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SONDERBEILAGE Samstag, 24. Oktober 2020

1885 - 2020

www.verlagshaus-jaumann.de


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

Foto: Kristoff Meller

EDITORIAL

Wer Zeitung liest, weiß mehr VON CHEFREDAKTEUR GUIDO NEIDINGER

E

igentlich dürfte es die klassische Tageszeitung gar nicht mehr geben – auch die Oberbadische nicht. Das Ableben der Zeitungen wurde schon vielfach vorhergesagt. Bereits im Jahr 1990 prophezeite der Computer-Guru Bill Gates das Aussterben der Zeitungen für das Jahr 2000. Auch 20 Jahre nach dem Millennium haben sich all diese Prophezeiungen nicht bewahrheitet. Die Oberbadische ist – wie viele andere Zeitungstitel – nach wie vor ein wichtiger Teil des Lebens ihrer Leserinnen und Leser. Auch wenn die Bedeutung der Tageszeitung in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen hat, gilt weiterhin, dass die

Zeitungslektüre mehr ist als ein tägliches Ritual. Der wissenschaftliche Nachweis ist längst erbracht: Wer Zeitung liest, hat einen Wissensvorsprung, kann Vorgänge besser einordnen. Das gilt in besonderem Maße für das direkte Lebensumfeld der Menschen. Denn dort, wo wir leben, müssen wir uns zurechtfinden, mitreden können, um ernst genommen zu werden und unser Gemeinwesen mitgestalten zu können. Die regionale und lokale Berichterstattung der Tageszeitung ist dafür ein verlässlicher täglicher Begleiter. Diese journalistische Kompetenz ist seit jeher ein Kernstück der Oberbadischen. In den vergangenen 135 Jahren fühlte sich die Redaktion der Oberbadischen immer den Menschen vor

Gebote für guten Journalismus „Vom Journalisten wird nicht verlangt, die ganze Welt zu verstehen, wie es der Mathematiker und Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716) als einer der Letzten, noch vermochte. Es ist heute ja nicht einmal mehr möglich, ein einziges Fachgebiet in seiner Gesamtheit zu kennen. Was ein Journalist aber besitzen sollte, ist eine universale Halbbildung. Fruchtbare Halbbildung definiert sich dadurch, Fehler zu erkennen und die Wahrheit aufzuspüren. Ein guter Journalist informiert sein Publikum fair und gründlich. Er schreibt seine Geschichten so, dass sie verständlich sind und der Leser sie lesen will. Der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau trug Anfang Juni 2004 bei der Jahrestagung „Netzwerk Recherche“ zehn Gebote für guten Journalismus vor. Zusammengefasst lauten sie wie folgt: gute Journalisten brauchen eine solide Ausbildung und müssen unabhängig von wirtschaftlichen Interessen sein. Sie sollten sich auf ihr eigenes Denken verlassen und müssen Zusammenhänge erkennen, die nicht auf den ersten Blick durchschaubar sind. Ein guter Journalist sollte seinen eigenen festen Standpunkt haben, dennoch ist er nur Beobachter und nicht der handelnde Akteur. Er soll die Wirklichkeit beschreiben und darstellen, wie sie ist, denn er trägt die volle Verantwortung für sein Tun und die Auswirkungen seiner Artikel auf die Gesellschaft.“ (Quelle: Hans Klumbies/Wissen57.de)

Ort verpflichtet. Dies soll auch in Zukunft so sein. Trotz aller Neuerungen wollen wir auch in Zukunft nahe dran bleiben an den Menschen in unserer Region, an Entwicklungen und Ereignissen. Wir wollen unsere Leserinnen und Leser kompetent und möglichst umfassend informieren, die Meinungsbildung mit konstruktiv-kritischen Kommentaren und Leitartikeln anregen, Entwicklungen in unserer Region und für unsere Region fördern. Zudem stellen wir uns den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft - mutig und kreativ. Die Mediennutzung weiter Teile unserer Gesellschaft hat sich in den beiden vergangenen Jahrzehnten grundlegend geändert. Dies betrifft vor allem die jüngere Generation. Die zunehmenden Digitalisierung und die atemberaubende Entwicklung des Internet haben maßgeblich dazu beigetragen. Längst haben die klassischen Zeitungsverlage – auch das Verlagshaus Jaumann mit seinen drei Titeln Die Oberbadische, Markgräfler Tagblatt und Weiler Zeitung – darauf reagiert. Die Zeitung gibt es schon seit Jahren nicht mehr nur in gedruckter

Form. Viele Inhalte sind online im Internet verfügbar. Die Zeitung kann als e-paper per Smartphone gelesen oder auf das Tablet geladen werden. Auch in den sozialen Netzwerken Facebook & Co. sind wir journalistisch längst mit einem großen Informationsangebot vertreten. Damit gewährleisten wir einen schnellen Informationsfluss. Zeitungsnutzer müssen also nicht mehr unbedingt auf die Zeitung am nächsten Morgen im Briefkasten warten, wenn sie informiert sein wollen. Gerade in Zeiten, in denen die Menschen sich zunehmend online im Informationsgestrüpp der digitalen Welt bewegen und informieren, ist guter und verlässlicher Journalismus wichtiger denn je. Eine weitere Herausforderung ist die Skepsis von Teilen der Bevölkerung gegenüber den klassischen Medien. Auch wenn die Tageszeitung nach wie vor von einem überwältigen Teil der Bevölkerung geschätzt wird, müssen wir uns auch um die Minderheit der Skeptiker kümmern. Das geht nur mit dauerhaft gutem und seriösem Journalismus – ganz gleich ob gedruckt oder online digital verfügbar.

Impressum Geschäftsführung: Martin Pförtner Verantwortlich: Guido Neidinger und Bernhard Konrad Redaktion: Peter Ade, Mirko Bähr, Anja Bertsch, Beatrice Ehrlich, Marco Fraune, Alexandra Günzschel, Gabriele Hauger, Manfred Herbertz, Ulf Körbs, Bernhard Konrad, Ingmar Lorenz, Gerd Lustig, Petra Martin, Kristoff Meller, Werner Müller, Tim Nagengast, Guido Neidinger, Ulrich Nodler, Harald Pflüger, Saskia Scherer, Peter Schwendele, Michael Werndorff Gestaltung: Alexander Anlicker Anzeigen: Achim Abele Druck: Druckzentrum Südwest, Villingen-Schwenningen


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VERLAGSSICHT

Glaubwürdig, unabhängig, verlässlich V ertrauen, Nähe zum Leser, Seriosität und Transparenz – dafür stehen die Redakteure unserer Zeitung seit eh und je mit ihrem Gesicht, mit ihrer Persönlichkeit. Sie sind es, die den Qualitätsjournalismus in unserer Zeitung über Generationen hinweg seit nunmehr 135 Jahren garantieren. Gerade in Zeiten von „Fake News“ beweisen regionale Tageszeitungen ihre Glaubwürdigkeit, ihre Unabhängigkeit und ihre Verlässlichkeit. Ihre journalistischen Inhalte präsentiert unsere Redaktion heute nicht mehr ausschließlich in der gedruckten Zeitung. Vielmehr sind wir seit vielen Jahren auch auf allen Kanälen in der digitalen Welt unterwegs. Wir bieten dem Leser für unterwegs eine Mobile-App mit vielen wichtigen Inhalten, die sich auch in unseren Printausgaben finden. Hinzu kommt ein umfassender Online-Auftritt, der im Laufe der Jahrzehnte mehrfach überarbeitet und immer wieder aktuellen Nutzer-Bedürfnissen angepasst wurde. Auch auf den Plattformen von „Social Media“ ist unsere Online-Redaktion Tag für Tag aktiv. Selbstverständlich beinhaltet unser Portfolio auch ein e-paper, also die Zeitung im elektronischen Format. Die genannten digitalen Kanäle werden nicht nur von der Redaktion genutzt, sondern dienen auch der Platzierung von Online-Anzeigen und der Leserwerbung. Leser und Nutzer haben somit auf allen Wegen, überall und rund um die Uhr Zugang zu den Informationen unseres Medienhauses. Die Oberbadische wird 135 Jahre alt und gehört damit zu den traditionsreichsten Unternehmen der Region. Diese hohe Jahreszahl erfüllt uns mit Stolz, aber auch mit großer Dankbarkeit Ihnen gegenüber, die Sie uns durch die vielen hinter uns liegenden Jahrzehnte begleitet und unterstützt haben. Ob Abonnent oder Werbungstreibender: Alle haben großen Anteil an

der erfolgreichen Entwicklung des Verlagshauses Jaumann mit seinen Heimatzeitungen für Hochrhein, Wiesental, Dreiländereck und Markgräflerland. Diese Treue wissen wir zu schätzen. Unsere Leser und unsere Anzeigenkunden dürfen versichert sein: Wir werden unsere Zeitung auch weiterhin nach journalistisch sauberen Grundsätzen ausrichten – unabhängig in der Berichterstattung, sachlich in der Wiedergabe von Ereignissen und Entwicklungen, kritisch aber fair in der Kommentierung.

135 Jahre Heimatzeitung dokumentieren eindrücklich das unablässige und erfolgreiche Bemühen, sich stets aufs Neue der herausfordernden Aufgabe zu stellen, dem Leser aktuelle Informationen und Orientierung zu bieten über das Geschehen und die Entwicklung in seinem unmittelbaren Lebensbereich. Auch eine umfassende nationale und internationale Berichterstattung ist neben dem Lokalen und Regionalen untrennbarer Bestandteil unserer Zeitung – frei nach dem Motto: die Region im Herzen, die Welt im Blick. Oder anders ausgedrückt: heimatverbunden und weltoffen. Um all diesen Ansprüchen des Lesermarktes gerecht zu werden und immer am Puls der Zeit zu sein, braucht es ein gutes Team hochmotivierter und kompetenter Mitarbeiter in der Redaktion und in den Verlagsbereichen. Ich bin stolz, mit einem solchen Team tagtäglich arbeiten zu dürfen, denn ohne eine solche Mannschaft wären die erzielten Erfolge im Dienste unserer Leserschaft nicht möglich gewesen. Erfreulicherweise wird uns in regelmäßigen Leserbefragungen immer wieder bestätigt, dass wir den Menschen zuhören, sie zu Wort kommen lassen und uns um ihre Belange kümmern. Das freut uns. Es ist uns aber bewusst, dass wir uns auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen dürfen, denn Zeitungsarbeit ist in all ihren Facetten ein andauernder und

Martin Pförtner ist Geschäftsführer des Verlagshauses Jaumann. Fotos: Kristoff Meller sich ständig verändernder Prozess. Sie sehen, die drei Heimatzeitungen „Die Oberbadische“, „Markgräfler Tagblatt“ und „Weiler Zeitung“ sind zukunftsorientierte Medien unter dem auch nach 135 Jahren jung gebliebenen Dach des Verlagshauses Jaumann.

An dieser Stelle möchten wir Ihnen danken für Ihre Treue! Wir werden uns gerne auch in Zukunft für Ihre Interessen einsetzen. Ihr

Martin Pförtner Geschäftsführer


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PERSPEKTIVE

Das Pressehaus in Stuttgart ist der Hauptsitz der SWMH.

Foto: zVg

Lokale Verwurzelung als wichtiger Faktor L iebe Leserinnen, liebe Leser, liebe Anzeigenkunden,

das Jahr 2020 wird als eines in Erinnerung bleiben, in dem die Gesellschaft, die Wirtschaft, das persönliche Umfeld komplett auf den Kopf gestellt wurden. Eine noch vor wenigen Monaten unbekannte Gefahr, das Coronavirus, wirbelt die Welt mit einer Wucht durcheinander, die niemand vorhersehen konnte. Auch für die Verlagsbranche sind die Herausforderungen in den vergangenen Monaten schwieriger geworden. In diesen Zeiten, in denen ein winziger Erreger globale Verwerfungen auslöst, kommt Medienunternehmen eine wachsende Bedeutung zu. Das gilt in besonderem Maße für regionale Zeitungen wie „Die Oberbadische“, die ihren 135. Geburtstag feiert. Lokale Nachrichten sind ein wichtiger Anker in der überbordenden Flut an Neuigkeiten, da sie Orientierung liefern. Was vor der eigenen Haustür geschieht, ist für viele Menschen von ebenso hoher Relevanz wie das große Weltgeschehen. Unsere Lebensumstände sind immer durch regionale und lokale Faktoren bestimmt, das wird uns trotz der Corona-Pandemie bewusst. Für „Die Oberbadische“, die älteste Tageszeitung im Landkreis Lörrach, schlug die Geburtsstunde am 12. September 1885, damals noch mit anderem Namen. Unter dem Titel „Freisinniges Volksblatt“ erschien die erste Probenummer im Verlagshaus Jaumann. Wer hätte vorhersagen können, dass aus den kleinen Anfängen eine derart lang anhaltende Erfolgsstory entstehen würde. Seit Anfang 1908 wurde die Zeitung erstmals unter dem Titel „Oberbadisches Volksblatt“ gedruckt. Seit September 2006 firmiert

das Blatt unter dem aktuellen Titel „Die Oberbadische“. Über diesen beachtlichen Zeitraum hinweg eine qualitative und ansprechende Zeitung aufrecht zu erhalten, ist eine beachtliche Leistung, die in der heutigen Medienlandschaft besondere Anerkennung verdient. Es ist eine Zeitspanne, auf

welche „Die Oberbadische“ mit Stolz zurückschauen kann. Wir danken allen Leserinnen und Lesern, den Geschäftspartnern und Mitarbeitern, die diese Entwicklung begleitet und wesentlich mitgeprägt haben. Ohne eine solch enge Verbundenheit wäre der Erfolg nicht möglich gewesen.

Ein Jubiläum ist aber auch Grund, nach vorn zu schauen. Die vernetzte Welt, die Verfügbarkeit von Informationen in Echtzeit und der daraus resultierende Überfluss an Nachrichten fordert uns noch mehr, in sorgfältiger Weise zu recherchieren und die wirklich wichtigen Informationen für unsere Leser täglich zur Verfügung zu stellen. Die Redaktion übernimmt dabei die Aufgabe, zu strukturieren und Orientierung zu geben, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und das Ohr am Puls der Bürger zu haben. Alles dies dürfen Sie von Ihrer „Oberbadischen“ erwarten. Jetzt und ebenso in der Zukunft, denn das werden in unserer reizüberfluteten Nachrichtenwelt die wesentlichen Aufgaben sein. Lokalzeitungen sind jedoch längst viel mehr als das hochgeschätzte Produkt, das morgens pünktlich im Briefkasten steckt. Digitale Produkte ergänzen und erweitern das gedruckte Leseangebot als Nachrichtenlieferant auf vielen unterschiedlichen Kanälen. Im Internet oder über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets. Den Anspruch, guten Journalismus und Nähe zum Leser zu vereinen, erfüllt die Redaktion ebenso auf den digitalen Kanälen. Innovative Ideen und zukunftsorientierte Projekte zu bündeln, das gelingt den Mitarbeitern des Verlagshauses Jaumann, in dem „Die Oberbadische“ erscheint, seit vielen Jahren auf hervorragende Art und Weise. Mit ihrer Verwurzelung in der Region seit 135 Jahren ist die Zeitung auch für die weitere Zukunft gerüstet. Bleiben Sie gesund Ihr

Herbert Dachs

Geschäftsführer Medienholding Süd


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GRUSSWORT

Fotos: zVg/Kristoff Meller

Ein Beitrag zur Identifikation mit der Heimat V or 135 Jahren erschien das „Freisinnige Volksblatt, Generalanzeiger für Lörrach, badisches Oberland, Elsass und angrenzende Schweiz“, heute „Die Oberbadische“ zum ersten Mal. Dieses Jubiläum ist ein guter Grund zu feiern: Für die Leserschaft, das Verlagshaus Jaumann und die Redaktion. Für mich ist es ein willkommener Anlass, allen Beteiligten sehr herzlich zu gratulieren! Als Tageszeitung versorgt „Die Oberbadische“ ihre Leserinnen und Leser zuverlässig mit aktuellen Nachrichten aus der Region. Als regionales Blatt hat sie ihr Ohr an dem, was vor Ort passiert und leistet einen Beitrag zur Identifikation mit der eigenen Heimat. Zugleich vollbringt sie eine Transferleistung, indem sie die Geschehnisse in Baden-Württemberg, Deutschland und der Welt im Blick behält und deren Bedeutung für die Menschen in der Region beleuchtet. In einer offenen und demokratischen Gesellschaft sind unabhängige und kritische Medien für die Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger unerlässlich. Glücklicherweise ist die Presselandschaft in Baden-Württemberg noch immer von Vielfalt und Qualität geprägt.Damit das auch in Zu-

kunft so bleibt,müssen sich die Verlage und ihre Zeitungen den Herausforderungen unserer Zeit stellen. Auch das Verlagshaus Jaumann und „Die Oberbadische“ gehen daher den Weg der Multimedialität und nutzen zusätzlich digitale Kommunikations- und Publikationsmöglichkeiten und stellen so die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft. Zum Jubiläum wünsche ich der Oberbadischen, dem Verlag, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der treuen Leserschaft weiterhin nur das Beste!

Winfried Kretschmann

Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg


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GRUSSWORT

Wichtig für eine offene Gesellschaft V or 135 Jahren wurde unter dem Namen „Freisinniges Volksblatt“ der Grundstein für das heutige Medienunternehmen Verlagshaus Jaumann gelegt, das sich mit seinen drei Zeitungen Die Oberbadische, Markgräfler Tagblatt und Weiler Zeitung und rund 50 000 täglichen Leserinnen und Lesern zu einem wichtigen und meinungsstarken Medienunternehmen im Landkreis Lörrach entwickelt hat. Heimatverbunden und weltoffen – das sind seither die Werte, denen sich das Verlagshaus Jaumann als lokale und regionale Stimme verpflichtet sieht. Für manche mag eine solche Selbstbeschreibung vielleicht widersprüchlich scheinen. Ich bin jedoch der Überzeugung, dass diese Werte die Grundlage dafür sind, dass der Lokaljournalismus auch in Zeiten der globalen Vernetzung weiterhin die Konstante in der Medienlandschaft bleiben kann, die er seit jeher ist. Entwicklungen vor Ort auch kritisch, aber immer ausgewogen zu begleiten, das regionale Geschehen verständlich und greifbar zu machen und dabei auch über den eigenen Tellerrand zu blicken, das wird auch künftig der Prüfstein für relevanten Lokaljournalismus sein. Und das ist es auch, was nicht nur ich, sondern zahlreiche Leserinnen und Leser beim täglichen Blick in die Zeitungen des Verlagshauses Jau-

Fotos: Kristoff Meller / Juri Junkov (1)J

mann zu schätzen wissen. Die Zeiten für den Lokaljournalismus sind in den vergangenen Jahren nicht einfacher geworden. Aber ausgerechnet die Corona-Krise, die nun zahlreiche Medienunternehmen wirtschaftlich unter Druck setzt, hat gleichzeitig in den vergangenen Monaten eindrucksvoll gezeigt, wie relevant professioneller Journalismus auch im Lokalen ist: In Zeiten der Unsicherheit suchen Menschen Informationen bei etablierten Medien. Das beweisen die mitunter massiv gestiegenen Klickzahlen bei den Online-Portalen – auch der Lokalzeitungen. Das Vertrauen der Menschen in die klassischen Medien während der Corona-Krise nimmt zu, wie Umfragen zeigen. Bei allen Schwierigkeiten, die dieses außergewöhnliche Jahr auch für den Journalismus mit sich bringt, finde ich dies ein ermutigendes Zeichen. Es zeigt mir einmal mehr, wie wichtig unabhängiger Journalismus auch auf lokaler und regionaler Ebene für die Demokratie und eine offene Gesellschaft ist. Dass auch die Landesregierung in Baden-Württemberg nach dem Beginn der Corona-Krise nicht nur Gesundheitsberufe, sondern auch die Presse als „kritische Infrastruktur“ eingestuft hat, hat diese Systemrelevanz des Journalismus vielleicht noch einmal stärker in das öffentliche Bewusst-

sein gebracht. Ich gratuliere herzlich allen Mitarbeitenden zum 135-jährigen Jubiläum und bin überzeugt, dass das Verlagshaus Jaumann

auch künftig mit Kreativität, Überzeugung und Enthusiasmus eine der wichtigsten unabhängigen und kritischen Begleiter des politischen und kulturellen Lebens im Landkreis Lörrach bleibt.

Marion Dammann

Landrätin des Landkreises Lörrach


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GRUSSWORT

Kritisch, aber stets fair A m 12. September vor genau 135 Jahren schlug die Geburtsstunde einer der wichtigsten Zeitungen unseres Landkreises. Unter dem Titel „Freisinniges Volksblatt“ erschien 1885 die erste Auflage. Seit 1908 wurde sie unter dem – sicher noch vielen Lesern geläufigen Namen – „Oberbadisches Volksblatt“ herausgegeben, und erst seit 2006 halten wir morgens die druckfrische Auflage von „Die Oberbadische“ in den Händen. Zusammen mit dem „Markgräfler Tagblatt“ und der „Weiler Zeitung“ erreicht das Verlagshaus Jaumann mit diesen drei Titeln täglich rund 50 000 Leserinnen und Leser und gehört somit zu den führenden Meinungsträgern in der Stadt und dem Landkreis Lörrach. Die unabhängige, manchmal kritische, aber stets faire Berichterstattung und die Nähe zu den Menschen in unserer Region zählen zu den großen Stärken des Verlagshauses Jaumann. Trotz aller Ortsverbundenheit müssen die Leserinnen und Leser jedoch nicht auf ein breites Spektrum von Nachrichten und Reportagen aus aller Welt verzichten. Mit Stolz darf das Verlagshaus Jaumann auf 135 bewegte Jahre Firmengeschichte zu-

rückblicken. Zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum gratuliere ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, besonders aber dem Geschäftsführer Martin Pförtner, ganz herzlich und wünsche Ihnen und Ihrem Unternehmen für die Zukunft alles Gute.

