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Neues aus dem

Februar 2017

Land der Ideen „Ausgezeichnete Orte“ 2017: Jetzt bewerben!

Flagge zeigen für gute Ideen


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Fotos: Deutschland – Land der Ideen/Thomas Mandt/Christian Schneider-Bröcker/Corina Greiling/Christian Kruppa/Iris Maurer/Simone M. Neumann · Westend61

Zukunft gestalten: Der neue Mut zur Offenheit Vor einiger Zeit sorgte der Elektroautomobilhersteller Tesla weltweit für Verblüffung: Der Gründer Elon Musk verkündete, alle Patente seiner Firma offen zu legen und jedermann zugänglich zu machen. Grund für diesen ungewöhnlichen Schritt: Wichtiger als der Vorsprung zur Konkurrenz sei es, mit vereinten Kräften für eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz von Elektroautos zu werben und ihre Verbreitung weltweit voranzutreiben. Was Musk nicht betonte, waren die zu erwartenden Nebeneffekten der neuen Offenheit. Denn Experten schätzen, dass eine Verbreitung der Elektroautos automatisch auch zu einem besseren, weil umfassenderen Ladenetz führen wird. Hauptprofiteur: Marktführer Tesla. Aber eben auch Konkurrenten, Autofahrer und nicht zuletzt die Umwelt. Das Beispiel Tesla ist nur eines von vielen. Aber es macht deutlich, dass Offenheit in einem ersten Schritt großen Mut und eine Haltung erfordert, dass viele Dinge sich erst vermehren und Neues entstehen kann, wenn man sie teilt. Dieser „Mindset“ hat in nahezu allen Bereichen Einzug erhalten, in der Wirtschaft ebenso wie im Umweltschutz oder der Wissenschaft. Wikipedia, das umfangreichste Lexikon der Welt, stellt Wissen für alle bereit – völlig kostenlos und jederzeit für jedermann abrufbar. Und offen editierbar: Tausende freier Autoren mit Fach- und Expertenwissen, die größte Redaktion der Welt, arbeitet täglich und ohne Bezahlung für die Enzyklopädie. Offenheit ist ein wesentlicher Bestandteil des „Modells Wikipedia“, denn ohne eine Öffnung nach außen würde das Gesamtwerk schlichtweg nicht funktionieren. Eine andere Art der Offenheit begeistert in der Mitte Berlins tagtäglich die Besucher: Das Reichstagsgebäude ziert seit 1999 eine von Sir Norman Foster entworfene Kuppel aus Glas und Stahl. Sie ist nicht nur für Besucher geöffnet, die einen Einblick in

die Arbeit der gewählten Volksvertreter nehmen können, sondern steht auch symbolisch für Transparenz der politischen Arbeit und für die Bereitschaft, sich über die Schulter schauen zu lassen. Offenheit ist eben auch eine Geisteshaltung, die positive Assoziationen weckt: offene Türen, offene Arme, ein offener Geist. Wer offen ist, hat nichts zu verstecken. Ob Open Data, Open Knowledge oder Open Science: Immer mehr Wissenschaftsinstitutionen entwickeln Projekte, die anderen Wissenschaftlern, Studierenden und der interessierten Öffentlichkeit Einblicke in die Entstehung wissenschaftlicher Ergebnisse gewährt und ihnen die Möglichkeiten eröffnet, selbst dazu beizutragen. Eine Win-win-Situation für beide, für Wissenschaftler und alle Interessierten. Offenheit ist eben auch immer eine unverzichtbare Grundlage für Innovation. In einem abgeschlossenen System, ohne äußere Einflüsse oder Impulse, kann nichts Neues entstehen. Es kommt zum Innovationsstau. Auf die Frage, wie und wo die vielen kreati-


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Ute E. Weiland, Geschäftsführerin der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“

Liebe Leserinnen und Leser, Offenheit – ein Begriff, der neuerdings in aller Munde ist. Als Einstellung ist Offenheit für ein „Land der Ideen“ unverzichtbar, denn Ideen entstehen, wenn wir über den Tellerrand schauen, die Komfortzone verlassen, auf Entdeckungsreise gehen. Mit unserer Kampagne „Flagge zeigen für neue Ideen“ gemeinsam mit dem Model Zohre Esmaeli haben wir uns zu einer offenen Gesellschaft positioniert.

