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Landwirtschaftskammer Wien

Die Information n Gartenbau n Wein- & Obstbau n Land- und Forstwirtschaft

Ausgabe 12 - Dezember 2013

EDITORIAL

Ing. Robert Fitzthum Kammerdirektor

Die richtigen Maßnahmen setzen Der vor kurzem beschlossene Landwirtschaftsbericht 2013 zeigt die wirtschaftliche, ökologische und soziale Situation der landwirtschaftlichen Betriebe in Wien mit objektiven Daten und Fakten auf. Die Globalisierung der Agrarmärkte, Spekulationen mit Agrarrohstoffen und Böden, Witterungsrisiken und Wetterextremereignisse und vieles mehr tragen dazu bei, dass wirtschaftliche Ergebnisse in der Landwirtschaft größeren Schwankungen unterliegen. Wirtschaftliches Agieren in der Landwirtschaft wird dadurch erschwert. Diese Unsicherheiten zeigen einmal mehr, dass gezielte Anstrengungen erforderlich sind, um die Produktivität der Landwirtschaft aufrechtzuerhalten und weiterhin zu erhöhen. Um auf bevorstehende Herausforderungen vorbereitet zu sein und so den Anforderungen von Markt und Verbrauchen gerecht zu werden, braucht es für die landwirtschaftlichen Betriebe Wiens auch in Zukunft weiterhin stabile Rahmenbedingungen, die Sicherstellung der gezielten Förderung und Unterstützung durch die Stadt Wien sowie gezielte Beratungs-, Bildungs- und Förderangebote der Landwirtschaftskammer Wien, um wettbewerbsstark agieren zu können. Damit kann und wird es mit gemeinsamer Unterstützung aller Akteure gelingen, die unverzichtbaren Leistungen der Stadtlandwirtschaft für die Menschen in dieser Stadt auch in Zukunft zur sichern.

Wiener Landwirtschaftsbericht 2013 wiederspiegelt die wirtschaftliche, ökonomische und soziale Situation der Wiener Landwirtschaft und liefert interessante Daten und Zahlen über den Berichtszeitraum 2011/2012.

Wiener Landtag beschließt Wiener Landwirtschaftsbericht 2013 Wiener Landwirtschaft von volatilen Märkten und hohen Produktionskosten geprägt Es waren keine einfachen zwei Jahre für die Wiener Landwirtschaft seit dem Erscheinen des letzten Agrarberichts 2011. Prägend war die EHEC-Krise im Frühsommer 2011, die zu einem dramatischen Konsumeinbruch bei Frischgemüse und einem enormen Vertrauensverlust bei den Verbrauchern geführt hat, obwohl den in Österreich erzeugten Lebensmitteln bei Laboruntersuchungen absolute Unbedenklichkeit und Qualitätssicherheit bescheinigt wurde. „Durch die daraufhin notwendige Öffentlichkeitsarbeit gelang es uns schließlich, den Blick auf die essentielle Bedeutung von regional verfügbaren Lebensmitteln für die Gesundheit zu fokussieren und die strengen Kontrollmecha-

nismen in der heimischen Landwirtschaft in den Mittelpunkt zu rücken“, erläutert der Präsident der Landwirtschaftskammer, Ing. Franz Windisch, Daten aus dem neu erscheinenden Landwirtschaftsbericht der Jahre 2011/12. Die Folge waren ein höheres öffentliches Bewusstsein für die regionale Lebensmittelherkunft, die Weiterentwicklung der SortenvielP.b.b. Verlagsostamt 1060 Wien

falt und nicht zuletzt eine Intensivierung im Gemüsebau. Vor große Herausforderungen wurden die Winzer, Ackerbauern und Gemüsegärtner in dieser Zeit ebenso durch Wetterkapriolen gestellt, die für Ertragseinbußen bis hin zu Totalausfällen sorgten. Lesen Sie weiter auf Seite 2.

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aktuelles

Dezember 2013

Fortsetzung von Seite 1 Wiener Landtag beschließt Wiener Landwirtschaftsbericht 2013

Einen ebenfalls immer bedeutenderen Einfluss üben die volatilen globalen Agrarmärkte sowie stetig stark steigende Betriebsmittelpreise (+ 46,4 % seit dem Jahr 2000) aus, die die Produktionskosten immer höher schrauben. Diese Faktoren führen dazu, dass der Strukturwandel in der Wiener Stadtlandwirtschaft weiter anhält - die Zahl der Betriebsschließungen beziehungsweise -fusionen steigt (40 Betriebe weniger beziehungsweise - 5,8 %, in 2010 und 2011). Im Gegenzug investieren Landwirte, die die Produktion fortsetzen wollen, verstärkt in die Spezialisierung - vor allem bei Gemüse. Um eine gewisse Unabhängigkeit von der Witterung zu erlangen, verlagert sich der Schwerpunkt immer mehr vom Freiland hin zur Unterglas- und Folienproduktion (rund 50 % der Fläche). Dadurch kann die Frischgemüsesaison über das gesamte Jahr verlängert werden, des weiteren kommt es dadurch zu einem größeren Arbeitskräftebedarf und einen damit verbundenen Beschäftigungsimpuls. Trend zum Biolandbau ungebrochen. Trotz eines leichten Rückgangs an Biobauern, stieg

die biologisch bewirtschaftete Fläche in diesen zwei Jahren um 100 ha auf 1.476 ha - hauptsächlich im Ackerbau. Damit bewegt sich Wien mit 20 % Bioflächenanteil im gesamtösterreichischen Trend. Produktionswert steigt weiter. Trotz aller Krisen und Widrigkeiten hat die Wiener Stadtlandwirtschaft die Jahre 2011/12 insgesamt betrachtet gut gemeistert. Der Produktionswert konnte seit 2010 von 84,2 Mill. auf 94,2 Mill. € erhöht werden. Beim Frischgemüse gelang eine Steigerung sowohl der Erntemenge (von 61.297 auf 71.744 t) als auch der Produktionswerte im Ausmaß von 17 %. Zufriedenstellend lief es auch für den Zierpflanzenbereich, sodass der Gemüse- und Gartenbausektor einen Produktionswert von 79,1 Mill. (69,3 Mill. € in 2010) erreichte. Der Ackerbau profitierte von Ernteeinbußen aufgrund der Witterung, was die Erzeugerpreise um 35,6 % in die Höhe trieb. Im Weinbau zogen nach zwei schwachen Erntejahren sowohl die Erträge (7,4 Mill. bzw. 7,1 Mill. €) als auch die Erntemengen kräftig an (30,8 %). Nur der Erwerbsobstbau erlitt nach den recht stabilen Werten der Vorjahre 2012 wetterbedingt einen schweren Einbruch.

Die Information

4-Säulen für die Wiener Stadtlandwirtschaft. „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig die agrarpolitischen Rahmenbedingungen und eine verlässliche Finanzierung der bäuerlichen Leistungen sind. Die kürzlich erfolgte Einigung über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik gibt unseren Landwirten die Möglichkeit, ihre Betriebe mittelfristig auszurichten. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es aber mindestens genauso erforderlich, dass sie neben der politischen Stabilität für die Jahre 2014 bis 2020 auch finanziell eine Perspektive sehen, weshalb die künftige Bundesregierung ihre vor den Wahlen abgegebene Zusage einer 50:50-Ko-Finanzierung unbedingt einhalten muss. Jeder Cent aus Brüssel für unsere Bauern muss abgeholt werden und das ist nur möglich, wenn auch Bund und Länder ihren finanziellen Beitrag dazu leisten“, betont Präsident Windisch. Dem Klimawandel entsprechend begegnen. Ein von der Landwirtschaft fast als gefürchtet zu bezeichnendes Faktum ist der Klimawandel, infolgedessen Wetterextremereignisse immer häufiger, länger und intensiver auftreten. Das bekam die Wiener Stadtlandwirtschaft auch in den Berichtsjahren 2011/12 zu spü-

