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DIE NOVUM Jeden Mittwoch für Mittweida

24. Ausgabe

28. November 2012

Follower des Krieges

Forscher auf hoher See

Für einsame Seelen

Israel und die Hammas kämpfen nicht nur im Gaza-Streifen, sie haben auch im Social Web die Waffen ausgegraben. – Seite 2

Der Chemnitzer Dominique Görlitz will beweisen, dass die Ozeane schon vor Kolumbus überquert wurden. – Seite 3

Der Mittweidaer Müllerhof bietet seit zwei Jahren einen Besuchsdienst an. Noch wird dieser eher zögerlich genutzt. – Seite 4

Zielgenaues Waffenregister

dpa, Wolfgang Kumm

Elektronische Kartei soll Behörden mehr Durchblick verschaffen

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eutschland – ein Waffenland. Mit einem neuen digitalen Register soll überprüft werden können, wer welche Waffen legal besitzt. Nach amtlichen Angaben gibt es circa 20 bis 30 Millionen Waffen in der Bundesrepublik, nur knapp zehn Millionen davon sind registriert. Das soll sich ändern. Ab Januar 2013 tritt das neue Waffenregister in Deutschland in Kraft. Im Kreis Mittelsachsen waren 2011 rund 12.000 erlaubnispflichtige Schusswaffen gemeldet: bei Jägern, Sportschützen, Sammlern, Wachunternehmen und Vereinen – die Polizei nicht eingerechnet. Im Freistaat sind diese in 15 Meldebehörden registriert. Die Spur einer Schusswaffe in Deutschland zu verfolgen ist bislang ein schwieriges Unterfangen. In knapp 551 verschiedenen Meldebehörden sind die Informationen über die Waffen gespeichert. Manchmal noch auf Zetteln in Karteikästen. Im Notfall kann es also sehr lange dauern, wenn zum Beispiel Ermittler mehr Informationen über eine Tatwaffe herausfinden müssen. Ab kommendem Januar soll sich das ändern. Mit einem

Mausklick können sich diverse Sicherheitsbehörden bald Aufschluss über legale Waffen auf ihren Bildschirm holen. Derzeit ist das Register noch in der Probephase, doch zum Jahresbeginn soll nach Aussage von Innenminister Friedrich der Startschuss fallen. Nach langjähriger Forderung der Polizei gibt es erstmals ein flächendeckendes System, das für einen genauen Überblick registrierter Waffen sorgt. „Für die Waffenbehörden gibt es keine gravierenden Änderungen, sie arbeiten weiterhin in bewährter Weise“, erklärt André Kaiser, Pressesprecher des Landratsamtes Freiberg. Sie müssten nur die Daten der neu registrierten Besitzer an die Zentrale in Köln weiterleiten. Alle EU-Mitglieder wurden 2008 zur Einrichtung eines Registers verpflichtet. Bis Ende 2014 muss jedes Mitglied laut europäischer Waffenrichtlinie ein solches nationales System besitzen. Deutschland erfüllt die Vorgaben voraussichtlich schon zwei Jahre früher. In einer zweiten Stufe soll das System dann erweitert werden und Informationen über die Waffenhersteller beinhalten. So

könnten alle legalen Stationen einer Waffe nachvollzogen werden – sie bekommt einen Lebenslauf. Kritik kommt aus den Reihen der Linken. In den Augen des Abgeordneten Frank Tempel ist die Inbetriebnahme des Registers zum 1. Januar „mehr als fraglich“, für ihn ist das System noch nicht ausgereift. Die örtlichen Waffenbehörden seien häufig unterbesetzt. Auch würden die Daten über privaten Waffenbesitz bisher nach unterschiedlichen Systematiken und Softwarestandards gespeichert. Unter dem Eindruck der Amokläufe von Erfurt und Winnenden wurden Bundestag und -rat quasi gezwungen den Aufbau zu beschleunigen. In Erfurt hatte im Jahr 2002 ein 19-Jähriger 16 Menschen und sich selbst erschossen. 2009 tötete ein 17-Jähriger in Winnenden 15 Menschen und anschließend sich selbst. Der Täter hatte die Waffe des Vaters, eines Sportschützen, entwendet. Laut Experten hätte ein Register den Polizeibeamten geholfen, die Bewaffnung der Täter noch während des Amoklaufs abzuschätzen. Behörden mit einer Abfrageberech-

tigung könnten das System zum Beispiel nach Waffenart, Kaliber oder Waffenhalter durchsuchen. „Grundsätzlich ist die Einrichtung eines zentralen Waffenregisters von Vorteil“, lobt der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt und warnt dennoch vor zu hohen Erwartungen an das neue nationale Register: „Erfasst werden natürlich nur die legalen Waffen“. Illegale Waffen – deren Dunkelziffer hoch ist – stellen nach wie vor ein erhebliches Gefährdungspotenzial dar. Die Datei diene jedoch auch dem Schutz von Polizeibeamten, etwa bei länderübergreifenden Einsätzen. „Das zentrale Register ermöglicht es, dass die Kenntnis vom Waffenbesitz in Einzelfällen die Gefährdung von Einsatzkräften minimieren und somit zu deren Sicherheit beitragen kann“, so Wendt. Lorenz Caffier, Vorsitzender der Innenministerkonferenz der Länder, sagte: „Die örtlich zuständigen Waffenbehörden in Deutschland werden künftig eine Sprache sprechen, egal ob auf der Schwäbischen Alb oder auf der Insel Rügen.“ Daniel Wölfel