ven Menschen im Netzwerk der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ auf neue Ideen kommen, ist die häufigste Antwort: Im Austausch mit anderen, im Gespräch mit Menschen, die vielleicht gar nichts mit der Materie zu tun haben, in dem man sich von anderen inspirieren lässt. Die Voraussetzung auch hierfür: Offenheit, Neugier, Interesse und der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Offenheit erfordert Mut – Mut, der sich auszahlt und von dessen Ergebnis alle profitieren können. Beispiele für solche Erfolgsprojekte suchen die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank im diesjährigen Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“. Unter dem Motto „Offen denken – Damit sich Neues entfalten kann“ werden Projekte gesucht, die zeigen, wie Neugier auf andere Menschen, Lust auf Wissen und innovative Antworten Deutschland voranbringen. Bis zum 3. April 2017 ist eine Bewerbung auf www.ausgezeichnete-orte.de möglich.

Offenheit bedeutet nicht nur, sich Neuem gegenüber zu öffnen, Fremde und Fremdes willkommen zu heißen und Änderungen zu begrüßen. Offenheit heißt auch, den Mut zu haben, Dinge anders zu machen, neugierig zu bleiben, offen auf andere zuzugehen. Nur folgerichtig also, dass die diesjährigen „Ausgezeichneten Orte im Land der Ideen“ unter dem Jahresthema „Offen denken – Damit sich Neues entfalten kann“ stehen. Welche Projekte gibt es, die zeigen, wie Neugier auf andere Menschen, Lust auf Austausch und innovative Antworten Deutschland voranbringen? Bis zum 3. April können sich deutschlandweit Projekte bewerben – wir sind sehr neugierig, welche Ideen es hierzulande bereits gibt. Neben der Neugier ist eine Kernvoraussetzung für Offenheit aber auch Mobilität: Wer an einem Ort verharrt, der wird auch mental nicht vom Fleck kommen, und neue Impulse von außen bleiben aus. Wir freuen uns daher, Ihnen in dieser Ausgabe die drei Gewinner der Open-Innovation-Phase des Deutschen Mobilitätspreises vorzustellen, deren kreative Ideen wegweisend für eine intelligente Mobilität der Zukunft sind. Auch wir bleiben in diesem Jahr natürlich offen für Anregungen von Ihnen – egal ob Lob, Kritik, Vorschläge oder Projektideen: Wir freuen uns auf einen regen Austausch. Mit herzlichen Grüßen

Ute Weiland

Inhalt Offen denken Ausgezeichnete Orte 2017 Kampagne „Flagge zeigen“ Deutscher Mobilitätspreis Netzwerk Was wurde aus ... Termine

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Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen Mit viel Kreativität, Leidenschaft und Einfallsreichtum entwickeln Menschen in Deutschland zum Thema „Offen denken – Damit sich Neues entfalten kann“ Lösungen für die Herausforderungen von morgen.

„Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2017

„Offen denken“: Jetzt bewerben! Nie war die Welt komplexer als heute. Und nie schien es schwieriger, auf komplizierte Herausforderungen wie Migration, Digitalisierung oder Globalisierung die richtigen Antworten zu finden. Ob es der Umbau des Geschäftsmodelles ist, wie das Beispiel Tesla zeigt, oder die gemeinsame Arbeit an einem OpenKnowledge-Werk, wie es die Plattform Wikipedia prominent vormacht: Es braucht Offenheit für neue Lösungen, um die Zukunft zu meistern. Gefragt sind Experimentierfreude, Neugier und Mut zum Umdenken. Denn Ideen und Innovationen sind für den

Fotos: Shutterstock · Deutsche Bank

Wie können wir zu einem Klima beitragen, das Offenheit fördert? Erfolg versprechen viele Konzepte. Sozialunternehmen investieren in Projekte, die der Gesellschaft zu Gute kommen. Unternehmen fördern gezielt Mitarbeiter mit Migrationshintergrund oder Handicap. Und digitale Start-ups entwickeln Online-Plattformen, die es Bürgern einfacher machen, politische Entscheidungen mit-

Juni 2017

21. Februar bis 3. April 2017 Bewerbungszeitraum

Standort Deutschland wichtiger denn je – ob für die Wirtschaft oder für die Gesellschaft insgesamt.

