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Gewusst Einkaufen und Genießen im Badischen

In 50.000 Haushalten von Basel, Bettingen, Riehen, Rheinfelden, Muttenz, Augst, Kaiseraugst, Magden, Möhlin, Birsfelden, Binningen, Pratteln, Giebenach, Frenkendorf.

Am Start

Mai 2018

Die Kandertalbahn dampft los – bald wieder mit der Lok 30. Seite 20


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Vorneweg

W

er jetzt zum Spargelessen ins Markgräflerland fährt, hat höchst angenehme Auswahl. Zum einen die Auswahl unter guten Restaurants und heimeligen Wirtschaften: In dieser neuen Ausgabe von „Gewusst wo“ finden Sie etliche Anregungen und Adressen. nd Sie finden zum anderen reichlich Auswahl unter sehr sympathischen Möglichkeiten, den restlichen Tag hier im Rebland des Oberrheintals zu verbringen � ob vor dem Spargelgenuss oder danach. Einige Vorschläge unterbreiten wir auf den folgenden Seiten. Selbstverständlich ist diese Landschaft eine vielversprechende Einladung zum Wandern oder Radfahren. In Orten wie Badenweiler mit seinem Kurpark lässt sich wunderbar ein Tag verbringen. Wem es nach Baden und Saunieren ist, kann auch Bad Bellingen ansteuern � nach dem Besuch in den Balinea Thermen munden Spargeln den meisten noch besser. as Markgräflerland lockt die Schweizer Nachbarn seit 100 und 200 Jahren. Allein schon wegen der Weine, die heute eine noch nie gekannte Qualität erreicht haben. Unbedingt ausprobieren, im Gasthaus oder direkt beim Winzer! DIE REDAKTION

U

Seite 17 Den Frühling feiern

Pro Lörrach lädt in die Einkaufsstadt ein

Neue und frische Weine

Zwei Tage Markgräfler Weinpromenade

Seite 10

Wie die alten Römer

In den historischen Thermen Badenweilers

Samen ernten

Überlegter Einsatz für Wildblumenwiesen

D

Bilder im Underground

Der Fotograf Max Galli stellt bei Rolf Frei aus

Gemalt mit Glanz

Im Atelier von Gerhard Hanemann

Seite 24

Eigene Zucht

In der Gärtnerei von Blumenschmitt

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Gartenfest an Irisfeldern

Die Zeit ist ideal für einen Ausflug ins Markgräflerland zur Staudengärtnerei der Gräfin Zeppelin. Die blühenden Iris- und Pfingstrosenfelder bieten den farbigen Rahmen für das Gräflich Zeppelinsche Gartenfest in SulzburgLaufen (Markgräflerland) am Samstag und Sonntag, 26. und 27. Mai. An beiden Tagen dieses üppig bunten Wochenendes beginnen ab 12 Uhr jede Stunde Vorträge und Führungen zu den Themen „Mutterpflanzen & Pflanzenkinder“ (Michaela Rösler), „Lebendige Vorgärten“ (Anne Rostek), „Blühende Irisfelder (Regine Uhl), „Natürlich und lecker: Nachhaltig gärtnern“ (Konstanze Kling), „Blühende Pfingstrosenfelder (Anne Rostek). Das Lilien-Café lockt zum Besuch, es gibt Live-Musik und ein buntes Programm für Kids. Zudem: ein Markt für Schönes & Nützliches. Die ‚Iris-Gräfin‘ Helen von Stein-Zeppelin gründete 1926 die Staudengärtnerei und legte damit den Grundstein für die Züchtung von Iris, Taglilien und Pfingstrosen. Viele

eigene Züchtungen prägen die außergewöhnliche Auswahl. Die Spezialitäten:

Schwertlilien (Iris), Taglilien (Hemerocallis) und Pfingstrosen (Paeonia).

INFO: 26. und 27. Mai, 10 bis 18. Am Samstag ist Pflanzenkauf von 9 bis 18 Uhr möglich, am Sonntag ausschließlich von 12 bis 17 Uhr. www.graefin-von-zeppelin.de


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Feststimmung in Lörrach. Auch die Redhouse Hot Six aus Freiburg spielen am Sonntag auf � Oldtime Jazz aus den 1930er-Jahren.

Lörrach swingt in den Frühling Der Verein Pro Lörrach lädt dieses Wochenende zu zwei Festtagen ein.

Lörrach putzt sein Zentrum heraus fürs Frühlingsfest am kommenden Wochenende (28. und 29. April). Betrieb ist in der Einkaufsstadt zwar immer, doch konsequent lädt der Verein Pro Lörrach jeden

Frühling und jeden Herbst zu einem großen Fest. „Wir wollen die Leute der Region an diesen Tagen in die Stadt holen“, sagt Rolf Schönbett, im Vorstand der Stellvertreter von Hans-Werner Breuer.

„Lörrach swingt“ lautet jedes Jahr das Motto beim Frühlingsfest. Für den zweiten Festtag, den Sonntag (die Geschäfte sind geöffnet), hat Werner Büche vom Jazzclub Lörrach für die fünf Bühnen in

der Stadtmitte fünf Bands eingeladen. Auf dem zentralen Alten Marktplatz spielt das 19-köpfige Big Sound Orchestra mit Sängerin Isa Morgenstern. Beim Hebelpark treten die Jailhouse Jazzmen auf,


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Die Automeile mit neuesten Modellen ist fester Bestandteil des Frühlingsfests (und neue Velos gibt es auch). Zu sehen außerdem: strahlende Menschen. auf dem Chesterplatz die Sugar Foot Stompers, auf dem Senserplatz die Hot Pepper Stompers und beim Rewe-Markt die Redhouse Hot Six. Es sind Gruppen, bei denen man vergnügt stehen bleibt und sich von guter Stimmung gerne anstecken lässt.

Raymaluz. Zum ersten

Mal wird auch der Samstag des Frühlingsfestes jazzig. Wenn ja schon die Bühne auf dem Alten Marktplatz steht, warum dann nicht nutzen? Ideal gewählt scheint die Ritmo Jazz Group des Lörracher Pianisten Hans Deyssenroth. Sie tritt zusammen mit der kubanischen Sängerin Raymaluz auf, ein bestens erprobtes Zusammenspiel. Deyssenroth & Co. sind in drei Sets angekündigt, um

13, 14.30 und 16 Uhr. Es darf getanzt werden! Auch die Geschäfte selbst sorgen für Attraktionen, und kulinarisch ist einiges geboten. Besondere Akzente werden in der Grabenstraße gesetzt, die erst vor wenigen Wochen in die Fußgängerzone eingebunden worden ist. Peter Vogl von Sportmüller hat als Zugpferd Radio Regenbogen eingeladen, zudem einen Champagner-Truck.

