DiALOG - Das Magazin für EIM, Ausgabe 2015

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Auf dem Weg in die Zukunft

Arbeitswelt der Zukunft Wie wirkt sich Industrie 4.0 auf die Geschäftsprozesse aus? Prof. Dr.-Ing. Hartmut F. Binner, Prof. Binner Aakademie

Veränderungsmanagement beginnt häufig in den Unternehmen damit die Ziele der Veränderung zu beschreiben, d. h. in der Regel also Effizienz-, Gewinn- oder Rentabilitätssteigerungen aufgrund geänderter Wettbewerbssituationen z. B. in Bezug auf Globalisierung, Wandlungsfähigkeit oder verbesserte Kundenserviceforderungen. Hierbei spielt in Zukunft auch immer mehr das Thema „Industrie 4.0“ eine Rolle. Ein Problem in der Praxis ist dabei, dass häufig gar nicht klar ist, um welche Veränderungen es sich hierbei im Einzelnen handelt, z. B. Technologie-, Kunden-, Produkt-, Vorschriften- oder Anforderungsänderungen, die einen Changemanagementprozess im Unternehmen anstoßen. Natürlich ist es sinnvoll, möglichst umfassende und konkrete Beschreibungen der Ziele vorzugeben, um damit Klarheit über den angestrebten Weg zur Kosteneffizienz, Gewinnsteigerung oder Rentabilität zu schaffen. Allerdings ist es sehr hilfreich vorher durch systematische Analysen die Anforderungs- und Auswirkungsveränderungen prozessbezogen exakter zu lokalisieren, um damit auch die Ziele und Hauptansatzpunkte innerhalb der betroffenen Wertschöpfungs-Prozesse zu präzisieren. Speziell zum Thema „Arbeitswelt der Zukunft“ in Verbindung mit den derzeitigen Megatrends „Industrie 4.0“ wird im folgenden eine softwaregestützte Vorgehensweise vorgestellt, um • systematische Veränderungsanalysen • systematische Anforderungsveränderungsanalysen • systematische Auswirkungsanalysen • systematische Anpassungsanalysen 28

DiALOG - Ausgabe März 2015

durchzuführen. Das dafür eingesetzte MITO-Methoden-Tool unterstützt die Anwender mit einem MethodenBaukasten über einen übergreifenden Problemlösungszyklus, bestehend aus Analyse, Diagnose, Therapie und Evaluierung, um die Fragestellungen umfassend zu beantworten. In der Arbeitswelt der Zukunft müssen die Beschäftigten die notwendige Methodenkompetenz besitzen, um

menarbeit in sozialen Netzwerken, die natürlich ebenfalls digitalisiert agieren. Durch die Einbettung von intelligenten Systemen wie Mikroprozessoren, Chips, Sensoren und Aktoren in den digitalisierten Informationsfluss über das Internet ergibt sich fast zwangsläufig eine Entwicklung zur Industrie 4.0-Plattform, d. h. der selbststeuernden digitalen Produktion. In dieser virtuellen IT-Umgebung finden dann alle Prozessoptimierungs- und Abstim-

Abb. 1: Intelligente, d.h. digital über das Internet vernetzte Personen, Prozesse, Produkte, Produktionsmittel (Internet der Dinge)

diese neuen mobilen IT-Business-Tools individuell und hochflexibel bei der Aufgabendurchführung in ihren Arbeitsprozessen zu nutzen, beispielsweise um die Abläufe zu analysieren, Verbesserungsmöglichkeiten aufzudecken und Optimierungen durchzuführen. Dies auch in Verbindung mit dem Informations- und Wissensaustausch und der Zusam-

mungsaktivitäten statt. Die Schnittstelle zwischen der realen und virtuellen Welt bilden dabei die sogenannten Cyberphysischen Systeme (CPS), über die das Optimierungsergebnis aus der virtuellen Welt in die reale Welt übertragen wird.