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Freizeit & Erholung

Sonderbeilage ∙ Sommer 2020

www.verlagshaus-jaumann.de


Die Oberbadische Markgräfler Tagblatt Weiler Zeitung

Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 2

n Inhaltsverzeichnis Anfassen ausdrücklich erwünscht! Technorama in Winterthur bietet 500 verschiedene Experimentierstationen Drei Länder – ein Museum Sonderausstellung zum Thema „Kunst und Nationalsozialismus“ Zerstört und doch lebendig Die drittgrößte Burgruine Badens ist ein Magnet für Geschichtsinteressierte Viele Tiere hautnah erleben Tierpark Lange Erlen in Kleinbasel wird besonders von Familien besucht Vom Astronaut bis zur Zahnradbahn Verkehrshaus der Schweiz bietet Überblick zur Geschichte der Mobilität Inne halten und entspannen Ein florales Paradies / Jahresmotto „Blühende Wasser, schwimmende Gärten“ Sommerausflug an den Rhein Stephansmünster, Schifffahrt oder ein Glas Sekt aus Breisach Ausflug mit dem Rad lohnt sich Einmal rund um die Bädergemeinde Bad Bellingen Efringen-Kirchen zu Fuß entdecken Förderkreis des Museums lädt mit Spaziergangs-Flyern zu Touren ein Bekannte Wanderwege kreuzen das Kandertal Schluchten, Täler und Reben sorgen für Abwechslung Geselliger Sport mit Spaßfaktor „Big Star Bowling“ seit zehn Jahren in Weil am Rhein Unglaubliche Welt der Systemstöcke Eine Sammlung von Gehstöcken zeigt das Spiezeug Welten Museum Basel 37 Kilometer in vier Etappen Zirkelschlag durchs Markgräflerland: das Müllheimer Rundwegli Heimat für Vögel Der Vogelpark in Steinen ist eine beliebte Einrichtung Ohne Vereinsbindung Sport treiben Der Fitnessparcours in Maulburg steht allen offen 24 Wegmarken erleben „Rehberger-Weg“ besteht seit fünf Jahren Ein besonderer Ort für Literatur Das Hebelhaus in Hausen ist ein modernes Dichtermuseum Adler, Bär und Eule grüßen im Wald In Gersbach lädt ein Erlebnispfad zum Verweilen ein Im Storchengang im Kreis herum Die Wassertretstelle in Endenburg dient der Gesundheit Räder „schnurren“ über den Berg „Velodorado“ Dinkelberg: Rheinfelden bietet etliche Touren 2000 Jahre in einem Tag erleben Grenzach-Wyhlen: Ideale Ausflugsziele für Rad- und Fußwanderer Ein Park für die ganze Familie Steinwasenpark bietet Spaß und Unterhaltung Stollen und Gänge erforschen Besucherbergwerk in Wieden erzählt die Geschichte des Bergbaus Ein Juwel vor den Toren Basels Naturerlebnis Petite Camargue Alsacienne

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Verkehrshaus der Schweiz Das Verkehrshaus der Schweiz zeigt erlebbar, spannend und abwechslungsreich die Entwicklung des Verkehrs und der Mobilität auf der Straße, der Schiene, dem Wasser und sogar in der Luft bis hin zum Weltall. Foto: zVg

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24 Wegmarken erleben Der Rehberger-Weg mit seinen 24 Stops verbindet die Schweiz mit Deutschland. Auf einer Länge von fünf Kilometern säumen Wegmarken den Weg. Foto: Mark Niedermann

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n Impressum Verantwortlich für den Inhalt: Guido Neidinger Redaktion: Denis Bozbag, Reinhard Cremer, Marco Fraune, Hans-Jürgen Hege, Manfred Herbertz, Ulf Körbs, Ralph Lacher, Tim Nagengast, Guido Neidinger, Jürgen Scharf, Peter Schwendele, Nils Straßel, Michael Werndorff, Gerd Sutter Anzeigen: Achim Abele Titelfoto: Archiv Druck: Druckzentrum Südwest, Villingen-Schwenningen Die Beilage „Freizeit und Erholung“ ist ein Produkt des Verlagshauses Jaumann, Lörrach (DIE OBERBADISCHE, MARKGRÄFLER TAGBLATT, WEILER ZEITUNG). Es erscheint jährlich in einer Auflage von 25 000 Exemplaren. Die Herstellung erfolgte ausschließlich mit Recycling-Papier.

Gersbacher Erlebnispfad Beim Info-Pavillon werden die Besucher von dieser bunten Kuh begrüßt – der Tourismusverein hat den Rinderlehrpfad aufgewertet und lädt zum Wandern ein. Foto: Gerd Sutter


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Anfassen ausdrücklich erwünscht! Museum | Technorama in Winterthur bietet 500 verschiedene Experimentierstationen n

Von Nils Straßel

Winterthur. Besucher des Technoramas in Winterthur können selbst Hand anlegen – es wird sogar von ihnen erwartet. Viele Ausstellungsobjekte sollen berührt und zum experimentieren verwendet werden. So erfolge das Lernen „spielerisch, durch das unmittelbare Erlebnis von Naturphänomenen“, heißt es auf der Website des Schweizer Science Centers. Da die Interaktion mit Objekten für den Betrieb des Technoramas unumgänglich sei, können die Exponate und Experimentierstationen laut Schutzkonzept trotz aktuellem Anlass weiterhin angefasst werden. Allerdings wurden die Reinigungsintervalle für alle Oberflächen und Gegenstände erhöht, sowie mehrere Desinfektionsmöglichkeiten auf jedem Stockwerk bereitgestellt.

Verblüffende Perspektiven

Im Verkehrshaus darf von den Besuchern fast alles berührt werden. Aufgrund der tionsschützenden

infekMaß-

nahmen können beliebte Demonstrationen wie das Coriolis-Karussel bis auf weiteres nicht stattfinden. Die aufregende „Blitzshow“, bei der sich ein Mitarbeiter in Schutzbekleidung mehrfach von einer Teslaspule beschießen lässt, wird allerdings seit Juli wieder vorgeführt. Alle anderen Aktivitäten laufen mit reduzierter Kapazität weiter wie zuvor. Beispielsweise kann in der Ausstellung an 500 verschiedenen Experimentierstationen gezogen, gekurbelt oder herumgedrückt werden, um eigene wissenschaftliche Erkenntnisse in Themenbereichen wie Strom, Magnetismus, Wasser oder Licht zu sammeln. Darüber hinaus ist die vom Technorama produzierte Sonderausstellung „Spiegeleien“ mit ihren faszinierenden Spiegelphänomenen und Kunstwerken nach einer inter-

nationalen Tournee seit April 2019 auch in Winterthur zu sehen. Noch interaktiver gestalten sich die Workshops, die im centereigenen Labor angeboten werden. Unter fachlicher Begleitung haben neugierige Besucher die Möglichkeit jeweils 45 Minuten lang faszinierende Experimente zu Themen aus der Biologie, Chemie oder Physik durchzuführen. In sogenannten „Open Labs“ können sie sogar selbstständig einfache Versuche anstellen. Der Erfolg der letzten Jahre gibt dem Konzept des Science Centers recht: 2019 erzielte das Technorama laut einer Pressemitteilung mit 291 706 Eintritten einen neuen Besucherrekord. Damit lag das Ergebnis mehr als 10 000 Eintritte über dem alten Rekord von 2016. Um diese Entwicklung beizubehalten, ist das Technorama bemüht

Fotos: Verkehrshaus durch neue Angebote weiter attraktiv zu bleiben. Seit 2017 können sich Gruppen in Winterthur sogenannten AdventureRoom-Herausforderungen stellen. Ziel ist es, wie bei einem klassischen Escape Room, aus einem verschlossenen Raum zu entkommen. Die Teilnehmer müssen dazu versteckte Hinweise finden, Rätsel knacken sowie ihren Teamgeist beweisen.

Info

Technorama Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 17 Uhr, Technorama-Park aufgrund von Bauarbeiten bis zum Frühjahr 2021 geschlossen, Eintrittspreise: Erwachsene: 25,50 Euro, Kinder von 6 bis 15 Jahre: 15,80 Euro, Kinder bis 5 Jahre: Eintritt frei www.technorama.ch


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Museumsleiter Markus Moehring im neu gestalteten Eingangsbereich des Dreiländermuseums

Foto: NIls Straßel

Drei Länder – ein Museum Kultur | Sonderausstellung zum Thema „Kunst und Nationalsozialismus“

n

Von Nils Straßel

In Europa gibt es 48 Orte, an denen drei Staaten aneinander grenzen. Dennoch ist das Dreiländermuseum Lörrach das einzige Museum des Kontinents, das sich in besonderem Maße mit der Geschichte einer solchen Region befasst. Vor allem die Dauerausstellung zeigt Besuchern erlebbar die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Deutschland, Frank-

reich und der Schweiz am Oberrhein, erklärt Museumsleiter Markus Moehring. Da sein Team ständig Änderungen in der Dreiländerausstellung vornehme, lohne es sich auch, das Museum öfter zu besuchen. Beispielsweise werden in diesem Sommer neue Exponate ausgestellt: Eine Flagge des Militärverbandes Germania-Basel zeugt von einer Zeit, in der 40 Prozent aller Basler Bürger Deutsche waren, und das beeindruckende

Ölbild „Napoleon in den Bergen“ symbolisiert die Bedeutung des französischen Feldherrn für die Schweiz. Außerdem hat das Museum die Eingangssituation zur Ausstellung mit farbigen Säulen neu gestaltet, um zukünftig noch besser Besucher in diese zu locken. Neben dem normalen Museumsbesuch, der ohne Mund-Nasen-Schutz erfolgen darf, werden auch Führungen für Gruppen bis zu 20 Personen angeboten. Nach Anmeldung per Telefon oder E-Mail werden Gästen persönlich – auf Wunsch auch in mehreren Sprachen – die wertvollen Ausstellungsobjekte vorgestellt. Hierbei gilt allerdings eine Maskenpflicht. Ein weiterer Höhepunkt dieses Sommers ist die seit Jahren geplante Sonderausstellung zum Thema „Kunst und Nationalsozialismus“. Obwohl eine offizielle Vernissage vorerst nicht stattfinden kann, werden die Exponate bereits ab Mitte August zu sehen sein.

„Das ist das erste Mal, dass umfassend Kunst aus dieser Zeit aus Baden präsentiert wird“, betont Moehring die Relevanz des Projekts. Alle Werke werden mit Infotafeln zu Künstler und den genauen Umständen des Entstehungsdatums in einen Kontext gesetzt. Damit solle gezeigt werden, dass die Beurteilung von Kunst zur NS-Zeiten – in Anbetracht der persönlichen Situation jedes einzelnen Künstlers – komplex ist, erläutert Moehring: „Es gibt nicht schwarz oder weiß, Regimefreund oder Regimegegner. Das wäre viel zu einfach. Wir möchten in der Ausstellung die vielen Nuancen offenlegen, die für die Entstehung der Werke eine Rolle spielten. Die Besucher sollen sich kritisch dieser Zeit nähern und trotzdem die Kunst genießen können.“ So wird etwa auch die Geschichte zweier Brüder skizziert, die sich trotz unterschiedlicher politischer Ansichten in der Kunst meist einig waren. Thematisch passend

wird gleichzeitig eine weitere Ausstellung des Lörracher Stadtarchivs zum Thema „Nationalsozialismus in Brombach, Haagen und Hauingen“ zu sehen sein. Stadtarchivar Andreas Lauble erklärt, dass dort die Arbeit des Freiburger Historikers Robert Neisen in zehn Texttafeln – ergänzt durch Fotos und Schriftstücke – präsentiert wird. Zusätzlich werden Filmaufnahmen vom NSDAP-Kreisparteitag 1939 in Lörrach gezeigt.