Automeile. Gleich ne-

benan findet sich die „Automeile“: Händler aus der deutschen Grenzecke stellen die aktuellen Modelle vor. Ums Velo geht es ebenso: Der Fachhändler follow me präsentiert am oberen Ende der Grabenstraße ausgewählte Räder, auch zum Ausprobieren.

Herzliche Einladung nach Lörrach: (von links) Andreas Berlin, Rolf Schönbett, Gerhard Schneider und Peter Vogl vom Verein Pro Lörrach.


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Lörrach mit guten Karten

Beim Frühlingsfest am kommenden Wochenende (28./29. April) können sich die vielen Gäste aus der Region wieder einen Eindruck verschaffen von der größten Einkaufsstadt in der badischen Grenzecke. Dem sieht der Gewerbeverein Pro Lörrach gut gelaunt entgegen � denn er hat gute Karten in der Hand für sein Werben um einen Besuch. Zu den Trümpfen gehört die gelungene, kompakte Fußgängerzone, gehören die einladenden Bistros, Cafés und Restaurants; und gehört selbstverständlich der attraktive Branchenmix mit einem bunten Aushängeschild: dem großen Wochenmarkt.

Erfahrene Einkäufer verknüpfen den Besuch in Lörrach mit einem Bummel über den samstags ganz großen Wochenmarkt.

Shuttlebus zur Kultur

Lörrach und Weil am Rhein starten am 4. Mai in die gemeinsame Kulturnacht. Die Premiere vor zwei Jahren hatte überzeugt, weshalb am 4. Mai um 19 Uhr die zweite Kulturnacht Lörrach/Weil am Rhein (LöWe) beginnt. Und zwar – als Tipp für Auswärtige – ganz praktisch beim Vitra Design Museum in Weil am Rhein, wo sich gut das Auto abstellen und einsteigen lässt in einen alle 20 Minuten abfahrenden Shuttlebus. Besser noch: Erst einen Blick in „Night Fever“ werfen, die aktuelle Ausstelllung bei Vitra.

24 Kulturorte. Das Vi-

tra Design Museum beteiligt sich zum ersten Mal an der Kulturnacht. Auf der Route des Shuttlebusses liegen 24 weitere Kulturorte. Sie sind in Weil am Rhein konzentriert in Alt-Weil, wo alle Museen geöffnet sind, im Weingut Schneider die Band Blue Seven jazzt, im Gewölbe-

keller des Alten Rathauses die Band „Beat“ rockt und immer zur vollen Stunde Kleintheater im Theater am Mühlenrain zu erleben ist.

Ort der Stille. Dann hi-

Ziel obenan. Ihre Kulturchefs Lars Frick und Jörg Lutz scheinen dafür ganze Arbeit geleistet zu haben: zwei Städte, eine Nacht, 12.000 Meter Kultur.

INFO Gemeinsame Kulturnacht Lörrach/Weil am Rhein (LöWe) am Freitag, 4. Mai von 19 bis 24 Uhr. Ein Teil der Veranstaltungskosten wird mit dem Verkauf eines fünf Euro teuren Bändels gedeckt. Details im Internet: www.kulturnacht-löwe.de

nüber nach Lörrach. Dort wird der Alte Marktplatz zu einem Ort der Stille – keine Musik, stattdessen Lichtbilder des Fotokreises Lörrach. Nebenan im Alten Rathaus spielt die Bluesband „Muddy what?“ aus München, auf den Bahnhofsplatz stellt das Theater Tempus fugit eine mobile Bühne, das Dreiländermuseum tanzt – es finden sich noch zahlreiche weitere Kulturorte, bis hin zum Werkraum Schöpflin in Brombach. Appetit machen auf Kultur: Das stellen die Oberbürgermeister Jörg Lutz (Lörrach) und Wolfgang Das Kabarett „Gänseblümchen“ zeigt in der gemeinsamen Kulturnacht sein Tango- und Dietz (Weil am Rhein) als Chansonprogramm: im Konzertsaal des Alten Rathauses Weil um 21.30 und 22 Uhr.


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8 Gastgeber Wein Spezial

Der Naturpark Südschwarzwald soll „weinkompetente“ Führer bekommen. Ein Kurs „Naturpark-Gastgeber Wein Spezial“ hat jetzt in Müllheim begonnen. An sechs Terminen geht es auf Entdeckungstour durch die Region: ins Staatsweingut Freiburg Blankenhornsberg am Kaiserstuhl, ins Markgräfler Museum und auf den Müllheimer Weinmarkt, ins Weingut Landmann in Staufen und abschließend in das Deutsche Weininstitut, zu Hause in der Winzergenossenschaft Britzingen.

Auf zur Weinpromenade. Aus der geläufig gewordenen „Jahrgangspräsentation“ ist dieses JahrAus die der „Markgräfler WeinAuf zur Weinpromenade. geläufig gewor-

promenade“ geworden. Am 12. ist unddieses 13. Mai 18 Uhr) laden 36 denen „Jahrgangspräsentation“ Jahr(11 diebis „Markgräfler WeinMarkgräfler Weingüter, zwischen Weil am Rhein und Freiburg gelegen, promenade“ geworden. Am 12. und 13. Mai (11 bis 18 Uhr) laden 36 zum Kosten Weingüter, ihrer Weinezwischen ein – frisch gerade die neuen WeißMarkgräfler Weilabgefüllt am Rhein und Freiburg gelegen, zum Kosten ihrer Weine ein – frisch abgefüllt gerade die neuen Weiß-

weine, bereit für neugierige Kenner. Das Wochenende bietet auch die angenehme mitKenner. WinzernDas insWochenende Gespräch zubietet kommen weine, bereitMöglichkeit, für neugierige auchund die mehr zu erfahren über den angenehme Möglichkeit, mit Weinbau Winzern im ins Rebland Gesprächdes zu Oberrheintals. kommen und Welche derden Weinpromenade können, mehr zuWeingüter erfahren bei über Weinbau im angesteuert Rebland deswerden Oberrheintals. erfährt man auf www.markgraefler-weingueter.de Welche Weingüter bei der Weinpromenade angesteuert werden können, erfährt man auf www.markgraefler-weingueter.de


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Unter einem Glasdach geborgen und mit anschaulichen Erläuterungen ergänzt: die Römische Badruine in Badweiler, nahe der heutigen Therme.

