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Möglichkeiten zur Optimierung der bodenphysikalischen Eigenschaften von Dünensand zur Herstellung von Rasentragschichtsubstraten für Grüns des Golfclubs Norderney e.V.

Fachliche Arbeit für die Fortbildungsprüfung zum Geprüften Head-Greenkeeper

Vorgelegt von Giuseppe Bruno Geprüfter Greenkeeper – Fachagrarwirt Golfplatzpflege

Norderney Februar 2005

Betreuer: Dr. Clemens Mehnert Mindelheim


Gliederung Seite 1. 2. 3. 3.1 3.1.1 3.1.2 3.1.3 3.2 3.2.1 3.2.2 3.2.3 3.2.4 3.2.5 3.2.6 3.3 3.3.1 3.3.2 3.3.3 3.3.4 3.3.5 3.3.6 3.3.7 3.3.8 3.3.9 3.4 3.4.1 4. 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 4.6 4.7 4.8 4.9 5. 6. 7. 8. 9.

Einleitung und Problemstellung Literaturübersicht Material und Methode Standort Norderney Geographische Lage Klima Nutzung als Golfplatz Ausgangsmaterial Dünensand Korngrößenzusammensetzung des Dünensandes Wasserdurchlässigkeit und Wasserspeicherfähigkeit des Dünensandes Scherfestigkeit des Dünensandes Organische Substanz des Dünensandes Carbonatgehalt des Dünensandes pH-Wert des Dünensandes Versuchsanlage Standort der Versuchsanlage, Vorbereitung der Fläche und Ansaat Versuchsvarianten, Zusammensetzung und Herstellung der Substrate Eigenschaften der Testsubstrate im Prüflabor Korngrößenzusammensetzung der Substrate Wasserdurchlässigkeit der Substrate Scherfestigkeit der Substrate Wasserspeicherfähigkeit der Substrate Gehalt an organischer Substanz der Substrate Nährstoffgehalt der Substrate Pflege der Versuchsanlage Durchgeführte Bonituren und Messungen inkl. Doppelring-Infiltrometer Ergebnisse Bonitur der Feldaufgangs Bonitur des Aspekts Feldmessung mit dem Doppelring-Infiltrometer Bonitur der Durchwurzelungstiefe Bonitur der Narbendichte Bonitur der Scherfestigkeit Bonitur der Reißfestigkeit der Wurzeln Bonitur des Pilzbefalls Abschließende Bewertung der Substrate Diskussion Zusammenfassung Literaturverzeichnis Anhang Erklärung

1 2 3 3 3 3 5 5 5 6 7 7 7 7 7 7 8 10 11 11 12 13 14 15 16 17 17 17 17 17 19 19 19 20 20 21 22 24 25 26 45


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1. Einleitung und Problemstellung Auf der Nordseeinsel Norderney gibt es seit 1927 einen 9 Loch Golfplatz. Durch die enormen Zuwachsraten an Greenfeespielern stößt dieser Platz in der Saison an die Grenzen seiner Kapazität. Aus diesem Grund ist eine Erweiterung auf 18 Loch geplant. Auf der Insel steht Dünensand in jeder benötigten Menge zur Verfügung, und das sogar auf dem Areal der zukünftigen Erweiterung. Es liegt daher nahe, diesen Baustoff für den Ausbau der zukünftigen Funktionsfläche zu verwenden. Die Verwendung von Dünensand als Hauptkomponente hat Vorteile aber auch Nachteile. Die Nachteile sind die mangelnde Scherfestigkeit und die geringe Nährstoffspeicherfähigkeit. Da am gegebenen Standort der anstehende Boden in seiner Zusammensetzung nicht verändert werden darf, muss versucht werden, durch geeignete Gräserauswahl und bedarfsgerechte Düngung belastbare Spielbahnen zu erstellen. Auch eine dichte und regenerationsfähige Grasnarbe für eine gute Ballauflage und Divotreparatur ist wichtig. Diese ist durch den Vorteil der hohe Wasserdurchlässigkeit des Sandes leichter zu erreichen. Im Falle von Abschlägen und Grüns reichen die oben genannten Maßnahmen nicht aus, da die Beanspruchung durch Pflegegeräte und Spieler sehr viel höher ist. Auch bei nasser Witterung muss eine verformungsstabile Oberfläche gewährleistet sein. Eine optimale Scherfestigkeit und Nährstoffspeicherfähigkeit sind nur durch das Einmischen von Zusatz- und Gerüstbaustoffen in den Dünensand zu erreichen. Ziel dieser Arbeit soll es sein, ein funktionsfähiges Rasentragschichtsubstrat für die Grüns des Golfclubs Norderney zu entwickeln. Aus ökologischer Sicht ist es mir wichtig, mit dem hiesigen Dünensand und dem Beimischen von Zusatzstoffen ein Substrat zu erstellen, das eine hohe Wasserspeicherfähigkeit und eine bessere Nährstoffspeicherfähigkeit hat, um dadurch Düngemittel und Wasserverbrauch zu reduzieren. Transportwege und Kosten sind ebenfalls ein entscheidender Faktor, da alle Materialien vom Festland auf die Insel befördert werden müssen. Es ist ein großer Unterschied, ob man 15 –20 % oder 100 % Masse auf die Insel transportieren muss. Durch diese Arbeit soll auch heraus gefunden werden, welches Material unter dem Gesichtspunkten Kosten und Nutzen am vorteilhaftesten ist. Das Material soll die bodenphysikalischen Eigenschaften des Dünensandes optimieren und eine positive Auswirkung auf das Gräserwachstum haben.


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2. Literaturübersicht Für den Bau von Golfplätzen gab es bis 1990 in der Bundesrepublik Deutschland keine verbindlichen Richtlinien oder Normen. Die Planung und Ausführung erfolgte vielmehr in Anlehnung an die Fachnormen des Landschafts- und Sportplatzbaues oder nach freiem Ermessen. Seit 1990 gibt es die Richtlinie zum Bau von Golfplätzen (FLL, 1990), die in den Fassungen von 1995 und 2000 jeweils aktualisiert worden sind nach (FLL, 2000). Bei Nichtbeachtung oder Abweichungen von diesen Regeln können sich erhebliche Konsequenzen, z.B. hinsichtlich des Ausbaustandards, der Bespiel- und Belastbarkeit, der Kosten für die Herstellung und der Folgekosten durch Pflege oder Renovation ergeben. Dies gilt insbesondere für die Konstruktionen von Grüns und Vorgrüns sowie von Abschlägen, die sich an den Verhältnissen des Standortes orientieren und genaue Angaben über die erforderlichen Eigenschaften der Aufbauschichten enthalten. Standortuntersuchungen dienen der allgemeinen Information über den Standort und zur Orientierung über den notwendigen Leistungsumfang. Sie geben z. B. Hinweise auf die Bearbeitbarkeit und die Verdichtungsneigung des Bodens, den Entwässerungs- und Bewässerungsbedarf, auf notwendige Verbesserungsmaßnahmen sowie die Wahl standortgerechter Ansaaten, Gehölz- und Staudenarten. Die Konstruktionen orientieren sich an den jeweiligen Standortverhältnissen, insbesondere an dem als Baugrund verfügbaren Boden. Sie stützen sich auf die in Mitteleuropa langjährig und unter vielfältigen Bedingungen erprobten Prinzipien des Baues von Rasensportflächen (PRÄMAßING 1993). Durch die Wahl der für den jeweiligen Standort geeigneten Konstruktion z.B. G3 (FLL, 2000) anstelle eines standortunabhängigen Regelaufbaues, nach USGA (HUMMEL, 1993) ist im Falle der baugrundnahen Aufbauten, d. h. Bauweisen ohne Dränschicht (Konstruktionen G1 und G2 bei Grüns und Vorgrüns bzw. der Konstruktionen A1 und A2 bei Abschlägen), die Nutzung des Baugrundbodens als Wasser- und Nährstoffspeicher möglich. Dadurch verringern sich in der Regel die Herstellungskosten sowie der Pflegeaufwand, insbesondere der Wasserbedarf, aber auch die Pflegeprobleme. Die Funktionsfähigkeit von Grüns, Vorgrüns und Abschlägen hängt insgesamt von der standortgerechten Festlegung des Konstruktionstyps und den an die einzelnen Baudetails, insbesondere an die Schichten, zu stellenden Anforderungen ab. Vor allem eine hohe Wasserspeicherfähigkeit der Rasentragschicht, soweit sie deren Wasserdurchlässigkeit und Tragfähigkeit nicht beeinträchtigt, begünstigt die Wachstums- und Entwicklungsbedingungen der Rasendecke, insbesondere durch Ermöglichung größere Beregnungsintervalle. Eine zu große Beregnungsabhängigkeit wirkt sich dagegen- abgesehen vom Wasserverbrauch und den Kosten- pflanzenphysiologisch und pflanzensoziologisch nachteilig aus (MEHNERT, 1996).


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3. Material und Methoden 3.1 Standort Norderney Die Düneninsel Norderney ist nicht ein vom Festland abgespaltener Teil (wie z.B. Sylt), sondern von Meer und Wind erschaffen. Um 5500 vor unserer Zeit stieg der Wasserstand der Nordsee nahezu stetig an, vermutlich aufgrund schmelzender Gletschermassen. Als das Wasser sich dann etwa 100 Jahre v.u.Z. wieder zurückzog, hinterließ es eine fruchtbare Küstenmarsch. Der Wind lagerte Sand hinter Pflanzen und Muscheln ab. Der Grundstein für die Bildung einer Düne war damit gelegt, und der Geburtstag einer Insel konnte gefeiert werden (KÖNIG, 1977). 3.1.1 Geographischer Lage Die Nordseeinsel Norderney ist der niedersächsischen Nordseeküste in ostwestlicher Richtung in einer fast parallel zur Küste verlaufenden Linie vorgelagert. Norderney liegt unter 53 ° 42 ½’ nördlicher Breite und 29° 49’ östlicher Länge. Die mittlere Breite der Insel beträgt 1,9 km und die Länge 13,9 km (BAKKER, 1971). 3.1.2 Klima Norderney unterliegt einem maritimen Klima. Das Frühjahr und der Frühsommer sind auf Norderney relativ kühl, sonnig und regenarm. Der Sommer wird als mäßig warm, der Spätsommer als regenreich, aber bis in den Spätherbst noch als verhältnismäßig mild eingestuft. Die Luftbewegung ist sehr stark. Die vorherrschenden Winde kommen aus westlicher Richtung. Die Seeluft zeichnet sich durch salzhaltige Flüssigkeitsteilchen, Salzkristalle, Jod- und Bromgehalt aus. Die Luftfeuchtigkeit führt der Vegetation fortwährend ernährende Stoffe zu, selbst dann, wenn der leicht und schnell austrocknende Sandboden durch Mangel an Feuchtigkeit den Pflanzen nur dürftigste Nahrung zuführen kann (BAKKER, 1971). Bis auf Ausnahmejahre sind auch die Winter durch das die Insel umgebende Meerwasser gemildert (siehe Tabelle 1). Somit treten im Spätherbst weniger Bodenfröste als auf dem Festland auf .Durch sogenannte Kaltluftseen kann es mesoklimatisch vorkommen, dass die Lufttemperatur, im Gegensatz zu Messungen auf einer 5 bis 10 m hohen Düne, in Tallagen um 2 bis 4 Grad niedriger liegt und schon eher negative Werte erreicht (TEMME, 1995).


