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DIE NOVUM Jeden Mittwoch für Mittweida

12. Dezember 2012

Winzlinge auf Entzug

Wirt, Maler, Komponist

Wut auf den Schiri

Mütter, die vor und während der Schwangerschaft Drogen konsumieren, bringen abhängige Babys zur Welt. – Seite 3

Der Mittweidaer Jens Dittrich hat mit Leidenschaft für Musik aus seinem Kinderbuch ein Musical gemacht – Seite 4

Nach einem erschreckenden Ereignis in den Niederlanden spricht ein junger Referee aus Mittweida über seine Erfahrungen. – Seite 8

Abgestempelt und ausgemustert Der Kampf um Chancengleichstellung auf dem Arbeitsmarkt

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eutschland sucht die Superfachkraft. Bewerber mit Behinderungen scheinen auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt hingegen kaum eine Chance zu haben. Michael Reiter verlor mit 27 Jahren seinen linken Unterarm bei einem schweren Verkehrsunfall. Der gelernte Tischler kämpfte sich zurück ins Leben, seine Arbeitsstelle in Nürnberg musste er jedoch aufgeben. Mit seiner Frau und seinem Sohn versucht er jetzt den Neustart in Chemnitz. Doch der 35-Jährige ist noch immer auf der Suche nach einem festen Arbeitsplatz: „Seit fünf Jahren schreibe ich nun Bewerbungen. Aber wenn eine Antwort kommt, ist es meist eine Absage.“ Kein Einzelfall. Die Bundesagentur für Arbeit gibt an, dass die Anzahl der Arbeitslosen in Deutschland zwischen 2005 und 2012 um fast 40 Prozent zurück ging. Die Anzahl der Jobsuchenden mit Behinderung sank hingegen nur um knapp acht Prozent - obwohl Menschen mit einem Handycap Anspruch auf einen Arbeitsplatz haben. Genau wie jeder andere Bürger. Dies besagt ein Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen des 3. Mai 2008. Um die Chancen von Menschen mit Beeinträchtigung

auf dem Stellenmarkt zu verbessern, wurde schon 2010 die Allianz Arbeit + Behinderung ins Leben gerufen. Zu den Gründern gehörten neben Sachsens Sozialministerin Christine Clauß und Kultusminister Prof. Dr. Roland Wöller auch 17 weitere Partner aus Wirtschaft, Politik und sozialen Verbänden. Die Allianz hat sich zum Ziel gesetzt, die spezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten Betroffener der Öffentlichkeit, vor allem aber potentiellen Arbeitgebern zu vermitteln. Außerdem sollen Vorurteile abgebaut werden. Beispielsweise resultieren Einschränkungen häufig aus einer nicht behinderungsgerechten Umwelt. Um Firmen einen weiteren Anreiz zu geben, Fachkräfte mit Behinderung einzustellen, verleiht der Kommunale Sozialverband Sachsen den Integrationspreis. Für den Verbandsdirektor erfüllt die Auszeichnung eine wichtige Aufgabe: „Vorurteile widerlegt man am besten durch klare Fakten und Beispiele aus der Praxis.“ In der Kategorie behindertenfreundlicher Betrieb gewann 2011 der Türenund Fenster-Hersteller Jeld Wen aus Mittweida. Matthias Riedel, der Beauftragte für Schwerbehinderte, setzt sich für eine behindertengerechte

Ausgestaltung der Arbeitsplätze ein: „Unsere 15 Mitarbeiter mit körperlichen Behinderungen sind vorwiegend in der Fertigung tätig.“ Doch diese Stellen zu erhalten und zu erweitern kostet Geld. Nach dem Sozialgesetzbuch stehen dem Arbeitgeber unter anderem „Ausbildungszuschüsse zur betrieblichen Ausführung von Bildungsleistungen“ und „Eingliederungszuschüsse“ zu. Doch die bestehenden Förderund Unterstützungsmöglichkeiten reichen nicht aus, um neue Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt erschließen zu können. Besonders für Absolventen einer Förderschule ist der Übergang ins Arbeitsleben schwierig. Werkstätten für behinderte Menschen können als Sprungbrett dienen. Laut dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz sind über 15.500 Menschen in solchen Werkstätten beschäftigt. Davon schaffen pro Jahr aber lediglich 15 Personen den Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Mit der „Initiative Inklusion“ möchte die Allianz Arbeit + Behinderung Schüler schon vor ihrem Abschluss unterstützen. Sie werden individuell über ihre beruflichen Möglichkeiten

informiert und beraten. In Praktika können die Teilnehmer ihr Können unter Beweis stellen und den Arbeitsalltag kennen lernen. Auch Unternehmen können sich so auf die Arbeit mit behinderten Angestellten einstellen. Laut Sozialgesetzbuch sind Arbeitgeber sogar in der Pflicht, bei mehr als 20 Arbeitsplätzen fünf Prozent davon mit schwerbehinderten Personen zu besetzen. Halten sie sich nicht daran, fordert das Integrationsamt eine monatliche Ausgleichabgabe ein. Trotzdem entscheiden sich viele Unternehmen für Bewerber ohne Einschränkung. „Auf meine handwerklichen Fähigkeiten wird kaum geachtet, eher auf mein Handycap“, berichtet Michael Reiter. Für den Tischler wurde sogar eine spezielle Arm-Prothese angefertigt, die ihn in seinem Job unterstützen soll. Dass er damit gut arbeiten kann, bewies er in vier Betrieben bei Probearbeitstagen. Dennoch bekam er nie die offene Stelle. „Es ist nicht nur deprimierend. Ich habe das Gefühl, dass Arbeitgeber Angst haben ein unberechenbares Risiko einzugehen.“ Michael Reiter ist sich sicher, Unternehmen bräuchten nur ein wenig Mut: „Es würde sich lohnen!“ Nicole Grimm