Mai bis Juni 2017 Auswahl der „Ausgezeichneten Orte“ durch die Expertenjury

Bekanntgabe und zentrale Siegerehrung der 100 Preisträger

Juli 2017 Beginn des Chancenprogramms, der Fototermine und Dialogformate


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zubestimmen. Erste Schritte, denen weitere folgen müssen. Denn die richtigen Lösungsansätze für die Zukunft finden wir nur, wenn wir offen für Neues sind. Der Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ prämiert unter dem Motto „Offen denken – Damit sich Neues entfalten kann“ in diesem Jahr Projekte, die die Offenheit der Gesellschaft stärken. Gesucht werden Ideen aus sämtlichen gesellschaftlichen Bereichen, die zeigen, wie Neugier auf andere Menschen, Lust auf Wissen und innovative Antworten, die Deutschland voranbringen – ob von Sozialunternehmen, Bürgerbündnissen oder Wissenschaftsnetzwerken. Welche guten Ideen haben Unternehmen, um soziale und gesellschaftliche Probleme zu lösen? Wie können deutsche Start-ups den Umweltschutz und die Wirtschaftskraft in Entwicklungsländern stärken? Mit welchen Aktionen stärken Bürger Toleranz und Meinungsvielfalt? Welche Initiativen lassen Ältere und Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben teilnehmen? Wie öffnen sich kulturelle Einrichtungen dem digitalen Wandel und einem jüngerem Publikum?

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Wie lässt sich Bildungsgerechtigkeit fördern? Wie treiben wissenschaftliche Spin-offs Innovationen voran, indem sie ihre Forschungsideen bereits in einem frühen Stadium der Öffentlichkeit zugänglich machen? Bis zum 3. April 2017 können sich deutschlandweit Menschen und Projekte bewerben, die etwas bewegen wollen. Zum Beispiel Sozialunternehmen, Unternehmen und Forschungsinstitute, Städte, Kommunen, Landkreise, Ministerien, Kunst- und Kultureinrichtungen, Universitäten, soziale und kirchliche Einrichtungen, Initiativen, Vereine, Verbände, Genossenschaften sowie private Initiatoren mit Sitz in Deutschland. Dies schließt auch in Deutschland ansässige Tochtergesellschaften ausländischer Unternehmen ein. Eine hochkarätig besetzte Expertenjury wählt die 100 besten Ideen aus. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.ausgezeichnete-orte.de und www.youtube.com/landderideen.

Was die 100 Preisträger erwartet: Gütesiegel: Der Titel „Ausgezeichneter Ort“ wurde für viele Preisträger zum Erfolgsfaktor. Nutzen Sie die Chance, neue Kunden, Partner, Sponsoren, Mitglieder oder weitere Preise zu gewinnen.

Netzwerk: Sie profitieren zudem vom Netzwerk des Wettbewerbs und werden von Fachleuten unterstützt.

Aufmerksamkeit: Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank helfen den Preisträgern, ihr Projekt mit professioneller Öffentlichkeitsarbeit ins Rampenlicht zu rücken.

Förderung: Im Rahmen des Made for Good-ChancenProgramms der Deutschen Bank können sich Preisträger von Mentoren beraten lassen. Das Programm bietet ihnen ein professionelles Coaching sowie Zugang zu Netzwerken und Finanzierungsquellen.


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Flagge zeigen für gute Ideen!

Fotos: Deutschland – Land der Ideen/Hans Starck; Deutschland – Land der Ideen/Juliane Eirich

Die Vielfalt unserer Ideenlandschaft ist untrennbar mit Offenheit verbunden. Die neue Kampagne von „Deutschland – Land der Ideen“ zeigt daher gemeinsam mit Zohre Esmaeli Flagge für gute Ideen.

