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Titelfoto: www.deutscheweine.de

Wein- & Gastroführer

Einkehren & genießen

Sonderveröffentlichung, Freitag, 23. Juni 2017

www.verlagshaus-jaumann.de


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Wein- und Gastroführer

Wo der Genuss zuhause ist So vielfältig wie die Landschaft, die sich von der Rheinebene über die sanften Rebhänge des Markgräflerlandes bis hin zur Schwarwaldidylle des Wiesentals erstreckt ist auch die Gastronomie im Dreiländereck. Sie ist nicht nur vielfältig, man isst nirgends so gut, wie im badischen Landesteil. „Die badische Küche gilt als leichter und französischer als andere deutsche Regionalküchen. Baden weist die höchste regionale Dichte an Sterne-Restaurants in Deutschland auf“ ist unter anderem in der Online-Enzyklopädie Wikipedia nachzulesen. Genuss hat hier eine lange Tradition: Schon die Römer brachten den Wein in die Region, und mit der Neuordnung des Südwestens Anfang des 19. Jahrhunderts unter Napoleon hatte die französische Küche starken Einfluss auf die badische Küche. Das Ergebnis ist eine heimatverbundene badische und markgräfler Küche mit regionalen Spezialitäten, verbunden mit einer kreativen modernen Küche mit mediterranen Einflüssen. Urige Dorfstuben, Restaurants mit klassisch weiß gedeckter Tafel oder eine Lounge mit moderner und entspannter Atmosphäre sind hier ebenfalls zu finden. Egal ob Genussreisende, hungrige Wanderer, Festgesellschaften oder Geschäftsleute beim BusinessLunch - Die Gastronomie im Dreiländereck hat für jeden etwas zu bieten. Bodenständige Gerichte und zünftige Vesper treffen in diesem Landstrich auf exklusive mehrgängige Schlemmermenüs und Gala-Diners für die Festgesellschaft. Die Nähe zur Schweiz

– insbesondere zur Messestadt Basel - und dem Elsass hinterlässt auch in der Küche der Region ihre Spuren. Aufgeschlossen und herzlich werden unsere Nachbarn aus der Schweiz und dem Elsass als Gäste empfangen. Weltoffen und aufgeschlossen aber ebenso traditionsbewusst sind auch die Winzer und Kellermeister im Markgräflerland. Traditionell wird hier der Gutedel als Rebsorte angebaut. Dieser ist eine Spielwiese für junge und innovative Kellermeister, die, neben klassisch ausgebautem Gutedel für Puristen, auch leichte, elegante und unaufdringliche Weine erzeugen. Aber auch farbintensive und kräftige Rotweine haben die Weingüter und Winzergenossenschaften der Region in ihrem Sortiment. Weine, die die Konkurrenz aus Italien, Frankreich, Spanien oder aus Übersee nicht zu scheuen brauchen und jedem Vergleich standhalten. Lassen Sie es sich schmecken, genießen Sie die Gastfreundlichkeit der in unserem Weinund Gastroführer vertretenen Restaurants, Gasthäuser und -höfe. Entspannen Sie sich bei einem guten Glas Wein von den erstklassigen Winzergenossenschaften und Weingütern des Markgräflerlands.

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Inhaltsverzeichnis Bezirkskellerei Markgräflerland, Efringen-Kirchen

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Brauerei Lasser GmbH & Co. KG, Lörrach

S. 4

Fünfschilling, Fischingen

S. 5

Landgasthaus Maien, Rheinfelden-Eichsel

S. 6

Klosterhof GmbH, Wehr

S. 7

Badischer Hof, Weil am Rhein / Haltingen

S. 8

Landgasthof Engemühle, Efringen-Kirchen

S. 8

Winzerkeller Auggener Schäf eG, Auggen

S. 9

Winzergenossenschaft Hügelheim, Müllheim

S. 10

Gasthof Adler, Neuenburg

S. 11

Schwanen Landgasthof-Hotel, Bad Bellingen

S. 12

Kurhotel Markushof, Bad Bellingen

S. 12

Impressum Wein- und Gastroführer Eine Sonderbeilage des Verlagshaus Jaumann Die Oberbadische – Markgräfler Tagblatt – Weiler Zeitung Verantwortlich: Guido Neidinger Redaktion: Alexander Anlicker, Jutta Schütz Gestaltung: Schwarzwälder Bote, Marena Kurs Anzeigen: Christian Hügerich Druck: Druckzentrum Südwest, Villingen-Schwenningen