Jörg Lutz

Oberbürgermeister der Stadt Lörrach

Fotos: Kristoff Meller/Juri Junkov (1)


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LEBENSWERK

Dr. Hansjörg Jaumann hat das Oberbadische Verlagshaus über Jahrzehnte hinweg erfolgreich geführt und weiter entwickelt. Foto: Kristoff Meller

Journalistische Vielfalt ist wichtig für die Demokratie Dr. Hansjörg Jaumann: „Es war mir immer wichtig, zwei Zeitungen in Lörrach und in der Region zu erhalten.“ VON GUIDO NEIDINGER

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ubiläen waren ihm noch nie sonderlich wichtig – persönlich wie beruflich. Wichtig ist ihm vielmehr die Bewältigung von Aufgaben. Das gilt besonders für sein Verlagshaus – das Lebenswerk von Dr. Hansjörg Jaumann. Und dieses Unternehmen soll auch die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft überdauern. Doch die Beschwerden des Alters lassen die Anstrengungen, die ihm der Kopf abverlangen möchte, nicht mehr zu. Deshalb hat er die operative Führung seines Unternehmens schon vor Jahren abgegeben. So ganz loslassen aber kann Jaumann selbst im hohen Alter von jetzt 84 Jahren nie ganz. Sobald auch heute das Gespräch auf der fachlichen Ebene ankommt, wird die Kraft, die ihn als Unternehmer über Jahrzehnte ausgezeichnet hat, spürbar. Gerne erzählt er dann von seinen beruflichen Anfängen im Zeitungsgeschäft. Man schrieb das Jahr 1961, als er mit nur 25 Jahren nach dem Tod seines Großvaters Georg und nach einem gerade abgeschlossenen kaufmännischen Studium auf die Kommandobrücke der Oberbadischen gestellt wurde. Damals hieß die Tageszeitung noch „Oberbadisches Volksblatt“ und wurde liebevoll „Ovau“ genannt. Diese Anfänge erinnern ihn daran, dass die Zeiten nicht nur heute schwierig sind – sie waren es auch damals. „Alleine hätten wir auf Dauer nicht überleben können. Dafür waren wir zu klein“, stellt Jaumann ohne Umschweife klar. Doch Aufgeben war seine Sache nicht. Die

Zeitungsvielfalt im Dreiländereck zu erhalten, das hatte er sich zum Ziel gesetzt. „Es war mir immer wichtig, zwei Zeitungen in Lörrach und in der Region zu erhalten, weil die journalistische Vielfalt für eine lebendige Demokratie notwendig ist“, erläutert er sein Credo, das heute wichtiger denn je ist. Hansjörg Jaumann erwies sich trotz seines damals überschaubaren praktischen Erfahrungsschatzes sehr schnell als Problemlöser. Mit Ehrgeiz, geschickter kaufmännischer Hand, publizistischem Weitblick und großem Engagement gelang es ihm, seine Zeitungen zu einem journalistisch geachteten und wirtschaftlich starken Medium im Dreiländereck zu entwickeln. Um diese Aufgaben zu meistern, musste er sich im Schnellverfahren in das Zeitungsmetier einarbeiten. Beim Schwarzwälder Boten in Oberndorf absolvierte er eine technische Ausbildung und durchlief ein Volontariat. Die Kontakte, die er zu Dr. Wolf, dem damaligen Geschäftsführer des Schwarzwälder Boten, geknüpft hatte, erwiesen sich als Glücksfall. Im Jahr 1968 ging das Verlagshaus Jaumann mit dem Schwarzwälder Boten eine Kooperation ein. Ein Verbund, der bis heute Bestand hat. Fortan wurden die Zeitungen des Verlagshauses Jaumann nicht nur beim Schwarzwälder Boten gedruckt. Von ihm kommt seither auch der überregionale Teil, sodass sich seine hiesige Redaktion journalistisch voll auf das lokale und regionale Geschehen konzentrieren konnte. Eine Arbeitsteilung,

Der Verleger beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 1985. die bis heute erfolgreich praktiziert wird. „Das hat uns einen enormen wirtschaftlichen und publizistischen Schub gebracht“; resümiert Jaumann auch heute noch zufrieden. Seit einigen Jahren haben sich die Zeiten noch einmal geändert und die Koordinaten erneut verschoben. Noch immer unabhängig, ist das Verlagshaus Jaumann durch eine Beteiligung des Schwarzwälder Boten in den Stuttgarter Zeitungskonzern „Südwestdeutsche Medien Holding“ eingebunden. Zu ihm gehören publizistische Flaggschiffe wie die Stuttgarter Zeitung, die Stuttgarter Nachrichten und die Süddeutsche Zeitung in München. Auch wenn Hansjörg Jaumann sich altersbedingt aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat, verfolgt er die Entwicklung der Printmedien und seiner Zeitung intensiv. Und so wie Jaumann immer ein Mann klarer Worte gewesen ist, redet er auch hier nicht um den

heißen Brei herum. Die Unternehmenspolitik des Konzerns heißt Jaumann nicht immer gut. Vor allem dann nicht, „wenn Entscheidungen am grünen Tisch und ohne Ortskenntnis getroffen werden“. Andererseits sagt ihm sein analytischer Verstand, dass die Synergien, die durch die Bündelung der Kräfte innerhalb des Konzerns entstehen, zur Bewältigung der gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen wichtig sind. Und dies hält er in Zeiten, in denen auch seine Zeitung längst nicht nur gedruckt wird, sondern auch im Internet unterwegs ist sowie ein digitales Abonnement im Portfolio hat, für unabdingbar. Trotz aller Digitalisierung ist Jaumann aber nach wie vor davon überzeugt, dass die Basis seines Unternehmens die Raumschaft im Dreiländereck ist. Aus diesem Grund ist ihm eine starke Berichterstattung aus der Region für die Region ein Herzensanliegen. Aber

die Zeitung ist für Jaumann nicht nur ein Informationsmedium. Sie ist Teil des regionalen Ganzen. Deshalb engagierte er sich stets für das Gemeinwohl. Für den Bau der Stadtbibliothek in Lörrach spendete er zum 100-jährigen Jubiläum seines Verlagshauses einen Betrag in sechsstelliger Höhe. Weitere Schwerpunkte seines kulturellen Einsatzes sind der Burghof und das Stimmen-Festival. Auch für diese Einrichtungen engagierte er sich Jahr für Jahr mit namhaften Beträgen. Die soziale Aktion „Leser helfen Not leidenden Menschen“ unter dem Dach seines Verlagshauses unterstützt er ebenfalls nach wie vor jedes Jahr privat. Auch durch sein Sponsoring wird Jaumanns Verbundenheit mit der Stadt Lörrach und der Region deutlich. Er ist überzeugt: „Jede Stärkung kurbelt die wirtschaftliche Entwicklung an, was wiederum den Unternehmen hier zugute kommt.“


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HISTORIE

Zeitung für die Region – seit 135 Jahren In der Region für die Region – seit 1885: Die Geschichte der Oberbadischen spiegelt sowohl das Zeitgeschehen als auch die Geschichte des Zeitungswesens wider. Hansjörg Noe hat diese bereits für den 125. Geburtstag genau untersucht und prägnant zu Papier gebracht. Bei den „Freisinnigen Anfängen“ stützten sich seine Ergebnisse vor allem auf die Recherchen von Kristoff Meller für dessen Magisterarbeit zum Thema Lokaljournalismus im Kaiserreich am Beispiel Lörrachs. Mittlerweile selbst als Redakteur bei der Oberbadischen tätig, hat Kristoff Meller den damaligen Beitrag von Hansjörg Noe für diese Beilage leicht überarbeitet und ergänzt.

Absolut gut informiert und immer noch top in Form.

Wir gratulieren unserer ältesten „Mitbewohnerin“. Liebe Oberbadische, alles Gute zum

135.

Friedrich-Hecker-Str. 30 79539 Lörrach Tel. (07621) 412-0 E-Mail: loerrach@gevita.de Internet: www.gevita.de facebook.com/gevita.loerrach

1885 bis 1900: Freisinnige Anfänge

S

chon im 14. Jahrhundert entwickelt sich der Begriff „Zeitung“ – er bedeutet „Nachricht“. Gedruckte Flugblätter wurden ab Mitte des 17. Jahrhunderts durch regelmäßig erscheinende Zeitungen im heutigen Sinne abgelöst. Die ersten Zeitungsvorläufer in der südbadischen Region wurden bereits kurz nach der Straßburger „Relation“, 1605 die erste Zeitung der Welt, angesiedelt – um 1610 für Basel und 1619 für Freiburg. Die Lörracher Zeitungsgeschichte begann erst einige Jahre später, kurz nach dem Tod von Samuel August de la Carrière im Jahr 1748, der bis dato die erste Buchdruckerwerkstatt in der oberen Markgrafschaft führte. Seine Witwe, die Lörracher Kaufmannstochter Anna Maria Louisa Vincent, ließ sich nicht nur das Druckerprivileg übertragen, sondern erhielt im November 1748 vom Markgrafen auch die Erlaubnis zur Herausgabe der Wochenzeitung mit dem Titel „Ordinary Wöchentliches Hochfürstl. Baaden-Durlachisch gnädigst-privilegirtes Avis- und Kundschafts-Blätlein“.

Nachdem die Witwe 1750 erneut heiratete, standen die Lörracher Zeitungsdruckmaschinen jedoch erneut lange still, bis 1838 – der Geburtsstunde des „Verkündigungsblatt für die Großherzoglichen Bezirksämter Lörrach, Müllheim und Schopfheim“. Elf Jahre später wurde daraus der liberale „Oberländer Bote“, in Schopfheim existierte ab 1883 das „Markgräfler Tagblatt“, das aus dem „Statthalter“ erwuchs. Die allgemeine Pressefreiheit wurde im Jahre 1848 in der Verfassung formuliert und 1874 im Reichspressegesetz aufgenommen. Im 19. Jahrhundert setzten sich viele Bürger für freiheitliche Rechte ein. Sie nannten sich Freisinnige oder Liberale. Deshalb nannten die Gründungsväter 1885 ihre neue Zeitung „Freisinniges Volksblatt“. Ältester Beleg für die neue Lörracher Zeitung ist die Vorlage einer ersten Probenummer vom 12. September 1885 beim Ministerium des Inneren in Karlsruhe. Dadurch wollten die Zeitungsmacher die Genehmigung zur Herausgabe einer Zeitung erhalten: „Der Inhalt desselben ist der

Hauptsache nach politisch“, hielt Gotthold Schmid bei der Anmeldung fest. Der ursprünglich aus dem Nordschwarzwald stammende Schmid nannte sich als verantwortlichen Redakteur. Er hatte 1884 das Schopfheimer „Markgräfler Tagblatt“ verlassen und schuf in Lörach ein neues lokales Organ für die freisinnige Partei, die bisher durch das Markgräfler Tagblatt unterstützt worden war, nun aber ins nationalliberale Lager wechselte. Für den Druck war die Lörracher Buchdruckerei Stamm und Langer zuständig. Ab 1. Oktober 1885 erschien das „Freisinnige Volksblatt, Generalanzeiger für Lörrach, badisches Oberland, Elsass und angrenzende Schweiz“ schließlich regulär. Spätestens ab 1896 wird die Zeitung unter dem Namen „Oberbadisches Volksblatt“ herausgegeben. Die Ausgabe umfasst jeweils vier Seiten: Deutschland und Ausland, Heimat, Elsass-Lothringen, Schweiz und Handel sowie auch behördliche und private Ankündigungen. Die Herausgeber wollen ihre Leser politisch informieren – und das täglich außer sonntags.


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HISTORIE

1901 bis 1932: Verlegerwechsel und Neuausrichtung

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ie großen Umbrüche um 1900 haben auch auf die Zeitungen starke Auswirkungen. Neue Druckverfahren und die Verbreitung der Lesefähigkeit in allen Schichten der Bevölkerung vergrößern das Interesse an Wissen und an Zeitungen. Am 15. September 1901 erscheint das „Oberbadische Volksblatt – Rheinfelder Nachrichten und Schwarzwälder Generalanzeigen“ erstmals in neuem Gewand. Verlag und Redaktion wollen laut eigener Aussage mehr Platz schaffen für rasche und umfangreiche Berichterstattung auf dem Gebiet der Politik und der Tagesereignisse. Der Informationsteil wird durch einen Handelsteil, vornehmlich mit Blick auf die Landwirtschaft, ergänzt. Zudem sind die Zeitungsmacher überzeugt, dass eine gute Presse der wirtschaftlichen Förderung der Region dient. Auf die Unterhaltungsfunktion der Zeitung wird hingewiesen. Eine aktuelle und zeitgemäße Illustration soll ein Übriges tun, die Zeitung der Leserschaft angenehm zu gestalten.

Als Verantwortlicher für den redaktionellen Teil wird Karl Netzer genannt. Georg Jaumann, erst ab 1904 im Impressum aufgeführt, arbeitet seit 1901 als zweiter Redakteur beim „Oberbadischen Volksblatt“. Er und Netzer kennen sich vom Theologie-Studium, haben bereits in Ulm gemeinsam bei einer Zeitung gearbeitet und kaufen schließlich die von Gotthold Schmid gegründete Zeitung für den angesparten Betrag von 60 000 Mark. Da es ihnen an kaufmännischem Verständnis fehlt, holen sie für die Buchhaltung Alfred Graf mit ins Boot. Jaumann und Netzer waren stark daran interessiert, den Heimatzeitungsgedanken voranzutreiben. Die Ausrichtung wird indes konservativer, was angesichts der katholischen Führungsriege und deren Prägung durch 14 Semester Theologie nicht weiter verwundert. Vor allem Georg Jaumann war überzeugter Katholik, ebenso wie dessen Schwester, die als Äbtissin in einem Schweizer Kloster tätig war und mit der sich Jaumann

sehr gut verstand, wie dessen Enkel Dr. Hansjörg Jaumann in einem Interview berichtete. Politische Interessen hätten sie hingegen nicht gehabt: „Sie wollten einfach eine Zeitung besitzen und damit Geld verdienen.“ Der Neuanfang in der protestantisch geprägten Kleinstadt Lörrach dürfte für das auswärtige Duo aus diesem Grund jedoch nicht einfach gewesen sein. Der dennoch erreichte Erfolg lag vermutlich vor allem in dieser Neuausrichtung als Heimatzeitung, zumal der einzige lokale Mitbewerber, der als offizieller Amtsverkündiger begonnen hatte, sich zum „nationalliberalen Sprachrohr“ entwickelte. Nach dem Tod von Hans Netzer wird Georg Jaumann 1927 Hauptverantwortlicher. Am 11. Juli 1932 gründet er die Firma „Oberbadisches Volksblatt GmbH – Zeitung und Druckerei“. Die Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Sie heißt jetzt „Oberbadisches Volksblatt, Rheinfelder Zeitung – Weiler Zeitung“.

1933 bis 1945: Gleichgeschaltete Heimatzeitung

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it der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 wird die Pressefreiheit eingeschränkt. Das „Schriftleitergesetz“ und die beiden „Gleichschaltungsgesetze“ im Frühjahr 1933 nehmen Zeitungen, Parteien, Gewerkschaften, Verbänden und jedem Einzelnen das Recht auf Meinungsfreiheit und auf freie politische Tätigkeit. Der NS-Staat greift auch in verlegerische Strukturen ein: 1935 erzwingt ein Gesetz die Schließung von Zeitungsverlagen, um Wettbewerb vor Ort zu beseitigen. Gibt es

1932 in Deutschland 4702 Zeitungen, so sind es im Oktober 1944 nur noch 977. Diese Entwicklung spiegelt sich in Inhalt und Geschichte des „Oberbadischen Volksblatts“ dieser Zeit wider. Die Vorsätze aus der Gründungszeit des „Freisinnigen Volksblattes“ 1885 können nun nicht mehr durchgehalten werden. In einem Leitartikel zum Jahresbeginn 1934 wird die Gleichschaltung und Vereinheitlichung von Parteien und anderen Organisationen sowie des Zeitungswesens begrüßt. Auf Anordnung des Präsi-

Blick in die Basler Straße mit dem Gasthaus zum Storchen, Lörrachs ältestem Gasthaus Foto: Dreiländermuseum

denten der Reichspressekammer verkauft die Firma „Bechtel & Arn“ im Dezember 1935 ihre Verlagsrechte an der „Südwestdeutschen Zeitung“ und dem „Grenzboten“ an Georg Jaumann. Am 2. Januar 1936 heißt die so zusammengeschlossene Zeitung „Oberbadisches Volksblatt, Südwestdeutsche Zeitung/Weiler Zeitung“, im Untertitel „Nationale Heimatzeitung für den Kreis Lörrach“. Hauptschriftleiter Erich Wirsig betont in einem Kommentar zum Zusammenschluss der beiden Zeitungen, dass nun die Voraussetzung für einen erfolgreichen Dienst für das Aufbauwerk des Führers geschaffen sei. Nach 60 Jahren erscheint das „Oberbadische Volksblatt“ am 17. März 1945 letztmals in der ursprünglichen Form. Papiermangel führt letztlich zum Zusammenschluss aller Zeitungen im Kreis Lörrach: „Der Alemanne“, „Markgräfler Tagblatt“ und „Oberbadisches Volksblatt“ werden zur „Oberbadischen Gemeinschaftszeitung“ zusammengeführt.


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HISTORIE

1949 bis 1995: Zwischen Nachkriegszeit und Wiedervereinigung A

m Ende der Gewaltherrschaft des Dritten Reiches erhalten alle Journalisten und Altverleger, die ab 1933 in Deutschland gearbeitet haben, Berufsverbot. Zeitungen, die nach 1945 erscheinen, müssen bei der Militärregierung der Besatzungszone eine Lizenz beantragen. Herausgeber und Verleger Georg Jaumann bemüht sich nach dem Krieg unermüdlich um das Wiedererscheinen des „Oberbadischen Volksblatts“. In einem Schreiben an den damaligen Lörracher Bürgermeister Pfeffer im März 1947 bietet er an, das Amtsblatt für Stadt und Landkreis zu drucken. Er hat Erfolg damit: Das Amtsblatt erscheint schon 1947. Für Westdeutschland wird am 21. September 1949 schließlich eine Generallizenz für Zeitungen erteilt. Nach vier Jahren Unterbrechung erscheint das „Oberbadische Volksblatt“ am 1. Oktober 1949 wieder, zunächst dreimal wö-

chentlich als Abendausgabe. Um die Nähe zu den lokalen Lesern zu unterstreichen, führt der Verlag ab 1. Oktober 1950 ein gesondertes Kopfblatt für Weil am Rhein und das Markgräflerland – die „Weiler Zeitung“ – ein. Bis zu seinem Tod am 16. Oktober 1961 leitet Georg Jaumann Verlag und Redaktion hauptverantwortlich, danach übernimmt sein Enkel Dr. Hansjörg Jaumann die Heimatzeitung. Bis 1968 hat das „Oberbadische Volksblatt“ eine Vollredaktion: Alle Nachrichten stammen aus einer Hand. Dann wird ein Kooperationsvertrag mit dem „Schwarzwälder Boten“ aus Oberndorf für den Mantelteil abgeschlossen. Aus der Abendzeitung wird eine Morgenausgabe. Mit dem Zukauf des „Markgräfler Tagblatts“ aus Schopfheim vereint das Verlagshaus Jaumann ab dem Jahr 1973 drei große Lokalzeitungen unter einem Dach.

„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich...“ Günter Schabowski auf der Titelseite der OV-Ausgabe vom 10. November 1989 Foto: Kristoff Meller

Mit den Jahren wachsen die Umfänge und die Vielfalt der Berichterstattung. Servicethemen gewinnen an Bedeutung, darüber hinaus ergänzen Beilagen und Sonderver-

öffentlichungen den redaktionellen Teil. Am 2. Januar 1991 wird im „Oberbadischen Volksblatt“ erstmals die Glosse „Guten Morgen“ auf den Lörracher Lokalseiten ver-

öffentlicht, die bis heute in jeder Ausgabe erscheint. Mitte der 90er Jahre wird zudem das Jugendmagazin „Spunk“ aus der Taufe gehoben.


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

HISTORIE

1996 bis 2020: Das Neueste auf Papier und im Netz G ut 30 Jahre nach der Wiedervereinigung werden in Deutschland laut dem Bundesverband Digtitalpublisher und Zeitungsverleger 327 Tageszeitungen mit 1452 lokalen Ausgaben angeboten, davon sind mehr als 100 sogenannte publizistische Einheiten. Das bedeutet, dass verschiedene Zeitungen einige identische Seiten beinhalten. Diese Kooperationen betreffen in erster Linie den Mantelteil, und sie sind vor allem dem Kostendruck geschuldet. In den meisten Regionen gibt es – im Gegensatz zum Landkreis Lörrach – heute nur noch eine Lokalzeitung.

Identifikation und Zugehörigkeit Dr. Hansjörg Jaumann ist jedoch ein Verfechter dafür, dass der Kreis Lörrach kein „Ein-Zeitungs-Kreis“ wird. Denn die Zeitung ermöglicht Identifikation und Zugehörigkeit, verbunden mit dem politischen Diskurs über das örtliche bis hin zum internationalen Geschehen. Sie informiert, moderiert, klärt auf und unterhält. Das „OV“, wie die Zeitung von ihren Lesern noch immer liebevoll genannt wird, hat von Anfang an eine feste lokale Verankerung. Der

Verlag bezieht darum 1996 am Alten Markt mitten in Lörrach ein neues Geschäftshaus. Im September 2006 gibt sich die Zeitung den neuen Namen „Die Oberbadische“. Zum Kernbereich kommen weitere Dienstleistungs- und Service-Elemente hinzu, von Veranstaltungs- und Themenseiten bis hin zur „Abo-Card“ für Abonnenten. Die redaktionelle Print-Ausgabe erscheint inzwischen durchgängig in Farbe und hat ihr Profil durch eine verstärkte Kommentierung sowie Innovationen wie doppelseitige Redaktionsforen oder Hintergrundseiten weiter geschärft. Eine erfolgreiche Zeitung kann heute gleichwohl nicht ausschließlich aus dem klassisch bedruckten Papier bestehen. Ein aktueller Internetauftritt von Zeitung und Verlag, Online-Service und E-Paper sind unumgänglich.

Heute schon die Zeitung von morgen lesen Seit Juni 2017 bietet das Verlagshaus Jaumann seinen Abonnenten zudem die Möglichkeit, die Zeitung von morgen schon heute zu lesen. Ab 19.30 Uhr ist das E-Paper des Folgetages abrufbar – mit der

Seit 1996 steht das Verlagshaus am Alten Markt in Lörrach. Titelseite und einem ausführlichen Lokal- und Regionalsportteil. Ab 4 Uhr morgens steht dann die gewohnte E-Paper-Ausgabe, die 1:1

der gedruckten Zeitung entspricht, zur Verfügung. Zudem informiert das zuletzt im März 2019 relaunchte Online-Portal rund um die Uhr

Foto: Kristoff Meller aktuell über das lokale Geschehen und bietet Nachrichten aus aller Welt sowie Fotogalerien und Videos.


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DRUCKZENTRUM

Die Nacht gehört der Zeitung „Die Oberbadische“ wird im Druckzentrum Südwest in Villingen-Schwenningen gedruckt. VON GERD LUSTIG

I

nnovationskraft, das Streben nach optimaler Qualität und modernste Technik: Das sind die Maximen im Druckzentrum Südwest (DZSW) in Villingen-Schwenningen. Hier wird die Tageszeitung „Die Oberbadische“ nebst den weiteren Ausgaben des Verlagshauses Jaumann – die „Weiler Zeitung“ und das „Markgräfler Tagblatt“ – gedruckt. Natürlich läuft hier Tag für Tag, Nacht für Nacht eine Vielzahl von Druckerzeugnissen vom Band. Gedruckt werden im Druckzentrum Südwest auch der „Schwarzwälder Bote“, die „Lahrer Zeitung“ sowie Wochenzeitungen. Hinzu kommen die Beilagen von Handelsketten, Möbeloder Bettenhäusern oder Elektronikmärkten. Im DZSW in Villingen-Schwenningen werden in der Regel 35000 Zeitungen pro Stunde produziert – in diesem Tempo läuft auch die „Oberbadische“ von der Rolle, wie es im Fachjargon heißt. Die Übertragung der Druckdaten vollzieht sich mit der heutigen Technik in Windeseile: Es reicht ein Mausklick am PC. Wenn der Redakteur am Ende eines Arbeitstages mit der Seite fertig ist und diese Korrektur gelesen wurde, wird nur noch auf „Senden“ geklickt – und schon beginnt die Arbeit im Druckzentrum. Die Seite geht digital bei der Zeitungsplanung in Oberndorf ein, wo sie in die vorgesehene Stelle im so genannten „Buch“ – so werden die einzelnen Teile der Tageszeitung genannt – eingepflegt wird. Es folgt die Übertragung per Standleitung an das DZSW. Das Zeitungsgeschäft ist jede Nacht aufs Neue ein Wettlauf mit der Zeit. Viele Rädchen müssen ineinander greifen, damit das Produkt Tageszeitung so aussieht, wie es aussehen soll, und dort hinkommt, wo es pünktlich erwartet wird. Die Druckanlage in Villingen-Schwenningen zählt zu den modernsten in Europa. In Betrieb gegangen ist das Druckzentrum Südwest im Jahr 2003. Sie galt damals als modernste Vier-Farb-Offset-Rotationsdruckanlage Europas. In den neun Drucktürmen werden tagsüber auch viele Prospekte und andere Publikationen gedruckt. Die Nacht gehört aber der Tageszeitung. Rein theoretisch könnte die Maschine rund 40 000 Zeitungsexemplare in der Stunde ausspucken. In der Regel wird jedoch langsamer produziert, etwa zehn Prozent weniger. „Das liegt daran, dass wir oft wechseln“, erklärt der technische Leiter des

Zentrums, Uwe Braasch. Und das heißt: Für jede Lokalausgabe werden neue Seiten benötigt, die im Druckzentrum an die richtige, vom Zeitungsplaner vorgegebene Stelle gesetzt werden müssen. Lediglich der überregionale Teil bleibt bei allen Ausgaben gleich. Diesen so genannten „Mantel-Teil“ der Zeitung bezieht das Verlagshaus Jaumann schon seit 1968 vom „Schwarzwälder Boten“. Getauscht werden die Druckplatten für die Titelseiten und die Lokalteile. Dafür wird die Maschine angehalten, ein Drucker tauscht die jeweiligen Platten aus. Je nach Aufwand, erläutert Braasch, dauert ein solcher Wechsel zehn bis 20 Minuten. Die „Oberbadische“, „MT“ und „WZ“ werden im Offset-Druckverfahren produziert. Bei diesem indirekten Druckverfahren wird die Farbe nicht direkt von der Druckplatte auf das zu bedruckende Papier gebracht, sondern zunächst auf ein Gummituch und erst von dort auf das Papier. Für eine Farbseite werden vier der Aluminiumplatten benötigt: Eine für die schwarzen Farbanteile auf der Seite, drei weitere für die Grundfarben Rot, Gelb und Blau. Ein spezielles Lithografieverfahren sorgt bei der Belichtung der Platten dafür, dass die jeweilige Farbe später nur dort auf der Platte haftet, wo sie hingehört. Die Aluminiumplatten werden in der Regel nur ein einziges Mal benutzt und dann recycelt. Auch beim Papier ist alles sehr spannend. Das Papier wird auf Rollen angeliefert und in die Maschine eingesetzt. Eine Rolle bringt mehr als eine Tonne auf die Waage. Die darauf befindliche Papierbahn misst etwa 20 Kilometer Länge. Die Rollen sind so breit, dass auf ihnen vier Zeitungsseiten nebeneinander gedruckt werden können. Danach geht es direkt weiter in einen Falzapparat, der die Seiten zerschneidet, auf die richtige Länge bringt und zusammenlegt. Die ganzen Abläufe geschehen zwar mit hochmoderner Technik. Ohne Augenmaß sowie menschliches Mitdenken, Prüfen und Zutun geht es aber nicht. Wird eine neue Ausgabe gedruckt, kontrolliert der verantwortliche Drucker den Farbauftrag auf den ersten Exemplaren, die die Maschine verlassen. Erst wenn er mit diesem zufrieden ist, werden die Zeitungen freigegeben. Alle Exemplare, die bis dahin bedruckt wurden, gehen in die sogenannte Makulatur. Sie werden recycelt. Sodann bringen Förderbänder die fertigen Zeitungen ins Versandzentrum – und dann starten die Fahrer, damit die Zeitung rechtzeitig zum Zusteller kommt.