ren. Insgesamt 179 Schadensmeldungen - 2011 überwiegend aus dem Wein-, Obst- und Gartenbau, 2012 hingegen waren der Acker- und Obstbau Hauptbetroffene - gingen in dieser Zeit bei der Österreichischen Hagelversicherung ein. Die Betriebe schützen sich gegen Ernteausfälle dieser Art mit einem umfassenden Versicherungsschutz - 2012 wurden dafür rund 1,57 Mill. € an Prämien entrichtet. Darin enthalten sind auch 748.000 € von Bund und Land. „Diese Gelder für Mehrgefahren- und Sturmschadenversicherung, Top ups und anderes sind ein wesentlicher Bestandteil der Feinjustierung der Rahmenbedingungen für unsere Betriebe, um deren wirtschaftlichen Fortbestand und die Versorgungssicherheit der Bevölkerung gewährleisten zu können. Daher ist es so notwendig, dass diese Mittel seitens der Landesregierung gewährt und künftig auch weiter in Richtung umfassendes Risk-Management ausgebaut werden“, betont Kammerdirektor Ing. Robert Fitzthum. Bildungs- und Beratungsangebote werden laufend angepasst. Eine weitere Säule, die zum Fortbestand der bäuerlichen Betriebe in der Bundeshauptstadt beiträgt, betrifft die Bildung und Beratung. Das Angebot der LK

Gemüse- undAckerbau Gartenbau Buschenschank Wein

Landwirtschaftliche Gesamtrechnung Wien

Obst, intensiv

100

Werte zu Herstellungspreisen

80

Quelle: Statistik Austria, LGR, alle Beträge in Mill. €; nur bedingte Vergleichbarkeit mit den letzten Jahren aufgrund einer Veränderung der Ermittlungsmethode

60

40

20

Gemüse- und Gartenbau Buschenschank

Wein

2011

2012

2010

2009

2008

0 2007

2012 90,3 3,4 79,1 0,7 7,1 0,9 1 92,3 1,9 94,2

2006

2011 84,6 4,4 71,3 1,4 7,4 1,1 1,1 86,8 2,4 89,2

2005

2010 72,9 3,7 69,3 1,4 5,6 0,8 1,1 81,8 2,4 84,2

2004

2009 74,2 2,6 65,4 1,6 4,6 0,9 1,1 76,2 2,0 78,2

2003

2008 80,1 3,3 70,2 1,5 5,1 0,9 1,1 82,2 1,7 83,3

2002

2007 77,1 3,4 67,6 0,9 5,3 1,1 1,1 79,3 2,6 81,9

2001

Pflanzliche Erzeugung Ackerbau Erzeugnisse des Gemüse- und Gartenbaus Obst Wein Tierische Erzeugung Erzeugung LW Dienstleistungen Landwirtschaftliche Erzeugung Nicht LW Nebentätigkeiten (z.B. Buschenschank) Erzeugung des LW Wirtschaftsbereiches

Mill. Euro

Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (LGR) Wien

Ackerbau Obst intensiv


POLITIK

DIE INFORMATION in diesem Bereich wird laufend an die persönlichen und wirtschaftlichen Bedürfnisse der bäuerlichen Mitglieder angepasst. Mittlerweile umfasst das Beratungsportfolio 40 Produkte, die überwiegend kostenlos sind. 2012 erbrachten die LK-Mitarbeiter alleine 17.000 Beratungsstunden: mit rund 37 % hauptsächlich zum Thema „Optimierung von Betriebszweigen und Produktionsverfahren“, gefolgt von „Entwicklungen von Unternehmenskonzepten“ (34 %) sowie der „Verbesserung der persönlichen, sozialen und kommunikativen Kompetenz“ (16 %) - sehr zur Zufriedenheit der Kunden (bei der jüngsten Befragung bezeichneten 89 % dieses als sehr gut beziehungsweise gut). Darüber hinaus hat das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) der LK 2011/12 jeweils 61 Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen angeboten, die von 1.840 Teilnehmern besucht wurden. „Das zeigt, dass unsere Mitglieder großes Interesse an ihrem persönlichen und beruflichen Erfolg haben und bereit sind dafür viel Zeit und Energie zu investieren. Nur wenn die Wiener Landesre-

gierung ihre Unterstützung für die LK auch weiterhin in entsprechendem Ausmaß aufrechterhält, können wir unsere Aufgaben und Leistungen als bäuerliche Interessenvertretung aufrechterhalten“, unterstreicht der Kammerdirektor.

IM BRENNPUNKT

Beim Landwirt seines Vertrauens einkaufen. Im Hinblick auf die Vermarktung plädiert Fitzthum dafür, den aktuellen Trend zu regionalen Lebensmitteln noch besser auszunutzen. „Es ist notwendig bestehende Vertriebswege besser zu bewerben und neue Vermarktungsformen für unsere Mitglieder zu etablieren. Hier ist die Kreativität jedes Einzelnen gefragt. Ein Paradebeispiel ist die direkte Vermarktung – Ab Hof oder auf den Wiener Märkten, wo der persönliche Kontakt ein entscheidender Teil des Vertrauens des Verbrauchers in die Qualität der Produkte ‚seines Bauern‘ ausmacht. ‚Ich kaufe beim Landwirt meines Vertrauens ein‘, ist das Ziel, das letztendlich zu einer Wertschätzung und einer höheren Wertschöpfung für die erzeugten Produkte führen soll.“

Seitdem US-Präsident Obama im Februar diesen Jahres den Stein ins Rollen brachte, werden in Brüssel und Washington konkrete Sondierungsgespräche über ein transatlantisches Freihandelsabkommen geführt. Mit der gemeinsamen Wirtschaftskraft beider Kontinente geht es um die größte Freihandelszone der Welt. Der NSA-Abhörskandal sorgte nun in Mitten der Gespräche für einen mächtigen Dämpfer. Wichtige europäische Entscheidungsträger forderten offen ein Einfrieren der Gespräche. Aber, dass Europa und die USA beinahe schon verkrampft eine Lösung für die lahmende Konjunktur suchen, ist nicht von der Hand zu weisen. So mancher europäische oder amerikanische Volkswirt sieht in einer derartigen transatlantischen Übereinkunft beinahe schon ein Allheilmittel um ein starkes Gegengewicht zum rasant wachsenden asiatischen Markt zu bilden. Für uns Agrarier jedoch ist es ein besonders heißes Eisen. Von Anfang an sorgte gerade der Lebensmittelbereich mit teilweise völlig divergierenden Standards für Diskussionsstoff. Bei europäischen Konsumenten und Politikern gelten genetisch veränderte Produkte und der Einsatz von Hormonen bei Tieren als absolut unvorstellbar. Aus meiner Sicht darf sich an diesen Grundsätzen auch nichts ändern, egal wie hoch der Druck wird. Gerade wir Bauern, Gärtner und Winzer können ein Lied von der Globalisierung singen. Ob es nun um steigende Energiepreise, den Markt für Agrarrohstoffe, Saatgut, Dünger oder Pflanzenschutzmittel geht. Für uns ist der Druck eines immer globaleren Marktes beinahe schon Alltag. Wo es geht, muss aber unbedingt auf Regionalität, Lokalität und Nachhaltigkeit

Das Team der Landwirtschaftskammer Wien wünscht Ihnen gesegnete Weihnachtsfeiertage und ein gutes und erfolgreiches neues Jahr 2014.

