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DIE NOVUM Jeden Mittwoch für Mittweida

Baby im Unterricht

Bares für Wissenschaftler

Säuglinge verhindern Mobbing in den Klas- Die Internetplattform Sciencestarter ersenzimmern. Eine Bremer Schule startete möglicht Forschern neue Finanzierungsdas Pilotprojekt in Deutschland. – Seite 3 möglichkeiten für ihre Projekte. – Seite 6

16. Januar 2013

Bis bald, Mittweida! Das Novum–Team verabschiedet sich mit der heutigen Ausgabe in die Semesterpause. Wir lesen uns im März wieder.

Kostspieliges Fernsehvergnügen

Neuregelung der Rundfunkbeiträge kommt Unternehmen teuer zu stehen

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ine Wohnung, einmal Rundfunkgebühren zahlen“ – so lautet die einfache Formel im Kopf des Normalbürgers. Zum Jahreswechsel wurde die Gerätegebühr durch eine Haushaltsabgabe ersetzt. Unabhängig, ob die Angebote von ARD und ZDF˜im Fernsehen, Radio und Internet genutzt werden oder nicht, muss jeder künftig die volle Rundfunkgebühr zahlen. Die neue Regelung soll für mehr Gerechtigkeit sorgen. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Diskussionen: Für welches Gerät muss gezahlt werden? Wie viel muss gezahlt werden? Das System führte zu vielen Ungereimtheiten. Einige zahlten zu wenig, viele drückten sich gänzlich, andere zahlten – fühlten sich aber belästigt durch die Gebühreneintreiber. Das sollte sich ändern, alles sollte gerechter werden. Nun leiden aber diejenigen, die schon immer ihre Beiträge ° eißig zahlten: Unternehmen. Diese haben seit Jahresbeginn mit horrenden Mehrkosten zu kämpfen. Seit dem 1. Januar 2013 werden die Gebühren nach einem neuen Schlüssel berechnet. Der „Beitrag“ für Unternehmen wird nun pro Betriebsstätte und Zahl der dort beschäftigten Mitarbeiter eingefordert. Bis zum Jahresbeginn wurden die Gebühren lediglich

für jeden PC im Unternehmen und jedes wirklich vorhandene Fernsehgerät berechnet. Die Neuregelung straft Firmen mit vielen Filialen. Diesen Unternehmen ° attern hohe Zahlungsau˛ orderungen ins Haus. Die Autowerkstattkette ATU mit rund 600 deutschlandweiten Standorten oder die Drogeriemarkt–Kette dm mit über 2.500 Filialen leiden besonders stark unter der Neuregelung der Rundfunkgebühren. Nach einer Berechnung des Handelsblattes, das sich auf deutsche Wirtschaftsverbände beruft, erhöht sich der Beitrag für Unternehmen teilweise um den Faktor 17. So zahlte die Deutsche-Bahn-Tochter DB Netz der Berechnung zufolge bislang 26.000 Euro Rundfunkgebühr pro Jahr, nun sollen es angeblich 472.000 Euro sein. Der Drogeriemarkt dm muss laut Handelsblatt nun 266.000 Euro zahlen, zuvor waren es 94.000 Euro. Der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks sieht in vielen Fällen eine „unzumutbare Zusatzbelastung auf die Unternehmen zukommen“. In vielen Teilen der Wirtschaft sind die Neuregelungen noch gar nicht angekommen, da die Rundfunkbescheide noch ausstehen.ARD und ZDF werden durch die neuen Gebühren

ihre Position als teuerster Medienanbieter ausbauen. Den 22 Fernsehkanälen und 67 Radiosendern stehen 7,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Aus der strengen Gebührenzentrale GEZ wird nun der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Ein erho˛ ter Imagewandel der Gebühren wird durch geplante Klagen einzelner Unternehmen ausbleiben. Der Autovermieter Sixt prüft bereits gegen die neue Regelung der Beiträge vorzugehen. Andere wehren sich bereits, wie Deutschlands zweitgrößte Drogeriekette Rossmann. Das Unternehmen hat eine Klage beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof eingereicht. Die Rundfunkanstalten haben mit den neuen Gebühren einen Stein ins Rollen gebracht, der nicht mehr aufzuhalten ist. Die Diskussion, wie ARD und ZDF die Millionen eigentlich verwenden, nimmt kein Ende. Kritiker prangern nun zum Beispiel an, dass das Zweite Deutsche Fernsehen Geld für teure Prestigeobjekte ausgibt – wie eine Seebühne am Strand vor Usedom. Das ZDF moderierte von dort aus die Übertragungen zur Fußball-EM in Polen und der Ukraine. Dafür zimmerte der Sender eine Bühne an den Strand. Zum anderen riss er sich die Rechte für die

Markus Kretzschmar

1. Ausgabe

Champions League-Übertragung unter den Nagel. Laut Schätzungen ließ sich die ö˛ entlich-rechtliche Sendeanstalt die Rechte 54 Millionen Euro kosten und kegelte mit diesem Betrag den Privatsender Sat.1 aus dem Wettbewerb. Intransparenz gehört bei den Sendern zur Tradition. Die Anstalten geben weder Kosten für die Fußball–WM, noch für die Olympischen Spiele heraus. Deutschland leistet sich das teuerste ö˛ entlich–rechtliche Rundfunksystem in ganz Europa und weder ARD noch ZDF müssen vor ihren Investoren, den Gebührenzahlern, Bilanzen o˛ enlegen. Geschweige denn, dass sie Rechenschaft ablegen müssen, wie etwa Aktiengesellschaften vor ihren Aktionären. Spätestens jetzt werden die Rundfunkgebühren aber einen erheblichen Posten in den Bilanzen deutscher Unternehmen ausmachen, die durch die Neuregelung ° eißig zur Kasse gebeten werden. Da erscheint es nahezu gnädig, dass behinderte Menschen jetzt zwar erstmals zahlen müssen, immerhin aber einen Rabatt bekommen. Viele Blinde und Gehörlose müssen nur 5,99 Euro pro Monat abführen. Nur taubblinde Menschen müssen weiterhin nicht zahlen. Florian Barth


