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Mai 2017

GESUNDHEIT Das Fachjournal für

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TIROL

ERSTE HILFE Kinder im Notfall richtig betreuen

COPD, ASTHMA UND CO. Lungenkrankheiten im Vormarsch


VORWORT

Vorsorgen ist besser als Heilen

Liebe Leserin, lieber Leser!

Dieser Satz ist uns allen wohlvertraut. Bei Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsvorsorge ist Tirol solide und breit aufgestellt. Dazu wurden die Tiroler Gesundheitsziele mit Fokus auf sechs große Themenfelder erstellt und umfassen alle Lebensbereiche.

In den warmen Monaten des Jahres stellt sich das Wohlbefinden fast von alleine ein. Mit den Temperaturen steigt auch unsere Laune. Viele zieht es nach draußen: Sportliche Aktivitäten in der Natur oder ein entspannter Tag im Freien tun einfach gut. Die Freuden der Frühlings- und Sommerzeit lassen sich freilich nur in vollen Zügen genießen, wenn Körper, Geist und Seele in Balance sind. In der zweiten Auflage der Gesundheitskrone nehmen wir Sie deshalb mit auf einen lesenswerten Streifzug durch ein vielfältiges Themengebiet, das uns alle betrifft: Die Gesundheit. Unsere Interviews und Reportagen fördern dabei überraschende Erkenntnisse und wertvolle Tipps, aber auch kritische Themen zu Tage. Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre und einen unbeschwerten Sommer. Denken Sie daran: Die Gesundheit ist wie das Salz in der Suppe: Man bemerkt nur, wenn es fehlt – sorgen Sie also stets für Würze.

Ihre Redakteure Anna-Maria Stiefmüller und MMag. Thomas Mayer Kronen Zeitung Gesundheit Tirol

Univ.-Prof. Dr. Bernhard Tilg, Landesrat für Gesundheit, Pflege und Wissenschaft. oto: Fotolia

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auch die Arbeitsorganisation zu nennen oder Maßnahmen des Jugendschutzes. Drittens möchte ich auf die Systemprävention hinweisen, die in alle Bereiche unseres Lebens hineinreicht und mit der Pflege eines gesunden Miteinander nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch im privaten Umfeld einhergeht. Es soll damit beste Lebensqualität bis ins hohe Alter ermöglicht werden. Gesundheitsförderung und Prävention haben bekanntermaßen viele Aspekte, obliegen in letzter Konsequenz in der Regel der Eigenverantwortlichkeit jedes Einzelnen: Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit stehen in Tirol nicht nur anlassbezogen auf der Tagesordnung, sondern das ganze Jahr hindurch – und darüber dürfen wir auch ein wenig stolz sein. Die Tiroler Bevölkerung kann sich im Vergleich zum Osten Österreichs nicht zuletzt deshalb im Durchschnitt auch über einen besseren Gesundheitszustand und auch über eine höhere Lebenserwartung erfreuen. Damit das so bleibt, ist es wichtig, seine Gesundheit von Kindestagen an zu hegen und zu pflegen.

Foto: Gerhard Berger

Damit unsere Kinder gesund aufwachsen und „Gesundheit lernen“, setzen wir wichtige Schwerpunkte: Beispielhaft seien das Tiroler Impfkonzept, die Mutter-Eltern-Beratung, das Kindergarten-Vorsorgekonzept und das Projekt Gesunde Schule oder das ZahngesundheitsVorsorgeprogramm genannt, das wir in Kooperation mit unseren Systempartnern umsetzen. In Fortsetzung des Settings Kindergarten-Schule sind uns weiter die Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung besonders wichtig. Dieses Setting wird breit abgedeckt. Durch gute Arbeitsbedingungen und Lebensqualität am Arbeitsplatz wird auf der einen Seite die Gesundheit und die Motivation der Mitarbeiter nachhaltig gefördert und auf der anderen Seite die Produktivität, die Produkt- und Dienstleistungsqualität sowie auch die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens erhöht. Es entsteht für Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Win-winSituation. Von der Gesundheitsstrategie her sind mir dabei drei große Zielrichtungen wichtig: Zum Ersten die Verhaltensprävention. Diese zielt auf die Gesunderhaltung jedes Einzelnen – von der Schonung und Pflege des Bewegungs- und Stützapparates insbesondere der Wirbelsäule bis hin zur psychischen Gesundheit, z.B. durch Stressbewältigungsstrategien. Der zweite Punkt zielt auf die Verhältnisprävention und auf die Schaffung eines gesundheitsförderlichen Lebensumfelds: Beispielhaft seien hier die Ergonomie am Arbeitsplatz oder


INHALT Die Lunge im Fokus In wenigen Jahren werden Erkrankungen unseres Atmungsorgans zu den häufigsten Todesursachen gehören. Schon heute leidet hierzulande ein Viertel der über 40-Jährigen an COPD, einer bislang unheilbaren Lungenkrankheit. Der Pneumologe Dr. Christian Kähler spricht im Interview über Herausforderungen für das Gesundheitssystem, die bedenkliche Feinstaubbelastung im Tiroler Inntal und neue Entwicklungen auf dem Forschungsfeld der Lungenheilkunde.

Verhütungshelfer ohne Hormone Die Antibabypille sorgt immer wieder für Negativschlagzeilen. Viele Frauen wünschen sich deshalb eine sichere Verhütungsmethode ohne hormonelle Nebenwirkungen. Gemeinsam mit Gynäkologin Dr. Maria Riedhart-Huter nehmen wir eine Alternative, sogenannte Intrauterinpessare aus Edelmetall genauer unter die Lupe.

Erste Hilfe für die Kleinen Besonders junge Eltern sind oft verunsichert: Wie reagiere ich im Notfall richTropische Gefahr tig? Welche Verletzungen Summende Plagegeister können problemlos daheim gehören zum Sommer dazu. versorgt werden? Wann Doch vermehrt machen exo- muss mein Kind zum Arzt tische Arten den europäioder ins Krankenhaus? Für schen Mückenschwärmen den „Falle des Falles“ gibt Konkurrenz. In beliebten Ur- Kinder- und Notarzt Dr. laubsländern wie Griechen- Christian Hilkenmeier land, Spanien oder Italien wichtige Tipps. traten in den vergangenen Jahren vermehrt Fälle von Frischer Wind Tropenkrankheiten wie Mafür graue Zellen laria und Dengue-Fieber auf. Wer rastet, der rostet. Das Hintergründe und Risiken er- gilt auch für unser Gedächtörtert Prof. Dr. Günter Weiss nis. Mentaltrainerin Franzisim Interview. ka Schiffert gibt wertvolle

Impulse für ein fittes Gehirn und erklärt, warum gerade oft jüngere Menschen Probleme haben, gewisse Dinge sprichwörtlich im Kopf zu behalten. Schritt für Schritt Wer läuft, verbessert die allgemeine Fitness, stärkt Muskulatur und Herz-Kreislauf-System und tut seinen Knochen und Gelenken Gutes. Immerhin jeder fünfte Tiroler schnürt regelmäßig die Laufschuhe. Ob Laufanfänger oder Routinier – mit den Expertentipps von Orthopäde Dr. Stefan Neuhüttler läuft‘s mit dem Laufen noch besser. Flüssige Zuckerbomben Sie sind erfrischend, sie sind süß und gerade an warmen Tagen beliebte Durstlöscher: Säfte. Doch die fruchtigen Getränke haben einen Nachteil: Sie können dick machen. Gemeinsam mit Ernährungsbiologe Mag. Michael Zechmann decken wir auf, wie viel Zucker wirklich in populären Sommergetränken steckt. 

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Lungenerkrankungen Pneumologe Dr. Christian Kähler im Interview.

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Laufsport Expertentipps für Anfänger und Trainierte.

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Sonnenschutz Hautschäden lassen sich vermeiden.

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Tropenkrankheiten Dr. Günter Weiss über exotische Mückenarten.

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Moderne Verhütung Hormonfreie Alternativen zur Pille.

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Mentaltraining So bringen Sie graue Zellen auf Trab.

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Psychische Gesundheit Krankenhaus Zams erweitert das Angebot.

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Erste Hilfe für Kinder Richtiges Reagieren rettet im Notfall Leben.

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Gesunde Ernährung Fruchtige Durstlöscher in der Kritik.

IMPRESSUM MEDIENINHABER: Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag GmbH & Co KG GESAMTLEITUNG: Mag. Thomas Kreuzer thomas.kreuzer@mediaprint.at PROJEKTLEITUNG: Mag. Wolfgang Kos wolfgang.kos@mediaprint.at REDAKTION: Anna-Maria Stiefmüller, MMag. Thomas Mayer LAYOUT: Thomas Kainrath HERSTELLER: Niederösterreichisches Pressehaus Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H., 3100 St. Pölten VERLAGSORT: Wien HERSTELLUNGSORT: St. Pölten

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Wenn die Luft wegbleibt

Die Prognosen der WHO klingen alarmierend. Lungenkrankheiten werden schon 2020 zur dritthäufigsten Todesursache gehören. Was sind die Gründe dafür? Wir können drei Ursachen feststellen: Erstens: Die Menschen werden immer älter. Zweitens: Die Feinstaubbelastung nimmt zu. Drittens: Die Diagnostik wird besser. Besonders in Tirol ist der Feinstaub, also winzige Partikel von Dieselabgasen und Hausbrand, ein unterschätzter Faktor. Das Inntal ist eine der am meisten mit Feinstaub belasteten Regionen Europas. Bedenklich finde ich die von der EU festgesetzten Grenzwerte. Im Vergleich mit den WHO-Richtlinien, die deutlich niedriger angesetzt sind, liegen wir hier möglicherweise schon im gesundheitsgefährdenden Bereich.

so genannten Waisenerkrankungen betrifft die Lunge. In der Praxis unterscheiden wir grob zwischen Erkrankungen der Lungengefäße wie Lungenhochdruck, Vaskulitiden oder Embolien, Erkrankungen des Lungengewebes, allen voran Fibrose, Sarkoidose oder Emphyseme und Krankheiten wie COPD und Asthma, welche die Bronchien betreffen. Schon heute leidet jeder vierte Tiroler über 40 Jahren an COPD, bei den über 65Jährigen ist es sogar jeder Dritte. COPD betrifft übrigens nicht nur Raucher, zu den Risikofaktoren gehören auch das berufliche Umfeld, genetische Disposition, eine bestimmte Blutgruppe oder ein niedriges Geburtsgewicht. Auch das Asthma mit seinen vielen verschiedenen Phänotypen ist leider stark im Kommen.

