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Gewusst Einkaufen und Genießen im Badischen

In 50.000 Haushalten von Basel, Bettingen, Riehen, Rheinfelden, Muttenz, Augst, Kaiseraugst, Magden, Möhlin, Birsfelden, Binningen, Pratteln, Giebenach, Frenkendorf.

Begegnungen

Neun Tage Zeit für einen Gang über die Regio-Messe Lörrach Seite 4

März 2019


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Vorneweg

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essen sind keine Selbstläufer, das weiß Basel zur Genüge. Sehr bemerkenswert ist deshalb, wie anhaltend erfolgreich die Messe Lörrach ihre Regio-Messe führt � es ist bereits die 36. Ausgabe, die am 16. März eröffnet wird und neun Tage lang zum Besuch einlädt. we Claassen war lange Jahre Motor der Regio-Messe. Seit 2016 führen seine langjährigen Mitarbeiter Natalia Golovina und Thomas Platzer Regie. Auch sie setzten auf umsichtige Bürger. Denn kämen die 60.000 erwarteten Besucher größtenteils im Auto, könnten die Folgen für die Luft gewiss zum Thema werden. Doch vom 16. bis 24. März 2019 werden sehr viele auf dem Fahrrad kommen und vor allem: mit der S 5 aus Weil am Rhein und insbesondere mit der S 6 aus Riehen, aus Basel und den angrenzenden Kantonen. enn das ist ja keine große Sache: vom Messe-Bahnhof hundert Schritte zur Messe spazieren! DIE REDAKTION

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Seite 5 Kulturtipps

Jazz, Rock und Guggemusik in Lörrach

Genuss mit Ausblick

Einkehr im Berghaus Hohe Flum

Spaziergang in Kandern Eine Erinnerung an August Macke

Hinter den Kulissen

Neugierig in die Lokschuppen der Kandertalbahn

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Rangers unterwegs

Kundiges Personal im Landschaftspark Wiese

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Raritäten

Naturparks schauen auf Wildbienen

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Lörrach erkunden

Neugierig zu Stadtführungen. Bis zum Jahr 1967 hat das 6er-Tram den Zoll Riehen überquert und ist durch Lörrach hindurch bis zum Hauptbahnhof gefahren. Welche Geschichten sich in Lörrach mit dem Tram verbinden, wie begeistert zum Beispiel im November 1919 die erste Fahrt gefeiert worden war – das erzählt Gästeführer Friedbert Dorer am Samstag, 23. März während eines Spaziergangs von der Grenze entlang der ehemaligen Trasse bis hinein in die Stadtmitte. Treffpunkt ist um 15 Uhr beim Gast-

haus „Zollstüble“, der früheren „Haltestelle Grenze“. „Trämli-Geschichte“ ist eine von 30 Stadtführungen, die Lörrach 2019 zu unterschiedlichsten Themen anbietet. Die Broschüre „Stadterkundler und Ausschwärmer“ enthält alle Themen und Termine – man kann zum Beispiel einzelne Stadtteile kennen lernen, bedeutende Frauen, die Röttler Burg oder den Skulpturenweg in der Innenstadt. Zudem sind in

der Broschüre die Termine der Führungen und Gruppenangebote des Dreiländermuseums nachzulesen. Neu ist der zusätzliche Teil „Ausschwärmer“. Hier sind die Termine der großen

wiederkehrenden Veranstaltungen in Lörrach aufgeführt. Der „Stadterkundler und Ausschwärmer“ liegt aus bei der Touristinformation Lörrach (Alter Marktplatz).

So war‘s: Das 6er-Tram führte über die Grenze bis in die Stadtmitte von Lörrach. 1967 wurde die Verbindung aufgehoben, die Schienen sind entfernt. (Foto: Stadtarchiv)


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Lörrach erwartet 60.000 Besucher.

Alles bereit zur Regio-Messe „Vom Vintage verweht“ (oben) und Oldtimer: beliebte Themen bei der Regio-Messe.