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Politik und Wirtschaft

d ie n ovum

16. Januar 2013

Wie nachhaltig ist grün? D

en Planeten nicht ausplündern und zerstören, sondern ihn nachhaltig bewirtschaften – das ist Ziel der Green Economy. Für die Vereinten Nationen ist die grüne Wirtschaft das Mittel, um weltweit Armut und Hun ger zu beenden und eine Vielzahl öko logischer Probleme zu lösen. Ein so genanntes nachhaltiges Kon zept lautet „Global Denken, lokal Handeln“. Damit werden Kommu nen aufgefordert, im Kleinen zu be ginnen, um etwas für eine weltweite Veränderung zu unternehmen. Dieses Konzept soll in Leipzig umgesetzt werden. Hinter dem Torbogen des Bayerischen Bahnhofs liegt eine rie sige Fläche brach. Ein Areal, so groß wie 54 Fußballfelder. Hier soll in Zu kunft ein grünes Viertel entstehen, das die Neubaublocks an der Straße des 18. Oktobers mit der belebten Südvorstadt verbindet. Nachhaltigkeit soll diesen Stadtteil prägen. Doch das ist ein dehnbarer Begriff: Vom Ene giesparen, über das Kaufen von Bio produkten, könnte es auch nachhaltig sein, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Auch Roland Quester, stadtentwick lungs- und verkehrspolitischer Spre cher der Grünen im Leipziger Stadt rat, weiß, der Begriff Nachhaltigkeit

Michael Schaaf, Leipzig Details

Ökologisches Stadtviertel soll in Leipzig entstehen

Am Bayerischen Bahnhof in Leipzig soll ein grünes, nachhaltiges Stadtviertel entstehen.

lässt sich auslegen, wie es gerade passt: „Nachhaltigkeit und nachhaltige Ent wicklung, das ist zu einem Allerwelts begriff geworden. Jedes Großunter nehmen nutzt diesen Begriff in seinem eigenen Kontext und niemand weiß mehr genau, was er so richtig bedeu ten soll.“ Aber nicht nur Unternehmen müssen sich neu positionieren. Auch Städte sind ökonomische und ökologische Problemzentren zugleich. Denn in

Städten wird am meisten CO² pro duziert. Sie sind die wichtigsten Ak teure im Wandel zu einer grünen Wirtschaft. Frank Amey, wissen schaftlicher Mitarbeiter am Institut für Stadtentwicklung der Universität Leipzig, erklärt: „Wir konzentrie ren uns schwerpunktmäßig auf For schungsprojekte mit energieeffiziente Stadtentwicklung. Zum Beispiel gibt es auch Bautypologien im innerstäd tischen Bereich, die man energie-

effizien umbauen kann.“ Vorhandene Substanzen energiesparend einsetzen: Wasser sparen, Solaranlagen bauen und Erdwärme nutzen. Das ist laut Amey die Zukunftslösung. Auch ein Stadtquartier, das wohnen und arbeiten verbindet, ist in den Au gen von Architekt Jörg Wessendorf nachhaltig. Das Projekt „Stadtraum Bayrischer Bahnhof“ entstand, weil nach dem Bau des Citytunnels dort Flächen frei geworden waren. Die Bahn als Eigentümer will diese Flä chen verwerten. Ziel der Stadt ist da bei, die Entwicklung zu steuern. Das heißt zum Beispiel, dass es zu einer besseren Verzahnung der Wohnge biete auf beiden Seiten kommen soll. Roland Quester kann aber bisher noch nicht erkennen, dass das Projekt unter einem Nachhaltigkeitskonzept geplant wurde: „Dass dieses Projekt besonders ökologisch ausgerichtet ist, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Es hat einen großen Grünanteil – damit die Bebauungs dichte nicht zu hoch wird. Aber nur das Pflanzen von Bäumen bedeutet nicht gleich Nachhaltigkeit.“ Einen Maßstab für Nachhaltigkeit gibt es nicht. Denn Grünflächen sind nicht gleich ein Biotop. Florian Barth

Vorsicht, da guckt einer !

N

icht nur die TV-Zuschauer der ehemaligen Big Brother Staffeln stöbern gerne im Leben an derer. Lidl, Telekom und Bahn sind schon lange auf den Geschmack der Realityshow gekommen. Besonders stark interessiert sie das Leben ihrer Arbeitnehmer. 2008 enthüllte der Stern den Überwachungsskandal bei Lidl. Der Lebensmitteldiscounter rechtfertigte sich damit, potenziel le Ladendiebe aufspüren zu wollen. Eine Lüge. Verschiedene Detekteien fertigten Protokolle über die Ge wohnheiten der Mitarbeiter an. Auf Social Media-Plattformen oder mit versteckten Kameras am Arbeits platz, die Einschaltquoten der DailyArbeiter-Soap reißen nicht ab. Die Bundesregierung macht's möglich. Derzeit wird über einen Gesetzes entwurf zum „Beschäftigtendaten schutz“ diskutiert. Zwar wird die heimliche Videoüberwachung am Arbeitsplatz verboten, gleichzeitig sollen jedoch die Möglichkeiten zur

öffentlichen Filmproduktion erwei tert werden. Unter bestimmten Be dingungen sind legale Videoüberwa chungen erlaubt. Wenn Arbeitgeber also „Mitten im Leben“ ohne Pro duktionskosten drehen wollen, müs sen sie es nur rechtzeitig ankündigen. Ein Sprecher des Bundesinnenmi nisteriums sprach von einem guten Gesetzesentwurf. Doch gut für wen? Denn die Sendung muss noch lange nicht abgeschaltet werden. Die Regelung soll angeblich für mehr rechtliche Klarheit sorgen und Be schäftigte besser vor Bespitzelungen schützen. Demnach dürfen Arbeit nehmer zur Qualitätskontrolle oder zum Schutz des Eigentums von Ar beitgebern überwacht werden. Das bedeutet, dass Mitarbeiter an Kassen und in Verkaufsräumen gefilmt we den dürfen. Die Vorschläge erinnern an Überwachungstechniken vergan gener Zeiten. Wofür soll diese Beaufsichtigung gut sein? Zum Schutz des Mitarbeiters

sri grafi

Videoüberwachung am Arbeitsplatz - Ein Kommentar von Katja Wendrock und Daniel Wölfel

oder doch zur Kontrolle des Indivi duums? Denn wer glaubt, dass das schon alles war, der irrt. Unzulässig ist es laut Entwurf, ohne konkreten Anlass Mitarbeiterda ten zur Korruptionsbekämpfung zu durchleuchten. Erlaubt sind dagegen Nachfragen nach Vorstrafen oder laufenden Ermittlungsverfahren bei einem Job-Bewerber, sofern dies für die offene Stelle bedeutsam ist. Das Mithören von privaten Telefona -

