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Freizeit & Erholung

Sonderbeilage ∙ Sommer 2021

www.verlagshaus-jaumann.de


Die Oberbadische Markgräfler Tagblatt Weiler Zeitung

Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2021

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n Inhaltsverzeichnis Burgruine hat viel zu bieten Die Burg Rötteln zählt zu beliebtesten Ausflugszielen der Region Blick über Grenzen und Epochen Das Dreiländermuseum bietet eine Dauer- und mehrere Sonderausstellungen Ökologie und Technik im Einklang Das Naturbad Riehen bietet Schwimmvergnügen ohne Chlor Blühende Wasser am Bodensee Die Insel Mainau lockt in diesem Jahr mit schwimmenden Gärten Mobilität hautnah erleben Das Verkehrshaus Luzern zeigt eine Fülle beeindruckender Fahrzeuge Mehr als eine grüne Lunge Die Langen Erlen sind Erholungsgebiet, Tierpark und Trinkwasserreservoir Der Mensch im Mittelpunkt Die Gemeinde Riehen hat ihr Museum neu gestaltet Ein Sommerausflug an den Rhein Den Blick von der Breisacher Münsterterrasse genießen (Holz-)Tiere warten auf ihre Entdeckung Der Erlebnisweg Gersbach ist gut geeignet für eine Tour mit Kindern Schifffahrtsromantik auf dem Rhein Eine Fähre verbindet Kaiseraugst und Herten Lebendige Geschichte Die Doppelgemeinde Grenzach-Wyhlen bietet einen Hör-Spaziergang Erinnerung an den großen Dichter Das Literaturmuseum in Hausen erhellt das Leben von Johann Peter Hebel Idyllisch gelegener Geheimtipp Der Nonnenmattweiher beherbergt seltene Tier- und Pflanzenarten Techniken der Textilherstellung Das Wiesentäler Textilmuseum beleuchtet die Geschichte des Industriezweigs Paradies für gefiederte Freunde Der Vogelpark Steinen freut sich über Besucher Der Verein kann wieder loslegen Der Schneiderhof in Kirchhausen hat wieder geöffnet Aufgewertet und erweitert Rheinpark: Spiel- und Sportachse bietet Angebote für Jung und Alt Kleinod am Markgräfler „Wiiwegli“ „Maria Hügel“ bei Bamlach lädt zum Innehalten ein Vorbei an Möbel-Miniaturen Der Vitra Designweg zeigt einige Höhepunkte des modernen Möbeldesigns Bahnfahrten für Nostalgiker Das Kandertal lässt sich auch hervorragend mit der Dampflok erkunden Viele spannende Einblicke Wanderung zwischen Natur und Kalkwerk-Produktion in Efringen-Kirchen Antike mit allen Sinnen erleben Die Römerstadt Augusta Raurica lockt mit einem besonderen Ferienerlebnis

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Ein imposanter Anblick Auch heute noch ein imposanter Anblick: Die Burgruine Rötteln, hoch über Lörrach, bietet Besuchern einen eindrucksvollen Anblick. Foto: Manfred Herbertz

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Vitra-Möbel im Mini-Format Der Designweg führt vom Stadtzentrum Weil am Rhein bis zum Vitra Campus vorbei an zwölf sich drehenden Vitrinen. Foto: zVg/Vitra/Dejan Jovanovic

n Impressum Verantwortlich für den Inhalt: Guido Neidinger und Bernhard Konrad Redaktion: Alexander Anlicker, Marco Fraune, Alexandra Günzschel, Silke Hartenstein, Manfred Herbertz, Bernhard Konrad, Ralph Lacher, Ingmar Lorenz, Gerd Lustig, Petra Martin, Kristoff Meller, Saskia Scherer, Peter Schwendele, Gerd Sutter Anzeigen: Achim Abele Titelfoto: Marco Fraune Druck: Druckzentrum Südwest, Villingen-Schwenningen Die Beilage „Freizeit und Erholung“ ist ein Produkt des Verlagshauses Jaumann, Lörrach (DIE OBERBADISCHE, MARKGRÄFLER TAGBLATT, WEILER ZEITUNG). Es erscheint jährlich in einer Auflage von 25 000 Exemplaren. Die Herstellung erfolgte ausschließlich mit Recycling-Papier.

Geheimtipp für Naturfreunde Der inmitten eines Naturschutzgebiets gelegene Nonnenmattweiher im Kleinen Wiesental lockt Naturliebhaber und Erholungssuchende an. Foto: Ralph Lacher


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Diese Ruine hat viel zu bieten Denkmal | Die Burg Rötteln zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region n

Von Manfred Herbertz

Unübersehbar thront die Burgruine Rötteln über Lörrach und dem Wiesental. Sie bieten dem Besucher eine außerordentliche Aussicht über Lörrach und die Rheinebene bei Basel bis hin zu den Alpen. Sie zählt mit zu den beliebtesten Attraktionen der Region. Tausende Gäste pilgern alljährlich dorthin, um den herrlichen Rundblick zu genießen oder auf historische Spurensuche zu gehen, denn die Burgruine Rötteln kann von einer wechselvollen, spannenden Geschichte erzählen. Ein gepflegter Grillplatz hinter der Burg und ein Restaurant locken zum Verweisen. Gerne wird die historische Kulisse auch für Hochzeiten genutzt. Auch die Kultur hat auf der Burg einen festen Platz gefunden. Alljährlich finden seit 1968 die über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Burgfestspiele statt, und seit über 20 Jahren heißt es „Jazz auf der Burg“ . Für Wanderer ist sie zudem eine beliebte Anlaufstation. Auch der Westweg Pforz-

Auch heute noch ein imposanter Anblick: Die Burgruine Rötteln, die hoch über Lörrach und dem Wiesental dem Besucher einen eindrucksvollen Anblick bietet und vom einstigen Glanz ahnen lässt. Fotos: Manfred Herbertz heim-Basel führt auf seiner elften Etappe an der Burg vorbei. Rötteln wurde 1259 erstmals urkundlich erwähnt und gehört zu den imposanten mittelalterlichen Burganlagen mit einer Ausdehnung von nahezu 300 Metern Länge. Sie ist die drittgrößte Burgruine in Baden. An der gewalti-

Das Wappen der Markgrafen von Baden-Hachberg, das von Steinbockhörnern als Helmzier geschmückt wird, über dem Eingang zur Oberburg

gen Anlage bauten drei verschiedene Herrscherfamilien rund 500 Jahre: Zunächst waren es die Herren von Rötteln, die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg übernahmen ab 1315 die Herrschaft. 1356 erschütterte ein schweres Erdbeben das Dreiländereck, dabei nahm die Burg Schaden. 1503 fiel Rötteln an die Markgrafen von Baden-Durlach. 1678 schließlich wurde die Burg im holländischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen zerstört. Die Burg erstreckt sich in Nord-Süd-Ausrichtung auf einem Hügelrücken, von dem aus das Umland bestens kontrolliert werden konnte. Der älteste Teil der Burg befindet sich oben: Bergfried und Schildmauer im Norden bilden den Kern, von dem aus die Befestigung nach Süden hin erweitert wurde. Nach Süden, Westen und Osten fällt das Gelände stark ab und musste deswegen kaum gegen Feinde geschützt werden. Nur von Norden, über den

Hügelkamm, drohte Gefahr. Diese Seite wurde besonders befestigt: Der Fels wurde abgegraben und eine mächtige Schildmauer errichtet. Die Markgrafen von Baden-Durlach ließen zudem am südlichen Ende eine sternförmige Schanze anlegen.

Meterdicke Sandsteinwände

Welche Pracht auf der Burg Rötteln geherrscht haben muss, zeigt sich in der Oberburg. Bestens erhalten ist der schräg gestellte, quadratische Bergfried mit meterdicken Sandsteinwänden. An der Ostseite deuten Fensteröffnungen und Kaminansätze auf den Komfort im dreigeschossigen Hauptgebäude, dem Palas, hin. Gegenstände, die im Burggraben gefunden wurden, sind heute im Museum zu sehen und lassen erahnen, wie dort gelebt wurde. 1926 wurde der Röttelnbund gegründet, der sich mit viel ehrenamtlichem Engagement bis heute um die Restaurierung der

Burg verdient gemacht hat. So wurde 1989 der Wiederaufbau der Landschreiberei gefeiert, 2001 die Wiedereröffnung des Gillers und 2010 die Aufstockung des Betriebsgebäudes.

Info Öffnungszeiten: 21. Mai bis 31. Oktober: Montag bis Sonntag und an Feiertagen: 10 bis 18 Uhr, Letzter Einlass 17.30 Uhr. 1. November bis 14. März: Samstag, Sonntag und an Feiertagen 11 bis 16 Uhr, letzter Einlass 15.30 Uhr. Bei Eis und/ oder Schnee, Gewitter oder Unwetterwarnung geschlossen. Beim Besuch gelten die Auflagen der aktuellen Corona-Verordnung. Eintrittspreise: Erwachsene 2,50 Euro, Ermäßigte und Kinder ab sechs Jahren zwei Euro. Zusätzlich bietet der Röttelnbund geführte Rundgänge für Gruppen an. Mehr Infos unter www.burgruineroetteln.de


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Blick über Grenzen und Epochen Kunst | Das Dreiländermuseum bietet eine Dauer- und mehrere Sonderausstellungen

Das Lörracher Dreiländermuseum zeigt mit der Dreiländerausstellung in deutscher und französischer Sprache die zentrale Dauerausstellung zur Geschichte und Gegenwart der Drei-Länder-Region am Oberrhein. Daneben präsentiert es mehrere große Sonderausstellungen.

Sonderausstellung: „Kunst und Nationalsozialismus“

Die Ausstellung präsentiert bis Sonntag, 10. Oktober, zahlreiche Gemälde, Grafiken und Skulpturen, die Zeugnis von der Zeit zwischen 1933 und 1945 geben. Rund 100 Werke prominenter badischer Künstler, darunter Hans Adolf Bühler, Adolf Strübe, Hermann Burte, Max Laeuger und August Babberger, werden im Kontext der NS-Diktatur be-

trachtet. Anhand von zahlreichen Quellen und Dokumenten, die Aufschluss über den damaligen Kunstbetrieb geben, werden biografische Lücken geschlossen. Das breite Spektrum des Kunstschaffens reicht laut dem Dreiländermuseum von verschmähten „entarteten“ Stilrichtungen bis hin zu staatlichen Aufträgen und so genannter „Blutund-Boden-Malerei“. Eine zentrale Frage bleibt, inwieweit Anpassung und schweigende Teilnahme sich künstlerisch und ethisch von Opportunismus und aktiver Förderung unterscheiden.

Die NS-Diktatur in Brombach, Haagen und Hauingen

Die Ausstellung beleuchtet ebenfalls bis Sonntag, 10. Oktober, die nationalsozialistische Diktatur in

den damals noch selbstständigen Lörracher Ortsteilen. Ausgehend von der Situation in den einzelnen Gemeinden wird aufgezeigt, wie die Verheißungen der Nationalsozialisten auf Wohlstand, nationale Einigkeit und äußerer Größe gerade in den strukturschwachen Gemeinden vor dem Jahr 1933 auf besonderes Gehör stießen.

Von „entarteten“ Stilrichtungen bis zu staatlichen Aufträgen

Thematisiert werden der lokale Aufstieg der NSDAP, die „Gleichschaltung“ der Kommunen nach 1933; ebenso die Verfolgung von Mitgliedern der Arbeiterbewegung sowie Ausgrenzung anderer Gruppen, die Willkür- und Vetternwirtschaft der lokalen Parteikader und die Zunahme des Terrors im Zweiten Weltkrieg.

