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Das Beste aus Tradition und Moderne

Mit innovativen Weinen und kreativ gestalteten Flaschen schmei­ cheln unsere Winzer Gaumen und Auge zugleich. Aus Deutschland kommen heute Weine für jeden Geschmack und jede Gelegenheit – eine Vielfalt, die von international renommierten Küchenchefs gelobt und von Weinkennern und solchen, die es noch werden wollen gleichermaßen geschätzt wird. Die Pflege einer zweitau­ sendjährigen Weinbautradition unter Einsatz qualitätsorientierter, umweltfreundlicher Anbaumethoden und modernster Keller­ technik macht die deutschen Winzer zu Vorreitern zeitgenössischer Weinerzeugung. Die Weinberge liegen meist in Hang- oder Steillagen mit um­ liegenden Wäldern als Windschutz, fast immer auch in Fluss­ nähe – hauptsächlich am Rhein und dessen Nebenflüssen – deren Wasseroberfläche das Sonnenlicht reflektiert und so für mildere Temperaturen sorgt. Auf einen Blick


Das Beste aus Tradition und Moderne

Die 13 Anbaugebiete gehören zu den nördlichsten der Welt. Die Trauben können in der langen Vegetationsperiode mit aus­ gewogenen Regen- und Sonnentagen langsam heranreifen. So bewahren sie ihre fruchtige Säure, entwickeln natürlichen Zucker und nehmen Mineralien aus dem Boden auf. Der herbstliche Wechsel warmer Tage und kühler Nächte verleiht ihnen ein welt­ weit einzigartiges Aroma. Weine aus kühleren Lagen weisen in der Regel einen niedrigeren Alkoholgehalt auf, sind dafür aber aroma­ tischer und fruchtiger – ideal für den unbeschwerten Genuss zum Essen.

WEINTYPEN HARMONISCH TROCKEN Die trockeneren Weine tragen die Bezeich­ nungen trocken, halbtrocken, CLASSIC und SELECTION und eignen sich hervor­ ragend als Begleiter zum Essen. LIEBLICH FRUCHTIG Die traditionelle Spätlese, die edelsüßen Ausleseweine und der Eiswein haben einen konzentriert fruchtigen Geschmack. Auf einen Blick

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D a s E t i k e t t – d i e V i s i t e n k a rt e d e s W e i n s

[1] Weingut

Paul Mustermann [2] 2019

[3]

Riesling

[4] Kabinett trocken [5] [6] Winzerdorfer Bestelage [7] Rheinhessen [8]

[9]

ETIKETTBEISPIEL

Gutsabfüllung Prädikatswein

A.P.NR. 1 234 567 090 20

[12]

enthält Sulfite

[10] 10,5 % vol.

[13] Product of Germany

[11] 750 ml

Anbaugebiet, Reifegrad, Rebsorte und Weintyp sowie der Erzeuger- oder Abfüller­name als Garant für den Flaschen­ inhalt sind entscheidende Indikatoren für den Weineinkauf.

OBLIGATORISCHE ANGABEN (QUALITÄTS- U. PRÄDIKATSWEINE) [1] Name und Anschrift des Weinguts. [4] Prädikat / Qualitätsstufe des Weins, die den Reifegrad der Trauben bei der Weinlese angibt. [7] Geografische Herkunft – es gibt 13 deutsche Weinanbaugebiete. [9] Amtliche Prüfungsnummer – der Wein hat die für alle deutschen Qualitätsweine vorgeschriebene chemische Analyse und sensorische Prüfung bestanden. [10] Tatsächlich vorhandener Alkoholgehalt in % vol. [11] Nennvolumen. [12] Schwefeldioxid. [13] Herkunftsland. Behandlungsmittel Kasein, Eieralbumin und Lysozym. Auf einen Blick