4 Tab. 1: Lufttemperatur, Niederschlag und Sonnenscheinstunden auf der Insel Norderney im 30-jährigen Mittel von 1961-1990 (Deutscher Wetterdienst, 2002) Monat

Lufttemperatur

Niederschlag

Mittel

Höhe

(Grad Celsius)

(Millimeter)

Sonnenschein (Stunden)

-------------------------------------------------------------------------------------------------------Januar

1,6

60,0

45,6

Februar

1,8

40,7

76,3

März

4,0

52,8

120,2

April

6,9

41,2

175,2

Mai

11,2

48,7

226,3

Juni

14,4

62,7

223,7

Juli

16,3

76,0

209,9

August

16,8

72,8

209,3

September

14,5

72,2

145,8

Oktober

10,8

80,2

101,5

November

6,3

87,6

56,0

Dezember

3,2

74,5

38,2

-------------------------------------------------------------------------------------------------------Jahr

9,0

769,3

1628,0

Tab. 2 Niederschläge und Temperaturen im Untersuchungszeitraum 2004 ( Deutscher Wetterdienst Wetterstation Norderney) Monatsmitteltemperaturen in °C

Niederschlagsmengen in mm

April

9,4

22,5

Mai

11,5

3,3

Juni

14,6

72,0

Juli

16,3

169,0

August

19,1

121,2

September

15,3

103,3

Oktober

10,9

48,2

November

7,1

63,5

Um die Niederschlagsmenge vor Ort zu ermitteln, wurde ein Regenmesser (nach Hellmann, kleine Ausführung, Typ 7019.0000) direkt an der Versuchsfläche installiert (siehe Anhang 8, Foto 1). Die Messung erfolgte täglich um 9.00 Uhr. Im Vergleich mit dem Deutschen Wetterdienst, Station Norderney, gab es in den Messungen minimale Abweichungen, bedingt durch unterschiedlichen Messzeiten und Messmethoden (siehe Anhang 2, Tab.12 und 13).


5 3.1.3 Nutzung als Golfplatz Die sehr hohe Nutzungsfrequenz des 9 Loch Golfplatzes stößt während der Hauptsaison (April-Oktober) mit ca. 9000 gespielten Runden an die Grenzen der Kapazität. Um den hohen Ansprüchen der Golfspieler gerecht zu werden, ist ein sehr pflegefreundliches und stabiles Substrat für die Funktionsflächen notwendig. Außer der täglichen intensiven Pflege sind die zahlreich vorhandenen Kaninchen auf Norderney, die sehr große Schäden auf den Grüns und Spielbahnen verursachen, ein zusätzliches Problem. Um saubere Puttingflächen zu gewährleisten, müssen 365 Tage im Jahr die Grüns gewedelt werden, um den Kaninchenkot zu entfernen. Es ist zusätzliches Personal erforderlich, um die Kaninchenschäden zu beheben. Eine Besonderheit ist, dass ein Teil vom Golfplatz direkt an der Wattseite liegt und nicht durch Deiche geschützt wird. Somit werden die Bahnen 8, 9, die Driving Range und das Übungsgrün jedes Jahr in den stürmischen Monaten von Dezember bis März zeitweise überflutet, und sind in diesem Zeitraum nur selten bespielbar. Der Wasserverbrauch auf dem Golfplatz ist witterungsabhängig. In einem regenreichen Sommer wie z.B. 1998 wurden nur 9.500 m³ Wasser verbraucht. 2003 hingegen war die Niederschlagsmenge im Sommer sehr niedrig und somit waren 28.000 m³ Wasser erforderlich. Der Durchschnittswert des Wasserverbrauchs von 1998 bis 2004 liegt bei 17.000 m³ im Jahr. Der Golfplatz befindet sich im Wasserschutzgebiet und unterliegt bestimmten Auflagen vom Landkreis Aurich. Es wird eine begrenzte Wassermenge von 20.000 m³ im Jahr vorgegeben. Dieses wird durch installierte Wasseruhren an den jeweiligen Brunnen kontrolliert. Zudem werden monatliche Messungen auf Chloridgehalt und Leitfähigkeit durchgeführt. Zusätzlich werden am Wasser aus den Beregnungsbrunnen einmal jährlich nach dem Schema der Rohwasseruntersuchung nach §147 NWG die Basismessung B1, alle drei Jahre die erweiterte Messung B2 und auf Anordnung das Spezialmessprogramm B 3 und ein Sonderprogramm, in dem auch Pflanzenschutzmittel untersucht wird, durchgeführt. Dies wurde vom Landkreis Aurich in enger Abstimmung mit dem Pflanzenschutzamt in Oldenburg festgelegt. Auf dem Golfplatz Norderney werden keine Pflanzenschutzmittel einsetzt, Pflanzenschutz besteht nur aus Pflegemaßnahmen. Die eingesetzten Düngemittel werden jährlich beim Landkreis Aurich angegeben. 3.2 Ausgangsmaterial Dünensand 3.2.1 Korngrößenzusammensetzung des Dünensandes Die Bestimmung der Korngrößenzusammensetzung erfolgte nach Nassaufschluss mit einem Dispergiermittel gemäß DIN 18683 T2 und DIN 18123


6 (siehe Tabelle 2 und Anhang 9/ Seite 2). Der Sand stellt einen mittelsandigen Feinsand dar und besitzt eine sehr gleichförmige Korngrößenverteilung (U = 2,1). Der Dünensand weist eine Korngrößenverteilung auf, die weder im empfohlenen Kornverteilungsbereich für Drainschichtbaustoffe noch für Rasentragschichtbaustoffe nach FLL (2000) liegt. Ebenso wenig werden die Anforderungen an die Korngrößenzusammensetzung von Rasentragschichtsubstraten nach USGA (HUMMEL, 1993) erfüllt. Tab. 2: Korngrößenzusammensetzung von Dünensand der Herkunft Norderney Golfplatz Korngröße

Massenanteil in %

Schlämmkorn

0,1

Feinsand

66,8

Mittelsand

33,1

Grobsand

Spuren

Max. Größtkorn

1,2

3.2.2 Wasserdurchlässigkeit und Wasserspeicherfähigkeit des Dünensandes Der Wasserdurchlässigkeitsmessung liegt das in DIN 18035 T4 (Juli 1991) beschriebene Prüfverfahren zugrunde. Entsprechend dieser Prüfmethodik wird die Wasserdurchlässigkeit unter verschärften (Laborkapazität LK 100) und Normalbedingungen (Laborkapazität LK 60) nach einer statischen Verdichtung bestimmt (siehe Tabelle 3 und Anhang 9/ Seite1). Im Rahmen der Versuchsdurchführung fallen auch Kenndaten zur Wasserspeicherfähigkeit an. Mit einer Wasserdurchlässigkeit von ca. 6 mm/min unter verschärften Prüfbedingungen weist der Dünensand eine hohe Wasserdurchlässigkeit auf. Unter Normalbedingungen liegt ebenfalls mit ca. 8 mm/min eine hohe Wasserdurchlässigkeit vor. Auffallend ist, dass der Sand bei Verdichtung mit zunehmendem Wassergehalt nicht verdichtungsempfindlich reagiert. Bei der Versuchsdurchführung fiel auf, dass die verdichteten Probekörper sich im wassergesättigten Zustand geringfügig ausdehnten und sich hierbei die Wasserdurchlässigkeit erhöhte. Tab. 3: Wasserdurchlässigkeit und Wasserspeicherfähigkeit von Dünensand der Herkunft Norderney Golfplatz Prüfwassergehalt Laborkapazität

g/ 100 g TM

Wasserschluckwerte mod. kf in mm/ min Mindestanforderung

Ermittelte Durchschnittswerte

LK 100

19,9

>0,6

6,4

LK 60

13,2

>2,0

7,7

Der Dünensand erfüllt die Mindestanforderungen an die Wasserdurchlässigkeit für Rasentragschichtsubstrate gemäß FLL (2000) und gemäß USGA (HUMMEL, 1993). Die Mindestanforderungen an die Wasserdurchlässigkeit von Drainschichtbaustoffen werden ebenfalls erfüllt. Der Dünensand weist ein hohes Wasserspeicherpotential auf.


7 3.2.3 Scherfestigkeit des Dünensandes Von allen Baustoffen auf einem Golfplatz wird gefordert, dass sie eine hohe Scherfestigkeit aufweisen. Speziell die Rasentragschicht soll an ihrer Oberfläche verformungsstabil sein. Da es für den Problemkreis Scherfestigkeit und Oberflächenverformungsstabilität keine wissenschaftlich abgesicherten Prüf- und Messmethoden gibt, muss die innere Scherfestigkeit eines Materials subjektiv geschätzt werden. Im vorliegenden Fall weist der Sand eine hohe Standsicherheit bei Wassergehalten von 50 bis 90 % der Laborkapazität auf. Bei Wassergehalten außerhalb dieses Bereiches wird der Dünensand locker und weich. 3.2.4 Organische Substanz des Dünensandes Die organische Substanz wird über den Glühverlust bestimmt (DIN 18035 T4; 1991). Im vorliegenden Fall erfolgt die Bewertung ohne Abzug eines Korrekturfaktors. Im Dünensand fanden sich vereinzelte Wurzeln. Deren Anteil war sehr gering, so dass ein Glühverlust von 0,1 Mas.-% festgestellt wurde. Somit weist der Sand keine ausreichende Versorgung an organischer Substanz für ein Rasentragschichtsubstrat auf. 3.2.5 Carbonatgehalt des Dünensandes Der Carbonatgehalt wurde nach der Schnellmethode nach AG Bodenkunde (1994) bestimmt. Der Sand ist sehr carbonatarm. 3.2.6 pH-Wert des Dünensandes Der Dünensand weist einen pH-Wert von 4,2 auf. Somit liegen stark saure Verhältnisse im Dünensand vor. Die pflanzlichenbaulich wichtigen Mengennährstoffe P, K, Ca und Mg liegen in sehr niedrigen Konzentrationen im Sand vor. 3.3. Versuchsanlage 3.3.1 Standort der Versuchsanlage, Vorbereitung der Fläche und Ansaat Der Standort der Versuchsanlage befindet sich auf dem Golfplatz Norderney auf dem Areal der zukünftigen Erweiterung. Nach der Beschaffung der Zuschlagstoffe wurde am 13.04.2004 angefangen, das Versuchsfeld zu planieren (siehe Anhang 6, Foto 1 und 2). Am 14. 04. 2004 erfolgte eine Baugrunddüngungen mit Kalk und Agrosil LR jeweils mit 100 g /m². Um eine Mischung der Substrate zu vermeiden, wurde mit Hilfe von Holzbrettern (Höhe 20cm) das Feld in 16 Parzellen (à 2m x 2m) aufgeteilt (siehe Anhang 6, Foto 3). Am 19. 04. 2004 erfolgte die Grunddüngung der Rasentragschichtsubstrate mit 100 g /m² Agrosil LR und 50 g /m² Floranid Permanent. Anschließend erfolgte die Einsaat in das