„1870/71: Nachbarn im Krieg“ im Hebelsaal

Die Gründung des Deutschen Reiches während des Deutsch-französischen Krieges vor 150 Jahren war in Deutschland kaum Thema. In Frankreich hingegen gab und gibt es dazu einige Ausstellungen. Im Rahmen eines deutsch-französischen Projektes präsentiert das Dreiländermuseum die Ausstellung „1870/71 – Nachbarn im Krieg“ bis 9. Januar 2022 im Hebelsaal und bietet darüber hinaus einen besonderen Rundgang durch die ständige Dreiländerausstellung zu diesem Thema an. Mit einer Auswahl historischer Bilder, Dokumente und weiteren Originalexponaten werden die Auswirkungen dieses Krieges am südlichen Oberrhein beleuchtet. Erstmals zu sehen sind nun auch zahlrei-

Adolf Riedlin, „3 Arbeiter“, um 1937, Öl auf Leinwand. Foto: zVg/Sammlung Dreiländermuseum che Neuzugänge von Objekten aus dieser Zeit, mit denen die Sammlung des Dreiländermuseums ergänzt werden konnte. Die Ausstellung im Hebelsaal wird in deutscher und französischer Sprache gezeigt. Zur Vertiefung führt überdies ein Begleitheft interessierte Besucher entlang von Exponaten des Themenbereichs durch die ständige Dreiländerausstellung des Museums.

Info Dreiländermuseum, Basler Straße 143, Lörrach, Tel. 07621/415 150. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, jeweils von 11 bis 18 Uhr, für Gruppen sind bei rechtzeitiger Voranmeldung auch Besuche täglich zwischen 8 und 22 Uhr möglich. Mehr Informationen auf der Homepage des Museums unter www. dreilaendermuseum.eu


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Ökologie und Technik im Einklang

Schwimmen | Das Naturbad Riehen bietet tolle Architektur und Schwimmvergnügen ohne Chlor n

Von Manfred Herbertz

Schwimmvergnügen, ohne vom Chlor gerötete Augen zu haben und ohne chemische Zusätze, die weder Bindehaut noch Schleimhäute reizen, davon träumen nicht nur Allergiker oder empfindliche, sondern auch umweltbewusste Menschen. Wer einmal in einem Naturbad schwimmen war, möchte das Erlebnis nicht mehr missen. Einen solchen Badebesuch ohne Bedenken zu genießen, ist im hübschen Riehener Naturbad möglich. Dieses Bad erweist sich als attraktives Schwimmbad mit einer tollen Architektur, gestaltet vom Basler Büro Herzog & de Meuron, und es verfügt zudem über eine zeitgemäße Infrastruktur. Es ist bewusst auf Familien ausgerichtet und ist überschaubar. Das Naturbad bezieht Landschaft und Natur der Gemeinde Riehen mit ein, ist umweltfreundlich und baut auf fortschrittliche Technologien. Es mauserte sich seit seiner Eröffnung 2014 zu einer Attrak-

Info Naturbad Riehen, Weilstrasse 69, Tel. +41 (0)61/ 646 81 18. Öffnungszeiten: Hauptsaison bis 15. August: 9 bis 20 Uhr, dienstags ab 10 Uhr, freitags bis 21 Uhr. Nachsaison: 16. August bis 19. September, 9 bis 19 Uhr, dienstags ab 10 Uhr, freitags bis 20 Uhr. Eintrittspreise: Einzeltickets und Abos können online oder an der Badkasse gelöst werden. Einzeleintritte: Kinder und Jugendliche (6 bis 16) 2,50 CHF; Schüler, Lehrlinge und Studierende (bis 25 Jahre) 4 CHF, Erwachsene (ab 16 Jahren) 6 CHF www.naturbadriehen.ch

Das Naturbad in Riehen ist eines der schönsten Schwimmbäder in der Region und lockt mit Badewasser ohne Zusätze von Chlor und anderen Chemikalien vor allem auch Familien zum ungetrübten Badespaß. Foto: zVg/Naturbad Riehen tion in der Region, die für alle etwas bietet: So gibt es ein Kleinkinderplanschbecken mit Wasserspielen, ein Nichtschwimmerbecken mit Strandbereich und Rutschbahn sowie ein Schwimmer- und ein separates Sprungbecken. Das Schwimmbecken präsentiert sich als zusammenhängender, natürlich anmutender und von Pflanzen umgebener Badesee, in dem hin und wieder auch zum Nachtbaden eingeladen wird. Genügend Fläche zum Baden, Spielen, Liegen sind vorhanden. Die Badefläche umfasst mehr als 1000 Quadratmeter. Abgerundet wird das breite Angebot durch ein gemütliches Café-Restaurant mit Innen- und Außensitzplätzen sowie einer Konsummöglichkeit für Spaziergänger. Das Betriebsgebäude mit Café, Garderoben und Kasse ist in unbehandeltem Lärchenholz gehalten. Sitz- und Liegemöglichkeiten, zum Badebereich führende Holzstege und eine Dachterrasse bieten Aufenthaltsflächen von zeitloser

Eleganz und bringen Schönheit und Technik in Einklang.

So funktioniert ein Naturbad

In einem Naturbad erfolgt die Wasseraufbereitung ökologisch. Es nutzt in Anlehnung an die Selbstreinigungskraft natürlicher Gewässer biologisch-mechanische Prozesse. Dabei ist ein Naturbad nicht einfach nur ein „normales“ Gewässer wie ein See oder ein Fluss. Im Hintergrund arbeitet modernste Technik in einer speziellen Wasseraufbereitungsanlage für eine hohe Wasserqualität. Keime werden durch Mikroorganismen eliminiert, und die Pflanzen nehmen die Nährstoffe im Wasser für ihr Wachstum auf. Filter sorgen dafür, dass Schwebestoffe abgesogen werden. Das Riehener Naturbad wurde vom Internationalen Olympischen Komitee und der Internationalen Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen IAKS mit dem Award in Gold für beispielhafte

Sport- und Freizeitanlagen ausgezeichnet. Auf der gegenüberliegenden Seite der Weilstrasse laden ganzjährig kostenlos ein Grillplatz

samt WC, ein Beachvolleyballfeld, Tischtennistische und der Weilmühleteich zum Zusammensein, Verweilen und Entspannen ein.


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Blühende Wasser am Bodensee

Blumen | Die Insel Mainau lockt mit schwimmenden Gärten, Wasserskulpturen und vielem mehr

Ab sofort ist das Motto der Insel Mainau immer zwei Jahre zu sehen, daher lädt auch das Blumenjahr 2021 Besucher ein, die Gärten der Insel unter dem Motto „Blühende Wasser, schwimmende Gärten“ zu entdecken. Passend zum Jahresmotto stehen im Ufergarten 19 mit Wasser- und Sumpfplanzen gefüllte Badewannen, darunter etwa Wechselblättriges Zyperngras aus Madagaskar, Indisches Blumenrohr, Seerosen oder Taro. Kombiniert mit dem einzigartigen Blick auf den Bodensee, dem Alpen-Panorama und den schneeweißen Badewannen ist hier eine extravagante BadewannenWassergartenSzenerie entstanden. Eine der Badewannen ist für die Besu-

Passend zum Jahresmotto stehen im Ufergarten 19 mit Wasser- und Sumpfplanzen gefüllte Badewannen. Foto: zVg/Insel Mainau/Peter Allgaier cher für ein außergewöhnliches Fotomotiv freige-

blieben. Die Wasserskulpturen der polnischen Bildhauerin Małgorzata Chodakowska sorgen für neue Perspektiven und Bildmotive im Mainau-Park. Insgesamt zehn kunstvolle Skulpturen aus Bronze und Holz, darunter auch eine tanzende Ballerina mit einem Tutu aus Wasser im Italienischen Rosengarten, werden in diesem Blumenjahr an verschiedenen Orten auf der Insel Mainau zu sehen und je nach Jahreszeit von der wechselnden Mainau-Blütenpracht und glitzerndem Wasser umgeben sein.

für Fragen, etwa zu gärtnerischen Themen, Botanik sowie Veranstaltungen. Die Teilnehmenden besuchen gemeinsam das Arboretum, den Italienischen Rosengarten, das Palmenhaus und die Schlosskirche St. Marien. Der Treffpunkt für die Offene Führung ist im Schlosshof.

Info

Führung „Das Beste der Mainau“ Im Rahmen der Offenen Führung „Das Beste der Mainau“ erfahren Besucher täglich ab 13.30 Uhr Wissenswertes aus erster Hand über die Geschichte der Insel Mainau, das Wirken der Familie Bernadotte und über den ein oder anderen Pflanzenschatz auf der Insel. Natürlich ist dabei auch Zeit

Ab dem 27. August können täglich die Dahlien auf der Dahlienschau bestaunt werden. Sie gehört zu den Höhepunkten im Mainau-Blumenjahr, bei der alljährlich rund 12 000 Dahlien in mehr als 270 Sorten ihre Farben- und Formenvielfalt präsentieren und den Dahlienhang in ein Blütenmeer verwandeln.

Kleine Ballerina Foto: Lothar Sprenger

Aktuell (Stand: 22. Juli) von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Letzter Einlass: 17.30 Uhr, Eintritt ohne Test möglich. Der Kauf von Online-Tickets wird empfohlen, der Kauf an den Kassen ist aber möglich. Achtung: lange Wartezeiten vor Ort und Maskenpflicht beachten. Das Schmetterlingshaus ist von 10 bis 19 Uhr geöffnet, letzter Einlass: 18.30 Uhr. Das Palmenhaus ist von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Tägliche Parkführung von 13.30 bis 14.30 Uhr. Treffpunkt: Schlosshof Der Inselbus fährt nicht. n www.mainau.de


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Mobilität hautnah erleben

Verkehrshaus | Fahrzeuge auf Schienen, Straßen, zu Wasser, in der Luft und im Weltraum

An den Ufern des Vierwaldstättersees in Luzern gibt es Mobilitätsgeschichte auf mehr als 20 000 Quadratmetern. Das Verkehrshaus ist das meistbesuchte Museum der Schweiz, an 365 Tagen im Jahr geöffnet und lädt zu einer einmaligen Entdeckungsreise mit über 3000 Objekten ein. „Informativ und interaktiv – sammeln Sie umfängliches Wissen und spannende Erlebnisse. Der große Freiluftbereich mit Wasserbecken und zahlreichen Spielmöglichkeiten lädt bei jedem Wetter zum Verweilen ein“, schreibt das Museum. Es ist in die Bereiche Schienenverkehr, Straßenverkehr, Luft- und

Mit dem Landeanflug-Simulator lässt sich im Verkehrshaus Luzern ein Airbus am Flughafen Zürich landen. Einziges Hilfsmittel: Arme und Körperbewegungen. Foto: Johanna Unternährer/Verkehrshaus Raumfahrt sowie Tourismus gegliedert, wodurch sämtliche Aspekte der Mobilität abgedeckt werden.

Ob Rennautos, Flugzeuge, Raketen, Züge oder Schiffe – zahlreiche originale Ausstellungsstücke sowie

interaktive Installationen bieten Geschichte zum Anfassen und machen die Mobilität greifbar. Das Verkehrshaus ist aber mehr als nur ein Museum. In einer Destination werden gleich fünf Attraktionen vereint. Das Filmtheater zeigt packende Dokumentarfilme auf der größten Leinwand der Schweiz, während man im Planetarium ins Reich der Sterne und Planeten fliegt. Das Swiss Chocolate Adventure zeigt auf einer multimedialen Fahrt das Schoggiland Schweiz – von Ernte über Transport hin zu Herstellung und Vertrieb. Ohne Mobilität gibt’s keine Schweizer Schoggi. Mit „Red Bull The Edge“ wird das virtu-

elle Besteigen mithilfe von Kletterwand und VR-Brillen ermöglicht – auch ohne Besuch in Zermatt, aber inklusive Adrenalin. Das idyllische Luzern im Herzen der Zentralschweiz ist rund eine Autostunde von der Schweizer Grenze entfernt. Das Verkehrshaus erreicht man vom Stadtzentrum aus bequem in nur wenigen Minuten mit Bus, Bahn, Auto, Schiff oder auch zu Fuß entlang der Seepromenade.