DEZEMBER 2013

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Ing. Franz Windisch Präsident

gesetzt werden. Wir brauchen für Produkte, die auf unseren Märkten nicht gewünscht sind, weiterhin Einfuhrverbote. Völlig unverständlich erscheint es mir nämlich, dass uns bei Hühnerfleisch, das zur Desinfektion durchs Chlorbad gezogen wird oder bei Milch, welche mit Hormonen versetzt ist, das Wasser im Mund zusammenlaufen soll. Das Gegenteil ist der Fall. Es graut einem vor solchem Essen. Was etwas wert ist, muss auch etwas kosten dürfen. Es kann doch nicht sein, dass wir aus „Geiz ist Geil“ heraus, ausgerechnet beim Essen den größten Müll in uns hineinstopfen. Falls eine Freihandelszone mit den USA Realität wird, rechnet die EU mit vielen neuen Jobs und einem starken Wirtschaftsimpuls. Die Agrarpolitik hält dieser Verlockung mit Nachdruck ein klares Bekenntnis zur Verbrauchergesundheit entgegen. Unsere Landwirtschaft darf nicht wieder Abtauschobjekt für alle anderen Interessen sein. Letzten Endes benötigt die verhandelnde EU-Kommission immer noch den Segen des EU-Parlamentes und der Mitgliedstaaten. Denen sitzen wir Produzenten und erst recht die vielen Konsumenten im Nacken. Eines muss nämlich klar sein: man kann nicht ständig höchste europäische und nationale Standards fordern und gleichzeitig über die Hintertür Billigimporte zulassen, welche diese Standards unterlaufen. Ihr

Franz Windisch Präsident

Foto: Parlamentsdirektion/Wilke


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Bildung

Dezember 2013

Bild: BMLFUW

Einheitswert & Pauschalierung NEU - Gartenbau Die Einheitswerte werden neu festgesetzt. Dazu ist künftig die Mithilfe in Form einer Selbsterklärung der Betriebe notwendig. Was haben die geänderten Einheitswerte für Auswirkungen auf meinen Betrieb? Bleibe ich pauschaliert oder falle ich nun in die Buchhaltung? Wie funktioniert die neue Pauschalierungsverordnung im Gartenbau und welche Auswirkungen hat sie auf meinen Betrieb? Wann werden die Änderungen relevant? Was habe ich bis dahin als Betriebsführer noch zu erledigen? Konkrete Fragestellungen für meinen Betrieb! Datum: Mi, 11.12.2013, 14 bis 17 Uhr Ort: LK Wien, Gumpendorfer Straße 15, 1060 Wien Zielgruppe: GärtnerInnen Anmeldung: bis Fr, 6.12.2013

Einheitswert & Pauschalierung NEU - Ackerbau und Weinbau Die Einheitswerte werden neu festgesetzt. Dazu ist künftig die Mithilfe in Form einer Selbsterklärung der Betriebe notwendig. Was haben die geänderten Einheitswerte für Auswirkungen auf meinen Betrieb? Bleibe ich pauschaliert oder falle ich nun in die Buchhaltung? Wie funktioniert die neue Pauschalierungsverordnung im Weinbau und im Ackerbau und welche Auswirkungen hat sie auf meinen Betrieb? Wie wirkt sich der Ausschank im Buschenschank

Die Information

auf meinen Einheitswert zukünftig aus? Wann werden die Änderungen relevant? Was habe ich bis dahin als Betriebsführer noch zu erledigen? Konkrete Fragestellungen für meinen Betrieb! Datum: Do, 12.12.2013, 10 bis 13 Uhr Ort: LK Wien, Gumpendorfer Straße 15, 1060 Wien Zielgruppe: LandwirtInnen, WinzerInnen Anmeldung: bis Fr, 6.12.2013

Westfrankreich – Fachstudienreise Gemüsebau Vergleich der Gemüseproduktion zwischen Österreich und Frankreich, vor allem im Unterglasanbau. Kennenlernen von innovativen Vermarktungsstrukturen und umweltschonenden Produktionsmethoden. Erfahrungsaustausch mit Führungskräften aus Handel, Vermarktung und Qualitätsmanagement. Information aus erster Hand von Fachleuten, Betriebsführern und Forschungsstellen im Gemüsebereich. Umsetzung der Global Gap Anforderungen in Gemüsebaubetrieben und im Handel. Überblick über die Bio Produktion im geschützten Anbau. Reiseroute: Wien – Paris – Nantes – Angers – Paris – Wien Termin: Di, 08.04.2014 (14 Uhr) bis Sa, 12.04.2014 (21 Uhr) Anmeldeschluss: Fr, 13.12.2013 Voraussichtliche Kosten*: im DZ 810 € (ohne Förderung 1.750 €), EZ 875 € (ohne Förderung 1.930 €) *In den Kosten inkludiert: Flug, TGV Paris – Nantes, Nächtigung im DZ/ EZ (4 Sterne Hotel) inkl. Frühstück, 3x Mittagessen, 4x Abendessen, landwirtschaftliches Fachprogramm und Transfers, Eintrittsgebühren und Verkostungen, fachkundige und deutschsprechende örtliche Reiseleitung, Reiseund Stornoschutzversicherung

Infoveranstaltung - Wiener Pflanzenschutzmittelrecht

In Zusammenarbeit mit der Magistratsabteilung 42 - Amtlicher Pflanzenschutzdienst organisierte das LFI Wien am 19. November 2013 im Gasthaus „Zur Bast“, Simmering, eine Infoveranstaltung zum Thema Pflanzenschutzmittelbescheinigung. Die Veranstaltung fand reges Interesse und wurde von 90 Teilnehmern besucht. Dipl.-Ing. Alexander Lorber (MA 42) ging auf Fragen ein wie, wer darf Pflanzenschutzmittel zukünftig kaufen und ausbringen, welche Ausbildung wird für die Bescheinigung benötigt, wo kann ich diese beantragen, und vieles weitere mehr.

Foto: LK Wien

Wiener Weinbautag 2014 Im Anschluss an die Generalversammlung des Landesweinbauverbandes erwartet Sie eine Vortragsreihe zum Schwerpunktthema Lebensraum Weingarten. Welche Möglichkeiten bietet das Rebschutzprognosemodell? Wie kann ich dadurch welche Kosten reduzieren? Welche Ernährung brauchen meine Reben? Dies sind nur einige Fragen, die diskutiert werden. Ein Impulsvortrag über „Neue Wege, neue Chance“ leitet zu den aktuellen Trends im Marketing über. Mit einer Betriebsführung durch das neue Weinverarbeitungszentrum der Weingüter Mayer am Pfarrplatz und Rotes Haus mit anschließender Weinverkostung lassen wir den Wiener Weinbautag ausklingen.

MIT UNTERSTÜTZUNG VON BUND UND EUROPÄISCHER UNION Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.

Datum: Di, 21.01.2014, 9 bis 17 Uhr

Ort: HBLA & Bundesamt für Weinund Obstbau, Wiener Straße 74, 3400 Klosterneuburg Zielgruppe: WinzerInnen, BuschenschenkerInnen Anmeldung: bis Di, 14.01.2014

Information Anmeldung

Alexandra Csida Tel.: 01/587 95 28-11, lfi@lk-wien.at Oder einfach, bequem und rund um die Uhr die gewünschte Veranstaltung unter www.lfi.at buchen. Bitte Anmeldeschluss beachten! Dieser Termin ist entscheidend, ob eine Veranstaltung durchgeführt oder bei mangelndem Interesse abgesagt wird.