Welche Erkrankungen werden in Zukunft besonders gehäuft auftreten? Die Pneumologie ist ein sehr umfangreiches Fach mit vielen verschiedenen Krankheitsbildern, ein Großteil der

Wie kann ein Laie Erkältungshusten von einer ernsthaften Erkrankung unterscheiden? Der Husten per se ist ein Symptom, ein Indikator dafür, dass im Körper etwas nicht

BASISWISSEN LUNGE

teln sich Bronchien und Bronchiolen immer weiter und enden schließlich in den so genannten Alveolen. Mehr als 300 Millionen dieser Lungenbläschen sorgen auf einer Fläche von rund 100 Quadratmetern (!) für den lebenswichtigen Gasaustausch: Frisches,

Die Lunge des Menschen ist ein hochkomplexes, sensibles System. Über Mund und Nase strömt Atemluft in die Luftröhre, die sich in zwei Hauptbronchien teilt. Wie die Zweige eines Baumes veräs-

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stimmt und dieser den Übeltäter loswerden möchte. Einem akuten, plötzlich auftretenden Husten liegt meist ein Infekt zugrunde. Dauert der Husten allerdings länger als 6 Wochen an, sollte man einen Arzt aufsuchen. Kann der Allgemeinmediziner nicht weiterhelfen, ist der Gang zum Facharzt geboten. Oftmals hat ein Hausarzt nicht das notwendige Spezialwissen oder die Ausrüstung, um gewisse Lungenkrankheiten erkennen zu können. Auch im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung wird die Lunge außen vor gelassen – eine Tatsache, die ich hinsichtlich der bekannten steigenden Zahlen der Lungenerkrankungen für bedenklich halte. Wird der Lunge also zu wenig Aufmerksamkeit zuteil? Meiner Meinung nach ja. Die Pneumologie wurde lange beinahe stiefmütterlich behandelt, das sieht man deutlich an der historisch gewachsenen Struktur der Universitäten. Neben der Psychiatrie und den Haut- und Geschlechtskrankheiten waren

sauerstoffreiches Blut wird zu den Organen befördert, das „Abfallprodukt“ Kohlendioxid beim Ausatmen wiederum abtransportiert. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) Die Abkürzung COPD steht

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Bereits in drei Jahren wird jeder dritte Mensch an einer Lungenkrankheit sterben. Facharzt Dr. Christian Kähler spricht im Interview über Risikofaktoren, moderne Behandlungsmöglichkeiten und Herausforderungen für das Gesundheitssystem.

Dr. Christian M. Kähler, Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Beatmungsmedizin und Allergologie der Fachkliniken Wangen im Allgäu und Facharzt in Innsbruck.

die Lungenkliniken lange Zeit ausgelagert und von der Hauptuniversität getrennt. Auch in der jüngeren Vergangenheit war die Lunge an den Universitäten unterrepräsentiert, in ganz Österreich gibt es aktuell nur zwei Lehrstühle für Pneumologie an vier Universitäten. Derzeit ist nur Graz besetzt und Wien leider seit drei Jahren ohne Universitätsprofessor. Daraus resultiert natürlich ein akademisches Ausbildungsproblem. Dabei würden wir angesichts der Komplexität des Fachgebietes und der steigenden Fallzahlen dringend junge, gut ausgebildete Lungenfachärz-

für chronic obstructive pulmonary disease, was auf Deutsch in etwa „chronische Lungenerkrankung durch Verengung“ bedeutet. Neben weiteren Krankheitsvarianten unterscheidet die Medizin zwei Hauptformen: COPD mit Lungenemphy-


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Jeder vierte Tiroler über 40 Jah ren leid et an CO PD.

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te brauchen, die bereits im Studium mit der Lungenheilkunde in Kontakt kommen. Trotzdem ist Europa Vorreiter in der Forschung – eine Hoffnung für Patienten? Absolut. Die Pneumologie hat

sich in den vergangenen 10 bis 15 Jahren rasant entwickelt. Auf internationalen Kongressen werden regelmäßig neueste Erkenntnisse ausgetauscht. Wir wissen zum Beispiel heute, dass chronische Entzündungen der Lunge in

engem Zusammenhang mit kardiovaskulären Erkrankungen stehen, Lungenerkrankungen und Herz-Kreislaufprobleme gehen also Hand in Hand. Deshalb wäre es so wichtig, die Lunge im Rahmen der Vorsorgeuntersu-

chungen in den Fokus zu rücken. Auch auf dem Gebiet der spezifischen Immuntherapie machen wir große Fortschritte und können vielen Asthmapatienten ein weitgehend beschwerdefreies Leben ermöglichen. 

sem und COPD mit chronischer Bronchitis. Typische Symptome sind Atemnot, Husten mit Auswurf, Abgeschlagenheit und manchmal auch Fieber. Je später eine COPD entdeckt wird, desto schwerer ist sie zu behandeln, lebensge-

fährliche Begleiterkrankungen sind die Folge. Derzeit gibt es keine Heilungsmöglichkeiten, mittels Gabe von Kortison, bronchienerweiternden Medikamenten und Sauerstoff können die Symptome aber gelindert werden.

Asthma bronchiale Wie Asthma genau entsteht, ist noch nicht restlos geklärt. Die Bronchien Betroffener sind besonders empfindlich gegenüber verschiedenen Reizen wie Tabakrauch, Abgase, Kälte oder Allergene. Die so genannte bronchiale

Hyperreagibilität ruft eine permanente Entzündung und damit Symptome wie Atemnot, Kurzatmigkeit, Luftnot, Engegefühl oder ein pfeifendes Atemgeräusch hervor. Es gibt verschiedene Formen von Asthma, die einer differenzierten Behandlung bedürfen.

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Sportverletzungen werden an den beiden Sportclinic-Standorten der Medalp Group künftig auch am Wochenende behandelt.

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7 Tage die Woche – Medalp Imst und Sportclinic Zillertal Eine schnelle Versorgung von Sportverletzungen ist in den Sportclinic-Standorten der Medalp Group in Imst und Mayrhofen im Zillertal nun auch am Wochenende garantiert. ie beiden SportclinicStandorte der Medalp Group in Imst und in Mayrhofen im Zillertal haben nun auch im Sommer an sieben Tagen die Woche und an Feiertagen geöffnet. Nach dem bekannten „One Stop-Konzept“ wird ganzheitliche und fachkompetente Versorgung unter einem Dach angeboten. Speziell bei Sportund Unfallverletzungen ist die schnelle Erstversorgung, die radiologische Abklärung sowie CT und MRT und eine unverzügliche Diagnose für eine erfolgsversprechende Therapie wichtig. Ein Operationsteam steht bereit und kann

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dringliche Operationen noch am selben Tag durchführen. Öffnungszeiten erweitert Mit den neuen Öffnungszeiten kommen die Medalp-Standorte der großen Nachfrage von Freizeit- und Vereinssportlern sowie dem steigenden Sommertourismus nach. In Imst sind ab 13. Mai und in Mayrhofen ab Juni die Standorte für Erstuntersuchung, Röntgen, MRT und Diagnostik geöffnet. Am Samstag und Sonntag werden frischverletzte Patienten und akute Fälle prompt behandelt. Nachbehandlungen, Routine- und Kontrolluntersuchungen werden weiter-

hin während der Woche nach Terminvereinbarung durchgeführt. Die Unfallchirurgische Ordination ist in Imst als Kassenpraxis, in Mayrhofen als Wahlarztpraxis organisiert, in der eine Kostenrückerstattung von Seiten der Sozialversicherungen für die Erstversorgungsleistungen möglich ist. Im Falle einer notwendigen Operation wird mit der privaten Krankenoder Unfallversicherung abgerechnet. Dabei bietet die Medalp Group den Service der Versicherungsabklärung, die für alle Patienten direkt vom Medalp-Sekretariat erledigt wird. Zahlreiche Verträge

mit Versicherungen aus dem In- und Ausland konnten in den vergangenen Jahren geschlossen werden. Die Medalp-Hoteline unter +43-699-16119988 wurde eingerichtet, um bereits beim Anmeldetelefonat wichtige Vorinformationen mitteilen zu können. Das gesamte Team an Ärzten, Pflegern und Therapeuten der Medalp folgt somit dem vermehrten Wunsch der Fußballund Sporttrainer, der Vereine und der Touristiker auch im Sommer die schnelle und unkomplizierte Behandlung unter einem Dach zu ermöglichen. 


sportclinic therapie lifestyle Wir sind auch am Wochenende für Sie im Einsatz!

sportclinic imst Montag bis Freitag | 8:00 – 17:00 Uhr Samstag und Sonntag | 11:00 – 19:00 Uhr

Montag bis Freitag | 8:00 – 17:00 Uhr Samstag und Sonntag | 9:00 – 18:30 Uhr*

*ab Juni 2017 A-6460 Imst · Medalp Platz 1 Tel. +43 5418 51100 · info@medalp.com www.medalp.com

Stillupklamm 830 · A-6290 Mayrhofen Tel. +43 5285 78485 · office@sportclinic.at www.sportclinic.at

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So läuft’s beim Laufen

oggen gehört zu den beliebtesten Sportarten des Landes. Jede(r) fünfte Tiroler(in) schnürt regelmäßig die Laufschuhe. Wer läuft, verbessert die allgemeine Fitness, stärkt Muskulatur und Herz-Kreislauf-System und tut seinen Knochen und Gelenken Gutes – vorausgesetzt, man beachtet einige Grundregeln.