Info

Museum Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr Für Gruppen sind Besuche bei rechtzeitiger Voranmeldung täglich zwischen 8 und 22 Uhr möglich. Eintrittspreise: Erwachsene drei Euro Kinder unter sechs Jahren: Eintritt frei Kinder über sechs Jahren: ein Euro Familienkarte: vier Euro dreilaendermuseum.eu


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Zerstört und doch lebendig

Burg Rötteln | Die drittgrößte Burgruine Badens ist ein Magnet für Geschichtsinteressierte n

Von Nils Straßel

Ein Aushängeschild für die Region: Oberhalb von Haagen gelegen, erhebt sich die Burgruine Rötteln auf einem Bergsporn, der aus einem ins Vordere Wiesental steil abfallenden Osthang hervortritt. Mit einer Länge von 300 Metern und einer Breite von 30 Metern ist das alte Gemäuer die drittgrößte Burgruine Badens und ein Magnet für viele Geschichtsinteressierte. Die zwei besteigbaren Türme bieten einen herrlichen Ausblick über das Dreiländereck. Im 11. Jahrhundert von den Herren von Rötteln erbaut, steht die ehemals mächtige Festung bereits seit fast einem Jahrtausend. 1259 wurde die Burg erstmals urkundlich erwähnt. Trotz seiner langen und von Kriegen geprägten Geschichte, lockt das beeindruckende Bauwerk auch heute noch Touristen von überall an und besticht als Wahrzeichen des unteren Wiesentals. Während des Bauernaufstands 1525 wurde die Burg geplündert, während des 30-jährigen Krieges beschädigt und schließlich im holländischen Erb-

Info

Burg Rötteln Öffnungszeiten: Mitte März bis Mitte November, täglich von 10 bis 18 Uhr, Eintrittspreise: Erwachsene: 2,50 Euro, Schüler und Studenten mit Ausweis: zwei Euro, Kinder von 6 bis 14 Jahren: ein Euro, Kinder unter 6 Jahre: Eintritt frei Führungen nach Absprache, Tel. 07621/56494 burgruine-roetteln.de

Beliebtes Ausflugsziel und Wahrzeichen Lörrachs – die Burgruine Rötteln folgekrieg durch französische Truppen unter Marschall Créqui im Jahre 1678 zerstört. Es bleibt eine imposante Ruine, um dessen Erhalt sich der Verein Röttelnbund schon seit 1926 bemüht. Die freiwilligen Arbeitsgruppen des Vereins kümmern sich darum, dass sich die Burg stets in einem guten Zustand befindet und werten das Gelände durch „Reparaturen und kleinere Projekte auf“, erklärte ein Vereinsmitglied. Darüber hinaus bietet der Röttelnbund auch Burgführungen an. Oft werden dabei Schulklassen durch das mittelalterliche Bauwerk geleitet, aber auch Privatgruppen bis zu 20 Personen können sich per E-Mail für eine Führung anmelden und von einem Vereinsmitglied kompetent informieren lassen. Vor über 30 Jahren hat der Verein die ehemalige Landschreiberei in der Unterburg der Festungsanlage wiederaufgebaut.

Heute befindet sich darin ein Museum, das Fundstücke aus der langen Geschichte der Anlage sowie Modelle der Burg zeigt. Die Burgruine Rötteln ist ganzjährig geöffnet, das Museum muss aktuell allerdings aus gegebenem Anlass bis auf weiteres geschlossen bleiben. Dennoch lohnt sich ein Besuch der Ruine vor allem auch im Sommer. Neben der wunderschönen Panoramaaussicht auf das Wiesental, auf Lörrach, Basel und über den Tüllinger Berg bis zum Jura und bei gutem Wetter bis zu den Alpen, befindet sich im unteren Bereich der Anlage ein Biergarten, der zum Verweilen einlädt. Von Dienstag bis Sonntag werden die Burgbesucher bewirtet und können nach dem anstrengenden Aufstieg auf den Berg neue Energie tanken. Die Burg Rötteln ist einer der Höhepunkte der prämierten Wanderwege des Schwarzwaldes. Zum Beispiel führt der rund 285

Kilometer lange Westweg von Pforzheim nach Basel, der zu den besten Wanderwegen Deutschlands gehört, an der Burgruine vorbei. Der öffentliche

Foto: Archiv Grillplatz hinter der Burg ist dann für Wanderer der perfekte Ort für eine Pause und zudem ein beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 · 6

Viele Tiere hautnah erleben

Lange Erlen | Tierpark Lange Erlen in Kleinbasel wird besonders von Familien besucht n

Von Nils Straßel

Der 1871 gegründete Tierpark Lange Erlen im Kleinbasel ist ein lebendiger und idyllischer Ausflugsort für die ganze Familie. Er ist das ganze Jahr gratis geöffnet und wird von der Bevölkerung geschätzt und rege besucht. Auf einer Fläche von 20 Hektar an der südlichen Uferseite des Flusses Wieso erstreckt sich das bezaubernde und naturbelassene Parkgelände. Der große Baumbestand von Rottrauerbuche bis Mammutbaum sorgt für eine grüne, schattige Kulisse für gemütliche Sommerspaziergänge. Zu entdecken sind dort vor allem einheimische Wildtiere wie Rothirsch, Dam-

hirsch, Gemse, Fuchs, Wildschwein oder Uhu. Darüber hinaus gibt es ebenfalls große, artgerecht gestaltete Gehege für regionale Raubtiere wie den Luchs oder die europäische Wildkatze. Ein wenig exotischer wird es bei den kleinen Kapuzineraffen, die ebenfalls im Tierpark bewundert werden können. Auf den Gewässern des Geländes sind verschiedene Vögel zuhause, die dort fast wie in freier Natur leben können. Um die Wildtiere noch besser aus der Nähe zu sehen, können auch Führungen gebucht werden. Etwa eine Stunde lang kann dann eine Gruppe von bis zu 30 Personen mit einem der „Erlen-Scouts“ auf

Die idyllische Kullisse des Parks ist das Zuhause vieler Wasservögel. eine hautnahe Entdeckungsreise durch die Ge-

hege unternehmen. Für eine Pause bietet sich das kürzlich neueröffnete Parkrestaurant an. Mit der Betriebsübernahme durch das Basler Gastronomie-, Sozial- und Kulturunternehmen Parterre Basel am 1. Juni weht nun ein frischer Wind durch das „PARK“. Es steht für ein „stilvoll neugestaltetes Ambiente und eine moderne Karte, die den traditionsreichen Wurzeln des Parkrestaurants treu bleibt, aber internationales Flair versprüht“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die weitläufige Terrasse mit Bühne eignet sich außerdem ideal für Veranstaltungen oder passende Begleitmusik, und der moderne Pavillon mitten im Tierpark bietet ein einzigartiges Seminar- und Banketterlebnis. Der Erlen-Verein Basel mit 9500 Mitgliedern ist der Träger des Tierparks Lange Erlen. Er wird von einem Vorstand und einer Geschäftsleitung geführt. Außerdem plant er den weiteren Aus- und Umbau des Tierparks und organisiert Spendensammlun-

Fotos: Nils Straßel

gen. Das Ziel: Den Tierpark auch in Zukunft für die Bevölkerung gratis offen zu halten und keinen Eintritt zu verlangen. Dafür wird allerdings weiterhin die breite Unterstützung von wohlgesinnten Gönnerinnen und Gönnern benötigt.

Der Rothirsch: Das Wappentier des Tierparks

Info

Lange Erlen Öffnungszeiten: März bis Oktober täglich von 8 bis 18 Uhr, Der Eintritt in den Tierpark Lange Erlen ist gratis. erlen-verein.ch


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer · 7

Vom Astronaut bis zur Zahnradbahn Museum | Verkehrshaus der Schweiz in Luzern bietet Überblick zur Geschichte der Mobilität n

Von Nils Straßel

Am Boden, über das Meer, durch die Lüfte bis ins All: Im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern dreht sich alles um die Geschichte der Mobilität. Im meistbesuchten Museum der Schweiz können die Besucher mehr als 3000 Objekte, Simulatoren, multimediale Shows und interaktive Ausstellungen entdecken. So können sie laut Website des Museums zum Beispiel im „Space Transformer“ der Raumfahrtausstellung – einem begehbaren, sich drehenden Würfel – in die Rolle eines Astronauten schlüpfen und das ungewöhnliche Gefühl der Orientierungslosigkeit im All hautnah erleben. Zusätzlich werden Originalobjekte des ersten und bisher einzigen Schweizer Astronauten, Claude Nicollier, und eine begehbare Nachbildung der Raumstation ISS gezeigt. Besucher, die sich nach der Ausstellung dazu inspiriert fühlen, selbst nach den Sternen zu greifen, können im modernsten Großplanetarium der Schweiz einen unvergesslichen Weltraumspaziergang unternehmen. Mit modernster Technik wird dort, unabhängig vom Wetter, ein eindrucksvoller Sternenhimmel auf die Planetariumskuppel projiziert.

Info

Verkehrshaus Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr Eintrittspreise: Tagespass für Erwachsene: 56 CHF, Tagespass für Kinder unter 16 Jahre: 22 CHF, Kinder unter 6 Jahre in Begleitung der Eltern: Eintritt frei, verkehrshaus.ch

Besonders erwähnenswert ist auch das Autotheater der Ausstellung „Straßenverkehr“. Dort werden die spannendsten Objekte aus 150 Jahren Mobilitätsgeschichte präsentiert. In einer Abstimmung aller Publikumsmitglieder wird das interessanteste Fahrzeug ausgewählt. Ein ParkierroboterSystem bringt das ausgewählte Juwel dann auf eine Drehscheibe, wo die Besucher es von allen Seiten betrachten können. Ein weiterer Höhepunkt ist die neue Schwerpunktausstellung des Verkehrshauses: „Logistik erleben“. Dieses für die Schweizer Volkswirtschaft äußerst wichtige Thema wird bis 2022 präsentiert und ist laut einer Mitteilung mit einer breiten Allianz der Logistikbranche geplant und umgesetzt worden. In Zeiten des Internets und globalen Paketverkehrs werden zum Beispiel die Vorgänge hinter den Kulissen von Online-Märkten für alle Besucher erlebbar gemacht. „Wir haben es geschafft, dank großzügiger Unterstützung der Branchenverbände das komplexe Thema Logistik umfassend, verständlich und spielerisch darzustellen“, wird Verkehrshausdirektor Martin Bütikofer zitiert. Ein animiertes Logistik-Miniaturmodell in der Halle Straßenverkehr zeigt anhand von Kurzfilmen und Modelllastwagen wie der Warenumschlag funktioniert. Ein automatisches Kleinteilelager sowie ein Scan-Spiel und eine Kommissionier-Station erlauben es dem Besucher, selbst in die Haut eines Logistikers zu schlüpfen, heißt es in der Mitteilung. Das Museum beschreibt sich selbst als „Schaufenster, Lernort und Erlebnis-

Was wäre die Schweiz ohne Schienenverkehr, Lokomotiven und Bahnwagen – oder umgekehrt, wie hat der Schienenverkehr die Entwicklung der Industrie und damit auch die Schweiz geprägt? Im Verkehrshaus dokumentieren zahlreiche Originalfahrzeuge die Geschichte der Mobilitaet auf Schienen in der Schweiz. Foto: Roger Hofstetter/Verkehrshaus raum von nationaler Bedeutung und internationaler Ausstrahlung“. Ergänzend dazu ist es aber auch ein Forum für Veranstaltungen. Ein Filmtheater, ein Planetarium, eine Me-

dia World sowie das Swiss Chocolate Adventure runden das Angebot der Verkehrshauses ab. Letzteres vermittelt laut Website auf einer rund 20-minütigen multimedialen Reise

über die Entdeckung, Herkunft, Herstellung und den Transport von Schokolade. Dabei ergibt sich auch die ein oder andere Möglichkeit zum Naschen und Genießen.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 · 8

Inne halten und entspannen

Insel Mainau | Ein florales Paradies / Jahresmotto „Blühende Wasser, schwimmende Gärten“ n

Von Nils Straßel

In unserer bewegten Zeit ist die Insel Mainau der ideale Ort zum Innehalten und bietet Raum für ein wenig Entspannung. Das 45 Hektar große Eiland bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten für einen Tagesausflug oder Kurzurlaub. Bunte Beete mit über einer Million Tulpen, mehr als tausend blühende Rosen im Italienischen Rosengarten sowie über 12 000 prächtige Dahlien machen die Insel zu einem floralen Paradies. Passend zum Jahresmotto „Blühende Wasser, schwimmende Gärten“ wird hier vom 25. September bis zum 1. November eine Herbstausstellung zum Thema Sukkulenten - „den schönsten Wasserspeichern der Pflanzenwelt“ stattfinden, wie sie in einer Ankündigung auf der eigenen Website bezeichnet werden. Neben Natur-und Garteninteressierten sowie Erholungssuchenden kommen auch viele Familien auf die Insel. Kinder können im Mainau-Kinder-

Die Insel Mainau im Bodensee aus der Vogelperspektive land spielen und sich austoben. Dazu gehören die Abenteuerspielplätze „Zwergendorf“, „Wasserwelt“ und „Blumis Uferwelt“ ebenso wie der Bauernhof mit Streichelzoo, Ponyreiten und Blumentieren. Der Insektengarten gleich nebenan informiert über die Bestäubungsleistung von Wild- und Ho-

Ein besonderer Hingucker – die Dahlienschau

nigbienen. Bis zum 25. Oktober können Kinder auf der Insel Mainau auch auf Schatzsuche gehen. Durch das Lösen von sechs Rätseln mithilfe kleiner Hinweise und einer Schatzkarte können die Kleinen den Mainau-Schatz entdecken und sich dabei einen Finderlohn verdienen. Die

Foto: Insel Mainau/Peter Allgaier

Foto: Insel Mainau/Peter Allgaier Schatzsuche dauert etwa eine Stunde, eignet sich für Kinder ab vier Jahren und ist kostenfrei. Außerdem gibt es diesen Sommer ein weiteres florales Highlight auf der Insel. In der Nähe des Energiepavillons wurde in einer Kooperation mit dem Stuttgarter Kosmos Verlag unter freiem Himmel ein großflächiges Spielfeld des Brettspiels „CATAN“ angelegt. Ausgewählte Pflanzen und verschiedene Bodenbeläge bilden eine überdimensionale Spielelandschaft: Spielfeld und Blumenmeer messen zusammen fast 9000 Quadratmeter. Kleine und große Mainau-Gäste werden vor Ort die Möglichkeit haben, dem eigenen Spieltrieb freien Lauf zu lassen und in das Kosmos-Spieluniversum einzutauchen und können das Catan-Feld bereits seit dem 24. Juli entdecken. Kulinarische Genüsse der verschiedensten Art bietet schließlich die Gastronomie der Insel: von der traditionsreichen Schwedenschenke im Stil eines

schwedischen Landgasthofs über das Schlosscafé bis zur Bäckerei „Täglich Brot“ und dem Restaurant Comturey am Inselhafen, das eine junge Bodenseeküche bietet und von vielen Hochzeitspaaren als Ort zum Feiern gewählt wird. Die zahlreichen Restaurants und Cafés sind aus gegebenem Anlass mit einem Hygienekonzept ausgestattet und können alle unter Beachtung der Schutzmaßnahmen besucht werden.