D a s E t i k e t t – d i e V i s i t e n k a rt e d e s W e i n s

FAKULTATIVE ANGABEN (QUALITÄTS- U. PRÄDIKATSWEINE) [2] Jahrgang – das Jahr, in dem die Trauben geerntet wurden. [3] Rebsorte. [5] Geschmacksangabe – in unserem Beispiel ein trockener Wein. Fehlt eine solche Angabe, handelt es sich meist um liebliche oder süße Weine. Weitere Geschmacksangaben sind halbtrocken und feinherb. [6] Engere Herkunftsbezeichnung – Weinort und Lage. [8] Winzer und Winzergenossenschaften, die selbst anbauen, keltern und abfüllen, dürfen ihre Weine als Erzeugerabfüllung vermarkten. Weingüter können unter bestimmten Vo­ raussetzungen alternativ auch Gutsabfüllung aufdrucken. Ansonsten wird der Abfüller genannt.

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D a s E t i k e t t – d i e V i s i t e n k a rt e d e s W e i n s

CLASSIC – HAT KLASSE. SCHMECKT KLASSE. Der Begriff CLASSIC steht für überdurchschnittliche Qualitäts­ weine, die harmonisch trocken schmecken und aus einer der klassischen Rebsorten gekeltert sind (wie zum Beispiel Riesling, Silvaner oder Spätburgunder). Classic steht für ein klares Qualitäts- und Geschmacks­ profil des Weins und signalisiert Wein­ freunden harmonisch trockene Weine, vollmundig im Geschmack, mit intensiver Fruchtnote.

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D a s E t i k e t t – d i e V i s i t e n k a rt e d e s W e i n s

SCHAUMWEIN Sekt, Winzersekt und Secco sind Bezeichnungen von Schaumwein. Erzeuger von Winzersekt müssen strenge Produktionskriterien einhalten. Die Grundweine dürfen ausschließlich aus den eigenen Trauben des Winzers stammen. Der Erzeuger bestimmt alle Details – von der Komposition der Cuvée bis hin zum Ausbau des Endprodukts. Des Weiteren werden alle Winzersekte nach der traditionellen Flaschengärungsmethode hergestellt. Jahrgang, Rebsorte und Name des Erzeugers müssen auf dem Etikett stehen. Secco ist ein deutscher Wein mit leichtem Perlen. Sein Schäumen entsteht auf natürliche Weise während der Gärung und / oder durch den Zusatz von CO2. Dank seines relativ geringen Alkoholgehalts ist Secco ein wunder­ bares Sommergetränk. Winzersekt und Secco sind gut gekühlt (6 – 8 °C) besonders erfrischend. Man genießt sie am besten inner­ halb der folgenden 12 Monate eines Jahrgangs.

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DEUTSCHLANDS TRAUBEN – WELTKLASSE

RIESLING Riesling ist die beliebteste weiße Rebsorte in Deutschland, vielleicht sogar weltweit. Der erste urkundliche Nachweis – eine Rechnung für Rieslingrebstöcke – stammt aus dem 15. Jahrhundert. Heute liegt immer noch fast die Hälfte der weltweiten Anbaufläche in Deutschland. Ein besseres Zeugnis für seine Herkunft oder sein „Terroir“ legt wohl kein anderer Weißwein ab. Geschätzt wird er für seine Eleganz, rassige Säure, vielfältigen Geschmacksrichtungen und lange Lagerfähigkeit. Außerdem ist er außerordentlich vielseitig und passt zu fast allen Speisen, auch zu den scharfen oder süß-sauren Gerichten der asiatischen oder lateinamerikanischen Küche. Feine Duftnoten nach Apfel, Pfirsich, Mineralien oder ein Hauch Honig bei Edelfäule runden den Riesling ab. Auf einen Blick


