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Einkehren & genieĂ&#x;en

Wein- und GastrofĂźhrer

Sonderbeilage, Freitag, 26. Juni 2020 www.verlagshaus-jaumann.de


Wein- und Gastroführer

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Vielfalt und Regionalität Die Gastronomie im Dreiländereck hat für jeden etwas zu bieten. So vielfältig wie die Landschaft, die sich von der Rheinebene über die sanften Rebhänge des Markgräflerlandes bis hin zur Schwarzwaldidylle des Wiesentals erstreckt, ist auch das kulinarische Angebot. Es ist die Vielfalt, welche die Gastronomie im Dreiländereck auszeichnet. Bodenständige Markgräfler Gerichte treffen in diesem Landstrich auf exklusive mehrgängige Schlemmermenüs und Gala-Diners für die Festgesellschaft. Hungrige Wanderer finden hier ihren deftigen Vesperteller mit Schwarzwälder Schinken und Speck oder den Klassiker Elsässer Wurstsalat. Bodenständige Spezialitäten wie „Suuri Leberle“ oder „Ziebelewaie“ sind ebenfalls ein Genuss. Heimatverbunden aber auch weltoffen sind die Menschen im Dreiländereck. Dies gilt ganz besonders für die kreativen Küchenchefs, die neben den badischen oder markgräfler Spezialitäten auch leichte mediterrane Sommergerichte zubereiten. Die Nähe zur Schweiz und dem Elsass hinterlässt auch in der Küche der Region ihre Spuren. Die Aufgeschlossenheit zeigt sich ebenso an der Herzlichkeit, mit der unsere Nachbarn

aus der Schweiz und dem Elsass als Gäste empfangen werden. Dabei setzen die Köche auf beste Qualität bei den Ausgangsprodukten, die meist von den Feldern und Höfen in der Region kommen. Dies gilt auch für die Winzer und Kellermeister im Markgräflerland. Ganz bodenständig wird hier der Gutedel als traditionelle Rebsorte angebaut. Dieser ist aber auch eine Spielwiese für junge und innovative Kellermeister, die neben ganz klassisch ausgebautem Gutedel auch leichte, elegante und unaufdringliche Weine erzeugen. Aber auch farbintensive und kräftige Rotweine haben die Weingüter und Winzergenossenschaften der Region in ihrem Sortiment, Weine, die die Konkurrenz aus Italien, Frankreich, Spanien oder aus Übersee nicht zu scheuen brauchen und jedem Vergleich standhalten. Lassen Sie es sich schmecken, genießen Sie die Gastfreundlichkeit der in unserem Weinund Gastroführer vertretenen Restaurants, Gasthäuser und -höfe. Entspannen Sie sich bei einem guten Glas Wein von den erstklassigen Winzergenossenschaften und Weingütern des Markgräflerlands.

Impressum Wein- und Gastroführer Eine Sonderbeilage des Verlagshaus Jaumann Die Oberbadische – Markgräfler Tagblatt – Weiler Zeitung Verantwortlich: Guido Neidinger Redaktion: Alexander Anlicker Gestaltung: Schwarzwälder Bote Medienvermarktung Südwest GmbH, Marena Kurs Anzeigen: Achim Abele Druck: Druckzentrum Südwest, Villingen-Schwenningen

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Inhaltsverzeichnis Markgräfler Winzer eG, Efringen-Kirchen

S.   3

Winzerkeller Auggener Schäf eG, Auggen

S.   4

Lieler Schlossbrunnen, Schliengen-Liel

S.   5

Badischer Hof, Haltingen

S.   6

Wein & Hof Hügelheim eG, Müllheim-Hügelheim S.