Info

Insel Mainau Öffnungszeiten: ganzjährig von 7 bis 21 Uhr, Der Besuch der Insel ist aktuell nur mit einem im Voraus gebuchten Online-Ticket inklusive Einlass Zeitfenster möglich. Eintrittspreise: Erwachsene: 22 Euro Kinder bis 12 Jahre: Eintritt frei, Schüler ab 13 Jahre: 13 Euro, Familien-Tagesticket: 45 Euro, mainau.de


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 · 10

Blick auf das Breisacher Wahrzeichen: das Stephansmünster

Sommer-Ausflug an den Rhein

Foto: zVg

Tagestour | Stephansmünster, Schifffahrt oder ein Glas Sekt aus Breisach Haben Sie Lust auf einen Sommer-Ausflug an den Rhein nach Breisach? Von Lörrach aus brauchen Sie etwa eine Stunde bis nach Breisach. Ihr Auto stellen Sie am besten am Parkplatz an der Stadteinfahrt Süd ab. Von dort sind es zu Fuß nur etwa zehn Minuten bis zum neuen Marktplatz. Dort können Sie am Wasserspiel Platz nehmen und sich einen Kaffee oder ein leckeres Eis gönnen. Schon von hier haben Sie das Wahrzeichen im Blick, das St. Stephansmünster. Der

Weg hinauf zum Münsterberg, dem historischen Teil unserer Stadt, lohnt sich auf jeden Fall. Im Innern der Kirche erwarten die Besucher bedeutende Kunstschätze. Genießen Sie den Ausblick von der Münsterterrasse, wie vor Ihnen schon Kelten, Römer und andere Herrscher in der wechselvollen Geschichte der Stadt. Von Montag bis Samstagmittag können Sie vom Marktplatz oder Bahnhof auch mit dem Bürgerbus hinauf zum Münster gelangen. Und an den Wo-

chenenden im August nimmt Sie das badenova-Bähnle (kostenpflichtig) mit auf eine Fahrt um den Münsterberg. Natürlich sollten Sie auch dem Rhein einen Besuch abstatten. In Richtung Süden kann man herrlich flanieren, vorbei an der Regattastrecke der Ruderer. Oder Sie machen es sich gemütlich auf den Sonnendecks der Schiffe „Weinland Baden“ und „Napoleon“. Diese gehen bis Ende Oktober mehrmals wöchentlich auf Tour (Fahrplan

unter www.bfs-info.de). Die Region rund um Breisach lädt auch zum Radwandern ein. Unsere Radkarte „Grenzenloses Radvergnügen“ enthält viele Tourenvorschläge auf beiden Seiten des Rheins. Räder und E-Bikes können Sie in Breisach auch ausleihen. Falls die Sonne einmal nicht scheint, empfehlen wir Ihnen einen Rundgang durch das Museum für Stadtgeschichte im historischen Rheintor. Dies können Sie gut verbinden mit einer Führung

bei der Geldermann Privatsektkellerei (täglich um 14 Uhr). Ein Glas Sekt aus Breisach – ein gelungener Abschluss des Ausflugs an den Rhein.

Info Stadtführungen gibt es dienstags und samstags ab 10.30 Uhr. Info und Anmeldung bis zum Vortag bei Breisach-Touristik, Tel. 07667/94 01 55, E-Mail: breisach-touristik@breisach.de n www.breisach-urlaub.de

Kaktusfeigen in den Reben Winklerberg | Wanderung durch den Vulkanfelsgarten n

Von Alexander Anlicker

Die oft als Kaktusfeigen bezeichneten Früchte und die jungen Triebe sind essbar und gehören zur mexikanischen Standardküche. Zu finden sind die auch als Opuntien bekannten Kakteen am südwestlichen Ausläufer des Kaiserstuhls, dem Winklerberg. Dort hat das Naturzentrum Kaiserstuhl eine schöne Wanderung durch den „Vulkanfelsgarten“

Den Opuntien gefällt das Klima am Kaiserstuhl. Foto: Alexander Anlicker angelegt und beschildert. Lohnenswert ist ein Abstecher auf den Blanken-

hornsberg zum Staatsweingut Freiburg. Fast ständige Begleiter auf der Tour sind Eidechsen und die Heuschrecken. Die Blauflügeligen Ödlandschrecken sind faszinierend, erinnern sie doch bei ihren kurzen Flügen an Schmetterlinge. Eine Wegbeschreibung ist im Internet unter www.adler-breisach.de/ public/utilities/pdf-manager.php?winklerberg-tour zu finden. n


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 · 11

Ausflug mit dem Rad lohnt sich Tipp | Einmal rund um die Bädergemeinde Bad Bellingen n

Von Jutta Schütz

Einmal rund um die Bädergemeinde – ein Familienausflug mit dem Rad lohnt sich, und man kann jederzeit kleinere Stopps an Aussichtspunkten, für ein Picknick oder ein Spiel einlegen. Starten wir im Kernort auf der Rheinstraße, wer will kann vor der Tour frühstücken, das ist, am besten mit Voranmeldung, in Hotels möglich. Über die Rheinstraße geht es Richtung Badstraße, am Rewe vorbei und kurz vor den Thermen rechts ab durch eine Unterführung mit Hinweisschild „Zum Rhein“ auf den Rheinpfad. Geradeaus ist schon das Fundament zu sehen, auf dem der neue Rheinaussichtssteg errichtet wird. Dort links abbiegen Richtung Rheinweiler. Entlang des Wegs kommt man an Kanustation und Panzerplatte vorbei. Wer will, kann hier die Füße in den Rhein hängen lassen. In Rhein-

Unterwegs auf dem Barfußpfad weiler geht es links wieder durch eine Autobahn-Unterführung und dann bergauf an Schloss Rheinweiler, heute ein Seniorenpflegeheim, vorbei. Links in die Schlossstraße einbiegen und vorher einen Blick in die hübsche kleine Kirche von Rheinweiler werfen. Rechts weiter auf der Schlosstraße bis zur Kreuzung Burgunderstraße. Hier kann man auch einen Imbiss einnehmen, wenn man will. Sonst die Burgunderstraße überqueren, und – jetzt wird‘s anstrengend – die Blansinger Straße hochradeln, bis diese auf die „Untere Rö-

merstraße“ trifft. Unterwegs gibt es tolle Aussichten auf Rhein, Rheinseitenkanal, Vogesen, Kaiserstuhl und sogar auf den Blauen. Bei der Ruheliege links abbiegen und Richtung Bamlach und Campinplatz „Lug ins Land“ fahren - auch dort ist ein Imbiss möglich. In Bamlach rechts abbiegen in den Probsteiweg, dann wieder vor „Männlins Strauß“ rechts in die Kirchstraße und dann noch einmal bergan – links liegt der Golfplatz –, bis vor einem Wäldchen ein Wegekreuz zu sehen ist, dort links auf die Römerstraße, die gleichzei-

Foto: Jutta Schütz tig einer der deutschen Jakobswege ist. Der Römerstraße über eine Kreuzung geradeaus weiter folgen Richtung Hertingen/ Schliengen. Wer will, kann von der Straße aus einen Abstecher zur Wallfahrtskapelle Maria Hügel machen – auch dort eine tolle Aussicht aufs Elsass. Die Römerstraße trifft vor der Kreuzung bei der Kreisstraße auf den Radweg nach Hertingen. Hier rechts abwärts nach Hertingen und bis zur Kreuzung Mühlenstraße radeln, dort wieder rechts abbiegen und circa einen Kilometer bis zum engli-

schen Landschaftsgarten Landhaus Ettenbühl fahren. Dort ist nicht nur der Garten sehenswert, sondern man kann sich kostenlos im Hainbuchenlabyrinth verirren. Wieder zurück nach Hertingen, erneut links die Bellinger Straße aufwärts und zurück auf den Radweg diesmal in Gegenrichtung nach Bad Bellingen. Bergab bis kurz vor die Kurve vor dem Ortseingang fahren, die Kreisstraße kreuzen und sich zuerst Richtung Kirschenhof orientieren. An der ersten Kreuzung links abbiegen. Durch die Weinberge geht es bergab an der sehenswerten barocken katholischen Pfarrkirche vorbei. Rechts durch die Bahnunterführung, und wieder rechts in die Rheinstraße. Der Rheinstraße bis in zum Kurpark folgen. Dort kann man zum Abschluss eine Runde Abenteuergolf spielen oder den Barfußpfad austesten.

Heimat für Salamander, Eidechsen und Co.

Naturerlebnispfad | „Trockenmauern am Freudenberg“ bei Spaziergang im Eggenertal entdecken

n

Von Silke Hartenstein.

Mit seiner seltenen Pflanzen- und Tierwelt und mediterran anmutenden Winkeln lädt der 1,4 Kilometer lange Naturerleb-

Die Trockenmauern sind Lebenraum für viele Tiere und Pflanzen. Foto: Silke Hartenstein

nispfad „Trockenmauern am Freudenberg“ zum Spaziergang ein. Hier, im Eggeneroder auch „Kirschblütental“, gibt es mit über 1500 Metern Länge eines der größten zusammenhängenden Trockenmauergebiete im Markgräflerland. Die ein bis fünf Meter hohen Mauern bieten Lebensraum für Salamander, Mauer- und Zauneidechse, Erdkröte, Distelfink, Wildbiene, Bläuling, Weinberg-Iris und wilder Thymian und vieles mehr. Der Weg bietet schöne Ausblicke über das Eggenertal und gen Hochblau-

en, Schautafeln informieren über Trockenmauern und die in diesem Biotop angesiedelte Fauna und Flora, mitunter laden Sitzbänke zum Verweilen ein. Im 19. Jahrhundert wurden die Mauern angelegt, um die Steillagen der Winzer zu sichern. Seit den 2000er Jahren wurden sie peu á peu frei gelegt und teilweise restauriert. Gehzeit: Etwa eine Stunde. Für Kinderwagen und Rollstuhl sind die meist mit Gras bewachsenen, teils abschüssigen Wege nicht gut geeignet. Parkmöglichkeit: In Nie-

dereggenen via Schulstraße an der Kirche vorbei zum Parkplatz bei der Gemeindehalle. Von dort entlang des Bibelgartens an der Kirche hinauf, den Friedhof überqueren und dann der Beschilderung folgen. Der Weg zieht eine Schleife und mündet oben in einen Platz mit mehreren Sitzgelegenheiten. Von dort die Asphaltstraße hinab ins Dorf. Wer mehr sehen möchte: Kurz vor Rückkehr zum Parkplatz sieht man das Schild des „Lust und Laune“-Wegs (Sonnensymbol auf rotem Grund und QR-Code) – dieser 4,2 Ki-

lometer lange Rundweg geht über 143 Höhenmeter hinauf zum Naturerlebnispfad „Hagschutz“ auf der anderen Talseite. n www.eggenertal.de


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 · 12

Efringen-Kirchen zu Fuß entdecken Freizeit | Förderkreis des Museums „Alte Schule“ hat Flyer mit Spaziergängen erstellt n

rakter. Mittelpunkt des Dorfkerns mit dem Brunnenplatz ist die kleine Kirche St. Cäcilia.

Von Reinhard Cremer

Für jeden Ortsteil von Efringen-Kirchen wurde vom Förderkreis des Museums „Alte Schule“ ein aufwendig gestaltetes Faltblatt erstellt mit Informationen zum jeweiligen Dorf, einer Wegskizze sowie einer Beschreibung der am Wegesrand liegenden Sehenswürdigkeiten. Zusammengestellt wurden die Spaziergänge in der Regel von einem im jeweiligen Ort wohnenden Mitglied des Förderkreises. Gestaltet wurden sie von Helga Meier, der Vorsitzenden des Förderkreises. Die Spaziergänge haben eine Länge von 1,6 Kilometern (Mappach) bis zu 7,8 Kilometern (Huttingen bis Blansingen und zu-

Wintersweiler

Der Ausblick auf Egringen während eines Spaziergangs rück). Wie viel Zeit die Spaziergänge in Anspruch nehmen, bestimmen die Wanderer selbst, befinden sich doch am Wegesrand immer wieder Möglichkeiten zum Verweilen oder zur Einkehr. In den Dörfern gibt es zahlreiche mehrere Jahrhunderte alte Gebäude zu entdecken. Auf den kleinen an Hauswänden ange-

brachten Tafeln ist Wissenswertes zur Historie des jeweiligen Gebäudes angebracht.