ten ist ebenso möglich. Es gibt also immer noch genügend Rundfunk programme, um die Reality-Soap „Arbeitnehmer“ zu sehen. Doch wer will und soll die neu geplanten Vor derungen überwachen? Die Daten schutzbehörde hat den illegalen Zu schauer Lidl damals auch nur durch die Zuarbeit des Sterns ertappt. Der Discounter musste eine geringe Geldstrafe zahlen und der Fall hatte sich erledigt. Wenn das Gesetz Arbeitgeber davon abhalten soll, ihre Mitarbeiter in privaten Situationen zu kontrollie ren, müssen die Strafen bei Verstö ßen deutlich drastischer ausfallen. Schließlich bekommt jeder Normal bürger bei einem Verstoß gegen die Menschenrechte höhere Geldstrafen als ein Unternehmen. Ende Januar soll der Bundestag ent scheiden, ob der Gesetzesentwurf in Kraft tritt oder nicht. Lidl freut sich schon jetzt auf seine Fortsetzung der Staffel Big Brother made by Lidl.


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Hintergrund

Die Novum

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Mini-Lehrer gegen Mobbing

API Kinder-und Jugendstiftung

Babys lehren rund 500.000 Kindern soziale Kompetenzen im Unterricht

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in Baby im Klassenzimmer macht wilde Kerle zahm. Das jedenfalls zeigt ein Schulprojekt, das in Kanada ursprünglich mit Viertklässlern entwickelt wurde. Bei „Roots of Empathy“ kommt eine Mutter mit ihrem Baby in die Klasse und wird zum Lehrer für soziale Kompetenzen wie Einfühlvermögen und Empathie. Das weltweite Schulprojekt zeigt: Aggressionen unter Kindern werden abgebaut, während das Wir-Gefühl gestärkt wird. Die Schüler lernen sich besser in ihre Mitmenschen hineinzuversetzen. Ganz nach dem Motto „Was du nicht willst, was man dir tut, das füge keinem and‘ren zu.“ Rund eine halbe Million Kinder haben weltweit an dem Modell des Empathie-Unterrichts bereits teilgenommen.

Kein Mobbing Seit Mitte November gibt es das Bildungsprogramm zum sozialen und emotionalen Lernen auch in Deutschland: An drei Bremer Schulen unterrichten Baby Onno und andere Säuglinge als „Mini-Lehrer“ die fünften und sechsten Klassen. „Onno ist mit seinen vier Monaten noch so klein und zart, er bringt eine gewisse Hilflosigkeit mit, die die Kinder spüren und auf die sie reagieren werden“, sagt Janna Wolff, die Mutter von Onno. Die Babys sollen zu einem friedlichen Zusammenleben ganz ohne Mobbing beitragen. „Es ist nicht fair, andere Kinder zu mobben. Denn auch sie spüren den Schmerz, genau wie ich. Und irgendwann werden sie zurückschlagen“, so ein Viertklässler nach dem Unterricht. In dem positiven Klassenklima lernen die Kinder an-

dere zu respektieren und sich als Teil der Klassengemeinschaft zu fühlen. Gleichzeitig können sie die kindliche Entwicklung des Säuglings zum Kleinkind kennenlernen. Besonders für Schüler ohne jüngere Geschwister ist der Umgang mit Onno eine wichtige Erfahrung.

Wirkung des Säuglings Die Gründerin Mary Gordon erklärt, wie die Empathie-Fähigkeit trainiert werden kann: „Die Liebe zwischen Eltern und ihrem Baby wirkt automatisch erziehend. Das fühlt jeder Mensch auf der Welt, egal wo er lebt. Das sind die Wurzeln von Einfühlungsvermögen, Mitgefühl und Empathie – das ist Roots of Empathy.“ Seit 1996 macht das Projekt genau diese besondere Mutter-Kind-Beziehung zur Erziehungsmethode: Eine Mutter und ihr Baby aus der Nachbarschaft besuchen neun Mal im Jahr für je eine Stunde den Unterricht einer Klasse. Ein speziell für „Roots of Empathy“ ausgebildeter Trainer steht ihnen zur Seite und unterstützt die Kinder bei der Beobachtung des Babys. Auch hilft er den Schülern beim Umgang mit dem Baby und reflektiert gemeinsam mit ihnen den Unterricht. Diplompsychologin Sandra Wessel ist psychologische Leiterin der Kindertherapiestation des Krankenhauses in Mittweida, sie erklärt: „Durch die Beobachtung können sich die Kinder mit den Gefühlsausdrücken wie Lachen und Weinen des Babys auseinandersetzen, über die mit dem Trainer gesprochen wird. Sie können Bezüge zu sich selbst ziehen und damit eventuell verschüttete oder verdrängte

eigene Emotionen besser wahrnehmen.“ Nach der Begegnung mit dem Baby reagieren sie oft einfühlsamer, da sie sich in ihr Gegenüber besser hineinversetzen können. Schulleiter Matthias Möbius der Fichte-Schule in Mittweida sieht in einigen Klassen erhöhtes Aggressionspotential und hält es dort für nötig, das Einfühlungsvermögen einiger Kinder besser auszubilden. „Im Prinzip kann ich mir in Rücksprache mit den Klassenlehrern vorstellen, dass eine Mutter mit ihrem Baby dem Unterricht an unserer Schule beiwohnt“, so der Mittweidaer Schulleiter.

Bessere Gefühlswahrnehmung Für Initiatorin und Stifterin Imme Adler der API Kinder- und Jugendstiftung stand seit ihrem ersten Besuch in einem „Roots of Empathy“-Klassenzimmer fest, dass auch Deutschland dieses Programm braucht: „Ich habe gespürt, wie die Herzen der Schüler während einer Unterrichtsstunde aufgehen, wie sie sich verändern und wie sie miteinander wachsen. Schon nach wenigen Wochen nehmen die Kinder Empfindungen ihrer Freunde wahr und gehen achtsamer mit den Gefühlen der anderen um.“ Die private API-Stiftung finanziert das Projekt an deutschen Schulen. In Bremen konnte daher das Modell mit Hilfe der Bildungsbehörde und des Sozialressorts umgesetzt werden. Das Pilotprojekt ist für drei Jahre angelegt. Weitere Schulen bewerben sich bereits, denn das Konzept soll noch ausgeweitet werden. Cornelia von Ilsemann, Abteilungsleiterin der Bildungsbehörde,

hoff t auf die vielversprechenden Wirkungen von „Roots of Empathy“: „Keiner denkt, dass ein Baby kommt und nachher sind alle gut in Mathe. Wir erwarten dennoch, dass die Verantwortung der Kinder für das soziale Miteinander dadurch steigt.“

