Issuu on Google+

27 WEIHNACHTSBRÄUCHE aus Europa


1 Dezember: Österreich Stille Nacht

© picture-alliance/ dpa Der Text eines der berühmtesten Weihnachtslieder wurde in einem österreichischen Dorf unweit von Salzburg im Jahre 1816 von Pastor Joseph Franz Mohr geschrieben. Zwei Jahre später benötigte er ein Lied für seine Weihnachtsmesse und bat seinen Freund, den Organisten Franz Xaver Gruber, die Musik für ihn zu komponieren. Das Lied wurde zum ersten Mal am Heiligabend in der St. Nikolaus-Kirche in Oberndorf durch den Chor mit Gitarrenbegleitung aufgeführt. Wenige Jahre später wurden einige Noten geändert, und die Melodie wurde zu der, die die Welt heute kennt. In Österreich gehört das Weihnachtslied zum Nationalschatz, und der kommerzielle Gebrauch ist nicht gestattet. Der gemeinnützige Verein "Stille Nacht Gesellschaft" wurde gegründet, um das Erbe des Liedes zu schützen. Heute steht die Stille-Nacht-Gedächtniskapelle am Platz der ehemaligen St. Nikolaus-Kirche in Oberndorf. Musikvideo: » http://www.stillenacht.at

2


2 Dezember: Litauen Kūčios

Kūčios ist das traditionelle Weihnachtsessen in Litauen. Das Weihnachtsessen in Litauen ist eine Familienangelegenheit, die viele Traditionen heidnischen und christlichen Ursprungs enthält. Jedes Familienmitglied gibt sich zu Weihnachten besondere Mühe nach Hause zu kommen, auch aus großen Entfernungen. Das Abendessen besteht aus sehr speziellen Gerichten, in der Regel genau zwölf, da die Gerichte die zwölf Aposteln darstellen. Am Weihnachtsabend kann kein Fleisch, Milchprodukte oder warme Speisen serviert werden. Typische Gerichte sind Fisch, Gemüse und Brot. Hering wird mit verschiedenen Saucen serviert. Ungurys, oder europäischer Räucheraal, ist auch ein verbreitetes Gericht. Barščiai (Borschtsch) ist eine Rübensuppe, die am häufigsten serviert wird. Andere typische Gerichte sind gekochte oder gebackene Kartoffeln, gekochtes Sauerkraut (ohne Fleisch zubereitet), Pilze, Kūčiukai (mundgerechte harte Kekse) mit Agounų Pienas oder Aguonpienis (eine Mohn-'Milch'), Moosbeeren- Pudding und MehrkornBrot mit Honig und Margarine (da Butter nicht erlaubt ist). Hier können Sie mehr zu Weihnachten in Litauen erfahren: » http://www.litauen.info

3


3 Dezember: Spanien Jota

Die Jota ist ein spanischer Volkstanz, welcher ursprünglich aus Aragon, im Norden Spaniens, kommt und bis in das 18. Jahrhundert zurückreicht. Das Wort Jota leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet 'springen', was die lebhaften, elastischen Bewegungen des Tanzes beschreibt. Am Weihnachtsabend, nach dem Weihnachtsessen und der Mitternachtsmesse, zünden die Spanier kleine Öllichter an, während sich die Straßen mit Tänzern und Zuschauern für die Jota füllen. Zur Weihnachtszeit wird eine spezielle Version der Jota aufgeführt, deren Texte und Musik seit Jahrhunderten gesungen werden. Menschen versammeln sich auf der Straße und tanzen zu den Klängen von Trommeln, Gitarren und Lauten. Während die Musik spielt, tanzen die Tänzer mit den Händen auf ihren Köpfen, begleitet von Kastagnetten. Die Lieder, die die Jota begleiten, sind für ihren trockenen Humor bekannt und befassen sich in der Regel mit Leben, Liebe, Hochzeiten oder Religion. Hier können Sie sich die Jota als Video ansehen: » http://www.youtube.com

