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Eine Ecke mit Zukunft

Sonderbeilage, Freitag, 30. April 2021

LANDKREIS LÖRRACH

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Sonderbeilage - Die Oberbadische - Markgräfler Tagblatt - Weiler Zeitung

Eine Ecke mit Zukunft

30. April 2021

Nummer 99

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Neue Heimat für Schatzkammer der Geschichte

Dreiländermuseum | Über 50 000 Objekte der Sammlung erhalten in Brombach ein eigenes Depotgebäude Zunächst ist es nur eine Zahl, wenn auch eine beeindruckende: Über 50000 Exponate zählt die Sammlung des Lörracher Dreiländermuseums, die im kommenden Jahr zum ersten Mal in ihrer langen Geschichte ein eigenes Depotgebäude erhält. Dazu kommen noch einige tausend Bände der Museumsbibliothek. n

Von Dorothee Philipp

Lörrach. Der zweistöckige Bau wächst derzeit am östlichen Ortsrand von Brombach in die Höhe. Die Baukosten werden mit insgesamt 5,9 Millionen Euro veranschlagt. Dass dieses ehrgeizige Projekt überhaupt realisiert werden kann, ist dem besonderen Profil des Dreiländermuseums als Hort der Geschichte und Kultur im Dreiländereck zu verdanken: Aus dem Interreg-Förderprogramm „Die Dreiländersammlung“ fließen 1,7 Millionen Euro nach Lörrach. „Das Geld ist nicht für das Gebäude, sondern für die grenzüberschreitenden Akti-

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Das Depot ist für mich das Herz des Museums, die Ausstellungsräume sind nur die Schaufenster.« Markus Moehring

vitäten, die sich aus der Dreiländersammlung generieren, eine kunstvolle Lösung, da Interreg normalerweise keine Bauprojekte fördert“, erklärt der Historiker und Volkskundler Markus Moehring, der das Museum seit 1991 hauptamtlich leitet. Und diese Aktivitäten sind beachtlich: Seit vielen Jahren schon kooperiert das Museum, das bis 2012 „Museum am Burghof“ und ab da „Dreiländermuseum“ hieß, mit entsprechenden Einrichtungen an Ober- und Hochrhein sowie in der Nordwestschweiz und im Elsass. Auch gemeinsame Ausstellungsprojekte sind so entstanden. Die Dreiländersammlung soll der grenzüberschreitenden Nutzung für Tourismus, Bildung und Forschung zur Verfügung stehen, heißt es in der Beschreibung dieses Interreg-Projekts. An der außerdem zur Dreiländer-

sammlung geplanten App, mit der man die Ausstellungsstücke spielerisch erkunden kann, arbeiten derzeit drei Institutionen aus den drei Ländern.

Das Herz des Museums

„Das Depot ist für mich das Herz des Museums, die Ausstellungsräume sind nur die Schaufenster“, sagt Moehring. Denn aus dem Riesenfundus können nur um die drei Prozent in Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Schon aus diesem Grund sind von den zur Verfügung stehenden 1200 Quadratmetern Ausstellungsfläche im Museum 400 für wechselnde Sonderausstellungen reserviert, aktuell für die Ausstellung „Kunst und Nationalsozialismus“. Selbst die Sonderausstellungen kann das Museum zum größten Teil mit eigenen Objekten realisieren, auf Leihgaben muss nur ausnahmsweise zurückgegriffen werden. „Wir haben nicht nur einen riesigen, sondern einen sehr interessanten Bestand“, sagt Moehring. Unter seiner Ägide wurde das trinationale Profil des Dreiländermuseums konsequent Stück für Stück herausgearbeitet. Allein die Sammlung zur Geschichte des Dreilands im 19. und 20. Jahrhundert gilt als die bedeutendste am ganzen Oberrhein. Die Sammlung beherbergt außerdem über 10 000 Kunstwerke und Plastiken badischer Kunst und die bedeutendste Museumssammlung zu Johann Peter Hebel. Dazu kommen die Abteilungen Volkskunde, Ur- und Frühgeschichte, Naturkunde und Geschichte der Burg Rötteln. Ein Kuriosum ist die exquisit

Am östlichen Ortsrand von Brombach wird das Depot gebaut. bestückte Fahrradsammlung, deren älteste Exponate verschiedene Modelle von Draisinen sind, die pedallosen Vorläufer des modernen Fahrrads. Sogar eine hölzerne Kinderdraisine befindet sich in diesem Fundus. Bisher an verschiedenen Orten unter kompromissbehafteten Bedingungen aufbewahrt, soll die Sammlung im neuen Depot nun unter einem Dach zusammengeführt werden.

In 139 Jahren gewachsen

Eine solche Sammlung entsteht nicht von heute auf

Museumsleiter Markus Moehring in der aktuellen Sonderausstellung „Kunst und Nationalsozialismus“

Planung

Ausführung

morgen. Die ersten Anfänge waren eher unspektakulär: Anlässlich des Jubiläums 200 Jahre Lörracher Stadtrecht trugen geschichtsbewusste Bürgerinnen und Bürger im Jahr 1882 Gegenstände aus der Geschichte Lörrachs zusammen und stellten sie im damaligen Gasthaus „Adler“ aus, dem späteren Gasthaus „Meyerhof“. Möglicherweise wurde dabei auch die Revolutionsfahne von 1848 gezeigt, eins der wertvollsten Stücke der heutigen Sammlung. Der Bürgerschaft gefiel dieser Blick in die Stadtgeschichte, und man beschloss, die Gegenstände der Ausstellung zusammen aufzubewahren. Für deren Pflege wurde ein Altertumsverein gegründet. 1915 ging dieser in der Lörracher Ortsgruppe des Landesvereins Badische Heimat auf. Die Sammlung wuchs stetig weiter. Ein Mann der ersten Stunde war Ernst Wilhelm Schultz, schon an der Ausstellung 1882 beteiligt, ab 1915 Vorsitzender der Ortsgruppe der „Badischen Heimat“ und seit 1903 Funktionär und später Direktor der Lörracher Sparkasse. Schultz war ein Sammler aus Leidenschaft. In den Räumen der Sparkasse am Senser Platz

Kundendienst

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Fotos: Dorothee Philipp wurde die Sammlung ab 1923 dauerhaft präsentiert. 1927 ging sie als Geschenk an die Stadt Lörrach über, die sich verpflichtete, sie weiter zu betreuen und auszubauen. 1928 wurde der Museumsverein gegründet. 1932 zog die Sammlung in die ehemalige Badische Hofküferei um. Kriegszeiten, Wirtschaftskrisen, Inflation und Besatzungszeit beeinträchtigten zwar den Betrieb des Museums, der aber nie zum Erliegen kam. „Es waren vor allem die geschichtsbewussten Bürgerinnen und Bürger, die Erhalt und Ausbau der Sammlung samt Präsentation mit großem Engagement betrieben“, sagt Markus Moehring. Man könne hier wirklich von einer Bürgerinitiative sprechen. Eine solche ununterbrochene Kontinuität über jetzt 139 Jahre sei in der Museumslandschaft des Oberrheins einzigartig. Und sie besteht immer noch: Seit zehn Jahren sammelt der Museumsverein mit seinen aktuell etwa 350 Mitgliedern Spenden, um das neue Depot mit einem Regalsystem auszustatten, das die Sammlung so aufnehmen kann, dass die Exponate einerseits sicher aufbewahrt, andererseits

leicht zugänglich sind. Die dafür erforderlichen 250 000 Euro sind zusammengekommen.

Die Sammlungsdatenbank

Eine der wichtigsten Aufgaben bei der Pflege der Sammlung ist die Dokumentation und Inventarisierung, seit 1996 auch digital. Die dafür angelegte Datenbank wächst stetig und kann online und kostenfrei besucht werden. Hier kann man seit einem Jahr auch nach „Perlen aus der Sammlung“ stöbern, ein Projekt, das aus der Not des ersten Lockdowns geboren wurde. Allein zur Geschichte der Burg Rötteln finden sich in diesem Online-Museum 250 Objekte. Oder man widmet sich den Keramiken von Max Laeuger, den Kuriositäten aus der Fahrrad-Sammlung oder dem Thema Grenze. Selbst Moehring ist immer wieder überrascht, was alles in dieser Schatzkammer der Geschichte zusammengetragen wurde. Niemand, auch er nicht, kennt jedes einzelne Stück der Sammlung. Eine lückenlose Inventarisierung ist deswegen unverzichtbar. Weitere Informationen: www.dreilaendermuseum.eu

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Ein starker Akzent für Lörrach

Innenstadt | Das Wohn- und Geschäftshaus „Lö“ ist fast fertig / Wohnungen in den Obergeschossen werden ab Juli bezogen Im Wohn- und Geschäftshaus „Lö“ am Bahnhofsplatz steht alles auf Start: Die ersten Geschäfte ziehen derzeit ein, können allerdings wegen Corona nicht regulär öffnen. Die Wohnungen in den Obergeschossen werden ab Juli bezogen. Mit dem „Lö“ wird das gesamte Innenstadtquartier zwischen Bahnhof, Rathaus und Palmstraße sein Gesicht ändern – ein starker Akzent in einer sich wandelnden Stadt. n

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach. Der Bahnhofsplatz hat sich durch das „Lö“ schon jetzt verändert: Wo früher das Postgebäude stand, erhebt sich nun das fünfstöckige Gebäude mit Geschäften in den beiden unteren Etagen und 59 Wohnungen in den drei oberen. Trotz seiner Größe wirkt das Gebäude elegant mit seiner klar gegliederten, hellen Fassade. Die Wohnetagen sind aufgelockert um einen begrünten Innenhof gruppiert. Lörrachs Wirtschaftsförderin Marion Ziegler-Jung ist überzeugt, dass das „Lö“ als Magnet Menschen in die

Stadt locken wird. Zugkräftige Filialgeschäfte sind schon eingezogen oder ziehen demnächst ein: KULT Mode (öffnete Anfang April, wegen Corona wieder geschlossen), TK Maxx Mode, Drogeriemarkt dm (geplante Eröffnung Anfang Mai, zusätzlicher Standort), Edeka/Hiebermarkt (Eröffnungsdatum unklar), die Gastrobetriebe Osteria (Ecke Bahnhofsplatz/Palmstraße) und Starbucks sowie die BW-Bank (eingezogen Mitte April). Wegen der Corona-Pandemie sei die Eröffnung der Betriebe schwer planbar, bedauert Benjamin Herrmann von der Projektsteuerung. Das „Lö“ ist bewusst nicht als Einkaufs-Mall gestaltet. Vielmehr öffnen alle Geschäfte ihre Türen nach außen in die Stadt. Besucher können also, vom Bahnhof kommend, entweder direkt im „Lö“ einkaufen gehen, in der Stadt bummeln oder beides verbinden. Das Gleiche gilt für Besucher, die mit dem Auto in der Tiefgarage unter dem „Lö“ parken. Oberhalb der zwei Ladenetagen sind 59 Wohnungen von der Ein-Zimmer-Wohnung mit 40 Quadratmetern bis zur Fünf-Zimmer-Wohnung mit 150 Quadratmetern in einen begrünten Innenhof gruppiert. Fast alle Wohnungen seien schon vergeben an

Das Lö vom Bahnhofsplatz aus gesehen. Die ersten Geschäfte sind bereits eingezogen.. Singles und Familien, an Rentner und Berufstätige, die in der Stadt arbeiten, sagt Wohnbaugeschäftsführer Thomas Nostadt. Mit dem Eigentümer, der Wider-

Das Lö von oben. Der Bereich zwischen den Wohnetagen wird angelegt und teilweise begrünt.