Führung durch das Druckzentrum Fotos: zVg


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ZEITUNG IM VERBUND Diese Zeitungstitel sind alle Teil der „Südwestdeutsche Medienholding“. Foto: Kristoff Meller

Die Bündelung der Kräfte Im Jahr 1885 als „Freisinniges Volksblatt“ aus der Taufe gehoben, dann in „Oberbadisches Volksblatt“ umbenannt und heute als „Die Oberbadische“, ist diese Zeitung in den zurückliegenden 135 Jahren ein wichtiges und geachtetes Informationsmedium im Dreiländereck geworden. VON GUIDO NEIDINGER

D

ie Oberbadische erscheint gemeinsam mit der „Weiler Zeitung“ und dem „Markgräfler Tagblatt“ unter dem Dach des Verlagshauses Jaumann mit Sitz in Lörrach. Das Dreiländereck zwischen Lörrach und dem Feldberg, zwischen Schwörstadt und Müllheim ist die Heimat der Oberbadischen und der beiden weiteren Titel. Das Verlagshaus fühlt sich seit jeher der Region verpflichtet und eng verbunden. Es hat sich in den zurückliegenden 135 Jahren seine Selbstständigkeit bewahrt und gehört noch heute mehrheitlich der Verlegerfamilie Jaumann. Doch die Situation der Medien hat sich seit 1885, dem Gründungsjahr der Oberbadischen, mehrfach dramatisch geändert. Das gilt durch die zunehmende Entwicklung und Bedeutung des Internet in besonderem Maße für die

beiden zurückliegenden Jahrzehnte. Immer wieder mussten und müssen sich Zeitungsverlage auf neue Herausforderungen im digitalen Zeitalter einstellen. So konzentriert sich die Redaktion der Oberbadischen seit 1968 (damals noch Oberbadisches Volksblatt) auf das lokale und regionale Geschehen. Der Mantelteil, also die nationale und internationale Berichterstattung, wird vom „Schwarzwälder Bote“ mit Sitz in Oberndorf am Neckar zugeliefert. Durch diese Kooperation erreicht der Mantelteil unserer Zeitung eine verbreitete Auflage von 113 000 Exemplaren täglich. Eine erneute Entwicklung ergab sich im Jahr 2003: Mit den „Stuttgarter Nachrichten“ kam ein weiterer Partner hinzu. Durch die Kooperation des Schwarzwälder Boten mit der renommierten Landeshauptstadt-Zeitung stehen den Redaktionen des Verlagshauses

Jaumann seither auch die journalistischen Leistungen der Stuttgarter Nachrichten zur Verfügung. Das reicht von Recherchen des eigenen Reporterteams über politische Analysen, Hintergründe, Leitartikel und Kulturessays bis hin zu Insider-Informationen aus der Landeshauptstadt. Die Zusammenarbeit funktioniert in beide Richtungen. Es gibt regelmäßige Themenabsprachen. Gerne greifen die Redaktionen in Oberndorf und Stuttgart auf journalistische Arbeiten und Angebote aus dem Verbreitungsgebiet der Oberbadischen zurück – oder man tauscht sich gegenseitig aus. Doch die Kooperation geht noch weiter. So ist die Oberbadische seit dem Jahr 2008 eingebunden in die „Südwestdeutsche Medienholding“ (SWMH) mit Sitz in Stuttgart. Die SWMH ist heute eine der größten Mediengruppen in Deutschland. Sie gibt aktuell 16 Zeitungen heraus, über 150 Fachinformationstitel und zahlreiche Anzeigenblätter. Außerdem verfügt sie über Radiobeteiligungen, eine TV-Produktionsgesellschaft, Druckereien, Post-, Logistikunternehmen, IT-Dienstleistungen und ist auch im Ausland aktiv. Insgesamt beschäftigt die Südwestdeutsche Medienholding etwa 6100 Mitarbeiter.


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Wir gratulieren... ...zu 135 Jahren Verlagshaus Jaumann. Als eine der wichtigsten unabhängigen Stimmen im Landkreis Lörrach ist das Verlagshaus Jaumann mit seinen Zeitungen einer der unverzichtbaren Begleiter des politischen Lebens unserer Region. Für die hervorragende Berichterstattung über die Arbeit des Kreistags und regionale Themen bedanken wir uns herzlich.

www.loerrach-landkreis.de


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ONLINE

Foto: Kristoff Meller

Digitalisierung bietet viele Möglichkeiten Von der Homepage über Social-Media-Kanäle bis zum ePaper: Längst ist unser Verlagshaus auch online gut aufgestellt und nutzt die Möglichkeiten, die Digitalisierung und crossmediale Zugänge der journalistischen Arbeit und den Lesern bieten. 6 VON ANJA BERTSCH

D

ie Zeitungsseite ist viel zu klein, um all die schönen Fotos zu fassen, die die Kollegen von den Fasnachtsumzügen in der Region mitbringen? Zu statisch, um die brodelnde Lebendigkeit einer „Stimmen“-bewegten Innenstadt einzufangen und zu langsam, um die Geschehnisse eines aufregenden Wahlabends oder eines akuten Blaulicht-Einsatzes zeitnah zum Leser zu bringen? Wo die Kollegen der gedruckten Ausgabe in solchen Situationen die Qual der Wahl und den Redaktionsschluss im Rücken haben, sind für den Online-Redakteur viele der hergebrachten Limits aufgehoben. Mit der jederzeit aktualisierbaren Homepage und Formaten wie Bildergalerien, Videoclips, interaktiven Grafiken oder Newsblogs haben Journalisten heute dank Digitalisierung viele Möglich-

keiten, das hergebrachte Zeitungs-Repertoire in unterschiedliche Richtungen zu erweitern. Aktualität ist dabei eines der großen Pfunde, mit denen „Online“ wuchern kann: Insbesondere bei aktuellen Ereignissen und Entwicklungen ist die schnelle Info gefragt und im Internet verfügbar. Ob die spätabendliche Ankündigung, dass die Schulen im Landkreis am nächsten Morgen wegen Orkan Sabine geschlossen bleiben, oder die vormittägliche Information, dass die Lörracher Innenstadt mitsamt Zuganbindung wegen eines vermeintlichen Anschlags auf das Rathaus im Moment lahmgelegt ist: Was immer es nicht mehr oder noch nicht ins Blatt schafft, lässt sich online direkt aufbereiten – und ist dort von den Lesern schwer gefragt. Ein besonders sprechendes Beispiel in diesem Sinne sind die akuten Corona-Phasen im Frühjahr

und gerade jetzt wieder, mit ihren teils galoppierenden Entwicklungen und Ereignissen. Die Menschen hatten und haben einen immensen Bedarf an aktuellen Informationen zum Geschehen. Und inmitten der heutzutage schier endlosen Informationsflut suchen sie diese dort, wo sich die News eben nicht darin erschöpfen, schnell zur Hand zu sein, sondern seriöse Recherche und Einordnung mitliefern. Wie viele andere Medienhäuser verbuchte das Oberbadische Verlagshaus in dieser Zeit immense Zugriffszahlen auf seine Online-Angebote von der Homepage über die Facebookseite bis zum ePaper. Unter unseren digitalen Angeboten kommt das ePaper der hergebrachten Zeitung am nächsten: Als digitales Abbild unserer gedruckten Zeitung bringt das ePaper dem Leser unsere komplette Berichterstattung aufs Tablet, auf Smartphone oder PC-Bildschirm – im gewohnten Layout, aber mit einem Plus an Service: Die komplette Berichterstattung unserer drei Lokalausgaben steht bereits am Vorabend gegen 19.30 Uhr zur Verfügung. Wo die Seitenansichten den Überblick über die Nachrichtenlage verschaffen, lassen sich einzel-

ne Artikel für die aktuelle Lektüre in den Lesemodus zoomen, für die spätere Ansicht auf dem Merkzettel ablegen und für die nachträgliche Themenrecherche über alle Ausgaben der letzten vier Wochen hinweg suchen. Eine stetig steigende Zahl unserer Abonnenten

nimmt dieses Angebot gerne an. Die aktuelle Nachrichtenlage lässt sich über unsere Homepage und die News App verfolgen: Ganz oben finden sich die Topmeldungen aus den größeren Städten unseres Verbreitungsgebietes sowie aktuelle Themenschwerpunkte. Aktuell ist das natürlich „Corona“; in entspannteren Zeiten gerne auch die Fasnacht oder anstehende Wahlen. Unter den Topmeldungen folgen weitere Beiträge aus den einzelnen Regionen und zu thematischen Schwerpunkten vom Regionalsport über Blaulichtmeldungen bis zu den Fotogalerien. Ausgewählte Meldungen, Videobeiträge und besonders eindrückliche Fotos haben auf unseren Social-Media-Kanälen Instagram und Facebook ihre Plattform. Wichtiger Aspekt hier ist neben der schieren Information der Zeitung an die Leser auch die Gegenrichtung im Infofluss: Die Rückmeldungen und die Interaktion der Community sind Gradmesser für Relevanz eines Themas für die Zielgruppe wie für aktuelle Stimmungslagen und Anliegen unserer User – und eben hierin denn auch wieder Impuls und Input für weitere Berichterstattung in unserem Blatt – gedruckt wie online.


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Modernste Druckvorstufe und Zeitungsherstellung

Wir gratulieren dem Verlagshaus Jaumann zum

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SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

PREIS Die Oberbadische zweimal preisgekrönt Auszeichnungen für das Verlagshaus für „Das Jahr der Kinderrechte“ in Kooperation mit Unicef VON GUIDO NEIDINGER

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s ist gar nicht so selten, dass aus etwas Kleinem etwas Großes wird. So war es auch mit dem Lindenbäumchen – gepflanzt im Jahr 2009 von der kleinen und kaum bekannten Gruppe der Lörracher Unicef-Juniorbotschafter im Park der Villa Aichele. Dass dieses Bäumchen der Ausgangspunkt für mehrere renommierte Preise werden würde, das konnte damals niemand ahnen. Auch nicht, als Christine Langen, die Lörracher Unicef-Chefin, unsere Redaktion bat, jeden Monat ein Foto von besagtem und immer mit Kinderrechten neu dekorierten Bäumchen in der Oberbadischen zu veröffentlichen. „Das machen wir“, war sich die Lörracher Redaktion schnell einig und freute sich, auf diese unterhaltsame und einprägsame Weise einen Beitrag für die Kinderrechte leisten zu können.

So nahmen die Dinge ihren Lauf. Die Jury des Unicef-Bundeswettbewerbs fand die Idee und ihre Umsetzung so gut, dass sie dem Projekt Mitte 2009 den 3. Preis verlieh. Ein toller Erfolg für die Juniorbotschafter und für unsere Zeitung. Doch damit nicht genug: „Frau Langen, daraus kann man viel mehr machen“, meinte ich in einem Gespräch. Innerhalb weniger Minuten war ein ganzes Paket für Kinderrechte geschnürt: Kinderrechtsfest, Kinderrechtsvideo, Kinderrechtshomepage und Kinderrechtsforum. Gesagt, getan: Wie ein roter Faden zog sich „Das Jahr der Kinderrechte“ durch unsere Zeitung. Höhepunkte waren das KinderrechtsFest mit über 2000 Kindern im Aichele- und Rosenfelspark sowie die umfangreiche Kinder-

Das Kinderrechtsfest im Rosenfelspark rechtsZeitung. Alle Aktionen bedeuteten viel Arbeit, aber der Aufwand lohnte sich. Ganz zum Schluss, als alle Aktionen erfolgreich gemeistert waren und hinter uns lagen, kam die Idee auf: „Mit diesem Gesamtpaket könnten wir uns für einen Journalistenpreis bewerben. Nahe-

Fotos: Kristoff Meller zu zeitgleich schickte auch Christine Langen die Bewerbung für den nächsten Unicef-Bundeswettbewerb auf die Reise. Sie nannte das Aktionsbündel: „Erste-Hilfe-Koffer für die Kinderrechte“. Dann ging alles sehr schnell: Innerhalb weniger Wochen wurde unser gemeinsames Aktionsbündel

für die Kinderrechte nicht nur hoch gelobt, sondern gleich zweimal mit einem ersten bundesweiten Preis ausgezeichnet – dem 1. Preis beim Leser-Blatt-Bindungspreis des Verbandes deutscher Lokalzeitungen in Berlin und dem 1. Preis beim Unicef-Bundeswettbewerb in Frankfurt.


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

QUARTIERSENTWICKLUNG Vom „Rumpel“ zum modernen Stadtquartier Der Bau unseres Verlagsgebäudes „Am Alten Markt“ war eingebunden in einen markanten städtischen Modernisierungsimpuls: den Wandel vom „Rumpel“Areal zu einem urbanen Vorzeigequartier. VON BERNHARD KONRAD

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Das Rumpelgäßchen, eine Aufnahme aus dem Jahr 1988 Foto: Tim Nagengast

as Domizil des Verlagshauses Jaumann am Alten Markt ist mit einem der bedeutendsten Entwicklungsschübe der großen Kreisstadt verknüpft: dem Umbau des Lörracher Zentrums. Der Neubau des Medienhauses Mitte der 90er Jahre spiegelt eine Facette der Stadtentwicklung wider, mit der sich der ehemalige „Rumpel“ zum lebhaften Wohn- und Geschäftsquartier in Lörrach gewandelt hat. Die Verwandlung dieser Hinterhof-Situation nannte Lörrachs ehemaliger Fachbereichsleiter für „Strategische Stadtentwicklung“, der mittlerweile verstorbene Klaus Stein, einst in einem Gespräch mit unserer Zeitung „eine der glücklichsten Frischzellentherapien,

die wir uns in Lörrach leisten durften.“ Ins Zentrum des „Rumpels“ sollte ein Einkaufsmarkt. Er hätte allerdings als Solitär dominiert, wäre das so genannte „Sass-Nanz-Projekt“ verwirklicht worden. Der Gemeinderat lehnte diese Variante nach heftigen Debatten mit knapper Mehrheit 1988 ab. Statt Nanz wurde die Migros als Großinvestor gewonnen, und 1993 gab ein Architektenwettbewerb dem Quartier seinen heutigen Grundriss. Diesem liegt eine Idee des Freiburger Stadtplaners Klaus Humpert zu Grunde. Er riet der Stadt, entlang zweier Seiten der Migros – dort befindet sich heute das Rewe-Center - zwei neue Gassen zu schaffen und diese mit Gebäuden und Leben zu füllen: „Am Alten Markt“ und das „Adlergässchen“. Den Kopf am östlichen Ende des Quar-

tiers bildet das C&A-Gebäude. „Die Ablehnung des Sass-Nanz-Projekts und der Einstieg der Migros waren die Initialzündung. Aber auch das Parallelprojekt der Bauherren Verlagshaus Jaumann mit Dr. Hansjörg Jaumann und der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden hat die exzellente Entwicklung gefördert“, betonte Stein. Das „Storchen-Projekt“ wurde zum verbindenden Element der bisherigen Stadtmitte und dem neu gewonnenen Quartier. Mit dem Architekten Herbert Schaudt aus Konstanz und den beiden Bauherren Verlagshaus Jaumann und Sparkasse wurde zum einen der „Storchen“ nach historischem Vorbild rekonstruiert. Elemente der Fassade, Trauflinie und die Dachlandschaft wurden im sich nahtlos anschließenden Neubau übernommen. Als Kontrast dazu steht diesem Ensemble ein Glas-Komplex mit dem Bistro-Restaurant „Alt-Stazione“ und dem Eingang zu den Cineplex-Kinos gegenüber.

(Fortsetzung auf der nächsten Seite)


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

QUARTIERSENTWICKLUNG (Fortsetzung der vorherigen Seite)

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ass in den neuen alten „Rumpel“ Kinos mit eingezogen waren, eine bunte Palette von Geschäften die damalige Migros ergänzte und die Tische des „Alt Stazione“ bereits am Tor des Areals Lebendigkeit und Geselligkeit vermittelten, kam dem Quartier von Beginn an zu Gute. Mit dem Umzug des Verlagshauses Jaumann von der Haagener Straße in die Innenstadt kehrte das Unternehmen indes zurück zu seinen Wurzeln. Seine Wiege stand ganz in der Nähe des großzügigen Neubaus: in der Kirchstraße. Publizistisch war sich das Haus seiner Wurzeln ohnehin stets bewusst. Ein Platz inmitten der Stadt, als Bestandteil Lörrachs, als Begleiter der Menschen, heimatverbunden und weltoffen: Das gehört zu den Konstanten des Hauses. Dies betonte auch Chefredakteur Guido Neidinger zum Einzug ins neue Gebäude im September 1996: „Auch nach 111 Jahren fühlen sich die Redaktion und der Verlag diesem Grundsatz verbunden. Am Alten Markt ist ein Haus entstanden, das Symbol für Zukunftsfähigkeit und das Vertrauen in die Zukunft einer Stadt und einer Region ist.“ Unterdessen hatte sich die Innenstadt auch in anderer Hinsicht weiterentwickelt. Parallel zum städtebaulichen Profil bildete sich in Lörrach eine neue kulturelle Identität. Nur einige Schritte vom jungen Geschäftsquartier entfernt wurde 1998 der Burghof eröffnet. Die Wertigkeit der Umsetzung

Foto: Kristoff Meller dieser Projekte im Stadtkern wird auch mit Steins Einladung durch die oberste Baubehörde im Bayrischen Staatsministerium des Inneren dokumentiert, die den Fachmann im Jahr 2006 als einzigen Vertreter Baden-Württembergs dazu aufgefordert hatte, prosperie-

rende Innenstadtentwicklung am Beispiel Lörrachs darzustellen: Markenzeichen des Wettbewerbs war das Motto „Straße, Platz, Zeichen“, das in Lörrach zur identitätsstiftenden Kunstform entwickelt wurde: Die Skulpturen könnten sich auch in einem Museum

für Gegenwartskunst behaupten. Ob Senser- oder Senigallia-Platz, Alter Markt oder Burghof: Mit den Kunstwerken von Balkenhol, Häring, Rückriem und Nauman hat jeder dieser Plätze seinen unverwechselbaren Charakter erhalten. Fortgesetzt wurde dieses Konzept

2002 auf dem Meeraner Platz mit einem Werk von Beatrix Sassen. Die Skulptur „Tendenz steigend“ von Lasse Brander reckt sich vor dem Gebäude des Verlagshauses Jaumann in den Himmel – ein Unternehmen, das seit 135 Jahren zu Stadt und Region gehört.


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

LESER HELFEN Hilfe für Menschen in Not

Soziales Engagement: Aktion „Leser helfen Not leidenden Menschen” VON GUIDO NEIDINGER

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ie Aktion „Leser helfen Not leidenden Menschen” unter dem Dach des Verlagshauses Jaumann hat seit 1979 Spenden von weit mehr als drei Millionen Euro gesammelt. Dieses Geld verteilt die Hilfsaktion Jahr für Jahr, in enger Absprache mit Kirchen, karitativen Verbänden und dem Sozialamt des Landkreises Lörrach, an bedürftige Familien, Einzelpersonen und soziale Organisationen. Der Trägerverein von „Leser helfen Not leidenden Menschen” ist gemeinnützig.

Bilanz des Helfens

Die Einnahmen der Aktion „Leser helfen Not leidenden Menschen“ sind in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Im Jahr 2013 kletterte die Spendensumme erstmals über die Marke von 100 000 Euro. Bereits im Jahr 2018 gelang der Sprung über 200 000 Euro. Im vergangenen Jahr war es dann die bisherige Rekordsumme von 211 596 Euro. Besonders erfreulich: Mit den deutlich gestiegenen Einnahmen konnten auch unsere Hilfsleistungen ständig ausgeweitet werden. Allein in die Obdachlosenhilfe

konnten rund 50 000 Euro fließen, ohne dass andere Hilfsleistungen zurückgefahren werden mussten. Inzwischen sind wir in der Lage, kurz vor Weihnachten mehr als 70 000 Euro für Not leidende Einzelpersonen und sozial benachteiligte Familien zur Verfügung zu stellen. Rund 60 000 Euro an Fördermitteln erhalten soziale Institutionen. Einige Beispiele, wie die Gelder in den vergangenen Jahren verteilt wurden: 70 000 Euro hat der Soziale Arbeitskreis Lörrach (SAK) erhalten. 20 000 Euro gingen an die katholische Sozialstation des St. Josefhauses in Weil am Rhein. 30 000 Euro hat das Frauenhaus erhalten, in dem Frauen und Kinder aus dem gesamten Landkreis Schutz suchen. 5000 Euro erhielten die Klinikclowns. Mit 1500 Euro wurde die Schopfheimer Tafel unterstützt.

Beeindruckende Akrobatik für den guten Zweck: die Gala „Salto Sociale“ im Lörracher Weihnachtszirkus Fotos: Kristoff Meller

Unser Team

Guido Neidinger, Vorsitzender von „Leser helfen“, mit Uta Schroeder, Geschäftsführerin von „Leser helfen“

Die Aktion „Leser helfen Not leidenden Menschen“ wird operativ von Guido Neidinger (Vorsitzender) und Uta Schroeder (Geschäftsführerin) geführt. Im Vorstand sind zudem Martin Pförtner (stellvertretender Vorsitzender) und Nadine Grether (Schatzmeisterin) vertreten. Engagiert eingebunden sind auch die Mitglieder des Vereins: Eine große Zahl von Helferinnen und Helfern sorgt dafür, dass die diversen Benefiz-Veranstaltungen des gemeinnützigen Vereins erfolgreich durchgeführt werden können. Dazu gehören: der Lörracher Weihnachtsmarkt, die Binzener Runde und die Zirkusgala „Salto Sociale“.

Scheckübergabe für „Leben + Wohnen“ bei der Binzener Runde 2019


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LESER HELFEN Unsere Leuchtturm-Projekte Die Schwerpunktthemen und Veranstaltungen der Aktion „Leser helfen Not leidenden Menschen“ VON GUIDO NEIDINGER

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ahr für Jahr rücken wir ein brennendes Thema in den Blickpunkt, um Bewusstsein zu schaffen und zu sensibilisieren. Hier einige Beispiele:

Kinder in Not

Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut bedroht, im Landkreis Lörrach ist es mehr als jedes zehnte Kind (12,2 Prozent). Arme Kinder haben nicht nur weniger Geld, sie sind auch häufiger psychisch auffällig, viel häufiger übergewichtig, sie treiben weniger Sport, sie erfahren häufiger Gewalt und wohnen häufiger in einer dreckigen, lauten und gefährlichen Umgebung als ihre besser gestellten Altersgenossen. Wir kümmern uns um junge Menschen im Landkreis Lörrach, die arm und häufig ausgegrenzt sind, denn jedes arme Kind ist eins zu viel. Im Jahr 2017 war Kinderarmut das Schwerpunktthema der Aktion „Leser helfen Not leidenden Menschen“.

Obdachlosigkeit

Wir kümmern uns um Menschen, die obdachlos sind oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Außerdem unterstützen wir soziale Einrichtungen wie „Kreuzweg e. V.“ „pro digno e. V.“ oder das Erich-Reisch-Haus der Caritas. Deren Mitarbeiter kümmern sich oft bis zur Selbstaufopferung um die Gestrandeten unserer Gesellschaft. Sie leisten so einen wichtigen Beitrag zur Balance unserer Gesellschaft. Im Jahr 2016 war die Obdachlosigkeit das Schwerpunktthema der Aktion „Leser helfen Not leidenden Menschen“. In diesem Jahr flossen rund 50 000 Euro in die Obdachlosenhilfe.

Gewalt gegen Frauen

Seit über 30 Jahren gibt es das autonome Frauenhaus in Lörrach. Es nimmt Frauen und Kinder aus dem gesamten Landkreis auf. Bei einer durchschnittlichen Belegung von 96,4 Prozent ist das Frauen-

haus so gut wie immer voll belegt. 56 Frauen und 38 Kinder, die in aller Regel vor ihren gewalttätigen Männern und Vätern geflohen sind, haben das Haus im Jahr 2016 aufgesucht. 93 Frauen und 113 Kinder mussten abgewiesen werden. Der Grund: Platzmangel. „Leser helfen“ unterstützt die wertvolle Arbeit des Frauenhauses Lörrach seit Jahren regelmäßig mit höheren Geldbeträgen. Dies gilt auch für die Frauenberatungsstelle Lörrach. Deren Mitarbeiterinnen beraten Frauen und Mädchen ab 14 Jahren, die sexualisierte, körperliche oder seelische Gewalt erlebt haben oder sich in einer anderen, für sie schwierigen Lebenssituation befinden. Im Jahr 2016 stellte „Leser helfen“ rund 50 000 Euro für Frauen-Hilfsprojekte zur Verfügung.

Weißer Ring - Opferhilfe

Der Weiße Ring ist ein gemeinnütziger Verein, der Opfer von Gewalttaten unterstützt und zur Verhütung von Kriminalität beitragen will. Der Verein wurde 1976 von dem Fernsehjournalisten Eduard Zimmermann gegründet. Inzwischen hat der Verein mehr als 200 000 Kriminalitätsopfern und ihren Angehörigen in vielfältiger Weise beigestanden und Hilfe geleistet. „Leser helfen“ unterstützt die Arbeit des Weißen Rings, insbesondere dessen Lörracher Außenstelle, regelmäßig. Im Jahr 2014 war die Hilfe für Opfer von Gewalttaten das Schwerpunktthema von „Leser helfen“.