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Die Dosis macht’s Gerade Anfänger sind oft hoch motiviert – und laufen im wahrsten Sinne des Wortes Gefahr, sich zu übernehmen. Wer die Warnsignale des Körpers ignoriert, riskiert Verletzungen und Dauerschäden. Damit die Lust am Laufen nicht dem Frust weicht, sollte man es langsam angehen lassen, rät Dr. Neuhüttler: „Der Bewegungsapparat wie auch das Herz-Kreislaufsystem müssen sich erst an die neue Herausforderung anpassen. Für den Anfang reicht es vollkommen aus, ein- bis zweimal pro Woche zu trainieren.“ Doch auch trainierte Hobbysportler schießen gerne übers Ziel hinaus, weiß der Mediziner zu berichten: „Viele ambitionierte Freizeitläufer tendieren zum Übertrainieren und joggen schlichtweg zu viel, zu schnell und zu weit. Die Folge sind oft Sehnenüberlastungen und Schmerzen im Bereich der Knie, der Hüfte oder den Füßen.“ Dr. Neuhüttler rät, genau auf den eigenen Körper zu hören: „Er zeigt uns in der Regel recht unmittelbar, wenn wir es übertreiben. Schmerzen sind ein deutliches Zeichen dafür, dass wir einen Gang runterschalten müssen.“

Der erste Schritt führt zum Gesundheitscheck Die gute Nachricht zuerst: Grundsätzlich ist Laufsport für jeden gesunden Menschen geeignet. Denn: „Laufen beginnt schon beim flotten Gehen. Um Herz und Kreislauf in Schwung zu bringen, reichen als Einstieg Spaziergänge in flottem Tempo. Geht es mir dabei gut, kann die Intensität langsam gesteigert werden“, erklärt Dr. Stefan Neuhüttler, Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Traumatologie. Nichtsdestotrotz empfiehlt der Experte Laufanfängern vor Trainingsbeginn einen Gesundheitscheck, etwa im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung: „Sollten gewisse körperliche Einschränkungen wie starkes Übergewicht, Bluthochdruck oder chronische Erkrankungen bekannt sein, ist eine Abklärung beim Internisten oder Alles eine Frage der Technik Sportmediziner anzuraten. Im Profisport wird das so geDort erhält man individuelle Empfehlungen und eine kom- nannte „Vorfußlaufen“ praktipetente Beratung für das ge- ziert, auch immer mehr Freizeitläufer versuchen sich in plante Training.“

Dr. Stefan Neuhüttler ist Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates mit eigener Praxis in Innsbruck.

dieser Technik. Ein Trend, den Hobbyläufer mit Vorsicht genießen sollten: „Man sollte so laufen, dass es sich gut anfühlt. Schließlich hat jeder Mensch eine individuelle Physiologie, manche joggen aufgrund ihrer Beinachsen von Haus aus eher am Innenfuß, andere wiederum am Außenfuß. Wer gegen seine Natur läuft, hat davon auf längere Sicht mehr Schaden als Nutzen. Vor allem Achillessehne und Wadenmuskulatur können dann Probleme bereiten. Deshalb empfehle ich für den Hobbysportler den natürlichen Bewegungsablauf: Mit der Ferse aufkommen, abrollen und mit dem Vorderfuß wieder abstoßen“, so Dr. Stefan Neuhüttler. Eine gesunde Mischung Beim Laufen wird zwar ein Großteil der Muskeln bewegt, trotzdem sollten auch Freizeitsportler für Abwechslung sorgen. „Unser Rücken freut sich über Schwimmeinheiten, die Knie über eine Runde auf

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Was Anfänger beachten sollten und was zu tun ist, wenn doch einmal der Schuh drückt, verrät der Innsbrucker Orthopäde und Traumatologe Dr. Stefan Neuhüttler.

dem Fahrrad. Grundsätzlich sind alle Sportarten mit aktiver Beteiligung des Rückens eine gute Ergänzung zum Lauftraining“, so Dr. Stefan Neuhüttler. Wer seine Koordination verbessern möchte, wechselt am besten regelmäßig vom Straßenbelag auf Waldboden. Die Behauptung, Asphaltboden würde den Knien Schaden zufügen, ist übrigens nicht mehr ganz zeitgemäß, sagt der Orthopäde: „Modernes, passendes Schuhwerk sorgt auch auf hartem Untergrund für ausreichend Federung.“ Gut (aus)gerüstet Kaum eine andere Sportart ist so unkompliziert wie das Laufen: Rein in die Schuhe und schon kann es los gehen. Bei der Wahl der perfekten Joggingschuhe empfiehlt der Experte in Qualität zu investieren: „Viele Fachgeschäfte bieten eine professionelle Laufanalyse an. Diese hilft dabei, den idealen Schuh mit individuell passender Stabilität und Dämpfung zu finden.“ 

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Sonne: Achtung bei Kleinkindern!

Die Hautärzte geben nach wie vor keine Entwarnung. Die Hautkrebsraten sind weiterhin im Steigen. Schuld daran ist vor allem exzessives Sonnenbaden. Es ist heute unbestritten, dass erhöhte Sonnenexposition direkt mit Hautkrebs in Zusammenhang steht. Besonders Babys und Kleinkinder sind gefährdet. nser größtes Organ, die Haut reagiert auf das UV-Licht der Sonne sensibel wie eine Mimose. Die langwelligen UVA-Strahlen dringen bis in die tiefen Schichten der Lederhaut ein. Sie behindern die Neubildung der Bindegewebszellen, zerstören das für die Elastizität der Haut wichtige Kollagen und sind zudem für rund 70 Prozent aller Fälle von Sonnenallergien verantwortlich. Das kurzwellige UVB-Licht wiederum verursacht den Sonnenbrand. Die Rötung ist kein Warnzeichen. Sie tritt erst sechs bis 24 Stunden nach dem Sonnenbad auf. Vom Licht verletzte Zellen entzünden sich und schwellen an. Wenn es „brennt“, ist es also schon zu spät: UVB-Strahlen sind bis in die Zellkerne ge-

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langt und haben der Erbsubstanz Schäden zugefügt. Mit ihrer Reaktion versucht die Haut, die Krebs verursachende Zellteilung gering zu halten. Die Strahlenintensität ist nicht zu unterschätzen Kleinere UVB-Schäden kann die Haut innerhalb von 24 Stunden reparieren. Übersteigt die Strahlenintensität die Möglichkeiten dieses Notprogramms, sind die DNAVeränderungen dauerhaft. Im schlimmsten Fall entsteht, meist mehr als drei Jahrzehnte nach dem Schaden, ein Melanom, die gefürchtete Art des Hautkrebses. Der Präsident der Tiroler Apothekerkammer, Dr. Martin Hochstöger, warnt eindringlich, die Sonne gerade bei

Hautärzte weisen immer wieKleinkindern zu unterschätder daraufhin, dass bei Kinzen: „Es ist leider heute eine dern eine Unterscheidung in unbestreitbare Tatsache, die 4 Phototypen wie bei Erdass sich Kinder durchwachsenen nicht vorgeschnittlich dreimal länger nommen werden in der Sonne aufhalkann. Der Dermatoten wie ErwachseJe jünger loge Univ. Prof. ne. Kinder sind die Haut, desto Dr. Breitbach: daher einer viel weniger ist sie gegen „Heftige Sonhöheren UVEinflüsse von außen nenbestrahlung Jahresdosis geschützt. Dazu zähhinterlässt auf ausgesetzt. len auch SonnenKinderhaut starWissenschafter strahlen. ke Naevi (Anm.: haben errechnet, Pigmentmale). Das dass die Haut bis Risiko eines malignen zum 20. Lebensjahr Melanoms ist damit um den bereits 50 bis 80 % der UVFaktor 50 höher“. Dosis des gesamten Lebens aufgenommen hat. Die EigenSonnenschutzmittel von schutzzeit von Kinderhaut großer Bedeutung liegt im mitteleuropäischen Breiten bei nur 5 bis 10 Minu- Wichtig ist, dass man sich mit ten, da die körperlichen Abeinem hochwertigen Sonnenwehrmechanismen noch nicht schutzmittel vor den UVA- und voll ausgebildet sind.“ UVB-Strahlen der Sonne


schützt. Hochstöger: „Es kommt dabei gar nicht nur auf die Zahlen des Lichtschutzfaktors an, die auf den Packungen angegeben sind. Wesentlich ist die gleichmäßige Verteilung der UVA- und UVB-Filtersubstanzen in den Präparaten, die Photostabilität der Produkte und vor allem auch bei Kindern die Wasserfestigkeit. Es ist bedauerlich und geradezu gesundheitsschädlich, dass in der Öffentlichkeit vielfach nur die Preise in Bezug zum Lichtschutzfaktor verglichen werden, die Sinnhaftigkeit der Produkte hinsichtlich ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften aber zumeist unbeachtet bleiben.“ Mag. Hans Jakesz, Apothekerkammer Tirol

Jeder Sonnenbrand birgt das Risiko von Spätschäden der Haut. Die Haut vergisst keinen Sonnenbrand, denn die Erbsubstanz der Hautzellen hat ein „Gedächtnis“. Insbesondere die bräunenden UVBStrahlen der Sonne können Hautschäden verursachen.