Ideen und Innovationen brauchen Offenheit – das haben zehn Jahre im Land der Ideen auf eindrückliche Weise gezeigt. Doch Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren verändert. Ein Wandel, der neue gesellschaftliche Herausforderungen mit sich bringt und nach komplexen Lösungsansätzen verlangt. Um diesen gemeinschaftlich zu begegnen, braucht es Mut, bekannte Wege zu verlassen und Neues zu wagen. Denn: Nur eine offene Gesellschaft legt den Grundstein für eine facettenreichen Ideen- und Innovationslandschaft. Zehn Jahre nachdem Claudia Schiffer für das Land der Ideen in die Deutschlandfahne gehüllt wurde, wird das Motiv von damals aktuell interpretiert. Das neue Gesicht der Kampagne: Zohre Esmaeli – internationales Model, Deutsche mit afghanischen Wurzeln und Vorbild für eine weltoffene und chancenreiche deutsche Gesellschaft.

Dass sie einmal ein bekanntes Model sein würde, war für Zohre Esmaeli lange Zeit wohl kaum auszudenken: Geboren und aufgewachsen in Kabul, flüchtete sie im Alter von 13 Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland, wo sie allen Widerständen zum Trotz eine Karriere als Model begann. Seitdem ist Zohre Esmaeli als international gefragtes Model auf den Laufstegen der Welt präsent und in bekannten Mode- und Life-Style-Magazinen zu finden. Neben ihrem Beruf setzt sich Esmaeli auch für soziale Projekte ein: Sie ist unter anderem Mitgründerin und Botschafterin des gemeinnützigen Vereins „Save Society“, engagiert sich in ihrem eigenen Projekt „Culture Coaches“ und in dem Verein „Afghanistan – Hilfe, die Ankommt e.V.“ Seit 2014 ist sie Botschafterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Für ihr vielseitiges Engagement wurde Zohre Esmali im vergangenen Jahr mit dem Change Award ausgezeichnet.


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Das Gesicht der Kampagne zu werden, war für Zohre Esmaeli eine leichte Entscheidung: „Deutschland hat mir persönlich so viele Möglichkeiten geboten, mir ein neues Leben aufzubauen und mich hier zu Hause zu fühlen. Ich bin stolz und freue mich sehr, das Gesicht der neuen Kampagne von ‚Deutschland – Land der Ideen‘ zu sein.“ Ute Weiland, Geschäftsführerin der Initiative, sieht in Zohre Esmaeli ein Vorbild: „Zohre Esmaeli verkörpert für mich die freiheitliche, deutsche Gesellschaft, die Menschen befähigt, selbstbestimmt die Angebote und Chancen anzunehmen, um die eigenen Lebensentwürfe zu verwirklichen und anderen zu helfen, es ihnen gleich zu tun. Denn nur, wenn wir offen für Neu-

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es bleiben und bereit sind, über unseren Tellerrand zu schauen, können wir ein Land der Ideen bleiben.“ Fotografiert wurde die Kampagne von Hans Starck, der bereits namenhafte Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Unterhaltung vor dem Objektiv hatte. Darunter Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt, Supermodel Naomi Campbell, Sänger Phil Collins oder Schauspielerin Maria Furtwängler. Das Making-Of der Kampagne ist auf www.youtube.com/landderideen zu finden.


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Mit dem Deutschen Mobilitätspreis machen die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur intelligente Mobilitätslösungen und digitale Innovationen öffentlich sichtbar.

en Sie sich unter nn kö z är M . 3 1 m de Ab tbewerbsjahr 2017 et W s da r fü de s. ei pr ts www.deutscher-mobilitä bewerben!

Drei visionäre Ideen zur Mobilität von morgen gekürt Wie vielfältig und kreativ die Einfälle der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zur Mobilität der Zukunft sind, hat der Online-Ideenwettbewerb im Rahmen des Deutschen Mobilitätspreises gezeigt. Unter dem Motto „Stadt, Land, mobil – Müssen wir wohnen, wo wir mobil sind, oder können wir mobil sein, wo wir wohnen?“ wurden 70 visionäre Ideen und Impulse eingereicht. Am 19. Januar ehrten Dorothee Bär, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale

Infrastruktur und Juryvorsitzende, und Ute Weiland, Geschäftsführerin der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“, die drei innovativsten Ideen im Bundesverkehrsministerium in Berlin. Weitere Infos zu den Preisträgern und ihren Ideen finden Sie unter www.deutscher-mobilitätspreis.de/preistraeger-oi

1. Preis: AMiCUS – A smart community driven supply service for rural areas

3. Preis: Grüne Meilen – Gesellschaftliche Stärkung des Umweltverbundes Foto: Deutschland – Land der Ideen/Juliane Eirich

Visualisierungen: Deutschland – Land der Ideen/Stegmeyer Fischer Creative Studio

Eine digitale Sharing-Lösung integriert private Fahrten in den Gütertransport und verbessert so die Versorgungssituation in ländlichen Regionen.

