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ZITUNG

Willi Schwendinger erzählt:

Lehrling bei der Hatler Musig in den 50-er Jahren „Mich hat in jungen Jahren die Blasmusik schon fasziniert, wenn die Musig am 1. Mai durch das Halterdorf marschierte. Die Hatler Musig war damals sehr bekannt und beliebt durch die Erfolge bei den Wettbewerben. Auch als Bordkapelle beim großen Maskenumzug in Dornbirn. Spar hatte damals einen großen Lastwagen zu einem Schiff umgebaut und die Hatler fuhren mit diesem Schiff durch ganz Vorarlberg. Das gefiel uns Jungen und wir wollten auch zur Hatler Musig. Ich fragte damals bei der Musig an, ob ich ein Instrument lernen könne. Luis Schwendinger war der zuständige Mann für die Lehrlinge. Er bejahte es und gab mir ein Tenorhorn mit dem Hinweis, dass man Nachwuchs bräuchte und ich auch die geeigneten Lippen dazu hätte. Ich war nicht ganz glücklich, wollte ich doch ein kleineres Instrument wie Trompete oder Flügelhorn lernen. Ich wurde einem Tenorhornbläser der Hatler Musig zugeteilt und hatte wöchentlich eine Stunde bei ihm im damaligen Probelokal in der Mädchenschule, Leopoldstraße. Später im Turnsaal der Volksschule Mittelfeld. Die Lernfortschritte waren nicht besonders groß. Nach einem Jahr bekam ich einen Unterrichtsplatz in

der Musikschule Ich wohnte damals in der Hanggasse und musste beim Schulweg in die Musikschule an der Allee beim Kriegerdenkmal (Heute Fachhochschule) vorbei, wo unser Fußballplatz war. Da kam es auch vor, dass das Instrument hinter einem Baum lag und ich Fußball spielte. Das gab natürlich keine Pluspunkte. Wir kamen zu neunt im Jahre 1953 zur Hatler Musig. Bei der ersten Marschausrückung am „Weißen Sonntag“ sagte man zu uns Neuen: „Immer auf den Schritt achten - lieber nicht blasen wie falsch marschieren.“ Ich spielte am Anfang zweites Tenorhorn. Da war bei einem Marsch außer dem Basssolo immer nur Nachstreich, was anfangs nicht leicht war und ich mehr marschierte wie spielte. Bei den Proben war es damals nicht so bequem wie heute. Bei jeder Probe mussten einige Jungen früher kommen und im Turnsaal der Schule ein Tuch auf den Boden legen. Es war wegen dem Wasser im Instrument. Auch musste man jedesmal Stühle und Notenständer aufstellen und nach der Probe wieder abräumen und in den Keller tragen. Der Turnsaal war ja für die Schüler da und die Musik war nur geduldet.

Verdiente Musikanten wurden geehrt Im Rahmen der heurigen Generalversammlung wurden Eugen Köb für 50 Jahre und Bernhard Spiegel für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt. In eindrücklichen Worten skizzierte Clemens Fetz die musikalische Laufbahn bzw. das verdienstvolle Wirken der Geehrten. Er bedankte sich für die geleistete Arbeit und die unendlichen Stunden im Dienste der Hatler Musig sehr herzlich, gratulierte zur Auszeichnung und überreichte den Jubilaren kleine Ehrengeschenke. Bürgermeisterin Andrea Kaufmann, als Ehrengast der Versammlung, schloss sich dem Dank und den Glückwünschen an und betonte den gesellschaftlichen Stellenwert der Vereine, die von diesem freiwilligen Engagement von Menschen wie Eugen und Bernhard leben.

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d'Hatler Musigzitung  
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1. Ausgabe, Juli 2015

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