eine bessere Vorbereitung auf die anstehenden Premieren gibt es nicht. Falls Sie unser Spielzeitbuch bis hierher aufmerksam studiert haben, sind Ihnen unter den porträtierten Schauspielerinnen und Schauspielern sicher neue Gesichter aufgefallen. Wir wollen Sie mit ihnen bekannt machen. Eine gute Gelegenheit dazu ist das Vorsprechen. Es wird im Oktober erstmals im theater treppab stattfinden. Vielleicht kennen Sie noch unsere Reihe Blind Date? Nachdem sie ein paar Spielzeiten pausiert hat, wird sie ihren festen Ort ebenfalls im theater treppab haben und Sie dort gleich vier Mal überraschen. Womit? Das werden wir Ihnen, so sind nun mal die Regeln, nicht verraten. Aber was hielten Sie zum Beispiel von einer Vampirgeschichte? Entdecken Sie, was Sie alles sein können!

Tristan Benzmüller Chefdramaturg

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Das Brot mit der Feile Robert Stadlober liest aus dem Roman von Christian Geissler Der Roman Das Brot mit der Feile erzählt von einem jungen Schlossergehilfen, der mitten in den Sog des politischen Aufbruchs der 60er Jahre gerät. In seinem großen Politpanorama beschreibt Christian Geissler (1928-2008) die sozialen Verhältnisse der Arbeiterklasse und macht sie sinnlich erfahrbar. Geissler verfasste auch Lyrik, schrieb fürs Fernsehen und drehte Dokumentarfilme. Der Österreicher Robert Stadlober ist Schauspieler und Musiker. Für die Darstellung des halbseitig gelähmten Benjamin Lebert in dem Film Crazy wurde er 2001 mit dem Nachwuchspreis des Bayerischen Filmpreises ausgezeichnet.

Café Europa im Oktober: So, 15.10., 11 Uhr, Profa 76


Heinrich Böll Mit der Heimkehr aus dem Zweiten Weltkrieg begann seine Arbeit als Schriftsteller. Heinrich Bölls Werk ist als fortlaufender Kommentar auf die Geschichte Nachkriegsdeutschlands zu lesen. Seine Helden waren schlichte, integre Außenseiter, seine Themen dem Alltag entliehen. Die Aufgabe der Literatur sah er in der „Suche nach einer bewohnbaren Sprache in einem bewohnbaren Land“ – sie sollte die Möglichkeit menschenwürdigen Lebens in der verwalteten Welt verteidigen. Er selbst mischte sich ein in politische Debatten um die Macht der Massenmedien, Wiederbewaffnung und Notstandsgesetze. Wie kein anderer hat sich Heinrich Böll um die politisch-gesellschaftliche Kultur der Bundesrepublik und um ihre Literatur verdient gemacht. Wir würdigen ihn zu seinem 100. Geburtstag.

Café Europa im November: So, 5.11., 11 Uhr, Profa 77


Der Literaturnobelpreis 2016 ging an Bob Dylan. Im Café Europa im Dezember 2016 lasen Cornelius Danneberg, Stefan Holm und Carsten Ramm Texte von und über Bob Dylan.

Literaturnobelpreis 2017 Im Vorfeld werden hohe Wetten abgeschlossen, Buchhändler erstellen Anwärterlisten und in Stockholm redet sich die Jury die Köpfe heiß. Die Entscheidung, wer den Literaturnobelpreis erhält, ist jedes Jahr wieder eine aufregende Angelegenheit. Und selten wird sie widerspruchslos von der Öffentlichkeit hingenommen: Heftige Kontroversen entbrennen darüber, ob der Preisträger die Auszeichnung verdient hat oder nicht. So zuletzt auch bei Bob Dylan, mit dem erstmals ein Popmusiker für die poetische Qualität seines Werkes geehrt wurde. Traditionell widmen wir uns im Café Europa des Monats Dezember dem neuen Literaturnobelpreisträger. Wir stellen in einer Lesung anhand ausgewählter Texte Leben und Werk vor und scheuen auch nicht die Auseinandersetzung mit den widersprüchlichen Meinungen zur Entscheidung.

Café Europa im Dezember: So, 10.12., 11 Uhr, Profa 78


Kurt Schwitters Nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich Dada jeglicher Konvention entgegen. Kurt Schwitters fühlte sich der Bewegung zugehörig, war allerdings weniger anarchistischer Zerstörer als experimenteller Konstrukteur. MERZ hieß seine Kunst, eine Kunst der Collage und Assemblage. Aus vorgefundenen Materialien – Zeitungsausschnitte, Reklame, Abfall – klebte und nagelte er Bilder, Skulpturen – ja ganze Räume zusammen. Auch literarisch experimentierte er, wandte sein Verfahren auf Texte an und parodierte mit ihnen traditionelles Kunstpathos. Mit typografischen Gedichten und Lautpoesie, die er selbst meisterhaft vorzutragen wusste, versuchte er, die Grenzen zwischen den Gattungen zu überschreiten. Kurt Schwitters, einer der individuellsten und vielseitigsten Künstler des 20. Jahrhunderts, starb vor 70 Jahren.

Café Europa im Januar: So, 14.1., 11 Uhr, Profa 79


e i h p o S d n u s n a H Scholl Von ihren Eltern zu christlichen Werten erzogen, distanzierten sich Hans und Sophie Scholl in ihrer Jugend zunehmend vom Nationalsozialismus. In München gründete Hans Scholl mit Freunden die studentische Widerstandsgruppe „Die weiße Rose“, der sich auch seine Schwester Sophie anschloss. Deren Mitglieder entwarfen insgesamt sechs Flugblätter, mit denen sie zum aktiven Widerstand gegen das Regime aufriefen. Bei der Verteilung von Flugblättern an der Münchner Universität wurden die Geschwister festgenommen, anschließend verurteilt und am 22. Februar 1943 durch das Fallbeil hingerichtet. 75 Jahre nach ihrer Ermordung stehen Hans und Sophie Scholl stellvertretend für den deutschen Widerstand gegen Hitler und gelten als Symbol für beispielhafte Zivilcourage.

Café Europa im Februar: So, 18.2., 11 Uhr, Profa 80


Maxim Gorki Kaum eine Person der Zeitgeschichte ist so ambivalent wie Alexei Maximowitsch Peschkow, der sich selbst den Namen Maxim Gorki, „der Bittere“, gab. Nach ersten Werken im Stile der russischen Romantik wandte er sich literarisch und privat verstärkt dem politischen Geschehen zu. Er war erklärter Gegner der Zarenmonarchie, aber auch engagierter Humanist und Sozialist – und protestierte somit heftig gegen Lenin und seine blutige Revolution. Nach dessen Machtübernahme allerdings zeigte Gorki sich pragmatisch. Als Erfinder der Kunstform des Sozialistischen Realismus wurde er zum Vorzeigeschriftsteller des Regimes – und womöglich zu Lenins und später Stalins schärfstem Kritiker in den eigenen Reihen. Zu seinem 150. Geburtstag widmen wir uns Maxim Gorkis Leben und Werk.

Café Europa im März: So, 18.3., 11 Uhr, Profa 81


Serge Gainsbourg Der größte Popstar, den Frankreich je hervorgebracht hat, wurde als Sohn russisch-jüdischer Immigranten in Paris geboren, sollte Maler werden, spielte aber lieber Klavier in Pariser Nachtclubs, wo Boris Vian und Juliette Gréco, Cool Jazz und Bebop den Ton angaben. Er begann, selbst zu komponieren: erst bissige Jazzchansons, dann Popsongs mit doppeldeutigem Text, trat schließlich selbst ans Mikrofon: Die Flüstersex-Ballade Je t’aime, moi non plus mit seiner Geliebten Jane Birkin und röhrender Hammond-Orgel wurde zum Welthit – und provozierte ebenso wie seine Marseillaise im Reggae-Rhythmus Frankreichs Konservative. Im April 2018 wäre Serge Gainsbourg, Enfant terrible des Chanson und genialer Provokateur, 90 Jahre alt geworden.