Wo Römer badeten

Wer noch keinen Blick in die Römische Badruine Badenweiler werfen konnte: Jeden Sonntag um 11 Uhr und jeden Dienstag um 16 Uhr wird eine Führung angeboten. Die Römische Therme ist die größte nördlich der Alpen und eröffnet genaue Einblicke in die bekanntermaßen hoch entwickelte römische

Badekultur. Die Geschichte und die Funktion der antiken Badeanlage, die aus dem Jahr 75 n. Chr. stammt, werden mit Funden, Modellen und Texten gezeigt. Einiges hat sich erstaunlich gut erhalten. So besitzen die Becken für kaltes und warmes Wasser noch heute original verputzte Oberflächen.

Impressum

Anzeigenleitung: Christian Hügerich (verantw.) Tel. (0049)7621/4033-39

Gewusst wo Einkaufen und Genießen im Badischen

Kontakt zur Redaktion: Tel. (0049)7621/4033-50. Fax (0049)7621/4033-81 E-Mail: gewusstwo@verlagshaus-jaumann.de Redaktion: Wolfgang Göckel, Guido Neidinger (Ltg.)

Verlag und Herausgeber: Oberbadisches Verlagshaus Georg Jaumann GmbH & Co. KG Am Alten Markt 2, D-79539 Lörrach Projektleitung: Martin Pförtner, Tel. (0049)7621/4033-39 E-Mail: m.pfoertner@verlagshaus-jaumann.de Kontakt mit Verlag/Anzeigen: Am Alten Markt 2, D-79539 Lörrach. Tel. (0049)7621/4033-30. Fax (0049)7621/4033-82 E-Mail: anzeigen@verlagshaus-jaumann.de

Druck: DZZ Druckzentrum Zürich AG Erscheinungsweise: 12 mal jährlich Verbreitung: 50.000 Exemplare in Basel, Bettingen, Riehen, Rheinfelden, Kaiseraugst, Magden, Möhlin, Birsfelden, Augst, Muttenz, Giebenach, Frenkendorf, Pratteln. Anzeigenpreise: z.Zt. nach der Preisliste Nr. 61 Verlagshaus Jaumann

GRÄFLICH ZEPPELINSCHES

GARTENFEST 26. & 27. MAI

w Reich blühende Stauden, prächtige Rosen, elegante Gräser und Blütensträucher in großer Vielfalt w Fachvorträge & Live-Musik w Der Markt für Schönes & Nützliches w Blühende Iris- und Pfingstrosenfelder w Köstlichkeiten im Lilien-Café w Buntes Programm für Kids Samstag Verkauf von 9 – 18 Uhr, am Sonntag von 12 – 17 Uhr Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin 79295 Sulzburg-Laufen

www.graefin-von-zeppelin.de


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Seltener werdende Wildblumen werden gezielt neu angesiedelt.

Samenspender im Naturpark Im Naturpark Südschwarzwald läuft seit zwei Jahren das Modellprojekt „Schwarzwälder Wiesenvielfalt“, bei dem Samen von Wildblumen und heimischen Gräsern gezielt geerntet und wieder für die Begrünung eingesetzt werden können. Bärwurz und Schwarze Flockenblume sind typisch für den Schwarzwald, Große Pimpinelle und Wiesensalbei typisch für die Kalkgebiete des Wutachgebietes. Alle diese Pflanzenarten waren bislang kaum erhältlich. Sie können nun nach er-

folgter Samenernte zur Neubegrünung und Aufwertung von Ausgleichsflächen, Gewässerrändern, Straßenböschungen oder in Naturschutzprojekten eingesetzt werden. Für den Transport und Austausch der Samen waren bislang die Landwirte und ihre Tiere durch Heugewinnung und Beweidung maßgeblich. Heublumen wurden wieder für die Begrünung verwendet. Heute ist dieser Samenkreislauf durch die Silagewirtschaft verändert und teils unterbrochen. Beson-

ders für Arten mit schweren Samen ist deshalb eine Wiederbesiedlung von Flächen kaum mehr möglich und ein Projekt wie das des Naturparks erforderlich.

Die Spezialistin. Ulrike

Stephan führte das Projekt durch. Sie hat sich mit ihrem Unternehmen (www. wiesendruschsaat.de) auf Wiesendruschsaat spezialisiert und mit diesen Arbeitsschritten: entfernen

von unerwünschten Unkräutern wie Stumpfblättrigem Ampfer, Beurteilung der Samenreife bis zum Mähdreschereinsatz und Trocknung. „Die Landwirte sind unsere zentralen Ansprechpartner, mit ihnen können wir zur Zeit der Heuernte gleichzeitig die Wildblumensamen gewinnen“, erklärt Ulrike Stephan. Mehr als 15 Flächen im Schwarzwald und dem

Baar-Wutach-Gebiet wurden bereits zu unterschiedlichen Zeiten mit kleinen Mähdreschern von Landwirten vor Ort oder der eigenen Maschine beerntet, und so ist ein Spenderflächennetz aufgebaut. Das Projekt wird noch zwei Jahre weitergeführt, neue Spenderflächen werden aufgenommen und Flächen gesucht, auf denen eine Begrünung realisiert werden kann.


Die Bad Bellinger Gastronomie empfiehlt sich zur Spargelzeit! VOM FEINSTEN: SPARGELN! Bad Bellingen ist lohnendes Ziel fürs Kosten dieses köstlichen Gemüses. Die Idee ist nicht neu, aber immer noch sehr gut: Zuerst Baden im warmen Thermalwasser von Bad Bellingen, danach mit gutem Appetit in ein Restaurant – Spargeln kosten! Spargeln sind fürwahr ein köstliches Gemüse, die badischen Küchenmeister kosten die Wochen der Ernte leidenschaftlich gerne aus: Sie richten Spargeln aufs Feinste an, halten traditionelle Rezepte in Ehren und wandeln manche mit eigenen Ideen ab – unbedingt ausprobieren! Wahrscheinlich stammen die Spargeln aus dem Mittelmeerraum, und genossen haben sie schon die alten Ägypter und Griechen als „Aspharagus“. Heute gedeiht dieses köstliche Gemüse besonders gut in den Böden des Markgräflerlands – köstlich und nicht billig. Das liegt am arbeitsintensiven Anbau. Denn Spargeln werden von Hand geerntet, und zunächst einmal muss zugewartet werden: Erst im dritten Jahr nach der Pflanzung ist eine erste volle Ernte möglich. Am besten schmeckt Spargel selbstverständlich frisch gestochen. Das wissen gute Restaurants einzurichten. Die Spargelsaison wird im Markgräflerland bis Johanni dauern, das ist der 24. Juni. Die Ernte wird dann beendet, womit die Pflanzen ausreichend Zeit zum Regenieren bekommen.