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Politik und Wirtschaft

Die Novum

28. November 2012

Die geheimen Anstifter der Finanzkrise Wie viel Macht besitzen Schattenbanken wirklich? ast keiner kennt sie oder weiß, was sie tun. Und doch regieren sie die Welt. Sogenannte Schattenbanken kontrollieren den Finanzmarkt. Vier Jahre nachdem das weltweite Finanzsystem dem Abgrund nahe stand, boomt das Geschäft der Schattenbanken wieder. Damals zählte unter anderem die SachsenLB zu den Opfern dubioser Machenschaften. Diese verstrickte sich in eine immer stärkere Abhängigkeit von den komplizierten Kapitalmarktgeschäften ihrer irischen Tochter SachsenLB Europe plc. (SLBE). Ohne deren hohe Gewinne hätte die sächsische Mutter mehrfach rote Zahlen in ihren Bilanzen ausweisen müssen. Genau diese SLBE wurde der SachsenLB dann aber fast zum Verhängnis. Eine dramatische Rettungsaktion war erforderlich: Die Sparkassen-Organisation musste damals eine Kreditlinie von mehr als 17,3 Milliarden Euro einräumen. Nur damit konnte eine Pleite abgewendet werden, die die Iren verursacht hätten: Sie waren über eine Schattenbank-Gesellschaft in den US-amerikanischen Hypothekenmarkt eingestiegen – eine reine Fehlspekulation, wie sich später herausstellte. Schattenbanken sind Kreditinstitute, die keine offizielle Banklizenz besitzen

Aufseher. Aber wieso hat dann jeder Angst vor ihnen? Zum einen setzten sie 2011 neben den Banken 67 Billionen Dollar um, was einem Viertel der Gesamtumsätze auf dem globalen Kapitalmarkt entspricht. Zum anderen können „Schattenbanken Finanzkrisen beschleunigen oder sogar auslösen“, heißt es in der Untersuchung. 2007 waren es dem Bericht zu Folge noch 27 Prozent, allerdings im Wert von nur 62 Billionen Dollar. Im Vergleich zu 2010 ist der Umsatz dieses Jahr um fünf bis sechs Billionen Dollar gewachsen. Der Anteil von Schattenbanken am Finanzsystem ist wahrscheinlich viel größer als bisher angenommen. So seien laut dem Bericht viele Hedgefonds in Steuer- und Finanzparadisen angesiedelt. Von dort erhalten die Banken-Regulierer aber kaum Auskunft. Die G20 hat den FSB beauftragt, Vorschläge zum künftigen Umgang mit Schattenbanken zu erarbeiten. Das Gremium verkündete letzte Woche, dass es im September 2013 seine Empfehlungen für eine bessere Beaufsichtigung der Schattenbanksysteme veröffentlicht. Auf europäischer Ebene versucht das FSB diesen schon jetzt mit direkten und indirekten Maßnahmen nachzukommen. Daniel Wölfel

Franziska Boron

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Dubiose Finanzgeschäfte von Schattenbanken treiben immer mehr Unternehmen in den Ruin.

und damit auch nicht von den entsprechenden Überwachungsorganen kontrolliert werden können. Sie sind vor allem für riskante Finanzgeschäfte bekannt. Dabei handelt es sich vor allem um Hedge- und Geldmarktfonds, aber auch Zweckgesellschaften. Das Financial Stability Board (FSB), „Finanzstabilitätsrat“, ist eine internationale Organisation, die das globale Finanzsystem überwacht. Im Auftrag der G20-Staaten erarbeitete das

FSB 2011 einen umfassenden Bericht. Unter Schattenbanksystem wird darin im Wesentlichen ein neben dem traditionellen Bankenwesen bestehendes System verstanden. Das FSB untersuchte für das Dokument seine 24 Mitgliedstaaten und Chile. Die Untersuchung kommt zum Ergebnis, dass Schattenbanken ein Risiko für Volkswirtschaften mit geringeren Auflagen darstellen. „Schattenbanken sind an sich nichts Schlechtes“, so die

Twitter-Krieg zwischen Jordan und Mittelmeer Der virtuelle Kampf für weltweite Solidarität

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assenaufmärsche und Volksreden in proppenvollen Sportarenen, das ist Politpropaganda von vorgestern. Wer heute Anhänger gewinnen will, der twittert. Israelis und Palästinenser sind da keine Ausnahme, wie der jüngste Gaza-Konflikt zeigt. Beide nutzen die Social Media Plattform Twitter für politisches Marketing. Public Diplomacy – öffentliche Diplomatie – wird diese aus den USA stammende Kommunikationsform genannt, die vor allem die Beeinflussung ausländischer Öffentlichkeit zum Ziel hat. Das FBI, die Bundeswehr, die Oppositionsparteien der arabischen Welt und auch das israelische Militär haben dafür die Kanäle des Social Web entdeckt. Israels Militäraktion „Pillar of Defence“ verursachte einen Konflikt, der in die Geschichtsbücher eingehen wird. Weniger in der Kriegsführung, als in der Bedeutungshoheit der neu-

Sara Bied

en Medien. Kaum waren die ersten Bomben auf Gaza niedergegangen, starteten die israelischen Streitkräfte eine PR-Offensive der etwas anderen Art. Sie kündigten den Start der Luftangriffe auf Stellungen militanter Palästinenser und damit auch die gezielte Tötung des Hamas-Militärchefs Ahmed al Dschaabari auf Twitter unter @IDFSpokesperson an. Wenig später erreichte die Community – und damit die gesamte mediale Weltöffentlichkeit – ein weiterer Tweet mit dem Foto des Getöteten samt Erklärung: „Ahmed Dschaabari: Eliminiert“. 28 Zeichen, kurz und knapp. Stundenlang berichteten beide Parteien ihren Followern über den Verlauf des Krieges aus ihrer Sicht. Kurz nach den Angriffen entstand aus den einfachen Tweets eine direkte Kon-

frontation beider Parteien. Die israelische Armee twitterte: „Wir empfehlen Hamas-Mitgliedern, egal ob niedrig oder hochrangige Chefs, ihren Kopf in den kommenden Tagen unten zu halten.“ Das ließen die palästinensischen Gegner nicht auf sich sitzen und antworteten grimmig-arabesk über ihren Twitter-Account @AlqassamBrigades: „Unsere gesegneten Hände werden eure Anführer und Soldaten erreichen, wo auch immer sie sein mögen. Ihr habt euch selbst die Tore zur Hölle geöffnet“. In Sekundenschnelle konnten die Parteien die Öffentlichkeit erreichen. Das ist psychologische Kriegsführung, wie es sie nie zuvor gab. Der einfache User war es, den die Nachricht erreichen sollte. Unkommentierte, schockierende Bilder von toten Kindern in Gaza sollten Mitleid und