Efringen-Kirchen

Auf dem 4,4 Kilometer langen Rundweg, zu dem sich als Ausgangspunkt das Museum „Alte Schule“ neben dem Bahnhof mit angrenzenden Parkmöglichkeiten anbietet, werden die Wanderer vorbei an markanten alten und neuen Gebäuden geführt. Auch die jüdische Vergangenheit mit Friedhof und ehemaliger Synagoge wird thematisiert.

Istein

Noch vor nicht allzu langer Zeit leckte der Rhein am Fuße des Klotzen an einem ehemaligen Korallenriff. Kelten und Römer hinterließen hier ihre Spuren. Der 3,5 Kilometer lange Rundgang führt vom Klotzen durch den historischen Dorfkern mit sehenswerten Gebäuden wie dem „Chänzeli“ oder den Resten des Schenkenschlössli.

Kleinkems

Ausgangspunkt des rund 4,5 Kilometer langen Rundweges durch und um das im Jahre 1086 erstmals erwähnte Dorf ist auch hier der Bahnhof. Der Weg führt unter anderem durch die Reben, von wo aus man den Ausblick über das Rheintal, die Vogesen und das schweizerische Jura genie-

Fotos: Reinhard Cremer ßen kann. Im Ort zeugen das ehemalige Pfarrhaus und der Meierhof von ihrer früheren Zugehörigkeit zum Kloster St. Blasien.

Huttingen-Blansingen

Über fast acht Kilometer führt der Wanderweg von Huttingen nach Blansingen und wieder zurück. Ausgangs- und Endpunkt ist der Huttinger Sportplatz. Über die Römerstraße führt der Weg ins Nachbardorf Blansingen. Ein Muss für Besucher ist dort die Kirche St. Peter mit ihren mittelalterlichen Wandmalereien. Der Rückweg führt wieder parallel zum Rhein und durch die Reben nach Huttingen.

Welmlingen

Die ältesten Häuser Welmlingens stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Der Ort selbst feierte 2013 sein 900-jähriges Bestehen. Der Dorfkern offenbart auch heute noch seinen landwirtschaftlichen Cha-

Helga Meier präsentiert die Spaziergangsflyer.

Auf der anderen Seite des Engetals, auf dem Weg zum Schwarzwald, liegt Wintersweiler. Vom Parkplatz am Katzenberg geht es zwischen Maisfeldern und Reben hinab ins Dorf. Sehenswert sind Rathaus, Kirche sowie der Bläsihof. In der erstmals im Jahre 1344 erwähnten ehemaligen Mühle befindet sich heute ein Landgasthof. Nach etwa fünf Kilometern hat man den Parkplatz wieder erreicht.

Egringen

Den schönsten Blick über Egringen bietet der kleine Ruheplatz an der Hohen Straße, inmitten von Feldern und Obstbäumen. Den Rundgang durch das Dorf beginnt man am besten am Friedhof, wo auch das Auto abgestellt werden kann. An der St. Gallus-Kirche vorbei führt der Weg durch das Dorf mit Rathaus und „Stapflehus“. Aus dem Dorf hinaus geht’s an zwei Rastplätzen vorbei auf die Hohe Straße und von dort wieder zurück zum Parkplatz.

Mappach

Zwar gehört auch der höher gelegene Ort Maugenhard zu Mappach, doch beschränkt sich der Spaziergang auf Mappach mit seiner wechselvollen Geschichte. Markante Gebäude sind neben der Kirche das aus der Zeit um 1870 stammende Rathaus und das 1763 erbaute Jägerhaus. n Die Flyer liegen im Rathaus Efringen-Kirchen, im Museum und in mehreren Gastronomie-Betrieben aus. Alle Flyer gibt es auch als PDF zum Herunterladen.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 · 13

Vom Tüllinger Berg hat man einen schönen Ausblick auf das Kandertal.

Foto: Alexandra Günzschel

Zum Hinkelstein oder in die Reben Wandern | Das Kandertal liegt auf der letzten Etappe des Westwegs / Schöne Panorama-Blicke

Wandermöglichkeiten eröffnen sich überall im Kandertal. Zahlreiche Touren führen über Hügel und Höhen und bieten so weitgreifende Ausblicke über die Landschaften. Dabei reicht der Blick nicht selten bis ins Basler Land und zu den Vogesen im nahegelegenen Elsass. Wie reizvoll die Landschaft ist, zeigen auch die bekannten Wanderwege, die das Kandertal immer wieder kreuzen. So führt zum Beispiel die letzte Etappe des Westwegs, ein Fernwanderweg von Pforzheim bis Basel, in ihrer westlichen Variante mitten durch das Tal, von der Kanderner Wolfsschlucht bis zu den aussichtsreichen Weinbergen

Buchen, Moos und das warme Licht prägen die zauberhafte Wolfsschlucht. Foto: Alexander Anlicker

auf dem Tüllinger Berg oberhalb des Vorderen Kandertals. Der Westweg

ist mit einer roten Raute auf weißem Grund markiert. Die Wegzeichen be-

finden sich auf den Weisern oder an Bäumen. Ein weiterer beliebter mehrtägiger Wanderweg ist das Markgräfler Wiiwegli. Eine Etappe führt hier durch das Dorf Binzen und durch weite Weinberge hinauf zum aussichtsreichen Hinkelstein am Hartberg. Danach geht es weiter entlang des mit Weinstöcken bewachsenen westlichen Läufelbergs, das Dorf Fischingen dabei stets im Blick. Um auf dem Wiiwegli zu bleiben, muss man dem Wegzeichen – eine rote Raute mit einer gelben Weinrebe darauf – folgen. Die Wege durch die Reben bieten Ausblicke in das Rheintal. In den am

Weg gelegenen Dorfgaststuben und Straußenwirtschaften können Speisen und Weine aus der Region genossen werden.

Info Der 285 Kilometer lange Westweg kann in elf Etappen gelaufen werden. Der Schwierigkeit liegt bei leicht bis mittel. Der Wiiwegli ist insgesamt rund 92 Kilometer lang, wird als leichter Wanderweg eingestuft und in fünf Etappen eingeteilt. Weitere Infos zum Westweg und dem Wiiwegli auf den Webseiten: www.wiiwegli.info und www.schwarzwaldverein.de/wege.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 · 14

Geselliger Sport mit Spaßfaktor

Freizeitsport | „Big Star Bowling“ seit zehn Jahren in Weil am Rhein / Entspannte Atmosphäre n

Von Ralph Lacher

„Bowling ist ein vor allem auch geselliger Sport mit hohem Spaßfaktor und erfreut sich im Dreiländereck steigender Beliebtheit.“ Das sagt Manfred Metzger, der seit zehn Jahren im Gewerbegebiet Rheinvorland in Haltingen an der Hegenheimer Straße 18 „Big Star Bowling“ betreibt. Allerdings schränkt auch diese Freizeitsport-Variante derzeit Corona mächtig ein. „Wir haben aber alle Anforderungen erfüllt und können nach fast drei Monaten Zwangspause wieder offen haben“, sagt Manfred Metzger. Er erzählt, dass Bowling vor rund 150 Jahren in den USA aus dem europäischen Kegeln entstand, hierzulande aber erst ab den 1970er-Jahren popu-

Bowling, Freizeitsport mit Spaßfaktor für alle Altersgruppen, kann im „Big Star Bowling“ in Weil am Rhein an der Hegenheimer Straße gespielt werden. Foto: Ralph Lacher lär wurde. Bowling ist spannende Unterhaltung gepaart mit sportlicher Aktivität für alle Altersgruppen. Ob als Familie zusammen mit den Kindern am Wochenende oder mit Freunden in ent-

spannter Atmosphäre – Bigstar Bowling bietet für jede Klientel eine sportliche Herausforderung. Die Anlage an der Hegenheimer Straße verfügt über insgesamt zwölf Bowling-Bahnen, die der-

zeit jedoch Corona-bedingt nur zur Hälfte genutzt werden dürfen. Als Alternative zum Bowling bietet die Einrichtung die Möglichkeit, Billard, Tischfußball oder Bull’s-eye- Dart zu spielen.

Neben den Sport-Bereichen findet sich in den großzügigen Räumen eine Lounge für gemütlichen Aufenthalt und Kontakte bei Getränken oder kleinen Speisen. Diese serviert das Team von Manfred Metzger üblicherweise gerne auch an die Bowling-Bahnen. Derzeit ist auch das anders – Selbstbedienung an der Theke ist angesagt. Neben vielen Franzosen, die rund die Hälfte der „Nutzer“ ausmachen, dazu Schweizern und natürlich auch deutschen Bowlern gibt es auch einen Verein, den Ersten Bowlingverein Weil am Rhein, der am Wettspielbetrieb teilnimmt. Ebenso der Billardclub Weil am Rhein, der sein Domizil ebenfalls in der Hegenheimer Straße in Weil am Rhein hat.

Spuren in ganzer Welt

Museum | „Weil Welt Weit“ bis Dezember am Lindenplatz Die aktuelle Ausstellung „Weil Welt Weit. Weiler Spuren in der ganzen Welt“ im Museum am Lindenplatz in Alt-Weil macht das globale Beziehungsnetz von Weiler Unternehmen und Menschen deutlich. Dabei entsteht ein spannendes Kaleidoskop der

technischen und gesellschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Thematisiert werden auch die Weiler Partnerstädte Huningue (Frankreich), Bognor Regis (Großbritannien) und Trebbin (Brandenburg), verschiedene Verkehrsmittel, die nach „Weil am

Rhein“ benannt wurden sowie Industrie- und Konsumprodukte „Made in Weil“. Viele berühmte Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Politik, Wissenschaft und Sport stammen aus der Stadt im Dreiländereck und haben es international zu Erfolg gebracht.

Auch die weltweite Mobilität spielt eine Rolle in der Ausstellung im Museum am Lindenplatz. Foto: Marco Fraune Im Bereich der Wissenschaft nimmt das ISL in Saint-Louis eine Sonderrolle ein. Nicht zuletzt stehen auch die Auslands-Weiler für die globale Vernetzung, ihnen wird ein spezieller Bereich gewidmet.

Weiler Wein darf nicht fehlen

Ein Weiler Produkt darf nicht vergessen werden: der Weiler Wein, welcher mittlerweile weltweit genossen wird. Auf den Be-

sucher warten kuriose Geschichten und spannende Objekte, Einblicke in die Vergangenheit und partnerschaftliche Begegnungen bis in die Gegenwart. Die Ausstellung ist speziell für Kinder und Familien konzipiert. Kinderstationen laden zum Entdecken und Erkunden ein. Ein umfassendes Rahmenprogramm ergänzt die Ausstellung, die wegen der Corona-Pause bis zum Jahresende verlängert worden ist.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 · 15

Einzigartige Ausstellung in Europa

Spielzeug Welten Museum | Besucher können eine historische Sammlung von Gehstöcken sehen artig in Europa. Das Museum beherbergt mit mehr als 2500 Teddys die weltgrößte Sammlung an Stofftieren dieser Art. Zudem finden laufend Sonderausstellungen zu ausgesuchten Themengebieten statt. Wie die Exponate, so wurde auch das ehrwürdige Gebäude aus dem Jahr 1867 selbst auf höchstem technischem Stand komplett restauriert. Rollstuhlgerecht vom Ristorante „La Sosta“ im Erdgeschoss bis zu den obersten Ausstellungsräumen, wird es den Erfordernissen modernster Museumsgestaltung vollauf gerecht. Und die gleichen hohen Maßstäbe wie für die Architektur wurden auch ans Ausstellungskonzept angelegt. Die Exponate präsentieren sich hinter

Raum greifenden, speziell angefertigten Vitrinen aus Holz und Glas. Einmal im Monat findet eine öffentliche Führung statt. Sie umfasst das gesamte Gebäude sowie die jeweilige aktuelle Sonderausstellung.