Café Europa im April: So, 15.4., 11 Uhr, Profa 82


Karl Marx Der Einfluss, den der Philosoph und Ökonom, politische Journalist, Protagonist der Arbeiterbewegung und scharfsinnige Beobachter seiner Zeit über diese hinaus hatte, ist kaum zu überschätzen. Vor 200 Jahren in Trier geboren, verkehrte Karl Marx in Berlin im Kreis der Junghegelianer, beschäftigte sich in Paris mit politischer Ökonomie und der Idee des Sozialismus. „Ein Gespenst geht um in Europa …“, so hob die berühmte Programmschrift an, die er gemeinsam mit dem Freund Friedrich Engels verfasste. Von den reaktionären Kräften auf dem europäischen Kontinent verfolgt, ging er 1849 ins Exil nach London. Hier entstand aus der Ansammlung von Unmengen an Studienmaterial Das Kapital. Das Denken von Karl Marx zielte auf nichts weniger als die Veränderung der Welt.

Café Europa im Mai: So, 13.5., 11 Uhr, Profa 83


Foto: Peter Empl

Die Rolle / n der Stadtwerke Auf einen Nenner gebracht, lautet ihr Credo:

Mit Energie kennt sich die ewb innerhalb des StadtwerkeEnsembles bestens aus. Sie setzt die Schauspieler / innen der Badischen Landesbühne ins rechte (Scheinwerfer-) Licht, spendet ihnen und dem Publikum mehr als nur warmen Applaus, heizt Hexagon und Großem Haus ein, assistiert gern auch, wenn es darum geht, Energie effizienter einzusetzen. Ganz nebenbei kann sie allen das Wasser reichen und legt stets besonderen Wert auf Professionalität. Die angestammte Bühne des Stadtwerke-Ensembles ist Bruchsal samt Region. Ohne Rücksicht auf rollenbedingte Verluste spielen auch die Stadtwerke mit den SaSch!-Bädern und der Sauna sowie der StadtBus oft widerspenstige Hauptrollen, tragen indes essenziell zur Lebensqualität bei. Sie sorgen für Mobilität – im eigentlichen wie im übertragenen Sinne. Am Ende läuft es immer auf dieselbe Frage hinaus: Sein oder Nichtsein. Daher schlüpfen die Stadtwerke immer wieder gern in die Rolle des Mäzens, wenn es darum geht, sich für die Kultur in Bruchsal zu engagieren.

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07251 706 – 0 www.stadtwerke-bruchsal.de

www.3we.de 1706

Energie. Lebensqualität. Mobilität.


Sie wissen wann! Sie wissen auch wo! Aber Sie wissen nicht, was Sie erwartet! Treppab ins Ungewisse! Laut Definition ist ein Blind Date eine Verabredung mit einer unbekannten Person an einem bestimmten Ort zu einer festgelegten Zeit. In dieser Spielzeit bieten wir gleich vier Mal eine solch außergewöhnliche Begegnung im theater treppab an! Eines ist dabei ganz sicher: Es erwartet Sie eine spannende und kurzweilige Abendunterhaltung! Was wir vorhaben? Das wird nicht verraten, aber alles ist denkbar!

blind date treppab Freitag, 27. Oktober 2017, 19.30 Uhr Freitag, 9. Februar 2018, 19.30 Uhr Freitag, 23. März 2018, 19.30 Uhr Freitag, 25. Mai 2018, 19.30 Uhr 85


Glauben Sie wirklich, dass eine Maschine denkt? Ein literarischer Museumsrundgang Begeben Sie sich mit uns auf Zeitreise ins Museum! Unsere Schauspieler entf체hren Sie in die faszinierende Welt der imposanten Orchestrien, der charmanten Drehorgeln, der automatischen Klaviere und allerlei seltsamer Zeitgenossen: Musizierende Androiden, wortkarge Puppen, aufs채ssige Roboter und weitere k체nstliche Menschen werden Ihnen auf dem Rundgang durch das Museum begegnen. Dabei tauchen Sie ein in fantastische Geschichten aus der Romantik, in humorvolle Alltagsschilderungen, alte Fabeln und moderne Science-Fiction. Gelesen werden unter anderem Texte von Jean Paul, E.T.A. Hoffmann und Isaac Asimov. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Musikautomaten Museum (DMM) haben wir einen literarischen Museumsrundgang entworfen, der in der Spielzeit 2017.2018 am DMM gezeigt wird.

12. November 2017, 14 Uhr 11. M채rz 2018, 14 Uhr 6. Mai 2018, 16 Uhr Deutsches Musikautomaten Museum

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Franz Csiky

Fremd. Sein. Heimat.

Wenn Vergangenheit und Zukunft Gegenwart werden Nach dem Tod einer Tante erbt ein Geschwisterpaar einen Fluchtkoffer voller Aufzeichnungen über die Vertreibung der Familie aus dem Böhmerwald. Anhand von Erinnerungen, dokumentarischem Material und kabarettistischen Zuspitzungen wird ein szenischer Bogen zu den Themen Flucht und Vertreibung gespannt, werden „altheimatliche“ Prägungen, Assimilationswünsche und Anpassungsdruck zur Sprache gebracht. Die „Rucksackdeutsche“ genannten Vertriebenen aus dem Osten hatten es nach dem Zweiten Weltkrieg als Minderheit nicht leicht, in der Mehrheitsgesellschaft Fuß zu fassen. Von ihrem individuellen Erleben aus lässt sich eine Brücke schlagen zu den Geflüchteten der Gegenwart. Heimatverlust, Fremdheit und Eingliederungsprobleme bleiben Themen von drängender Aktualität. Der Autor Franz Csiky (1950-2016) stammte aus Siebenbürgen. 1983 gelang ihm die Flucht aus Ceauçescus Rumänien. Von 1984 bis 1987 war er Chefdramaturg der Badischen Landesbühne, blieb ihr darüber hinaus bis zu seinem Tod verbunden und regte immer wieder Kooperationen mit den deutschsprachigen Bühnen seiner rumänischen Heimat an.

Gastspiel Inszenierung/Bühnenbild: Rolf P. Parchwitz 23. November 2017, 19.30 Uhr, Hexagon 87


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Liebe Bürgerinnen und Bürger, die Badische Landesbühne lädt auch diese Spielzeit Interessierte aller Altersstufen aus Bruchsal und der Region ein, gemeinsam Theater zu spielen. In den Bürgertheater-Gruppen begegnen sich seit 2014 Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, aus verschiedenen Generationen und mit eigenen Erfahrungen und Wünschen. Das Bürgertheater ist theatrale Ausdrucksform einer demokratischen Gesellschaft und schafft Möglichkeiten für Veränderung und Partizipation. Im Rahmen der einmal pro Woche stattfindenden Proben und einzelner Proben an Wochenenden erarbeiten die Gruppen jeweils eine eigene Inszenierung, die in der zweiten Spielzeithälfte Premiere feiert. Das Auftakttreffen für alle drei Bürgertheater-Gruppen findet am Freitag, 15. September 2017, um 17.00 Uhr statt. Wir freuen uns, unsere Stadt gemeinsam ein bisschen bunter, lauter und offener für die Geschichten ihrer Menschen zu machen. Auf eine spannende neue Spielzeit! Anmeldung und weitere Informationen: Katherine Kügler Telefon: 07251.72728 E-Mail: kuegler@dieblb.de

blb

bürgertheater

Aufbruch „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ Das generationenübergreifende Bürgertheater bietet allen Menschen ab 18 Jahren einen kreativen Raum, in dem sie gemeinsam zu neuen Ufern aufbrechen können! Ausgangspunkte bilden hierbei die künstlerische Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen, literarischen Stoffen sowie mit der eigenen Biografie. Das Bürgertheater trifft sich ab dem 20. September 2017 immer mittwochs von 19.15 Uhr bis 21.45 Uhr. An einzelnen Wochenenden finden Intensivproben statt. 89


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blb

starter

Alltagshelden „Halte nicht Ausschau nach Helden, sei selber einer!“ Allen Kindern und Jugendlichen von 10 bis 13 Jahren bieten die Starter die Möglichkeit, selbst zu Helden des Alltags zu werden – denn was wäre die Welt ohne Helden? Gemeinsam bringen wir kleine und große Heldentaten auf die Bühne! Die Starter treffen sich ab dem 21. September immer donnerstags von 16.00 Uhr bis 17.30 Uhr. An einzelnen Wochenenden sowie in den Faschingsferien finden Intensivproben statt.

blb

junges bürgertheater

Niemandsland „Wer bist du?“ – „Ich weiß es im Augenblick nicht recht – vielmehr weiß ich, wer ich heute früh war, als ich aufstand; aber ich glaube, ich muss mich seitdem ein paar Mal verändert haben.“ Das Junge Bürgertheater ist ein Treffpunkt für Jugendliche ab 14 Jahren, die selbst auf der Bühne stehen und ihre Sicht auf die Welt kreativ und künstlerisch zum Ausdruck bringen wollen. Ausgangspunkt bilden hierbei die Ansichten und Erfahrungen der Teilnehmenden sowie die Romanvorlage Alice im Wunderland von Lewis Caroll. Das Junge Bürgertheater trifft sich ab dem 19. September 2017 immer dienstags von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr. An einzelnen Wochenenden sowie in der zweiten Woche der Osterferien finden Intensivproben statt.