Die Information

Weinbau

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Erfolgreicher Start für den Wiener Gemischten Satz DAC Neuigkeiten vom Fachausschuss für Angelegenheiten des Wein- und Obstbaues: Wiener Gemischter Satz DAC, Jahresbericht Agrarmarketing, Weinkönigin von Dipl.-Ing. ELmar Feigl, MA

Am 14. November 2013 fand der 3. Fachausschuss für Angelegenheiten des Wein- und Obstbaues in der LK Wien statt. Unter dem Vorsitz von Vizepräsident Ök.-Rat Dipl.-Ing. Herbert Schilling nahmen KR Ing. Michael Edlmoser, KR Sabine Helm, KR Kurt Hofmann, KR Karl Hopf, Ök.-Rat Ing. Ferdinand Hengl, Obmann Manfred Taschler, Obmann Ing. Ernst Strauch, Ing. Thomas Podsednik, Präsident Ing. Franz Windisch, Vizepräsident GR Martin Flicker und Kammerdirektor Ing. Robert Fitzthum an der Sitzung teil. Die berichteten Themen stießen auf reges Interesse, was zu einer konstruktiven Diskussion führte. Die behandelten Punkte und Beschlüsse sind hier für Sie zusammengefasst. Wiener Gemischter Satz (WGS) DAC - Abgabe an den Endverbraucher. Für den „klassischen“

Wiener Gemischten Satz DAC gibt es laut DAC-Verordnung derzeit kein festgelegtes frühestmögliches Datum zur Abgabe an den Endverbraucher. Nur für den WGS DAC mit kleinerer Herkunft als Wien ist diesbezüglich der 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres festgelegt. Der Fachausschuss sowie auch das Regionale Weinkomitee Wiens sind sich jedoch einig, dass der Wiener Gemischte Satz DAC sich deutlich von den Jungweinen abgrenzen soll. Dies sei insbesondere jetzt bei Einführung des neuen WGS DAC wichtig, damit die Konsumenten von Anfang an den WGS DAC als völlig eigenständigen und qualitativ hochwertigen Wein erleben. Deshalb einigte man sich auf eine klare Empfehlung und Bitte an alle Wiener Winzer den Wiener Gemischten Satz DAC erstmalig erst ab dem 1. Dezember 2013 an den Endkonsumenten abzugeben.

Zur Bewerbung soll es im März eine Wiener Gemischte Satz DAC Präsentation für interessierte Konsumenten geben. Weiters wird eine Fachverkostung im Zuge der VieVinum 2014 geplant. Wiener Weinkönigin gesucht. Eine Kommission zur Suche einer neuen Wiener Weinkönigin wurde installiert. Die Kommission erarbeitet noch geeignete Kriterien, um eine transparente Bewertung und Wahl sicherzustellen. Interessierte Anwärterinnen sind herzlich eingeladen sich bei Barbara Pletzer unter barbara.pletzer@lk-wien.at, Tel. 01/5879528-31 zu melden, um weitere Infos zu erfahren. Anrainerproblematik. Aufgrund von vermehrten Fällen von Weinbaubetrieben, die sich gegen zunehmende Beschwerden ihrer Anrainer zur Wehr setzen

müssen, wurde eine Arbeitsgruppe zur Interessensvertretung gegründet. Oft klagen Anrainer über Lärm während der offiziellen Betriebszeiten einer Buschenschank oder über Fahrzeug- bzw. Maschinengeräusche durch den Produktionsbetrieb. Die Arbeitsgruppe sammelt derzeit diese Fälle und arbeitet an Lösungen auf politischer Ebene. Falls auch Ihr Betrieb betroffen ist, deponieren Sie bitte Ihren Fall bei Ihrem Weinbauvereinsobmann. Bewirtschaftungsverpflichtung. Im Jänner soll dieses wichtige und entscheidende Thema ausführlich in einem eigenen Fachausschuss diskutiert werden. Wiener Landesweinbewertung. Über die Änderungen der Wiener Landesweinbewertung informieren wir Sie in der Jänner-Ausgabe der „Information“.


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Dezember 2013

Bildung & Beratung

Die Information

LK Wien am Puls der Zeit Große Bandbreite an spannenden Themen beim 2. Fachausschuss für Bildung, Beratung, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit am 10. Oktober 2013 von Verena Scheiblauer, Bed

Change Management LK Wien 2020. Ein wandlungsfähiges Unternehmen ist stets am Puls der Zeit – so auch die LK Wien, die im Mai 2013 einen Change Management Prozess gestartet hat. Wie jedes Unternehmen muss sich auch die Kammer ab und an neu orientieren und sich an neue Entwicklungen anpassen, um für die nächsten Jahre bestmöglich aufgestellt zu sein. In einem partizipierten Prozess wird versucht Funktionäre und Mitarbeiter einzubinden und die LK Wien als das Dienstleistungsunternehmen für die urbane Landwirtschaft zukunftsfit zu machen. Nach einer breit angelegten Mitgliederbefragung im Frühjahr, geht es nun darum, die Leistungen der Kammer bis ins Jahr 2020 noch besser an die Bedürfnisse der Mitglieder anzupassen, Schwerpunkte zu setzen, Geschäftsprozesse zu optimieren und die Wettbewerbsfähigkeit der LK Wien und ihrer Mitglieder zu steigern, so Kammerdirektor Fitzthum. Die ersten strategischen Stoßrichtungen wurden bereits im Oktober im Rahmen eines Funktionärsworkshop diskutiert und festgelegt. Das Projektteam der LK Wien wird die Ergebnisse des Workshops weiter bearbeiten und die Strategie bei der nächsten Vollversammlung im Dezember 2013 präsentieren und festlegen. Abgeschlossen werden soll der Change-Management-Prozess bis spätestens März 2014, unmittelbar danach ist die Umsetzung geplant. Begleitet wird der Changeprozess durch Dipl.-Ing. Sabine Pelzmann Knafl MSc MBA, externe Unternehmensberaterin. Qualitätsmanagement in der Beratung österreichweit. Die LK Wien erhielt 2009 das Qualitätszertifikat nach ISO 9001:2008

und war damit die erste Landwirtschaftskammer in Österreich mit bescheinigter Qualitätssicherung. Seit Juni 2012 wird österreichweit an einer Zeritifizierung in der Beratung gearbeitet. Daraus ergeben sich auch in der LK Wien Veränderungen im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems, wie etwa primär in der Produktentwicklung und im Beratungsprozess. Eine bundesweite Gruppenzeritifzierung ist mit November 2014 angestrebt, so Qualitätsmanagementbeauftragte in der LK Wien Dipl.-Ing. Doris Preßmayr. LFI Wien startet mit mehr als 40 Veranstaltungen in die neue Bildungssaison. Mehr als 40 Veranstaltungen - umgerechnet 600 Stunden an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten - werden darin geboten. Hauptzielgruppe sind die landwirtschaftlichen Familienbetriebe der Bundeshauptstadt. Einige Veranstaltungen richten sich aber ebenso an Nicht-Agrarier beziehungsweise Menschen, die an der Landwirtschaft Interesse haben. Unternehmensführung, Direktvermarktung und Buschenschank, Garten-, Wein- und Ackerbau, aber ebenso Persönlichkeitsbildung lauten die angebotenen Fachbereiche. Damit geben wir unseren bäuerlichen Teilnehmern das Rüstzeug für den wirtschaftlichen Erfolg mit, betont LFI-Geschäftsführerin Dipl.-Ing. Doris Preßmayr. Dabei geht es um so essenzielle Dinge wie Erfahrungen bei AMA VorOrt-Kontrollen, Lebensmittelhygiene, das Betriebskonzept oder Neuerungen beim Einheitswert und der Pauschalierung für den Gartenbausektor. Green Care – Produktentwicklung und Qualitätszertifizierung

im Fokus. Mit Green Care wird die Lebensmittel- und Umweltkompetenz der österreichischen LandwirtInnen um eine soziale Komponente erweitert. Das Projekt „Green Care – Wo Menschen aufblühen“ bildet somit eine ideale Brücke zwischen Land- und Forstwirtschaft und Bevölkerung – zwischen Mensch, Tier und Natur. Das Feld ist weit – die Palette reicht von Kinderbetreuungsangeboten auf Bauernhöfen, über Tageszentren, tiergestützte Therapie- oder Pädagogikangebote bis zu stationären Pflegeeinrichtungen oder sozialer Arbeit. Derzeit wird verstärkt an der Produktentwicklung gearbeitet, so wie am Aufbau der Strukturen auf Bundes- und Länderebene. Aus- und Weiterbildungsangebote werden konzipiert und wie bereits in den Niederlanden und in Norwegen üblich, sollen künftig auch in Österreich Betriebe, die alle Voraussetzungen für Green Care erfüllen, zertifiziert und ausgezeichnet werden. Auch hier setzt das Projekt einen Schwerpunkt,