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SPÄTBURGUNDER (PINOT NOIR) Ab dem 12. Jahrhundert förderten geistliche Orden auf ihren Missionen die Ausbreitung dieser Rebsorte westlich und östlich ihrer Ursprungsregion Burgund. Heutzutage ist der Spätburgunder Deutschlands edelste und meistangebaute rote Rebsorte. Gleichbedeutend mit Top-Qualität und legendär für seine Harmonie mit Speisen ergibt Spätburgunder vollmundige, samtig-weiche Weine mit leicht süßen, fruchtigen, würzigen und blumigen Aromen. Die Weine passen gut zu gebratenem Geflügel, Fleisch und Wild; zu Käse, gegrilltem oder geräuchertem Lachs oder Thunfisch und zu den Aromen und Gewürzen vieler asiatischer Gerichte. Spätburgunder Weißherbst ist ein heller, rebsortenreiner Roséwein. Schmackhaft zu Hors d’oeuvres und leichten Fleisch­ gerichten oder gekühlt serviert (9 – 13 °C) als erfrischender Aperitif oder Sommerwein.

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DIE BELIEBTESTEN WEISSEN SILVANER

RIVANER (MÜLLER-THURGAU)

Aus der alten Rebsorte werden vollmun­ dige, saftige Weine mit mild-fruchtiger Säure gekeltert. Der Silvaner betont die feinen Geschmacksnoten von Fisch, hellem Fleisch und Spargel.

Ein trockener, jugendlich-frischer Wein. Die leichten, blumigen Rivaner harmo­ nieren hervorragend mit Kräutern, Salaten und Gemüse. Ihre milde Säure und das feinfruchtige Muskataroma machen sie zu süffigen Alltagsweinen. GRAUBURGUNDER (PINOT GRIS) Der Grauburgunder ist weniger lieblich und trockener als sein Synonym Ruländer. Beide sind kräftige, gehaltvolle Weißweine mit abgerundetem Säuregehalt. Sie passen gut zu kräftigen Gerichten (Seefisch, Lamm, Wild), ein Ruländer mit betonter Süße auch zu Edelpilzkäse und Desserts. WEISSBURGUNDER (PINOT BLANC) Edle, fein-fruchtige Weißweine mit frischer Säure und verhaltenem Duft nach Ananas, Nüssen, Aprikosen oder Zitrusfrüchten. Sie harmonieren ausgezeichnet mit hellem Fleisch und Meeresfrüchten, die Barrique­ weine auch mit Lamm und Wild.

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KERNER

SCHEUREBE

Diese weit verbreitete Trollinger-RieslingKreuzung wird vor allem für ihre Verwandt­­ schaft zum Riesling geschätzt: Frische Säure und ein kernig-fruchtiger Charakter. Die süffigen Schoppenweine, werden aber auch gern zu Fisch, Gemüseterrinen, Salat und hellem Fleisch getrunken.

Bei richtiger Reife kann sich die feinwürzige Note der Scheurebe voll ent­ falten, ihr Bukett erinnert an schwarze Johannisbeere oder Pfirsich. Die leichten Kabinett­weine bieten sich für einen Abend in geselliger Runde an, trockene bis halb­ trockene Spätlesen betonen und verfeinern das exotisch-würzige Geschmackserlebnis der asiatischen Küche.

DIE BELIEBTESTEN ROTEN DORNFELDER

PORTUGIESER

Die deutsche Neuzüchtung ergibt tiefdunkle Rotweine. Die jungen intensiv-fruchtigen Weine werden im Sommer gern leicht gekühlt getrunken. Die gehaltvolleren Barriqueweine mit mehr Gerbstoffen passen perfekt zu kräftigem Braten, Wild oder Käse.

Portugieser sind hellrote Weine mit niedri­ gem Säuregehalt und verhaltenem Beeren­ duft. Sie gelten als angenehme, süffige Schoppenweine, schmecken aber auch gut zu Vorspeise- und Käseplatten.