INFORMATION Tipps für den Umgang mit der Sonne bei Babys und Kleinkindern: • Babys und Kleinkinder sollte man vor der Sonne besonders restriktiv schützen. Bis zum 3. Lebensjahr sollten sie überhaupt nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. • Zwischen 12 und 15 Uhr haben sie in der Sonne überhaupt nichts verloren. • Auch der Sonnenschirm hält nur einen Teil der Sonnenstrahlen ab, daher sollte auch im Schatten gut eingecremt werden. • Sommerliche und helle Textilien bringen ebenfalls nur einen geringen Schutz. Daher sonnendichtes Material verwenden, das nicht zu eng geschnitten ist. • Babys und Kleinkinder nie ohne Sonnenhut in die Sonne lassen. • Sonnenbrille mit UV-Beschichtung ist wichtig zum Schutz der Augen. • Sonnenprodukte für Babys und Kleinkinder sollten generell einen sehr hohen Lichtschutzfaktor enthalten und wasser- und abriebfest sein. • Vermeiden Sie das Auftragen von Babyöl, wenn Sie mit dem Baby ins Freie gehen. Das macht zarte Kinderhaut noch lichtempfindlicher. Gesundheit Tirol 11


Gefährliche Plagegeister Asiatische Tigermücke und Co. sind inzwischen in vielen beliebten europäischen Urlaubsländern verbreitet.

ie sind klein, lästig und meistens harmlos: Mücken. Doch die rund 50 europäischen Stechmückenarten bekommen zusehends tropische Konkurrenz: Aedes albopictus, die Asiatische Tigermücke, stammt ursprünglich aus Südostasien und überträgt Erkrankungen wie Dengue-, West-Nil- und Chikungunya-Fieber sowie das Gelbfiebervirus oder die Japanische Enzephalitis. Experte Prof. Dr. Günter Weiss: „Aedes-Mücken sind in den Küstengebieten des Mittelmeers seit Jahrzehnten recht verbreitet, die Populationen wandern aber immer weiter nach Norden. So ist es auch in Italien, Spanien oder Kroatien möglich, dass diese Mücken Erreger übertragen, die wir sonst nur aus den Tropen kennen.“ Professor Weiss verweist dabei auf Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit: „Auf Madeira gab es 2013 einen Ausbruch von Dengue-Fieber, 2007 traten in der italienischen Provinz Ravenna rund 200 Fälle und 2015 bei Valencia in Spanien 15 Fälle von Chikungunya-Fieber auf.“ Laut Weltgesundheitsorganisation gilt die EU als gänzlich

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malariafrei. Trotzdem tauchen einige der 40 Anopheles-Mückenarten, die Malaria übertragen können, seit einiger Zeit in Europa vermehrt auf. „In den griechischen Regionen Peloponnes und Thessaloniki gibt es seit 2009 immer wieder Fälle der Malaria tertiana, einer Infektion mit dem Einzeller Plasmodium vivax, die milder verläuft als die potenziell tödliche Malaria tropica“, betont Prof. Dr. Günter Weiss. Klimawandel begünstigt die Ausbreitung Die Gründe für die zunehmende Verbreitung tropischer Stechmückenarten nördlich des Äquators sind vielschichtig, die Forschung geht derzeit davon aus, dass die globale Erwärmung und der weltweit zunehmende Waren- und Personenverkehr eine wesentliche Rolle spielen, so Dr. Weiss: „Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Durchschnittstemperatur und der Ausbreitung dieser Mücken.“ Untersuchungen konn-

Prof. Dr. Günter Weiss ist Direktor der Universitätsklinik Innere Medizin II an der medizinischen Universität Innsbruck und Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin.

ten auch die Einschleppung von Mücken über LKW und Schiffe nachweisen. Besonders an Autobahnraststätten lassen sich immer wieder fremde Arten beobachten. Manchmal würden aber auch Urlauber ein unschönes Souvenir mitbringen, erklärt der Facharzt: „Wird ein Mensch in den Tropen von einer infizierten Mücke gestochen, können sich heimische Mücken am Blut des Betroffenen anstecken und so den Erreger weiterverbreiten.“

laubsländern auf Nummer sicher gehen will, dem empfiehlt der Tropenmediziner die üblichen Schutzmaßnahmen: „Durch Mückensprays, Raumstecker und lange Kleidung in der Dämmerung lässt sich das Risiko gestochen zu werden, deutlich minimieren“. Treten nach einer Reise aber unerwartet schwere Krankheitsgefühle, hohes Fieber und Schmerzen auf, sollte man den Gang zum Arzt nicht scheuen: „Diese Infektionen haben eine Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen, die Normale ReisevorkehrunSymptome sind meist recht gen reichen aus unspezifisch und können Malaria, Zika, Dengue und Co. leicht mit jenen einer Influenza gehören für Dr. Weiss zum Kli- verwechselt werden. Deshalb nikalltag. In den allermeisten sollte man den behandelnden Fällen handelt es sich bei den Arzt auf alle Fälle über einen Patienten aber immer noch um vorherigen Aufenthalt im AusFernreisende. Wer jedoch land informieren“, rät Prof. auch in europäischen UrWeiss. 

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in Westösterreich und der Europaregion Tirol – Südtirol – Trentino

Tirol Kliniken – Leitbetrieb der Gesundheitsversorgung Mit dem Universitätsklinikum Innsbruck, den Landeskrankenhäusern Hall, Hochzirl - Natters und der Landes-Pflegeklinik Tirol verfügen die tirol kliniken über ein komplettes Versorgungsangebot in allen Fächern der Humanmedizin. Optimale Versorgung der Patientinnen und Patienten sowie höchste Qualitätsstandards bilden die Grundlage des Handelns, dafür sorgen mehr als 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Innsbrucker Klinik ist als Flaggschiff des Tiroler Gesundheitswesens auch international gesehen in vielen Bereichen herausragend, insbesondere auf dem Gebiet der Transplantationsmedizin. Fast 7000 Patientinnen und Patienten bekamen bereits ein Spenderorgan. Nieren- und Lebertransplantationen gehören dabei zu den häufigsten Organverpflanzungen. Modernste Behandlungsmethoden Einen weiteren Schwerpunkt bilden die onkologische Versorgung und die onkologische Nachsorge an der Innsbrucker Klinik. Durch die hohe Fachkompetenz der Ärztinnen und Ärzte und infolge bester techni-

Foto: tirol kliniken

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Das neue Kinder-Herz-Zentrum Innsbruck nahm 2015 den Regelbetrieb auf

scher Ausstattung der Innsbrucker Klinik haben die Patientinnen und Patienten Zugang zu den modernsten Behandlungsmethoden. Besonders hervorzuheben sind dabei die Im-

ZAHLEN – DATEN – FAKTEN Tirol Kliniken GmbH, Leitbetrieb der Gesundheitsversorgung in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, Kennzahlen 2015 Umsatz: ca. EUR 495 Mio Standorte: Landeskrankenhaus-Universitätskliniken Innsbruck Landeskrankenhaus Hall i.T. Landeskrankenhaus Hochzirl-Natters Landes-Pflegeklinik Tirol, Hall i.T. Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen: ca. 8.100 Systemisierte Betten: 2458 ca. 57.000 operative und ca. 437.000 nicht operative Einzelleistungen an stationären Patienten ca. 1,9 Mio Behandlungen (davon ca. 1,1 Mio Diagnosen, Therapien) an ambulanten Patienten

muntherapie und die personalisierte Medizin. Außerdem können nach der Inbetriebnahme des neuen Innsbrucker Kinderund Herzzentrums die Eltern der jungen Patientinnen und Patienten der Kinderonkologie für die Dauer des stationären Aufenthalts bei ihren Kindern bleiben, zu jedem Krankenbett gibt es ein Elternbegleitbett. Jederzeit auf dem neuesten Stand der Technik Die tirol kliniken als landeseigenes Unternehmen verfolgen seit jeher einen konsequenten Weg, um den verschiedenen Notwendigkeiten einer modernen Medizin jederzeit und dem Stand der Zeit entsprechend Rechnung tragen zu können. Zum Wohle der Patientinnen und Patienten ebenso, wie für die Mitarbeiterinnen und Mitar-

beiter werden fortlaufend wichtige und hochmoderne Gebäudekomplexe neu errichtet oder generalsaniert. So darf das neue Kinder-HerzZentrum (KHZ) mit seiner farbigen Fassade, welches 2015 den Regelbetrieb aufgenommen hat, als eine der bedeutendsten und modernsten medizinischen Einrichtungen Österreichs, vielleicht sogar Europas, bezeichnet werden. Das über 100 Meter lange Gebäude beheimatet die pädiatrische Universitätsklinik, sowie die kardiologische Abteilung der Universitätsklinik Innsbruck. Entlang der Westseite der Kaiser-Josef-Straße entsteht derzeit die „Innere-Süd“ als neue Heimat für die Abteilungen der Internen Medizin, die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie in Hall i.T. wird in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen. Anzeige | Gesundheit Tirol 13


DETAILINFOS

Kupferkette Selbe Wirkungsweise – völlig andere Optik. Die Kupferkette besteht aus mehreren kleinen, aneinandergereihten Kupferzylindern, die auf einem Nylonfaden aufgefädelt sind. Mit Hilfe eines chirurgischen Knotens wird die Kupferkette in der Muskulatur der Gebärmutterwand verankert. Wie die Kupferspirale verbleibt dieses Verhütungsmittel für fünf Jahre in der Gebärmutter. Pearl Index: 0,1 bis 0,5 Gold-Spirale Ähnelt in Aussehen und Wirkungsweise der Kupferspirale, verfügt jedoch zusätzlich über einen Kern aus Gold. Dadurch sollen Infektionen zusätzlich vermieden werden. Pearl Index: 0,3–0,7 Kupferperlenball (IntraUterinBall) Eine relativ neue Methode mit innovativer Form. Der Kupferperlenball besteht aus einem Faden aus der Formgedächtnislegierung Nitinol, die auch für Implantate wie z.B. Stents verwendet wird. Darauf befinden sich mehrere Kupferperlen. Der Facharzt führt den biegsamen Trägerfaden in die Gebärmutter ein, wo sich der Nitinolfaden an seine dreidimensionale Form „erinnert“ und ein flexibles Bällchen bildet. Empfohlene Tragedauer: 5 Jahre. Pearl Index: 0,3 - 0,8 14 Gesundheit Tirol