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Typisch Markgräfler: Der Gutedel Gutedel und das Markgräflerland sind eins. In keinem anderen Weinbaugebiet wird der 5000 Jahre alten Rebsorte eine so besondere Aufmerksamkeit geschenkt, wie hier. Er ist sozusagen der Markenkern des Markgräflerlandes, so dass er oft auch als „Markgräfler“ bezeichnet wird. Welch großes Potenzial allein im Gutedel steckt, zeigt das breite Sortiment an Gutedel-Weinen unterschiedlicher Prägung. Diese gibt es in einer ursprünglichen, traditionell ausgebauten Variante für Puristen ebenso wie als Roten Gutedel, kaltvergoren als fruchtigen und leichten Weißen Gutedel, lange auf der Hefe gelagert als „Chasslie“, als filigraner grüner Markgräfler und sogar verführerisch süß als Trockenbeerenauslese oder Eiswein. Wer den Gutedel von botanischer Seite kennen lernen möchte kann dies im Gutedelgarten am Schlossberg in Badenweiler

tun. Hier wurde unter der wissenschaftlichen Begleitung des Staatlichen Weinbauinstituts Freiburg ein Schaugarten angelegt. Auf einer Fläche von rund 20 Ar enthält der Gutedelgarten eine sehr große Vielzahl von GutedelVariationen und Mutationen, die sich mit dem hohen Alter der Sorte von über 5000 Jahren und ihrer weitverbreiteten Nutzung erklären lassen. Die Anlage zeigt einen interessanten Überblick über die Population Gutedel, durch Präsentation der verschiedenen Spielarten der Rebsorte Gutedel auch aus den benachbarten Weinländern wie der Schweiz, Österreich, Ungarn, Siebenbürgen, Frankreich und Italien. Aber nicht nur Gutedel haben die Winzergenossenschaften und Weingüter in ihrem Sortiment. Hinzu kommen Weißweine wie beispielsweise Müller-Thurgau, Weißburgunder, Chardonnay oder auch Sauvignon blanc und erstklassige Rotweine. Die dun-

kelroten und kräftigen Spätburgunder Weine aus dem Markgräflerland brauchen – egal ob konventionell oder im Barrique ausgebaut, den Vergleich mit internationalen Weinen nicht zu scheuen. Der Weinbau hat eine lange Tradition im Markgräflerland. Schon die Römer sollen den Wein hierher gebracht haben. Schon im 8. Jahrhundert wird in Hach und Zizingen der Anbau von Reben urkundlich bezeugt. Schriftlich belegt ist auch der Weinanbau im Hochmittelalter in Bad Bellingen, wie die älteste deutsche Rebordnung, die das Kloster Muri um das Jahr 1150 verfügte, beweist. Diese erlaubte den Bellinger Rebbauern, ein Sechstel ihres Traubenmosts selbst zu behalten. Ein Meilenstein für den Weinbau im Markgräflerland war die Einführung der Gutedel-Rebe um das Jahr 1780 durch den Großherzog Markgraf KarlFriedrich von Baden.

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Ein glückliches „Paradiesgärtlein“ „Es ist ein glückliches Land, wo Wein vor der Kulisse des Schwarzwaldes reift“, schrieb bereits Johann Wolfgang von Goethe und Johann Peter Hebel nannte das Markgräflerland sein „Paradiesgärtlein“. Das Rheintal, die Vorbergzone mit ihren Reben, die sanften