 7

Hotel-Restaurant Löwen, Zell im Wiesental

S.   8

Gasthaus Zum Wilden Mann, Zell im Wiesental

S.   8

Restaurant Hermes, Schopfheim

S.   9

Gasthaus Sternen, Schopfheim

S.   9

Schwarzbrenner, Lörrach-Brombach

S. 11

Andi´s Steakhüsli, Schopfheim-Fahrnau

S. 11

Neue Krone, Schopfheim

S. 11

Restaurant Glöggler, Schopfheim

S. 11


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Wein- und Gastroführer3

Biergärten und Gartenwirtschaften Drin oder draußen? In CoronaZeiten entscheiden sich viele Gäste lieber für draußen an der frischen Luft. Fest steht: Fast alle Restaurants im Dreiländereck haben wunderschöne Gartenwirtschaften, Biergärten oder Terrassen. Die lauschigen Innenhöfe – vo n den verkehrsreichen Straßen abgeschirmt – laden zum Verweilen ein. Kein Wunder, werden in der Region doch jährlich rund 2000 Sonnenstunden gezählt. Unter schattenspendenden Kastanienbäumen – viele so alt wie das Gasthaus selbst – lässt es sich an heißen Sommertagen und lauen Sommerabenden aushalten und genießen. Egal ob nun ein frisch gezapftes Bier zu Gerichten vom Grill oder ein spritziger Gutedel zu som-

merlich-leichten mediterranen Gerichten auf den Tisch kommt. Hof und Garten werden zur Freiluft-Küche Sagt man besser Biergarten oder Gartenwirtschaft? Darüber ließe sich – inbesondere in einer Weinbauregion – trefflich streiten, werden doch Biergärten hauptsächlich in Bayern verortet. Aber selbst die Tourismus Marketing Gesellschaft des Landes BadenWürttemberg wirbt in ihrem Internetauftritt mit den schönsten Biergärten im Land und fragt: „Was gibt es Schöneres als ein Bier im Biergarten zu trinken?“ Ein Gläschen Wein oder eine Schorle, kann im Markgräflerland die Antwort nur lauten. Wer sich nicht den teuren Luxus-

Grill in den Garten stellen will, braucht nicht auf Dry Aged Beef, T-Bone Steak, Flank Steak oder Pulled Porc Burger verzichten. Viele Restaurants im Dreiländereck bieten in ihren Gartenwirtschaften regelmäßig Grill-Events an. Die hochwertigen Zutaten, wie das Fleisch vom Hinterwälderrind, kommen direkt aus der

Region. Findige Küchenchefs zaubern mehrgängige Menüs inklusive Desserts auf dem Grill. Beim Barbecuegrillen, bei nur 100 bis 160 Grad Celsius, wird die Hitze dem Grillgut indirekt zugeführt und das Fleisch langsam gegart. Dieses wird dadurch zarter und saftiger als beim Anbraten in der Pfanne.


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Wein- und Gastroführer

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Interview mit Mike Kiefer - Vorsitzender DEHOGA Insbesondere die Gastronomie hat in den vergangenen Monaten sehr unter der Zwangsschließung zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus gelitten. Darüber haben wir mit dem Vorsitzenden des Kreisverbands Lörrach des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Mike Kiefer, gesprochen. Wie stark hat es die Betriebe getroffen? Sie haben stark gelitten. Im Prinzip waren die meisten Betriebe zwei Monate

lang vollständig geschlossen, die Kosten jedoch liefen weiter. Aber auch die Lockerungen lösen die wirtschaftlichen Probleme bei Weitem nicht. An einer Umfrage unseres Verbandes am Ende der ersten Öffnungswoche haben 2800 Gastwirte teilgenommen. Drei Viertel aller Betriebe hatten in der Woche nach den Lockerungen nicht mehr als 50 Prozent des Vorjahresumsatzes. 40 Prozent hatten sogar weniger als ein Viertel. Hier spielen Abstandsregelungen und dadurch verminderte Sitzplätze eine Rolle, wie natürlich auch die einst noch geschlossenen Grenzen für Freizeitzwecke. Einer anderen Befragung zufolge konnte unter den Beherbergungsbetrieben über Pfingsten nur jeder Fünfte mehr als die Hälfte des Vorjahresumsatzes erzielen. Bei touristischen Buchungen ist zwischenzeitlich ein etwas stärkeres Buchungsverhalten für den Sommer zu erkennen. Viele Gastronomen haben während der Corona-Krise einen Abhol- oder Lieferservice angeboten!