8 Versuchsfeld mit 25 g / m². Die Rasensaatgutmischung „ British- Green PS-11“ (RMS 4.1.3) besteht aus folgenden Arten und Sorten: -

7,5% Agrostis capillaris BARDOT

-

7,5% Agrostis capillaris HERIOT

-

45% Festuca rubra commutata BARGREEN

-

40% Festuca rubra trichophylla BARCROWN

Die Ansaat wurde mit Vlies abgedeckt, um eine schnelle Keimung zu ermöglichen. Zur ersten Bonitur (07. 05. 2004) wurde das Vlies wieder entfernt (siehe Anhang 8, Foto 2 und 3). Der Versuch endete am 30. November 2004. 3.3.2 Versuchsvarianten, Zusammensetzung und Herstellung der Substrate Nach Kenntnis der Materialeigenschaften des zur Verfügung stehenden Dünensandes wurden Optimierungsmöglichkeiten gesucht hinsichtlich innere Scherfestigkeit, Wasserspeicherfähigkeit, Wasserdurchlässigkeit und Nährstoffbevorratung. Es wurde in einer 4-fachen Wiederholung eine Versuchsanlage zur Bewertung der 4 verschiedenen Substrattypen für Grüns des Golfclubs Norderney erstellt (siehe Anhang 6, Foto 6,7 und 8). Getestet wurden 4 Substratvarianten : -

Variante 1: Dünensand mit 15 Vol.-% Hygropor73 und 100 g/m² Agrosil LR

-

Variante 2: Dünensand mit 20 Vol.-% Bio Riko/Eichenrinden-Kompost

-

Variante 3: Dünensand mit 20 Vol.-% Orgabo

-

Variante 4: Fertigsubstrat Lavaterr Golf

Die Mischung der ersten 3 Varianten erfolgte selbst (siehe Anhang 6, Foto 4 und 5). Variante 4 ist ein Fertigsubstrat, es wurde eingekauft und ohne Veränderung eingebaut. Der anstehende Dünensand weist eine hohe Wasserdurchlässigkeit auf, durch Einmischen geeigneter Zusatz- und Gerüstbaustoffe können Abschläge und Grüns nach Konstruktionsbeispiel G1 bzw. A1 (FLL, 2000) aufgebaut werden. Erläuterung der einzelnen Produkte gemäß Herstellerangaben: Hygropor 73 vereinigt die guten Eigenschaften von Hygromull und Styromull sowie Wasserspeicherung und Strukturstabilität miteinander. Es verbessert Böden und Substrate vor allem in den physikalischen Eigenschaften, nämlich in Struktur, Porenvolumen, Luft- und Wärmehaushalt sowie Wasserführung und- kapazität (COMPO, 2003). Agrosil LR ist überwiegend wasserlöslich und bildet in allen Böden mit Wasser eine Mischung aus Silikat-Gelen und Silikat-Solen. Die hochmolekularen Silikat-Gele haben Kolloideigenschaften, sind mit Feinporen durchsetzt und speichern Wasser und Nährstoffe.


9 Besonders Gräser lagern Silikate in die Zellwände ein und verstärken dadurch die Widerstandskraft gegen Pilzkrankheiten (COMPO, 2003) Ingrina Bio Riko/Eichenrinden-Kompost, hergestellt aus wertvoller Eichenrinde, geimpft mit biologisch-dynamischen Heilkräuterpräparaten, angereichert mit organischem Dünger und Steinmehl ist Bio Riko ein ausgereifter Eichenrinden-Kompost, der sich als idealer Bodenund Pflanzenaktivator auszeichnet. Die Wurzelentwicklung aller Pflanzen wird durch Bio Riko deutlich gefördert, so dass die Widerstandsfähigkeit gestärkt wird und so Schädlingsund Pilzbefall stark reduziert werden. Es entsteht ein ausgereiftes Pflanzengewebe, das für Standfestigkeit und Frosthärte entscheidend ist (REINKEMEYER, 2004). Orgabo ist ein patentierter Bodenverbesserer zur Strukturverbesserung und Erhöhung des Wasserretentionsvermögens in leichten Böden. Wie bei einem Reißverschluss sind die Orgabo –Bestandteile sicher ineinander verzahnt: Eine Leistung, die in der Natur von echten Schieferböden erreicht wird. Dank seiner porösen Oberfläche wird der Mineralträger dabei dauerhaft von einer organischen Feinfraktion ummantelt. Die hohe Scherfestigkeit erlaubt den Einsatz von Orgabo als Erosionsschutzboden bis zu einer Böschungsneigung von 45° ohne weitere technische Hilfsmittel. Wie ein Schwamm nimmt Orgabo das Niederschlagswasser auf (bis zu 55%). Dieses wird im Sediment, vor allem aber kapillar im Mineralkorn gebunden. Die Wirkung: Hohe Trockenresistenz der Vegetationsschicht. Überschüssiges Wasser hingegen wird dank der hohe Strukturstabilität und des günstigen Porenvolumens sicher in der Orgabo Schicht abgeleitet, wobei die Feinanteile selbst bei großen Niederschlagsmengen nicht ausgewaschen werden. Dem Erfinder, Herrn Dr. Dieter Holtz, ist für die Entwicklung von Orgabo der Umweltpreis 1991 des Landes Hessen verliehen worden (HOFFMANN, 2004). Lavaterr Golf ist einbaufertig homogenisiert, normgerecht mit Nährstoffen versorgt und enthält die pflanzenphysiologisch wichtigen Nähr- und Wirkstoffe wertvoller Oberböden. Es ist wasserdurchlässig, scherfest, witterungs- und verschleißbeständig, wasserspeichernd (Lavalit) und intensiv durchwurzelbar. Es hat eine hohe Wasserkapazität, dadurch entsteht ein geringer Beregnungsbedarf (Fa. Dr. CLEMENT, 2004).


10 Abbildung 1 zeigt die Anordnung der Pazellen. Für die gesamte Versuchsanlage wurde eine möglichst kompakte quadratische Form gemäß den Anregungen von LOCHOW und SCHUSTER (1961) gewählt. Mit der ausgeführten Anordnung sollte die unterschiedliche Beanspruchung von Eck-, Rand- und Mittelpositionen bei mechanischer Belastung gerecht auf die Varianten verteilt werden. Um das komplette Versuchsfeld wurde ein Zaun aufgestellt, um Kaninchenfraß zu vermeiden und auch andere Störfaktoren auszuschließen.

West 270°▲ Orgabo

Lavaterr Golf

Orgabo

Lavaterr Golf

Bio Riko

Agrosil LR

Bio Riko

Agrosil LR

Eichenrinden-

Hygropor 73

Eichenrinden-

Hygropor 73

Kompost

Lavaterr Golf

Orgabo

Lavaterr Golf

Orgabo

Agrosil LR

Bio Riko

Agrosil LR

Bio Riko

Hygropor 73

Eichenrinden-

Hygropor 73

Eichenrinden-

Kompost

Nord 360°▲

Süd 180°▼

Kompost

Kompost Ost 90°▼

Abb.1: Lage des Versuchsfeldes und Anordnung der Varianten

3.3.3 Eigenschaften der Testsubstrate im Prüflabor Für die Zusammensetzung der Tragschichtsubstrate des Feldversuches wurden die Ergebnisse vom Dünensand berücksichtigt. Am 27.10.2004 erhielt ich die labortechnischen Ergebnisse die wie folgt lauten: Die Probenmaterialien wurden 18 Wochen bei Erdfeuchtigkeit dunkel gelagert. Anschließend erfolgte die Einstellung der stoffspezifischen Wassergehalte zur Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit. Nach einer weiteren Lagerzeit von vier Wochen wurde die Wasserdurchlässigkeit bestimmt. Mit diesem Vorgang wurde besonders die organische Substanz in den Substraten einer künstlichen „Alterung“ unterworfen.


11 3.3.4 Korngrößenzusammensetzung der Substrate Die Bestimmung der Korngrößenzusammensetzung erfolgte nach Nassaufschluss mit einem Dispergiermittel gemäß DIN 18683 T2 und DIN 18123 (siehe Tabelle 4). Da die Substrate mit Hygropor 73 und Eichenrinden-Kompost eine mineralische Korngrößenzusammensetzung aufweisen, die dem anstehenden Dünensand unverändert entspricht, wurde auf eine weitere Bestimmung der Korngrößenzusammensetzung beider Substrattypen verzichtet. Tab. 4: Korngrößenzusammensetzung der 4 Testsubstrate Massenanteil in % Dünensand mit EichenrindenHygropor 73

Kompost

Orgabo

Lavaterr Golf

Feinsand

66,8

66,8

56,1

23,5

Grobsand

Spuren

Spuren

4,0

30,6

Kieskorn

0

0

1,8

5,7

1,2 mm

1,2 mm

8 mm

4 mm

Mittelsand

33,1

33,1

35,5

34,2

Schlämmkorn

0,1

0,1

2,6

6,0

Max. Größtkorn

Die ersten beiden Substrate (mit Hygropor 73 bzw. Eichenrinden-Kompost) mit Dünensand stellen mittelsandige Feinsande da. Sie weisen Korngrößenverteilungen auf, die im Gegensatz zur Mischung mit Orgabo weder im empfohlenen Kornverteilungsbereich für Rasentragschichtbaustoffe nach FLL (2000) noch nach USGA (HUMMEL, 1993) liegen. Das Fertigsubstrat Lavaterr Golf liegt mit einer gewissen Überschreitung im Kieskornbereich im empfohlenen Kornverteilungsbereich nach FLL (2000). Es erfüllt jedoch nicht die Anforderungen an die Korngrößenzusammensetzung von Rasentragschichtsubstraten nach USGA (HUMMEL, 1993). 3.3.5 Wasserdurchlässigkeit der Substrate Den Wasserdurchlässigkeitsmessungen liegt das in DIN 18035 T4 (Juli 1991) beschriebene Prüfverfahren zugrunde. Entsprechend dieser Prüfmethodik wird die Wasserdurchlässigkeit unter verschärften Bedingungen (Laborkapazität LK 100) und unter Normalbedingungen (Laborkapazität LK 60) nach einer statischen Verdichtung bestimmt. Alle Substrate erfüllen die Mindestanforderungen an die Wasserdurchlässigkeit nach FLL (2000), siehe auch Tabelle 5 und Anhang 13,14,15,16. Im Vergleich zum Dünensand weisen alle Substrate unter