Weltweiter Erfolg Eine Studie von der University of British Columbia in Vancouver belegt den Erfolg des Projekts: Die Schüler verbessern ihre Zivilcourage, vor allem aggressive Problemkinder zeigen deutliche Verhaltensänderungen. Wegen des Zuspruchs ist Gründerin Mary Gordon vielfach für ihr Projekt ausgezeichnet und mehrmals zum Dialog mit dem Dalai Lama gebeten worden. In acht Ländern, unter anderem den USA, Kanada oder Australien, wird „Roots of Empathy“ bereits erfolgreich praktiziert. Kritiker bezeichnen das Projekt als „Tropfen auf den heißen Stein“: Es werden nur wenige Klassen erreicht, und die Unterrichtszeit in der jeweiligen Klasse sei zu kurz gehalten. Durch zahlreiche Langzeitstudien kann der Erfolg des Empathie-Unterrichts jedoch nicht verleugnet werden: Bei rund 78 Prozent der teilnehmenden Schüler ist die Hilfsbereitschaft gestiegen, bei 39 Prozent wurde ein Rückgang der Aggressivität beobachtet. Zudem konnte eine über Jahre anhaltende Empathie-Entwicklung festgestellt werden. Viele der Kinder haben sich stärker für Gerechtigkeit eingesetzt und sich von Zuschauern zu Helfenden bei Mobbing-Attacken entwickelt. Anneke Ebert


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Lokales

Die Novum

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Surfen auf kurzen Wellen

Aus Mittweida in alle Welt: Funkantennen senden aus Haus 2, dem Alfred-Udo-Holtz Bau.

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hne Smartphone mit der ganzen Welt sprechen, sogar per Konferenzschaltung zwischen Mittweida, der Antarktis und Blagoweschtschensk vermitteln: Die Technik von vorgestern macht‘s möglich. Seit Guglielmo Marconi 1897 eine Entfernung von immerhin 15 Kilometern mit Radiowellen überbrückte, ging es mit der Funktechnik steil bergauf – ohne, dass sich im Prinzip allzuviel geändert hätte. Schon 1901 erfolgte die erste Über-

see-Funkverbindung zwischen Europa und Nordamerika und überall auf der Welt wurden Vereine gegründet, die sich mit Radiotechnik beschäftigten. Der „Funkverein Mittweida und Umgebung e.V.“ entstand 1924, damals als Bestandteil der technischen Ausbildung an der Hochschule: Studenten der Elektrotechnik durften mit der Ausrüstung des Vereins üben. Zehn Jahre später waren es schon 70 Klubmitglieder. Während des Zweiten Weltkrieges herrschte Funkstille – Zivilisten war die Funkerei verboten, erst 1954 ging es weiter. Heute gibt es deutschlandweit mehr als 80.000 Funkamateure. Sie kommunizieren mit Gleichgesinnten auf der ganzen Welt. „Neugierige können schon nach nur einer halbstündigen Einweisung funken. Dann aber noch unter Aufsicht“, verrät Siegfried Gedel. Der Ausbilder erreichte auch schon Volker Strecke, der in einer Forschungsstation in der Antarktis auf Meldungen aus Sachsen wartete. Doch nicht immer sind Funker zum Kontakt verabredet. „Los geht‘s mit einem allgemeinen Anruf in die Welt, dann heißt es warten auf Antwort. Meldet sich ein Amateur, werden zunächst Name und Standort preisgegeben und die Verständigung analysiert“. Die Unterhaltung erfolgt meistens auf Englisch, üblich sind aber auch internationale Abkürzun-

gen, welche die Kommunikation sehr erleichtern. Bei einem allgemeinen Anruf steht „CQ“ für die englische Formulierung „seek you“, zu deutsch „suche dich“. Das Alphabet der Funker gehört ebenso wie Kenntnisse in der Elektrotechnik zur Ausbildung eines Funkers. Mit dem Abschluss einer Prüfung erwirbt der Amateur eine Lizenz. Diese ermöglicht ihm die Teilnahme an der internationalen Funkkommunikation mit einem eigenen Rufzeichen. Dieses Zeichen ist einmalig und verrät dem Empfänger Informationen über den Sender. Laut Amateurfunkverordnung besteht ein deutsches Ruf-

zeichen aus einem zweibuchstabigen Präfix, das von DA bis DR reicht, DE und DI aber ausschließt. Daran angeknüpft ist eine Ziffer und ein zweioder dreibuchstabiger Suffix und ein Verwendungszweck wird angegeben. Hinter „AB“ verbirgt sich beispielsweise ein Ausbildungsfunkbetrieb, hinter „KS“ eine Klubstation. DKØMIT heißt die Klubstation der Hochschule Mittweida. Die Mitglieder treffen sich jeden Mittwoch 16 Uhr ganz oben im Haus 2, dem Alfred-Udo-Holzt Bau. Weitere Informationen gibt es unter: www.htwm.de/dk0mit Kateryna Anikina

Andreas Scherer

Markus Kretzschmar

DKØMIT: Funkverein Mittweida sendet in die Welt

Größer als moderne Handys, doch die Klubmitglieder schwören auf ihre bewährte Funktechnik.

Von Crossen bis Köln

Fotos: JoJohannes Krüger, Philipp Pecher

Mittweidaer Bürger feiern Fasching an vielen verschiedenen Orten. Die Novum hat sich umgehört.

Eva Martinez-Gamez (27) Bei uns in Spanien ist „Carneval“ ein sehr traditionelles Fest. Früher in der Schule feierten wir Mädchen getrennt von den Jungs. Ich erinnere mich an mein schönstes Kostüm, damals ging ich als Pantomimin. Wenn es die Zeit zulässt, werde ich dieses Jahr wahrscheinlich mit Freunden feiern.

Hartmuth Walther (63) „Deutsche Geschichte“ ist dieses Jahr das Motto beim Fasching in Hermsdorf. Meine Frau und ich gehen bereits zum zweiten Mal dorthin. Das Kostüm werde ich mir spontan zusammenstellen, meine Frau plant als Nonne zu gehen. Ansonsten lässt sich Fasching auch gut in Rossau oder Altmittweida feiern.