Be-Hindert

In Deutschland leben etwa 10,2 Millionen Menschen mit Behinderung. Davon gelten 7,5 Millionen Menschen als „schwerbehindert“. Treffen kann eine Behinderung – ob körperlich, geistig oder psychisch – jeden von uns. Deshalb ist Behinderung zwar ein persönliches Schicksal. Aber. Es ist auch eine Aufgabe von uns allen, behinderten Mitmenschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Unsere Mitmenschen mit

Behinderung brauchen nicht unser Mitleid. Sie brauchen unser Mitgefühl und unsere Bereitschaft zu Inklusion – also zur gleichberechtigten Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben. In Behinderten-Projekte flossen im Jahr 2019 von „Leser helfen“ mehr als 40 000 Euro. Bei den hier aufgeführten und näher beschriebenen Projekten und Institutionen handelt es sich nur um eine kleine Auswahl. Die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung im Landkreis Lörrach und die tatkräftige finanzielle Unterstützung von Firmen macht es der Aktion „Leser helfen“ möglich, weitere wertvolle Hilfe zu leisten. Regelmäßig erhalten auch andere Einrichtungen Zuschüsse. n

Unsere Veranstaltungen Der Weihnachtsmarkt – Die Riesentombola

Die Aktion „Leser helfen“ nutzt den Lörracher Weihnachtsmarkt seit vielen Jahren, um Spenden für Not leidende Menschen zu sammeln. Zahlreiche Helfer – darunter viele Prominente – sind mit dem Spendenblock am Stand unterwegs. Spender tun dabei nicht nur etwas für die gute Sache, sondern können gleichzeitig auch gewinnen. Jedes Los kommt in die Lostrommel. In mehreren Zwischenverlosungen und in der Endauslosung gibt es mehr als 600 Preise im Gesamtwert von 80000 Euro zu gewinnen. Allein am Weihnachtsmarkt kommen Spenden in Höhe von über 20 000 Euro zusammen. Neben dem Losverkauf für „Leser helfen“ ist das gesellige Miteinander bei einem Glas Glühwein am Weihnachtsmarktstand sehr beliebt. In diesem Jahr fällt der Weihnachtsmarkt aufgrund der Corona-Pandemie leider aus.

Zirkusgala „Salto Sociale“

Die Zirkusgala „Salto Sociale“ ist eine in Lörrach einzigartige Veranstaltung, die es seit dem Jahr 2015 gibt. Das Programm bietet eine Mischung aus Kulinarik, Spannung und Sozialem. Der festliche Abschluss der Ak-

Bei der Binzener Runde wird ein Viergang-Menü mit kulinarischen Leckerbissen aus der Küche des Restaurants „Mühle“ serviert. Foto: Kristoff Meller tion „Leser helfen Not leidenden Menschen“ wird jedes Jahr im Dezember in Kooperation mit dem Lörracher Weihnachtszirkus durchgeführt. In dem Zeltambiente genießen die 340 Besucher artistische Vorführungen internationaler Spitzenklasse. Neben den Artisten des Lörracher Weihnachtszirkus treten bei „Salto Sociale“ auch Künstler des Basler „Palazzo Colombino“ ebenso auf wie Preisträger des Internationalen Zirkusfestivals „Young Stage“, ebenfalls aus Basel. Für kulinarische Genüsse sorgt mit einem viergängigen Menü die bbv-Akademie mit ihrem ambitionierten Kochteam um Küchenchef Christof Wilke. Bärbel Jung hat die Verantwortung für den Service. Die professionellen Servicekräfte werden unterstützt von Schülern der Lörracher Pestalozzi-Schule und der Hellbergschule Brombach. Zahlreiche Sponsoren unterstützen die Zirkusgala mit Sach- und Geldspenden. Hauptsponsor ist die Volksbank Dreiländereck, die die

Zirkusgala „Salto Sociale“ präsentiert.

Die Binzener Runde

Die Binzener Runde ist ein niveauvoller Abend im Hotel-Restaurant „Mühle“ der Familie Hechler in Binzen. Der Abend mit 120 geladenen Gästen ist der festliche Auftakt der Aktion „Leser helfen Not leidenden Menschen“. Neben einem Viergang-Menü mit kulinarischen Leckerbissen aus der Küche des Restaurants „Mühle“ wird geistige Kost in Form von Cabaret und Comedy auf der Bühne serviert. Nicht zu kurz kommt an diesen Abenden der soziale Gedanke der Aktion „Leser helfen“. Interviews auf der Bühne mit Betroffenen und Experten sollen die Gäste für brennende gesellschaftliche Probleme sensibilisieren, wie zum Beispiel Obdachlosigkeit, Gewalt gegen Frauen oder Kinderarmut. Alle Spenden der Aktion „Leser helfen“ kommen sozialen Projekten im Landkreis Lörrach zugute.

135 Jahre Verlagshaus Jaumann. Wir danken für die gute Zusammenarbeit und wünschen dem gesamten Team weiterhin viel Erfolg.

Herzlichen Glückwunsch. www.spk-mgl.de


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STADT IM WANDEL

Das Innocel-Quartier

Foto: Hubert Bernnat

Blick auf Lörrach

Foto: Kristoff Meller

Lörrach blickt auf eine bewegte Geschichte Über die Entwicklung der Lerchenstadt vom Industriestandort zum modernen Dienstleistungszentrum VON HUBERT BERNNAT

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ls im Jahre 1885 die heutige Oberbadische unter dem Namen Freisinniges Volksblatt von Georg Jaumann und Hans Netzer gegründet wurde, war Lörrach eine heranwachsende Industriestadt, die ihren Aufstieg der Textilindustrie zu verdanken hatte. Die Arbeiter waren in den großen Stoffdruckereien und besonders Spinnereien und Webereien von KBC, die als einzige schon zuvor bestanden hatte, Vogelbach, Tuchfabrik, Conrad und Sarasin beschäftigt. Haagen, Brombach und Tumringen besaßen ebenfalls große Textilfabriken. Schon 1862 war der Anschluss ans Eisenbahnnetz mit der Strecke Basel bis Schopfheim erfolgt. Textilfabrikation und Eisenbahnbau waren damals die Motoren der industriellen Entwicklung. Neben den Fabriken entstanden ganze Quartiere für die Arbeiter wie Neustetten oder auf dem Wölblin. Die Fabrikanten zeigten ihren Reichtum durch Bauten mit großen Gärten wie die Villen Aichele, Favre und Rosenfels. Stetten, Tumringen, Haagen, Hauingen und Brombach wurden zu Arbeiterdörfern. Hatte Lörrach in seiner heutigen Gemarkung 1850 knapp 8 000 Einwohner, so waren es vor der Jahrhundertwende schon 20 000. Der Zuzug aus den katholischen Schwarzwalddörfern veränderte die konfessionelle Zusammensetzung, nur das ehemals vorderösterreichische Stetten war bis dahin katholisch. Der Anteil der Katholiken in Lörrach stieg von 10 auf 40%. Erst 1867 erhielt die Stadt mit der Bonifatiuskirche gegen Widerstände des protestantischen Establishments eine katholische Kirche. 1880 gründete der Schokoladenproduzent Suchard eine Filiale in Lörrach, 1898 der Knopfhersteller Raymond. Beide Unternehmen veränderten die dominante Stellung der Textilindustrie allerdings nicht entscheidend. Industrialisierung und Zuwanderung beeinflussten das politische Leben. Das katholische Zentrum und vor allem die SPD lösten die Jahrzehnte herrschenden Freisinnigen als bestimmende Kraft ab. So wurde 1906 der erste Berufsbürgermeister, der junge Jurist Erwin Gugelmeier, dadurch vom Gemeinderat gewählt. Gugelmeier trieb mit Tatkraft und Visionen eine moderne Stadtentwicklung voran. Der Zusammenschluss mit Stetten, der Bau der städtischen Realschule, dem heutigen HTG, der Neubau

des Bahnhofs mit der Unterführung bei Suchard und der Überführung über die Bahn durch Verlängerung der Schwarzwaldstraße gehörten ebenso dazu wie der Neubau des Gaswerks und der Ausbau der Kanalisation.

Der Aufstieg wird jäh unterbrochen

Jäh unterbrochen wurde der Aufstieg durch den Ersten Weltkrieg. So konnte auch das vielleicht größte Zukunftsprojekt, die Verlängerung der Tram von Riehen bis an den Lörracher Bahnhof, erst 1919 in Betrieb gehen. Durch die Kriegsfolgen war Lörrachs Textilindustrie nun abgeschnitten von der lebenswichtigen Verbindung ins ausländische Dreiländereck. Verheerende Not und Unruhen gehörten in vielen Jahren der Weimarer

Das KBC-Areal um das Jahr 1900 Republik zum alltäglichen Bild. Zur Verschärfung trug die wirtschaftlich gute Lage in der Schweiz bei. Dies eskalierte 1923, als es nach der Besetzung des Ruhrgebiets zu einer unvorstellbaren Inflation kam. Die Lörracher Fabrikanten verdienten in wertbeständigen Franken und bezahlten die Arbeiter mit wertloser Mark. Im September 1923 folgten Aufstände mit Toten und Verletzten. Die SPD verlor ihre führende Stellung an die KPD. Lörrach erlebte eine Radikalisierung wie sonst nur die industriellen Großstädte. Schon seit dem Kaiserreich existierten mehrere Lokalzeitungen, zumeist parteipolitisch gebunden. Das Freisinnige Volksblatt, seit 1896 Oberbadisches Volksblatt, war 1927 ganz in den Besitz der Familie Jaumann übergegangen. Es konnte sich als Partei unhabhängige und mit 6.000 Abonnenten größte Lokalzeitung im Kreis Lörrach etablieren. Kurzfristig schien es nach Überwindung der

Inflation noch eine Chance für die erste deutsche Demokratie zu geben. Doch mit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise begann die Zerstörung der Demokratie. Lörrach hatte bald 3.000 Arbeitslose bei einer Bevölkerung von 25.000. Damit begann der Aufstieg der NSDAP. 1932 wählten hier 39,1% NSDAP und 24,4% KPD, die demokratischen Parteien hatten kaum mehr eine Chance. So erfolgten auch in Lörrach Machtergreifung und Gleichschaltung 1933 trotz einiger Widerstände. Dem musste sich auch das Oberbadische Volksblatt beugen. Der überzeugte Nationalsozialist Reinhard Boos wurde Bürgermeister. Allerdings spielte die Grenzlage für den Widerstand eine bedeutende Rolle, der in Lörrach nie ganz erlahmte. 1935 wurden Tüllingen und Tumringen nach Lörrach eingemeindet. Weitergehendere Zentralisierungspläne von Boos für ein nationalsozialistisches Bollwerk gegen das sozialistische

Foto: zVg / Dreiländermuseum Basel lehnten die Parteimächtigen in Karlsruhe aus Angst vor Unruhen aber ab. Während der Reichspogromnacht wurde am 10. November 1938 morgens die Synagoge zerstört. Dies nutzten die Nazis, um den neuen Marktplatz zu bauen. Hochtrabende Pläne zur nationalsozialistischen Stadtentwicklung wurden allerdings nicht verwirklicht. Die letzten noch in Lörrach lebenden Mitglieder der jüdischen Gemeinde wurden am 20. Oktober 1940 nach Gurs deportiert. Viele hatten zuvor die Möglichkeit zur Flucht über die nahe Grenze genutzt. Die Stadt wurde durch die Grenznähe während des Zweiten Weltkriegs weitgehend von Zerstörungen verschont.

Nachkriegszeit und Wiederaufbau

Am 24. April 1945 konnten die Franzosen die Stadt kampflos übernehmen. Der von den Nazis entlassene Kämmerer Joseph Pfeffer hatte die kaum zu lösende Auf-

gabe als eingesetzter Bürgermeister die Stadt in der Besatzungszeit zu führen. Ab Oktober 1949 konnte auch das Oberbadische Volksblatt wieder erscheinen. 1948 wurde Arend Braye (SPD), der mehrere Jahre im KZ war, zum Bürgermeister gewählt. Vor allem der Wohnungsbau hatte Vorrang, nachdem ab 1949 der Zustrom von tausenden Flüchtlingen und Vertriebenen begann. Unter Braye wurde die Nordstadt und das Neumattquartier gebaut und der Salzert projektiert. Nach seinem Tode 1960 lenkte der parteilose Egon Hugenschmidt 22 Jahre die Stadt. Wohnungsund nun vor allem Schulbau wurden umgesetzt. 1976 konnte das neue 18-stöckige Rathaus als Symbol für eine „moderne“ Entwicklung eingeweiht werden. Schon 10 Jahre zuvor hatte man den traditionsreichen Hirschen für das Kaufhaus Hertie, heute Karstadt, abgerissen und die Tram aufgegeben. Mit der Landesgartenschau 1982 entstand das Grütt als Naherholungsgebiet. Gleichzeitig wurde mit der Verlängerung der A98 über das Wiesental ein Teil des Durchgangsverkehrs aus der überlasteten Innenstadt abgezogen. Das größte politische Problem für Hugenschmidt war allerdings die Durchführung der Verwaltungsreform 1974/75 mit den bis auf Haagen unfreiwilligen Eingemeindungen von Hauingen und Brombach. Unter Rainer Offergeld (SPD) ab 1983 und Gudrun Heute-Bluhm (CDU) ab 1995 konnte sich Lörrach dank seiner autofreien Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität und seit dem Bau des anfangs umstrittenen Burghof und den Stimmenkonzerten als kulturelles Schwergewicht einen überregionalen Namen machen. Dies ist um so höher zu bewerten, als Lörrach in dieser Zeit auch einen erheblichen Strukturwandel erlebte. 1993 hieß es in einer Schlagzeile: „Der Niedergang der Textilindustrie in der Region lässt sich nicht aufhalten.“ Schon 1966 hatten die Weberei Conrad, 1983 die Spinnerei Vogelbach geschlossen und die Tuchfabrik, seit 1986 unter dem Namen Technische Textilien, erheblich Personal abgebaut. Auch in Haagen und Brombach produzieren die großen Textilfabriken längst nicht mehr. Selbst KBC geriet ab 1998 in die Krise.

dem Aus 2020 für die Lauffenmühle in Brombach noch weiter verstärkt. In der einst stolzen KBC gibt es gerade noch 40 Arbeitsplätze. Die Transformation dieser so genannten Wandelareale ist städtebaulich für Lörrach eine Herausforderung. Die Umwandlung eines Teils des KBC-Geländes nach 1998 mit dem Innocel gilt als beispielhaft dafür. Aktuell werden auf dem Areal der früheren Weberei Conrad, wo schon das Arbeitsamt steht, dringend benötigte Wohnungen und die Erweiterung des Landratsamtes gebaut. Die Nutzung des von der Stadt gekauften Lauffemühlen-Areals soll in den nächsten zehn Jahren gestaltet werden. Der Neubau des Zentralklinikums im Norden der Stadt bietet Entwicklungsmöglichkeiten für die alten Klinikstandorte im erweiterten Stadtzentrum. Lörrach nutzt die Chance, neben Basel zukunftsfähige Nischen zu besetzen und sich durch den Ausbau der Regio-S-Bahn immer besser mit der trinationalen Agglomeration zu vernetzten. Das Bildungsangebot ist auf ein sehr gutes Niveau ausgebaut worden. Dass sich trotz wirtschaftlich schwierigen Zeiten für den nationalen Zeitungsmarkt in Lörrach zwei Tageszeitungen halten können, spricht für die Stadt. Die Oberbadische, wie sich die Zeitung seit 2006 nennt, kann stolz sein, die erfolgreiche Entwicklung Lörrachs in den letzten 135 Jahren begleitet zu haben. Durch die Verlegung des Verlagshauses von der Haagener Straße in das Sanierungsgebiet „Rumpel“ im ehemaligen Storchenareal am Alten Markt hat die Zeitung zudem ein Stück Stadtentwicklung mitbefördert. So schließt sich der Kreis zum Gründungsjahr 1885.

UNSER AUTOR

Wandel von Industriestadt zum Dienstleistungszentrum

Die Stadt hat sich vom Industriestandort zum modernen Dienstleistungszentrum mit vielen mittelständischen Unternehmen und nun fast 50.000 Einwohnern entwickelt. Dieser Prozess hat sich mit

Hubert Bernnat ist Historiker und war Direktor des Lörracher Hans-Thoma-Gymnasiums


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SCHULE MACHT ZEITUNG Zeitung lesen macht schlauer Ein Evergreen seit 29 Jahren ist die Aktion „Schule macht Zeitung macht Schule“ zur Leseförderung junger Menschen. VON GUIDO NEIDINGER

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ehr als 20 000 Schülerinnen und Schüler aller Schulformen im Landkreis Lörrach haben an diesem jeweils vierwöchigen Projekt des Verlagshauses Jaumann bereits teilgenommen. Sie haben das Medium Zeitung besser kennengelernt, bisweilen sogar Freundschaft damit geschlossen. Ziele sind die Förderung des selektiven Lesens, die Ritualisierung des Zeitungslesens, eine kritische Medienrezeption sowie die Förderung der Allgemeinbildung. Wissenschaftliche Ergebnisse belegen eindeutig: Schüler, die an einem solchen Projekt teilgenommen haben, greifen später eher und regelmäßiger zur Zeitung. Das Projekt wendet sich bewusst an Schüler der Klassen 8 und 9 sämtlicher Schulformen – von der Förderschule bis zum Gymnasium. Es wird medienpädagogisch durch das Aachener IZOP-Institut begleitet. Von Beginn an holte das Verlagshaus Jaumann starke Mitstreiter ins Boot. Als interessierte Sponsoren sind die Volksbank Dreiländereck und die AOK Hochrhein-Bodensee seit vielen Jahren wichtige Partner dieses Bildungsprojekts. In der Regel startet das Projekt mit einer informativen und unterhaltsamen Show, die von einer Schule stellvertretend für alle teilnehmenden Schulen durchgeführt wird. Der Fantasie sind bei diesem „Startschuss“, bei dem sich alles um die Zeitung dreht, keine Grenzen gesetzt. Musik, Tanz, eine Modenschau mit Kleidern aus Zeitungspapier, Interviews mit dem Chefredakteur oder dem Schulleiter – das alles gab es schon an der Eröffnungsveranstaltung. Vier Wochen lang erhält jeder Projekt-Schüler jeden Tag sein eigenes aktuelles Zeitungsexemplar – samstags auf Wunsch sogar nach Hause. Darin darf nach Herzenslust geblättert und gelesen werden. Im Verlauf des Projekts sollen die Schüler die Struktur der Zeitung kennenlernen und journalistische Stilformen unterscheiden lernen.

Sie sollen schließlich in die Rolle eines Redakteurs schlüpfen und eigene Artikel recherchieren und verfassen. Wenn gewünscht, leistet die Redaktion der Oberbadischen dabei Hilfestellung. Möglich ist auch der Besuch der Redaktion oder der Besuch eines Redakteurs in der Schule. Alle Schüler-Artikel werden mit Autorenzeile und möglichst unverändert in der Zeitung veröffentlicht. Wichtiges Element der Aktion ist der Spaß-Faktor. Deshalb gibt es für jeden Schüler auch einen Projekt-Presseausweis.

Zusätzliches Projekt „Grundschule macht Zeitung“ als Ergänzung

Vor einigen Jahren wurde das Projekt „Schule macht Zeitung“ durch „Grundschule macht Zeitung“ ergänzt. Der Grund: Wir wollen die Kinder noch früher abholen und für das Medium Zeitung interessieren und begeistern. Grundschüler ab der Klasse zwei nähern sich der Zeitung auf eher spielerische Art und Weise. So gibt es zum Beispiel ein Comic-Malbuch, in dem die Grundschüler sehr anschaulich und kindgerecht erfahren, wie eine Zeitung entsteht. Darüber hinaus können die Schulklassen im Rahmen des Projekts gemeinsam selbst kreativ werden und eine Zeitungsseite mit Reportage, Interview und Umfrage füllen. Auch bei „Grundschule macht Zeitung“ sind die Volksbank Dreiländereck und die AOK Hochrhein-Bodensee Partner. Das IZOP-Institut ist ebenfalls als medienpädagogischer Begleiter an Bord. Wilfried Spiegel vom IZOP-Institut weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich nach einer Studie zum Freizeitverhalten von Sechs- bis 13-Jährigen rund 50 Prozent in ihrer Freizeit mit dem Internet, Mobiltelefon oder Computer beschäftigen, aber nur sieben Prozent Zeitung lesen. Das Projekt „Grundschule macht Zeitung“ gibt Kindern laut Spiegel die Chance, dieses Medium zu entdecken. Denn, so lautet das Ergebnis einer anderen Studie: Zeitung lesen macht schlauer und fördert die Allgemeinbildung.


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REDAKTION LÖRRACH Mitten im Leben

Am Alten Markt, mitten im Leben der Lerchenstadt, arbeiten elf Redakteurinnen und Redakteure der „Oberbadischen“. Tag für Tag haben sie Lörrach und die Region im Blick, mit stetem Interesse für die Menschen und die vielen Facetten des öffentlichen Lebens. Denn große Politik wird im Kleinen greifbar – und was zunächst unspektakulär erscheinen mag, offenbart beim genauen Hinsehen mitunter die interessantesten Geschichten.

Das Team Lörrach/Kultur (v.l.): Christiane Guldenschuh, Guido Neidinger, Gabriele Hauger, Bernhard Konrad und Kristoff Meller Foto: Michael Werndorff

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Kommentaren. Wenn er in seiner Freizeit nicht gerade liest oder kocht, erkundet er mit dem Fahrrad die Region.

eine berufliche Reise sollte nach einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium eigentlich einem anderen Ziel entgegensteuern. Doch Guido Neidinger infizierte sich mit dem Virus Journalismus, das ihn dann Zeit seines Lebens nicht mehr los ließ. Er volontierte beim Westfalen-Blatt in Bielefeld und arbeitete zunächst in der politischen Redaktion. Doch es zog ihn schon früh ins Lokale. Als er den Konrad-Adenauer-Sonderpreis mit einer historischen Serie gewonnen hatte, verpflichtete die Saarbrücker Zeitung den gebürtigen Saarländer. Doch der Monopoljournalismus langweilte ihn. Nach drei Jahren zog es ihn nach Mainz, wo er als stellvertretender Chefredakteur

und Redaktionsleiter die Mainzer-Rhein-Zeitung mit aufbaute. 1990 kam der begeisterte Bergwanderer und Wintersportler mit seiner Familie ins Dreiländereck. Hier leitet er seither als Chefredakteur die Gesamtredaktion des Verlagshauses Jaumann und in Personalunion die Redaktion Lörrach. Bernhard Konrad, Jahrgang 1968, studierte Politikwissenschaft und Germanistik an der Universität Heidelberg. 1998 als Volontär gestartet, begleitet er die Entwicklung der Lerchenstadt seit dem Jahr 2006 als stellvertretender Leiter der Lokalredaktion Lörrach – neben nachrichtlichen Beiträgen gerne auch mit Hintergrundgeschichten, Interviews und kommunalpolitischen

Gabriele Hauger studierte Germanistik und Geschichte. Sie kam für ein Volontariat bei der Oberbadischen aus dem schönen Heidelberg ins damals ihr völlig unbekannte Lörrach. Was nur berufliche und private Zwischenstation sein sollte, wurde zur Heimat. Als Kulturredakteurin streift sie seitdem durch Galerien und Museen, besucht Konzerte, schaut Theater und Kabarett, widmet sich ihrer Lieblingssparte dem Tanz und führt gerne Interviews mit Kulturschaffenden. Fest verankert ist sie zudem in der Lörracher Lokalredaktion.

Auch wenn man es ihm nicht anhört, ist Kristoff Meller der einzige gebürtige Lörracher in der Stadtredaktion. Nur für sein Studium (Geschichte, Sprach- und Sportwissenschaft) hat er das Wiesental Richtung Freiburg verlassen. Nach einigen Jahren als freier Journalist und Fotograf folgte ab 2011 ein Volontariat bei der Oberbadischen, das in eine Redakteursstelle im Ressort Lörrach mündete. Seit 2013 begleitet er die Ereignisse in der Stadt in Bild und Text, wobei sein Fotoarchiv inzwischen so umfassend ist, dass sich die Festplatten stapeln. Auch am Wochenende hat der zweifache Familienvater die Kamera fast immer im Gepäck, wenn er nicht gerade mit den Laufschuhen oder dem Velo im Markgräflerland

oder Schwarzwald unterwegs ist. Christiane Guldenschuh, Jahrgang 1974, schnupperte bereits mit 16 Jahren ins lokaljournalistische Geschehen als Freie Mitarbeiterin für die Weiler Zeitung hinein. Nach der Ausbildung zur Europasekretärin gelangte sie über verschiedene Stationen in den Hauptsitz des Verlagshauses Jaumann, wo sie sich 2015 auf die Stelle im Redaktionssekretariat bewarb. Seither ist sie begeistertes Teammitglied und fühlt sich in dem täglichen Trubel, in dem kein Tag wie der andere ist, sehr wohl. In ihrer Freizeit ist sie gerne in der Gegend mit dem Fahrrad unterwegs, das auch bei Wind und Wetter ihr Verkehrsmittel zum Arbeitsplatz ist.