4


4 Dezember: Deutschland Weihnachtsmärkte

Nichts fängt die Aufregung und die Festlichkeit von Weihnachten so ein wie der Besuch eines Weihnachtsmarkts. Der Dresdner Weihnachtsmarkt, 1434 erstmals ausgetragen, ist einer der ältesten Weihnachtsmärkte der Welt. Pro Jahr zieht er mit seinen mehr als 250 Ständen zwischen 1,5 und 2 Millionen Besucher an. Der Weihnachtsmarkt in Bautzen ist sogar noch älter: 1384 wurde er erstmals urkundlich erwähnt! In vielen Städten in Deutschland und Österreich wird die Zeit des Advents in der Regel mit der Eröffnung des örtlichen Weihnachtsmarkts eingeläutet. Er findet normalerweise in den Fußgängerzonen oder am Stadtplatz statt. Verkauft werden Lebkuchen, Glühwein und Saisonartikel in Buden und Ständen. Oft wird auch gesungen und musiziert. Am ersten Abend (und in einigen Städten auch häufiger) gibt es ein echtes 'Christkind', das von einem älteren Kind gespielt wird. Mehr zu Weihnachten in Deutschland: » http://www.dw.de

5


5 Dezember: Niederlande Sinterklaas

In den Niederlanden heißt der Weihnachtsmann Sinterklaas. Er feiert seinen Geburtstag zusammen mit seinem Helfer Zwarte Piet ('Schwarzer Peter') am 5. Dezember, oder Sinterklaasvond, indem er Geschenke an alle niederländischen Kinder verteilt. Abends lassen Kinder ihre Schuhe oder Stiefel vor der Tür, damit sie mit Süßigkeiten und Geschenken gefüllt werden können. Es heißt, dass Sinterklaas während des restlichen Jahres in Spanien lebt, und am 15. November auf seinem Boot an der holländischen Küste ankommt. Seine Ankunft wird in vielen Küstenstädten in den Niederlanden nachgespielt. Was seine Kleidung anbelangt, trägt Sinterklaas einen roten Mantel, einen Bischofshut und geht mit einem langen, gebogenen Stock. » http://www.stnicholascenter.org

6


6 Dezember: Luxemburg Kleeschen

Die Kinder in Luxemburg glauben, dass Kleeschen - ein anderer Name für den Nikolaus oder Weihnachtsmann - in der Nacht des 5. Dezembers vom Himmel kommt, um ihre Schuhe mit Leckereien zu füllen. Sein Festtag ist am nächsten Tag, dem 6. Dezember. Während der Weihnachtszeit macht Kleeschen oft Besuche in Schulen und er wird oft in Geschäften gesehen. Zur Weihnachtszeit gibt es in Luxemburg keinen Weihnachtsmann. Stattdessen bringt das Christkind in der Regel die Weihnachtsgeschenke, obwohl die Tradition des Weihnachtsmanns von einigen Familien praktiziert wird. Wenn die Familie die Mitternachtsmesse besucht, was immer eine willkommene Ausrede für die Kinder ist, um spät aufzubleiben, dürfen sie manchmal nach der Rückkehr aus der Kirche schon die ersten Geschenke aufmachen, anstatt bis zum nächsten Morgen zu warten. » http://www.youtube.com

7


7 Dezember: Bulgarien Walnüsse

In Bulgarien glaubt man, dass die Stimmung am Heiligen Abend den Ton für das kommende Jahr angibt. Vorhersagen für das neue Jahr werden auf amüsante Weise getroffen: In vielen Haushalten werden Walnüsse, die in einer Schüssel in der Mitte des Tisches platziert werden, von jedem Mitglied der Familie nacheinander geknackt. Wenn die Walnuss frisch ist und gut schmeckt, weiß man, dass im neuen Jahr alles gut gehen wird. Wenn sie jedoch schwarz ist oder nicht gut schmeckt, wird die Prognose weniger gut sein. Man kann ebenso voraussagen, wie das Wetter für jeden Monat des kommenden Jahres sein wird, und ob es eine Hochzeit, eine Geburt, oder vielleicht sogar eine gute Ernte geben wird. Hören Sie einen Podcast über Weihnachten in Bulgarien: » http://www.podcast.de

8


8 Dezember: Dänemark Nisse

Ein Nisse spielt eine wichtige Rolle in der dänischen Weihnachtstradition: Er ist ein kleiner Kobold, der den Leuten während der Feiertage Streiche spielt. Laut der dänischen Folklore war der Nisse der gute Geist, der auf dem Bauernhof lebte und das Haus und die Familie vor Unglück schützte. Er wurde häufig mit einer roten Mütze und Klötzen dargestellt. Erst ab den 1840er Jahren wurde dieser Kobold mit Weihnachten in Verbindung gebracht. Eine Zeit lang brachte er die Weihnachtsgeschenke in Dänemark, und wurde Julenisse genannt, aber allmählich wurde diese Rolle auf den Weihnachtsmann übertragen. Am Heiligabend lassen die Dänen häufig eine Schüssel Milchreispudding mit Kirschsoße draußen, um den Nisse zufrieden zu stellen, damit er es mit Streichen nicht übertreibt. Rezept für Milchreispudding: » http://www.milchreisrezept.de