Drei Wochen sind es noch, bis die Regio-Messe Lörrach wieder ihre Tore öffnet. Die 36. RegioMesse Lörrach beginnt am Samstag, 16. März und dauert bis Sonntag, 24. März. Um die 60.000 Besucher werden erwartet. Bis Redaktionsschluss hatten sich etwa 400 Aussteller angemeldet. Die Geschäftsführung der Messe Lörrach mit Natalia Golovina und Thomas Platzer rechnet letztlich mit derselben Ausstellerdichte wie in den Jahren zuvor. Auch die Ausstellungsfläche ist gleich groß geblieben: rund 29.000 Quadratmeter. Dieses Jahr werden um die 60.000 Besucher erwartet. Die traditionellen Themen findet der Besucher, so Bauen, Renovieren, Energietechnik, Hauswirtschaft, Wohnen, Bauernmarkt, Gourmessa, Gesundheit und Naherholung. Doch waren Golovina und Platzer 2019 noch mehr als in den Jahren davor darum besorgt, die Messe an neueste Trends anzupassen. So können

die Besucher wie gewohnt durch die Hallen und über das Freigelände flanieren, leckere Spezialitäten degustieren. Sie erleben aber auch neue spannende Themen. Höhepunkt sind die Sonderschauen „Lörrach Innovativ meets Smart Life“, „Vom Vintage verweht“ und die Spezialveranstaltungen in der Stagecom-Showhalle. Parallel zur Regio-Messe gibt es wieder die beliebten Autoschauen. Die Oldtimer-Messe Oldierama (1. Wochenende, 16. und 17. März) und das USCars, Bikes & Kustom (2. Wochenende, 23. und 24. März) finden wie gewohnt auf dem benachbarten Lauffenmühle-Areal statt. Info Die REGIO-Messe ist vom 16. bis 24. März von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Ort: Regio-Freizeitpark, Beim Haagensteg 5 in Lörrach (unmittelbar neben der S-Bahn-Haltestelle LörrachHaagen/Messe). Eintritt 8 Euro, ermäßigt 6, Familien 16 Euro.

„Hock e weng do ane“ in der Regio-Messe Lörrach.


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Ganz schön schräg.

Seit 2001 lockt die Narrengilde Lörrach mit der Gugge-Explosion Einheimische und Gäste in die Stadtmitte. Der Termin 2019 ist Samstag, 2. März, Beginn um 11 Uhr � es ist ein ganz besonderer Einkaufssamstag in Lörrach und zugleich Auftakt der Straßenfasnacht in der Stadt. Um die 14 Stunden lang spielen Mu-

siken auf sechs Bühnen der Innenstadt. Bei Einbruch der Dunkelheit ziehen die Gruppen in einem Corso durch die Mitte, danach gehen die Konzerte auf dem Alten Markt und vor dem REWE-Markt weiter. Rund 40 Gugge sind dabei. Von ihnen 13 fahren aus der Schweiz nach Lörrach. www.gugge-explosion.de

Joe Jackson

Das Programm des Festivals STIMMEN 2019 füllt sich weiter. Gebucht ist jetzt auch Joe Jackson. Er tritt am 17. Juli im Burghof Lörrach auf die Bühne. Joe Jackson feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bühnenjubiläum und lässt es zusammen mit seiner Band richtig krachen � dabei das neue Album „Fool“, das Komödien und Tragödien des Lebens nachspürt. www.stimmen.com

Joe Jackson

blue note all stars n.y.

Dimitry Baevsky

Am Freitag, 22. März (20.30 Uhr) gastieren im Jazztone Lörrach die „blue note all stars n.y.“. Es ist eine mit Stars gespickte Formation – mit Joe Magnarelli (Trompete), Dimitry Baevsky (Altsaxophon), Jeb Paton (Piano), Fabien Marcoz (Bass) und Bernd Reiter (Drums). Zu hören: der Sound des legendären Plattenlabels. www.jazztone.de


ZumTanzen in die „Kutscherstube“ Wo kann man sich denn noch zum Tanzen treffen? In der „Kutscherstube“ in Weil am Rhein, eine Adresse mit langer Tradition. Jetzt hat Anica Sibonjic das Tanzlokal „Kutscherstube“ übernommen und sich damit einen Traum erfüllt: Junge und jung Gebliebene sollen bei ihr tanzen können, nette Leute kennenlernen und einfach ihren Spaß haben. Mit großer Freude bereitet Anica Sibonjic das Programm vor: Jeden Monat gibt es eine besondere Party, die immer wieder einem anderen Land gewidmet ist. Das Tanzlokal „Kutscherstube“ in der Hauptstraße 216 von Weil am Rhein ist geöffnet: Mittwoch 20 bis 24 Uhr, Freitag und Samstag 20 bis 3 Uhr und Sonntag 20 bis 2 Uhr.