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REDAKTION LÖRRACH Tim Nagengast: „tn“, in der Heimatstadt der Oberbadischen aufgewachsen und fest verwurzelt, ist seit sechseinhalb Jahren für den Bereich Grenzach-Wyhlen und Inzlingen redaktionell zuständig. Und damit genauso lange, wie er zuvor von unserer Weiler Redaktion aus das Lokalressort Kandertal betreut hatte. Seine journalistischen Sporen verdiente sich der 43-Jährige jedoch zunächst als freier Mitarbeiter und schließlich als Volontär beim Markgräfler Tagblatt in Schopfheim. Egal, ob in einem Seitental am Belchen, am Blauenfuß, unterm Hasenhorn, auf dem Dinkelberg, im Kleinen Wiesental oder in der Rheinebene: Nagengast war in den Jahren seiner Tätigkeit schon in fast jedem Ort des Verbreitungsgebietes unserer Zeitung journalistisch tätig. Deshalb dient er seinen Kollegen gerne mal als wandelnde Landkarte („Gibt’s da irgendwo eine Abkürzung?“) oder hört von ihnen Sätze wie „Hattest du da vor Jahren nicht mal was geschrieben?“. Mit dem sitzenden Teil seiner redaktionellen Tätigkeit hadert der bekennende „Draußen-Mensch“ und „Nichtstillsitzenkönner“ übrigens zeitlebens. Und das, wo er doch manchmal ein dickes Sitzleder braucht, wenn wieder irgendwo eine Gemeinderats- oder sonstige Sitzung ansteht. Michael Werndorff studierte Komparatistik, Germanistik und Geschichte an der Universität des Saarlandes. Nach beruflichen Zwi-

schenstationen zog der gebürtige Saarbrücker nach Lörrach, wo er bei der Oberbadischen ein Volontariat absolvierte. Im Jahr 2016 übernahm er die Regio-Redaktion. Seitdem begleitet er das gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Geschehen im Dreiland. Ulf Körbs wird von seinen Kollegen manchmal auch als „Fischkopp“ tituliert, wogegen sich der 65-Jährige aber mit Händen und Füßen wehrt, stammt er doch aus Braunschweig in Niedersachsen und nicht von der Waterkant. Nach einem Studium in Geschichte und Germanistik verschlug es ihn zunächst als Parteisekretär in die Politik, bevor er bei der Wolfenbütteler Zeitung, damals eine der ältesten in Deutschland, volontierte. Danach wechselte er in alemannische Gefilde, als er 1989 beim Verlagshaus Jaumann anheuerte. Zunächst betreute er ein Jahr lang von Zell aus das obere Wiesental, bevor er die Kreisredaktion übernahm und diese zum Ressort „Kreis/Regio“ ausbaute. Im Jahr 2007 gab es für „kör“, wie er kürzelt, einen weiteren verlagsinternen Wechsel an den Hochrhein, wo er seitdem die große Kreisstadt Rheinfelden und die Gemeinde Schwörstadt bis zu seinem anstehenden altersbedingten Ausscheiden aus der Redaktion zum 1. Dezember 2020 beackert. Mit ihrem Einstieg in die Online-Redaktion der Oberbadischen kehrte Anja Bertsch im vergange-

Ulf Körbs (v. l.), Michael Werndorff, Anja Bertsch, Denis Bozbag und Tim Nagengast nen Jahr zurück zu ihren Wurzeln: Schon ihr Volontariat absolvierte sie hier im Verlagshaus – damals, vor über zwanzig Jahren, als Fotos noch auf Film und Zeitung nur aus Papier war. Anschließend ging es zum Politik- und Geschichts-Studium an die Universität Konstanz. Nach dem Studienabschluss stieg sie als Wissenschaftlerin noch tiefer in die zeithistorische Forschung ein und in Archive hinab, bevor es sie vor gut zehn Jahren zurück ins ak-

tuelle Geschehen des Dreiländerecks zog: Als freie Mitarbeiterin für die regionalen Zeitungen war sie jahrelang im politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Geschehen zwischen Feldberg und Rheinknie unterwegs und zu Hause. Als Online-Redakteurin bringt sie dieses Geschehen nun von der Zeitungsseite weg auf Homepage, Facebook und Instagram. Seit Mai 2019 absolviert Denis

Foto: Kristoff Meller

Bozbag bei der Oberbadischen sein Volontariat. In zwei Jahren erlernt er hier – hauptsächlich in der Kreis/ Regio-Redaktion – noch bis Ende April 2021 das komplette Handwerk des Journalismus. Ob Sitzungen des Kreistags, Reportagen im Nachbarland Schweiz oder redigieren von Agenturtexten, als Volontär erhält er einen fundierten Einblick in die grenzüberschreitenden Zusammenhänge des lokalen Geschehens.


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REDAKTION LÖRRACH

Mirko Bähr (l.) und Uli Nodler Foto: Kristoff Meller

Uli Nodler (65) hat sein gesamtes journalistisches Arbeitsleben in der Lokalund Sportredaktion der Oberbadischen verbracht. Am 20. April 1983 begann er seine journalistische Laufbahn als Volontär, zwei Jahre später war er Redakteur und arbeitete in der Lörracher Lokalredaktion. 1989 übernahm der ehemalige Fußballer des FV Lörrach die Leitung der Sportredaktion, die sich in den folgenden Jahren zu einem anerkannten Ressort im Verlagshaus entwickelte.

Ab 1. November hätte sich Uli Nodler eigentlich in den Altersruhestand verabschieden können. Doch daraus wird nichts. Weil er sich noch nicht zum „alten Eisen“ zählt, wird der eingefleischte „Effzeh“-Fan noch weitere drei Jahre seinen Mann in der Sportredaktion des Verlagshauses stehen. Mirko Bähr (42) absolvierte bereits sein Volontariat bei uns im Verlag. Über das Markgräfler Tagblatt in Schopfheim und einem mehrjährigen Abstecher

zum Mühlacker Tagblatt kam der Brombacher im Jahr 2007 zur Weiler Zeitung, ehe er drei Jahre später in der Regionalsportredaktion in Lörrach anheuerte. Seither berichtet der zweifache Familienvater und Werder-Fan mit viel Leidenschaft über das Sportgeschehen vor unserer Haustüre. Der direkte Draht zu den Sportlerinnen und Sportlern sowie den Verantwortlichen liegt ihm dabei genauso am Herzen, wie eine umfangreiche Berichterstattung, die alle Sportarten miteinbezieht.


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MARKGRÄFLER TAGBLATT

Das Team in Schopfheim (v. l.): Peter Schwendele, Martina Linder (Geschäftsstelle/Sekretariat), Harald Pflüger, Klaus Birk (Mediaberater) und Werner Müller. Es fehlt Petra Martin. Foto: Anja Bertsch

Traditionsblatt im Geist der 1848er Revolution Kleine Redaktion, großes Einzugsgebiet: Von Steinen bis zum Feldberg, vom Hohen Flum bis zum Belchen reicht der journalistische Arm des Markgräfler Tagblatts in Schopfheim. VON WERNER MÜLLER

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ie vier Redakteure kümmern sich mit Füller, Stenoblock und Fotoapparat um alles, was in Schopfheim, Steinen, Maulburg, Hausen, Hasel, Zell, Häg-Ehrsberg, Schönau und den Verbandsgemeinden sowie in Todtnau und im Kleinen Wiesental passiert. Das „Markgräfler Tagblatt“, so heißt die Schopfheimer Lokalausgabe, existiert seit 1864 und ist damit nicht nur 21 Jahre älter als ihre Lörracher Schwester, „Die Oberbadische“, sondern mit nunmehr 156 Jahren auch mit Abstand die älteste Tageszeitung im Landkreis Lörrach. Gegründet hat das „MT“, wie es im Volksmund heißt, der gelernte Buchdrucker Johann Georg Uehlin, ein bekennender Anhänger der Revolution von 1848. Dieser demokratisch-liberalen Tradition fühlten und fühlen sich die Zeitungsmacher beim „MT“ bis heute verbunden. Seit 35 Jahren arbeitet Petra Martin in einer Zeitungsredaktion, davon seit 30 Jahren als Redakteurin für Schopfheim beim Markgräfler Tagblatt. Die literaturbegeisterte Journalistin hat ihr Handwerk nach dem Studium von der Pike auf gelernt und springt – wie alle Kollegen – ein, wenn es zusätzlich die Ressorts Steinen-Maulburg, Rund um Schopfheim, oberes Wiesental oder Kollektive zu betreuen gilt. Nach wie vor hat sie den unaufgeräumtesten Schreibtisch im Schopfheimer Redaktionsstübli, neu ist aber, dass sich die leidenschaftliche Teetrinkerin zur Kaffeegenießerin entwickelt hat. Einen schöneren Beruf kann er sich nicht vorstellen: Werner Müller ist mit Leib und Seele Journalist. Der gebürtige Hotzenwälder, verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern, ist seit Ende der 80er Jahre Lokalchef in unserer Schopfheimer Redaktion. Der studierte Politikwissenschaftler (M.A.) begann 1984 seine Laufbahn in unserem Verlagshaus beim damaligen „Oberba-

dischen Volksblatt“ in Lörrach. Danach wechselte er in die Lokalredaktion Schopfheim, deren Leitung er kurz darauf übernahm. Ist er einmal nicht für seine Zeitung im Einsatz, frönt (wm), als den ihn die Leser kennen, seinen anderen Leidenschaften: Er fährt für sein Leben gerne Rennrad, steckt seine Nase in Bücher und beschäftigt sich mit politischen, historischen und philosophischen Themen. Noch ein Jubilar: Nicht nur die Oberbadische, auch Harald Pflüger hat Grund zu feiern. Der stellvertretende MT-Redaktionsleiter gehört mit 40 (anekdotenreichen) Dienstjahren zu den langjährigen Mitarbeitern des Verlagshauses. Als hp am 1. Mai 1980 beim Oberbadischen Volksblatt (heute: Die Oberbadische) sein Volontariat begann, waren die mechanische Schreibmaschine, Schere und Kleber das Handwerkszeug. 1989 folgte der Wechsel von Lörrach nach Schopfheim zum MT, wo Harald Pflüger neben den Gemeinden Steinen und Maulburg auch die Orte „Rund um Schopfheim“ betreut. Darüber hinaus stand er dem Verlag als Ersthelfer und Sicherheitsbeauftragter zur Verfügung. Die Fußballschuhe hat Peter Schwendele, „pele“ (wie sein Zeitungskürzel lautet), längst an den Nagel gehängt, den journalistischen Griffel wird er allerdings noch etliche Jahre schwingen, ist er doch beim MT trotz ergrauender Haare nach wie vor der Redakteur mit dem juvenilsten Touch. Dieser Faktor kommt ihm zugute, wenn er sich wieder einmal auf den Weg ins weitläufige Obere Wiesental macht, seit vielen Jahren das ihm anvertraute Betätigungsfeld. Mathematik war zwar nie die Stärke des gebürtigen Schwaben, doch hat eine jüngst von ihm durchgeführte exakte Berechnung ergeben, dass er seit exakt einem Vierteljahrhundert in Diensten des MT steht. Das Schreiben lässt den verheirateten Vater zweier erwachsener Kinder auch in seiner Freizeit, in der er sich gerne an literarischer Prosa versucht, nicht los.


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REDAKTION WEIL Urban bis ländlich Die Vielfalt des gesellschaftlichen und politischen Lebens von Weil am Rhein bis Müllheim und hoch bis Malsburg-Marzell wird von der Weiler Redaktion abgebildet. VON MARCO FRAUNE

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on Weil am Rhein bis nach Müllheim sowie vom Rebland bis Malsburg-Marzell erstreckt sich das Zuständigkeitsgebiet der Weiler Redaktion. Viel zu tun ist angesichts dieser großen Fläche. Doch auch die Vielfalt hat es in sich. Friedlingen mit einem gewissen Hauch Großstadtflair auf der einen Seite, pure Landluft in einigen Kanderner Teilorten auf der anderen Seite: Äußerst abwechslungsreich ist die Arbeit. In den vergangenen Jahren wurde in der Weiler Redaktionsstube ein Generationenwechsel vollzogen. Das Durchschnittsalter sank rapide, bei der Geschlechtergerechtigkeit war man hier schon zuvor weit vorne. Drei Männer und drei Frauen schaffen tatkräftig mit. Nicht vergessen werden dürfen zudem die beiden Redaktionssekretärinnen Martina Linder und Gabriele Rizotti. Auch an den Integrationsaspekt ist gedacht: Zwei gebürtige Schwaben befinden sich sogar unter den Redakteuren. Gemeinsam wirken alle daran mit, das gesellschaftliche und poli-

tische Geschen in insgesamt 15 Kommunen mit rund 50 Stadt- und Ortsteilen des schönen Markgräflerlandes abzubilden. Dabei gilt es aber, nicht alles so schön zu schreiben wie die Landschaft im Dreiländereck daher kommt, sondern auch Dinge kritisch zu beleuchten, zu hinterfragen, die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten zu Wort kommen zu lassen. Die kürzesten Wege zurücklegen müssen der Redaktionsleiter Marco Fraune (mcf) und Saskia Scherer (sas), die vor allem das Weiler Stadtgeschehen abbilden. Viele verschiedene Verkehrsträger, die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen, sind ein zentraler Aspekt – samt der jahrelangen Diskussion um eine Fußgängerzone. In der Stadt Weil am Rhein wird es nicht langweilig, daher soll auch die Lektüre der verschiedenen Weiler Lokalseiten abwechslungsreich und informativ daherkommen. Berichtenswert ist auch der Bereich von Binzen über Rümmingen bis nach Kandern und Malsburg-Marzell. Zuständige Redakteurin: Alexandra Günzschel (ag).

Das Redaktionsteam der Weiler Zeitung (v. l.) Alisa Eßlinger, Ingmar Lorenz, Redaktionsleiter Marco Fraune, Claudia Bötsch, Adrian Steineck und Saskia Scherer (auf dem Bild fehlt Alexandra Günzschel) Foto: Alexander Anlicker Zahlreiche Ratssitzungen, die Diskussionen um die Kandertal-SBahn, die Kanderner Innenstadt oder auch die Entwicklung im Bergdorf sowie vor allem die Vielzahl der aktiven Vereine sorgen dafür, dass oft mehr Berichtenswertes passiert, als auf eine Seite passt, womit immer wieder eine zweite voll Lesestoff gepackt wird. Ingmar Lorenz (ilz) macht sich um die Berichterstattung im südlichen Rebland verdient, also um Eimeldingen und Efringen-Kirchen. Klar, dass der Wein einen Berichterstattungsgegenstand darstellt. Die Landwirtschaft, allgemein die Wirtschaft, die Verkehrssituation

(Stichwort: Ärger mit der Bahn) und das Vereinsleben spielen eine weitere zentrale Rolle. Claudia Bötsch (boe) nimmt das Kurwesen in Bad Bellingen, das Schloss Bürgeln oder auch den Wein- und Obstbau um Schliengen und Auggen sowie Müllheim mit seinem vitalen Leben in den Fokus: Gar nicht so einfach, das alles auf einer lokalen ReblandNord-Seite zu bündeln, wie unsere Weiler Redaktion diese als Abgrenzung zum Rebland-Süd-Bereich nennt. Kein Wunder also, dass auch hier dem Veranstaltungsgeschehen und den politischen Positionierungen Rechnung

getragen wird und eine extra Müllheim/Neuenburg am Rhein-Seite produziert wird. In allen Gebieten der Weiler Redaktion im Einsatz ist Alisa Eßlinger, die auf dem besten Weg zu einer gut ausgebildeten Redakteurin ist. Als Volontärin unterstützt sie die Weiler Stadtredaktion oder packt tatkräftig in den anderen Bereichen mit an. Eine Redaktion kommt natürlich nicht ohne freie Mitarbeiter aus. Aktuell sind hier Alexander Anlicker (anl) und Adrian Steineck (ads) ganz besonders im Einsatz, damit sich keine Lücken ergeben – weder optisch noch inhaltlich.


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TEAM VERTRIEB

Die Mitarbeiter der Vertriebsabteilung im Verlagshaus Jaumann und der Jaumann Zustell GmbH: Vordere Reihe von links: Benjamin Strauß, Saskia Hansen, Goda Herzen, Daniela Schmitt, Stephan Strauch, Holger Schwickert, Inga Brunow. Hintere Reihe von links: Diana Ehrath-Schwickert, Christiane Patzschke und Marion Weißenberger. Foto: Manfred Herbertz

Für die Leser auf Achse Wie kommt die Zeitung jeden Tag pünktlich in den Briefkasten? VON MANFRED HERBERTZ

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as wäre eine Tageszeitung ohne Vertrieb? Ist das überhaupt vorstellbar? Nein! Aber wie kommt die Zeitung Tag für Tag pünktlich jeden Morgen in den Briefkasten, so dass die Leserin und der Leser sich schon beim Frühstück über die Ereignisse des vergangenen Tages, die sich vor ihrer Haustüre oder in aller Welt ereignet haben, informieren können? Jede Nacht, ausgenommen sonntags, sind sie wie fleißige Heinzelmännchen unterwegs: Die Zustellerinnen und Zusteller, die „Die Oberbadische“ das „Markgräfler Tagblatt“ oder die „Weiler Zeitung“ zu den Lesern bringen. Und das bei Wind und Wetter, bei Eis und Schnee, meist

Info Der Vertriebsabteilung gehören an: Benjamin Strauß, Daniela Schmitt, Inga Brunow, Christiane Patzschke, Marion Weißenberger und Vertriebsleiter Stephan Strauch. In der Jaumann Zustell GmbH sind Saskia Hansen, Goda Herzen, Holger Schwickert, Diana Ehrath-Schwickert und Geschäftsführer Stephan Strauch angestellt.

in tiefer Nacht, denn nur im Hochsommer wird vielleicht am Morgen das beginnende Tageslicht den Weg etwas erhellen. Doch bis die Zeitungen am Ablageort der jeweiligen Zustelltour ankommen, liegt schon ein langer Weg hinter ihnen. Denn das Druckzentrum Südwest, in der die drei Zeitungen, die unter dem Dach des Verlagshauses Jaumann erscheinen, hergestellt werden, befindet in sich in Villingen, rund 120 Kilometer von Lörrach entfernt. In der Regel beginnen dort die Druckmaschinen gegen 21 Uhr mit dem Druck unserer Zeitungen, bei wichtigen Ereignissen kann das aber auch erst um 23.15 Uhr sein. Dann muss alles reibungslos laufen. Vier Sprinter rollen nacheinander in Villingen los, nehmen den Weg über den Feldberg, was im Winter nicht immer ganz einfach ist, um die 170 Zusteller mit Zeitungen zu beliefern. Es bedarf einer ausgefeilten Logistik, dass am Morgen die Zeitung pünktlich im Briefkasten landet. Bevor aber die Drucker in Villingen überhaupt loslegen können, müssen im Verlagshaus die entsprechenden Vorarbeiten geleistet sein. Da ist die Vertriebsabteilung unter der Leitung von Stephan

Strauch, in der sich fünf Mitarbeiter um die Wünsche und Anliegen der Abonnenten kümmern: „Die Abonnentenbindung und die Zufriedenheit unserer Leser sind oberstes Gebot“, betonte Strauch dann auch. Ob nun eine Neubestellung oder ein Wohnortwechsel aufgenommen wird, oder ein Leser

Tag ist wie der andere“, sagt Strauch. „Wir werden täglich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt, auf die wir reagieren müssen.“ Daneben gilt es, Marketing-Aktionen zu planen, um neue Leser zu gewinnen. „Zwar nimmt das Interesse am Digitalabonnement zu“, weiß Strauch,

Foto: Kristoff Meller seine Zeitung an den Urlaubsort nachgesendet haben möchte, oder wieder ein anderer während dieser Zeit den Bezug unterbrechen will: All das erledigen die freundlichen Mitarbeiter im Frontoffice. Da werden die Leserdaten eingepflegt und erfasst. Abonnentenabrechnungen müssen erstellt werden, und, und, und… Auch eventuelle Reklamationen werden dort aufgenommen und an die Zusteller weitergeleitet. „Kein

aber viele Menschen schätzen es nach wie vor, die Zeitung am frühen Morgen in der Hand zu halten.

170 Zusteller sind unterwegs

Dass das auch immer wieder gelingt, dafür stehen die 170 Zusteller im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung. Betreut werden diese von einer eigenen Firma, der „Jaumann Zustell GmbH“, deren Geschäftsführer ebenfalls Stephan

Strauch ist. Hier wird deutlich, dass es eine enge Verzahnung zwischen der Vertriebsabteilung und der Jaumann Zustell GmbH gibt. In der Zustell GmbH sorgen zwei Mitarbeiter, eine Auszubildende und derzeit eine Umschülerin für die - meist - reibungslose Zustellung der Zeitung. Doch dort, wo viele Menschen arbeiten, gibt es auch den einen oder anderen Ausfall. Dann heißt es, schnell eine Vertretung für den ausgefallenen Zusteller zu organisieren oder sich um Urlaubsvertretungen zu kümmern, was mitunter gar nicht einfach ist, denn die Zeitung muss ja täglich und pünktlich zum Leser gebracht werden. Da kann es vorkommen, dass mal ein Fahrzeug streikt, oder im Winter, wenn noch kein Schnee geräumt ist und eisglatte Straßen nicht abgestreut sind, dass ein Zusteller trotz aller Vorsicht stürzt. Geschäftsführer Strauch schmunzelt ein wenig, als er sagt, „Ich könnte ein Buch schreiben über Dinge, die in der Zustellung passieren. Dinge, die kannst du gar nicht erfinden.“ Wenn schließlich am Morgen die letzte Zeitung zugestellt ist, können sich die Mitarbeiter einen kurzen Moment zurücklehnen und Luft holen, doch dann geht es schon wieder an die Vorbereitung für die Ausgabe des nächsten Tages. Und der spannende Kreislauf beginnt von Neuem.


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TEAM RECHNUNGSWESEN Helle Köpfe, klarer Verstand

So trocken der Begriff Rechnungswesen klingen mag, so relevant und wichtig ist er in der Praxis. Auch im Verlagshaus Jaumann übernimmt das Rechnungswesen wichtige Aufgaben. VON PETER ADE

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ntern dient es dazu, die laufende Produktion im Auge zu behalten. Auch die Liquidität wird vom Controlling stetig analysiert. Strategische Unternehmensentscheidungen werden ebenfalls auf Basis des Rechnungswesens getroffen. So könnte das Management zum Beispiel auf der Grundlage der im Rechnungswesen erhobenen Daten auswerten, welche Produkte und Prozesse besonders rentabel und ob Neuinvestitionen notwendig und sinnvoll sind. Das Verlagshaus Jaumann hat sich zu einem vielfältigen Medienunternehmen entwickelt, das die Medienlandschaft im Südwesten mitgestaltet und prägt. „Wir sind unabhängig und immerzu den Menschen und der Region verbunden“, betonen übereinstimmend Geschäftsführer Martin Pförtner

und Chefredakteur Guido Neidinger. An erster Stelle steht ein vertrauensvolles Miteinander. Nur wer einander vertraut, kann vernünftig zusammenarbeiten. „Auch sehr wichtig ist die akkurate und fristgerechte Ausführung aller anfallenden Arbeiten. Weiterhin ist uns an einer guten Kommunikation gelegen, denn nur so kann ein für alle Seiten vernünftiges Ergebnis entstehen. Uns ist es ein Anliegen, jeden Kunden individuell zu betreuen“, sagen Franziska Meier, Cinderella Körfer und Nicole Erdmann als Mitarbeiterinnen im Team Rechnungswesen. Das Herz des Verlagshauses schlägt am Alten Markt. Dort laufen alle Informationen zusammen, werden bewertet, gefiltert, verdichtet und kommentiert. „Als Medienhaus mit 68 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 160 Kräften in der verlagseigenen Jaumann-Zu-

stellgemeinschaft verteilen wir regionale und lokale Informationen crossmedial“, unterstreicht Geschäftsführer Pförtner. Bei allen Aktivitäten sind komplexe gesetzliche Vorgaben einzuhalten, nicht selten in unterschiedlichen Rechtsordnungen. Dies gilt insbesondere für die Finanz- und Lohnabrechnung in wachsenden Unternehmen. „Daher stellen wir die Eignung unserer Systeme und Prozesse regelmäßig auf den Prüfstand, damit diese auch in Zukunft die Betriebsabläufe optimal unterstützen“, sagt Pförtner. Sämtliche Geschäftsvorfälle im Bereich Finanzbuchhaltung werden erfasst und dokumentiert. Ziel ist nicht zuletzt ein transparenter Monats- und Jahresabschluss. Die erfassten Daten sind wichtig für Geschäftsleitung, Eigentümer und natürlich das Finanzamt, denn die Jahresabschlüsse bilden die Grundlage für die korrekte Besteuerung des Unternehmens. Anzeigen und Beilagen zu disponieren, ist eine der Aufgaben von Franziska Meier. Obendrein kümmert sie sich um die Home-

Martin Pförtner mit Franziska Meier (v. l.), Nicole Erdmann und Cinderella Körfer Foto: Kristoff Meller page des Verlagshauses. Sie plant Messestände und organisiert die monatlichen Standesamtsnachrichten, die regelmäßig in der Zeitung veröffentlicht werden. Eine wichtige Verlagsaufgabe obliegt auch Cinderella Körfer. Sie ist unter anderem zuständig für die tägliche Erstellung der sogenannten Zeitungsspiegel, die notwendig sind, damit Redaktion und Anzeigenabteilung die vorliegenden aktuellen Nachrichtenangebote und Inserate optimal platzieren können. Nicole Erdmann ist für die Mar-

keting-Aktivitäten zuständig. Sie kümmert sich um Kreditorenrechnungen, das Mahnwesen und – in Zusammenarbeit mit dem Sekretariat der Redaktion – um die Honorare der freien Mitarbeiter. Die Arbeit im Rechnungswesen ist keineswegs dröge. „Nichts ist so beständig wie der Wandel“, sagen die Mitarbeiterinnen und verweisen auf die ständige Modernisierung der Arbeitsabläufe. Das ändere allerdings nichts daran, dass in der Finanzbuchhaltung helle Köpfe, klarer Verstand und untadelige Charaktere gefragt seien.