9


9 Dezember: Lettland Der erste Weihnachtsbaum

Die erste dokumentierte Erwähnung eines geschmückten Tannenbaumes stammt aus dem Jahr 1510, als die Bruderschaft der Schwarzhäupter in Riga ihren Baum aus dem Gildehaus trug und auf dem Marktplatz aufstellte, um ihn herum tanzte und schließlich verbrannte. Die Schwarzhäupter waren eine Vereinigung von Kaufleuten und Schiffskapitänen aus den Hansestädten. Ihr Baum war mit Blumen aus Papier, Äpfeln und Strohpuppen geschmückt, und wurde für die Kinder der Bruderschaft und die Auszubildenden im Zunfthaus aufgestellt. Als der Baum draußen auf dem Marktplatz stand, tanzten Männer in schwarzen Hüten um ihn herum, und verbrannten ihn danach - wahrscheinlich als Symbol des Lichtes für das neue Jahr. » http://liveriga.com

10


10 Dezember: Frankreich Bûche de Noël

Bûche de Noël (Schokoladenrolle) ist ein traditionelles Weihnachtsdessert in Frankreich. Das Rezept stammt aus den 1880ern, es ist aber nicht sicher, ob es in Paris oder Lyon zum ersten Mal zubereitet wurde. Der Name stammt von dem Weihnachtsbrauch einen Holzklotz im Kamin zu verbrennen, um die Wintersonnenwende zu feiern. Diese Tradition verschwand aber allmählich, als die Menschen aufgehört haben große Kamine zu verwenden. Die süße Biskuitroulade, die mit Schokoladencreme gefüllt und überzogen ist, ähnelt dem Holz durch die Nachahmung der Baumrinde mit Hilfe einer Gabel. Der Kuchen ist oft mit Puderzucker bestreut, um den Schnee zu imitieren, oder ist mit grünen Blättern und roten Beeren aus Marzipan, oder sogar mit Baiser oder Makrone verziert. » http://www.kuechengoetter.de

11


11 Dezember: Ungarn Szaloncukor

In Ungarn wird der Weihnachtsbaum am Heiligabend (24. Dezember) geschmückt und die Kerzen werden um 18.00 Uhr angezündet. Meistens sehen die Kinder den Baum zum ersten Mal um diese Uhrzeit, denn es wird ihnen gesagt, dass der Baum durch das Christkind zu ihnen nach Hause gebracht wurde. Eine typische Dekoration heißt Szaloncukor (wörtlich: 'Salon-Zucker'), eine mit Fondant gefüllte Schokolade, die mit glänzender farbiger Folie umwickelt ist, und Rüschen an beiden Enden hat. Die Tradition der Süßigkeit als Weihnachtsbaumdekoration geht zurück auf die Zeit der Österreich-Ungarischen Monarchie. Sie wurden Szaloncukor genannt, weil der Baum in der Regel im Salon stand. Diese Weihnachtssüßigkeiten kommen in einer Vielzahl von Geschmacksrichtungen, einschließlich Gelee, Kokosnuss oder Haselnuss. Sie werden auf dem Baum mit einem Stück Schnur oder einem kleinen Metall-Haken aufgehängt. » http://www.youtube.com

12


12 Dezember: Italien Panettone

Eine der italienischen Nachspeisen, die am Weihnachtsabend gegessen wird, ist weltweit bekannt: Panettone wurde vor 500 Jahren in Mailand zum ersten Mal zubereitet, und ist seitdem das Wahrzeichen der Stadt geworden. Dieser Obstkuchen ist an seiner typischen Kuppel-Form leicht zu erkennen. Der flauschige Teig ist das Ergebnis einer langen Ruhezeit, und traditionell sind kandierte Orangen und Rosinen oder Schokolade typische Zutaten. Was seinen Ursprung angeht, gibt es mehrere Versionen der Volksetymologie, eine von ihnen ist verbunden mit dem Hof der Sforzas. Der Legende nach gab es an einem Weihnachtsabend keinen Nachtisch für die Gäste, sodass ihnen Früchtebrot angeboten wurde, das von einem Bäckerlehrling namens Toni zubereitet wurde. Das Dessert war ein Erfolg, so dass der Koch den Kuchen pane di Toni (wörtlich: 'Tonis Brot') nannte. Andere sagen, dass der Name von pane di tono, d. h. 'Brot des Luxus' abgeleitet ist. » http://www.youtube.com