Marlene Jonies (11) Am besten habe ich mir im Cowgirl-Kostüm gefallen. Meistens feiere ich mit meinen Freundinnen bei mir zu Hause, aber den Kinderfasching vom „Crossener Carnevalsverein“ kann ich auch sehr empfehlen. Einmal hatte mein Bruder sogar Senf in seinem Pfannkuchen drin.

Jeff Ergaw (22) An den Faschingstagen besuche ich meistens Freunde und Kommilitonen in ganz Deutschland, um mit ihnen zu feiern. Dieses Jahr fällt meine Wahl auf die Karnevalshauptstadt Köln. Ich werde als Mr. T vom A-Team gehen. Meine bisherigen Kostüme waren eher Klassiker, wie zum Beispiel Polizist.


16. Januar 2013

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Die Novum

GUCK NICHT SO BLÖD! Informiere dich lieber!

Campus・Medien・Jobportal

Das Webportal der Fakultät Medien

www.medien-mittweida.de

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Hochschule und Wissenschaft

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Geld für Daniel Düsentrieb Die Crowdfunding-Plattform Sciencestarter unterstützt Forscher bei der Sponsorensuche

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3. Realisierung

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1. Projekt vorstellen und Unterstützer finden

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nergie aus Pferdemist! Die Idee ist da. Doch Sponsoren scheinen weit und breit nicht au˘ ndbar zu sein. Da hilft womöglich Crowdfunding: Das Projekt präsentiert sich im Internet und wem es gefällt, der spendet dafür. Das hat sich auch Saskia Oldenburg gedacht. Sie hatte die Idee, Pferdemist in Energie umzuwandeln und braucht nun Forschungsgelder. Sie gehört zu den ersten Wissenschaftlern, die sciencestarter.de nutzen. Die Plattform ist speziell für Forschungsprojekte ausgelegt – und damit die erste ihrer Art in Deutschland. Wie auch andere CrowdfundingPlattformen, funktioniert Sciencestarter nach dem Prinzip „Alle für einen“: Einzelpersonen oder Firmen können Geld an die Projekte spenden, die sie unterstützen wollen. Wieviel liegt dabei ganz im Ermessen der Spender. Im Gegenzug erhalten sie von den Forschern individuelle „Dankeschöns“, im Fall von Saskia Oldenburg zum Beispiel einen Ausritt mit den Forschern. „Unsere aktuellen Projekte liegen im Bereich von 2.000 Euro bis 20.000 Euro“, erklärt Katja Machill, Marketingcheÿ n von Sciencestarter. Damit will die Plattform vor allem kleinere wissenschaftliche Projekte unterstützen, für die sich o˘ zielle Förderanträge oft nicht lohnen. „Das besondere an dieser neuen

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2. Projektfinanzierung durch die Gemeinschaft

Viele kleine Beiträge der Ö˜ entlichkeit ÿ nanzieren Projekte von Nachwuchswissenschaftlern.

Fördermöglichkeit ist die Öˇ entlichkeitsarbeit“, erklärt Oldenburg. Auf Sciencestarter präsentiert sich jedes Projekt mit einem Vorstellungsvideo. Anschließend wird die Internetgemeinde regelmäßig über den Stand des Projektes informiert. Doch auch abseits des Internets müssen die Forscher für ihr Projekt werben. Saskia Oldenburg hält Vorträge, informiert Firmen und präsentiert sich auf Reitturnieren. „Durch das Crowdfunding werden

die Wissenschaftler gezwungen, ihre Ideen verständlich darzulegen“, bemerkt Petra Radehaus, Professorin für Biotechnologie an der Hochschule Mittweida und lobt diese neue Form der Finanzierung. Nach dem „Allesoder-Nichts“-Prinzip garantiert die Plattform den Sponsoren Sicherheit: Ist bis zu einem festgelegten Zeitpunkt ein Projekt nicht komplett ÿ nanziert, erhalten alle Spender ihr Geld zurück. Ob die Forscher ein ÿ nanziertes

Projekt dann tatsächlich in die Tat umsetzen, ist nicht garantiert. Da vertraut Sciencestarter auf die Macht der sozialen Netzwerke: „Wenn ein Projekt ÿ nanziert ist, verschwindet es ja nicht von der Plattform“, so Machill. „Es gibt sozusagen eine Kontrolle durch die Öˇ entlichkeit, die sehr genau beobachtet, ob und wie ein Projekt umgesetzt wird.“ Ob Crowdfunding in der Forschung eine Alternative zu herkömmlichen Förderungen darstellt, lässt sich sieben Wochen nach dem Start des Projekts noch nicht sagen. Die Gründer sind bisher sehr zufrieden: „Das erste Projekt, eine Forschungsreise durch Afrika, Europa und Asien, wurde schon erfolgreich ÿ nanziert“, so der Projektleiter Th orsten Witt: „Wir bekommen derzeit viele Projektanfragen und versuchen, weiterhin Unterstützer für Crowdfunding zu begeistern.“ Sciencestarter ist nicht die erste Crowdfunding-Plattform im Internet. Websites wie Start Next helfen schon seit gut drei Jahren Künstlern dabei, Projekte wie Musik- oder Filmproduktionen umzusetzen. Mit der Gründung von Sciencestarter im vergangenen November möchte die Berliner Gesellschaft „Wissenschaft im Dialog“ nun auch Forschern diese Form der Finanzierung ermöglichen. Christina Honig

Heiße Bilder in kalten Zeiten Infrarotbilder zeigen Wärmeverluste durch Gebäudeschäden ie Schornsteine qualmen, in den Häusern wird kräftig geheizt – und mancher Hauseigentümer verbrennt bares Geld. „Schuld“ ist oft das Gebäude selbst, das Wärme ungenutzt entweichen lässt. Wo genau, das verrät die Th ermografi e. Eine Methode, die Temperaturen sichtbar macht. So lässt sich ermitteln, in welchen Bereichen des Gebäudes verstärkt Wärme nach außen dringt. Die Ursache für die erhöhten Heizkosten ist gefunden: Wärmeverluststellen. Auch am Rathaus in Mittweida sind solche Wärmebrücken zu fi nden. Auf dem Th ermograÿ ebild erscheinen diese Sektionen in Rot, meistens beÿ nden sie sich in der Umgebung von Fenstern oder Türen. Beim Mittweidaer Rathaus ist es auch das Stadtwappen: Der Stein, in den das Emblem gemeißelt ist, geht oˇ enbar durch die komplette Wand hindurch. Somit leitet er stärker die Wärme ab, als der Rest des Gebäudes. Unproblematisch sind dagegen die Stellen, die in der Th ermografi e in Blau gekennzeichnet sind. Sie mar-