Hat sich das gelohnt? Nein, es hat sich nicht gelohnt. Zwar haben viele Gastwirte schnell eine Abholkarte aufgestellt und abholfähige Speisen kreiert, wirtschaftlich war dieses häufig jedoch ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Kosten konnten nicht gedeckt werden. Gastronomie war auch vor Corona schwierig, viele Betriebe hatten Mühe Personal zu finden, inwiefern verschärft sich die Situation durch Corona? Die Umsätze in der Gastronomie waren vor Corona ordentlich, die Gästenachfrage gut, aber die Kosten zu hoch. Nun fehlen Gäste. Neben den Abstandsregelungen kommen Beschränkungen bei Familienfeierlichkeiten und Tagungen hinzu. Gerade Caterer leiden darunter extrem und Clubs und Diskos haben derzeit wenig Perspektive. Diese Zweige haben quasi keine Einnahmen und fallen völlig hinten runter. Viele Mitarbeiter, auch in der Gastronomie, sind immer noch


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in Kurzarbeit, was wir sehr bedauern. Auch einige Entlassungen sind erfolgt. Wenn viele Gaststätten wegen Corona jetzt nur 50 bis 60 Prozent der Sitzplätze anbieten können, ist dieses in der Regel nicht kostendeckend. Rechnen Sie mit einer Schließungswelle infolge der Corona-Pandemie? Noch ist die große Pleitewelle ausgeblieben. Aber mit jedem Tag, an dem die neuen Nothilfeprogramme von Bund und Land in Baden-Württemberg nicht in die Tat umgesetzt werden, steigt das Risiko. Bei unserer Geschäftsstelle haben sich schon Einige zum Thema Insolvenz informiert. Ich rechne eher mit einer schleichenden Insolvenzwelle, die stärker wird, wenn die gestundeten Kosten fällig werden, wie beispielsweise Pachten, Darlehensraten, Leasingraten, GEMA, Beiträge und Steuern. Viele Betriebe schieben bereits einen Schuldenberg vor sich her, der durch die Lockerungen nicht abgebaut wird. Ob geschlossene Betriebe später von einem Nachfolger wieder geöffnet werden, ist aufgrund bürokratischer Hürden leider fraglich. Glück-

Wein- und Gastroführer5 licherweise gibt es natürlich auch Betriebe, die auf Rücklagen zurückgreifen können.

es das 360 Grad Einzugsgebiet wie in anderen Orten der Republik auch?

Welche Hilfe brauchen die Gastronomen jetzt?

Eine Beschränkung nur auf Gäste aus der Schweiz kann ich nicht erkennen. Gerade mit der Schweiz erzielen wir ja ein 360 Grad Gebiet. Die Gäste aus der Schweiz sind zweifelsohne wichtige Gäste, und die Schließung der Grenze war sicher ein extremes Ereignis, das selten vorkommt. Richtig dürfte aber auch sein, dass es viele Betriebe nicht geben würde, würden unsere Schweizer Gäste nicht mehr kommen.

Tempo, Tempo, Tempo! Schon vor einigen Wochen hat die Landesregierung 330 Millionen Euro Nothilfe für das Gastgewerbe beschlossen. Das Geld liegt bereit. Doch fließt dieses nicht, da es mit dem zögerlichen, nun aber endlich beschlossenen Förderprogramm des Bundes abgestimmt werden muss. Das geht viel zu langsam. Daneben brauchen Veranstalter, Caterer und Clubs endlich eine sichere Perspektive. Soweit noch nicht geschehen, könnte die Tourismuswerbung gerade für die Übergangszeit intensiv die Werbetrommel für den Urlaub im Land rühren. Und natürlich danken wir allen Gästen, die uns während der Krise und danach weiter die Treue halten und die notwendige Geduld für die Beschränkungen mittragen. Viele Betriebe im Dreiländereck haben in den vergangenen Jahren sehr auf Gäste aus der Schweiz gesetzt, war das klug - oder braucht