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TROLLINGER Diese bekömmlichen Rotweine sind leicht und fruchtig, mit frischer Säure und zartem Duft nach Wildkirschen oder roten Johannis­beeren. In Württemberg ist die Rebsorte weit verbreitet. LEMBERGER (BLAUFRÄNKISCH) Wird hauptsächlich in Württemberg ange­ baut. Die Weine sind reich an Fruchtaroma, Säure und Gerbstoffen, ihr Bukett reicht von Beerenduft bis zu vegetativen Noten wie grünen Bohnen oder Paprika. Ein leichter, fruchtiger Lemberger passt ideal zu leichten Gerichten oder einem Grillabend im Sommer. Die fülligeren, tanninreiche­ ren Weine dieser Sorte harmonieren mit herzhaften Pasteten und gegrilltem Geflügel, Wild, Rindfleisch oder Lamm. FRÜHBURGUNDER Eine früher reifende Mutation des Spätbur­ gunders mit geringen Erträgen und hoher Weinqualität. Eine Rarität. SCHWARZRIESLING (MÜLLERREBE, PINOT MEUNIER) Nicht verwandt mit dem weißen Riesling. Wird ausgebaut als vollmundiger Wein, der gut zu Schweinefleisch oder Lamm passt. Auf einen Blick


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WARM WERDEN MIT WELTWEITEN LIEBLINGEN Die fortschreitende Erwärmung als Folge des Klimawandels und die Globalisierung der Märkte haben zu einer Erweiterung des offiziellen Rebsortenregisters für die Produktion von Qualitäts­ weinen in Deutschland geführt: Mehrere rote und weiße Sorten mit hoher internationaler Beliebtheit wurden seit den 1990ern hinzugefügt. Insbesondere vier der international verbreiteten Sorten – Chardonnay, Sauvignon Blanc, Cabernet Sauvignon und Merlot – haben auch bei den deutschen Winzern Anklang gefunden. Nicht zuletzt bei Vertretern der jüngeren Generation, die schon bei Auslandsaufenthalten während des Studiums Bekanntschaft mit diesen Trauben gemacht haben.

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REIFEGRAD – EIN ZEICHEN FÜR QUALITÄT In Deutschland wachsen auf ca. 100.000 ha Reben, die überwiegend zu Qualitäts­ weinen ausgebaut werden. Sie stammen immer aus einem der 13 deutschen An­ baugebiete, werden aus vollreifen Trauben gekeltert und durchlaufen alle eine senso­ rische Qualitätskontrolle. Die QUALITÄTSWEINE und die harmo­ nisch trockenen CLASSIC-Weine sind vorzügliche Alltagsweine, die sich auch mit vielen Speisen kombinieren lassen und ihr volles Aroma am besten in jungen Jahren entfalten. Daneben findet man hierzulande einen kleinen Anteil an Landweinen sowie Weine ohne nähere geografische Herkunfts­ angabe. Die höchsten Qualitätsanforderungen hinsichtlich Sortenart, Reife, Harmonie und Eleganz gelten für deutsche PRÄDIKATSWEINE. Die edlen Weine aus vollreifen und / oder edelfaulen Trauben sind lager­fähig und in sechs Qualitätsstufen erhältlich. Die Prädikate in aufsteigender Reihenfolge: Auf einen Blick

KABINETT Feine, leichte Weine aus reifen Trauben, mit geringem Alkoholgehalt. SPÄTLESE Elegante, ausgewogene Weine mit der geschmacklichen Tiefe sehr reifer Trauben. AUSLESE Edle, geschmacksintensive Weine aus vollreifen Trauben, unreife Beeren wer­ den ausgesondert.