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www.tanzlokal-kutscherstube.eu


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Zur Hohe Flum hinauf

Wir kehren ein im erhaben gelegenen Berghaus-Restaurant beim erfahrenen Wirtepaar Huber. Wir kommen nicht zum ersten Mal hinauf zum Hotel Berghaus Hohe Flum, oberhalb von SchopfheimWiechs. Dafür gibt es zwei gute Gründe. Der erste sind die angenehmen Gastgeber: Sven Huber und seine Frau Barbara Huber-Sarasin. Der zweite Grund ist die Lage des Hauses oben auf dem Dinkelberg mit äußerst großzügigen Ausblicken in den südlichen Schwarzwald.

Wo wir sind? Es kennen sich viele Schweizer Nachbarn sehr gut auf badischer Seite des Hochrheins aus. Für die anderen in Kürze: Der Dinkelberg ist das Hochplateau zwischen Hochrhein und Wiesental

und die Hohe Flum ein Aussichtsturm an höchster Stelle. Kaum 100 Meter entfernt vom Turm liegt die gern besuchte Gaststätte mit den großen Fenstern vor prächtiger Kulisse des Schwarzwalds, mit der Hohen Möhr rechts, dem Zeller Blauen, dem markanten Belchengipfel links. Im Frühjahr oder Sommer empfiehlt es sich, ein weiteres Mal hier einzukehren und dann draußen auf der ausladenden Terrasse zu speisen oder Kaffee und Kuchen zu bestellen. Das Kuchenbuffet, wir wollen es hier erwähnen, ist selbstverständlich auch in Wintermonaten einladend gefüllt – unter anderem mit Schwarzwälder

Kirschtorte und Markgräfler Linzertorte, als wir zu Gast waren. Der lange Rücken des Dinkelbergs ist ein geschätztes Ziel von Tagesausflüglern. Aber auch Wanderer mit großem Rucksack kehren bei Hubers ein. Die Hohe Flum liegt unter anderem am Fernwanderweg Pforzheim-Basel (östliche Variante). Und viele übernachten. Vor zwei Jahren erst haben Hubers ihr Haus modernisiert und zugleich eine Etage aufgestockt: Hier sind acht zusätzliche Hotelzimmer entstanden.

Trümpfe. Die Gäste im

Restaurant schätzen den aufmerksamen Service von Barbara Huber-Sarasin.

Nebenbei: Sie hatte einst als Mitarbeiterin im Basler „Euler“ ihren dort kochenden Gatten kennengelernt. Heute, im Haus „Hohe Flum“, erfahren die Gäste, dass Sven Huber seine Küche auf saisonale Erzeugnisse und frische Ware ausgerichtet hat. Was auf den Tisch kommt, ist, beginnend bei der Sauce, von Grund auf selbst zubereitet. Die Speisekarte ist eher kurz, und das stört überhaupt nicht. Es gibt Tagesempfehlungen und es finden sich Gerichte, wie sie eben gerade hier bei Sven Huber zu genießen sind: In diesem neuen Jahr zum Beispiel die hausgemachte Damhirsch-Bratwurst. Er

serviert Wintergemüse und Knödel dazu (17 Euro). Die Tage der Metzgete waren gerade um im Berghaus, als wir einkehrten. Nun vielleicht das Entrecôte mit Hubers exzellenter Sauce Café de Paris (24 Euro)? Oder vegetarisch wählen, die hausgemachten Dinkelgnocchi mit frischem Gemüse?

Hagebutten. Jedenfalls ist das Dessert bereits fest ins Auge gefasst: Dinkelberger Eisbecher mit Hagenbutten-Sauce. Was uns bereits an weitere Spezialitäten in wärmeren Wochen denken lässt: das hausgemachte Joghurt-MinzeEis; und selbstverständlich der Holunder-Sekt.