Hügel des Dinkelbergs und die Schwarzwaldtäler und -berge mit ihren Weiden. Neben den hervorragenden Weinen gedeihen im Dreiländereck Kräuter und Gemüse aller Art, und viele Wiesen mit Obstbäumen prägen das Landschaftsbild. Das milde Klima sorgt für eine lange Vegetationsperiode und

somit eine reiche Vielfalt an Kulturund Nutzpflanzen. So vielfältig wie die Landschaft ist auch das kulinarische Angebot der Region. Die heimischen Produkte prägen je nach Jahreszeit auch die Küche der Region. Im Frühjahr gedeiht im warmen und sandigen Boden der Rheinebene vor allem der Spargel, bei dessen Zubereitung die Gastronomen in der kurzen Saison – diese endet traditionell am Johannistag – zu Hochform auflaufen. Auch frische Kräuter, wie beispielsweise Bärlauch, haben im Frühling Konjunktur. Im Sommer locken leichte Gerichte mit schmackhaften Gemüse und Fischgerichte wie Lachs – als Salm Namensgeber vieler Gasthäuser entlang des Rheins – und natürlich

die Schwarzwald- oder Bachforelle. Zur Erntezeit wärmt ein feines Kürbissüppchen. Nahtlos geht der Sommer in den Herbst über, und neben Pfifferlingen und Steinpilzen kommen Wildgerichte wie Rehrücken, Wildschwein oder Fasan auf den Teller. Zur Zeit der Weinlese lockt neben neuem Wein (auch neuer Süßer oder Federweißer genannt) vor allem die Ziebelewaie. Deftiges steht im Winter auf der regionalen Speisekarte, wie beispielsweise Metzgete: frische Blut- und Leberwürste, Bauchspeck mit Suurchrut und Salzkartoffeln. Natürlich ist auch die Martinsgans als Spezialität auf den herbstlichen Speisekarten der Region zu finden. Dazu kommen ganzjährig badische Klassiker wie Suuri Läberle, Schäufele, Sauerbraten oder Suppenfleisch.

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Spaß am Essen Mit verschiedenen Lebensmitteln etwas zubereiten was lecker schmeckt, das macht für Moritz Göbel den Reiz des Kochberufs aus. Der 20-jährige absolviert derzeit sein drittes Lehrjahr im Markushof in Bad Bellingen. Toll findet er die Zusammenarbeit im Team. „Man arbeitet Hand in Hand, wie

in einer Fußballmannschaft“, sagt Göbel. Natürlich weiß der Auszubildende um die negativen Aspekte: „Man arbeitet, wenn andere Freizeit haben“, sagt er mit Blick auf Wochenenden und Feiertage. „Der Beruf macht wahnsinnig Spaß, da kann man darüber hinwegsehen.“ Offenheit scheint eine der Grundvoraussetzungen in der Gastronomie zu sein. So finde man auch schnell neue Freunde aus der Gastronomie, mit denen man in der Pause oder nach der Arbeitszeit etwas unternehmen kann, erklärt der 20-jährige. Die Arbeitstage sind lang – auch wegen der Pause am Mittag. Um 8.30 Uhr geht es in der Küche mit der Vorbereitung für den Tag los. Soßen werden gekocht, Gemüse geschnitten sowie Nudeln und Kartoffeln vorbereitet, damit für das Mittagessen alles Vorhanden ist. Nach der Mittagszeit ist ab 14 Uhr zunächst Pause, bevor von 18.30 bis 21 Uhr für die Abendgäste gekocht wird. Dem jungen Auszubildenden macht das nichts aus. „Ich hab als Junge schon angefangen zuhause zu

kochen und auszuprobieren“, berichtet er. Auch wenn er jetzt tagtäglich in der Küche steht, hat er immer noch Lust darauf für Freunde ein leckeres Essen zuzubereiten und Sachen auszuprobieren. Allerdings tauscht er dabei den Herd gegen den Grill aus. „Ich grille gerne mit Freunden“, sagt der 20-Jährige. Auf die Frage nach seinem Lieblingsgericht antwortet er dann auch ohne zu zögern: „Steaks! Ein Rinderfilet in verschiedenen Vaianten zuzubereiten, das macht mir am meisten Spaß.“ In wenigen Wochen hat Göbel seine Ausbildung abgeschlossen, dann bleibt er bis zum Jahresende noch im Markushof – auch als Dankeschön für die gute Zeit hier, betont er. Dann zieht es ihn ins Ausland, zunächst will er drei bis vier Monate reisen und dann in der Schweiz arbeiten. „Ich Snowboarde gernde“, schiebt er gleich mit einem Lächeln hinterher. „Das tolle am Koch-Beruf ist, man findet überall auf der Welt Arbeit“, erklärt Göbel. „Man sollte Spaß haben, sich mit Essen zu beschäftigen, auch daran das Essen zu probieren. Und man sollte Kompromisse mit der Arbeitszeit eingehen können“, lautet sein Ratschlag an alle, die sich für den Beruf interessieren.