Fotos: Gynial GmbH, Contrel Europe

Kupferspirale T-förmiger Kunststoffkörper, welcher am Stiel und/oder an den Seitenarmen mit Kupferdraht ummantelt ist. Wird vom Facharzt mit Hilfe eines Applikators in die Gebärmutter eingebracht, wo er bis zu 5 Jahre verbleiben kann. Pearl Index: 0,9 bis 3

Verhüten mit Edelmetall Kupfer, Gold und Silber machen sich nicht nur im Schmuckkästchen gut, sondern auch als moderne Medizinprodukte zur Empfängnisverhütung. ntrauterinpessare wie Spirale, Kupferkette oder Kupferperlenball sind die hormonfreie Alternative zu Antibabypille und Co. Gynäkologin Maria Riedhart-Huter erklärt im Interview Wirkungsweise sowie Vor- und Nachteile der „edlen“ Verhütungshelfer.

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Die Pille war lange Zeit Goldstandard, gerät aber aufgrund diverser Nebenwirkungen und Risiken immer mehr ins Hintertreffen. Findet hier gerade ein Paradigmenwechsel statt? In den letzten Jahren lässt sich ein gewisser Trend beobachten. Immer mehr Frauen wünschen sich eine hormonfreie Verhütung. Die Verordnungen der Pillen in Österreich ist von

2015 auf 2016 um rund fünf Prozent gesunken. Derzeit setzen hierzulande rund 50.000 Frauen auf kupferhaltige Spiralen und ihre Varianten – die Kupferkette und den Kupferperlenball. Wie genau funktionieren diese Verhütungsmethoden? Durch die kontinuierliche Abgabe von Kupfer-Ionen wird einerseits die Beweglichkeit der Spermien deutlich eingeschränkt, andererseits wird eine Art Entzündungsreaktion der Gebärmutterschleimhaut

hervorgerufen. So kann sich die Eizelle – auch wenn diese trotzdem befruchtet sein sollte – nicht einnisten. Bei Gold-Spiralen und Silber-Spiralen geht man von einem zusätzlichen antibakteriellen und fungiziden Effekt aus – so wird das ohnehin geringe Infektionsrisiko noch weiter gesenkt. Warum wechseln immer mehr Frauen zu einer hormonfreien Verhütung? Zum einen gibt es Frauen, denen das tägliche Schlucken der Pille schlicht zu mühsam, zu aufwendig oder zu unsicher ist – bei gleichzeitiger Einnahme von gewissen Me-


Der Kupferperlenball ist eine Verhütungsmethode ohne Hormone. Er verbleibt bis zu fünf Jahre im Körper.

wichtigen Patientinnen und Raucherinnen sind für viele wichtige Themen.

dikamenten oder bei MagenDarm-Beschwerden ist ja die Wirksamkeit der Pille nicht mehr gegeben. Zum anderen sind moderne Frauen körperbewusster geworden und wünschen sich eine Verhütungsmethode, die nicht in den Hormonhaushalt und somit auch in das Allgemeinbefinden eingreift. Auch der mögliche Libidoverlust durch hormonelle Verhütungsmethoden, sowie das erhöhte Risiko für Thrombosen bei überge-

Kupferspirale, Kupferkettchen oder Kupferperlenball – ist jede dieser Methoden für jede Patientin gleichermaßen geeignet? Das Wirkprinzip ist zwar das selbe, dennoch unterscheiden sich die verschiedenen Intrauterinpessare wesentlich in ihrer Form. Deshalb sollte man sich bei einem erfahrenen Facharzt beraten lassen. Denn dort kann die individuelle Beschaffenheit der Gebärmutter und die Dicke der Ge-

WAS IST DER PEARL INDEX? Dieser statistische Wert gibt an, wie viele von hundert Frauen mit einem bestimmten Verhütungsmittel ungewollt schwanger werden. Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer ist eine Methode. Die Spannweiten des Index entstehen durch die falsche Anwendung von gewissen Verhütungsmitteln. Beispiele dafür sind das Vergessen der Pille oder ein verrutschtes Kondom. Der Pearl Index geht auf seinen Erfinder, den amerikanischen Biologen Raymond Pearl zurück. • • • • • •

Keine Verhütung: Coitus interruptus: Antibabypille: Minipille: Kondom: Hormonspirale:

30-85 4-30 0,1-0,9 0,5-3 2-12 0,16

Foto: Günther Egger

Dr. Maria Riedhart-Huter ist Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit eigener Praxis in Wörgl und Oberärztin am Krankenhaus Kufstein.

bärmuttermuskulatur gemessen werden. Wird dabei ein bestimmter Grenzwert nicht erreicht, ist das Setzen der Kupferkette nicht möglich, da diese ja in der Muskulatur verankert wird. Auch ist die Form der Gebärmutter ein wichtiger Faktor, bei gewissen anatomischen Voraussetzungen kann zum Beispiel der Kupferperlenball unangenehm sein. Inzwischen bieten die Hersteller viele verschiedene Modelle in unterschiedlichen Größen an. Lange Zeit hieß es, die Spirale wäre für junge Frauen nicht geeignet – stimmt das noch? Nicht ganz. Studien besagen, dass hormonfreie Intrauterinpessare auch für junge Patientinnen ohne Kinder ein geeignetes Verhütungsmittel sind – zumal das Risiko für Einnahmefehler wegfällt und inzwischen auch sehr kleine Spiralen angeboten werden. Bei Mädchen und Frauen in der sexuellen Orientierungsphase würde ich allerdings einer anderen Methode den Vorzug geben, ein häufiger Partnerwechsel kann Infektionen fördern.  Gesundheit Tirol 15


Foto: Fotolia

16 Gesundheit Tirol


Die grauen Zellen auf Trab bringen

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Doch egal wie alt wir sind, wer auch im Kopf fit bleiben will, darf seine grauen Zellen nicht vernachlässigen, so Schiffert: „Das Gehirn ist zwar kein Muskel, sollte aber wie einer behandelt werden. Nur wer regelmäßig trainiert, bleibt geistig beweglich.“ Klassische Denksportaufgaben wie Sudoku oder Kreuzworträtsel sind nur eine Möglichkeit von vielen. Die Mentaltrainerin empfiehlt, es auch einmal mit scheinbar etwas verrückten Methoden zu versuchen: „Stellen Sie Ihr Buch doch einfach mal auf den Kopf oder nehmen Sie die Zeitung verkehrt rum in die Hand, das ist eine hervorragende Übung für das räumliche Vorstellungsvermögen.“ Wer Spaß an Zahlen hat, kann sich im guten alten Zapfenrechnen üben oder in Dreizehnerschritten von 1000 subtrahieren – ohne Taschenrechner natürlich. Ein gehirnfreundlicher Zeitvertreib sind auch Merkspiele wie das berühmte „Ich packe meinen Koffer…“. Franziska Schiffert erklärt: „Diese einfachen, unkompli-

zierten Spiele von früher machen Kindern wie Erwachsenen Spaß und trainieren ganz nebenbei die Merkfähigkeit“. Und noch einen Tipp hat die Mentaltrainerin parat: „Einfach das Smartphone öfter links liegen lassen. Das bringt die grauen Zellen schneller auf Trab als man meinen möchte.“ 

Die Imsterin Franziska Schiffert ist diplomierte Mentaltrainerin.

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o habe ich bloß den Schlüssel hingelegt? Wie lautete gleich nochmal das Passwort? Und hat die Tante morgen oder erst nächste Woche Geburtstag? Der moderne Mensch hat Wichtiges oft nicht mehr im Kopf, sondern in der Hosentasche. Telefonnummern, Geburtstage oder Termine speichern wir ganz einfach im Smartphone ab. Vergesslichkeit ist keine Frage des Alters. Schon junge Menschen haben Schwierigkeiten, scheinbar einfache Dinge im Kopf zu behalten. Kaum verwunderlich, erklärt die diplomierte Mentaltrainerin Franziska Schiffert: „Gerade so genannte Digital Natives, also junge Erwachsene, die mit Internet und Handy aufgewachsen sind, haben im Alltag häufig Probleme, sich zu konzentrieren und Informationen im Gehirn, statt auf digitalen Datenträgern abzuspeichern. Ältere sind oft viel besser darin, sich Zahlen, Daten und Fakten über längere Zeit hin zu merken.“

Foto: AP-solution.info

Heutzutage müssen wir uns deutlich weniger merken und vergessen dadurch immer mehr. Mit gezielten Übungen kommt wieder frischer Wind in die Gehirnwindungen.

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Modernes Psychiatriekonzept für das Tiroler Oberland Seit April 2017 stehen am Krankenhaus Zams der Bevölkerung eine Ambulanz und eine Tagesklinik für psychiatrische Erkrankungen zur Verfügung. Bis 2020 entstehen dort 24 Vollstationsplätze. Primarius Univ.-Doz. Dr. Martin Kurz leitet das multiprofessionelle Expertenteam. Im Interview spricht er über die Notwendigkeit und die Leistungen des neuen Angebots am Krankenhaus St. Vinzenz.