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Liebe Theaterbegeisterte und Interessierte, die Theaterpädagogik der Badischen Landesbühne eröffnet Spielräume für kulturelle Bildung innerhalb und außerhalb der Schule. Hier kann Theater als ein Ort der Begegnung, der Wahrnehmung und der (Selbst-)Gestaltung aktiv erfahren, erlebt und reflektiert werden. Die neue Spielzeit steht für uns ganz im Zeichen der Vielfalt und des permanenten Wandels. Dabei verstehen wir das Spielzeitmotto „Das bin alles ich?“ als Ansporn, uns und unser Angebot immer wieder neu zu hinterfragen und wach zu sein für die Einzigartigkeit und die sich wandelnden Bedürfnisse der Menschen und Institutionen, mit denen wir zusammenarbeiten. Entdecken Sie auf den kommenden Seiten, was alles bei uns möglich ist und welche neuen Angebote wir für Sie zusätzlich in unser Programm aufgenommen haben! Ausführlichere Beschreibungen zu den einzelnen Angeboten finden Sie in unserem Theaterpädagogik-Flyer oder auf unserer Homepage www.dieblb.de unter „Theaterpädagogik“. Unter „Theaterpädagogik/Für Pädagogen“ können Sie sowohl die Stücke, die als Kooperationsangebote für einzelne Klassen in Frage kommen, als auch die Stücke, zu denen aktuell Premierenklassen gesucht werden, einsehen. Des Weiteren finden Sie dort die aktuellen Termine für unsere Info-Treffen und für Generalproben sowie unser umfangreiches Workshop-Angebot. Ebenso stehen Ihnen auf unserer Seite das Anmeldeformular für geschlossene Schulvorstellungen wie auch die theaterpädagogischen Begleitmaterialien zum Download zur Verfügung. Suchen Sie sich das passende Angebot aus und machen Sie Ihre ganz individuelle Theatererfahrung! Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Katherine Kügler Theaterpädagogin

Barbara Meißner Theaterpädagogin

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Schule

Spezial

Informationsgespräche Wir freuen uns über Terminangebote, um Ihnen in persönlichen Gesprächen mit Lehrkräften oder im Rahmen von Gesamtlehrerkonferenzen unser Angebot vorzustellen und nach Möglichkeiten zu suchen, Lehrplanthemen kreativ zu bearbeiten.

Theaterbeauftragte Unser Ziel ist es, dass es an möglichst vielen Schulen im Spielgebiet einen Theaterbeauftragten gibt, der eine Schnittstelle zwischen Theater und Schule bildet. Als Theaterbeauftragter ist man sowohl direkter Ansprechpartner der BLB als auch Koordinator an der eigenen Schule. Theaterbeauftragte erhalten pro Spielzeit jeweils zwei Freikarten für eine Vorstellung ihrer Wahl.

Anmeldung zu Schulvorstellungen Wir bieten Schulen die Möglichkeit, geschlossene Schulvorstellungen während der Schulzeit zu besuchen. Für alle Stücke aus dem Kinder- und Jugendtheater, die eine Theaterbühne benötigen, sind in Bruchsal bereits Vormittagstermine angesetzt. Bei Bedarf setzen wir gerne weitere Termine an. Dabei kann aus dem gesamten Spielplan des Kinder- und Jugendtheaters sowie dem Abendspielplan gewählt werden. Klassenzimmerstücke werden direkt bei Ihnen im Klassenzimmer gespielt und individuell terminiert. Bitte sprechen Sie uns an, damit wir einen für Sie passenden Termin finden. Die Kosten für den Besuch einer geschlossenen Schulvorstellung sowie eines Klassenzimmerstückes belaufen sich auf 3,50 € pro Schüler; pro Klasse sind zwei Begleitpersonen kostenfrei. Das Anmeldeformular steht Ihnen auf der Homepage zum Download zur Verfügung.

Premierenklassen Pro Produktion laden wir eine Klasse ein, eine Probe zu besuchen und im Anschluss daran mit dem Ensemble über das Gesehene zu sprechen. Darüber hinaus erhält die Klasse einen stückbezogenen Workshop durch die Theaterpädagogik und kostenlosen Eintritt zur Premiere. Im Gegenzug erarbeitet die Klasse ein kreatives 94


Projekt, das sie der BLB für eine Ausstellung bei der Premiere zur Verfügung stellt. Welche Form dieses kreative Projekt hat, ist jeder Klasse freigestellt. Lehrkräfte können für das Angebot „Premierenklasse“ einen Stundenumfang von etwa 10 Schulstunden einplanen. Für welche Stücke aktuell Premierenklassen gesucht werden, entnehmen Sie bitte unserer Homepage.

Kooperationsangebote für einzelne Klassen Dieses Angebot richtet sich an einzelne Klassen, die sich je nach Klassenstufe für ein bis drei Schuljahre verpflichten, eine bestimmte Anzahl an Stücken der Badischen Landesbühne zu besuchen. Im Gegenzug erhalten die Klassen ein speziell auf sie zugeschnittenes theaterpädagogisches Paket. Die jeweiligen Stücke zum entsprechenden Angebot entnehmen Sie bitte der Homepage. Bitte beachten Sie, dass die Kapazität der Kooperationsangebote begrenzt ist!

Entdecker Ein Angebot für 1. bis 4. Klassen Dieses Kooperationsangebot bietet Grundschülerinnen und -schülern die Möglichkeit, einen ersten Blick auf die Bretter, die angeblich die Welt bedeuten, zu werfen. Die Entdecker-Klasse verpflichtet sich dazu, zwei altersspezifische Vorstellungen in einem Schuljahr zu besuchen. Im Gegenzug erhält jedes Kind bei seinem ersten Theaterbesuch einen Theater-Reisepass, der die Theaterbesuche dokumentiert. Nach dem zweiten Besuch werden die Schülerinnen und Schüler mit einer Entdecker-Urkunde belohnt, die sie als junge Theater-Expertinnen und -Experten auszeichnet.

Reiselustige Ein Angebot für 5. und 6. Klassen Die Reiselust-Klasse verpflichtet sich dazu, zwei altersspezifische Vorstellungen in einem Schuljahr zu besuchen. Im Gegenzug erhält die Klasse zum Theaterbesuch von Gulliver ein exklusives Bastel-Paket zum Stück. Zum zweiten Theaterbesuch erhalten die Schülerinnen und Schüler dann eine Theater-Weltkarte, die ihnen einen Einblick in die Vielfalt der Theaterlandschaft bietet. 95


Gipfelstürmer Ein Angebot für 7. bis 10. Klassen Die Gipfelstürmer-Klasse verpflichtet sich dazu, zwei altersspezifische Vorstellungen in einem Schuljahr zu besuchen. Im Gegenzug erhält die Klasse einen Klassen-Paten aus unserem Ensemble. Die Patin oder der Pate bietet den Schülerinnen und Schülern einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Theaters und ermöglicht einen direkten Austausch über Fragen zu den Stücken wie auch zum Schauspielberuf.

Weltenbummler Ein Angebot für 11. bis 13. Klassen Die Weltenbummler-Klasse verpflichtet sich dazu, unsere zwei Sternchenthemen-Stücke Urfaust und Der Steppenwolf innerhalb ihrer Oberstufen-Zeit zu besuchen. Die Schülerinnen und Schüler haben im Gegenzug die Möglichkeit, sich bei einem Publikumsgespräch im Anschluss an den Vorstellungsbesuch von Urfaust mit dem Ensemble über das Gesehene auszutauschen. Vor dem Vorstellungsbesuch von Der Steppenwolf hat die Klasse die Möglichkeit, an einer Einführung zum Stück teilzunehmen. Anschließend setzen sich die Jugendlichen im Rahmen zweier Workshops intensiv mit dem jeweiligen Stoff auf theoretischer und spielpraktischer Ebene auseinander. Dabei werden sowohl Hintergründe zum Autor und zur Entstehungsgeschichte des Werkes behandelt als auch ein kreativer Zugang zum Inhalt und zu den Themen des Stückes ermöglicht.