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Superfood aus der Region Superfood wie Chia-Samen, Goji-Beeren sind in aller Munde. Die exotischen Samen und Früchte werden wegen ihrer gesunden Inhaltsstoffe intensiv beworben. Doch ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt, dass sich traditionelle Obst und Gemüsesorten nicht verstecken brauchen. Alles was in Superfood steckt, steckt auch in den heimischen Pflanzanarten. Superfood aus der Region spielt daher auch in der Gastronomie eine Rolle. „Essen, was um einen herum wächst“, lautet die Devise der Köche und so finden alte ursprüngliche Gemüse- und Obstsorten oder essbare Wildkräuter – die fast in Vergessenheit geraten waren – den Weg zurück in die Küche.

Weil immer mehr Menschen auf Fleisch verzichten hat auch die vegetarische und vegane Küche in der Gastronomie ihren Platz gefunden: Das Gemüse

ist der neue Star auf dem Teller. Für Abwechslung sorgen alte Gemüsesorten. So erlebt beispielsweise der Kohl als Blattkohl, Grünkohl und Fed-

erkohl eine Renaissance. Auch Neuzüchtungen wie „Flower Sprouts“ eine leicht nussige und mild schmeckende Kreuzung aus Rosenkohl und den vorher genannten Kohlsorten stehen hoch im Kurs. Auch Catalogna, am Kaiserstuhl „Vulkanspargel“ genannt, eine Zichorienart, zählt zu den trendigen Gemüsesorten. Die heimischen Produkte werden von jungen und innovativen Küchenchefs einfach aber kreativ verarbeitet: kurz und knackig gegart sowie fettarm. Das Ergebnis ist eine sättigende aber leichte Küche, mit einem feinen Säurespiel. Hier und da wird mit asiatischen oder - den ebenfalls angesagten orientalischen Gewürzen - verfeinert. Manch badischer Klassiker kommt so - vielleicht mit etwas geriebenem Ingwer geschärft, in einem neuen kulinarischen Gewand daher.


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Gastronomie ist die Säule des Tourismus Warum in die Ferne schweifen? Angesichts der Krisen auf der Welt boomt der Urlaub im eigenen Land. Der Schwarzwald und damit auch die Region im Dreiländereck profitiert von steigenden Übernachtungszahlen. Wandern und Radfahren stehen bei Urlaubern hoch im Kurs. Es sind vor allem immer mehr Genussradler mit E-Bikes unterwegs, die Hügel und Berge mit der elektrischen Unterstützung scheinbar mühelos erklimmen. Treten muss man natürlich immer noch, und daher ist eine genussvolle Stärkung auch bei den Radlern immer noch gefragt. In den Gasthäusern können nicht nur die Gäste bei einem feinen Essen ihren Akku aufladen, es gibt auch immer mehr Wirtschaften, die auch eine Stromtankstelle für E-Bikes anbieten. Die interessanten und abwechslungsreichen Touren mit tollen Ausblicken wären alles nichts ohne die ausgezeichnete Gastronomie. Das Dreiländereck mit Markgräflerland, Wiesental und Hochrhein hat kulinarisch einiges zu bieten. Wanderer und Radler wissen die gute Küche auch in ent-legenen Gasthäusern zu schätzen. Als Mühe für die Strapazen winkt eine stilvoll auf dem Holzbrett servierte Vesperplatte oder auch mal ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte mit einem großzügigen Schuss