er

Sympathie für Palästinenser hervorrufen. Bilder von toten Kindern gab es von der israelischen Seite nicht. Stattdessen bunte animierte Grafiken: Darauf sind fliegenden Bomben auf den Eiffelturm, den Big Ben und die Freiheitsstatue zu sehen. Darunter der Slogan: „Teile dieses Bild, wenn du der Meinung bist, Israel hat das Recht sich zu verteidigen“. Online- und Printmedien nahmen Bezug auf die Ereignisse auf der Social Media Plattform Twitter. Israelis und Palästinenser konnten so ihre Slogans in den Veröffentlichungen der Welt platzieren. Das Video des tödlichen Luftangriffs auf den Militärchef der Hamas wurde 1,4 Millionen mal auf Youtube aufgerufen. Florian Barth


Hintergrund

Die Novum

Kolumbus war nicht der Erste Die ABORA Expedition – Auf dem Weg nach Europa

P

er Schilfboot über den Nordatlantik, mit einem Modell wie aus der Steinzeit, der ABORA III. Mit ihr wollte 2007 der Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz aus Chemnitz beweisen, dass es schon in prähistorischer Zeit Hochseefahrten über den Atlantik gab. Gut 900 Kilometer westlich der Azoren geriet das Boot in Seenot, das Abenteuer wurde nach 56 Tagen vorzeitig beendet. Die Mannschaft konnte gerettet werden. Zum Thema „Kam Kolumbus 15.000 Jahre zu spät? Globaler Verkehr in der Steinzeit“ gibt es derzeit eine Sonderausstellung im Dresdner Verkehrsmuseum. Sie gibt einen spannenden Einblick in die Forschung von Dr. Görlitz.

Triumph trotz Niederlage Durch die Mittelmeer-Expeditionen der ABORA I und II hatte er bereits bewiesen, dass prähistorische Boote gegen vorherrschende Winde segeln konnten. Mit der ABORA III startete er in New York mit Kurs nach Osten, doch starker Seegang, extreme Windgeschwindigkeiten und hohe Wellen beendeten das Experiment vorzeitig. Dominique Görlitz ist dennoch zufrieden: „Es kann keine Rede vom Scheitern sein.“ Zwar wäre das geografisches Ziel nicht erreicht worden, aber das naturwissenschaftliche Ziel, das empirisch bewiesen werden sollte, hätte ABORA III mit besten Erwartungen erfüllt. „Es hat nur leider in der populärwissenschaftlichen Presse kaum jemand so reflektiert“,

beklagt Görlitz. Das eigentliche Ziel der ABORA III war es, dem Golfstrom in Richtung Europa zu folgen. Die Schwierigkeit daran liegt in riesigen Wasserwirbeln, die sich mit erheblicher Geschwindigkeit gegen die Richtung des Golfstroms drehen. Ozeanografen, Seefahrtshistoriker und Archäologen waren sich einig, dass ein prähistorisches Segelschiff wie die ABORA III niemals in der Lage wäre, diesen Wirbeln standzuhalten. „Die ABORA III hat aber mehrfach das Gegenteil demonstriert und somit ihr Hauptziel erreicht“, so Görlitz. Auf seinen abenteuerlichen Fahrten wurde Görlitz immer von seiner Mannschaft begleitet. Einer dieser Weggefährten ist Ingo Isensee, ehemaliger Student der Hochschule Mittweida. Er produzierte 1998 für die TV-Ausgabe der NOVUM Beiträge. Auf der ABORA I, II und III arbeitete er als Kameramann. Er ist immer noch von dem Experiment fasziniert. „Die dritte Expedition war für mich die eindrucksvollste, aber auch die anstrengendste“. Ganz ungefährlich war sie wohl auch nicht, doch Görlitz fühlt sich auf seinem „Schilfdampfer“ viel sicherer als in seinem Auto. „Ein Schilfboot ist kein Boot, sondern ein Floß in Schiffsform. Das heißt, jede Ozeanwelle, die bei Sturm auf unseren schilfigen Rumpf schlägt, versickert wie durch ein Sieb ins Meer zurück.“ Demzufolge braucht die ABORA keine Lenzpumpen. Inspiriert wurde Dominique Görlitz durch die Forschungen des norwegi-

schen Seefahrthistorikers Thor Heyerdahl. Bereits 1947 begann Heyerdahl zu beweisen, dass es transozeanische Seereisen in prähistorischer Zeit gab. Mit dem Papyrusboot Ra II gelang es ihm 1969 von Marokko nach Amerika zu segeln. „Thor Heyerdahl hat wichtige Grundlagen geliefert. Wir wissen heute, 40 Jahre nach Heyerdahl, dass er methodisch etliche Fehlinterpretationen gemacht hat, aber als Pionier ist das ganz normal und es schmälert in keinster Weise seinen visionären Beitrag“, erklärt Görlitz. Heyerdahl gäbe ihm vielmehr seine heutige Arbeitsberechtigung. „Hätte er alles richtig gemacht, müsste ich heute nicht mit der ABORA segeln.“

Stimmen der Kritiker Mit geteilter Meinung steht der Professor für Alte Geschichte Dr. Christoph Schäfer von der Universität Trier dem Projekt gegenüber. „Auf der einen Seite ist es eine sehr spannende und interessante Sache, doch auf der anderen sehe ich drei Probleme.“ Görlitz fehlten der archäologische Befund und hinreichende Messmethoden. Außerdem ist Schäfer der Meinung, „dass nicht vorausgesetzt werden kann, dass die Menschen damals bewusst eine solche Reise angetreten und dementsprechend Vorräte und Ausrüstung mitgeführt haben. Letzteres wäre aber für den Erfolg unverzichtbar gewesen.“ Auch Schiffsarchäologe Dr. Timm Weski hat das ABORA-Projekt verfolgt und hält diese Fahrt für unverantwort-