13


13 Dezember: Schweden Luciadagen

Das Luciafest wird am 13. Dezember gefeiert, und ist die wichtigste Feier vor Weihnachten in Schweden. Es gedenkt der heiligen Lucia, die im Jahr 303 n. Chr. für ihren Glauben gestorben ist. Die Legende besagt, dass sie heimlich Essen für die inhaftierten Christen in die Katakomben brachte, und Kerzen auf dem Kopf trug, um ihre Hände frei zu halten. Am 13. Dezember wurde traditionell auch das Licht gefeiert, denn nach dem alten Kalender ist das der Tag, ab dem die Tage wieder länger werden. In Schweden wird in jeder Ortschaft, und sogar an jeder Schule, eine Prozession mit Kerzen gehalten. Mädchen tragen weiße Roben mit roten Gürtel. Ein Mädchen ist Lucia, die eine Krone mit Kerzen auf dem Kopf trägt. Die Jungen verkleiden sich als Sternjungen mit weißen Outfits und Spitzenhüten. Es ist üblich, an diesem Tag Lussekatter ('Luciagebäck') und Ingwerkekse zu essen, Glog (Glühwein) zu trinken und Weihnachtslieder zu singen. Rezept für Luciagebäck: » http://www.chefkoch.de

14


14 Dezember: Belgien Nicht nur ein Weihnachtsmann

In Belgien gibt es zwei Weihnachtsmann-Figuren: St. Nikolaus und Père Noël. St. Nikolaus besucht die Kinder, die die wallonische Sprache sprechen. Das erste Mal kommt er am 4. Dezember, um herauszufinden, wer brav und wer ungezogen gewesen ist. Wenn ein Kind brav war, bringt er am 6. Dezember viele Leckereien, während die unartigen Kinder nur Zweige bekommen, die St. Nikolaus in ihren Schuhen oder in kleinen Körben zurück lässt. Père Noël besucht diejenigen, die in Belgien französisch sprechen. Er kommt gemeinsam mit seinem Gefährten Père Fouettard und fragt alle Kinder, ob sie brav oder ungezogen gewesen sind. Wenn sie wirklich brav waren, erhalten sie Pralinen und Süßigkeiten. Wenn sie unartig gewesen sind, ist es wahrscheinlicher, dass sie Stöcke oder Zweige bekommen. Mehr über Weihnachten in Belgien hier: » http://www.daad-magazin.de

15


15 Dezember: Slowenien Potica

Es gibt sehr viele Weihnachtsgerichte in Slowenien. Diese Gerichte unterscheiden sich nicht nur in ihrer regionalen Herkunft voneinander, sondern auch durch ihre verschiedenen historischen Einflüsse. Darüber hinaus kommen einige Speisen aus dem Kreis der wohlhabenden Stadtbürger, während andere ländlichen Ursprungs sind. Was Weihnachtsgerichte und -getränke betrifft, so sind die ländlichen Ursprungs oft ganz besonders traditionell und in vielerlei Hinsicht auch ritualisiert. Diese Gerichte sind auch stark mit Verehrung der Toten verbunden, die, wie früher viele Slowenen glaubten, in dieser wichtigen Zeit des Jahres ihre Verwandtschaft 'besuchen'; diese Tradition lebt auch heute noch in Slowenien fort. Das folgende Rezept für Potica, einem festlichen Kuchen, der oft auch zu Weihnachten gebacken wird, ist in den meisten Ost- und mitteleuropäischen Ländern verbreitet. Guten Appetit! Das Rezept können Sie hier finden: » http://slovenia.info