dpa, Stefan Puchner

26. Ausgabe


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Politik und Wirtschaft

Die Novum

12. Dezember 2012

Die Angst vor dem Blackout Wenn in Deutschland die Lichter ausgehen... eiligabend unter dem leuchtenden Tannenbaum. Draußen herrschen minus 10 Grad Celsius, drinnen duftet es nach Plätzchen, aus der Stereoanlage klingt Weihnachtsmusik. Doch plötzlich gleisende Stille und nichts als Dunkelheit. Ein Stromausfall! Flächendeckende Ausfälle des Stromnetzes gab es in den vergangenen Jahren immer häufiger. Durch die Abschaltung der Atomkraftwerke und der damit verbundenen Energiewende ist es schwer für verbliebene Kraftwerke, genügend Strom zu erzeugen. Denn Wind- und Solarenergie sind gerade im Winter sehr wetterabhängig. Verdecken Wolken in der kalten Jahreszeit die Sonne, kann es schon zu einem kurzen Stromausfall kommen. Sind dann aber auch noch die Reservekraftwerke außer Betrieb, fehlt nicht mehr viel und es droht ein Blackout. Als Blackout wird im Allgemeinen der Zusammensturz eines Systems bezeichnet, egal ob in der Technik oder beim Menschen. Die Bundesregierung will dem Vorsorge leisten – notfalls per Gesetz, so sickerte es aus Regierungskreisen durch. Das Bundeskabinett will demnach eine Regelung, wonach systemrelevante Kraftwerke zwei Jahre lang betriebsbereit gehalten werden müssen – also all jene Anlagen, die für die Grundsicherung bedeutsam sind. Dafür sollen die Versorger dann ent-

Melissa Quinones

H

Ob Kerze oder Taschenlampe - bei einem drohenden Stromausfall sollte beides in Reichweite sein.

schädigt werden. Zudem soll im Energiewirtschaftsrecht verankert werden, dass die Stilllegung eines Kraftwerks der Bundesnetzagentur mindestens zwölf Monate vorher gemeldet werden müsse. In Kraft treten wird das Gesetz allerdings erst im Winter 2013/14. Regionale Netzbetreiber wie die ostdeutsche 50Hertz Transmission GmbH wissen um die Gefahr. Dass Millionen Menschen über längere Zeit im Dunkeln sitzen könnten, sei aber eine überzogene Befürchtung, betont Geschäftsführer Boris Schucht: „Dafür gibt es eine relativ geringe Wahr-

scheinlichkeit.“ Dies sei jedoch kein Grund zur Entwarnung – denn je mehr Wind- und Solarstrom anstatt der Produktion aus Gas- und Kohlekraftwerken ins Netz komme, desto komplexer werde die Regelung der Energie. Der für 2022 geplante Atomausstieg stellt das Stromnetz vor enorme Probleme. Der Ausbau der Leitungen geht nur schleppend voran. Wind-, Solar- und Biostrom kann in den künftig nötigen Größenordnungen noch nicht ausreichend in die industriellen Zentren eingespeist werden. Unabhängig davon können zu bestimmten Zeiten

aber Spitzen- und Niedriglasten auftreten. An windstillen oder sonnenschwachen Tagen kann das die Folge haben, dass „wir nicht in allen Regionen die Spannung so halten können, wie wir möchten“, so Schucht. Neben den erheblichen Einbußen, die ein Produktionsstopp für die Industrie haben kann, ist ein Netzausfall auch für den Verbraucher äußerst unangenehm. Ausgefallene Ampeln machen das Autofahren zum Risiko, steckengebliebene Fahrstühle stellen die Menschen auf eine Geduldsprobe. Zudem müssen Krankenhäuser auf die Notversorgung umsteigen. Fällt diese auch noch aus oder die Ressourcen neigen sich dem Ende, könnte es für einige Menschen um Leben und Tod gehen. Jürgen Brunner, technischer Leiter im Krankenhaus Mittweida, sieht das nicht ganz so dramatisch: „Während der letzten Jahre konnte das Krankenhaus im Notfall problemlos mit einem Notstromaggregat versorgt werden“. Der Generator schalte sich im Ernstfall automatisch ein und könne das Hospital mindestens eine Woche mit Strom versorgen. „Dies gilt im Übrigen für alle Krankenhäuser“, meint Jürgen Brunner. Falls es zu einem Blackout während des Winters kommen sollte, gilt: Bewahren Sie Ruhe, fahren Sie vorsichtig im Straßenverkehr und gehen Sie keine unnötigen Risiken ein. Daniel Wölfel

Germany made in China Ein Kommentar von Martin Lübke

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er BMW-Absatz boomt im Land der Mitte. Und sogar der deutsche Arbeitsmarkt profitiert davon. Dass der Autohersteller aus München lieber billig in China produziert, hat jetzt positive Auswirkungen auf Deutschland, speziell auf Leipzig. Seit einem Jahr beliefert DB Schenker die BMW-Werke in China mit Bauteilen. Die Nachfrage aus China steigt stetig. Im Zuge dieser Offensive baut nun DB Schenker Logistics im Auftrag von BMW an. Im östlichen Teil Leipzigs soll auf dem ehemaligen Quelle-Warenwirtschaftszentrum das größte Logistikprojekt der Firmengeschichte umgesetzt werden. Ab Mai 2013 will die Logistiksparte der Deutschen Bahn auf dem ehemaligen Quelle-Gelände die bereits bestehende Lagerfläche von rund

63.000 Quadratmeter fast verdoppeln. Es gebe einen ungeheuren „Hunger auf deutsche Produkte“, sagt Jens Nagel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA). Gründe für den reißenden Absatz sind der neu etablierte Mittelstand, steigende Löhne, sowie eine sich stabilisierende Fiskalpolitik im Reich der aufgehenden Sonne. Diese sieht im Wesentlichen die steuerliche Gleichstellung der inländischen mit den investierenden Auslands-Unternehmen vor. Die Konsequenz: Die Kaufkraft in China steigt, BMW hat im Oktober 2012 so viele Fahrzeuge verkauft wie noch nie und überraschte mit positiven Quartalszahlen. „Zwischen Mai und Oktober 2013 werden wir deshalb

rund 700 zusätzliche zukunfts- und krisenfeste Arbeitsplätze im Leipziger Logistikzentrum neu schaffen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Schenker AG, Dr. Hansjörg Rodi. In China lässt es sich nunmal sehr gut produzieren und verkaufen. Auch das Label „made in Germany“ verhilft dem Autobauer zu steigenden Gewinn. Deutsche Qualitätsarbeit hat im Ausland immer noch Bestand, das zeigt auch eine Unternehmensumfrage des „Reputation Institutes“ zum globalen Image von Konzernen. Deutsche Automobilmarken zählen laut diesem zu den beliebtesten Unternehmen der Welt. Der bayrische Autohersteller eroberte sogar den ersten Platz im Worldranking und ließ damit die milliardenschweren TechnologieKonzerne wie „Apple“ oder „google“