Partnerschulen Jede Spielzeit können bis zu sechs Schulen „Partnerschule“ der BLB werden. Bei diesem Projekt wird vereinbart, dass sich die Schule mit einer festgelegten Anzahl von Klassen bestimmte Inszenierungen der BLB ansieht. Im Gegenzug kommen die Theaterpädagoginnen an die Partnerschule und erarbeiten mit Klassen oder einer ausgewählten Gruppe ein individuelles Projekt, geben kostenfreie Workshops zu bestimmten Themen oder unterstützen Lehrkräfte bei der Erarbeitung einer Präsentation. Die dafür zur Verfügung stehende Zeit berechnet sich anhand der besuchten Inszenierungen. 96


n Für Pädagoginne und Pädagogen Infotreffen für Pädagoginnen und Pädagogen Bei unserem Info-Treffen erfahren Sie alles über unseren neuen Spielplan, unser theaterpädagogisches Programm und welche Angebote speziell für Sie interessant sein könnten. Das Info-Treffen in Bruchsal findet am 21. September 2017 um 17.30 Uhr statt. Im Anschluss besteht für die Teilnehmenden die Möglichkeit, die Premiere von Die verlorene Ehre der Katharina Blum um 19.30 Uhr im Großen Haus kostenfrei zu besuchen. Bitte melden Sie sich unter kuegler@dieblb.de für das Treffen an.

Pädagogik-Newsletter Mit unserem Pädagogik-Newsletter halten wir Sie über unser aktuelles Programm auf dem Laufenden. Darin enthalten sind alle wichtigen Termine für Pädagoginnen und Pädagogen, aktuelle theaterpädagogische Angebote und Aktionen sowie Informationen zu schul- und KITA-relevanten Produktionen. Bei Interesse schicken Sie bitte eine E-Mail mit Ihrem vollständigen Namen, der Einrichtung, in der Sie tätig sind und Ihrer dortigen Funktion an kuegler@dieblb.de.

Generalprobenbesuche Um beurteilen zu können, ob eine Inszenierung für Ihre Klasse geeignet ist, geben wir allen Pädagoginnen und Pädagogen die Möglichkeit, unsere Generalproben kostenfrei zu besuchen. Vor Ort steht Ihnen das Team aus Theaterpädagogik und Dramaturgie als Ansprechpartner zur Verfügung. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei der Theaterpädagogik an. Die Termine der Generalproben finden Sie auf unserer Homepage.

Vorbereitung / Nachbereitung / Publikumsgespräch Bei einer Vor- oder Nachbereitung kommt eine Theaterpädagogin zu Ihnen in die Gruppe oder Klasse. Nach einer Gesprächsrunde nähern sich die Teilnehmenden anhand spielpraktischer Übungen den in der jeweiligen Inszenierung verhandelten Themen. Die Länge der Einheit variiert dabei zwischen 45 und 90 Minuten. 97


Bei unseren Klassenzimmerstücken bieten wir im Anschluss an die Vorstellung auf Nachfrage alternativ auch ein Publikumsgespräch an. Das theaterpädagogische Angebot einer kostenfreien Vorbereitung, einer Nachbereitung oder eines Publikumsgesprächs besteht sowohl für Schulklassen als auch für andere Gruppen in Verbindung mit einem Stückbesuch. Anfragen für theaterpädagogische Angebote zu Stücken aus dem Kinder- und Jugendtheater erfolgen über das Online-Anmeldeformular für geschlossene Schulvorstellungen. Bei Besuchen von Stücken aus dem Abendspielplan wenden Sie sich bitte direkt an die Theaterpädagogik, falls Sie ein theaterpädagogisches Angebot dazu buchen wollen. Bitte beachten Sie, dass pro Stückbesuch in der Regel immer nur eine Vorbereitung oder eine Nachbereitung oder ein Publikumsgespräch möglich ist.

Theaterpädagogisches Begleitmaterial Zu allen schulrelevanten Stücken erstellen wir theaterpädagogische Begleitmaterialien. Diese enthalten Hintergrundinformationen zur Vertiefung der Stückthemen, Interviews mit Ensemblemitgliedern, Textauszüge und Anleitungen für spielpraktische Übungen. Das theaterpädagogische Begleitmaterial steht Ihnen ab der Premiere des Stückes auf unserer Homepage zum Download zur Verfügung.

Workshops für Pädagoginnen und Pädagogen In unseren Workshops für Pädagoginnen und Pädagogen sowie für Interessierte haben Sie die Möglichkeit, praktische Theaterübungen und bestimmte Vermittlungsformate zu verschiedenen Themenschwerpunkten kennenzulernen. Wir probieren verschiedene Übungen zusammen aus, reflektieren die Möglichkeiten von theatralen Mitteln im Unterricht und diskutieren aktuelle Entwicklungen an Theatern und Schulen. Die Termine werden im Laufe der Spielzeit auf unserer Homepage bekannt gegeben. Falls Sie Interesse an einer theaterpädagogischen Fortbildung speziell für das Kollegium Ihrer Schule haben, besteht die Möglichkeit, einen Workshop mit spezifischen Themenschwerpunkten bei uns zu buchen. 98


Für alle Praktikum / Hospitanz Interessierte Jugendliche und junge Erwachsene können grundsätzlich bei uns am Theater in verschiedenen Bereichen ein mehrtägiges bis mehrwöchiges Praktikum oder eine Hospitanz für Schule, Ausbildung oder Studium absolvieren.

Projektunterstützung Bei jedem kreativen Projekt gibt es den Moment, an dem ein neutraler Blick die Weiterarbeit erleichtern kann. Eine BLB-Theaterpädagogin besucht Sie vor Ort, um sich mit der Gruppe den zum Teil unüberwindbar erscheinenden Hürden anzunähern und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Für schulische Theaterprojekte und freie Gruppen bieten wir eine 90-minütige Einheit pro Spielzeit kostenlos an, für jede weitere Deputats-Stunde werden jeweils 40 € für die theaterpädagogische Arbeit berechnet. Bitte beachten Sie, dass der Verleih von Kostümen und Requisiten ausschließlich unseren Partnerschulen vorbehalten ist.

Probenbesuch Wir bieten Schulklassen und geschlossenen Gruppen die Möglichkeit, bei uns im Haus eine Probe zu besuchen. 60 bis 90 Minuten lang verfolgen sie die Probenarbeit und sprechen im Anschluss mit dem Ensemble über das Gesehene. Schauspieler und Regisseure nehmen sich Zeit, alle Fragen zu beantworten. Bitte beachten Sie, dass Probenbesuche nur im Zeitraum von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr sowie von 18.00 bis 22.00 Uhr möglich sind!

Theaterführung Einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, ist immer eine spannende Angelegenheit. Denn bis eine Inszenierung Premiere hat, arbeiten neben den Schauspielern bis zu 30 Personen daran, dass alles perfekt ist, wenn sich der Vorhang öffnet. Wer die Kostüme herstellt, wie viele Scheinwerfer die Bühne beleuchten und welche Arbeit tatsächlich in einer Perücke steckt, erfahren Schulklassen und geschlossene Gruppen bei einer unserer Theaterführungen. 99


Workshops Für Gruppen bieten wir auch unabhängig von einem Vorstellungsbesuch Workshops zu zahlreichen Themen und Schwerpunkten an. Sie können dabei aus einem breiten Repertoire wählen, das Sie auf unserer Homepage einsehen können. Gerne gehen wir aber auch auf Ihre individuellen Wünsche ein! Wir berechnen für einen Workshop von 45 Minuten in Bruchsal 40 €, außerhalb Bruchsals zuzüglich Fahrtkosten.

Theatertag Die Angebote Probenbesuch, Theaterführung und Workshop können miteinander kombiniert werden und bieten sich ideal für einen Wander-, Projekt- oder Methodentag für Schulklassen sowie für einen Fach- oder Studientag für das Kollegium an.