Info Hotel Berghaus Hohe Flum

Die Gastgeber Sven Huber und Barbara Huber-Sarasin.

in 79650 Schopfheim-Wiechs. Telefon: (0049)7622-2782 Internet: www.hoheflum.de Ruhetage: Donnerstag und Freitag. An den anderen Tagen warme Küche von 12 bis 14 und 18 bis 21 Uhr, am Nachmittag Vesper, Kaffee und Kuchen. Anfahrt: Von Basel aus ins Wiesental und auf der Bundesstraße 317 bis zur Ausfahrt Schopfheim-Wiechs. Durch Wiechs hindurch bergaufwärts; die Zufahrt zum Berghaus Hohe Flum beginnt gleich hinter den letzten Häusern von Wiechs.

Sehenswert: treppab (zur Toilette) zwischen einem Werk des Schopfheimer Malers Marek Puk.


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Neugierig im LokSchuppen Die Saison der historischen Dampfeisenbahn im Kandertal beginnt erst wieder im Mai � danach fährt sie bis Oktober jeden Sonntag zwischen WeilHaltingen und Kandern, Fahrgäste willkommen. Das Depot der Kandertalbahn kann jedoch ganzjährig besichtigt werden. Bei Lokschuppen-Führungen erläutern Mitarbeiter des Vereins Kandertalbahn e.V. die Fahrzeuge und geben auch Informationen zur Geschichte der Bahn. Zudem kann den Mitarbeitern bei den Unterhaltungsarbeiten an den Fahrzeugen über die Schulter geschaut und der umfangreiche Maschinenpark des Vereins besich-

tigt werden. Die nächsten Termine sind 2., 9., 16., 23. und 30. März, Treffpunkt ist jeweils um 10.30 Uhr der Bahnhof Kandern. Die Geschichte in Kürze: Im April 1895 war die

„Nebenbahn HaltingenKandern“ eingeweiht worden. Seit sie lediglich noch eine Museumsbahn ist, unterhalten vom Verein „Kandertalbahn“, tauchen auch immer wieder Ideen

auf für einen regulären Betrieb im modernen ÖV. Die Chancen dafür standen vielleicht noch nie so gut wie heute. Starke Akteure vor Ort raten auf der nicht elektrifizierten Strecke zu

Fahrzeugen, die sowohl mit Strom als auch mit Gas betrieben werden können. Das Land Baden-Württemberg prüft derzeit alle stillgelegten Strecken auf eine mögliche Reaktivierung.

Terrassentage mit einer Fülle von Ideen

Hineingeschaut bei Roland Boller.

Das beginnende Frühjahr ist eine gute Zeit, Ideen und guten Rat für die kommende Freiluftsaison einzuholen. Denn so schöne Projekte wie eine neu gestaltete Terrasse oder ein Wintergarten benötigen gründliche Vorbereitung. Das Unternehmen Roland Boller GmbH im Gewerbepark Binzen bietet maßgeschneiderte Lösungen aus einer Hand, seit über drei Jahrzehnten. Man könnte die „Terassentage“ am 22. März (10 bis 17 Uhr) und 23. März (11 bis 17 Uhr) zum Anlass nehmen, mit Geschäftsführer Thomas Schleider und seinem

Team ins Gespräch zu kommen. An diesen Tagen der offenen Tür präsentiert das Unternehmen auch zwei neue Produkte: ein modernes, nicht isoliertes Wintergartensystem im kubischen Stil sowie zwei neue Pergola-Modelle. In ihren Ausstellungsräumen gibt die Roland Boller GmbH Einblick in die Welt der Wintergärten und Beschattungssysteme – vom Sonnenschirm über Sonnenstore, Markisen, Pergolen bis hin zu nichtisolierten Glasbauten. Es ist die richtige Adresse auch für die Suche nach Terrassendächern, Fenstern, Glasfaltwänden und -dächern, Haustüren. Großes Thema und Trend sind Glasoasen, mit denen sich

die Freiluftsaison ohne weiteres bis in den Spätherbst verlängern lässt. „Wir arbeiten zu 90 Prozent mit eigenen Leuten und bieten alles aus einer Hand an: vom Erstgespräch über die Detailberatung, die Planung und das Baugesuch mit unserem Architekten bis hin zur fertigen Montage“, erklärt Thomas Schleider. Gebaut wird sowohl im süddeutschen Raum wie in der Nordwestschweiz. Das Team umfasst 25 Mitarbeiter. Sie sind zum Teil in Basel stationiert, denn 70 Prozent der Kunden sind Schweizer. www.boller-binzen.de

Bei Roland Boller in Binzen macht man sich ein Bild von Wintergärten und Beschattungssystemen.