Genuss auf de Seit Anfang April und bis Ende Juni hat das Restaurant auf dem Bohrerhof in Hartheim-Feldkirch wieder geöffnet und lockt mit feldfrischem Spargel – ob klassisch mit Schinken und Kratzete oder Kartoffeln, als Spargelsalat oder als raffinierte Vorspeise. Verbinden lässt sich dieser Genuss leicht mit Einkaufen nebenan im Landmarkt, der neben Spargeln und anderen Feldfrüchten eine reichen Wein- und Sektauswahl sowie Geschenkund Dekoideen anbietet. Wer Genaueres über den Spargel wissen möchte, hat die Möglichkeit, sich auf dem Bohrerhof zu informieren und bei der Spargelaufbereitung zuzuschauen.

INFO: Bohrerhof, Bachstraße 6, Hartheim-Feldkir

Das Restaurant ist täglich ab 12.00 Uhr und feier der Landmarkt von 8.00 bis 20.00 Uhr.


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Westlich von Freiburg finden wir eine von Vulkanen geformte Landschaft mit terrassierten Weinbergen und gastlichen Dörfern.

Genuss im Naturgarten Kaiserstuhl Nicht weit im Westen von Freiburg erhebt sich aus dem Oberrheintal eine von Vulkanen geschaffene Landschaft mit 400 Kilometer langen Wanderwegen und Themenpfaden, mit 190 Kilometern Radwegen – und tatsächlich lohnt sich das Radfahren und Wandern auf ganz besondere Weise im „Naturgarten Kaiserstuhl“.

Süden und Endingen im Norden erhebt sich der Kaiserstuhl, im Westen umfließt ihn der Rhein.

In Herzen dieser Land-

schaft liegt Vogtsburg mit seinen sieben Weinbaugemeinden Achkarren, Bi-

ckensohl, Bischoffingen, Burkheim, Oberbergen, Oberrotweil und Schelingen. Die meisten Ortsnamen werden Weinkennern ein Begriff sein – dieses Vogtsburg ist die größte Weinbaugemeinde BadenWürttembergs mit einer

Hotel Restaurant Catering

Vulkane. Dieser Kaiser-

stuhl ist eine der wärmsten Regionen Deutschlands, Vulkane haben ihn einst geformt. Wir finden hier Mischwälder, Wiesen, ausgedehnte Naturschutzgebiete. Die Terrassen der Weinberge verleihen dieser Landschaft ihren ganz eigenen Charakter – vom Aussichtpunkt Mondhalde ist das alles wunderbar zu sehen.

Raritäten.

Mindestens ebenso wie der Mensch mögen Pflanzen und Tiere den Kaiserstuhl, seltene Exemplare finden sich wie die Gottesanbieterin, der Bienenfresser oder die Smaragdeidechse. Zwischen Ihringen im

Vielzahl von Winzergenossenschaften, Weingütern und Weinstuben. Und mit dem Kaiserstühler Weinbaumuseum in Achkarren. Wer es genau wissen will, wer Adressen von Weingütern und Gastronomen

Steinbuckstraße 20 Tel. 0 76 62 / 94 94 650

79235 Vogtsburg-Bischoffingen E-Mail: info@koepfers-steinbuck.de

www.koepfers-steinbuck.de

sucht, sich über Radwege und Wanderwege erkundigen will: der kann zwei Touristik-Organisationen des Kaiserstuhls anfragen. INFO: www.naturgartenkaiserstuhl.de und www.vogtsburg.de


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Unterwegs im Kaiserstuhl: Tipps

Zur Jungweinprobe bei Freiherr von Gleichenstein Johannes Freiherr von Gleichenstein macht Lust auf die große Jungweinprobe am 6. Mai (11 bis 17 Uhr) in seinem Weingut in Vogtsburg-Oberrotweil: Einen qualitativ hochwertigen Weinjahrgang könne er vorstellen! Seine Rebberge im Kaiserstuhl haben den späten Frosteinbruch im April 2017 gut überstanden. „Insbesondere bei den Lagenweinen konnten wir das Terroir des Vulkangesteins sehr schön herausarbeiten.“ An dieser Jungweinprobe lassen sich auch bekannte österreichische Sorten wie Zweigelt, Blaufränkisch, Grüner

Veltliner oder Gemischter Satz probieren. Denn dieses Jahr sind die vier österreichischen Spitzenweingüter Gross aus der Südsteiermark, Paul Achs aus dem Burgenland, Markowitsch aus der Weinbauregion Carnuntum und Wieninger aus Wien als Gastwinzer bei der Jungweinprobe des Weinguts Freiherr von Gleichenstein vertreten. Sie gehören der Kooperation „tu felix austria“ an, zu der insgesamt neun österreichische Weingüter zählen. Bei einer Kellerführung mit Johannes Freiherr von Gleichenstein oder Kellermeister Odin Bau-

er erfahren Interessierte Wissenswertes über den historischen Weinkeller aus dem 16. Jahrhundert, den Ausbau und die Lagerung der Weine. Welche Duftvielfalt ein Wein im Glas entwickeln kann, präsentiert eine AromenWelt. Zudem können Besucher bei Blindverkostungen ihre Sensorik testen. Herzhafte Begleiter zum Wein bietet die Kochscheese von Thomas Merkle aus Endingen. Kaffee und eine große Auswahl an selbstgebackenen Kuchen und Torten gibt es am Kuchenbüffet der Oberrotweiler Landfrauen. www.gleichenstein.de

Kunsthalle Messmer: Otmar Alt

Der Unternehmer und Kunstsammler Jürgen A. Messmer hat in Riegel am Kaiserstuhl die Kunsthalle Messmer geschaffen, in der stillgelegten Riegeler Brauerei mit der Adresse: Großherzog-Leopold-Platz 1. Zur Kunsthalle Messmer gehört ein Skulpturengarten. Bis 27. Mai werden hier 120 Werke aus allen Schaffensperioden des deutschen Künstlers Otmar Alt präsentiert (Foto). Die Werke Alts laden den Betrachter in eine Fantasiewelt ein. www.kunsthallemessmer.de

Lothar Koch, Wirt im „Gasthaus zum Kaiserstuhl“.