damit einerseits die hohe Qualität der Anbieter gewährleistet werden kann und andererseits Vertrauen und Sicherheit für Klientinnen und Klienten, Sozialträger und andere Institutionen in Green Care-Produkte geschaffen wird. Abgesehen davon, wird die Medien- und Vernetzungsarbeit weiterhin stark forciert. Mehr unter: www.greencare-oe.at Agrarmarketing – Kundenzufriedenheitsbefragung 2013 äußerst positiv. Um ihr Angebot den Bedürfnissen ihrer Mitglieder anzupassen, hat die LK Wien beim Institut KeyQuest eine Kundenzufriedenheitsbefragung in Auftrag gegeben, bei der neben der Beurteilung des Informationsund Beratungsangebots der LK auch die Herausforderungen der Betriebe sowie die künftige Ausrichtung der Kammer abgefragt wurden, so Barbara Pletzer BA aus dem Agrarmarketing Wien. Die Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass die Wiener Landwirt Innen mit den Leistungen der LK Wien sehr zufrieden sind. Zu

Die Wiener Landfrauen

der Landwirtschaskammer Wien laden zum

9. Ball der Wiener Landwirtscha im Grand Hotel Wien, Kärntner Ring 9, 1010 Wien am 25. Jänner 2014 Saaleinlass ab 19 Uhr, Beginn 20 Uhr Karten: 28 € Erwachsene 22 € Schüler/Studenten Kartenvorverkauf: LK Wien, 01/5879528-39 und bei den Funkonärinnen der Wiener Landfrauen


Die Information erwähnen sei dabei etwa, dass der telefonische und persönliche Kontakt zu den MitarbeiterInnen der LK Wien den Wiener BetriebsführerInnen sehr wichtig ist, denn 74 % der Befragten hatten im vergangenen Jahr mindestens zwei Termine mit LK BeraterInnen. Lediglich 12 % hatten überhaupt keinen Kontakt im letzten Jahr zur LK Wien. Hohe Zufriedenheit herrscht zudem quer über alle Beratungsleistungen. So beurteilten 89 % das Beratungsangebot mit sehr gut bzw. gut. Die Ergebnisse sind auf der Homepage der LK Wien downloadbar. Barbara Pletzer berichtet zudem über das neue Service für die LK Funktionäre, indem wöchentlich ein Auszug von Presseberichten in elektronischer Form zugesendet wird. Künftige Schwerpunkte im Agrarmarketing liegen insbesondere in der Steigerung der Berichterstattung bei agrarischen Themen, wie bspw. Regionale Lebensmittel, die zurzeit absolut im Trend liegen, so Barbara Pletzer. Durch Wiener Betriebsreportagen und Produktpräsentationen soll auch in diesem Bereich verstärkt der Öffentlichkeitsarbeit nachgekommen werden, um die Verkaufsförderung zu forcieren.

Bildung & Beratung Beratung – Neue Rahmenbedingungen durch Beratervertrag 2014-2016. Der Beratervertrag 2008, der durch die Finanzierung von Beratern auf der Standesliste eine hochwertige und kostengünstige Beratung für Bewirtschafter und Bewirtschafterinnen von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben in Österreich gewährleistet, läuft mit Ende des Jahres 2013 aus. Fertige Vertragsentwürfe und damit einhergehende Verfahrensanweisungen wurden mit jeder Landeslandwirtschaftskammer in Österreich mit dem BMLFUW ausverhandelt und abgeschlossen. Für die Finanzierung der Berater sind jährlich ein Leistungsnachweis sowie ein Bericht (Landes- als auch Bundesbericht) an das BMLFUW abzuliefern. Im Rahmen des neuen Beratervertrages gibt es neue Anforderungen in der Leistungserfassung sowie in der Beratung (QM). Das BMLFUW legt künftig großen Schwerpunkt auf Themen/ Leistungen, die nahe beim Kunden und Gegenstand des Fördervertrages sind. Jede LK soll bis Ende 2014 zudem ein effizientes Qualitätsmanagement in der Beratung aufgebaut haben. Ziel ist eine Gruppenzertifizierung der Landwirtschaftskammern, so Beratungsreferentin Verena Scheiblauer, BEd.

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SPRECHTAGE Einmal im Monat besteht in der LK Wien die Möglichkeit, ein kostenloses Rechts- und Steuerberatungsgespräch in Anspruch zu nehmen. Rechtsberatungssprechtag Mi, 11. Dezember 2013 9 - 11 Uhr Mag. Peter Bubits Steuerberatungssprechtag Di, 10. Dezember 2013 10 - 12 Uhr Mag. Alfred Komarek Terminvereinbarung bzw. Anmeldung und kurze Rücksprache bei Mag. Christian Reindl (Tel.: 01/587 95 28-27, christian.reindl@ lk-wien.at) Die Wiener Landfrauen laden zum Adventcafé mit Musik und Lesungen, Kaffee, Bäckereien, Punsch und Brötchen am Dienstag, 10. Dezember 2013 von 16 - 20 Uhr in die Landwirtschaftskammer Wien. Familie und Freunde sind bei dieser Veranstaltung herzlich willkommen. Die Wiener Landfrauen bemühen sich um einen adventlichen Rahmen und freuen sich auf zahlreichen Besuch.


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Dezember 2013

Green Care

Prentlhof Abenteuer Stadtbauernhof Markus Sandbichler und sein Hof als Begegnungsort zwischen Stadt und Land im Porträt von Dipl.-Ing. Petra Kernstock

Der Prentlhof in Wien Favoriten (10. Bezirk) ist ein Ackerbau-Betrieb und seit 1832 in Familienbesitz. Durch das kundige Wissen, das sich über Generationen erhalten hat, gelingt es der Familie Sandbichler bis heute den Hof, mittlerweile in der 6. Generation, aktiv zu bewirtschaften. Ursprünglich wurde der Hof klassisch als gemischter Betrieb geführt, Anfang der 1970er Jahre bis 2003 wurde Schweinezucht und -mast betrieben. Seit der Hofübernahme durch den jüngeren Sohn Markus im Jahr 2007 wird der Betrieb biologisch geführt. Die Hofanlage entstand in den 70er Jahren des 17. Jahrhunderts. 1969 wurde das Haupthaus mit den noch erhaltenen barocken Räumen unter Denkmalschutz gestellt. Zwei Mal stammte ein Unterlaaer Bürgermeister vom Prentlhof ab: Georg Prentl von 1886-1903 und dessen Sohn Josef Prentl von 1919-1938. Auch Maria Theresia soll einst auf Besuch gewesen sein. Viele Wiener/innen wissen oder ahnen nicht, dass im südlichen Wien verschiedene Getreidearten für Brot und Semmeln, Zuckerrüben und Soja produziert und zur täglichen Herstellung von JaNatürlich!-Produkten verwendet werden. Markus Sandbichler ist es daher ein großes Anliegen sein agrarisches Wissen an die (Wiener) Kinder und Jugendliche

(auch mit körperlicher Behinderung) weiterzugeben und seinen traditionellen Bauernhof vorzustellen. Markus Sandbichler ist als Praktiker mit Erfahrungen von Kinderbeinen an und als Absolvent der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) bestens für die Vermittlung und Weitergabe von Wissen rund um die Landwirtschaft gerüstet.

Mitarbeiter/-innen findet über Facebook statt. Neben „Schule am Bauernhof“ zeichnet die Integration von Menschen mit Behinderung den Green Care Betrieb aus. „Schule am Bauernhof“ ist ein Produkt im Bereich der Pädagogik. Neben der Pädagogik ist Green Care auch in den Bereichen „Therapie“, „Pflege & Betreuung“ und „Soziale Arbeit“ tätig.