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BEERENAUSLESE (BA) Seltene, vollfruchtige Weine aus überreifen, handverlesenen Beeren, mit dem unver­ wechselbaren, honigartigen Aroma des Botrytispilzes (Edelfäule). EISWEIN Einzigartige Weine aus Trauben, bei denen das gleiche Mindestmostgewicht wie bei einer Beerenauslese erreicht wurde, die in gefrorenem Zustand gelesen und gekeltert werden, so dass nur der süßeste Saft ge­ wonnen wird. Durch den hochkonzentriert fruchtigen Geschmack und den hohen Säuregrad ist der Eiswein vermutlich der lagerfähigste Wein der Welt. Da Eiswein nur in sehr geringen Mengen erzeugt und von Sammlern in aller Welt stark nachge­ fragt wird, erzielt er oft sehr hohe Preise. Als Aperitif, Digestif oder zum Frucht­ dessert bietet Eiswein ein unvergessliches Geschmackserlebnis.

eine Flasche dieser hochpreisigen Rarität zu lesen. Trockenbeerenauslesen sind über Jahrzehnte lagerfähig und werden zu ganz besonderen Anlässen getrunken. Unsere Winzer erzeugen die passenden Weine für jede Gelegenheit – vom geselli­ gen Beisammensein oder Picknick bis hin zum eleganten Galadiner oder Empfang.

TROCKENBEERENAUSLESE (TBA) Die Spitze der deutschen Qualitätspyramide bilden diese Weine aus rosinenartig einge­ schrumpften, edelfaulen Beeren mit einer einzigartigen edelsüßen Fruchtkonzentra­ tion. Es heißt, ein Mensch benötige einen ganzen Tag, um genügend Trauben für Auf einen Blick

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AHR DAS TAL DER ROTEN TRAUBEN Deutschlands „Rotweinparadies“ liegt an den Steilhängen der Ahr, die südlich von Bonn in den Rhein fließt. Von den Höhen zerklüfteten Basaltgesteins im Osten und den Schieferfelsen westlich des eleganten Kurorts Bad Neuenahr-Ahrweiler eröffnen sich spektakuläre Ausblicke auf die steil abfallenden Weinberge. Zwar ist die vorherrschende weiße Rebsorte der Riesling, bekannt ist das kleinste deutsche Anbaugebiet aber vor allem für seine feinen Rotweine, insbesondere den Spätburgunder und seinen seltenen Verwandten, den Frühburgunder. Eine weitere beliebte Rotweinrebe in der Region ist der Portugieser.

BADEN ... IN SONNE UND BURGUNDER Die südlichste Weinanbauregion in Deutschland, das warme, sonnige Baden, erstreckt sich 400 km in nordsüdlicher Richtung am Rhein entlang, von Heidelberg bis zum Bodensee. Die Badische Weinstraße quert den Schwarzwald und die Weinterrassen des Kaiserstuhls. Die hiesige Wein- und Esskultur blickt auf eine ebenso lange Tradition zurück wie jenseits der Grenzen im Elsass und in der Schweiz. Zur badischen Küche sind die trockenen roten und weißen Burgunder allseits beliebt und auch der Rivaner ist weit verbreitet. Andere klassische weiße Rebsorten, wie Riesling, Silvaner und Gutedel, werden dagegen eher lokal angebaut. Auf einen Blick

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FRANKEN WEIN.SCHÖNER.LAND! REISE ZUM FRANKENWEIN Das fränkische Weinland liegt in den Hügeln beiderseits des Mains, östlich von Frankfurt. Die charakteristischen Frankenweine und die Barock- und Festspielstadt Würzburg machen es zum Mekka für Kunst- und Weinliebhaber. Der Bocksbeutel in der typischen flach-bauchigen Flasche zeichnet die Region ebenso aus wie die klimatischen Bedingungen und die trocken ausgebauten Weine. Auf den Muschelkalk- und Keuperböden werden im kühlen fränkischen Klima vorwiegend frühreife weiße Rebsorten wie Rivaner und Bacchus angebaut, Riesling ist eher die Ausnahme. Die Region ist aber vor allem für ihre kräftigen, erdigen Silvanerweine bekannt. Spätburgunder und die andernorts eher seltenen Domina sind die häufigsten roten Rebsorten.