Viele Gäste sind noch zurückhaltend beim Restaurantbesuch. Manche sagen Außengastronomie ja, aber drinnen noch nicht. Können Sie den Menschen die Sorgen nehmen? Was tun Sie, damit die Gäste und ihre Mitarbeiter vor einer Ansteckung geschützt sind? Wir Gastwirte kennen uns mit Hygiene aus, aber wir sind keine Virologen. Die CoronaVerordnungen geben klare Schutzmaßnahmen vor. Mit den Empfehlungen des Robert Koch Instituts ist das an erster Stelle der Abstand. Ferner

stehen in vielen Betrieben Türen und Fenster offen, um gut durchzulüften. Handwaschgelegenheiten sind bei uns selbstverständlich, Desinfektion ebenfalls. Und wir tragen Masken, womit die wesentlichen Ansteckungsgefahren reduziert sind. Und es scheint zu funktionieren: Seit einem Monat haben Gaststätten wieder geöffnet und große Ansteckungswellen sind ausgeblieben. Manch ein Kollege verlangt von den Gästen auch mehr, zum Beispiel Masken bis zum Tisch zu tragen oder auf dem Weg zu den Sanitärräumen. Unser Verband informiert unsere Mitglieder über die Vorgaben.

ZUR PERSON Mike Kiefer Der 49-Jährige ist seit zwölf Jahren Vorsitzender des Kreisverbands Lörrach des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga). Er ist gelernter Küchenmeister und seit 2004 Hotelier. Er betreibt das Hotel „Löwen“ in Zell.

Am liebsten gemeinsam genießen.

Das feine Mineralwasser aus dem Markgräflerll and. Salz- und nitratarm.

www.lieler.de


Wein- und Gastroführer

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Kleines Wein-Lexikon wie Auslese wie Gutedel A Höchste Qualitätsstufe der G Gutedel ist die Hauptrebsordeutschen Prädikatsweine. Bei te des Markgräflerlands. Synonyder Auslese müssen kranke und unreife Beeren aussortiert werden. In Baden beträgt das Mostgewicht mindestens 98 Grad Öchsle.

me sind Chasselas (Frankreich) und Fendant (Schweiz). Der Gutedel kam Anfang des 18. Jahrhunderts vom Genfer See nach Deutschland.

wie Bouquet wie Hefe Der Begriff Bouquet (auch H Hefepilze sind MikroorganisB Bukett) stammt aus dem Franzö- men, die den Fruchtzucker des sischen und meint in der wörtlichen Übersetzung einen Blumenstrauß. Winzer bezeichnen damit den Geruch des Weines im Glas. Wie verschiedene Blumen in einem Strauß sorgen unterschiedliche Aromen für einen harmonischen und angenehmen Duft des Weines.

C

wie Cuvée In Deutschland wird die Bezeichnung für den Verschnitt verschiedener Grundweine benutzt, beispielsweise für einen Wein aus Regent- und SpätburgunderTrauben.

Traubenmosts in Alkohol und Kohlensäure umwandeln.

Jahrgang Für einen guten JahrJgangwie müssen das Wetter während des Wachstums und der Lese, die Reife der Trauben aber auch Sorgfalt bei der Lese und im Keller stimmen.

K

wie Depot Niederschlag am FlaschenD boden beziehungsweise Bodensatz. Besteht bei Rotweinen meist aus Trübstoffen, beim Weißwein eher aus Weinstein.

wie Kabinett Kabinettweine sind leichtere, elegantere Weine, die bestimmte Qualitätskriterien, wie in Baden ein Mostgewicht von 76 Grad Öchsle, erfüllen müssen.