Als anerkannter “Schule am Bauernhof“-Betrieb öffnet der Prentlhof seit 2013 regelmäßig seine Türen und gewährt Kindergarten- und Schulkindern einen direkten und unverfälschten Einblick in den Kreislauf der Getreideherstellung. Zu den geliebten Pferden wurden weitere Tiere angeschafft. Mittlerweile tummeln sich auch Ziegen, Schafe, Schweine, Hasen, Hund und Katzen am Hof, die sich alle über interessierten Besuch freuen. Auf diese Weise kommt Markus Sandbichler – mit seiner Mutter Friederike und seinem Team – seiner Vision, dass jedes Stadtkind zumindest einmal auf einem Bauernhof gewesen sein sollte, um die Vielfalt der landwirtschaftlichen Produkte kennen und schätzen lernen zu können, ein großes Stück näher. Aufgrund der hohen Nachfrage besteht das Team derzeit aus sieben regelmäßigen Mitarbeiter/innen, die alle für „Schule am Bauernhof“ zertifiziert sind, um die Qualität der Führungen sicherzustellen. Das BackOffice betreut die im Rollstuhl sitzende Nina, der Markus schon als Kind im Alltag behilflich war. Nina kann durch moderne Medien von Zuhause aus arbeiten und Markus kräftig unterstützen. Die interne Verständigung und Terminkoordination für die Führungen zwischen allen

Neben der Landwirtschaft arbeitete Markus als Schriftführer in der EZG Bio Ernte und zwei Jahre lang als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Agrar- und Forstökonomie an der BOKU. Sein Arbeitsschwerpunkt galt der Analyse von Investitionsprojekten in der Landwirtschaft und dem Risikomanagement. Also bestens gerüstet den innovativen Weg „Green Care“ zu beschreiten. Seit Oktober dieses Jahres ist Markus Geschäftsführer von Bio Austria NÖ und Wien. Dabei hätte ursprünglich seine weitere Karriere durchaus eine sportliche sein können: Eisschnelllauf! Bundesweite Erfolge wie 1996 Schülermeister und 1999 Juniorenmeister und 2002 sogar Staatsmeister stellten sich ein. Sein Ziel waren die Olympischen Spiele in Salt Lake City im Jahr 2002, das er nur knapp verfehlte. Markus begann sich daraufhin vermehrt für den landwirtschaftlichen Betrieb zu interessieren und legte die Sportkarriere nach langem Überlegen auf Eis. Markus ist für Kooperationen offen und möchte nicht die Bauernschaft „auseinanderdividieren“, daher sein Leitsatz „Wir gehören zusammen, ob Körndl oder Hörndl, ob bio oder konventionell, ob Land oder Stadt.“ So bestreitet der Prentlhof eine

Die Information Maschinengemeinschaft mit zwei weiteren Betrieben in Unterlaa. Die Maschinenhalle, bekannt als Sandbichlerhalle, nutzt Markus nicht nur für sein eigenes Hoffest, das zuletzt im September 2013 stattfand, sondern stellt sie auch zum Beispiel der Landjugend Oberlaa für die legendäre Schweineparty zur Verfügung. Fad wird Markus daher nie. Auch für die Zukunft hat er einiges vor: In Planung ist, den Betrieb um das Angebot der tiergestützten Therapie zu erweitern. Damit wäre der Prentlhof der erste zertifizierte ÖKL-Betrieb in Wien. Künftig sollen auch die Abhaltung von diversen Seminaren und Reitunterricht am Prentlhof möglich sein. Die Direktvermarktungsschiene wird verstärkt ausgebaut. Schon jetzt werden ausgewählte Biogastronomiebetriebe in ganz Wien beliefert. Für diese Vielfalt steht auch das Logo vom Prentlhof – die Sojabohne, jede Bohne symbolisiert ein eigenes Projekt, welche in Summe eine Einheit bilden. Nur wenige Busstationen vom arbeitsamen Gewusel am Reumannplatz entfernt, können Kinder und Jugendliche Landluft schnuppern und den in jeder Hinsicht aktiven Bauernhof entdecken. Eine Begegnung zwischen Stadt und Land kann hier ungezwungen stattfinden.

Dipl.-Ing. Markus Sandbichler Foto: Sandbichler


Die Information

Bildung

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Start des ersten Green Care-Zertifikatslehrgangs „Gartl‘n am Hof“ Meilenstein für Qualitätsgarantie des Green Care-Angebots von Mag. claudia Jung-Leithner

Green Care

Kurzmeldungen Niederösterreich hat mit Dr. Josef Hainfellner einen neuen Koordinator für Green Care Angelegenheiten. Wir freuen uns über den Zuwachs im Green Care Team! Das zweite Green Care Netzwerktreffen fand mit 25 TeilnehmerInnen am 7. November 2013 in der LK Wien statt. Herr Dipl.-Ing. Jochen Schmid von der Knollconsult Unternehmensgruppe beantwortete zahlreiche Fragen zum Bereich Baurecht und Raumplanung. Am 28. November 2013 ging der erste Green Care Impulstag in Oberösterreich erfolgreich über die Bühne. Der neue LFI-Zertifikatslehrgang „Green Care – Gartl‘n am Hof, Heilsame Beziehung zwischen Mensch und Pflanze“ ist ausgebucht und hat am 28. November 2013 gestartet.

Veranstaltungstipps Am 4. Dezember 2013 findet die Bionet Gemüsetagung im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten statt. Auf der Tagung werden spannende Themen wie Praxisversuche, Düngung, Gemüseschnitzkunst und das Projekt Green Care vorgestellt. Netzwerk Land, die Serviceeinrichtung des Lebensministeriums für die Umsetzung des Programms der Ländlichen Entwicklung LE 07-13 lädt am 11. Dezember 2013 zum Seminar „Vielfalt (in) der Landwirtschaft - Die Zukunft ist bunt“ mit Schwerpunkt Green Care ein. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie auf unserer Homepage www.greencare-oe.at

Mit „Gartel‘n am Hof – Heilsame Beziehung zwischen Mensch und Pflanze“ startete in der Bundeshauptstadt der österreichweit erste, völlig ausgebuchte Zertifikatslehrgang von Green Care, dem Pilotprojekt der Landwirtschaftskammer Wien mit sozialen Dienstleistungen auf Agrarbetrieben. Somit entsteht ein klar definiertes Gartenpädagogik-Produkt, bei dem die gemeinsame Arbeit in der Natur einen positiven Beitrag zur Gesundheit von Menschen mit besonderen Bedürfnissen liefert, wie etwa Kindern mit Entwicklungsdefiziten, Personen mit Behinderung oder psychosomatischen Erkrankungen und älteren Menschen. Konstant hohe Qualität durch Zertifikat garantiert. „Der Start dieses ersten Zertifikatslehrgangs ist ein Meilenstein, weil dadurch in Zukunft die konstant hohe Qualität des Green Care-Angebots auf Bauernhöfen, Gärtnereien und Weinbaubetrieben sichergestellt werden kann“, betont der Direktor der LK Wien, Robert Fitzthum. „Das ist einerseits für die landwirtschaftlichen Unternehmen wichtig, die sich neben der herkömmlichen agrarischen Produktpalette mit therapeutischen, pflegerischen, wie hier pädagogischen oder anderen sozialen Leistungen ein zweites Einkommensstandbein schaffen wollen. Andererseits ist es aber auch für alle KlientInnen sowie teilnehmenden Sozialträger und Institutionen entscheidend, sich auf einen nachweislich hervorragenden Standard der zertifizierten Betriebe verlassen zu können“, so Fitzthum.