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ker-Gruppe Stuttgart, habe die Wohnbau als Generalmieterin einen für diese Lage günstigen Mietpreis von elf Euro aushandeln können. Dadurch, dass im „Lö“ Geschäfte und Wohnungen untergebracht sind, profitiert auch die Umgebung: Die Wohnungen werden das Quartier auch am Abend beleben, wenn die Geschäfte geschlossen sind. Zusätzlich sollen verschiedene Eingriffe die Aufenthaltsqualität erhöhen. Auf dem Bahnhofsplatz haben die Menschen längst die neuen Holzbänke zwischen den Blumentrögen entdeckt. Eine neue Rampe sorgt für einen barrierefreien Zugang zum Bahnhof, ein Sonnensegel wird noch aufgehängt. Auch die beliebten Figuren „Der Heiner und der Brassenheimer Müller“ sollen wieder aufgestellt werden. Aller-

dings ohne Brunnen, weil er Wasserschäden an der darunter liegenden Tiefgarage verursacht hatte. Marion Ziegler-Jung: „Das wird ein Lieblingsort.“ Auch die Palmstraße wird ab Mai 2022 umgestaltet: Die Fußgängerzone soll von der nördlichen Turmstraße im Bereich des „Lö“ bis in die Palmstraße verlängert werden. Mit Gastronomieterrassen, Ruhebänken und möglichst ein paar Bäumen soll sie zum Verweilen einladen. Die übrige Palmstraße wird zum verkehrsberuhigten Bereich mit Kurzzeitparkplätzen. Die Zufahrt bis zum „Lö“ bleibt möglich. Die Bushaltestelle in der Turmstraße wird an den Hebelpark verlegt. Die Firma Widerker wird sich an den Kosten von grob geschätzt 2,75 Millionen Euro beteiligen. Bevor der Gemeinderat die

Fotos: Regine Ounas-Kräusel Umgestaltung im Januar beschloss, wurden Geschäftsleute, Ärzte und Anwohner in der Palmstraße befragt. Das Ärztehaus wird in der zukünftigen Fußgängerzone liegen. Mehrere Praxen verlangten daher, dass gehbehinderte Patienten auch in Zukunft mit dem Auto vor ihrer Praxis abgesetzt werden können. Um dies sicherzustellen, werde eine Haltefläche direkt am Rand der Fußgängerzone eingerichtet, sagt Ziegler-Jung. Im Parkhaus gebe es zudem barrierefreie Stellplätze. Das neu gestaltete Stadtquartier soll mit allen Verkehrsmitteln erreichbar sein: S-Bahn, Bus, Rad, zu Fuß, aber auch mit dem Auto. Ein Tiefgaragenverbund mit der aufwendig sanierten Rathausgarage, der Bahnhofsgarage und der neuen Lö-Garage wird Parkraum bieten.


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Blick in die alten Werkshallen

Leuchtturmprojekt der Nachhaltigkeit

Fotos: Regine Ounas-Kräusel

Industrie | Auf dem Lauffenmühle-Areal soll das erste klimaneutrale Gewerbegebiet Deutschlands mit Holzbauweise entstehen Auf dem Lauffenmühle-Areal zwischen Brombach und dem Messegelände bei Haagen will die Stadt das erste klimaneutrale Gewerbegebiet Deutschlands mit Holzbauweise schaffen. Diese innovative Entwicklung hat die Kommune angestoßen, nachdem auf dem Gelände eine 120-jährige Ära der Textilproduktion zu Ende ging. n

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach. Im Januar 2019 meldete die Textilfirma „Lauffenmühle“, Lauchringen, Insolvenz an. Das Werk in Lauchringen und auch das Zweigwerk in Brombach stellte die Produktion zum 31. Juli ein. Die 76 Mitarbeiter, die in Brombach nach wechselvoller Firmengeschichte noch übrig waren, verloren ihre Arbeit. Die Firma Lauffenmühle hatte Stoffe für Berufskleidung hergestellt, in Brombach wurden sie veredelt.

Die Stadt machte von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch und erwarb das neun Hektar große Werksgelände im Februar 2020 für 10,5 Millionen Euro. Der Gemeinderat hatte dies ermöglicht, indem er mit einer Vorkaufssatzung die Bedingungen regelte. Bei einem Rundgang auf dem Gelände im Sommer 2020 sprach Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic davon, auf dem Lauffenmühle-Areal ein Leuchtturmprojekt der Nachhaltigkeit zu entwickeln. Die Idee eines klimaneutralen Gewerbegebietes, auf dem Ressourcen aus der Region genutzt werden, entstand: Holz aus dem Lörracher Stadtwald oder dem Schwarzwald als Baustoff, Energie aus Wasserkraft der Sonne und ausanderen erneuerbaren Quellen, ergänzt durch Recyclingwirtschaft. Firmen,

die auf diesen Gebieten tätig sind, sollen auf dem Areal ein innovatives Umfeld finden. Mit diesem Konzept will die Stadt Lörrach, die gemäß eines Gemeinderatsbeschlusses im Jahr 2050 klimaneutral sein will, zum Klimaschutz beitragen. Holz ist der einzige Baustoff, der CO2 bindet, während bei der Herstellung von Stahl und Beton CO2 frei wird. Die Bäume, die im Stadtwald jedes Jahr nachwachsen, binden so viel CO2, wie rund 1000 Bürger verbrauchen. Diese Zahl nannte Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer 2020 bei einem Waldspaziergang. Zum anderen sind die Holzpreise derzeit wegen des Fichtensterbens in Folge der heißen Sommer und wegen des Eschentriebsterbens im Keller.

Darüber hinaus geht es der Stadt um ein neues Zukunftsthema nach 200 Jahren Textilgeschichte, teilte Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic unserer Zeitung mit: „Wir sind davon überzeugt, dass Klimaschutz das Fundament für künftigen Wohlstand schafft.“ Zwischen Brombach und dem Messegelände bei Haagen hat die Stadt außerdem ein städtebauliches Sanierungsgebiet ausgewiesen, das doppelt so groß ist wie das gekaufte Werksgelände der Lauffenmühle. Das gesamte Gebiet soll entwickelt und mit den benachbarten Wohngebieten verzahnt werden, der Bahnhof Haagen soll aufgewertet werden. Geprüft werden soll außerdem, ob auf dem Gelände eine zentrale Feuerwache für die Ortsteile Brombach, Haagen und Hauingen sowie der städtische Werkhof unterkommen können. Der Gemeinderat und die Ortschaftsräte Brombach und Haagen stellten sich im März hinter die Idee eines klimaneutralen Gewerbegebie-

Die Stadt Lörrach hat das neun Hektar große Werksgelände 2020 für 10,5 Millionen Euro erworben.

Foto: Kristoff Meller

tes mit dem Schwerpunkt „Holz“ und gaben grünes Licht für die Weiterentwicklung. Aus Haagen kam allerdings die kritische Nachfrage, ob man auf dem wertvollen Lauffenmühle-Areal mit guter Verkehrsanbindung wirklich Feuerwehr und Werkhof ansiedeln sollte. Die Brombacher Räte wollten möglichst schnell Planungssicherheit, um in zwei Straßen am Rand des Gebietes Wohnhäuser bauen zu können. Bis 2028 soll das neue Gewerbegebiet soweit vorbereitet und erschlossen sein, dass sich Firmen ansiedeln können. Geprüft werden muss unter anderem, welche Ge-

bäude der Firma Lauffenmühle weiter genutzt und welche abgerissen werden. Aktuell stehen die Werksgebäude mit den charakteristischen Scheddächern – von wenigen Zwischenmietern abgesehen – leer. Besonders freut sich Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic, dass das Projekt bei der Landesregierung Beachtung findet: Bislang sind Zuschüsse von 7,5 Millionen Euro aus dem Landessanierungsprogramm geflossen. Das Wirtschaftsministerium sagte zu, dass es das Projekt bis 2028 begleiten werde. Auch die Holzbau-Initiative des Landes bekundete Interesse.

Die historischen Werksgebäude mit Sheddächern


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LANDKREIS LÖRRACH Neuer und erweiterter Rheinpark Weil am Rhein (mcf). Der neu hergerichtete, deutlich aufgewertete und erweiterte Rheinpark soll in diesem Jahr fertiggestellt und eröffnet werden. Die Arbeiten befinden sich auf der Zielgeraden. Die älteste Parkanlage im Stadtgebiet soll sich künftig mehr zum Rhein hin öffnen und den Zugang zum Wasser ermöglichen. Die Erweiterung erfolgt nach Norden hin, wo zuvor das südliche Hafenareal war. Hier bleibt als wesentliches Gestaltungselement der Portalkran stehen. Im Bereich der Uferlinie nahe des Brückenkopfs wurde eine Fläche für den leicht ins Wasser hinein ragenden Rheinbalkon geschaffen. Dieser soll barrierefrei erreichbar sein. Die Umgestaltung hat Ende 2018 mit Rodungsarbeiten, Abbrucharbeiten und Geländemodellierungen begonnen. Das Architekturbüro „faktorgrün“ hatte mit seinem Konzept im Wettbewerb im März 2017 den Zuschlag für die Umgestaltung erhalten. In dem Konzept gibt es Aktionsfelder, in denen Spiel, Sport und andere Aktivitäten stattfinden können. Mittlerweile stehen schon einige Geräte.

Der Rheinpark soll bald fertiggestellt sein. Foto: Eßlinger

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Bis zu 2200 Menschen im Quartier Wohnraum | In Otterbach könnten bis zu 80 Meter hohe Hochhäuser gebaut werden / Bürger mit im Boot Bis zu 80 Meter hohe Hochhäuser und ein Wohnquartier für bis zu 2200 Menschen: Das sind nur zwei der beeindruckenden Zahlen, die in den nächsten Monaten Verwaltung, Politik und Bürger beschäftigen werden. Gemeint ist die Projektentwicklung Otterbach-Süd. n

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Was in Weil gewünscht wird und was zur Stadt passt, das soll nicht nur am Ratstisch diskutiert werden, sondern auch mit der Siedlergemeinschaft 14 Linden aus Otterbach sowie weiteren Bürgern, die wegen der Pandemie per Losverfahren ausgewählt werden, um als Sprachrohr für die interessierte Öffentlichkeit zu fungieren. Am 14. Juli geht es mit einer Präsenzveranstaltung los, bei der die beiden aus einem Wettbewerb als Sieger hervorgegangenen Teams ihre Entwürfe vorstellen. Im Herbst könnte dann nach einer zwischenzeitlichen weiteren Bürgerbeteiligung der Gemeinderat den passenden Entwurf auswählen, der danach weiter ausgearbeitet wird. Zwei städtebaulich unterschiedliche Ansätze liegen nach dem Studienauftrag auf dem Tisch. Eine Arbeit kommt dabei eher klassisch

In einer Planung wird auf eine vier- bis fünfgeschossige Bebauung gesetzt, wobei das Gelände in acht Blöcke aufgeteilt ist. Hochhäuser mit bis zu 80 Metern sind teilweise in der zweiten Planung vorgesehen. Foto: Hosoya Schaefer Architects Agence Ter.de/pool Architekten Maurus Schifferli daher, die andere sieht die Hochhäuser vor. OB Wolfgang Dietz hat schon die Leitfrage benannt. So gehe es darum, ob solche Hochhäuser gewollt werden oder nicht. Auch stelle sich die Frage, in welcher Geschwindigkeit die Stadt wachsen wolle.