Originelle Einkehr Kein Wunder: Bei so gutem Wein kann es im Kaiserstuhl auch nicht an ausgezeichneten und originellen Gaststätten fehlen. Greifen wir aus einer Vielzahl zwei heraus und bleiben dafür in der Gemeinde Vogtsburg. Im Ortsteil Niederrotweil führt Lothar Koch das seit 1920 im Familienbesitz befindliche „Gasthaus zum Kaiserstuhl“ – das kleinste Gasthaus am Kaiserstuhl ist es, und der Besuch lohnt sich. Als Kräuterkoch hat sich der Patron

einen Namen gemacht, die Speisekarte ist an den Jahreszeiten ausgerichtet, die Zutaten stammen aus der Region. (www.Gasthauszum-Kaiserstuhl.de) In Vogtsburgs Ortsteil Schelingen empfangen Otto Köpfer und Andrea Schill in „Köpfers Sonne Schelingen“ und laden ein zu badischen Spezialitäten in einer urigen Gaststube oder im herrlichen Garten. Wer schon mal dort ist, kann auch übernachten im Gästehaus. (www.sonneschelingen.de)

Otto Köpfer und Andrea Schill empfangen in der „Sonne“.


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Perlmutterfalter auf einer Wiese am Feldberg, fotografiert von Sebastian Schroeder-Esch.

Feldberg im Blick der Fotografen Die Tiere, die Pflanzen, diese Landschaft um den höchsten Berg im Schwarzwald: All das sind die Themen der Fotoausstellung „Vielfalt vor der Kamera – Frühling und Sommer am Feldberg“. Sie ist bis Ende Mai im „Haus der

„Augenblick Natur!“

BAD KROZINGEN Schwarzwald • Markgräflerland

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3 ÜN/Frühstücksbuffet Bademantel auf Ihrem Zimmer tägl. Eintritt Vita Classica-Therme und Saunaparadies (ohne Zeitlimit) E-Bike für eine Halbtages- und eine Ganztagestour Kartenmaterial und Tourenbeschreibung Jeweils 2 x Einkehr während der Touren bzw. nach der Tour Entspannungsmassage: Teilmassage mit Öl (bevorzugt Rücken) Gratis Bus- & Bahnfahren in der Schwarzwald-Region Kur und Bäder GmbH Herbert-Hellmann-Allee 12 D-79189 Bad Krozingen Tel. +49(0)7633/4008-160 www.bad-krozingen.info

Natur“ am Feldberg zu sehen. Die Bilder stammen zuvorderst von Mitarbeitern des Naturparks Schwarzwald, dessen Geschäftsstelle mit Naturschutzzentrum hier angesiedelt ist. Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr.

ca. 45 Min. ab Basel

In Deutschland gibt es heute 105 Naturparke, sie nehmen über 27 Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschland ein – ganz im Südwesten ist der Naturpark Südschwarzwald zu erleben. Außergewöhnliche Blicke in all diese Landschaften sucht der Verband Deutscher Naturparke. Er lädt 2018 erneut zu seinem Fotowettbewerb „Augenblick Natur!“ ein. Gesucht werden starke Motive aus allen Naturparken Deutschlands. Der Wettbewerb läuft bis zum 31. Oktober. Alle Bilder des laufenden Wettbewerbs werden auf einem eigens dafür eingerichteten Internetportal auf der Websi-

te www.naturparkfotos.de veröffentlicht. Zu monatlich wechselnden Themen werden Motive aus allen Naturparken Deutschlands gesucht – aufgenommen aus der ganz persönlichen Perspektive der Besucher. Die 100 besten Bilder des Wettbewerbs werden monatlich von den Besuchern

des Portals gewählt (vote per click). Aus diesen Top 100 wählt eine dreiköpfige Jury jeden Monat die 10 besten aus. Der Jahressieger wird am Ende des Wettbewerbs mit einem Fotoworkshop mit dem Fotojournalisten und Naturfotografen Hans-Peter Schaub belohnt.

Ein Fuchs schaut um die Ecke. (Foto: VDM Matze)


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Das Vitra Design Museum zeigt ein außergewöhnliches Werk: „Image and Architecture“.

Mit den Augen von Bas Princen Das Vitra Design Museum zeigt in seiner Gallery bis 5. August Bilder des niederländischen Fotografen Bas Princen (geboren 1975 in Rotterdam). Er porträtiert Architektur und urbane Landschaften. Die Ausstellung erlaubt neue Einblicke in Princens Untersuchungen zum Verhältnis von Architektur und Bild. Princens Motive reichen von Bauten der italienischen Renaissance oder einem Wasserspeier der Pariser Kathedrale Notre Dame bis hin zum ersten Crystal Palace in London und der New Yorker Skyline der Dreißigerjahre. Die Abbildungen gebauter Strukturen stammen von

den unterschiedlichsten Orten und auch aus verschiedenen Epochen. Die großformatigen Werke zeigen in komprimierter Form jeweils verschiedene Facetten von Princens Erkundungsgängen. Der Fotograf beschäftigt sich unter anderem mit der Tatsache, dass Bilder immer schon wesentliche Bestandteile von Architektur waren, seien es Wandbilder, Tapisserien oder einfach als Kombination von Material und Farbe.

Bild aufwerten. Für die

Ausstellung in der Vitra Design Museum Gallery war es Princens Ziel, mit Hilfe von großformatigen Bildern und einer speziell

Ein besonderer Blick mit der Kamera auf Architektur. (Foto: Bas Princen) entwickelten Technik des Drucks auf japanischem Reispapier über die bloße Repräsentationen von Gebäuden hinauszugehen. Das Bild soll als ein eigenständiges materielles Objekt begriffen werden. Der gelernte Industriedesigner und Architekt Bas Princen hält mit seiner Fotografie vorrangig die Transformation seiner Um-

gebung fest. Seine Arbeit konzentriert sich oftmals auf unauffällige Orte und städtische Randgebiete, an denen die urbane Ausdehnung auf den Rückzug der Natur trifft. Bas Princen ist gelernter Industriedesigner und Architekt. Er gehört zu einer neuen Generation von Fotografen, die auf eigenwillige Weise Bezug nehmen

auf die sogenannten „New Topographics“ der Siebzigerjahre. 2010 wurde der Fotograf auf der XII. Architekturausstellung von Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. INFO Vitra Design Museum Weil am Rhein, geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr www.design-museum.de

Fotografien vom Ende der Welt

Max Galli zeigt Fotografien in der Galerie Underground.