hinter sich. Die deutsche Wirtschaft kann sich über die zunehmende Auftragslage freuen, obwohl diese sehr wahrscheinlich durch die niedrigen Zinsen – verursacht durch die Eurokrise – begünstigt wird. Hierzulande produzierte Premiumfahrzeuge werden dadurch im Ausland erschwinglicher. Eine Konjunktur auf Pump? Zwar spielt die Abhängigkeit von der Auftragslage ansässiger Betriebe für Unternehmen wie das BMW-Werk mittlerweile eine untergeordnete Rolle. Jedoch haben sich diese Unternehmen gleichzeitig in eine neue Knechtschaft der konjunkturellen Launen der Weltwirtschaft hinein manövriert. Das große Aber – Deutschland kommt nur durch die bevorstehende Krise, wenn Länder wie China oder die USA weiterhin viel einkaufen.


Hintergrund

12. Dezember 2012

Die Novum

dpa, Waltraut Grubitzsch

Drogenkonsum per Nabelschnur Wenn drogenabhängige Frauen Mütter werden

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in schrilles Schreien zieht durch die Gänge des Krankenhauses. Sie zittern, sind leicht irritiert, haben kurze Schlafphasen und das Fieber steigt immer weiter an. In schlimmen Fällen können auch Krampfanfälle auftreten. So durchleben Neugeborene ihren ersten Drogenentzug. Weil immer mehr Frauen illegale Drogen konsumieren, steigt auch das Risiko von drogenabhängigen Schwangeren. Jeder vierte Deutsche im Alter von 18 bis 64 Jahren hat schon einmal illegale Drogen ausprobiert. Diese werden von unter 30-Jährigen häufiger konsumiert als von Älteren. Dies geht aus dem Drogen- und Suchtbericht vom Mai 2012 hervor. Derzeit sind 18 Millionen Menschen weltweit von Crystal abhängig, in Sachsen gibt es massive jährliche Zuwachsraten von mehr als 20 Prozent. Die Crystal-Tagung am 4. Juli 2012 in Leipzig ergab, dass äußerst riskante Konsummuster zu beachten sind, besonders der Konsum während der Schwangerschaft.

Der schrille Schrei In der Universitätsklinik in Leipzig kommen jährlich 2.000 Kinder zur Welt. Davon werden circa 20 Kinder mit Drogenentzug pro Jahr behandelt. Während der Schwangerschaft werden dem Kind die Drogen durch die Nabelschnur zugeführt. Kommt es auf die Welt, dann tritt ganz automatisch der Entzug ein. „Innerhalb von 24 bis

48 Stunden zeigt das Baby die ersten Symptome“, erklärt Annette Bläser, die Leiterin der entwicklungsneurologischen Nachsorgeambulanz der Leipziger Universitätsklinik. Die Neugeborenen haben nur wenige Möglichkeiten sich zu äußern. Meist geschieht dies durch schrilles Schreien. „Manchmal fragen uns Schwestern aus der Neugeborenenstation, ob vielleicht nicht Drogen im Spiel sein könnten, weil das Schreien des Neugeborenen so auffällig klingt“, schildert Bläser.

Empfohlene Ersatzdroge Sobald derartige Symptome auftreten, werden die Kinder mit Morphin behandelt. „Am Tag bekommen sie es vier bis sechs Mal verabreicht. Die Behandlung dauert im Schnitt circa vier Wochen“, so Bläser weiter. Doch wie kann eine Mutter ihrem Kind so etwas antun? – Jeder weiß, dass bereits ein alkoholisches Getränk oder eine Zigarette dem Kind schaden kann. Einige Frauen sind vernünftig und geben ihre Nikotinsucht zum Wohle des Kindes auf. Wieso dann nicht die drogenabhängigen Mütter? „Ein radikaler Entzug während der Schwangerschaft ist zu vermeiden. Es wird diskutiert, ob ein Radikalentzug zu Fehl- oder Frühgeburten führen kann. Darüber hinaus besteht eine große Gefahr für einen Rückfall bei der Schwangeren, der wiederum mit unkalkulierbaren Risiken für

das ungeborene Kind verbunden ist“, erklärt Christina Perse-Tschirdewahn, Mitarbeiterin der Psychosozialen Beratung für Suchtkranke der Diakonie Ostalbkreis. Damit die Frauen einen stabilen „Haushalt“ haben, wird eine Methadonsubstitution durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Methode zur Behandlung einer Opiatabhängigkeit, um eine dauerhafte Abstinenz zu erlangen.  „Methadon ist ein Morphin und die klassische deutsche Entzugsdroge“, erklärt Bläser. Den Frauen wird dazu geraten, eine solche Substitution durchzuführen, um ihr Kind zu schonen: „Zwar nimmt das Kind das Substitutionsmittel mit auf und entwickelt eine Sucht, aber es gibt keine bekannten negativen Auswirkungen wie eine erhöhte Missbildungsgefahr“, erklärt Perse-Tschirdewahn. Auch Annett Bläser sind keine vermehrten Fehlbildungen während einer Substitution in der Universitätsklinik aufgefallen. „Die Fehlbildungsrate ist genauso hoch wie unter den normal geborenen Kindern. Wenn die Kinder also den Entzug durchgestanden haben, kann man von einer normalen Entwicklung ausgehen“, erläutert Bläser. Kommt es jedoch bei der Substitution zu einem Beikonsum von Drogen, dann erhöhen sich die Risiken für das Kind. „Ecstasy und Amphetamine erhöhen das Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt und stehen im Verdacht, vermehrt körperliche

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Missbildungen zu verursachen“, erläutert Perse-Tschirdewahn. Die Universitätsklinik in Leipzig arbeitet sehr eng mit dem Jugendamt zusammen. „Nach dem Entzug des Kindes wird entschieden, ob es mit nach Hause genommen werden darf oder ob es in eine Pflegefamilie beziehungsweise in ein Heim muss“, schildert Bläser. Entscheidend dafür sind die Kriterien zum Wohle des Kindes. André Kaiser, Pressesprecher des Jugendamtes in Freiberg, erklärt:  „Es wird geprüft, ob die Mütter in der Lage sind, gegebenenfalls mit Unterstützung, die Grundbedürfnisse des Kindes zu erkennen und zu befriedigen.“