16


16 Dezember: Polen Das Brechen der Oplatek

Einer der schönsten und am weitesten verbreiteten polnischen Weihnachtsbräuche ist das Brechen der Oplatek. Die Oplatek ist eine dünne Waffel oder Oblate, hergestellt aus Mehl und Wasser, und oft mit verschiedenen christlichen Motiven bedruckt. Wenn man sie essen soll, ist sie üblicherweise weiß, farbige Waffeln werden jedoch oft als Christbaumschmuck verwendet. In der Vergangenheit wurden Oplatek vom Organisten oder sogar dem Pfarrer selbst gebacken und von Haus zu Haus in der Pfarrgemeinde in der Adventszeit verteilt. Heute werden sie kommerziell hergestellt und in Geschäften verkauft. Manchmal werden Oplatek auch in Grußkarten an Freunde und Verwandte zur Adventszeit geschickt. Die Oplatek wird nicht nur in Polen gebrochen und gegessen, sondern auch von Menschen polnischer Abstammung auf der ganzen Welt. » http://whychristmas.com

17


17 Dezember: Griechenland Agios Vassilis

Viele aus dem Westen importierte Bräuche, wie z.B. der Weihnachtsbaum, sind in Griechenland längst zur Tradition geworden. Die Geschenke für die Kinder jedoch werden noch in den meisten Familien nicht am Heiligabend vom Weihnachtsmann oder dem Christkind gebracht, sondern am 31. Dezember um Mitternacht vom Agios Vassilis (Heiliger Vassilios). Der Tradition nach schneidet man zum Jahreswechsel um Mitternacht in allen griechischen Häusern die Vassilopita, den Vassilis-Kuchen - in den eine Münze eingebacken wird - an. Bei der Verteilung der Stücke durch das Familienoberhaupt wird das erste Stück Christus oder der Panagia (Muttergottes) gewidmet. Neben den nahen und fernen Familienmitgliedern kommen aber auch das Haus, die Haustiere, die Felder und der Gast bzw. der Arme an die Reihe. Derjenige, dem die Münze (das Gouri) zufällt, bekommt ein 'Taschengeld', ist aber vor allem der Glückspilz des Jahres. Das Anschneiden der Vassilopita ist schließlich auch in jedem Unternehmen und Verein Bestandteil des Jahresanfangs. Hier finden Sie ein Rezept für die Vassilopita: » http://www.chefkoch.de

18


18 Dezember: Tschechische Republik Good King Wenceslas

Good King Wenceslas ist eine beliebtes Weihnachtslied im englischsprachigen Raum. Es erzählt vom guten König Wenceslas, der am 2. Weihnachtsfeiertag (dem sogenannten Feast of Stephen) dem harten Winter-Wetter trotzt, um einem armen Bauern Almosen zu geben. Während der Reise des Königs ist sein treuer Page kurz davor, den Kampf gegen die Kälte aufzugeben. Der König jedoch rät ihm, weiterhin anhand seiner Fußspuren, Schritt für Schritt seinen Weg durch den Tiefschnee machen. Die Legende basiert auf dem Leben des historischen St. Wenzel, Herzog von Böhmen (907-935). 1853 schrieb John Mason Neale den Text zu einer Melodie, die auf der Grundlage einer Frühlingshymne Tempus Adest Floridum ('die Zeit ist nahe für das Blühen') aus dem 13. Jahrhundert beruht. Wenceslas galt sofort nach seinem Tod als Märtyrer und Heiliger, als ein Kult im heutigen Tschechien als auch in England entstand, wo Good King Wenceslas noch immer eines der beliebtesten Weihnachtslieder ist. Hier finden Sie ein Video eines Vortrags des Liedes:

19


» http://www.youtube.com

19 Dezember: Malta Presepju

Weihnachtskrippen oder Presepju sind zur Weihnachtszeit auf Malta äußerst verbreitet. Die erste Krippe ist mit Franz von Assisi verbunden, und es waren italienische Adlige, die die ersten Krippen nach Malta brachten. Damals waren sie nicht sehr beliebt, und wurden in Zeiten der extremen Armut sogar verbrannt. Seitdem haben sie sich aber entsprechend der Landschaft und lokalen Traditionen geändert: Pasturi, die Statuetten in den Krippen, tragen oft maltesische Kostüme und der Hintergrund ist in der Regel ein für die Region typisches Gebäude, wie eine Mühle oder ein Bauernhaus. Die erste maltesische Krippe war vermutlich in der dominikanischen Kirche in Rabat ausgestellt. Heutzutage sind mechanische Krippen, in denen sich die Figuren bewegen, sehr beliebt. In den 1980er Jahren wurde die Gesellschaft der Freunde der Krippe gegründet, um die Tradition aufrecht zu erhalten. Gesellschaft der Freunde der Krippe: » http://www.presepjumalta.org