Detlev Liebich (2)

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Das kleine Stadtwappen am Mittweidaer Rathaus (Pfeil) erweist sich als großer Energiefresser.

kieren die kalten Bereiche, in denen weniger Wärme nach außen tritt. Eine Folgeursache der entweichenden Hitze ist Schimmelbildung aufgrund von Feuchtigkeit, die aus der warmen Luft an den kalten Wänden kondensiert. Das Problem liegt nach Meinung des

Bauingenieurs Detlev Liebich, Gründer der Firma ISB (IngenieurServiceBau), am Verbraucher selbst: „Wenn dieser ordnungsgemäß Stoßlüften würde, könnten Schimmelstellen an Wärmebrücken vermieden werden“. Zwei bis drei Mal tägliches Lüften mit

mindestens zwei oˇ enen Fenstern genüge. Konstruktionsfehler, an denen Wärme entweicht, können meist nur mittels Sanierung oder Teilsanierung behoben werden. Um dem Entweichen der heißen Luft entgegenzuwirken, bleiben zwei Möglichkeiten: Innen- oder Außendämmung. Doch beides scheint nicht umsetzbar zu sein, wenn es sich um denkmalgeschützte Bauwerke handelt. Denn hier verbieten Regelungen meist optische Veränderungen oder die Verwendung anderer Baustoˇ e an den Gebäudefassaden, als herkömmlich genutzt wurden. Eine Innendämmung ist rechtlich zwar unkompliziert, kann jedoch zur Schimmelbildung führen. Th ermograÿ e eignet sich also, um Energieverluste aufzudecken und Hausbesitzer erfahren, wo sie Handlungsbedarf haben. Ob die Schwachstellen dann aber auch unkompliziert und mit geringen Kosten beseitigt werden können, steht auf einem anderen Blatt Papier. Jeremias Eichler


Kurz vor knapp

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d ie n ovum

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Schlau in 3 Minuten Kalte Füße

Schnarchender Alptraum

Flocken im Kaffee

Wackeltaube

Enten können stundenlang auf zuge frorenen Gewässern hocken – ohne festzufrieren. Die Tiere haben keine warmen Füße. Der Blutkreislauf ist ein Wärmetauscher: In den Arterien fließt warmes Blut vom Herzen weg und in den Venen strömt kaltes Blut zurück. Arterien und Venen sind in den Entenfüßen eng beieinander und verflochten. Das warme Blut wird ab gekühlt. Die Füße bleiben kalt und schmelzen die Eisoberfläche nicht an. So friert die Ente nicht fest.

Das Problem ist in vielen Schlafzim mern bekannt: Einer der beiden Ehe partner schnarcht lautstark. Doch wa rum wacht der Schnarcher selbst nicht von seinem Lärm auf, der immerhin so laut wie ein Rasenmäher sein kann? Den Krach hört natürlich auch der Lärmverursacher. Die Haarzellen im Innenohr registrieren die Schallwel len. Doch das Gehirn des Schnar chenden hat sich, im Gegensatz zum Bettnachbarn, an die eigenen Geräu sche gewöhnt.

Warum flockt die Milch im heißen Kaffee aus, obwohl sie noch haltbar ist? Ausflocken bedeutet chemisch gesehen, dass die gelösten Eiweiße in der Milch ihre Löslichkeit verlieren. Die Milch verklumpt. Im Kaffee wird dies durch Säure ausgelöst. Der Säu regehalt von Flüssigkeiten wird durch den pH-Wert bestimmt. Dieser sinkt, um so länger das schwarze Gebräu warmgehalten wird. Aber keine Angst, flockende Milch ist nicht ungesund, genauso wenig die leichte Säure.

Tauben haben eine sonderbare Eigen art. Sie nicken beim Gehen ständig mit dem Kopf. Das Phänomen heißt „Optokinetischer Nystagmus“ und kann mit „Nicken der Augen“ über setzt werden. Bei uns Menschen ist das in einem fahrenden Zug zu beobach ten. Wir bewegen dabei nicht unseren Kopf schnell hin und her, um etwas scharf zu sehen, sondern nur unsere Augen. Tauben und auch Hühner können das nicht. Zum Ausgleich bewegen sie nicht die Augen, sondern den ganzen Kopf: Wenn sie einen Schritt machen, bleibt der Kopf zunächst stehen, und so bleibt auch das Bild stabil, die Tiere sehen scharf. Es entsteht der Eindruck, dass sich der Kopf nach hinten neigt. Das ist aber eine optische Täuschung, die dadurch entsteht, dass der Kopf still steht, während der Körper vorwärts geht. Die Taube zieht dann mit einem Ruck den Kopf in eine neue Position, fixiert erneut ein Bild und wieder bleibt der Kopf möglichst lang an dieser Stelle. Dieses Kopfnicken der Taube entspricht also dem Hin und Her unserer Augen. Josie Wilhelmi

dpa, Forest Lu

Bild der Woche

Mensaplan Donnerstag, den 17.01.2013 mensaVital Gemüsepfanne mit Rinderhackfleisch, Zartweizen, Tomaten-Chili-Dip, Weißkrautsalat | Germknödel mit Kirschfüllung, Vanillesoße, Kirschkompott | Hähnchenfilet Cheese and Bacon, Grillkartoffeln, Quark-Joghurtdip, Farmersalat Freitag, den 18.01.2013 Schweinebraten, Kümmelkraut, Böhmische Semmelknödel | mensaVital Vollkornspaghetti mit Bolognese von roten Linsen | Fleischbällchen spieß mit Letscho, Pommes frites

Grüße Herzensgrüße an meine lieben Mitbewohnerinnen der Weststreetgang und Freunde, die ich während des Studiums kennenlernen durfte...! Es bleibt eine unvergessliche Zeit..! Josi

Dienstag, den 22.01.2013 mensaVital Schweinefleisch in Streifen, Masal Tomaten, Mais, Vollkornspaghetti | Vier Kartoffe taschen mit Frischkäsefüllung, Kräuterquarkdip, Salat | Schweizer Sahnesteak, Buttergemüse, Tellerrösti Mittwoch, den 23.01.2013 Frikadelle nach Zigeuner Art, Kartoffelpüree | Gedünsteter Rahmspinat, drei Rühreier, Petersilienkartoffeln | mensaVital Gegrilltes Seehechtfilet mit Tomaten-Zucchinigemüse, Kräuterkartoffeln, Himbeerjoghurt

Die Novum wünscht guten Appetit!

