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Motor der Wirtschaft

Handwerk

Sonderbeilage, Dienstag, 23. Februar 2021 www.verlagshaus-jaumann.de


Handwerk 2021 SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 2

Ein Silberstreif am Horizont

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in Jahr Corona hat auch bei den örtlichen Handwerksbetrieben Spuren hinterlassen. Während das Bauhandwerk weitgehend ohne Blessuren durch das vergangene Jahr kam, sind einige Branchen besonders stark betroffen. In erster Linie die Frisöre und Kosmetiker, die ihre körpernahen Dienstleistungen seit dem zweiten Lockdown im November nicht mehr anbieten durften. Dass die Landesregierung die Öffnung der Frisörsalons ab 1. März wieder erlauben will, ist ein Silberstreif am Horizont. Die Corona-Krise trifft aber auch Handwerksbetriebe die nicht schließen mussten, etwa auch Bäcker und Metzger oder Goldschmiede, welche ebenfalls ihre Werkstätten öffnen durften. Sei es der Braten im Restaurant, das Steak auf dem Straßenfest oder die Grillwurst auf dem Fußballplatz. Auf vieles mussten wir im vergangenen Jahr verzichten. Den Metzgereien fehlte

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hingegen der Umsatz. Gleiches gilt auch für die Bäcker, gehört doch zur Grillwurst auch ein Weckle dazu. Auch Familienfeiern wie Taufen, Kommunion, Konfirmation, runde Geburtstage konnten nicht stattfinden. Auch hier fehlte dem Lebensmittelhandwerk der Umsatz aus Catering und Partyservice. Und bei Hochzeiten - die mitunter hoffnungsvoll auf die Zeit nach Corona verschoben werden - trifft es die Gollschmiede. Gleichwohl neben die Handwerksbetriebe im Kreis Lörrach ihre Verantwortung wahr, blicken optimistisch in die Zukunft und bilden den auch in der Zukunft dringend benötigten Nachwuchs aus. Jetzt stellen wir Ihnen auf 72 Seiten vor, was das Handwerk in unserer Region zu bieten hat, und geben Ihnen Adressen jener Betriebe an die Hand, die für Arbeiten in Frage kommen – sei es heute, morgen oder auch erst übermorgen.

Architekten Außenanlagen Bäcker Bauelemente Blechner Bodenleger Dachdecker Dentallabor Druck Elektro Energieversorgung Fahrrad Fassadenbau Fenster Fliesenleger Friseur Garten Gebäudereiniger Gerüstbauer Gipser Glaser Goldschmied Grafik Heizung Hoch- und Tiefbau Hörgeräteakustiker Ingenieure Innenausbau Kfz-Handwerk Klima Küchen

16 19-21 70 36-39 54-59 24-25 62-63 67 65 40-42 64 14 54 36-39 22-23 66 19-21 34 62-63 35 36-39 72 65 54-59 27-30 68 16 44-46 4-11 54-59 44-46

Maler Markisen Maurer Metallbau Metzger Motorrad Müller Natursteine Ofenbau Optiker Orthopädietechnik Partyservice/ Catering Raumausstatter Recht Recycling Rollladen Sanitär Schlosser Schreiner Sicherheitstechnik Steinmetz Steuer Treppen Trockenbau Türen Versicherung Werbung Wintergarten Zahntechnik Zimmerer

31-33 36-39 27-30 51-53 71 14 70 18 60-61 68 69 71 26 15 64 36-37 54-59 51-53 44-46 43 18 15 44-46 35 44-46 15 65 51-53 67 48-49

DIE REDAKTION

Impressum Die große Handwerksbeilage 2021

Sonderbeilage des Verlagshauses Jaumann Die Oberbadische, Markgräfler Tagblatt, Weiler Zeitung Redaktion: Alexander Anlicker, Peter Ade Verantwortlicher Redakteur: Guido Neidinger Gestaltung: Alexander Anlicker Koordination/Titelseite: Thomas Gutmann Anzeigen: Achim Abele Beratung und Verkauf: Kai-Uwe Birk, Martina Kessler, Ricarda Ladmann, Karl-Heinz Sütterle, Elke Tirelli, Darius Wesolowski Druck: Druckzentrum Südwest, Villingen-Schwenningen

Aus dem Inhalt Metallbauer

Metallbauer und Feinwerktechniker: Abwechslungsreiche Tätigkeiten und moderne Technologie Seite 51-53


Handwerk 2021 e2

SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 3

Branchen differenziert betrachten Kreishandwerksmeister und Geschäftsführer ziehen Bilanz / Gewinner und Verlierer

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as Handwerk müsse differenziert betrachtet werden, antwortet Kreishandwerksmeister Martin Ranz auf die Frage unserer Zeitung, wie es den Mitgliedsbetrieben in der Corona-Krise geht. Dem Baugewerbe gehe es relativ gut. Was den Wohnungsbau betrifft sei die Nachfrage sogar um 30 Prozent gewachsen. Es gebe aber auch andere Handwerksbranchen wie Frisöre, Metzger und Bäcker. Während die Frisöre unter den coronabedingten Zwangsschließungen im vergangenen Frühjahr und in diesem Winter leiden, fehle den Metzgern und Bäckern das ganze Veranstaltungsgeschäft. Das betrifft sowohl die Grillwürste und Steaks beim Straßenfest als auch das Catering bei Familienfeiern. „Da ist doch einiges an Umsatz weggebrochen“, berichtet der Kreishandwerksmeister. Bei Schreinern hänge es wiederum von der Spezialisierung ab. Wer sich auf Möbel oder das Thema Wohnen spezialisiert

hat, komme gut durch die Krise. „Es gibt aber auch Schreiner, die sich auf Messebau spezialisiert haben, dort findet gar nichts statt“, berichtet er. Zu den Gewinnern gehören die Zweiradmechatroniker, steigen doch viele Menschen von überfüllten Bussen und Bahnen auf das Fahrrad um. Diese kommen mit der Arbeit kaum nach. Das betrifft sowohl den Verkauf von neuen Rädern - gefragt sind vor allem E-Bikes - aber auch das Fitmachen von Rädern, die einige Jahre lang unbenutzt im im Keller standen. Auch die Branchen, die von Fördermitteln profitieren, beispielweise für die Heizungssanierung, stehen vergleichsweise gut da. Was die Lage im Landkreis Lörrach angeht, müsse man aber auch betrachten, was rundherum passiert, sagt der Kreishandwerksmeister. Während der Grenzschließung im vergangenen Frühjahr und jetzt bei den aktuellen Einschrän-

kungen in der Schweiz und im benachbarten Elsass fallen zwei Drittel des Einzugsbereichs weg, betont Ranz. Auch wenn das Handwerk Verständnis für die Kontaktbeschränkungen in der Pandemie hat, Ranz übt auch Kritik an den Zwangsschließungen von Frisörbetrieben und der Verkaufsflächen von Autohäusern. Die Frisöre hätten wirklich gute Hygienekonzepte. Die Vorgaben wie Maske tragen, Abstand halten und Lüften würden alle beachtet, stellt Ranz fest. Bei den Autohäusern gebe es große Ausstellungräume und wenige Menschen auf großer Fläche. Zudem stünden viele Autos auch im Freien. Handwerksbetriebe sind vielfach Familienbetriebe. Daher sei das Handwerk auch von der Schließung von Kindertagesstätten betroffen. „Die Familien müssen sehr flexibel sein“, stellt Ranz fest und ergänzt: „Wir können froh sein, dass das Handwerk so flexibel ist.“

Er fordert von der Politik mehr Klarheit und eine bessere Kommunikation. „Die Ministerpräsidenten fällen an einem Tag eine Entscheidung, und am nächsten Tag steht einer hin und sagt wir machen es anders“, ärgert sich der Handwerksmeister. Langfristig ist Ranz verhalten optimistisch. Die Coronakrise habe viel

verändert. Leidtragende seien die Einzelhändler. Wenn Geschäfte schließen, werde es auch auch diejenigen treffen, welche die Läden einrichten: Schreiner, Elektriker, Maler und Installateure. Er hofft jedoch, dass durch die starke Industrie und Chemie in der Region Basel, vieles aufgefangen wird.

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Vertreten die Interessen des Handwerks in der Region: Kreishandwerksmeister Martin Ranz (l.) und Geschäftsführer Daniel P. Herkommer. Fotos: Alexander Anlicker


Kfz-Handwerk SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 4

Automobilbranche im Wandel

Teure Investitionen in Ladesäulen und Werkzeuge

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er Wandel vom klassischen Verbrennungsmotor hin zu Elektroantrieben stellt das Kraftfahrzeuggewerbe vor große Herausforderungen. „Wir leiden unter den Kosten der Technik-Umstellung“, sagt Horst Wagner, Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung im Landkreis Lörrach im Gespräch mit unserer Zeitung. In den vergangenen fünf Jahren habe sich der Wandel hin zu Elektrofahrzeugen und alternativen Energieformen verstärkt, berichtet er. Wagner plädiert für offene Konzepte. „Elektroautos sind nicht das Allheilmittel, es gibt auch noch Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe“, sagt er. Auch der Wasserstoffantrieb komme, sei aber insgesamt gesehen noch zu teuer. Alle Hersteller seien auf das Thema Elektromobilität aufgesprungen, wie von der Politik gewünscht. Die Kaufprämien hätten für einen kräftigen Anstieg bei den Elektroautos gesorgt. Dennoch sind Elektroautos noch nicht in der Masse auf dem Straßen unterwegs, so dass sich für die Autohändler und -werkstätten die im Verfeld bereits getätigten Investitionen in die neue Technik noch nicht lohnt. „Wir müssen immer in Vorleistung gehen und investieren und - von den Fahrzeugherstellern verordnet - die Infrastruktur herstellen“, sagt Wagner.

„Wir leiden unter der Technik-Umstellung“, sagt Horst Wagner, Obermeister der Lörracher KraftfahrzeugInnung. Der Wandel vom Verbrenner zum Elektroauto zwingt die Werkstätten zur teuren Investitionen. Foto: zVg Jeder Händler gebe zwiWagner sieht noch ein schen 10.000 und 30.000 ganz anderes Problem Euro für Ladesäulen und auf das Kraftfahrzeugnoch einmal soviel für gewerbe zukommen. Die Werkzeuge aus. „Das tut Kaufprämie für Elektroweh, da es diese Autos fahrzeuge kurbelt zwar noch gar nicht in der den Verkauf von NeuMasse gibt.“ Ende des fahrzeugen an, aber demJahres 2021 werden rund nächst kämen die ersten, 670.000 Elektroautos auf - größtenteils geleasten deutschen Straßen prog- - Elektroautos in den nostiziert. Die Kunden Gebrauchtwagenmarkt. seien verunsichert und Dann hätte man die pawissen nicht, für was sie radoxe Situation, dass die sich entscheiden sollen, gebrauchten Elektroautos stellt der Innungsober- teurer sind, als die durch meister fest und ergänzt: die Prämien subventio„Im Zweifel stellen sie die nierten Neuwagen, meint Neuanschaffung zurück Wagner. Fortsetzung auf Seite 5 und warten ab.“


Kfz-Handwerk SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 5

Corona dämpft Verkaufszahlen

Obermeister zeigt sich trotz allem zuversichtlich Fortsetzung von Seite 4 Sorgen bereiten dem Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Verkaufszahlen sind in Deutschland im ersten Pandemie-Jahr um rund 18 Prozent eingebrochen. Etwa 650.000 weniger Neuzulassungen von Autos wurden im Vergleich zum Vorjahr gezählt. Ursächlich hierfür war nicht nur der Lockdown, sondern auch das Zusammenbrechen von Lieferketten im vergangenen Frühjahr, so dass bestellte Fahrzeuge nicht ausgeliefert werden konnten. Für 2021 sind nochmal 350.000 Neufahrzeuge weniger prognostiziert. Das Problem seien nicht nur die fehlenden Verkaufserlöse, sagt Wagner. „Die Autos fehlen uns auch zeitversetzt in den Werkstätten“, erklärt er. Das Kraftfahrzeuggewerbe in Deutschland arbeitet mit einer durchschnittlichen Bruttoumsatzrendite von circa 1,5 Prozent. Coronabedingt geht man für 2020 nur noch von einer Rendite in Höhe von 0,5 Prozent

Froh ist Wagner, dass die Werkstätten während der ganzen Pandemie öffnen durften. Foto: zVg

aus. Auch wenn sich der Renditerückgang von 1,0 Prozent nicht nach viel anhört, kann kein Unternehmen mehr Investitionen tätigen. „Wir hatten noch Glück, dass wir den Service offenhalten durften“, sagt Wagner angesichts der letztjährigen und aktuellen Corona-Maßnahmen. So waren im vergangenen Jahr die Verkaufsräume der Autohäuser von März bis Anfang Mai geschlossen und sind es seit Mitte Dezember wieder. „Bei Einhaltung der Hygieneregeln kann sich in unserern Verkaufsräumen keiner anstecken“, sagt Wagner mit Blick auf die großen Verkaufsflächen und vergleichsweise wenigen Kunden. Darüber hinaus stehen viele Autos auch im Freien. Der Rückgang der Verkaufszahlen durch die Schließung der Verkaufsflächen im Frühjahr 2020 konnte durch die Mehrwertsteuer-Senkung von 19 auf 16 Prozent zum Teil wieder aufgefangen werden. Viele hätten im November und Dezember die MehrwertsteuerSenkung genutzt um bei

Neuwagen und jungen Gebrauchten zu zuschlagen. Im Januar seien die Zahlen dann eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind jeweils rund 37 Prozent weniger Neu- und Gebrauchtwagen verkauft worden. Die Umsätze im Service sind 2020 um rund vier Prozent zurückgegangen, hat Wagner beobachtet. Der aktuelle Lockdown macht dem Obermeister aber mehr Sorgen. Diesen Februar - auch in anderen Jahren wegen Fasnacht und Skiferien ein umsatzschwacher Monat - hat Wagner in seinem Betrieb sieben Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssen. Auch die Schweizer Kunden fehlen. Bei ihm in Steinen - in der zweiten Reihe - machten diese normalerweise 20 Prozent aus. Autohäuser, die direkt an der Grenze liegen und normalerweise bis zu 80 Prozent Kunden aus dem Nachbarland haben, seien da härter getroffen. „Ich sehe für das Kraftfahrzeuggewerbe nicht schwarz“, zeigt sich Wagner trotz allem zu-


Kfz-Handwerk SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 6

„Die Angebote sind so gut wie nie“ Obermeister Horst Wagner rät zur Beratung und zum Einholen von Angeboten

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lektro, Hybrid, Benziner oder Diesel: Die Verunsicherung bei den Kunden ist groß. „Auch wenn die Kunden unsicher sind, sollten sie sich in den Autohäusern beraten lassen und Angebote einholen. Telefonberatung und der OnlineVerkauf sind nach wie vor erlaubt“, rät Horst Wagner, Obermeister der Kraftzfahrzeug-Innung Lörrach. „Mir ist wichtig, dass die Leute wieder kommen, sobald die Showräume wieder geöffnet werden können“, sagt er. Laut Wagner gebe es derzeit gute Angebote sowohl für Elektrofahrzeuge als auch für die klassischen Verbrenner. Mitunter rechnet sich neben dem

Den Autokauf nicht auf die lange Bank zu schieben, rät Innungsobermeister Horst Wagner. Die Angebote seien derzeit so gut wie nie zuvor. Foto: zVg/ ProMotor Autokauf auch ein FullLeasing mit Service und fünf Jahren Garantie inklusive Wartung und Verschleiß. Egal ob Kauf oder Leasing, Elektro, Hyb-

rid, Benziner oder Diesel, die „Angebote sind so gut wie nie“, betont der Lörracher InnungsObermeister. Bei den Innungsbetrieben seien die Kunden bei Reparaturen

und Fahzeugkauf auf der sicheren Seite. Dafür sorgt unter anderem die Schiedsstelle der Kraftfahrzeug-Innung im Landkreis Lörrach. Mit 24 Fällen habe die Schieds-

stelle im vergangenen Jahr kräftig Zulauf gehabt und fünf Fälle mehr als im Vorjahr abgearbeitet, berichtete Wagner und betont: „Alle Fälle konnten gemeinsam mit Kunde und WerkstattAntwor derart abgewickelt werden, dass am Ende allehalt die zufrieden waren. Keinerbeseitig musste mehr danach einen zusätzlichen Anwalt einschalten und den teuren Rechtsweg beschreiten.“ Die Schiedsstelle ist eine gute Sache, erklärtnach we der Obermeister. „Wir bekommen auch AnfragenMorast die Werkstätten betreffen, die nicht Innungs-Wasche mitglied sind“, stellt Wagner fest. In diesenten Bau Fälle könne die Schieds-kann. D stelle jedoch leider nicht mäßige helfen, ergänzt er. Wascha

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Kfz-Handwerk SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 7

Autowaschen im Winter

Schmutzbeseitigung dient Werterhalt und Sicherheit

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utowaschen im Winter – lohnt sich das? Klare Antwort: Auf jeden Fall, denn außer dem Werterhalt dient die Schmutzbeseitigung auch der Sicherheit. Das Übelste an den Schmuddelwintern der letzten Jahre sind die dauernassen Straßen, auf denen das Auto schon nach wenigen Kilometern aussieht wie durch den Morast gezogen. Dagegen hilft nur häufiges Waschen, bevor sich das Streusalz an ungeschützten Bauteilen festbeißen kann. Drei Argumente sprechen für den regelmäßigen Stopp an der Waschanlage. Werterhalt: Streusalz greift den Lack und alle möglichen Metallteile an. Je länger das Salz Zeit zum Wirken hat, desto größer die Rostschäden an Auspuffanlage, Bodenblechen, Bremsen und anderen Fahrzeugteilen. Sicherheit: Glänzende Autos reflektieren besser das Licht, sind deutlicher sichtbar und deshalb seltener in Unfälle verwickelt. Zudem leuchten schmutzige Schein-

Autowaschen im Winter dient dem Werterhalt und auch der Sicherheit. Foto: ProMotor/iStock.com/zagi89 werfer deutlich weniger weit. Der TÜV Rheinland ermittelte eine Reduzierung der Reichweite um 77 Prozent. Statt rund 50 Meter beträgt die Reichweite nur noch etwa 6,5 Meter. Aber auch die Sichtbarkeit der Signalleuchten profitiert von regelmäßiger Reinigung. Strafen: Ein verschmutztes und deshalb in der Lesbarkeit eingeschränktes Kennzeichen kostet fünf Euro Verwarngeld. Kritisch wird es, wenn die Nummerntafel derart verdreckt ist, dass sich nichts mehr erkennen lässt und der Autofahrer auch nicht glaubhaft machen kann, dass die Verschmutzung erst nach Antritt der Fahrt entstanden

ist. Denn das könnte als Fahren mit verdeckten Kennzeichen ausgelegt werden und bildet damit einen Straftatbestand, der mindestens 65 Euro Bußgeld kostet. Dann doch lieber rechtzeitig in die Waschanlage. Aber wann wäre der richtige Zeitpunkt? Wenn die weißen Flächen der Nummernschilder einen deutlichen Graustich bekommen, ebenso die nicht vom Wischer gereinigten Flächen der Frontscheibe und spätestens, wenn auch der Ausblick durch die Seitenscheiben getrübt ist. Sinnvoll sind häufigere Besuche in der Wäsche. Damit das Streusalz so wenig Zeit wie möglich zum Rostansatz hat.


Kfz-Handwerk SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 8

Das Laden der Batterie ist bei modernen Fahrzeugen ein Job für die Werkstatt. Foto: ProMotor

Arbeit im Homeoffice

Schadet die Zwangspause dem Auto?

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iele arbeiten jetzt von Zuhause, benötigen ihr Fahrzeug nur noch selten. Was ist vor längeren Abstellphasen im Winter zu beachten, um Schäden zu vermeiden? Gerade jetzt im Winter spielt das Thema Batterie im Auto ja eine noch größere Rolle als sonst. Kälte und häufiger Kurzstreckeneinsatz in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Homeoffice belasten den Energiespender. Grundsätzlich gilt: Moderne Starterbatterien sollten drei bis sechs Jahre lang problemlos funktionieren. Das gilt bei vollem Ladezustand von über 90 Prozent. Und der Ladezustand hängt unter anderem davon ab, wie ich mein Auto nutze. Bei Vielfahrern, die sonst täglich 50 km und mehr zurücklegen, hat die Batterie meist den vollen Ladezustand. Wenn das Auto dann ein paar Wochen nur unregelmäßig genutzt wird, schadet das der Batterie in der Regel nicht. Kurzstreckenfahrer hingegen sollten sie gerade im Winter gemäß der Bedienungsanleitung gegebenenfalls nachladen. Sonst kann sich das Startverhalten ver-

schlechtern und die Lebensdauer der Batterie verringern. Bei modernen Fahrzeugen ist das Laden ein Job für die Werkstatt. Denn nach dem Abklemmen und Laden der Batterie muss anschließend meist die Fahrzeugelektronik neu angelernt werden. Vorteile für längere Ruhezeiten des Fahrzeugs bieten Garagen oder andere überdachte Stellplätze, weil sie das Auto trocken halten. Denn Regen schadet zwar nicht der Karosserie, wohl aber der Bremsanlage. Denn die Bremsscheiben hinter den Rädern bestehen aus Gusseisen, das schon bei hoher Luftfeuchtigkeit Rost ansetzt. Bei täglicher Benutzung schleifen die Bremsbeläge diese dünne Rostschicht bei der ersten Bremsung ab. Werden die Bremsen aber längere Zeit von Regen benetzt, kann die Rostschicht dicker werden und sogar die Bremsbeläge an den Bremsscheiben festrosten lassen. Dabei bilden sich Rostnarben im Gusseisen, die nicht wieder verschwinden und beim Bremsen zum Ruckeln führen, im schlimmsten Fall den Austausch der Scheiben und Beläge

nötig machen. Dagegen hilft nur, das Auto je nach Witterung mindestens einmal pro Woche ein längeres Stück von etwa 20 Kilometern zu bewegen. Was man dagegen unterlassen sollte, ist das gelegentliche Warmlaufenlassen des Motors. Das ist nicht nur verboten, sondern schadet diesem sogar. Denn wenn Kraftstoff verbrennt, entsteht auch Wasser, das in einem kalten Motor kondensiert und Korrosion verursacht. Übrigens auch in der Auspuffanlage, die dann umso schneller durchrostet. Aus diesem Grund sollte man ein Auto vor längeren Abstellphasen auch immer gründlich warmfahren, um Kondenswasser aus Motor und Auspuffanlage verdunsten zu lassen. Stop and Go in der winterlichen Stadt ist dafür weniger geeignet, besser ist eine Strecke über Landstraße oder Autobahn. Stehen weder Garage noch Stellplatz zur Verfügung, sollte das Auto anschließend in einer ruhigen Seitenstraße abgestellt werden, wo es nicht vom fließenden Verkehr mit Splitt und Streusalz beschossen wird.


Kfz-Handwerk SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 9

Keine Kompromisse

Reifen - immer eine sichere Sache

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ie einzige Verbindung zwischen Fahrzeug und Straße sind die Reifen. Vier handtellergroße Gummiflächen, an denen Leben hängen. Da darf es keine Kompromisse geben. Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema. Und es ist erfreulich, dass Umweltbewusstsein für immer mehr Menschen ganz oben auf der Tagesordnung steht. Doch manchmal treibt der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit seltsame Blüten.

Uralt-Pneus sind knüppelhartes Sicherheitsrisiko Dann prahlen in gewissen Internetforen die User mit dem Alter ihrer Autoreifen. Brüsten sich damit, diese schon seit 25 Jahren oder länger zu fahren und auf diese Weise vermeintlich die Umwelt zu schonen. Dass Autoreifen mit den

Jahren aushärten und deshalb immer schlechter greifen, scheint diesen Autofahrern bewusst zu sein. Denn sie wollen dieses Manko mit vorausschauender Fahrweise ausgleichen. Das ist für sich betrachtet natürlich sehr lobenswert. Es lässt sich jedoch nicht immer mit der Realität des Straßenverkehrs in Einklang bringen. Denn niemand kann zum Beispiel vorhersehen, wann ein Kind auf die Straße läuft. Wenn es aber passiert, muss der Reifen zupacken, und den kürzest möglichen Bremsweg realisieren. Mit knüppelharten Uralt-Pneus? Keine Chance!

Sommerreifen sind im Sommer die erste Wahl Deshalb sollte man nach spätestens acht Jahren die Reifen erneuern, ganz gleich, wie gut das Profil noch ist. Und man sollte

auch keine jahreszeitlichen Kompromisse eingehen. Im Sommer sind Sommerreifen die erste Wahl, nur sie garantieren den optimalen Bremsweg. Und sie helfen mit, den Kraftstoffverbrauch niedrig zu halten. Denn der spielt für die Nachhaltigkeit eine ebenso wichtige Rolle, wie der Verschleiß. Der fällt bei Ganzjahresreifen deutlich höher aus, als bei Sommerreifen. Denn deren Gummimischung und Profil sind auf hohe Temperaturen ausgelegt. Das macht die Ersparnis zweier Räderwechsel fast schon wieder wett. Ganz zu schweigen vom besseren Komfort: Gute Sommerpneus laufen deutlich leiser als die grobstolligen Ganzjahresreifen. Deshalb: Wer nachhaltig und sicher unterwegs sein will, wechselt im Frühjahr auf moderne Sommerreifen und optimiert so Sicherheit, Spritverbrauch und Komfort.

Wer nachhaltig und sicher unterwegs sein will, wechselt im Frühjahr auf moderne Sommerreifen und optimiert so Sicherheit, Spritverbrauch und Komfort. Foto: ProMotor


Kfz-Handwerk SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 10

Elektromobilität auf der Überholspur Trotz insgesamt rückläufiger Zulassungszahlen verzeichnen E-Autos ein Plus von 206 Prozent

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ie E-Mobilität hat sich in Deutschland im Jahr 2020 trotz eines rund zwanzig prozentigen Rückgangs der Zulassungszahlen im Jahr der Covid 19-Pandemie stärker durchgesetzt als jemals zuvor, heißt es in einer Mitteilung des Kraftfahrtbundesamts (KBA) in Flensburg. Alternative Antriebe (batterieelektrisch, Hybrid, Plug-In, Brennstoffzelle, Gas, Wasserstoff) beanspruchten rund ein Viertel aller Neuzulassungen. Die Anzahl der neu zugelassenen Personenkraftwagen (Pkw) mit reinem Elektroantrieb legte mit plus 206 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. „Die E-Mobilität ist in der Mitte der mobilen Gesellschaft angekom-

Mehr als drei Mal so viele Elektroautos wurden im Jahr 2020 zugelassen als in den Jahren zuvor. Foto: ProMotor/Volz men. Positive Nutzererfahrungen, verlässliche Technologien und ein wachsendes Angebot erleichtern den Umstieg in die E-Mobilität. Bei einem anhaltenden Zulassungstrend der Fahrzeuge mit elektrischen Antrieben von rund 22 Prozent wie im vergangenen Quartal, kann das von der Bundesregierung formulierte Ziel von 7 bis 10 Millionen zugelassenen Elektrofahrzeugen

in Deutschland bis zum Jahr 2030 erreicht werden“, sagt KBA-Präsident Damm. 13,5 Prozent aller in Deutschland neu zugelassenen Autos haben einen elektrischen Antrieb (batterieelektrisch, Plug-In, Brennstoffzelle). Besonders hohe Anteile weisen die Bundesländer Schleswig-Holstein, Berlin und Baden-Württemberg mit mehr als 16 Prozent auf.