Der Weiler Fotograf Rolf Frei zeigt in seiner Galerie Underground – Freiraum für Kunst Bilder seines Kollegen Max Galli aus Freiburg. „Finis Terrae“ ist die Überschrift, Ende der Welt. Max Galli – er arbeitete einige Jahre im Fotostudio von Rolf Frei – hat diese Bilder auf seinen Reisen gesammelt. Vor allem der Norden hat es ihm angetan. Er hat viele Motive mit feinem Blick aus dem Flugzeug gefunden und ist als renommierter

Reisefotograf an Orte gekommen, an denen vom Menschen nur wenige Spuren zu sehen sind. Rolf Frei selbst zeigt im Stockwerk darüber zeitgleich eigene SchwarzWeiß-Aufnahmen von 1968: mit wachem Blick und mit Weitwinkelobjektiv unterwegs in London.

INFO Eimeldinger Weg 16 in Weil am Rhein-Friedlingen. Geöffnet Freitag und Sonntag, 14 bis 18 Uhr; bis 27. Mai.


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Walter Hanemann in seiner Galerie zwischen zwei neuen Werken: Licht-Bilder.

Kunst mit Licht In seiner Galerie in Ötlingen überrascht Gerhard Hanemann mit einer ganz neuen Werkschau.

Gerhard Hanemann ist ein neugieriger Mensch mit vielen Ideen und Lust am Gestalten. Nehmen wir „ART-Dorf“, diese Freilichtgalerie Ötlingen mit gut 70 Bildern an Fassaden und 10 Skulpturen in Vorgärten: Sie ist sein Werk. Er selbst ist an der oberen Ortsausfahrt zu Hause, er hat in denkmalgeschützten Räumen eine Kunstdruckwerkstatt eingerichtet, ei-

nen Kunst-Shop, sein Malatelier, eine Galerie – und in dieser sind bis Ende Mai erstaunliche eigene Werke zu sehen. Licht-Bild lautet hier das Stichwort. Mit gesundem Licht und seiner Wirkung auf den Menschen beschäftigt sich Gerhard Hanemann seit mehr als 20 Jahren. Lichttherapie kann kleine Wunder bewirken, im Zentrum steht Vollspektrumlicht: Es bildet das natürliche Spektrum des Sonnenlichts nach, mit allen sieben Farben des Regenbogens. Was Hanemann sich fragte: Könnte er seine Malerei mit dem Wissen um Lichttherapie verbinden? Er hat nach langem Probieren mit reflektieren-

den Spezialfolien, ausgesuchten Lacken und weiteren Zugaben eine Serie neuer Bilder geschaffen, die je nach Lichtfall und Blickwinkel andere Farben aufscheinen lassen – sie bringen Glanz und ein Leuchten in Räume. Und wenn diese erstaunlichen Bilder mit Vollspektrumlicht angestrahlt werden, werfen sie angenehm einen Teil zurück. INFO Galerie & Kunstdruckwerkstatt Hanemann, Weil am Rhein-Ötlingen, Dorfstraße 107. Geöffnet Mittwoch bis Freitag 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 13 bis 18 Uhr. Die neue Werkschau von Gerhard Hanemann ist bis Ende Mai zu sehen.


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„Dreizack“ geöffnet

Für die Verlängerung der Tramlinie 8 nach Weil am Rhein war eigens eine Trambrücke über die Schienen der Oberrheinbahn gelegt worden, parallel zur alten Friedensbrücke. Jetzt endlich hat die Deutsche Bahn auch eine Verbindung von der Trambrücke hinunter zur Eisenbahn (und der Regio-S-Bahn) fertiggestellt: drei Abgänge zu den Bahnsteigen des Bahnhofs Weil am Rhein, genannt: „Dreizack“.

Nach Weil zum Regio Gartenzauber Das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau wird an diesem Wochenende (27. bis 29. April) wieder Ausstellungsfläche für die Regio Gartenzauber Weil am Rhein. Etwa hundert zum Teil internationale Aussteller präsentieren alles rund um Garten, Haus und Lebensart. Die Aussteller sind be-

hilflich bei der Planung eines Gartens und bieten ein vielseitiges Angebot an Pflanzen, Dekoration, Arbeitsgeräten, Möbeln, Bauelementen und Kulinarischem. Das weitläufige Gelände des Dreiländergartens lädt zum Bummeln und Verweilen ein – ein Ausflug für die ganze Familie.


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Das Comeback des Chanderli

Die Handwerker des Kandertalbahn-Vereins haben über Jahre hinweg ganze Arbeit geleistet. Die ungezählten Liebhaber der historischen Kandertalbahn freuen sich auf die ersten Betriebswochen. Beim Saisonstart am 1. Mai wird die Dampflok 378 der früheren österreichischen Staatsbahn die Personenwagen ziehen – aber schon im Juni dürfte sie abgelöst werden vom „echten“ Chanderli: der Lok 30. Gefertigt wurde die beliebte Lok 30 – es ist die preussische T3 – im Jahr 1904 von Borsig in Berlin Tegel: eine einfache und robuste Maschine,

gebaut in großer Stückzahl. Eingesetzt wurde sie auf der Nebenbahn Biberach-Oberharmsbach im Schwäbischen, kam aber 1955 ins Kandertal und fuhr im regulären Fahrplan bis 1966 – da wurde der Dampfzugbetrieb eingestellt. Schon 1969 nahm jedoch die Museumsbahn Fahrt auf, die Lok 30 wurde wieder angeheizt.