3 Verein für experimentelle Archäologie und Forschung e.V.

28. November 2012

lich:  „Das Floß hat schon ein Jahr an Land gelegen und war bereits vor der Fahrt brüchig. Die Rettung hat zwar geklappt, aber genauso gut hätten auch einige oder alle Besatzungsmitglieder ertrinken können.“ Trotz aller Kritik wird derzeit die ABORA IV Expedition geplant. Wann genau Görlitz in See sticht, steht allerdings noch nicht fest:  „Würde ich in einer idealen Welt leben, ohne Finanzkrise und ohne den Druck, Sponsoren finden zu müssen, hätte ich die ABORA IV Expedition schon lange gestartet“. Damit diesmal nichts mehr schief gehen kann, weiß der Experimentalarchäologe, was er besser machen kann. Als die Mannschaft 2007 die ABORA III aufgeben musste, lag das nicht an der Konstruktion des Schilffloßes. „Es waren neuzeitliche Fehler, die vor allem am mangelnden Geld lagen“, analysiert Görlitz. So musste aus Kostengründen eine preiswerte Transportfirma ausgewählt werden: „Der kurze Transport vom Container Terminal von Staten Island nach Liberty Harbor Marina schadete der ABORA III mehr als jede Ozeanwelle. Diese Faktoren kennen wir und werden sie bei dem nächsten Experiment korrigieren. Das heißt auch, ich werde keine Segel setzen, wenn die Finanzen nicht stehen.“ Claudia Kretzschmar Nähere Informationen über die Ausstellung  finden Sie unter www.abora.eu


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Lokales

Die Novum

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Zusammen ist man weniger allein Der ehrenamtliche Besuchsdienst des Müllerhof e.V. bietet der Einsamkeit Paroli

s gibt zwei Formen der Einsamkeit. Fehlt ein enger Vertrauter, ein Partner, so zeigt sich die emotionale Einsamkeit. Mangelt es an sozialen Bindungen, an Kollegen, Nachbarn oder Freunden, wird von sozialer Einsamkeit gesprochen. Fakt ist, dass beide Formen den Menschen krank machen. Taucht das Gefühl erst einmal auf, ist es umso schwerer, neue Kontakte zu knüpfen. Der Müllerhof e.V. in Mittweida hilft seit zwei Jahren an genau dieser Stelle nach – mit dem ehrenamtlichen Besuchsdienst. Irene Weßling ist die Leiterin des Projekts. „Wir suchen Mitläufer, Vorleser, Zeit-Schenker, Spiel-Naturen“ lautete der Slogan des ersten Werbeflyers. Die ersten Bewerber waren die Mitglieder des Müllerhof e.V. selbst. Weder Irene Weßling, noch ihre mittlerweile acht ehrenamtlichen Mitstreiter kommen aus Sozial- oder Pflegeberufen. „Vieles passiert bei unserem Besuchsdienst auf der Basis gesunden Menschenverstands“, beruhigt die Projektleiterin. Der so genannte „Stammtisch“ bietet den Ehrenamtlichen außerdem die Möglichkeit, sich über eigene Erfahrungen auszutauschen. Zu diesen Veranstaltungen werden regelmäßig Pflegehilfen und Krankenbetreuer eingeladen, um den freiwilligen Besuchern Tipps zu Kommunikation und Umgang mit bestimmten Krankheitsbildern zu geben.

dpa, Arne Dedert

E

Spaß statt Isolation: Wer seinen Stolz überwindet, muss im Alter nicht einsam sein.

So schnell sich die Freiwilligen auch zusammenfanden: Einsame gab es scheinbar keine, denn die Nachfrage blieb vorerst aus. Am Geld konnte es nicht liegen: „Uns war wichtig, dass der Besuchsdienst erschwinglich bleibt“, erklärt die Projektleiterin. Drei Euro kostet eine Besuchsstunde in Mittweida. „Die Überwindung, eine fremde Person in die eigene Wohnung zu lassen und sich die Blöße zu geben, Hilfe anzunehmen, hält viele zurück“, vermutet Irene Weßling.

Wäre jemand nicht mehr in der Lage sich allein anzuziehen, so sei Hilfe selbstverständlich. Aus Einsamkeit um Hilfe zu bitten, ist für viele Menschen hingegen noch ein großes Tabu. Nach einem halben Jahr meldeten sich schließlich die ersten Interessenten, selten sind es die Betroffenen selbst. „Da ist zum Beispiel die Tochter, die ihre Mutter während des Urlaubs nicht allein lassen möchte und ihr deshalb einige Besuchsstunden schenkt“, erklärt Weßling. Beim

monatlich stattfindenden Stammtisch wird entschieden, ob der Dienst übernommen werden kann und wer ihn übernimmt. Die erste Besuchsstunde gilt dem Kennenlernen und ist kostenfrei; die darauffolgenden Treffen werden ganz nach den Vorlieben und Interessen der Besuchten gestaltet. Spaziergänge, Kartenspiele, Ausflüge zu Konzerten und Vorträgen, aber auch tiefgehende Gespräche gehören zum Angebot. „Da schaut man nicht auf die Uhr“, erklärt Simone Schütte. Die gelernte Bürokauffrau zählt seit Frühjahr 2012 selbst zu den ehrenamtlichen Besuchern. „Wenn ich die Freude in den Augen der Menschen sehe, weiß ich, wofür ich es mache“, erklärt Schütte. Mittlerweile werden durch den Müllerhof e.V. sechs Frauen und zwei Männer im hohen Rentenalter besucht. Für viele von ihnen stellt der Besuchsdienst das wöchentliche Highlight dar. „Wir lachen viel bei den Besuchen. In den Gesprächen werde ich regelrecht ausgefragt“, erklärt Simone Schütte. Die Hektik der heutigen Gesellschaft lässt die ältere Generation immer öfter zurück. Umso besser, dass es Menschen gibt, die sich ganz ohne Eigennutz die Zeit nehmen. Irene Weßling sagt selbst: „Mit alten Menschen bekommt das Wort ‘Zeit’ eine völlig neue Bedeutung.“ Ronny Jank

Kinderlachen neu entfachen Die Novum hilft – helfen Sie mit!