Kleinwagen mit batterieelektrischem Antrieb stellten mit 29,9 Prozent das stärkste Segment bei den Neuzulassungen des Jahres 2020 dar. Auf das Segment der SUV mit batterieelektrischem Antrieb entfiel knapp ein Fünftel (19,9 Prozent) des Neuzulassungsvolumens. Bei den batterieelektrisch angetriebenen Autos machten die privaten Neuzulassungen mit 48,8

Prozent bereits beinahe die Hälfte aller Neuzulassungen aus. Bei den alternativen Antrieben lag das Verhältnis bei rund zwei Drittel gewerblicher (63,5 Prozent) zu einem Drittel (36,4 Prozent) privater Halter. Insgesamt wurde rund 63 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen, einschließlich Benzin und Diesel, im Jahr 2020 für gewerbliche Halter registriert. Der Bestandsanteil der Pkw mit alternativen Antrieben stieg im Laufe des zurückliegenden Jahres von 2,4 Prozent auf einen Anteil von 3,6 Prozent (+54,0 Prozent). Bei den Pkw mit elektrischem Antrieb fiel diese positive Entwicklung mit +147,1 Prozent noch deutlicher aus – hier stieg der Anteil am Gesamtbestand von 0,5 Prozent auf 1,2 Prozent.


Kfz-Handwerk SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 11

Rund 78000 Reisemobile und Caravans wurden im vergangenen Jahr zugelassen, das entspricht einem Plus von knapp 45 Prozent. Foto: zVg

Hohe Nachfrage Rekordjahr bei Campern und Reisemobilen im Land

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ie deutsche Caravaningbranche setzte im vergangenen Jahr 12,5 Milliarden Euro um. Der Umsatz stieg um mehr als 6 Prozent auf einen neuen Rekord. Das Geschäft mit Neufahrzeugen entwickelte sich aufgrund des coronabedingt verringerten Produktionsvolumens leicht rückläufig. Starke Zuwächse verzeichneten die Geschäftsbereiche Gebrauchtfahrzeuge und Zubehör. 2020 ist bereits das siebte Jahr in Folge, das die Branche mit einem neuen Bestwert abschloss. Auch für 2021 sind die Aussichten gut. Die Caravaningbranche in Deutschland erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 12,5 Milliarden Euro und erreichte damit einen neuen Bestwert. Das entspricht einem ordentlichen Umsatzplus von 6,3 Prozent. Die Branche fuhr damit bereits das siebte Jahr in Folge ein neues Rekordergebnis ein. In dieser Zeit hat sich der Umsatz mehr als

verdoppelt. Der Verkauf von Neufahrzeugen brachte der Branche den größten Umsatz ein. Mit 6,5 Milliarden Euro entwickelten sich die Erlöse um 1,5 Prozent leicht rückläufig gegenüber dem Bestwert aus 2019. Der Grund hierfür ist, dass die Corona-Pandemie das Produktionsniveau sinken ließ. Der Umsatz im Ausland ging um 6,2 Prozent zurück auf 2,5 Milliarden Euro. Mit dem Verkauf neuer Reisemobile setzte die Branche insgesamt 5,6 Milliarden Euro um und übertraf damit leicht das Rekordniveau aus dem Vorjahr (plus 0,3 Prozent). Der Erlös aus dem Absatz neuer Caravans betrug 900 Millionen Euro – ein Minus von 11,3 Prozent. Der Markt für gebrauchte Freizeitfahrzeuge legte im vergangenen Jahr erneut stark zu. Entsprechend stieg der Umsatz mit Fahrzeugen aus zweiter Hand um herausragende 18,2 Prozent auf ein neues Allzeithoch von

4,9 Milliarden Euro. Gebrauchte Caravans brachten 4,0 Prozent mehr Umsatz ein als 2019, Reisemobile gar 21,6 Prozent. Auch der dritte Geschäftsbereich der Branche, das Zubehörgeschäft, legte 2020 weiter zu. Der Umsatz stieg um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,1 Milliarden Euro. „Mit dem erneuten Rekordergebnis haben wir ein denkbar gutes Ergebnis im außergewöhnlichen Jahr 2020 erzielt“, zieht Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD), zufrieden Bilanz. „Caravaning liegt im Trend wie kaum eine andere Urlaubsform. Wir sind optimistisch, dass wir die Produktion 2021 wieder erhöhen können und auch das Exportgeschäft wieder anzieht. Unter diesen Voraussetzungen winkt ein neuer Rekordumsatz von erstmals über 13 Milliarden Euro“, gibt Onggowinarso einen optimistischen Ausblick.

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Handwerk 2021 SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite13

Von neun Handwerksbetrieben die CoronaHilfsgelder beantragt haben, ist bislang nur bei Dreien Geld auf dem Konto eingegangen.

Hilfsgelder fließen nur schleppend S Anträge für Corona-Hilfen sind zu kompliziert

eit November 2020 ist die Wirtschaft durch den Lockdown eingeschränkt. Dies wirkt sich sehr unterschiedlich im Handwerk aus. Von Friseuren und dem Autohandel, die ihre Läden geschlossen halten müssen, von Fleischern und Bäckern, denen das Catering-Geschäft wegfällt, bis hin zu Betrieben, die Mitarbeiter einstellen, um ihre Aufträge bewältigen zu können, ist alles dabei, heißt es in einer Mitteilung der Kreishandwerkerschaft Lörrach. Diese hat eine Umfrage unter den Mitgliedsfirmen durchgeführt. Insgesamt 70 Betriebe haben sich beteiligt, so dass die Umfrage ein repräsentatives Bild der Handwerksbetriebe im Landkreis Lörrach abgibt. Deutlich zu erkennen ist die schleppende Auszahlung der staatlichen Hilfen. Von neun Anträgen wurden gerade einmal drei Zahlungen verzeichnet. Das ist nur ein Drittel. Steuerberater, die bei

der Überbrückungshilfe II benötigt werden, raten daher dazu, die Überbrückungshilfe III abzuwarten. Dort sind erhebliche Erleichterungen in der Beantragung und Berechnung angekündigt. Bei der Einschätzung der Auftragslage zeigt sich auch ein sehr einheitliches Bild: Das Gros der befragten Betriebe gibt an, dass der Umsatz sinkt, beziehungsweise gleich bleiben wird (Doppelnennungen waren möglich). Insgesamt 14 Prozent der Befragten gaben an, dass der Umsatz in 2021 bei ihnen steigen wird. Eine nicht unerhebliche Zahl von Betrieben arbeiten zur Zeit, wenn auch nur teilweise, in Kurzarbeit. Zusammenfassend kann man festhalten, dass das Handwerk zwar leidet, aber bisher mit einem blauen Auge davon gekommen ist und man vorsichtig, verhalten in das Jahr 2021 blickt, ziehen Kreishandwerksmeister Martin Ranz und Da-

niel Herkommer Bilanz. „Immer wieder haben Herr Ranz und ich bei der Politik darauf hingewiesen, dass die Ausbildungsprämie zu hohe Hürden hat, um sie zu bekommen. Wir freuen uns daher, dass hier nachgebessert wurde und mehr Unternehmen antragsberechtigt werden“, sagt Herkommer. Nun sind Ausbildungen zwischen dem 24. Juni 2020 und dem 31. Juli 2021 förderfähig. Die Prämien können beantragt werden, wenn innerhalb von zwei Monaten zwischen April und Dezember 2020 Umsatzeinbußen von durchschnittlich mindestens 50 Prozent bestanden, oder in fünf zusammenhängenden Monaten Einbußen von durchschnittlich mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr vorhanden waren (bisher 60 Prozent). Wenigstens ein Monat Kurzarbeit in der Zeit von Januar bis Dezember 2020 ist ebenfalls Voraussetzung.

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Fahrrad / Motorrad SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 14

Corona sorgt für Zweirad-Boom

Frühzeitig mit Radkauf beschäftigen

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as Frühjahr steht vor der Tür, die klassische Fahrradsaison beginnt. Die Vorzeichen stehen gut, dass sich der Fahrradmarkt auch in diesem Jahr einer hohen Nachfrage erfreuen wird. Wer sich spontan ein neues Fahrrad oder E-Bike kaufen möchte, kann aber schnell enttäuscht werden: Das Wunschrad ist oftmals weder im Handel noch online erhältlich, Lieferzeiten bis zu sechs Monate sind keine Seltenheit. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Das Thema Radfahren boomt – und zwar weltweit. Das bringt die Produktionsbetriebe an ihre Grenzen. Ein Fahrrad besteht bekanntlich aus unterschiedlichen Komponenten von verschiedenen Zulieferern. Viele Teile werden weltweit nur von wenigen Herstellern produziert. Durch die gestiegene Nachfrage können die Betriebe manche Bestellungen nicht mehr zeitgenau abarbeiten. Auf manche Komponenten gibt es mittlerweile War-

tezeiten von rund einem Jahr, auch weil Rohstoffe fehlen. Doch Komponenten wie Sattel, Bremsscheiben und Schaltung sind elementar für den Fahrbetrieb. Ohne sie läuft nichts. Wer also sein Wunschrad haben möchte, sollte sich frühzeitig damit beschäftigen oder auch längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Der Bestand im Handel ist aktuell niedrig, Ware kann schnell vergriffen sein.

Sonderfall E-Bikes Beim E-Bike ergibt sich noch eine Sondersituation: Die Zulieferer der Antriebskomponenten müssen aktuell einen komplizierten Spagat hinlegen. Sie stehen bei ihren Bestellungen für elektronische Teile wie Chips und Prozessoren am Weltmarkt in direkter Konkurrenz zur Automobil- und Elektronikbranche, die ebenfalls eine hohe Nachfrage nach Elektroteilen hat. Das wiederum erschwert die Versorgung und bringt Probleme in der Lieferkette. (pd-f)

Vor dem Start in die Motorrad-Saison muss die Maschine zum Check in die Werkstatt. Foto: ProMotor

Saisonkennzeichen sind praktisch Die jährliche An- und Abmeldung entfällt

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ben noch schlummerten sie in Garagen, Scheunen oder Parkhäusern. Jetzt erwachen Oldtimer, Cabrio, Motorrad und Wohnmobil aus dem Winterschlaf und zeigen sich in voller Schönheit. Den Start ins Fahrvergnügen auf Zeit erleichtern Saisonkennzeichen. Ihre Vorteile und was die Fahrzeughalter alles beachten sollten. Saisonkennzeichen lohnen sich für Fahrzeuge wie Cabrio, Motorräder, Oldtimer und Wohnmobile, die im Winter in der Regel nicht gefahren werden. Der große Vorteil: Die jährliche An- und Abmeldung entfällt. Einmal beantragt ist die Zulassung bis auf Widerruf gültig. Das spart Zeit und Geld. Vorausgesetzt allerdings, für den Winterschlaf steht ein privater Abstellplatz zur Verfügung. Muss für die Un-

terbringung ein Stellplatz angemietet werden, kann die Kosteneinsparung bei Zulassung, Steuer und Versicherung schnell flöten gehen. Cabrio, Bike & Co. mit Saisonkennzeichen dürfen minimal zwei, maximal elf Monate im Jahr rollen. Danach ruht der Versicherungsschutz. Welcher Zeitraum gilt, steht rechts auf dem Nummernschild: Die Zahl über dem Strich gibt den ersten Monat des Gültigkeitszeitraums an, die Zahl unterm Strich den letzten Monat. Der Zulassungszeitraum darf nicht über das Jahr verteilt werden. In der Ruhepause steht das Fahrzeug auf Privatgrund. Wer Saisonfahrzeuge dann auf öffentlichen Straßen parkt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 40 Euro plus Abschleppkosten. Wer sie hier sogar bewegt, kann

mit 50 Euro bestraft werden. Kommt es mit abgelaufenem Saisonkennzeichen zu einem Unfall, ist die Versicherung aus der Zahlungspflicht raus. Schlimmer noch: Ohne Versicherung zu fahren gilt als Straftat. Tipp: Sollte das Fahrzeug in der Ruhepause verkauft und es dazu bewegt werden, hilft ein Kurzzeitkennzeichen weiter. Kraftfahrzeug-Steuer und Versicherungsbeiträge werden nur für die Zulassungszeit fällig. Für den Anspruch auf eine bessere Schadenfreiheitsklasse in der Versicherung müssen die Fahrzeuge mindestens sechs Monate angemeldet sein. Fallen Haupt- und Abgasuntersuchung in die Ruhepause, müssen Saisonfahrzeuge mit Beginn der nächsten Fahrzeit zur HU und AU in die Werkstatt.


Versicherung / Recht / Steuer e 14

SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 15

Vorsicht, wildes Treiben Versicherungen zählen rund 295.000 Wildunfälle im Jahr

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rühjahrszeit ist Blütezeit. Auf Wiesen und Feldern sprießt frisches Grün. Ein gefundenes Fressen für Reh, Wildschwein und Co., die im April und Mai vorzugsweise in den Abend- und frühen Morgenstunden aus den Wäldern kommen. Gut und schön, wäre da nicht der Berufsverkehr. Das kann gefährlich werden. Rund 295.000 Wildunfälle registrierte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft im Jahr 2019. Das ist ein Plus von fast zehn Prozent zum Vorjahr und bis dato Rekordhoch. Anna Martinsohn vom Deutschen Jagdverband (DJV) nennt Gründe: „Menschen wollen mobil sein. Straßenverkehrsnetze werden weiter ausgebaut und zerschneiden so die Lebensräume der Tiere, die täglich zwischen Schlafzimmer (Wald) und Esszimmer (Feld) hin und her wechseln.“ Für das Unfall-Hoch im April und Mai macht sie unter anderem die Zeitumstellung verantwortlich. Dann fällt die Hauptverkehrszeit wieder in die Dämmerung, in der Wild am häufigsten unterwegs ist. Hinzu kommt, dass das junge Rehwild in diesen Wochen für Revierkämpfe auch die weniger attraktiven Strecken entlang von Straßen in Kauf nimmt. Wie gefährlich Unfälle mit Wild sind, zeigen Crashtests von ADAC und Sachverständigenorganisationen. Prallt beispielsweise ein 80 Kilo schweres Wildschwein auf ein mit Tempo 50 fahrendes

gravierender.

Regeln nach dem Unfall

Reh, Wildschwein & Co. kommen im Frühling vorzugsweise in den Abend- und frühen Morgenstunden aus den Wäldern. Foto: ProMotor/A.C.Hykoe/Fotolia.com Auto, trifft es mit einer Wucht von zwei Tonnen auf das Fahrzeug – kreuzgefährlich für Mensch und Tier. Wer weiß, wann und wo sich Fahrer und Wild häufig gegenüberstehen und welche Verhaltensregeln dann gelten, kann sich und die Waldbewohner schützen.

Gefährliche Wege Mensch und Tier kommen sich vorwiegend auf durch Wälder führende Landstraßen sowie auf den Übergängen vom Wald zum Feld und zur Wiese in die Quere. Besondere Vorsicht gilt auf neuen Straßen, die durch Wälder führen und die gewohnten Wege der Tiere kreuzen. Wildwechselschilder signalisieren gefährliche Strecken.

Bitte beachten! Vorsicht: Auf ein Tier folgen oft weitere.

Fahrmanöver im Ernstfall Auf den Gefahren-Strecken und bei Wildwechsel-Warnschildern Tempo runter und vorausschauend fahren. Schon bei einer Geschwindigkeitsreduzierung von 100 auf 80 Kilometern pro Stunde verkürzt sich der Bremsweg laut DJV um 25 Meter. Fernlicht ausschalten und laut hupen. Anderenfalls bleiben die Tiere im Lichtkegel wie angewurzelt stehen. Auf riskante Ausweichmanöver verzichten, voll bremsen und das Lenkrad geradeaus halten. Das gilt vor allem dann, wenn der Crash unvermeidlich er-

scheint. Die Folgen eines Unfalls am Baum oder im Gegenverkehr sind

Unfallstelle sichern: Warnwesten überstreifen, Blinklicht einschalten, Warndreieck aufstellen. Wenn erforderlich Erste Hilfe leisten. Polizei und bei Verletzten den Rettungswagen rufen. Die Polizei informiert den Jäger. Angefahrene und tote Tiere nicht anfassen. Infektionsgefahr! Den Unfall mit Fotos dokumentieren. Eine Wildunfallbescheinigung für die Versicherung ausstellen lassen. Schäden aufgrund von Kollisionen mit Haarwild zahlt die Vollbeziehungsweise Teilkaskoversicherung. Wer verunfalltes Wild der TierfundkatasterApp meldet, hilft Wildunfallschwerpunkte zu entschärfen.


Architekten und Ingenieure SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 16

Sachwalter der Bauherren

Mit einem Architekten an der Seite lassen sich Zeit, Geld und Nerven sparen

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iele Bauherren glauben, dass „Architektenhäuser“ etwas besonders Extravagantes, zumindest etwas sehr Teures sind. Doch das Gegenteil ist richtig: Mit einem Architekten oder einer Architektin lassen sich Zeit, Geld und Nerven sparen, heißt es beim Bund Deutscher Architektinnen und Architekten. Architekten sind Freiberufler wie Ärzte oder Rechtsanwälte. Nach ihrem Grundverständnis steht der Bauherr an erster Stelle. Nach den Grundsätzen verstehen sich als Sachwalter ihres Bauherrn. Wer einen Architekten beauftragt, holt sich Sachverstand und guten fachlichen Rat „ins Haus“. Dafür bekommt der Architekt ein Honorar, das durch eine gesetzliche Honorarordnung geregelt wird. Über den Daumen gepeilt bekommt der Architekt, wenn er für alle Aufgaben („Leistungsphasen“) eines Bauprojekts beauftragt wird, etwa zehn Prozent der Bausumme, also der Baukosten ohne Grundstück. Diese Kosten fielen auch bei anderen Arten der Beauftragung an, etwa

Architekten und Bauingenieure vertreten die Interessen der Bauherren.

auch beim Kauf eines „schlüsselfertigen“ Hauses bei einem Bauträger. Dort fallen vergleichbare Kosten ebenfalls an, sind aber in der Gesamtkalkulation „versteckt“ und für den Bauherrn nicht sichtbar. Die Beauftragung eines Architekten hat handfeste Vorteile: In jeder Phase des Baugeschehens, also bei der Planung, bei der Auswahl und der Beauftragung von Bauunternehmen und Handwer-

kern („Ausschreibung, Vergabe, Abrechnung“), bei der Bauleitung auf der Baustelle und nicht zuletzt bei der Endabnahme des Bauwerks wird der Bauherr von einem Fachmann begleitet, der strikt auf seiner Seite steht. Der Planungsberater eines Schlüsselfertig-Anbieters hingegen ist den Interessen, auch den finanziellen, seines Arbeitoder Auftraggebers verpflichtet, er steht im Falle eines Streits also auf der Gegenseite. Spätestens in diesem Falle müssten Sie einen „Bauberater“ hinzuziehen, der Sie auf Stundenlohn-Basis berät. Der Architekt berät auch hinsichtlich Alternativen bei Baustoffen und Produkten. Der Architekt ist frei in der Auswahl der Produkte und Handwerker. Er kennt Firmen, die das Gewünschte anferti-

gen können. Dies muss keineswegs teurer sein als die oft überteuert angebotenen Standardprodukte. Beim „Alles aus einer Hand“-Anbieter sind Risikozuschläge und Profite der Subunternehmer von vornherein eingepreist. Der Architekt hingegen ermittelt, oft in konkurrierenden Ausschreibungsverfahren, den besten und preisgünstigsten Anbieter für bestimmte Leistungen, mit denen der Bauherr dann individuelle Verträge abschließt. Das erhöht die Transparenz und senkt die Kosten. Der Architekt bereitet diese Verträge fachgerecht vor, Sie müssen diese nur unterschreiben. Oft bestehen langjährige Vertrauensverhältnisse zwischen Architekt und Handwerker, von denen der Bauherr profitiert.

Der Architekt darf selbst nichts an der Vergabe von Leistungen verdienen, er wird immer nur für seine Planung und Bauleitung bezahlt. Daher kann er objektiv beraten.

Umbau und Co. Architekten stehen nicht nur nur für große und „besondere“ Bauvorhaben zur Verfügung. Schon bei kleinen Vorhaben wie einem Bad-Umbau oder einem Anbau an ein Siedlungshäuschen können erfahrene Architekten für einen kosten- und termingerechten Bauablauf sorgen. Obendrein bekommen die Kunden noch einen Mehrwert, der gar nichts extra kostet: Bad, Anbau, oder Haus sind individuell gestaltet und heben sich aus der Masse heraus.


Handwerk 2021 SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 17

Abiturienten entdecken Handwerk Nur elf Prozent Einbruch bei Ausbildungsverträgen im ersten Corona-Jahr

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nsgesamt 348 neu abgeschossene Ausbildunsverträge verzeichneten die Handwerksbetriebe im Kreis Lörrach im vergangenen jahr. Das sind 47 weniger, beziehungsweise ein Rückgang um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch sind Kreishandwerksmeister Martin Ranz und Daniel P. Herkommer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Lörrach, mit den Zahlen zufrieden. „Wenn man bedenkt, was alles nicht stattgefunden hat“, betont Herkommer und nennt die coronabedingt abgesagten Veranstaltungen, wie die Ausbildungsbörsen oder die

Olympiade der Talente an der Gewerbeakademie in Schopfheim. Auch die Joberkundungstage an der Gewerbeakademie waren starkt reduziert und auch Praktika in Betrieben haben weniger stattgefunden. Bewerber werden derzeit zu Vorstellungsgesprächen - unter Einhaltung der Hygienevorgaben - eingeladen, sollen aber sobald wie möglich ein Praktikum machen. erklärt Kreishandwerksmeister Ranz. Auch der angehende Lehrling müsse sagen können, dass der Beruf und der Betrieb zu ihm passt, unterstreicht der Kreishandwerksmeister die Bedeutung der Praktika.

„Wir sind immer am planen“ Tag des Handwerks made in Lörrach

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ie viele andere Veranstaltungen ist im vergangenen Jahr auch der „Tag des Handwerks“ in Lörrach der CoronaPandemie zum Opfer gefallen. „Wir hoffen, dass die Veranstaltung in diesem Jahr staffinden kann“, sagt Kreishandwerksmeister Martin Ranz. „Wir sind immer am Planen, und wir haben fast mehr zu tun als in der Zeit vor Corona“, betont er. Die Planungen für den „Tag des Handwerks“, der am Donnerstag, 17. Juni, stattfinden soll, gehen voran. Ein Aus-

weichtermin nach den Sommerferien wird bereits eruiert. Vorgesehen ist eine Präsenzveranstaltung im Lörracher Burghof. Als Gastredner wurde der österreichische Bestellerautor Marc Elsberg, bekannt durch seinen zuletzt erschienenen Roman „Gier - Wie weit würdest du gehen?“. Vorbereitungen laufen auch für andere Veranstaltungen. So will sich das Handwerk wieder bei der Regio-Messe präsentieren, die aufgrund der Corona-Pandemie bereits vom angestammten Platz im Frühjahr in den Oktober verlegt wurde.

Die wirtschaftlichen Perspektiven und kreativen Möglichkeiten machen das Handwerk attraktiv. Herkommer untermauert dies mit Blick auf die demographische Entwicklung. „Die Situation hat sich geändert, nicht mehr die Unternehmen stellen ein, vielmehr suchen sich die Bewerber die Unternehmen aus“, ergänzt er. Das Handwerk mit sei-

nen weit mehr als 2500 Betrieben im Landkreis Lörrach bilde vergleichsweise stark aus, betont Herkommer. Er hofft, wie auch Kreishandwerksmeister Ranz, dass sich der Aufwärtstrend aus den Vor-Corona-Jahren fortsetzt. Die Ausbildung im Handwerk habe

schon seit Jahren starke Anerkennung erfahren, sagt Ranz. „Wir merken das auch daran, dass wir vermehrt Auszubildende mit Abitur haben“, berichtet er. Aktuell findet vieles zum Thema Ausbildung online statt, beispielsweise die erstmals online stattfindenden Lörracher Bildungsmesse „Cult“. Herkommer und Ranz verweisen zudem auf die Internetseite www. handwerk.de, wo sich Interessierte über die Ausbildungsberufe im Handwerk informieren können und sich zugleich mit dem „Lehrstellenradar“ auf die Suche nach Ausbildungs- und Praktikumsplätzen machen können.


Steinmetz / Natursteine SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 18

Steinmetz ist nichts für jeden S Breites Tätigkeitsfeld mit natürlichem Werkstoff / Kreativität ist gefragt

teinmetz ist kein Job für jeden. Das Steinmetzhandwerk war nie für alle da. Heute ist es das schon gar nicht. Wer Wert auf starre Hierarchien legt, undurchsichtige Business Codes für unvermeidlich hält, sich stetig wiederholende Arbeitsläufe und eine miefige Büroatmosphäre schätzt, der kann nicht Steinmetz werden. Die Monotonie des Arbeitsalltags gibt es in diesem Handwerk nicht. Dafür sorgen der natürliche Werkstoff einerseits – jeder Stein ist anders – und

Steinmetze schaffen Produkte, die Bedürfnisse nach Sinn und Sinnlichkeit befriedigen. Foto:BIV Steinmetze/Chichu das breite Tätigkeitsfeld andererseits. Im Zentrum des Steinmetzhandwerks stehen die Kreativität und die kunstvolle Ge-

staltung der Lebenswelten von Menschen. Ob es das „ganz große Kino“ in der Küche, die luxuriöse Inszenierung im priva-

ten Spa-Bereich oder das bewusste Zeichen auf dem Friedhof ist – die Gestaltung von Räumen, ihre Dimensionierung, ihre Proportion und ihre Positionierung im Leben der Menschen, sind die wichtigsten Aufgaben in diesem Handwerk. Wer gestalten will, wer seine und die Zukunft seiner Kunden mit entwerfen will, der ist im Steinmetzhandwerk richtig. Für einen Steinmetzsind Kunden Menschen. Menschen, die Werte wie Qualität, Rarität und Individualität zu schätzen wissen. Diese Kunden suchen ein Anwendungskonzept für den von ihnen gewählten Werkstoff. Der Steinmetz beherrscht die Auswahl. Er kennt die Steine. Er kann seine Kunden individuell bedienen, bietet kreative Anregungen und keine fertigen Lösungen. Ein Steinmetz nimmt sich Zeit für die Herstellung seiner Produkte, für die sinnfällige Verwendung nachhaltiger Materialien und eine preisbewusste Fertigung. Im Steinmetzhandwerk geht es um die alltägliche Annäherung zwischen theoretischem Wissen und praktischem Machen. Im Mittelpunkt stehen die Schönheit der Produkte und die Brauchbarkeit

der Dinge. Am Stein ist Verantwortung gefragt. Selbstständige Entscheidungen sind in diesem Handwerk selbstverständlich. Es braucht die Meister und es braucht die richtigen Mitarbeiter. Beide müssen ihr Handwerk beherrschen, müssen die Technik begreifen und präzise arbeiten. Steinmetze schaffen Produkte, die Sehnsüchte nach Sinn und Sinnlichkeit befriedigen. Steinmetze leben in einer Welt der Arbeit, in der der Lohn der Arbeit auch in der Arbeit selbst liegt. Steinmetz wird, wer seinen Namen mit seinen Produkten verbinden will. Ein Steinmetz gebraucht Hand und Kopf. Statt abstrakte Businesspläne abzuarbeiten, wird in diesem Handwerk Leben und Arbeiten sinnlich erfahrbar. Die Fertigkeiten der Hand lassen sich dabei durch stetiges Üben verfeinern. Wer bereit ist, zu lernen, der wird schnell erkennen, dass dieses Handwerk mit reinem „Steine klopfen“ nichts mehr zu tun hat. Qualifiziertes Hand-werk ist heute anders. Das Steinmetzhandwerk ist die Verschmelzung von traditionellen Techniken und modernen Fertigungsmethoden.