E

L

wie Eiswein Zu Eiswein werden Trauben verarbeitet, die bei Temperaturen unter minus sieben Grad Celsius gelesen werden. Die Trauben müssen auch noch beim Keltern gefroren sein. Das Ergebnis ist extraktreiches Fruchtkonzentrat mit hohem Mostgewicht.

wie Landwein Landwein zählt zu den Weinen mit einer geschützten geografischen Angabe. Er ist ein unkomplizierter Wein, der typisch für seine Region ist. Landwein wird überwiegend in der trockenen oder halbtrockenen Ge-

schmacksrichtung angeboten. Landweine rangieren formal unter den Qualitätsweinen (QbA) müssen aber deshalb nicht schlechter sein. Spezialitäten wie beispielsweise ein ungefilterter naturtrüber Wein können die Kriterien für Qualitätswein nicht erfüllen und werden als Landwein angeboten.

M

wie Markgräflerland Bezeichnet weinbaurechtlich den Bereich zwischen Freiburg und Basel in der Vorbergzone des Schwarzwaldes. Spezialität ist der Gutedel, der auf kalkarmen Lößlehm, Mergel und Kalkverwitterungsböden gut gedeiht. Oechsle Grad OechsOlewie ist die Maß-

einheit für das Mostgewicht des Traubenmostes. Sie ist nach ihrem Erfinder Ferdinand Oechsle benannt. wie Prüfnummer Die AP-Nummer bekomP men alle Qualitätsweine und

Prädikatsweine als Nachweis der amtlichen Prüfung. Geprüft werden Farbe, Klarheit, Geruch, Geschmack und Harmonie eines Weines.

wie Qualitätswein Q Amtlich geprüfter Wein. Es gibt den „Qualitätswein bestimm-

ter Anbaugebiete“ (QbA) - hier darf der Most vor der Gärung mit Zucker angereichert werden - und den „Qualitätswein mit Prädikat“, bei dem die Anreicherung nicht erlaubt ist.

wie Restsüße R Die natürliche Restsüße bezeichnet den noch vorhandenen

unvergorenen Zucker im jungen Wein.

wie Säure Die Wein- und Apfelsäure S verleiht einem Wein Frische,

Spritzigkeit, Frucht und Eleganz. Sie ist auch für die Haltbarkeit des Weins mit verantwortlich.

wie Terroir T Die französische Bezeichnung Terroir leitet sich vom latei-

nischen Wort „terra“ für Erde ab. Mit Terroir sind die Standortfaktoren der Rebflächen gemeint, dies umfasst die Bodenbeschaffenheit, wie die Bodenfeuchtigkeit und die Zusammensetzung des Bodens mit verschiedenen Mineralien, aber auch Faktoren wie Sonneneinstrahlung und das Mikroklima. wie Zuckergehalt Dieser bezeichnet zum eiZ nen den Zuckeranteil bezie-

hungsweise das Mostgewicht am unvergorenen Traubenmost und zum anderen die Restsüße.


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So vielfältig wie die Küche im Dreiländereck sind auch die Weine Traditionelles Aushängeschild der Winzerinnen und Winzer des Markgräflerlandes ist der Gutedel. In keinem anderen Weinbaugebiet wird der 5000 Jahre alten Rebsorte eine so besondere Aufmerksamkeit geschenkt wie hier. Welch großes Potenzial allein im Gutedel steckt, zeigt das breite Sortiment an Gutedel-Weinen unterschiedlicher Prägung. Diese gibt es in einer ursprünglichen, traditionell ausgebauten Variante, als Roten Gutedel, kaltvergoren als fruchtigen und leichten Weißen Gutedel, lange auf der Hefe gelagert als „Chasslie“, als filigraner grüner Markgräfler und sogar verführerisch süß als Trockenbeerenauslese oder Eiswein. Wer den Gutedel von botanischer Seite kennen lernen möchte kann dies im Gutedelgarten am Schlossberg in Badenweiler tun. Hier wurde unter der wissenschaftlichen Begleitung des Staatlichen Weinbauinstituts Freiburg ein Schaugarten angelegt. Auf einer Fläche von rund 20 Ar enthält der Gut-