Hohe Lehrgangsnachfrage zeigt großes Interesse an Green Care. „Die Tatsache, dass sich aus ganz Österreich weitaus mehr Bäuerinnen und Bauern für den Zertifikatslehrgang beworben haben, als wir annehmen konnten, beweist das große Interesse an Diversifizierungsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Unternehmen und Green Care im Speziellen. Viele Betriebe wollen sich von der Konkurrenz durch besondere Angebote abgrenzen und sich gerade im sozialen Bereich weiterbilden und -entwickeln“, betont die Geschäftsführerin des Ländlichen Fortbildungsinstituts (LFI) Wien, Doris Preßmayr. Gartenarbeit, die Sinn gibt und Sinne anregt. „Wir haben im Rahmen des Ländlichen Fortbildungsinstituts einen höchst praxisnahen Zertifikatslehrgang geschaffen. Dieser soll alle TeilnehmerInnen befähigen, das Produkt ‚Gartel‘n am Hof‘ in Kooperation mit einem Sozialträger oder einer Institution, wie einem Seniorenheim, auf ihrem eigenen Betrieb in höchster Qualität anzubieten“, so Preßmayr. Im Rahmen dessen können die KlientInnen dann unter Anleitung ausgebildeter Gartenpädagog-Innen Zeit auf den Grünflächen bzw. in den Glashäusern des Betriebs verbringen und wichtige Tätigkeiten, wie Säen, Pflanzen, Pflegen, Ernten und kreatives Verarbeiten, durchführen. Die Beschäftigung in und mit der Natur erzeugt Wohlbefinden und wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Außerdem können die KlientInnen durch ihre Anstrengungen das Wachsen und Gedeihen der Pflanzen beeinflussen und damit

Erfolgserlebnisse verbuchen, aber auch die Notwendigkeit ihres regelmäßigen und verlässlichen Arbeitsein-satzes erkennen. „Ziel ist, den KlientInnen Sinn zu geben und gleichzeitig ihre Sinne positiv anzuregen“, fasst die LFI WienGeschäftsführerin zusammen. Praxisnahes und vielseitiges Unterrichtsprogramm. Um das zu erreichen, werden im Rahmen des Zertifikatslehrgangs einerseits Grundlagen von Gartenbau und –pädagogik vermittelt, wobei das Programm in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien und der City Farm Schönbrunn konzipiert worden ist, die in diesem Bereich über viel Knowhow und Erfahrung verfügen. Andererseits werden beim Lehrgang auch Schwerpunkte in der Persönlichkeitsbildung und Unternehmensführung gesetzt. Weiters ist ein einwöchiges Praktikum bei einem Sozialträger oder einer ähnlichen Institution vorgesehen. Zu guter Letzt ist eine Abschlussarbeit mit einem Gartenkonzept und einem pädagogischen Programmvorschlag für eine frei wählbare Zielgruppe zu verfassen. Am 28. November startete der erste Lehrgang mit 18 TeilnehmerInnen. Abgeschlossen werden soll er im Oktober 2014. „Wir sind höchst optimistisch, dass ‚Gartel‘n am Hof‘ nicht nur unzählige erfolgreiche AbsolventInnen hervorbringt und zu einem Vorreiter für viele weitere Green Care- Zertifikatslehrgänge wird, sondern dass auch die Sozialträger und Institutionen diesen Qualitätsschritt zu honorieren wissen“, unterstreicht Fitzthum. Nähere Informationen zu Green Care gibt es unter www.greencare-oe.at.


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Aktuelles

BERATUNGS-PRAXIS

Dipl.-Ing. FH Gregor Hoffmann lk projekt

Pflanzenschutzmittel für die Saison 2014 im geschützten Anbau Die lk-projekt niederösterreich|wien GmbH wurde diesen Herbst von der Landwirtschaftskammer Wien beauftragt, den Zulassungszustand der Pflanzenschutzmittel in der integrierten Produktion zu überprüfen. Ziel des Auftrages war die Sicherstellung des bisherigen Zulassungszustandes gemäß neuem Pflanzenschutzmittelrecht für 2014. Die so genannten „IP Listen“ wurden mit dem Stand der Zulassung zum Prüfzeitpunkt (1.-30. Oktober) mit dem Österreichischen Pflanzenschutzmittelregister verglichen. Fehlende Pflanzenschutzmittel, bzw. abweichende Indikationen wurden markiert und ergänzt. Die IP Listen wurden arbeitsteilig und in Zusammenarbeit mit der LGVFrischgemüse Wien (Dipl.-Ing. Rudolf Judmayr) und dem Bundesverband der Österreichischen Gärtner (Dipl.-Ing.in Karin Weigel) Kultur für Kultur durchgearbeitet. Wir möchten uns an dieser Stelle für die Zusammenarbeit bedanken! Die aktualisierte und ergänzte Datei wurde am 6. November der ÖAIP (Österreichische Arbeitsgemeinschaft Integrierter Pflanzenschutz) zur weiteren Bearbeitung übergeben. Diese fasst alle Listen aus den Bereichen der Landwirtschaft zusammen und führt diese mit dem FCIÖ (Fachverband der chemischen Industrie Österreichs) dem Pflanzenschutzregister (AGES) zu. Für die neu-Zulassung an sich ist natürlich der bisherige Zulassungsinhaber bzw. Vertrieb zuständig. Nach einer Rückfrage bei den größten 4 der chemischen Industrie (BASF, Bayer, Syngenta und Kwizda) bewegt man sich derzeit auf über 70 % abgearbeiteter Zulassungen. Einzelne sind schon bei 100 %. Diese hatten bisher wenige EU-Zulassungsübernahmen in ihrem Produktportfolio. Die fortschreitende „Austrifizierung“ der bisher übernommenen Zulassungen aus Deutschland und den Niederlanden läuft auf Hochtouren und ist voraussichtlich für den Saisonstart im geschützten Anbau Anfang 2014 rechtzeitig abgeschlossen. Im Freiland wird diese Aufgabe schwerpunktmäßig von den „hauptbetroffenen“ Landes Landwirtschaftskammern, wie zB. Niederösterreich, Dipl.Ing. Josef Keferböck, abgearbeitet.

Kontakt: lk projekt nö | wien gmbh, www.lk-projekt.at Gumpendorfer Straße 15, 1060 Wien

Die Information

ÖPUL Auszahlung Vorschusszahlung Antragsjahr 2013, Nachberechnung Antragsjahre 2007 bis 2013

von Ing. Philipp Prock

Am 14. November 2013 erfolgt die Auszahlung der ÖPUL 2007 Fördergelder für das Antragsjahr 2013. Zeitgleich erfolgt eine Nachberechnung der ÖPUL 2007 Antragsjahre 2007 bis 2012. Für das Bundesland Wien wurde für das Antragsjahr 2013 ein Betrag von 1.225.625 € an Fördergeldern errechnet. 227 Wiener Betriebe erhielten am 14. November eine Vorschusszahlung von 75 %, 919.219 €. Die Restauszahlung von 25 % erfolgt voraussichtlich am 26. März 2014. Der Versand der ÖPUL Mitteilungen für das Antragsjahr

2013 erfolgte ebenfalls am 14. November 2013. Hierbei werden auch neue ÖPUL 2007 Mitteilungen vorangegangener Antragsjahre versendet, welche sich aufgrund von Nachberechnungen bezüglich Einhaltung der Verpflichtung des ÖPUL 2007 sowie Einarbeitung von Vor Ort Kontrollen ergeben. Kontrollieren Sie sämtliche Ihnen zugesendete ÖPUL Mitteilungen, welche Ihnen übermittelt werden, da sich in einem Kuvert Mitteilungen mehrerer Antragsjahre befinden können. Bei Unklarheiten steht Ihnen Ing. Philipp Prock, Tel. 01/587 95 28-24 gerne zur Verfügung.


Die Information

Gartenbau

Dezember 2013

LGV zieht trotz Wetterkapriolen zufriedenstellende Saisonbilanz Wetterextreme mit Erfahrung und Engagement gemeistert von AIZ

LGV-Vorstand Mag. Gerald König und LGV Aufsichtsratvorsitzender Ing. Robert Fitzthum ziehen zufriedenstellende Bilanz für 2013 Foto: LGV Frischgemüse Wien .