Garten / Außenanlagen SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 19

„Wechsle über Dich hinaus“

Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau startet Social-Media-Kampagne

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uch wenn im vergangenen Jahr wieder mehr junge Menschen eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner begonnen haben: Der boomenden grünen Branche fehlen Fachkräfte. Deshalb unterstützt der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) seine Mitgliedsbetriebe mit der neuen Kampagne „Wechsle über Dich hinaus!“, die in diesen Tagen bundesweit in Social Media startete. Ziel ist es, wechselwillige Menschen mit Berufserfahrung aus verwandten Branchen oder gesuchten Berufsbildern für neue Arbeitgeber aus dem Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau zu begeistern. Denn die Branche hat 2020 ein

weiteres Jahr in Folge nicht nur ein Umsatzplus erwirtschaftet, sondern auch mehr Menschen beschäftigt. Wie die BGL-Konjunkturumfrage unter den Mitgliedsbetrieben noch im Herbst 2020 zeigte, sind die Auftragsbücher voll und die Stimmung mit Blick auf das neue Geschäftsjahr ist „gut“, besonders im Segment Privatgarten. Und auch wenn der zweite Lockdown zum Jahresende die Erwartungen der Branche gedämpft hat, gilt: „Unsere Mitgliedsbetriebe sind gesund und gehen gut aufgestellt in die Zukunft. Hier gibt es sichere Arbeitsplätze und ausgesprochen abwechslungsreiche Tätigkeitsfelder“, sagt Lutze von Wurmb, Präsident des BGL. „Zu-

Die Gartenbaubetriebe freuen sich über eine gute Auslastung. Mit einer neuen Kampagne sollen weitere Fachkräfte gewonnen werden. Foto: zVg dem setzen wir Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner uns für lebenswerte, grüne Innenstädte, Klimaschutz und Artenvielfalt ein. Das ist einfach ein schöner Beruf.“ Quereinsteiger aus der Industrie, sowie aus gewerblichen und technischen Berufen sind

den Betrieben im GaLaBau willkommen. Weitere mediale Angebote für potenzielle neue Mitarbeiter werden ab dem zweiten Quartal folgen, insbesondere das „Herzstück“ der Kampagne: das Karriereportal mit Stellenbörse der Landschaftsgärtner, das

derzeit noch in Arbeit ist. Im Moment gelangen Wechselwillige über die Social Media-Kanäle auf www.galabau-karriere. de. Hier finden sie Informations- und Netzwerkangebote des BGL zum Berufsbild, sowie zu Fortbildungs- und Karrierechancen. Die Kampagne „Wechsle über Dich hinaus!“ wurde 2020 federführend vom Landesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NordrheinWestfalen zusammen mit den Landesverbänden Baden-Württemberg und Bayern initiiert. Um dem Fachkräftemangel im Garten- und Landschaftsbau bundesweit entgegenzuwirken, wird sie nun vom BGL flächendeckend umgesetzt und weiterentwickelt.


Garten / Außenanlagen SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 20

Zeichen stehen auf „Grün“

Landschaftsgärtner beurteilen wirschaftliche Lage als „gut“

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ei der jüngsten Konjunkturumfrage des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) zeichnen die teilnehmenden Unternehmen ein weiteres Jahr in Folge ein grundsätzlich positives Bild von ihrer wirtschaftlichen Lage. Einige Ergebnisse fallen sogar besser aus als in den Vorjahren und geben so Anlass zu vorsichtigem Optimismus für 2021. In diesem Geschäftsjahr hat das Ergebnis der aktuellen GaLaBauKonjunkturumfrage eine besondere Bedeutung: Rund 97 Prozent der Befragten bewerten die wirtschaftliche Situation der GaLaBau-Branche 2020 mit mindestens „befriedigend“ – mitten

Bei vielen Haushalten rückte der eigene Garten in den Mittelpunkt. Vom Gärtner naturnah gestaltet. Foto: anl in der Corona-Situation. Selbst der Blick in die fernere Zukunft fällt positiv aus: Rund 92 Prozent der Befragten schätzen die Zukunftsaussichten der grünen Branche auch für die nächsten fünf Jahre noch „sehr gut“ bis „befriedigend“ ein. Für den eigenen Betrieb sehen die Unternehmer sogar optimistischer in die kommenden Jahre: Fast 94 Prozent

bewerten die langfristige wirtschaftliche Situation ihres Unternehmens mindestens „befriedigend“, davon zehn Prozent sogar „sehr gut“. Grund dafür dürfte die aktuell gute Auftragslage sein: Im Bereich „Neubau“ sind die Betriebe durchschnittlich 19 Wochen lang voll ausgelastet, zwei Wochen mehr als im Vorjahresherbst. Auch die Pflegeauf-

träge reichen für eine Vollbeschäftigung für die nächsten 13 Wochen (und damit ebenfalls zwei Wochen länger als 2019). Zudem bewerten 36 Prozent die Auftragslage besser als 2019; immerhin 54 Prozent setzen sie mit dem Vorjahr gleich. Dazu passt, dass jeder befragte Betrieb durchschnittlich 21 Mitarbeiter beschäftigt. „2020 ist durch die

Corona-Pandemie gesamtgesellschaftlich ein Ausnahme- und Krisenjahr, mit unvorhersehbaren und dramatischen Entwicklungen in vielen Wirtschaftsbereichen. Deshalb freuen wir uns als grüne Branche besonders über diese positiven Ergebnisse und sind sehr dankbar dafür“, sagt BGL-Präsident Lutze von Wurmb. Viele Menschen investierten mehr in die Lebensqualität zuhause und im eigenen Garten, statt in Urlaub zu fahren. Folgerichtig erlebt die grüne Branche gerade einen starken Trend zum gepflegten Privatgarten, der mit Hilfe des Landschaftsgärtners sowohl als Erlebnisraum draußen als auch naturnah und artenreich gestaltet wird.


Garten / Außenanlagen SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 21

Natürlich schön und gepflegt Garten- und Landschaftsbau mit neuer Broschüre „Naturnahe Gärten“

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ine neue Bröschüre des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) ist unter dem Titel „Naturnahe Gärten“ erschienen. Darin geht es um einen aktuellen Trend im Privatgarten und die entsprechende Expertise des Landschaftsgärtners. Denn immer mehr Kunden wünschen sich einen Garten, der nicht nur natürlich schön ist und einen aktiven Beitrag zum Arten- und Klimaschutz leistet, sondern auch fachkundig gestaltet und gepflegt ist. Die Broschüre „Naturnahe Gärten“ zeigt, wie die Experten für Garten und Landschaft ihre Kunden dabei unterstützen, zum Beispiel in der Gestaltung des Geländes (oder Dachs), über die Auswahl von Pflanzen, die zum Standort passen,

durch Pflanzenpflege und integrierten -schutz, beim Anlegen von Obst- und Gemüsegärten, beim nachhaltigen Umgang mit Wasser und Wasser als Gestaltungselement, mit möglichst lang blühenden und blütenreichen Pflanzen als Nahrung für Insekten, durch Einsatz von regionalen Materialien, und klimastabilen Pflanzen. Vom Experten angelegte Trockenmauern und Hecken, grüne Wände und begrünte Dächer erweitern den natürlichen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Mit seinem fundierten Pflanz- und Pflanzenwissen macht der Garten- und Landschaftsbau-Experte aus dem kleinsten privaten Garten ein Biotop, in dem sich Mensch, Flora und Fauna wohlfühlen. Einzelexemplare sind

kostenlos in der BGLGeschäftsstelle zu beziehen. Darüber hinaus beträgt die Schutzgebühr pro Stück 2,99 Euro (zzgl. Mehrwertsteuer und Versand). In den Landesverbänden des BGL ist „Naturnahe Gärten“ ebenfalls erhältlich. Der Bundesverband Garten-, Landschaftsund Sportplatzbau (BGL) vertritt die Interessen des deutschen Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaues. Diese bieten maßgeschneiderte, individuelle Lösungen rund ums Bauen mit Grün. Die Branche zählt 18.251 Fachbetriebe mit insgesamt 123.678 Beschäftigten. Mit hoher Kompetenz planen, bauen, entwickeln und pflegen sie Grün- und Freianlagen aller Art im privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereich.

Natürlich schön und gepflegt: Die neue Fachbroschüre des BGL erschienen. Foto: zVg


Fliesenleger SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 22

Fliesendesign: zeitlose Optik D Lieblingslook bei Bodenfliesen: Trend geht zu stilistischer Vielfalt

as aktuelle Fliesendesign zeichnet sich durch zeitlose Schönheit aus. Im Trend liegen dezent strukturierte Oberflächen, Großund Querformate sowie die natürlich schöne Naturstein- oder Holzoptik. Bodenfliesen der aktuellen Kollektionen besitzen eine lebendige Anmutung und schaffen mit sinnlich ansprechenden Oberflächen eine wohnliche Raumatmosphäre. Neben ihrer Designvielfalt bieten Bodenfliesen eine Reihe funktionaler Vorzüge. Denn Keramik

ist zeitlebens schadstofffrei und damit raumluftneutral – und zählt zu den wohngesunden und ökologisch verträglichen Belagsmaterialien. In Verbindung mit energieeffizienten Fußbodenheizungen gilt Keramik aufgrund ihrer hohen Wärmeleitfähigkeit als ideales Belagsmaterial, das die Wärme aus den Heizungsrohren quasi verlustfrei und rasch an die Fußboden-Oberfläche transportiert. So entscheiden sich immer mehr Bauherren für eine durchgängige Bodenge-

staltung mit Fliesen im gesamten Wohnbereich – ob offene Koch-Essbereiche, ob vom Schlafzimmer ins angrenzende Bad oder ob vom Flur und Eingangsbereich direkt in die Wohnküche. Ideal geeignet sind Fliesen außerdem für Wintergärten sowie für den harmonischen Übergang vom Innen- zum Außenbereich.

XXL-Fliesen Ob quadratisch oder im angesagten Querformat: XXL-Fliesen schaffen eine hochwertige, repräsentative Raumatmosphäre. Durch den geringen Fugenanteil entfalten großformatige Fliesen eine optisch homogene Flächenwirkung, die Räume optisch weitet und für eine wohltuend ruhige, unaufgeregte Atmosphäre sorgt.

Keramik in Holzoptik Fliesen in angesagter Holzoptik sind heute in verschiedensten Holzarten und Farbtönen erhältlich. Der Clou: Mit sicht- und spürbaren Ma-

serungen sind Holzinterpretationen der neuesten Generation auch haptisch kaum noch von echtem Holz zu unterscheiden. Neue Riegelformate ermöglichen einen authentischen Landhausdielenlook oder die Verlegung im klassischen Fischgrätmuster. Für ein Plus an Wohnkomfort sorgt der keramische Holzlook, weil die Oberfläche robust und pflegeleicht ist. Im Unterschied zu Holz überzeugt Keramik durch ihre besonders gute Wärmeleitfähigkeit auf energieeffizienten Fußbodenheizungen.

Keramischer Naturstein Neue Möglichkeiten der Oberflächengestaltung läuten eine neue Ära beim „keramischen Naturstein“ ein, der heute durch Reliefstrukturen sowie Farbverlauf und Musterung seinen natürlichen Vorbildern wie Schiefer, Sandstein oder Granit zum Verwechseln ähnelt. Insbesondere auf größeren Flächen und im angesagten Großformat erzielen Fliesen in Natur-

Zeitlos schön, stilistisch vielfältig: Natursteininterpretationen Foto: Deutsche Fliese/ NordCeram

N lose“

heute Dekorvielfalt.

steinoptik eine besonders harmonische, ebenmäßige Flächenwirkung, da die typischen –„Unregel-hygieni mäßigkeiten“ des Natur-Bodenb steins gezielt gesetzt und dezent gestaltet sind.

Betonoptik

ben, un

Urbaner Wohnstil und modernes LoftambienteVerbind sind auch jenseits der Großstädte gefragt. Fliesen in Zement- und Be-Badflie tonoptik eignen sich dafür hervorragend. Einentisch authentischen „Estrich“Charakter erzielen dabei Großformate, die mit schmaler Fuge verlegt und Ton-in-Ton zur Fliesen-te, farbe verfugt werden.

Vintage- und Ethno-Look

Dekorfli

Eine ideale Zutat für den Vintage- oder Ethno-Look bieten die aktuellen Kol-Mega-T lektionen mit verschie-len densten Interpretationenher von Zement-Fliesen undklusive historischen Dekoren. DieWohnfreie Kombinationsmöglichkeit von zahlreichenund Farb- und Dekorvarian-war. ten liefert einen riesigen Gestaltungsspielraum fürbern die Umsetzung individueller Wohnkonzepte.


Fliesenleger SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 23

Megatrend Marmorfliesen N

Fliesen-Trends im Badezimmer: stilistisch hochwertige und wohnliche Gestaltung

icht nur in der Mode, auch im Wohn- und Baddesign gibt es jedes Jahr neue Trends und Hypes – wie aktuell das „fugenlose“ oder mit Echtholz ausgestattete Bad. Dabei ist und bleibt Keramik ein Evergreen der Badgestaltung und beeindruckt heute mit einer riesigen Dekor- und Oberflächenvielfalt. Und die Fliese beweist sich im feuchten und nassen Bad jeden Tag aufs Neue als dauerhaft schöner, robuster und hygienischer Wand- und Bodenbelag. Noch nie gab es Fliesen in so vielen verschiedenen Formaten und Farben, und noch nie bot das Fliesendesign eine derartige Dekorvielfalt. In Verbindung mit sinnlich ansprechenden Oberflächen eröffnen die neuen Badfliesenkollektionen die Möglichkeit, stilistisch hochwertige und zugleich wohnliche Bäder zu gestalten. Wer individuelle Akzente an Wand oder Boden setzen möchte, wählt zusätzlich ausgefallene Verlegemuster oder Aufsehen erregende Dekorfliesen.

Marmorfliesen Marmorfliesen sind ein Mega-Trend des aktuellen Baddesigns. Seit jeher gilt Marmor als exklusives, hochwertiges Wohn- und Baumaterial – das früher den Fürsten und Palästen vorbehalten war. In Form von großformatigen Fliesen zaubern Marmordekore einen extravaganten Look ins Bad. Auch alle ande-

ren Natursteininterpretationen bleiben einer der beliebtesten Trends des aktuellen Fliesendesigns – und überzeugen Tag für Tag mit ebenso robusten wie pflegeleichten keramischen Oberflächen.

Dekor Das aktuelle Fliesendesign bietet eine stilistische Bandbreite, die es dem Bauherren möglich macht, für jeden gewünschten Look im Bad die passende Fliesen zu finden. Ethno- und Vintage-Dekore zum Beispiel passen stilistisch perfekt ins Country- und Landhaus-Ambiente – und zwar weit über das Bad hinaus. Verschiedene historisch inspirierte Dekore und Fliesenserien, die an traditionelle marokkanische Zementfliesen erinnern, erobern derzeit zahlreiche Flure, Küchen, Essbereiche oder Bäder. Dieser Look lässt sich in Steingut- oder Feinsteinzeug-Qualität ebenso unkompliziert nutzen und reinigen wie jede andere keramische Oberfläche auch – und benötigt im Unterschied zur „echten“ Zementfliese keine Auffrischungsrenovierungen. Wer kleine „Stilbrüche“ liebt, kombiniert Fliesen im Ethno- oder Landhauslook mit modernen Badmöbeln oder BadAccessoires

Schwarz Ob dunkles Mitternachtsblau, Petrol- oder Beerentöne – für die aktuellen Badfliesenkollektionen gilt: Kräftige

Kräftige dunkle Farben wie Schwarz oder Mitternachtsblaus sind zurück Foto: Deutsche Fliese / Agrob Buchtal Farbakzente bringen Stimmung ins Bad, ohne aufdringlich zu wirken. Und da es keinen Trend ohne Gegentrend mehr gibt, sind Fliesen in Pas-

tellfarben oder Rosatönen ebenfalls beliebt, da sie eine angenehm anregende Wirkung im Bad entfalten. Je nach gewünschtem Effekt lassen

sich farbige Dekorfliesen flächig verlegen – oder akzentuieren gezielt Funktionsbereiche wie den Wasch- oder Duschplatz.


Bodenleger SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 24

Basis für Gemütlichkeit Parkett eignet sich für alle Räume

Auch im Badezimmer ist Parkett ein echter Hingucker. Foto: vdp/ Hain NaturBöden

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mmer mehr Menschen investieren in Coronazeiten in ein schönes Zuhause. „Cocooning“ ist der Trend der Stunde. Als Basis für ein behagliches Daheim kann ein Parkettboden durch seine Wärme und Naturnähe entschieden dazu beitragen, in den eigenen vier Wänden Ruhe und Geborgenheit zu finden. Warum der Naturboden sich für alle Räume anbietet und mit welchen Tipps er selbst im Badezimmer für ein warmes Gefühl unter den Füßen sorgt, weiß der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Parkettindustrie (vdp), Michael Schmid.

Nicht nur fürs Wohnzimmer Hartnäckig hält sich der Glaube, Parkett als hochwertiger Bodenbelag sei nur etwas für das Wohnzimmer. Dabei kann der Naturboden auch im Schlaf- oder Kinderzimmer punkten. „Damit das Parkett größeren Gegenständen wie dem Bett oder schweren Kleiderschrank mühelos standhält, empfiehlt sich eher relativ hartes Holz für einen Parkettboden im Schlafzimmer: zum Beispiel Eiche oder Esche“, sagt Parkettexperte Schmid. Neben der beliebten Landhausdiele bietet sich auch kleiner dimensioniertes Parkett an, Schiffsboden-, Stab-, oder Mosaikparkett beispielsweise. Aufgrund

ihrer individuellen Maserungen und natürlichen Holzfärbungen sorgen diese für eine besonders ansprechende Raumwirkung.

Ein Pluspunkt fürs Raumklima Ein weiterer Pluspunkt ist das wohngesunde Raumklima: „Allergiker können frei durchatmen, da ein Parkettboden den Allergien auslösenden Hausstaubmilben keinen Unterschlupf bietet“, weiß Schmid. Auch preislich wissen diese Parkettsorten zu überzeugen. Neben dem Wohn- und Schlafzimmer kann Parkett darüber hinaus auch im Badezimmer verlegt werden. „Wichtig ist hierbei, eine Parkettsorte zu wählen, die auch bei Wasserkontakt nur sehr wenig quillt“, erklärt er.

Ein Holzboden im Badezimmer? „Besonders geeignet ist beispielsweise Eiche, Räuchereiche oder gedämpfte Eiche.“ Neben dem passenden Parkettholz ist darauf zu achten, die richtige Oberflächenbehandlung nicht zu vergessen. Für den passenden Schutz im Nassbereich bietet sich Öl oder Hartwachs-Öl an. Damit ist sichergestellt, dass der Holzboden über feuchtigkeitsabweisende Eigenschaften verfügt, atmungsaktiv ist und die Feuchtigkeit ihm nichts anhaben kann. (vdp/fs)


Bodenleger SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 25

Parkett: Natürlich nachhaltig E Naturästhetik für den Klimaschutz / Holz als natürlicher Kohlendioxid-Speicher

s gibt nur wenige Materialien, die so formschön, lebendig und zeitlos sind wie Holz. Daneben gibt es aber noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: mit dem Einbau von Holz, wie zum Beispiel einem Parkettboden, kann jeder etwas gegen den Klimawandel tun. Generell ist es richtig und wichtig, mehr Holzprodukte zu verwenden. Denn wer das vielleicht älteste Baumaterial in den eigenen vier Wänden nutzt, hilft dabei, Kohlenstoffdioxid-Freisetzungen in die Atmosphäre zu verhindern. Bäume speichern während des Wachstums viel klimaschädliches Kohlendioxid. Pro Jahr kompensiert so allein der deutsche Wald etwa sieben Prozent der Emissionen in Deutschland. Die Bäume müssen auch nicht wie andere Materialien mit viel Energieaufwand produziert werden, sondern wachsen auf natürliche Weise nach. Das Holz dieser Bäume wird zum Beispiel für Parkettböden verwendet – ohne neues Kohlendioxid zu erzeugen oder gebundenes freizusetzen.

Holz speichert Kohlendioxid „Durch Holzverwendung können immense Emissionen eingespart und damit deren negative Einflüsse auf das Klima reduziert werden“, sagt Michael Schmid, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Parkettindustrie (vdp). Das Holz für einen Par-

kettboden stammt aus nachhaltiger europäischer Forstwirtschaft. Nachhaltig deshalb, weil einem Wald jedes Jahr weniger Holz entnommen wird, als in ihm nachwächst. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass der Wald immer genug Zeit zum Wachsen hat und auch über die nächsten Jahre hinweg ausreichende Mengen dieses wertvollen Baustoffes zur Verfügung stehen. „Dazu haben sich alle unsere Hersteller verpflichtet“, erklärt Schmid.

Holzfußböden sind langlebig Darüber hinaus helfen Holzfußböden dabei, Ressourcenverschwendung zu vermeiden. Denn ein Holzfußboden kann mehrfach aufgefrischt werden und hält mitunter mehrere Jahrzehnte. Dadurch werden weitere Ressourcen geschont, die sonst für einen neuen Bodenbelag verbraucht würden. „Glücklicherweise achten mittlerweile mehr Menschen auf eine umweltschonende Lebensweise. Vielen wird es immer wichtiger, nachhaltige und ökologische Produkte einzukaufen“, sagt Schmid. „Wer sich für einen Fußboden aus Holz entscheidet, holt sich also nicht nur die vielen ästhetischen Vorteile echter Natur nach Hause, sondern trägt durch die Vermeidung und Speicherung von Kohlendioxid auch effektiv zum Kampf gegen die Erderwärmung bei.“ (vdp/fs)

Der nachhaltige Bodenbelag wertet jeden Raum auf.

Foto: vdp/Hamberger Flooring


Raumausstatter SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 26

Gesamtkonzept stets im Auge F Der Raumausstatter ist versierter Profi für Farbe, Form und Stil

ür die einen ist er eine große Hilfe bei der Gestaltung akzentuierter Räume, für die anderen der vielleicht schönste Beruf der Welt: der Raumausstatter. Laut Zentralverband Raum und Ausstattung gibt es in Deutschland mehr als 24.000 Raumausstatterbetriebe. Der Beruf des Raumausstatters reicht bis in das Jahr 1300 zurück und hatte seinen Ursprung in Frankreich. Die Tätigkeit wurde im Mittelalter noch als Tapissier bezeichnet. Er kümmerte sich in der Regel um die Ausstattung

Mit Blick für feine Stoffe. Foto: zVg

von Adelshäusern und Burgen. Seine Hauptaufgabe war es, Teppiche zu verlegen und mit Stoffen

zu arbeiten. In der Ausbildung zum Raumausstatter gibt es verschiedene Tätigkeits-

schwerpunkte, auf die man sich im dritten Lehrjahr spezialisieren kann beziehungsweise sogar muss: Der Schwerpunkt Boden beinhaltet zum Beispiel das Entwerfen von Designverlegungen. Im Schwerpunkt Polstern geht es primär darum, Polstermöbel herzustellen und instand zu setzen. Weitere Ausbildungsschwerpunkte sind Raumdekoration, Wandund Deckendekoration sowie Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen. Neben der handwerklichen Tätigkeit gehören zudem kommunikative Kompetenzen im Umgang mit Kunden dazu: Ein Raumausstatter ist nämlich auch dafür zuständig, Interessenten zu informieren, zu beraten und Konzepte unter Einbeziehung persönlicher Wünsche zu entwerfen und zu präsentieren. Auszubildende müssen im Übrigen nicht nur ein Händchen für die Kundschaft haben, planen sowie mit Nadel und Teppichmesser umgehen können. Sie sollten auch körperlich belastbar sein. Tatkräftiges Anpacken

wird verlangt. Und ein Meister verrät, welche Kriterien zudem wichtig sind: Gutes räumliches Vorstellungsvermögen und unbedingt top Mathe-Noten. Wer eine Null in Mathe st, sollte von einer Bewerbung absehen. Die Ausbildung dauert drei Jahre, je nach Region und Arbeitgeber variiert die Vergütung. Laut Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung von 2019 liegt die sie in Betrieben mit Tarifvertrag im Schnitt bei 545 Euro, 619 Euro und 721 Euro brutto im Monat - gestaffelt nach Lehrjahr. Die Vergütung kann auch höher oder niedriger ausfallen. Seit 2020 liegt der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn aber bei mindestens 515 Euro brutto pro Monat im ersten Ausbildungsjahr. Drei Jahre dauert die Ausbildung zum Raumausstattergesellen. Wenig Zeit für sehr viel Lernstoff, den die Ausbildungsverordnung festlegt. Darum gibt es seit rund zehn Jahren die Möglichkeit, Schwerpunkte zu setzen, etwa zum Raumausstatter mit Schwerpunkt Polstern, Boden oder Dekoration. Durch diese Neuerung in der Ausbildung verändern sich auch die Betriebe. Traditionell waren Raumausstatter Familienbetriebe oder Unternehmen mit drei bis vier Mitarbeitern. Hier wurde alles selbstgemacht vom Bodenlegen übers Gardinennähen bis zum Polstern. Doch die komplette Leistungspalette anzubieten, ist seltener geworden. (pad)


Hoch- und Tiefbau / Maurer SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 27

Krisenfest und robust

Baden-Württembergische Bauwirtschaft erweist sich als Motor in der Krise

Als Krisenfest, robust und zuversichtlich be­ schreibt der Präsident der Bauwirtschaft Baden­ Württemberg, Markus Böll, seine Branche in­ mitten der Corona­Krise. Erneut konnte der Bau im vergangenen Jahr beim Umsatz zulegen, auch wenn es nur ein leichtes Wachstum war. In den ersten elf Monaten erwirtschafteten die ba­ den­württembergischen Bauunternehmen mit 20 und mehr Mitarbei­ tern gut 12,8 Milliarden Euro, verglichen zu 2019 ein Umsatzplus von 1,9 Prozent. „Rechnet man noch den Dezember mit rein, werden wir 2020 wahr­ scheinlich über der Zwei­ Prozent­Marke liegen“, schätzt Böll. Die Zahl der Beschäftigten aller Baubetriebe stieg um drei Prozent auf rund 109.000. „Einmal mehr hat sich damit die Bau­ wirtschaft in Krisenzei­ ten bewährt und wurde zur wichtigen Stütze der Gesamtkonjunktur. Den­ noch war das vergange­ ne Jahr für unsere Firmen nicht leicht. In vielen Be­ reichen hat die Pandemie deutliche Spuren hinter­ lassen.“ So war die Umsatzent­ wicklung der einzelnen Bausparten 2020 höchst unterschiedlich. Wäh­ rend der Wohnungsbau mit 12,2 Prozent kräftig wachsen konnte, rutsch­ te der Wirtschaftshoch­ bau bis Ende November um sieben Prozent ins Minus. Beim Straßenbau gab es 4,9 Prozent weni­ ger Umsätze und auch der öffentliche Bau legte nur um schwache 0,3 Prozent

zu. Noch größer war die Schere bei den Auftrags­ eingängen: Im Woh­ nungsbau kletterte die Nachfrage im Jahresver­ lauf um 11,2 Prozent, die Zahl der Baugeneh­ migungen stieg um sechs Prozent auf 40.387. Da­ gegen sanken die Order­ eingänge im Straßenbau um 10,5 Prozent. Seit Monaten klagen die Straßenbauer im Land über fehlende Auf­ träge. „Wegen der Neu­ gründung der Autobahn GmbH und der damit verbundenen Schwierig­ keiten gibt es kaum noch Ausschreibungen für un­ sere Betriebe“, beschreibt Mathias Waggershauser,

Während der Wohnungsbau boomt, erlebte die badenwürttembergische Bauwirtschaft einen zehnprozentigen Auftragsrückgang im Straßenbau. Foto: zVg Vizepräsident der Bau­ wirtschaft, die aktuelle Lage und fordert mehr Tempo. Einen starken Auftrags­ einbruch erlebte mit mi­

nus 20,4 Prozent auch der Wirtschaftsbau. Wegen der Corona­Krise haben sowohl die verarbeiten­ de Industrie als auch ge­ werbliche Investoren so­

wie der Dienstleistungs­ sektor ihre Investitionen im vergangenen Jahr massiv zurückgefahren. 2021 wird es wohl kaum besser werden, meint Markus Böll und sieht den Wohnungsbau als wichtigsten Hoffnungs­ träger: „In der Krise und in Zeiten von mehr Ho­ meoffice setzen die Men­ schen auf Sicherheit und investieren verstärkt in die eigenen vier Wän­ de.“ Für 2021 rechnet der Verbandspräsident wegen schrumpfender Auftragsbestände und sinkender Nachfrage in fast allen anderen Bau­ sparten jedoch mit einer Abwärtsbewegung auf dem Bau.