Info Museum und Sonderausstellungen sind im Sommer täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. n www.verkehrshaus.ch


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Mehr als eine grüne Lunge

Lange Erlen | Erholungsgebiet, Tierpark und Trinkwasserreservoir für die Basler Bevölkerung n

Von Manfred Herbertz

Es ist ein beliebtes Freizeit- und Ausflugsziel, nicht nur für die Basler Bevölkerung, auch aus der Grenzregion kommen die Menschen immer wieder gerne in die Langen Erlen. Nicht nur wegen seines besonders bei Familien mit Kindern beliebten und inzwischen 150 Jahre alten Tierparks, sondern das Waldgebiet lädt zum Spazierengehen, Joggen, Radfahren oder einfach nur zum Verweilen ein.

Erlen sind typische Ufergehölze

Die Lange Erlen reichen über die Stadtgrenze von Basel bis nach Riehen an die deutsche Grenze. Das Naherholungsgebiet hat seinen Namen aus der Zeit, bevor die Wiese kanalisiert wurde. Erlen sind typische Ufergehölze. Noch heute umfasst das Gelände eine beachtliche Fläche von 180 Hektar Wald. Neben seiner Erholungsfunktion haben die Langen Erlen eine wichti-

Ein Damhirsch im Tierpark Lange Erlen ge Bedeutung für die Trinkwasserversorgung der Basler Bevölkerung. Etwa die Hälfte des baselstädtischen Trinkwassers wird in der Wiese-Ebene produziert.

Das schon im 19. Jahrhundert bei der Basler Stadtbevölkerung beliebte Erholungsgebiet veranlasste 1871 den Basler Ratsherrn Albert Lotz-Holzach, zusammen mit Gleichgesinnten, den Tierpark Lange Erlen und den Erlen-Verein zu gründen.

Schwarze Schwäne aus dem fernen Australien

Inmitten eines bunten Bauerngartens steht das alte Försterhaus.

Die ersten Bewohner des neuen Tierparks waren ein Paar schwarze Schwäne aus dem fernen Australien, später kamen Rehe und Hirsche sowie Ziegen, Schafe, Lamas und Exoten dazu. Der Schwerpunkt des Tierparks liegt inzwischen bei einheimischen Säugern und Vögeln. Auf die kleinen Besucher üben ganz speziell die lebhaften Kapuzineraffen eine große Anziehungskraft aus. Kontinuierlich wurde die Anlage ausgebaut. Seit 2008 gibt es eine Luchsanlage. Auch der Fuchs hat zusammen mit dem Wild-

Fotos: Manfred Herbertz schwein ein naturnahes Gehege. 2015 kamen die imposanten Wisente dazu. 2007 wurde ein Erlebnishof eröffnet. Dieser zeigt die Nutztiere. Zwergesel, Ponys, Ziegen, Kaninchen, Meerschweinchen und Hühner sind hier zu Hause. Auch wurde mit der Stiftung ProSpecieRara zusammengearbeitet, die sich für den Erhalt bedrohter Nutztierrassen und Pflanzen einsetzt. So gibt es im Bauerngarten unbekannte und in Vergessenheit geratene Gemüseund Beerensorten zu entdecken. Zudem sorgt eine Gastronomie für die Versorgung der Besucher. An die ehemalige Auenlandschaft erinnert auch der Name des Gartenbads Eglisee. Das Gebiet der Langen Erlen gehört mit zum Landschaftspark Wiese, der sich zwischen Weil am Rhein, Riehen und Basel erstreckt. Die Förderung des Grundwassers für die Basler Trinkwasserversorgung ist die

wichtigste Nutzung. Um eine übermäßige Absenkung des Grundwassers zu verhindern, werden in bewaldeten Wässerstellen täglich rund 60 000 Kubikmeter Rheinwasser zur Versickerung gebracht. Bis ins Mittelalter hatte die Wiese kein einheitliches Flussbett, sondern floss mäandernd zum Rhein. Vor 200 Jahren wurde begonnen, die Wiese zu begradigen. Jetzt wird versucht, die Wiese zu revitalisieren. Damit hofft man, die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere zu heben.

Info Tierpark Lange Erlen, Erlenparkweg 110, Basel, Öffnungszeiten: Täglich März bis Oktober: 8 bis 18 Uhr; November bis Februar: 8 bis 17 Uhr (die Seiteneingänge werden jeweils 15 Minuten früher geschlossen). Der Eintritt ist gratis. Tel.+41 (0) 61/681 43 44 www.erlen-verein.ch


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Der Mensch im Mittelpunkt Kultur & Spiel | Die Gemeinde Riehen hat ihr Museum neu gestaltet Die Gemeinde Riehen hat ihr Museum neu gestaltet: Aus dem ehemaligen Spielzeug-, Dorf- und Rebbaumuseum wurde das Museum Kultur & Spiel Riehen MUKS. Der neue Name steht für ein Museum zum Mitmachen, das den Menschen und sein Handeln in den Mittelpunkt stellt. „Dadurch werden die Dorfgeschichte, die wertvolle Spielzeugsammlung und das Thema Spiel auf ansprechende Weise miteinander verknüpft“, schreibt die Einrichtung auf ihrer Homepage. Die Ausstellungsteile „Dorf“ und „Spiel“ spüren menschlichen Tätigkeiten

nach wie „Wohnen“, „Haushalten“, „Arbeiten“, „Träumen“ oder „Kämpfen“. In den neu gestalteten Räumen entdecken Besucher das Leben in der Vergangenheit und verknüpfen es mit ihren eigenen Erlebnissen. Damit wird ein Konzept weitergeführt, das das Spielzeugmuseum bereits in seinen Sonderausstellungen erfolgreich umgesetzt hat.

Erkunden und Mitmachen

Mit seinem Angebot zum Erkunden und Mitmachen spricht das MUKS besonders Familien mit Kindern, Großeltern mit Enkeln und Schulklassen an. Wer in Riehen wohnt, fin-

det im MUKS die Themen wieder, die das Dorf seit jeher prägen: Die Räume „Trennen“ und „Verbinden“ beispielsweise erzählen vom Leben an und mit der Landesgrenze.

Info MUKS – Museum Kultur & Spiel Riehen Baselstrasse 34, 4125 Riehen, Tel. +41 (0)61/ 646 8100, E-Mail: muks@riehen.ch, Öffnungszeiten: Mi - Mo, 11 - 17 Uhr (Di. geschlossen), Anmeldung: www. riehen.ch/webforms/ reservationmuseumbesuch n www.muks.ch

Blick in das Museum MUKS

Foto: Johanna Hauri


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Ein Sommerausflug an den Rhein Breisach | Den Blick von der Münsterterrasse genießen / Erholen auf dem Sonnendeck

Mit der S-Bahn kommt man bequem über Freiburg nach Breisach. Vom Bahnhof sind es zu Fuß nur etwa zum Minuten bis zum neuen Marktplatz. Dort kann man am Wasserspiel Platz nehmen, sich einen Kaffee oder sich ein Eis gönnen und ein Blick auf das Breisacher Wahrzeichen, das St. Stephansmünster, werfen. Der Weg hinauf zum Münsterberg, dem historischen Teil der Stadt, lohnt sich. Im Innern der Kirche erwarten den Besucher bedeutende Kunstschätze. Von der Münsterterrasse, kann man, wie schon Kelten, Römer und andere Herrscher in der wechselvollen Geschichte der Stadt, die Aussicht genießen. Nach dem Rundgang über den Münsterberg laden die Geschäfte in der Unterstadt zum Bummeln ein. Vielleicht ist dann aber auch Zeit für einen Mittagsimbiss oder ein frühes Abendessen. Die Bandbreite an Restaurants und Gartenlokalen ist groß und bietet für jeden Geschmack etwas Passen-

des. Ein Besuch am Rhein gehört zu einem Aufenthalt in Breisach dazu. In Richtung Süden lässt es sich endlos Spazieren gehen, vorbei an der Regattastrecke der Ruderer. Oder man macht es sich gemütlich in der Anker-Lounge oder auf den Sonnendecks der Schiffe „Weinland Baden“ und „Napoleon“. Diese gehen mehrmals wöchentlich auf Tour (Fahrplan unter www.bfs-info.de). Falls die Sonne einmal nicht scheint oder es sogar zu heiß ist, bietet sich einen Rundgang durch das Museum für Stadtgeschichte im historischen Rheintor an. Dieses lässt sich gut verbinden mit einer Führung bei der Geldermann Privatsektkellerei (täglich um 14 Uhr; www.geldermann.de). Breisach eignet sich auch als hervorragender Ausgangspunkt für Radtouren am Rhein, am Kaiserstuhl und Tuniberg und hinüber ins Elsass. Bei der Breisach-Touris-

Die Sonne geniessen am Rhein bei Breisach tik kann vorab eine passende Radkarte erworben werden. Stadtführungen gibt es übrigens dienstags und samstags um 10.30 Uhr. Die Festspiele Breisach werden in diesem Jahr ein Sonderprogramm für die ganze Familie auf die Bühne bringen

(www.festspiele-breisach.de). Für das letzte August-Wochenende ist ein kleines Ersatzformat für das Weinfest Kaiserstuhl + Tuniberg in Planung (www.weinfest-breisach.de). Diese und alle anderen Angebote finden im Rahmen der aktuellen

Foto: zVg Corona-Bedingungen statt.

Info Breisach-Touristik Tel. 07667/94 01 55 E-Mail: breisach-touristik @breisach.de www.breisach-urlaub.de

Baumriesen am Kaiserstuhl Liliental | Arboretum bei Ihringen n

Von Alexander Anlicker

Von Breisach aus lohnt sich auch ein Abstecher ins idyllische Weindorf Ihringen am Fuße des Kaiserstuhls, wo übrigens auch die Markgräfler Tracht getragen wird. Erholung verspricht eine Wanderung durch das Liliental mit dem Arboretum der Forstlichen Versuchsund Forschungsanstalt des Landes Baden-Württemberg. Ein Arboretum ist – kurz ge-

sagt – ein Botanischer Garten für Bäume. Auf einer Fläche von rund 80 Hektar sind hier Versuchsflächen, Plantagen zur Saatgutgewinnung und eben ein Arboretum mit Bäumen aus aller Welt untergebracht. Neben dem stattlichen Mammutbaumwald, der Anfang der 1960er-Jahre angepflanz wurde, gibt es auch allerhand andere botanische Sehenswürdigkeiten wie Orchideen und Stauden zu entdecken.

Mammutbäume Foto: Alexander Anlicker


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Tiere warten auf ihre Entdeckung

Erlebnisweg Gersbach | Gut geeignet für eine Tour mit Kindern / Herrliche Sicht auf die Alpen n

Von Gerd Sutter

Die Schulferien haben begonnen, und mancher Erwachsener überlegt sich, was er mit der freien Zeit mit den Kindern anfangen soll. Gersbach hat seit diesem Jahr am Erlebnisweg (Panoramaweg) eine neue Grillstelle, welche von der Teilnehmergemeinschaft der Flurneuordnung errichtet wurde. Diese Grillstelle bietet eine herrliche Sicht auf Gersbach und den Hotzenwald. Bei entsprechender Fernsicht können auch die Alpen begutachtet werden. Auf dem Erlebnisweg können Holz-Tiere wie eine Kuh, ein Reh, Eichhörnchen, Wildschwein, Fuchs, Feldhase, Wolf, Rotmilan, Auerhahn und Waldameisen, ein Uhu und ein lebensgroßer Bär eindeckt werden. Die Tiere sind mit Buchstaben und Ziffern versehen. Die-

Einen prächtigen Ausblick hat man vom Panoramaweg aus.