12 verschärften Prüfbedingungen eine deutlich geringere Wasserdurchlässigkeit auf. Die relativ geringsten Durchlässigkeiten werden bei dem Substrattyp Dünensand mit Orgabo festgestellt. Die höchste Wasserdurchlässigkeit wird beim Fertigsubstrat Lavaterr festgestellt, gefolgt vom Substrattyp aus Dünensand mit Bio Riko. Tab. 5: Wasserdurchlässigkeit der Testsubstrate bei LK100/LK 60 zu Versuchsbeginn Substrat

Prüfwassergehalt

Wasserschluckwerte mod. kf in mm/min

Laborkapazität

Dünensand

LK 100

g/ 100 g TM Mindestanforderung

19,9

> 0,6

Durchschnittswerte

6,4 6,4

LK 60

13,2

> 2,0

7,7 7,7

Dünensand mit

LK 100

21,2

>0,6

Hygropor 73

2,5 2,4

LK60

*

*

* *

Dünensand mit

LK 100

26,4

> 0,6

Bio Riko

2,2 2,3

LK 60

16,4

> 2,0

9,5 7,9

Dünensand mit

LK 100

24,1

> 0,6

Orgabo

0,9 0,9

LK 60

15,0

> 2,0

2,9 2,8

Lavaterr Golf

LK 100

20,9

> 0,6

3,6 3,5

LK 60

12,5

> 2,0

9,0 9,0

* Es konnten keine Laborergebnisse vorgenommen werden, da kein ausreichendes Material vorhanden war. 3.3.6 Scherfestigkeit der Substrate Substrate müssen bei jeder Witterungslage und somit bei jedem Wassergehalt standfest und tragfähig sein. Dies bedeutet, dass Substrate eine ausreichende innere Scherfestigkeit aufweisen müssen, um sowohl den Anforderungen der Gräser nach Wurzelausbildung im Substrat als auch den spiel- und pflegetechnischen Anforderungen an die Grüns gerecht zu werden. Da es für den Problemkreis Scherfestigkeit keine wissenschaftlich abgesicherten


13 Prüf- und Meßmethoden unter Laborbedingungen gibt, muss unter Laborbedingungen die innere Scherfestigkeit eines Materials subjektiv geschätzt werden (siehe Tabelle 8). Genauere Aussagen können nur unter Feldbedingungen gemacht werden, z.B. über Befahrversuche mit und ohne drehende Bewegungen. Tab. 8: Scherfestigkeit der Testsubstrate im Labor Dünensand mit Dünensand Hygropor Eichenrinden-Kompost Subjektive Bewertung

-

-

+

Lavaterr Orgabo

Golf

+++

++++

Scherfestigkeit

Das Substrat Lavaterr weist die höchste Tragfähigkeit und innere Scherfestigkeit auf. Der Substrattyp mit Orgabo weist auch eine hohe innere Scherfestigkeit und Tragfähigkeit auf. Der Substrattyp Dünensand mit Hygropor 73 entspricht in seinen Scherfestigkeitseigenschaften mehr dem reinen Sand. Eine geringfügig bessere Scherfestigkeit weist der Substrattyp Dünensand mit Eichenrinden-Kompost auf. 3.3.7 Wasserspeicherfähigkeit der Substrate Als Maß für die Wasserspeicherfähigkeit dient die kapillare Wasserabsättigung der Probenkörper zur Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit unter verschärften Prüfbedingungen (Tabelle 6). Tab. 6: Wasserspeicherfähigkeit der Testsubstrate bei LK100 Substrat

Prüfwassergehalt Laborkapazität

Wasserkapazität

g/ 100 g TM

In Vol. -%

Dünensand

LK 100

19,9

28,5

Dünensand mit

LK 100

21,2

30,3

LK 100

26,4

34,6

LK 100

24,1

34,3

LK 100

20,9

30,5

Hygropor 73 Dünensand mit Eichenrinden-Kompost Dünensand mit Orgabo Lavaterr Golf

Steigt die Wasserkapazität bei dieser Meßmethode über 30 Vol.-% an, kann bei einer weiteren Verdichtung der Substrate, wie sie im Prüfprogramm zur Bestimmung der Wasserdurch-


14 lässigkeit vorgesehen ist, Wasser aus diesen austreten. Dies geschah unter anderem bei den Substrattypen Dünensand mit Hygropor und mit Orgabo. Insgesamt weisen alle Substrate sehr hohe Potentiale der Wasserspeicherfähigkeit auf. Bei hoher Wasserspeicherung ist das freie Volumen für Bodenluft reduziert. Bei nicht vollständig umgesetzter organischer Substanz im Substrat kann es dann zu anaeroben Umsetzungsprozessen kommen. Hiervon betroffen sind in erster Linie das Substrat Lavaterr und der Substrattyp mit Eichenrinden-Kompost. 3.3.8 Gehalt an organischer Substanz der Substrate Der Gehalt an organischer Substanz wird über den Glühverlust nach DIN18035 T4 bestimmt. Im vorliegenden Fall erfolgte die Bewertung ohne Abzug eines Korrekturfaktors. Diese Werte sind in der Tabelle 7 dargestellt. Entsprechend den Glühverlusten weist der Substrattyp mit Eichenrinden-Kompost den höchsten Gehalt an organischer Substanz auf, gefolgt vom Substrat Lavaterr Golf. Einen noch ausreichenden Anteil an organischer Substanz weist der Substrattyp mit Orgabo auf, weil Porlith selbst eine hohe Sorptionskraft aufweist und dadurch Eigenschaften der organischen Substanz übernimmt. Tab. 7: Gehalt an organischer Substanz in den einzelnen Substratvarianten Massenanteil in % Dünensand mit

Glühverlust in %

Hygropor 73

Eichenrinden-Kompost

0,4

1,9

Orgabo 0,6

Lavaterr Golf 1,2

Mengenangaben zur organischen Substanz geben keine Hinweise auf Art, Qualität und Wirkung der organischen Substanz in einem Substrat wieder. Torfe und Komposte werden bei hohen Wassergehalten im Substrat zügig weiter ab- und umgebaut. Bei fehlender ausreichender Sauerstoffversorgung setzten sich diese Prozesse im anaeroben Bereich fort und führen unter anderem auch zur Bildung von Faulgasen. Bei Orgabo ist die organische Substanz bereits vollständig umgesetzt.


15 3.3.9 Nährstoffgehalte der Substrate An den Versuchssubstraten wurden zusätzlich bodenchemische Untersuchungen vom LUFA Labor Bioanalytik Weihenstephan durchgeführt. Diese untergliedern sich in pH-Wert, Makronährstoffe und Gesamtgehalt an löslichen Salzen. Für die einzelnen Substrattypen wurden folgende Ergebnisse berichtet, diese sind in der Tabelle 9 aufgeführt. Tab. 9: Nährstoffgehalte der Testsubstrate zu Versuchungsbeginn Dünensand mit 15 Vol.- % Hygropor 73 und 100 g/m² Agrosil LR Parameter

Methode

Messwert

Bewertung

pH- Wert

0,01 mol/l CaCl2

6,5

schwach sauer

Phosphor

P2O5- CAL mg/100g Boden

59

sehr hoch

Kali

K2O-CAL mg/100g Boden

4

niedrig

Magnesium

Mg-CaCl2 mg/100g Boden

4

niedrig

Salzgehalt

wasserlöslich, mg/100g Boden

95

sehr hoch

Dünensand mit 20 Vol.- % Bio Riko/Eichenrinden-Kompost Parameter

Methode

Messwert

Bewertung

pH- Wert

0,01 mol/l CaCl2

6,7

schwach sauer

Phosphor

P2O5- CAL mg/100g Boden

5

mittel

Kali

K2O-CAL mg/100g Boden

13

niedrig

Magnesium

Mg-CaCl2 mg/100g Boden

4

niedrig

Salzgehalt

wasserlöslich, mg/100g Boden

20

niedrig

Dünensand mit 20 Vol.- % Orgabo Parameter

Methode

Messwert

Bewertung

pH- Wert

0,01 mol/l CaCl2

6,5

schwach sauer

Phosphor

P2O5- CAL mg/100g Boden

40

sehr hoch

Kali

K2O-CAL mg/100g Boden

3

niedrig

Magnesium

Mg-CaCl2 mg/100g Boden

3

niedrig

Salzgehalt

wasserlöslich, mg/100g Boden

145

sehr hoch

Messwert

Bewertung

Fertigsubstrat Lavaterr Golf Parameter

Methode

pH- Wert

0,01 mol/l CaCl2

5,9

mäßig sauer

Phosphor

P2O5- CAL mg/100g Boden

25

sehr hoch

Kali

K2O-CAL mg/100g Boden

53

sehr hoch

Magnesium

Mg-CaCl2 mg/100g Boden

6

hoch

Salzgehalt

wasserlöslich, mg/100g Boden

210

zu hoch


16 3.4 Pflege der Versuchsanlage Das Versuchsfeld wurde ausschließlich mit einem handgeführten Spindelmäher gemäht. Am 14.05.2004 erfolgte der erste Schnitt. Die ersten vier Schnitte wurde auf einer Höhe von 10 mm durchgeführt. Nach einer bestimmten Schnittanzahl wurde die Schnitthöhe nach und nach reduziert. Am 19.08.2004 war die gewünschte Schnitthöhe von 4 mm erreicht (siehe Anhang 1, Tab.11 und Anhang 8, Foto 5). Um die Ebenheit zu verbessern, wurde in der Pflegezeit dreimal je 0,5 l/m² Topdressingsand aufgebracht. Das Versuchsfeld wurde weder aerifiziert noch vertikutiert, dies wird in der zweiten Vegetationsperiode erfolgen. Die Beregnung der Versuchsfläche wurde witterungsabhängig durchgeführt. Zur Kontrolle wurde die ausgebrachte Menge durch eine Wasseruhr ermittelt (siehe Anhang 8, Foto 1). Die Wassergaben erfolgten eher restriktiv, um die Tiefendurchwurzelung anzuregen und eine gewisse Toleranz gegen Trockenheit zu fördern. Im Zeitraum vom 19. 04. bis 25. 11. 2004 wurden 15 Gaben a 15 l/m² verabreicht. Die gesamte Beregnungsmenge im Versuchszeitraum betrug 225 l/m². Alle Varianten wurden mit einem handgeführten Düngerstreuer gedüngt. Zum Einsatz kamen folgende Produkte: - Floranid Master extra ( 19 % Gesamtstickstoff, 5 % Phosphat, 10 % Kali, 2 % Magnesium ) - Floranid Permanent (16 % Gesamtstickstoff, 7 % Phosphat, 15 % Kali, 2 % Magnesium ) - Ferro Top ( 6 % Gesamtstickstoff, 12 % Kali, 6 % Magnesium, 18 % Schwefel, 8 % Eisen ) - Kali Gazon ( 27 % Kali, 11 % Magnesium, 17 % Schwefel ) Die NPK- Dünger wurden in 8 Gaben gegeben. -

17. 05. 04. 35 g/m² Floranid Master extra.