Kirschwasser, in einer urigen Gaststube, im lauschigen Biergarten oder auf einer Panorama-Terrasse mit Alpenblick. Urige Dorfbeizen locken mit herzhafter gutbürgerlicher Kost vom XXL Cordon bleu bis hin zum knusprigen Spanferkel. Komplett wird das vielfältige gastronomische Angebot durch ausgezeichnete Sterneküche. Keine andere Region hat so viele hervorragende Restaurants wie das Dreiländereck. Manch traditionelles Gericht aus Großmutters Rezeptsammlung wurde von den innovativen und kreativen Küchenchefs verfeinert. Den Grundstein hierfür legen frische und qualitativ hochwertige Produkte aus der Region, die von den Köchen meisterhaft zubereitet werden. Feine Gemüse, Kräuter und Obst stammen hier meist noch aus eigenem Garten oder vom Bauern nebenan. Diese Gerichte stehen für köstlichen Genuss und sind in Verbindung mit den Weinen des Markgräflerlandes ein

unvergleichliches Erlebnis. In der Regio Basilensis sind auch die Einflüsse der Metropole Basel, die mit ihren internationalen Veranstaltungen und Messen, wie der Uhrenund Schmuckmesse oder zuletzt der „Art Basel“, internationale Gäste in die Region locken.


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Kulinarische Höchstleistungen Qualität ist das, was in Restaurant-Küchen zählt. Die kreativen Köche lassen sich mit heimischen Produkten, vom Rindund Schweinefleisch bis hin zur Kartoffel einiges einfallen. Dies schont nicht nur die Umwelt, indem die Wege kurz bleiben. Es trägt zudem auch zum Erhalt der vielfältigen Kulturlandschaft durch die Landwirte bei. Das gibt auch den Gästen ein gutes Gefühl. Die Palette reicht von herzhaft bis raffiniert. Gastronomen und Landwirte werben in der Imagekampagne des Landes Baden-Württemberg

gemeinsam unter dem Slogan “Schmeck den Süden”. Baden-Württemberg ist das Land der regionalen Köstlichkeiten und der ausgezeichneten Gastronomie. Hochwertige regionale Produkte, kreativ und mit

höchster Kompetenz zubereitete Gerichte sorgen für unvergesslichen Genuss. Zusammen mit den hervorragenden Weinen aus der Region verbindet sich Essen und Trinken zu einem wahren Erlebnis. Dies gilt nicht nur

für die Sternegastronomie. Das hohe Niveau der Köche im Dreiländereck korrespondiert mit den hohen Ansprüchen der Gäste. Das heimische Publikum versteht viel von Essen und Trinken und auch die Metropole Basel, mit ihren Messen und internationalen Veranstaltungen, lockt zahlreiche Gäste aus aller Welt in die Region. Dies spornt die Küchenchefs im Dreiländereck zu kulinarischen Höchstleistungen an. Das zeigen nicht nur die zahlreichen Sterne, Diamanten oder Bestecke in den bekannten und renommierten Gastronomieführern.


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Jung, wild und unbekümmert - „Junge Drübel“ Jung, wild und unbekümmert – das sind 16 junge Winzerinnen und Winzer aus Auggen und Laufen. Als „Junge Drübel“ haben sie im vergangenen Jahr ein einzigartiges Jungwinzerprojekt gestartet. Zusammen bewirtschaften sie zwei Hektar Rebflächen und haben zwei außerordentliche Weine geschafften. „Wir wollen die Jungwinzer mit diesem Projekt mehr ins Boot holen“, erklärt Adrienne Streif. Die Badische Weinprinzessin 2008/2009 arbeitet seit Oktober 2015 beim Winzerkeller Auggener Schäf und ist hier – neben ihrer Tätigkeit als Gebietsverkaufsleiterin für Nordbaden – Ansprechpartnerin für die Jungwinzer. Normalerweise geben die Winzer ihre Trauben bei der Genossenschaft ab. Die Idee des Projekts „Junge Drübel“ geht jedoch ein paar Schritte weiter und reicht vom Ausbau der Weine im Keller bis zu deren Vermarktung. „Als Winzer ist man bei der Vermarktung sonst gar nicht so intensiv dabei“, sagt Streif. Ein weiteres Ziel sei, dass sich die jungen Winzer aus den beiden Orten besser kennen lernen, erklärt Streif mit Blick auf die Fusion der Winzergenossenschaften Auggen und Laufen im Jahr 2011. Der Winzerkeller habe die Voraussetzungen geschaffen und stellt die Infrastruktur zur Verfügung – alles andere sei Sache