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ehr als nur Stifte und Nüsse: Der Heimverbund Sonneneck/Immenhof möchte seinen Kindern ein besonders schönes Weihnachtsfest bieten. „Der Regelsatz des Jugendamtes sieht zwar Weihnachtsgeschenke für die

Kinder vor, jedoch möchten wir unseren Schützlingen mehr bieten als vom Staat veranschlagt“, erklärt Carmen Achilles, Mitarbeiterin

N

l at a

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des Heimverbundes. Dabei möchte die Novum gerne helfen. Wir backen mit den Kindern Plätzchen, die dann von den Mittweidaer Bürgern gegen eine kleine Spende erworben werden können. So sollen die Wohngruppen in Mittweida, Frankenberg und Flöha im Bereich Erziehung und Bildung mit den Hilfsgeldern unterstützt werden. Das gesammelte Geld wird im Sinne der Kinder eingesetzt: „Die Spenden werden für heil- und erlebnispädagogische Zwecke verwendet. Es werden zum Beispiel besondere Spiele angeschaff t, bei denen der Lernzweck an erster Stelle steht“, versichert Carmen Achilles. Den Kindern helfe dies, Schlimmes aus ihrer Vergangenheit

vergessen zu können. Die Novum möchte den Kindern zu Weihnachten gerne eine Freude bereiten und benötigt dazu Ihre Hilfe! An folgenden Terminen sind unsere Mitarbeiter von 9 bis 15 Uhr auf dem Marktplatz unterwegs, um Spenden entgegen zu nehmen: Donnerstag, den 29. November, Dienstag, den 4. Dezember und Dienstag, den 11. Dezember 2012. Auch in der Mensa gibt es die Möglichkeit zu spenden. Hier werden wir am Montag, den 3. Dezember und Montag, den 10. Dezember von 11 bis 14 Uhr vor Ort sein. Wenn Sie außerhalb dieser Termine eine Spende tätigen möchten, schreiben Sie uns bitte eine Mail an marketing@die-novum.de. Spendenquittungen sind ab einem Betrag von fünf Euro möglich, dazu benötigen wir lediglich Ihre Adresse, um diese an den Heimverbund Sonneneck/Immenhof weiterleiten zu können. Stephanie Köhler, Linda Nowak


28. November 2012

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Hochschule und Wissenschaft

Die Novum

28. November 2012

Aus NYC zum 99drei Soundcheck Indie-Rock Band „Jukebox the Ghost“ gibt exklusives TV-Konzert für Mittweida

n den USA haben sie gerade ihr drittes Studioalbum veröffentlicht, nun touren sie durch die Metropolen Europas. Köln, London, Paris – doch am nächsten Donnerstag sind sie hier in Mittweida: „Jukebox the Ghost“. Das New Yorker Trio verzaubert mit verspielten, bunten Indie-Rythmen. In Mittweida wird die Band im Fernsehstudio der Hochschule spielen. Live zu hören und zu sehen ist das Konzert exklusiv über 99drei Radio Mittweida und MWdigital. Für 99drei Radio Mittweida ist die Übertragung von Konzerten nichts Neues. Vor gut einem Jahr ging die Sendung „Soundcheck“ zum ersten Mal on air. Donnerstagabends werden jede Woche von 21 bis 23 Uhr Live-Konzerte von regionalen, aber auch internationalen Bands gesendet. Mit dem hauseigenen Übertragungswagen werden regelmäßig verschiedene Clubs und Bars der Region angesteuert. Damit soll die vielfältige Musik-Kultur der Umgebung gezeigt und präsentiert werden. So wurden zum Beispiel Konzerte der Gospel-People aus New York und die Beatles-Coverband „Silver Beatles“ übertragen, die beide in Chemnitz stattgefunden haben. Der Übertragungswagen war außerdem auch

YepRock Records Shervin Lainez

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Jesse Kristin, Ben Thornwill, Tommy Siegel sind am Donnerstag mit neuem Album in Mittweida.

auf dem Marktplatz in Mittweida schon oft vertreten, etwa beim Weihnachtsmarkt 2011 oder dem Nachtshopping. Doch die Konzerte nur musikalisch zu übertragen, reichte dem Team von 99drei Radio Mittweida nicht. Deswegen gibt es seit Februar diesen Jahres eine Kooperation mit MWdigital. Der hochschuleigene Fernsehsender, der ebenso wie der Radiosender komplett von Studenten organisiert und betrieben wird,

überträgt die Konzerte über den digitalen Fernsehkanal, sowie über Web-Streams. Beim Debüt vor neun Monaten hatten die diesjährigen BandcontestGewinner Pepe das Vergnügen, von Radio Mittweida und MWdigital interviewt, gefilmt und aufgenommen zu werden. Den vorläufigen Höhepunkt stellte der 99drei Bandcontest im Sommer 2012 dar. Das Konzert mit vier Bands aus der Region sowie dem Vorjahresgewinner und einem

Haupt-Act war als Live-Konzert ein voller Erfolg und verschaffte den beiden Medien gute Einschaltquoten. Diesen Donnerstag werden „Jukebox the Ghost“ nach Mittweida reisen und beim Konzert auch gleich ihr neues Album „Safe Travels“ vorstellen. Auf ihrer Europatour ist das eine willkommene kleine Abwechslung. „Die Mischung aus einem einstündigen Live-Konzert und dem darauf folgenden Interview verspricht in jedem Fall einen spannenden Abend, den in Mittweida keiner verpassen sollte“, verrät Moderator Frank Langer. Zu hören gibt es das Konzert auf 99drei Radio Mittweida und auch zu sehen auf www.mw-digital.de. Sarina Jasch Was: „99drei Soundcheck“ mit „Jukebox the Ghost“ Wann: Donnerstag, 29. November, 21:00 Uhr Wo: 99drei Radio Mittweida www.radio-mittweida.de MWdigital www.mw-digital.de