Für Kinder und Jugendliche Familien-Workshop Ein König zu viel Ein Angebot für Kinder von 4 bis 6 Jahren Wer hat bei euch in der Familie das Zepter in der Hand? Wer macht die Regeln und bestimmt, wo’s lang geht? Wie werden Konflikte gelöst? In unserem Familien-Workshop für Kinder ab 4 Jahren, die ihre Lieblingsoma, ihren Papa oder auch die große Schwester mitbringen können, werden gängige Familienstrukturen und Machtverhältnisse zwischen Erwachsenen und Kindern spielerisch auf den Kopf gestellt. Der Familien-Workshop findet direkt im Anschluss an eine Vorstellung von Ein König zu viel statt.

Herbstferien-Workshop Was wäre, wenn …? Ein Angebot für Kinder von 6 bis 10 Jahren Hast du dir schon einmal vorgestellt, wie es wäre, jemand anderes zu sein und plötzlich etwas tun zu können, was du sonst nicht tun kannst, weil alle immer etwas anderes von dir erwarten? Prinz Eduard und der Betteljunge Tom haben es ausprobiert und einfach die Rollen getauscht, denn zufällig sehen sie sich so ähnlich, dass niemand den Unterschied bemerkt. Auch wir probieren in den Herbstferien aus, was es heißt, in der Haut von jemand 100


anderem zu stecken und wie man dabei Neues über sich selbst erfahren kann. Teilnahmegebühr 60 € inklusive einer Kinder-Eintrittskarte für die Premiere von Der Prinz und der Bettelknabe.

2. bis 4. November 2017, 10 Uhr bis 16 Uhr inklusive Premieren-Besuch am 3. November

Osterferien-Workshop Auf ins Abenteuer! Ein Angebot für Kinder von 6 bis 10 Jahren Kein Abenteuer ist ohne Gefahr, nicht jede Herausforderung so ohne weiteres ohne Unterstützung von außen zu meistern. Doch wer hilft uns, wenn wir mal in die Zwickmühle geraten und wirklich nicht mehr weiter wissen? Wie Kasperl und Seppel stürzen wir uns in den Osterferien in kleine und große Abenteuer. Dabei testen wir unseren Mut, erkunden unsere Grenzen und werden zu Helfern, die anderen in der Not helfen. Wir können gespannt sein, welche Zauberkräfte dabei vielleicht zum Vorschein kommen. Teilnahmegebühr 60 € inklusive einer Kinder-Eintrittskarte für die Premiere von Der Räuber Hotzenplotz.

26. bis 29. März 2018, 10 Uhr bis 14 Uhr  

Schnupper-Raum Ein Angebot für Kinder von 10 bis 13 Jahren Für alle Neugierigen bieten wir in dieser Spielzeit wieder kostenlose Schnuppertage an. Im Rahmen des Schnupper-Raums dürfen die Teilnehmenden hinter die Kulissen des Theaters schauen und sich selbst spielpraktisch ausprobieren.

Theater-Labor Ein Angebot für Jugendliche ab 13 Jahren Die Theater-Labore bieten Jugendlichen ab 13 Jahren die Möglichkeit, mit theatralen Mitteln zu experimentieren, ihren Theater-Horizont zu erweitern und ihre eigenen Grenzen zu überschreiten. In jeweils drei kompakten Stunden wird jeweils zu einem spezifischen Themenschwerpunkt gearbeitet und die Ergebnisse werden am Ende des Workshops präsentiert. Die Termine für die einzelnen Workshop-Formate werden im Laufe der Spielzeit auf unserer Homepage bekannt gegeben. 101


Service für Schulen Abendspielplan Heinrich Böll/Margarethe von Trotta Die verlorene Ehre der Katharina Blum Schauspiel mit Live-Musik Großes Haus Altersangabe: ab 14 Jahren/ Klasse 9 Themen: Mechanismen und Entstehung von Gewalt, manipulative Macht der Medien, Verletzung von Grundrechten Bildungsplan: Ethik: Medien und Wirklichkeit; Gerechtigkeit, Recht und Zusammenleben; Gemeinschaftskunde: Gesellschaft, Grundrechte

Eric-Emmanuel Schmitt Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau Schauspiel Hexagon Altersangabe: ab 15 Jahren/Klasse 10 Themen: Selbstfindung und Liebe im Kontext familiärer und gesellschaftlicher Erwartungen, Spielsucht Bildungsplan: Ethik: Lebensaufgaben und Selbstbestimmung; Deutsch: Textverständnis unter Berücksichtigung von Textvergleichen

Ron Hutchinson Mondlicht und Magnolien Komödie Großes Haus Altersangabe: ab 14 Jahren/Klasse 9 Themen: Entstehungsgeschichte eines Filmklassikers, Rollenwechsel, Strukturen der Filmindustrie Bildungsplan: Ethik: Medien und Wirklichkeiten, Konflikte und Sozialität

Hans Schweikart Es wird schon nicht so schlimm! Schauspiel Hexagon Altersangabe: ab 16 Jahren/Kursstufe 1 Themen: Lebensumstände und Beziehungen zur Zeit des Nationalsozialismus, Suizid Bildungsplan: Geschichte: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg; Ethik: Gerechtigkeit, Recht und Zusammenleben

Hermann Hesse Der Steppenwolf Sternchenthema Großes Haus Altersangabe: ab 16 Jahren/Kursstufe 1 Themen: Künstler als Außenseiter in der bürgerlichen Gesellschaft, innere Zerrissenheit des Individuums Bildungsplan: Deutsch: Zusammenhang zwischen Autor, Text und Rezipient; Ethik: Freiheit und Selbstverständnis des Menschen 102


Stephen King Misery Schauspiel Hexagon Altersangabe: ab 16 Jahren/Kursstufe 1 Themen: Fiktion und Wirklichkeit, Spannungsverhältnis zwischen Bewunderung und Gewalt Bildungsplan: Deutsch: Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktionalität; Ethik: Grundlagen des Zusammenlebens, Moralphilosophie

Pierre Augustin Caron de Beaumarchais Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit Komödie Freilicht im Schlosspark Altersangabe: ab 14 Jahren/Klasse 9 Themen: Intrigen, Verwechslungen, Ständegesellschaft im vorrevolutionären Frankreich Bildungsplan: Deutsch: Bezüge zwischen Text, Entstehungszeit und Leben des Autors; Geschichte: Die Französische Revolution

Kinder- und Jugendtheater Johann Wolfgang Goethe Urfaust Sternchenthema Hexagon Altersangabe: ab 16 Jahren/Kursstufe 1 Themen: Erkenntnis- und Erfahrungsdrang des Menschen, Liebe und Geschlechterrollen, Kindsmord Bildungsplan: Deutsch: Zusammenhang zwischen Autor, Text und Rezipient; Sturm und Drang; Ethik: Moral, Religion und Kritik; Geschichte: Wende zur Neuzeit

Mark Twain Der Prinz und der Bettelknabe Kinderstück Großes Haus Altersangabe: ab 6 Jahren/Klasse 1 Themen: soziale Voraussetzungen, gesellschaftliche Erwartungen, Rollentausch Bildungsplan: Sachunterricht: Zeit und Wandel; Religion: Mensch, Welt und Verantwortung

Holger Schober Auschwitz meine Liebe Jugendstück Klassenzimmer/theater treppab Altersangabe: ab 12 Jahren/Klasse 7 Themen: Holocaust, Fantasie und Wirklichkeit, Geschichtsbewusstsein Bildungsplan: Geschichte: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg; Ethik: Ich und andere, Konflikte und Gewalt

Hans Christian Andersen Die Prinzessin und der Schweinehirt Kinderstück Klassenzimmer/Schloss Bruchsal Altersangabe: ab 6 Jahren/Klasse 1 Themen: gesellschaftliche Hierarchien, Hochmut und Arroganz, Selbstbehauptung, Faszination Musik und Instrumente Bildungsplan: Sachunterricht: Zeit und Wandel; Religion: Mensch, Welt und Verantwortung; Musik: Musik hören und verstehen 103


Otfried Preußler Der Räuber Hotzenplotz Kinderstück Großes Haus Altersangabe: ab 6 Jahren/Klasse 1 Themen: Einsatz für Gerechtigkeit, Zusammenhalt, Zauberei Bildungsplan: Sachunterricht: Leben in Gemeinschaft; Religion: Mensch, Welt und Verantwortung