Mit einem digitalen Prämiensystem sollen Menschen dazu angestoßen werden, sich häufiger für die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel zu entscheiden.

2. Preis: HokusPokus Kombibus – Bedarfsgerechter Logistikdienst für dünn besiedelte Regionen Vernetzte und flexibel anpassbare Multifunktionswagen verbessern die Anbindung von Logistik- und Personentransporten in ländlichen Regionen.

Einen Überblick über das gesamte Wettbewerbsjahr 2016 gibt die Jahrespublikation des Deutschen Mobilitätspreises unter deutscher-mobilitätspreis.de/ ebook2016.


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Interview

„Deutschlands innovativste Köpfe sind unsere größte Chance“ Dieter Kempf, BDI-Präsident, am 31. Januar beim Festlichen Abend der Deutschen Industrie.

Seit dem 1. Januar 2017 ist Professor Dieter Kempf Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und Vorsitzender des Deutschland – Land der Ideen e.V. Im Interview spricht er über seine bevorstehende Amtszeit und die Bedeutung von Offenheit für die deutsche Wirtschaft.

Foto: Christian Kruppa

Herr Professor Kempf, als ehemaliger Präsident des Bitkom sind der digitale Wandel und die vierte industrielle Revolution seit langem Ihre Themen. Wie möchten Sie diese Expertise künftig in den BDI einbringen? Der revolutionäre Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft hin zur Vernetzung ist das große Zukunftsthema und Herausforderung zugleich. Damit der Standort Deutschland wettbewerbsfähig bleibt, müssen wir diese digitalen Veränderungen verstehen und deren Potentiale nutzen. Mein Ziel ist es, den Menschen die Themen Digitalisierung und Wirtschaft noch besser zu erklären und damit mehr Teilhabe zu ermöglichen. Was haben Sie sich für Ihre Amtszeit vorgenommen? Mich reizt vor allem die Aufgabe, den Brückenbau von der „alten“ Industrie in die neue Welt der Vernetzung voranzu-

bringen und zu vermitteln – gleichwohl habe ich großen Respekt davor. Außerdem möchte ich eine starke Stimme für all unsere Mitglieder sein und die unterschiedlichen Interessen bestmöglich bündeln. Nur zusammen können wir Europa stärken. Vor allem wünsche ich mir ein stabiles Wirtschaftswachstum für Deutschland, denn jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt vom Export ab – in der Industrie sogar jeder zweite. In vergangenen Interviews betonten Sie, dass Deutschland Offenheit brauche. Im aktuellen Wahljahr: Wie können wir aus Ihrer Sicht eine offene Gesellschaft gestalten? Immer mehr Menschen schauen verdrossen auf das politische System und begegnen der EU mit Ablehnung. Durch diese Ablehnung und die generelle weltpolitische Unsicherheit ist künftiges Wachstum

für Deutschland alles andere als selbstverständlich. Hier müssen wir gegensteuern und die Menschen davon überzeugen, wie wichtig politische und wirtschaftliche Freiheit für Verbraucher und Unternehmen ist. Wir brauchen diese Offenheit und Freizügigkeit, ansonsten würden beispielsweise die Regale im Supermarkt bald sehr traurig aussehen. Zu Ihrem Amtsantritt luden Sie Journalisten in das Gründerzentrum „Open Innovation Space“ ein. Welche Bedeutung haben aus Ihrer Sicht Gründer für den Wirtschaftsstandort Deutschland? Deutschland wird sich anstrengen müssen, um seinen Wohlstand zu halten. Ich denke, die innovativen Köpfe hierzulande sind unsere größte Chance. Wir brauchen ein Klima für Gründer – die Politik muss entsprechend die Möglichkeiten schaffen und mehr Wirtschaft wagen.


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Was wurde aus… MaxCine?