Der schlauchige Lebensretter Technische Universität Chemnitz an Entwicklung eines Evakuierungssystems beteiligt auchwolken, lodernde Flammen, Menschen, die aus Fenstern springen – bekannte Horrorszenarien aus den Medien. Sei es der Anschlag auf das World Trade Center oder aktuell der Fabrikbrand in Bangladesch. Die Menschen oberhalb der Brandherde hatten keine Chance sich zu retten. In Zukunft soll ein Schlauch helfen, Leben zu retten. Entwickelt wurde das Evakuierungssystem von dem schweizer Unternehmen AH Invention AG mit Hilfe von Wissenschaftlern der Professur Fördertechnik an der Technischen Universität Chemnitz. Der angebaute Rettungsweg soll in Hochhäusern und Bohrinseln zum Einsatz kommen, wenn Aufzüge und Treppen nicht mehr passierbar sind. In einem Container in den oberen Etagen eines Gebäudes wird der Rettungsschlauch untergebracht. Gerät das Haus in Brand, fährt die Konstruktion soweit heraus, dass der Schlauch durch sein Eigengewicht

an der Fassade herunterfällt; dazu muss nur ein Hebel betätigt werden. Geschultes Personal ist nicht erforderlich. Von einer Plattform im Container steigen die Menschen selbstständig in die Röhre. Im Inneren befinden sich luftbefüllte Bremskissen, die eine zu hohe Beschleunigung der Personen vermeiden sollen. Die Rutschgeschwindigkeit beträgt dabei circa vier bis sechs Kilometer pro Stunde, also ein bis anderthalb Meter pro Sekunde. „Dies entspricht der Geschwindigkeit eines Spaziergangs durch die Stadt“, erklärt Lars Jahreis, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Universität Chemnitz. Unten angekommen gleiten die Menschen die letzten Meter auf einer Notrutsche, wie sie von Flugzeugen bekannt sind. Laut Pressemitteilung der TU Chemnitz kann die Außenhaut durch eine spezielle Aluminiumbeschichtung im Brandfall Rauch und Hitze abhalten. Der Schlauch wird durchStahlseile stabilisiert.

Getestet haben die Wissenschaftler ihre Entwicklung an einem 24 Meter hohen Turm in Görlitz. Nachdem Sandsäcke und Dummys heil unten angekommen waren, rutschten erstmals Probanden durch den Schlauch. Zukünftig sollen dieser und die Peripherie, also die angrenzende Systemtechnik „noch in einer weiteren Projektphase optimiert und durch den TÜV-Süd zertifiziert werden“, so Jahreis. Das System ist in der ersten Phase für 100 Meter Höhenunterschied ausgelegt. Ein Ziel der Forschung ist die Reduktion des Gesamtgewichts. Dazu sollen die Stahlseile durch leichtere Faserseile ersetzt werden. Die Idee eines Rettungsschlauchs ist nicht neu. Eine Firma aus Bad Bramstedt, Schleswig Holstein, fertigt diesen in ähnlicher Art sowohl für den stationären als auch für den mobilen Gebrauch. Hierbei rutschen die Menschen durch den spiralförmigen Schlauch in einer ständigen Links-

kurve und werden nur durch ihre Reibung und nicht wie beim schweizerischen System durch Luftkissen abgebremst. Die Gesamtlänge ist auf maximal 80 Meter ausgelegt und somit nicht für Hochhäuser geeignet. Zum Einsatz kommt der norddeutsche Rettungsschlauch bereits an Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern. Anastasia Fehlberg

AH Inevntion Deutschland

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Noch ist der Rettungsschlauch in der Testphase.


Kurz vor knapp

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Die Novum

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Schlau in 3 Minuten Warum haben wir einen Kater?

Das blaue Blut

Etwas ausbaden

Kalter Kaffee macht schön

Der Kater entwickelte sich aus „Katarrh“. Zu verdanken haben wir diesen Begriff den Studenten des 19. Jahrhunderts. Sie behaupteten beim Arzt am Morgen nach einer durchzechten Nacht, sie hätten einen „Katarrh“. Der „Katarrh“ ist im Gegensatz zum Kater eine Schleimhautentzündung. Damit ließen sich die Kopfschmerzen zwar nicht erklären, dafür aber die brüchige Stimme. Der Arzt vergab eine Krankschreibung, die den Studenten zu ein paar freien Tagen verhalf.

Blaues Blut entstammt einem spanischen Volksglauben aus dem 8. Jahrhundert. Das gemeine Volk wunderte sich über die helle Hautfarbe der Adligen. Bei der Arbeit im Freien waren Bauern und Handwerker der Sonne ausgesetzt und erhielten so eine „Arbeiterbräune“; Die Oberschicht saß derweil bequem im Schatten und achtete auf ihre „vornehme Blässe“ als Unterscheidungsmerkmal. Unter dem blassen Teint traten die Blutgefäße deutlich blau hervor.

Im Mittelalter war es üblich, dass die Bewohner eines Haushaltes nacheinander im gleichen Wasser badeten. Die letzte Person, hatte nach dem Bad die Aufgabe, den Raum zu reinigen und musste somit die Wanne ausbaden. Dafür nutzte der Verantwortliche das Wasser, welches zuvor zum Waschen verwendet wurde. Der Letzte musste nicht nur im verschmutzten Wasser baden, sondern auch alles allein säubern. Wer heute etwas ausbadet, muss die Tat eines Anderen bereinigen.