Bärige Aussichten.

se können in dem im Info-Pavillon ausliegenden Flyer eingetragen werden, was ein Lösungswort ergibt. Auch Wisente in ihrem Gehege sowie im Sommer verschiedene Rinderrassen sind auf Weideflächen zu sehen. Diese Tiere sind im Wald oder am Waldrand zu entdecken. Manche sind auch heute noch in den Wäldern, und andere lebten in früheren Jahren hier. Der beim Parkplatz Info-Pavillon beginnende circa 3,6 Kilometer lange Erlebnisweg ist für alle Al-

Fotos: Gerd Sutter tersgruppen geeignet und mit einigen Sitzgelegenheiten ausgestattet. Kinderwagen müssen einen kleinen Umweg machen, welcher ab Einfahrt zum Naturfreundehaus ausgeschildert ist. Ein weiterer Parkplatz ist oberhalb der Einfahrt zum Naturfreundehaus. Zwölf weitere Thementafeln vermitteln Wissenswertes zum Rind. Wer Kühlung sucht, kann mit Kindern am fließenden Gersbach verweilen und sich an der oben erwähnten Grillstelle stärken. Weiter bietet Gersbach

auch Rundwanderwege in und um Gersbach wie Mühlebachweg, Sonnenweg, Kalberholzweg, Schanzenweg, Tannkopfweg an. Wald- und Glasmuseum, Barockschanze, Skulpturen- und Dorfweg sind weitere Sehenswürdigkeiten. Informationsmaterialien liegen im Info-Pavillon und in der Ortsverwaltung zur Mitnahme aus. Wann der Wanderweg zu einer der größten Weißtannen Europas und dem Wald der Giganten wieder ausgeschildert wird, bleibt abzuwarten.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2021 12

Schifffahrtsromantik auf dem Rhein Fähre | Verbindung zwischen Kaiseraugst und Herten / Römische Badeanlage n

Von Gerd Lustig

Mit einem Schiff übers Wasser zu fahren, ist eine schöne Sache. Auch wenn die Tour nur von kurzer Dauer ist, sorgt dies allemal für ein kleines Hochgefühl: Ein Hauch von Freizeit, guter Laune und Lässigkeit liegt in der frischen Luft. Das Geräusch des tuckernden Schiffsmotors, gepaart mit dem Erlebnis der in der Rheinströmung leicht schwankenden Planken des Bootes vermitteln im Nu Gemütlichkeit. Genau so ist es auch beim Trip mit der kleinen Rheinfähre, die das Städtchen Kaiseraugst in der Schweiz im Kanton Aargau mit dem Rheinfelder Ortsteil Herten verbindet.

Eine kleine Rheinfähre bringt Pendler und Ausflügler von Herten über den Fluss nach Kaiseraugst und auch zurück. Den Betrieb stellt die Ortsgemeinde Kaiseraugst sicher. Foto: zVg/Gemeinde Kaiseraugst Noch immer leistet sich die Baselbieter Gemeinde den Luxus der kleinen

Rheinschifffahrtsromantik, die durch Spenden und kleine Fahrpreise fürs Übersetzen ans andere Ufer finanziert wird. Und so kommen Pendler, Spaziergänger, Ausflügler und Radler in den Genuss eines Kurzvergnügens auf dem Rhein. Das Schiffchen verkehrt von April bis Oktober regelmäßig an mehreren Tagen in der Woche (siehe Infokasten). Einen festen Fahrplan gibt es nicht. Die jeweiligen Überfahrten richten sich nach Bedarf. Einfach an der Glocke am Anlegesteg ziehen – und der Fährmann ist in Kürze da.

Beliebte Gruppen- und Sonderfahrten Wer jetzt Lust bekommen hat auf ein wenig mehr Schiffsfahrt auf dem Rhein, der liegt bei der Fähre ebenfalls richtig. Die Ortsgemeinde Kaiseraugst und ihre insgesamt siebenköpfige Crew an Fährmännern bieten diverse Gruppen- und Sonderfahrten an. Beliebt sind Rundfahrten von etwa ein-

einhalb Stunden Dauer, und da vor allem die Fondue-, Barbecueund Fleischkäsefahrten. Hierbei ist indes Reservierung erforderlich (siehe Infokasten).

Römische Thermen nur einen Steinwurf vom Fähranleger Und noch ein Tipp: Nach der Fahrt mit dem Kleinod kommt die Kultur. Interessierte können in die Zeit der Römer am Rhein eintauchen. Denn nur einen Steinwurf vom Fähranleger in Kaiseraugst entfernt liegen die einstigen römischen Thermen, die kostenlos auf eigene Faust inspiziert werden können. Die imposante römische Badeanlage in Kaiseraugst wurde beim Bau eines Kindergartens entdeckt. Einen Teil davon kann man besichtigen. Hier umfloss heiße Luft die Pfeiler und heizte die darüberliegenden Räume. Direkt untereinander sieht man Reste einer älteren und einer jüngeren Ausstattung. Die Rheinthermen in Kaiseraugst waren ein typisches römisches

Bad mit Baderäumen und zugehörigen Serviceanlagen für das Wasser und die Heizung. Das große Badebecken des Kaltbads mit Sitzstufen und Abfluss sind noch erhalten, Warmbaderäume gab es sogar zwei. Hier wurde nicht nur gebadet, sondern diskutiert, gespielt, gesalbt und massiert. Auch das Heißbad ist noch zu sehen mit einer Apsis für das Badebecken mit Resten der farbigen Bemalung.

Info Fähre Kaiseraugst-Herten: Gefahren wird dienstags, donnerstagd, freitags (Juni, Juli, August): 14 - 17 Uhr, mittwochs (April bis September): 14 - 17 Uhr, Samstag (April bis Oktober): 14 - 17 Uhr, Sonntag und an Feiertagen (April bis 1. November): 10.30 - 12 Uhr und 13 18 Uhr Bei Hochwasser und Nebel ist der Betrieb eingestellt. Für alle Sonderfahrten ist eine Reservierung erforderlich; Mehr Informationen bei der Ortsgemeinde Kaiseraugst, Tel. +41 (0)61/816 90 60.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2021 13

Lebendige Geschichte Hör-Spaziergang | Die Doppelgemeinde anders erkunden n

Von Manfred Herbertz

Was für eine Geschichte verbirgt sich hinter einem bestimmten Gebäude, warum hat der Platz, diese Straße, einen seltsamen Namen? Das sind Fragen, die man sich gelegentlich stellt, wenn man durch einen Ort geht. Manchmal geht es auch Einheimischen so. Seit Jahren geht man schon an bestimmten Stellen vorbei, ohne genau zu wissen, warum und weshalb dieses Gebäude genau an dieser Stelle steht. Nicht immer hat man dann einen Reiseführer zur Hand, aus dem man seine Wissbegier stillen kann. Diese Frage stellten sich auch Melanie Penninggers von der VHS und Helmut Bauckner vom Verein für Heimatgeschichte. In der Zeit der Corona-Einschränkungen kam die Idee auf: „Warum nicht einen Hör-Spaziergang zu interessanten Orten im Dorf anbieten und ein Stück die Geschichte lebendig werden lassen?“ Bauckner war Feuer und Flamme, und so wurden

zunächst einige Stellen im alten Ortskern von Grenzach ausgemacht, um hier Geschichte lebendig werden zu lassen. Was man nun braucht, um sich auf den Hör-Spaziergang zu machen, ist lediglich ein Mobiltelefon mit Internetzugang und einer App für QR-Codes. Man braucht keinen Führer, kann alleine losziehen und ist völlig unabhängig von der Zeit.

QR-Code auf Schild mit dem Mobiltelefon abscannen

Ein kleines Metallschild mit einer weißen Marke mit einem seltsamen Muster aus allerlei schwarzen Punkten ist beispielsweise an der Lehne der Bank unter der Linde am Dorfplatz in Grenzachs altem Ortskern befestigt. Bei näherem Hinschauen entpuppt sich das Muster als QR-Code: Der Betrachter liest den Hinweis „Hör-Spaziergang“ und sieht die Logos der VHS und des Vereins für Heimatgeschichte. Interessiert scannen wir den QR-Code mit dem

Info Überblick der Stationen: 1. Marktplatz beim ev. Gemeindehaus 2. Emilienpark beim Boule-Platz 3. Schlössle Grenzach 4. An der Trotte im Rosenpark 5. Ev. Kirche Grenzach 6. Schiesshuusgässle/ Rebgasse 7. Dorfplatz, Rebgasse 8. Rathaus Grenzach 9. Ochsenbrunnen/ Römervilla 10. Hirzebänkle/ DeBary-Weg unterhalb des Hornfelsens 11. Am Rheinufer, Heerweg 12. Am Hörnle beim Yachthafen

13. Bahnhof Wyhlen 14. Am Kraftwerk Augst-Wyhlen 15. Prattelnblick: Ecke Lange Länge/Gewerbestraße 16. Lange Bank am Kirchplatz, bei kath. Kirche Wyhlen 17. Himmelspforte Wyhlen 18. Solvay-/Gewerbestraße, gegenüber vom Kickerstüble 19. Rheinallee, Kurve am Rhein. Der Lageplan steht auf der Webseite der VHS unter www.vhs-gw.de Gerne schickt die VHS Interessierten diese Übersicht auch zu.

Mobiltelefon ab, und es öffnet sich der YouTube-Kanal der Volkshochschule: „Herzlich willkommen zum Hör-Spaziergang“ wird der Betrachter begrüßt, und ein historisches Bild erscheint. Bauckner hat eine Geschichte zu diesem Ort, „einem der schönsten Ortskerne im Markgräflerland“, eingesprochen. Man verweilt einen Augenblick, hört zu und kann dann weiter zur nächsten Bank gehen, wo es wieder Interessantes zu hören und sehen gibt. Was mit sechs Stationen begonnen hatte, ist inzwischen umfangreicher geworden. Insgesamt sind in der Doppelgemeinde jetzt 19 Stationen mit Hinweistäfelchen zum Hör-Spaziergang zu finden. Helmut Bauckner und Rolf Reißmann haben für alle Stationen die Texte verfasst und eingelesen, die Fotos stammen aus dem Archiv der Zeitzeugen Grenzach-Wyhlen und dem Verein für Heimatgeschichte. So erfährt der Spaziergänger manchmal auch weniger bekannte Details über diesen Ort und seine Vergangenheit, so dass sich ein Rundgang selbst für alteingesessene Bürger lohnt. Der Weg ist für Kinderwagen geeignet und behindertengerecht – einen bestimmten Startpunkt gibt es nicht, und: Man muss nicht die ganze Strecke auf einmal abwandern. Eine Karte mit allen Stationen des Hör-Spaziergangs finden Interessenten auf der Internetseite der VHS. Virtuell kann man diesen Spaziergang nicht absolvieren. „Wer sich dafür interessiert, muss sich auf die Socken machen“, schmunzelt Melanie Penninggers und fügt an: „Aber es lohnt sich“.