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LANGJÄHRIGE LESER Mit der Lokalzeitung durch Höhen und Tiefen Horst Krämer ist Abonnent der Oberbadischen, seit er 1974 nach Lörrach kam. Ein Gespräch über die Wichtigkeit der Lokalberichterstattung, Zeitungslektüre zu zweit und die Schuhmarke Salamander. VON BEATRICE EHRLICH

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orst Krämer ist Zeitungsleser aus Leidenschaft. Ein Zugezogener, der sich für die Geschicke seiner Wahlheimat Lörrach bis ins Detail interessiert. 1974 übernahm Krämer das Schuhhaus Unmut-Krämer, heute Werdich, in der Basler Straße, über dem er zusammen mit seiner Frau Brigitte und der Hündin Kiss nach wie vor wohnt. Die tägliche Zeitungslektüre gehört seitdem zu seinem Leben dazu. Zwei bis drei Stunden widmen er und seine Frau Brigitte Tag für Tag dem ausführlichen Lesen der beiden Lörracher Zeitungen, oft nach dem Einkaufen, bei einer Tasse Kaffee. Er steigt über den Sportteil ein, sie beginnt immer von hinten. Ihr besonderes Interesse gilt dem Lokalen. Das beginnt buchstäblich vor der Haustür mit der Entwicklung der Basler Straße zur Fußgängerzone und reicht bis hin zu den Nachrichten aus den umliegenden Städten und Dörfern sowie aus der benachbarten Schweiz – „für uns in Lörrach selbstverständlich“, wie Horst Krämer betont. Spannend sei aber auch die Politik im Allgemeinen, „was die gewählten Vertreter tun“. Am Ende ihrer Lektüre tauscht sich das Paar über das Gelesene aus und macht sich gegenseitig auf besondere Entdeckungen aufmerksam. Horst Krämer, ist ein akribischer Leser. Aufmerksam nimmt er die feinen Unterschiede in der Berichterstattung und der Kommentierung des täglichen Stadtgeschehens wahr, erkennt jeden, der ihm persönlich bekannten Redakteure an seiner „Handschrift“. Dass die Ereignisse dabei aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden, empfindet er als besonders interes-

sant. Für gute Laune sorgt bei ihm allmorgendlich der „Guten Morgen“ auf der ersten Lörracher Seite der Oberbadischen. Meistens zum Schmunzeln und außerdem nachdenkenswert seien die täglich erscheinenden, persönlichen Ansprachen der Stadtredakteure, lobt er. Mit Wohlwollen betrachtet er auch die optische Modernisierung der Zeitung. Der kontinuierliche Wandel im Erscheinungsbild von Texten und Bildern war für ihn stets stimmig und der jeweiligen Zeit angemessen. Nur eines können sich die beiden Krämers nicht vorstellen: Ihre Oberbadische auf dem Tablet zu lesen. „Die Zeitung muss rascheln“, sind sie sich einig. Die Corona-Krise treibt Horst Krämer um. Auch wenn er sein Schuhgeschäft schon lange nicht mehr führt und den Vorsitz der Einzelhandelsvereinigung „Pro Lörrach“ in jüngere Hände weitergegeben hat, ist der 82-Jährige nach wie vor Kaufmann durch und durch. Er sorgt sich um die Zukunft von Handel und Gastronomie. Die Angst vor Ansteckung und das Maskentragen würden dazu führen, dass immer mehr Menschen im Internet bestellen. Dadurch werde die Innenstadt Schaden nehmen, ist er sich sicher. Er hofft auf ein Umdenken bei den Verbrauchern, bevor es zu spät ist. Als ehemaliger Inhaber eines Schuhgeschäfts weiß er von den Sorgen und Nöten der Händler. Seine kaufmännische Lehre machte der Stuttgarter bei der Schuhfabrik Salamander in Kornwestheim. „Lang erschallt´s es im Walde noch: Salamander lebe hoch!“, fällt beiden Krämers spontan eine Zeile aus den beliebten Lurchi-Heftchen ein. Im Außendienst für Salamander war Krämer als junger Mann nach Lörrach gekom-

Horst Krämer bei der täglichen Zeitungslektüre am Frühstückstisch men und hatte dort auch das Schuhgeschäft beliefert, das er bald darauf übernahm. Krämers Interesse gilt auch dem Sport, aktiv wie passiv. Nachdem er selbst den klassischen Weg vom

großen (Fußball), über den kleinen (Tennis) bis hin zum ganz kleinen Ball (Golf) durchlaufen habe, verfolge er in der Zeitung an erster Stelle die Geschicke des VfB Stuttgart, sympathisiere mittlerwei-

Foto: Beatrice Ehrlich le aber auch mit dem SC Freiburg, gesteht der rege Wahl-Lörracher, der es sich vor kurzem nicht nehmen ließ, das Länderspiel der U 20 im Grüttpark-Stadion als Zaungast zu verfolgen.


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ZUSTELLERPORTRAIT

Wilfried Wachs ist seit vielen Jahren zuverlässig bei Wind und Wetter unterwegs, um unseren Lesern allmorgendlich die Tageszeitung in den Briefkasten zu stecken. Foto: Manfred Herbertz

10000 Schritte sind locker drin

Wilfried Wachs arbeitet nachts als Zeitungszusteller. VON MANFRED HERBERTZ

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ndere gehen ins Fitness-Studio und zahlen viel Geld dafür, sich bewegen zu können, ich bin an der frischen Luft, habe dort meine Bewegung und bekomme dazu noch Geld“, lacht Wilfried Wachs. Der 64-Jährige ist einer von rund 170 Zeitungszustellern im Verbreitungsgebiet der unter dem Dach des Verlagshauses Jaumann erscheinenden drei Tageszeitungen. Sechs Tage die Woche ist er frühmorgens unterwegs, um in seinen Zustellbezirken unseren Lesern pünktlich ihre Morgenlektüre in den Briefkasten zu stecken. Fast niemand bemerkt die Arbeit der Zusteller, es ist selbstverständlich, dass die Tageszeitung im Briefkasten steckt. Nur wenn einmal – was sehr selten vorkommt – die gewohnte Lektüre nicht zur üblichen Zeit geliefert ist, registriert der Leser, dass es vielleicht gar nicht so selbstverständlich ist, was die Zeitungszusteller Tag für Tag leisten. Während man selbst noch tief in Morpheus’ Armen schlummert, schwärmen sie schon aus. Sowohl im Sommer als auch im Winter sind die Austräge meist in tiefer Nacht unterwegs. Höchstens in den Sommermonaten komme es vor, dass

das erste Licht des Tages den Weg etwas erhellt, erzählt Wilfried Wachs. Dennoch macht er den Job gerne: „Ich komme mit wenig Schlaf aus. In den vielen Jahren habe ich mich dran gewöhnt, mitten in der Nacht aufzustehen.“ In der Regel macht sich Wilfried Wachs jeden Morgen um 0.30 Uhr auf den Weg zu seiner Ablagestelle, zu der der Fahrer die Zeitungspakete liefert. Gegen 4.30 Uhr kommt er wieder nach Hause und legt sich nochmal zwei bis drei Stunden zum Schlafen hin. „Das reicht mir vollkommen.“ Natürlich kann es vorkommen, dass sich die Sprinter, die normalerweise eineinhalb bis eindreiviertel Stunden von der Druckerei bis nach Lörrach brauchen, mal verspäten. „Dann muss ich ein bisschen schneller laufen“, schmunzelt Wachs. Sein Stammgebiet umfasst 120 Abonnenten, die er regelmäßig wie ein Uhrwerk beliefert. Er hilft aber auch immer wieder in anderen Bezirken aus, wenn einmal ein Träger ausfällt oder in Urlaub ist. „Ich bin halt gerne draußen“, und wie gesagt, die Bewegung hält ihn fit. Es sind um die 10 000 Schritte, ungefähr fünfeinhalb bis sechs Kilometer, die er jeden Morgen absolviert. Da kommt im Laufe der Jahre

schon eine enorm weite Strecke zusammen. Zusammengerechnet hat er es noch nicht, auch nicht, dass er so manches Paar Schuhe schon durchgelaufen hat. Alle sechs Monate braucht er neues Schuhwerk.

Seit 36 Jahren unterwegs

„Ich möchte diese Tätigkeit gar nicht mehr missen“, sagt er voller Überzeugung. Immerhin, er ist schon 36 Jahre für das Verlagshaus im Nachtdienst unterwegs. 1984 begann er zunächst als Zeitungsfahrer. Nach einer Umstrukturierung im Vertrieb wechselte er in die Zustellung. „Wenn man zeitig losgeht“, so sein Credo, sei die Zustellung kein Stress. „Ich fühle mich einfach wohler und besser, wenn ich laufen kann“, gibt er uns mit auf den Weg. Und so wird man ihn wohl noch lange mit der Zeitungstasche durch die Nächte gehen sehen, sofern man denn zu den Frühaufstehern oder zu den Nachtschwärmern zählt. In all den Jahren sei ihm, sagte er und klopft auf Holz, noch nie etwas passiert, „wenn es Eis und Schnee hat, musst du halt noch ein bisschen besser aufpassen“. Aber einen Wunsch hat der versierte Zusteller noch: „,Dass die Abonnenten sichtbare Hausnummern an den Häusern und lesbare Namensschilder an den Briefkästen anbringen: „Das würde manchmal die Suche vereinfachen.“


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FREIE MITARBEITER Ein Job mit Herzblut Unsere Mitarbeiterin Beatrice Ehrlich berichtet aus ihrem Alltag als „Freie“.

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ie Begegnung mit einem Weltklassekünstler in Riehen oder das Interview mit dem berühmten Schauspieler aus Berlin in einem Basler Hotel, eine Fahrt durch den verschneiten Schwarzwald, um einen Schriftsteller lesen zu hören, oder berührende Begegnungen mit Menschen, die sich aufopferungsvoll für andere einsetzen – all das sind Momente, die in Erinnerung bleiben und die besondere Anziehungskraft unseres Berufs ausmachen: den des freischaffenden Lokalreporters. Wir arbeiten draußen und drinnen, am Frühstückstisch, während der Fahrt in der S-Bahn, in Schnellrestaurants und manchmal auch im Café mit Sonnenschein. Die andere Seite ist weniger spektakulär, das sogenannte Schwarzbrot des Journalisten: Vereinsgründungen, Hauptversammlungen, Gemeinderatssitzungen. Sitzfleisch und Konzentration sind gefordert, um aus umfangreichen Tagesordnungen die zentralen Informationen herauszuhören und sie als einzige Unbeteiligte der Allgemeinheit zu-

Schnell und umweltfreundlich unterwegs: Beatrice Ehrlich mit Fototasche auf dem Velo.

gänglich zu machen. Kein Job für Empfindliche: Im direkten Kontakt mit dem Leser sind die „Freien“ erste Ansprechpartner für Kritik, oft aber auch für Anregungen und Wünsche engagierter und treuer Leser. Und nicht zuletzt: Schnell, schnell muss es gehen. Der Bericht vom Kreisparteitag oder die Konzertkritik sollen möglichst heute noch der Redaktion vorliegen, um morgen schon im Blatt zu erscheinen. Wir arbeiten zu ungewöhnlichen Zeiten und manchmal auch an ungewöhnlichen Orten, oft auf Abruf – auch dann, wenn ein Termin in letzter Minute besetzt werden muss oder ein Kollege ausfällt. Wenn in der Zeitungsredaktion die Lichter längst gelöscht sind, sind wir unterwegs, um für die Leser festzuhalten, was da draußen passiert: in der Kneipe, im Konzertsaal, auf dem Fußballplatz, mit dem Förster im Wald, bei Wind und Wetter, einmal auch im Kuhstall. Was viele erst durch Corona kennengelernt haben, ist für uns die alltägliche Realität: das Homeoffice, der stete Draht zum Auftraggeber, ob telefonisch oder digital, Erreichbarkeit und Einsatzbereitschaft. Fundiertes journalistisches Handwerk sehen wir als unsere Aufgabe. Lorbeeren gibt es dafür seltener. Das Honorar für die Freien, hier und da auch liebevoll Autoren genannt, ist in Anbetracht des Zeitaufwands bescheiden. Dabei liefern wir in Zeiten des medialen Umbruchs, in Zeiten von Newsdesks und des schnellen Informationsabrufs auf dem Smartphone ein unverzichtbares und sonst nirgends erhältliches Gut: zuverlässige Informationen sowie sorgfältig recherchierte Hintergründe von dem, was nebenan passiert – in der Stadt, auf dem Land, in Schulen und Rathäusern, in Museen und Konzertsälen. Jenseits der großen Nachrichtenportale berichten wir, wie sich gewählte Volksvertreter in Gremien durchsetzen und wie sich die Entscheidungen der großen Politik auf die eigene unmittelbare Umwelt auswirken. Dem Raunen der Halbinformierten, dem ständigen Kreisen in virtuellen Echokammern, begegnen wir mit klarer Berichterstattung über das, was ist. Kurzum, ein Traumjob: immer unterwegs, überraschende Begegnungen, Einblicke in unbekannte Lebenswelten, selten Eintönigkeit. Ein Job, der Flexibilität erfordert – und viel Herzblut.


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Fotos: Kristoff Meller

DAS GIBT’S NUR IN LÖRRACH

Burg Rötteln, Stimmen und Dällerschlägg VON GABRIELE HAUGER, BERNHARD KONRAD, KRISTOFF MELLER UND GUIDO NEIDINGER

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ie Lerchenstadt hat für alle Sinne einiges zu bieten – eine kleine Auswahl der einzigartigen Glanzlichter.

Burg Rötteln

Sie ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Lerchenstadt und eine der imposantesten Burgruinen in Südbaden: Die 1259 erstmals urkundlich erwähnte und 1678 teilweise zerstörte Burg Rötteln erstreckt sich auf einer Länge von 300 Metern auf einem Bergsporn hoch über Lörrach. Das beliebte Ausflugsziel bietet nicht nur eine

eindrucksvolle Panoramasicht vom Bergfried, sondern zudem ein Museum, einen Biergarten und einen Grillplatz oberhalb der Festungsanlage. Zudem kann auf Rötteln auch standesamtlich geheiratet werden, und im Sommer finden die Burgfestspiele sowie Jazz auf der Burg

statt. Der Röttelnbund bewahrt die Burgruine mit seinen regelmäßigen Arbeitseinsätzen vor dem Verfall.

Blick vom Tüllinger Berg

430 Meter über Meereshöhe gelegen, bietet der Lindenplatz in Obertüllingen eine einzigartige Panoramasicht auf das Dreiländereck. Auf der einen Seite der Blick auf Basel, Weil am Rhein, das Elsass und das Schweizer Jura, auf der anderen auf Lörrach, das Wiesental und den Südschwarzwald. Besucher nutzen den Platz für Picknicks inklusive bester Sicht auf den Sonnenuntergang, Frühaufsteher können dort eindrucksvolle Sonnenaufgänge erleben, und im Herbst lassen Groß und Klein auf den Wiesen ihre Drachen steigen. Mit seinem bedeutenden Landschaftsschutzgebiet ist der Tüllinger Berg ganzjährig beliebt bei allen Naturliebhabern, die durch Wald, Streuobstwiesen und Reben spazieren oder einfach den Blick über die Landschaft schweifen lassen.

Stimmen-Festival

Bis 1994 schien es undenkbar, dass in einer Stadt von der Größe Lörrachs Stars wie Joan Baez oder Patricia Kaas auf dem Marktplatz auftreten. Dann wurde das Stimmen-Festival ins Leben gerufen. Unter seinem langjährigen künstlerischen Leiter Helmut Bürgel

brachte es Musikgrößen ebenso wie Newcomer oder unentdeckte Perlen ins Herz Lörrachs und an umliegende Orte im Dreiländereck. Seit 2013 wird das Festival

von Markus Muffler geleitet. In all den Jahren entwickelte es sich zu einem der größten und erfolgreichsten Musik-Festivals in Süddeutschland und der Schweiz. An verschiedensten Spielorten werden jeden Sommer zeit- und stilübergreifend Vertreter der Gesangsund Chormusik präsentiert. Höhepunkte sind Auftritte nationaler und internationaler Musiker aus Genres wie Blues, Folk, Jazz, Klassik, Pop und Rock. Bei Stimmen traten unter anderem Bob Dylan, Bob Geldof, Bryan Ferry, Elton John, Lenny Kravitz, Leonard Cohen, Lionel Richie, Marianne Faithfull, Neil Young, Patti Smith, Paul Simon oder Pink auf. Im Sommer 2020 musste das Festival erstmals ausfallen: wegen Corona.

Dällerschlägg

Wenn sich am Schmutzige

Dunnschdig die Hemdglunggis auf dem Alten Marktplatz versammeln, beginnt die „Hoch-Zeit“ der Fasnacht. Der Prolog der Symbolcliquen Güggel, Lerche, Frösch und Schnägge bildet ebenso wie die von Guggemusiken begleiteten Fackelumzüge die Ouvertüre zum Höhepunkt des Abends: dem Dällerschlägg. Auf Kommando stürzen sich Cliquen-Mitglieder in Sahneornamente auf einem riesigen roten Teller. Irgendwo in der süßen Masse befindet sich eine Symbolfigur der Lörracher Fasnacht: eine kleine Schnägg. Wer sie findet, trägt für ein Jahr den Titel „Dällerschlägger“.

Brauerei Lasser

1850 erwirbt der Bierbrauer F.W. Enderlin Grasland in der Ufhabi

und errichtet dort eine Brauerei. Damit wurde der Grundstein für ein Unternehmen gelegt, das noch heute in Lörrach beheimatet ist: die Privatbrauerei Lasser. Schon 14 Jahre später, so informiert die Firmenchronik, wird sie vom Na-

mensgeber Adam Georg Lasser samt Gastwirtschaft und weiteren Grundstücken erworben. Seither gehört Lasser-Bier zu Stadt und Region. Heute wird das Traditionshaus von Andreas Walter geleitet.

Rathaus Lörrach

Lörrach ist Spitze in Baden-Württemberg – zumindest, was das Rathaus betrifft. Im Ländle gibt es kein kommunales Verwaltungszentrum das höher ist als die 72 Meter, die sich das Rathaus der Lerchenstadt in den Himmel reckt. Die Mitarbeiter arbeiten auf 17 Etagen. Das von 1972 bis 1976 errichtete Hochhaus mit seiner markanten dunkelgrünen Fassade wurde vom Architekten Thomas Heiß entworfen. Am 12. und 13. Juni 1976 wurde die Vollendung des Rathauses mit einem großen Volksfest auf dem Rathausplatz begangen. Der „Lange Egon“, wie das Rathaus sehr schnell in Anlehnung an den damaligen Oberbürgermeister Egon Hugenschmidt liebevoll von den Lörrachern genannt wird, kam den Stadtsäckel teurer als geplant. Mit Gesamtkosten in Höhe von 23,7 Millionen Mark verteuerte sich das Projekt um rund eine halbe Million Mark. Inzwischen ist das Gebäude stark sanierungsbedürftig. Die umfassende Sanierung dürfte deutlich mehr kosten als der damalige Neubau. Im Gespräch sind mehr als 50 Millionen Euro.


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HANDWERK Eine Plattform für das Handwerk Das Verlagshaus Jaumann ist ein steter Begleiter der Handwerksberufe. VON MARTIN RANZ UND DANIEL P. HERKOMMER

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erzlichen Glückwunsch zum 135-jährigen Bestehen der Oberbadischen. Die Kreishandwerkerschaft ist eine Arbeitgebervereinigung des Handwerks, welche die Interessen von über 450 Mitgliedsbetrieben im Landkreis Lörrach vertritt. Die

Die Autoren (v. l.): Martin Ranz ist Kreishandwerksmeister, Daniel P. Herkommer ist Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Lörrach

zwölf angeschlossenen Innungen (Bäcker, Elektriker, Fleischer, Friseure, Gipser, KFZ, Maler, Metaller, Ofenbauer, Sanitär-Heizung-Klima, Schreiner und Zimmerer) sind mit der Durchführung der Gesellenprüfungen als hoheitliche Aufgabe beauftragt. Die Oberbadische bietet eine Plattform für relevante Geschehnisse im Handwerk, und sie informiert über die Ausbildungen und Berufe des Handwerks. Hierzu gibt es regelmäßig Berichte und Sonderbeilagen. Das Handwerk hingegen unterstützt die Zeitungen mit Anzeigen und leistet dadurch einen wichtigen Bestandteil zur Aufrechterhaltung der gedruckten Zeitung. Durch diesen Schulterschluss von lokaler Presse und Handwerk ist das zu lesen, was die Menschen in ihrer Region interessiert. Das unterscheidet die lokale Presse von einer überregionalen Presse wie zum Beispiel der FAZ

oder der Süddeutschen Zeitung. Darin können Sie nicht lesen, was

gerade im Landkreis Lörrach geschieht.

Auf weiterhin gute Zusammenarbeit.


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

TEAM ANZEIGEN Kunden zielgerichtet ansprechen Die Anzeigenabteilung bearbeitet und betreut Aufträge bis zur Drucklegung. VON MANFRED HERBERTZ

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b Hochzeit, freudiges Ereignis oder Trauerfall, ob Stellenangebot oder Sonderverkauf, ob Firmenjubiläum oder das neueste Automodell, ob Neueröffnung oder Vereinsfest: Es gibt viele Anlässe, die man gerne einer größeren Öffentlichkeit mitteilen möchte. Um solche Informationen bekannt zu machen, sind Tageszeitungen, wie die unter dem Dach des Verlagshauses Jaumann erscheinenden drei Titel „Die Oberbadische“, „Markgräfler Tagblatt“ und „Weiler Zeitung“, ideale Plattformen. Denn Tageszeitungen stehen wie kaum ein anderes Medium für eine große Vielfalt an Informationen. Neben den Informationen und Nachrichten, die die Redaktionen Tag für Tag für ihre Leser aufbereiten und präsentie-

Info Die Anzeigenabteilung im Verlagshaus Jaumann wird von Achim Abele geleitet. Im Außendienst sind unterwegs: Ricarda Ladmann, Martina Kessler, Elke Tirelli, Darius Wesolowski, Karl-Heinz Sütterle und Kai-Uwe Birk. Hinzu kommen Thomas Gutmann, zuständig für Sonderthemen sowie Franziska Meier im Backoffice und Anna Schiek im Frontoffice.

ren, finden sich in den Zeitungen deshalb auch umfangreiche Anzeigenteile. Hier können die Werbetreibenden ihre Produkte, Dienstleistungen und Angebote einstellen und damit zielgerichtet ihre Kundschaft ansprechen. Tageszeitungen sind zudem die idealen Print- und online-Werbemedien, um die Kunden vor Ort und auch überregional ganz gezielt zu erreichen. Ebenso sichert Printwerbung eine hohe Glaubwürdigkeit, denn nach wie vor sind Zeitungen mit einer hohen Akzeptanz verbunden. Die Einnahmen aus den Anzeigenverkäufen tragen zudem zur Finanzierung einer Tageszeitung bei. Wie aber kommt eine Anzeige in die Zeitung? Hier kommt die Anzeigenabteilung eines Verlags ins Spiel. Im Verlagshaus Jaumann sind hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich unterwegs, um Anzeigenkunden bestmöglich zu beraten. Im Haus selbst werden die Anzeigenaufträge bis zur Drucklegung betreut und bearbeitet. Achim Abele leitet die Anzeigenabteilung im Verlagshaus Jaumann, ihm untersteht ein Team von sechs Außendienstmitarbeitern sowie drei Mitarbeitern im Innendienst, die zum einen für Sonderthemen und zum anderen für das Backoffice zuständig sind. „Unsere Außendienstmitarbeiter

Die Anzeigenabteilung (vorne v. l.): Martina Kessler, Ricarda Ladmann und Elke Tirelli, (hinten v. l.): Anzeigenleiter Achim Abele, Karl-Heinz Sütterle, Darius Wesolowski, Kai-Uwe Birk und Thomas Gutmann Foto: Manfred Herbertz sind jedoch keine reinen Verkäufer, sondern in erster Linie Berater unserer Anzeigenkunden“, betont Anzeigenleiter Abele. Sie sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Werbetreibenden und Lesern. Nicht jedes Unternehmen kann, wie beispielsweise Großkonzerne, auf eine eigene Werbeabteilung zurückgreifen. Hier sind die Mediaberater gefragt. Sie können ihre Kunden bei deren Werbeaktivitäten beraten und gestalten dann auch nach den Wünschen der Auftraggeber Inserate. Das nicht nur für die gedruckte Zeitung. Denn das Verlagshaus Jaumann hat den Wandel zum Medienunternehmen, das auch neue Kommunikations-

und Publikationsmöglichkeiten offensiv angeht, vollzogen. Hierzu gehören zum Beispiel eine Online-Zeitung und andere digitale Werbemittel. Den Außendienstmitarbeitern ist ein bestimmtes Gebiet zugewiesen, so dass auch eine Kontinuität in der Beratung gewährleistet ist. Denn: Eine gewachsene Vertrauensbasis ist wichtig für die Beziehung zum Kunden. Außerdem können Werbetreibende ihre Zielgruppe durch die Auswahl einer geeigneten Rubrik genau erreichen, auch hierbei sind die Mediaberater kompetente Ansprechpartner. Zudem unterscheidet man bei Zeitungen noch zwi-

schen Textteil- und Anzeigenteil-Anzeigen. Zum „normalen“ Anzeigengeschäft kommen auch zahlreiche Sonderveröffentlichungen. Hier werden zum Beispiel interessante Themen aufgegriffen und redaktionell aufgearbeitet. Mit einer entsprechend gestalteten Anzeige können dann Unternehmen im Rahmen dieser Sonderveröffentlichung auf sich aufmerksam machen. Warum aber Werbung in einer Tageszeitung schalten? Darauf wusste schon Autopionier Henry Ford eine Antwort: „Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso die Uhr anhalten, um Zeit zu sparen“.