Hoch- und Tiefbau / Maurer SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 28

Gesundheitsschutz hat Priorität Drei Millionen FFP2-Masken für Arbeiter auf dem Bau

D

er Schutz der Gesundheit der Beschäftigten am Bau hat oberste Priorität, heißt es in einer Mitteilung des Zentralverbands Deutsches Baugewerbes. Daher haben sich die Sozialpartner der Bauwirtschaft auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen verständigt. Dazu zählt auch die Bereitstellung

von drei Millionen FFP2Masken für die Bauleute, welche die Berufsgenossenschaft BG BAU bei den Unternehmen verteilt. „Der Corona-Winter ist eine weitere Herausforderung für unsere Bauunternehmen. Damit der Wirtschaftsmotor Bauwirtschaft nicht zum Erliegen kommt, müssen wir alles tun, um sicheres

und gesundes Arbeiten zu ermöglichen. Daher unterstützen wir die Betriebe durch die Verteilung von FFP2-Masken sowie durch Aufklärung zum Thema Impfung und Testen“, sagt ZDBHauptgeschäftsführer Felix Pakleppa Ende Januar bei der Verteilung der Masken auf einer Baustelle in Berlin.

Drei Millionen FFP2-Masken werden von der Berufsgenossenschaft an die Beschäftigten der Bauwirtschaft verteilt. Foto:zVg


Hoch- und Tiefbau / Maurer SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 29

Mehr als Mauern Abwechslung macht den Maurerberuf interessant

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as Dreiländereck ist Zuzugsregion und die Nachfrage nach Wohnungen ungebrochen groß. Entsprechend gut ist die Nachfrage in der Baubranche und Fachkräfte wie Maurer sind heiß begehrt. Julian Hecker aus Liel und Nico Ibenthaler aus Müllheim haben im vergangenen Sommer als Innungsbeste im Landkreis Lörrach ihre Maurerlehre abgeschlossen, ihr Ausbildungsbetrieb, die Firma Zima-Bau aus Liel, hat die 20-Jährigen daher direkt nach der Lehre übernommen. Er sei durch seinen Vater zum Maurerberuf gekommen, sagt Nico Ibenthaler. „Es hat mich interessiert und ich wollte immer mit“, sagt er. Als er alt genug war, habe er in den Schulferien dann auf dem Bau gejobbt, berichtet Ibenthaler. Nach der Realschule habe er dann im September 2017 mit der Ausbildung angefangen, berichtet der frisch gebackene Geselle. Schon der Vater hat im selben Betrieb seine Ausbildung absolviert und blickt mittlerweile auf 35 Arbeitsjahre zurück. „Ich hatte nie ein Problem damit, im gleichen Betrieb wie mein Vater zu arbeiten und die Ausbildung zu machen“, sagt Nico Ibenthaler. Die Arbeit auf dem Bau gilt als schmutzig und anstrengend, damit hat der junge Mann aber gar kein Problem. „Ich bin draußen an der frischen Luft“, hebt er einen der Vorzüge des Berufs hervor. Darüber hinaus

Nico Ibenthaler arbeite er gerne körperlich, sagt Ibenthaler, der 13 Jahre lang aktiv im Verein geturnt hat. „Jetzt reicht mir die Arbeit auf dem Bau als Training“, sagt er. Nach einem anstrengenden Tag sei er auch mal kaputt. Die Zeiten in denen auf dem Bau schwere Zementsäcke geschleppt werden mussten, sind längst vorbei. Nicht nur weil die Säcke wegen der EUArbeitsschutzrichtlinien leichter geworden sind. Auch Maschinen nehmen heutzutage viel Arbeit ab. „Wir sind in der Firma mit Gerätschaften gut aufgestellt“, sagt der Maurergeselle. Auch bei der Ausbildung spielt das Thema Gesundheit eine große Rolle. „Man lernt auch, wie man richtig hebt“, sagt er und verweist auch auf die Unterweisungen durch die Berufsgenossenschaft an der Gewerbeakademie. „Der Maurer macht al-

Foto: Alexander Anlicker les“, antwortet er auf die Frage nach den Tätigkeiten auf der Baustelle. In der Tat macht der Maurer mehr als Wände zu mauern. Mit Tiefbau, Abbruch, Sanierung, Erschließungsoder Stahlbetonarbeiten nennt Ibenthaler einen Querschnitt der verschiedensten Tätigkeiten. Gerade bei kleineren Bauunternehmen sind Allrounder gefragt. Selbst Pflasterarbeiten werden übernommen. Die Abwechslung macht für ihn den Beruf auch interessant. „Es wiederholt sich nichts“, sagt er. Auch die Aufstiegschancen für Maurer sind gut, wer sich bewährt wird Vorarbeiter oder Polier. Darüber hinaus gibt es Weiterbildungen zum Bautechniker oder Meister. Letzteres hat sich Nico Ibenthler zum Ziel gesetzt. Jetzt will er aber erst einmal Berufserfahrung sammeln bevor es zur Meisterschule geht.


Hoch- und Tiefbau / Maurer SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 30

Neue Baustoffe für die Zukunft D D Baubranche arbeitet an Verfahren zum Klimaschutz

ie Bauwirtschaft arbeitet gemein­ sam mit anderen Partnern aktuell an zahl­ reichen neuen Bauver­ fahren und innovativen Baustoffen, die zum Kli­ maschutz beitragen und den Kohlendioxid­Aus­ stoß beim Bauen deutlich senken können. Gebäude aus Recyclingmaterial, Textil­, Infraleicht­ oder Gradientenbeton sind einige Baustoffe bezie­ hungsweise Bauverfah­ ren der Zukunft. Auch Mauerziegel mit Holz­ faserfüllung, klimaneu­ trale Ziegel oder Häu­ ser aus dem 3D­Drucker befinden sich auf dem Vormarsch. Durch Bau­ teilaktivierung bei mono­ lithischen Ziegelwänden oder Stahlbetondecken kommen moderne Ge­ bäude mittlerweile sogar ganz ohne Heizung, Lüf­ tung und Kühlung aus. Auch Sichtbetonfassa­ den aus recyceltem Beton oder integrierten Photo­ voltaikmodulen sind im

Durch Bau­ teilaktivie­ Mensch rung bei mo­ kurzer nolithischen Doch Ziegelwän­ den oder vier Stahlbeton­ decken kom­ men moder­ le ne Gebäude mittler­ weile sogar ganz ohne Heizung, Lüftung und Kühlung aus. Foto: zVg Winter

Kommen. Ein neuartiger R­Beton kann außerdem Kohlendioxid in größeren Mengen speichern. Beim Straßenbau gibt es ebenfalls ökologisch optimierte neue Verfah­ ren, zum Beispiel das so genannte QSBW 4.0 (Qualitätsstraßenbau Ba­ den­Württemberg 4.0).

Dabei geht es um die digitale Verbesserung der Prozessqualität beim Asphalteinbau. Mit Hilfe computer­ und cloudge­ stützter Techniken kön­ nen einzelne Prozess­ schritte ­ von der Herstel­ lung über den Transport bis hin zum Einbau und der Verdichtung des As­

phalts ­ optimal und daher klimaschonend aufeinan­ der abgestimmt werden. Die Bauwirtschaft un­ terstützt dieses Projekt der Landesregierung seit über zwei Jahren. „Wird QSBW konsequent um­ gesetzt, ermöglicht es eine hohe Bauqualität mit langer Lebensdauer

der Straße“, erklärt Vize­ präsident Waggershauser.ka Allerdings fordert er, dassMon die öffentlichen Auftrag­von geber ihre Hausaufgabenlich machen und dieses Ver­ fahren schon in der Pla­ nung berücksichtigen.bei 2021 soll QSBW 4.0 zu einem Standardverfahren in der Straßenbauverwal­Vor tung des Landes weiter­Herbstl entwickelt werden. Um die innovative For­und schung und EntwicklungWänden beim Bauen voranzutrei­ ben und verstärkt auch auf den Baustellen zumFarbpsy Einsatz zu bringen, wur­telt de in Baden­Württem­ berg vor einem Jahr das Netzwerk solid UNIT ge­ gründet. Hier arbeiten verschie­ dene Partner aus den Bereichen Bauplanung, Bauwirtschaft, Baustoff­ industrie sowie For­ schung und Lehre in strategischen Netzwerk­ Teams zusammen und tauschen sich regelmäßig über neue Ideen und Er­ gebnisse aus.


Maler SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 31

Mit Farbe gegen Winterblues D Kampf gegen Graffitis

as kalte und graue Winterwetter schlägt vielen Menschen schon nach kurzer Zeit aufs Gemüt. Doch mit ein paar Veränderungen in den eigenen vier Wänden kann man diesen düsteren Zustand mit entsprechender Beleuchtung und Farbe recht wirksam verändern.

Die Wahl der Wandfarbe ist für die Raumwirkung entscheidend. Foto: zVg

Bessere Laune durch Farben Es ist vor allem Lichtmangel, der uns zu schaffen macht und dafür sorgt, dass wir uns im Winter träge und müde fühlen. Dem Mangel an ausreichend Tageslicht kann man in den dunklen Monaten mit dem Einsatz von speziellen Tageslichtlampen begegnen. Zudem kann die Farbgestaltung entscheidend dabei mithelfen, die oftmals düstere Winterstimmung rendauerhaft aufzuhellen. Vor allem die Palette der Herbstlaubfarben mit ihren vielfältigen Gelbund Orangetönen an den Wänden sorgt langfristig für bessere Laune. Nach auchden Erkenntnissen der Farbpsychologie vermittelt dieses Farbspektrum eine positive Grundstimmung. Aber auch dunkle

Rottöne geben Geborgenheit und Wärme, genau das Richtige in der dunklen, kalten Jahreszeit. Bei den Rottönen sollte man jedoch nicht auf knallige Varianten setzen, da sie zwar belebend und inspirierend wirken, aber auch Unruhe und Aggression auslösen können. Hier sind vielmehr dunkle Töne, die in den Violettbereich hineinspielen, angezeigt. Es reicht jedoch, wenn man mit diesen Tönen Akzente setzt und nicht die kompletten Wände damit streicht. Denn sonst besteht die Gefahr, dass der

Raum zu dunkel wirkt. Stattdessen können Schablonen für so genannte Wand-Tattoos genutzt werden, die sich besonders für dunkle Farbtöne auf hellen Untergründen eignen. Oder man setzt beim Streichen von hellen Gelb- und Orangetönen verschiedene kreative Maltechniken ein, die ebenfalls für Abwechslung sorgen. So wird beispielsweise bei der Tupftechnik die Farbe mit einem Schwamm auf die Wände getupft, was der Wand eine luftige und belebende Struktur gibt. Bei der Wickeltechnik

zaubert man auf einem hellen Grundton mit einer dunkleren Effektfarbe mit Hilfe eines geknüllten Ledertuchs abwechslungsreiche Strukturen und Muster auf die Wände, die gleich gute Laune machen.

Warum auf den Frühling warten? Anstatt auf den Frühling zu warten, bietet sich der Jahresbeginn für eine farblich positive Veränderung der Wände an. Damit tut man sich selbst in der dunklen Jahreszeit etwas Gutes. Ein Vorteil,

wenn man nicht selber streichen will: Malerbetriebe haben in der kalten Jahreszeit mehr Termine für solche Arbeiten frei, denn Außenarbeiten wie das Streichen von Fassaden sind auf Grund der niedrigen Temperaturen kaum möglich. Mit einer Kombination aus Tageslichtlampen und hellen, freundlich farbigen Wänden sowie entsprechenden farblich passenden Accessoires wie Pflanzen, Vorhängen oder Bildern, sollte sich die Laune allmählich bessern und ein Wohlfühleffekt einsetzen.


Maler SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 32

Lacke und Farbe gegen Viren D Eine ganze Reihe von Prodkukten macht Bakterien und Viren den Garaus

ie Nachfrage nach antiviralen Lackund Beschichtungsrezepturen erlebt einen Boom – in Zeiten von Corona ist Hygiene ein wichtiges Gebot der Stunde, um die Ansteckungsgefahr einzudämmen. Nicht nur Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, auch öffentliche Verkehrsbetriebe, Messegesellschaften, Einkaufszentren, Hotels und Gaststätten suchen händeringend nach Lösungen, um zu verhindern, dass das Coronavirus und andere gefährliche Krankheitserreger auf Oberflächen haften bleiben und so auf andere Menschen übertragen werden, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Lackinstituts. Farben und Lacke, die eine antimikrobielle Wirkung versprechen, sind schon seit Jahren auf dem Markt erhältlich. In der aktuellen Situation treiben Hersteller die Entwicklung die-

ser Materialien jedoch noch intensiver voran. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Produkten, die Viren und Bakterien den Garaus machen – in verschiedenen Anwendungsbereichen und mit unterschiedlichen Wirkungsweisen.

Licht und Sauerstoff Eine Methode, um Erreger zu bekämpfen, basiert auf dem Prinzip der Photodynamik. Der Lack enthält einen speziellen Photokatalysator, der durch natürliches oder künstliches Licht aus dem sichtbaren Spektralbereich angeregt wird. Es wird dazu keine UV-Strahlung benötigt. Dabei reagiert das aufgetragene Material mit den Sauerstoffmolekülen der direkten Umgebung. Der so aktivierte, gasförmige Sauerstoff beginnt unmittelbar damit, Bakterien, Viren und Pilze

Forscher aus Regensburg haben einen antiviralen Lack entwickelt. Symbolfoto: DLI auf der Oberfläche zu zerstören. Einen solchen Lack haben Forscher des Regensburger Klinikums zusammen mit einem Regensburger Unternehmen entwickelt und bereits in einer wissenschaftlichen Studie in mehreren Krankenhäusern unter realen Bedingungen getestet. Dazu Studienleiter Professor Wolfgang Bäumler vom

Klinikum Regensburg: „Ausgangspunkt für die Entwicklung dieser speziellen Beschichtung auf Basis der Photodynamik war ursprünglich, den zahlreichen Keimen in Krankenhäusern und andern Gesundheitseinrichtungen Herr zu werden. Unsere über neun Monate dauernde Studie hat belegt, dass sich die Keimbelastung damit auf den beschichteten Ober-

flächen signifikant reduzieren lässt. Mittlerweile ist das photodynamische Wirkungsprinzip zur Bekämpfung von Keimen und Viren publiziert und damit auch international wissenschaftlich anerkannt.“ Die Wissenschaftler aus Regensburg setzen ihre Studien derzeit weiter fort. Nach jetzigem Stand steht fest, dass der Speziallack auch gegen behüllte Viren, wie zum Beispiel gegen Influenzaoder Coronaviren, wirkt. Der auf Licht reagierende Lack wird heute nicht nur in Gesundheitseinrichtungen, sondern auch in den Arbeits- und Produktionsräumen vieler Unternehmen eingesetzt. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln, wie dem Regensburger Verkehrsverbund, ist die Technologie bereits im Einsatz.‘

Polymere töten Bakterien und hemmen Proteine Einen neuen Weg, um medizinische Oberflächen dauerhaft keimfrei zu halten, gehen Wissenschaftler der Universität Freiburg: Sie entwickelten eine Beschichtung aus Polymeren, die antimikrobiell und proteinabweisend zugleich ist. Bei direktem Kontakt mit der Oberfläche sterben Bakterien – gleichzeitig verhindert die Schicht, dass sich Proteine auf der Oberfläche anlagern. Denn diese Anlagerungen würden die Bildung eines sogenannten Biofilms fördern, der wiederum gefährliche Infektionen auslösen kann.


Maler SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 33

Der Maler ist auch Experte fürs Raumklima. Foto: Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz

Frühjahrsfrische vom Malermeister Innungsbetriebe sorgen für gesundes Raumklima

B

undesweit geht die Bereitschaft, seine Wände selbst zu streichen, zurück. Der Do-it-yourself-Markt für Farben schrumpft. Das hat gute Gründe. Eigentümer und Mieter legen heute immer größeren Wert auf ein vollständig allergie- und staubfreies, vor Schimmel sicheres und gesundes Raumklima. Dazu sind Spezialfarben des Profis nötig. Die Innungsbetriebe der Maler und Lackierer können beraten und ein rundum gesundes Klima garantieren. Zum anderen hat die Qualität der vom Profi eingesetzten Farben weiter zugenommen. Hinsichtlich Pigmentgehalt, Deckkraft, Beständigkeit und Farbstärke sind diese Materialien, die im Baumarkt nicht zu bekommen sind, den vom Heimwerker eingesetzten Farben haushoch überlegen. Mit den Streifen, Flecken, unebenen Wänden eines typischen

DIY-Projektes will heute niemand mehr leben. Wer viel Geld für die Renovierung seines Hauses oder seiner Eigentumswohnung in die Hand nimmt, will heute außerdem ganzheitlich und nachhaltig vorgehen. Innungsbetriebe des Maler- und Lackiererhandwerks analysieren Wände, Decken und Böden, erstellen Erhaltungsund Renovierungspläne und beraten umfassend, so dass das Ergebnis jahrelang hält. Für Fenster und Außenfassaden des Eigenheims sollte man den Profi auf einen Erhaltungs- oder Servicevertrag ansprechen. Der Fachmann überprüft dann regelmäßig und von sich aus den Erhaltungszustand z.B. von Holzbauteilen. Von einer großen Anzahl von Malerarbeiten sollte der Laie ohnehin besser die Finger lassen. Das Lehrgeld fällt sonst höher aus als die Rechnung des qualifizierten

Fachbetriebs. Das beginnt bei einer fachgerechten Untergrundbehandlung und dem Einsatz von umweltgerechten Materialien, die in ihrer Wirkungsweise aufeinander abgestimmt sind. Klassische Handwerkstechniken wie Spatolato oder Stuccolustro geben Wohnräumen ein elegantes, mediterranes Flair. Wandanstriche werden zu Unikaten, die zu ihren Besitzern passen. Auch Tapeten erfreuen sich neuer Beliebtheit – die fantastischen Designs wollen aber professionell geklebt werden! Wenn Sie eine Wohnung oder ein Haus wollen, dass Ihre Persönlichkeit widerspiegelt, in dem Sie sich wohl fühlen und gesund leben, findet sich eine professionelle Lösung in der breiten Angebotspalette des Innungsfachbetriebs. Innungsfachbetriebe in Ihrer Nähe finden Sie unter www.farbe.de/malersuche

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Gebäudereiniger SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 34

Weit mehr als nur Saubermachen Gebäudereiniger sorgt für das Wohlfühlklima in Haus und Hof

H

inter der Berufsbezeichnung Gebäudereiniger verbirgt sich eine abwechslungsreiche und vielseitige Tätigkeit. Denn Reinigung bedeutet weit mehr als nur Saubermachen. Fundierte Kenntnisse über unterschiedliche Reinigungsmittel und zu behandelnder Materialien sowie technisches und physikalisches Knowhow machen diesen Beruf aus. Zwar sind die Arbeitszeiten ungewöhnlich, aber ausgebildete Gebäudereiniger sind gesucht, verdienen gut und finden bundesweit hervorragende Aufstiegschancen. Abhängig vom Dienstleistungsangebot des jeweiligen Reinigungsunternehmens sind Gebäudereiniger nahezu überall einsetzbar – in der Industrie, in öffentlichen Gebäuden oder auch in Verkehrsmitteln. In ihrer Arbeit sind Gebäudereiniger sehr systematisch und arbeiten mit moderner Technik wie auch traditionellen Reinigungsmitteln. Gebäudereiniger sind früh auf den Beinen oder arbeiten, wenn andere Feierabend haben. Fachmännisch befreien sie von Staub und Schmutz, saugen oder bohnern Böden und entfernen hart-

Gebäudereiniger auf dem Weg zum nächsten Einsatz näckige Flecken. Für jede Art von Verschmutzung haben sie die passende Lösung. Sie leeren die Papierkörbe aus, trennen den Müll und entsorgen ihn. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Karriere als Gebäudereiniger zu beschleunigen. Sie führen über verschiedene Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen: Die Weiterbildung zum Gebäudereinigermeister nimmt zwischen sechs und 18 Monaten in An-

spruch und berechtigt zur Übernahme von Führungsaufgaben. Gebäudereinigermeister haben außerdem die Möglichkeit, einen eigenen Betrieb zu gründen. Die Alternative: Die Ausbildung zum Techniker der Fachrichtung Reinigungs- und Hygienetechnik. Sie eröffnet die Chance, eine leitende Funktion zu übernehmen. Oder: Wer über das Abitur oder die Fachhochschulreife verfügt, kann auch darüber nachdenken, den Beruf aus wissenschaftlicher Perspektive zu beleuchten. Die Ausbildung kann sehr gut durch die Studiengänge Chemie oder Abfall- und Entsorgungstechnik ergänzt werden. Wer sich für den Beruf des Gebäudereinigers interessiert, durchläuft

Fotos: zVg zunächst eine dreijährige duale Ausbildung. Sie findet parallel in Ausbildungsbetrieb und Berufsschule statt und endet mit einer Abschlussprüfung. Während der Ausbildung lernen angehende Gebäudereiniger Aufträge anzunehmen, sie zu planen und auszuführen. Dazu gehören das Anwenden von Oberflächenbehandlungsmitteln, der fachgerechte Einsatz von Leitern, Gerüsten, Absturzsicherungen, Hubarbeitsbühnen und Fassadenbefahranlagen. Auch die Anwendung von Reinigungsgeräten und Reinigungsmaschinen wird in der Ausbildung ausführlich behandelt. Weitere Inhalte während der Lehrzeit sind: Reinigungs-, Desinfektions-, Pflege- und Kon-

servierungsarbeiten, Behandeln von Fußböden, Reinigen von Glasflächen, Sanitärbereichen und elektrotechnischen Ausstattungsgegenständen, Pflegen von Außenanlagen, Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung und Dekontamination, Einhalten der Hygienevorschriften, Behandeln und Reinigen von Fassaden. Übrigens gibt es keine formalen Voraussetzungen, um den Beruf zu ergreifen. Empfohlen wird aber mindestens der Hauptschulabschluss. Typische Arbeitgeber von Gebäudereinigern sind Gebäudereinigungsunternehmen, Dienstleister für die Reinigung von Verkehrsmitteln sowie Betriebe für Desinfektion und Schädlingsbekämpfung Nach der Lehre steigen Gebäudereiniger im Schnitt mit einem Gehalt von 1500 Euro brutto ein. Mit zunehmender Erfahrung kann sich dieses auf 2500 Euro brutto im Monat steigern. Damit muss das Ende der Fahnenstange aber nicht erreicht sein. Ausgebildete Gebäudereinigermeister bringen es nach ihrer Fortbildung auf ein Einkommen bis zu 3800 Euro brutto monatlich. Gebäudereiniger sind Fachkräfte, die insbesondere in Industrie und Wirtschaft immer gebraucht werden. Denn mit ihrer Arbeit steht und fällt das Wohlfühlklima in einem Gebäude. Insofern sind die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt für Gebäudereiniger durchaus gut. (pad)


Glaser / Fenster / Rollladen / Markisen / Bauelemente SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 36

Nutzung bestimmt Fensterwahl Sechs Profitipps für die Fensterplanung / Große Fensterflächen liegen im Trend

M

ehr als 90 Prozent der in Deutschland hergestellten Fenster werden heute individuell nach Kundenwunsch gefertigt. Größe und Material unterscheiden sich dabei ebenso wie die Farben und wichtigsten Funktionen der Fenster. Worauf Bauherren achten sollen, weiß Frank Lange, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF).

Raumnutzung Ein wichtiges Kriterium für die Fensterwahl ist die Frage, wie der Raum genutzt wird. Besonders im Arbeits- und Schlafzimmer benötigt man Ruhe. „Schallschutzfenster sind hier besonders sinnvoll und garantieren, dass störende Geräusche draußen bleiben“, sagt Lange.

Fenstergröße Seit einigen Jahren setzen sich in der Architektur mehr und mehr großformatige Fenster durch. Was auch kein Wunder ist, holen bodentiefe Fensterflächen doch die Natur ins Haus.

Große Fensterflächen sorgen für das Naturkino daheim. Foto: UNILUX/VFF

Zugleich sind Wärmeverluste im Winter für moderne DreischeibenVerglasungen kein Thema mehr. Große Flächen können besonders Richtung Garten oder zu sichtgeschützt liegenden Balkonen und Terrassen eingebaut werden, um neugierige Blicke zu vermeiden. Auch bedeuten die solaren Wärmeeinträge durch eine große Verglasung geringere Heizkosten. „Eine Faustformel besagt, dass die Fensterfront mindestens 25 Prozent der Raumfläche betragen sollte“, verrät der Fensterexperte, damit man mit ausreichend Tageslicht für

die Gesundheit und das Wohlbefinden versorgt wird.

Sonnenschutz Großflächige Verglasungen bedeuten, dass man den Sonnenschutz nicht vergessen darf. Hier gibt es verschiedene Lösungen: Entweder außenliegend, in Form von beispielsweise Markisen, Jalousien oder Raffstoren, innenliegend oder im Scheibenzwischenraum. „Wobei ein außenliegender Sonnenschutz die Aufwärmung am besten verhindert“, erklärt Lange. Damit der Sonnenschutz effektiv

ist, bieten sich automatische Steuerungssysteme im Rahmen von Smart Home-Konzepten an, die je nach Raumtemperatur und Lichteinfall den Sonnenschutz steuern können. Automatisierte Fenstersysteme kommen aber nicht nur für den Sonnenschutz zum Einsatz, sondern können auch in der Küche oder anderen Räumen durch eine kontrollierte natürliche Lüftung für ein angenehmes Raumklima sorgen. Hierfür erfassen Sensoren die Raumtemperatur, Kohlendioxid-Werte und Luftqualität und regulieren entsprechend die

Fenster. So ist zu Hause auf umweltschonende, kontrollierte und natürliche Weise immer für das richtige Maß an Sauerstoff und frischer Luft gesorgt.