István Tasnádi Cyber Cyrano Jugendstück theater treppab Altersangabe: ab 13 Jahren/Klasse 8 Themen: Missbrauch von modernen Medien, Manipulation, Umgang mit der Wirklichkeit, Selbstwert und Selbstbewusstsein Bildungsplan: Ethik: Medien und Wirklichkeiten, Ich und andere, Ethik und Moral; Basiskurs Medienbildung und -kompetenz

Gertrud Pigor Ein König zu viel Kinderstück Klassenzimmer/theater treppab Altersangabe: ab 4 Jahren/Vorschule/Kindergarten bis Klasse 1 Themen: Teilen, Eifersucht, Ich und andere Bildungsplan: Sachunterricht: Kind und Gesellschaft

Karen Köhler ER. SIE. ES. Jugendstück Hexagon Altersangabe: ab 14 Jahren/Klasse 9 Themen: Sexualität, Toleranz für Homosexualität, Beziehung Bildungsplan: Ethik: Alltagskultur, Sozialität, Mensch und Natur, Konfliktregelung und Toleranz; Biologie: Evolution; AES: Lebensgestaltung

Janne Teller Krieg. Stell dir vor, er wäre hier Jugendstück Klassenzimmer/theater treppab Altersangabe: ab 12 Jahren/Klasse 7 Themen: Flucht, Heimat und Fremde, Fremdsein, Kriegsfolgen Bildungsplan: Ethik: Sozialität; GK: Einwanderung

Holger Schober Superman ist tot Jugendstück Klassenzimmer/theater treppab Altersangabe: ab 14 Jahren/Klasse 9 Themen: Co-Abhängigkeit und Drogenmissbrauch Bildungsplan: Ethik: Lebensgestaltung und Tod, Grundmuster Verhalten; Biologie: Der Körper des Menschen und seine Gesunderhaltung, Klasse 8/9

Anne Frank Tagebuch Szenische Lesung Kleine Räume Altersangabe: ab 14 Jahren/Klasse 9 Thema: Verstecktes Leben unter Verfolgung Bildungsplan: Deutsch: Zusammenhang zwischen Text, Entstehungszeit und Lebensumständen der Autorin; Geschichte, Klasse 10: Weimarer Republik und Nationalsozialismus

Jonathan Swift Gulliver Kinderstück Klassenzimmer/theater treppab Altersangabe: ab 8 Jahren/Klasse 3 Themen: Abenteuergeschichte, Wertevermittlung, soziale Bindungen Bildungsplan: Grundschule: Ich – du – wir, Kinder dieser Welt, sich verständigen – sich verstehen, Verantwortung 104


eit Neu in dieser Spielz Inszenierungsgespräche Eine Neuheit dieser Spielzeit sind die Inszenierungsgespräche, wozu wir Sie an drei Sonntagnachmittagen ins theater treppab einladen. Regisseure, Bühnenbildner, Kostümbildner und Dramaturgen, alle fieberhaft dabei, ihren Inszenierungen den letzten Schliff zu verpassen, geben bei Kaffee und Kuchen Einblicke in die Konzeptions- und Probenarbeit und machen die Vorfreude auf die in wenigen Tagen anstehenden Premieren umso größer. 17. September 2017

Die verlorene Ehre der Katharina Blum/ Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau 12. November 2017

Mondlicht und Magnolien/ Es wird schon nicht so schlimm! 28. Januar 2018

Der Steppenwolf/ Misery

Vorsprechen Gleich fünf neue Gesichter werden Sie in der kommenden Spielzeit auf der Bühne entdecken können. Wir begrüßen in unserem Abendspielplan ganz herzlich Nadine Pape, Sina Weiß, Colin Hausberg, Tobias Karn und David Meyer! Doch wo kommen die fünf überhaupt her und womit konnten sie uns beim Vorsprechen an unserem Theater, das stets hinter verschlossenen Türen stattfindet, überzeugen? Finden Sie es heraus! An einem Abend im theater treppab präsentieren sich die Neuen mit ihren Vorsprechrollen und stehen einem Moderator Rede und Antwort.

Freitag, 6. Oktober 2017, 19.30 Uhr, theater treppab 105


Einführungen

Publikumsgespräche Um Sie auf Ihren Theaterabend einzustimmen und mit interessanten Informationen zu Stück, Autor und Inszenierung zu versorgen, bieten wir Ihnen diese Spielzeit Einführungen zu Die verlorene Ehre der Katharina Blum und Der Steppenwolf an. Die Einführungen finden im oberen Foyer des Stadttheaters statt und beginnen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn. Zu ausgewählten Inszenierungen planen wir außerdem Publikumsgespräche. Die Termine dazu werden rechtzeitig bekannt gegeben.

VHS-Angebot Tolles Theater – kein Applaus? Theaterleute sind abergläubisch und klatschen nach der Generalprobe bringt der Premiere Unglück. Zuschauer sind uns hier dennoch herzlich willkommen, weswegen wir im Programm der VHS Bruchsal den Besuch ausgewählter Generalproben anbieten. Um 18.45 Uhr erhalten Sie eine Einführung mit interessanten Hintergrundinformationen zu Stück, Autor und Inszenierung, bevor um 19.30 Uhr die Probe beginnt. Treffpunkt ist am Bühneneingang der Badischen Landesbühne, die Anmeldung erfolgt über die VHS Bruchsal unter www. vhs-bruchsal.de oder 07251.793036 bzw. 07251.79321. Der Eintrittspreis beträgt 5 €. Öffentliche Generalproben in dieser Spielzeit:

Heinrich Böll Die verlorene Ehre der Katharina Blum Mittwoch, 20. September 2017, 18.45 Uhr

Hans Schweikart Es wird schon nicht so schlimm! Freitag, 17. November 2017, 18.45 Uhr

Hermann Hesse Der Steppenwolf Mittwoch, 31. Januar 2018, 18.45 Uhr 106


Hausführungen Ein Theater ist eine Wunderkammer: Kostüme, Perücken, Requisiten – Versatzstücke der vielen Inszenierungen, die in den letzten Jahren zu sehen waren, werden hier aufbewahrt; und unter dem Theaterdach finden sich Arbeitsplätze und Werkstätten ganz unterschiedlicher Berufe, die es fast nur am Theater gibt – oder arbeitet in Ihrer Bank ein Requisiteur? Wir laden Sie ein zu einem Blick hinter die Kulissen, führen Sie herum zwischen falschen Bärten und Lichtfarbkasten, Möbelfundus und Schnürboden. Da die Platzanzahl begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung. Der Eintritt beträgt 5 €, ermäßigt 3 €. Für Mitglieder des Freundeskreises Badische Landesbühne ist die Hausführung kostenlos.

Freitag, 10. November 2017, 17 Uhr Freitag, 26. Januar 2018, 17 Uhr Freitag, 27. April 2018, 17 Uhr Freitag, 8. Juni 2018, 17 Uhr

Theaterregal Ist Stefan Zweigs Novelle Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau genauso fesselnd wie das Theaterstück von Eric-Emmanuel Schmitt? Sie interessiert die Entstehung von Heinrich Bölls Erzählung Die verlorene Ehre der Katharina Blum? Oder wollen Sie einfach nur stöbern, welche Bücher die Dramaturgie der Badischen Landesbühne ihren Zuschauern empfiehlt? Dann schauen Sie doch bei unserem Theaterregal in der Stadtbibliothek Bruchsal vorbei! Hier finden Sie weiterführende Literatur und interessante Lektüretipps als Ergänzung und Erweiterung zu den Stücken und Themen unseres Spielplans. 107


Das Ensemble Abendspielplan

Martin Behlert, Lydia Fuchs*, Colin Hausberg, Cornelia Heilmann, Markus Hennes, Hannes Höchsmann*, Stefan Holm, Tobias Karn, René Laier, David Meyer, Evelyn Nagel, Nadine Pape, Wolf E. Rahlfs*, Sina Weiß

Kinder- und Jugendtheater

Lisa Bräuniger, Julia Kemp, Frederik Kienle, Norhild Reinicke, Tim Tegtmeier, Markus Wilharm

Intendant

Carsten Ramm

Verwaltungsleiter Norbert Kritzer

Leiter des Kinder- und Jugendtheaters Joerg Bitterich

Dramaturgie

Tristan Benzmüller (Chefdramaturg), Petra Jenni (Dramaturgin), Luka Modu Schreckenberger (FSJ Kultur)