Ungewisse Zukunft Ob es Spätfolgen für die Kinder gibt, konnte allerdings noch nicht herausgefunden werden. „Bisher habe ich noch keine Studie gefunden, die sagt, dass die Kinder zum Beispiel zu Krampfanfällen neigen. Dafür gibt es also keinen Nachweis“, so Bläser. Häufiger kommt es allerdings vor, dass die Kinder ein hohes Risiko für ein Konsumverhalten entwickeln. Das heißt, dass sie in irgendeiner Weise abhängig werden. „Aber niemand weiß, ob das Baby durch den Drogenentzug kurz nach der Geburt geprägt wird. Es ist wahrscheinlicher, dass der spätere Drogenkonsum vom sozialen Umfeld beeinflusst wird“, meint Bläser. Claudia Kretzschmar


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Lokales

Die Novum

12. Dezember 2012

Gesichter Mittweidas

Die Kinder auf die Bühne holen Der Mittweidaer Jens Dittrich schrieb und komponierte ein Musical usiker, Autor, Maler – Jens Dittrich ist vielseitig. Der gelernte Elektriker, studierte Rechtswissenschaftler und selbstständige Künstler ist seit der Wiedervereinigung hauptberuflich Wirt. Das Kulturelle macht er nebenbei, denn Dittrich lebt von seinem Lokal „Zum Freiberger Tor“. Seine große Vorliebe sei das Musikmachen, aber das allein garantiere keinen angemessen Lebensstandard. Neben Musik und Malerei schreibt und illustriert er Kinderbücher. Bei Interesse liest der Autor Holzmichls Abenteuer an sächsischen Grundschulen vor. „Als ich anfing, Kinderbücher zu schreiben, war es gar nicht meine Absicht, jemals ein Musical auf die Beine zu stellen“, verrät Dittrich, „aber ich wollte mein zweites Kinderbuch besonders präsentieren, daher habe ich die Musik, die Schreiberei und meine Fantasie miteinander verbunden.“ So entstand 2007 die Idee für ein Musical. Dabei orientierte er sich an seinem Vorbild „Lakomys Traumzauberbaum“. Dittrichs Kompositionen klingen allerdings etwas rockiger, da er ein Fan der Ostrock-Band Puhdys ist. Am 6. Dezember wurde im Freizeitzentrum Mittweida Dittrichs Musical „Der Weichnachtsglücks-

Elisa Mildner

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Der Komponist Jens Dittrich setzt seine kreativen Ideen in einem Musical für Kinder um.

stern“ präsentiert. „Es ist zwar schwer, etwas Neues zu erfinden im multimedialen Zeitalter, aber gerade dann ist es schön, wenn ich es schaffe, Kinder raus zu holen – weg vom Computer, hin zur Bühne – zum Singspiel.“ Auch dieses Jahr spielten Kinder im Grundschulalter das etwa einstündige Programm. Neben Lichteffekten und Nebelmaschine wurde das Musical von den „Märchenonkels“, bestehend aus Jens Dittrich und Daniel Beck, musikalisch begleitet. Das Musical handelt von der frechen Marie, die traurig ist, obwohl es ihr an nichts Materiellem fehlt. Zusammen mit ihren Freunden begibt sie sich auf

die Suche nach dem wahren Glück und bestreitet unterwegs zahlreiche Abenteuer. „In meinen Geschichten steckt immer etwas Wahres. Die Kinder sollen lernen, dass materielle Dinge allein nicht glücklich machen. Es ist wichtig nach Glück zu streben und dazu gehören auch Träume“, sagt Dittrich. Ohne Mitstreiter sei die Präsentation nicht möglich gewesen. Er bedankt sich besonders bei der Hochschule für die Zusammenarbeit. Zur Verfügung gestellt wurde ihm beispielsweise das Tonstudio. Außerdem erhielt der Autor seine Illustrationen in digitalisierter Form. Zudem sei die Realisierung eines Musicals mit Grundschulkindern als

Darsteller aufwendig, da für die Betreuung immer autorisierte Personen benötigt werden. „Das gesamte Management ist schwieriger als die Sache selbst“, meint Dittrich. Unterstützung erhielt er dabei vom Freizeitzentrum, in dem seit März Kinder unterschiedlicher Klassenstufen probten. Geleitet wurde diese Arbeitsgemeinschaft namens „Musical-Werkstatt“ von ihm selbst. Verantwortliche des Hauses kümmerten sich um neue Mitspieler, sowie um den Bau von Dittrichs entworfenen Kulissen. In Zukunft möchte Jens Dittrich die Arbeitsgruppe zusammen mit zwei weiteren Ehrenamtlichen verstärken. Das erleichtere die Organisation, meint Dittrich. Er bastelt bereits an einer neuen Idee für ein märchenhaftes Musical, das in ein oder zwei Jahren realisiert werden könnte. In diesem sollen zwei Erwachsene als Hauptdarsteller fungieren. „Die Märchen werden auf lustige Weise miteinander verknüpft. Rapunzel könnte zum Beispiel eifersüchtig auf Schneewittchen sein. Diesen Humor verstehen auch Kinder“. Mit seinem Musical, seinen Kinderbüchern und seiner Musik realisierte Jens Dittrich seine Kindheitsträume. Elisa Mildner