der Jungwinzer. Diese haben selbstständig die Weine, den Weinstil und den Namen festgelegt. Mit Bettina Schumann habe man zudem eine Oenologin mit ins Boot geholt, welche die Jungwinzer berät sowie neue und moderne Ideen beim Weinausbau mit einbringt. Wir wollen mit dem Projekt die Attraktivität des Winzerberufs fördern, unterstreicht Adrienne Streif. Als Winzer ist man frei, selbstständig und Arbeitet mit der Natur zusammen, hebt sie die Vorzüge des Winzerberufs hervor. Natürlich weiss sie auch um die Schattenseiten, wie Hagel- oder erst kürzlich die starken Frostschäden. Am Jungwinzerprojekt beteiligen sich sowohl Voll- als auch Nebenerwerbswinzer

ergänzt Streif. Sie alle eine die Liebe zur Natur, zur Landschaft und natürlich zum Wein. Manch einer der Jungwinzer habe einen attraktiven Job in der Industrie aufgegeben, um sich seiner Leidenschaft zu widmen. Überhaupt sind junge Leute viel mehr am Wein interessiert als früher. Wie bei Sternerestaurants gibt es auch beim Wein keine Hemmschwelle mehr, hat Streif beobachtet. Die jungen Leute seien interessiert, neugierig und wollen ein authentisches Produkt. Dementsprechend gut kommen die ersten beiden Weine des Jahrgangs 2016 – ein Gutedel und ein Cuvée aus Weißbur-

gunder, Chardonnay und Sauvignon Blanc – beim Publikum an. „Wir haben mit den jungen Drübel bei der Messe Prowein in Düsseldorf ganz viel Interesse geweckt“, freut sich Streif. Das Geheimnis des Ausbaus der beiden Weine wollte sie nicht verraten, nur so viel: Bei beiden Weinen wird in den Reben viel Wert auf die Ertragsreduzierung gelegt und bevor die Trauben auf die Presse kommen werden sie gekühlt, so dass die Weine aromatischer werden. Erhältlich sind die beiden Weine der jungen Drübel im Barverkauf in Auggen und Laufen, in der Alten Wache in Freiburg sowie exklusiv in den HieberMärkten.


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Beste Werbung für Wein und Region Winzergenossenschaften, Weingüter, Städte und Gemeinden werben seit mehr als 60 Jahren gemeinsam im Verein Markgräfler Wein für das Markgräflerland und den Wein, insbesondere den Gutedel. Seit 1954 richtet der Verein alljährlich das Markgräfler Weinfest aus, vergibt seit mahr als 20 Jahren alljährlich den Gutedel-Cup und veranstaltet im jährlichen Wechsel an Christi Himmelfahrt den Gutedeltag und den Gutedelwandertag.

Gutedel-Cup Die Verleihung des Markgräfler Gutedel-Cups im Kurhaus von Badenweiler ist für die Winzer und Kellermeister einer der spannensten Höhepunkte im Jahr. Mit mehr als 200 Anstellungen aus dem Markgräflerland, aus Saale-Unstrut und der Schweiz ist der Gutedel-Cup neben der Mondial du Chasselas im schweizerischen Aigle die größte Gutedelprämierung. Er wird jährlich in den vier Kategorien „Qualitätswein trocken“, „Kabinett“, „süße Gutedel“ (Spät- und Trockenbeerenauslesen, Eiswein) sowie „Gutedel trocken