edelgarten eine sehr große Vielzahl von Gutedel-Variationen und Mutationen, die sich mit dem hohen Alter der Sorte von über 5000 Jahren und ihrer weitverbreiteten Nutzung erklären lassen. Die Anlage zeigt einen interessanten Überblick über die Population Gutedel, durch Präsentation der verschiedenen Spielarten der Rebsorte Gutedel auch aus den benachbarten Weinländern wie der Schweiz, Österreich, Ungarn, Siebenbürgen, Frankreich und Italien. Aber nicht nur Gutedel haben die Winzergenossenschaften und Weingüter in ihrem Sortiment. Hinzu kommen Weißweine wie beispielsweise Weißburgunder, Chardonnay oder Müller-Thurgau und erstklassige Rotweine. Die dunkelroten und kräftigen Spätburgunder Weine aus dem Markgräflerland brauchen – egal ob konventionell oder im Barrique ausgebaut – den Vergleich mit internationalen Weinen nicht zu scheuen.


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Wein- und Gastroführer

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Herausragende Gastronomie ist die Säule des Tourismus in der Region Wandern, Radfahren – sportlich mit dem Rennrad oder gemütlich mit dem E-Bike – Nordic Walking, eine Kanu- oder Weidlingtour auf dem Rhein, Goldwaschen am Rhein, ein Bad in der Therme oder eine Runde auf dem Golfplatz: Die Region hat touristisch allerhand zu bieten. Das wäre alles nichts ohne die exquisite Gastronomie. Das Dreiländereck mit Markgräflerland, Wiesental und Hochrhein hat kulinarisch einiges zu bieten. Wanderer und Radler wissen die gute Küche auch in entlegenen Gasthäusern zu schätzen. Als Mühe für die Strapazen winkt eine stilvoll auf dem Holzbrett servierte Vesperplatte oder

auch mal ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte mit einem großzügigen Schuss Kirschwasser, in einer urigen Gaststube, im lauschigen Biergarten oder auf einer Panorama-Terrasse mit Alpenblick. Urige Dorfbeizen locken mit herzhafter gutbürgerlicher Kost vom XXL Cordon bleu bis hin zum knusprigen Spanferkel. Komplett wird das vielfältige gastronomische Angebot durch ausgezeichnete Sterneküche. Keine andere Region hat so viele hervorragende Restaurants wie das Dreiländereck. Manch traditionelles Gericht

aus Großmutters Rezeptsammlung wurde von den innovativen und kreativen Küchenchefs verfeinert. Den Grundstein hierfür legen frische und qualitativ hochwertige Produkte aus der Region, die von den Köchen meisterhaft zubereitet werden. Feine Gemüse, Kräuter und Obst stammen hier meist noch aus eigenem Garten oder vom Bauern nebenan. Diese Gerichte stehen für köstlichen Genuss und sind in Verbindung mit den Weinen des Markgräflerlandes ein unvergleichliches Erlebnis.


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Wein- und Gastroführer9

Folgen der Pandemie für Winzer im Markgräflerland Von den Folgen der CoronaPandemie betroffen sind auch die Winzerinnen und Winzer. Mit der Schließung von Gastronomiebetrieben und dem Verbot von Großveranstaltungen zur Eindämmung des Coronavirus sind wichtige Absatzmärkte weggebrochen. Gehört doch insbesondere das Frühjahr mit der Spargelsaison zu den wichtigsten Monaten für Gastronomie und Weinbranche, gehören das edle Gemüse und ein guter Weißwein untrennbar zusammen. Etwas Glück im Unglück hatten die Winzergenossenschaften und Weingüter, dass sie ihre Verkaufsstellen nur kurz schließen mussten, da ihr Direktverkauf schnell mit Hofläden, Märkten und Lebensmittelgeschäften gleichgestellt