In einem Fall handelt es sich um Arbeiten von Hosoya Schaefer Architects mit Agence Ter.de Landschaftsarchitekten, die auf polygonale Baublöcke setzen, die gegeneinander gesetzt positioniert sind – insgesamt könnten hier etwa 1500 Menschen Platz finden.

Pool Architekten mit Maurus Schifferli Landschaftsarchitekten unterteilen das zehn Hektar große Areal hingegen in eine eher klassische Wohnblockbebauung und in einen Bereich mit Hochhäusern, die bis zu 80 Meter hoch sind. Wohnraum für bis zu 2200 Menschen gibt es

hier. Das Wohnquartier befindet sich auf einem rund zehn Hektar großen Areal direkt an der Grenze nahe des Basler Ausschaffungsgefängnisses. Immobilien Basel-Stadt hat als Eigentümer dieses Geländes auf Initiative der Stadt Weil am Rhein einen Wettbewerb ausgelobt, aus dem die zwei Arbeiten hervorgingen, die bei der Vorstellung als „hochwertige Basis für die weiteren Vertiefungsund Planungsschritte“ bezeichnet wurden. Die Umsetzungsperspektive erstreckt sich auf zehn bis 15 Jahre. Doch dafür muss zuerst der Flächennutzungsplan in Angriff genommen werden, da ursprünglich nahe der Grenze Gewerbe vorgesehen war. Auch ein Bebauungsplan müsste her, um das Projekt zu realisieren. Die Stadt will 30 Prozent als sozialen Wohnraum deklarieren. Eine bedeutende Rolle spielt bei beiden der Freiraum. Wichtig ist angesichts des hoch liegenden Grundwasserspiegels, dass nicht auf Untergeschosse gesetzt wird, sondern neben Parkgaragen sogar in den unteren Geschossen bei Hochhäusern geparkt werden könnte. Im November kam das geplante Wohnquartier bei den Gemeinderäten unterschiedlich an. Doch dabei handelte es sich um die erste noch vorsichtig geführte Diskussion. Seitdem blieb Zeit, die Ideen sacken zu lassen. Ende offen.

Tram-Verlängerung bleibt das Ziel

Mobilität | Weiterführung bis zum Läublinpark mit 19 Millionen Euro kalkuliert Weil am Rhein (mcf). Das Projekt „Tram 8+“ hat ein Preisschild erhalten. Erst einmal wird die Verlängerung vom Weiler Bahnhof bis zum Läublinpark mit 19 Millionen Euro veranschlagt. Noch keine Aussagen konnte die Stadtspitze bisher zu den Betriebskosten machen, weshalb sich die Gemeindepolitik auch mit einem Votum schwer tat, das Vorhaben weiterzuverfolgen und dieses beim vierten Agglomerationsprogramm anzumelden. Damit soll Geld aus der Schweiz in diese Infrastruktur fließen. Das Land Baden-Württemberg ist jedenfalls bereit, bis

Fährt die Tram künftig bis zum Läublinpark? Foto: Marco Fraune zu 50 Prozent der Kosten der Verlängerung zu übernehmen, wenn sich der Schweizer Bund beteiligt. Auch der Landkreis hat schon eine Zusage von eine Million Euro gegeben, unter dem Vorbehalt der finanziellen Beteili-

gung des Landes und der Schweizer. Für die Stadt besteht der Knackpunkt aber nicht nur in der Finanzierung der Investitionssumme, sondern auch darin, ob Weil sich den laufenden Unterhalt leisten kann und will. Für die

Aufnahme ins Aggloprogramm (A-Projekt, Baustart ab 2024) hatte OB Wolfgang Dietz geworben. Der erste Abschnitt reicht vom Bahnhof bis zum Sparkassenplatz und soll nach aktuellen Überlegungen fahrbahngleich auf zwei Gleisen durch die Hauptstraße führen, die dann als Fußgängerzone ausgeguckt ist. Beim zweiten Abschnitt bis zum Läublinpark würden die zwei Gleise hervorgehoben und das Tram abgetrennt vom motorisierten Verkehr unterwegs sein. Die Tramverlängerung soll zirka 15 000 Einwohner an die neuen Gleise anbinden.

Die Historie von Haltingen Die Beschilderung historischer Gebäude und Orte in Haltingen ist das Ziel des Ortschaftsrats. Eine Arbeitsgruppe soll sich mit dem Thema beschäftigen. Angesichts der Pandemie-Situation wird sich diese aber erst einmal rein digital abstimmen. Die Idee von UFW-Ortschaftsrätin Susi Engler kam auch beim Kulturamtsleiter und der Leiterin der städtischen Museen sowie der Archivarin gut an. „Jeder, der sich zur Arbeit mit Chroniken und Archivmaterial sowie Gestaltungsfragen berufen fühlt, sollte die Möglichkeit haben, mitzuwirken“, wirbt Ortsvorsteher Michael Gleßner. mcf/Foto: zVg


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Wohnraum und Gewerbeflächen entstehen Entwicklung | Zahlreiche Baugebiete in Efringen-Kirchen n

Von Reinhard Cremer

Efringen-Kirchen. Die Gemeinde Efringen-Kirchen wächst. In zahlreichen Ortsteilen entstehen neuer Wohnraum und zusätzliche Gewerbeflächen. Im Gespräch mit unserer Zeitung informiert der stellvertretende Leiter des Bauamts, Marc Braun, über den derzeitigen Stand der erschlossenen und der geplanten Baugebiete. Ausgewiesen sind aktuell fünf Neubaugebiete. Davon sind das Neubaugebiet in Istein (Stockfeld II) und das in Kleinkems (Vollenburg West/Alte Weinstraße) bereits erschlossen und das Kleinkemser teilweise auch schon bebaut. In der Planung befinden sich die Gebiete in Efringen-Kirchen (Gießenfeld II), Egringen (Brühl) und Huttingen (Mittlerer Weg).

Istein

Das gesamte Gebiet umfasst eine Fläche von 0,57 Hektar. Die reine Baufläche beträgt 0,46 Hektar. Geplant sind neun Bauplätze mit einer Grundfläche von jeweils 492 bis 535 Quadratmetern. Der Preis je Quadratmeter liegt bei 300 Euro. Der Gemeinde liegen dafür 50 Bewerbungen vor. Die Auswertung gemäß den Vergaberichtlinien soll Anfang Mai erfolgen. Abgelehnte Bewerber haben die Möglichkeit, so Braun, sich noch für Baugrundstücke in Egringen und Huttingen zu bewerben. Doppelbewerbungen seien möglich.

Kleinkems

Die Grundstücke im Baugebiet Vollenburg West sind inzwischen verkauft und größtenteils auch schon bebaut,

vornehmlich mit gewerblich genutzten Gebäuden, aber auch mit Wohnhäusern. Offen ist noch eine Fläche zwischen der Rheinstraße und dem Wall zur L 137. Hierfür liegen Bauvoranfragen der Firmen Aldi und dm vor. Knapp über einen halben Hektar groß ist die Fläche an der Alten Weinstraße, die von der Gemeinde direkt als Bauland verkauft werden soll. Eine Unterteilung in einzelne Grundstücke ist noch nicht erfolgt. Sie sei abhängig von der Art der Bebauung, sagt Braun.

Egringen

Im Brühl sollen 14 Bauplätze auf einer Gesamtfläche von 0,76 Hektar inklusive Verkehrsfläche erstehen. Davon sind drei größere für die Bebauung mit Doppelhäusern oder Mehrfamilienhäusern vorgesehen. Die übrigen Plätze sollen mit Einfamilienhäusern bebaut werden. Auch Doppelhäuser sind zulässig. Die jeweilige Größe der Grundstücke wird zwischen 500 und 609 Quadratmeter betragen. Preise wurden noch nicht festgelegt. Der unterhalb des Sportplatzes befindliche Regenüberlauf soll ertüchtigt werden. Direkt an der Friedhofsmauer sollen circa 20 Stellplätze entstehen. Geplant ist dabei auch die Einrichtung einer öffentlichen Ladesäule für Elektroautos. Zunächst aber werden dafür nur die notwendigen Leerrohre verlegt.

Huttingen

Im Baugebiet Mittlerer Weg stehen 0,8 Hektar für ein Neubaugebiet zur Verfügung. Die zu bebauende Fläche beträgt 0,72 Hektar. Vor-

gesehen sind 14 Bauplätze für Einfamilien- und Doppelhäuser. Die Größen der Grundstücke variieren zwischen 367 und 570 Quadratmeter. Auch hier wurde noch keine Entscheidung über Preise getroffen. Möglich sei eine Vermarktung noch in diesem Jahr, doch sei sie abhängig vom Bau eines Regenüberlaufbeckens für Huttingen und Wintersweiler.

Efringen-Kirchen

Gegenüber dem Sportgelände soll das Neubaugebiet Gießenfeld II entstehen. Erkennbar ist es bisher lediglich an der noch toten Abzweigung vom bereits existierenden Kreisel auf der Isteiner Straße. Es umfasst eine Gesamtfläche von 4,28 Hektar. Eine Erschließung hat noch nicht stattgefunden. Mehrere Grundstücke befinden sich noch in Privathänden, erläutert Braun. Auch über Grundstücksgrößen sei noch keine Entscheidung gefällt. Klar sei jedoch, dass die Flächen der Bebauung mit Einzel- und Doppelhäusern vorbehalten seien. Dabei haben die „Landeinwerfer“, also die Grundstückseigentümer, die ihr Land an die Gemeinde verkaufen, das Recht, Bauplätze für sich zu reservieren. Ein Teil der Grundstücke soll über Investoren vermarktet werden, wobei die Gemeinde ein Interesse an „abgestaffeltem“ Geschosswohnungsbau hin zu Einfamilienhäusern habe, betont Braun. Einen Teil der Grundstücke werde aber die Gemeinde auch in Eigenregie verkaufen. Auch für dieses Gebiet gebe es noch keine Preisfestschreibung.

Ähnlich wie in Herten soll auch in Eimeldingen ein Solarpark entstehen. Dieser könnte rechnerisch etwa zehn Prozent der Haushalte in der Gemeinde mit Strom versorgen. Foto: Joachim Pinkawa

Ein Solarpark an der Autobahn

Umwelt | Eimeldingen engagiert sich für den Klimaschutz

Der Bau eines Solarparks auf Eimeldinger Gemarkung, die Umstellung auf LED-Beleuchtung oder die energetische Sanierung der Grundschule: In Eimeldingen tut sich einiges in Sachen Klimaschutz. Die Gemeinde ist folgerichtig zum Jahresbeginn dem „Klimaschutzpakt Baden-Württemberg“ beigetreten. n

Die Ausfahrt am Kreisel wird künftig ins Gebiet „Gießenfeld II“ führen.