Foto: Krankenhaus St. Vinzenz Zams

Mit Ihrer Ambulanz wird eine Versorgungslücke in den Bezirken Imst und Landeck geschlossen. Welche Verbesserungen ergeben sich dadurch in der Betreuung psychisch erkrankter Menschen? Wir können künftig flexibler und intensiver auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten eingehen. Der bisherige Versorgungsengpass betraf vor allem die klinische Betreuung. Denn ab einem

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gewissen Schweregrad oder aufgrund der Komplexität der Erkrankung sind den niedergelassenen Kollegen naturgemäß Grenzen gesetzt. In der Ambulanz wie auch in der Tagesklinik haben wir nun die Möglichkeit, interdisziplinär und umfassend zu diagnostizieren und zu betreuen. Warum ist eine wohnortnahe Versorgung von Psychiatriepatienten so wichtig? Viele Menschen nehmen auf-

grund von bestimmten Hemmschwellen wie längeren Warteoder Anfahrtszeiten oft gar keine Behandlung in Anspruch. Deshalb war die Einrichtung unseres Angebots substanziell. Außerdem können wir vor Ort eng mit Hausärzten, Behörden oder sozialen Einrichtungen zusammenarbeiten, was ab einer gewissen geographischen Entfernung oder aufgrund von Strukturgrenzen bis dato nicht ganz leicht war. Jetzt können wir vorhandene

Netzwerke in der Region stärken und weiter ausbauen. Mit den so genannten Genesungsbegleiter nehmen Sie in Tirol eine Vorreiterrolle ein. Was kann man sich darunter vorstellen? Genesungsbegleiter sind Personen, die selbst an einer psychiatrischen Erkrankung gelitten haben und nach einem erfolgreichen Genesungsprozess nun ihre Erfahrung an uns Ärzte, aber auch an die Patien-


Foto: Krankenhaus St. Vinzenz Zams

Primarius Univ.Doz. Dr. Martin Kurz leitet die neue Psychiatrie in Zams.

ten weitergeben. Nach einer eineinhalbjährigen Ausbildung vermitteln sie uns nun als „Brückenbauer“ und vollwertige Mitglieder des Teams ihr wertvolles Know-how. In Tirol ist Zams bis dato das einzige Krankenhaus mit diesem Konzept.

Visualisierung: Architekturbüro Falch/Krankenhaus Zams

Die Eröffnung der Ambulanz war nur ein erster Schritt. Wie sehen die Pläne für die kommenden Monate konkret aus?

Mit dem Umzug in den Neubau im Sommer nehmen wir nicht nur die Ambulanz und die Tagesklinik in Betrieb, sondern können dann auch einen Konsiliardienst anbieten. Das heißt: Auch Patienten anderer Stationen steht dann täglich die Expertise von Psychiatern und Psychologen zur Verfügung. In drei Jahren wird dann schließlich die psychiatrische Vollstation für 24 Patienten und Patientinnen eröffnet werden. 

Das Team rund um Dr. Martin Kurz wird laufend erweitert. Gesucht werden derzeit noch Fachärzte für Psychiatrie und Sozialarbeiter.

 Visualisierung des Krankenhauses St. Vinzenz in Zams. Das neue Haus 5 (rechts im Bild) wird in den Sommermonaten fertiggestellt. Gesundheit Tirol 19


Foto: Fotolia

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Notfälle sind kein Kinderspiel Vorsicht, heiß! Sonnenschein ist etwas Herrliches. Doch zu viel des Guten kann böse Folgen haben. Kinderarzt und Notfallmediziner Dr. Christian Hilkenmeier empfiehlt: „Vorsorge ist besser als Nachsorge. Eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz beugt Überhitzung und Sonnenstich vor.“ Treten beim Freibadbesuch oder am Spielplatz plötzlich Übelkeit, Erbrechen oder Nackenschmerzen auf, muss das Kind sofort in den Schatten gebracht und kühle Tücher auf Nacken und Kopf gelegt werden. „Tritt innerhalb einer halben Stunde keine Besserung ein, sollte man den Hausarzt aufsuchen, um eine Reizung der empfindlichen Hirnhäute auszuschließen“, empfiehlt Dr. Hilkenmeier. Ein wahrlich „heißes Thema“ ist auch das Grillen, weiß der Kinderarzt zu berichten: „Verbrennungen als Folge von Grillunfällen sehe ich in den Sommermonaten in meiner Praxis häufig. Deshalb Kinder niemals in der Nähe von offenem Feuer spielen lassen!

Kommt es doch zu einer Verbrennung, sollte man das betroffene Hautareal mit lauwarmen Wasser vorsichtig abspülen und steril verbinden. Absolutes Tabu sind Hausmittel wie Mehl oder Cremes.“ Im Falle des Falles Ein falscher Schritt, zu wild gerauft, zu hoch geklettert und schon ist es passiert: Ein Knochenbruch. „Kinderknochen brechen anders, wir Mediziner sprechen dabei von Grünholzbruch“, so der Facharzt. „Ähnlich wie bei jungem, frischen Holz reißt zwar der Knochen, durchbricht aber nur selten die dicke Knochenhaut. Ein Röntgen beim Hausarzt gibt Aufschluss über die Fraktur. Auf dem Weg dorthin sollte man den betroffenen Körperteil ruhigstellen, zum Beispiel mit einem Dreieckstuch.“ Fataler Stich Ein Bienen- oder Wespenstich ist per se nicht gefährlich. Außer das Kind leidet an einer diagnostizierten Insektengiftallergie: „In solchen Fällen bit-

ROTES KREUZ TIROL Erste-Hilfe-Kindernotfallkurse Mo, 22.05.2017 - Mötz Di, 23. – Mi, 24.05.2017 - Kitzbühel Sa, 03.06.2017, Telfs Di, 11. – Do, 13.07.2017, St. Johann in Tirol Mi, 23.8.2017, Steinach am Brenner Sa, 05.08.2017, Innsbruck Di, 05. – Mi, 06.09.2017, Kitzbühel Babyfit-Kurs: Sa, 03.06.2017, Innsbruck Mehr Termine und weitere Infos finden Sie unter http://www.roteskreuz.at/site/erste-hilfe/aktuelle-kurse/

te sofort die 144 rufen und den Anweisungen des Leitstellenmitarbeiters folgen. Wird das Kind bewusstlos, rettet der Epi-Pen Leben, hier wäre Zögern fatal“. Eile ist auch geboten, wenn beim Trinken eine Wespe oder Biene mitverschluckt wurde: „Die Schleimhaut im Rachenraum schwillt dann oft sehr schnell an und die Atemwege können blockiert werden. Ist das Kind bei Bewusstsein, bitte Eis zum Lutschen geben, das wirkt abschwellend. Wird der kleine Patient plötzlich ohnmächtig oder zeigt sonst ein abnormales Verhalten, bitte die Rettung unter 144 alarmieren“, rät Dr. Hilkenmeier.

Foto: Hilkenmeier

Man mag gar nicht daran denken, doch aus einem unbeschwerten Tag im Freien kann binnen Sekunden bitterer Ernst werden. Im Notfall gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und richtig zu handeln. Denn manchmal zählt für die Kleinen jede Minute.

Dr. Christian Hilkenmeier ist Facharzt für Kinderund Jugendheilkunde in Telfs und Notarzt.

ser kann ein Mensch ertrinMama, ich blute! ken“. Liegt das Kind mit Mund Keine Kindheit ohne aufgeund Nase unter Wasser und schürfte Knie. Routinierte Elbewegt sich nicht, gilt es sotern wissen, was bei kleinen fort zu handeln: Kind aus dem Wunden zu tun ist: Vorsichtig Wasser ziehen, nach Hilfe rumit sauberem Wasser ausspü- fen und sofort mit der Beatlen und mit einem Spray wie mung beginnen: 5 mal über Octenisept desinfizieren. Ist Mund (bei ganz Kleinen über es mit einem Pflaster nicht ge- Mund und Nase) Luft in die tan, sollte ein steriler Lunge blasen, 15 mal einen (Druck)Verband angelegt kräftigen Druck auf die Mitte werden. „Größere Wunden am des Brustkorbes ausüben, Knie oder Ellbogen sollte man dann wieder 2 mal beatmen, im Auge behalten, hier kann 15 mal drücken. Dann die Retsich unter Umständen der tung anrufen oder andere darSchleimbeutel entzünden“, rät um bitten und den AnweisunDr. Hilkenmeier. Lässt sich die gen des LeitstellenmitarbeiBlutung nicht stillen oder wird ters folgen. Ein guter Rat vom das Kind ohnmächtig, ruft Notfallmediziner: „Bei der Ersman besser die Rettung. ten Hilfe kann man praktisch nichts falsch machen, HauptGefahr Wasser sache man unternimmt etwas! „Kinder sollten so früh wie Wer sich unsicher fühlt oder möglich schwimmen lernen“, sein Wissen auffrischen appelliert der Kinderarzt an möchte, kann einen speziellen die Eltern: „Denn schon im Erste-Hilfe-Kurs für Kinder bewenige Zentimeter tiefen Was- suchen.“  Gesundheit Tirol 21