Tweet der Woche „Er hatte Austern, Schnecken und Kobe-Rind probiert, doch nichts würde je wieder so schmecken wie die Schnur seiner Anorakkapuze als Kind.“ @peterbreuer

Allen „Germania Mittweida“ & „CFC“ Freunden ein gesundes 2013 !!! Eye ;-))) Liebe Johanna! Ich wünsch dir ein schönes Jahr in Mittweida.Viel Erfolg, Glück und alles Gute fürs MF. Dein André B. aus W. Grüße und Küsse an die Beste Anne! xox

Montag, den 21.01.2013 Gulasch sächsische Art, Makkaronichips | Gedünsteter Seelachs, Senfsauce, Apfelrotkohl, Salzkartoffeln | mensaVital Hähnchenbruststeak Kokos-Currysoße, Zuckerschoten, Basmatireis

Ein deutscher Exportschlager erobert Holly wood. Sonntag schritten wieder die Größen der Filmbranche über den roten Teppich der Golden Globes. Mittendrin Christoph Waltz, der für seine Nebenrolle in Tarantinos „Django Unchained“ ausgezeichnet wurde. Damit setzte sich der Schauspieler gegen Favoriten wie Leonardo DiCaprio durch. 2010 erhielt er an der Seite des Regisseurs Quentin Tarantino den Preis für die Rolle des sadistischen SS-Mannes Hans Landa in der Nazi-Satire „Inglourious Bastards“. Damals folgte der Oscar – und die Chancen stehen auch dieses Mal gut für den deutschen Schauspieler. Nicole Grimm

Wir grüßen alle neuen Teamleiter für das Medien forum 2013. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit. Johanna und Jonas

Hinweis Ihren Gruß schicken Sie bitte an: gruesse@die-novum.de. Des Weiteren weisen wir darauf hin, dass Grüße keine fremdenfeindlichen, rassistischen, per sönlichkeitsverletzenden oder in anderer Art gegen bestehendes Recht verstoßende Inhalte aufweisen dürfen. Bei Verletzung dieser Richt linien behalten wir uns rechtliche Schritte vor.

Kinoprogramm Folgende Filme werden in der Filmbühne Mittweida in der Woche vom 17. Januar bis 23. Januar 2013 gezeigt:

Der Hobbit – eine unerwartete Reise Donnerstag bis Mittwoch 16.40 Uhr

Das Geheimnis der Feenflügel Samstag und Sonntag 14.45 Uhr

Die Vermessung der Welt Donnerstag bis Mittwoch 19.30 Uhr

Hotel Transsilvanien Donnerstag bis Mittwoch 16.45 Uhr

Das Schwergewicht Donnerstag bis Mittwoch 20.00 Uhr Freitag und Samstag auch 22.15 Uhr

Die Hüter des Lichts Samstag und Sonntag 14.45 Uhr Paranormal Activity 4 Freitag und Samstag 22.15 Uhr

Viel Spaß wünscht die Novum! Filmbühne Mittweida, Theaterstraße 1 Telefon: 0 37 27 / 31 42

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Sport

d ie n ovum

16. Januar 2013

Zwischen Jubel und Frust Findet der deutsche Handball zu seiner gewohnten Leistung? it zehn Punkten Abstand ge wann die deutsche Nationalmannschaft ihren diesjährigen Tur nierauftakt. Brasilien wurde mit ei nem Ergebnis von 33:23 geschlagen. Aber auf der Nationalmannschaft lastet bei dieser WM ein besonders hoher Druck. 2007 holte Deutschland im eigenen Land den Titel. Der Jubel war groß. Die letzte Schlagzeile im deutschen Handball ließ jedoch keinen Grund zur Freude: 2012 war das erste Jahr, in dem die Handballnationalmannschaft nicht an der Olympiade teilnehmen durfte. Um nur ein Tor rauschten sie an der Qualifizierung vorbei. Ein Ereignis, an das sich der Deutsche Handball Bund, kurz DHB, nur un gern erinnern wird. Die diesjährige Mannschaft ist sehr jung. Mit nicht weniger als fünf De bütanten ging Bundestrainer Martin Heuberger auf das Feld: „Ich kenne die Jungs aus dem Juniorenbereich. Sie haben gute Leistungen erzielt und brauchen keine Angst haben, sich mit der Weltspitze zu messen.“ Heuberger behielt Recht. Der Mann schaft gelang ein klarer Sieg in der ersten Vorrunde dieser WM, und das trotz einer nervösen ersten Hälfte.Zu Beginn lagen die Deutschen noch zu -

rück und verpassten gleich mehrere gute Chancen. Die Südamerikaner kamen zu einfachen Torerfolgen. Erst kurz vor der Halbzeitpause gelang der Führungstreffer. Doch Bundestrai ner Heuberger schien in der Pause die richtigen Worte für die Spieler gefunden zu haben. In der zweiten Hälfte bauten sie ihre Führung konti nuierlich aus. Ein treffsicherer Steffe

Weinhold an der Spitze und ein zu verlässiger Silvio Heinevetter im Tor brachten den Sieg. Der Plan von Heuberger geht auf: „Wir wollen aus einer stabilen Abwehr mit mehr Flexibilität einfache Tore erzielen. Im Angriff läuft viel über das Kollektiv.“ Für die tunesische Auswahl, gegen die selbst der Weltmeister Frankreich nur knapp gewann, reichte es trotzdem nicht. Im zweiten Vorrunden spiel unterlag die deutsche Mannschaft nach einem wahren Handballkrimi. Selten betrug die Diff renz mehr als zwei Punk te, die Führung wechselte stetig. Gegen Ende hiel ten die Tunesier an ihrem Vorsprung fest. Die Deutschen verloren mit 23:25. Auch diese Niederlage schreibt Geschichte, denn gegen den amtierenden Afrikameister Tunesien hatten die deutschen Handballer bisher noch nie verloren. Heute müs sen sich unsere Jungs mit Montenegro messen. Ein Gegner, der nicht unter schätzt, aber auch nicht Deutschland – Tunesien, ein Handballkrimi mit bitterem Ende. gefürchtet wird, hat er dpa, Alberto Estevez