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Fragen an die Ranger? Im Landschaftspark Wiese treffen wir sachkundige Hüter: Yannick Bucher, Raphael Böhm und Martha Koelbing. Um die 600 Hektar groß ist das Grün zwischen Basel, Riehen und Weil am Rhein. Mitten durch diesen Landschaftspark Wiese führt die Staatsgrenze und fließt die Wiese. Der Grünraum ist unverzichtbar und so wertvoll, dass die drei Nachbarn einen RangerDienst eingerichtet haben. Haupt-Ranger ist Yannick Bucher aus Riehen mit einer 50 Prozent-Stelle, seine Mitstreiter sind die deutschen Raphael Böhm und Martha Koelbing, die zusammen die anderen 50 Prozent Arbeit einbringen. Der Landschaftspark Wiese ist auf Gemarkung von Weil am Rhein größtenteils Grasland und stand 1999 als Landesgartenschau im Fokus. Auch Riehen steuert überwiegend offene Grünflächen bei. Von enormer Bedeutung für Basel ist die Trinkwassergewinnung in den bewaldeten Langen Erlen. Und nicht zuletzt ist zu hüten: der Fluss Wiese, der hier auf dem Weg zur Mündung in den Rhein zunehmend naturnah umgestaltet wird.

Dafür sind nun die Ranger da, vorerst für eine drei Jahre dauernde Pilotphase. Yannick Bucher ist ausgebildeter Ranger mit Berufserfahrung. Die beiden unterstützenden Ranger hat das Trinationale Umweltzentrum (TRUZ) in Weil am Rhein gestellt; sie bringen langjährige Erfahrung in der Pflege und der Überwachung von Naturschutzflächen und Umweltbildung in der Region mit. Sitz dieses binationalen Teams ist das Domizil des TRUZ: der Zaha-

Hadid-Bau auf Gemarkung Weil am Rhein.

Kein Maßregeln. Mit

der bisherigen Öffentlichkeitsarbeit seien sie im Landschaftspark nicht weit genug gekommen, urteilen die Verantwortlichen in den Rathäusern. Jetzt sollen die Parkbesucher verstärkt angesprochen werden. Um Aufklärung und Sensibilisierung soll es gehen, nicht um neue Verbotsschilder oder das Maßregeln von Menschen. (Foto oben: Marco Fraune)

Rücksicht nehmen. Ab-

seits des weiten Grüns wird die Siedlung zunehmend verdichtet, die Bevölkerung wächst weiter. Umso wichtiger ist es den politisch Verantwortlichen, den Menschen die Bedeutung des Landschaftsparks klar zu machen sowie auf ein Miteinander und Rücksichtnahme hinzuwirken.

Jogger und viele mehr: Entlang der Wiese ist viel los.


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Oft selbst mit auf dem Bild: Lake Verea fotografieren das „VDL House“ (1932) von Richard Neutra in Silverlake, Kalifornien. (Foto: Lake Verea)

Paparazzi vorm Haus Vitra Design Museum zeigt Arbeiten des Künstlerduos Lake Verea.

Bis 7. Juli präsentiert das Vitra Design Museum (Weil am Rhein; geöffnet täglich 10 bis 18 Uhr) in seiner Gallery die erste Einzelausstellung des mexikanischen Künstlerduos Lake Verea in Europa. Für ihr laufendes Projekt „Paparazza Moderna“ komponieren die beiden Künstlerinnen poetische Porträts der Wohnhäuser berühmter moderner Architekten. Francisca Rivero-Lake und Carla Verea nähern sich diesen Gebäuden wie Paparazzi – spontan und ohne Vorankündigung –, um ihre Sujets