DARMKREBSVORSORGE

sollte ein Pflichttermin sein

Vermeiden statt leiden Fotos: www.organmodelle.de, Krebshilfe Tirol

Die Darmspiegelung sollte für Frauen und Männer ab 50 ein Pflichttermin sein. Die Krebshilfe empfiehlt, sie an jenen Stellen durchführen zu lassen, die Träger des „Qualitätszertifikates Darmkrebsvorsorge“ sind. In mehr als 90 Prozent aller Fälle sind vor der Entstehung des Karzinoms viele Jahre hindurch Vorstufen in Form von zunächst gutartigen Darmpolypen nachweisbar. „Wenn Frauen und Männer ab dem 50. Lebensjahr alle 10 Jahre eine Darmspiegelung durchführen ließen, könnten mögliche Polypen sofort erkannt und abgetragen werden und dadurch die Entstehung von Darmkrebs weitgehend vermieden werden,“ betont Univ.-Prof. Dr. Michael Gschwantler von der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie. Deshalb empfiehlt die Österreichische Krebshilfe, die Darmspiegelung unbedingt wahrzunehmen. „Vermeiden statt leiden“ ist nicht nur das Motto der Die Österreichische Krebshilfe appelliert an die Bevölkerung, die Darmspiegelung wahrzunehmen Aktion, sondern ein eindringliführen. „Im Jahr 2016 stehen Placido Domingo cher Appell an die Bevölkerung. Qualitätszertifikat österreichweit 203 zertifizierte Die Krebshilfe bedankt sich „Darmkrebsvorsorge“ Der Hauptverband der österrei- Untersuchungsstellen zur Verfü- ausdrücklich bei Placido Do„Sanfte“ Koloskopie gung“, so Mag. Alexander Hamingo, der auch heuer wieder chischen SozialversicherungsSeit der Einführung der „sanfehrenamtlich als Testimonial ten“ Koloskopie ist die Untersu- träger und die Österreichische genauer, stv. Generaldirektor Gesellschaft für Gastroenterolo- des Hauptverbandes. „226.300 der Aktion vorsteht und aus eichung dank dem Einsatz einer TeilnehmerInnen haben bereits gener Erfahrung an die Bevölgie und Hepatologie zertifiziePrämedikation („Kurzanästheren seit 2007 Ärztinnen und Ärz- von der gesicherten Qualität bei kerung appelliert, die Darmsie“) schmerzfrei. Diese spiegelung wahrzunehmen. te sowie Spitäler, die bei einem der Darmkrebsvorsorge und Botschaft will die Aktion auch definierten hohen Qualitätsstan- dem Angebot der sanften heuer wieder „Herrn und Frau dard sanfte Koloskopien durch- Koloskopie profitiert.“ Österreicher“ vermitteln. DARMKREBS VORSORGE

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EIDEN STAT T LEIDEN.


INTERVIEW

mit UNIQA Landesdirektor Dr. Reinhold Resch

Private Krankenversicherung Absicherung, im Fall der Fälle die beste medizinische Betreuung in Anspruch nehmen zu können. Eine Private Krankenversicherung hat auch viel mit einem allgemeinen Sicherheitsgefühl im Krankheitsfall und der besten Betreuung zu tun. Können Sie die Private Krankenversicherung kurz erklären? Grundsätzlich ist eine Private Krankenversicherung in Tirol aufgrund einer nahezu lückenlosen Pflichtversicherung eine ergänzende Versicherung. Die Private Krankenversicherung besteht im Wesentlichen aus zwei verschiedenen Deckungskonzepten. Einmal gibt es den Sonderklassetarif, das ist jener Baustein, der die erste

Klasse im Spital abdeckt. Außerdem gibt es auch den Privatarzttarif. Dieser Tarif inkludiert Arztbesuche bei niedergelassenen Wahlärzten. Um die Prämie der Sonderklasse günstiger zu machen, kann man sich zum Beispiel für einen Selbstbehalt entscheiden. Welche Tipps haben Sie für Menschen, die eine Private Krankenversicherung abschließen wollen? Auf die Homepage von UNIQA gehen und den Tarifrechner nutzen. Dort gibt es eine übersichtliche Darstellung über die einzelnen Versicherungspakete und eine Indikation über die monatliche Prämie. Indikation deshalb, da natürlich bei einigen Produkten ein Gesund-

UNIQA Landesdirektor Dr. Reinhold Resch.

heitsfragebogen zu beantworten ist und die Prämie je nach dem Gesundheitszustand variieren kann.

Denk in schlechten Zeiten ist es GUT, wenn man es besser hat. Sonderklasse-Versicherung Unsere Gesundheit ist die Basis für ein Leben voller Energie und Zuversicht. Mit der SonderklasseVersicherung sind Sie im Spital bestens umsorgt. „„Bei

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Herr Dr. Resch, wie erklären Sie sich das starke Prämienwachstum in der Privaten Krankenversicherung? Private Krankenvorsorge ist immer mehr Menschen ein Anliegen. Wir haben in Österreich ein sehr gutes und faires Gesundheitssystem, dennoch ist eine Private Krankenversicherung eine sinnvolle Ergänzung, mit der sich Patienten eine eigenbestimmte Medizin sichern können, wie z.B. Zweitmeinung, freie Arztwahl, Ein-Bett-Zimmer usw. Besonders in Ballungszentren wie Innsbruck ist es oft schwierig, Termine zu bekommen. Immer mehr Menschen sind unter Zeitdruck und können mit einer Privaten Vorsorge Arzttermine besser planen. Außerdem haben sie die

Foto: Die Fotografen

UNIQA bietet Ihnen für jede Lebenssituation die passende Private Krankenversicherung.


Manche Durstlöscher machen dick An heißen Tagen greifen wir besonders gerne zu einer fruchtigkühlen Erfrischung. Doch Vorsicht: Viele beliebte Getränke sind wahre Zuckerbomben und somit echte Dickmacher.

Foto: Fotolia

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24 Gesundheit Tirol

System, besonders die Leber muss dann Schwerstarbeit verrichten. Da in der heutigen Zeit Hungerperioden ausbleiben, wird auch das Fett, das durch die Fruktose gebildet wurde, gespeichert. Wer regelmäßig süße Getränke zu sich nimmt, riskiert unter Umständen eine nichtalkoholische Fettleber, Diabetes, Übergewicht und steigert so das Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken.“ Ganze Tagesration Zucker in nur einem Glas Saft „Die empfohlene Tagesdosis für zugesetzte Zucker beträgt 25 Gramm, also rund sechs Teelöffel. Auch wer auf Süßigkeiten wie Schokolade oder Eis verzichtet, läuft Gefahr, diesen Grenzwert rasch zu überschreiten. Denn auch in vermeintlich gesunden Durstlöschern wie Fruchtsäften oder Smoothies steckt unerwartet viel Zucker. Ein Glas Apfelsaft schlägt sich durchschnittlich mit 30 Gramm Zucker zu Buche – und übertrifft damit sogar Cola“, rechnet der Ernährungsbiologe vor. Auch die derzeit so beliebten Smoothies sollten nur in Maßen genossen werden, je nach Sorte und Hersteller ver-

Foto: Vanessa Weingartner

ucker verursacht Karies – das weiß jedes Kind. Doch zu viel Süßes macht sich auch auf der Waage bemerkbar und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Besonders der Fruchtzucker – die Fruktose – gerät in Fachkreisen immer mehr unter Verruf, erklärt der Innsbrucker Ernährungsbiologe Mag. Michael Zechmann: „Süße Früchte sind energetisch hochwertig, der Aufwand, sie zu suchen und zu ernten, war für unsere Vorfahren relativ groß. Deshalb standen Früchte nur selten am Speiseplan. Evolutionsbedingt kann unser Körper nur wenig mit ständiger Fruktoseaufnahme anfangen und wandelt die Fruktose in Fett um, um dann die Energie des Zuckers für Hungerperioden zu speichern.“ In Sachen Fruktose gilt: Die Dosis und die Art der Aufnahme machen das Gift. Während ganze Früchte dank der enthaltenen Ballast- und Nährstoffe gut verwertet werden können, verursachen zuckerhaltige Getränke einen enormen Fruktose-Überschuss, so Zechmann: „Limonade oder Fruchtsaft spülen in sehr kurzer Zeit sehr viel Zucker in das

Mag. Michael Zechmann ist Ernährungsbiologe. Der Innsbrucker betreibt die Plattform www.nahrungsmittel-intoleranz.com.

birgt sich in einem Viertelliter bis zu 65 Gramm Zucker. Auf den ersten Blick weist Mineralwasser mit Geschmack eine etwas bessere Bilanz auf: Im Durchschnitt sind 7,5 Gramm Zucker pro 250 Milliliter enthalten. Doch wer seinen Durst ausschließlich mit solchen Getränken löscht, nimmt bei der üblichen Trinkmenge von täglich zwei Litern mehr als 60 Gramm Zucker zu sich – das Zweieinhalbfache der empfohlenen Tagesration. Zucker hat viele Namen Wer wissen möchte, wie viel

Zucker das Lieblingsgetränk enthält, muss einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Doch hier heißt es besonders genau lesen, die Nahrungsmittelindustrie benutzt rund 70 verschiedene Namen für verschiedene Zuckerarten. Rübensaft, Agavendicksaft, Gerstenmalzextrakt oder Rohrohrzucker − was harmlos oder gar gesund klingt, ist in Wahrheit nichts anderes als Zucker. Michael Zechmann hat folgenden Tipp parat: „Endet ein Wort in der Zutatenliste auf -dicksaft, -sirup oder -ose, hat man es mit Zucker zu tun.“ Der Ernährungsbiologe rät, es mit selbstgemachten Alternativen zu versuchen: „So genannte Infused Waters, also Wasser mit frischen Zutaten, lassen sich im Handumdrehen zubereiten: Einfach ein paar Gurkenscheiben, etwas Ingwer, Orangen oder Zitronenmelisse in einen Krug geben, mit stillem oder sprudelndem Wasser auffüllen & fertig!“ 


ERFAHRUNG & KOMPETENZ

zur bestmöglichen Versorgung der PatientInnen

Neue Leitung der Kardiologie im Reha Zentrum Münster Nach seiner Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie am Deutschen Herzzentrum München sowie dem Klinikum der Universität München-Großhadern ist der gebürtige Bayer Priv.-Doz. Dr. med. Christoph Johannes Brenner seit Herbst 2014 an der Univ.-Klinik für Innere Medizin des A.ö. Landeskrankenhauses Innsbruck als Oberarzt tätig. Im März 2017 übernahm Brenner auch die Leitung der kardiologischen Abteilung am Reha Zentrum Münster. Was macht die neue Aufgabe im Reha Zentrum Münster (RZM) für einen engagierten Mediziner wie Sie so reizvoll? Brenner: Mein geschätzter Vorgänger, Prim. Priv.-Doz. Dr. Hannes Alber hat die Kardiologie seit der Gründung des RZM hervorragend aufgestellt. Es ist für mich gleichermaßen eine ganz besondere Verantwortung und Ehre, diesen Weg erfolgreich weiter zu gehen und all meine Erfahrung in die nächsten Entwicklungsschritte dieser Abteilung einzubringen. Die Rehabilitationsmedizin bietet mir dabei die Möglichkeit, mich auf einem für unsere Herz-PatientInnen besonders wichtigen Gebiet der Kardiologie einzubringen. Mit Hilfe eines Expertenteams aus Internisten und Allgemeinmedizinern kann ich so meine Ideen zur bestmöglichen Versorgung unserer PatientInnen hervorragend umsetzen. Welche Kenntnisse im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen bringen Sie dafür mit?