Für die LGV, Österreichs größten Frischgemüseproduzenten, und seine Mitgliedsbetriebe war es eine turbulente Saison. Trotz abrupter Wetterumschwünge, massiver Regenfälle gefolgt von extremer Hitze, Trockenheit und Temperaturstürzen zog Aufsichtsratsvorsitzender Robert Fitzthum heute eine „zufriedenstellende“ Bilanz für 2013. „Ohne den außerordentlichen Einsatz und die Professionalität unserer Gärtner wäre es uns nicht möglich gewesen, unsere Kunden die gesamte Saison über mit Frischgemüse aus der Region zu versorgen.“ Nicht nur die Menge hat gestimmt, auch mit dem vorläufigen Umsatz ist man zufrieden. „Von Anfang Jänner

bis 31. Oktober 2013 haben wir mit 38.000 t verkauftem Gemüse einen Umsatz von 60,5 Mill. € erwirtschaftet, ein Plus von 7,7 % gegenüber dem Vorjahr“, ergänzte LGV-Vorstand Gerald König. Das extreme Wetter hat sich heuer über alle Jahreszeiten gezogen und den Gemüseanbau sowie eine konstante Ernte erheblich erschwert. Der nasskalte Jahresbeginn „mit bis zu 100 % mehr Regen als in den vergangenen drei Jahrzehnten“ sorgte auch für zu wenig Licht für die Pflanzen, was den Saisonstart um mindestens zwei Wochen verzögerte. Die Hitzewelle, gepaart mit extremer Trockenheit, im Juli und August sorgte wiederum für zu hohe Nachttemperaturen, sodass die dringend benötigen Ruhephasen für die Pflanzen ausblieben. „Das führte bei den Paradeisern zu Problemen bei der Befruchtung, weil die Hitze auch den Hummeln zu schaffen machte und diese deutlich weniger bestäubten. Die Paprika sind zwar ausgereift, jedoch von Größe und Gewicht unterdurchschnittlich geblieben“, erläuterte König.

Dennoch konnte die Produktionsmenge des Vorjahres gehalten werden. „Es ist der Erfahrung, dem Einfühlungsvermögen und dem großen Einsatz der LGVGärtner zu verdanken, dass sie sogar in extrem schwierigen Zeiten die Versorgung mit heimischem Frischgemüse sicherstellen konnten. Die Konsumenten suchen aktiv nach den Qualitätsfrischeprodukten aus der Region und verlangen explizit nach LGV-Gemüse“, so Fitzthum. Die Produktion im geschützten Anbau wirkt unterstützend und stabilisierend auf den Ertrag der Gemüsepflanzen. Gleichzeitig wird das Gemüse vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt. Premiumgemüse baut seine Stärken weiter aus. Wie bereits in den Vorjahren hat der Premiumgemüsebereich seine positive Entwicklung auch 2013 fortgesetzt und ein vorläufiges Umsatzplus von 11 % gegenüber 2012 gebracht. Bei den Klassiksorten belief sich die Steigerung auf 6,8 %. Insgesamt wurden mit den 16 Premiumprodukten 13,3 Mill. € erwirtschaftet - 22 % des Gesamtumsatzes von prognostizierten 67 Mill. € Die wichtigsten Sorten sind dabei Melanzani, deren Umsatz um 80 % gestiegen ist, Minigurken, von denen in den vergangenen drei Jahren doppelt so viele verkauft wurden sowie Mini San Marzano - eine Paradeisersorte - mit einem 11%igen Plus. „Die Wachstumsrate unserer Premiumprodukte liegt jährlich im zweistelligen Bereich. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die zunehmende Spezialisierung unserer Gärtner punktgenau den Geschmack des Marktes trifft“, resümierte König. Die Umsatzsteigerung beruhe in erster Linie auf einer Erhöhung der abgesetzten Mengen,

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betonte Fitzthum, denn die Erzeugerpreise für die heimischen Produzenten seien, wie bereits seit einigen Jahren, konstant geblieben. „Während spanische Gurken im März und April um 1,25 € im Handel waren, wurden unsere LGV-Gurken ab Mai um weniger als 1 € verkauft“, zeigte König auf. Neue Schwerpunkte: Convenience-Salate für das „schnelle Essen“. Dem Trend des „schnellen und gesunden Essens“ folgt auch die LGV mit ihrem Großprojekt Convenience-Produkte. In Kooperation mit der Erzeugerorganisation Marchfeld kümmern sich seit Juli in Raasdorf 30 Mitarbeiter um die Vorbereitung und Verpackung von Convenience-Salaten - ein Angebot, dass von den Kunden „ausgesprochen gut“ angenommen wurde, wie König bestätigte. Allein in den vergangenen vier Monaten wurden 450.000 Packungen der Convenience-Salate verkauft. Erfolgsprodukt ist der frische Vogerlsalat, der direkt aus der Erde genommen und sofort verpackt wird. Im Handel sind aber auch klassische grün-rote Salatmischungen. Frischgemüsesaison aus der Region wird verlängert. 2013 wird die LGV auch erstmals die Saison über zwölf volle Monate ziehen und damit den bislang stillen Winter für den Gemüseanbau nützen. „Wir wollen der Saisonalität noch mehr Raum geben und uns intensiver darauf konzentrieren, genau jene Sorten anzubauen, für die es momentan das ideale Klima gibt“, erklärt König. Vogerlsalat, Radieschen oder Kohlrabi gedeihen hervorragend bei kalten Temperaturen, solange es nicht friert - was durch den geschützten Anbau ohne oder mit minimaler Beheizung möglich wird. „So können die Konsumenten auch im Winter zu heimischem Gemüse greifen, und für unsere Mitgliedsbetriebe wird die Einkommenssaison ebenfalls verlängert.“


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Beratung

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Nutzen Sie das Beratungsangebot der LK Wien LK Beratung - Gemeinsam. Mehr Erfolg Ständig kommen neue Herausforderungen auf Sie als Wiener GärternInnen, LandwirtInnen und WinzerInnen – von starken Preisschwankungen, kontinuierlichen Teuerungen der Betriebsmittel, Diskussionen und Veränderungen

durch die GAP bis erhöhte Umwelt- und Naturschutzauflagen - zu. Mit dem vielseitigen Beratungsangebot der Landwirtschaftskammer Wien unter dem Motto „Gemeinsam. Mehr Erfolg.“

Die Information

können wir Sie bei Ihren betrieblichen Entwicklungen beraten und begleiten. Das aktuelle Beratungsangebot können Sie auf www.lk-wien.at abrufen bzw. sich bei den Beraterinnen und Beratern der LK Wien unter 01/5879528 informieren.

Impressum www.lk-wien.at

Das Mitteilungsblatt der Landwirtschaftskammer Wien Die Information erscheint 12 mal pro Jahr; Nachdruck und fotomechanische Wiedergabe - auch auszugsweise - nur mit Genehmigung es Verlages; veröffentlichte Texte gehen in das Eigentum des Verlages über, es kann daraus, kein wie immer gearteter, Anspruch, ausgenommen allfälliger Honorare, abgeleitet werden.

Herausgeber, Medieninhaber und Verleger: Landwirtschaftskammer Wien, 1060 Wien, Gumpendorfer Straße 15 Vertretungsbefugtes Organ: Präsident Ing. Franz Windisch Chefredakteur: KDir. Ing. Robert Fitzthum Anzeigenannhme: Landwirtschaftskammer Wien, 1060 Wien, Gumpendorfer Straße 15, Tel.Nr.: 01/587 95 28-25, direktion@lk-wien.at Herstellung: Herold Druck und Verlag AG, 1030 Wien, Faradaygasse 6 Verlagsort: Wien Abo-Service: Eveline Leeb Layout: Irene Diendorfer


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