Foto: Reinhard Cremer

Von Joachim Pinkawa

Eimeldingen. „Klimaschutz“ ist die inzwischen allgegenwärtige Antwort auf die Herausforderungen des weltweit erkenn- und spürbaren Klimawandels. Die Politik ist in der Pflicht, nicht nur theoretisch für Maßnahmen zu sorgen, sondern fordert auch jeden einzelnen Bürger dazu auf, seinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Auf Bundesebene wirken die gesetzlichen Bestimmungen zum Klimaschutz bereits auf vielfältige Art und Weise und auch die einzelnen Bundesländer entwickeln als laufen-

de Entwicklungsprozesse entsprechende Maßnahmen, die bis in die Städte und Gemeinden und sogar bis in die einzelnen Haushalte durchwirken. Was tut sich zum Thema Klimaschutz in Eimeldingen? Im Januar hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Kommune dem „Klimaschutzpakt Baden-Württemberg“ beitritt, der bereits 2015 von der Landesregierung und den kommunalen Gemeindeverbänden ins Leben gerufen worden ist und seitdem fortgeschrieben wird. Wie bereits mehr als 300 andere Kommunen im Land gibt auch Eimeldingen damit die „unterstützende Erklärung“ ab und bekräftigt, entsprechend dem Klimaschutzgesetz bis 2040 eine weitgehend klimaneutrale Verwaltung anzustreben.

Gemeinde hat Vorbildfunktion „Wir sind alle für das Thema Klimaschutz sensibilisiert“, bestätigt Bürgermeister Oliver Friebolin für Verwaltung und Gemeinderat. Als Beleg dafür, dass sich das politische Gremium der Bedeutung des Themas bewusst sei, führt der Bürgermeister beispielhaft den aktuell erfolgten Mitbeschluss eines Grünordnungsplans für die neuen Baugebiete Malzholzweg und Schlüpferwinkel an. „Mit der Erklärung zum Klimaschutzpakt bekennen wir uns außerdem zur Vorbildfunktion, die Gemeinden haben, wenn es um das Erreichen der Klimaschutzziele geht“, sagt Friebolin und weist zugleich auf die Bedeutung hin, dass dieses Bestreben dann vor Ort auch gelebt wird und die Bereitschaft zu Investitionen vorhanden sei. Für diese Tatsachen führt der Bürgermeister die bereits mit neuen Fenstern, LED-Beleuchtung und neuer Heizung energetisch sanierte Grundschule in Eimeldingen an. Auch die bevorstehende

energetische Sanierung der Reblandhalle und die Installation einer Photovoltaikanlage nennt er als Beispiele, ebenso die teilweise bereits erfolgte Umstellung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Technik, für deren Fortführung im Haushalt 2021 bereits Mittel bereitgestellt wurden. Vorbildfunktion in Sachen Klimaschutz und Energiewende hat in der Gemeinde auch hinsichtlich der Stromgewinnung aus Solar-Energie. Der auf Eimeldinger Gemarkung geplante Solarpark direkt neben der Autobahn 98 hat vom Eimeldinger Gemeinderat bereits grünes Licht erhalten und auch der notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans durch die Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbands Vorderes Kandertal (GVV) steht nichts im Weg. Der Solarpark könnte damit künftig rund zehn Prozent des Strombedarfs der Eimeldinger Haushalte decken. Der angedachte Bau eines Wasserkraftwerks an der Kander musste dagegen als derzeit nicht realisierbar zurückgestellt werde, da sich keine wirtschaftliche Lösung finden ließ. Weitere positive Impulse und Maßnahmen erhofft sich die Gemeinde jedoch aus der im vergangenen Jahr beschlossenen Teilnahme an der Initiative des Landkreises zur „Interkommunalen Wärmeplanung“ und aus Gesprächen mit der Energieagentur Lörrach. „Wir haben uns durch den Beitritt zum Klimaschutzpakt und weiteres Engagement nicht nur den Zugang zu Beratungsnetzwerken geschaffen, sondern auch neue Fördermöglichkeiten und mögliche Zuschüsse für kommunale Projekte erschlossen, damit wir im Sinne von Umwelt und Klimaschutz die Gemeinde positiv weiterentwickeln und aufwerten können“, erklärt Oliver Friebolin.


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Dynamischer Ort mit Lebensgefühl

Winzerdorf | Stattliches Gewerbegebiet Schliengen (sih). Ein Pärchen sitzt entspannt bei einem Glas Wein im Park von Schloss Entenstein. Diese Bronzeskulptur passt gut zum Lebensgefühl im Weinund Erholungsort Schliengen. Hinter der Parkmauer laufen derweil die Sanierungsarbeiten am ortsbildprägenden Weingut Blankenhorn mit seiner Verbindung aus moderner Architektur und dem Erhalt geschichtsträchtiger Bausubstanz. Auch das passt gut zu Schliengen und seiner Entwicklung vom vom kleinen Winzerdorf zur dynamischen Gemeinde. Der Kernort Schliengen verfügt mit dem „Sonnenstück“ über ein stattliches Gewerbegebiet in Bahnhofsnähe, dazu kommen Frischmärkte, Discounter, Drogeriemarkt und vieles mehr links und rechts der B3. Im „Sonnenstück II“ wird Anfang 2022 mit der Eröffnung des Pflegeheims des Landkreises Lörrach gerechnet, später folgt dort die von einem privaten Investor errichtete Anlage für betreutes Wohnen. Für die Kinder in der Gemeinde gibt es im Kernort Schliengen eine Kita und den 2019 eingeweihten Naturkindergarten „Trollestübchen“, dazu kommen Kindergärten in jedem der vier Ortsteile und Grund-

schulstandorte in drei Ortsteilen – all das eine Folge der von der Gemeinde gewollten Politik der kurzen Wege. Zum Kernort Schliengen gehört die Gemeinschaftsschule Hebelschule mit ihrer 2019 eingeweihten neuen Schülermensa und dem Veranstaltungsraum. Jüngste Investition der Gemeinde sind 25 Luftfilteranlagen für alle vier Schulstandorte. Schliengens vier Ortsteile Liel, Mauchen, Niedereggenen und Obereggenen laden mit ländlichem Charme in schöner Umgebung zu Spaziergängen ein. Insbesondere das Eggenertal punktet mit seinen Themenwegen, dem Naturdenkmal „Hagschutz“ und der berühmte Kirschblüte, die jedes Jahr Besucher aus nah und fern anlockt. Und über allem thront oben auf der Höhe das Rokokoschlösschen Bürgeln. So ist es kein Wunder, dass Schliengen ein Zuzugsort ist. Die Baugebiete, allen voran das Wasengärtle in Schliengen, die Gärtnerei in Liel, Ochsenmatt in Obereggenen und Unterm Dorf in Mauchen sind bereits erschlossen, die Erschließungsarbeiten Haldengässle-Ried in Mauchen laufen derzeit. Wenn alles bezogen ist, wird die Einwohnerzahl von derzeit 5.809 voraussichtlich um weitere 500 Bürger steigen.

Im Frühling hat Bad Bellingen eine ganz besondere Atmosphäre.

Kurort für Familien attraktiv

Bädergemeinde | Abwechslungsreiches Betreuungs- und Freizeitangebot In den vergangenen Jahren ist Bad Bellingen stark gewachsen, was auch an der für Arbeitnehmer verkehrsgünstigen Lage mit guter Anbindung an die Rheintalbahn und an die Autobahn A5 liegt, über die Freiburg und Basel schnell erreicht werden können. n

Bronzeskulptur im Park von Schloss Entenstein Foto: Silke Hartenstein

Von Jutta Schütz

Bad Bellingen. Mehr als 4600 Einwohner zählt der Kurort mittlerweile. Insbesondere das große Baugebiet „Hinterm Hof II“ mit 60 Bauplätzen und einem großen Mehrfamilienhaus trug dazu bei, dass junge Familien zuzogen. Für sie sind die kurzen Wege zu den Kindergärten – nicht nur im Kernort sondern auch in den Teilorten Bamlach, Hertingen und Rheinweiler gibt es je einen Kindergarten – und die mittlerweile mehrfach vergrößerte Sonnenrain-Grundschule attraktiv, die derzeit von rund 150 Grundschülern besucht wird. Neu im Kernort sind

Blick von der neuen Aussichtsplattform am Rheinufer. für Senioren betreute Angebote für das Wohnen im Alter. Stichwort Senioren: Wegen des engagierten Pflegepersonals, des abwechslungsreichen Betreuungs- und Freizeitangebots ist zudem das Pflegeheim Schloss Rheinweiler bei den eigenen Bewohnern und deren Angehörigen beliebt. Neu ist die vom St. Josefshaus Herten geschaffene Möglichkeit, sich in einem Neubauquartier in Bamlach für das generationenübergreifende Wohnen und das Wohnen mit behinderten Menschen zu interessieren. Vor Ort kann dank eines Supermarktes und eines Dro-

In Schliengen entstehen 74 Pflegeplätze Pflegeheim | Kreis investiert rund zwölf Millionen Euro in „Haus am Sonnenstück“ Schliengen (anl). Weit voran geschritten ist der Bau des Pflegeheims in Schliengen. Anfang nächsten Jahres kön-

nen die ersten Bewohner ins „Haus am Sonnenstück“ einziehen. Der Kreistag hat den Bau des Pflegeheims im Jahr

Der Bau des Pflegeheims schreitet voran.

Fotos: Jutta Schütz

2016 beschlossen im vergangenen Juli haben die Bauarbeiten begonnen. Ein Teil der Pflegeplätze

Foto: Alexander Anlicker

wird im Rahmen des Dezentralisierungsprozesses pflegebedürftigen Bewohnern der Markus-Pflüger-Zentren bereitgestellt. Darüber hinaus können pflegebedürftige Senioren aus der Region hier ihr neues Zuhause finden. Der Eigenbetrieb Heime des Landkreises Lörrach schafft mit dem Neubau in Schliengen 74 neue Pflegeplätze. Neben der Langzeitpflege für pflegebedürftige Senioren soll das Angebot am Standort Schliengen auch die Kurzzeitpflege umfassen. Insgesamt investiert der Eigenbetrieb Heime des Landkreises Lörrach rund zwölf Millionen Euro in den Neubau des Pflegeheims.

geriemarktes sowie des Einzelhandels eingekauft werden. Zudem bieten viele unterschiedliche Handwerksbetriebe ihre Leistungen an. Hotels, kleinere Übernachtungsbetriebe, der vielfach ausgezeichnete Campingplatz in Bamlach und Restaurants, aber auch mehrere Schnellimbisse und Cafés laden – außerhalb der jetzt noch geltenden Pandemieeinschränkungen -›– zum Übernachten und Ausgehen ein. Der Freizeitwert in der Gemeinde ist hoch. Das Thermalbad, die Balinea Therme, ist für Bürger und Gäste ein Wellness- und Gesundheitsziel. Die Gemeinde

hat zudem in Verbindung mit der IBA Basel Expo interessante neue Projekte wie einen großen Aussichtssteg, zudem Fitnessgeräte und Sitzmöglichkeiten entlang des Rheins realisiert. Zahlreiche Wander- und Radwege ergänzen das Ausflugsangebot. Für Groß und Klein ist das Abenteuerminigolf im Kurpark ein Hit, dazu gibt es im Kurpark noch einen Bouleplatz. Für alle Blumen- und Gartenliebhaber ist zudem das Landhaus Ettenbühl in Hertingen mit seinen englischen Gartenanlagen ein Ziel. Das Oberrheinische Bäder- und Heimatmuseum in Bamlach gibt interessante Einblicke in die Geschichte der Kurbäder und des Kurbetriebs. Wer Sport, Musik und Geselligkeit mag, findet ein großes Mitmachangebot bei den Vereinen: Von Fußball, Gymnastik, Turnen, Tennis, Motorsport, Musik, Gesang bis hin zu Angeln und Naturschutz sind alle Gruppierungen vertreten. Weitere Informationen: n www.gemeinde-bad-bellingen.de und www.bad-bellingen.de


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Ob aus der Kandertalbahn einmal eine S-Bahn werden wird, bleibt ungewiss. Das Tal verbindet sie schon jetzt – wenn auch nur in den warmen Monaten und am Wochenende.