Sonderausstellung über Spazierstöcke Vom 18. April bis 4. Oktober präsentiert das Museum die Sonderausstellung „Die unglaubliche Welt der Systemstöcke“. Die System- oder Funktionsstöcke erfinderischer Geister sind möglicherweise die faszinierendsten und am meisten gesammelten Gehstöcke. Diese Kategorie besteht aus Stockvarianten mit einer versteckten Funktion wie einem Fächer, einem Re-

Bis 4. Oktober präsentiert das Spielzeug Welten Museum Basel Geh- und Spazierstöcke aus den vergangenen Jahrhunderten. Foto: zVg/Spielzeug Welten Museum genschirm, einer Flasche mit Trinkglas, einem Parfümflakon oder einer Klinge. n Die Öffnungszeiten des Spielzeug Welten Museums Basel sind, Januar bis November, Dienstag

bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Im Dezember ist das Museum täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Ristorante „La Sosta“ sowie die Boutique können täglich von 9.30 bis 18 Uhr besucht werden. yellow.agency

Das Spielzeug Welten Museum befindet sich im Herzen von Basel und ist das größte Museum seiner Art in Europa. Es gehört der Mäzenin Gigi Oeri, wurde von ihr aufgebaut und öffnete im Jahr 1998 seine Tore. Was die Schaufenster an prominenter Lage am Anfang der Steinenvorstadt bereits verkünden, bestätigt sich im Innern des Museums auf Schritt und Tritt: An diesem Ort wird den ausgestellten Objekten mit Respekt begegnet. Auf mehr als 1000 Quadratmetern, verteilt auf vier Stockwerken, wird ihnen gebührend Ausstellungsfläche eingeräumt. Seine Sammlung mit mehr als 6000 Teddybären, Puppen, Kaufmannsläden, Puppenhäusern und Miniaturen ist einzig-

k c o t s r e i z a p S Der

Die unglaubliche Welt der Systemstöcke | Sonderausstellung bis 4. Oktober 2020 Museum, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr Ristorante La Sosta und Boutique, täglich von 9.30 bis 18 Uhr Steinenvorstadt 1, CH-4051 Basel | www.swmb.museum

Spielzeug Welten Museum Basel


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 · 16

37 Kilometer in vier Etappen Wandern | Zirkelschlag durchs Markgräflerland: Das Müllheimer Rundumwegli n

Von Dorothee Philipp

36,5 Kilometer, 819 Meter Auf- und 780 Meter Abstiege, elfeinhalb Stunden: hinter dem dürren Steckbrief aus Zahlen verbirgt sich ein einmaliges Wandererlebnis – ein Rundumschlag um Müllheim, in den auch die Teilorte einbezogen sind. Die Wanderstrecke folgt in etwa den Gemarkungsgrenzen, und wer sie komplett abläuft, wird vor allem eins erfahren: Von allen Seiten machen die Stadt und ihre Ortsteile eine gute Figur. Der Weg führt abwechslungsreich durch Obstwiesen und Weinberge, stille Dorfstraßen und romantische Hohlwege, streift an Waldrändern entlang, überquert plätschernde Bäche und eröffnet märchenhafte Aussichten auf versteckte Schönheiten und große Landschaftspanoramen. Nicht jeder hat die Kondi-

Die Thementouren sind mit einem QR-Code für weitere Informationen vesehen. Foto: Dorothee Philipp tion, die ganze Strecke auf einmal zu bewältigen. Und so hat das Rundumwegli bei seiner Einweihung auch gleich ein paar Ableger bekommen: Auf vier kürzeren, zwischen zehn und 16 Kilometer langen Varianten macht man Bekanntschaft mit den Elementen, die diese alte Kulturlandschaft prägen. Der Weinbau ist das Thema der nördlichsten Route um die Weinberge

um Zunzingen, Britzingen, Muggardt und Dattingen. Im Feldberger Tal geht es landschaftlich reizvoll um Obst, Wald und Wiese. Die Tour in Richtung Niederweiler führt in ihrem Hauptteil durch den Eichwald, der mit seinen alten Baumriesen eine Besonderheit im südbadischen Raum darstellt. Die vierte Tour „Post-

kutsche“ ist eine Referenz an die gute alte Zeit, schließlich bewegt sich die Route teilweise auf der alten Postkutschentrasse zwischen Freiburg und Basel. Das Landhotel „Alte Post“, an dem sie vorbeiführt, war zu jenen Zeiten als Posthalterei ein wichtiger Wegepunkt. Für das Wohlergehen der Wanderer sorgen zum einen Ruhebänke und die drei an attraktiven Aus-

sichtspunkten platzierten Genussliegen aus naturbelassenem Robinienholz. Hier kann man sich gemütlich räkeln und in den Tag hineinträumen, bis die Neugierde, was hinter der nächsten Wegbiegung wohl kommen mag, wieder überhandnimmt. Wer ohne Proviant wandert, findet in den zahlreichen Gasthöfen am Wegesrand ein herzliches Willkommen und ein Angebot an Speis und Trank, das keine Wünsche offen lässt. Das Rundumwegli und seine Varianten sind mit Wegbeschreibung, Höhenprofilen und Informationscodes für das Smartphone in einem Flyer zusammengefasst.

Info www.muellheim-touristik.de/Aktiv/Wandern/ Muellheimer-Rundumwegli

Markt und Hofbar ganzen Sommer geöffnet Landleben | „Unser Angebot kommt auf direktem Weg vom Feld in unseren Landmarkt“ „Unser Angebot kommt auf direktem Weg vom Feld in unseren Landmarkt“, verspricht Petra Bohrer vom Bohrerhof in

Feldkirch. An sieben Tagen in der Woche lädt der großzügige Landmarkt auf dem Bohrerhof dazu ein, regionale Produkte

einzukaufen. Neben den erntefrischen Erzeugnissen aus eigenem Anbau, wie Chicorée, Kürbisse und Zucchini gibt es ausgesuchte Spezialitäten, Weine, Liköre und Geschenkartikel von Betrieben aus der Region, Hausgemachtes aus der Landküche sowie hofeigene Bäckerei- und Konditoreiwaren. Zum Genuss lädt auch die Hofbar mit der großen Freiterasse ein. Leckermäuler finden neben Kaffee und Kuchen auch Flammkuchen und weitere feine Sachen aus der Hofbäckerei. Von Mittwoch bis Freitag ab 17 Uhr sowie Samstag und

Sonntag ab 14 Uhr ist Cocktail-Zeit mit dem Profi „Franky le Shaker“. Den Sommer über sind an Samstagen und Sonntagen ab 12 Uhr verschiedene Food-Trucks zu Besuch. „Unter Einhaltung aller Bestimmungen und gebotenen Vorsichtsmaßnahmen möchten wir Ihnen eine richtig schöne Som-

Info Bohrerhof, Bachstraße 6, 79258 Hartheim-Feldkirch, Tel. 07633/ 92 33 20, E-Mail: info@ bohrerhof.de n www.bohrerhof.de

Seit kurzem gibt es auf dem Bohrerhof auch Wohnmobil-Stellplätze. Foto: zVg merzeit im Markgräflerland bieten“, heißt es in einer Mitteilung des Bohrerhofs. Seit kurzem gibt es auf dem Hofgelände ruhig gelegene Wohnmobilstellplätze mit Strom und Entsorgungsstation.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2020 · 17

Heimat für Vögel

Vogelpark Steinen | Beliebte Freizeiteinrichtung

n

Eine attraktive Einrichtung in Sachen Naherholung und Fremdenverkehr ist das Bauernhausmuseum Schneiderhof in Steinen-Endenburg, derzeit allerdings coronabedingt etwas ausgebremst. Foto: Ralph Lacher

Hoffen auf die Aktionstage

Schneiderhof | Eingeschränkter Betrieb n

Von Ralph Lacher

Die Hoffnung, dass man mit dem Bauernhausmuseum Schneiderhof in Kirchhausen einen gewissen „Publikumserfolg“ haben würde, hegte man durchaus, als auf dem Anwesen aus dem Jahre 1696 vor nunmehr 24 Jahren, im Jahr 1996, das Bauernhausmuseum eröffnet wurde, sagt man im „Verein zum Erhalt des Schneiderhof“ um dessen Vorsitzenden Martin Kickhöfen. In diesem Jahr allerdings ist auch im idyllischen Kirchhausen einiges anders – coronabedingt gibt es seit März weder die großen Gruppenführungen noch die beliebten Aktionstage immer am ersten Samstag im Monat. „Wir haben bisher nur in kleinen Gruppen von maximal acht Personen Führungen nach Voranmeldung realisieren können“, sagt Kickhöfen. Dies zum einen, weil in dem alten Gebäude mit seinen engen, niedrigen Räumen trotz realisiertem Hygie-

nekonzept Abstand nur schwer einzuhalten ist, zum anderen, weil man das eigene Personal schützen will. „Der Großteil unserer ehrenamtlichen Helfer ist der Risikogruppe zuzurechnen“, erklärt Kickhöfen. Trotzdem bestimmt die Hoffnung auf bessere Zeiten derzeit die Stimmung im Schneiderhofverein. „Wir hoffen darauf, im Spätjahr auch wieder Aktionstage machen zu können“, sagt Kickhöfen. Und macht kein Hehl daraus, dass die massiv eingeschränkten Aktivitäten ein ziemliches Loch in die Schneiderhofkasse reißen. Aus der wird der Unterhalt der Liegenschaft finanziert – gut zu wissen, dass in der jüngeren Vergangenheit alle größeren Unterhalts- und Instandhaltungsarbeiten durchgezogen wurden. 2021 werde man dann wieder in deutlich größerem Umfang, vielleicht wie vor Corona, aktiv sein können, hofft der Schneiderhofvereins-Chef.

Von Ralph Lacher

Seit 40 Jahren gibt es den Vogelpark in Steinen. Die Einrichtung zwischen Hofen und Weitenau auf Schlächtenhausener Gemarkung ist nicht nur einer der schönsten Vogelparks Deutschlands, sondern auch eine Freizeiteinrichtung für die ganze Familie. In einer Talsenke, vom Verkehr abgeschirmt und schattig gelegen, bietet der rund zehn Hektar große Park rund 1000 Vögeln in 300 Arten aus aller Welt ein prächtiges Zuhause. Aber auch Berberaffen, Kapuziner- und Weißbüschel-Äffchen sowie Kängurus, Hasen und Bergziegen leben im Vogelpark. Durch Grillstellen mit Schutzhütten, einem Kiosk mit gastronomischem Angebot, einem Barfußpfad, einem Kräutergarten und einer Wassertretstelle wird dem Freizeitcharakter des Weiteren Rechnung getragen.

Die Greifvogel-Schau ist eine der Attraktionen des Vogelparks Steinen. Foto: Ralph Lacher Eine besondere Attraktion sind die täglich um 11 und 15 Uhr stattfindenden Greifvogel-Flugvorführungen mit Adlern, Falken und Eulen. Die moderierten Berberaffen-Fütterungen und der Besuch des Känguru-Freigeheges sind

Info Der Vogelpark in Steinen hat derzeit täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

derzeit wegen Corona indessen nicht möglich. Im Vogelkundehaus erfährt man alles Wissenswerte über die heimische Vogelwelt. Im Sittich-Freifluggehege findet sich eine Vielzahl farbenprächtiger Sittiche. Zu beachten ist, dass die Abstandsregel auch bei den Greifvogel-Flugshows gilt. Mundschutz wird empfohlen, in den Tierhäusern ist er Pflicht.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2020 · 18

Vereinsungebunden Sport treiben Fitnessparcours | Anlage beim Maulburger Alemannenstation steht allen offen n

Von Hans-Jürgen Hege

Sport in organisierten Vereinen ist nicht jedermanns Sache. Deshalb kommt für viele das neue Angebot der Gemeinde Maulburg wie gerufen: ein Fitnessparcours mit Bewegungsstationen für alle. Im Rahmen der Sportflächenentwicklung hatte der Maulburger Gemeinderat über einen Mehrgenerationenplatz mit Outdoor-Fitnessgeräten nachgedacht. Als Standort wurde der Bolzplatz gewählt, der mit 45 mal 55 Metern groß genug ist, um fünf Geräte hintereinander aufzustellen. Und mit einem bebilderten und ausgeschilderten Trainingsprogramm, das weder weh tut noch allzu große Anstrengungen erfordert, weil es in drei Stufen locker zu bewältigen ist: „Leicht – Mittel – Schwer“.

Rund 30 000 Euro hat die Gemeinde in Zusammenarbeit mit weiteren sechs Sponsoren in das Projekt investiert, von dem TuS-Präsident Bruno Sahner „schon viele Jahre lang träumt“ und das als Ergänzung des ohnehin schon großzügigen Sportangebots im Bereich des Alemannenstadions gedacht ist. „Ein langjähriges Ziel von mir ist erreicht“, betonte Sahner beim Startschuss und fügte hinzu: „Wir eröffnen heute einen Park, von dem die ganze Bevölkerung profitieren kann und darf.“ Es freue ihn, dass der Fitnessparcours als einer von vielen anderen, die mittlerweile flächendeckend in der Region und in der Schweiz angelegt sind, nun in Betrieb genommen werden kann. Denn damit sei es möglich, die Bevölkerung

zu sportlicher Betätigung zu bewegen. Nach neuesten Erkenntnissen sei Krafttraining zur Stärkung

der Muskulatur überaus wichtig. Der Fitnessparcours soll der Bevölkerung vereins-

Jedermann steht der Fitnessparcours in Maulburg offen.

ungebunden ohne Festsetzung von Zeiten nach Lust und Laune die Nutzung des Parcours erlauben.