-

09. 06. 04. 35 g/m² Floranid Permanent.

-

22. 06. 04. 35 g/m² Floranid Master extra.

-

16. 07. 04. 35 g/m² Floranid Master extra.

-

02. 08. 04. 35 g/m² Ferro Top.

-

20. 08. 04. 35 g/m² Floranid Master extra.

-

10. 09. 04. 35 g/m² Kali Gozon.

-

29. 09. 04. 35 g/m² Ferro Top.

Somit war eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung im Versuchszeitraum gesichert. Da keine Fungizide eingesetzt werden dürfen, betrachte ich die letzte Düngung mit Ferro Top als eine vorbeugende Maßnahme gegen Microdochium nivale. Während des Versuchszeitraum erhielten die Rasenflächen insgesamt je m²: 36,4 g Stickstoff; 9,5 g Phosphat; 37,1 g Kali; 10,8 g Magnesium; 18,6 g Schwefel; 5,6 g Eisen.


17 3.4.1 Durchgeführte Bonituren und Messungen inkl. Doppelring-Infiltrometer Die Bonituren wurden vorgenommen, um zusammen mit den Laborergebnissen das optimale Substrat für den Golfplatz Norderney zu ermitteln. Im Zeitraum vom 06.05. bis zum 12.11.2004 wurden auf dem Versuchsfeld folgende Bonituren gesammelt: Feldaufgang der Gräser; Aspekt des Versuchsfelds; Narbendichte der Gräser; Scherfestigkeit der einzelne Substrate; Reißfestigkeit der Wurzeln; Pilzbefall des Versuchsfeldes. Diese Bonituren sind visuell erfasst und somit subjektiv, da keine Messungen erfolgten. Die Messung der Durchwurzelungstiefe und die Doppelring-Infiltrometermessung sind objektiv, da sie durch Messungen ermittelt wurden. Die Meßmethode mit dem Doppelring-Infiltrometer orientierte sich an DIN EN 12616 (Juli/2003). Die anfängliche Anstauhöhe betrug 100 mm.

4. Ergebnisse 4.1 Bonitur der Feldaufgang Die Beobachtungen erfolgten im Zeitraum vom 06.05. bis zum 28.05.2004 (siehe Anhang 3, Tab.14). Die schnellste Entwicklung bewirkte das Substrat Lavaterr Golf mit einem Durchschnittwert der Keimung von 54%. Das Substrat mit Bio Riko erzielte einen Durchschnittwert von 51%. Das Substrat mit Hygropor 73 erreichte einen Durchschnittwert von 50%. Das Substrat mit Orgabo kam auf einen Durchschnittwert von 38%, die Keimung erfolgte dort relativ langsam. 4.2 Bonitur des Aspekts Die Bonituren erfolgten im Zeitraum vom 18.06. bis zum 28.09.04 (siehe Anhang 3;4 und 5, Tabellen 15,16,17,18 und 19 ). Folgendes wurde visuell beobachtet: Schnittflächenverfärbung, Homogenität in der Farbe, Nährstoffmangelsymptome, Narbenveränderungen durch Krankheitsbefall und Verunkrautung. Im gesamten Zeitraum zeigten sich keine dieser Mangelsymptome. Durch die Umstellung der Schnitthöhe und das Befahren mit drehender Bewegung wies das Feld Nr. 1 mit dem Substrat Hygropor 73 und das Feld Nr. 2, mit dem Substrat Lavaterr Golf am 20.08.2004 Lücken auf. Die Felder zeigten sich aber zur nächsten Bonitur wieder in einem einwandfreien Zustand (siehe Anhang 8, Foto 4). 4.3 Feldmessung mit dem Doppelring-Infiltrometer Die Messung der Infiltrationsrate im Feldversuch zeigt auf, wie die Wasserdurchlässigkeit des gesamten Spielfeldaufbaus ist. In Tabelle 10 sind die Ergebnisse der Messungen aufgeführt. Während die Laborergebnisse der Substrate für eine definierte Verdichtung bei definiertem Wassergehalt und einer Schichtdicke von max. 15 cm gelten, ist im Feldversuch die


18 Schichtdicke alleine des Substrates schon 20- 25 cm und die erreichte Verdichtung deutlich niedriger, weil nicht bei Wassersättigung eingebaut wurde. Die Messung selbst erfolgte Ende September 2004, also gegen Ende der Vegetationsperiode (siehe Anhang 8, Foto 6 und 7). Tab.10: Ergebnisse der Wasserdurchlässigkeitsmessung im Feldversuch mit dem Doppelring-Infiltrometer Orgabo Ermittelte Werte

Ermittelte Werte

cm in min

cm in min

Durchschnittswert

Durchschnittswert

Felder

Erste Messung

Zweite Messung

Liter pro min je m²

Liter pro min je m²

1

7 in 7

7 in 10

8,2

2

7 in 13

7 in 13

5,4

3

7 in 13

7 in 15

5,0

4

7 in 13

7 in 15

5,0

5,9

Lavaterr Golf

Felder

Ermittelte Werte

Ermittelte Werte

cm in min

cm in min

Erste Messung

Zweite Messung

Durchschnittswert

Durchschnittswert

Liter pro min je m²

Liter pro min je m²

1

7 in 14

7 in 13

5,2

2

7 in 12

7 in 12

5,8

3

7 in 13

7 in 14

5,2

4

7 in 13

7 in 15

5,0

5,3

Bio Riko Eichenrinden-Kompost Ermittelte Werte

Ermittelte Werte

cm in min

cm in min

Durchschnittswert

Durchschnittswert

Felder

Erste Messung

Zweite Messung

Liter pro min je m²

Liter pro min je m²

1

7 in 13

7 in 12

5,6

2

7 in 19

7 in 19

3,7

3

7 in 17

7 in 16

4,2

4

7 in 13

7 in 13

5,4

4,6

Hygropor 73 und Agrosil LR Ermittelte Werte Felder

Ermittelte Werte

cm in min

cm in min

Durchschnittswert

Durchschnittswert

Erste Messung

Zweite Messung

Liter pro min je m²

Liter pro min je m²

1

7 in 13

7 in 16

4,8

2

7 in 13

7 in 12

5,6

3

7 in 13

7 in 8

6,6

4

7 in 15

7 in 15

4,6

5,3

Anmerkung: Auch nach der Messung hatte das Versuchsfeld eine sehr gute Trittfestigkeit. Auf dem Versuchsfeld erfüllten alle Substrattypen, wie auch unter Laborbedingungen, die Mindestanforderungen an die Wasserdurchlässigkeit nach FLL (2000).


19 4.4 Bonitur der Durchwurzelungstiefe Die Messungen der Durchwurzelungstiefe erfolgten im Zeitraum vom 18.06. bis zum 12.11.2004 bei einer Schnitthöhe von 8 mm bis 4 mm. Bei den ersten drei Messungen zeigte die Wurzellänge keine großen Unterschiede, sie lag zwischen 18 cm und 22 cm Länge (siehe Anhang 3; 4 Tabellen 15,16,17 und Anhang 7/ Seite 1 und 2). Bei den zwei letzten Messungen lag die Wurzellänge bei 19 cm bis 26 cm, (siehe Anhang 5, Tabellen 18,19 und Anhang 8, Foto 8). Hervorzuheben ist, dass alle Felder eine Durchwurzelung bis in den Baugrund hatten. Besonders auf dem Feld Nr.1 mit dem Substrat Hygropor 73 und dem Feld Nr.3 mit dem Substrat Orgabo konnten die Restwurzeln nicht heraus genommen werden, weil die Durchwurzelung bis tief in den Baugrund ging. Die Felder mit dem Substrat Bio Riko wiesen eine zusammenhängende Wurzelmasse auf. Bei den Feldern mit dem Substrat Lavaterr Golf und den Feldern mit dem Substrat Hygropor 73 war zu beobachten, dass sich das Substrat von den Wurzeln löste. Die Felder mit dem Substrat Orgabo hatten eine sehr kompakte Wurzelmasse. 4.5 Bonitur der Narbendichte Die Bonituren der Narbendichte erfolgte im Zeitraum vom 18.06. bis zum 12.11.2004 bei einer Schnitthöhe von 8mm bis 4mm (siehe Anhang 3;4 und 5, Tabellen 15,16,17,18 und 19). Folgendes wurde visuell beobachtet: Narbendichte der angesäten Gräser, festgestellt als prozentualer Deckungsgrad (DG) der grünen Blattmasse. Im gesamten Zeitraum zeigte das Versuchsfeld eine sehr gute Narbendichte. Außer am 20.08.2004. Nach dem Befahren mit drehender Bewegung hinterließen die Maschinen Narbenschäden, die aber zur nächsten Bonitur behoben waren. 4.6 Bonitur der Scherfestigkeit Die Felder mit dem Substrat Hygropor 73 und Bio Riko erwiesen sich schon bei den ersten Schnitten als nicht stabil. Der Zustand wurde mit der Zeit etwas besser, aber die Felder waren immer noch instabil. Die Felder mit dem Substrat Orgabo waren dagegen trittfest. Die beste Scherfestigkeit erzielte das Fertigsubstrat Lavaterr Golf. Um genaue Aussagen zu geben, wurden von Anfang an mehrere Versuche mit einer selbstfahrenden Rasenbaumaschine (Sembdner Typ RS 80 N) und einem Turf- Truck (Cushman Model 898664-Wheel) durchgeführt. Auf dem Versuchsfeld wurden mit beiden Maschinen mehrere Befahrversuche mit und ohne drehende Bewegung vorgenommen, um festzustellen, wie die einzelnen Substrate reagieren. Folgendes war zu beobachten: Auf den Feldern mit dem Substrat Hygropor 73 hinterließen diese Maschine Narbenschäden und Deformierungen. Auf den