Eine Testfahrt. Die Kan-

dertal-Saison 2011 fuhr das Chanderli noch, danach kümmerten sich die Hand-

werker des Vereins Kandertalbahn um die Maschine. Kessel, Fahrwerk und Gehäuse wurden gründlich wiederaufgearbeitet. Inzwischen hat der TÜV die Lok auch abgenommen. Noch steht aber eine Testfahrt aus. Im Juni sei es aber so weit, dann kehre das Chanderli zurück, versichert Jürgen Lange, der Oberste Betriebsleiter der Kandertalbahn. In den Werkstätten am Bahnhof Kandern geht die Arbeit gleich weiter. Jetzt widmet sich der Verein

Unter Dampf

Die Fans vor allem freuen sich: Wie jedes Jahr heizt der Verein Kandertalbahn erstmals am 1. Mai die Dampflok an und schickt sie auf die historische Bahnstrecke von Weil-Haltingen nach Kandern. Die Kandertalbahn ist eine erhalten gebliebene klassische Nebenbahn – deren Geleise im Übrigen von den Gemeinden im Kandertal für einen Zweig der Regio-S-Bahn gewünscht sind. Die Strecke zweigt in Haltingen von der Rheintalbahn ab und führt über 13 Kilometer durchs Kandertal mit Haltestellen in Binzen, Rümmingen, Wittlingen, Hammerstein und im Töpferstädtchen Kandern. Dort am Bahnhof stehen die Lokschuppen und Werkstätten des Vereins.

Der Fahrplan (nach dem 1. Mai jeden Sonntag bis zum 21. Oktober, zusätzlich am 10. Mai): ab Kandern 9.10, 13 und 16 Uhr; ab Haltingen 10.15, 14.15 und 17 Uhr. Fahrpreise: 6 Euro eine Strecke, halber Preis für 6- bis 16-Jährige, Familienkarte 27 Euro (für Hin- und Rückfahrt). INFO www.kandertalbahn.de Tourist-Information Kandern, Telefon (0049)7626-972356

der Lok 7, die 1907 in den Borsig-Werken für die Kandertalbahn gefertigt worden war, lange Zeit dann in Staufen (Markgräflerland) stand und vor wenigen Jahren zurückgekehrt ist – nicht zuletzt der Kessel der Lok 7 muss saniert werden. Zudem gilt es, historische Wagen fahrtüchtig zu machen.

Kohle aus Wales. Noch-

mals zum Saisonstart am 1. Mai. Die nahe am Bahnhof Kandern Wohnenden haben den sonntäglichen

Fahrten stets mit etwas Grauen entgegengesehen – der Ruß und Gestank hat die Wohnqualität beeinträchtigt. Seit 2016 aber kauft der Verein nicht mehr Kohle aus Schlesien, sondern aus Wales ein: Sie verbrennt schonender, sie riecht nicht so intensiv nach Schwefel und auf die Gärten und Balkone der Nachbarn setzt sich nicht mehr so viel Ruß. Allerdings ist sie etwa doppelt so teuer. Dafür hält aber auch die Glut länger, der Verbrauch ist gesunken.


21

Mai 2018

Neue Farben, frische Formen Kandern zeigt Keramik aus den 1950er-Jahren.

Die Treppe hinauf zum Schlossportal, wo man sich zu geführten Besichtigungen trifft.

Familientag auf Schloss Bürgeln Die Saison auf Schloss Bürgeln beginnt mit dem großen Familientag am Sonntag, 6. Mai von 10 bis 18 Uhr. Der noble frühklassizistische Bau mit dem verspielten Rokokodekor liegt über dem Markgräflerland, vor der grünen Kulisse des Hochblauen – und bietet bemerkenswerte Ausblicke in den Sundgau und zu den Vogesen, im Süden über den Jura hinweg zu den Alpen. Beim Familientag gibt es Musik, einen Wein- und Sektbrunnen, große Zauberei und Kinderschmin-

ken. Die ehrenamtlichen Führer laden ein, das Schloss zu erkunden. Die Zahl der Parkplätze ist begrenzt. Deshalb bieten Otto’s Bustouren ab 10 Uhr morgens und dann stündlich einen kostenlosen Busshuttle von Schliengen (Abfahrt und Ankunft auf dem Vollmer-Areal, am nördlichen Ortsende) auf das Schloss an. Abseits des Familientags: Von März bis Oktober bietet das Schloss täglich um 11 und um 12 Uhr sowie um 14, um 15 und 16 Uhr Schlossführungen an.

Der Schrecken des Zweiten Weltkriegs hielt noch lange an – aber in den 1950er-Jahren, mit dem wirtschaftlichen Aufschwung, fassten die Menschen neuen Lebensmut. Im Rückblick sieht man das auch am neu aufgekommenen Geschirr und neuer Keramik: In Form, Farbe und Dekor sind Gefäße und Objekte so vielfältig und abwechslungsreich, wie man es aus vorangegangenen Epochen des Art déco und des Jugendstils nicht kannte. Man kann sich jetzt ein Bild machen im Heimatund Keramikmuseum Kandern. Dort hat Hermann Hakenjos als Kurator die Sonderausstellung „Keramik der 1950er Jahre“ geschaffen. Sie umfasst etwa

80 Exponate von französischen und deutschen Leihgebern. Neben den gängigen Gefäßformen wurden nun verstärkt asymmetrische Keramiken – auch mit gebogenen Hälsen–, doppelkonische Gefäße, Mehrfachhalsvasen sowie Loch- und Bügelhalsvasen hergestellt. Auch abge-

– in Anlehnung an die Art déco Bewegung der Vorkriegszeit –, organische Motive, Phantasiedarstellungen, Szenen des täglichen Lebens, Tiere, Punkte, Linien und vieles mehr.

schrägte- oder Fischmaulöffnungen wurden kreiert und Fazzoletto-Formen geschaffen, die an gefaltete Taschentücher erinnern. Neu und frisch waren auch die Farben, äußerst vielfältig und ideenreich dank der Fortschritte in der Glasurherstellung. Auffallend sind auch die vielseitigen Dekore wie geometrische Bemalungen

INFO Bis 28. Oktober 2018 im Heimat- und Keramikmuseum Kandern, Ziegelstraße 30 (im Ortskern, nahe der Kirche). Geöffnet Mittwoch 15 bis 17.30 Uhr, Sonntag 10 bis 12.30 und 14 bis 16 Uhr. Sonderführungen über Tourist-Information Kandern, Telefon (0049)7626972356.


Drei Tage Markt auf Schloss Beuggen

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Den 22. Töpfer- und Künstlermarkt auf Schloss Beuggen (Rheinfelden) wird es vom 28. April bis 1. Mai geben. Geöffnet ist der Markt von 10 bis 19 Uhr. Zugesagt haben rund 150 Künstler, es wird Musik haben, Marionettentheater und vieles mehr. Anfahrt mit dem Velo bietet sich an, ebenso mit der Hochrheinbahn: Sie hält nahe am Schlossportal.

Die Schienen auf deutscher Seite des Hochrheins, am anderen Ufer Laufenburg in der Schweiz.

Hochrhein bald unter Strom?