Fotos: Harald Pflüger


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 · 19

„24 Stops“: Das Programm Führung „24 Stops – Rehberger-Weg“, sonntags, 14 Uhr: Einmal im Monat an einem Sonntag bieten die Fondation Beyeler und das Vitra Design Museum von Juni bis Oktober Führungen auf dem „24 Stops – Rehberger-Weg“ an. Dauer: zwei Stunden; Preis: zehn Euro – ab Fondation Beyeler: 30. August, ab Vitra Design Museum: 27. September und 25. Oktober Expertenführung am Sonntag, 20. September, 16 Uhr: Eine in Kooperation mit der Volkshochschule Weil am Rhein veranstaltete Führung zum Thema „Geschichte“ lädt dazu ein, das Wissen zur Historie der Region zu vertiefen. Preis: zehn Franken ab Vitra Design Museum, bis Stop 12 und Alt-Weil Führung mit Weinprobe, sonntags, 16 Uhr. Teilnehmer können den Spaziergang auf dem Rehberger-Weg mit einer Weinprobe verbinden. Die Führung findet ab zehn Teilnehmern statt, Preis: 30 Euro. Ab Vitra Design Museum: 16. August: Bei schönem Wetter im Rebberg, sonst im Foyer des Ando-Pavillons auf dem Vitra Campus; ab Naturbad Riehen: 13. September: Bei schönem Wetter im Rebberg, sonst auf dem Weingut Engler. Vollmondführung: Mittwoch, 2. September, 19.30 Uhr: Im Mondschein wandern die Teilnehmer den Rehberger-Weg vom Vitra Design Museum bis zur Fondation Beyeler und genießen einen nächtlichen Ausblick auf Basel und Weil am Rhein. Dauer: zwei Stunden; Shuttle-Bus-Service: Ein Shuttle-Bus bringt die Besucher nach Abschluss der Führung auf Wunsch an den Ausgangspunkt zurück. Preis: zehn Euro. www.24stops.info

Tobias Rehberger auf dem „Hochsitz“

Fotos: Mark Niedermann

24 Wegmarken erleben Erkundung | „Rehberger Weg“ besteht seit fünf Jahren Der Rehberger-Weg mit seinen „24 Stops“ verbindet die Schweiz und Deutschland. Auf einer Länge von fünf Kilometern verläuft der von Tobias Rehbergers facettenreichen Wegmarken gesäumte Weg seit dem Jahr 2015 zwischen Riehen und Weil am Rhein, zwischen der Fondation Beyeler und dem Vitra Campus und lädt die Besucher zur Erkundung ein. Für die Entwicklung der Idee und deren Realisierung zeichnen die Fondation Beyeler, die Gemeinde Riehen, Vitra und die Stadt Weil am Rhein partnerschaftlich verantwortlich. Das Schweizer Uhrenunternehmen Swatch unterstützte als Presenting Partner das Projekt großzügig und ermöglichte die Produktion der den Weg säumenden Objekte des Künstlers. Im September 2015 wurden die ersten zwölf Wegmarken installiert, und seit dem 12. Juni 2016 ist der Rehberger-Weg mit allen 24 Wegmarken erlebbar. Das fünfjährige Bestehen des Wegs feiern Vitra und die Fondation Beyeler mit einem ab-

wechslungsreichen Veranstaltungsprogramm, das von Weinproben bis Vollmondwanderungen reicht (siehe nebenstehende Auflistung). Die 24 Wegmarken des Künstlers Tobias Rehberger, die „24 Stops“, führen Spaziergänger durch die Natur- und Kulturlandschaft des Markgräflerlands und Riehens und erzählen die Geschichten der Umgebung auf eine neue Weise. Mittels der App „24 Stops“, die unter anderem eine Wanderkarte, einen Audioguide und abwechslungsreiche Aufgaben bereithält, wird die Wanderung zudem zu einem multimedialen Erlebnis.

Die „Vogelkäfige“

Zum Künstler

Tobias Rehberger wurde 1966 in Esslingen geboren, er lebt in Frankfurt am Main. Der Preisträger des Goldenen Löwen der Biennale von Venedig und Professor für Bildhauerei an der Frankfurter Städelschule zählt zu den international renommiertesten zeitgenössischen Künstlern. Seine Werke verbinden Architektur, Installation, Skulptur, Design, Lichtdesign und Soziologie. Er ist dafür bekannt, Kunst- und Designklassiker der Moderne zu atmosphärischen Installationen, Möbelstücken, Landschaftsinterventionen und Kleidungsstücken umzudeuten. Rehberger gestal-

tet eine Vielfalt von Objekten, Skulpturen und Umgebungen. Mithilfe eines von der Massenkultur entlehnten Fundus an Alltagsobjekten übersetzt, verändert und erweitert er Situationen und Gegenstände, die uns allen vertraut sind.

Info

Der Verlauf Der Rehberger-Weg führt auf Schweizer Seite vom idyllischen Berower-Park, dem Sitz der Fondation Beyeler, am Naturbad Riehen vorbei und verläuft anschließend auf der deutschen Seite durch die Weinberge des Tüllinger Hügels bis zum Vitra Campus in Weil am Rhein. Um den Rehberger-Weg und die „24 Stops“ abzulaufen, benötigt man zu Fuß rund eineinhalb Stunden. Die Ausgangspunkte des Wegs sind an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden und in weniger als 20 Minuten von der Basler Innenstadt, Lörrach oder St. Louis aus zu erreichen.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2020 · 20

Ein besonderer Ort für Literatur Hebelhaus | Umgestaltung zu modernem Dichtermuseum erfolgte vor zehn Jahren n

Von Jürgen Scharf

Vor zehn Jahren wurde das Hebelhaus in Hausen zu einem modernen Dichtermuseum umgestaltet. Dass es ein besonderer Ort für die Literatur wurde, ist auch das Verdienst von Thomas Schmidt vom Deutschen Literaturarchiv Marbach, dem für seine nachhaltige Museumskonzeption mit der diesjährigen Hebel-Gedenkplakette gedankt wird. Der spezielle Charme und die symbolische Funktion, die das Hebelhaus hat, wurde bei der Neugestaltung berücksichtigt. Teil der Konzeption war es, die Besonderheit des Ortes zu betonen. Die Leute sollten nicht mal nur so nebenbei, weil Wandertag ist, ins Hebelhaus gehen, so der Germanist und Kulturwissenschaftler Schmidt, der maßgeblich an der Umgestaltung des alten Dorfund Heimatmuseums beteiligt war, sondern sich dort intensiv mit dem Dichter, Pädagogen und Theologen beschäftigen. So ist das Hebelhaus, dieser Ort aus Hebels Kindheit, nicht nur ein

das für den heranwachsenden Johann Peter Heimat war, sieht heute noch idyllisch aus mit seinem Fachwerk, den Geranien an den Fenstersimsen und dem Weinlaub, das sich an der Fassade entlang rankt. Bis 1958 wurden die Räume noch von der Hausener Gemeindeschwester bewohnt. 1960 ist das Haus als Dorf- und Heimatmuseum eröffnet worden, seither war die Sammlung auf mehrere hundert historische Gegenstände angewachsen. Es war das kulturelle Archiv und Gedächtnis des Ortes, in dem viele alte Dinge aufbewahrt wurden, eine kleine Autographen-Sammlung, darunter ein kostbarer Originalbrief von Hebels Hand aus dem Jahr 1804, Schriften und wertvolle Erstausgaben seiner Bücher sowie Zeugnisse seines Lebens und Wirkens. Die Museumsgestalter haben sich der Sammlung mit Respekt genähert und die Geschichte des Hauses respektiert. Bekanntlich ist die Gestaltung einer Wohnwelt bei Dichtern eine Erfindung des 19. Jahrhunderts, bei der die

Im Literaturmuseum gibt es viel zu entdecken. richtiges Schmuckstück geworden, sondern ein innovativer Literaturort. Das 1562 errichtete und 1718 umgebaute Haus, in dessen ersten Stock die Familie Hebel wohnte und

Abwesenheit des Literaten inszeniert wird. Da es kein originales Mobiliar aus der Hebelwohnung mehr gab, abgesehen von einem Schüttstein, dem Küchenherd und dem Kachelofen,

Literaturmuseum Hebelhaus in Hausen. die Chunst, wie es im Alemannischen heißt, war das Individuelle von Hebels Heim ein bisschen verloren gegangen. Im ehemaligen Dorfmuseum wurde alles gesammelt, was alt war, und auf die Räume aufgeteilt. Die gesammelten Dinge wurden bei der Neukonzeption aber aufgehoben und sortiert, und dabei wurden manche alten Schätze entdeckt. Heute steht das Tafelklavier von Hebels langjähriger Freundin Gustave Fecht, das 1982 der Hausener Hebelstiftung geschenkt wurde, ebenso in der Dauerausstelllung wie ein Webstuhl aus Hebels Zeit, der daran erinnert, dass Hebels Vater Weber war. Ebenso zu sehen ist der Auszahlungstisch des Hausener Eisenwerks, in dem Johann Peter als Junge wohl gearbeitet hat. „Wir haben Hebel wieder sichtbar gemacht“, beschreibt der 56-jährige Schmidt, der die Arbeitsstelle für literarische Museen in Baden-Württemberg leitet, diese Neuausrichtung. „In dem radikalen Umbruch, in dem wir leben, ist es wichtig, die Tradition auf neue Weise zu vermitteln.“

Fotos: Jürgen Scharf/Harald Pflüger

Dazu wurde ein Ausstellungsformat geschaffen, das sich an einem Vers aus Hebels Gedicht „Die Wiese“ orientiert. Die Zeile „’S isch au kei Wort verlore“ wurde umgedeutet in: „Es ist auch kein Ding verloren.“ Die Grundausstattung ist geblieben und die ständige Präsentation zeitlos angelegt, so dass sie auf entspannte Weise reichlich Information über Hebel vermittelt. Da nach der Maxime der Museumsmacher das Haus immer das „erste Exponat“ ist, spielt auch die Außenhülle, die Wahrnehmung des Museums, eine wichtige Rolle. Ebenso durchdacht ist die Gestaltung der Innenräume. Im Erdgeschoss wurde ein Multifunktionsund Veranstaltungsraum für wechselnde Ausstellungen eingerichtet. Auch Lesungen der Hebelpreisund Hebelplakettenträger finden in diesem Raum statt. Blickfang in den Vitrinen sind die Briefe Hebels sowie bibliophile Ausgaben des „Rheinländischen Hausfreunds“. Wesentlicher Bestandteil der Ausstellung sind die alemannischen Gedichte des Dichterfürsten. An seine Heimatgemeinde

im Wiesental, das er sein „Mutterland“ nannte, an den Sehnsuchtsort seiner Kindheit und Jugend, hat Hebel seine alemannischen Verse adressiert. Über eine Hörstation, gelesen von regionalen Sprechern, kann man dem Gedicht „Die Wiese“ lauschen, und anhand von 14 Stationen auf einer Karte vom Feldberg bis zur Mündung dem Fluss im Geiste nachwandern. Über eine enge Holzstiege gelangt der Besucher ins Dachgeschoss, das mit schwebenden Vitrinen ausgestattet ist. In diesem Stockwerk geht es um die Wirkung von Hebel und seine Bedeutung für die Weltliteratur, auch um die literarische Rezeption. An den Dachbalken finden sich Zitate großer Literaten wie Tolstoi, Rilke und Kafka, von dem der berühmte Satz stammt: „Sehr gut wäre zeitweilig Hebel.“ Dieser Museumsbereich ist dynamisch angelegt und man kann sich über eine Medienstation informieren. Fortlaufend wird die Liste der Hebelpreisträger als auch der Gedenkplakettenträger aktualisiert, deren Bücher in Vitrinen ausliegen.


Die Oberbadische Markgräfler Tagblatt Weiler Zeitung

Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE - Sommer 2020 - 21

Adler, Bär und Eule grüßen im Wald Erlebnisweg Gersbach | Tourismusverein hat den Rinderlehrpfad aufgewertet n

Von Gerd Sutter

Wohin in der Urlaubszeit, und was bietet die nähere Umgebung? Hier hat der Erholungsort Gersbach einiges zu bieten. Die Arbeitsgruppe Tourismus Gersbach hat vor Jahren eine Aufwertung des Rinderlehrpfades vorgeschlagen, was von der Stadt Schopfheim aufgegriffen wurde. Tourismus Gersbach hat die Planung der Umgestaltung des Rinderlehrpfades in einen Erlebnisweg in die Hand genommen und sich um Zuschüsse bemüht. Hierbei wurde man beim Biosphärengebiet Südschwarzwald fündig, so dass Tiere aus Holz bestellt werden konnten. Der Erlebnisweg beginnt am Parkplatz beim Info-Pavillon, wo eine bunte Kuh auf sich aufmerksam macht. Eine weitere Parkmöglichkeit besteht oberhalb der Einfahrt zum Na-

Der Bär macht eine Rast.