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Schnee zu jeder Zeit Indoor-Skihallen ermöglichen ganzjähriges Skivergnügen

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anz spontan die Skiausrüs tung zusammenpacken und nach wenigen Kilometern eine gute Schneepiste erreichen – das ist für viele Skisportfans ein wahrer Traum. Doch meist müssen mehrere Stun den Autofahrt für einen schneesiche ren Winterurlaub eingeplant werden. Im Erzgebirge gibt es zwar mehrere kleine Skigebiete mit Liften, aber der bisher nur laue Winter hält den Ski spaß in Grenzen. Ganzjährige Al ternativen bieten Indoor-Skihallen. Wintersportbegeisterte können dort ihren Abfahrt- oder Snowboard-Be dürfnissen auf über 300 Meter langen Pisten nachkommen. „Skihallen sind eine gute Ausweichmöglichkeit und schnell erreichbar“, meint Gelegen heitsskifahrer Lars Winkler. Insgesamt sechs Skihallen gibt es in Deutschland, eine siebte mit über 400 Metern Piste soll dieses Jahr in Ober hausen eröffnet werden. Für Sachsen ist „Snowtropolis“ nahe Senftenberg in der Lausitz die erste schneesiche re Anlaufstelle. Mit 130 Metern und bis zu 25 Prozent Gefälle, ist sie die kleinste der deutschen Kunstschnee hallen. Um zu jeder Jahreszeit stets ein

breites Publikum anzusprechen, ent wickelten sich die Hallen mehr und mehr zu Erlebnisparks. Das seit 2003 bestehende „Snowtropolis“ hat daher neben Skischule und Schneepiste auch Bowlingbahn, Sauna, und Gastrono mie zu bieten. In fast allen Skiparks gibt es zusätzlich Übernachtungsmög lichkeiten. Die Kehrseite der Kunstschneewelt liegt in der finanziellen Schieflag vieler Standorte. Bottrop verzeichnete 2004 einen Schuldenberg von 20 Millionen Euro. Nur ein niederländischer Investor konnte das Projekt retten. Auch Senftenberg meldete 2010 Insolvenz an. Die Frage nach der Daseinsberechtigung solcher Skihallen ist somit mehr als gerechtfertigt. Nicht zuletzt wegen ihres enormen Energiebedarfs. Ein Verbrauch von fünf Millionen Kilowattstunden ist da keine Selten heit. Besitzer anderer Skihallen weh ren ab: Der Energieverbrauch sei mit dem eines Hallenbades vergleichbar. Bei allem Für und Wider, in einem sind sich fast alle Skifans einig: Der echte Skigenuss in freier Natur wird mit Kunstarenen nicht erreicht. Stefan Graf, Franz Müller

doch bereits gegen Argentinien den Kürzeren gezogen. Starke Gegner wie Titel-Abonnent Frankreich und der Gastgeber Spanien liegen noch vor der DHB-Auswahl. Für viele kam der vergangene Leis tungseinbruch nicht überraschend. In Deutschland sind die Regene rationsphasen für die Sportler zu kurz. Gerade auf den Nationalspie lern liegt eine hohe Belastung. Zu kurze Pausen, jedes Jahr Welt- oder Europameisterschaft, dazu Olympiaden und Bundesligaspiele. Im Mo ment diskutieren die Entscheidungs träger des DHB noch über entspre chende Änderungen. Doch zunächst sieht sich der Bund mit anderen Neuerungen konfron tiert. Präsident, Vizepräsident und Schatzmeister wechseln. Ein starker Umbruch. Bundestrainer Heuberger lässt sich aber nicht beunruhigen und plant langfristig: „Geduld ist wich tig. Eine große Mannschaft entsteht nicht von Heute auf Morgen. Da muss entwickelt und Turniererfahrung gesammelt werden.“ Noch bis 27. Januar stehen die deut schen Handballer auf dem Feld. Das Minimalziel Achtelfinale sollte e gentlich kein Problem sein – eigentlich. Franz Müller

Weißrusslands eisige Politik Ein Kommentar von Franz Müller

„Jeder, der zur WM kommt, wird einen eigenen Eindruck von unserem Land bekommen – den eines fried lichen, demokratischen und freien Landes.“ So Weißrusslands Eishockeyverbands-Präsident, der ehe malige Sportminister Evgeni Vorsin. Doch von Demokratie spricht in dem Land sonst keiner. Weißruss land, das als letzte Diktatur Euro pas gilt, soll 2014 die EishockeyWeltmeisterschaft ausrichten. Aber in einem Land, in dem selbst Klatschen auf der Straße verbo ten ist, weil es zu Aufruhr führen könnte, haben Sportgroßereignisse nichts zu suchen. Wer glaubt, Sport sei ein Beispiel für Fairness und Wettbewerb und habe mit Politik nichts zu tun, der wird in Weiß russland allenfalls belächelt.Hier trägt die Politik Schlittschuhe und Schläger. Durchaus wörtlich zu verstehen, denn Präsident Alexan der Lukaschenko spielt einmal die Woche Eishockey. Er war es auch, der Eishockey zum Volkssport erklärte. Am Stadtrand von Minsk wird gera de eine Halle für knapp 10.000 Zu schauer gebaut. Es gibt zwar schon

acht Eishallen in der Stadt, aber was macht schon eine mehr oder weni ger? Dazu kommen 22 neue Hotels. In Weißrusslands Planwirtschaft bezahlt die meisten der Staat. Ein Staat, in dem Sport an erster, Men schenrechte an letzter Stelle stehen. 1994 trat Lukaschenko sein Amt als Präsident an. Seither haben Wahlbeobachter keine einzige Wahl als frei oder fair bezeichnet. Demonstranten werden geschlagen, festgenommen und gefoltert. Seit 1994 gab es an die 400 Hinrichtungen. Aber wird die WM verlegt? Nein. René Fasel, Präsident des internati onalen Eishockeyverbandes, ist die Diskussion leid. Weißrussland sei ein Eishockey-Land und habe das Recht, eine WM zu organisieren. „Und es ist nicht die Aufgabe des Sports, politischen Druck auszuüben auf etwas, das normalerweise die Politiker lösen sollen“, so Fasel. Damit mag er recht haben. Aber wie können wir sagen, dass Sport verbindet und gleichzeitig in einem Land eine Weltmeisterschaft feiern, in dem die Menschen unter der Politik leiden?


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