Brenner: Neben meiner Facharztausbildung an den Universitätskliniken in München und Innsbruck war ich bis 2014 als Notarzt u.a. mit der Akutversorgung von Herzpatienten betraut. Im Jahr 2016 konnte ich meine Habilitation über medikamentöse Therapieansätze zur Regeneration des Herz-Kreislauf-Systems erfolgreich abschließen. Nun möchte ich neben meiner klinischen Erfahrung auch meine wissenschaftlichen Kenntnisse im RZM für unsere Herz-PatientInnen einsetzen. Worin sehen Sie den großen Vorteil, sowohl an der Klinik Innsbruck als auch gleichzeitig im RZM tätig zu sein? Brenner: Die Fortführung einer Teilzeittätigkeit an der Klinik Innsbruck parallel zu meiner Leitungsfunktion am RZM ermöglicht mir eine kontinuierliche Patientenbetreuung. Angefangen bei der Akutsituation im Herzkatheterlabor über die stationäre Behandlung bis hin zur langfristigen Therapieoptimierung in unserem REHA-Zentrum. Dass eine gute körperliche Fitness einen positiven Einfluss auf das Überleben bietet, ist seit langem bekannt. Wie wirkt sich diese Erkenntnis für Ihre PatientInnen im RZM aus? Brenner: Körperliche Fitness wirkt sich nicht nur bei gesunden Menschen positiv aus. In einer großen klinischen Studie konnte nachgewiesen werden, dass auch bei PatientInnen mit vorbestehendem Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Übergewicht oder erhöhten Cholesterinwerten eine gute körperliche Leistungsfähigkeit das Leben verlängern kann. Genau hier setzt unsere kardiolo-

gische Rehabilitation an. Dabei profitieren insbesondere PatientInnen nach Herzinfarkt oder Herz-Operation sowie PatientInnen mit bestehender Herzschwäche und HochrisikopatientInnen von der Behandlung in unserem Zentrum. Welche Rolle spielt der stationäre Aufenthalt im RZM? Brenner: Während eines mehrwöchigen stationären Aufenthaltes haben unsere PatientInnen die Möglichkeit, sich fernab von ihrem gewöhnlichen Alltag voll auf sich und ihre Gesundheit zu konzentrieren. Dadurch gelingt uns eine langanhaltende Optimierung ihres Risikoprofils und ihres Gesundheitsbewusstseins. Wie genau sehen die Maßnahmen bei einem RehabilitationsAufenthalt aus? Brenner: Ein wichtiger Schwerpunkt der kardiologischen Rehabilitation liegt auf der Kontrolle der Risikofaktoren. Während übergewichtige PatientInnen vor allem mittels Ernährungsumstellung und sportlicher Betätigung behandelt werden können, erfordern die Einstellung von Blutdruck, Diabetes mellitus und erhöhten Cholesterinwerten häufig eine unterstützende medikamentöse Therapie – immer auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft versteht sich. Wie sieht es mit der fachübergreifenden Zusammenarbeit im RZM aus? Brenner: Zahlreiche Erkrankungen werden bereits während des stationären Aufenthaltes in enger Zusammenarbeit mit den Abteilungen für Neurologie, Pulmologie und Onkologie therapiert. Dies betrifft zum Beispiel Patien-

Fotos: Brenner

Priv.-Doz. Dr. med. Christoph Johannes Brenner über seine besondere Herausforderung

Prim. Priv.-Doz. Dr. med. Christoph Johannes Brenner.

tInnen nach Schlaganfall oder Herzinfarkt sowie LungenpatientInnen mit COPD. Auch bei der Nikotinentwöhnung hilft eine Kombination aus psychologischer Unterstützung, ärztlicher Beratung, medikamentöser Therapie und dem Angebot von Akupunkturverfahren zum Erfolg. Wie geht es für die PatientInnen nach der Entlassung aus dem RZM weiter? Brenner: Als eine unserer Kernaufgaben sehen wir die langfristige Therapieplanung für unsere Patienten. Diese umfasst z.B. die Zuweisung in Spezialambulanzen unserer Partnerkliniken innerhalb und außerhalb Tirols zur weiteren Diagnostik und Therapie. Dazu bieten wir eine Unterstützung in der Planung des zukünftigen Berufs- und Privatlebens durch unser Entlassungsmanagement sowie die Sicherstellung einer möglichst langfristigen Therapietreue durch Schulungen und eine psychologische Begleitung unserer PatientInnen. Dieser Ansatz trägt wesentlich zu einer langfristigen und dauerhaften Gesundung bei. Anzeige | Gesundheit Tirol 25


IM FOKUS

der medizinischen Betreuung der Gemeinschaftspraxis für Orthopädie & Traumatologie

20 Jahre Gemeinschaftspraxis „Die Orthopäden“ – Zentrum für In der Medizin ist Beständigkeit ein wichtiger Faktor bei der ehrlichen Betreuung von Patienten. 1997 wurde in Innsbruck die erste Gemeinschaftspraxis für Orthopädie/orthopädische Chirurgie von Dr. Huter/Dr. Sterzinger gegründet. Aufgrund des guten Zulaufes erfolgte 2003 die Erweiterung durch Dr. Handle. 2010 übersiedelte die Praxis ins Zentrum von Innsbruck an den Boznerplatz, zur Komplettierung des Spektrums und auf Grund der Nachfrage erweiterte Dr. Neuhüttler, Facharzt für Orthopädie

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und Traumatologie 2014 die Ordination. Mensch als Gesamtheit steht im Mittelpunkt Im Fokus unserer medizinischen Betreuung steht der Patient/Mensch als Gesamtheit. Zunehmend kristallisierte sich die konservative und operative Behandlung der Gelenksabnützung als eines unserer wichtigsten Gebiete heraus, weshalb wir uns zu einem Zen-

Der medizinische Begriff für einen Kniegelenkersatz lautet Knie-Totalendoprothese, kurz Knie-TEP.


Ein versierter Arzt kann gemeinsam mit dem Patienten eine auf den Leib geschneiderte Behandlung festlegen.

Fotos: Die Orthopäden

steht der Mensch als Gesamtheit

Endoprothetik trum für Endoprothetik speziali- im Rahmen von Trainingstherasierten. Aufgrund unseres gepie in unserem hauseigenen meinsamen Know-how sowie Therapiezentrum, medikameninternen und externen Fort- und töse Therapien (entzündungsWeiterbildungen im In- und hemmende sowie knorpelaufAusland konnten wir eine Spe- bauende Medikamente), sowie zialisierung im Bereich der Im- Infiltrationstherapien, wobei neplantation von Kunstgelenken – ben Hyaluronsäurepräparaten insbesondere von Hüft- und auch Eigenblutinjektionen Kniegelenken erreichen. (ACP) zur Anwendung kommen. Bei völliger Resistenz der Passende Therapie Beschwerden bietet sich jeDie operative Therapie, also doch oft nur mehr der Ersatz der Ersatz des Gelenkes, sollte des Gelenkes an. Hierbei werjedoch erst am Ende der Beden von uns modernste Techhandlung stehen. Wir versuniken wie minimalinvasive Opechen daher vorher sämtliche rationszugänge (muskelschokonservative Maßnahmen aus- nend) sowie patientenspezifizuschöpfen. Dazu zählen hysche Planung mittels MRT und siotherapeutische Maßnahmen Computer angewendet.

Ein großer Vorteil für die Patienten einer Gemeinschaftspraxis besteht in der Verfügbarkeit/Erreichbarkeit der Ärzte. Wir haben 12 Monate im Jahr geöffnet, zumindest einer unserer Ärzte steht als Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung. Ein weiterer Faktor, der nicht zu unterschätzen ist, ist das „4 Augen Prinzip“: Sämtliche Operationen werden von 2 Fachärzten durchgeführt, dies erhöht deutlich die Qualität! Insge-

samt werden von unseren 4 Fachärzten durchschnittlich 20.000 Ordinationen pro Jahr durchgeführt. Unser Credo den gesamten Menschen – und nicht nur einen kleinen Teil – zu sehen, hat sich über inzwischen 20 Jahre bewährt. In dieser Zeit schenkten uns nicht umsonst über 150.000 Patienten ihr Vertrauen. Weitere Informationen unter www.dieorthopaeden.tirol

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ApothekenNews & Infos Aktuelle Informationen und Tipps zum Thema Gesundheit.

Gesundheitstagebücher Tagebücher mit den wichtigsten Gesundheitswerten wie Blutdruck, Blutzucker, Bauchumfang oder Gewicht.

GESUNDHEIT - Das Fachmagazin für Tirol  

Kronen Zeitung Tirol , Mai 2017

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