20 Feldern mit dem Substrat Bio Riko sah man leichte Walzen- und Reifenspuren. Die Felder mit dem Substrat Orgabo und das Fertigsubstrat Lavaterr Golf waren tragfähig und spurenfrei. 4.7 Bonitur der Reißfestigkeit der Wurzeln Am 28.09.2004 und am 12.11.2004 wurde die Reißfestigkeit der Wurzeln überprüft (siehe Anhang 5, Tabellen 18,19 und Anhang 8, Foto 8). Die Orgabo Felder und die Bio Riko Felder hatten eine sehr gute Reißfestigkeit. Die Lavaterr Felder und die Hygropor 73 Felder hingegen hatten eine gute Reißfestigkeit. 4.8 Bonitur des Pilzbefalls Ophiobolus/Take-all-Patch (Gaeumannomyces graminis) Schneeschimmel (Microdochium nivale/Gerlachia nivalis) Boniturwert: 1= Geringer Befall, 9= Starker Befall

-

Rote Zahl = Befall am 28.09.2004 Ophiobulus/Take-all-Patch

-

Blaue Zahl = Befall am 11.11.2004 Ophiobulus/Take-all-Patch

-

Grüne Zahl = Befall am 11.11.2004 Microdochium nivale

Dem Befall von Ophiobulus/Take-all-Patch ist durchaus Aufmerksamkeit zu schenken , wenn er auch bei einer neuen Anlage meist nur in der ersten und zweiten Vegetationsperiode vorkommt, er kann aber zum Totalausfall führen. Abbildung 2 zeigt am 28.09. bzw. am 11.11.2004 den Pilzbefall der Testvarianten in der ersten Vegetationsperiode. Orgabo

Lavaterr Golf

Orgabo

Lavaterr Golf

5 6 2.

9 8 1.

7 4 1.

8 5 1

Eichenrinden-Kompost

Hygropor 73 Agrosil LR

Eichenrinden-Kompost

Hygropor 73 Agrosil LR

8 7 1

3 4 2

5 6 1

4 5 1

Lavaterr Golf

Orgabo

Lavaterr Golf

Orgabo

7 5 1.

4 4 2

4 3 1

6 4 2

Hygropor 73 Agrosil LR

Eichenrinden-Kompost

Hygropor 73 Agrosil LR

Eichenrinden-Kompost

3 6 2

5 7 2

2 4 2

2 3 2

Abb. 2: Pilzbefall der Testvarianten

Der Befall von Microdochium nivale ist auf der ganze Versuchanlage sehr gering. Dies ist vermutlich auf die Ausbringung des NK- Düngers Ferro Top zurückzuführen. Seine


21 Kombination von Eisen mit einem geringen Stickstoffgehalt gestattet den Gräsern, wichtige Aminosäuren, Enzyme und Eiweiße bilden zu können. Die Folge sind eine verbesserte Chlorophyllbildung und Energieausnutzung. Die Gräser vertragen höhere Belastungen und sind besser vor Witterungseinflüssen und Pilzkrankheiten geschützt (COMPO, 2004). 4.9 Abschließende Bewertung der Substrate Über das Einmischen verschiedener Zuschlagstoffe in den Dünensand konnte der pH-Wert in den Substraten im Vergleich zum reinen Dünensand deutlich angehoben werden. Zudem zeigten diese Mischungen auch eine bessere Nährstoffspeicherfähigkeit als der reine Sand. Im Vergleich weisen die Varianten mit Hygropor 73 und Orgabo die besten Gesamtnährstoffversorgung auf. Die hohen Gehalte an Phosphaten liegen in der Natur der Zuschlagstoffe beider Substratvarianten gegründet. Diese Phosphate sind am Pflanzenstandort längst nicht so löslich, wie es die Laborergebnisse erwarten lassen. Auffallend ist, dass über den Eichenrinden-Kompost kurzfristig eine höhere Menge an Kalium für die Rasengräser bereitgestellt werden kann. Die berichteten hohe Salzgehalte für die Substratvarianten mit Hygropor 73 und Orgabo führen zu keinen pflanzenphysiologischen Wachstumsschäden. Diese sind eher beim Lavasubstrat zu erwarten.


22

5. Diskussion Die sehr hohe Nutzungsfrequenz des Golfplatzes auf Norderney während der Saison von April bis Oktober erfordert stabile, leicht pflegbare und sehr pflegefreundliche Substrate für die salztoleranten Rasengräser vor Ort. Der am Standort zu gewinnende Dünensand ist zwar sehr gut wasserdurchlässig, aber nicht bei allen Wassergehaltsstufen trittfest und tragfähig. Er muss deshalb für Grüns in einigen seiner Eigenschaften gezielt verbessert werden. Aus der Vielzahl an Möglichkeiten boten sich 4 Varianten an, die letztlich alle eine gewisse Verbesserung erbrachten. Die Anforderungen an die Wasserdurchlässigkeit von Substraten müssen sich nach den standortspezifischen Bedingungen ausrichten. Im Falle von Norderney ist keine extrem hohe Wasserdurchlässigkeit erforderlich, da selbst während der kritischen kühlen Jahreszeit von Oktober bis April eine relativ hohe Verdunstungsrate durch Windeinfluss gegeben ist. Somit kann auch sichergestellt werden, dass während der Sommermonate der Beregnungswasserbedarf in Grenzen gehalten wird. Bezogen auf das Kriterium Wasserdurchlässigkeit stellt der Substrattyp Dünensand mit Orgabo die günstigste Alternative unter den Substraten da. Die besten Resultate bezüglich Tritt- und Scherfestigkeit erbrachten die Varianten Orgabo und Lavaterr Golf. Beim Mischen mit dem Dünensand mit 20 Vol. -% Bio Riko entstand eine homogene Mischung. Als sehr homogen zeigte sich die Mischung mit 20 Vol. -% Orgabo. Auch beim Selbstmischen in größeren Mengen wird es für die geplante Platzerweiterung kein Problem sein. Somit sind Orgabo und Bio Riko meine bevorzugten Substratkomponenten. Die Handhabung mit dem Gerüstbaustoff Hygropor 73 erweist sich auf der Insel Norderney als schwierig. Da es auf der Insel nie windstill ist, muss das sehr leichte Material in einem geschlossenen Raum eingemischt werden. Um alle Substrate vor Windverwehungen zu schützen, müssen sie auf dem Feld mit Vlies abgedeckt werden, insbesondere das Substrat mit Hygropor 73. Beim Pilzbefall zeigte der Substrattyp mit Orgabo gegenüber dem Substrattyp mit Bio Riko keinen Unterschied. Beim Befall mit Gaeumannomyces graminis zeigte das Substrat mit Hygropor 73 den geringsten und das Substrat Lavaterr Golf den höchsten Befall. Im Gegenzug zeigte Lavaterr Golf den niedrigsten Befall bei Microdochium nivale.


23 Tab.20 : Kostenrelation der Zuschlagstoffe im Vergleich mit dem Fertigsubstrat (Nettopreise ab Werk). Benötigte Menge

Einzelpreis

Orgabo, 650 Kg Hygropor 73, 600 Liter

Transportkosten

10,- € pro Tonne 12,45.- € pro Sack (150 L)

Bio Riko, 1 m³

66,- € pro m³

Lavaterr Golf, 5,7 Tonne

41,50,- € pro Tonne

Gesamtbetrag

339,- €

345,- €

44,- €

94,- €

250,- €

316,- €

1080,- €

1316,- €

Bruttopreise pro m³ inkl. Mischungskosten und Transportkosten bis Versuchsanlage Golfplatz Norderney. Fertigsubstrat Lavaterr Golf

454,- €

Selbstgemischte Substrate: 80 Vol.- % Dünensand mit 20 Vol.- % Orgabo

171,- €

80 Vol.- % Dünensand mit 20 Vol.- % Bio Riko

160,- €

85 Vol.- % Dünensand mit 15 Vol.- % Hygropor 73 + Agrosil LR

80,- €

Transportwege sind Kosten und deshalb aus ökonomischer Sicht ein entscheidender Faktor. Es ist ein großer Unterschied, ob man 20% oder 100% Masse auf die Insel Norderney befördert. Der Kostenaufwand ist somit für das Fertigsubstrat höher als für die Zuschlagstoffe. Das Fertigsubstrat Lavaterr Golf besitzt gute Eigenschaften, ist aber das teuerste Produkt, da es zu 100% Masse auf die Insel befördert werde muss. Aus Kosten-NutzenGesichtspunkten ist aus dieser Versuchsanstellung ein Substrat mit Orgabo (20 Vol.- %) und mit Bio Riko (10 Vol.- %) als besonders empfehlenswert hervorgegangen. Es wäre interessant, auch andere Zuschlagstoffe, wie z.B. grobsandigen Sand ohne Feinsand und mit wenig Mittelsand, krümelstabilen anmoorigen Marschboden oder Fasergespinste wie Netlawn in Betracht zu ziehen und diese Mischungen auf Wasserdurchlässigkeit, Wasserspeicherfähigkeit, Nährstoffbevorratung und Scherfestigkeit zu untersuchen. Das Versuchsfeld bleibt weiterhin bestehen, um auch in der nächsten Vegetationsperiode Bonituren erfassen zu können. Es werden mechanische Maßnahmen durchgeführt, wie z. B vertikutieren und aerifizieren etc. Es soll auch durch Golfspieler belastet werden. Der Versuchsstandort befindet sich auf der zukünftigen Erweiterungsfläche des Golfplatzes und ist somit repräsentativ für die dortige Standortverhältnisse.


24

6. Zusammenfassung Aufgabe dieser Arbeit ist es, f端r die Gr端ns des Golfclubs Norderney ein Rasentragschichtsubstrat zu entwickeln, das den vorhandenen Baustoff D端nensand optimiert. Zu diesem Zweck wurden 3 Versuchsvarianten erstellt und mit den Eigenschaften von Lavaterr Golf verglichen. Folgende Ergebnisse wurden dabei erzielt: Das Substrat Hygropor 73 /Agrosil LR ist in der Handhabung schwierig auf Grund der st辰ndig herrschenden Winde. Das Substrat mit Bio Riko/Eichenrinden-Kompost weist einen hohen Gehalt an organischer Substanz (1,9 % org. Substanz) auf. Die Verbesserung der Scherfestigkeit im Substrat war im gesamten Zeitraum jedoch nicht befriedigt. Aus bodenphysikalischer Sicht ist das Substrat mit 20 Vol- % Orgabo sehr positiv zu beurteilen. Das Fertigsubstrat Lavaterr Golf ist in seinen Eigenschaften nicht zu beanstanden. Aus Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten ist aus dieser Versuchsanstellung ein Substrat mit Orgabo (20 Vol.- %) und mit Bio Riko/Eichenrinden-Kompost (10 Vol.- %) als besonders empfehlenswert hervorgegangen.