wurden. Gleichwohl mussten die Probierstuben geschlossen bleiben. Viele Winzer zeigten sich kreativ und boten beispielsweise Online-Weinproben an, für die sie zuvor entsprechende Weinpakete gepackt und veschickt hatten. Der Direktverkauf hat sowohl bei Winzergenossenschaften als auch bei Weingütern in den Zeiten der Kontaktbeschränkungen zugelegt. Wer im Home-Office arbeitet, abends nicht ausgehen kann und zuhause kocht, kann sich zum Essen auch ein Gläschen Wein gönnen. Die Steigerung im Endkundengeschäft macht aber die Einbußen bei der Gastronomie und vor allem bei den Veranstaltungen nicht wett. Vom Verbot der Großveranstaltungen bis 31. August sind viele

Das Markgräfler Weinfest wird dieses Jahr ausfallen.

Markus Büchin, Vorsitzender des Vereins Markgräfler Wein. Weinfeste im Markgräflerland betroffen. Darunter sind auch das große Bereichsweinfest, das Markgräfler Weinfest des Vereins Markgräfler Wein in Staufen, aber auch die alljährliche Gutedel-Prämierung beim Markgräfler Gutedel-Cup. „Die Weine werden selbstverständlich auch zuhause getrunken, aber Wein ist halt ein Gesellschaftsprodukt und daher fehlen diese Veranstaltungen sehr stark“, sagt der Vorsitzende des Vereins Markgräfler Wein, Markus Büchin, im Interview mit der Oberbadischen. Viele Kunden haben im Zuge der Corona-Pandemie ihr

Einkaufsverhalten geändert und mehr Wert auf Produkte aus der Region gelegt. „Ich denke und hoffe ja. Nicht nur beim Wein, sondern generell bei allen Produkte“, antwortet Büchin auf die Frage, ob dieser Trend auch nach Corona anhalten wird. Er betont: „Unterstützen Sie die Winzer und kaufen Sie bitte vor Ort.“ Nicht nur das Bereichsweinfest, sondern auch viele örtliche Wein- und Winzerfeste, die zwar nach dem Stichtag 31. August stattfinden sollten, wurden abgesagt. „Dass tausende Besucher den Festplatz, das Festzelt und beim Festumzug das Weindorf Auggen bevölkern und die Musiker mit Mundschutz auf der Bühne zur Schunkelrunde einladen“ können sich beispielsweise die Organisatoren des Auggener Winzerfests nicht vorstellen.


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Wein- und Gastroführer

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Weinlehrpfade bieten viel Wissenswertes zum Wein Mangels Veranstaltungsangebot haben viele Menschen das Wandern entdeckt. Warum nicht auch ein deftiges Vesper mit einem Glas Wein in der Natur genießen und etwas über den Wein lernen? Viele Weinbaugemeinden im Markgräflerland bieten Weinlehrpfade an. Beispielsweise der Panoramaweg

Schafberg in Efringen-Kirchen oder der Auggener Weinlehrpfad. Beim Auggener Weinlehrpfad hat man sogar die Auswahl zwischen drei verschiedenen Längen. Die längste Variante führt auf acht Kilometern einmal rund ums Dorf und durch die bekannten Lagen Letten und

Schäf. Startpunkt ist beim Winzerkeller Auggener Schäf, von dort geht es zum Hacher Rank, wo der Legende nach Noah an einem Felsen mit seiner Arche angelegt haben soll. Vom „Mülle Buck“ bietet sich ein toller Ausblick auf die Rheinebene und die Vogesen. Weiter geht es in Richtung Steinacker mit Blick auf den Blauen. Danach geht es durch die Reben südlich um Auggen herum. Von

der Lage Auggener Schäf genießt man am besten mit einem Gläschen Gutedel den Blick auf das Dorf mit der Kreuzkirche.

Tipp

Auf der Homepage der Gemeinde finden Sie unter www.auggen.de/files/ortsplan.jpg einen Plan des Weinlehrpfads zum Ausdrucken.


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