Foto: zVg

Sechs Kommunen teilen sich ein Konzept Kandertal | Kandern, Binzen, Rümmingen, Malsburg-Marzell, Wittlingen und Schallbach wollen Zukunft gemeinsam gestalten Kommunen brauchen Ziele und Leitbilder, um sinnvoll in die Zukunft planen zu können. Deshalb werden unter Beteiligung interessierter Bürger gerne so genannte Entwicklungskonzepte erstellt, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft die Richtung vorgeben sollen. Ungewöhnlich ist es, wenn mehrere Kommunen gemeinsam einen solchen Prozess anstoßen, wie es nun im Kandertal geschehen ist. n

Von Alexandra Günzschel

Kandertal. Das Ergebnis des im Jahr 2017 begonnenen Prozesses trägt den Namen „Raumkonzept Kandertal 2040“. Ende Januar wurde es im Rahmen einer Online-Veranstaltung ausführlich vorgestellt. Die beteiligten Kandertalgemeinden Kandern, Binzen, Rümmingen, Malsburg-Marzell, Wittlingen und Schallbach sollen nun eine gemeinsame Charta unterzeichnen, die zumindest den Willen zur künftigen Zusammenarbeit besiegelt. Inwieweit das erstrebenswerte Vorhaben einer

Die „Gartenstadt“ in Kandern ist ein Musterbeispiel für die angestrebte Innenverdichtung. abgestimmten interkommunalen Entwicklung auch gelingt, muss sich in den kommenden Jahren noch zeigen. Für die Erstellung des Raumkonzepts Kandertal haben sich die sechs Gemeinden auch externe Hilfe geholt. Mit im Boot waren diverse Fachbüros, die Agglomeration Basel, der Regionalverband Hoch-

rhein-Bodensee sowie Landkreis Lörrach.

der

Fehlentwicklungen nach Möglichkeit vermeiden Das Kandertal gilt nun als zukünftige Entwicklungsachse in der Fortschreibung des Regionalplans. Die intensive Auseinandersetzung mit den vielfältigen Aspekten, die dies mit sich bringt, hatte nicht zuletzt den Zweck, unerwünschte Fehlentwicklungen nach Möglichkeit zu vermeiden. Das Raumkonzept Kandertal stellt den durchaus ambitionierten Versuch dar, die mitunter widerstreitenden Themen Verkehr, Siedlung Grünflächenentwickund lung miteinander zu verknüpfen und aufeinander abzustimmen. Obwohl der Wille zur Zusammenarbeit und zum interkommunalen Austausch erkennbar ist, stößt das Raumkonzept keineswegs nur auf Gegenliebe in den einzelnen Gemeinden,

deren Eigeninteressen weiter bestehen. Zu einem schon jetzt erkennbaren Interessenskonflikt könnte der von vielen gewünschte Ausbau der Kandertalbahn, die derzeit nur an den Wochenenden als Museumsbahn verkehrt, zu einer Regio-S-Bahn werden. Während es in Kandern fast nur Fürsprecher für dieses Vorhaben gibt, sieht die Situation in Binzen oder Rümmingen anders aus. Hier befürchten viele Einwohner, dass die Nachteile eines schienengebundenen Personennahverkehrs im jeweiligen Ort die Vorteile überwiegen könnten. Der Wunsch nach einer S-Bahn hatte einst übrigens den Ausschlag gegeben zur Entwicklung des gemeinsamen Raumkonzepts. Ein zentraler Aspekt dabei ist die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung. Für das Kandertal wird auch zukünftig von einem Wachstum ausgegangen, was die Chancen erhöhen würde, dass sich

Auch die Verbesserung der Nahversorgung ist ein Entwicklungsziel. Im Gewerbegebiet in Rümmingen gibt es Pläne, drei kleinere Märkte anzusiedeln. Fotos: Alexandra Günzschel

der S-Bahn-Verkehr in Richtung Weil am Rhein und weiter nach Basel oder Lörrach am Ende auch lohnt. Umgekehrt wird davon ausgegangen, dass die Einführung eines attraktiven S-Bahn-Verkehrs auch die Siedlungsentwicklung entlang der Trasse beschleunigen würde. Ein Prozess, den man im Wiesental beobachten konnte mit all seinen positiven, aber auch negativen Auswirkungen. Im Kandertal befürchtet man vor allem das Zusammenwachsen einzelner Gemeinden – ein Schreckgespenst, das unter allen Umständen vermieden werden soll. Um die hochwertige und multifunktionale Landschaft für Mensch, Tier und Pflanzen zu erhalten, wie es heißt, wird eine konsequente Innenentwicklung angestrebt. Die Rede ist von einem qualitativ hochwertigem Wachs-

werden. Bei diesem Verfahren haben gerade neue Ideen des Zusammenlebens, etwa Senioren-Wohngemeinschaften, gute Chancen. Deutliche Konturen nimmt derweil die „Gartenstadt“ im Zentrum von Kandern an. Auf einem ehemaligen Sägewerksareal entstehen zwischen Bahnhof und Kander 50 barrierefreie Wohnungen sowie Platz für Gewerbe, verteilt auf sieben Häuser. Eine große Tiefgarage soll dort für eine autofreie Zone, gepaart mit viel Grünfläche sorgen.

Der Prozess hat bereits begonnen Dies sind zwei aktuelle Beispiele aus dem Kandertal wie Bevölkerungswachstum ohne zusätzlichen Flächenverbrauch gelingen kann. Denn in beiden Fällen sind es zentral gelegene Brachen, auf

Blick in das dörfliche Binzen mit der Laurentiuskirche: Auch hier sind die Pläne für ein Neubaugebiet weit fortgeschritten, das wohl ein deutliches Bevölkerungswachstum mit sich bringt. tum innerhalb des bestehenden Siedlungsgebiets. Das bedeutet, insbesondere in den Siedlungsschwerpunkten des Kandertals, einen Schritt weg vom beliebten Einfamilienhaus hin zu kompakteren Wohnformen. Das geplante Neubaugebiet „Kandergrund“ in Binzen ist hierfür ein Beispiel. Ein Ankermieter wurde gerade gefunden. Die Zuschläge für die einzelnen Baugrundstücke sollen nun im Rahmen einer Konzeptvergabe erteilt

denen das jeweilige Neubaugebiet entsteht. Was das Thema Verkehr betrifft, ist die Kandertal-S-Bahn im Raumkonzept nur eine von mehreren Entwicklungsoptionen. Die generelle Stoßrichtung ist aber klar: Die Macher des Raumkonzepts wollen möglichst weg von immer mehr motorisiertem Individualverkehr und hin zu einem attraktiven ÖPNV-Angebot sowie besseren Möglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer.


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Eine wirklich anziehende Gemeinde Grenzach-Wyhlen | Einwohnerzahl nimmt weiter zu / Familien kommen den Hochrhein und benötige Bau- und Hortplätze n

Von Rolf Reißmann

Grenzach-Wyhlen. Die Einwohnerzahl der Gemeinde steigt: Laut Angaben der Verwaltung fühlen sich nunmehr über 15 300 Bewohner in Grenzach-Wyhlen zu Hause. Vor einigen Jahren wurde besonders spürbar, dass der am weitesten von der Bundeshauptstadt entfernte Ort Deutschlands immer wieder in den Blickpunkt von Familien rückt, die sich aus beruflichen Gründen im Südwesten ansiedeln möchten. Dass dies eine ganze Menge sind, lässt sich auch an der Altersstatistik der Bevölkerung erkennen. Etwa 42 Prozent aller Einwohner der Doppelgemeinde sind 40 Jahre und jünger. Dem starken Zuzug liegt die stabile Lage der hiesigen Industriebetriebe zugrunde, die in ihren großen Konzernen gewichtige Positionen einnehmen. Das betrifft sowohl die Roche Deutschland AG und DSM als auch das etwas kleinere Werk von BASF. Doch nicht nur hiesige Unternehmen suchen wegen des kontinuierlichen Generationswechsels neue Mitarbeiter, auch Schweizer Firmen und Dienstleister stellen immer wieder Personal aus Deutschland ein. Immerhin rund ein Drittel der Erwerbstätigen aus Grenzach-Wyhlen pendeln zur Arbeit über die Landesgrenze. Dass bei Wohnungssuchenden aus anderen Teilen Deutschlands die Gemeinde schnell in den Blick als künftiger Wohnsitz gerät, verwundert niemanden, der sich etwas intensiver mit der Infrastruktur und dem gesellschaftlichen Leben im Ort befasst. Neben zahlreichen individuellen, neuen Häusern entstanden in den zurücklie-

„Löwenzahn“ heißt der neueste Kindergarten, ebenso wie sein abgerissener Vorgänger. Hier wurde nicht nur das Konzept eines Zweckbaus umgesetzt, sondern auch ein architektonischer Blickfang geschaffen. Foto: Rolf Reißmann genden fünf Jahren mehrere attraktive Wohngebiete. Da seien nur der Hornacker mit über 100 Wohnungen oder auch das Neufeld genannt. Über die Ästhetik der dortigen Reihenhäuser lässt sich zwar streiten, aber sie bieten eben doch einer Vielzahl junger Familien sehr annehmbare Wohnbedingungen. Weitere Bauvorhaben wurden vom Gemeinderat bewilligt, unabhängig davon, wie schnell sie wirklich von den Investoren verwirklicht werden. Da ist ein Mehrfamilienhaus für den früheren Gasthof „Löwen“ in Grenzach vorgesehen, hinter dem alten „Ochsen“ in Wyhlen sollen Wohnungen entstehen, in den beiden geplanten neuen Ortsmitten Grenzach und

Wyhlen werden ebenfalls Wohngebäude entstehen und für das doch beachtlich große Baugebiet Kapellenbach-Ost laufen die Erschließungsarbeiten an. Doch Bauen ist eben nur eine Seite, um als familienfreundlicher Ort zu gelten.

Bürgermeister Tobias Benz betont immer wieder, dass hier öffentliche Einrichtungen vorgehalten werden, die andernorts oftmals selbst bei doppelter Einwohnerzahl nicht vorhanden sind. Da gibt es mit dem Haus der Begegnung und der Hochrhein-

Der Bürgermeister der Doppelgemeinde: Tobias Benz . Foto: Archiv

halle ein Festhaus und eine sehr große Mehrzweckhalle, Hallenbad und Freibad, drei weitere Sporthallen. „Auch das sind für Zuzüger wichtige Standortfaktoren“, beschreibt der Bürgermeister. „Ebenso die Angebote zur Kinderbetreuung, die wir ständig ausbauen.“ Elf Kindertagesstätten unterschiedlicher Struktur bestehen derzeit, für eine weitere begann gerade der Bau. Das wird kein völliger Neubau, sondern ein für den Schulbetrieb nicht mehr benötigter Pavillon der Bärenfelsschule wird um 200 Quadratmeter erweitert. Und, obwohl in der Ortsmitte gelegen, kommt eine Freifläche von 700 Quadratmetern hinzu.

Deutlich höher als in anderen Orten ist hier der Anteil der Kinderkrippen. Während deutschlandweit etwa 35 Prozent der unter Dreijährigen in Krippen betreut werden, liegt der Anteil hier bei 55 Prozent. Ein Beleg für die weit verbreitete Berufstätigkeit beider Elternteile. Zur Familienfreundlichkeit der Gemeinde gehört aber auch die Schullandschaft von der Grundschule bis zum Gymnasium. Musikschule und Vorschulen bereichern das Bildungsangebot. Alle 87 Vereine der Doppelgemeinde suchen ständig Nachwuchs, vor allem die 19 Sport- und drei Musikvereine gestalten immer wieder spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche.