Die Weinhoheiten und die Gewinner des Gutedelcups: Die Badische Weinkönigin Magdalena Malin aus Meeersburg am Bodensee, Martin Schneider (Winzergenossenschaft Hügelheim, Sieger in der Kategorie QbA mit einem 2016er Hügelheimer Schlossgarten), Andreas Philipp (Winzerkeller Auggener Schäf, Sieger in der Kategorie Kabinett mit einem 2016er Auggener Schäf Kabinett), Michael Wiesler (Weingut Wiesler aus Staufen, Sieger in der Kategorie Selektion/International mit einem 2015er Staufener Schlossberg), Wolfgang Löffler (Weingut Löffler aus Staufen-Wettelbrunn, Sieger in der Kategorie süß mit einer 2015er Ballrechter Castellberg Trockenbeerenauslese) sowie die Schirmherrin des Gutedel-Cups, die Markgräfler Weinprinzessin Franziska Aatz. international/Selektion“ vergeben. Prämiert werden jeweils die zehn besten Weine in einer Kategorie. Mit mehr als 236 Weinen verzeichnete der diesjährige Gutedel-Cup einen neuen Teilnehmerrekord. Darunter waren al-

lein 60 Weine aus der Schweiz, so dass die Kategorie Selektion/ International mit insgesamt 106 Weinen, inklusive der Weine aus der Region sowie aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut, mittlerweile die größte Kategorie darstellt. Die begehrten - vom

Auggener Steinmetz und Bildhauer Johannes Abel gestalteten - Trophäen gingen an die Winzergenossenschaft Hügelheim, den Winzerkeller Auggener Schäf sowie die Weingüter Wiesler aus Staufen und Löffler aus Staufen-Wettelbrunn.


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Kleines Wein-Lexikon wie Auslese wie Federweißer wie MarkgräfA Höchste Qualitätsstufe der FNeuer Wein – auch neuer Sü- Mlerland deutschen Prädikatsweine. Bei ßer, Sauser oder Reißer genannt

wie Restsüße RRestsüße Die natürliche bezeichnet

Gutedel wie Bodenbeschaffenheit Gutedel ist die HauptrebsorGwie B Die Bodenbeschaffenheit, te des Markgräflerlands. Synonyfranzösisch "terroir", hat Auswir-

wie Säure S Die Wein- und Apfelsäure verleiht ei-

der Auslese müssen kranke und unreife Beeren aussortiert werden. In Baden beträgt das Mostgewicht mindes-tens 98 Grad Öchsle.

kungen auf den Charakter des Weins. Verschiedene Rebsorten stellen unterschiedliche Ansprüche an den Standort. Je nach Beschaffenheit – locker, tiefgründig, sandig, lehmhaltig – ist die Versorgung der Reben mit Nährund Mineralstoffen anders.

wie Cuvée In Deutschland wird die BeC zeichnung für den Verschnitt ver-

schiedener Grundweine benutzt, beispielsweise für einen Wein aus Regent- und SpätburgunderTrauben.

wie Depot Niederschlag am FlaschenD boden beziehungsweise Boden-

satz. Besteht bei Rotweinen meist aus Trübstoffen, beim Weißwein eher aus Weinstein.

wie Eiswein E Zu Eiswein werden Trauben verarbeitet, die bei Temperaturen

unter minus sieben Grad Celsius gelesen werden. Die Trauben müssen auch noch beim Keltern gefroren sein. Das Ergebnis ist exaktreiches Fruchtkonzentrat mit hohem Mostgewicht.

– bezeichnet in der Gärung befindliche Most. Der Wein enthält schon deutlich Alkohol, aber auch Kohlensäure und Hefe.

me sind Chasselas (Frankreich) und Fendant (Schweiz). Der Gutedel kam Anfang des 18. Jahrhunderts vom Genfer See nach Deutschland.

H

wie Hefe Hefepilze sind Mikroorganismen, die den Fruchtzucker des Traubenmosts in Alkohol und Kohlensäure umwandeln.

wie Jahrgang Jmuss Für einen guten Jahrgang das Wetter während des

Wachstums und der Lese, die Reife der Trauben, aber auch Sorgfalt bei der Lese und im Keller stimmen.