Einen fantastischen Ausblick genießen Besucher des Gersbacher Erlebnispfads. turfreundehaus. Vom Info-Pavillon führt der Weg Richtung Naturfreundehaus. Auf diesem Abschnitt sind schon die ersten Informationstafeln aufgestellt, und eine Kuh dient als Sitzbank. Am Weg entlang des Wald-

rands wollen schottische Hochlandrinder mit Jungen bewundert werden, bevor oberhalb des Panoramawegs ein stolzer Adler aus dem Wald grüßt. Schon hier schweift der Blick ins Wiesen- und Rheintal. Auf einem ebenen Weg grüßt aus dem Wald ein riesiger Bär, der von „Polizisten“ (Waldameisen) bewacht wird. Weitere Tiere wie Rinder und Ziegen grüßen die Gäste. Die im Rahmen der Flurneuordnung genehmigte Grill- und Raststelle mit Brunnen und Sitzgelegenheit ist freilich noch nicht in Angriff genommen worden. Auf der Waldseite des Wisentgeheges sind Eule und Wolf präsent, und

auch die Wisente mit ihren Jungen lassen sich manchmal blicken. Nachdem der Bach (der in diesem Gebiet den Namen Gersbach trägt) überquert ist, geben weitere Info-Tafeln Auskunft über Rinder und deren Nutzen. Weitere, rund ums Dorf führende Wege sind im Rahmen der Flurneuordnung neu ausgeschildert worden. Dazu gehören auch der Schanzen-, der Dorf- und der Skulpturenweg mit Sitz- und Rastmöglichkeiten. Ob der Waldlehrpfad des Forstes nochmals auf Vordermann gebracht wird, ist abzuwarten. Schön wäre es, wenn auch eine der größten Weißtannen Europas und der

Fotos: Gerd Sutter Wald der Giganten wieder Besuch erhalten würden. Sehenswert ist auch das Waldglaszentrum und der Tannenring der gefällten „Großen Tanne“ bei der Chäs-Chuchi sowie die Barockschanze.

Auch diese Kuh hat sich auf dem Erlebnispfad niedergelassen.

Info Parkplätze gibt es beim Info-Pavillon, oberhalb des Naturfreundehauses und in der Dorfmitte. Auskünfte und Anmeldungen zu Führungen in der Schanze und beim Erlebnisweg unter Tel. 07620/227 (Ortsverwaltung). Einkehrmöglichkeiten: Landhotel Mühle, Naturfreundehaus und Café zur Kräuterwirtin sowie Dorfladen.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2020 · 22

Inmitten einer kleinen Parkanlage liegt die Wassertretstelle in Endenburg. Bänke laden zum Verweilen ein.

Fotos: Harald Pflüger

Im Storchengang im Kreis herum Gesundheit | Wassertretstelle in Endenburg ist für jedermann zugänglich

Idyllisch am Waldrand gelegen, kann man sich an der schön angelegten Wassertretstelle zwischen Endenburg und Kirchhausen auf den Spuren von Sebastian Kneipp bewegen. Schon seit Jahrzehnten lädt das Becken zum Kneippen ein. „Professor Kneipp empfiehlt: ein bis drei Minuten Wassertreten, Füße an der Luft trocknen lassen, nach Belieben wiederholen“, steht auf dem Holzschild am Beckenrand. Schnell wieder raus hier, denken die meisten, die der Empfehlung Kneipps zum ersten Mal folgen und sich bis knapp unters

Knie reichende Wasser wagen. Doch nach kurzer Zeit hat sich der Körper an das kühle Nass gewöhnt und man merkt die wohltuende Wirkung. Im Storchengang (ein Fuß immer im Wasser) geht es durch das mit einem Handlauf versehene Becken. Wassertreten fördert den Stoffwechsel und die Entschlackung des Körpers. Und das Immunsystem wird gestärkt. Die Wassertretstelle wird nicht nur von Endenburgern genutzt. Auch Kneipp-Liebhaber aus anderen Teilorten Steinens oder der umliegenden Gemeinden suchen die Wassertretstelle auf. Und da das Becken an der Kreisstraße liegt, kommen hier auch viele Mountainbiker oder Wanderer vorbei, die ihren müden Beine im kühlen Wasser eine Pause gönnen. Die Ortsverwaltung legt Wert auf die Pflege der Einrichtung, die 1979 unter Ortsvorsteher Alfred Oßwald angelegt wur-

de. Der örtliche Kurund Verkehrsverein achtet auf den Zustand. Mittlerweile ist ein richtig kleiner Park entstanden mit Bänken, die zum Verweilen und zum Genießen der Landschaft einladen. Entstanden ist die Kneipp-Therapie, als der Priesterschüler Sebastian Kneipp 1849 an Tuberkulose erkrankte – die Krankheit galt damals als unheilbar. Nachdem er in der Münchner Hofbibliothek das Buch „Unterricht von der Heilkraft des frischen Wassers“ von Johann Siegmund Hahn entdeckt hatte, begann er, sich nach erfolglosen Arztbesuchen selbst zu behandeln. Mitten im Winter lief Kneipp täglich an die eiskalte Donau, zog sich nach einem kurzen Tauchbad schnell wieder an, bewegte sich und schwitzte so schließlich im Bett seiner Klosterschule die Krankheit aus. 1855 kam Kneipp als Seelsorger nach Wörishofen im Allgäu. Hier entwickelte er die schon früher

angewandte, aber durch ihn erst populär gewordene Wasserkur weiter und machte das spätere Bad Wörishofen zum Zentrum eines der heute bekanntes-

tet fühlen – sind heute Wassertretbecken zu finden. Das hoch gelegene und von großen Grünflächen geprägte Endenburg gilt

Wassertretbecken. ten Naturheilverfahren der Welt. An zahlreichen Orten – insbesondere in Heilbädern, die sich der Kneipp-Medizin verpflich-

als Erholungsort. Die Wassertretstelle fügt sich wunderbar in die Mixtur aus Ruhe und Bewegung ein.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 23

Räder „schnurren“ über den Berg

Dinkelberg | „Velodorado“ mit Stromunterstützung erobern / Rheinfelden bietet etliche Touren n

Von Gerd Lustig

Radfahren ist in und angesagt. Das gilt natürlich auch für die Stadt Rheinfelden und die landschaftlich reizvolle wie abwechslungsreiche Region an Rhein und Dinkelberg. Das kann also nur heißen: Ab aufs Rad und in den Sattel. Das Zauberwort heißt hier nicht „bitte“, sondern „Bike“. Und seitdem es E-Bikes gibt, also Fahrräder mit Hilfsmotor, der via Batterie für ordentlich „Rückenwind“ sorgt, sind Hügel und Anstiege kein Problem mehr. Die Stadt Rheinfelden setzt seit Jahren auf den boomenden Radtourismus. Die Tourist-Info an der Karl Fürstenberg-Straße in der Fußgängerzone der Löwenstadt hat insgesamt vier E-Bikes angeschafft, die von April bis Oktober tageweise und auch übers Wochenende ausgeliehen werden können. Und schon kann’s losgehen mit der Erkundung von Landschaft, Sehenswertem und

Rheinfelden ist zur idealen Radfahrregion avanciert. Beliebter Startpunkt für unzählige Touren ist die alte Rheinbrücke. Foto: Gerd Lustig Spannendem. „Der E-Bike-Verleih wird gerne genutzt und ist immer mehr gefragt“, freut sich Gabriele Zissel von der Tourist-Info der Stadt. Die Gäste nutzen dabei gerne das Angebot einer Rad-Touren-Karte für die hiesige Region, die gerade wieder brandaktu-

ell auf den neusten Stand gebracht wurde. Die Karten listen alles Sehenswerte auf. Jede Menge Touren rund um Rheinfelden bieten sich für einen erlebnisreichen Ausflug an – mit unterschiedlichen Längen und Höhenmetern. Die Touren und Rundwege können nicht nur

mit ihrer Landschaft, sondern auch mit kulturellen und kulinarischen Reizen punkten. So führt etwa der 198 Kilometer lange Dreiland-Radweg, der 140 Kilometer lange Römer-Radweg Oberrhein oder einer der Südschwarzwald Radwege durch beziehungsweise nach Rheinfel-

den. Beim Haus Salmegg kann eine Rheintal-Radtour kreuz und quer über den Rhein gestartet werden oder bei der Rheinbrücke eine 70 Kilometer lange Rundfahrt über den Dinkelberg. Rheinfelden ist ein idealer Startort fürs Radfahren. Es gibt Stadt-Land-Fluss-Trips, Berg- und Tal-Varianten sowie Genuss-Touren, die das Herz eines jeden Pedalritters höher schlagen lassen. Viele Steigungen sind mit durchschnittlicher Fitness gut zu bewältigen. Ein Streckennetz von rund 80 Kilometern steht parat. Erlebnisreiche Touren finden sich auch über die verschiedenen digitalen Portale wie die kostenlose App „tours3“ speziell für die Region um Basel und den Dinkelberg (www.tours3.com). Weitere Infos: Erläuterungen und Kartenmaterial: Tourist-Info Rheinfelden, Karl Fürstenberg-Straße 17, Tel 07623/966 87 20.

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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 · 24

2000 Jahre in einem Tag erleben

Grenzach-Wyhlen | Bedeutende Spuren aus der Römerzeit / Ideal für Radfahrer und Fußwanderer n

Von Manfred Herbertz

Die Gemeinde Grenzach-Wyhlen liegt mitten im Dreiländereck am Rhein auf der Sonnenseite mit Blick in die Schweiz. Die Möglichkeiten hier sind vielfältig. Ob zu Fuß, mit dem Rad, im Boot oder auf dem Schiff: In Grenzach-Wyhlen kann

man sich gut treiben lassen.

Hornfelsen

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Wanderung auf den Hornfelsen? Er ist ein lohnendes Naherholungsziel mit einem großartigen Blick auf Grenzach, Birsfelden, Muttenz, Riehen und Basel. Wanderer mit

geschultem Auge entdecken in der Nähe der Schutzhütte zudem den Rest einer prähistorischen Wehranlage.

Emilianum

Anno 1863 begann für Grenzach eine lange Geschichte. Man suchte Steinsalz, fand stattdessen aber eine Bitterwasserquelle. Weil dieses eine vorzügliche Qualität aufwies und ein Kurhaus mit Park gebaut worden war, schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis aus dem beschaulichen Weinort Grenzach ein belebtes Kurbad werden würde. Doch die beginnende Industrialisierung Grenzachs brachte das Ende des Kurbetriebs. Das noch vorhandene Quellenhäuschen namens „Emilianum“ wurde als Ausstellungsraum reaktiviert. Auch im Umfeld finden dank ehrenamtlich engagierter Bürger immer wieder ansprechende Veranstaltungen statt. Infos: www.emilianum.de.

Ruschbachtal

Bouldern?

Klettern in e über Absprunghöh en – tt Fallschutzma se is Erfolgserlebn für jeden! Im Fallberg 6 | D 79639 Grenzach-Wyhlen +49 (0)7624–80 999 70 | info@loebloc.de

Aktuell max.120 Besucher zeitgleich wg. Corona-Auflagen * Dienstag bis Freitag von 12:00 – 15:00 Uhr. Ansonsten gilt 30% Rabatt auf den Normalpreis bei Ersteintritt.

Grenzach-Wyhlens schönster Wanderweg führt durch das Ruschbachtal und ist Teil des Höhenwegs Basel-Pforzheim. Er bietet einen schmalen Aufstieg über Stege und entlang eines dicht bewachsenen Ufers. Man gelangt an einen kleinen Kalksinterwasserfall, der in der trockenen Sommerzeit aber nur ein kleines Rinnsal ist.

Altrhein

Am Wyhlener Altrhein kann man am Ufer entspannen und den Blick über das Naturschutzgebiet wandern lassen. Der Altrhein ist zugleich idealer Ausgangspunkt für die Römerradtour über die Kraftwerksbrücke oder einen Spaziergang zur Hertener Fähre.

In der Boulderhalle in Wyhlen kann man in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden klettern. Foto: M. Herbertz

Die alten Römer

Die Römer haben in Grenzach-Wyhlen eine große Rolle gespielt. Im Grenzacher Oberdorf befindet sich das bedeutende Regionalmuseum Römervilla, einer der wichtigsten römischen Fundplätze südlich von Freiburg. Info: www.vfhg-grenzachwyhlen.de.

Mit dem Velo

Die Gegend rund um Grenzach-Wyhlen und Kaiseraugst hat eine Fülle von großen und kleinen archäologischen Spuren aus der Römerzeit zu bieten. Mit dem Fahrrad kann man das Umfeld der Römerstadt Augusta Raurica erkunden. Die zumeist ebene Rundstrecke beträgt etwa 23 Kilometer.