Sicherheit Wichtig für die Sicherheit ist, von außen leicht zugängliche Fenster und Türen entsprechend auszustatten. Gerade im Erdgeschoss und im Kellerbereich sollten Bauherren Sicherheitsfenster in der sogenannten RC2 Widerstandsklasse einbauen lassen. „Das gleiche gilt übrigens auch für die oberen Stockwerken, wo Einbrecher über den Balkon einsteigen könnten“, betont Lange. „Auch hier empfiehlt es sich, mit einbruchhemmenden Fenstern der Widerstandsklasse RC2 auf Nummer sicher zu gehen.“

Die Öffnungsart Fenster oberhalb einer Brüstung werden entweder als gesamtes DrehKipp-Fenster eingebaut oder aufgeteilt, wobei der untere Teil eine Festverglasung ist und der obere die Dreh-Kipp-Funktion besitzt. Dies wird gerne im Bad oder der Küche verwendet, um ein Öffnen des Fensters zu ermöglichen, während die Fensterbänke als Stellfläche genutzt werden können. Bei bodentiefen, großformatigen Fenstern kommen zweiflüglige Fenster ohne festen Mittelpfosten oder Schiebekonstruktionen zum Einsatz. (VFF)


Glaser / Fenster / Rollladen / Markisen / Bauelemente SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 37

Förderung für Einbruchsschutz

Neue Fenster und Türen schaffen ein sicheres Eigenheim

S

tatistisch wird circa alle sechs Minuten in Deutschland eingebrochen. Auch wenn das noch immer sehr viel ist, sind die Einbruchzahlen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Im Jahr 2019 verzeichnete die Kriminalstatistik 87.145 Einbrüche in Deutschland, 2015 waren es noch 167.136. Als ein Grund für den starken Rückgang wird häufig angegeben, dass immer mehr Eigentümer in Sicherungstechnik investieren. Frank Lange, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF), erklärt die Voraussetzungen, um sich den Einbau oder die Nachrüstung einbruchhemmender Fenster und

Keine Chance für Langfinger: Moderne Fenster bieten einen umfangreichen Einbruchschutz. Foto: VFF/SIEGENIA Türen fördern zu lassen. Wer sich dazu entscheidet, mit neuen Fenstern sein Eigenheim sicherer zu machen, dem stehen drei Fördermöglichkeiten zu Verfügung. Man kann erstens 20 Prozent der Kosten direkt von der Steuerschuld nach

§ 35c EStG im Rahmen einer Fachunternehmerbescheinigung absetzen. Zweitens kann ein Tilgungszuschuss von 20 Prozent mit einer Darlehensfinanzierung beantragt werden (KfWProgramm 151/152). Und drittens gibt es das

KfW-Programm 430: 20 Prozent stehen hier als direkter Investitionszuschuss zur Verfügung. „Bei allen drei Möglichkeiten gilt: Die neuen einbruchhemmende Fenster nach Widerstandsklasse RC2 müssen einen guten Wärmedämmwert von mindestens 1,1 W/m²K oder besser aufweisen“, wie Lange betont. Zudem ist es erforderlich, für Planung, Antragstellung und Durchführung bei KfW-geförderten Vorhaben vorab immer einen unabhängigen Sachverständigen für „Energieeffizientes Bauen und Sanieren“ aus der Energieeffizienz-Expertenliste einzubinden. „Wer überlegt, seine Fenster nicht nur ein-

bruchsicherer zu machen, sondern durch neue Fenster viel Energie sparen will, kann sich bis zu 40.000 Euro vom Staat zurückholen. Ab diesem Jahr bietet die Bundesregierung im Rahmen des Klimaschutzprogrammes 2030 eine steuerliche Förderung für die energetische Gebäudesanierung: 20 Prozent ihrer Sanierungskosten können Eigenheimbesitzer und Modernisierer direkt von der Steuerschuld absetzen. Mehr Infos zu den Möglichkeiten der steuerlichen Förderung nach § 35c EStG sowie zu den KfW-Fördermaßnahmen gibt es bei fenster-koennen-mehr.de in einem übersichtlichen Flyer zum kostenlosen Download.“


Glaser / Fenster / Rollladen / Markisen / Bauelemente SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 38

Nicht nur für Jungs

Ausbildung im R+S-Handwerk

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s gibt Berufe, die auch in schwierigen Zeiten eine sichere Zukunft bieten. Ingo Plück, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Rollladen + Sonnenschutz (BVRS), weist deshalb auf den Ausbildungsberuf des Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikers (RS-Mechatroniker) hin. Das R+S-Handwerk hatte in den vergangenen, für viele Branchen schwierigen, zwölf Monaten ununterbrochen zu tun. Der Beruf des RS-Mechatronikers bietet auch deshalb gute Perspektiven, weil er zum Klimaschutz beiträgt. Die vergangenen Sommer mit ihren Rekordtemperaturen haben die Nachfrage nach Sonnenschutzprodukten für Haus und Terrasse steigen lassen. Klimaforscher prophezeien für die nächsten Jahre und Jahrzehnte einen weiteren Anstieg der Durchschnittstemperaturen sowie eine Häufung extremer Wetterphänomene wie Stürme und Hagelschlag. Vermeintliche Sonnenschutzschnäppchen aus dem Baumarkt oder dem Internet kapitulieren angesichts solcher Naturkräfte. RS-Mechatroniker bieten mit ihren Produk-

Der Beruf des Rollladen- und Sonnenschutz-Mechatronikers ist auch für junge Frauen attraktiv. Foto: zVg ten dagegen langlebige Qualität – ob Sonnensegel, Markisen, Jalousien, Screens oder Rollläden. RS-Mechatroniker fertigen Rollläden und Sonnenschutzprodukte nach den Wünschen und Ansprüchen ihrer Kunden auf Maß an. Während zum Beispiel der Bau einer Markise nach handwerklichen Fähigkeiten verlangt, grenzt die Einbindung ihrer Antriebsmotoren in die Hauselektrik an Hightech. „In eine Smart Home genannte Haussteuerung eingebunden, funktioniert der Sonnenschutz vollautomatisch oder lässt sich per App steuern“, sagt Wilhelm Hachtel, Vorstandsvorsitzender der Industrievereinigung Rollladen-SonnenschutzAutomation (IVRSA). Wegen der Vielzahl an Produktdesigns und Farben gehört eine ausführliche

Beratung von Hausbesitzern zu den Aufgaben eines RS-Mechatronikers – auch ein Grund, warum der Ausbildungsberuf für junge Frauen attraktiv ist. Wer sich für die Ausbildung interessiert, sollte einen guten Schulabschluss vorweisen können. Einzelne schlechte Noten sind nicht unbedingt ein Problem. Viele Auszubildende starten erst nach der Schule richtig durch, wenn sie den abwechslungsreichen Handwerksberuf selbst erleben. So winkt nach der Gesellen- die Meisterprüfung und damit die Befähigung, einen eigenen Betrieb zu leiten. Wem das als Karriereziel nicht reicht, der kann anschließend auch ohne Abitur studieren. So oder so, der Beruf hat Zukunft: Weitere Informationen gibt es unter www.rsmechatroniker.de.


Glaser / Fenster / Rollladen / Markisen / Bauelemente SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 39

Designer Sonnenschutz

Mit Screens und Senkrechtmarkisen die Architektur aufwerten

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ie klare Architektur moderner Bürogebäude wird seit vielen Jahren auch bei Wohnhäusern immer beliebter: Vor allem Neubauten zeichnen sich durch klare Formen aus. Große Glasflächen und verglaste Gebäudeecken heben die Grenzen zwischen innen und außen optisch auf. Sie werden jedoch schnell zum Problem, wenn die Sonne hineinscheint und die Innenräume zu stark aufheizt. Außen angebrachter Sonnenschutz, wie Senkrechtmarkisen und mit ihnen verwandten Screens, schützt wirksam und unterstreicht dabei mit seinem klaren Design die Architektur moderner Gebäude. Screens und Senkrechtmarkisen sind parallel vor den Fensterflächen eines Gebäudes angebrachte Gewebe. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen in ihrer Verbindung mit den seitlichen Führungsschienen. Während Senkrechtmarkisen vor allem unten in den Schienen geführt

Sonnenschutz für modernes Wohnen und Arbeiten werden, übernimmt das bei Screens ein zusätzlicher Seitensaum. Er sorgt für lückenlosen Sonnenschutz, hält das Gewebe straff und macht das System besonders windstabil. Beide sorgen für einen optimalen Sonnenschutz, ohne den Blick ins Freie zu sehr zu beeinträchtigen. „In Kombination mit

einem elektrischen Antrieb lassen sich Screens und Senkrechtmarkisen bequem per Fernbedienung vom Sofa oder vom Schreibtisch steuern. Auch ein automatischer Betrieb ist dank Sensortechnik oder Einbindung in ein Smart-HomeNetzwerk möglich,“ sagt Wilhelm Hachtel, Vorstandsvorsitzender der

Foto: zVg Industrievereinigung Rollladen-SonnenschutzAutomation (IVRSA). Solarantriebe sind für den nachträglichen Einbau besonders geeignet. Bei ihnen müssen die Fachbetriebe des Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Handwerks (RS-Fachbetriebe) im Gebäude keine Stromkabel verlegen.

„Die Textilien von hochwertigen Screens und Senkrechtmarkisen reflektieren die Sonneneinstrahlung um etwa 70 Prozent und filtern die UV-Strahlung um über 90 Prozent“, sagt Marcus Baumeister vom Technischen Kompetenzzentrum des Bundesverband Rollladen und Sonnenschutz (BVRS).


Elektro SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 40

Der neue Beruf Elektroniker für Gebäudesystemintegration setzt auf nachhaltige, smarte und vernetze Gebäude. Foto: ZVEH

Neue Elektroberufe Elektroniker für Gebäudesystemintegration

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ysteme für die Einrichtung eines Smart Homes werden immer beliebter – und komplexer. Die Energiewende führt dazu, dass Energie zunehmend regenerativ und dezentral erzeugt wird; immer mehr Gebäude verfügen über Photovoltaik-Anlagen, Stromspeicher oder ein intelligentes Energiemanagement. Daraus ergeben sich attraktive Möglichkeiten für junge Menschen, die ihre berufliche Karriere starten wollen: eine Ausbildung in einem der fünf neu geordneten Berufe des Elektrohandwerks. „Digitalisierung, Energieeffizienz, Erneuerbare Energieerzeugung, Smart-Home – alles das sind Entwicklungen, die bereits jetzt von großer Bedeutung sind und unser Leben in Zukunft noch stärker beeinflussen werden“, stellt Andreas

Habermehl vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) fest. „Das Elektrohandwerk wird im Umgang mit diesen Entwicklungen die zentrale Rolle spielen. Wer sich jetzt für eine Ausbildung in diesem Bereich entscheidet, wählt einen zukunftssicheren Beruf.“ Interessierte sollten sich schon jetzt informieren und mit Ausbildungsbetrieben Kontakt aufnehmen, rät Habermehl. Dass das Elektrohandwerk die Zeichen der Zeit versteht, hat es mit der erst kürzlich erfolgten Neuordnung der Ausbildungsberufe bewiesen. Aus ursprünglich sieben hat der ZVEH fünf gemacht und gleichzeitig die Ausbildung zur Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration ins Leben gerufen. Mit

diesem neuen Berufsbild begegnet der Verband der zunehmenden Digitalisierung, der wachsenden Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen im Bereich Energieversorgung, Energieerzeugung und -management sowie dem steigenden Interesse an komplexen, vernetzten Smart-HomeLösungen. Ausgelernte E-Zubis fungieren als Spezialistinnen und Spezialisten für Vernetzung und gewerkeübergreifende Gebäudetechnologien. Die Auszubildenden lernen, in ihren Betrieben individuelle Systemlösungen für jede Gebäudegröße und sind in der Lage gebäudetechnische Komplettlösungen anzubieten und umzusetzen. Zielgruppe für diesen Ausbildungsgang sind auch und vor allem Abiturienten sowie Studienumsteiger.


Elektro SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 41

Hoher Bedarf an Fachkräften VON RALF QUANDT STELLV. OBERMEISTER

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as Elektrohandwerk hat trotz Corona-Pandemie einen hohen Fachkräftebedarf: Gründe sind unter anderem die steigende nachfrage nach Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität, Photoviltaik- und Speichertechnologie, der Sanierungsbedarf an Gebäuden und die Anwendungen im Smart Home. Die Ausbildung ist sehr breit gefächert und führt in eine sichere berufliche Zukunft. Es werden zahlreiche Fachkräfte benötigt - daher lohnt sich eine Ausbildung im Elektrohandwerk auf jeden Fall.

Ralf Quandt

Ausbildung zum Elektroniker: Ein Handwerk - fünf Berufe. Foto: zVg

Ohne Strom läuft nichts D Elektro-Berufe mit Zukunft

as Elektrohandwerk zieht bei Auszubildenden: Mit gegenwärtig rund 5000 Auszubildenden im Land sind die Elektrohandwerke eine der attraktivsten Branchen nicht nur im Handwerk. Der Elektroniker mit der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik gehört zu den beliebtesten Ausbildungsberufen im handwerk. „Die Zukunftsbranche verzeichnet seit 2011 steigende Beschäftigendenzahlen. Die anstehenden Anpas-

sungen im Bereich der Ausbildungsberufe mit Qualifizierung im Bereich der Gebäudesystemintegration wird eine Karriere im Elektrohandwerk künftig noch attraktiver machen“, erklärt Ralf Quandt. „Gerne kölnnen schi Schüler bei unserern Fachbetrieben oder bei un sin der Innung über die Ausbildungsberufe informerien, bietet der stellvertretende Obermeister an. Weitere Informationen sind online unter www.ezubis.de zu finden.


Elektro SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 42

CO2-Sensor und Lüftungsanlage

Beitrag zur Covid-19-Prävention / Messgeräte melden, wenn es Zeit zum Lüften ist

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ie Bedeutung, die Aerosole für die Verbreitung der Corona-Pandemie haben, wird derzeit intensiv erforscht. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) besteht ein erhöhtes Übertragungsrisiko von SARS-CoV-2 vor allem bei längerem Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen. Wenn der Schulunterricht wieder beginnt und Menschen aus dem Homeoffice an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, gewinnt deshalb das Thema Belüftung wieder vermehrt an Bedeutung. Im Herbst und Winter, wenn die Temperaturen kühler werden, steigt mit dauerhaft geöffneten Fenstern nicht nur das Risiko, sich in der Zugluft zu erkälten, sondern es geht auch viel Heizwärme verloren. Was kann man also tun, um gesund durch Herbst und Winter zu kommen und das trotzdem nicht auf Kosten der Energieeffizienz? Eine gute Orientierung, wann in einem Raum gelüftet werden sollte, bieten Kohlendioxid-Messgeräte. Damit können die Sensoren ein sinnvolles Hilfsmittel zur Corona-Vorsorge sein.

CO2-Sensoren und Lüftungsanlagen könnten einen Beitrag zur CoronaPrävention leisten. Foto: Shutterstock/ lightpoet

Egal ob Schule, Büro, Werkstatt oder Läden und Gaststätten: Wo viele Menschen in einem Raum sind, wird viel ausgeatmet – pro Nase geschätzte acht Liter Luft in der Minute. Darin enthalten ist nicht nur Kohlendioxid sondern auch eine unterschiedlich große Menge an Aerosolen, die potenziell mit Krankheitserregern belastet sein können. CO2-Messgeräte

warnen mit Anzeigen in gelb und rot vor viel CO2 in der Luft, und damit auch vor vielen Aerosolen. Wie bei einer Ampel lässt sich so ein möglicherweise erhöhtes Infektionsrisiko für Corona ablesen und die Geräte sind ein guter Indikator, wann es Zeit ist, zu lüften. Wichtig ist dabei auch die richtige Technik: Für einen vollständigen Luftaustausch sollte das Fenster mehrere Minuten lang weit geöffnet werden. Unabhängig von der Verringerung von Erregern fördert ein gutes Raumklima auch die Konzentrationsfähigkeit und ist deshalb in Klassenräumen und Büros ein Muss. „Für ein gutes Raumklima auch im Herbst und Winter empfiehlt sich

die Kombination von CO2-Meldern mit einer Lüftungsanlage mit einem speziellen Luftfilter“, rät Andreas Habermehl vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Sobald die Sensoren erkennen, dass der Kohlendioxid-Gehalt in der Luft über einen kritischen Wert steigt, veranlassen sie über die Vernetzung mit der Lüftungsanlage eine vermehrte Frischluftzufuhr. Eine Lüftungsanlage saugt verbrauchte Luft aus den Räumen nach außen ab und lässt gleichmäßig frische Luft herein. Der große Vorteil in der kalten Jahreszeit: Die Fenster müssen dann nicht mehr geöffnet werden und auch die

Heizwärme bleibt in den Räumen. Draußen bleibt dagegen alles, was in den Räumen die Luftqualität belasten würde, beispielsweise Staub, aber auch Pollen im Frühjahr. Ein Filter sorgt dafür, dass diese Partikel nicht ins Gebäude gelangen, was auch Allergiegeplagte freut. „In bestehenden Gebäuden lassen sich Lüftungsanlagen unkompliziert dezentral nachrüsten, im Neubau ist ein zentrales Lüftungssystem sinnvoll“, erklärt Habermehl und ergänzt: „Im ElektroFachbetrieb werden Interessierte dazu kompetent beraten und die Fachleute können die Anlage so installieren, dass sie optimal zu den Gegebenheiten vor Ort passt.“


Sicherheitstechnik SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 43

Sicherheit im Haus und Wohnung Rundum sicher mit Alarm- und Türkommunikationsanlagen

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eutschland ist wieder ein Stück sicherer geworden. Von Jahr zu Jahr verzeichnet die Polizei weniger Straftaten. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass immer mehr Personen ihre Wohnungen und Häuser aktiv vor Einbruch schützen. „Nicht nur Alarmanlagen spielen dabei eine wichtige Rolle“, sagt Andreas Habermehl vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH): „Es gibt darüber hinaus viele einfach umzusetzende Maßnahmen, die die Sicherheit deutlich erhöhen und viele Einbrüche im Vorhinein verhindern.“ Ausführliche Beratung erhalten Interessierte bei den Innungsfachbetrieben der Elektrohandwern bleibtke: Sie entwickeln und deninstallieren individuelle qualitätSchutzkonzepte für ihre Kunden. er auch Eine simple, aber sehr wirkungsvolle Schutzmaßnahme ist ein durchdachtes Lichtmanagement: Mit einem Bewegungsmelder schaltet sich das Außenlicht automatisch an, wenn sich jemand dem Haus nähert. mpliziertSo werden Unbefugte, sten, imdie sich auf dem Grundstück bewegen, schnell abgeschreckt. Für noch mehr Sicherheit sorgt ein Smart-Home-System, in das auch die Beleuchtung mpetentintegriert wird: Mit einer vernetzten und automatisierten Beleuchtung in den Innenräumen, kann simuliert werden, dass jemand anwesend ist – selbst wenn die Bewoh-

Ein Smart Building kann durch Zutrittskontrolle und Türkommunikation die Sicherheit erhöhen. ner verreist sind. Die Installation sollte unbedingt durch den qualifizierten Elektroinnungsfachbetrieb erfolgen. Das Portfolio der EHandwerke umfasst auch die Installation von Alarm- und Einbruchmeldeanlagen, die sowohl die Überwachung des Außenbereichs als auch der Innenräume ermöglichen. Diese sind schnell nachgerüstet und lösen im Einbruchsfall mit Sirenen und Blitzleuchten Alarm aus, der die Nachbarschaft aufmerksam macht und Eindringlinge verscheucht. Alarmanlagen können zusätzlich vorprogrammiert werden und im Bedarfsfall einen automatisierten Notruf an die Polizei absetzen. Eine komfortable Sicherheitsmaßnahme sind

zudem Türkommunikationsanlagen, die Videobilder von der Haustür auf einen Bildschirm in

der Wohnung übertragen. So haben die Bewohner alles, was sich vor der Haustür abspielt, jeder-

Foto: ZVEH

zeit im Blick und können den Zugang zu den eigenen vier Wänden flexibel und sicher kontrollieren.


Schreiner/Küchen/Treppen/Türen/Innenausbau SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 44

Rückenfreundliche Küche I

Küchenfachhandel berät / Küche individuell auf ergonomische Anforderungen planen

n der Küche wird ein erheblicher Teil der privaten Zeit verbracht. Bei der Planung berät der Küchenfachhandel daher intensiv im Hinblick auf optimale, komfortable Bedingungen, mit denen Überlastungen etwa des Rückens vorgebeugt werden kann“, sagt Volker Irle, Geschäftsführer der AMK – Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche „Die deutsche Küchenindustrie hat vielfältige innovative Lösungen im Angebot, mit denen die Küche individuell auf die jeweiligen

Wegen des umfangreichen Stauraums sind Hochschränke gerade auch für kleine Küchen zu empfehlen. einzeln herausgezogen werden. Foto: zVg/ AIVIK

ergonomischen Anforderungen zugeschnitten werden kann.“

Wichtig ist vor allem eine aufrechte und damit rückenfreundliche Position für den Nutzer. Denn eine nach vorne gebeugte Haltung kann zu Verspannungen und Ermüdungserscheinungen führen. Die ideale Arbeitshöhe für Vorbereitungs- und Spültätigkeiten liegt 10 bis 15 Zentimeter unterhalb der Ellenbogenhöhe. Zur exakten Messung hat die AMK für den Fachhandel den AMK ergonoMete© entwickelt, der im Stand an den angewinkelten Ellenbogen angelegt wird. Um jeweils die optimale Arbeitshaltung zu gewährleisten, werden die Küchenunterschränke und die Sockel in verschiedenen Höhen angeboten. Empfehlenswert kann auch eine elektrisch höhenverstellbare Küchenzeile oder Kochinsel sein, die sich per Tasten in die ideale Arbeitsposition bringen lässt – etwa in Haushalten, in denen die Familienmitglieder starke Größenunterschiede aufweisen. Für ein ergonomisches Umfeld spielt zudem die Positionierung der

Hausgeräte eine wichtige Rolle. Außer dem Kühlschrank werden auch Backofen, Mikrowelle und Dampfgarer mittlerweile in der Regel meist höher eingebaut, so dass sie sich im Stehen bedienen lassen und das lästige Bücken entfällt. Auch bei Geschirrspülern kann es sinnvoll sein, die Geräte in leicht erhöhter und bequemer Zugriffshöhe einzubauen. Bei der Küchenplanung ist zudem auf eine bestmögliche Anordnung der unterschiedlichen Arbeitszonen zu achten, um gerade in einer geräumigen Küche die Laufwege kurz zu halten und den Arbeitsfluss zu erleichtern. Beispielsweise sollten die Bereiche „Spülen“, „Vorbereiten“ und „Kochen“ möglichst eng beieinander liegen. Von entscheidender Bedeutung für eine rückenschonende Küchenarbeit ist darüber hinaus eine intelligente Stauraumplanung. Die Küchenutensilien, das Geschirr und die Vorräte sollten übersichtlich untergebracht und bequem zu erreichen sein. Dazu tra-

gen etwa Unterschränke mit Vollauszügen bei, die den Zugriff deutlich vereinfachen. Im Vergleich zu einem mit Türen versehenen Unterschrank sind insbesondere die im hinteren Schrankteil verstauten Töpfe, Teller oder Vorratsdosen wesentlich leichter zugänglich. Auf die Knie zu gehen, um nach bestimmten Kochgerätschaften zu suchen, ist nicht mehr nötig. Einen guten Überblick über den Schrankinhalt bieten auch Hochschränke. „Intelligente Auszüge sorgen dabei für einen schnellen Zugriff auf die Vorräte“, sagt Irle und verweist auf die Variantenvielfalt. So bieten die Küchenhersteller etwa Hochschränke an, bei denen sich mit Öffnen der Tür die Körbe oder Schubladen automatisch nach vorne vor den Schrank bewegen. Bei anderen Modellen können die Schubladen einzeln herausgezogen werden. Wegen des umfangreichen Stauraums sind Hochschränke gerade auch für kleine Küchen zu empfehlen. Als wahre Stauraumwunder gelten zudem Eckschränke, bei denen ein Tablarauzug den Inhalt komplett heraus fährt. Bei Oberschränken bieten sich nach oben klappoder faltbare Türen an. Auf diese Weise ist der Schrankinhalt leicht erreichbar und es stehen – etwa beim Einräumen des Geschirrs – keine Türen im Weg. Auf Wunsch kann auch eine elektrische Öffnungsunterstützung geordert werden.


Schreiner/Küchen/Treppen/Türen/Innenausbau SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 45

Der Schreiner Ihr Macher

Ein Beruf mit Zukunft / Design- und Planungskompetenz VON MARTIN RANZ OBERMEISTER

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nsere Kollegen jenseits der Grenze werben mit dem Slogan „Der Schreiner Ihr Macher“ und Recht haben Sie. Es gibt wohl fast keinen anderen Beruf der vielseitiger ist, wie der des Schreiners. Der Beruf des Schreiners verbindet Design- und Planungskompetenz mit dem vielseitigen Rohstoff Holz. Er ist ein innovativer Raumgestalter, der seine Kunden von der Wohnidee bis zur fertigen Einrichtung begleitet. Ihr Schreiner gestaltet Lebensraum und Arbeitsräume. Im modernen Zeitgeist angekommen betreut er die Kunden in allen Bereichen mit Kreativität und Begeisterung für seine Arbeit. Er befasst sich aber nicht nur mit den Möbeln, auch Fenster, Türen, Bodenbeläge und mehr sind im Portfolio des Schreiners. In vielen Fällen koordiniert ihr Schreiner die Aufgaben anderer notwendiger Gewerke wie Elektroinstallation, Malerarbeiten etc. und stimmt sie richtig ab. Sie erhalten alles auf einmal und können Ihre neue Wohnumgebung schneller genießen. Das spart Ihnen Zeit und Nerven. Auch als Ausbildungsberuf ist der Schreiner ein Beruf mit Zukunft. Du willst einen Job, der Kreativität, analytisches Denken und handwerkli-

Innungsobermeister Martin Ranz mit dem Hobel und hochmoderner Technik im Hintergrund Foto: zVg ches Geschick verbindet? Dann bist du hier richtig: Als Schreiner arbeitest du an handfesten Lösungen und spannenden Einrichtungsideen. Ein Beruf für kreative Köpfe, die aus besonderem Holz geschnitzt sind. Auch in der CoronaKrise sind die Lörracher Innungsschreiner im Einsatz und schaffen wahre

Werte für ihre Kunden – zuverlässig, gewissenhaft und nachhaltig. Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen, der bewusste Umgang mit Materialien und ein fundiertes Wissen über ökologische und ökonomische Zusammenhänge - all das zeichnet ihren Innungsschreiner aus.