Das Sprichwort entstand im Barock. Damals hat die vornehme Oberschicht den Kaffee kalt getrunken, da heißer Dampf die Schminke zum Verlaufen brachte. Sowohl Herren als auch Damen trugen viel Farbe auf, schmückten sich mit prachtvollen Perücken und waren stark parfümiert. Der blass gepuderte Teint sowie rote Lippen waren ein Muss und galten als elegant und vornehm. Auch der Schönheitsfleck durfte im Gesicht nicht fehlen. Das Schmuckstück bestand aus einem zurechtgeschnittenen Lederstück und wurde mit Hilfe von Harz oder Speichel ins Gesicht geklebt. Die Kosmetikprodukte waren für damalige Verhältnisse zwar gut abdeckend, allerdings qualitativ nicht hochwertig. Sie enthielten giftige Stoffe, wie beispielsweise Bleiweiß, das als aufhellender Farbstoff im Puder enthalten war. Die Gifte riefen schwer heilende Abszesse hervor, welche dann wiederum abgedeckt werden mussten. Schönheit war sehr schnell vergänglich. Im Barock reichte demnach für das Verlaufen der Schminke lediglich der Dampf einer heißen Tasse Kaffee oder Tee. Heute benutzen viele Frauen kalten Kaffee als Peeling. Das Koffein soll die Haut weich machen und besser durchbluten. Sara Kamolz

Quelle: dpa, Forest Lu

Bild der Woche

Mensaplan Donnerstag, den 29.11.2012 Kasseler Kammbraten, Speckbohnen, Böhmische Semmelknödel | Seelachsfilet in Knusperpanade, Remouladensoße, Pommes Frites, Vitalsalat | mensaVital Mediterrane Hähnchenpfanne, Mandelromanesco, Kurkumareis Freitag, den 30.11.2012 Königsberger Klops, Kapernsoße, Salzkartoffeln/ Reis, Karottensalat mit Apfel | mensaVital Gnocchi mit buntem Gemüse | Grillteller, Chili-Dip, Pommes Chips, gemischter Salat Montag, den 03.12.2012 Spagetti Bolognese, Hackfleischsoße mit Rind- und Schweinefleisch, Obst | mensaVital Broccoli-Blumenkohl- Gratin, Gorgonzolasoße, Quarkdessert | Schweinesteak Tiroler Art mit gebackener Zwiebel, Tomate, Pommes frites, Toscanasalat Dienstag, den 04.12.2012 mensaVital Marinierte Hähnchenkeule auf Gemüsereis | Lachsfiletsteak, Dill- Limettensoße, gedünsteter Blattspinat, Tagliatelle | Pfannengyros mit Zatziki, Bratkartoffeln, griechischer Salat Mittwoch, den 05.12.2012 Szegediner Gulasch, dazu Böhmische Semmelknödel | Tintenfischringe gebacken, Aioli Dip, Wedges, Salatmix | mensaVital Hähnchenbrust gratiniert, Broccoli, Curryreis

Ein Mehrfamilienhaus in China trotzt den unmoralischen Angeboten der Baubehörde. Etwa 400 Kilometer von Shanghai mussten Wohnhäuser einer mehrspurigen Straße weichen. Diese soll das neue Industriegebiet mit einem noch zu bauenden Bahnhof verbinden. In China werden regelmäßig ganze Dörfer eingeebnet, um neuen Bauprojekten zu weichen. Doch ein Rentnerpärchen weigerte sich ihr Haus unter Wert zu verkaufen. Die Behörde beschloss daher die Straße um das Gebäude herum zu bauen. Sobald die Straße in Betrieb ist, kommt das Paar während der Stoßzeiten nicht mehr heraus. Die Besitzer hoffen noch immer auf ein faires Angebot: „Wir möchten nur ein Haus mit zwei Wohnungen und eine einfache Einrichtung.“ Nicole Grimm

Hinweis

Grüße Ich grüße meinen Novum-Lieferanten. Mach weiter so! Der KL

Ihren Gruß schicken Sie bitte an: gruesse@die-novum.de

Liebste Biggy, ich bin froh, dass es Dich gibt! Bleib in Zukunft bitte gesund ;) Auf eine schöne gemeinsame Restzeit dieses Semester - mit Popilates, Sushi, Cupcakes, Soundcheck und vielem Mehr! Kussi, Dein Määäuschen :)

Des Weiteren weisen wir darauf hin, dass Grüße keine fremdenfeindlichen, rassistischen, persönlichkeitsverletzenden oder in anderer Art gegen bestehendes Recht verstoßende Inhalte aufweisen dürfen. Bei Verletzung dieser Richtlinien behalten wir uns rechtliche Schritte vor.

Wir freuen uns auf das Adventsfrühstück :)

Impressum Die Novum ist eine Ausbildungszeitung der Fakultät Medien / Die Novum Print der Hochschule Mittweida, unterstützt von: AMAK AG und Medieninstitut Mittweida e.V. Verleger gemäß SächsPresseG vom 3. April 1992: Mittweida Research Division GmbH/ AMAK AG, Technikumplatz 3, 09648 Mittweida, www.amak-online.de

Geschäftsführerin: Silke Knauer Vorstand: Prof. Dr. Otto Altendorfer Anschrift: Hochschule Mittweida, Redaktion Die Novum-Print, Leisniger Straße 9, 09648 Mittweida E-Mail: redaktion@die-novum.de, www.die-novum.de Herausgeber: Fakultät Medien V.i.S.d.P.: Prof. Dr. Michael Hösel

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Kinoprogramm Folgende Filme werden in der Filmbühne Mittweida in der Woche vom 29. November bis 5. Dezember gezeigt: Asterix & Obelix - Im Auftrag Ihrer Majestät Samstag 14.45 Uhr Madagascar 3 - Flucht durch Europa Sonntag 14.45 Uhr Sushi in Suhl Donnerstag bis Mittwoch 18.15 Uhr Skyfall – 007 Donnerstag bis Mittwoch 20.15 Uhr Freitag und Samstag auch 22.30 Uhr Twilight - Breaking Dawn Teil 2 Donnerstag bis Mittwoch 16.45 Uhr + 20.15 Uhr, Freitag und Samstag auch 22.15 Uhr Die Hüter des Lichts Donnerstag bis Mittwoch 16.45 Uhr + 18.45 Uhr, Samstag und Sonntag auch 15.00 Uhr Viel Spaß im Kino wünscht Die Novum! Filmbühne Mittweida, Theaterstraße 1 Telefon: 0 37 27 / 31 42