HESSISCHE BERGSTRASSE FRÜHLINGSGARTEN UND WEININSEL Die alte Römerstraße „strata montana“ (Bergstraße) verläuft parallel zum Rhein, am Fuße der Hänge des Odenwalds, südlich von Frankfurt. Die Bergstraße ist aufgrund der frühen Mandel- und Obstbaumblüte auch als Deutschlands Frühlingsgarten bekannt. In der malerischen Hügellandschaft wachen Burgruinen über Weinberge und Obstgärten. Die meisten Weine des kleinen Anbaugebiets stammen aus Bensheim und Heppenheim. Riesling ist die vorherrschende Rebsorte, gefolgt von Spätburgunder und Grauburgunder. Auf einen Blick


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MITTELRHEIN LORELEY LIEBT RIESLING Das Anbaugebiet Mittelrhein umfasst das atemberaubend schöne Mittelrheintal zwischen Bonn und Bingen. Im Mikroklima der tiefen, engen Schlucht, die der Strom aus dem Rheinischen Schiefergebirge ausgewaschen hat, gedeiht der Wein seit 2.000 Jahren. Über den rebenbesetzen Steilhängen und den mittelalterlichen Städtchen ragen altehrwürdige Burg­ ruinen auf. Der sagenumwobene Mittelrhein dient Künstlern und Winzern seit alters her als Quell der Inspiration (Loreley, Nibelungen). Das obere Mittelrheintal wurde 2002 von der UNESCO zum Weltkulturerbe geadelt. Markenzeichen der Region sind frische, fein duftende Rieslingweine.

MOSEL RÖMER, RIESLING, STEILE HÄNGE Die Täler von Mosel, Saar und Ruwer beherbergen bereits seit der Römerzeit einige der romantischsten Weinberge Deutschlands. Reben und Wälder säumen die Steilufer der Mosel, deren Flussbett sich auf seinem Weg zum Rhein bei Koblenz tief in das Schiefergestein gegraben hat. Die Region ist bekannt für ihren ausgezeichneten Riesling, unvergleichlich feine, fruchtige Weißweine mit einer enormen geschmacklichen Tiefe und meist einer mineralischen Note. An der Obermosel, also südöstlich von Trier und gegenüber von Luxemburg, wird mit dem Elbling traditionell eine der ältesten weißen Rebsorten angebaut, die für ihren spritzigen Weißwein und Sekt geschätzt wird. Auf einen Blick

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NAHE SANFTER FLUSS & SCHROFFER FELS Zwischen Mosel- und Rheintal gelegen, verdankt das Anbaugebiet Nahe seinen Namen dem gleichnamigen Fluss, der gemächlich durch den bewaldeten Hunsrück bis hinab zum Rhein bei Bingen fließt. Imposante Felsformationen, mineralische Ablagerungen und Edelsteine belegen die erstaunliche geologische Vielfalt der Region, die auch der Grund für die reiche Auswahl an Nahe-Weinen ist. Der geschmeidige, rassige Riesling, der duftende Rivaner und der herzhafte Silvaner gehören seit langem zu den Klassikern. Weißweine wie Grauburgunder und Weißburgunder aber auch Rotweine wie Spätburgunder und Dornfelder werden immer beliebter.

PFALZ GENUSS ENTLANG DER DEUTSCHEN WEINSTRASSE Durch malerische Dörfer und satte Weinberge führt die Deutsche Weinstraße, insgesamt 85 km von Bockenheim bis Schweigen. Im warmen, sonnigen Klima der Pfalz gedeihen die Reben für üppige, vollmundige Weine. Der vorherrschende Riesling sowie Weißburgunder und Grauburgunder zählen zu den feinsten Weißweinen, während Spätburgunder, Dornfelder und der seltene St. Laurent als Spitzenrotweine gelten. Rivaner und Portugieser sind beliebte Rebsorten für leichte Pfalzweine. Auf einen Blick


