DiALOG - Das Magazin für EIM, Ausgabe 2016

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den Rand des Internets hinaus besser als die Digital Natives, was dort passiert. Ich sehe den Trend zur Sorglosigkeit in Sachen Datenschutz. Nur wenige fragen sich, wohin die Daten des Messengers überhaupt gesendet werden, über den die privaten und auch die geschäftlichen Informationen laufen. Grundsätz-

Idealerweise profitieren beide gegenseitig. Der größte Fehler sowohl für den gestandenen Profi als auch für den jungen Neueinsteiger ist nicht vom anderen zu lernen. Aus meiner Sicht ist es derzeit so, dass die aktuelle Generation sich einfach weitgehend an die Unternehmen anpasst. In einem Punkt wird

Jedes Unternehmen bekommt das Intranet, das es verdient. lich brauchen wir aber einen anderen Umgang mit Wissen in Unternehmen. Im Internet haben wir Information und Wissen schnell zur Hand. Es kann aber nicht sein, dass ich wichtige Informationen für meine Arbeit im Internet schneller finde als im Unternehmen selbst. Nebenbei bemerkt: Haben Sie sich eigentlich einmal darüber Gedanken gemacht, dass Google theoretisch besser wissen könnte, an was Ihre Mitarbeiter aktuell arbeiten als Sie? Die Suche der Mitarbeiter verrät sehr viel. Steffen Schaar: Wie färbt die Haltung der Gen Y auf die Unternehmen ab? Stellt diese Generation die IT vor neue Herausforderungen im Umgang mit Intranet und Unternehmenskultur oder setzen diese gar ganz andere Prioritäten? Prof. Dr. Riemke-Gurzki: Die spannende Frage ist: Wer färbt hier auf wen ab?

aber sehr deutlich, wo die Generation Y ganz anders tickt: Bei den Arbeitswerkzeugen. Sie sind gewohnt mit leichten und flexiblen Software-Werkzeugen aus der Cloud zu arbeiten. Gegen Dropbox, Trello, Facebook und Co. wirken klassische Systeme im Unternehmen wie schwergewichtige Tanker. Viel zu kompliziert, viel zu langsam, viel zu langweilig. Das ist ein Thema, das wir in den kommenden Jahren angehen müssen. Ich sehe in Projekten immer wieder, dass Unternehmen von ihren eigenen Mitarbeitern in Sachen Werkzeugen überrascht werden. Fragen Sie doch einmal Ihre Mitarbeiter nach WhatsApp. Dachten Sie bisher, dass Ihr Unternehmen noch kein Instant Messaging hat? Steffen Schaar: Sie haben den markanten wie pfiffigen Spruch geprägt „Jeder bekommt das Intranet was er verdient“ – was wollten Sie damit ausdrücken und vor allem was wollen Sie damit erreichen? DiALOG - Ausgabe März 2016

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