Großes Jubiläum, kleines Budget: Viel Herzblut ist gefragt 100 Jahre Stadt Rheinfelden | 2022 feiert die Stadt mit dem Löwen im Wappen / Ehrenamtliches Engagement statt Feuerzauber n

Von Gerd Lustig

Rheinfelden. Eines ist klar: 2022 steht das Jubiläum „100 Jahre Stadt Rheinfelden“ an. Wie gefeiert wird, ist aber noch offen. Denn finanziell sieht es im Stadtsäckel alles andere als gut aus. Es regiert der Rotstift. Und dennoch: Gefeiert werden soll in jedem Fall. Statt großer Sause und teuren Events soll es ein Jubiläumsjahr unter dem Motto geben: „Von Rheinfeldern für Rheinfelden“. Sprich: Es bringen sich verstärkt Bürger, Vereine, Institutionen und Firmen ein. Denn 100 wird man ja schließlich nur einmal. Und so ist Bürgermeisterin Diana Stöcker, die zur Sprecherin einer vor rund einem halben Jahr eigens gebildeten Lenkungsgruppe bestimmt wurde, recht optimistisch, was das 100-Jährige betrifft. Das offizielle Budget der Stadt ist allerdings gewaltig geschrumpft – auf läppische 20 000 Euro. Und zuletzt hatte sich sogar noch ein Rechenfehler eingeschlichen, sodass offiziell nur 12 000 Euro in den Büchern fix stehen. Stöcker geht aber davon aus, dass beim Haushalt 2022 noch etwas draufgesattelt wird. Vor Jahren waren für das Jubiläum mal mehr als eine Dreiviertel Million Euro

angedacht. Corona und eine Gewerbesteuerrückzahlung haben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Statt Feuerzauber sind Bürgerprojekte und ehrenamtliches Engagement gefragt. Das offizielle Budget der Stadt wird vermutlich allein beim geplanten Festakt verbraucht, der am Donnerstag vor dem Trottoirfest Ende August über die Bühne gehen soll, weil dann auch alle Delegationen aus den Partnerstädten vor Ort sind. Der 17. Oktober 1922 war’s, als die heutige große

Kreis- und zweitgrößte Stadt im Landkreis Lörrach zur Stadt erhoben wurde. Davor trug sie den Doppelnamen Nollingen-Badisch-Rheinfelden, ehe ihr letztlich vor inzwischen 99 Jahren der Name Rheinfelden mit dem Zusatz (Baden) verliehen wurde. Die Muttergemeinde Nollingen, deren Ursprünge ins Jahr 752 datieren, wie eine Schenkungsurkunde des damaligen Klosters St. Gallen bezeugt, blieb zunächst eigenständig, ehe sie dann im Zuge der Kreisreform 1975 eingemeindet und ein Orts-

teil von Rheinfelden wurde. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Rheinfelden ein weitestgehend landwirtschaftlich genutzter Flecken. Erst mit der Schaffung der Bahnlinie Basel – Konstanz entstand der hiesige Bahnhof und damit die Bezeichnung „Bei Rheinfelden“. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand dann das damals größte europäische Flusskraftwerk. Mit seiner Fertigstellung kam Strom benötigende Großindustrie hierher, lockte unzählige Menschen an. Die Siedlung wuchs und

wuchs – bis sie schließlich 1922 zur Stadt wurde. So begeht die vergleichsweise junge Stadt im nächsten Jahr ihr 100-Jähriges. Weil aber eben das Geld fehlt, soll jetzt via Sponsoren, Unternehmen, Stiftungen und Spender sowie Bürger und Vereine dafür gesorgt werden, dass es ein buntes Jubiläumsjahr wird. Ebenso wird auf Kooperationspartner, wie Musikschule, VHS und WST, gesetzt. Inzwischen hat die Firma Evonik 7500 Euro für eine Online-Schnitzeljagd gespen-

Die Stadt Rheinfelden feiert 2022 ihr 100-Jähriges: Gleichwohl gibt es Gebäude, die älter sind als die Stadt. So zum Beispiel die Schillerschule, die 1909 als Gewerbeschule fertig gestellt wurde. Foto: Gerd Lustig

det. Der Stadtsportausschuss will ein Fußballspiel mit einem Bundesligaverein organisieren. Die Warmbacher Vereine wollen ein gemeinsames Fest auf die Beine stellen. Und, und, und... „Das Geld macht es nicht aus, es ist das Herzblut und die Identität mit der Stadt, das wir und die Bürger einbringen“, macht Oberbürgermeister Klaus Eberhardt deutlich und freut sich auf alles, was da im Jubiläumsjahr kommt. Neben dem Fixpunkt Festakt sollen unter anderem alle und vor allem die größeren Veranstaltungen unter das Motto „100 Jahre Rheinfelden“ gestellt werden, wie die Brückensensationen oder das Trottoirfest. Geplant ist ein Generationenfest im Tutti Kiesi-Areal. Der Arbeitskreis Geschichte des Vereins Haus Salmegg will einen Band der Geschichtsblätter dem Thema widmen. Es wird Ausstellungen im Schauraum geben sowie natürlich auch das Veranstaltungsprogramm des Kulturamtes. Eingebunden werden zudem Jugend, der Sport, die Schulen, die Kirchen und auch die Ortsteile sowie die Schweizer Schwesterstadt. Gewünscht ist vor allem ein besonderer bürgerschaftlicher Geist, der sich rund um das 100-Jährige legen möge.


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„Am Platz“ in Maulburg: Hier soll eine moderne Straßengestaltung Wirklichkeit werden, die Planung läuft.

Fotos: Christoph Schennen

Angepeilt wird eine attraktive Kernzone Maulburg | Viele Parkplätze und viel Grün: Straßensanierungen mit ausgefeiltem Konzept / Einheitliche Gestaltung

Die Gemeinde Maulburg will die Straßen „Kupfergasse“ und „Am Platz“ sanieren. Die Detailplanung ist noch nicht abgeschlossen, aber es steht schon fest, dass man zukünftig nur noch von der Hermann-Burte-Straße in die Kupfergasse fahren darf. n

Von Christoph Schennen

Maulburg. Dort wo „Kupfergasse“ und „Am Platz“ aufeinandertreffen, ist wieder Gegenverkehr erlaubt, und man kann über beide Straßen die „Neue Straße“ errei-

chen. Das beschloss der Gemeinderat in seiner vorletzten Sitzung. Weitere Einbahnregelungen in diesem Gebiet sind möglich. Die Planung sieht 23 Parkplätze vor. „Hiervon können drei nur realisiert werden, wenn Grunderwerb von Privaten möglich ist“, teilt Bürgermeister Jürgen Multner auf Anfrage mit. Insgesamt sind laut Plan sieben neue Baumstandorte vorgesehen. An den Randbereichen der Parkplätze werden Grünflächen geschaffen, auf denen Sträucher gepflanzt werden sollen. Insgesamt gehe es darum, so viele Parkplätze zu schaffen wie

möglich, damit die Anwohner ihr Fahrzeug nicht in den umliegenden Straßen parken müssen. Gleichzeitig soll das Gebiet einen grünen Charakter bekommen. Bäume dürften aber nur dort stehen, wo es Sinn mache, so Stephanie Scarr von der Bürgervereinigung Maulburg. Ähnlich äußerte sich Christian Leszkowski (SPD): „Das Gebiet sollte man nicht wild mit Bäumen zupflastern.“ Die beiden Straßen sollen zu einer verkehrsberuhigten Zone werden, wo Rad- und PKW-Fahrer gleichberechtigt verkehren und sich begegnen können (shared space). Das übergeordnete

Ziel in Maulburg ist laut Erich Potschies (Freie Wähler), innerhalb der nächsten 30 Jahre eine „attraktive Kernzone“ vom Bahnhof bis zur evangelischen Kirche / Rathaus zu haben, die sich durch einheitliche Oberfläche und Verkehrsgestaltung auszeichne.

Verkehrsberuhigung und gute Aufenthaltsqualität Christian Leszkowski äußerte die Idee, eine Ladesäule für Elektroautos im „Am Platz“ aufzustellen. Die Kabelinfrastruktur für die Ladesäule wird aktuell im Zuge der Erdverkabelungsmaß-

nahme vom Energiedienst verlegt. Ob dort tatsächlich eine Ladesäule entsteht, entscheidet der Energieversorger. CDU und Freie Wähler finden, dass eine E-Tankstelle an anderer Stelle im Ort besser aufgehoben wäre. „Im Zuge der Maßnahme werden auch Nahwärmeleitungen und Breitband mitverlegt“, sagt der Rathauschef. Die Nahwärmeleitung kommt von der Zentrale in der Sportplatzstraße und führt bis auf den Rathausplatz, der nicht mehr aufgegraben werden muss, da die Leitungen auf dem Platz bereits verlegt sind. Der Rathausplatz wurde

vor kurzem schon hergerichtet. Die Oberfläche des Platzes wurde erneuert, die Aufenthaltsqualität verbessert, Sitzgelegenheiten und ein Fontänenbrunnen geschaffen. In diesem Zusammenhang wurden auch die Bushaltestellen auf der Rathausseite und gegenüber mit Wartehäuschen ausgestattet. Die Planungsgruppe Süd-West stellt die Planung derzeit fertig und berechnet die Kosten der Sanierungsmaßnahme. Die endgültige Planung wird dann noch einmal im Gemeinderat vorgestellt. Dann wird auch festgelegt, wann die Gewerke ausgeschrieben werden.·

Neugestaltung: Bank am Rathausplatz.


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Ein Erlebnis für alle Altersschichten Steinen | Investor sieht Potential für einen Kino-Großkomplex in Höllstein / Acht-Millionen-Projekt stößt auf großes Interesse Spannende Filmvorführungen vor ausverkauftem Haus: Kino-Vergnügen gab es in der Wiesentalgemeinde Steinen bis vor 50 Jahren im Ochsen-Areal im Ortskern. Nun könnte es anderswo, nämlich auf einer großen Wiese zwischen B317-Kreisel, Halli-Galli-Hütte und Märkte-Areal in Höllstein, einen Kino-Großkomplex geben. Entsprechende Pläne stellte der Lörracher Cineplex-Betreiber Matthias Schweikart vor knapp zwei Jahren im Steinener Gemeinderat vor und erhielt in nichtöffentlicher Sitzung auch grundsätzliche Zustimmung. n

Von Ralph Lacher

Steinen. Aus gut informierten Kreisen des Gremiums verlautet, dass auf einer der nächsten Sitzungen ein Bauantrag für das ehrgeizige Projekt mit einem Investitionsvolumen von über acht Millionen Euro vorgelegt würde. Matthias Schweikart hatte den Steinener Räten seine Strategie erläutert. Der Geschäftsführer der CCC-Filmtheaterbetriebe, der in Lörrach das Cineplex am Marktplatz sowie am Bahnhof das Union-Kino betreibt, sagte, dass er davon ausgehe, dass es in der Region im Dreiländereck genügend Kinogänger-Potenzial für zwei Cineplex gebe. Doch nicht nur Kinogänger will Schweikart erklärtermaßen ansprechen, sondern im neuen Kinopalast ein Gastrogebäude und einen Indoor-Kletterpark realisieren. Im neuen Kinobau wür-

Auf der Grünfläche zwischen Halli-Galli-Hütte (rechts), B 317-Kreisel und dem Höllsteiner Märkte-Areal (imHintergrund) könnte ein Kino- und Unterhaltungskomplex entstehen. Fotos: Ralph Lacher de topaktuell Beinfreiheit an den Sitzen realisiert und sollen zielgruppenorientierte Programme für alle Altersschichten eine breite Kundenschicht ansprechen. Auch anspruchsvollere Cineasten sollen auf ihre Kosten kommen.