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

HANDEL Auf den Punkt formuliert Wie die Lörracher Wirtschaftsförderin die Lokalzeitung sieht. VON MARION ZIEGLER-JUNG

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ch liebe treffende Formulierungen und habe daher großen Respekt vor der journalistischen Arbeit. Es ist nicht einfach, aktuelle Ereignisse in Worte zu fassen, für Schockierendes, Nie-Dagewesenes überhaupt Worte zu finden, Strittiges von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Es gilt, Stimmungen zu erspüren, relevante Themen zu erkennen und aufzugreifen, spröde Kurzmeldungen in lokale, historische, politische oder wirtschaftliche Zusammenhänge einzuordnen, Fachbegriffe und Hintergründe zu erklären, ja, auch

Unsere AUtorin

zu kommentieren. Ich muss nicht immer der gleichen Meinung sein. Ich mag es, wenn ich durch eine andere Sichtweise auch mal aufgerüttelt und herausgefordert werde, mir meiner eigenen Position bewusst zu werden. Ich bewundere, wie es Journalisten gelingt, die Quintessenz einer Veranstaltung, an der ich auch teilgenommen habe, in wenigen Zeilen zusammenzufassen und auf den Punkt zu bringen. Nach einer Gemeinderatssitzung bin ich gespannt auf die Berichterstattung, anhand derer ich wunderbar meine Innensicht mit der Außenwahrnehmung vergleichen kann: Worauf legt der Journalist den Schwerpunkt, was nimmt er aus einer völlig anderen Perspektive wahr? Daraus lässt sich viel ableiten und lernen. Nicht nur die Polizei empfinde ich daher als „Freund und Helfer“, auch die Presse übernimmt in meinen Augen in Lörrach diese Funktion.

Was würde ich mir wünschen?

Marion Ziegler-Jung ist Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Lörrach

Ich würde gerne noch mehr über Lörracher Unternehmen in meiner Zeitung entdecken. Warum? Die Lörracher Unternehmen bieten rund 22 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, hier arbeiten Menschen, die gerne ihr Unternehmen wertgeschätzt sehen. Außerdem stelle ich immer wieder fest, dass nur wenige einen Überblick über die Beschäftigungsmög-

Im Innocel-Gebäude befindet sich auch der Sitz der Lörracher Wirtschaftsförderung. lichkeiten, die Branchenvielfalt, die Innovationskraft in Lörrach haben. Wollen Sie selbst mal den Test machen? Die zehn größten Arbeitgeber in Lörrach aufzählen? zehn Unternehmen in Ihrem Ortsteil benennen? Drei Sätze zu den Produkten formulieren, die die Firmen in Ihrer Straße herstellen? Gar nicht so einfach! Mich begeistern Portraits von Menschen mit Ideen, Menschen, die etwas gewagt haben, die einfach etwas Neues ausprobiert und angeboten haben, Tüftler oder Glückspilze. Darüber würde ich gerne noch mehr lesen, mich inspirieren und ermutigen lassen. Auch

das kann eine Funktion einer Lokalzeitung sein, gerade jetzt, wenn so viele Meldungen die Tendenz haben, uns zu verunsichern. Die Oberbadische nimmt diesen Auftrag als Chronistin der Stadt Lörrach seit unglaublichen 135 Jahren ernst. So ist ein wichtiges Zeitdokument entstanden, das ich wärmstens zur Lektüre empfehlen kann. Ich wage sogar die Behauptung: Nichts ist so spannend wie die Zeitung von gestern! In diesen 135 Jahren gab es in Lörrach Sternstunden, aber auch unbeschreiblich leidvolle, erschütternde Situationen – nachzulesen unter anderem in unserem Stadtarchiv,

Foto: Kristoff Meller

in dem alle Jahrgänge ab 1896 gebunden beziehungsweise digitalisiert vorliegen. Als Leserin und Leser dürfen wir es aber natürlich nicht dabei belassen, Anforderungen an die Presse zu formulieren, auch wir haben eine Verantwortung. Das ist wie im Einzelhandel. Wir können nicht Konsumverzicht predigen und dann jammern, wenn unsere Einkaufsstadt an Frequenz und Attraktivität verlieren sollte. Wenn ich mir auch in Zukunft eine lebendige Berichterstattung wünsche, dann kann ich auch als Leserin meinen Beitrag dazu leisten.

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SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

FREIE MITARBEITER

Rolf Reißmann

Peter Ade

Petra Wunderle

Regine Ounas-Kräusel

Heinz Vollmar

Gottfried Driesch

Markus Greiß

Willi Vogl

Fotos: zVg/Kristoff Meller

Gerd Lustig

Manfred Herbertz

Immer nah dran am Geschehen

Ob Podiumsdiskussion, Dorffest oder die Sitzung des Ortschaftsrates: Unsere freien Mitarbeiter sind stets nah dran am Geschehen und enorm wichtig für die Lokalredaktion. Unsere „Freien“, von denen einige ehemalige Redakteure sind, berichten über ein breites Themenspektrum und stehen für Vielfalt in der Berichterstattung. Auf dieser Seite stellen wir einige von ihnen vor. Rolf Rombach

Dorothee Philipp

Grant Hubbs

Fabian Schreiner

Peter Ade, Jahrgang 1952, hat bei der Schülerzeitung „Rhywirbeli“ am Gymnasium Rheinfelden erste journalistische Erfahrung gesammelt. Es folgten ein Volontariat sowie Lehr- und Wanderjahre als Redakteur und vor etwa 15 Jahren das Engagement fürs Verlagshaus Jaumann. „Als mittlerweile Wahl-Hauinger berichte ich gerne über das lebhafte Geschehen in Dorf und Region. Dabei sind mir das Land und die fleißigen Menschen der Markgrafschaft ans Herz gewachsen. Das Brauchtum der Heimat begeistert mich.“ Gottfried Driesch, Jahrgang 1949, hatte nach dem Musik-Studium als Solist (Bass) feste Engagements an diversen Opernhäusern. Seit 2002 ist er für das „OV“ tätig. Zunächst im Kulturbereich, dehnte sich das Tätigkeitsfeld rasch auf andere Gebiete aus. Seit 2005 ist er regelmäßiger Berichterstatter von den Strafprozessen am Amtsgericht Lörrach. „Meine Motivation schöpfe ich aus einer regen Neugier, unterfüttert mit einem recht breiten Basiswissen. Dadurch gewinne ich bei jedem Termin neue Erfahrungen.“ Markus Greiß, Jahrgang 1969, arbeitet seit 2009 als freier Mitarbeiter für die Oberbadische. „Ich schätze es, über das kulturelle und politische Leben in der Stadt auf dem Laufenden zu sein und viele Menschen zu treffen. Das redaktionelle Schreiben, das ich in zwei Weiterbildungen gelernt habe, hilft mir auch bei meiner Tätigkeit als selbstständiger Übersetzer. Und nicht zuletzt freue ich mich über den Abdruck meiner Artikel in der Zeitung.“ Manfred Herbertz, über viele Jahre hat er als Redakteur für das „OV“ gearbeitet, und auch nach den Abschied aus dem aktiven Arbeitsleben hatte er nicht das Bedürfnis, sich ganz aufs Altenteil zurückzuziehen: „Das Schreiben und der Kontakt zu vielen unterschiedlichen Menschen hält mich jung und macht noch immer eine Menge Spaß, vor allem da der Alltagszwang nicht mehr vorhanden ist. Und so arbeite ich als freier Journalist nach wie vor gerne für die Oberbadische. Ich bin zudem weiterhin im Deutschen Journalistenverband aktiv. Also: Der Bleistift ist noch immer gespitzt und die Kamera einsatzbereit.“

Grant Hubbs (61) ist seit rund sechs Jahren für die Oberbadische mit der Kamera unterwegs. „Die Sport-Fotografie ist meine große Leidenschaft, und ich freue mich sehr, dass mir die Sportredaktion der Oberbadischen die Möglichkeit gibt, die tollen Momente des großen und kleinen Sports in der Region und der benachbarten Schweiz festzuhalten. Ich sehe mich als wichtigen Bestandteil eines sehr gut funktionierenden Sportteams.“ Gerd Lustig, Jahrgang 1956, ist ausgebildeter Redakteur und lebt seit 1990 in Rheinfelden als freier Journalist. Seit knapp elf Jahren schreibt er für das Verlagshaus. „Spannend ist für mich, dass ich neben dem Bereich des Lokalen auch in den Sparten Sport und Kultur berichten kann und das nicht nur in der Oberbadischen, sondern auch im MT und in der WZ.“ Regine Ounas-Kräusel ist seit 2017 für die Oberbadische tätig. „Ich schreibe gerne. Eine gute Lokalzeitung trägt dazu bei, dass die Menschen wissen, was in ihrer Stadt passiert, dass sie gerne hier leben und sich vielleicht auch engagieren.“ Dorothee Philipp, Jahrgang 1955, war ab 1989 freie Mitarbeiterin beim OV, bevor sie 1991 Redakteurin wurde. Bis 2010 war sie für die Seite Müllheim verantwortlich; seither ist sie wieder als freie Mitarbeiterin im Einsatz. „Durch meine Arbeit als Lokaljournalistin lerne ich immer wieder neue Menschen in ihrer unmittelbaren Lebenswirklichkeit kennen. Für mich ist das ist bereichernd und regt oft an, den eigenen Standpunkt zu überdenken.“ Rolf Reißmann, Jahrgang 1950, arbeitet seit 45 Jahren hauptberuflich als Journalist, überwiegend als Freiberufler. Nachdem er schon für etliche Redaktionen tätig war, schreibt er seit zwölf Jahren auch für „Die Oberbadische“. „Da ich nun nicht mehr zu den Jüngsten gehöre, ist es weniger geworden, aber so lange es Spaß macht, bleibe ich gerne dabei.“ Rolf Rombach, Jahrgang 1982, hatte als Sohn zweier Journalisten seine Zeitungspremiere bereits 1990 bei der „Milchzahn-Reportage“ über das Rheinfelder

Kinderkino. Acht Jahre später folgten die ersten Sporttexte im „OV“. Als Insider berichtet er seit 1998 über die hiesige Ringerwelt. „Seit fünf Jahren bin ich nun als Wahl-Grenzacher regelmäßig als Lokalreporter unterwegs, wo ich mir neben meinem manchmal hektischen Hauptjob als Notfallsanitäter in Ruhe die zahlreichen Geschichten des Lebens anhören und darüber berichten kann.“ Fabian Schreiner (22) ist seit knapp sechs Jahren als ständiger freier Mitarbeiter in der Sportredaktion für das Verlagshaus Jaumann tätig. Sein Hauptaugenmerk liegt auf dem Amateurfußball. „Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, da ich schon in jungen Jahren Verantwortung übernehmen kann und meine eigenen Ideen und Erfahrungen mit einbringen darf.“ Willi Vogl, Jahrgang 1961, ist Komponist und seit 2011 als Mitarbeiter für die Oberbadische tätig. „Komponieren ist eine einsame, auf sich bezogene Tätigkeit. Allzu leicht verliert man beim Denken in Tönen die Fähigkeit des Denkens in Begriffen. Das geschriebene Wort bringt nicht nur Gedanken auf den Punkt, es erdet bisweilen auch Klangträume. So stellt Sprache in ihren eigengestalteten journalistischen Formen einen sachlichen, argumentativen Gegenpol zu meiner kompositorischen Produktion dar.“ Heinz Vollmar, Jahrgang 1954, hat vor über 30 Jahren während seines Studiums einen Artikel über ein Kindergartenjubiläum geschrieben, aufgrund dieses Artikels wurde er vom „OV“ angeheuert: „Ich sagte zu, und so entstand meine Mitarbeit. Das Schreiben macht mir nach wie vor Spaß, denn man bleibt dadurch geistig rege, was ich sehr schätze. Im Übrigen ist man über aktuelle Geschehnisse bestens informiert, was auch der Allgemeinbildung zugutekommt.“ Petra Wunderle, Jahrgang 1959, hat im Jahr 1988 angefangen, für das Verlagshaus Jaumann zu schreiben. „Eine spannende Arbeit, die mich bis heute nicht losgelassen hat. Gerne bin ich insbesondere im Raum Rheinfelden und vor allem auf dem Dinkelberg für die Oberbadische unterwegs.“


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

SPORT Nur am OV-Kästle gab’s die aktuellsten Ergebnisse Markus Zeiher: „Regionalsport-Berichterstattung ist mir ans Herz gewachsen“. VON ULI NODLER

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ehr als ein halbes Leben lang ist die Heimatzeitung für Markus Zeiher nun schon ein treuer, informativer und zuverlässiger Begleiter. In Fußballerkreisen am Hoch- und Oberrhein erfreut sich der 58-Jährige auch heute noch großer Wertschätzung. Ein bodenständiger Kumpeltyp, der sich in all den Jahren um den Fußball auf deutscher Seite im Dreiländereck verdient gemacht hat. Sowohl als Spieler als auch als Trainer drückte Markus Zeiher der Fußballszene auf Bezirksebene seinen Stempel auf. Deshalb ist der Ur-Alemanne auch heute noch auf den Plätzen in der Region ein gern gesehener Gast. „Meine OV wollte ich in all den Jahren und will ich auch in Zukunft nicht missen. Die Oberbadische hat mich vor allem auf ihren regionalen Sportseiten immer umfassend und aktuell informiert. Während ich als Trainer vor allem Informationen rund um den heimischen Fußball schätzte und weiter interessieren, wurde ich auch als Spieler in den Veröffentlichungen meiner Zeitung stets fair behandelt. Auch deshalb ist mir die Regionalsportberichterstattung im Blättle ans Herz gewachsen“, verschlingt Markus Zeiher noch heute in unserer Zeitung alles, was mit Fußball zu tun hat. Aufgewachsen ist Zeiher im Lörracher Ortsteil Brombach. Dort in der Grossmannstraße, die im Volksmund auch „Senni“ wegen der damals dort angesiedelten Landwirtschaft genannt wird, eilte er noch vor dem Zähneputzen zum Briefkasten, um frühmorgens das Oberbadische Volksblatt aus dem Briefkasten zu fischen. „Das war

bei uns ein Ritual. Enttäuscht war ich, dass der Briefkasten am Sonntag leer war, weil an diesem Tag ja keine Zeitung kam“, erinnert sich der Trainerfuchs und in Aktivzeiten begabte Mittelfeldspieler. Markus Zeiher war, wie viele seiner Freunde in Brombach, ein Straßenfußballer mit Leib und Seele. Dennoch schloss er sich noch vor seinem Start ins Schülerleben seinem Heimatverein FV Brombach an und durchlief von der F-Jugend bis zu den Aktiven alle Stationen. „Als ich lesen konnte, habe ich den Sportteil meiner Zeitung regelmäßig gelesen. Waren es in der Jugend die Fußball-Tabellen im Nachwuchsbereich, wurden es als Aktiver des FV Brombach die Berichte über Bezirksliga- und Kreisli-

Noch heute gute Kumpel: Andreas Glattacker (l.) und Markus Zeiher ga A-Spiele. Etliche Artikel habe ich, wie viele meiner Fußballkollegen ausgeschnitten und aufgehoben.“ Im Alter von 26 Jahren wechselte der Brombacher zum VfR Rheinfelden und gestaltete den sportlichen Aufschwung bei diesem Traditionsverein, der heute Teil des FSV Rheinfelden ist, erfolgreich mit. Anschließend zog er zum FC Wittlingen weiter, wo er als Spielertrainer maßgeblich am Meister-

titel in der Kreisliga B und dem damit verbundenen Aufstieg in die Kreisliga A beteiligt war. Erst kürzlich huldigte ihm Wittlingens legendärer Stadion-Sprecher Andreas Glattacker, seines Zeichens Chef der Lörracher Narrenzunft, anlässlich der Landesliga-Begegnung des FCW gegen den SV Au-Wittnau, als ehemalige Trainer-Ikone des Kultvereins im Kandertal. Von Wittlingen ging’s dann für Markus Zeiher als Spielertrainer weiter zum FC Hauingen. Schließlich kehrte der erfolgreiche Fußballer und Trainer zu seinem Heimatverein FV Brombach zurück und führte den FVB zum Meistertitel in der Kreisliga A. „Damals wurden in der Großen Kreisstadt die Fußballberichte des OV in den Szene-Kneipen wie Adlerfass, Kronenkeller, Villa Feer sowie den Bars Bijou und Caprice heiß diskutiert“, erinnert sich der Junggebliebene. „Da ging die Post ab. Es war für uns eine herrliche Zeit“, blickt Markus Zeiher etwas wehmütig zurück. Legendär war damals ein Fußball-Service der Oberbadischen. Wochenende für Wochenende wanderten die Fußball-Fans in der Region in die Haagener Straße 3-5, wo sich damals das Lörracher Redaktionsgebäude der Oberbadischen befand. Und Markus Zeiher nutzte das Angebot regelmäßig: „In einem Aushang wurden die aktuellen Fußballergebnisse auf überregionaler und regionaler Ebene veröffentlicht. Da gab’s noch kein Internet. Nur am OV-Kästle konnte man sich über die neusten Ergebnisse in den Fußball-Ligen informieren. Da drückten sich die Fußball-Fans die Nasen platt und diskutierten mit über das hiesige Fußballgeschehen. Wir sind nach Heim- oder Auswärtsspielen direkt dorthin gefahren“, und ein Leuchten geht über Markus Zeihers Ge-

Markus Zeiher – ein gern gesehener Gast auf allen Fußballplätzen in der Region Fotos: Uli Nodler sicht. Nicht nur als Fußballer ist Markus Zeiher sehr erfolgreich gewesen, auch im Berufsleben steht er bei der Vitra AG seinen Mann. Das Schweizer Unternehmen mit seiner Zentrale in Birsfelden und einer Niederlassung in Weil am Rhein, genießt mit der Herstellung von Wohn- und Büromöbeln Weltruf. Als Monteur jettet der heimische Fußball-Lehrer um die Welt und stattet Großkunden mit Vitra-Möbeln aus. Unter anderem ist der FIFA-Sitz in Zürich, die UEFA-Zentrale in Nyon oder das IOC-Gebäude in Lausanne in Sachen Möblierung

fest in Vitra-Hand. Auf seinen Reisen rund um den Globus ist die Oberbadische sein treuer Begleiter. Es vergeht kein Tag, wo ich nicht einen Blick auf die umfassend informierende Homepage der Oberbadischen werfe, um mich in erster Linie über das Sportgeschehen zu informieren. Und wenn ich dann zu Hause bin, gilt mein erster Griff der Oberbadischen. Und dann blättere ich sie stets von hinten nach vorne durch. Denn direkt hinter den Todesanzeigen kommen die geliebten Sportseiten“, betont die Fußball-Kapazität am Oberrhein.


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

SCHWEIZ

Blick von der Kleinbasler Seite auf Münster, Fähre und Riesenrad Foto: Kristoff Meller

„Die Oberbadische“ hilft weiter Ein Blick aus Basel auf das Jubiläum unserer Zeitung VON SABINE HORVATH

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as Jahr 2020 ist eines mit vielen außerordentlichen Ereignissen. Allen voran COVID-19, ein Virus, das uns seit Jahresbeginn fordert und das Zusammenleben in unserer Grenzregion einschneidend verändert hat. Zum einen haben uns die vergangenen Monate eindrücklich die große Bedeutung offener Grenzen vor Augen geführt. Die Pandemie hat uns aber auch gezeigt, wie abhängig wir in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht voneinander sind. Dank gut funktionierender Strukturen und Netzwerke sowie persönlicher Kontakte war es möglich, in dieser schwierigen Zeit gemeinsame Lösungen zu finden und sich gegenseitig zu helfen. Basis hierfür sind ein

Unsere AUtorin

Sabine Horvath ist „Leiterin Außenbeziehungen und Standortmarketing“ beim Kanton Basel-Stadt.

regelmäßiger Austausch und ein gegenseitiges Verständnis, welches nicht zuletzt durch die Medien unterstützt wird. Der Zufall will es, dass das 135-Jahr-Jubiläum der „Oberbadischen“ just in diese außerordentliche Zeit fällt. So hat uns die Pandemiesituation exemplarisch auch die grenzüberschreitende Bedeutung der überregionalen Medien vor Augen geführt. Die Informationen über die Entwicklungen und Maßnahmen in allen Landesteilen waren für die Bevölkerung wertvoll und trugen zur besseren Orientierung bei. Es kann darüber hinaus ganz allgemein gesagt werden, dass der Lokaljournalismus für praktisch alle Lebensbereiche Anknüpfungspunkte bietet, beruflich wie privat.

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EIN TOLLER JOB MIT HERZ, HAND UND VIEL PERSPEKTIVE!

Grenzüberschreitende Mobilität für gewöhnlich eine Selbstverständlichkeit Die Mobilität in der Region ist groß und das Überqueren unserer Landesgrenzen – beispielsweise mit der grenzüberschreitenden Tramverbindung – für gewöhnlich eine Selbstverständlichkeit. Und nebenbei feiern auch die Basler Verkehrsbetriebe in diesem Jahr ein großes Jubiläum (125 Jahre). Aber ganz egal mit welchem Verkehrsmittel, auf dem Fahrrad oder zu Fuß: Die Wege über die Grenzen sind kurz und mit dem Riesenradbetrieb auf dem Münsterplatz oder dem Basler Weihnachtsmarkt bieten sich in den nächsten Wochen gute Gelegenheiten, diese zu nutzen. Und falls es für einmal an einem Grund für einen Besuch im Nachbarland mangeln sollte, hilft ein Blick in „Die Oberbadische“ weiter. Damit ist auch die grenzüberschreitende Bedeutung des lokalen Medienschaffens für das Standortmarketing erklärt. Herzlichen Dank und Glückwunsch zum Jubiläum!

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SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

IHK Lokaljournalismus schafft Vertrauen Claudius Marx über die Relevanz journalistischer Arbeit in Städten und Gemeinden. VON CLAUDIUS MARX

E

s ist einfach so. Bestimmten Berufen oder auch ganzen Branchen haften Bilder an, die sofort in unseren Köpfen entstehen, wenn der Beruf genannt wird, ob wir wollen oder nicht. Das kann angenehm sein, aber auch ziemlich lästig. Während Schornsteinfeger kein Problem damit haben werden, dass man sie mit vierteiligen Kleeblättern und nahenden Glückssträhnen assoziiert, sind Staatsdiener mit dem wiehernden Amtsschimmel und Bilanzbuchhalter mit dem Ärmelschoner schon weniger glücklich. Und wer einen Schlüsseldienst betreibt, mag richtig darunter leiden, dass ihm dauernd unterstellt wird, er beute gewerbsmäßig Menschen aus, denen die Haustür zugefallen ist. Lokaljournalisten haben auch so einen Klotz am Bein. Es ist der sprichwörtliche Kanaldeckel, der vorstehende, genau. Sich mit dem zu befassen, sei ihr Schicksal, so will es das Klischee. Während andere das Weltgeschehen kommentierten, sei es ihre triste Pflicht, über den Auffahrunfall Ecke Gartenstraße zu berichten, über das knappe

Unser AUtor

Claudius Marx ist Hauptgeschäftsführer der IHK Hochrhein-Bodensee

Unentschieden des örtlichen Fußballvereins in der Bezirksliga und den allgemeinen Ärger über das zunehmende Phänomen sogenannter Wildpinkler. Dafür, dass das so ist, gibt es zwei Gründe, dafür, dass es nicht stimmt, drei. Zunächst einmal ist das Ding sprachlicher Natur. In der Wortreihe „lokal, regional, national, international, global“ steckt ein Ranking, von klein zu groß. Die Welt ist nun mal größer als ein Fußballfeld. „Lokal“ steht in dieser Reihe unten, ganz unten. Wenn nun ein Thema „von globaler Bedeutung“ ist, dann partizipiert es an diesem Ranking: je weiter oben, desto wichtiger. Ein Problem „von allenfalls lokaler Relevanz“ kann ja wohl kein ernsthaftes sein, oder? Wenn Sie, liebe Leser, an dieser Stelle etwas neugierig sind auf die drei Gründe, warum das so nicht stimmt, dann hat sich die Mühe gelohnt, sie aufzuschreiben. Hier kommt der erste: Was für einen Menschen wichtig ist, hängt nicht (nur) von der Größe ab, sondern (auch) von der Entfernung. Was uns nahe ist oder nahe geht, ist uns regelmäßig auch wichtig. Die größten Berge am Horizont sind, nicht nur optisch, kleiner als der Hügel vor uns. Dass wir uns mit dem Lokalen besonders befassen, ist deshalb – Achtung Sprachwitz! – naheliegend. Daten des Instituts Allensbach zur jährlichen Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) zeigen, dass sich 40 Prozent aller Deutschen besonders für das Lokale in den Medien interessieren. Vergleichbare Werte kann kein anderes journalistisches Ressort aufweisen. Zweitens: Es gibt gar nichts Großes, das nicht aus Kleinem bestünde. Keine Nation ohne Länder und Regionen, keine Region ohne Städte und Gemeinden, keine Gemeinde ohne ihre Einwohner, Häuser, Straßen und Plätze. Der Kanaldeckel lässt grüßen. Und wie bei einem Motor, der nur rund läuft, wenn alle seine Teile perfekt ineinandergreifen, lebt auch das soziale, das politische, das kulturelle und das wirt-

schaftliche Ganze davon, dass jedes kleine Teil in einem komplexen Ganzen wahrgenommen, wichtig genommen, ernst genommen wird. Wo immer es daran fehlt, weil dem vermeintlichen Klein-Klein die Relevanz abgesprochen wird, wackelt zuerst nur ein Stein, dann das Fundament, und schließlich das ganze Gebäude. Der dritte Grund, warum das Klischee vom unbedeutenden Lokaljournalismus nicht stimmt, ist in dieser Zeit vielleicht der wichtigste. Es ist der Kampf gegen die Lüge. Wo undurchsichtige Quellen mit zweifelhaften Motiven über Dinge berichten, die sich unserer eigenen

Wahrnehmung entziehen, sind der Manipulation Tür und Tor geöffnet. Wo sich dagegen Autoren, die wir vielleicht sogar persönlich kennen, nach Regeln und Werten, die wir teilen, um die Herstellung von Transparenz und die Erklärung der Geschehnisse in der Welt kümmern, in der wir Tag für Tag leben, da entsteht kollektives Vertrauen in eine gemeinsame Wirklichkeit, in der kein Platz ist für die Lüge, die Indoktrination und die Manipulation. Und wenn dies an vielen lokalen Stellen geschieht – und nur dann! – kann auch das große gesellschaftliche Miteinander gelingen, immunisiert werden gegen Fake

News, gesellschaftlichen Zerfall, Entfremdung und das Gift der Lüge. Wer sich dessen bewusst ist, wird den Wert des Lokaljournalismus kaum unterschätzen. Für uns, die IHK Hochrhein-Bodensee und unsere Mitglieder aus Handel, Industrie und Dienstleistungen, gehört die Lokalzeitung fest zu unserem Alltag. Wir erfahren, was in unserer Region geschieht, was die Menschen bewegt, was in Rathäusern entschieden und geplant wird und bei welchen Themen unsere Stimme wichtig ist. Mit oder ohne Kanaldeckel – wir wollten ihn um keinen Preis missen: den Lokaljournalismus!