Schreiner/Küchen/Treppen/Türen/Innenausbau SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 46

Barsäule in Nussbaumoptik P Gesellenstück von Jungschreiner Paul Vietz überzeugt Jury

latz Eins beim diesjährigen Wettbewerb „Die Gute Form“ belegt Paul Vietz mit seinem Gesellenstück „Barsäule in Nussbaumoptik“. Alles andere als leicht hatte es die Jury bei der Bewertung - das Spektrum an Ideen ist breit: Von der Sitztruhe aus Birnbaum über eine Lesesitzbank aus Esche bis hin zum Tisch in Eiche und Lack. Auf Verbandsebene stehen nun die Preisträger des Gestaltungswettbewerbs „Die Gute Form“ 2020/21 fest. Nicht einfach war es hier für die fünf Jury-Mitglieder bei der Auswahl der formschönsten und perfekt gearbeiteten Gesellenstücke, die das ganze Können der Schreiner widerspiegeln. Paul Vietze, ausgebildet bei Ranz Raumkonzepte in Weil am Rhein, überzeugte mit seiner Barsäule und

Die Barsäule in Nussbaumoptik kam beim Wettbewerb „Die Gute Form“ des Schreinerhandwerks gut an. Foto: Paul Vitz/zVg

gewann den ersten Platz. Begründet hat dies die Jury mit „einem durchgängig qualitätvollen und schlüssigen Design,

von der Gesamtform bis zum kleinsten funktionalen und dekorativen Detail.“ Dominik Philipp vom

Schönauer Ausbildungsbetrieb Wohnidee Dietsche fertigte einen Tisch in Eiche und Lack und sicherte sich damit

den zweiten Platz. Philipp hat es geschafft, so die Jury, „bislang Ungesehenes zu präsentieren. Neben einem praktischen Möbelstück ist auch eine interessante Gestaltung entstanden.“ Dritter wurde in diesem Jahr ein Möbelsekretär mit Rollladen, das Gesellenstück von Niclas Jakob, der ebenfalls bei Ranz Raumkonzepte in Weil am Rhein sein Handwerk erlernt hat. Begeistert waren die Juroren: „Eine gelungene Neuinterpretation eines anachronistischen Möbelstückes, das dazu verleiten könnte, wieder einmal Briefe zu schreiben.“ Über den Publikumspreis freut sich Paulina Kiefer vom Schreinereibetrieb Martin Lehmann impuls 95 aus Auggen, die eine Lesesitzbank aus Esche angefertigt hat. Zudem erhielt sie eine Belobigung der Jury.


Handwerk 2021 SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 47

Der Praxisunterricht fällt aus D

An der Gewerbeakademie finden coronabedingt nur Kurse zur Prüfungsvorbereitung statt as duale System der Berufsausbildung im Handwerk ist eigentlich kein zwei- sondern dreiteiliges System. Neben Ausbildungsbetrieb und Berufsschule bilden die Gewerbeakademie ein drittes Standbein der Berufsausbildung. Ein wichtiges Standbein noch dazu, finden hier doch große Teile der praktischen Ausbildung statt. Nicht jeder Betrieb und nicht jede Berufsschule hat immer die neusten Maschinen parat oder bietet aufgrund der Spezialisierung das komplette Spektrum des jeweiligen Berufsbildes ab. Hier kommt die Gewerbeakademie mit ihren gut ausgestatteten Werkstätten ins Spiel. Coronabedingt fallen derzeit für die Auszubildenden im ersten Lehrjahr die Kurse aus, bedauert Matthias Faißt im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Fachbereichsleiter Bau der Gewerbe-

akademie mit ihren drei Standorten in Freiburg, Offenburg und Schopfheim kümmert sich am Standort Schopfheim auch um die organisatorischen Belange des Internats. „Wir haben von Dezember bis jetzt keine Übungen machen können“, sagt Faißt und geht davon aus, dass im März der Betrieb nach den Vorgaben des Wirtschaftsministeriums wieder weitergeht. Aktuell finden nur Prüfungskurse statt, alles andere fällt aus, berichtet er. Für die Auszubildenden werde es ein schwieriges Jahr. Auch die Gesellenprüfung werde eine Herausforderung, weil vieles Kurse nicht stattfinden. Aufgrund der Pandemie bedingungen waren bereits vor dem Lockdown die Teilnehmerzahlen der Kurse halbiert worden. „Wir versuchen für die Sommerprüfung aufzuholen was geht“, sagt Faißt. Leidtragende der Si-

tuation seien die Auszubildenden im ersten Lehrjahr. „Diese sind normalerweise am meisten bei uns in der Gewerbeakademie“, stellt er fest und unterstreicht: „Man kann Fingerfertigkeiten nicht in der Theorie vermitteln“. Anders als bei den theoretischen Fächern in Schulen und Berufsschulen kann die praktische Arbeit in den Werkstätten nicht onlline am Computer oder Tablet stattfinden.

Schutzkonzepte „Wir haben ein gutes Hygienekonzept, dass mit der Berufsgenossenschaft (VBG) und dem Wirtschaftsministerium abgestimmt ist“, erklärt Faißt und betont, dass dieses im vergangenen Sommer und Herbst erfolgreich umgesetzt wurde. „Wir hatten keinen Lehrling und keinen Lehrer der an Corona erkrankt war. Unsere Schutzkonzepte wirken.“

Wasser marsch!

Tipps für die Gartenbewässerung mit Regenwasser

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rst fällt so viel Regen, dass die Erde das Wasser gar nicht aufnehmen kann, dann bleibt es wieder wochenlang sehr trocken. Auch in diesem Jahr muss man sich auf kurze, kräftige Niederschläge und lange Trockenperioden einstellen. Damit der Garten in dieser Zeit nicht zur Steppenlandschaft wird, ist ausreichende und regelmäßige Bewässerung

erforderlich. Wer dabei die Möglichkeit hat, Wasser aus einem Brunnen oder gesammeltes Regenwasser zu nutzen, entlastet nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern handelt auch ressourcenschonend. Wer kein kostbares Trinkwasser für den Rasen verwenden möchte, muss trotzdem keine schweren Gießkannen schleppen. Denn Sprinkler, Gießstäbe oder

Tropfschläuche können auch mit Wasser aus Brunnen, Zisternen und Regentonnen betrieben werden. Voraussetzung dafür sind Pumpen, die den erforderlichen Druck aufbauen. Fasspumpen werden direkt auf dem Rand der Regentonne montiert. Alternativ kann eine Gartenpumpe eingesetzt werden, die Wasser auch aus Zisternen mühelos entnimmt.

Für das erste Lehrjahr fallen derzeit coronabedingt die wichtigen Kurse in den Werkstätten der Gewerbeakademi aus. Foto: Alexander Anlicker


Zimmerer SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 48

Neues Wohnen braucht neue Räume So wird der Altbau fit gemacht für neue Formen des Zusammenlebens

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ie klassische Kernfamilie mit Vater, Mutter und einem oder zwei Kindern stellt heute nicht mehr das einzig gesellschaftlich akzeptierte Lebensmodell dar. Immer öfter werden Großfamilien-Strukturen mit mehr als zwei Generationen unter einem Dach oder das Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft mit Menschen, die gleiche Interessen teilen, bevorzugt. Dafür gibt es häufig auch ganz pragmatische Gründe. So nutzt beispielsweise die Nähe von Großeltern, Eltern und Enkelkindern allen. Denn Opa und Oma sind die besten Babysitter - und die Großeltern selbst bleiben durch die Beschäftigung mit ihren Enkeln länger vital. Auch Senioren-WGs kommen dem modernen Wunsch nach Gemeinsamkeit

Ein eigener Bereich unter dem Dach. Beim Dachausbau sollte auch an die Wärmedämmung gedacht werden. Foto: DJD/ Paul Bauder

entgegen. Ältere Einfamilienhäuser sind meist eher auf die Bedürfnisse der „klassischen“ Familienstruktur hin entworfen. Doch mit guter Planung und einem Umbau lassen sich viele Eigenheime so umgestalten, dass es genügend Rückzugsräume einerseits und Gemeinschaftsflächen ande-

rerseits gibt, um neuen Strukturen Raum zu geben. „Mit einem Ausbau oder einer Aufstockung des Dachgeschosses oder einem Anbau, für den ein Stückchen Garten geopfert wird, lassen sich die Wohnwünsche für neue Lebensformen und -phasen oft umsetzen“, meint Johannes Neisin-

ger, Experte für Bauen und Wohnen bei Ratgeberzentrale.de. Für beide Arten der Wohnraumerweiterung und -umgestaltung seien Zimmermeisterbetriebe eine gute Adresse. Bei der Planung sollte man bedenken, wie und von wem die Räume genutzt werden: Für Ältere könnte der Weg unter

das Dach mit den Jahren beschwerlich werden, besser aufgehoben ist hier der Nachwuchs. Ein Anbau dagegen lässt sich schwellenlos und barrierefrei auslegen. Im Dach bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten an, um mehr Raum zu schaffen. Ist der Raum unter einem Steildach generell zu niedrig, ist eine Erhöhung von Kniestock und Stirnwand in Holzständerbauweise möglich, bei der der gesamte Dachstuhl ein Stück nach oben gesetzt wird. Ist der lichte Raum hoch genug, bringen große Dachgauben mehr Luft und Licht ins oberste Geschoss. Auch für einen Anbau eignet sich der Baustoff Holz sehr gut, da er für kurze Bauzeiten und eine schnelle Bezugsfertigkeit des neuen Hausteils steht.


Zimmerer SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 49

Holzhäuser liegen im Trend.

Natürlich vielseitig Energetische Modernisierung mit Holz

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olz ist bei der Sanierung und Modernisierung der Baustoff erster Wahl. Holzhäuser erleben seit einigen Jahren einen Boom und machen dem massiv gebauten Haus heftig Konkurrenz. Doch auch in der Sanierung und Modernisierung ist der nachwachsende Baustoff immer häufiger das Material der Wahl. Gute Gründe gibt es genug dafür. Zum einen ist Holz ein ökologisch sinnvolles Produkt, zum anderen lässt es sich bei der Modernisierung und im Innenausbau besonders vielseitig einsetzen. Nicht zuletzt kann sich der nachwachsende Rohstoff sehen lassen und ist auch nach langen Jahren mit seinen typischen Alterungsspuren noch natürlich schön. Wälder sind unsere „grüne Lunge“. Die Bäu-

me versorgen Mensch und Tier mit Sauerstoff und binden zugleich das klimagefährdende Kohlendioxid, das der Mensch in großer Menge in die Atmosphäre pustet. Solange das Holz genutzt wird, bleibt das Kohlendioxid gespeichert. Bauholz stammt in der Regel aus einheimischer nachhaltiger Forstwirtschaft - das heißt, es werden mindestens so viele Bäume nachgepflanzt wie geschlagen. Zudem müssen zwischen Einschlag, Sägewerk, Zimmererbetrieb und Baustelle meist nur kurze Strecken zurückgelegt werden - das spart Transportenergie.

Natürlich modernisieren, dämmen und ausbauen Holzfaserplatten und Zellulose aus Altpapier also auch aus dem Rohstoff Holz - können für

eine wirkungsvolle und zudem für eine feuchtigkeitsregulierende Dämmung sorgen, die den aktuellen Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden voll entspricht. Die natürliche Dämmung ist zudem - ebenso wie ein Ausbau der Innenräume mit Wänden oder Wandverkleidungen aus Holz - wohngesund. Natürlich und nicht chemisch behandelt, gibt es keine Schadstoffe ab und wirkt sogar regulierend aufs Raumklima, da es Luftfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann. So fühlen sich auch Allergiker wohl. Zimmereimeisterbetriebe sind der richtige Ansprechpartner, wenn es um die Modernisierung und den Innenausbau mit Holz geht. Unter www. zimmermeister-suche. de gibt es Informationen und eine Adresssuche für Fachbetriebe.


Handwerk 2021 SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 50

Lederer folgt auf Schwab

Der Weiler Joachim Lederer ist neues Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Freiburg

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oachim Lederer aus Weil am Rhein ist neues Mitglied des Vorstands der Handwerkskammer Freiburg. Der 60-jährige Metzgermeister tritt die Nachfolge von Michael Schwab an, der sein Unternehmen erfolgreich übergeben hat und somit aus der Vollversammlung und dem Vorstand ausgeschieden ist, heißt es in einer Mitteilung der Kammer. Die Wahl des neuen Vorstandsmitglieds wurde aufgrund der Coro-

na-Beschränkungen per Briefwahl durchgeführt. Die Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammer wählten Joachim Lederer mehrheitlich in das Kammergremium. Lederer tritt damit neben seinen Ämtern als Obermeister der Fleischerinnung Lörrach, als Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft Lörrach, als Landesinnungsmeister des Fleischerhandwerks in Baden-Württemberg und als

Gesamtvorstandsmitglied des Deutschen FleischerVerbands ein weiteres Ehrenamt an. Der Vorstand der Handwerkskammer Freiburg besteht aus dem dreiköpfigen Präsidium sowie sechs weiteren Vertretern des regionalen Handwerks. Im Vorstand sind sowohl Arbeitgeber (sechs Sitze, davon ein Vizepräsident) als auch Arbeitnehmer (drei Sitze, davon ein Vizepräsident) des regionalen Handwerks vertreten.

Joachim Lederer Foto: Fleischerinnung BadenWürttemberg

Kammer pocht auf klare Öffnungsstrategie Corona sorgt für düstere Aussichten im Handwerk

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ie Handwerksbetriebe im Kammerbezirk der Handwerkskammer Freiburg werden von der Coronakrise massiv ausgebremst, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Kammer. Dies gehe aus der vierteljährlichen Konjunkturumfrage der Kammer hervor. „Unsere Betriebe schauen äußerst skeptisch auf die nächsten Wochen und Monate“, berichtet Handwerkskammerpräsident Johannes Ullrich. „Die Werte der Geschäftsaussichten sind auf Talfahrt.“ Auch der Konjunkturindikator im Kammerbezirk, der aus Geschäftslage und -erwartungen gebildet wird, liegt bei nur 6,1 Punkten und ist damit

auf den niedrigsten Wert seit mehr als zehn Jahren abgesackt. „Die Zahlen zeigen: Wir brauchen eine klare Öffnungsperspektive, ein Fahren auf Sicht wie bisher wird den negativen Trend weiter bestärken“, sagt Ullrich. „Bis zum Herbst 2020 ist das Handwerk vergleichsweise gut durch die Coronakrise gekommen“, ergänzt Dr. Handirk von Ungern-Sternberg. „Der zweite Lockdown sorgt aber nun für 1massive Unsicherheit bei den Betrieben.“ Zwar bewerten noch nahezu zwei Drittel der befragten Handwerksunternehmen (64,8 Prozent, Vorjahr: 77,3 Prozent) ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Die Stimmung für die nächsten Monate ist

aber düster Die Bauhaupt- und Ausbaugewerke zeigen sich zwar robust, aber auch hier trüben sich die Erwartungen mittlerweile ein. Bei den personenbezogenen Dienstleistungen, dazu zählen unter anderem Friseure und Kosmetiker, ist die Stimmung am Nullpunkt. „Die coronabedingten Schließungen wirken sich verheerend auf die aktuelle Ertragslage der Unternehmen aus. Auch die Geschäftserwartungen unserer Mitgliedsbetriebe tendieren aufgrund der fehlenden Öffnungsperspektive gegen Null“, erläutert Ungern-Sternberg. Viele Betriebe haben ihre Rücklagen aufgebraucht und warten weiterhin auf staatliche Hilfen.


Schlosser / Metallbau / Wintergarten SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 51

„Ein echt cooler Job“

Metallbauer und Feinwerktechniker: Abwechslungsreiche Tätigkeiten und moderne Technologie

VON EWALD SCHULZ OBERMEISTER

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etall treffen wir überall an, ob in Maschinen, Gebäuden, Fahrzeugen, Werkzeugen oder Geräten des alltäglichen Gebrauchs, hergestellt von Metallbauern und Feinwerkmechanikern. Viele Berufe sind in diesem Bereich tätig und viele verschiedene Berufe werden dort ausgebildet, zum Beispiel Metallbauer – Konstruktionstechnik, Metallgestalter, Feinwerkmechaniker Fachrichtung Maschinenbau oder Fachrichtung Werkzeug- und Formenbau. Die unterschiedlichsten Fertigungstechnologien werden angewandt, wie drehen und fräsen, schleifen und erodieren, schweißen, sägen, lasern, kanten und montieren.

Metallbauer beim Schweißen Die Ausführungen erfolgen in einem großen Spektrum: Von manueller Technik bis zu hochkomplexen computergesteuerten und vernetzten Bearbeitungsmaschinen. Die Digitalisierung hat längst ihren Einzug gehalten. 3D-Daten der Zeichnungen werden an die Maschinen übertragen, die damit die Pro-

Foto: zVg grammierung vornehmen und die Bearbeitung ausführen und unterstützen. Kompetente Facharbeiter planen, führen aus, überwachen und kontrollieren die Prozesse. Die Berufe des Metallbauers und des Feinwerkmechanikers bieten abwechslungsreiche und interessante Tätigkeiten, gepaart mit moderner

Technologie, ein echt cooler Job. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre, sie erfolgt im Ausbildungsbetrieb und in den Gewerbeschulen und der Gewerbeakademie. Zudem sind die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten groß, ob Spezialisierung im Beruf, Meister- und Technikerausbildung oder ein Studium. Viele Wege stehen offen, nachdem die Berufsausbildung absolviert ist. Viele Betriebe des Metallbaus und der Feinwerktechnik sind Mitglied unserer Innung. Dabei will die Innung, unterstützt durch den Landesverband – der Unternehmerverband Metall Baden-Württemberg – dass die Mitgliedsunternehmen die Besten sind und die Besten bleiben. Fachwissen und Qualifi-

kation haben daher einen hohen Stellenwert in der Arbeit der Innung und des Verbandes. Das Informationsangebot umfasst unverzichtbare Arbeitshilfen und Fortbildungen für Technik und Praxis. Ob günstige Einkaufsbedingungen, kostenfreie Rechtsberatung, professionelle Unterstützung zu betriebswirtschaftlichen Themen und zum Personalwesen oder Fragen zur Anwendung von Normen und Nachwuchswerbung. Die Innung und der Verband sind stets die richtigen Ansprechpartner. Zudem führt die Innung die Prüfungen der Berufsausbildung durch und pflegt engen Kontakt mit den Gewerbeschulen der Region und den Gewerbeakademie. Ferner wird der Austausch unter Kollegen gepflegt.


Schlosser / Metallbau / Wintergarten SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 52

Wintergarten professionell planen

Anspruchsvolle Konstruktion, die bei jedem Wetter funktionieren muss

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in Wintergarten ist ein Bauwerk mit allen dazugehörigen technischen und baurechtlichen Anforderungen. Er stellt eine besonders in bauphysikalischer Hinsicht anspruchsvolle Konstruktion dar, die mit dem vorhandenen Bauwerk trotz völlig unterschiedlicher Baumaterialien und Konstruktion dauerhaft und bei allen Wetterlagen „funktionieren“ muss, einschließlich der Heizung, sofern diese vorgesehen ist. Diese Besonderheiten erfordern spezifische Kenntnisse und Erfahrung. Die Hoffnung, ähnlich dem IKEA-Schrank, aus „Baukastensystemen“ in Eigenregie zu planen und zu errichten führt immer zu wertvollen Erfahrungen, seltener zu einem dauerhaft erfreulichen und noch seltener zu einem kostengünstigen Ergebnis, heißt es beim Bundesverband Wintergarten.

Der Wintergarten schafft nicht nur Wohnraum sondern auch Wohnqualität. Foto: zVg

Zunächst sollte man überlegen, ob der geplante Anbau tatsächlich als Wintergarten einzuordnen ist. Landläufig werden großzügig verglaste Anbauten allgemein gern als Wintergarten bezeichnet. Soll der Wintergarten ganzjährig genutzt, also auch beheizt werden, ist

die Energieeinsparverordnung zu beachten. Dafür ist natürlich der Wintergarten-Planer zuständig. Die Planungsverantwortung wird meist vom Wintergartenlieferanten übernommen. Wird der Wintergarten oder das Terrassendach zusammen mit einem

Neubau errichtet, so erfolgt die Wintergarten Planung meist durch den Architekten zusammen mit dem Gesamtgebäude. Wird der Wintergarten an ein bestehendes Gebäude angebaut, dann wird seitens des Bauherren meist auf einen Architekten verzichtet. Kompetente, erfahrene Wintergarten Fachfirmen, insbesondere die Mitglieder des Bundesverbandes Wintergarten, bieten die Wintergarten Planung selbst an oder beziehen entsprechende Kooperationspartner ein. Verzichten sollte man in keinem Falle auf eine professionelle Planung und Bauleitung für das Vorhaben. Informationen im Vorfeld, wie Besichtigung von Ausstellungen und Referenzobjekten zahlen sich für Bauherren aus. Die technische und organisatorische Koordinierung aller Beteiligten am des Wintegartenbau

sollte in einer erfahrenen Hand liegen. Auch wenn der Bauherr einzelne Gewerke, zum Beispiel den Einbau der Heizung oder des Fundamentes selbst übernimmt, bedarf es genau dokumentierter Absprachen darüber, was wie dimensioniert und ausgeführt sein soll. Wintergarten-Fachfirmen mit langjähriger Erfahrung verfügen über das erforderliche Knowhow, die erforderlichen Mittel und Kooperationsbeziehungen, um eine regelkonforme, professionelle Wintergarten Planung und Leitung des Bauvorhabens durchzuführen. Inzwischen stehen auch ausgereifte Planungsprogramme für den Wintergartenbau zur Verfügung, die das gewünschte Wintergartenmodell realitätsnah präsentieren. Damit kann sich der Kunde ein gutes Bild von seinem Objekt bereits in der Planungsphase machen.


Heizung / Sanitär / Klima / Blechner/Fassadenbau SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 54

Flächenintegrierte Solarsysteme Elegante Systeme und werthaltige Optik rücken in den Vordergrund In Zukunft wird es immer mehr Solarsysteme auf den Dächern deutscher Eigenheime geben. Dabei geht der Trend in Richtung designorientierter Lösungen. Statt einfach nur über die vorhandene Dachdeckung montiert zu werden, rücken deutlich elegantere Systeme in den Vordergrund. Dies gilt besonders für Metalldächer, deren Strukturierung eine klare und werthaltige Optik schafft. Unterstrichen wird diese durch flächenintegrierte PhotovoltaikSysteme. Sie wirken sehr

Ein hochwertiges Metalldach mit integrierter Solaranlage sieht gut aus und hält richtig lange. Foto: ZVSHK/ Rheinzink

elegant und produzieren dabei wertvollen Strom. Wird dieser für den Betrieb einer Wärmepumpe genutzt, lassen sich mo-

derne Eigenheime nahezu emissionsfrei und unabhängig von fossilen Brennstoffen beheizen. Damit dies dauerhaft gut

funktioniert, ist das optimale Zusammenspiel aller Komponenten von großer Bedeutung. Bei einem Metalldach ist auch das

kein Problem. Der Klempner mancherorts Spengler oder Flaschner genannt, ist für die Metallverarbeitung an Dach und Fassade zuständig. Der Fachmann ist unter anderem auf die Planung und Ausführung hochwertiger Metalldächer spezialisiert. In Zusammenarbeit mit dem Anlagenmechaniker, der sich mit der Planung und Montage von Wärmepumpen bestens auskennt, wird sichergestellt, dass alle Bauteile viele Jahre optimal miteinander funktionieren. (txn)

Fassaden aus Metall Hohe Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse

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assadenbekleidungen aus Metall werden auch bei Wohnhäusern immer beliebter. Bauherren können dafür aus einer großen Produktvielfalt wählen – ob Edelstahl, Aluminium, Kupfer oder Zink. Allen gemeinsam ist die lange Haltbarkeit, kombiniert mit einer beeindruckenden Widerstandskraft gegen Witterungseinflüsse. Die hochwertige und stilsichere Optik handwerklich ausgeführter Fassadenbekleidungen ist dann das wertsteigernde i-Tüpfelchen. Metallfassaden werden vom Klempner, auch Spengler oder Flaschner genannt, montiert. Entgegen der weitverbreiteten Meinung sind Klempner übrigens nicht

für die Wasserinstallation im Haus zuständig, sondern sind Spezialisten für Metalldächer und Metallfassaden. Sie montieren aber auch Teilverkleidungen entweder als Wetterschutz oder zur Unterstützung der architektonischen Wirkung. Verkleidete Schornsteine, Erker oder Fensterbänke sowie Metallabschlüsse unterhalb des Daches sind keine Seltenheit. Dank der vielfältigen Formbarkeit von Baumetallen wie Titanzink kann nahezu jedes Gebäudeteil schützend verkleidet werden. In Kombination mit geeigneten Dämmstoffen lassen sich auch hochwertige wärmegedämmte und hinterlüftete Metallfassaden umsetzen,

die während der langen Lebensdauer den Heizenergiebedarf des Eigenheims nachhaltig senken. Für viele Eigenheimbesitzer ist darüber hinaus die Pflegeleichtigkeit wichtig. Denn an den glatten Metalloberflächen bleibt kaum Schmutz haften, sodass der Aufwand für Reinigung und Instandhaltung sehr gering ist. Fazit: Metallfassaden sind eine nachhaltige und zeitgemäße Alternative zu herkömmlichen wärmegedämmten und verputzten Fassaden.verbesse Sie sind besonders widerstandsfähig und sehr lange haltbar. Ansprechpartner für Planung und Ausführung finden sich im Klempnerfachbetrieb vor Ort. Wissen (txn) verschie

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Heizung / Sanitär / Klima /Blechner SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 55

Hightech gegen alte Vorurteile Leistungsstarke und energieeffiziente Geräte gefragt

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lle Jahre wieder wird es im Eigenheim unerträglich heiß. Um auch im Hochsommer angenehm wohnen und leben zu können, entscheiden sich immer mehr Hausbesitzer für den Einbau einer Klimaanlage. Denn das alte Vorurteil, dass diese Geräte laute Stromfresser seien, ist durch moderne Technologien längst widerlegt. Aktuelle Klimageräte mit energiesparenden Invertern lassen sich exakt auf den individuellen Kühlbedarf abstimmen. Die Anschaffung lohnt sich, da den überraschend niedrigen Energiekosten ein hoher Komfortgewinn gegenübersteht. Freistehende Monoblockgeräte aus dem Baumarkt sind nur als Übergangslösung für einzelne Räume emp-

Moderne Klimaanlagen sind High-Tech fehlenswert. Wer sich dauerhaft und mit möglichst geringem Energieaufwand gut temperierte

Virenlast verringern

Raumluftfilterung und -reinigung

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m die Virenlast in Innenräumen zu verringern, ist effektives Lüften die erste Wahl. Bringt eine Lüftungsanlage nicht ausschließlich Außenluft in den Raum, bietet das Filtern des Umluftanteils eine weitere Möglichkeit, die Raumlufthygiene zu verbessern. Die Viren selbst sind zwar sehr klein, sie werden aber auf Partikeln transportiert und können mit diesen gemeinsam aus der Luft gefiltert werden. Wissenschaftler haben verschiedene Feinfilter-

kombinationen in einem Lüftungsgerät untersucht. „Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist das Abscheiden von Aerosolpartikeln in raumlufttechnischen Anlagen von großer Bedeutung“, sagt Professor Christoph Kaup, Vorstandsvorsitzender des Fachverbands Gebäude-Klima (FGK). Neben HEPA-Filtern können auch Feinfilter erheblich dazu beitragen, die Partikelkonzentration in der für virenbeladene Aerosolpartikel kritischen Größe zu verringern, heißt es.

Wohnräume wünscht, kommt an sogenannten Split- und Multi-SplitKlimageräten nicht vor-

Foto: ZVSHK bei. Sie bestehen aus einem oder mehreren Innengeräten, über die Raumluft angesaugt, ge-

filtert und gekühlt wird, und einem Außengerät, das den Kühlkompressor enthält. Dadurch ist der Geräuschpegel in Wohnräumen gering. Zudem können die Geräte nicht nur kühlen, sondern filtern auch Staub, Pollen und Schmutzpartikel aus der Luft. Das Wohnklima wird angenehmer und gesünder. Wer über eine Klimaanlage nachdenkt, sollte sich an einen Fachmann aus dem Sanitär-, Heizungs- und Klimafachbetrieb vor Ort wenden. Der SHK-Profi kann alle Fragen zur Geräuschentwicklung oder zu den Energiekosten beantworten und Lösungen für den individuellen Bedarf empfehlen. Denn mit moderner Klimatechnik lässt sich der Wohnkomfort deutlich steigern.