Kletterhalle und Gastronomie Einzelne der Kino-Räume könnten für Liveübertragungen von Großveranstaltungen wie Fußball oder Opern genutzt werden. Gleich neben dem Kreisel könnte die Kletterhalle entstehen. Der Abend solle nach dem Kinobesuch in Höllstein weitergehen können, hieß es.

Und man wolle das Programm abgestimmt mit dem in Lörrach gestalten. „Wir brauchen adäquates Kino gerade in Zeiten von Netflix und Co“, sagte Schweikart damals. Und betonte, dass man nur mit der gemeinschaftlichen Filmpräsentation auf einer Zwei-Meter-Leinwand im dunklen Kinosaal die Kino-Kultur und Kino als Erlebnis leben könne. Dies realisierte in Steinen in der Zeit von 1951 bis 1971 in den so genannten Wiesen-Lichtspielen Clara Hermine Milhausen. Die Filme wurden – 50 Jahre ist das in diesem Jahr her – in einem Saal im Obergeschoss neben dem Gasthaus „Ochsen“ in der Kirchstraße gezeigt. Dort

befindet sich schon seit fast 40 Jahren das Fotostudio Köpfer. Inhaber Erwin Köpfer hat einiges erhalten, was an die cineastische Vergangenheit der Räume erinnert. Der Eingang zum Fotostudio öffnet sich zum früheren Foyer des Kinos.

Erinnerung an die alten Wiesen-Lichtspiele Erhalten ist die originale Treppe, die das Steinener Kinopublikum einst nach oben führte. Im einstigen Kinosaal stehen heute die Utensilien des Köpfer-Teams, ebenso in der durch eine Stufe leicht erhöhten Loge, dort wo sich die teureren Kinoplätze befanden. Insgesamt befanden

Hinter diesen Fenstern am Steinener „Ochsen“-Gebäude befand sich bis 1971 20 Jahre lang ein Kinosaal.

Die Treppen, die heute zum Fotostudio-Köpfer hinaufführen, waren einst der Zugang zum Steinener Kino.

sich im eigentlich zum Gasthaus „Ochsen“ gehörenden Tanzsaal der Wiesen-Lichtspiele 250 Sitzplätze. Die 50er und 60er Jahre sind Boomjahre des Kinos. Von 1953 bis 1969 betrieb Tochter Erni mit ihrem Ehemann Wolfgang Sturm eine Dependance – die Bad-Lichtspiele in Hauingen. Gezeigt wurde in beiden Kinos ein bunt gemischtes Programm an sechs Tagen der Woche – montags war spielfrei. Als Mitte der 60er Jahre mehr und mehr Haushalte in Steinen Fernseher in ihren Wohnzimmern stehen hatten, begann der Niedergang auch für die Wiesen-Lichtspiele. Dem konnte auch der Versuch, durch Sondervorstellungen für italienische Zuwanderer eine gewisse Neuauslastung zu erreichen, keinen Einhalt gebieten. Im Mai 1971 gingen in den Wiesen-Lichtspielen endgültig die Lichter aus - vielleicht gehen sie in näherer Zukunft in Höllstein wieder an.


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Der Dorfplatz inmitten der neuen Wohnanlage am Eisweiher ermöglicht soziale Kontakte unter allen Bewohnern. Foto: Ralph Lacher

„Ein Pilotprojekt im Wiesental“ Wohnungsbau | Senioren-WG im Neubaugebiet „Eisweiher“ / Acht der zehn Wohnungen sind bereits belegt Bezahlbarer Wohnraum steht schon seit längerem auf der Agenda von Stadtverwaltung und Gemeinderat in Schopfheim. Ein weiterer Aspekt in diesem Zusammenhang ist die Schaffung von altersgerechtem Wohnraum. n

Von Ralph Lacher

Schopfheim. Beide Anliegen verbindet das Neubaugebiet „Eisweiher“. Einen Teil des Großprojekts mit zusammen 160 Wohneinheiten realisierte die Städtische Wohnbau Lörrach. Sie schuf 74 Wohnungen, davon zehn Seniorenappartements mit besonderen, altersgerechten Angeboten. Die 64 Mietwohnungen sind allesamt bezogen; die zehn Senioren-Wohnungen sind mit zwei Ausnahmen mittlerweile ebenfalls belegt. „Das ist ein Pilotprojekt im Wiesental“, sagt die Geschäftsführerin des ambulanten Dienstes Curare, Pia Maria Späth. Ihre Organisation kümmert sich um die Bewohner der Senioren-WG, die auf der rechten Seite des so genannten „Dorfplatzes“ gelegen ist.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung“, berichtet Pia Maria Späth und kann dabei darauf verweisen, dass es für die übrigen WG-Einheiten bereits mehrere Interessenten gibt. Aktuell leben acht Frauen und fünf Männer in der Senioren-WG am Eisweiher. Bevor man die Plätze im Pilotprojekt vergab, habe man intensive Gespräche geführt, betont die Curare-Geschäftsführerin. Es galt abzuklären, inwieweit das Projekt auch die richtige Wohnform für die Interessenten ist und ob diese zusammen passen. Die Altersspanne der Wohngemeinschaft reicht von knapp 60 bis über 90 Jahre. Unweit vom Stammsitz im Georg-Reinhardt-Haus und im Dietrich-Bonhoeffer-Haus hat Curare, ein Ableger des Evangelischen Sozialwerks, hier eine attraktive Wohnmöglichkeit für ältere Menschen geschaffen. Während im Georg-Reinhardt-Haus die Pflegebedürftigen untergebracht sind, gibt es im Dietrich-Bonhoeffer-Haus eine Tagespflege und Servicewohnungen. „Da wir quasi in der Nachbarschaft sind, können wir bei Bedarf aufgrund des kurzen Weges schnell in der neuen WG

sein“, sagt Pia Maria Späth. Der Charakter der Senioren-WG entspricht in Teilen der einer „normalen“ WG, in anderen Teilen sind altersgerechte Service- und Betreuungsangebote vorhanden. Soll heißen, die alltäglichen Verrichtungen sind Sache der Mieter, Curare hilft dabei mit den Alltagsbegleitenden, sofern das gewünscht wird. So stellen die WG-Bewohnern gemeinsam einen wö-

chentlichen Speiseplan auf. Den Einkauf dafür erledigen entweder Curare-Mitarbeiter oder die Senioren gemeinsam mit diesen. Das Kochen wiederum obliegt den Mietern selbst. Schon nach gut zwei Monaten klappt das bestens. „Die aktuelle WG-Besetzung hat sich auf gemeinsame Zeiten fürs gemeinsame Kochen und Essen geeinigt. Das ist gut so, denn es trägt nicht nur zum Erhalt der Selbstständigkeit, sondern

Gemeinschaft stiftet die neue Senioren-WG am Eisweiher.

auch zur Schaffung von Gemeinschaftsgefühl bei“, freut sich Pia Maria Späth. Auch in weiteren Alltagssituationen gebe es Gemeinschaft, etwa beim Wochenmarkt-Besuch, bei Ausflügen oder auch bei der Begleitung zu Arzt- oder Krankengymnastiktermin. Zudem gewährleistet Curare einen 24-Stunden-Betreuungsservice, also eine Notfallbetreuung auch nachts. Ansonsten sei es sehr schön zu sehen, wie

sich die WG-Bewohner gegenseitig motivieren, sagt Pia Maria Späth und bestätigt Claudia Rümmele, die mit der Geschäftsführerin den Einsatzplan der Alltagsbegleitenden plant. Das gelte auch für gemeinsame sportliche Aktivitäten, die man mit Blick auf Corona-Einschränkungen kreativ gestalte in Form von Skigymnastik im Zimmer oder im kleinen Garten vor der Anlage. Auch dieser ist ein Gemeinschaftsprojekt und eignet sich nicht nur zum Verweilen. „Die Bewohner wollen einen Grill anschaffen und haben bereits erstes Frühlingsgemüse gesät“, berichtet Pia Maria Späth. Die acht Männer und fünf Frauen schätzten zudem, dass der Innenhof der Anlage mit Bäumen und Sitzgelegenheiten als „Dorfplatz“ gestaltet ist. Das erleichtere die Kontakte zu den Nachbarn, darunter auch Familien mit Kindern. Für Pia Maria Späth sind die Erfahrungen mit dem Pilotprojekt am Eisweiher so gut, dass man darauf auch bei dem in Maulburg geplanten Mehrgenerationen-Wohnhaus darauf aufbauen könne.


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Die Attraktivität der Schwanenstadt steigern Zell | Der Stadtmarketingprozess ist auf Touren gekommen / Erste konkrete Maßnahmen sind angelaufen Die Stadt Zell will ihrem Zentrum ein neues Gesicht geben, die Attraktivität der Innenstadt steigern, Leerstände beseitigen und mehr Touristen anlocken. All diese und weitere Ziele sind im vergangenen Jahr im Stadtmarketing-Prozess herausgearbeitet worden, aktuell läuft mit viel Schwung die erste Phase der Umsetzung. n

Von Peter Schwendele

Zell. Die theoretischen Grundlagen des gesamten Prozesses wurden in Zusammenarbeit mit einer professionellen Agentur erstellt. Viele Gespräche sowohl in öffentlichen Foren als auch im Gemeinderat führten dabei zu einer Vielzahl von Ansätzen und Ideen, wie sich die Schwanenstadt in der Zukunft besser nach außen präsentieren und gleichzeitig für ihre eigenen Bürger ein lebenswerteres Umfeld bieten könnte.