Der etwas andere Adventskalender W

as wäre das schönste Geschenk, das dir jemand machen könnte?“ lautete eine Frage des Adventskalenders des Studentenbibelkreis (SBK) der Hochschule Mittweida. Bei diesem Adventskalender wird nicht jeden Tag ein Türchen geöffnet, hinter dem sich Schokolade oder kleines Spielzeug versteckt. Der Kalender ist gespickt mit vielen Leckereien und umrahmt so immer wieder eine neue Frage, die zum Nachdenken in Sachen Alltag oder Umgang mit den Mitmenschen anregen soll. Auf die Geschichte von Weihnachten und das harmonische Miteinander soll wieder mehr Wert gelegt werden. Kreiert und umgesetzt wurde der Kalender allein von Studenten. Nun hängt er noch bis zum 21. Dezember, immer montags bis freitags, abwechselnd an drei verschiedenen Stellen

auf dem Campus: Vor der Mensa, am Carl-Georg-Weitzel-Bau (Haus 1) und vor dem Walter-Bruch-Bau (Haus 3). „Gerade die Vorweihnachtszeit soll sehr besinnlich und nachdenklich sein, sodass man sich auch mal Gedanken um seine Mitmenschen und Familie macht“, betont Michel Espig, Mitarbeiter des SBK. Diese Weihnachtsüberraschungen sind nicht neu, auch im vergangenen Jahr startete der SBK unter der Dachorganisation „Campus für Christus“ eine Fotoaktion. Hierbei konnte sich jeder allein oder mit seinen Freunden fotografieren lassen. Dank weihnachtlichem Bilderrahmen und passenden Accessoires, wie der roten Zipfelmütze oder Christbaumkugeln, entstand ein festlicher Schnappschuss. Diesen konnten die Teilnehmer kostenlos als Postkarte

an ihre Familien als Weihnachtsgruß verschicken lassen. Auch die diesjährige Aktion fand viele Begeisterte. Sie sei eine willkommene Ablenkung vom Studienalltag und sehr gut durchdacht. „Außerdem regen gerade die Fragen zum Nachdenken an, was einen wieder an das Besinnliche der Adventszeit erinnert“, so Steve Feige, Medientechnik-Student. Der SBK besteht zurzeit aus insgesamt fünfzehn Studenten aus allen Fakultäten der Hochschule. Alter und Herkunft sind nicht von Bedeutung. Treffpunkt ist jeden Mittwoch in der Mittagszeit im Mehrzweckraum der Mensa. „Jeder, der Lust und Laune hat mitzumachen und diese Organisation zu unterstützen, ist herzlich willkommen“, erklärt Michel Espig. Wer sich den Kalender einmal aus der

SBK Mittweida

Leckereien von ganz oben

Botschaften, die zum Nachdenken anregen.

Nähe ansehen möchte, hier ein kleiner Tipp: Heute befindet er sich am Eingang des Hochschulhauptgebäudes. Stefan Heidisch


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12. Dezember 2012

Die Novum

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Die Novum

Hochschule und Wissenschaft

12. Dezember 2012

Kreative Köpfe gesucht Computerspiele-Entwickler helfen eigene Spielkonzepte umzusetzen öglichst viele Münzen sammeln, achtsam dem Gegner ausweichen und versteckte Bonuslevel suchen – so spielte sich Super Mario, der Klassiker unter den Videospielen, in die Herzen der Menschen. Neben dem Spaß stecken hinter all dem auch ein umfangreiches Konzept, sowie ein großes Team von Gamedesignern, Musikern und Autoren. Ein solches Team hat sich nun auch aus Studenten der Hochschule Mittweida gegründet. Unter dem Namen „Make my Project“ geben sie jedem die Chance, sein eigenes Videospiel umzusetzen. „Wir suchen keine Programmierer, sondern Leute, die eine gute Idee für ein Spiel haben“, so der Student und Initiator Dominik Knoll. Konzepte für ein Spiel können bis zum 31. Januar 2013 unter www. make-my-project.de eingesendet werden. Dabei ist es egal, welches Genre es bedient oder auf welchem Gerät es später einmal laufen soll. Die Idee steht im Vordergrund. Auf der Website stimmen Interessierte über den besten Einfall ab. Wer Konzepte einsehen und bewerten möchte, kann sich auf der Webseite registrieren oder mit seinem Facebook oder Google+ Account anmelden. Das Projekt mit der höchsten Bewertung wird dann von einem Team von freiwilligen Animatoren, Charakter-Modlern, Spieleentwicklern, Sounddesignern und Programmierern innerhalb von sechs Monaten umgesetzt. Anschließend wird das Spiel zur kos-

tenlosen Nutzung für alle zur Verfügung gestellt. Preisgegeben wird der Gewinner am 10. Februar 2013. „Wir sind gespannt, welche verrückten und neuen Ideen wir umsetzen dürfen“, so Chefanimator Lucas Gering. Der Verlauf des Projekts kann auf der Website nachverfolgt werden, wo die einzelnen Ent wick lungsschritte dokumentiert und veröffentlicht werden. Der Grundgedan- Von der Idee zur Wirklichkeit. Make My Project lässt Spielideen Realität werden. ke des Projekts: Innovationen, die nicht die breite allen Nutzern frei zur Verfügung ein gutes Konzept. Auch für das Masse ansprechen, werden von den stehe. „Der Spieler weiß doch am bes- Team hat das Projekt einen besondeHerstellern nur selten umgesetzt. Die ten, was er möchte“, gibt der Student ren Reiz: „Nicht zu wissen, was für ein Ursache dafür ist das hohe Budget, und Chefsounddesigner Robert Weil Projekt auf uns zu kommt und dies innerhalb einer relativ kurzer Zeit zu das für die Umsetzung von Video- zu bedenken. spielen aufgewandt werden muss. Außerdem möchte das Team von entwickeln, ist die spannende Heraus„Große Spielentwickler schauen auf „Make my Projekt“ eine Interaktion forderung, der wir uns stellen wollen“, Computerspielentwick- so Dominik Knoll. den Umsatz, wir wollen den Ga- zwischen Christoph Schubert, mern die Freude am Spielen bieten. lern und dem Publikum schaffen. Selvim Anna Yüzgülen Und vor allem die Chance ihre ei- Jeder ab 18 Jahren darf an dem kosgenen Ideen umzusetzen“, so Knoll. tenlosen Projekt teilnehmen. VorZiel des Projekts sei es, dass der kenntnisse sind nicht notwendig. Weitere Informationen unter Konzeptersteller die Chance hat die Für diejenigen, die eine Starthilfe www.make-my-project.de Produktion seines Videospiels zu be- brauchen, gibt es auf der Webseite gleiten und das Spiel anschließend Inspirationen und Anleitungen für Natalie Kunze

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Mimik führt auf falsche Fährte