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Sport

Die Novum

28. November 2012

Zwischen Studium, Profi-Basketball und Mittweida Lauenhainer Basketballer spielt mittlerweile in der 2. Bundesliga

Ben Gierig

as ist doch der vom Plakat!“ sagen sich viele Studenten der Dresdner Hochschule für Technik und Wirtschaft, wenn sie sich ihren Kommilitonen ansehen. Gemeint ist Daniel Pollrich, der Typ vom Werbeplakat der „Dresden Titans“. Die Mannschaft, die seit ihrer Gründung im Jahr 2005 in beinahe jeder Saison um eine Spielklasse aufgestiegen ist. Daniel Pollrich, nebenher Student, hat in dieser Mannschaft aus der 2. Basketball-Bundesliga eine Schlüsselposition. Dass der 20-Jährige aus Lauenhain den Sprung in Richtung Profi-Basketball erfolgreich bewältigt hat, mag zunächst verwundern. Pollrich ist mit 1,74 Meter nicht gerade ein Riese. Wer neben ihm steht, wird wohl kaum ahnen, dass er für den erfolgreichsten Basketballverein der Landeshauptstadt aufläuft. An jedem Wochenende spielt Daniel Pollrich vor mindestens 850 Zuschauern auf dem Center Court, dem Spielfeld der Basketballer. Er zeichnet sich auf dem Feld als derjenige aus, der für die Zuteilung der Bälle und Würfe aus der Mitteldistanz verantwortlich ist. Der gebürtige Lauenhainer stand bereits frühzeitig unter dem Korb. Nachdem er zunächst auch in den Karate-Gi geschlüpft war, verschrieb sich Pollrich ganz dem Teamsport. „Meine Mutter meinte, ich müsse mich für eine Sportart entscheiden. Da mein Nachbar zu dieser Zeit in einem richtigen Verein war, wechselte ich ebenfalls von der wöchentlichen Schul-AG zur HSG Mittweida.“

Auf dem Feld gibt „Polle“ immer 100 Prozent.

Kurz darauf folgten nach mehreren Teilnahmen an Sichtungstagen in Chemnitz Nominierungen in die Sächsische Landeswahl, die Bezirks-

Ben Gierig

D

Unzertrennlich: Daniel Pollrich und sein Basketball gemeinsam in der Vorlesung.

auswahl und sogar mehrfach in die Mitteldeutsche Auswahl. „Der Sprung auf das Sportinternat war schließlich reine Formsache“, blickt Daniel Pollrich zurück. Für seine Mutter war es eine enorme Umstellung. Schließlich zog „Polle“, wie er von den Team-Kollegen genannt wird, bereits mit vierzehn Jahren von zu Hause aus. Abseits der Schule boten sich für ihn in einer größeren Stadt mit sportlichen Förderungsmaßnahmen mehr Möglichkeiten, sich vollkommen dem Basketballsport zu widmen. Der Sprung in die 2. Bundesliga und die damit verbundene Verantwortung für sein Team, geht mit einem straffen Zeitplan einher. Trotzdem schafft es Daniel Pollrich, zumindest noch ein- bis zweimal im Monat ins mittelsächsische Lauenhain, denn seine Wurzeln will sich der Aufbauspieler der Dresden Titans bewahren. „Die Familie ist nach wie vor extrem wichtig. Außerdem bin ich im Sommer ganz gern im Freibad und am Schwanenteich“, schwärmt Pollrich. Neben dem Studium und der eigentlichen Trainingszeit, fallen für ihn zahlreiche Pressetermine an. Fotoshootings für Spieltags-Flyer, diverse Videodrehs oder gemeinsame Wohltätigkeitsaktionen der Dresden Titans füllen seinen Zeitplan. Für weitere Aktivitäten bleibt während der Saison kaum Zeit. Ein Stück Mannschaftsgeist hat sich der Aufbauspieler in die eigenen vier Wände geholt. Gemeinsam mit zwei Team-Kollegen bezog er eine Wohngemeinschaft, direkt gegenüber der Spielstätte der Dresden Titans – der Margon Arena. Wie stabil sich seine Mannschaft innerhalb

der ersten Saison in der neuen Klasse hält, wird sich in den kommenden zwei Spielen zeigen. Derzeit stehen die Titans auf Platz neun der Staffel Süd. Um sich einen Platz für die

Zwischenrunde zu sichern, bedarf es einem Tabellenplatz unter den ersten acht Teams. Einen Überraschungssieg konnten die Dresdner gegen den Tabellenzweiten Hanau White Wings bereits vor kurzem feiern. Besonders vor eigenem Publikum, in der Margon Arena zu Dresden, wollen Daniel Pollrich und Co ihren Standpunkt in der Liga festigen. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, gibt er richtungweisend das Ziel vor. Um den Klassenerhalt und eventuell sogar den Einzug in die Playoffs zu realisieren, wollen er und seine TitansKollegen nicht nur für die Fans, sondern auch mit Leidenschaft füreinander kämpfen. Ebenso zum nächsten Heimspiel am 7. Dezember gegen die Fraport Skyliners Juniors – die Kaderschmiede der Erstligisten aus Frankfurt. Bei ihrem Vorhaben werden die Dresden Titans durch eine Gruppe von Medienstudenten der Hochschule Mittweida unterstützt, die den Verein über die Grenze der Landeshauptstadt hinaus bekannter machen will. Daher sind für dieses Spiel alle Mitarbeiter und Studenten der Hochschule in die Margon Arena in Dresden eingeladen. Natürlich kostenlos! Christian Glatzel, Jan Böhnstedt


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