Als einer „der schönsten Ortskerne im Markgräflerland“ wird das Ensemble in Grenzach zwischen Rathaus und evangelischer Kirche bezeichnet. Helmut Bauckner hat für den Hörspaziergang eine Geschichte zu diesem Ort eingesprochen, die man über das Smartphone abhören kann. Foto: Manfred Herbertz


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2021 · 14

Erinnerung an den großen Dichter Hebelhaus | Literaturmuseum in Hausen erhellt das Leben von Johann Peter Hebel n

Von Ralph Lacher

Hausen im Wiesental ist stolz auf den wohl berühmtesten Sohn des Dorfs, den Dichter Johann Peter Hebel. Er wurde zwar am 10. Mai 1760 in Basel geboren, da seine Eltern aber die ersten 13 Lebensjahre ihres Sohnes zumindest teilweise in Hausen lebten, hat die Gemeinde im ehemaligen Wohnhaus der Familie Hebel im Dorfkern, im so genannten Hebelhaus, ein Museum eingerichtet. Das 1562 erbaute Haus erhielt durch einen Umbau 1718 seine heutige Gestalt. Die Familie Hebel bewohnte das obere Stockwerk, das Ursula Hebel, die Mutter des Dichters, durch eine Erbschaft erhalten hatte. Johann Peter Hebel verbrachte dort seine ersten 13 Lebensjahre, aber nur die Wintermonate, im Sommer wohnte die Familie in Basel. Als Hebel

Das Hebelhaus im Hausener Dorfkern steht für die engen Verbindungen des Dorfs im Wiesental zu Johann Peter Hebel. Foto: Ralph Lacher nach dem Tod der Mutter 1773 nach Karlsruhe ging, verkaufte er im darauffolgenden Jahr seinen Erbteil an dem Haus. Nach 1787 gab es mehrere Besitzerwechsel. 1850 erwarb die Schopfheimer Lesegesellschaft zum Pflug das obere Stockwerk

für 651 Gulden, 1862 überließ sie es der Hausener Hebelstiftung für 1000 Gulden. 1875 konnte die Stiftung schließlich das ganze Haus in ihren Besitz bringen. Zum 200. Geburtstag des Dichters 1960 wurde die nahezu original erhaltene Wohnung der

Familie Hebel als Heimatmuseum eröffnet. Im Jahr 2009 begann man mit der Renovierung des Museums. Am 250. Geburtstag Hebels, am 10. Mai 2010, wurde das Haus als Literaturmuseum wieder eröffnet. Die alten Möbel, Schriftstücke, Bilder und Gegenstände, die sich im Haus befanden, wurden unter dem Aspekt der Authentizität gesichtet und im Falle der Echtheit und nachweisbaren Zugehörigkeit zum Nachlass Johann Peter Hebels und seiner Familie in die Ausstellung integriert. Im Erdgeschoss des Hebelhauses befindet sich ein Multifunktionsraum, der einige Schriftstücke und Gegenstände, wie die Todeslocke und den Spazierstock Hebels, oder Briefe von ihm beherbergt. Im ersten Obergeschoss findet man die ehemalige Wohnung der Familie Hebel. In diesem Teil des Museums stehen

die alemannischen Gedichte im Vordergrund. Außerdem ist etwa der Herd zu sehen, an dem die Mutter Johann Peter das „Habermus“ zubereitet hat, das sich in einem seiner Gedichte wiederfindet. Im Dachgeschoss wird auf die Hebelpreis- sowie Hebelplaketten-Träger verwiesen. Des Weiteren lässt sich einiges über die überregionale Wirkung Hebels erfahren. Ebenfalls zu sehen sind Eindrücke des Hebelfests, das jedes Jahr am 10. Mai in Hausen gefeiert wird.

Info Das Museum im Hebelhaus ist mittwochs, samstags und sonntags von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet. Für Gruppen gibt es Führungen nach Vereinbarung unter Tel. 07622/68730. Weitere Infos: www.hebelhaus-hausen.de.

Dunkle Gänge unter Tage erforschen Besucherbergwerk | Der „Finstergrund“ in Wieden empfängt Interessierte n

Von Ralph Lacher

An die Traditionen des Bergbaus im oberen Wiesental erinnert seit rund 40 Jahren das Besucherbergwerk „Finstergrund“ in Wieden. Die Grube ist ein aufgelassenes mittelalterliches Silber- und Bleibergwerk mit neuzeitlichem Fluss- und Schwerspatabbau. Seit 1982 wird es als Besucherbergwerk genutzt. Die Anfänge des Bleiund Silberbergbaus bei Wieden datieren in das 13. Jahrhundert. In der Zeit ab etwa 1560 lag der Bergbau über 200 Jahre brach und wurde erst 1780

wieder aufgenommen. Trotz wechselnder Besitzverhältnisse wurde die Grube in den folgenden Jahrhunderten systema-

Info Das Besucherbergwerk hat im Mai, Juni und Oktober jeweils samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr sowie während der Monate Juli, August und September zusätzlich zu diesen Zeiten auch am Mittwoch von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Kontakt zu den Öffnungszeiten unter Tel. 07673/1456. Weitere Informationen unter www.finstergrund.de.

tisch ausgebaut. Durch die zunehmende Weltmarkt-Konkurrenz preisgünstigerer Fluss- und Schwerspate bei gleichzeitig steigenden Kosten bei der Gewinnung musste der Grubenbetrieb 1974 eingestellt werden. Ein Jahr nach der Betriebseinstellung wurde von zuvor im Bergwerk „Finstergrund“ beschäftigten Bergleuten der Bergmannsverein Finstergrund Wieden gegründet. 1982 wurde das Besucherbergwerk „Finstergrund“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ab 2007 können die Besucher mit der Grubenbahn ins Inne-

Mittels Bähnchen kann ins Besucherbergwerk „Finstergrund“ eingefahren werden. Foto: Ralph Lacher re der Grube einfahren. Im Besucherstollen kann originale Bergbautechnik bestaunt werden. Zudem gibt es interaktive Erlebnisse wie einen funktionierenden Bohrhammer oder eine simulierte Sprengung.

Wer unter Tage die dunklen Gänge erforschen will, sollte nicht allzu luftige Kleidung tragen. Denn unter Tage herrschen Kühlschranktemperaturen von rund acht Grad. Empfehlenswert ist auch festes Schuhwerk.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2021 · 15

Idyllisch gelegener Geheimtipp

Nonnenmattweiher | Karsee im Kleinen Wiesental beherbergt seltene Tier- und Pflanzenarten n

Von Ralph Lacher

Eingerahmt von dunklen Fichten, auf 915 Metern Höhe, liegt der Nonnenmattweiher, ein kleiner idyllischer Karsee, inmitten eines Naturschutzgebiets – ein Geheimtipp für Naturfreunde. Der Weiher und das Naturschutzgebiet liegen in der Gemeinde Kleines Wiesental in der Nähe des Neuenweger Teilörtchens Heubronn. Der See in den Osthängen des Köhlgartenmassivs ist rund 3,7 Hektar groß. Entstanden ist er ursprünglich als Karsee durch einen Gletscher in der Eiszeit, war aber wohl schon im Mittelalter verlandet und von einem Hochmoor und anmoorigen Weiden eingenommen. Auf diese Nutzung der

Ein Naturidyll mit Naherholungswert ist der Nonnenmattweiher im Kleinen Wiesental. Foto: Ralph Lacher Flächen geht übrigens auch der Name zurück: Mit Nonnen hat er nichts zu tun, sondern er bezieht sich auf die im Spätmittel-

alter gebräuchliche Bezeichnung für zur Mast vorgesehene Kühe als „Nonnen“ oder „Nunnen“.

Der Aufstau als Mühlenweiher für talab liegende Mühlen im Jahre 1758 diente anfangs auch der Forellen- und Karpfenzucht. Nach einem Hochwasser wurde der Damm Anfang des 20. Jahrhunderts weggeschwemmt und der heutige im Jahr 1934 erstellt. Als Naturschutzgebiet gilt der Weiher nebst umliegenden Flächen in einer Größenordnung von fast 71 Hektar seit 1987. Der Schutzzweck ist die Erhaltung des Nonnenmattweihers als Karsee mit vorgelagerten Moränenwällen und als Lebensraum für zahlreiche seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten in verschiedenen, teilweise für diesen Naturraum einzigartigen Lebensgemeinschaften. Unter anderem kommen

die Arten Quendelblättrige Kreuzblume und Arnika vor, die in Deutschland auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen. Eine Besonderheit ist die auf dem Wasser schwimmende Torfinsel, die eine Vegetation von Flach- und Übergangsmooren aufweist. Das Betreten der Insel ist untersagt. Die Badebucht ist eine in der warmen Jahreszeit gern aufgesuchte Naherholungsmöglichkeit. Das ganze Jahr über wird das Naturschutzgebiet gern von Wanderern, Nordic Walkern, Mountainbikern und im Winter auch von Skilangläufern genutzt. Die Besucher schätzen auch die Fischerhütte unweit des Weihers, wo es Schwarzwälder Spezialitäten gibt.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2021 · 16

Techniken der Textilherstellung

Wiesentäler Textilmuseum | Vielfältige Einblicke in die Geschichte des Industriezweigs n

Von Ralph Lacher

Von der Baumwollfaser zum gewobenen Tuch: Dieser Satz ist nicht nur Motto des Wiesentäler Textilmuseums in Zell, sondern bestimmte für Jahrhunderte das Wirtschaftsleben im ganzen Wiesental und auch in Zell. Das dort seit 1996 in einer Liegenschaft einer Textilindustriebrache in der Stadtmitte befindliche Wiesentäler Textilmuseum zeigt die Entwicklung der Textilgeschichte im Wiesental in einer Art von „lebendigem“ Museum, in dem auch die teilweise jahrhundertealten Maschinen noch voll funktionsfähig sind. Das Museum wurde 1996 mit einem Grundbestand ins Leben gerufen, der auf der Ausstellung „Zwischen Schule und Fabrik, textile Frauenarbeit in Baden“ des Badischen Landesmuseums basiert. Nach diesen ersten Gehversuchen mit einem Textilmuseum dauerte es bis 2003, bis der damals gegründete Förderverein, der seither Träger des Museums ist, die Renovie-

Alte Handwebstühle, aber auch modernere Maschinen aus den Textilindustriebetrieben im Wiesental zeigt das Textilmuseum in Zell. Foto: Ralph Lacher rung und den Umbau des Gebäudes in Angriff nahm. 2009 dann konnte das Textilmuseum in der heutigen Form eröffnet werden. Das Museum befasst sich mit dem im Wiesental zwischen Basel und Todtnau vom frühen 19. Jahrhundert an bis zum Niedergang in der zweiten

Hälfte des 20. Jahrhunderts dominierenden Erwerbszweig der Herstellung von Textilien. Schwerpunkt ist dabei die Darstellung der Textilindustrie, geprägt unter anderem von Fabrikantenfamilien aus der Schweiz und dem Elsass. Der Zeller Vogt Meinrad Montfort holte im 18.