Heizung / Sanitär / Klima /Blechner SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 56

Vom Installateur zum Anlagenbauer Vom Installateur zum Anlagenbauer / Mehr als nur Gas, Öl und Wasser VON MARTIN GRAF OBERMEISTER

Um das Zukunftsziel Klimaneutralität zu erreichen bildet das SHKHandwerk junge, motivierte und intelligente Nachwuchskräfte aus. Foto: ZVSHK

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on1984 bis 1987 habe ich meine Ausbildung zum Zentralheizungs- und Lüftungsbauer absolviert. Zu der Zeit gab es im Wesentlichen Öl- und Gasheizungen. Die Ausbildung dauerte drei Jahre und das Aufgabenfeld war überschaubar. Parallel dazu gab es die Ausbildung zum Gas-Wasser-Installateur. Auch die Meisterkurse liefen damals in diesen beiden Bereichen getrennt voneinander.

Heute, fast 35 Jahre danach, bilden wir Anlagenmechaniker aus. Diese Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und ist in die Fachrichtun-

gen Wärme und Wasser aufgeteilt. Technologisch kamen zu den bekannten beiden Technologien die Möglichkeiten der Biomasseheizungen kraft-

werk, Wärmepumpe und Brennstoffzelle. Die digitale Überwachung der Anlagen wird gerade zum Standard und diese enorme Vielfalt an Technolo-

gien führt zu Spezialisierung. Nicht mehr jeder Betrieb deckt alles ab. Im Bereich Wasser ist es nicht viel anders. Die Anforderungen an Hygiene und Komfort steigen auch dort und ebenso verhält es sich mit dem Anspruch der Kunden. Nicht zuletzt die Alterung unserer Gesellschaft und die damit verbundene Nachfrage nach barrierefreien Bädern hat auch hier viel Veränderung und Innovation bewirkt. Diese Entwicklung nennt man Fortschritt und das ist gut so. Nun kann man sich vorstellen, dass das Ausbildungspensum eines Facharbeiters wesentlich umfangreicher und auch die Weiterbildung ein fester Bestandteil des Berufsalltag ist. Die Relevanz unserer Tätigkeit zeigt sich gerade in der momentanen Situation. Wir können trotz Krise, unserer Arbeit, mit geringen Einschränkungen, nachgehen und halten damit das private Leben und die Wirtschaft am Laufen. Das Hauptthema der nächsten 30 Jahre, die Klimaneutralität, liegt zu einem wesentlichen Teil in unserem Berufszweig. Was wir dazu brauchen sind junge, motivierte und intelligente Nachwuchskräfte. Das wird die Hauptaufgabe der nächsten zehn Jahre sein. Mein Appell an die Gesellschaft und an die jungen Menschen lautet deshalb, schaut euch im Handwerk um. Die Jobs sind zukunftssicher, werden gut bezahlt, machen Sinn und Spaß.


Heizung / Sanitär / Klima /Blechner SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 57

Trinkwasser im Fokus S Nach dem Shutdown auf Legionellen prüfen

tehendes Trinkwasser kann zu einem Problem werden. Wird es längere Zeit nicht aus den Leitungen entnommen, vermehren sich Keime. Besonders gefürchtet sind Legionellen – gefährliche Bakterien, die eine schwere Lungenentzündung auslösen können. Die sogenannte Legionärskrankheit ist deswegen meldepflichtig. Im Normalbetrieb ist die Legionellengefahr im Warmwassersystem von Wohngebäuden relativ gering – vor allem auch, weil die vorhandenen technischen Regelwerke für das SHK-Handwerk entsprechende Sicherheitsmaßnahmen vorsehen: Wasserleitungen sollten regelmäßig genutzt werden. Totstränge, also Leitungen, die nicht an einer Entnahmestelle enden, sind zu vermeiden. In einem zentralen Warmwasserspeicher soll die Temperatur nicht unter 60 °C und in den Warmwasserleitungen nicht unter 55 °C sinken. Stillstand in Wasserleitungen trat bisher nur vereinzelt auf: während eines langen Urlaubs oder in unvermieteten Ferienwohnungen. Durch den Shutdown in der CoronaKrise sieht das anders aus: Mit der langsamen Rückkehr in den Alltag öffnen viele Betriebe, die wochenlang stillgestanden hatten, wieder ihre Pforten. Besitzer, Betreiber und Mitarbeiter sollten den Legionellen bei der Rückkehr deswegen mehr Aufmerksamkeit widmen. In kleineren Gebäuden reicht es in der Regel,

Die Trinkwasserleitungen sollten regelmäßig von einem Installateur geprüft werden. Das gilt insbesondere für Gebäude, die durch coronabedingte Betriebsunterbrechungen mehrere Wochen nicht genutzt wurden. Hier ist es wichtig, eine Wasserverkeimung mit gefährlichen Legionellen auszuschließen. Foto: ZVSHK/txn die Leitungen möglichst heiß (über 60 °C) und ausgiebig zu spülen. Bei größeren Objekten emp-

fiehlt sich, neben der gesetzlich vorgeschriebenen Entnahme von Proben die zusätzliche Kontrolle

durch eine Fachkraft für Trinkwasserhygiene aus einem Innungsbetrieb des Zentralverbands Sanitär-

Heizung-Klima. Kontaktadressen gibt es unter www.wasserwaermeluft. de. (txn)


Heizung / Sanitär / Klima /Blechner SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 58

Das Wohnbad kommt

Wohlfühl-Stimmung und persönliches Flair

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ie zuvor die Küche entwickelt sich auch das Bad immer mehr zum Wohnbereich. Es wird zum Gesundheits- und Wellnesszentrum für

die ganze Familie. Sessel und Designerstühle, Liegen oder Daybeds halten Einzug. Auch angenehme Beleuchtung, Düfte und Musik werden immer wichtiger. Neue

Wohnbäder und Digitalisierung: die Anforderungen an moderne Wellnessbereiche ändern sich. Foto: txn/ Duravit/Fotolia/ ZVSHK

Raumkonzepte sorgen für eine besondere Wohlfühl-Stimmung und ein persönliches Flair. Der Trend ist deutlich: Funktionalität, Lichtszenarien und Design wachsen zusammen. Wie in anderen Wohnbereichen erhält auch das Internet seinen Platz im Wellnessbereich. Wer sich die Zukunft ins Bad holen möchte, braucht vor allem eines: gut geplante und fachmännisch installierte Stromanschlüsse. Deshalb sollte ein Profi aus dem SHK-Handwerk hinzugezogen werden, wenn es um die zukunftsgerichtete Planung oder Sanierung von Bädern geht. Der Fachmann weiß, welche Sanitär- und Stromleitungen in Zukunft benötigt werden, damit das Badezimmer moderne Ansprüche erfüllt. Weitere Informationen unter www.wasserwaermeluft. de.(txn)

Die Digitalisierung ist auch im Badezimmer angekommen. Foto: rilueda/ Fotolia/ZVSHK

Das Badezimmer als digitale Erlebniswelt

Energie sparen und mehr Komfort Smartphones und Tablets haben das Leben verändert. Fast überall können wir Musik hören, Filme sehen oder mit Freunden kommunizieren. Das hat in Zukunft auch deutliche Auswirkungen auf die Planung und Gestaltung moderner Badezimmer. SHK-Handwerker sprechen von der „Infrastruktur smarter Bäder“. Gemeint sind die Voraussetzungen, damit Digitalisierung und Internet ins Bad einziehen können. Dabei geht es nicht nur um Unterhal-

tung, sondern auch um die Steuerung von Geräten und Temperaturen. Auch die Einbindung wichtiger Komfort- und Energiespar-Funktionen in ein vernetztes Smart Home-System gehört dazu. Von großer Bedeutung ist vor allem die durchdachte Planung hinter der Wand, da es ohne Strom keine Digitalisierung geben kann. Wer von einem smarten Bad träumt, sollte möglichst früh einen SHK-vater Fachmann in die Planung einbeziehen.

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Heizung / Sanitär / Klima /Blechner SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 59

Für eine Heizungsmodernisierung stellt der Staat attraktive Fördermittel bereit. Foto: djd/ ZVSHK

Neue Fördermittel wirken D Investition in klimafreundliche Technik ie ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung in Sachen Klimaschutz sind nur zu erreichen, wenn das Einsparpotenzial privater Hausbesitzer bei der Heiztechnik genutzt wird. Für eine Heizungsmodernisierung gibt es deshalb seit Anfang 2020 noch attraktivere staatliche Förderungen. Im Mittelpunkt des Anreizprogramms zum Umstieg auf erneuerbare Energien stehen die Fördermittel des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Und sie wirken: Nach Angaben des BAFA sind im ersten Halbjahr trotz CoronaPandemie mehr als 130.000 Förderanträgeeingegangen, im gleichen Zeitraum 2019 waren es nur gut 42.000. „Das zeigt, dass die Menschen trotz der derzeit widrigen Umstände in moderne Heizungstechnik und in Klimaschutz investieren wollen“, erklärt

Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Bei einer Modernisierung im Gebäudebestand fallen neben den Wärmeerzeugern auch die Wärmeverteilung und Wärmeübergabe unter die neue Förderung. Dazu zählen etwa Flächenheizungen und Heizkörper, aber auch Thermostatventile und Umwälzpumpen. „Damit die Heizung ihr volles Effizienzpotenzial entfalten kann, müssen alle Komponenten optimal aufeinander ab-

gestimmt sein. Die neue Förderung berücksichtigt dies“, sagt er. Förderfähig seien dabei sowohl die Investitionskosten als auch die Kosten für Installation und Inbetriebnahme sowie die Kosten der erforderlichen Umfeldmaßnahmen. Die Höhe der Förderung wird als prozentualer Anteil allertatsächlich entstandenen förderfähigen Kosten berechnet. Alle Infos im Detail findet man unter www. bafa.de oderunter www. wasserwaermeluft.de. (djd)

Für Investiotionen in eine klimafreundliche Heizung gibt‘s Geld vom Staat.


Ofenbau SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 60

Ökologisch wertvolle Öfen D

Energiewende selbst in die Hand nehmen / Moderne Holzfeuerstätten sind saubere Lösung ie Ziele sind anspruchsvoll: Die Europäische Union (EU) entschied Ende des vergangenen Jahres, erstmals Vorgaben zur angestrebten Treibhausgasneutralität bis 2050 gesetzlich festzuschreiben. So sollen die Treibhausgasemissionen der EU bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 sinken. Ein gewaltiger Kraftakt für einen besseren Klimaschutz und die damit verbundene Energiewende. Voraussichtlich erst im kommenden Sommer wird festgelegt, mit welchen Maßnahmen das neue EU-Klimagesetz umgesetzt werden soll. Schon jetzt aber kann jeder einzelne die Energiewende ein Stück weit selbst in die Hand nehmen – im Blickpunkt stehen dabei besonders Gebäude: Sie verursachen rund 40

Eine saubere Lösung für umweltfreundliches Heizen: Ein Grundofen gibt seinen großen Wärmevorrat langsam und zeitversetzt ab. Foto: AdK/www.kachelofenwelt.de Prozent des Energieverbrauchs innerhalb der EU, speziell durch Heizungen und Warmwasserboiler. Damit tragen sie am stärksten zu den Emissionen und zum Klimawandel in Europa bei. Ganz wesentlich liegt dies am

Zustand der Heizungen: Nach Einschätzungen der Experten sind sie nach 15 bis 20 Jahren technisch veraltet. Allein in Deutschland waren aber 2019 nach einer Statistik des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirt-

schaft etwa 50 Prozent der Ölheizungen und 36 Prozent der Gasheizungen älter als 20 Jahre. Das Wärmewendepotenzial in Deutschland ist groß – und mit einer sauberen Lösung wie einer modernen Holzfeuer-

stätte die Eigeninitiative zu ergreifen, macht sich gleich mehrfach bezahlt: Holz ist ein sehr klimafreundlicher Energieträger, weil es bei seiner Verbrennung nur so viel Kohlendioxid freisetzt, wie während des Wachstums aus der Umwelt aufgenommen wurde. Holz ist zudem ein günstiger, nachwachsender und zukunftssicherer Rohstoff. Und von qualifizierten Ofen- und Luftheizungsbauern geplante und installierte Kachelöfen, Heizkamine, Kaminöfen oder Grundöfen mit innovativer Technik reduzieren Betriebskosten und sind ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz. Die natürlichen Wärmequellen erzielen Wir-An kungsgrade von 70 bisAktionä über 90 Prozent – damitven: Du nehmen sie Spitzenpositionen beim effizienten Heizen ein. Sie können mit anderen, herkömmlichen und regenerativen, Energiesystemen kombiniert oder als Hybridheizung zum Beispiel mit einer Solarthermie-Anlage vernetzt werden – damitviele lässt sich ein noch höherer Wärmeeffekt erzielen. Zusätzlich können sie mit speziellen Techniken wie Wärmespeichersystemen oder elektronischen Regelungen für eine emissionsarme Verbrennung und einen niedrigen Brennstoffverbrauch ausgestattet werden. Adressen von Fachbetrieben und weitere Informationen sind bei der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft (AdK) unter www.kachelofenwelt.de erhältlich.

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Ofenbau SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 61

Nachhaltige Wertanlage: Ein Kachelofen macht Räume gemütlicher und die Immobilie für Mieter oder potenzielle Käufer interessanter. Foto: AdK/ www.kachelofenwelt.de

Wertanlage mit Zukunft

Ein Kachelofen steigert den Wert der Immobilie

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ine gute Wertanlage auf dem Finanzmarkt zu finden, ist gerade eine harte Nuss. An der Börse brauchen Aktionäre starke Nerven: Durch die CoronaKrise brachen die Aktienmärkte im Frühjahr 2020 so massiv ein, wie seit der Finanzkrise 2008/2009 nicht mehr. Es gab danach zwar eine deutliche Erholung – ob sich dieser Aufwärtstrend allerdings fortsetzt, hängt für viele Experten von den Corona-Entwicklungen ab. Das in Deutschland immer noch sehr beliebte Sparbuch beziehungsweise Tagesgeld bietet zwar mehr Sicherheit aber keine Rendite. Einige Kreditinstitute sind auch schon dazu übergegangen, Negativzinsen zu erheben. Positive Ergebnisse können auf dem Immobilienmarkt erzielt werden: Im dritten Quartal 2020 erhöhten sich die Preise für Wohnimmobilien nach Auskunft des Statistischen Bundesamts im Vergleich zum

zweiten Quartal um 2,9 Prozentund lagen damit um 7,8 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals. Wer hier aktiv werden will, muss aber eine hohe Hürde meistern: Das Angebot ist dünn gesät, der Markt hart umkämpft.

Heizsysteme sind Schlüsselwert bei Immobilien Da die Möglichkeiten auf dem Immobilienmarkt eingeschränkt sind, wird immer öfter die eigene Immobilie durch Modernisierungen attraktiver gestaltet. Und das gleich im doppelten Sinn: Zum einen ist sie damit wohnlicher und angenehmer. Zum anderen wird sie für potenzielle Käufer oder Mieter interessanter: Den Wert einer Immobilie bestimmt neben der Lage, dem Baujahr, der Architektur und der Bausubstanz besonders der technische und energetische Standard. Dabei spielen Heizsysteme eine Schlüsselrolle:

Design-Holzfeuerstätten mit einer effizienten Energieversorgung nach neuesten Vorgaben bieten einen realen Mehrwert und sind eine nachhaltige Wertanlage, die sich durch die neue Form der Gemütlichkeit in den Räumen täglich bezahlt macht.

Krisensichere Investition in eigenen Besitz Bei dieser krisensicheren Investition in den eigenen Besitz gibt es eine Vielzahl an DesignVarianten: von traditionell und klassisch bis modern und minimalistisch. Insbesondere Kachelöfen sind Unikate, die von qualifizierten Ofen- und Luftheizungsbauern in Handarbeit gesetzt werden. Ofenkacheln geben dem eigenen Ofen einen einzigartigen Charakter. Denn die Ofenkeramik wird zumeist in speziellen Manufakturen in einem aufwendigen Prozess hergestellt.


Dachdecker / Gerüstbauer SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 62

Hoch hinaus in der Ausbildung Dachdeckerhandwerk verbindet vielseitige Tätigkeit mit sicheren Perspektiven

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on der Planung komplexer PhotovoltaikAnlagen bis zur Bedienung von Drohnen: Das Dachdeckerhandwerk ist ein anspruchsvolles und gleichzeitig enorm vielseitiges Berufsbild. Nachwuchskräfte in dieser krisensicheren Branche werden bundesweit gesucht. Schon während der Ausbildung profitieren angehende Dachdecker von einer abwechslungsreichen Tätigkeit und einer guten Bezahlung. Mit dem Abschluss in der Tasche bieten sich vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten, bis hin zum Meisterabschluss und einem eigenen Betrieb. Wir lassen einen Dachdecker-Azubi mit seinen Erfahrungen zu Wort kommen. Wer würde beim Stichwort „Dachdecker“ als

Drohne für die Dachinspektion erstes an Drohnen denken? Und doch setzen die Handwerker zunehmend ferngesteuerte Fluggeräte ein, um etwa Schäden an einer Dachkonstruktion zu erkennen. Auch die Planung von anspruchsvoller Technik wie Pho-

Foto: ZVDH

tovoltaik-Anlagen oder die Realisierung einer Dachbegrünung gehört in diesem Handwerkszweig zum Tagesgeschäft - gerade diese Vielseitigkeit des Berufs reizt Azubis wie den 16-jährigen Leon Hain. Er befindet sich bei

einem Betrieb im hessischen Villmar im ersten Ausbildungsjahr und ist sicher, damit die richtige Entscheidung getroffen zu haben. „Das Coolste ist einfach, am Ende des Tages zu sehen, was man geschafft hat“, erklärt der

Ihre drei Tagezeitungen immer aktuell!!!

angehende Dachdecker und Jugendbotschafter, der andere Schulabgänger über die Vorteile dieses Ausbildungsberufs informieren will. Denn Dachprofis sind gefragte Experten und verfügen auch nach der Ausbildung über sichere Job-Perspektiven sowie vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. In der dreijährigen Ausbildung lernen angehende Dachdecker alle Facetten des Berufs kennen. Leon Hain empfiehlt, vorab ein Praktikum bei einem örtlichen Fachbetrieb zu absolvieren - so wie er es gemacht hat. „Das hat mir wirklich gut gefallen und da habe ich festgestellt: Das ist genau das, was ich machen will.“ Faszinierend findet er es immer wieder, wenn es gut abgesichert, versteht sich - hoch hinaus aufs Dach geht. „Schwindelfreiheit, handwerkliches Geschick und Teamfähigkeit sind in jedem Fall gefragt“, antwortet der Azubi auf die Frage nach wichtigen Eingangsvoraussetzungen. Auch räumliches Vorstellungsvermögen, gute Mathekenntnisse sowie etwas Sportlichkeit können nicht schaden. „Die Haupthebe- und Tragearbeit macht inzwischen der Kran, aber die Ziegel müssen trotzdem noch per Hand von der einen Dachseite zur anderen transportiert werden“, erklärt der Azubi weiter. Aktuell lernen bundesweit rund 7300 Azubis den Dachdeckerberuf eine steigende Tendenz zwar, aber noch zu wenig.


Dachdecker / Gerüstbauer SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 63

Beruf mit besten Perspektiven Ausbildung im Gerüstbauer-Handwerk / Gerüste ermöglichen Arbeit in luftiger Höhe

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as neue Ausbildungsjahr 2020/21 hat zwar bereits begonnen - doch in vielen Betrieben des Gerüstbauer-Handwerks sind noch attraktive Ausbildungsstellen frei. Es ist also noch nicht zu spät, sich zu bewerben und in diesem Jahr mit der Ausbildung zu starten. Die Corona-Pandemie hat sich deutschlandweit auf die Nachwuchssuche ausgewirkt. Ausbildungsmessen und Veranstaltungen fielen aus, Tage der offenen Tür wurden verschoben, viele Praktika konnten nicht stattfinden. Kein Wunder also, dass einige Gerüstbaubetriebe trotz bereits erfolgtem Ausbildungsstart noch auf der Suche nach neuen Azubis sind. Die Kirchenfassade muss saniert, ein Haus neu gebaut, eine Brücke repariert werden. Egal um welchen Auftrag es sich handelt, für sicheres Arbeiten in luftiger Höhe kommen Gerüste zum Einsatz. Diese werden von ausgebildeten Gerüstbauern geplant und aufgestellt. Gerüstbauer haben einen Beruf mit Perspektive, im wahrsten Sinne des Wortes - denn es geht täglich in die Höhe! Gerüstbauteile nach oben zu transportieren, zusammenzubauen und somit einen sicheren Arbeitsplatz für andere zu schaffen, ist der Alltag der Gerüstbauer. Dann genießt man beste Aussichten von seinem Arbeitsplatz aus.Es gibt viele gute Gründe, sich für eine Ausbildung im Gerüstbau zu interessieren.

Gerüstbauer - ein Beruf nicht nur für starke Kerle Foto: ots/ Bundesinnung für das GerüstbauHandwerk

Schon in der Ausbildung wird im Gerüstbau gutes Geld verdient. „Laut Tarifvertrag gibt es 815 Euro im ersten, 1265 Euro im dritten Ausbildungsjahr“, erklärt Marcus Nachbauer, Präsident des Bundesverbands Gerüstbau und Bundesinnungsmeister. Nach erfolgreichem Ab-

schluss hat man sehr gute Aussichten auf eine Festanstellung und auch da oft auf übertarifliche Bezahlung. Nachbauer: „Das Einstiegsgehalt liegt regelmäßig bei bis zu 2800 Euro brutto im Monat.“ Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung

gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Karriereleiter nach oben zu steigen. Wer gerne Teams zu Höchstleistungen führt, kann GerüstbauMontageleiter, Gerüstbau-Kolonnenführer oder sogar Gerüstbauermeister werden. Als Meister kann man sich selbstständig

machen und seinen eigenen Betrieb führen. Selbstverständlich ist bei Gerüstbauern körperliche Fitness eine gute Voraussetzung, aber Muskelpakete müssen die Azubis deshalb nicht gleich sein. Körperkraft allein macht keinen guten Gerüstbauer aus, auch Köpfchen ist wichtig! Bewerber sollten handwerkliches Geschick, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und Mathekenntnisse mitbringen. Daher ist das Gerüstbauer-Handwerk schon lange keine reine „Männerdomäne“ mehr, auch weibliche Azubis sind gefragt. Unter www.geruestbaulehre.de gibt es viele weitere Informationen zum Ausbildungsberuf Gerüstbauer/in sowie ein Online-Bewerbungstool.


Energieversorgung / Recycling SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 64

Ökologischer „Rucksack“ von Müll Energieversorgung wird künftig dezentral gesteuert

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ecycling ist die Aufbereitung und Wiederverwendung von Abfällen für neue Produkte. Die Idee der Wiederverwertung ist nicht neu. Schon bei den alten Römern wurden Altmetalle eingeschmolzen, und vielerorts zogen Lumpen- und Schrotthändler durch die Straßen, um alte Töpfe oder kaputte Kleider zu sammeln. Aber wozu macht man das eigentlich? Etwa 453 Kilogramm Haushaltsabfälle produziert im Schnitt jeder Einzelne in Deutschland pro Jahr – oder umgangssprachlich: Müll. Um sich die Abfallmenge vorzustellen, hier ein Vergleich: Ein schwerer Lastzug in Deutschland darf bis zu 40 Tonnen transportieren und misst maximal 18,75 Meter. Würde man den deutschen „Müllberg“ auf Lastzüge verteilen, bräuchte man 915.000 Fahrzeuge. Aneinandergereiht würden sie ungefähr von Deutschland bis nach Neuseeland reichen. Abfallvermeidung ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zu einem zunehmend wichtigen Thema geworden. Hintergrund ist das Bewusstsein, dass die Ressourcen der Erde begrenzt sind. In der Politik hat sich daher das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung durchgesetzt, auch in der Wirtschaft gewinnt es an Bedeutung. Eine nachhaltige Entwicklung soll sicherstellen, dass auch

Über 49 Kilometer erstreckt sich das Kabelnetz der Elektrizitätsgenossenschaft Hauingen zur Stromversorgung im kleinsten Lörrach Ortsteil. Foto: Peter Ade zukünftige Generationen die Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn Produkte zu Abfällen werden, tragen sie zum einen bereits einen ökologischen „Rucksack“, denn für ihre Herstellung wurden Ressourcen verbraucht, die der Natur entnommen wurden. Zum anderen belastet auch die Entsorgung der Abfälle die Umwelt. Sie müssen behandelt werden, und ein Teil wird dauerhaft gelagert. In einer Studie „Treibhausgasneutrales Deutschland 2050“ wird die technische Machbarkeit für eine vollständig auf erneuerbaren Energien basierende Energieversorgung mit Strom, Wärme und Kraftstoffen dargestellt. Dabei wird deutlich, dass langfristig in einem regenerativen Energiesystem eine stärkere Kopplung von Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarkt zu erwarten ist. Zum Beispiel

durch Elektromobilität, den Einsatz von Wärmepumpen zur Wärmeversorgung oder durch die sogenannte Power-toGas-Technik, bei durch den Einsatz von regenerativen Strom Brenn- und Kraftstoffe (wie Wasserstoff oder Methan) bereitgestellt werden können. Ab dem Jahr 2050 sollen rund 80 Prozent der genutzten Endenergie aus regenerativen Quellen stammen. Nicht immer wird aber der Wind wehen oder die Sonne scheinen, so dass die Stromproduktion stärker schwanken wird. Dies erfordert neue Anforderungen an die Elektronik, die immer ausgefeilter wird. Ein Elektroauto ist zum Beispiel erst zu dem Zeitpunkt aufgeladen, wenn es auch tatsächlich benötigt wird. In der Zeit dazwischen dient die Autobatterie als Stromlieferant. Die Energieversorgung wird zukünftig stärker dezentral vor Ort gesteuert. (pad)


Werbung / Grafik / Druck SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 65

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Präzise Arbeit in einer modernen Druckerei. Foto: Archiv

Fantasie, Kreativität und Technikfreude Grafisches Gewerbe: Das Hobby zum Beruf machen

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ine Ausbildung im Bereich Design/ grafisches Gewerbe fordert Fantasie, Kreativität und technisches Verständnis. Viele junge Menschen machen ihre Leidenschaft und ihr Hobby zum Beruf mit der passenden Ausbildung im Bereich grafisches Gewerbe. Hier dreht sich alles rund um Fotografie, Design, Bildbearbeitung und -verarbeitung, Optik und Funktionalität. Mit einer Ausbildung im grafischen Gewerbe kann man unterschiedliche Berufswege beschreiten und in verschiedenen Berufsfeldern arbeiten. Vielleicht entwirft man in Zukunft ein Cover einer großen Modezeitschrift oder man leitet die Gestaltung einer Marketingkampagne. Vielleicht bietet sich für diesen Bereich eine Ausbildung als Gestalter oder Werbekaufmann an. Außerdem kann man Grafiken und Designs für Kleidung und Schuhe erstellen und Teil der Modewelt werden - dann ist wohl die Ausbildung als Designer die richtige Wahl. Als Fotograf, Designer oder

Grafiker geht man auf Kundenwünsche ein und steht den Kunden mit Rat und kreativen Ideen zur Seite. Das Druckwesen - synonym auch Polygraphisches Gewerbe - stellt den Oberbegriff für Produkte, Betriebe und Berufe aus dem Bereich der Herstellung von Druckwerken dar. Zum Zweig Druck gehören beispielsweise Verlage und Druckereien aus den Bereichen Buchund Zeitungsdruck oder dem Werbemitteldruck. Das Druckwesen ist primär die Druckindustrie. Daneben existieren Spezialdruckereien (zum Beispiel Kunstdruck). Auch Handwerksberufe wie Buchinder und Künstler wie Buchmacher und Handpressendrucker gehören zum Druckwesen. Neuerdings werden auch Anbieter digitaler Kopierstudios (Kopierservice, Kleindruck) oder Hersteller von Stempeln zum Druckgewerbe gezählt. Wie jeder andere Wirtschaftszweig funktioniert die Werbung nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage. Das Angebot ist in diesem Fall jedoch

nur schwer zu verkaufen: Es ist eine Werbung für ein Produkt, und Werbung ist - trotz gegenläufiger Zahlen - in der Meinung vieler immer noch negativ besetzt. Das wissen auch die Werbeschaffenden. Sie müssen die Werbung attraktiv gestalten, so dass sie unterhält und neugierig macht. Das oberste Ziel der Werbung ist es, Aufmerksamkeit zu wecken. Ein paar Sekunden Aufmerksamkeit – das ist der maximale Preis, den ein Zuschauer bereit ist, für eine gute Werbung zu zahlen. Die Hersteller eines beworbenen Produkts wollen, dass es wahrgenommen und für ein paar Sekunden in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des Verbrauchers gerückt wird. Genau hier liegt das Problem beziehungsweise die Herausforderung für die gesamte Werbeindustrie, denn diesen Moment Aufmerksamkeit beansprucht jedes beworbene Produkt für sich und wo viele schreien, werden nur wenige gehört. (pad)

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Friseur SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 66

Verlangen nach Neuanfang C Die aktuellen Trend-Looks Herbst/Winter 2020/2021 orona hält die Welt in Atem. Doch obwohl, oder vielleicht auch weil, die Welt Kopf steht, liegt eine flirrende Aufbruchstimmung in der Luft. Das Verlangen nach einem Neuanfang, Neugierde auf eine bessere Zeit danach, die neue Normalität. Die Trendkollektion Herbst/Winter 2020/21 des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) versprüht neue Energien und verhilft zu einem neuen Ich. Während manche Trends zeitlos bleiben, sind andere im nächsten Moment schon wieder out. Einige Trends kommen allerdings immer wieder und feiern ihr Comeback.