20


20 Dezember: Rumänien Rumänische Weihnachtslieder

Weihnachten ist eine sehr wichtige Angelegenheit in Rumänien. Es gibt dort zwar viele Bräuche und Traditionen, die typisch rumänisch sind, jedoch hat Rumänien vor allem in letzter Zeit mehrere Weihnachtsbräuche aus Westeuropa übernommen. Eine ältere und traditionellere Art, Weihnachten in Rumänien zu feiern, ist folgende: Kinder gehen von Tür zu Tür in der Nachbarschaft und singen traditionelle Weihnachtslieder, die als Colinda bekannt sind. Obwohl die Texte der Colinde von den Ereignissen der Geburt Christi handeln, sind bestimmte Elemente der Weihnachts-Feierlichkeiten wahrscheinlich vorchristlichen Ursprungs und haben ihre Wurzeln in heidnischen Ritualen. Die Prozession wird in der Regel von einer Person angeführt. Die Kinder gehen von Tür zu Tür und tragen große Papiersterne, auf welchen das Jesuskind, eine Krippe oder andere Weihnachts-Bilder gedruckt sind. Hier noch mehr Informationen zu Weihnachten in Rumänien: » http://www.daad-magazin.de

21


21 Dezember: Finnland Joulupukki

Joulupukki, wie der Weihnachtsmann in Finnland bekannt ist, lebt nördlich des Polarkreises im abgelegenen Korvatunturi ('Ohr-Berg') im finnischen Lappland mit seiner Frau. Er hat eine zugänglichere Werkstatt und eine Poststelle in Rovaniemi, wohin er in den Wochen vor Weihnachten jeden Tag auf seinen Schlitten hinfährt. Zuhause ist er von Elfen und Rentieren umgeben, von denen eines Petteri Punakuono heißt, das vermutlich das Vorbild für Rudolph, the Red-Nosed Reindeer ist. Joulupukki hat einen langen weißen Bart und trägt einen dicken roten Mantel, um ihn im arktischen Winter warm zu halten. Seine Frau Joulumuori kocht ausgezeichneten Weihnachtsbrei. Schreiben Sie an Joulupukki: » http://santaclauslive.com

22


22 Dezember: Slowakische Republik Bobalki und Kutia werfen

Die Weihnachtsbräuche der Slowakei ähneln denen der Tschechischen Republik. Weihnachten in der Slowakei findet am 25. Dezember statt. Der Weihnachtsmarkt in Bratislava ist eine jährliche Großveranstaltung in der slowakischen Hauptstadt, der es Besuchern ermöglicht, Weihnachten auf die slowakische Art zu feiern, auch wenn sie über die Feiertage nicht da sind. Das Gegenstück zum Weihnachtsmann in der Slowakei ist Väterchen Frost oder Dedo Mraz. Aber auch St. Mikulás besucht viele Kinder am Nikolaustag am 5. Dezember. In einigen Gebieten der Slowakei nimmt das Familienoberhaupt einen Löffel Bobalki (ein süßes Brot) oder Kutia (eine Schüssel mit gekochtem Weizen gemischt mit Honig, Rosinen und Nüssen) und wirft es an die Decke. Je mehr Teig kleben bleibt, desto besser wird die Ernte im kommenden Jahr. Lesen Sie mehr über Weihnachten in der Slowakei: » http://slovake.eu

23


23 Dezember: Portugal Consoada

In Portugal versammeln sich Familien für ein spätes Abendessen nach der Missa do Galo (wörtlich: 'Hahnenmesse', ähnlich zur Mitternachtsmesse) am Heiligabend. Dieses Familienessen wird Consoada oder Consoda genannt. Traditionell wird getrockneter Kabeljau (Bacalhau de Consoada) oder Tintenfisch mit grünem Gemüse und Salzkartoffeln serviert, gefolgt von gebratenen Süßigkeiten. Während des Consoada wird an die Verwandten und Freunde erinnert, die nicht mehr am Tisch sitzen können, indem ein leerer Stuhl an den Tisch gestellt wird. Reste des Abendessens werden über Nacht auf dem Tisch gelassen, damit Geister, die vorbeischauen, nicht hungrig bleiben. Rezept für Bacalhau de Consoada: » http://leitesculinaria.com