Regie

Joerg Bitterich, Katja Blaszkiewitz, Meike Hedderich, Wolf E. Rahlfs, Carsten Ramm, Arne Retzlaff

Ausstattung

Ann Heine, Kerstin Oelker, Tilo Schwarz, Franziska Smolarek, Ella Späte, Maren Steinebel, Dietmar Teßmann, Ines Unser

Schauspielmusik

Paolo Greco, Hennes Holz, Christoph König, Kostia Rapoport, Florian Rynkowski, Franz Tröger

Regieassistenz

Britta Bischof, Ines Böser, Ruth Langenberg

Theaterpädagogik

Katherine Kügler, Barbara Meißner 108


Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

Martina Illinger (Leitung), Daniel Sandbühler

Sekretariat

Julia Häffner, Claudia Michenfelder

Verwaltung

Elke Bender (Kasse und Abonnement), Heike Götzmann (Betriebsbüro), Hariet Höchsmann (Abendkasse), Alexandra Schäfer (Buchhaltung)

Technische Leitung Klaus Heidelberger

Bühnentechnik

Ralf Bacher, Jochen Bannholzer, Kamil Barteczko, Stefan Blum, Karl-Heinz Drach, Torsten Feyl, Rainer Frank, Wolfgang Megerle, Ghorban Moinzadeh, Thomas Nachtigal, Udo Schweikert

Beleuchtung

Leszek Eich, Hanno Henninger*, Henrik Forberg, Lea Fröhlich, Tilo Schwarz*, Karsten Tschampel, Marco Wörle

Werkstätten

Martin Flammann (Werkstattleiter), Siegfried Hähnle, Karl-Heinz Notheis, Katharina Zitsch

Fahrer

Nihat Kilic, Andreas Kunath

Kostümabteilung

Kerstin Oelker (Leiterin der Kostümabteilung), Ursula Budgereit, Carmen Helmle, Petra Kastner, Tatsiana Kapliakowa, Tatjana Krüger, Elke Weißbrodt, Helga DrachWinkler

Maske

Tanja Dammert (Chefmaskenbildnerin), Tugba Saglam

Requisite

Sigrun Engel-Schmidt, Regine Nagel, Detlef Stellbaum, Gerd Werthhammer * Gast für einen Teil der Spielzeit

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Sehr geehrtes Publikum, die Badische Landesbühne leistet einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben, zur kulturellen Integration und Bildung in ihrer Sitzstadt. Doch längst nicht alle Projekte kann das Theater aus seinem Etat finanzieren. Umso wichtiger ist es, dass es gute Freunde hat. Deswegen unterstützen wir, die Mitglieder des Freundeskreises Badische Landesbühne, die BLB ideell und finanziell. In der vergangenen Spielzeit lag unser Schwerpunkt dabei auf dem Kinder- und Jugendtheater. Es erhielt mit dem theater treppab im Januar 2017 eine eigene Spielstätte, deren Umbau von uns gefördert wurde. Wir freuen uns sehr, dass das theater treppab mittlerweile zu einem kulturellen Begegnungszentrum Bruchsals geworden ist! Ganz herzlich möchte ich Sie dazu einladen, dem Freundeskreis Badische Landesbühne beizutreten! Als Mitglied leisten Sie nicht nur Unterstützung, sondern haben auch die Möglichkeit, sich aktiv in unsere Arbeit einzubringen und dabei andere Theaterinteressierte kennenzulernen. Ich freue mich auf Sie und wünsche Ihnen eine anregende Spielzeit!

Dr. Patrick Vivell Vorsitzender des Freundeskreises Badische Landesbühne

110


Eine Freundschaft bietet Ihnen viele Möglichkeiten

Nehmen Sie an exklusiven Veranstaltungen für Mitglieder teil Lernen Sie in Gesprächsrunden das Ensemble der BLB kennen Werfen Sie bei Führungen einen Blick hinter die Kulissen Erhalten Sie vorab Informationen zu den Plänen des Theaters Helfen Sie uns bei besonderen Aktionen und lernen dabei andere Theaterinteressierte kennen Wählen Sie, welche jungen Ensemblemitglieder die Prei- se für herausragende künstlerische Leistungen erhalten

Ihre Mitgliedschaft Als Einzelperson kostet die Mitgliedschaft im Jahr 36 €, für Schüler, Studenten und Auszubildende sind es 18 €, Familien bezahlen 54 € und für Firmen und Vereine sind es 75 €. Mit der Bestätigung Ihrer Mitgliedschaft erhalten Sie von uns Ihren Mitgliedsausweis, der zur Teilnahme an allen Aktivitäten des Freundeskreises berechtigt, sowie einen Gutschein zu einer BLB-Vorstellung. Die Teilnahme an der Hausführung ist für Mitglieder des Freundeskreises kostenlos.

Interessiert? Dann senden Sie uns einen Beitrittsantrag und schon sind Sie offizieller Freund der Badischen Landesbühne: Freundeskreis Badische Landesbühne Am Alten Schloss 24 76646 Bruchsal freundeskreis@dieblb.de Der Freundeskreis Badische Landesbühne wird unterstützt durch die Sparkasse Kraichgau. 111


Großes

ABO

Premierenabo A (Donnerstag) Die verlorene Ehre der Katharina Blum 21. September 2017, 19.30 Uhr

Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau 12./26. Oktober, 2. November 2017, 19.30 Uhr

Mondlicht und Magnolien 16. November 2017, 19.30 Uhr

Es wird schon nicht so schlimm! 7./14. Dezember 2017, 19.30 Uhr

Der Steppenwolf 1. Februar 2018, 19.30 Uhr

Misery 22. Februar, 8./15. März, 12. April 2018, 19.30 Uhr

Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit 12. Juli 2018, 20.30 Uhr

Sonntagsabo B Die verlorene Ehre der Katharina Blum 24. September 2017, 19.30 Uhr

Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau 15./22./29. Oktober 2017, 19.30 Uhr

Mondlicht und Magnolien 19. November 2017, 19.30 Uhr

Es wird schon nicht so schlimm! 10./17. Dezember 2017, 14./28. Januar 2018, 19.30 Uhr

Misery 25. Februar, 4./11./18. März 2018, 19.30 Uhr

Der Steppenwolf 8. April 2018, 19.30 Uhr

Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit 15. Juli 2018, 20.30 Uhr 112


Sichern Sie sich Ihren festen Platz für sieben Stücke unseres Abendspielplans Samstagsabo C Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau 23./30. September, 7. Oktober, 4. Nobember 2017, 19.30 Uhr

Die verlorene Ehre der Katharina Blum 21. Oktober 2017, 19.30 Uhr

Es wird schon nicht so schlimm! 18./25. November, 2. Dezember 2017, 13. Januar 2018, 19.30 Uhr

Mondlicht und Magnolien 16. Dezember 2017, 19.30 Uhr

Misery 17./24. Februar, 3./10. März 2018, 19.30 Uhr

Der Steppenwolf 7. April 2018, 19.30 Uhr

Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit 21. Juli 2018, 20.30 Uhr

Freitagsabo D Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau 29. September, 6. Oktober, 3. Nobember 2017, 19.30 Uhr

Die verlorene Ehre der Katharina Blum 20. Oktober 2017, 19.30 Uhr

Es wird schon nicht so schlimm! 1. Dezember 2017, 12./19. Januar, 2018, 9. Februar 2018, 19.30 Uhr

Mondlicht und Magnolien 15. Dezember 2017, 19.30 Uhr

Der Steppenwolf 2. März 2018, 19.30 Uhr

Misery 23. März, 6./13./20. April 2018, 19.30 Uhr

Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit 20. Juli 2018, 20.30 Uhr 113


Partner

ABO

Zu zweit ins Theater Fünf Produktionen bei freier Terminwahl und bester verfügbarer Platzkategorie

Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Do, 21./So, 24. September, Fr, 20./Sa, 21. Oktober 2017 19.30 Uhr

Mondlicht und Magnolien

Do, 16./So, 19. November, Fr, 15./Sa, 16. Dezember 2017 19.30 Uhr

Der Steppenwolf

Do, 1. Februar, Fr, 2. März, Sa, 7./So, 8. April 2018, 19.30 Uhr

Misery

Sa, 17./24., Do, 22./So, 25. Februar 2018, Do, 8./15., Sa, 3./10., So, 11./18., Fr, 23. März 2018, Do, 12., Fr, 6./13./20. April 2018, 19.30 Uhr

Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit

Do, 12./ Fr, 13./Sa, 14./So, 15./Do, 19./Fr, 20./Sa, 21./ So, 22. Juli 2018, 20.30 Uhr

Junges

ABO

Das Angebot für junge Theatergänger: Drei Stücke aus dem ganzen Spielplan zur freien Auswahl Ob Klassiker, Komödie oder moderne Dramatik: Mit unserem neuen Angebot können Schülerinnen und Schüler drei Stücke aus unserem gesamten Spielplan zu einem individuellen Abo miteinander kombinieren. 114


r h U 7 1 ABO

Unsere Reihe am Sonntagnachmittag

Für alle, denen unsere Abendvorstellungen zu spät beginnen, bieten wir an vier Sonntagen Vorstellungen um 17.00 Uhr an. Wie auch bei den 19.30-Uhr-Terminen wird es Einführungen zu den Stücken Die verlorene Ehre der Katharina Blum und Der Steppenwolf geben. Wenn Sie die 17-Uhr-Termine im Abonnement buchen, erhalten Sie freien Eintritt zu einer unserer Hausführungen.