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eder weiß: Lachen drückt Freude aus, Weinen Trauer. Doch extreme Gefühle lassen sich nicht immer am Gesichtsausdruck erkennen. Erst in Verbindung mit der Körpersprache sind zum Beispiel starker Schmerz, Euphorie oder Ekstase eindeutig ablesbar. Dies hat nun die US-amerikanische Universität Princeton in einer neuen Studie herausgefunden. Das Ergebnis widerspricht nicht nur der bisherigen Meinung von Forschern und Laien – auch für das Fernsehen hat die Mimik eine größere Bedeutung als die Körperhaltung. „Es gibt auch TV-Serien wie ‚Lie to Me‘, die das Interpretieren von Mimik zum Hauptthema machen. Die Körpersprache wird somit nur zur Nebensache“, erklärt der filmbegeisterte Austauschstudent Gao Ran aus der Fakultät Maschinenbau. In der Realität sieht das allerdings

anders aus: Die Testpersonen der Princeton-Studie konnten anhand von Portraits keine starken Emotionen deuten. Die Forscher präsentierten den 45 Probanden Gesichter von Tennisspielern, die soeben einen Sieg oder eine Niederlage erlebt hatten. Die Gesichtszüge der Sportler waren nicht eindeutig zuzuordnen – nur im Kontext mit der Körpersprache wurde klar, ob es sich um Euphorie oder extreme Enttäuschung handelte. „Die Versuche belegen, dass der Gesichtsausdruck nicht einmal Rückschlüsse darüber zulässt, ob ein starkes Gefühl angenehm oder unangenehm ist“, so die Nachrichtenagentur dpa. „Die Forscher schließen daraus, dass die Gesichtsmuskulatur nicht darauf ausgelegt ist, extrem intensive Gefühle akkurat auszudrücken.“ Professor Jacobi von der Psychologischen Hochschule Berlin steht der

Studie kritisch gegenüber: „Ich halte es nicht für sinnvoll, Körpersprache und Mimik gegeneinander auszuspielen.“ Dennoch ist die Körpersprache aussagekräftiger als der Gesichtsausdruck. Die Erklärung dafür liegt in der Evolution: „Körpersprache ist die älteste Form der zwischenmenschlichen Verständigung“, beschreibt die Psychologie-Studentin Lisa Kraus* aus Hamburg. „So kommunizieren zum Beispiel Tiere größtenteils mit ihrem Körper und nicht mit ihrer Mimik.“ Wann immer der Gesichtsausdruck also nicht eindeutig abgelesen werden kann, gibt die Körpersprache Aufschluss: Eine aufrechte Haltung signalisiert Selbstbewusstsein, wohingegen gesunkene Schultern auf Unsicherheit und Schüchternheit schließen lassen. Auch ohne bewusste Gestik und Mimik verrät der Mensch seine Emotionen. Oder, wie der Philosoph

Melissa Quinones

Extremer Gesichtsausdruck verrät keine eindeutigen Emotionen

Freude oder Leid – oft nicht genau erkennbar.

und Soziologe Paul Watzlawick dies beschrieb: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Nelli Keil, Christina Honig * Name von der Redaktion geändert


Kurz vor knapp

12. Dezember 2012

Die Novum

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Väterchen Frost – besser spät als nie Weihnachtsbräuche in Russland da aber keine. Denn in vielen Familien ist nicht Heiligabend, sondern der 31. Dezember der wichtigste weltliche Festtag Russlands, an dem Weihnachten und Silvester zugleich gefeiert wird. An diesem Tag wird der „Jolka“ (Tannenbaum) aufgestellt. Er wird bunt geschmückt mit

Espig

as russische Weihnachtsfest wird erst im neuen Jahr gefeiert. Das flächengrößte Land der Erde richtete sich noch bis 1918 nach dem Julianischen Kalender. Der 25. Dezember fiel auf den 7. Januar des heutigen Gregorianischen Kalenders. Nach der Umstellung wurde der Tag aber beibehalten. Der Heilige Abend oder auch „Sochelnik“, beendet am 6. Januar eine 40-tägige Fastenzeit. Kinder und Erwachsene versuchen in dieser Zeit nicht zu viele Süßigkeiten oder Alkohol zu sich zu nehmen. Am Abend besucht die Familie gemeinsam den Gottesdienst. Die Hauptmesse der Russisch-Orthodoxen Kirche findet in Moskau in der Christ-Erlöser-Kathedrale statt. Am 7. Januar werden zu Hause Freunde empfangen und mit den Worten „Frohe christliche Weihnachten!“ begrüßt. Geschenke gibt es

Katharina

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Mensaplan Donnerstag, den 13.12.2012 Virginiabraten vom Schwein, Chiligemüse, Rosmarinkartoffeln | mensaVital Spagettipfanne mit Ratatouillegemüse und Hirtenkäse | Schweinesteak Jägerart, Pilze, Zwiebeln, Kräuter, Schupfnudeln, Salat Freitag, den 14.12.2012 Schlemmerfilet Bordelaise, Kartoffelpüree, bunter Salat | Milchreis, Zucker und Zimt, Pflaumenkompott | mensaVital Hähnchenbrust in Basilikum-Knoblauchsoße, Gemüse, Gnocchi Montag, den 17.12.2012 Jägerschnitzel, Tomatensoße, Hörnchennudeln | mensaVital Limetten-Spagetti mit Erbsen, Pilzen und Cashewkernen | Hähnchenbrustfilet Hawaii, Currysoße, Romanesco Basmatireis Dienstag, den 18.12.2012 Kohlroulade, Magerspecksauce, Schmorkohl, Salzkartoffeln | mensaVital Gemüse-Couscous mit Tofu, Backpflaumen, Mango, geröstete Sonnenblumen und Pinienkernen | Euer Weihnachtsessen in der Mensa: Enten- oder Kaninchenkeule, Apfelrotkohl/ Rosenkohlgemüse, Beilagen Mittwoch, den 19.12.2012 Bami-Goreng, Asiapfanne mit Putenstreifen, Wokgemüse, Bandnudeln, Kroepoek | geröstete Kartoffelecken, Kräuterquark, gemischter Salat | mensaVital Seelachs mit Blattspinat, Mozzarella und Mandeln, Tomaten-Vollkornreis Die Novum wünscht guten Appetit!