Jahrhundert, als Zell noch zu Vorderösterreich gehörte, aus der Fuggerstadt Augsburg eine kleine Weberkolonie. Montfort ließ in Heimarbeit für Basler Unternehmer spinnen und weben und errichtete in Zell eine Stoffbleiche. Er gilt damit als Begründer des Zeller Textilgewerbes. Peter Koechlin aus Mülhausen im Elsass, als „König der Druckstoffe“ bezeichnet, ließ nach dem verheerenden Brand in Zell von 1818 im Jahr 1837 eine erste Handweberei in Zell bauen. Weitere im Wiesental tätige Textilfabrikantenfamilien waren Sarasin, Bölger, Iselin, Merian, Mez oder Ringwald. Die Nutzung der Wasserkraft des Flusses Wiese, der Beitritt des Landes Badens zum Deutschen Zollverein 1834/35 und die 1889 eröffnete Bahnlinie Zell-Todtnau führten zu einer starken industriellen Entwicklung im Tal. Ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung des Wiesentals, darunter ein hoher Anteil Frauen, lebte seither von der Textilindustrie, in ihrer Blütezeit gab sie über 20 000 Menschen Arbeit und Brot. Die Dauerausstellung des nur im Sommerhalbjahr geöffneten Museums zeigt verschiedene Techniken der Textilherstellung, angefangen von der Aufbereitung der Baumwollfaser, über die Spinnerei, das Spulen, Schären und Schlichten bis hin zum Weben, Bleichen und Färben. Das zeitliche Spektrum reicht von der textilen Heimarbeit über die ersten Manufakturen bis zur Arbeit in den Textilfabriken. Schwerpunkt der Ausstellung ist die industrielle Herstellung. Präsentiert werden unter anderem

mechanische Webmaschinen, Spinn- und Spulmaschinen, Saitenflechtmaschinen, mit denen Schnüre hergestellt werden, Färbereimaschinen sowie Messgeräte zum Prüfen der Baumwollqualität. Das Wiesentäler Textilmuseum versteht sich hierbei als „lebendiges Museum“, denn sämtliche Vorgänge können an betriebsfähigen Maschinen praktisch vorgeführt werden. An Jacquard-Webmaschinen wird beispielsweise vorgeführt, wie gewebte Bilder und Webmuster entstehen oder was ein Patroneur machte. Die nach dem Zweiten Weltkrieg bedeutendste Textilfabrik in Zell war die international agierende Spinnerei und Weberei Zell-Schönau AG (Tischund Bettwäschemarke „Irisette“) mit mehr als 1500 Beschäftigten und rund 360 Webstühlen. Ihre Unternehmensgeschichte wird im Eingangsraum dargestellt. Die Abteilung Heimarbeit zeigt eine Nähschule, wie sie im Wiesental typisch war, viele Nähmaschinen und originale Produkte textiler Handarbeitstechniken wie Kunststricken, Häkeln, Sticken, Stricken, Nähen und Klöppeln. Ein Teilbereich zeigt Stoffe, Musterzeichnungen und die dazugehörigen Patronen.

Info Das Wiesentäler Textilmuseum in Zell ist von März bis November dienstags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Gruppen sind auch außerhalb dieser Öffnungszeiten auf Anfrage willkommen (Tel. 07625/ 924092). Weitere Informationen: www.wiesentaeler-textilmuseum.de.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2021· 17

Paradies für gefiederte Freunde

Vogelpark Steinen | Naherholungsattraktion hat wieder geöffnet / Greifvogel-Flugvorführungen n

Von Ralph Lacher

In Schlächtenhaus befindet sich mit dem „Vogelpark Steinen“ eine attraktive Naherholungseinrichtung. Zu Beginn dieser Einrichtung in den siebziger Jahren stand die Idee eines Vogelliebhabers, der aus einer wegen ihrer ungünstigen, dazu sumpfigen Lage auch landwirtschaftlich kaum nutzbaren Talsenke zwischen den Steinener Teilorten Schlächtenhaus-Hofen und Weitenau ein Vogelparadies machen wollte. Jahrelang wurde an Freigelände, Teichen und Gehegen gebaut, bis der Vogelpark 1980 eröffnet werden konnte. Nach und nach wurde er ausgebaut, immer neue, auch exotische Vögel fanden im Wiesental-Dörfchen Schlächtenhaus-Hofen eine neue Heimat. Entstanden ist aus dem Vogelpark zwischenzeitlich nicht nur einer der schöns-

Die Greifvogel-Schau ist eine der Attraktionen im Vogelpark Steinen in Schlächtenhaus-Hofen. Fotos: Ralph Lacher

ten Vogelparks Deutschlands, sondern auch eine Freizeiteinrichtung für die ganze Familie. Diese war natürlich wie alle vergleichbaren Einrichtungen in den letzten knapp eineinhalb Jahren stark von Corona-Einschränkungen und der dadurch bedingten Schließung gebeutelt. Mitte Mai diesen Jahres konnten aber wieder Besucher willkommengeheißen werden auf dem wunderschön gestalteten Areal. Der Vogel-

Eine Vielzahl von Vogelarten ist heimisch im Vogelpark Steinen.

park befindet sich in einer Talsenke und bietet auf rund zehn Hektar 1000 Vögeln in 300 Arten aus aller Welt ein prächtiges Zuhause. Aber auch Berberaffen, Kapuziner- und Weißbüschel-Äffchen sowie Kängurus, Hasen und Bergziegen leben im Vogelpark. Eine besondere Attraktion sind die um 11 und 15 Uhr stattfindenden Greifvogel-Flugvorführungen mit Adlern, Falken und Eulen auf der Falkneranla-

ge auf einer kleinen Anhöhe im Nahbereich des Parks. Nach der Flugshow um 12 und 16 Uhr – ebenfalls täglich - gibt es moderierte Berberaffen-Fütterungen. Im Känguru-Freigehege hat der Besucher Direktkontakt zu Bennett-Kängurus. Im Vogelkundehaus erfährt man alles Wissenswerte über die heimische Vogelwelt. Im Sittich-Freifluggehege findet sich eine Vielzahl farbenprächtiger Sittiche. Es gibt auch

einen Kräutergarten und eine Wassertretanlage mit Barfußpfad. Am Rande des Parks befinden sich der große Spiel- und Erlebnisbereich, das Streichelgehege mit Zwergziegen, die Gastwirtschaft mit Terrassen und Gartenwirtschaft, vier Grillplätze und Schutzhütten. den Vogelpark anbietet.

Info Geöffnet hat der Vogelpark bis Anfang November täglich von 10 bis 17 Uhr, während der Sommer-Schulferien in Baden-Württemberg von 10 bis 18 Uhr. Der Vogelpark Steinen befindet sich in der Hofener Straße 60 in 79585 Steinen. Tel. 07627/9729011, E-Mail: info@vogelpark-steinen.de, www.vogelpark-steinen.de. Hunde können angeleint mitgebracht werden. Bei Dauerregen bleibt der Vogelpark Steinen geschlossen.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · Sommer 2021 · 18

Wieder geöffnet: Eine attraktive Einrichtung in Sachen Naherholung und Fremdenverkehr ist das Bauernhausmuseum Schneiderhof in Steinen-Endenburg. Der Betrieb ist derzeit allerdings coronabedingt noch etwas eingeschränkt. Fotos: Ralph Lacher

Verein kann wieder loslegen

Schneiderhof | Das Bauernhofmuseum in Kirchhausen ist nach dem Lockdown wieder geöffnet

n

Von Ralph Lacher

Die Hoffnung, dass man mit dem Bauernhausmuseum Schneiderhof in Kirchhausen einen gewissen „Publikumserfolg“ haben würde, hegte man durchaus, als auf dem Anwesen aus dem Jahre 1696 vor nunmehr 25 Jahren, im Jahr 1996, das Bauernhausmuseum eröffnet wurde, weiß man im „Verein zum Erhalt des Schneiderhof“ um dessen Vorsitzenden Martin Kickhöfen. Dass es 24 Jahre lang sehr gut lief und sich die Einrichtung regen Zuspruchs erfreute, überraschte die Machenden um ihren Gründungsvorsitzenden und Motor Jürgen „Joe“ Kammerer doch. Dann kam Corona

Ruth Noack erzählt gerne über Tätigkeiten anno dazumal auf dem Schneiderhof.

und sorgte für einen Unterbruch der Erfolgsgeschichte. Nach mehr als einem Jahr mit coronabedingtem Aussetzen aller Aktivitäten ist seit den Lockerungen vor rund zwei Monaten aber wieder ein gewisses Leben möglich. „Ja, Sie dürfen den Schneiderhof wieder besuchen. Ja, wir dürfen Sie wieder am Hof empfangen“, heißt es auf der Homepage. Die aktuellen Lockerungen erlauben also den Besuch des Schneiderhofs ohne weitere Auflagen. Test-, Impf- oder Genesungsnachweis entfallen derzeit. Allerdings bleiben die Maskenpflicht und die Hinterlegung der Kontaktdaten beim Besuch bestehen. Es gibt auch keine der

ansonsten üblichen Öffnungszeiten für Führungen oder die beliebten Aktionstage.

Anmeldung für Besuchergruppen Besuchergruppen können nur mit vorheriger Anmeldung über die Homepage (www.bauernhofmuseum-schneiderhof.de) oder unter Tel. 07629/1553 auf dem Schneiderhof vom Team um den Vorsitzenden Martin Kickhöfen verweilen und sich dabei vom nur wenig romantischen Landleben anno dazumal und zur Person der letzten Schneiderhofbewohnerin Berta Schneider erzählen lassen. Man freue sich sehr da-

rüber, dass der Schneiderhof nun wieder zu neuem Leben erwacht sei, heißt es bei den engagierten Vereinsmitgliedern. Allgemeine Veranstaltungen wie die Aktionstage finden wie erwähnt noch nicht statt. Im idyllischen Kirchhausen freut man sich darauf, im Herbst loslegen zu können. Wichtig wäre dies sicher auch in finanzieller Hinsicht, denn der Unterhalt der 325 Jahre alten Liegenschaft ist aufwändig. Und schön wäre es sicher auch für den Verein und seine vielen Helfenden, wenn man dieses Jahr das Doppeljubiläum 325 Jahre Schneiderhof und 25 Jahre Bauernhofmuseum in gebührendem Rahmen begehen könnte.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2021 19

Aufgewertet und erweitert Rheinpark | Spiel- und Sportachse bietet Angebote für Jung und Alt n

Das Laguna

Foto: Fraune

Das Laguna lockt wieder Das Laguna Badeland in Weil am Rhein ist nach der langen Corona-Zwangspause wieder für Badegäste geöffnet. Auch das Freibad lockt mit Attraktionen und dem Sprung ins erfrischende Nass. Auf die Badeland-Besucher warten ein Wellenbecken, 34 Grad warmes Badewasser im Erlebnisbecken und ein Wildwasserkanal. Im Freibad gibt es sowohl einen großen Bereich für Schwimmer, Nichtschwimmer und die ganz kleinen Gäste – sowie viel Platz zum Entspannen. Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Sonderausgabe wird um Verständnis geworben, dass auf Grundlage der Corona-Verordnung an den Onlinetickets festgehalten werden muss.

Von Marco Fraune

Die älteste Parkanlage im gesamten Stadtgebiet von Weil am Rhein lockt die Jugend mit einer Vielzahl von Spielgeräten. Doch auch die älteren Parkbesucher sollen im neu gestalteten und erweiterten Rheinpark in Friedlingen auf ihre Kosten kommen – unter anderem mit einem Bewegungsparcours oder auch einem großen Schachspiel. Mit dem neuen Rheinpark öffnet sich die Stadt mehr zum Rhein. Direkt erleben können dies Besucher auf dem „Rheinbalkon“, direkt neben der Dreiländerbrücke. Aber

Blick auf den Rheinbalkon

Beispiel Piratenschiff: Im Park gibt es eine Spiel- und Sportachse. auch entlang des neuen Rad- und Fußwegs am neu gestalteten Uferbereich erfolgte eine deutliche Aufwertung. Mit einbezogen in die Parkerweiterung wurde das ehemalige südliche Hafenareal. Wesentliches Gestaltungselement ist der ausgediente Portalkran, der als industriekulturelles Artefakt für den neuen Park mit charaktergebend sein soll. Zwar wurde der

Lifestyle-Charakter im Studio Easyfitness | Neues Sport-Angebot im Rheincenter n

Von Ralph Lacher

In Weil am Rhein gibt es ein weiteres Fitness-Angebot: das im Rheincenter in Friedlingen ansässige Fitnessstudio Easyfitness. Als Franchise-Nehmer ist Sassoundine Sibabi Inhaber und Studioleiter. Er bietet mit seinem Team auf 1300 Quadratmetern ein modernes Fitnessstudio mit einem Rundum-Angebot. Dem Ingenieur und früheren Fußball-Leistungssportler geht es in seinem Fitnessstudio um mehr, als dass die Aktiven nur fit

werden. Die Mitgliedschaft und das Training in einem Fitnessstudio hätten Lifestyle-Charakter, gehe es doch auch um Gemeinschaft, um persönliches Wachstum und Selbstverwirklichung.