25

7. Literaturverzeichnis ACHTERBERG, U., 2002: Bemessungsgrundlage für Wasserdurchlässigkeit und Wasserspeicherung von belastbaren Vegetationsflächen, Rasen-Turf-Gazon, 1/ 2002, 12-25 BAKKER, H. S., 1971: Norderney vom Fischerdorf zum Nordseeheilbad. 2. Aufl., Verlag H. Soltau, Norden, 157 S. COMPO, 2004: Rasenpflege für Profis, Krankheiten. COMPO GmbH & Co. KG, Münster, 30 S. COMPO, 2003: Produktinformationen Düngung, Pflanzenschutz, Bodenverbesserung für Erwerbsgartenbau, Landschaftsbau und Landwirtschaft. COMPO GmbH & Co. KG, Münster, 285 S. Fa. Dr. CLEMENT, 2004: Schriftliche Mitteilung. FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.), 1990: Richtlinie für den Bau von Golfplätzen. 1.Aufl., Troisdorf, 20 S.1995: 2.Aufl., Troisdorf, 35 S. 2000: 3.Aufl., Bonn. 37 S. FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.), 1999: Beschreibendes Düngemittelverzeichnis für den Landschafts- und Sportplatzbau. FLL, Bonn, 238 S. HOFFMANN, E., 2004: Schriftliche Mitteilung. HUMMEL, N. W., 1993: Rationale for the Revisions of the USGA Green Constructions Specifications. USGA Green Constructions Specifications. USGA Green Section Record March/April 1993, 7-21 KÖNIG, J.G., 1977: Norderney Portrait einer Insel. 1.Aufl., Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude, 217 S. LOCHOW, J. V. und W. SCHUSTER, 1961 : Anlage und Auswertung von Feldversuchen. DLG- Verlag, Frankfurt/Main, 130 S. MEHNERT, C., 1996: Bodenaufbauten und Baufehler, Fortbildungskurs C 13, schriftliche und mündliche Mitteilung. Deula- Rheinland, Kempen PRÄMAßING, W., 1993: Standortanalysen als Grundlage wirtschaftlicher Bauweisen von Rasensportanlagen. Rasen-Turf-Gazon, 1/ 1994, 14-17 REINKEMEYER. D., 2004: Schriftliche Mitteilung. TEMME, M., 1995: Die Vögel der Insel Norderney. Jordsand Buch. 9, Verlagsgesellschaft Cuxhaven mbH & Co., Cuxhavener Nachrichten KG, Cuxhaven, 274 S. WEGE, L., 2004: Schriftliche und mündliche Mitteilung.


26

Anhang

Anhang 1 Tab.11 Schnittfrequenz und Schnitthöhen auf den Testparzellen

Seite 27

Anhang 2 Niederschlagsmengen in 2004

28

Anhang 3 Tab.14 Feldaufgang auf den einzelnen Substrate, Ansaat erfolgte am19.04.2004; Tab.15 Narbendichte bei 8 mm Schnitthöhe, Durchwurzelungstiefe und Aspekt am 18.06.2004

29

Anhang 4 Tab.16 Narbendichte bei 5 mm Schnitthöhe, Durchwurzelungstiefe und Aspekt am 22.07.2004; Tab.17 Narbendichte bei 4 mm Schnitthöhe, Durchwurzelungstiefe und Aspekt am 20.08.2004

30

Anhang 5 Tab.18 Narbendichte bei 4 mm Schnitthöhe, Durchwurzelungstiefe, Aspekt und Reißfestigkeit am 28.09.2004; Tab.19 Narbendichte bei 4 mm Schnitthöhe, Durchwurzelungstiefe, Aspekt und Reißfestigkeit am 12.11.2004

31

Anhang 6 Abb. 1-8: Mitte April 2004; Erstellung der Versuchsanlage und Mischen der Substrate

32

Anhang 7/ Seite 1 Abb. 1-8: Messung der Durchwurzelungstiefe der 16 Parzellen am 22.07.2004

33

Anhang 7/ Seite 2 Abb. 1-8: Messung der Durchwurzelungstiefe der 16 Parzellen am 22.07.2004

34

Anhang 8 Bild 1. Regenmesser; 2. Vliesabdeckung: 3. Bonitur vom Auflaufen der Gräser; 35 4. Feldansicht im Juni; 5. Dritte Bonitur der Narbendichte; 6. und 7. Messung mit Doppelring-Infiltrometer; 8. Messen der Durchwurzelungstiefe am 28.09.2004 Anhang 9/ Seite 1 Eignungsprüfung und Wasserdurchlässigkeit des Dünensandes

36

Anhang 9/ Seite 2 Laborergebnisse des Dünensandes

37

Anhang 10 Bodenphysikalische Untersuchung des Dünensandes

38

Anhang 11 Laborergebnisse des Testsubstrats Orgabo

39

Anhang 12 Laborergebnisse des Fertigsubstrats Lavaterr Golf

40

Anhang 13 Kontrollprüfung, Wasserdurchlässigkeit Hygropor 73/ Agrosil LR

41

Anhang 14 Kontrollprüfung, Wasserdurchlässigkeit Bio Riko

42

Anhang 15 Kontrollprüfung, Wasserdurchlässigkeit Orgabo

43

Anhang 16 Kontrollprüfung, Wasserdurchlässigkeit Lavaterr Golf

44


27 Anhang 1

Tab. 11: Schnittfrequenz und Schnitthรถhen auf den Testparzellen Schnitt

Datum

mm

Schnitt

Datum

mm

1

14-05-2004

10

30

16-08-2004

5

2

17-05-2004

10

31

19-08-2004

4

3

21-05-2004

10

32

23-08-2004

4

4

28-05-2004

10

33

26-08-2004

4

5

01-06-2004

9

34

30-08-2004

4

6

07-06-2004

9

35

01-09-2004

4

7

14-06-2004

9

36

03-09-2004

4

8

16-06-2004

8

37

06-09-2004

4

9

18-06-2004

8

38

09-09-2004

4

10

20-06-2004

8

39

17-09-2004

4

11

22-06-2004

8

40

20-09-2004

4

12

24-06-2004

8

41

22-09-2004

4

13

26-06-2004

8

42

24-09-2004

4

14

28-06-2004

6,5

43

27-09-2004

4

15

30-06-2004

6,5

44

05-10-2004

4

16

02-07-2004

6,5

45

08-10-2004

4

17

05-07-2004

6,5

46

11-10-2004

4

18

08-07-2004

6,5

47

14-10-2004

4

19

12-07-2004

6,5

48

18-10-2004

4

20

14-07-2004

6,5

49

22-10-2004

4

21

16-07-2004

5

50

25-10-2004

4

22

20-07-2004

5

51

27-10-2004

4

23

22-07-2004

5

52

29-10-2004

4

24

26-07-2004

5

53

01-11-2004

4

25

28-07-2004

5

54

03-11-2004

4

26

02-08-2004

5

55

05-11-2004

4

27

06-08-2004

5

56

12-11-2004

4

28

09-08-2004

5

57

18-11-2004

4

29

13-08-2004

5

58

25-11-2004

4


28 Anhang 2 Ergebnisse zur Niederschlagsmenge in 2004 am Standort Norderney, gemessen durch die Messstation des Deutschen Wetterdienstes (Tab.12) bzw. durch den Verfasser (Tab.13) Tab. 12: Tag April 1 . 2 0,0 3 2,9 4 3,2 5 10,2 6 0,3 7 1,9 8 . 9 0,6 10 . 11 0,0 12 0,0 13 . 14 . 15 . 16 . 17 0,0 18 2,1 19 0,2 20 0,2 21 0,0 22 0,2 23 . 24 0,0 25 . 26 . 27 . 28 0,2 29 0,5 30 . 31 Summe 22,5 Langj. 41 Mittel % 55

Tab. 13: Mai . 0,0 0,0 0,0 . 0,8 0,2 0,0 0,3 0,0 0,0 . 0,0 . . 0,0 0,0 0,0 . 0,0 0,0 0,6 . . 0,4 0,0 . . . 0,5 0,5 3,3 49

Juni 0,0 0,1 2,8 1,0 0,0 0,0 . 0,0 0,0 . 0,1 0,2 . 0,0 0,0 0,4 3,3 7,4 8,1 10,7 4,8 0,7 16,9 8,3 1,1 1,5 2,8 0,0 0,0 1,8

7

114

72,0 63

Juli Aug Sep 0,0 . 0,1 8,6 . . 37,8 . . 46,8 . . 0,0 . 0,1 . . . 1,2 . . 3,2 . . 0,1 . . 4,4 . 0,0 22,9 4,9 9,3 0,0 20,2 5,9 0,0 9,4 7,5 4,2 . 6,7 11,7 0,0 1,8 0,9 11,3 0,0 17,2 0,4 0,5 3,9 4,5 0,3 0,0 0,0 0,2 1,5 10,9 20,7 0,3 4,4 13,5 . 0,0 0,6 0,1 7,0 14,6 0,0 8,2 1,3 4,1 12,5 1,9 0,0 5,4 0,5 0,0 5,4 0,0 . 0,0 17,6 . 2,3 0,2 0,1 8,4 0,0 0,0 6,0 169,0 121,2 103,3 76 73 72 222

166

143

Okt 3,8 0,5 1,7 4,4 0,0 0,8 0,8 0,6 0,0 . . . . 0,1 1,0 0,0 4,0 2,3 . 6,9 0,1 0,4 8,2 3,5 1,0 2,3 0,4 0,1 4,7 0,6 0,0 48,2 80

Nov 0,0 0,6 0,0 0,9 1,6 0,0 0,0 0,0 7,8 2,9 . 3,1 2,4 0,1 0,3 8,7 3,7 8,6 7,4 4,9 5,4 0,4 0,0 . 0,0 4,5 0,0 0,1 0,1 0,1 63,5 98

60

72

Tag April 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 . 20 . 21 . 22 . 23 . 24 . 25 . 26 . 27 . 28 . 29 1,3 30 . 31 Summe 1,3 Langj. 41 Mittel % 3,2

Mai . . . . . 0,5 0,5 . . . . . . . . . . . . . . 1,0 . . . . . . . 1,0 0,5 3,5 49

Juni . . 3,0 1,0 . . . . . . . . . . . . 3,9 7,5 8,0 11,0 4,5 1,0 17,0 8,0 1,5 1,5 3,0 . . 1,5