Klettersport

Wer es sportlich mag – und dies bei jedem Wetter –, kann sich in der Boulderhalle „LÖbloc“ im

Wyhlener Gewerbegebiet Fallberg im Bouldern üben, an den Kletterwänden seine Griffsicherheit erproben und dabei in die Höhe steigen. Bouldern, das ist Klettern ohne Kletterseil und -gurt an Felsblöcken, Felswänden oder an künstlichen Kletterwänden in Absprunghöhe. In der Boulderhalle „LÖbloc“ klettert man auf Absprunghöhe über Weichbodenmatten an Wandelementen. Daher braucht man keine Seilsicherung; es reichen Kletterschuhe. Es gibt Routen für jeden Schwierigkeitsgrad. Das Team um Arne Sauer handelt ganz nach dem Motto: „Kletterspaß für alle“ – und selbst in Coronazeiten ist es dank eines ausgeklügelten Hygienekonzepts möglich, dort Spaß zu haben und ganz nebenbei auch die eigene Fitness entscheidend zu verbessern. Infos unter www.loebloc.de.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 · 25

Ein Park für die ganze Familie Steinwasenpark | Spaß und Unterhaltung mit Tieren und rasanten Bahnen n

Von Peter Schwendele

Seit mehr als vierzig Jahren lockt der Steinwasenpark Jahr für Jahr viele Besucher nach Oberried. Ursprünglich als reines Wildgehege angelegt, hat sich der Park immer mehr zu einem vielfältigen Themenkomplex entwickelt, der für die ganze Familie Interessantes bietet. Neben der Tierwelt locken rasante Bahnfahrten oder eine extrem lange Hängebrücke, die sich über das Parkgelände spannt. Wer auf temporeiche Bahnfahrten steht, kommt im Steinwasenpark auf jeden Fall auf seine Kosten. So warten der Gletscherblitz und der Spacerunner auf Temposüchtige. Dazu kommen zwei Freiluftrodelbahnen. Seit einigen Jahren können sich Besucher auch an einer neuen Outdoor-Coasterbahn erfreuen, bei der die Geschwindigkeit individuell bestimmt werden kann. Nachdem die Coasterlenker von einem Lifter voll-

Für Spaß ist im Steinwasenpark gesorgt. Foto: Archiv

automatisch zur Bergstation transportiert worden sind, geht es durch vier fetzige Kreisel zurück ins Tal. Die Allwetterrodelbahn führt auf luftiger Höhe über das Parkgelände und verschafft den Fahrern tolle Ausblicke. Attraktiv ist auch ein Wildwasserbereich, der

River-Splash, der das Angebot der Fahrtmöglichkeiten um eine spritzige

Info Der Steinwasenpark hat täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Im Innenbereich und in den Warteschlangen gilt Maskenpflicht.

Variante ergänzt. Wer mag, kann in die Eiswelt hinuntersteigen, wo unter anderem der sagenumwobene Yeti wartet. Für kleinere Kinder gibt es auch einen Abenteuerspielplatz, ein Märchenkino und die Indoorattraktion „Luxis Kinderland“.

Spannend geht es auch im Tierbereich des Parks in Oberried zu, wo auf einem 35 Hektar großen Gelände rund zwanzig Wildarten auf die Besucher warten, darunter Luchse, Waschbären, Murmeltiere, Mufflons, Hirsche und Wildschweine.

Vom Spinnen und Weben Textilmuseum | Lebendige Einblicke in die Textilindustrie Das Wiesentäler Textilmuseum in Zell ist ein lebendiges Museum. Genau richtig ist hier, wer einen Einblick in den spannenden Bereich der Textil-

industrie gewinnen will, die bis ins zweite Drittel des letzten Jahrhunderts hinein einer der dominierenden Arbeitsbereiche im gesamten Wiesental

Info Das Wiesentäler Textilmuseum öffnet am Samstag, 1. August, wieder seine Pforten. Die Öffnungszeiten: Dienstag von 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 12 Uhr. Führungen können beim Büro des Zeller

Bergland Tourismus (Tel. 07625/924092) angemeldet werden. Um die Hygienevorschriften einzuhalten, können Gruppenführungen mit höchstens 20 Personen und mit Mundschutz durchgeführt werden.

war. Von der Baumwollfaser über das Spinnen und Schlichten bis hin zum Weben erhalten die Besucher einen tief greifenden Einblick in die Zusammenhänge dieses Industriezweigs. Das Örtchen Zell war einst ein Zentrum der Textilindustrie, und das Besondere am dort gelegenen Museum ist, dass alle Vorgänge in der Praxis an voll funktionsfähigen Maschinen vorgeführt werden können. Außerdem werden anhand vieler interessanter Bilddoku-

Das Wiesentäler Textilmuseum in Zell. mente, aus der frühesten Zeit der Fotografie bis heute, die Besonderheiten textiler Heim-Manufaktur und Fabrikarbeit dargestellt. Das Museum wurde im

Foto: Archiv

Jahr 1996 in historischen Fabrikräumen eröffnet und im Lauf der Zeit mit aufwändigen Umbauten und Renovierungen auf rund 1000 Quadratmeter erweitert.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2020 · 26

Stollen und Gänge erforschen

Besucherbergwerk | In Wieden erhält man Einblick in die Geschichte des Bergbaus n

Tage erforschen. Die Investitionen in und die Arbeit am Bergwerk gingen jedoch noch weiter. Von 1983 bis 1985 wurde ein Vereinsheim erstellt, 1991 bis 1995 wurde der Stollen mit bergbautechnischen Geräten und Maschinen ausgestattet und 2002 wurde der Neubau des Besuchergebäudes eingeweiht. Seit etlichen Jahren kann man mit einer Elektrolok in den „Finstergrund“ einfahren.

Von Peter Schwendele

Leicht versteckt in einem der schönsten Seitentäler des Wiesentals liegt der Erholungsort Wieden, bekannt durch sein Aushängeschild, das „Finstergrund“ genannte Besucherbergwerk, das seit mehr als 30 Jahren Interessierte zu einer Stippvisite unter Tage einlädt. Aufgrund der Corona-Pandemie hat das Besucherbergwerk Finstergrund in diesem Jahr erst am 31. Mai unter strengen Auflagen den Besucherbetrieb gestartet. Für einen Besuch sind zwingend nötig: Eigene Schutzmaske (Kinder müssen diese ab sechs Jahren tragen), warme Kleidung (kann nicht ausgeliehen werden) und gutes Schuhwerk. Der Bergbau in Wieden hat eine lange Tradition und reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. 1972 allerdings war Schluss mit der wirtschaftlich attraktiven Unter-Tage-Förde-

Info

Mit der Grubenbahn kann man ins Bergwerk einfahren. rung. Doch schon ein Jahr später gründeten 22 ehemalige Bergleute den Bergmannsverein, dem es zu verdanken ist, dass die Vergangenheit bis heute

nachvollzogen werden kann. Die ehemaligen Knappen legten Hand an, um den Stollen IV im Gewann Finstergrund zu öffnen

Foto: Archiv und ihn zu einem Besucherbergwerk auszubauen. Seit 1982 können Besucher die Atmosphäre im Wiedener Stollen erleben und die Anlage unter

Mittwochs, samstags und sonntags finden jeweils zwischen 10 und 16 Uhr stündliche Führungen mit beschränkter Teilnehmerzahl statt. Aufgrund der Hygiene- und Abstandsregelungen sowie bei großem Andrang kann es zu Wartezeiten und Verzögerungen kommen. Eine Reservierung ist außer für große Gruppen ab zehn Personen allerdings nicht nötig.

Sägen mit Wasserkraft Klopfsäge | Die Anlage in Fröhnd ist über 200 Jahre alt n

Von Peter Schwendele

Ein Meisterstück ursprünglichen technischen Verständnisses – das sagen die meisten, die schon einmal an einer Vorführung der Fröhnder Klopfsäge teilgenommen haben, über die historische Anlage, die im Ortsteil Holz steht. Vermutlich im Jahr 1808 errichtet, lag die Klopfsäge lange Zeit brach. Erst in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts richtete ein Freundeskreis das heute unter Denkmalschutz stehende Bauwerk in mühe-

voller Arbeit wieder her. Die Besonderheit der Klopfsäge: Sie demonstriert dem geneigten Betrachter, dass es auch ohne Strom- oder Spritverbrauch, dafür angetrieben mit Wasserkraft und gesteuert durch ein gleichermaßen einfaches wie be-

Info Vorführungen der Klopfsäge finden an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr beziehungsweise nach Vereinbarung (Tel. 07673/332 oder 01742947045) statt.

eindruckendes mechanisches System, möglich ist, professionell bis zu neun Meter lange Baumstämme zu zerteilen. Manche bezeichnen die Anlage gar als „Wunderwerk“, da sie (fast) nur aus Stein und Holz errichtet wurde. Mörtel oder Beton wurden gar nicht verwendet, Eisen war seinerzeit kostbar und fand nur dort Eingang in das Bauwerk, wo es unbedingt notwendig war. Bemerkenswert: Die Fröhnder Klopfsäge ist die einzige funktionstüchtige Anlage ihrer Art im Schwarzwald, die noch an ihrem Ursprungsort steht.

„Wunderwerk“ aus Stein und Holz: Die Fröhnder Klopfsäge. Foto: Archiv


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2020 · 27

Ein Juwel vor den Toren Basels Naturerlebnis | Rundwege und Aussichtsplattformen laden zum Entdecken ein n

Von Michael Werndorff

Das im Jahr 1982 gegründete Naturschutzgebiet Petite Camargue Alsacienne ist ein beliebter Ausflugsort, der von Familien, Wanderern, Schulen, Fotografen und Naturliebhabern von nah und fern gerne besucht wird. Zehn Rundwege, Ausstellungen und Aussichtsplattformen bei den jeweiligen Biotopen laden zum Verweilen und Entdecken der wertvollen Flora und Fauna ein. Der Große Rundgang über die renaturierte Rheininsel zwischen Weil am Rhein und Kembs hat eine Länge von 17 Kilometern und zeigt eindrucksvoll, wie sich die Natur das Gelände zurückerobert hat. Noch vor einiger Zeit hat die Insel an eine Mondlandschaft erinnert, denn die ehemalige landwirtschaftliche Anbaufläche einer Mais-Monokultur wurden mit schwerem Gerät umgestaltet, damit sich Tiere und Pflanzen wieder ansiedeln können.

Artenvielfalt ermöglichen

Für die Renaturierung wurden rund 400 000 Kubikmeter Erde und Kies bewegt und 150 000 Neu-

Mit dem Projekt „Auerochs“ erforscht die Universität Basel die Methode einer natürlichen Hege einer Auenlandschaft. Dabei zeigt sich, dass durch das selektive Fressen vor allem die Artenvielfalt profitiert. Rund 50 Prozent mehr Laufkäfer und Spinnen wurden gezählt. Die natürliche Hege nutzt auch Orchideenarten, an denen sich Besucher der Petite Camargue Alsacienne erfreuen können. Fotos: Michael Werndorff pflanzungen vorgenommen. Artenvielfalt für Flora und Fauna war das Gebot. Mehr als 100 Arten haben den neuen Lebensraum schon angenommen: Gänse, Schwäne, Enten, Reiher, Nutria, Schwarzwild, Rehe und zahlreiche Vogelarten. Zudem sind Gräser, Blumen, Schilf, Büsche und verschiedene Baumarten dabei, die

Herrschaft über die einstige Landwirtschaftsfläche zu übernehmen. Besucher können auf der wiederhergestellten Rheininsel fünf verschiedene Themenwege ablaufen und sich dabei über die Renaturierung sowie die Pflanzenund Tierwelt informieren. Zu Fuß ist man gut einen Tag unterwegs, mit dem Fahrrad kann der große Rheininsel-Rundweg innerhalb weniger Stunden absolviert werden.

Mosaik aus Lebensräumen

Das Naturschutzgebiet bietet Vogelkundlern, Hobbyund Tierfotografen in jeder Jahreszeit interessante Motive.

Wegen seiner neun verschiedenen Biotope ist die Artenvielfalt der Petite Camargue Alsacienne besonders groß. Das Areal gleicht einem Mosaik aus feuchten Niederungen, Schilfröhricht, Altrheinarmen, Auenwäldern, Trockenrasen, Feucht- und Mähwiesen sowie Grundwasserquellen und intensiv genutzten Ackerbauflächen. Auf eigens angelegten

Wegen mit Beobachtungspavillons können Besucher die reiche Biodiversität von Flora und Fauna erleben.

Fischzucht hat lange Tradition

Darüber hinaus gibt es eine Ausstellung zur Geschichte des Rheins sowie der Lachszucht, die dort im Jahr 1852 auf Geheiß von Kaiser Napoleon III. ihren Anfang fand. Im Naturschutzgebiet werden der atlantische Lachs und weitere Fischarten zur Wiederansiedlung im Rhein und in aller Welt gezüchtet. Die Anlage verlor im 20. Jahrhun-

dert an Bedeutung; so waren die Gebäude der Fischzucht zu Beginn der 80er Jahre sogar baufällig. Mit der Umweltkatastrophe von Schweizerhalle 1986 änderte sich der Blick auf das Naturschutzgebiet wieder. Unter anderem wurde der Trägerverein „Association Suisse Pro Petite Camargue Alsacienne“ gegründet. Weitere Informationen: n Weitere Infos finden Interessierte im Internet unter www.petitecamarguealsacienne.com.


Freizeit 2020  

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