K

wie Kabinett Kabinettweine sind leichtere elegantere Weine, die bestimmte Qualitätskriterien, wie in Baden ein Mostgewicht von 76 Grad Öchsle, erfüllen müssen.

L

wie Laubschnitt Beim Laubschnitt werden im Juli und August Blätter entfernt, um genügend Licht und Luft an die Trauben zu lassen..

Bezeichnet weinbaurechtlich den Bereich zwischen Freiburg und Basel in der Vorbergzone des Schwarzwaldes. Spezialität ist der Gutedel, der auf kalkarmen Lößlehm-, Mergelund Kalkverwitterungsböden gut gedeiht.

wie Nobling N Kreuzung von Silvaner und Gutedel. Wird häufig als Sektgrundwein angebaut.

den noch vorhandenen unvergorenen Zucker im jungen Wein.

nem Wein Frische, Spritzigkeit, Frucht und Eleganz. Sie ist auch für die Haltbarkeit des Weins mit verantwortlich.

wie Trocken wie Oechsle GeschmacksbezeichO Grad Oechsle ist die Maßein- TDie heit für das Mostgewicht des nung Trocken bekommt ein Wein, Trauben-mostes. Sie ist nach ihrem Erfinder Ferdinand Oechsle benannt.

wie Prüfnummer Die AP-Nummer bekommen P alle Qualitätsweine und Prädi-

katsweine als Nachweis der amtlichen Prüfung. Geprüft werden Farbe, Klarheit, Geruch, Geschmack und Harmonie eines Weines.

wie Qualitätswein Q Amtlich geprüfter Wein. Es gibt den "Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA)" – hier darf der Most vor der Gärung mit Zucker angereichert werden – und den "Qualitätswein mit Prädikat", wo die Anreicherung nicht erlaubt ist.

wenn er den zulässigen Restzuckergehalt von neun Gramm nicht überschreitet, wenn der Säuregehalt maximal zwei Gramm darunter liegt.

wie Weinstein Weinstein bezeichnet farbW und geschmacklose Kristalle, die sich am Korken oder am Boden der Flasche ansiedeln. Weine mit hohem Gehalt an Mineralien kristallisieren diese in Form von Weinstein aus.

wie Zuckergehalt Z Dieser bezeichnet zum einen den Zuckeranteil beziehungswei-

se das Mostgewicht am unvergorenen Traubenmost und zum andern die Restsüße.


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Gastronomie in Bad Bellingen Kulinarisch bietet Bad Bellingen mehr als Gemeinden vergleichbarer Größe - trotz der Tatsache, dass auch in der Kurgemeinde die Gastronomie darum kämpfen muss, Personal zu finden. Ein beliebtes Traditionsgasthaus - den „Hirschen“ im Ortszentrum gibt es nicht mehr, das letzte Gasthaus in Rheinweiler, immerhin dem zweitgrößten Ortsteil, hat seine Türen geschlossen. Aber: Die Vielfalt des Angebots insgesamt ist groß geblieben. Und so manches Restaurant findet dank der hervorragenden Qualität seiner Küche

Wein Nacht und der Kochkunst des im Oktober Küchenchefs, Eingang in finden DeGastronomie-Führer. gustationen Von regionaler deutscher verschieKüche, über Speisekarten denster mit schweizerischem und Weingüter französischem Einfluss, aus einem italienischen LieblingsUmkreis speisen, frischen Fischvon rund 50 gerichten, kanadischen Kilometer Bisonsteaks, sommerlichen Salaten und kleinen Blick von den Reben auf den idyllischen Ortsteil Bamlach. im Kurhaus statt. Nicht Speisen wie Speck- oder zu vergessen der GutedelwanZwiebelwaien oder ein zünfein ausgezeichnetes, vielfältidertag, bei dem Bad Bellingen tiges Vesper. Dazu Kaffee ges Weinangebot natürlich mit und Kuchen oder Eis: Die einem Schwerpunkt auf Weinen 2018 wieder zum Ausgangspunkt - oder je nach WanderGäste haben die Auswahl. Die aus dem Markgräflerland und richtung - zum Ziel werden wird. Menükarten offerieren überdies aus Baden. Bei der Markgräfler

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