Die verlorene Ehre der Katharina Blum So, 1. Oktober 2017 Einführung um 16.30 Uhr

Mondlicht und Magnolien

Der Steppenwolf So, 18. Februar 2018 Einführung um 16.30 Uhr

Misery So, 8. April 2018

So, 17. Dezember 2017 Die 17-Uhr-Reihe ist eine Kooperation der Badischen Landesbühne mit der Initiative Neues Altern in der Stadt (NAIS).

SchnupperABO Drei Theaterbesuche für 33 Euro Egal ob für Weihnachten, zu einem Geburtstag oder nur, um eine Freude zu machen: Das Schnupper-Abo der Badischen Landesbühne ist immer ein ideales Geschenk. Das kleine Abo bietet drei Theateraufführungen bei bester verfügbarer Platzkategorie. Natürlich können Sie sich auch selbst mit diesem Abonnement beschenken! 115


Quartett Sextett Quartett und Sextett sind zwei Angebote für alle, die ihren Theaterbesuch flexibel und trotzdem preisgünstig gestalten wollen. Im Quartett gibt es vier, im Sextett sechs übertragbare Gutscheine für Vorstellungen nach freier Wahl und in bester verfügbarer Platzkategorie.

Abonnenten n e t n e n n o b A n e b r e w Weiterempfehlen lohnt sich! Werben Sie als Abonnentin und Abonnent bei Ihren Freunden, Verwandten oder Bekannten für unsere Abonnements. Für die erfolgreiche Vermittlung erstatten wir Ihnen einmalig 30 Prozent Ihres Abonnementpreises.

Vorverkauf Karten- und Abonnementbüro Badische Landesbühne, Am Alten Schloss 24, 76646 Bruchsal Telefon: 07251.72723, E-Mail: ticket@dieblb.de/abo@dieblb.de

www.reservix.de

Abendkasse Badische Landesbühne, Stadttheater, Telefon: 07251.72747 Profa, Wilderichstraße 31, Telefon: 07251.72778 jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn 116


Preise Einzelkarten

regulär

ermäßigt

I. Platz

17,00 €

10,00 €

II. Platz

15,00 €

8,00 €

III. Platz

12,00 €

7,00 €

Hexagon

15,00 €

8,00 €

Matinee

8,00 €

5,00 €

Kinder-/Jugendtheater

9,00 €

5,00 €

Schulvorstellung DAS GROSSE ABO

3,50 € regulär

ermäßigt

I. Platz

80 €

60 €

II. Platz

70 €

55 €

III. Platz

60 €

40 €

regulär

ermäßigt

I. Platz

48 €

32 €

II. Platz

40 €

28 €

III. Platz

32 €

24 €

DAS 17-UHR-ABO

WEITERE ABOS

regulär

Partner-Abo

90 €

Junges Abo

15 €

Quartett

48 €

Sextett

69 €

Schnupper-Abo

33 €

Ermäßigung erhalten Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende, Helferinnen und Helfer im Freiwilligen Sozialen Jahr, Bundesfreiwilligendienstleistende, ALG II– Empfänger und Schwerbehinderte gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises.

117


So erreichen Sie uns Die Badische Landesbühne Am Alten Schloss 24 76646 Bruchsal

Telefon: 07251.7270 Fax: 07251.72746 E-Mail: info@dieblb.de

Theaterleitung Carsten Ramm Intendant E-Mail: intendanz@dieblb.de Telefon: 07251.72721

Norbert Kritzer Verwaltungsleiter E-Mail: kritzer@dieblb.de Telefon: 07251.72727

Kinder- und Jugendtheater Joerg Bitterich Leiter des Kinder- und Jugendtheaters E-Mail: bitterich@dieblb.de Telefon: 07251.72734

Dramaturgie Tristan Benzmüller Chefdramaturg E-Mail: benzmueller@dieblb.de Telefon: 07251.72731

Petra Jenni Dramaturgin E-Mail: jenni@dieblb.de Telefon: 07251.72732

Theaterpädagogik Barbara Meißner Theaterpädagogin E-Mail: meissner@dieblb.de Telefon: 07251.72737

Katherine Kügler Theaterpädagogin E-Mail: kuegler@dieblb.de Telefon: 07251.72728

Werbung/Öffentlichkeitsarbeit Martina Illinger Leitung E-Mail: presse@dieblb.de Telefon: 07251.72724 118

Daniel Sandbühler E-Mail: info@dieblb.de Telefon: 07251.72733


Unsere Spielorte Großes Haus / Hexagon Am Alten Schloss 24 76646 Bruchsal

theater treppab Am Alten Schloss 6 76646 Bruchsal

Profa Wilderichstr. 31 76646 Bruchsal

www.dieblb.de Alle Informationen rund um die BLB finden Sie auf unserer Homepage! Zum Beispiel Bilder und Kritiken zu aktuellen Inszenierungen, alle Termine, Wissenswertes zum Theater und vieles mehr.

Facebook Wenn Sie uns bei Facebook abonnieren, sind Sie immer auf dem Laufenden. Wir posten nicht nur Neuigkeiten zu unseren anstehenden Veranstaltungen, sondern geben auch Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen.

Newsletter Wenn Sie unseren Newsletter unter info@dieblb.de bestellen, erhalten sie monatlich eine E-Mail mit Informationen zu allem, was wir für den kommenden Monat planen.

Monatsplan Unser gedruckter Monatsplan bietet eine praktische Terminübersicht und detaillierte Beschreibungen unserer Veranstaltungen. Er liegt im Theater und an zahlreichen weiteren Stellen in Bruchsal aus. 119


Inhalt Seite Vorworte

22

15 Thesen zu kultureller Integration und Zusammenhalt

26

Spielzeit 2017.2018 Abendspielplan

36

Kinder- und Jugendtheater

50

Interview mit drei Regisseuren

66

Café Europa und weitere Extras

74

Bürgertheater

88

Theaterpädagogik

92

Rund um unsere Vorstellungen

105

Das Ensemble

108

Freundeskreis Badische Landesbühne

110

Karten, Abonnements und Preise

112

Impressum Spielplan 2017.2018 der Badischen Landesbühne / Intendant Carsten Ramm / Verwaltungsleiter: Norbert Kritzer / Redaktion: Larissa Benszuweit, Tristan Benzmüller / Konzept: DesignRABE / Illustrationen: Christine Ramm / Fotos: Sonja Ramm, Fotoassistenz: Hannah Ziolkowski / Layout: Martina Illinger, Daniel Sandbühler / Druck: Stork Druckerei GmbH Bruchsal

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Spielzeit 2017.2018 Johann Wolfgang Goethe Urfaust Heinrich Böll/Margarethe von Trotta Die verlorene Ehre der Katharina Blum Eric-Emmanuel Schmitt Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau Mark Twain Der Prinz und der Bettelknabe Ron Hutchinson Mondlicht und Magnolien Hans Schweikart Es wird schon nicht so schlimm! Holger Schober Auschwitz meine Liebe Hermann Hesse Der Steppenwolf Hans Christian Andersen Die Prinzessin und der Schweinehirt Stephen King Misery Otfried Preußler Der Räuber Hotzenplotz Pierre Augustin Caron de Beaumarchais Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit

www.dieblb.de

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Die Badische Landesbühne - Spielzeitbuch 2017.2018  
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