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RHEINGAU WEIN UND GENUSS AM FLUSS Der Rheingau grenzt nördlich an das Rheinknie, wo der Fluss zwischen Wiesbaden und Rüdesheim in ostwestlicher Richtung verläuft. Auf den Ausläufern des Taunus gedeihen edle Trauben von Riesling und Spätburgunder. Die Region verdankt ihren Erfolg den optimalen klimatischen Bedingungen und ihren traditionell hohen Qualitätsstandards. Bereits vor Jahrhunderten prägten die Benediktinermönche im Kloster Johannisberg, die Zisterzienser im Kloster Eberbach und der örtliche Landadel die heutige Weinkultur. Die verspätete Weinlese am Johannisberg im Jahr 1775 führte zur zufälligen Entdeckung der Edelfäule, für die deutsche Spätleseweine heute weltbekannt sind.

RHEINHESSEN WEINERLEBNIS AUF SCHRITT UND TRITT Das „Land der tausend Hügel“ liegt im großen Rheinbogen, den der Strom auf seinem Weg von Worms über Mainz und dann westlich nach Bingen beschreibt. Das größte Anbaugebiet in Deutschland produziert eine Vielzahl unterschiedlichster Weine. Innovative Weine aus Traditions­ reben wie der RS (Rheinhessen Silvaner) oder die Selection Rheinhessen und die wachsende Bedeutung der weißen und roten Burgunder verdeutlichen das Qualitätspotenzial der Region. Vorherrschende Rebsorten sind nach wie vor Riesling, Silvaner und Rivaner, daneben werden aber auch aromatische Sorten angebaut sowie die roten Rebsorten Dornfelder und Spätburgunder. Auf einen Blick

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SAALE-UNSTRUT KOSTBARE WEINE – EINZIGARTIGE KULTURLANDSCHAFT Die Weinberge des nördlichsten deutschen Anbaugebiets liegen etwa auf halber Strecke zwischen Weimar und Leipzig. Auf den steilen Kalksteinterrassen an Saale und Unstrut wird seit über 1.000 Jahren Wein angebaut. Die sanfte Hügellandschaft rund um Freyburg, Naumburg und Bad Kösen prägen dichte Wälder, lichte Haine und weite Hochebenen. Die kleine Anbauregion ist für die fein nuancierte Fruchtigkeit und Spritzigkeit ihrer sortenreinen Weine bekannt. Rivaner, Weißburgunder und Riesling sind am häufigsten anzutreffen.

SACHSEN COOL CLIMATE SAXONY – WINZER, WEINE & VISIONEN Das Elbtal beherbergt die östlichste deutsche Weinbauregion rund um Meißen und Dresden, das aufgrund seiner kulturellen Vielfalt und des milden Klimas den Beinamen „Elbflorenz“ trägt. Die Reben gedeihen meist in terrassierten Steillagen, vor allem Rivaner, Riesling und Weißburgunder, deren trockene Weine das etwa zwei Dutzend Rebsorten umfassende Weinsortiment der Elbwinzer dominieren. Eine Rarität ist der Goldriesling, eine seltene RieslingMuscat-Kreuzung, die nur hier angebaut wird. Auf einen Blick


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WÜRTTEMBERG SCHILLER MEETS TROLLINGER & LEMBERGER Stuttgart und Heilbronn sind bekannte Weinmetropolen, die meisten Weinberge liegen aber im Neckartal, umringt von Feldern und Wäldern. Der Rotweinanteil liegt bei rund 70 % und reicht vom leichten, süffigen Trollinger – dem National­getränk der Württemberger – bis hin zu dunkleren, gehaltvolleren Weinen wie dem Schwarzriesling und dem Lemberger. Riesling ist die mit Abstand häufigste Weißweinrebe, gefolgt von Rivaner und Kerner.

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November 2020

HERAUSGEBER: Deutsches Weininstitut GmbH Platz des Weines 2 55294 Bodenheim info@deutscheweine.de www.deutscheweine.de