selbstgebastelten Kleinigkeiten und funkelnden Glaskugeln. Auf diesen ist meist Väterchen Frost und seine Enkelin Schneeflöckchen abgebildet. Am Abend gibt es mindestens ein Drei-Gänge-Menü zum Essen, was ab 22 Uhr serviert wird. Kurz vor Mitternacht wird der Fernseher eingeschaltet, um zu sehen, wie der russische Präsident dem Volk gratuliert. Als nächstes beginnen die Uhren am KremlTurm am Roten Platz mit dem Countdown. Punkt Mitternacht stoßen alle Russen mit ihren Gläsern an und wünschen sich alles Gute für das neue Jahr. Danach geht die Feier erst richtig los. Die jüngere Generation triff t sich zum Weggehen und gemeinsamen Feiern bis in die Morgenstunden. In der Silvesternacht wollen die Kinder auch nicht ins Bett, weil sie Ded Moros (Väterchen Frost) und

seine Enkelin Snegurka (Schneeflöckchen) nicht verpassen wollen. Wie in der westlichen Tradition lässt auch der russische Weihnachtsmann Geschenke unter dem Tannenbaum liegen, die die Sprösslinge dann am nächsten Tag finden. Doch kein Kind der Welt kann so lange warten! Mit ein bisschen Glück klingelt jemand an der Tür. Und wer könnte das anderes sein, als Väterchen Frost? Da die Kinder nicht ins Bett wollten, müssen sie nun etwas für ihre Geschenke tun, wie Gedichte aufsagen oder Lieder singen. Kurz vor und während der Feiertage gibt es die traditionellen Jolka – Konzerte. Die Menschen kommen zu diesen Veranstaltungen verkleidet als Tannenbäumchen, Schneeflöckchen, Schneemädchen, Kaninchen oder als verschiedene berühmte Film- und Zeichentrickfilmhelden. Dann werden die besten Kostüme ausgewählt und mit Geschenken prämiert. Währenddessen tanzen die Kinder um die Weihnachtsbäume und singen das Neujahrslied vom kleinen Tannenbäumchen. Josie Wilhelmi

Grüße

Tweet der Woche

Kinoprogramm

Die Novum grüßt Erna Rockstroh und bedankt sich herzlich für den anregenden Leserbrief!

„Heute nicht laufen gewesen. Dafür Rittersport gemacht.“ @marleisious

Folgende Filme werden in der Filmbühne Mittweida in der Woche vom 13. Dezember bis 19. Dezember gezeigt:

Ich grüße dich Andreas. Kennst du diesen Spruch? „Wer ein gütiges Auge hat, wird gesegnet; denn er gibt von seinem Brot den Armen.“ (Spr.22,9) Liebe Susi, komm heut um 18.00 Uhr zur schmalen Gasse! Sam Shakusky Hallo Fanny, mein Schnurzelbärchen. Ich hab dich jetzt schon soo lange beobachtet und finde dich einfach süüüüß. ;) Viele Grüße von Satürne, Möhrchen und der P. (meine Freunde). Dein heimlicher Verehrer B. :*

Hinweis Ihren Gruß schicken Sie bitte an: gruesse@die-novum.de. Des Weiteren weisen wir darauf hin, dass Grüße keine fremdenfeindlichen, rassistischen, persönlichkeitsverletzenden oder in anderer Art gegen bestehendes Recht verstoßende Inhalte aufweisen dürfen. Bei Verletzung dieser Richtlinien behalten wir uns rechtliche Schritte vor.

Impressum Die Novum ist eine Ausbildungszeitung der Fakultät Medien / Die Novum Print der Hochschule Mittweida, unterstützt von: AMAK AG und Medieninstitut Mittweida e.V. Verleger gemäß SächsPresseG vom 3. April 1992: Mittweida Research Division GmbH/ AMAK AG, Technikumplatz 3, 09648 Mittweida, www.amak-online.de

Geschäftsführerin: Silke Knauer Vorstand: Prof. Dr. Otto Altendorfer Anschrift: Hochschule Mittweida, Redaktion Die Novum-Print, Leisniger Straße 9, 09648 Mittweida E-Mail: redaktion@die-novum.de, www.die-novum.de Herausgeber: Fakultät Medien

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Der kleine Rabe Socke Samstag 14.45 Uhr Der kleine Hobbit eine unerwartete Reise Donnerstag bis Mittwoch 16.30 Uhr und 20.00 Uhr Freitag und Samstag auch 21.45 Uhr Samstag und Sonntag auch 14.30 Uhr Madagaskar 3 - Flucht durch Europa Sonntag 14.45 Uhr Twilight - Breaking Dawn Teil 2 Donnerstag bis Sonntag und Dienstag 19.30 Uhr Die Hüter des Lichts Donnerstag, Freitag und Montag bis Mittwoch 16.45 Uhr Samstag und Sonntag 17.45 Uhr 96 Hours - Taken 2 Freitag und Samstag 23.15 Uhr „Besonderer Film“: Mann tut was Mann kann Montag und Mittwoch 19.30 Uhr

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Sport

Die Novum

12. Dezember 2012

„Schiri, wir wissen wo dein Auto steht!“ Schiedsrichter-Neuling Markus Götze über den Vorfall in den Niederlanden

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wesen hat Götze die Vorfälle um den von Jugendlichen zu Tode geprügelten 41-jährigen Schiedsrichter in den Niederlanden sehr intensiv verfolgt. „Ich finde das schrecklich und kann es eigentlich gar nicht so richtig glauben, was dort passiert ist“, erläutert er seine Empfindungen zum Geschehen. „Mir ist jedoch bekannt, dass der Fußball in den Niederlanden von sehr viel Aggressivität geprägt ist und es da schon den einen oder anderen Vorfall im Amateur- und Jugendbereich gegeben hat.“ Über 870 Gewalttaten gegenüber Schiedsrichtern in der letzten Sai-