Foto: MaxCine/Simon Rentsch; MaxCine

Mit dem Projekt „MaxCine – Öffentlichkeitszentrum für Kommunikation und Austausch“ zählte das Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell zu den „Ausgezeichneten Orte“ aus dem Jahr 2015. Im Interview sprechen wir mit Babette Eid, Leitung MaxCine, über neue Projektvorhaben und Zukunftspläne. Vor zwei Jahren wurden Sie als „Ausgezeichneter Ort“ im Land der Ideen prämiert. Wie hat sich Ihr Projekt seitdem entwickelt? Das Projekt „MaxCine, Should I Stay or Should I Go?“ gibt engagierten Jungforschern die Möglichkeit, einen Blick in die Zukunft und einen kreativen Einstieg in die Welt der Wissenschaft zu wagen und soll im Laufe von drei Jahren, europaweit, jeweils Jugendliche aus Deutschland, Frankreich, Polen, Russland, Finnland, Niederlande und Spanien vernetzen. „Let‘s Go 2!“ wird im Sommer 2017 in Spanien stattfinden und somit die ersten Jungforscher aus einem anderen Land integrieren. Gemeinsam mit Wissenschaftlern des Forschungsprojekts „Amseln ohne Grenzen“ am Max-Planck-Institut (MPI) möchten die Jugendlichen herausfinden, wann und unter welchen Umständen Vögel wegziehen, wann sie aufwachen und schlafen gehen oder wie Sender helfen können, Tiere zu schützen. Das erste Camp „Let‘s Go 1!“ des Projekts fand im Sommer 2016 statt. Und was waren die größten Probleme, mit denen Sie seit der Auszeichnung zu kämpfen hatten? Wir haben das Glück, ein sehr spannendes und abwechslungs-

reiches Aufgabenfeld zu haben, das wir mit Herz bedienen. Leider kann mit der aktuellen Mitarbeiterzahl nur ein Teil der Ideen und Anfragen verwirklicht werden. Die Suche nach Drittmitteln für Personal und Projekte ist sehr aufwändig. Arbeiten Sie derzeit an neuen Projekten oder an einer Weiterentwicklung Ihrer Idee? Jugendlichen aus den jeweiligen europäischen Ländern sollen bedeutende Schritte des übergeordneten „ICARUS“-Projekts miterleben. Es ist das Herzensprojekt von Prof. Dr. Martin Wikelski, Direktor am MPI, und soll die globalen Wanderbewegungen kleiner Tiere durch ein Satellitensystem beobachten. 2017 wird eine eigens für „ICARUS“ entwickelte Antenne hierfür auf der Raumstation ISS angebracht werden. Anhand dieser Daten können Aussagen über Umweltzerstörung,

Naturkatastrophen und die Gesundheit der Tiere gemacht werden. Wir freuen uns besonders, dass das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) plant, das Projekt „ICARUS“ und das Thema Amseln in Bezug auf Bewahrung der Erde und Vogelschutz für einen weiteren „Beschützer der Erde“-Wettbewerb aufgreifen möchte. Wo sehen Sie sich in 10 Jahren? Es wäre schön, wenn die Idee von MaxCine, Räume für den Austausch zwischen Forschern, Kinder und Jugendlichen zu schaffen, mehr die Wissenschaft erreichen würde. Zum Beispiel auf großen internationalen Kongressen bei denen neben den Wissenschaftlern auch die Öffentlichkeit in Form von Jungforschern und interessierten Erwachsenen einbezogen werden.


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Termine im Land der Ideen Eintauchen in die Welt von morgen Im März öffnet die CeBIT in Hannover erneut ihre Tore. Mit über 3.000 internationalen Ausstellern ist die Messe für Informationstechnik weltweit die größte ihrer Art. Unter dem Motto „d!conomy – no limits“ rückt die CeBIT in diesem Jahr die Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung in den Fokus, die sich für Unternehmen bieten. Ein weiterer großer Themenblock widmet sich den zunehmend verschwimmenden Grenzen von Mensch und Technik, Realität und Virtualität. Als Gastland präsentiert sich Japan – ein Land, das seit Jahren zur Weltspitze in Sachen Digitalisierung zählt. 20. bis 24. März 2017, Hannover, www.cebit.de.