Die deutsche Bahnstrecke am Hochrhein wird bis spätestens 2025 elektrifiziert. Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat die Hochrheinbahn sowie fünf andere Projekte in die Kategorie eines Elektrifizierungskonzepts für das Schienennetz in Baden-Württemberg aufgenommen. „Wir glauben, wenn der Verkehr auf der Straße elektrifiziert wird, kann der Schienenverkehr nicht weiter dieseln“, erklärte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in Stuttgart. Die Schiene dürfe ihren ökologischen Vorteil gegenüber der Straße nicht verlieren.


23 Ohne Abgabe über den Zoll

• Mehrwertsteuer: Wer in der badischen Nachbarschaft einkauft und in die Schweiz zurückkehrt, muss für die Waren nur dann Mehrwertsteuer bezahlen, wenn ihr Wert (pro Person) über 300 Franken liegt – aber dann für den gesamten Warenwert. • Zollpflichtig sind Waren, bei denen eine Freimenge festgesetzt und diese überschritten ist. Fleisch: Pro Person ist 1 Kilogramm frei – egal ob verarbeitet oder nicht; bei Wild und Fisch gibt es kein Limit. Butter/ Rahm: 1 Kilogramm bzw. Liter ist frei. Öle/Fette/Margarine: 5 Kilogramm sind frei. Alkoholisches bis 18% Vol.: 5 Liter sind frei. Alkoholisches über 18% Vol.: 1 Liter ist frei. Zigarren/ Zigaretten: 250 Stück sind frei. Werden Limiten überschritten, wird lediglich auf die Mehrmenge eine Zollabgabe erhoben – bei Fleisch zum Beispiel 17 Franken je Kilo. • Information im Detail im Internet: www.ezv.admin.ch

Info

Die Mehrwertsteuer gibt es wieder zurück

In seinem Geschäft der Wahl im Badischen füllt der Verkäufer jedem Schweizer Kunden auf Wunsch eine Ausfuhrbescheinigung aus, den „grünen Zettel“. Der Kunde lässt ihn bei der Ausreise am Schalter des deutschen Zolls abstempeln und unterschreiben. Dazu muss er mit Personalausweis das Wohnen in der Schweiz belegen; die Ware muss jetzt im Auto bzw. in der Einkaufstasche liegen. Kommt der Kunde das nächste Mal ins Geschäft, legt er die Ausfuhrbescheinigung vor und erhält die im Rechnungsbetrag enthaltenen 19 Prozent (bei den meisten Lebensmitteln sind es 7 Prozent) Mehrwertsteuer zurück: Bei einem Einkauf über 100

Euro wären das fast 16 Euro – eine lohnende Angelegenheit. Eine Sonderregelung gilt für „Gegenstände zur Ausrüstung und Versorgung eines Beförderungsmittels“: Keine Rückerstattung gibt es für alles, was fürs Auto oder Velo gekauft und lose über die Grenze gebracht wird – zum Beispiel eine neue Stoßstange im Kofferraum. Wird die Stoßstange jedoch in einer Werkstatt sofort eingebaut, gibt es die Umsatzsteuer zurück.

Die nächste Ausgabe liegt am 31. Mai im Briefkasten.

Starker Franken lockt ins Badische

Mit Franken lohnen sich Einkäufe auf badischer Seite des Grenzlands, was die Detaillisten dort erfreut registrieren und ebenso die Marktfrauen, Handwerker und Gastronomen. Lust aufs Einkaufen im Badischen macht aber nicht nur der anhaltend gute Frankenkurs. Weiterhin ist von vornherein vieles merklich günstiger zu haben, und obendrein bekommt ein Kunde aus der Schweiz noch die Mehrwertsteuer zurück. Zudem imponiert in gut geführten Geschäften immer wieder der Service.

Gewusst wo Städte und Gemeinden im Landkreis Lörrach


24 Blumenschmitt und Blumensteul ziehen Pflanzen selbst � vor allem wegen der hohen Qualität.

Bunte Pracht

Seit über 80 Jahren kommen Gartenliebhaber bei Blumenschmitt in Lörrach und Blumensteul in Rheinfelden auf ihre Kosten. Pflanzen, Stauden und Gehölze in Gärtnerqualität

bilden im Frühjahr und Sommer das Hauptsortiment für den interessierten Hobbygärtner. Eine Vielzahl der hier zum Verkauf angebotenen Pflanzen werden in der eigenen Gärtnerei in Bin-

Kamado Joe

zen „Im Niederfeld“ selbst gezogen und können dort auch direkt eingekauft werden. Beginnend bei den Primeln und Stiefmütterchen früh im Jahr, weiter mit der Vielfalt der Balkonpflanzen und des Sommerflors bis hin zu den Weihnachtssternen für das Ende des Jahres. Auf rund 1,5 Hektar Fläche kultiviert die Gärtnerei Schmitt fast eine Millionen Pflanzen jährlich. „Nur dadurch können wir die Qualität und Individualität bieten, die unsere Kundschaft hier im Dreiländereck seit Jahren von uns kennt“, sagt Gärtner-

meister Wolfgang Schmitt, Mitinhaber des Unternehmens. Der zertifizierte Betrieb produziert mit neuesten Umweltschutzmaßnahmen. TIPP Am 27. April um 10 Uhr wird in Binzen die feierliche Pflanzentaufe der Beet- und Balkonpflanze des Jahres 2018 begangen. Am 28./29. April ist Tag der offenen Gärtnerei in Binzen, und am 1. Mai wird zum Maibummel geladen. Geöffnet ist an allen drei Terminen jeweils von 9 bis 17 Uhr, mit Flammkuchen, Grillgut, Kaffee und Kuchen.

Starker Wuchs: ein Blick in die Gärtnerei Schmitt. Über 50 Grillmodelle stehen zur Wahl und können sofort mitgenommen werden.

Auch wer sein FreiluftWohnzimmer mit Sitzlounge, Sonnenschirm und Gartenliege verschönern will, ist in den beiden großen Gartencentern in Lörrach und Rheinfelden an der richtigen Adresse: In der Grill-, Gartenmöbel- und Dekoausstellung findet sich für jeden Geschmack Passendes. Bei den Grills setzen die Gartencenter Schmitt und Steul auf starke Marken: Neben Napoleon und Outdoorchef steht seit dieser Saison auch die kanadische Marke Kamada Joe im Sortiment.

Gewusstwo26 04 2018  
Gewusstwo26 04 2018  
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