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

KIRCHE

Die Kirche St. Bonifatius

Fotos: Kristoff Meller

Etwas unter die Lupe nehmen!

Thorsten Becker, Leiter Katholische Kirchengemeinde Lörrach und Inzlingen: „Vieles wird erst publik durch die Publikation.“ VON THORSTEN BECKER

I

ch erinnere mich gut, wie ich als Kind zu einem Geburtstag eine Lupe geschenkt bekam; das war mein großer Wunsch, weil mein Opa eine hatte und er damit – mangels genug eigener Sehkraft – jeden Morgen die Zeitung las. Seither gehört das für mich irgendwie zusammen: die Lupe und die Tageszeitung. Beide helfen besser zu sehen, genauer zu

erkennen; beide helfen, etwas genauer zu erfassen, zu verstehen vielleicht; beide gewähren Einblicke, legen offen, machen den Blick klarer, schärfer, detaillierter. Und ja: so Manches bliebe unentdeckt, so Mancher bliebe ein buchstäblich unbeschriebenes Blatt, Vieles bliebe wahrlich oberflächlich – ohne den tieferen (Ein)Blick durch die Lupe der Tageszeitung. Erst recht, wenn es um regionale, wenn es um lokale Berichterstattung geht. Viele können – erst so – von so Vielem Notiz nehmen, ganz Vieles wird erst publik durch die Publikation. Manches kann vom Großen im Kleinen verortet werden, die ein oder andere Diskussion am Ort geführt werden, weil es Ortsnachrichten gibt, die Tageszeitung uns aktuell zu Ortskundigen macht, im vollen Sinn des Wortes. Und: Einiges wird wohl auch – durch Leserinnen und Leser – ein zweites Mal bedacht, vielleicht auch erstmals richtig durchdacht, wenn es nicht nur von Einem gesagt, sondern am Tag darauf auch niedergeschrieben und von Vielen gelesen wird. Ich bin froh über die Lupe unserer lokalen Tageszeitungen. Morgens lesen zu können (noch ohne die Lupe meines Opas), was gestern war, was heute ist und was morgen sein könnte, sollte. Und ich danke den Journalistinnen und Journalisten, die es als ihre Profession sehen, (auch) mich redlich durch unsere Stadt und Regio zu führen und mich so schon früh am Morgen durch ihren (hoffentlich immer) lupenreinen Blick zu einem Ortskundigen machen. Glückwunsch der Oberbadischen! Und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlichen Dank für die gute und hilfreiche Zusammenarbeit.


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

www.braun-moebel.de

Passt. Perfekt.

Freiburg

Hermann-Mitsch-Straße 37 79108 Freiburg

Öffnungszeiten: Montag – Samstag 9.30 – 19.00 Uhr

Herzlichen Glückwunsch! 135 Jahre Die Oberbadische Die Schwarzwälder Bote Mediengruppe gratuliert herzlich und freut sich auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit.

Gut zu wissen.


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

KULTUR Ein Plädoyer für die Lokalzeitung Der scheidende Weiler Kulturamtsleiter Tonio Paßlick schreibt über die Bedeutung einer unabhängigen lokalen Presse.

VON TONIO PASSLICK

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uss man sich Sorgen machen? Wer sich das Frühstück ohne eine gedruckte Tageszeitung nicht vorstellen kann, wird tatsächlich mit einigem Bangen der medialen Zukunft entgegen sehen. Eigentlich unvorstellbar in einem Land wie Deutschland, das in der Welt als einig Zeitungsland gilt. Mag das Bild des Zeitung lesenden Pendlers in Vorortzügen vor wenigen Jahren noch zutreffend gewesen sein (heute sind die meisten über ihr Desktop gebeugt), so galt Deutschland doch als das Land der treuen Abonnenten. Aber Trendforscher haben einfach mal die Trends der Zeitungsauflagen in 30 Jahren analysiert und apokalyptische Prognosen abgeleitet. 1992 gab es 26 Millionen verkaufte Tageszeitungen in Deutschland (etwas gepusht durch die Wende und viele neue Abonnenten), zehn Jahre später nur noch 23,2 Millionen. Wiederum zehn Jahre später nur noch 18,8 Millionen, und 2022 könnten es bei entsprechender Weiterentwicklung nur noch elf Millionen sein, wenn die Corona-Pandemie nicht noch stärkere Verluste beschleunigt. Wer auf die Trends vertraut, sieht eine Situation kommen, die wir alle nicht wollen. Gleichzeitig ist es bei Präsidenten einiger nicht ganz unwichtiger Staaten dieser Erde in den letzten Jahren Mode geworden, alle Nachrichten als Fake-News abzutun, die ihnen nicht ins Weltbild passen. Seriöser kritischer Journalismus wird pauschal verunglimpft, und Millionen stimmen in das Geheul ein, zumal Verschwörungsmythen in komplexen Zeiten wie einer globalen Pandemie scheinbar einfache Antworten und Erklärungsmuster anbieten. Und die gesellschaftlichen Grundstimmungen vor dem Hintergrund von bedrohlichen Szenarien wie dem Klimawandel oder unabsehbaren Migrationsbedürfnissen immer stärker polarisieren und sich immer weniger mit differenzierten Reportagen und Analysen zufrieden geben wollen. Das dritte Bedrohungsszenario wächst mit der Entwicklung digitaler Wahrnehmungen. Nicht mit dem Internet per se, das eine Grundlage für fundierte demokratische Meinungsbildungen sein könnte und auch von der Zeitungswirtschaft als künftige Alternative erkundet wird, sondern mit der kaum transparenten Programmierung von Algorithmen, mit denen der User vor allem sein eigenes Weltbild bestätigt bekommt. Denn sie waren vor allem für Marketingzwecke erdacht worden, nicht für eine objektive Meinungsbildung. Wo bleibt also das Vertrauen in eine wahrhaftige, demokratischen Prinzipien verpflichtete Presse-Vielfalt, die dem mündigen Bürger zugleich Lotse durch den Informations-Dschungel zu sein vermag? Kann er es sich als rastloser „Unique User“ leisten, Meinungen über Blogs und Millionen von schillernden digitalen Informationsquellen einzuholen, ohne ein Medium, zu dem er über Jahre Vertrauen aufbauen konnte? Grund genug, eine Lanze zu brechen für einen Journalismus, der gerade im regionalen Umfeld Orientierung zu bieten vermag, verlässlich kritische Positionen an-

bietet und zugleich Informationen vermittelt, mit denen sich der moderne „User“ selbst seine Meinung bilden kann. Ich will es am Beispiel der „Oberbadischen“ versuchen, die mit ihren Lokalausgaben wie der Weiler Zeitung oder dem Markgräfler Tagblatt den historischen lokalen Bezug schon im Namen betont. Wer sich im regionalen Umfeld kultureller Gewohnheiten einrichtet, will auf die Qualität vertrauen können, die ihm vermittelt wird. Sei es durch die Werbung von Veranstaltern, die in den letzten beiden Jahrzehnten auch schon hybrid zwischen Printmedien und digitaler Werbung in sozialen Medien wechselt. Oder durch die Vor- und Nachberichterstattung in den Printmedien, da sich Funk- und Fernsehmedien zumindest nicht ausführlich um lokale Ereignisse kümmern und sie nur selten hintergründig beleuchten. Es ist ein labil gewordenes Gleichgewicht zwischen kulturellen Veranstaltungen und der Vorberichterstattung sowie der kritischen Wahrnehmung eines Konzertes, einer Ausstellung, einer Theater-Premiere oder einer Diskussion in einem der rührigen soziokulturellen Häuser der Region. Ob Kabarett-Abende im Burghof, internationale Stars beim Stimmen-Festival, Weltmusik-Konzerten in der St. Agathen-Kirche in Schopfheim oder Stars der Brass-Musik in Weil am Rhein – alle leben von der Resonanz, die nicht nur einer möglichst hinreichend informativen Vorberichterstattung bedarf, sondern auch einer kritischen Beurteilung im Feuilleton. Denn das Netz bietet dafür selbst auf den Online-Auftritten der Printmedien nicht die gleiche umfassende Wiedergabe aller wesentlichen kulturellen Ereignisse. Man mag einwenden, dass Printmedien in digitalen Zeiten den Nachteil der zeitlichen Verzögerung haben. Aber dieser „Nachteil“ wird wettgemacht durch die differenzierte Darstellung. Und die visuelle Breite der Themenvielfalt, die viele Leser dazu bringt, Berichte zu lesen, die sie ursprünglich gar nicht gesucht hatten. Ein weiterer Unterschied zu den digitalen Werkzeugen, deren Desktops immer kleiner werden. Die Verweildauer auf einem Portal wird immer kürzer, die Wahrnehmung immer selektiver, die Orientierung durch den Algorithmus immer eingeschränkter. In diesem Sinne besteht auch innerhalb einer lokalen Tageszeitung ein Unterschied zwischen den verschiedenen „Büchern“, also den Mantelseiten aus Politik, Wirtschaft oder Sport und den Lokalseiten, die noch wirklich lokal hergestellt werden von Journalisten, die im täglichen Austausch mit Lesern und handelnden Personen stehen. Aus wirtschaftlichen Gründen wird dieser überregionale Teil oft bei anderen Zeitungen eingekauft – was wirtschaftlich gesehen oft erst den Bestand der Lokalredaktionen absichert. Da die Werbe-Erlöse der Tagesmedien bundesweit seit 2005 um 40 Prozent zurückgegangen sind und die Vertriebseinnahmen die Werbe-Erlöse als wichtigste Einnahme-Quelle seit 2009 abgelöst haben (aus „Printmedien und digitaler Wandel“, Alexandra Kühte), sind solche Rochaden einer Lokalzeitung überlebenswichtig.

Deshalb kann man den weitsichtigen Geschäftszielen der Oberbadischen nur dankbar sein. Sie sieht ihre Verantwortung in der umfassenden und differenzierten lokalen Präsenz durch Lokalredaktionen, deren Redakteure auch Bezugspersonen für den Leser darstellen. Auch wenn die Auflagen der Lokalzeitungen in Baden-Württemberg längst nicht so stark einbrechen wie zum Beispiel in Berlin, kann man bei anderen Verlagen eine gewisse Tendenz zur Zentralisierung von Lokalredaktionen feststellen. Die Folge ist immer eine reduzierte Zahl an redaktionellen Berichten und meist ein geringerer Bezug zwischen den Redaktionen und den Akteuren, über die sie schreiben. Das wiederum ist für die Kulturveranstalter und die Leser enorm wichtig. Zu wissen, dass die Ankündigung eines kulturellen Projektes immerhin fast 70 Prozent der über 50-Jährigen, fast 50 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und immerhin etwa 35 Prozent der bis zu 29-Jährigen erreichen könnte – zumindest unter dem Abonnenten-Anteil einer Zeitung – schafft Vertrauen. In die Zeitung einerseits und in die gesellschaftliche Wirkung eines Projekts andererseits. Auf den Lokal- und Kulturseiten der Oberbadischen wahrgenommen und bewertet zu werden, ist für Veranstalter, Musikvereine, Solisten, Künstler oder Schauspieler in vielen regionalen Theatergruppen eine wichtige Vorausset-

Tonio Paßlick zung für ihre Motivation. Die kann bislang noch von keinem Blog, keiner Facebook-Gruppe und keinem anderen Medium ersetzt werden. Gegen alle gesellschaftliche Trends kann man nur hoffen, dass diese Erkenntnis auch den Lesern selbst bewusst ist. Denn sie bilden den wichtigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Teil innerhalb des labilen Gleichgewichts.

Foto: zVg Die „Kultur“, die nicht nur eine Kulturwirtschaft, sondern vor allem ein gesellschaftlich relevanter Faktor ist, weiß jedenfalls um die Bedeutung eines vitalen wechselseitigen Bezuges zu den lokalen Printmedien. Und insbesondere einer Zeitung wie der Oberbadischen, die um die Erhaltung einer seriösen lokalen Berichterstattung kämpft.


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

CORONA

Gespenstische Leere: Blick auf den Alten Marktplatz Ende März

Fotos: Kristoff Meller

Eine Stadt im Ausnahmezustand Wie die Corona-Pandemie den Berufsalltag der Lörracher Stadtredaktion verändert hat. VON KRISTOFF MELLER

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n diesem Frühjahr war alles anders. Es begann mit einer ersten kleinen Meldung über ein Beratungsangebot einer Krankenkasse zur „Aufklärung über mögliche Gefahren durch das neuartige Coronavirus“ in unserer Ausgabe am 30. Januar. Der erste Hinweis im Lokalteil, doch das Virus schien noch weit entfernt und war nur eine Randnotiz wert. Schon kurz darauf berichtete unsere Kreisredaktion jedoch über Notfallpläne des Landkreises für eine mögliche Pandemie und die Vorgehensweise bei einem Corona-Verdacht. In der Stadt wurde derweil wie üblich Fasnacht gefeiert. Die Buurefasnacht nur eine Woche später stand hingegen plötzlich auf der Kippe, als die Fallzahlen in Europa massiv in die Höhe schossen und die Basler Nachbarn ihre Fasnacht als Vorsichtsmaßnahme absagten. Letztlich fand der Hauinger Umzug statt. Wenige Tage später wurde allerdings absehbar, dass es nur noch eine Frage von Tagen oder gar Stunden sein kann,

bis der erste bestätigte Fall im Landkreis bekannt werden wird. Unsere elektronischen Posteingänge wurden daraufhin insbesondere von der Online-Redaktion fast rund um die Uhr kontrolliert, wie es sonst nur in den Mantelredaktionen großer Tageszeitungen üblich ist. Am 3. März, kurz vor Mitternacht, titelte unsere Online-Redaktion schließlich: „Der Landkreis hat seinen ersten Coronavirus-Fall.“ In der Folge trudelten immer mehr Nachrichten über coronabedingte Verschiebungen und Absagen ein. Das Virus dominierte mehr und mehr unsere Seiten. Erste Großveranstaltungen wurden abgesagt: die Bildungsmesse „CULT“ und die Regio-Messe sowie die Sportlerehrung im Burghof. Doch in der Bevölkerung und auf der Straße war weiterhin fast nichts von einer Pandemie zu spüren. Der Blick aus dem Redaktionsfenster in die Fußgängerzone zeigte ganz normales, geschäftiges Treiben. Selbst am 10. März erklärte Victor Lazuk, Leiter des Cineplex-Kinos, auf Anfrage unserer

Zeitung noch: „Die Aufführungen sind gut besucht. In der vergangenen Woche hatten wir sogar mehr Besucher als eine Woche zuvor.“ Mit voller Wucht hat das Virus die Stadt Lörrach und unsere Stadtredaktion am späten Abend des 12. März erfasst. Lange nach Redaktionsschluss wurden wir auf einen Beitrag von Oberbürgermeis-

Verbotsschild im Grüttpark im Frühjahr: Abstand halten, kein Grillen, kein Gruppensport ter Jörg Lutz bei Facebook aufmerksam. Dort stand geschrieben: „Nach der positiven Testung einer Mitarbeiterin der Verwaltung des Hans-Thoma-Gymnasiums (HTG) auf Corona hat der Schulleiter

Frank Braun mitgeteilt, dass in Absprache mit dem Kultusministerium das HTG ab sofort geschlossen ist und bis auf Weiteres kein Unterricht und keine Betreuung stattfindet. Bitte also morgen NICHT zur Schule kommen.“ Ein bis dato unvorstellbarer Vorgang. Um noch möglichst viele Familien rechtzeitig vor Schulbeginn zu informieren, ging bereits kurz nach 23 Uhr die erste Meldung auf unserem Internet-Portal online. Der Beitrag wurde so gleich über Facebook gestreut und von vielen Lörrachern geteilt. Anders als wohl noch vor zehn Jahren standen darum am nächsten Morgen so gut wie keine Schüler vor verschlossenen Türen. In den Artikel hatten wir außerdem eine aktuelle Pressemitteilung des Kultusministeriums eingewoben. Gesundheitsminister Manfred Lucha bestätigte darin, dass die Landesregierung angesichts der sich zuspitzenden Situation allgemeine Schulschließungen in Betracht ziehe. Diese könnten „ein wichtiger Baustein sein, um soziale Kontakte, die auch immer die Gefahr von Ansteckungen mit sich bringen, in den kommenden Wochen auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren“, wurde Lucha

zitiert. Bei einigen Wochen blieb es bekanntlich nicht. Am folgenden Morgen – Freitag der 13. März – waren wir schon früh morgens am Campus Rosenfels präsent, um uns von der Schließung des größten Gymnasiums in Südbaden persönlich ein Bild zu machen. „Gespenstische Stille“ lautete später die Überschrift für die Samstagsausgabe, denn auch das „Hebel“ und die Theodor-Heuss-Realschule zogen nach und schickten ihre Schüler noch am Vormittag wieder nach Hause. Beinahe die komplette erste Lokalseite befasste sich mit den von der Stadtverwaltung beschlossenen Schutzmaßnahmen und den Schließungen. Unser WochenendKommentar begann wie folgt: „Spätestens seit gestern befindet sich die Stadt im Ausnahmezustand. Und nicht nur die: der Landkreis, das Land, die gesamte Republik. Das sich weiterhin ausbreitende Coronavirus hat die Welt fest im Griff. An eine solche Krisensituation kann sich wohl niemand erinnern, von Kriegszeiten einmal abgesehen.“

(Fortsetzung auf der nächsten Seite)


SONDERBEILAGE · Samstag, 24. Oktober 2020 · Nummer 247

CORONA (Fortsetzung von vorheriger Seite)

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ie Grenzschließung am folgenden Montag machte den Ausnahmezustand noch deutlicher. Nicht einmal 30 Minuten nachdem der Werkhof die Bauzäune am Wiese-Radweg Richtung Riehen angebracht hatte, stand bei uns bereits die erste Meldung samt Fotos online und verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Ähnlich hohe Abrufzahlen auf unserem Internet-Portal erreichen sonst höchstens Berichte über dramatische Unglücke und Brände. Die Bilder zeigten verwirrte Passanten und Radfahrer, die versuchten, unter dem Zaun hindurch zu gelangen, um die Grenze illegalerweise doch zu passieren. Es folgten Restaurant- und Ladenschließungen sowie viele weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens, über die wir unsere Leser umfassend informierten. Diese Tage haben die Bedeutung der Lokalzeitung verdeutlicht und ihre wichtige Funktion als verlässliches Informationsmedium für die Bevölkerung bestätigt. Die extrem gestiegenen Zugriffszahlen auf unserer Online-Plattform veranschaulichen eindrücklich das Bedürfnis nach lokalen Informationen. Was etwa einzelne Maßnahmen der Bundesregierung in Berlin letztlich für den Einzelhändler in Lörrach bedeuten, haben viele Bürger durch die Lokalzeitung erfahren. In diesen Wochen wurde auch der Redaktionsalltag gehörig umgekrempelt. Das Digitale gewann enorm an Bedeutung, und wir gewöhnten uns an die ständige Verwendung der Wörter „Coronavirus“, „geschlossen“ oder „coronabedingt abgesagt“ in Artikeln. An Stelle der Rubrik „Stadtnotizen“, die sonst traditionell Veranstaltun-

gen ankündigt, wurden die „Corona-Absagen“ eingeführt – denn anzukündigen gab es fast nichts mehr. Zudem waren viele Nachrichten nach kurzer Zeit schon wieder überholt, was die Planungssicherheit bei der Themenauswahl stark beeinflusste. Zeitweise wurden geplante Veranstaltungen am Vormittag noch auf Nachfrage bestätigt, wenige Stunden später folgte die Absage, weil sich die Verantwortlichen angesichts der rasanten Entwicklungen doch anders entschieden hatten. Unsere Seitenumfänge wurden leicht reduziert, weil viele Pressegespräche und Veranstaltungen wegfielen, gleichzeitig mussten wir die verbliebenen Seiten wesentlich öfter umbauen und Artikel austauschen, weil sich die Ereignisse überschlugen und aktuelle Informationen der Behörden meist erst am späten Nachmittag oder am Abend eintrafen. Die Berichterstattung wurde zusätzlich dadurch erschwert, dass immer mehr Ansprechpartner ins Home-Office wechselten und nur schwer oder gar nicht auf den üblichen Wegen erreichbar waren. Denn was sonst den Lokaljournalismus auszeichnet – nah dran sein, sich vor Ort ein Bild machen, mit Menschen persönlich sprechen – war plötzlich nicht mehr oder nur stark eingeschränkt möglich. Dazu mussten auch in der Redaktion Maßnahmen getroffen werden, um einen Komplettausfall des Teams durch einen positiven Test zu verhindern. Glücklicherweise trat dieser Fall bislang nicht ein. Der Publikumsverkehr wurde verboten, die regelmäßigen persönlichen Konferenzen wurden gestrichen, und es war mitunter recht einsam im Büro, genau wie in der Innenstadt. Doch wir Lokaljournalisten, die als systemrelevante Be-

Die mit Bauzäunen abgesperrte Grenze am Radweg bei der „Zollfreien“ rufsgruppe eingestuft wurden, gehörten zu den wenigen Arbeitnehmern, die auch in der Hochzeit des „Shutdown“ noch immer in der Innenstadt unterwegs waren, um sich zumindest – so gut es ging – ein Bild vor Ort zu machen, schließlich kann aus dem Home-Office heraus nur schlecht über einen Feuerwehreinsatz berichtet werden. Neben vielen Informationen der Stadtverwaltung und des Landes, die wir an unsere Leser weitergaben, wurde der größtenteils zum Erliegen gekommene Terminjournalismus durch viele frei recherchierte Reportagen und Geschichten über geschlossene Einrichtungen oder neu gegründete Hilfsbündnisse ersetzt. Denn durch die

Pandemie taten sich etliche Themen auf, über die wir möglichst schnell berichten wollten, um beispielsweise die Konsequenzen für Kultureinrichtungen, Kindergärten oder die Blaulichtorganisationen aufzuzeigen. Hinzu kamen viele Sonderseiten, um unter anderem der geplanten Schau zur Stadtentwicklung im Dreiländermuseum oder der Unicef-Fotoausstellung im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus eine Plattform zu bieten, da diese coronabedingt abgesagt beziehungsweise zumindest verschoben werden mussten. Des weiteren wurde auf unserem Online-Portal eine eigene, prominent platzierte, regionale Corona-Rubrik eingeführt. Hier wurden alle Artikel aus dem Verbrei-

Foto: Kristoff Meller tungsgebiet, die sich in irgendeiner Form mit dem Virus beschäftigten, gesammelt und dem Leser zur Verfügung gestellt Diese Rubrik hat leider auch im Herbst noch immer ihren festen Platz auf unserer Startseite im Internet, da das Coronavirus noch immer – seit Mitte Oktober leider sogar wieder deutlich stärker – unsere Berichterstattung beeinflusst. Gleichwohl hat sich inzwischen ein neuer Redaktionsalltag eingespielt. Die Corona-Pandemie beeinflusst zwar noch immer viele Themen und Termine, es gibt glücklicherweise aber auch wieder das ein oder andere Thema, bei dem wir nicht das Wort Coronavirus gleich in den Vorspann einbauen müssen.


135 Jahre Die Oberbadische  

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