7

114

72,4 63

Juli Aug Sep . . . 8,5 . . 35,0 . . 50,0 . . . . . . . . 1,5 . . 3,0 . . . . . 5,0 . . 22,5 5,0 9,5 . 20,0 6,0 . 9,5 7,5 4,0 . 7,0 12,0 . 2,0 1,0 11,0 . 17,0 0,5 0,5 4,0 4,5 0,5 . . . 2,0 11,0 20,5 . 4,5 14,0 . . 0,5 . 7,0 14,5 . 8,5 1,0 4,0 12,5 2,0 . 5,5 0,5 . 5,5 . . . 17,5 . 2,5 . . 8,0 . . 6,0 169,5 121,0 103,5 76 73 72 222

166

143

Okt 4,0 0,5 1,0 4,5 . 1,0 1,0 0,5 . . . . . . 1,0 . 4,0 2,5 . 7,0 . 0,5 8,0 3,5 1,0 2,0 0,5 . 5,0 0,5 . 48,5 80

Nov . 0,5 . 1,0 1,5 . . . 7,5 3,0 . 3,0 2,5 . 0,5 9,0 3,5 8,5 7,5 5,0 5,5 0,5 . . . 4,5 . . . . 63,5 98

60

72


29 Anhang 3 Tab. 14: Feldaufgang auf den einzelnen Substraten ; Ansaat erfolgte am 19.04.04 06-05-04.

15-05-04

28-05-04

Orgabo Feld (1)

30%

30%

60%

Orgabo Feld (2)

25%

25%

60%

Orgabo Feld (3)

20%

20%

60%

Orgabo Feld (4)

35%

35%

60%

Lavaterr Golf Feld (1)

40%

50%

85%

Lavaterr Golf Feld (2)

40%

50%

80%

Lavaterr Golf Feld (3)

30%

40%

80%

Lavaterr Golf Feld (4)

30%

40%

85%

Bio Riko Feld (1)

40%

45%

80%

Bio Riko Feld (2)

20%

25%

60%

Bio Riko Feld (3)

30%

35%

80%

Bio Riko Feld (4)

50%

55%

90%

Hygropor 73 & Agrosil LR Feld (1)

25%

25%

60%

Hygropor 73 & Agrosil LR Feld (2)

45%

50%

85%

Hygropor 73 & Agrosil LR Feld (3)

40%

45%

90%

Hygropor 73 & Agrosil LR Feld (4)

25%

35%

75%

Tab.15: Narbendichte bei 8 mm Schnitthรถhe, Durchwurzelungstiefe und Aspekt am 18.06.04 Narbendichte

Durchwurzelungstiefe Aspekt

Orgabo Feld (1)

95%

20 cm

Gut

Orgabo Feld (2)

95%

20 cm

Gut

Orgabo Feld (3)

85%

19 cm

Gut

Orgabo Feld (4)

98%

18 cm

Gut

Lavaterr Feld (1)

96%

20 cm

Gut

Lavaterr Feld (2)

95%

18 cm

Gut

Lavaterr Feld (3)

95%

19 cm

Gut

Lavaterr Feld (4)

95%

18 cm

Gut

Bio Riko Feld (1)

95%

19 cm

Gut

Bio Riko Feld (2)

95%

20 cm

Gut

Bio Riko Feld (3)

95%

20 cm

Gut

Bio Riko Feld (4)

95%

19 cm

Gut

Hygropor Feld (1)

95%

20 cm

Gut

Hygropor Feld (2)

95%

19 cm

Gut

Hygropor Feld (3)

95%

21 cm

Gut

Hygropor Feld (4)

95%

20 cm

Gut


30 Anhang 4 Tab.16: Narbendichte bei 5 mm Schnitthรถhe, Durchwurzelungstiefe und Aspekt am 22.07.04 Narbendichte

Durchwurzelungstiefe Aspekt

Orgabo Feld (1)

99%

20 cm

Gut

Orgabo Feld (2)

99%

22 cm

Gut

Orgabo Feld (3)

99%

21 cm

Gut

Orgabo Feld (4)

99%

21 cm

Gut

Lavaterr Feld (1)

99%

20 cm

Gut

Lavaterr Feld (2)

95%

18 cm

Gut

Lavaterr Feld (3)

97%

19 cm

Gut

Lavaterr Feld (4)

97%

18 cm

Gut

Bio Riko Feld (1)

99%

19 cm

Gut

Bio Riko Feld (2)

99%

21 cm

Gut

Bio Riko Feld (3)

97%

21 cm

Gut

Bio Riko Feld (4)

99%

22 cm

Gut

Hygropor Feld (1)

99%

21 cm

Gut

Hygropor Feld (2)

97%

21 cm

Gut

Hygropor Feld (3)

97%

21 cm

Gut

Hygropor Feld (4)

97%

20 cm

Gut

Tab.17: Narbendichte bei 4 mm Schnitthรถhe , Durchwurzelungstiefe und Aspekt am 20.08.04 Narbendichte

Durchwurzelungstiefe Aspekt

Orgabo Feld (1)

99%

20 cm

Gut

Orgabo Feld (2)

99%

22 cm

Gut

Orgabo Feld (3)

99%

21 cm

Gut

Orgabo Feld (4)

99%

21 cm

Gut

Lavaterr Feld (1)

99%

20 cm

Gut

Lavaterr Feld (2)

82%

20 cm

Weniger gut

Lavaterr Feld (3)

97%

20 cm

Gut

Lavaterr Feld (4)

97%

20 cm

Gut

Bio Riko Feld (1)

99%

21 cm

Gut

Bio Riko Feld (2)

99%

21 cm

Gut

Bio Riko Feld (3)

97%

21 cm

Gut

Bio Riko Feld (4)

99%

22 cm

Gut

Hygropor Feld (1)

70%

21 cm

schlecht

Hygropor Feld (2)

97%

21 cm

Gut

Hygropor Feld (3)

97%

21 cm

Gut

Hygropor Feld (4)

97%

21 cm

Gut


31 Anhang 5 Tab.18: Narbendichte bei 4 mm Schnitthöhe, Durchwurzelungstiefe und Aspekt, Reißfestigkeit am 28.09.04 Narbendichte Durchwurzelungstiefe Aspekt

Reißfestigkeit

Orgabo Feld(1)

99%

24 cm

Gut

Sehr Gut

Orgabo Feld (2)

99%

26 cm

Gut

Sehr Gut

Orgabo Feld (3)

99%

19 cm

Gut

Sehr Gut

Orgabo Feld (4)

99%

23 cm

Gut

Sehr Gut

Lavaterr Feld (1)

99%

23 cm

Gut

Gut

Lavaterr Feld (2)

99%

25 cm

Gut

Gut

Lavaterr Feld (3)

99%

22 cm

Gut

Gut

Lavaterr Feld (4)

99%

25 cm

Gut

Gut

Bio Riko Feld (1)

99%

20 cm

Gut

Sehr Gut

Bio Riko Feld (2)

99%

23 cm

Gut

Sehr Gut

Bio Riko Feld (3)

99%

21 cm

Gut

Sehr Gut

Bio Riko Feld (4)

99%

21 cm

Gut

Sehr Gut

Hygropor Feld (1)

99%

19 cm

Gut

Gut

Hygropor Feld (2)

99%

22 cm

Gut

Gut

Hygropor Feld (3)

99%

25 cm

Gut

Gut

Hygropor Feld (4)

99%

25 cm

Gut

Gut

Tab.19: Narbendichte bei 4 mm Schnitthöhe, Durchwurzelungstiefe und Aspekt, Reißfestigkeit am 12.11.04 Narbendichte Durchwurzelungstiefe Aspekt

Reißfestigkeit

Orgabo Feld (1)

99%

24 cm

Gut

Sehr Gut

Orgabo Feld (2)

99%

26 cm

Gut

Sehr Gut

Orgabo Feld (3)

99%

19 cm

Gut

Sehr Gut

Orgabo Feld (4)

99%

23 cm

Gut

Sehr Gut

Lavaterr Feld (1)

99%

23 cm

Gut

Gut

Lavaterr Feld (2)

99%

25 cm

Gut

Gut

Lavaterr Feld (3)

99%

22 cm

Gut

Gut

Lavaterr Feld (4)

99%

25 cm

Gut

Gut

Bio Riko Feld (1)

99%

20 cm

Gut

Sehr Gut

Bio Riko Feld (2)

99%

23 cm

Gut

Sehr Gut

Bio Riko Feld (3)

99%

21 cm

Gut

Sehr Gut

Bio Riko Feld (4)

99%

21 cm

Gut

Sehr Gut

Hygropor Feld (1)

99%

19 cm

Gut

Gut

Hygropor Feld (2)

99%

22 cm

Gut

Gut

Hygropor Feld (3)

99%

25 cm

Gut

Gut

Hygropor Feld (4)

99%

25 cm

Gut

Gut


32 Anhang 6 Bilddokumentation

1

2

3

4

5

6

7

8

Abb. 1-8: Mitte April 2004; Erstellung der Versuchsanlage und Mischen der Substrate


33 Anhang 7/ Seite 1 Bilddokumentation

1

2

3

4

5

6

7

8

Abb. 1-8: Messung der Durchwurzelungstiefe der 16 Parzellen am 22.07.2004

Anhang 7/ Seite 2


34 Bilddokumentation

1

2

3

4

5

6

7

8

Abb. 1-8: Messung der Durchwurzelungstiefe der 16 Parzellen am 22.07.2004


35 Anhang 8 Bilddokumentation

1

2

3

4

5

6

7

8

Abb.: 1. Regenmesser; 2. Vliesabdeckung; 3. Bonitur vom Auflaufen der Gr채ser; 4. Feldansicht im Juli; 5. Dritte Bonitur der Narbendichte; 6. und 7. Messung mit Doppelring-Infiltrometer; 8. Messen der Durchwurzelungstiefe am 28.09.2004


36 Anhang 9/ Seite 1


37 Anhang 9/ Seite 2


38 Anhang 10


39 Anhang 11


40 Anhang 12


41 Anhang 13


42 Anhang 14


43 Anhang 15


44 Anhang 16


45

9. Erklärung „Hiermit erkläre ich, diese Arbeit selbständig verfasst und keine anderen, als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel, benutzt zu haben. Alle Stellen der Arbeit, die wörtlich oder sinngemäß aus Veröffentlichungen oder aus anderen fremden Mitteilungen entnommen wurden, sind als solche kenntlich gemacht. Diese Arbeit ist bislang weder in dieser noch in anderer Form einer Prüfungsbehörde vorgelegt worden.“

Norderney den 28.02.2005

Giuseppe Bruno

Facharbeit  

Möglichkeiten zur Optimierung der bodenphysikalischen Eigenschaften von Dünensand zur Herstellung von Rasentragschichtsubstraten für Grüns.

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