Fotos: Cebit – Deutsche Messe · Touchdown – Axel Kirch · Stroke.Artfair – Stroke Artfair · ITB Berlin – Messe Berlin · IGA Berlin – IGA Berlin 2017 GmbH

Punktlandung in Bonn

Eine Ausstellung der außergewöhnlichen Art können Besucher noch bis zum 12. März in Bonn erleben. Denn die Ausstellung „Touchdown“ („Ausgezeichneter Ort“ 2016) widmet sich ganz dem Thema Down-Syndrom und ist damit die erste ihrer Art. Kuratiert wurde sie sowohl von Menschen mit als auch ohne die chromosomale Besonderheit. Die Exponate führen Interessierte auf eine kulturhistorische Spurensuche, die sich aus verschiedenen Blickwinkel dem Down-Syndrom nähert: archäologisch, medizinisch, genetisch, cineastisch und künstlerisch. Dabei möchte die Ausstellung vor allem eines erreichen: eine nachhaltige Debatte über gesellschaftliche Vielfalt und Teilhabe. Bis 12. März 2017, Bundeskunsthalle, Bonn, weitere Termine folgen www.touchdown21.info.

Auf in den Urlaub Erholungsreisen, Kulturreisen, Radreisen, Kreuzfahren, Studienreisen, Wellnessreisen – die Angebote für die jährliche Ferienzeit sind nahezu unbegrenzt. Die Wahl der optimalen Destination ist daher keine leichte. Wer den Wunsch nach einer Entscheidungshilfe verspürt, dem sei ein Besuch auf der 51. Internationalen Tourismus-Börse (ITB) ans Herz gelegt. Rund 180 Ländern präsentieren sich in diesem Jahr in Berlin und warten mit einem breiten Angebotsspektrum auf. Informieren können sich Besucher beispielsweise über exotischere Ziele wie die Antarktis, Macao oder die Weihnachtsinseln. Aber auch nationale Reisedomizile werden Interessierten vorgestellt. Als Partnerland wird in diesem Jahr Botswana begrüßt. 8. bis 12. März 2017, Berlin, www.itb-berlin.de.

186 Tage im Grünen Alle zehn Jahre findet in Deutschland die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) statt. Zuletzt hatte Rostock die Ehre, nun ist in diesem Jahr Berlin an der Reihe. Unter dem Motto „Ein MEHR aus Farben“ verwandelt sich das Kerngebiet der IGA Berlin, Marzahn-Hellersdorf, eine der größten Plattenbausiedlungen Europas, in eine Oase zeitgenössischer Gartenbaukunst, grüner Stadtoasen und Naturerlebnisse. Über den Zeitraum eines halben Jahres erwarten mehr als 5.000 Veranstaltungen interessierte Naturfreunde. Einer der sprichwörtlichen Höhepunkte: Die extra zu diesem Anlass in Betrieb genommene Seilbahn, die Schwindelfreien einen besonderen Blick über das IGA-Gelände gewährt. 13. April bis 15. Oktober 2017, Berlin, www.iga-berlin-2017.de.

Auf die Plätze, fertig, Kunst! Kunst findet nicht nur in altehrwürdigen Museen und noblen Galerien statt – sie ist auch auf der Straße zu finden. Von Schablonen-Graffitis über Sticker-Art oder großformatigen Murals – der Kreativität der urbanen Künstler sind keine Grenzen gesetzt. Dies haben auch die Brüder Marco und Raiko Schwalbe erkannt und mit der Stroke Art Fair, einem „Ausgewählten Ort“ 2011, eine Messe mit dem Fokus auf Urban Art initiiert. Junge Kunstschaffende haben hier die Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. 26. bis 30. April 2017, München, www.stroke-artfair.com.

Impressum Deutschland – Land der Ideen · Land der Ideen Management GmbH Charlottenstraße 16 · 10117 Berlin Tel.: +49 30 - 206 459 - 0 · Fax: +49 30 - 206 459 - 168 E-Mail: kontakt@land-der-ideen.de · www.land-der-ideen.de V.i.S.d.P.: Ute E. Weiland · Redaktion: Presseteam Land der Ideen Management GmbH Gestaltung: Jutta Schlotthauer Melden Sie sich für den Newsletter im PDF-Format gern auf unserer Webseite an: www.land-der-ideen.de/newsletter

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