ungeschönt und ganz privat einzufangen. Lake Vereas Fotografien von Einfamilienhäusern nach Entwürfen von Walter Gropius, Marcel Breuer, Richard Neutra, Rudolph M. Schindler, Ludwig Mies van der Rohe und Philip Johnson entstanden zwischen 2011 und 2018 während verschiedener USA-Reisen des Duos. In der Ausstellung werden 24 Werke gezeigt, darunter Fotografien und eine Videocollage. Die von Lake Verea als „architektonische Porträts“ bezeichneten Kompositionen bestehen aus zwei bis zehn Motiven. Die Künstlerinnen behandeln die Häuser wie lebendige Persönlichkeiten und bieten einen spielerischen, manchmal auch voyeuristischen Blick auf die komplizierten zwischenmenschlichen Be-

ziehungen dieser großen Architekten des 20. Jahrhunderts.

Zur Person. Das 2005

gegründete Künstlerinnenduo Lake Verea besteht aus Francisca Rivero-Lake und Carla Verea. Sie setzten sich mit den Archiven mexikanischer Künstler wie Frida Kahlo auseinander und beschäftigten sich mit aus Deutschland emigrierten Bauhaus-Künstlern. Lake Vereas Projekt „Paparazza Moderna“ nahm 2011 seinen Anfang. Die Künstlerinnen arbeiten mit identischen analogen Kameras, die sie immer wieder tauschen, um die Urheberschaft zu verwischen und ihre gemeinsame Identität hervorzuheben. Lake Verea leben in Mexico City, beide Künstlerinnen sind dort geboren. www.design-museum.de


Januar 2019

März 2019

Ein Pärchen der Rostroten Mauerbiene � sie ist jetzt zum Insekt des Jahres erkoren.

Wildbienen im Blick Die Naturparke in Baden-Württemberg richten die Aufmerksamkeit auf zwei Arten.

Jedes Jahr küren deutsche Naturschutzorganisationen besondere Tierund Pflanzenarten sowie Lebensräume – weil sie Schutz brauchen oder sehr anschaulich auf Umweltprobleme hinweisen. Jetzt haben die Verantwortlichen der Kampagne „Blühende Naturparke in Baden-Württemberg“ zwei Wildbienen aufs Schild gehoben: die Senf-Blauschillersandbiene (Andrena agilissima) ist Wildbiene des Jahres und die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) das Insekt des Jahres. Die Wahl soll die Aufmerksamkeit auf die faszinierende Welt der Wildbienen lenken und dafür sensibilisieren, wie gefährdet viele der rund 560 Wildbienenarten in Deutschland sind. „Die meisten denken bei der Blütenbestäubung nur an die Honigbiene. Dass die Wildbienen vor allem bei schwierigeren Witterungsbedingungen einen großen Teil der Bestäubungs-

leistung übernehmen, ist vielen nicht bekannt“, so Julia Mack, Projektmanagerin der Kampagne „Blühende Naturparke“ und Biologin. Das Insekt des Jahres, die Rostrote Mauerbiene, ist allerdings noch nicht bedroht. Mauerbienen nisten oberirdisch und nutzen verschiedenste Nistplätze wie totes Holz, lockeres Gestein, Lehmwände oder auch Nisthilfen. Sie sam-

melt Nahrung an mindestens 19 verschiedenen Pflanzenfamilien. Um das 8 bis 14 Millimeter große

Insekt im eigenen Garten zu bestimmen, achte man auf die rostrote Behaarung. Die Wildbiene des Jahres trägt einen langen Namen: Senf-Blauschillersandbiene. Die Farbe und die beachtliche Körpergröße von 13 bis 15 Millimetern fallene auf. Die Sandbiene nistet wie 75 Prozent aller Wildbienen im Boden und bevorzugt dabei regengeschützte Plätze an Steilwänden in Sand, Löss oder Lehm. Hauptsächlich ernährt sie sich von Pollen und Nektar des Ackersenfs und kommt daher fast ausschließlich in Ackerbaugebieten vor. Heute haben intensive Feldwirtschaft mit Pflanzenschutzmitteln die Biene vielerorts verdrängt.

Die Senf-Blauschillersandbiene am Raps. (Foto: R. Burger)

Gewusst Wo Ausgabe März 2019  

Gewusst Wo Ausgabe März 2019