Sassoundine Sibabi Foto: os

Man stehe dafür, Inspiration für einen aktiven Alltag zu bieten, Freunde zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Gleichzeitig sollen sportliche Aktivitäten zu einem festen Lebensbestandteil werden und für jeden zugänglich sein. Info: Easyfitness Weil, Hauptstraße 433, 79576 Weil am Rhein Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 6.30 bis 22.30 Uhr, Samstag und Sonntag, 9 bis 20 Uhr Kontakt: weilamrhein@ easyfitness.club www.easyfitness.club

größte Teil des Rheinparks schon zur Nutzung freigegeben, wozu die Spiel- und Sportachse entlang der Colmarer Straße zählt, doch eine weitere Erweiterung soll noch folgen. Die Umgestaltung der Rheinufer in Weil und Huningue zu einem gemeinsamen Park ist aber seit kurzem abgeschlossen. Auf französischer Seite ist der neu gestaltete Uferbe-

Fotos: Marco Fraune

reich seit Sommer 2020 sichtbar. Dort sind neue Grünflächen entstanden, Möbel wurden aufgestellt, neue Wege für Fußgänger und Radfahrer wurden angelegt, die alte Vauban-Festung aufgewertet und eine Fußgängerzone aufder Rue de France geschaffen, die nun das Stadtzentrum von Huningue und Weil auf direktem Weg miteinander verbindet.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2021

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Kleinod am Markgräfler „Wiiwegli“ Kapelle | „Maria Hügel“ bei Bamlach lädt ein, inne zu halten und über den Rhein zu blicken n

riebeschuss bis auf die Grundmauern zerstört wurde. Spender, freiwillige Helfer und Kriegsheimkehrer ermöglichten den Wiederaufbau. Die jetzige Kapelle „Königin des Friedens“ wurde im Jahr 1952 aufgebaut. Nicht nur die schmucke Kapelle lohnt einen kurzen Stopp, sondern auch die tolle Aussicht auf Rhein und Grand Canal d’Alsace sowie die Vogesen.

Von Alexander Anlicker

Zum Wandern muss man nicht immer in Schwarzwaldhöhen fahren. Auch die Rheinebene und die Vorbergzone haben schöne Wanderstrecken mit schmucken Sehenswürdigkeiten zu bieten. So führt das Markgräfler Wiiwegli auf der Etappe von Bad Bellingen nach Ötlingen an der Kapelle Maria Hügel oberhalb von Bamlach vorbei. Nach anderthalb Kilometern noch zu früh für eine Pause. Dennoch lohnt es sich, hier kurz inne zu halten. Am Ort der Kapelle wurde in einem Baum ein Marienbild ver-

Info Die Kapelle „Maria Hügel“ oberhalb von Bamlach ehrt. Im Jahr 1866 wurde durch Schenkungen und

milde Gaben eine erste Kapelle errichtet, die kurz

Foto: Alexander Anlicker vor Ende des Zweiten Weltkriegs durch Artille-

Die Kapelle „Maria Hügel“ wird täglich gegen 9 Uhr geöffnet und abends ab 19 Uhr geschlossen.

Seltene Pflanzen entdecken Biotop | Naturschutzgebiet „Auf der Eckt“ bei Schliengen n

Von Silke Hartenstein

Auf dem Kamm der Schliengener Höhe, dort, wo der Wald beginnt, gibt es einen ganz besonderen Ort: Das Naturschutzgebiet (NSG) „Auf der Eckt“. Auf drei Hektar finden sich hier zwei orchideenreiche Kalk-Magerrasen. Von der Ruhebank aus springt zuerst der südwestliche Bereich mit dem hangabwärts führenden Pfad ins Auge. Im Frühsommer blühen hier bis zu zehn verschiedene, streng geschützte Orchideenarten. Damit das so bleibt, ist der Pfad eingezäunt und darf nicht verlassen werden. Im Nordosten führt ein weiterer Pfad durch ein lichtes Kiefernwäldchen. Auch hier finden sich Orchideen, dazu das üppig blühende Immenblatt. Ende Juni machen die Orchideen den Platz frei für andere seltene Pflanzen wie Enzian, Hirsch-Haar-

Die örtliche BUND-Gruppe pflegt das Biotop und hat eine Informationstafel aufgestellt. Foto: Silke Hartenstein

strang oder Teufelsabbiss. Gepflegt wird das Areal seit mehr als 30 Jahren von der BUND-Ortsgruppe Bad Bellingen-Schliengen. Das NSG ist nur zu Fuß oder per Velo erreichbar. Hier hat man die Wahl: Ab Liel führt ein Weg durch Reben, ein anderer von der Lieler Kutzmühle aus hinauf, ab Mauchen gibt es drei, ab Schliengen zwei Wege.

Somit eröffnen sich viele Rundwander-Varianten, Einkehrmöglichkeiten gibt es in Schliengen und Mauchen. Mit etwa zwei Kilometern führt eine kurze Verbindung vis á vis der Nikolauskapelle in Mauchen direkt bergauf durch offenes Land. Egal von wo: Oben angekommen gibt es schöne Aussichten zur Belohnung.


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2021

Erholung und vieles mehr Der Dreiländergarten ist Naherholungsgebiet und Veranstaltungsort in einem. Zuletzt ist dort das Festival „Baden in Blut“ über die Bühne gegangen. Die mehr als 30 Hektar Fläche erstrecken sich von der Weiler Gartenstadt über den Landschaftspark Wiese bis zu den Langen Erlen in Basel. Für die Landesgartenschau „Grün 99“ wurde das damalige Brachland mit Schrebergärten und einer früheren Kiesabbaufläche umgewandelt. Dabei sind auch Bauwerke wie der Schlaich-Turm und der Hadid-Pavillon entstanden. Eine StreetWork-Out-Anlage befindet sich ebenfalls auf dem Gelände.

Der Dreiländergarten wird rege genutzt. Foto: wz

Vorbei an Möbel-Miniaturen Vitra | Designweg führt vom Stadtzentrum zum Campus / Zwölf Modelle Von der Tramhaltestelle im Stadtzentrum von Weil am Rhein direkt zum Vitra Campus führt der Vitra Designweg. Markiert wird der Weg durch zwölf sich drehende Vitrinen, in denen Miniaturen von Designklassikern gezeigt werden. Die Vitrinen wurden von den Designern Ronan und Erwan Bouroullec gestaltet und präsentieren einige Höhepunkte des modernen Möbeldesigns aus der Sammlung des Vitra Design Museums. „So lassen sich fast 200 Jahre Möbelgeschichte erleben, vom berühmten Kaffeehaus-Stuhl von Thonet aus dem 19. Jahrhundert über Möbel von Le Corbusier oder Charles und Ray Eames bis hin zu einigen Ikonen des zeitgenössischen Designs“, heißt es in einer Mitteilung. Der Weg verläuft von der Haltestelle der Tramlinie 8 entlang des Fußwegs an der Basler und

Galerie im Freien Kunst | Streifzug durch Ötlingen Der „Tag der Kunst“ findet coronabedingt im Jahr 2021 zwar nicht statt, doch Besucher von Ötlingen bekommen an jedem Tag im Ort Kunst zu sehen – und das unter freiem Himmel. Der Titel: das „Art-Dorf“. Dabei handelt es sich um eine Freilichtgalerie, die sich über den

Im „Art Dorf“

Foto: sas

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gesamten Ort erstreckt. Insgesamt umfasst die Ausstellung zirka 70 Bilder und zehn Skulpturen. Bei den Kunstobjekten handelt es sich um eine Leihgabe der Künstler für mehrere Jahre. „Diese können durch den Hauseigentümer oder Interessenten käuflich erworben werden“, so Initiator Gerhard Hanemann. Der Ötlinger setzt auch darauf, in diesem Jahr wieder für Neuerungen zu sorgen. Welche Kunst platziert wird, entscheidet ein Gremium. Mit dabei: Denkmalschutz und Kulturamt sowie der jeweilige Hauseigentümer.

Auf dem Vitra Designweg kommt man an zwölf Vitrinen mit Miniaturen vorbei. Foto: zVg/Vitra/Dejan Jovanovic Müllheimer Straße zum Südeingang des Vitra Campus. „Mit dem Vitra

Designweg wird der Vitra Campus noch enger mit seiner Umgebung verwo-

ben“, heißt es. Die durch das Vitra Design Museum aufgelegten Möbelminiaturen haben laut Vitra Kultstatus. Seit dem Jahr 1992 produziert das Museum Designklassiker im Maßstab 1:6, die bis ins kleinste Detail dem Original nachgebildet sind und in aufwendiger Handarbeit gefertigt werden. Die Miniaturen des Vitra Designwegs: Gebrüder Kohn & Thonet, Schaukelsessel No. 9, 1882 Gerrit Rietveld, Rood blauwe stoel, 1918 Marcel Breuer, B3 Wassily, 1925 Mies van der Rohe, MR 20 Leder, 1927 Alvar Aalto, Art. 41 „Paimio“, 1930 Eero Saarinen, Womb Chair & Ottoman, 1946 Harry Bertoia, Diamond Chair, 1952 Charles & Ray Eames, Lounge Chair & Ottoman, 1956 Verner Panton, Panton Chair, 1959 Grete Jalk, Laminated Chair, 1963 Eero Aarnio, Ball Chair, 1965 Frank Gehry, Little Beaver, 1987


Die Oberbadische Markgräfler Tagblatt Weiler Zeitung

Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2021

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Rustikales Minigolf mit Wandern Seit gut zwei Jahren verfügt die Stadt Kandern über einen Wandergolf-Parcours. Die ungewöhnlichen Stationen führen die Spieler vier Kilometer weit quer durch die Stadt. Dabei gilt es den Maulwurfhügel, den Jägerstand oder auch die Apfelreibe zu meistern. Ausgangs- und Endpunkt ist beim Jugendzentrum am Kanderner Bahnhof. Die Ausrüstung erhalten Spieler gegen eine Leihgebühr von zwei Euro pro Schläger bei der Tourist-Information Kandern, Hauptstraße 18, Tel. 07626/972356; dem Gasthaus „Chanderner Bahnhof“, Bahnhofstraße 13, Tel. 07626/472; dem Hotel Garni „Zur Weserei“, Hauptstraße 81, Tel. 07626/7000 oder 445; der Pizzeria „San Lorenzo“, Am Blumenplatz 1, Tel. 07626/8536; oder bei „Fesch & Chic“, Bahnhofstraße 5, Tel. 07626/ 7365.