24


24 Dezember: Estland Weihnachtsstroh

Stroh an Weihnachten ist eine der wichtigsten und am weitesten verbreiteten bäuerlichen Traditionen in Estland. Wie viele alte Traditionen wurde auch diese lange Zeit nicht praktiziert und starb praktisch aus. Gegen Ende des letzten Jahrhunderts jedoch gab es eine Wiederbelebung dieser Tradition. Obwohl mit der biblischen Geschichte der Geburt Jesu Christi verbunden, könnte die Tradition des Weihnachtsstrohs sogar von vorchristlichem heidnischen Ursprung sein. In Estland wird Stroh (in Süd-Estland manchmal auch Heu) über die ganze Weihnachtszeit im Haus verteilt. Kinder dürfen darin spielen, aber es wird auch unter die Tischdecke für das festliche Weihnachtsessen gelegt. Mehr zu Weihnachten in Estland: » http://www.daad-magazin.de

25


25 Dezember: Vereinigtes Königreich Christmas Pudding

Im Vereinigten Königreich ist der erste Weihnachtstag (25. Dezember) die wichtigste Feier. An diesem Tag treffen sich Familien, um die Geschenke zu öffnen, und um das traditionelle Weihnachtsessen zu verzehren. Der Höhepunkt des Essens ist Christmas Pudding, ein traditioneller Nachtisch, der aus in Weinbrand oder Sherry getränkten getrockneten Früchten, Rinderfett, Gewürzen und vielen anderen Köstlichkeiten zubereitet wird, und mit WeinbrandButter flambiert serviert wird. Im hausgemachten Christmas Pudding wird in der Regel eine Münze versteckt. Die Person, die das Stück mit der Münze bekommt, soll ein glückliches Jahr vor sich haben. Christmas Pudding wird oft ein Jahr im voraus zubereitet, damit die Zutaten reifen können. Am Weihnachtstag ist das Dessert mit einem Zweig der Stechpalme verziert. » http://www.youtube.com

26


26 Dezember: Irland Wren Day - Tag des Zaunkönigs

In Irland wird der Wren Day am 26. Dezember, dem St. Stephans-Tag, gefeiert. Der Tag beginnt mit einer 'Jagd' auf einen falschen Zaunkönig, welcher dann auf einen verzierten Pfosten gesetzt wird. Dann verkleiden sich die Wren Boys, eine Menge von Menschen in StrohAnzügen und bunter Kleidung, und ziehen, begleitet von traditionellen CéilíMusikgruppen, singend und tanzend durch die Dörfer und Städte. In der Vergangenheit wurde am St. Stephans-Tag ein echter Vogel gejagt. Der gefangene Zaunkönig wurde an den Pfosten des Anführers der Wren Boys gebunden. Während ihrer Parade bitten die Wren Boys um Spenden aus der Nachbarschaft. Das Geld, das sie bekommen, wird in der Regel dazu verwendet, um ein Tanzfest für die ganze Stadt zu halten, welches noch in der gleichen Nacht stattfindet. Der Pfosten, verziert mit Bändern, Kränzen und Blumen sowie dem Zaunkönig, war das Zentrum des Tanzes. Im Laufe der Zeit wurde der echte Vogel mit einem künstlichen ersetzt. Hier gibt es ein Video zum Wren Day: 27


» http://www.youtube.com 27 Dezember: Zypern

Kobolde

Weihnachten in Zypern ist traditionell ein sehr religiöser Feiertag. Weihnachtslieder, genannt Kalanda, die aus der byzantinischen Zeit überliefert sind, werden öffentlich als auch in den Häusern der Menschen gesungen. Während andere Kulturen Weihnachtselfen haben, haben die Zyprioten weniger Glück. Dem Mythos nach stehlen Kalikantzari (Kobolde) sogar Beute und suchen das Volk während der zwölf Weihnachtstage, vom Weihnachtsabend bis zum 6. Januar, heim. Zur Weihnachtszeit hängen die Zyprioten daher Kreuze, umwickelt in Basilikum und bestreut mit Weihwasser, an die Haustür ihrer Häuser, um die bösen Kobolde abzuschrecken. Am Abend des 5. Dezembers ist es auch üblich, Opfergaben vor die Haustür (traditionell einen Teller mit süßen Honigkugeln) zu stellen, um die Kalikantzeri zu besänftigen und sicher zu gehen, dass sie dem Glück des kommenden Jahres nicht im Weg stehen. » http://marycy.org

28


27 Weihnachtsbräuche