son sind laut dem Niederländischen Fußballbund KNVB registriert. In Deutschland schätzt Markus Götze die Situation unbedrohlicher ein. Wichtig sei seiner Ansicht nach aber, dass im Profibereich mit gutem Vorbild vorangegangen wird. Pöbeleien und Beschimpfungen seien im Amateurfußball jedoch an der Tagesordnung. „Geschimpft und beleidigt wird vor allem in den unteren Ligen immer. Nicht nur von Spielern, auch von Trainern und Zuschauern muss ich mir manchmal einiges anhören. Erst recht, wenn ich einmal falsch entschieden habe. Dann wird auch nach dem Spiel noch gepöbelt“, so Götze. In solchen Fällen könne der Schiedsrichter einen Sonderbericht verfassen, indem der vorgefallene Sachverhalt geschildert wird. Das Sportgericht entscheidet dann über das Strafmaß. „Bei verbalen Ausfälligkeiten sind das meist vier oder mehr Spiele, die der Spieler dann gesperrt wird.“ Doch was in den Niederlanden passiert ist, reicht weit über verbale Attacken hinaus. Mit Tritten und Schlägen wurde ein SchiedsrichAußerhalb des Spielfeldes sind die Schiedsrichter meist schutzlos den Aggressionen der Fans ausgeliefert. ter von erst 15- und Franziska Boron Kunze pixelio, Natalie

arkus Götze ist 19 Jahre alt. Diese Saison pfeift er erstmals aktiv Männer- und Jugendspiele in Mittweida. Von Kindesbeinen an spielte der junge Schiedsrichter Fußball bei der SV Germania und pfiff letzte Saison parallel dazu seine ersten Spiele. „Eigentlich sollte man als Schiedsrichter vorher kein Fußballer gewesen sein, um unabhängig und strikt nach Regelwerk zu pfeifen“, erklärt der junge Mittweidaer. „Persönlich halte ich das für unvorteilhaft, da ich so eigene Erfahrungen mit einbringen und vorausschauend pfeifen kann.“ Als Neuling im Schiedsrichter-

16-jährigen Fußballern nach dem Spiel krankenhausreif geprügelt. Dort erlag der Familienvater seinen Verletzungen. „Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht und ich bin der Meinung, dass der niederländische Fußballbund harte Konsequenzen ziehen muss“, meint Markus Götze. Einzelfall hin oder her, so etwas dürfe einfach nicht passieren. „Die Täter haben nichts auf dem Fußballplatz verloren und müssen lebenslängliche Sperren erhalten. Zudem müssen Schiedsrichter mehr geschützt werden“, fordert der 19-jährige. Solange das Spiel läuft, sind Schiedsrichter geschützt und lediglich Beleidigungen ausgesetzt. Doch sobald der Schlusspfiff ertönt, ist der Schiedsrichter ein ganz normaler Mensch und wie im Falle des Niederländers Attacken von Spielern ausgesetzt. Im saarländischen Kreis Nordsaar haben 250 Amateurschiedsrichter ein erstes Zeichen gesetzt und ein Wochenende lang keine Spiele gepfiffen. Nach dem Motto: Ohne Schiedsrichter kein Spiel. „Das ist der richtige Weg um das Bewusstsein der Verbände zu stärken“, bekräftigt Götze. Noch ist es in Deutschland meist bei verbalen Angriffen geblieben. Trotzdem müsse der DFB gewarnt sein, meint der junge Referee: „Falls es in Deutschland zu ähnlichen Übergriffen käme, würde ich aufhören Schiedsrichter zu sein.“ Stefan Graf

Jubiläumswahl der Spitzensportler

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ach den eindrucksvollen Bildern von London ist die Umfrage nach dem Sportler des Jahres noch einmal die Gelegenheit auf die Olympischen Spiele zurückzuschauen.“, sagte der Generalsekretär des Landessportbundes Ulf Tippelt bei der Vorstellung der Kandidaten. Er betonte außerdem, dass in diesem Jahr neben Olympia auch bei vielen anderen Wettkämpfen herausragende Leistungen erzielt wurden, mit denen Sachsens Athleten an der Weltspitze mitgekämpft haben. Der Landessportbund, kurz LSB, und der sächsische Sportjournalisten-Verein küren schon seit 1992 die Sportler des Jahres. In der größten Sportlerumfrage im Freistaat gibt es die Kategorien Sportler, Sportlerin und Mannschaft des Jahres. Sportinteressierte können dann in jeder Kategorie aus zehn Nominierten ihren Favoriten

wählen. Die Auswahl der zehn Kandidaten trafen die Fachjournalisten der sächsischen Sportredaktionen. Ulf Tippelt äußerte sich bei der Bekanntgabe der diesjährigen Kandidaten sehr positiv: „Die Nominierten zeigen einen tollen Mix aus gestandenen Athleten und jungen, erfolgreichen Sportlern. Glückwunsch allen, die es in die Endauswahl geschafft haben – bei der großen Konkurrenz hierzulande ist allein dies schon ein schöner Erfolg.“ Sportjournalisten favorisieren die Olympiasiegerin Tina Dietze (Kanutin), welche in London Silber holte und den Sportler des Jahres 2011 David Storl. Auch die Olympiasieger im Doppelvierer Tim Grohmann, Karl Schulze und Philipp Wende haben gute Aussichten auf den Sieg. Vorjahressiegerin waren Judith Arndt (Radrennfahrerin) bei den Damen und die beiden Eiskunst-

Christin Schmidt

Zum 20. Mal sucht der Freistaat die Sportler des Jahres

David Storl, Sportler des Jahres 2011.

läufer Aljona Savchenko und Robin Szolkowy in der Mannschaftskatego-

rie. Aber die Entscheidung liegt bei den Fans. Noch bis zum 2. Januar können sie abstimmen. Die Abstimmung erfolgt im Internet auf den Seiten des Landessportbundes Sachsen unter www.sport-fuer-sachsen.de sowie mit den gewohnten Stimmkarten, die in der Geschäftsstelle des LSB oder bei den Sportbünden selbst erhältlich sind. Die Sieger werden zu Jahresbeginn am 12. Januar auf der Sächsischen Sportgala 2013 in der Landeshauptstadt Dresden gekürt. Dort werden ihnen die sächsischen Sportkronen überreicht. Auch die Wähler können dabei tolle Preise gewinnen. Mit Abgabe des Stimmzettel erhalten Teilnehmer die Chance eine der drei luxuriösen Wellness-Wochen für zwei Personen zu gewinnen. Ein Grund mehr sein Wahlrecht wahrzunehmen. Franz Müller


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