Eine der Stationen vor dem Rathaus Kandern Foto: ag

Immer wieder ein Erlebnis ist eine Fahrt mit der Museumsbahn durchs Kandertal. Fotos: zVg

Historische Dampffahrt

Nostalgie | Mit dem Museumszug durchs Kandertal / Maskenpflicht besteht Für Bahnnostalgiker, aber auch Familien mit Kindern ist eine Fahrt durchs Kandertal mit dem Dampfzug ein Muss. Die Kandertalbahn ist eine von wenigen Bahnen in Deutschland und die einzige normalspurige Nebenbahn in Baden-Württemberg, die als reine Museumsbahn betrieben wird. Die „Bimmelbahn“-Atmosphäre hat sich hier noch erhalten: Es wird an den zahlreichen kleinen Bahnübergängen ohne technische Sicherung geläutet und gepfiffen. Ausgangspunkt für die 13 Kilometer lange Strecke ist das Töpferstädtchen Kandern. Hier sind auch die historischen Lo-

Blick ins Innere eines historischen Personenwagens komotiven und Wagen beheimatet. Die Verein „Kandertalbahn“ verfügt über zahlreiche Fahrzeuge, die im Museumsbetrieb zum Einsatz kommen. Diese werden von den Mitgliedern ehrenamtlich aufgearbeitet, gewartet und gepflegt. Mitfahrten sind während der Saison immer sonntags möglich. Ab

9.10 Uhr pendelt der Dampfzug dann jeweils dreimal von Kandern nach Haltingen und wieder zurück. Passagiere können aber auch an einer der Stationen unterwegs einsteigen: in Hammerstein, Wollbach, Wittlingen, Rümmingen oder Binzen. Nach einem erneut holprigen Start in die zweite Saison unter Pandemiebedingungen sind für die Fahrgäste mittlerweile ein paar Erleichterungen eingetreten. So ist es derzeit nicht mehr nötig, einen Nachweis über den Impf- oder Genesenenstatus beziehungsweise einen negativen Test vorzuweisen. Die Maskenpflicht im Zug und auf

den Bahnsteigen bleibt jedoch weiterhin bestehen, ebenso die Erfassung der Passagiere per Coronaoder Luca-App – oder ersatzweise mit Adressdaten.

Info Die Museumsbahn fährt jeden Sonntag sechsmal durchs Kandertal. Abfahrt in Kandern ist jeweils um 9.10, 13 und 16 Uhr; Abfahrt in Haltingen um 10.15, 14.15 und 17 Uhr. Derzeit empfiehlt es sich, auf die aktuellen Corona-Bestimmungen zu achten. Einzelheiten dazu sowie weitere Informationen gibt es auf der Vereinshomepage unter www.kandertalbahn.de.

Im Quellwasser baden

Kandern | Freibad mit Schwimmerbecken und mehr

Das Kanderner Freibad zählt zu den schönsten Freibädern der Region und ist ein Erlebnis für die ganze Familie. Den Besucher erwartet unter anderem ein 50-Meter-Schwimmerbecken. Für kleine Gäste steht ein solarbeheiztes Becken mit Wasserpilz, Wasserigel und einem wasserspeienden Seehund zur Verfügung.

Ein Beachvolleyballfeld, Tischtennis, Freiluftschach sowie das Freibadrestaurant runden das Angebot ab. Auch in diesem Jahr gelten für einen Freibadbesuch pandemiebedingt besondere Regeln. Die Tickets für das Freibad Kandern können über ein ETicket-System bezogen werden, bei Bedarf auch

über die Tourist-Information gegen Barzahlung. Der Einlass ist beschränkt, die Reservierung der Karten bis zu drei Tage im Voraus möglich. Badegäste haben die Wahl zwischen zwei Schichten. Öffnungszeiten sind täglich jeweils von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 20 Uhr. Es können auch beide Schichten gebucht werden.

Das Kanderner Freibad liegt idyllisch im Grünen. Foto: ag n

Weitere Informationen unter www.kandern.de/

Öffentliche Einrichtungen/Schwimmbad


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Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2021 23

Eldorado für Leseratten und Kulturfreunde Wer noch auf der Suche nach dem passenden Roman oder Sachbuch für die Urlaubszeit ist, wird in der Mediathek am Rathausplatz in Efringen-Kirchen fündig. Daneben stehen auch Zeitungen, Zeitschriften sowie CDs und digitale Medien zur Ausleihe – unter anderem auch online – bereit. Die Mediathek Efringen-Kirchen kann inzwischen wieder ohne Termin besucht werden und auch das Veranstaltungsprogramm nimmt – sofern sich die Corona-Lage nicht wieder verschlimmert – ab Herbst erneut Fahrt auf. Mit dem Dresdner Figurentheater soll es am Mittwoch, 13. Oktober, losgehen, wenn in der Mediathek ab 15 Uhr die Geschichte vom kleinen Muck (für Kinder ab vier Jahren) gezeigt wird. Aber auch für Erwach-

Die blühende Vielfalt der Natur wechselt sich mit Einblicken in die Kalkproduktion ab.

Viele spannende Einblicke

Tour | Neuer Wanderweg zwischen Naturerlebnis und Kalkwerk-Produktion

n

Die Mediathek Efringen-Kirchen bietet neben Lesestoff auch ein hochkarätiges Veranstaltungsprogramm. Foto: sba/T. Frisch sene gibt es mit der musikalischen Lesung „Astor Piazzolla – Mehr Tango geht nicht“ mit Cordula Sauter, die am Mittwoch, 20. Oktober, 19.30 Uhr, stattfindet, einen kulturellen Leckerbissen. Weitere Informationen zu den Abläufen für die Ausleihe und zum kulturellen Programm in der Mediathek gibt es unter Tel. 07628/806-333.

Fotos: Ingmar Lorenz

Von Ingmar Lorenz

Zwei Welten verbindet der neue Erlebnisweg Steinbruch Kapf. Auf gut drei Kilometern bietet er Erholung in idyllischer Natur und gleichzeitig beeindruckende Einblicke in den laufenden Kalkabbau bei der Firma Lhoist. Bei der B 3 sowie in der Nähe des Obsthofs Brändlin in Huttingen weisen Portaltafeln auf die Einstiegspunkte hin, von denen aus der Rundweg begonnen werden kann. Entlang des Schotterwegs gibt es allerhand zu entdecken. Neben der vielfältigen Flora bietet der Pfad einen schönen Blick auf Huttingen sowie Wintersweiler und eignet sich perfekt, um Vögel wie Falken und Milane zu beobachten. Immer wieder laden Bänke zu einer kleinen Pause ein. Der Erlebnispfad ist Teil der Maßnahmen zur Rekultivierung der zuvor vom Kalkwerk für den Abbau genutzten Flächen. Um zu erklären, wie die

Maßnahmen genau funktionieren und was sie alles beinhalten, wurden entlang des Erlebniswegs in regelmäßigen Abständen Schautafeln aufgestellt. Auf diesen finden sich Infos zur Geologie, zur Tierwelt sowie zum Wald, aber auch zum Kalkabbau und seiner Geschichte. So zeigt der Erlebnis-

pfad anschaulich, was mit dem sperrigen Begriff „Rekultivierung“ genau gemeint ist. In dem rekultivierten Bereich entsteht ein hochwertiger Wald, bestehend unter anderem aus Eiche, Buche und Ahorn. Wiesen, Sträucher und Obstbäume tragen zur Vielfalt bei.

Auf dem Erlebnisweg gibt es viel zu entdecken.

Einen besonderen Reiz hat der Erlebnisweg darüber hinaus durch die direkten Einblicke in den laufenden Kalkabbau. Denn die noch aktiven Bereiche des Steinbruchs sind vom Pfad aus hervorragend einsehbar. Mit dieser Mischung aus Natur und Industrie will man nicht zuletzt auch für Akzeptanz für die laufende Produktion werben und der Bevölkerung etwas zurückgeben, heißt es seitens des Kalkwerks. Von den Maßnahmen, die bei den Sprengungen im Kalkwerk notwendig sind, ist der Wanderweg nicht betroffen, da der Pfad in ausreichendem Abstand zum aktiven Abbaugebiet verläuft. Gleichzeitig ist dieses an bestimmten Punkten des Wegs aber immer wieder gut einsehbar. Und das wiederum heißt, dass Wanderer, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, sogar eine Sprengung aus sicherer Entfernung mit ansehen können.


Die Oberbadische Markgräfler Tagblatt Weiler Zeitung

Freizeit & Erholung SONDERBEILAGE · SOMMER 2021 24

Antike mit allen Sinnen erleben

Augusta Raurica | Die Römerstadt bei Basel lockt mit einem Ferienerlebnis der besonderen Art

„Salvete!“ Willkommen zu einer spannenden Zeitreise: Wer kennt sie nicht, die großartige Römerstadt Augusta Raurica vor den Toren Basels. Die einst blühende Handelsstadt am Rhein hat sich nach jahrhundertelangem Dornröschenschlaf in einen quicklebendigen, attraktiven Freizeit-Magneten entwickelt. Heute kann die alte Römerstadt mit allen Sinnen erlebt werden: Workshops, historische Darstellerinnen und Darsteller, Führungen – oder vielleicht doch lieber ein Konzert im römischen Theater? Die Auswahl ist groß. Warum nicht einmal durch das romantische Römerhaus flanieren (und sich dabei probeweise aufs Esssofa legen), im Museum den größten erhaltenen Silberschatz der Antike (58 Kilo pures Silber) bestaunen oder sich in der Ausstellung „Unter der Lupe“ darüber informieren lassen, wie viele Fachleute aus den unterschiedlichsten Disziplinen an einem einzigen archäologischen Fund arbeiten.

Das Amphitheater ist beliebt für Veranstaltungen. Im kleinen Tierpark lernt man bei den liebenswerten Tieren so manches über römische Landwirtschaft, während der 100 Meter lange Abwasserkanal und das geheimnisvolle unterirdische Brunnenhaus schon ein wenig gruselig anmuten. Und für geruhsame Pausen im

Grünen stehen diverse Picknickplätze bereit.

Römische Sommer

Seit 10. Juli und noch bis 15. August gibt es beim römischen Sommer jeden Tag ein Ferienerlebnis der besonderen Art. Täglich wechselnde Drop-In-Angebote und Workshops la-

Foto: Kristoff Meller den zum Mitmachen ein. Spannende Schnitzeljagden wecken die Entdeckerlust, in der Kampfarena für Kinder und beim Wagenrennen wird die Geschicklichkeit erprobt. An den Wochenenden bevölkern historische Darstellerinnen und Darsteller das Gelände und zeigen ihr Können. Waffenschmiede, Glasbläserinnen und Textilfachfrauen zeigen längst vergessenes Können, während Legionäre und Gladiatoren mit eindrücklichen Auftritten die Menge begeistern. Einmal mehr vereint Augusta Raurica Lernen und Unterhaltung für alle.

Besondere „Souvenirs“

Gladiatoren beim Römerfest

Foto: Susanne Schenker

Ob Schiffe basteln, Brot backen, Mosaiken legen oder Ton modellieren – in den Drop-In-Angeboten und Workshops werden ganz besondere „Souvenirs“ hergestellt. Das weitläufige Gelände lädt zum gemütlichen Eintauchen in die Antike ein. Wer es lieber etwas aktiver mag, bemalt Schwerter und Schilde und tobt

sich damit auch gleich in der kleinen Arena aus. Auf Archäologie-Interessierte wartet im Museum ein besonderer Leckerbissen: In der Sonderausstellung „Unter der Lupe. Einer römischen Lebensgeschichte auf der Spur“ werden anhand des Bleisarges die vielfältigen und aktuellsten Forschungsmethoden der Archäologie vorgestellt. Die meisten Angebote sind auch für Menschen mit Beeinträchtigung konzipiert, das rollstuhlgängige Zelt auf dem Forum ermöglicht einen barrierefreien Zugang.

Info Augusta Raurica, Giebenacherstrasse 17, Augst; Öffnungszeiten: Museum & Römerhaus sowie Tierpark & Schutzhäuser jeweils täglich von 10 bis 17 Uhr. Das Freilichtgelände ist 24 Stunden/365 Tage offen. Kontakt: E-Mail mail@ augusta-raurica.ch Tel. +41 (0)61/552 22 22 n www.augusta-raurica.ch

Freizeit und Erholung 2021  

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