Die Aufhellung der Längen und Spitzen unterstreicht zudem den rausgewachsenen Look und gibt der Trendfrisur Tiefe.

Rooted Blonde

Brit Back

Der Kurzhaarschnitt erreicht durch seine rausgewachsene Optik Weichheit und Flexibilität. Die Seiten- und Nackenpartien werden im soften Undercut geschnitten, das längere Deckhaar fällt natürlich darüber. So entsteht ein softer, femininer Look. Viel Textur im Deckhaar sorgt für Volumen und absolute Wandelbarkeit.

Auch der kurze Männerhaarschnitt spielt mit der Idee der etwas rausgewachsenen Haare. Wichtig für diesen Look sind die vollen, längeren Konturen und die ausgeprägte Ponypartie. Der gesamte Haarschnitt ist sehr stark strukturiert und wirkt durch die softe Aufhellung der Spitzen jung und ultra-modern. Die Neuinterpretation des

und Spitzen machen die Locken plastischer und geben Tiefe und Volumen.

Neo-Classic

New Grunge Ein bisschen ungemachter und lässiger zeigt sich der Kurzhaarschnitt in der zweiten Stylingvariante. Hierfür wird das Deckhaar mit einem Stylingeisen gewellt und mit Hilfe eines Spraywaxes aufgerissen und seitlich ins Gesicht frisiert. Auch hier sorgt die BalayageTechnik für Tiefe und unterstützt die Struktur. Der Trendcut in der undone Curly-Edition verleiht seiner Trägerin einen rockigen Touch und ist die perfekte Ausgeh-Frisur.

Locken bleiben auch in dieser Saison der Trend bei den Männern. Ob temporär mit dem Stylingeisen oder für die mutigeren mit einer permanenten Umformung, durch das überlange Deckhaar ist der Haarschnitt prädestiniert für ein lockiges Styling. This is New Wave. Foto: Zentralverband Friseurhandwerk Brit-Pop-Looks!

Easy Ride In der zweiten Stylingvariante zeigt sich die Wandelbarkeit des kultigen Haarschnittes. Hier wird die natürliche Bewegung der Haare mit einem Styling-Clay unterstützt. Für einen lockeren, ungemachten Look die Haare einfach lässig aus dem Gesicht frisieren. Absolut alltagstauglich und easy to wear...

French Cut An French-Hair kommt man diese Saison nicht vorbei. Typisch für den French-Style ist die stark durchgestufte Schlüsselbein-Länge kombiniert mit einem vollen Pony.

Dieser reicht bis über die Augenbrauen und kann dadurch auch lässig zur Seite gestylt werden. Der French Cut lebt vom Pony! Auch beim FrenchCut sind die Ansätze für noch mehr Dynamik dunkler coloriert und die Längen und Spitzen aufgehellt und in einem metallischen Goldkupferton eingefärbt.

Glam Curls Let’s make curls great again. Der French Cut funktioniert auch in der lockigen Variante hervorragend. Locken sind nach wie vor im Trend und durch den stark durchgestuften Haarschnitt ist eine voluminöse, runde Form möglich. Die aufgehellten Längen

Die Undercut-Variante für den Mann wird diese Saison neu interpretiert. Das Deckhaar zeigt viel Länge und wird konkav geschnitten. Im Kontrast dazu stehen die sauber und kurz geschnittene Seiten- und Nackenpartie, bei der bewusst auf ein Fading verzichtet wird. Für den NeoClassic-Look wird das Deckhaar volumig aus dem Gesicht gestylt und einzelne Strähnen seitlich ausgearbeitet, um einen zeitgemäßen Look zu kreieren. Ein Spiel mit Kontrasten!

New Wave Locken bleiben auch in dieser Saison DER Trend bei den Männern. Ob temporär mit dem Stylingeisen oder für die mutigeren mit einer permanenten Umformung, durch das überlange Deckhaar ist der Haarschnitt prädestiniert für ein lockiges Styling. This is New Wave.

New Energy Als Kontrastprogramm zum unaufgeregten Natural-Look zeigt sich die zweite Styling-Variante bewusst provokant. Die kleinen, mit Heißwicklern erstellten, Locken, zitieren die 80er Jahre. Nicht Beach Waves sondern Rock Curls sind hier die Devise. Jung, provokant, mutig...eben New Energy.


Optiker / Hörgeräteakustiker SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 68

Vorsicht bei Fertigbrillen

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Für viele Menschen ist sie ein unverzichtbares modisches Accessoire: die Sonnenbrille. In erster Linie soll sie die Augen aber vor schädlicher Ultravioletter-Strahlung schützen. Die Tönung der Gläser schützt zwar vor Blendung, aber nicht vor UVStrahlung. Im Gegenteil weitet sich die Pupille bei dunklen Gläsern, sodass unter Umständen noch mehr UV-Licht ins Auge dringen kann. Die Bezeichnung „UV 400“ im Brillenbügel oder auf dem Etikett gibt an, dass die Brille UV-Strahlung (mit einer Wellenlänge unter 400 Nanometern) filtert und somit vor lichtbedingten Schäden am Auge schützt. Übrigens: Auch normale, ungetönte Brillengläser mit Sehstärke sind inklusive UV-Filter beim Augenoptiker erhältlich.

Wenn das Hören anstrengt Moderne Hörsystem können das Wohlbefinden wieder herstellen

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issenschaftliche Untersuchungen belegen den weitreichenden Einfluss der Höranstrengung auf das Wohlbefinden. Schon minimale Einschränkungen der Hörleistung, die von den Betroffenen selbst nicht bemerkt werden, erhöhen die Anstrengung beim Hören deutlich. Moderne Hörsysteme können effektiv auf die persönliche Hörsituation eingestellt werden, Abhilfe schaffen unddas Wohlbefinden wieder herstellen. Aufmerksamkeit und Konzentration gehören unmittelbar mit dem guten Hören zusammen. Jeder kennt Situationen, in denen es wichtig ist, akustische Informationen zu verstehen, um sich zu orientieren, zu lernen oder zu reagieren. Kommen noch Nebenge-

Wer nicht mehr gut hört, ist besonders in größeren Gesprächskreisen schnell ausgeschlossen. Foto: FGH räusche, Zeit- oder Leistungsdruck hinzu, steigen die Belastungen unter Umstän-den erheblich. Das bleibt nicht folgenlos: erhöhter Stresspegel, vermindertes Leistungs-vermögen, Kopfschmerzen, vorzeitige Ermüdung, Stimmungsschwankungen oder Unzufriedenheit bis hin zur Depression. Die Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung werden jedoch

nicht immer sofort erkannt. Denn auch bei normalen Gesprächen ist die Verständlichkeit selten gleichbleibend und die kognitive Belastung unterschiedlich hoch. Anstrengungen beim Hören gehören bis zu einem bestimmten Grad zum tägliche Leben dazu und begleiten jede Art von Kommunikation. Die Begleitsymptome werden als gegeben hin-

genommen und auf eine schlechte Tagesform, das Wetter oder den Umstand zurückgeführt, dass die anderen einfach zu leise und zu undeutlich sprechen. Werden nun durch Hörminderungen wichtige Informationen nicht mehr oder nur noch teilweise übertragen, ist das Gehirn permanent und immer stärker gefordert, diese zu interpretieren und sinnvoll verständlich zu machen. Die anhaltende und im Lauf der Zeit zunehmende Belastung kann unterschiedliche chronische Als Hörexperten vor Ort stehen allen Interessierten deutschlandweit die Partnerakustiker der Fördergemeinschaft Gutes Hören zur Verfügung. Einen Fachbetrieb in der Nähe findet man unter www.fgh-info.de


Orthopädietechnik SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 69

Sanitätshäuser sind systemrelevant Hilfsmittelleistungserbringer fordern im Wahljahr mehr Anerkennung

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Knapp 25 Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland benötigen eine Versorgung mit Hilfsmitteln, die ihnen Teilhabe und Lebensqualität ermöglichen. Sie vertrauen auf eine wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung, die dem Stand der Technik entspricht. Mit dem Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT), der EGROH eG, Reha-Service-Ring, rehaVital Gesundheitsservice GmbH und Sanitätshaus Aktuell AG haben fünf maßgebliche Spitzenverbände und Zusammenschlüsse von Hilfsmittelleistungserbringern ihre Kräfte gebündelt und vier Schwerpunkte für den Bundestagswahlkampf 2021 definiert, die von der nächsten Regierungskoalition besonders dringend umgesetzt werden sollten. Dazu gehören die Anerkennung als systemrelevanter Versorgungsbereich, der Abbau überbordender Bürokratie, die Festschreibung von Leitverträgen für transparente Versorgungsstandards sowie die effektive Digitalisierung. Die fünf Organisationen vertreten mehr als 120.000 Mitarbeiter und 8000 Leistungserbringer der Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik, Reha-Technik und Homecare. Nicht zuletzt in der Corona-Krise hat sich eine funktionierende, wohnortnahe Hilfsmittelversorgung als eines der zentralen Elemente im Gesundheitswesen

Um weiterhin eine wohnohrtnahe und qualitätsgesicherte Versorung anbieten zu können, fordern die Hilfsmittelleistungserbringer die Anerkennung als systgemrelevanter Versorungsbereich, den Abbau von Bürokratie, die Festschreibung von Leitverträgen Foto: BIV-OT sowie die effektive Digitalisierung. erwiesen, um beispielsweise Krankenhausaufenthalte zu verkürzen, Handicaps auszugleichen oder Folgeerkrankungen beziehungsweise drohender Behinderung vorzubeugen. In der Pandemie kristallisieren sich jedoch ebenso die wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahre für eine qualitätsgesicherte Hilfsmittelversorgung heraus. Daraus resultieren vier Themenbereiche, die BIV-OT, EGROH, RehaService-Ring, rehaVital und Sanitätshaus Aktuell in den Bundestagswahlkampf 2021 hineintragen wollen. In einem gemeinsamen Dossier weisen die Vereinigungen zudem auf die daraus folgenden politischen Konsequenzen hin. Die Hilfsmittelversorgung soll als systemrele-

vant definiert und Mitbestimmung gesichert werden. Für eine reibungslose Versorgung benötigen die Leistungserbringer rechtssicher Zugang zu den entsprechenden ambulanten und stationären medizinischen, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen sowie ebenfalls zu persönlicher Schutzausrüstung (PSA), Schnelltests, Impfstoff und nicht zuletzt Notbetreuung für die Kinder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine ausdrückliche Anerkennung als systemrelevanter Versorgungsbereich auf allen Ebenen des Systems der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und die Einbindung in Unterstützungsmaßnahmen sind deshalb unabdingbar. Dazu zählt die unbürokratische Übernahme der

PSA-Kosten. Für die Zukunft sollten Gesundheitshandwerk und Hilfsmittelleistungserbringer in die Strukturen der Selbstverwaltung des Gesundheitswesens eingebunden und wie Ärzte, Krankenkassen und Patientenvertretungen gleichberechtigt an den Entscheidungen über Versorgungsplanung und -gestaltung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beteiligt werden. Nach dem Willen des Gesetzgebers sollen das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) sowie Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen sichern und einen Preiswettkampf auf dem Rücken der Versicherten verhindern. Die

Aufsichtsbehörde, das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS), bestätigt diese mangelhafte Umsetzung des gesetzgeberischen Willens. Mehr als 1000 verschiedene Verträge in der Hilfsmittelversorgung sorgen für weitgehende Intransparenz, was letztlich den Patienten ihr verbrieftes Wahlrecht des Leistungserbringers erschwert sowie hohen administrativen Aufwand bedeutet. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen wird ohne frühzeitige Einbindung der Hilfsmittelversorgung nur Stückwerk bleiben. Gerade vor dem Hintergrund einer interdisziplinären Versorgung ist aber entscheidend, den Lese- und Schreibzugriff auf alle für die Hilfsmittelversorgung relevanten Versicherteninformationen in der elektronischen Patientenakte gesetzlich zu verankern.


Bäcker / Müller SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 70

Feines aus dem Fachgeschäft

Backwaren bleiben sehr beliebt / „…von menschlichem Können getragen“

B

ackwaren bleiben sehr beliebt / „… von menschlichem Können getragen“ The German Bread“ neben Sauerkraut, Bratwurst und Bier sind wir Deutschen vor allem für das Bäckerhandwerk zumindest im Lebensmittelsektor - bekannt. Bei einem Blick ins Brotregister des Zentralverbands des Deutschen Brothandwerks, das mittlerweile 3200 verschiedene Brotspezialitäten auflistet, ist dies auch nicht verwunderlich. Doch wie kommt es zu der Vielfalt? Und natürlich auch die Frage: Lohnt es sich in der heutigen Zeit noch, dieses traditionelle Handwerk zu erlernen? In Deutschland kommt Brot auf jeden Tisch. Egal ob als Brotzeit, Abendbrot, Pausenbrot oder Vesper. Die Geschmäcker der verschiedenen Regionen sowie die Verarbeitung saisonaler Produkte und natürlich auch die neuesten Trends führen zu einer enormen Vielfalt. Hier sind die Bäcker am Zahn der Zeit. Und auch immer stärker auftretende Unverträglichkeiten sowie veränderte Essgewohnheiten werden berücksichtigt. Daher ist

stuben noch sehr viel mit den Händen geformt - eben echte Handarbeit, bei der alle Schritte mit den kompletten Sinnen von Fühlen, Schmecken und Riechen bis zum fertigen Produkt miterlebt werden. Natürlich müssen Bäcker früher aufstehen als andere. Wer sich jedoch an den Rhythmus gewöhnt hat, weiß schnell die Vorteile eines frühen Feierabends zu schätzen. Gerade im Sommer bietet es sich an, doch auch mal die Mittagsruhe am See oder im Freibad zu genießen.

Landrätin Marion Dammann mit Obermeister Fritz Trefzger Foto: Peter Ade

Müllerhandwerk

es also kein Wunder, dass die deutsche Brotkultur 2014 ins Verzeichnis des Kulturerbes aufgenommen wurde. Damit gehört Brot zur „Vielfalt der kulturellen lebendigen Ausdrucksformen, die von menschlichem Können getragen werden“ und gilt als besonders schützenswert. Trotz wachsender Konkurrenz durch Super-

märkte, Discounter und Backshops bevorzugen die meisten Konsumenten die traditionelle Ware aus dem Fachgeschäft des Bäckers. Bei einem durchschnittlichen jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 45 Kilogramm erzielen herkömmliche Bäckereien in etwa die Hälfte der Umsätze. Statistiken zufolge lag der mengenmäßige Export von Backwaren aus Deutschland im Jahr 2019 bei rund 586 700 Tonnen. Nicht nur unsere europäischen Nachbarn schätzen die deutsche Brotkultur. Mittlerweile gewinnt „The German Bread“ auch in den USA und in Teilen Asiens immer mehr an Beliebtheit. Sogar auf der indonesi-

schen Insel Java werden deutsche Brotbackkurse angeboten. Die Bäckerinnung Lörrach zählt derzeit 14 selbständige Mitgliedsbetriebe mit insgesamt rund 50 Auszubildenden. Wer sich für eine Ausbildung als Bäcker entscheidet, kommt nicht nur in ein kreatives, facettenreiches Arbeitsumfeld, sondern hat auch Perspektiven, zum Beispiel in Richtung Selbständigkeit. Ideal ist der Beruf für Menschen, die lieber mit den Händen etwas erarbeiten als am Schreibtisch zu sitzen. Einige Maschinen – zum Beispiel Teigabwieger - erleichtern Bäckern inzwischen die Arbeit. Trotzdem wird auch in modernen Back-

Im dualen Ausbildungssystem kann der artverwandte Beruf des Müllers erlernt werden kann. An Müllerschulen erwerben die Auszubildenden alle Kenntnisse, die auf einen Industriebetrieb ausgerichtet sind. Das Arbeiten mit Wind- und Wasserkraft sowie mit traditionellen Mahlverfahren zur Herstellung von verkehrsfähigen Mühlenprodukten, wie das Mahlen mit Mühlsteinen, sind heute im Lehrplan nicht mehr zu finden. Das Erlernen derartiger Techniken erfolgt nur noch in einigen Handwerksmühlen, die sich der Tradition verpflichtet sehen. Nur noch rund 50 Mühlen von ehemals etwa 50.000 im Land nutzen die Antriebstechniken Wind- beziehungsweise Wasserkraft und halten das traditionelle Müllerhandwerk am Leben. (pad)


Metzger / Catering / Partyservice SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 71

Das Tierwohl im Blick

Maßnahmen werden von Kunden zu wenig honoriert

D Den Metzgereien fehlen in der Corona-Krise die Umsätze aus Catering und Partyservice sowie von Festen.

Fleischerhandwerk sichert Versorgung Umsatz durch Catering fehlt

E

s sind gerade die Betriebe des Lebensmittelhandwerks, die Fleischer und Bäcker, die in den aktuellen Krisenzeiten rund um das Corona-Virus eine Versorgung der Bevölkerung mit frischen und regionalen Lebensmitteln garantieren. Der Präsident des Deutschen Fleischer-Verbandes, Herbert Dohrmann: „Unsere 12.000 Betriebe des Fleischerhandwerks mit mehr als 7000 Filialen sorgen dafür, dass die Menschen auch in dieser Situation alles haben, was sie zum Leben brauchen. In den Handwerksbetrieben arbeiten die Unternehmer und viele Mitarbeiter hart dafür, dass die Menschen jeden Tag gute Lebensmittel bekommen.“ Viele Fleischereien haben sich zu Beginn der Krise im vergangenen Frühjahr schnell umgestellt und bieten zusätzlich Lieferdienste für frische Produkte und fertige Essen für Menschen an, die nicht einkaufen gehen können oder dürfen. Von großem Wert sind

vor allem auch kurze und nachvollziehbare Transportwege. Weder Rohstoffe noch Produkte werden im Handwerk über weite Strecken transportiert, sondern werden aus der Region für die Region produziert und vermarktet. Das ist schon zu normalen Zeiten ein großer Vorteil, aber gerade jetzt leistet das einen zusätzlichen Beitrag zur Eindämmung der Verbreitung des Virus und hilft letztlich auch dabei, wichtige regionale Wertschöpfungsketten aufrecht zu erhalten. Schwierigkeiten bekommen derzeit Fleischereien, die sich besonders stark auf den Partyservice oder auf das Catering von Veranstaltungen spezialisiert haben. Hochzeiten im kleinen Kreis, keine Familienfeiern wie Hochzeiten, Taufen, Kommunion oder Konfirmation. Keine Grillwurst auf dem Fußballplatz oder beim Straßenfest - der fast völlige Stillstand des öffentlichen Lebens führt bei einigen Unternehmen zu massiven Umsatzeinbrüchen.

as Thema „Wohl der Tiere“ wird von den Betrieben des Fleischerhandwerks als zunehmend wichtig angesehen. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung, die der Deutsche FleischerVerband im Oktober 2020 bei seinen Mitgliedern durchgeführt hat. Ziel der Befragung war es, die Einstellung der handwerklich produzierenden Fleischer zum Thema „Wohl des Tieres“ zu ermitteln und zu erfragen, welche Maßnahmen bereits heute vom Fleischerhandwerk in diesem Zusammenhang ergriffen werden oder geplant sind. Betont wurde dabei, dass es in der Befragung weniger um den reinen Tierschutz gehen sollte, sondern vielmehr um Maßnahmen, die gesellschaftlich gefordert werden, um den Tieren ein besseres Leben zu er-

möglichen. Etwa zwei Drittel der Betriebe gehen davon aus, dass die Relevanz des Themas für ihren Betrieb weiter zunehmen wird. Etwa die Hälfte bezeichnen sich als bereits sehr gut aufgestellt. Insbesondere sind dies Fleischereien, die selbst schlachten. Diese Betriebe haben einen festen Bezug zum Landwirt und können den gesamten Prozess von der Mast über den Transport bis zur Schlachtung selbst steuern und kontrollieren. Verbesserungspotential wird von dem Rest der Betriebe insbesondere in der Auswahl der Lieferanten und der Schulung eigener Mitarbeiter gesehen.

Kontakt zu Landwirten hat großen Einfluss Als besonders gut werden Maßnahmen zur

Steigerung des Wohls der Tiere genannt, die durch den persönlichen Kontakt zum Landwirt beeinflusst werden können, etwa alternative Haltungsformen, zum Beispiel die Haltung auf Stroh, eine Betäubung bei der Kastration oder Änderungen bei der Haltung im Kastenstand. Als weniger wirkungsvolle Maßnahmen für Handwerksbetriebe werden verpflichtende Tierwohlabgaben, Siegel, die Ebermast oder Videoaufnahmen bei der Schlachtung angesehen. Als Gründe für die schon jetzt hohen Ansprüche an das Wohlergehen der Tiere werden fast ausschließlich eigene Qualitätsansprüche und ethische Gründe genannt. Beklagt wird, dass getroffene Maßnahmen oftmals zu wenig von den Kunden honoriert werden.


Goldschmied SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 72

Schmuckstück statt Urlaub A Die Menschen haben auch in der Pandemie das Bedürfnis sich zu schmücken

uch inmitten der Corona-Pandemie ist das Bedürfnis sich zu schmücken, nach wie vor da. Statt des Urlaubs werde sich in der aktuellen Situation ein schönes Schmuckstück außer der Reihe geleistet, war die Erfahrung einer Weiler Goldschmiedin im vergangenen Herbst. Gefragt sei insbesondere alltagstauglicher Schmuck, denn die Schmückstücke werden längst nicht mehr nur zu besonderen Anlässen getragen. Zu den Tätigkeiten der Goldschmiede gehört nicht nur das Fertigen von individuell auf die Kunden zugeschnittenen Schmuckstücken. Auch das Umarbeiten von Schmuck und Reparaturen gehören zur vielseitigen Arbeit der Goldschmiede. „Das GoldschmiedeHandwerk ist ein wahn-

Kreativität und Fingerspitzengefühl sind gefragt. Foto: Alexander Anlicker sinnig schönes Handwerk“, sagt beispielsweise

Alina Plücken, die in Lörrach das GoldschmiedeAtelier betreibt. Schön seien nicht nur die Ausgangsmaterialien wie Gold, Silber, Palladium, Platin oder Edelsteine, sondern auch die Tatsache, dass die fertigen Schmuckstücke ihren Besitzern Freude bereiten. Die Kombination aus Kreativität, klassischem Handwerk und schönen Materialen machen die Faszination der Goldschmiede-Kunst aus. Es ist eigentlich ein „altes“ Handwerk, die meisten Arbeitsschritte und Techniken, wie Schmelzen und Gießen, Löten, Sägen, Feilen und Bohren sind über Jahrhunderte hinweg gleich geblieben. Es werden aber auch tecnische Innovationen aus anderen Bereichen

übernommen, etwas aus dem ZahntechnikerHandwerk. Neben den klassischen Gasbrenner zum Löten haben in vielen Werkstätten auch Laserschweißgeräte Einzug gehalten. Anders als beim Löten, wo ein Lot mit einem niedrigeren Schmelzpunkt zum Einsatz kommt, wird beim Laserschweißen das Ursprungsmaterial verflüssigt. Die Naht ist hinterher unsichtbar. Auch 3D-Drucker sind zwischenzeitlich in Goldschmiedewerkstätten zu finden, auch wenn die meisten Goldschmiede doch die Handwerkskunst hochhalten und es vorziehen die kunstvollen Schmuckstücke mit eingenen Händen zu entwerfen und zu fertigen.

Schmucktrends Die Schmuckstücke dürfen Größe zeigen, sollten dabei jedoch Ruhe ausstrahlen, beschreibt der Bundesverband Schmuck + Uhren die aktuellen Trends. „Schmuck darf künstlerisch sein, Bearbeitungsspuren aufwei-

sen und zeigen, dass er von Menschenhand gemacht wurde. Buy local wird zu produce local. In Goldschmieden und Manufakturen angefertigte Stücke bieten die Chance, sich gegen Massenware abzuheben. Nicht nur der materielle Wert, sondern auch Einzigartigkeit und Besonderheit werden wertgeschätzt. Sich etwas gönnen bedeutet auch, ein Stück Luxus von bleibendem Wert zu erhalten und es mit ideeller Bedeutung zu versehen“, heißt es in einer akutellen Mitteilung des Verbands. Während beim Modeschmuck die Ringe wieder größer und auffalender werden, sind bei Trauringen nach wie vor schmale Formen, für sie mit Diamanten besetzt, für ihn etwas breiter, gefragt. Nach wie vor angesagt ist eine Kombination aus schmalen Ringen, so werden beispielsweise Verlobungsring, Trauring und ein Memory Ring - ein mit Diamanten besetzter Ring, bei dem jeder Edelstein eine Erinnerung symbolisiert - an einem Finger getragen.

Egal ob Sägen, Feilen, Bohren, Biegen oder Löten - das Goldschmiedehandwerk verlangt eine ruhige Hand und viel Geschick. Fotos: Alexander Anlicker

Handwerk 2021  

Handwerk 2021