Im Zuge des Stadtmarketingprozesses arbeitet man in Zell mit diesem neuen Logo. Am Ende des Diskussionsprozesses standen zwei Kernerkenntnisse: Für die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum der Stadt wählte man den Schwan – das Wappentier der Stadt – als Symbol und Identifikationsmerkmal. Mit Blick auf die Außenpositionierung will man verstärkt das Schlagwort von der „Constanze-Mozart-Stadt“ nutzen. Hintergrund: Die

Gattin des weltberühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart ist in Zell geboren. In diesem Zusammenhang soll die Zeller Autorin Heidi Knoblich, die bereits in der Vergangenheit viel für die Steigerung des Bekanntheitsgrads von Constanze Mozart und deren Verbundenheit mit der Stadt Zell geleistet hatte, in die künftige Arbeit des Stadtmarketings

Foto: zVg

eingebunden werden. Für die konkrete Umsetzung der anstehenden Aktivitäten wurde im Juli vergangenen Jahres die Installierung eines Organisationsteams unter der Führung von Michael Gehri beschlossen. Gehri ist gleichzeitig Vorsitzender des Zeller Bürgervereins, der ebenfalls in den Prozess eingebunden wurde. Unter der Lenkung dieses

Teams bemühen sich seit Anfang diesen Jahres verschiedene Arbeitskreise themenbezogen um konkrete Inhalte. Ein weiterer Baustein des Stadtmarketingprozesses ist ein Leerstandsmanagement, das sich mit der dringlichen Thematik der ausblutenden Innenstadt beschäftigen soll. Initiiert werden sollen auch die sogenannten „Zeller Wirtschaftsgespräche“, bei denen zum einen regelmäßig übergeordnete Wirtschaftsthemen diskutiert und zum anderen anlassbezogen bei konkreten Projekten agiert werden soll. Und schließlich wurde als weitere Idee eine „Zeller Zukunftswerkstatt“ in das Konzept aufgenommen, die den Blick im Sinne einer Vision darauf richten soll, wie ein lebenswertes Zell in fünf, zehn, zwanzig oder dreißig Jahren aussehen könnte. Dieser letzte Aspekt wurde im Zuge der jüngsten Entwicklung des Gesamtprozesses allerdings etwas nach hinten verschoben, denn aktuell nimmt die konkrete Umsetzung von Maßnahmen, die die Stadt kurzfristig

sauberer, schöner und attraktiver machen sollen, immer mehr Fahrt auf. Dabei wird das im Zuge des Prozesses entwickelte neue Logo der Stadt im Sinne eines Corporate Design in vielen Einzelmaßnahmen zur Geltung gebracht. Die Innenstadt sowie zentrale Plätze in der Stadt wie der Bahnhofsplatz, der Stadtpark oder der Embruner Platz, aber auch kleinere Ecken in Zell sollen an Attraktivität gewinnen. Dazu werden Bänke, Sitzgruppen, Himmelsliegen und Picknickmöglichkeiten in von der Farbe Rot dominierten Ausführungen installiert. Weiter wird mit Beleuchtungen an exponierten Gebäuden und Stellen gearbeitet. Gleichzeitig arbeitet die unter der Bezeichnung „Zell aktiv“ firmierende Gruppe aber auch konzeptionell. Ab 2022 soll ein Netz von Spazier- und Wanderwegen in und um Zell geknüpft werden. Ebenfalls in der Entwicklung ist das Konzept „Erlebnis-, Spiel- und Fitnesswege“. Und auch der Bereich Fahrrad- und Mountainbike-Touren soll weiter ausgebaut werden.

Glasbläserhof wird zur „Heimat“ umfunktioniert Todtnau | Neues Konzept für das altehrwürdige Gebäude im Ortsteil Aftersteg / Ergänzung zum Hängebrückenprojekt n

Von Ulrike Jäger

Todtnau. Der ehemalige Glasbläserhof mit Gaststätte im Todtnauer Ortsteil Aftersteg hat seit dem letzten Jahr einen neuen Besitzer. Günter Eberhardt, Unternehmer aus Hohentengen, hat das Gebäude übernommen und will mit einem neuem Konzept frischen Schwung in das Traditionshaus bringen. Eberhardt, der in Bad Wildbad und Rottweil bereits Hängebrücken gebaut hat, will auch eine Hängebrücke über den Wasserfall in Todtnauberg bauen und sieht das Gasthaus als sehr gute Ergänzung zu diesem Projekt. Seit Monaten sieht man Handwerker am Glasbläserhof in Aftersteg arbeiten. Der Innenbereich wird völlig umgestaltet und das Gasthaus wird den neuen Namen „Heimat“ erhalten. Hintergrund: Das Gebäude soll die neue „Heimat“ für Touristen und Einheimische werden; dort

sollen sie sich wohlzufühlen, verweilen und gesellige Tage, Abende und Veranstaltungen erleben, so der Unternehmer. Das Gebäude wurde 1817 erbaut und als eine Haltestelle der Postkutschenlinie von Todtnau nach Freiburg über den Notschrei genutzt. Der damalige „Kupferkessel“ war erst Wirtshaus und Versammlungsstätte, 1898 dann Postagentur und später Bürstenmacherei und Landwirtschaftsherberge. 1987 wurde das Gebäude zu einem Glasbläserhof. Lange Jahre war er ein attraktives Ausflugsziel für Touristen und Einheimische. Nicht nur wegen der Glasbläserkunst, den Vorführungen, dem Glasherstellungsmuseum oder auch den Verkaufswaren, sondern auch wegen des Restaurants. Die ideale Lage mit Blick auf den Schwarzwald und entlang einiger Wanderrouten ist ein weiteres Plus. Das Gebäude wird in drei

Bereiche aufgeteilt sein, die unterschiedlich genutzt werden sollen. Im Erdgeschoss und Außenbereich wird es ein Restaurant mit rund 80 Plätzen sowie eine Terrasse mit ebenfalls rund 80 Plätzen geben. Im ersten Stock wird ein Tagungsbereich für bis zu 60 Personen sowie ein Informationscenter zur Hängebrücke in Todtnauberg eingerichtet. Im Dachgeschoss entsteht ein Veranstaltungsraum, der für bis zu 150 Personen ausgelegt ist. Der Außenbereich rund um das Gebäude wird ebenfalls komplett umgestaltet. Hierbei wird in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Wert gelegt auf entsprechende Bepflanzung. Aktuell ist man noch auf der Suche nach einem Pächter für das Restaurant; diesem wolle man in Zusammenhang mit der Hängebrücke ein gesamttouristisches Angebot machen, berichtet Projektleiterin Carolin Wetzel.

Der ehemalige Glasbläserhof in Aftersteg wird derzeit umgebaut.

Foto: Ulrike Jäger


Eine Ecke mit Zukunft

Sonderbeilage - Die Oberbadische - Markgräfler Tagblatt - Weiler Zeitung

30. April 2021

Nummer 99

LANDKREIS LÖRRACH

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Das schmucke Rathaus in Schönau ist der Sitz der Verwaltung des 1971 aus der Taufe gehobenen Gemeindeverwaltungsverbands Schönau. Foto: Peter Schwendele

Seit 50 Jahren verbunden

GVV Schönau | Der Gemeindeverwaltungsverband kann Jubiläum feiern Der Gemeindeverwaltungsverband Schönau kann in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiern. Die Festlichkeiten sollen, sofern es die Corona-Situation zulässt, Ende Juni stattfinden. n

Von Ralph Lacher

Oberes Wiesental. Die Stadt Schönau und die Gemeinden Aitern, Böllen, Fröhnd, Schönenberg, Tunau, Utzenfeld, Wembach und Wieden schlossen sich im Jahr 1971 im Zuge der baden-württembergischen Verwaltungsreform auf freiwilliger Basis zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammen. Das Rathaus in Schönau ist Sitz des Verbands. Der Verband erledigt mit den dort Arbeitenden verwaltungsgemäß die Aufgaben, die den Gemeinden durch Gesetz oder Verordnung zugewiesen sind. Dazu zählen das Grundbucheinsichts-, Standesamts- und Meldewesen, das Ordnungsrecht sowie das Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen. Darüber hinaus erledigt der Verband für die Mitgliedsgemeinden die vorbereitende Bauleitplanung, die Schulträgerschaft für die Grundschule und den Kindergarten in Schönau, die Unterhaltung, Erweiterung und den Betrieb der Friedhofsanlagen in Schönau, die Abfallbeseitigung über die

Obliegenheiten des Landkreises hinaus sowie die Wasser- und Abwasserversorgung im Verbandsgebiet. Die Finanzierung der Aufgaben erfolgt über verschiedene Umlagen, die auf unterschiedlichen Kriterien wie zum Beispiel Einwohnerzahlen, Schülerzahlen und ähnlichem beruhen. Das amtliche Mitteilungsblatt des Verbands und seiner Gemeinden ist der „Schönauer Anzeiger“, der wöchentlich erscheint. Der Verband übernimmt auch Aufgaben im Bereich des Tourismus und ist Mitglied im Trägerverein Schwarzwald Nordic Center Notschrei. Verbandsvorsitzender ist der Schönauer Bürgermeister Peter Schelshorn, der im Juli vergangenen Jahres zum zweiten Mal zum Rathauschef gewählt worden ist. Beim Blick auf ein halbes Jahrhundert Gemeindeverwaltungsverband Schönau wird deutlich, dass man sich Anfang der 1970er Jahre und im Vorfeld der anstehenden Gemeindereform des Landes Baden-Württemberg im Bereich rund um den Belchen wohl bewusst war, dass nur ein solcher Zusammenschluss den ländlichen, dünn besiedelten Raum für die Zukunft rüsten könne. Der Lörracher Landrat Bechtold und der damalige Utzenfelder Bürgermeister Richard Böhler besiegelten im Januar 1971 die erste Verwaltungsform dieser Art im Landkreis Lörrach. Klares Ziel war da-

bei eben die Stärkung der Verbandsgemeinden ohne die Aufgabe von deren Selbstständigkeit. Mit etwa 5300 Einwohnern entsprach der Gemeindeverwaltungsverband Schönau der Zielplanung des Landes, die für Verwaltungseinheiten in ländlichen Räumen eine Mindestgröße von 5000 Einwohnern vorsah. Die Verbandsversammlung setzte und setzt sich auch nach 50 Jahren zusammen aus den – mit Ausnahme des Schönauer Stadtoberhaupts – ehrenamtlich tätigen Bürgermeistern der einzelnen Gemeinden sowie Gemeinde- und Stadträten. Diese kommunalen Gremien bestehen in den Mitgliedsgemeinden weiterhin. Der Utzenfelder Bürgermeister und Gründungsvorsitzende Richard Böhler blieb bis zum Jahr 1993 Verbandsvorsitzender; auf ihn folgte der Schönauer Bürgermeister Bernhard Seger und nach dessen Ausschieden aus dem Amt im Herbst 2012 dessen Nachfolger Peter Schelshorn. Meilensteine der Verbandsaktivitäten waren die Übernahme und Erweiterung der Buchenbrandschule in Schönau, der Bau einer Friedhofskapelle nebst Anschaffung einer Friedhofsglocke in Schönau, die Erstellung der Verbandskläranlage in Wembach, die Einrichtung des Buchenbrandkindergartens, die Erarbeitung von Tourismuskonzepten einschließlich der Schaffung der so genannten „Entde-

ckungspfade“ und eines Infoportals auf dem Wiedener Eck, die Mitwirkung am internationalen Kulturtourimusprojekt „Mythische Orte am Oberrhein“, die Mitgliedschaft im trinationalen Eurodistrict Basel, die Erstellung der Buchenbrandhalle, aber auch Investitionen wie in den Klärsammler in Tunau und in Wembach-Haidflüh. Derzeit läuft das größte Projekt der vergangenen Jahre, der Bau der neuen Mehrzweckhalle in Schönau in Nachbarschaft zur Buchenbrandschule und zum in Anerkennung der Arbeit des aus Schönau stammenden Bundestrainers und Weltmeistercoaches so genannten „Jogi-Löw-Stadion“. Die Einweihung der neuen Mehrzweckhalle Ende Juni soll dann auch der Termin für eine kleine Verbands-Jubiläumsfeier sein, verlautet aus der Verbandsverwaltung. Aktuell hat der Gemeindeverwaltungsverband (Stand Oktober 2020) 5541 Einwohner. Größte Kommune ist Schönau mit 2422 Einwohnern, gefolgt von Utzenfeld mit 612, Wieden mit 527, Aitern mit 525, Fröhnd mit 483, Schönenberg mit 340, Wembach mit 337, Tunau mit 187 und Böllen mit 108 Einwohnern. Das Verbandsgebiet umfasst insgesamt knapp 79 Quadratkilometer. Höchster Punkt ist der Belchen mit 1414 Metern Gipfelhöhe, gefolgt von Fröhnd auf 1100 Metern und Wieden auf 850 Metern.

Landkreis Beilage 2021  

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